Halleluja. Halleluja.
Herr Jesus, erschließ uns die Schrift!
Lass unser Herz entbrennen, wenn du zu uns redest.
Halleluja.
Halleluja. Halleluja.
Christus ist auferstanden.
Er, der Schöpfer des Alls, hat sich aller Menschen erbarmt.
Halleluja.
Die Begegnung mit dem Auferstandenen, wie sie die Jünger auf dem Weg nach Emmaus erlebt haben, kann auch uns geschenkt werden, wenn wir uns auf einander einlassen.
Für die Jünger eröffnen sich nach der Begegnung mit dem Auferstandenen am See Genesareth neue Perspektiven. Das Leben verändert sich, wo nach den Regeln des Reiches Gottes gelebt wird. Neue Denkansätze mit dem kostbaren Gut Arbeit umzugehen kann unser Leben verändern.
Zu groß und unbegreiflich ist, was zu Ostern geschah: die Kreuzigung und die Auferstehung Jesu. Am See Genesareth begegnen die Jünger dem Auferstandenen in ihrem Alltag. Sie müssen mit dem Auferstandenen leben lernen.
Im letzten Kapitel erzählt der Evangelist Johannes eine Erfahrung der Begegnung mit dem Auferstandenen, die über einen historischen Bericht weit hinausgeht. Diese Episode kann als Begegnungserfahrung verstanden werden, die sich immer wieder ereignen kann, wenn Jünger Jesu eine Krise erleben.
Lieder:
GL 89: Herr, bleibe bei uns (Kanon)
GL 103,1-2: Dieser Tag ist Christus eigen
GL 318: Christ ist erstanden von der Marter alle
GL 322: Ihr Christen singet hocherfreut
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist
GL 325: Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 328: Gelobt sei Gott im höchsten Thron
GL 329: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 331: Ist das der Leib, Herr Jesu Christ
332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ
GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht
GL 335: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich!
GL 337: Freu dich, erlöste Christenheit
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 472: Manchmal feiern wir mitten am Tag
GL 474: Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot
GL 642: Zum Mahl des Lammes schreiten wir
GL Ö837: Halleluja! Lasst uns singen
Psalmen und Kehrverse:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. - Mit Psalm 27 - IV.
GL 92: Herr, bleibe bei uns, Halleluja.
GL 333: Christus ist erstanden. Halleluja. Er hat den Tod bezwungen. Halleluja. Mit Psalm 118 (GL 66,4-5) oder mit Psalm 111 (GL 60,2) - VI.
GL 643,3: Jubelt dem Herrn. alle Lande, Halleluja, preist unsern Gott. - Mit Psalm 118 (GL 643,4-5) - VI.
GL 644,1: Christus ist erstanden, Halleluja. Er hat den Tod bezwungen, Halleluja.
GL 644,3: Auferstanden ist der Herr, Halleluja. - Mit Psalm 19 (GL 35,2) - VII.
Allmächtiger Gott,
lass die österliche Freude in uns fortdauern,
denn du hast deiner Kirche
neue Lebenskraft geschenkt
und die Würde unserer Gotteskindschaft
im neuen Glanz erstrahlen lassen.
Gib, dass wir den Tag der Auferstehung
voll Zuversicht erwarten
als einen Tag des Jubels und des Dankes.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die deine Kirche dir in österlicher Freude darbringt.
Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel,
erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Kehrvers:
Singet dem Herrn alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preiset seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Immer neu hast du dich den Menschen geoffenbart.
und ihnen gezeigt, wie sehr du sie liebst.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hat deine Liebe
durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen bezeugt.
Als ihn seine Gegner ans Kreuz geschlagen und umgebracht haben,
hast du ihn von den Wehen des Todes befreit und auferweckt.
Kehrvers
Er hat sich seinen Jüngern gezeigt,
ist mit ihnen gegangen
und hat ihnen den Sinn der Schrift erschlossen.
Er hat ihnen die Augen geöffnet,
sodass sie ihn erkannten, als er ihnen das Brot brach.
Kehrvers
Am See von Tiberias ist er ihnen gegenübergetreten
und hat ihnen zu essen gegeben.
Als er ihnen gebot, das Netz auszuwerfen,
war dieses so voller Fische,
dass sie es nicht wieder einholen konnten.
Kehrvers
Nachdem er seinen Geist über sie ausgegossen hatte,
sind seine Jünger in die ganze Welt hinausgegangen
und haben die Frohe Botschaft von seiner Auferstehung
und vom ewigen Leben allen Völkern verkündet.
Kehrvers
So wurden auch uns die Augen für deine Größe geöffnet.
Wir danken dir dafür,
dass er auf geheimnisvolle Weise immer wieder in unser Leben tritt,
uns aufrichtet und uns mit seinem Wort und den Sakramenten nährt.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B.: Gelobt sei Gott im höchsten Thron… (GL 328)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Jesus sandte seine Jünger, weil er selber im Auftrag des Vaters handelte.
Zu diesem Vater, der seinem Sohn die Zukunft aller Glaubenden anvertraut hat, wollen wir beten:
Erst als der Friede Jesu so deutlich war, dass die Jünger ihn spürten, erkannten sie ihren Herrn. Friede ist sein Weg, wenn er sich dem Menschen zu erkennen gibt. Darum bitten wir:
Her Jesus Christus, du Wegbereiter Gottes,
du Sieger über Sünde und Tod,
du alles verwandelnder Friede,
schaue nicht...
Ewiger Gott,
du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert.
Wende dich uns voll Güte zu
und bleibe bei uns mit deiner Huld,
bis wir mit verklärtem Leib
zum unvergänglichen Leben auferstehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Ich suche nicht - ich finde.
Suchen ist das Ausgehen von alten Beständen
und ein Findenwollen von bereits Bekanntem.
Finden, das ist das völlig Neue.
Alle Wege sind offen,
und was gefunden wird, ist unbekannt.
Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse
können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die im Ungeborgenen sich geborgen wissen,
die in der Ungewissheit, in der Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem sichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen
und nicht selbst das Ziel bestimmen.
Pablo Picasso in: Almut Haneberg, Kreatives Gestalten - meditatives Erleben, S. 38, Don Bosco Verlag, München 2008.
"Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen" (Lk 24,14j).
Die Geschichte von den Emmausjüngern (Lk 24,13-35) ist eine frohmachende Botschaft. Da werden zwei Erfahrungen beschrieben, die mit dem zusammenhängen, was ich als Zentrum meines Denkens erkannt habe: das Reich Gottes.
Da ist einmal die Erfahrung der Freundschaft an sich. Sie steht - und wir alle können davon ein Lied singen - im Widerspruch zu vielen Erfahrungen unseres Menschseins. Gerade die Emmausjünger befinden sich in einer Grundstimmung der Traurigkeit und Verlorenheit, der Verzweiflung und der Nacht. Sie sind geprägt vom Bewußtsein, daß letztlich doch alles vergeblich und sinnlos ist, daß sie nichts und niemand mehr hält, nachdem Jesus den Weg alles Irdischen gegangen und am Galgen gescheitert ist. In dieser Verfassung erleben sie untereinander und mit einem scheinbar zufällig hinzugekommenen Dritten echte Freundschaft.
Freundschaft könne nicht geplant und durch nichts erkauft werden, sagt Simone Weil. Sie ist "eine Freude, die unentgeltlich zuteil wird, wie die Freuden der Kunst oder des Lebens ... Sie gehört der Ordnung der Gnade an ... Sie gehört zu jenen Dingen, die man als Dreingabe erhält ... Sie ist ein Wunder wie das Schöne. Und das Wunder besteht einfach in der Tatsache, daß sie existiert."
Zwei Welten kommen da im Menschen zusammen: die Welt, die uns ganz und gar bestimmt und uns doch immer fremd bleibt, das Leiden und die Trauer, unser Alltag, mit dem wir uns nie abfinden können, weil unsere Sehnsucht und unsere Träume in eine ganz andere, helle und glückliche Welt drängen. Zu dieser anderen Welt gehört u.a. das Wunder der Freundschaft, in der wir wahrhaft geborgen und daheim sind und die deshalb, wie alle Lust, Ewigkeit verlangt: "Bleibe bei uns, denn es will Abend werden." Was uns die Nacht des Lebens erträglich macht und was in der Vergänglichkeit des Irdischen bleibt, ist neben anderen Dingen die Freundschaft. Gleichsam als Ankündigung des Reiches Gottes.
Und hier müssen wir von der zweiten Erfahrung der Emmausjünger reden: "Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten Jesus." Wie ein Blitz geht ihnen auf, was die christliche Dimension der Freundschaft ist, die eigentliche Tiefe ihres Zusammenseins, das Geheimnis ihrer "Communio": der auferstandene, lebendige Jesus, jene Welt, in der der Tod gestorben ist und in der keine Tränen mehr vergossen werden. Jetzt ist wirklich jene Welt, die wir weder planen noch erzwingen können, zum Ereignis der Gnade geworden, zum Erlebnis im Zueinander der Menschen. Und so erfahren wir die Freundschaft als Zuneigung jenes Gottes, der ein Gott der Lebendigen ist und nicht der Toten. In der Freundschaft bringt sich jener Gott zur Sprache, der uns aus der Versklavung in Sünde, Tod und Leid befreien will. Da greifen wir die Nähe des Reiches Gottes, wo wir wahrhaft zu uns gekommen sind, wo wir leben können und daheim sind. "Wenn ich erhöht sein werde, werde ich alle an mich ziehen" (Joh 143z). In der Freundschaft verspürt der Glaubende das Ziehen Jesu.
Ich verstehe das Reich Gottes nicht individualistisch und spiritualistisch. Ich scheue nicht davor zurück, auch politische Konsequenzen zu ziehen. Aber hier soll einmal nur von Freundschaft, Beziehung und Gemeinschaft die Rede sein und von der unerwarteten Gnade, welche den Freunden auf ihrem Weg widerfahren kann.
Aus: Anton Rotzetter, Gottes Leidenschaft ist Liebe. Der Sinn von Kreuz und Auferstehung. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 1990.
Abba,
Vater,
Du gibst mir
Atem,
Leben,
hast mich
gewollt,
bist mir
zärtlich
wie eine Mutter,
bist mir Nahrung.
Ich atme
Dich ein,
bin geborgen
bei Dir,
im Ausatmen
überlasse
ich mich Dir,
gebe mich hin,
füge mich
in Deinen Willen,
bin ganz leer,
um erneut
wieder
Dich
einzuatmen.
Aus: Ilse Pauls, Späte Ernte. Gedichte. Rhönverlag Hünfeld 1996.

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