Im Angesicht der Zerstörung Jerusalems spricht der Prophet Jeremia seinem Volk neue Hoffnung zu. Gott bleibt seinen Verheißungen treu. Wo die einen nur Untergang sehen, dürfen die Glaubenden bereits den Neubeginn erhoffen.
Lesung aus dem Buch Jeremia.
Siehe, Tage kommen - Spruch des HERRN - ,
da erfülle ich das Heilswort,
das ich über das Haus Israel
und über das Haus Juda gesprochen habe.
In jenen Tagen und zu jener Zeit
werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen.
Er wird Recht und Gerechtigkeit wirken im Land.
In jenen Tagen wird Juda gerettet werden,
Jerusalem kann in Sicherheit wohnen.
Man wird ihm den Namen geben:
Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Zu dir, o Herr, erhebe ich meine Seele. - Kv
(oder GL 307,5)
Zeige mir, HERR, deine Wege, *
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /
denn du bist der Gott meines Heiles. *
Auf dich hoffe ich den ganzen Tag. - (Kv)
Der HERR ist gut und redlich, *
darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
Die Armen leitet er nach seinem Recht, *
die Armen lehrt er seinen Weg. - (Kv)
Alle Pfade des HERRN sind Huld und Treue *
denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse wahren.
Der Rat des HERRN steht denen offen, die ihn fürchten, *
und sein Bund, um ihnen Erkenntnis zu schenken. - (Kv)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalonich.
Schwestern und Brüder!
Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden
in der Liebe zueinander und zu allen,
wie auch wir euch lieben,
damit eure Herzen gestärkt werden
und ihr ohne Tadel seid,
geheiligt vor Gott, unserem Vater,
bei der Ankunft Jesu, unseres Herrn,
mit allen seinen Heiligen.
Amen.
Im Übrigen, Brüder und Schwestern,
bitten und ermahnen wir euch
im Namen Jesu, des Herrn:
Ihr habt von uns gelernt,
wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen,
und ihr lebt auch so;
werdet darin noch vollkommener!
Ihr wisst ja,
welche Ermahnungen wir euch
im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Erste Brief an die Thessalonicher, dem die zweite Lesung des Ersten Adventssonntags entnommen ist, gilt als der älteste erhaltene Brief des Apostels Paulus. Auf seiner zweiten Missionsreise um das Jahr 50 hat er die Gemeinde in Thessaloniki gegründet, musste aber infolge heftiger Agitationen jüdischer Kreise die Stadt vorzeitig verlassen. Von Athen aus, einer weiteren Station seiner Missionsreise, schickte er Timotheus, um die Gemeinde in Thessaloniki zu besuchen. Auf die erfreulichen Nachrichten hin, die Timotheus von dort nach Athen brachte, schrieb Paulus den vorliegenden Brief, um die Christen der jungen Gemeinde zu stärken.
Die hier von Paulus geäußerten Wünsche und Mahnungen werden erst verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Paulus fest von der baldigen Rückkehr des Messias/Christus und von der Vollendung der Welt überzeugt war. In dieser Verfassung war nichts dringlicher als die persönliche Integrität jedes einzelnen. Es geht für den Christen darum, Gott zu gefallen und ohne Tadel zu sein, wenn der Messias zurückkehrt.
Aus dem ältesten der Paulusbriefe sind hier Wünsche und Erwartungen an die Gemeinde benannt. Paulus geht es dabei um eine geschwisterliche Liebe untereinander. Das Ziel, auf das alles zuläuft, ist in 3,13 benannt: "Wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt" – also die Parusie.
Als Vorbild für ein Leben, das sich an diesem Ziel ausrichtet, stellt Paulus sein eigenes Leben hin.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen
und auf der Erde
werden die Völker bestürzt und ratlos sein
über das Toben und Donnern des Meeres.
Die Menschen werden vor Angst vergehen
in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen;
denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn
in einer Wolke kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Wenn dies beginnt,
dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.
Nehmt euch in Acht,
dass Rausch und Trunkenheit
und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren
und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht
wie eine Falle;
denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mit dem Ersten Adventssonntag beginnt in der Liturgie das Lesejahr C, in dem ein großer Teil der Evangelientexte dem Werk des Lukas entnommen sind. Gleich der Einstieg am Ersten Adventssonntag bietet einen Text, der sich in ähnlicher Gestalt auch bei Markus und Matthäus findet. Er gehört zur apokalyptischen Literatur, die im Spätjudentum sehr beliebt war und auch in die ersten drei Evangelien Eingang gefunden hat.
Lukas übernimmt jedoch nicht einfach den Text, wie er ihn bei Markus vorgefunden hat. Er zieht seine eigenen Linien und setzt eigene Akzente. Nach der Zerstörung Jerusalems bahnt sich bei Lukas eine Abkehr von der unmittelbaren Naherwartung der Messiasrückkehr an. Die Weltuntergangsvisionen der Apokalyptiker haben sich für ihn im Fall Jerusalems erfüllt, und dennoch geht das Leben, auch jenes der christlichen Gemeinden weiter.
Lukas interessiert sich weniger als seine "Evangelistenkollegen" für die kosmischen Ereignisse. Er spricht zwar von der Erschütterung des Himmels, vom Toben des Meeres und von der Angst der Menschen. Für ihn sind das Mahnungen, auf das Kommen des Menschensohnes zu blicken und auf dieses Ereignis hin das Leben auszurichten.
Lukas sieht durch das Noch-nicht-Eintreten des Kommens des Menschensohnes die Gefahr der Verflachung des christlichen Lebens. Wie die Heiden beginnen Christen ihren Lebensinhalt in Rausch und Lebensgenuß zu suchen oder sie gehen in den Sorgen des Alltags auf. Nach Auffassung des Lukas sollen sie in Wachsamkeit und Gebet ihr Leben auf das Kommen Christi ausrichten.
Aus der Endzeitrede Jesu (Lk 17,20-37) sind hier zwei kurze Abschnitte herausgenommen: die kosmische Schilderung (Verse 25-28) und die Mahnrede (Verse 34-36). Zielpunkt ist hier (ähnlich wie in der Lesung aus dem Ersten Thessalonicherbrief) in Vers 27 die Rede vom Kommen des Menschensohns "in Macht und Herrlichkeit".
Die apokalyptische Schilderung zeigt die Begleitumstände dieses Kommens; nicht um eine Angstmacherei geht es dabei (wie es Vers 26 nahelegen könnte), sondern darum, die Hoffnung zu nähren, dass die Bedrängnis ein Ende haben wird: die Erlösung ist nahe, die Menschen können ihre Häupter erheben (Vers 28).
In der Mahnrede (Verse 34-36) warnt Jesus vor einem gedankenlosen "In-den-Tag-Hineinleben"; der Blick auf die kommende Endzeit hat Auswirkung auf mein Leben hier und jetzt. "Wachet und betet" (Vers 36) ist die Haltung, die es braucht: Aufmerksamkeit für das Leben um mich herum - und Offenheit für Gottes Wirklichkeit darin.
Die vorliegende Perikope umfasst sieben Verse aus der endzeitlichen Rede Jesu, die der Evangelist unmittelbar vor die Passionsgeschichte gesetzt hat. Diese Predigt ist in allen drei Evangelien enthalten. Die Verse schauen zum einen auf das erneute Kommen Jesu und haben dafür andererseits Ermahnungen parat. Im Gegensatz zu den sehr frühen Paulus-Schriften versucht Lukas die Naherwartung des Kommens zu relativieren. Seine Ermahnungen zielen auf eine gute Gestaltung der irdischen Zeit - etwa einerseits durch Mission bei fremden Völkern, andererseits durch ein gutes persönliches Leben -, nach der das Kommen Jesu in Herrlichkeit dann stattfinden kann.
Die Texte des 1. Adventsonntags sind voller Verheißungen: In der 1. Lesung prophezeit der Prophet Jeremia dem Volk Israel in einer Krisenzeit eine Rettergestalt, die für Recht und Gerechtigkeit sorgen wird. Diese verheißene Rettergestalt sehen die Christ:innen in Jesus, der gekommen ist und den sie wieder erwarten.
Jesus selbst offenbart im Evangelium seinen Jüngerinnen und Jüngern den Heilsplan Gottes. Zur Zeit der Niederschrift des Evangeliums sind damit die Christ:innen der lukanischen Gemeinde angesprochen - somit eindeutig die „Insider“.
Bekannte Bilder ...
Mit ausdrucksstarken Bildern wird der Beginn der Endzeit beschrieben: unerklärliche Zeichen am Himmel, die in Bestürzung und Ratlosigkeit versetzen, und das Donnern des Meeres, das an die chaotische Urflut vor Gottes ordnendem Eingreifen erinnert. Damit werden bekannte Texte aus den Heiligen Schriften des jüdischen Volkes in Erinnerung gerufen. Propheten wie Amos oder Joel beschreiben den Tag JHWHs in ähnlichen Bildern (vgl. Am 5,18-20; Joel 3,3-5).
Angst oder Freude?
Außergewöhnliche, nicht erklärbare Phänomene verursachen Angst. Und genauso wird die Reaktion der Menschen zunächst beschrieben (bis heute halten bestimmte, auf Endzeit orientierte religiöse Gruppierungen ihre Anhänger:innen auf diese Weise in ihren Reihen). Dann wechselt allerdings die Stimmung jäh: Herein bricht nicht die erwartete schreckliche Katastrophe, sondern der ersehnte Menschensohn kommt mit Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels - ebenfalls ein bekanntes Bild aus dem Prophetenbuch Daniel. In dieser prophetischen Vision werden dem Menschsohn von Gott her „Herrschaft, Würde und Königtum gegeben“ (vgl. Dan 7,13-14). Die an den Menschensohn Glaubenden (in diesem sahen die Christ:innen Jesus selbst) - haben keinen Grund für Angst und Panik, sondern bei ihnen ist Freude angesagt über die nahe bevorstehende Erlösung.
Werbung für den „Weg“
Die Auseinandersetzungen mit dem wieder erstarkenden Judentum, dem römischen Kaiserkult und mit gnostischen Strömungen prägten das Leben der frühen christlichen Gemeinden in ihrer jüdischen und heidnischen Umwelt. Die Versuchung, den „Weg“ (so bezeichnet Lukas das junge Christentum in seiner Apostelgeschichte - vgl. Apg 9,2; 19,9 - im griechischen Text fehlt das in der Einheitsübersetzung beigefügte „Jesu“) angesichts so starker Konkurrenz und den sich daraus ergebenden Nachteilen wieder zu verlassen, war durchaus gegeben. Die Ankündigung vom Kommen des Menschensohns und der damit verbundenen Zusage der Erlösung darf daher auch im Sinne von Werbung in den eigenen Reihen verstanden werden. Der abschließende Aufruf zum Wachen und Beten, um allzeit für die Ankunft des richtenden Menschensohns bereit zu sein, zeigt nochmals die Dringlichkeit des Anliegens auf.
Ingrid Penner
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen
und auf der Erde
werden die Völker bestürzt und ratlos sein
über das Toben und Donnern des Meeres.
Die Menschen werden vor Angst vergehen
in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen;
denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn
in einer Wolke kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Wenn dies beginnt,
dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis:
Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an:
Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr,
wenn ihr das geschehen seht,
dass das Reich Gottes nahe ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Nehmt euch in Acht,
dass Rausch und Trunkenheit
und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren
und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht
wie eine Falle;
denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt!
Die auf den ersten Blick düsteren Texte des 1. Adventsonntags scheinen nicht in unsere vorweihnachtliche Stimmung zu passen. Sie schildern die Welt, wie sie ist. Sie versprechen aber auch einen neuen Anfang. Erhobenen Hauptes können wir unserer Zukunft entgegen gehen.
Die Gegenwart wird von vielen Ängsten und dem Gefühl der Unsicherheit bestimmt. Die biblischen Texte des Advents fassen einerseits die realistische Möglichkeit des Untergangs der Welt ins Auge, wollen aber dennoch Hoffnung vermitteln. Christliche Hoffnung gründet sich im Glauben an einen liebenden Schöpfer, der die Seinen nicht im Stich lässt. Dieser fordert von uns aber auch Wachsamkeit und Achtsamkeit im Umgang miteinander und mit der Schöpfung.
Herr, unser Gott,
alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit
Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe
auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Adventsonntag
Gott,
du allein bist der Herr der Schöpfung und der Geschichte.
Durch deinen Sohn bietest du uns die Erlösung an.
Am Beginn der Adventszeit bitten wir dich:
Schenk uns das Vertrauen, daß du unser Leben
und unsere Welt in deinen Händen hältst.
Durch Christus, unseren Herrn.
Allmächtiger Gott,
alles, was wir haben, kommt von dir.
Nimm die Gaben an, die wir darbringen.
Mache sie für uns in diesem Leben
zum Sakrament der Erlösung
und rufe uns an deinen Tisch im kommenden Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Kehrvers:
Kommt, lasst uns danken unserem Herrn,
dem König, der da kommen wird.
Großer und erhabener Gott,
in dieser heiligen Feier wollen wir dir unseren Dank darbringen.
Wir haben Grund dir zu danken, da du uns nie ohne Hoffnung lässt.
Die Propheten haben immer wieder die Hoffnung deines Volkes gestärkt
und ihm verheißen,
dass du (für David) einen gerechten Spross aufsprießen lassen wirst,
der für Recht und Gerechtigkeit im Land sorgen werde.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus hat die Jünger gemahnt,
ihre Hoffnung auf dich zu setzen,
wachsam zu bleiben
und sich nicht verwirren zu lassen.
Er hat sie gelehrt,
wie sie in der Liebe zueinander wachsen
und reich werden können,
und wie sie leben müssen, um dir zu gefallen.
Kehrvers
Deine Kirche hat immer wieder den Blick auf den Menschensohn gerichtet
und ihre Hoffnung auf ihn gesetzt, der wiederkommen wird,
um uns endgültig zu erlösen.
Für all das danken wir dir und preisen wir dich
mit der ganzen Schöpfung.
Danklied: z. B. Laudate omnes gentes (GL 386)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn in seinem ersten Kommen
hat er sich entäußert
und ist Mensch geworden.
So hat er die alte Verheißung erfüllt
und den Weg des Heiles erschlossen.
Wenn er wiederkommt
im Glanz seiner Herrlichkeit,
werden wir sichtbar empfangen,
was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 1
Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt!
(Lk 21,36)
Christus spricht:
Richtet euch auf und erhebt euer Haupt,
denn eure Erlösung ist nahe.
(vgl. LK 21,28)
Oder:
Der Herr lasse euch wachsen
und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen,
damit ihr ohne Tadel seid,
wenn Jesus, unser Herr, mit all seinen Heiligen kommt.
Herr, unser Gott,
du hast uns an deinem Tisch
mit neuer Kraft gestärkt.
Zeige uns den rechten Weg
durch diese vergängliche Welt
und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche,
damit wir in allem dein Reich suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Samstag der 4. Woche
1.Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,
mir kund und wissend sei.
2. Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.
3. Was hast du unterlassen
zu meinem Trost und Freud,
als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen,
da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht.
4. Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.
5. Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen,
so fest umfangen hast.
6. Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häuft je mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet
die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.
7. Ihr dürft euch nicht bemühen
noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen
mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen,
ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen,
die ihm an euch bewusst.
8. Auch dürft ihr nicht erschrecken
vor eurer Sünden Schuld;
nein, Jesus will sie decken
mit seiner Lieb und Huld.
Er kommt, er kommt den Sündern
zu Trost und wahrem Heil,
schafft, dass bei Gottes Kindern
verbleib ihr Erb und Teil.
9. Was fragt ihr nach dem Schreien
der Feind und ihrer Tück?
Der Herr wird sie zerstreuen
in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König,
dem wahrlich alle Feind
auf Erden viel zu wenig
zum Widerstande seind.
10. Er kommt zum Weltgerichte:
zum Fluch dem, der ihm flucht,
mit Gnad und süßem Lichte
dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne,
und hol uns allzumal
zum ewgen Licht und Wonne
in deinen Freudensaal.
Paul Gerhardt (1653) in: EG 11.
Angst als kollektives Trauma ist nicht erst seit den Anschlägen von Paris ein Thema. In der Flüchtlingskrise wird nicht nur emotional diskutiert, es wird bewusst mit Ängsten gespielt. Wie soll man umgehen mit Angst? Was steht auf dem Spiel, wenn wir Sicherheit gegen Freiheit tauschen?
Sebastian Pumberger, Noura Maan - derStandard.at (22. November 2015, 10:20)
http://derstandard.at/2000026111331/Wir-sollen-uns-fuerchten
2012 ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm des Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 2009. Die Weltpremiere fand am 11. November, die Deutschlandpremiere am 12. November 2009 statt. In den Hauptrollen spielen John Cusack, Chiwetel Ejiofor, Amanda Peet, Danny Glover, Thandie Newton, Oliver Platt und Woody Harrelson. Der Film basiert auf der Idee, dass nach dem Ende der Langen Zählung des Maya-Kalenders die Welt im Jahr 2012 untergehen wird. Dabei greift der Film die von Charles Hapgood 1958 vorgestellte Hypothese der Erdkrustenverschiebung auf, die mit zahlreichen Begleitphänomenen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen) zum Weltuntergang führt. Der Film dominierte das Startwochenende mit Position 1 in den US-amerikanischen Kinos und spielte weltweit in nur vier Tagen 225 Millionen Dollar ein, womit das Produktionsbudget von 200 Millionen US-Dollar innerhalb kurzer Zeit wieder eingespielt wurde.
http://de.wikipedia.org/
Das Kometenlied ist ein berühmtes Wiener Couplet aus der Posse Der böse Geist Lumpazivagabundus (1833) von Johann Nestroy. Die Musik stammt von Adolf Müller senior.
1.
Es is kein' Ordnung mehr jetzt in die Stern',
D' Kometen müßten sonst verboten wer'n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein' Paß;
Und jetzt richt't a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z'grund;
Aber lass'n ma das, wie's oben steht,
Auch unt' sieht man, dass 's auf 'n Ruin losgeht.
Abends traut man ins G'wölb sich nicht hinein
Vor Glanz, denn sie richten s' wie d' Feentempel ein;
Der Zauberer Luxus schaut blendend hervur,
Die böse Fee Krida sperrt nacher 's G'wölb' zur.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang.
2.
Am Himmel is die Sonn' jetzt voll Capriz,
Mitten in die Hundstag' gibt s' kein' Hitz';
Und der Mond geht auf so rot, auf Ehr',
Nicht anderster, als wann er b'soffen wär'.
Die Millichstraßen, die verliert ihr'n Glanz,
Die Milliweiber ob'n verpantschen s' ganz;
Aber lass'n ma das, herunt' geht's z' bunt,
Herunt' schon sieht man's klar, die Welt geht z'grund.
Welche hätt' so ein' g'scheckten Wickler einst mög'n,
A Harlekin is ja grad nur a Spitzbub dageg'n;
Im Sommer trag'n s' Stiefel, à jour-Strümpf' im Schnee,
Und statt Haub'n hab'n s' gar Backenbärt' von tull anglais.
Da wird einem halt angst und bang,
Ich sag': D'Welt steht auf kein' Fall mehr lang.
3.
Der Mondschein, da mög'n s' einmal sag'n, was s' woll'n,
Ich find', er is auf einer Seiten g'schwoll'n,
Die Stern' wer'n sich verkühl'n, ich sag's voraus,
sie setzen sich zu stark der Nachtluft aus.
Der Sonn' ihr G'schundheit ist jetzt a schon weg,
Durch'n Tubus sieht man's klar, sie hat die Fleck';
Aber lass'n ma das, was oben g'schieht,
Herunt' schon sieht man, 's tut's in d'Länge nicht.
Sie hab'n Zeitungen jetzt, da das Pfennig-Magazin,
Da is um ein' Pfennig all's Mögliche drin;
Jetzt kommt g'wiß bald a Zeitschrift heraus, i parier',
Da krieg'n d'Pränumeranten umsonst Kost und Quartier.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang.
4.
Die Fixstern', sag'n s', sein alleweil auf ein' Fleck',
's is erlog'n, beim Tag sein s' alle weg;
's bringt jetzt der allerbeste Astronom
Kein' saub're Sonnenfinsternis mehr z'amm'.
Die Venus kriegt auch ganz ein' andere G'stalt,
Wer kann davor, sie wird halt a schon alt;
Aber wenn auch ob'n schon alles kracht,
Herunt' is was, was mir noch Hoffnung macht.
Wenn auch 's meiste verkehrt wird, bald drent und bald drüb'n,
Ihre Güte ist stets unverändert geblieb'n;
Drum sag' i, aus sein' Gleis' wird erst dann alles flieg'n,
Wenn Sie Ihre Nachsicht und Huld uns entzieh'n.
Da wurd' ein' erst recht angst und bang,
denn dann stund' d'Welt g'wiß nicht mehr lang.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kometenlied

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Kapitel 26 bis 35 des Jeremiabuches, denen die erste Lesung des Ersten Adventsonntags entnommen ist, enthalten Drohworte und Verheißungen an Jerusalem und Juda. In ihrem Kern sind sie in den Auseinandersetzungen vor dem Zusammenbruch Judas entstanden. Die Worte des Jeremia waren vielen Juden in der babylonischen Gefangenschaft Verheißung und Trost. Die Verse der Lesung sind Teil eines verhältnismäßig späten Nachtrags zu den Trost- und Verheißungsworten des Propheten.
Im V. 15 wird ein Spross für David verheißen. Dies zu einer Zeit, in der das Haus David völlig darniederlag. Das Wort "Spross" spielt auf ein Bild des Propheten Jesaja (Jes 10:33) an, in dem er Juda mit einem Wald vergleicht, dessen mächtige Bäume gefällt werden.
Aufgabe des Königs ist es, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Der verheißene König wird im Gegensatz zu König Jojakim, dem Jeremia das Gericht ankündigte, dieser Aufgabe nachkommen.
Die Perikope stellt eine Sammlung von Einzelsprüchen dar, die das kommende Heil betreffen. Sie sind bewusst als "Spruch des Herrn" ausgewiesen, als Jahwewort.
Die Rede vom "Spross" aus dem Haus Davids verweist auf den Titel des künftigen Herrschers, den Messias; sie geht zurück auf Jes 10,28-34, einem Drohwort, dass Juda "wie mächtige Bäume" gefällt wird; aus den Baumstumpf aber erwächst ein junger Trieb (Jes 11,1). Sach 6,12: "Da ist ein Mann, Spross ist sein Name; denn wo er steht, wird es sprossen, und er wird den Tempel des Herrn bauen."
Die Rede von "Recht und Gerechtigkeit" ist mit dem Wirken des Königs verbunden.
Vers 16 "Der Herr ist unsere Gerechtigkeit" verweist auf den letzten König, Zidkija (= "Jahwe ist meine Gerechtigkeit").
In der vorliegende Perikope sieht Jeremia die Zerstörung Jerusalems voraus. Doch auch darüber hinaus hat Israel eine Zukunft - wenn es auf seinen Gott setzt.
Neubeginn in Zeiten des Untergangs
Mit dem Untergang der Stadt Jerusalem im Jahre 587 v.Chr. wurde auch die Dynastie Davids vom Thron gestürzt. Sie hat etwa vier Jahrhunderte die Geschicke Jerusalems bestimmt. Große Hoffnungen waren mit ihr verbunden gewesen, immerhin hatte der Prophet Natan einst David verheißen, sein Königtum werde auf ewig bestehen bleiben (2 Sam 7,16). Lange Zeit schien sich das auch zu bewahrheiten: Während das Nordreich Israel unterging, trotzte das Südreich Juda den Stürmen der Zeit. Nun war auch seine Stunde gekommen. Allzu selbstsicher hatte man darauf gebaut, es werde Jerusalem schon nichts zustoßen - als wäre der Glaube eine Garantie für ein sorgloses Leben. Doch plötzlich ist alles anders. Die Belagerer stehen vor der Tür. Bald liegt der Tempel in Trümmern, das Volk verliert sein Land und muss ins Exil und über Jerusalem herrschen fremde Fürsten.
Das Neue beginnt zu sprießen
In diese Stunde hinein ist uns die heutige Lesung geschenkt. Als die Not in Jerusalem am größten ist und die Belagerer bereits vor der Tür stehen, verkündet Jeremia: Dies ist nicht das Ende. Zeit seines Lebens hat er Unheil verkündet. Nun, da das Angesagte eingetroffen ist, spricht er den Menschen Mut zu. Er ruft ein gutes Wort in Erinnerung, das in ähnlicher Weise schon einmal zu hören war (vgl. Jer 23,5f). Es gilt nicht nur Juda, sondern auch dem längst untergegangenen Israel, also dem gesamten Gottesvolk. Die Rede ist von einem gerechten Spross, den Gott aufsprießen lässt. Wer aber soll das sein?
Blicken wir auf Jer 23,5, entsteht der Eindruck, es handle sich um einen gerechten König. In Jer 33,14-16 wird das Bild neu gedeutet. Nicht der König, sondern Jerusalem ist dieses Zeichen der Hoffnung. Der Ehrenname „Der Herr ist unsere Gerechtigkeit“ (Jer 25,6; 33,16) bezieht sich nun auf die Gottesstadt. Recht und Gerechtigkeit, die klassischen Aufgaben des Königs, sind jetzt das Kennzeichen des gesamten Volkes Gottes. Wie ein Schößling rasch emporsprießt, wird sich diese Verheißung bald erfüllen. So wird die Bevölkerung der Hauptstadt zum lebendigen Zeichen dessen, dass Gott seinem Volk in Treue zur Seite steht. Sie wird zu einem messianischen Zeichen. Liest man beide Texte des Propheten Jeremia zusammen, wird deutlich, dass es den messianischen König nicht ohne die messianische Gesellschaft gibt.
Hoffnung und Wachsamkeit
Während die alttestamentliche Lesung, der erste Bibeltext, den wir im heurigen Advent hören, die Vorfreude weckt, bringt das Evangelium eine andere Seite ans Licht. Für jene, deren Leben von Bedrängnis getrübt ist, mag der Advent eine Zeit erhoffter Veränderung sein. Doch was ist mit jenen, die das unheilvolle Getriebe dieser Welt befeuern? Für sie ist das kommende Heil eine schmerzliche Form der Veränderung. So tritt zur Vorfreude die Forderung, zu wachen und zu prüfen, auf welcher Seite wir eigentlich stehen.
Klaus Einspieler
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation