"Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört". Zu einem christlichen Leben gehört einerseits die soziale Dimension, die in unserem Mitwirken am öffentlichen Leben sichtbar wird, aber auch die Dimension der Gottesbeziehung. Diese vollzieht sich unter anderem in der Liturgie und im Gottesdienst.
Der Hintergrund der Frage an Jesus ist die Kopfsteuer, die die Menschen dem römischen Staat, der Besatzungsmacht, zu zahlen hatten. Die Zeloten waren gegen die Steuer, die Pharisäer haben sie widerwillig gezahlt.
Die Pharisäer wollten Jesus mit der Frage vor allem eine Falle stellen. Vordergründig geht es ihnen nicht um die Steuer. Jesus geht mit den Pharisäern nicht gerade zimperlich um, er greift sie permanent wegen ihrer Verstocktheit an. Ganze drei Kapitel im Matthäusevangelium (21 bis 23) stehen unter dem Zeichen der Auseinandersetzung mit ihnen. Der Konflikt spitzt sich immer mehr zu. Im Gleichnis von den bösen Pächtern sind klar die Pharisäer gemeint, was bei ihnen auch so ankommt. Im Kapitel 23 greift er sie dann frontal an. Die Pharisäer richten sich zu einem "Rachefeldzug" gegen diesen Jesus, der ihnen offensichtlich geistig überlegen ist. Und dieser Rachefeldzug ist kläglich gescheitert, wie wir in Vers 22 erfahren, der aber - leider - nicht mehr vorgelesen wird. "Und sie ließen Jesus in Ruhe und gingen weg". Dass sie ihm überhaupt die Frage nach der Steuer stellen, zeugt nicht gerade von Klugheit, denn sie müssten wissen, dass sich Jesus nicht gegen den Kaiser stellen wird.
"Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört", das hätte als Antwort genügt. Damit ist schon gesagt, dass dem Kaiser nicht alles zusteht. Mit dem zweiten Teil, "Gott zu geben, was Gott gehört", zielt Jesus scheinbar auch auf das Glaubensleben der Pharisäer ab. Denn mit dem peniblen Einhalten von religiösen Vorschriften und Gesetzen ist nicht erfüllt, was Gott wirklich will.
Welche Relevanz die Geschichte mit der Steuerfrage für uns heute hat, dem gilt es nachzugehen. Wir leben heute in einer ganz anderen Zeit und unter ganz anderen Umständen. Die Themen sind heute ganz andere und viel komplexer. Vor allem dürfen wir in einem freien, demokratischen Staat leben.
Das Verhältnis von Staat und Kirche ist auch heute ein aktuelles Thema. Die Antwort Jesu ist eine Absage, Staat und Kirche gegeneinander auszuspielen. Und sie ist auch eine Absage gegen einen "Gottesstaat", gegen die Versuche von religiösen Fundamentalisten, die meinen, für einen Staat müssen die Gesetze und Grundsätze einer Religion gelten. Dass wir als ChristInnen und StaatsbürgerInnen unter dem Anspruch Gottes stehen, ist die bedeutsame Botschaft Jesu. Wir haben als StaatsbürgerInnen selbstverständlich unsere Pflichten gegenüber unserem Staat, auch finanziell. (Was nicht ausschließt, dass diese zu hinterfragen sind, wo das Thema "soziale Gerechtigkeit" berührt wird.).
Aus dem Leben Jesu, seinem Evangelium erwächst uns ein nicht weniger gewichtiger Auftrag, nämlich "Sauerteig" zu sein. Die Aufgaben und Probleme unseres Staates gehen auch uns ChristInnen an.
"Gebt Gott, was Gott gehört." Jesus betont mit dieser Aussage die Vorherrschaft des Reiches Gottes als Grundthema seines Evangeliums. Das ist der Anspruch, unter dem wir als ChristInnen stehen. In der Bibel gilt der Mensch als Ebenbild Gottes - und daraus leitet sich Menschenwürde eines/einer jeden ab, das Kriterium schlechthin. Wenn diese in Frage gestellt oder gar bedroht ist, sind wir auf den Plan gerufen. Als ChristInnen werden wir immer wieder das Wort ergreifen für die Unantastbarkeit menschlichen Lebens vom Anfang bis zum Ende.
Durch die Forschung und technischen Möglichkeiten stellen sich neue Fragen,
insbesondere solche die sich aus den Möglichkeiten der Genmanipulation ergeben. Zu diesen Fragen sollen wir uns in die Diskussion einbringen. Darf der Mensch alles, was er technisch kann? Die Versuchung ist groß, den perfekten, fehlerlosen Übermenschen schaffen zu wollen. Das ist "Hybris" - die Überheblichkeit des Geschöpfes gegenüber seinem Schöpfer.
Dem steht der Satz aus der Genesis gegenüber: "Gott sah, dass es gut war". Das ist nicht etwa eine Verkennung der Realität, ein Wegleugnen all dessen, was nicht "gut" ist. Es ist als Auftrag gemeint: In der Verantwortung gegenüber unserer Erde und in der Bewahrung der Schöpfung. Wir sind zuerst selber jede und jeder Einzelne gefordert, einen achtsamen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen zu leben und so unseren Beitrag zu leisten gegen die kontinuierliche Zerstörung der Mutter Erde, die unsere Lebensquelle ist.
Weitere Themen, in denen unser Engagement als ChristInnen gefragt ist, sind die Bereiche Gerechtigkeit (soziale Frage) und Friede. Verteilungsgerechtigkeit geht uns alle etwas an: ChristIn sein wollen einerseits, raffen und horten andererseits - oder Gesetzen zustimmen, die das ermöglichen - hat durchaus pharisäische Züge. Papst Franziskus setzt diesbezüglich einen klaren Schwerpunkt mit berührenden Zeichen, indem er besonders auf die Armen und Bedrängten verweist.
Als Kirche mit den verschiedensten Einrichtungen tragen wir im Sozialbereich unserer Gesellschaft sehr viel bei. Der Staat ist sich dieser Leistung bewusst und anerkennt sie auch entsprechend. Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche ist in Österreich Gott sei Dank gut, es ist getragen von einem konstruktiven Miteinander, von gegenseitiger Achtung und Respekt.
Als Kirche, als ChristenInnen werden wir immer wieder auch unbequeme MahnerInnen sein, wenn es darum geht, die Stimme zu erheben für Menschen, die selber wenig gehört werden. Das betrifft ganz besonders den Bereich neue Armut, Asyl, und AusländerInnen. In der Armutsbekämfpung leistet die Kirche durch die Caritas, auch in den Pfarren, einen unschätzbaren Beitrag in unserer Gesellschaft.
Es gibt keine einfachen Antworten und Lösungen in der Grundfrage des Verhältnisses von Staat und Kirche. Unsere Aufgabe bleibt, als ChristInnen wachsame und kritische StaatsbürgerInnen zu sein und uns dabei immer neu vom Geist Jesu inspirieren zu lassen.
© Mag. Franz Benezeder, Pfarrer in Altmünster u. Pfarrprovisor in Traunkirchen
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde (3. und 4. Str.)
GL 381: Dein Lob, herr ruft der Himmel aus
GL 383: Ich loben meinen Gott
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren
GL 386: Laudate omnes gentes
GL 389: Dass du mich eistimmen lässt in deinen Jubel, o Herr
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 436: Ach bleib mit deiner Gnade
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 483: Ihr seid das Volk, das der herr sich ausersehn
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde - Mit Psalm 8 - VII.
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 - VIII.
GL 54: Singt dem Herrn alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen. - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 56: Freut euch: Wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 100- V.
GL 651,5-6: Freut euch: wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 34. - V.
Herr Jesus Christus,
du allein bist der Heilige.
Herr, erbarme dich.
Du allein bist der Herr.
Christus, erbarme dich.
Du allein bist der Höchste.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du bist unser Herr und Gebieter.
Mach unseren Willen bereit,
deinen Weisungen zu folgen,
und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Gott, du willst, dass deine Kirche
ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei
Und das Werk Christi bis zum Ende der Welt fortführe.
Erwecke in allen, die glauben,
die wache Sorge für das Heil der Menschen,
damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Guter Gott,
wir haben uns versammelt,
um deine Großartigkeit und Einzigartigkeit zu preisen
und dir für deine Liebe zu danken.
Wir bitten dich, hilf uns,
dass wir dich immer mehr zum Mittelpunkt unseres Lebens machen
der unser Tun und Denken bestimmt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Gott und Vater,
wir kommen zu dir mit unseren Bitten
in den Nöten unserer Schwestern und Brüder:
Wir bitten dich für alle, die durch politischen,
wirtschaftlichen oder militärischen Druck gezwungen werden,
gegen ihre Überzeugung zu handeln.
Wir bitten dich für alle, die ihre Meinung
aus Furcht vor den Mitmenschen verleugnen müssen.
Wir beten für alle, die den Götzen unserer Zeit verfallen sind,
und ihnen ihr Leben opfern.
Wir beten für alle Heranwachsenden, dass sie fähig werden,
die vielfältigen Manipulationsmechanismen unserer Gesellschaft
zu durchschauen und ihre Eigenständigkeit zu entwickeln.
Vater im Himmel, wir glauben und bekennen,
dass du der Herr bist, und sonst niemand.
Dir vertrauen wir. - Amen
Hilf uns, Herr,
daß wir den Dienst am Altar
mit freiem Herzen vollziehen.
Befreie uns durch diese Feier von aller Schuld,
damit wir rein werden und dir gefallen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
für viele Nebensächlichkeiten sind wir bereit Opfer zu bringen
und oft fällt es uns schwer,
"Gott zu geben, was Gottes ist".
Wir bitten dich,
befähige uns zur Hingabe an dich
nach dem Beispiel deines Sohnes Jesu Christi.
Darum bitten wir durch ihn im Hl. Geist.
Kehrvers:
Freut euch: Wir sind Gottes Volk,
erwählt durch seine Gnade. (GL 56,1)
Guter und barmherziger Gott,
wir haben uns versammelt, um dir zu danken
für alles, was du Großes an uns getan hast.
Kehrvers
Einst hast du Israel als dein Volk erwählt
Und aus der Unterjochung seiner Zwangsherren in die Freiheit geführt,
damit es stark und zum Segen aller Menschen werde.
Kehrvers
Durch Jesus von Nazareth hast du deinen Bund erneuert
und für alle Menschen geöffnet,
die bereit sind, Gott zu geben, was Gott gehört.
Kehrvers
In jeder Generation sendest du neu deine Boten aus,
allen Menschen die Frohe Botschaft in Wort und Tat zu verkünden
und durch ein Leben aus deinem Geist zu bezeugen.
Kehrvers
Glaube, Hoffnung und Liebe sind die Früchte;
die dein Geist in allen Völkern und Kulturen hervorbringt.
In Dankbarkeit bringen wir sie dir dar und singen wir dir unser Lob
gemeinsam mit allen Menschen, die sich zu dir bekennen.
Danklied, z. B. Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn (GL 408)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen.
Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt,
du aber hast sie zu dir zurückgeführt
durch das Blut deines Sohnes
und die Kraft deines Geistes.
Wie du eins bist mit dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
so ist deine Kirche geeint
nach dem Bild des dreieinigen Gottes.
Sie ist dein heiliges Volk,
der Leib Christi und
der Tempel des Heiligen Geistes
zum Lob deiner Weisheit und Liebe.
Darum preisen wir dich in deiner Kirche
und vereinen uns
mit den Engeln und
Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 8
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat Großes an uns getan:
durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er uns von der Sünde
und von der Knechtschaft des Todes befreit
und zur Herrlichkeit des neuen Lebens berufen.
In ihm sind wir ein auserwähltes Geschlecht,
dein heiliges Volk,
dein königliches Priestertum.
So verkünden wir die Werke deiner Macht,
denn du hast uns aus der Finsternis
in dein wunderbares Licht gerufen.
Darum singen wir
mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres den Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 1
Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit,
bei allen Nationen von seinen Wundern!
Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen,
mehr zu fürchten als alle Götter.
(Ps 96,3-4)
Oder:
Groß ist der Herr und hoch zu preisen,
mehr zu fürchten als alle Götter.
(Ps 96,4)
Oder:
Der Menschensohn ist gekommen,
um sein Leben als Lösegeld hinzugeben für viele.
(Mk 10,45)
Führe du mich hinaus ins Weite, Gott, und mach meine Finsternis hell.
Zeig mir den Ort, an dem du mich brauchst,
meine Begabungen und Fähigkeiten, meine Liebe, mein Dasein.
Führe mich in die Weite, Gott, zu der Vielfalt von Menschen und Kulturen.
Zeig dich in ihren Traditionen, Gesängen, Tänzen und Geschichten.
Sei dabei, wo wir einander begegnen. Sei du der deutende Drittel,
wenn wir miteinander sprechen über Freude und Leid, Glaube und Zweifel, über dich.
Führe Du uns in die Weite, Gott, und darüber hinaus.
Amen
(Andrea Rehn-Laryea in: Liturgische Hilfen zum Sonntag der Weltmission, MISSIO 2017)
Allmächtiger Gott,
gib, daß die heiligen Geheimnisse,
die wir gefeiert haben,
in uns Frucht bringen.
Schenke uns Tag für Tag,
was wir zum Leben brauchen,
und führe uns zur ewigen Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Guter Gott,
in dieser heiligen Feier
haben wir an Jesus erlebt und gesehen,
was es heißt, "Gott zu geben, was Gottes ist".
Wir bitten dich,
laß uns Dich und Deine Liebe zu uns nicht vergessen,
wenn wir nun in unseren Alltag zurückkehren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

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