Der zweite Weihnachtsfeiertag ist dem hl. Stephanus gewidmet. Er tritt mutig für Christus und dessen neuen Weg ein. An ihm wird sichtbar, wie die Botschaft von Jesus Christus die Welt verändert.
Weihnachten ist nur ein Fest der Gefühle. Liebe kann sehr ernst werden, zeigt sich im Leben und im Sterben des hl. Stephanus.
Obwohl das Fest des hl. Stephanus eine ganz andere Stimmung wachruft, ist der zweite Weihnachtsfeiertag ein echter Weihnachtstag.
Viele dem hl. Stephanus geweihte Kirchen im Donauraum erinnern an die Anfänge des Christentums hier. Stephanus ist eine wichtige Persönlichkeit am Anfang des Christentums in Jerusalem. Er ist entschlossen, in der Spur Jesu zu bleiben und sich den Konflikten zu stellen, die sich im konkreten Glaubensleben daraus ergeben.
Herr Jesus Christus,
mit deiner Ankunft haben Engel Frieden für eine friedlose Welt verkündet.
Herr, erbarme dich.
Du aber lässt die Menschen wissen:
"Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen".
Christus, erbarme dich.
Du lädst uns ein,
vor der Wirklichkeit menschlicher Schwächen nicht zu erstarren,
sondern kraftvoll die Welt zu gestalten
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er befreie uns von Schuld und Sünde
und führe uns in seinen ewigen Frieden.
Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Hl. Stephanus
Herr, unser Gott, schau gütig auf dein Volk,
das mit Freude und Hingabe
den Festtag des heiligen Stephanus feiert,
und nimm unsere Gaben an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Hl. Stephanus
Kehrvers:
Die Freude an Gott ist unsere Kraft, Halleluja. Halleluja..
(ÖGL 980)
Großer und menschenfreundlicher Gott,
es ist recht, dass wir dir danken und dich preisen
für den neuen Weg, den uns Jesus gewiesen hat,
und durch den er das Angesicht der Erde erneuert hat.
Kehrvers
Wir danken dir für die Wahrheit,
die du durch Jesus aufs neue geoffenbart hast;
Durch sie hast du gezeigt, wie sehr du deine Geschöpfe liebst.
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich für das neue Leben,
das du der Menschheit in Jesus von Nazareth geschenkt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die mit Geist und Leidenschaft
für dich und deinen Sohn Zeugnis abgelegt haben.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die unsere oft verfahrene Welt durch ihr mutiges Beispiel
aus Irrwegen und Sackgassen herausgeführt haben.
Kehrvers
Wir danken dir, dass dein Geist auch heute
Menschen zu glaubwürdigen Zeugen deiner schöpferischen Liebe
und deiner Menschenfreundlichkeit macht.
Wir danken dir für die Menschen, die ihr Leben einsetzen,
um deine Frohe Botschaft allen Menschen bekannt zu machen.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen stimmen wir ein
in das Lob der ganzen Schöpfung und singen:
Danklied, z. B.: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich (GL 247)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn schaffst du den Menschen neu
und schenkst ihm ewige Ehre.
Denn einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen:
dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch,
und wir sterbliche Menschen
empfangen in Christus dein göttliches Leben.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Weihnachten 3
Herr, unser Gott,
wir danken dir
für die Gnade dieser festlichen Tage.
In der Geburt deines Sohnes
schenkst du uns das Heil;
im Sterben des heiligen Stephanus
zeigst du uns das Beispiel
eines unerschrockenen Glaubenszeugen.
Wir bitten dich:
Stärke unsere Bereitschaft,
deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus,
standhaft zu bekennen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Hl. Stephanus
Jede ernsthafte Beziehung lebt von einem starken Gegenüber. Sie reift in dem Maße, wie Achtung und Respekt voreinander wachsen. Das gilt erst recht für die Gottesbeziehung. Gott ist nicht jemand von nebenan. Er ist der Schöpfer, und wir sind seine Geschöpfe. Gott ist Gott und Menschen sind Menschen, nicht Herrgötter. Wer es mit Gott zu tun bekommt, der kann sich auf Einiges gefasst machen. Es ist jedenfalls nicht das reine Vergnügen mit einem himmlischen Spaßmacher. Viele denken sich das so. Die Vorstellung vom Richter mit dem Schwert in der Hand ist oft genug in eine Religion des lieben Gottes umgeschlagen. Der segnet nur ab, was kommt. Da ist nichts von Herausforderung, von Widerstand oder Zorn gegen das, was ist und was ich gerade zu sein beliebe. Der so erträumte oberste Gutmütige trägt schließlich dazu bei, die Feigheit vor dem Leben, die Scheu vor harten Bewährungen zu verewigen. »Ein Gott ohne Zorn brachte Menschen ohne Sünde in ein Reich ohne Gericht durch den Dienst eines Christus ohne Kreuz« (R. Niebuhr). Entsprechend folgenlos, langweilig und realitätsfremd ist die Glaubenspraxis. Unser »Gott« ist weder zu fürchten noch zum Verlieben. »Mein Problem ist nicht, ob Gott existiert oder nicht, das meine beginnt damit, dass Er existiert« (F. Stier). Und dass die Verhältnisse in dieser Welt so sind, wie sie sind. Ist es nicht das Leben selbst, das uns die Abgründe Gottes ahnen lässt? Das Leben in dieser Welt ist nicht nur hinreißend schön, es kann auch ganz schrecklich sein und kaum mehr erträglich. Ein reifer Glaube kann das Leid der Welt nicht einfach wegschminken, er muss ihm standhalten. Den Gott, der umstandslos zu unseren Wünschen passt, gibt es im Christentum nicht.
In die Knie gehen Jesus hat uns einen anderen Gott nahegebracht, nicht einen, den man sich unter den verlieblichenden Schalmeientönen einer esoterischen Kuschelreligion nach eigenen Bedürfnissen zurechtträumen kann. Er passt nicht in unseren Kram, steht quer zu Vielem in der Welt, ist auch erschreckend fremd, unbequem und widerständig. Menschen, die ihm begegnen, gehen in die Knie. Kennen wir das noch? Vor wem gehen wir in die Knie? »Fürchte dich nicht«, heißt es oft, wenn Gott auf den Plan tritt. Also ist doch Grund zur Furcht. Gottesbegegnungen sind Erfahrungen an der Grenze unseres Daseins. Sie gehen durch Mark und Bein. Mit dem »Fürchte dich nicht« sagt Gott dem Menschen, dass er ihm in dieser Situation vertrauen kann: »Ich bin bei dir.« Gottesfurcht ist nicht lähmende Angst, sie ist befreiend. Wer Gott fürchtet, braucht vor keinem Menschen Angst zu haben. Umgekehrt: Wer die Gottesfurcht preisgibt, der wird von der Heidenangst überrollt. Die Gottesfurcht ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Gott bleibt der ganz Andere, der Unbegreifliche, der Heilige. Aber Jesu Botschaft lässt uns erahnen, dass die Andersartigkeit Gottes aus seiner abgründigen Liebe kommt. Dafür steht der Heilige Geist. Er lässt uns im Lichte Gottes erkennen - in Glück und Dank und im Erschrecken über die Welt und über uns selbst -, wie wir sein könnten und sein sollten, im Format Jesu.
Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
»Gott ist kein Hampelmann (auch keine Hampelfrau), sondern das unendliche Geheimnis in und jenseits menschlicher kosmischer Existenz. Mit Gott kann man nicht 'Hoppe Reiter' spielen, denn er ist unserem Zugriff und unserer Verfügbarkeit entzogen. Wo allenthalben die Banalisierung Gottes ausgerufen wird, ist umso schärfer dagegen zu halten, gegen eine Verkleinerung, gegen eine fugen-lose Verkleisterung in die menschlichen Bedürfnisse und Sehnsüchte hinein, gegen seine lückenlose Vermarktung in die Nachfrage hinein, gegen die Trivialisierung des Mysteriums in die Mystery-Angebote der Unterhaltung, gegen die Verstopfung der Transzendenzsehnsüchte der Menschen durch vorschnelle religiösmagische Erfüllungsangebote, vom Horoskop bis zu den Heilwässerchen. [...] Nicht die Gottesbeziehung ist beherrschend, sondern das Haben und Bekommen, und wenn dies nicht erlebt wird, sucht man sich andere Beziehungen. Die Erlebnisqualität diktiert und qualifiziert die Beziehung zu dem, was man Religion, Esoterik oder gar Gott nennt. Hauptsache, man kann die Transzendenz diesseitig verhackstücken und in den Griff bekommen, sei es im Tarotspiel oder in Meditationstechniken«
Otmar Fuchs in: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
Berühre du, o Gott,
die Gipfel meiner
Gedanken, damit in
den Tälern und Tiefen
meiner Seele deine
Saat wachse und reife.
Belebe du, o Gott,
die Kräfte meines
Herzens, damit darin
all das bewahrt bleibe,
womit du mich so reich
beschenkst.
Verwandle du, o Gott,
das Dickicht meiner
Trübsal, damit ich dein
heilsames Licht ausstrahle,
dort, wo ich
stehe.
Besiege du, o Gott, die
bösen Geister und
Gedanken in mir,
damit ich freimütig und
aufrichtig dir und den
Menschen diene.
Beflügle du, o Gott,
die Schwingen meiner
Fantasie, damit ich
nicht müde werde,
über dein Wirken zu
staunen.
Bestärke du, o Gott,
das Schwache in mir,
damit ich behutsam
und tatkräftig mich
einsetze für die Bewahrung
des Lebens.
Paul Weismantel in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.
gott
du nichts
du alles
du in allem der rest
du lücke
du bruchstelle in einer perfekten weit
du in meiner letzten wüste verdunstet
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
du jenseits unserer sinne
ich habe
die angst verloren
nicht plötzlich gestern
im supermarkt
ich habe
die angst verloren
nicht stehen lassen
wie meinen schirm
in der straßenbahn
ich habe
die angst verloren
nicht hängen lassen
wie meinen hut
beim friseur -
ich habe
die angst verloren
nicht verlegt
wie meine brille
ich habe
die angst verloren
nicht wie mein geld
bei der inflation
ich habe
meine angst verloren
mit der zeit
meine angst vor dem tod
meine angst vor dem leben
meine angst vor den menschen
meine angst vor meinem gott
gott hat angst
vor so viel macht
und übermacht
die macht ist nicht mehr
göttlich
die macht ist
zum teufel gegangen
jetzt sitzt sie zur rechten
des teufels
ich habe
meine angst verloren
als ich menschen fand
Wilhelm Willms in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.