Lesung aus dem Buch Jeremia.
In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda,
erging das Wort des HERRN an mich:
Noch ehe ich dich im Mutterleib formte,
habe ich dich ausersehen,
noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst,
habe ich dich geheiligt,
zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.
Du aber gürte dich,
tritt vor sie hin
und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage!
Erschrick nicht vor ihnen,
sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken!
Siehe, ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt,
zur eisernen Säule
und zur bronzenen Mauer gegen das ganze Land,
gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda
und gegen die Bürger des Landes.
Mögen sie dich bekämpfen,
sie werden dich nicht bezwingen;
denn ich bin mit dir, um dich zu retten -
Spruch des HERRN.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jeremia.
In den Tagen Joschijas, des Königs von Juda,
erging das Wort des HERRN an mich:
Noch ehe ich dich im Mutterleib formte,
habe ich dich ausersehen,
noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst,
habe ich dich geheiligt,
zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.
Da sagte ich: Ach, Herr und GOTT,
ich kann doch nicht reden,
ich bin ja noch so jung.
Aber der HERR erwiderte mir:
Sag nicht: Ich bin noch so jung.
Wohin ich dich auch sende,
dahin sollst du gehen,
und was ich dir auftrage,
das sollst du verkünden.
Fürchte dich nicht vor ihnen;
denn ich bin mit dir um dich zu retten
- Spruch des HERRN.
Dann streckte der HERR seine Hand aus,
berührte meinen Mund
und sagte zu mir:
Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund.
Sieh her!
Am heutigen Tag setze ich dich über Völker und Reiche;
du sollst ausreißen und niederreißen,
vernichten und zerstören,
aufbauen und einpflanzen.
Das Wort des HERRN erging an mich:
Was siehst du, Jeremia?
Ich antwortete: Einen Mandelzweig sehe ich.
Da sprach der HERR zu mir:
Du hast richtig gesehen;
denn ich wache über mein Wort
und führe es aus.
Abermals erging an mich das Wort des HERRN:
Was siehst du?
Ich antwortete: Einen dampfenden Kessel sehe ich; s
ein Rand neigt sich von Norden her.
Da sprach der HERR zu mir:
Von Norden her ergießt sich das Unheil
über alle Bewohner des Landes.
Ja, ich rufe alle Stämme der Nordreiche
- Spruch des HERRN - ,
damit sie kommen
und ihre Richterstühle an den Toreingängen Jerusalems aufstellen,
gegen all seine Mauern ringsum
und gegen alle Städte von Juda.
Dann werde ich mein Urteil über sie sprechen
für alles Böse,
weil sie mich verlassen,
anderen Göttern geopfert
und das Werk ihrer eigenen Hände angebetet haben.
Du aber gürte dich,
tritt vor sie hin
und verkünde ihnen alles, was ich dir auftrage!
Erschrick nicht vor ihnen,
sonst setze ich dich vor ihren Augen in Schrecken!
Siehe, ich selbst mache dich heute zur befestigten Stadt,
zur eisernen Säule
und zur bronzenen Mauer gegen das ganze Land,
gegen die Könige, Beamten und Priester von Juda
und gegen die Bürger des Landes.
Mögen sie dich bekämpfen,
sie werden dich nicht bezwingen;
denn ich bin mit dir, um dich zu retten -
Spruch des HERRN.
Kv - Mein Mund soll künden von deiner Gerechtigkeit. – Kv
(Oder GL 657,3)
Bei dir, o HERR, habe ich mich geborgen,
lass mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit!
Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit!
Neige dein Ohr mir zu und hilf mir! - Kv
Sei mir ein schützender Fels,
zu dem ich allzeit kommen darf!
Du hast geboten, mich zu retten,
denn du bist mein Fels und meine Festung. - Kv
Du bist meine Hoffnung,
Herr und GOTT, meine Zuversicht von Jugend auf.
Vom Mutterleib an habe ich mich auf dich gestützt, /
aus dem Schoß meiner Mutter hast du mich entbunden,
dir gilt mein Lobpreis allezeit. - Kv
Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden, /
den ganzen Tag von deinen rettenden Taten,
denn ich kann sie nicht zählen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf
und bis heute verkünde ich deine Wunder. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!
Dazu zeige ich euch einen überragenden Weg:
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße
und Berge damit versetzen könnte,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte
und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles,
glaubt alles,
hofft alles,
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende,
Zungenrede verstummt,
Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen,
Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt,
vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war,
redete ich wie ein Kind,
dachte wie ein Kind
und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde,
legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel
und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk,
dann aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen
ist die Liebe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Lesung verbindet die Kapitel 12 und 13, knüpft bei den Charismata (=Gnadengaben, die die Gemeinde erbauen) an und lässt sie in der Agape (der Liebe schlechthin) zur Erfüllung kommen. Dabei ist diese Verbindung von Gnadengaben und Liebe gerade für das Bild von Kirche und Gemeinde konstitutiv. Das "Hohelied der Liebe" in 1. Kor 13 eignet sich zwar auch für Trauungen, Silber- und Goldhochzeiten, verliert sich aber, wenn nur persönliche, gar intime Beziehungen, den Rahmen abstecken.
Das "Hohelied der Liebe", formal ein Hymnus, ist, dem Thema gemäß, fein gegliedert: Nach drei "Wenns", die Lebensmöglichkeiten beschreiben, wird die Liebe beschrieben und in ihrem Wesen sichtbar.
Der erste Höhepunkt wird erreicht: Die Liebe hört niemals auf. Das ist bemerkenswert: denn die sonst so hoch gepriesenen Fähigkeiten und Kenntnisse, seien sie geschenkt oder erworben, vergehen. Genannt werden prophetisches Reden, Glossolalie (Zungenrede) und Erkenntnisse. In seinem Brief an die Korinther hat Paulus diese Gaben gewürdigt, aber auch eingegrenzt und relativiert. Sie werden "Stückwerk" genannt, also als unfertig und nicht vollständig charakterisiert.
In zwei Bildern erscheint dann das "Vollkommene": im Bild des Kindes und im Bild des Spiegels. "Jetzt erkenne ich unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." "Jetzt" und "dann" markieren den Weg, der im "Hohelied der Liebe" anschaulich wird.
Das Lied endet, den ersten Höhepunkt in Vers 8 noch übersteigend, in der Gewissheit, das Glaube, Hoffnung und Liebe bleiben - aber die Liebe wird als die größte unter ihnen bleiben. Insofern führt das "Hohelied der Liebe" zu 12,31 zurück: "Ich zeige euch jetzt noch einen anderen Weg, einen, der alles übersteigt". Trotz der - auch - eschatologischen Würde bleibt die Liebe schon jetzt.
1 Kor 13 ist - als Höhepunkt einer breit angelegten Argumentation - das "Grundgesetz", die "Verfassung" der Kirche.
Paulus hält seiner innerlich zerrissenen Gemeinde entgegen, dass sich der Geistbesitz nicht zuerst im Außergewöhnlichen erweist, sondern in der Gabe der Liebe, die den innersten Personkern des Menschen bestimmt. Im berühmten "Hohelied der Liebe" geht Paulus auf diese Liebe genau ein. Es ist in wundervoller dichterischer Schönheit verfasst.
Das Wort agape wurde im Griechischen selten gebraucht, bis es die Christen zu ihrem wichtigsten Wort für Liebe machten. Bis dahin kannte man Liebe als eros (sexuelle Liebe) und philia (allgemeine Zuneigung). In diesen beiden Formen spielt auch der Gedanke mit, dass diese Liebe verdient ist und dass eine gewisse Form von Besitzenwollen anklingt. Bei der Agape handelt es sich um unverdiente, geschenkte Liebe. Der Hymnus auf die Liebe umfasst drei Abschnitte: Verse 1-3: Gnadengaben ohne Liebe nützen dem nicht, der sie hat; Verse 4-7: wie Liebe ist (Hier wird auch ein Bild Christi gezeichnet); Verse 8-13: die Liebe bleibt ewig.
Das sogenannte "Hohe Lied der Liebe" ist ein in sich geschlossener Text in rhythmischer Prosa, unterteilt in drei Strophen.
Paulus kommt in diesem Text auf die Mitte aller Charismen (Gnadengaben) zu sprechen. Das zentrale Wort ist "agape" (Liebe) - ein in der damaligen Umgangssprache selten benutztes Wort. Es wird in der Septuaginta (der griechischen Übersetung des AT) jedoch gegenüber den Wörtern "eros" ("erotische Liebe") und "philia" (Freundschaftsliebe) bevorzugt. Die "agape" ist aber auch nicht mit der Liebe den Eltern gegenüber gleichzusetzen. Sie ist nüchterner und weniger affektiv besetzt.
Die Formulierung "Liebe haben" statt "lieben" zeigt, dass es nicht nur um ein Tun der Liebe geht - sie ist hier fast personifiziert. Sie ist gleichsam alles und ohne sie erscheint alles andere als tot. "Agape" ist für Paulus letztlich auch die Liebe Gottes: der Vater schenkt sich dem Sohn und der Sohn dem Vater im Heiligen Geist, beide schenken sich in diesem Geist den Menschen. Diese Liebe ist nach Paulus Gnade, die Quelle alles Lebens, Betens und Tuns. Die Getauften haben diese Liebe empfangen, und geben diese weiter.
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf.
Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles,
glaubt alles,
hofft alles,
hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende,
Zungenrede verstummt,
Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen,
Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt,
vergeht alles Stückwerk.
Als ich ein Kind war,
redete ich wie ein Kind,
dachte wie ein Kind
und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde,
legte ich ab, was Kind an mir war.
Jetzt schauen wir in einen Spiegel
und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk,
dann aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen
ist die Liebe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen
und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
begann Jesus in der Synagoge von Nazaret ihnen darzulegen:
Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
Alle stimmten ihm zu;
sie staunten über die Worte der Gnade,
die aus seinem Mund hervorgingen,
und sagten: Ist das nicht Josefs Sohn?
Da entgegnete er ihnen:
Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten:
Arzt, heile dich selbst!
Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast,
wie wir gehört haben,
dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, ich sage euch:
Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch:
In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija,
als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war
und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt,
nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel
zur Zeit des Propheten Elischa.
Aber keiner von ihnen wurde geheilt,
nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten,
gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf
und trieben Jesus zur Stadt hinaus;
sie brachten ihn an den Abhang des Berges,
auf dem ihre Stadt erbaut war,
und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch sie hindurch
und ging weg.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Evangelium gehört zu der sog. Antrittspredigt Jesu, von der in Luk. 4 erzählt wird und die am vergangenen Sonntag vorgelesen wurde. V. 21 verknüpft zwar, kann aber den Spannungsbogen nur bedingt festhalten.
Der Sohn Josefs redet begnadet - so sagen die Leute in der Heimatstadt. Josef ist einer von ihnen. Jesus sein Sohn? Was er sagt, mag zwar begnadet sein (was immer das heißen kann), aber sein Anspruch passt nicht zu den Familienverhältnissen und der Herkunft. So schlägt die Ver- und Bewunderung um in einen Disput, der tödlich enden könnte - wenn Jesus nicht durch die Menge einfach hindurch geschritten wäre.
Legte Jesus in der Synagoge einen Jesaja-Text aus, dreht sich der Disput "danach“ um Gottes Weite. Die Witwe in Sarepta bei Sidon wie der Syrer Naaman sind Ausländer, denen Hilfe zuteil wird. Elia wie Elischa sind Propheten, die die Grenzen ihres Volkes und ihrer Herkunft im Namen Gottes überschreiten.
Obwohl diese Geschichten als bekannt vorausgesetzt werden können, entfalten sie in Verbindung mit den Worten Jesu eine - sichtbare - Sprengkraft: Jesus entzieht sich dem Anspruch, in seiner Heimat den Nachweis zu führen, dass die prophetische Verheißung sich in ihm erfüllt. Weisheitlich formuliert Jesus: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt. Auch dafür sind für Jesus Elia und Elischa Beispiele.
Neben der Auseinandersetzung, die schon das Kreuz ahnen lässt, wirft diese Geschichte auch Licht auf menschliche Erwartungen, misslungene Kommunikation und freigesetzte Aggressivität. Jesus hat in seiner Auslegung der prophetischen Verheißung einen Anspruch formuliert, an dem sich die Geister scheiden müssen.
Das heutige Evangelium setzt die "Antrittspredigt Jesu in Nazareth" vom vergangenen Sonntag fort. Im vierten Kapitel des Lukasevangeliums geht es um die Reaktion der Zuhörer auf das Wort, mit dem sich Jesus offenbart hat als Erfüllung der Verheißung aus Jesaja 61,1f. Diese Reaktion ist gekennzeichnet durch einen radikalen Umschwung: Am Beginn steht der Beifall, am Ende der Versuch, Jesus zu lynchen.
Herbeigeführt wird der Wandel durch die Rede, die Jesus auf den Beifall hin hält. Damit sagt Lukas nicht, dass Jesus die Ablehnung absichtlich herausgefordert hat; vielmehr bringt Jesus die Gedanken der Menschen ans Licht - wie es Simeon dem Kind einst prophezeit hat (Lk 2,35).
So zeichnet sich in dieser Erzählung vom Anfang des öffentlichen Wirkens schon der ganze Weg Jesu ab. Er wird, wie alle Propheten, in seiner Heimat nicht anerkannt (Lk 4,24). Heimat - wörtlich übersetzt "Vaterstadt" - bezieht sich wohl nicht nur auf Nazareth, sondern auch auf das Volk Israel. Denn es schließen sich zwei Beispiele aus der Geschichte Israels an, die sich auf das Wirken der Gottesboten Elija und Elischa "unter Heiden" beziehen (Lk 4,25-27). Damit wird hier zugleich angedeutet, dass die Sendung Jesu über Israel hinausführen wird: Gleichsam die erste Station dieses Weges Jesus ist durch seinen Weggang aus Nazareth erreicht (Lk 4,30).
Jesus tritt in die Fußstapfen der Propheten. Er liest aus dem Buch des Propheten Jesaja und erleidet anfanghaft das Schicksal des Propheten Jeremia: Von Gott berufen, von den Menschen abgelehnt, sobald es um den Anspruch Gottes geht. Liebe aber hält durch.
Jesus ruft in der Synagoge von Nazareth ein Gnadenjahr des Herrn aus. Die großartige Chance wird von den Bewohnern von Nazareth nicht erkannt und ergriffen. Jesus erfährt Ablehnung…
Jesus überrascht in der Synagoge von Nazareth alle, die ihn kennen durch sein offenes Auftreten. Er wagt es, von den gewohnten und eingeübten Gottesvorstellungen abzuweichen und eckt damit gehörig an.
Jesus wird in seiner Heimat zwiespältig aufgenommen. Er wird bejubelt und gleich darauf abgelehnt. Er erinnert an Erzählungen von Gottes weitem Herzen. Er lässt sich nicht beirren. Liebe macht zwar verletzlich, lässt sich aber nicht unterkriegen.
Das Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief (2. Lesung) ist vielen Menschen vertraut. Nicht außergewöhnliche Begabungen, sondern die Liebe, die diese erfüllt, und die Liebe, die im Alltag in den kleinen Dingen gelebt wird (Theresia von Lisieux) erfüllen das Leben.
Nachdem Jesus in der Synagoge seiner Heimatstadt Nazareth für seine Rede über einen Jesajatext Beifall gefunden hatte und die Leute darüber staunten, wie begnadet er redete, gerieten danach alle in Wut und wollten Jesus von dem Abhang des Berges, auf dem die Stadt erbaut war, hinab stürzen. Denn er hatte davon gesprochen, dass auch außerhalb von Israel, in Sidon und Syrien die Propheten Elia und Elischa rettend und heilend gewirkt hatten. Für uns könnte das heißen: Das Reich Gottes ist weiter als die Grenzen der Kirche. Gottes Geist wirkt auch dort, wo wir es nicht vermuten.
Jesus, unser Bruder und Herr,
du bist die Mensch gewordene Liebe Gottes.
Herr, erbarme dich.
Jesus, unser Bruder und Herr,
deine Liebe gilt allen Menschen,
wo immer sie leben.
Christus, erbarme dich.
Jesus, unser Bruder und Herr,
du willst, dass wie das Leben in Fülle haben.
Herr, erbarme dich.
Der Herr sei uns nahe mit seiner heilenden, helfenden Liebe,
damit wir jetzt mit zuversichtlichem Herzen Eucharistie feiern.
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, daß wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
wir scheuen uns, deinem Ruf zu folgen;
wir haben Angst, daß wir dann allein stehen.
Hilf uns, deine Wege zu gehen
und uns für Christus zu entscheiden,
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Lasst uns heute um Liebe bitten,
um die Liebe, die alle guten Gaben ins uns vereinigt,
die uns reich macht,
die Glück und Segen schenkt.
Herr,
wenn wir dein Wort weitergeben, stoßen wir auf Widerstände und Ängste.
Das macht uns übervorsichtig und furchtsam.
Schenke uns den Mut, es auch mit unerbittlichen Gegnern aufzunehmen.
Herr, erbarme dich.
Herr,
viele Menschen warten darauf, ein gutes Wort zu hören
und nicht alleingelassen zu werden.
Schenke uns die Kraft, nur mit einem Wort die Welt zu verwandeln.
Herr, erbarme dich.
Herr,
es werden viele Reden gehalten zu allen möglichen Anlässen.
Oft reden wir abschätzig von Sonntagsreden.
Schenke uns die Gelassenheit, von Predigten Wunder zu erwarten.
Herr, erbarme dich.
Herr,
Flüchtlinge verstehen unsere Sprache noch nicht, bekommen aber mit,
was in der Öffentlichkeit über sie geredet wird.
Schenke uns Worte, uns ihrer anzunehmen und für sie zu reden.
Herr, erbarme dich.
Herr,
Propagandaschlachten werden selbst in virtuellen Räumen geschlagen.
Die Wahrheit bleibt als erste auf der Strecke.
Schenke uns die Unverfrorenheit, den Mächtigen die Maske vom Gesicht zu reißen.
Herr, erbarme dich.
Herr,
du wurdest angefeindet, als du älteste Verheißungen neu mit Leben fülltest,
du wurdest mit dem Tod bedroht, als du der Liebe das letzte Wort gabst.
Wir vertrauen darauf, dass deine Liebe allen Hass und alle Angst besiegt. – Amen.
Herr, unser Gott,
wir legen die Gaben
als Zeichen unserer Hingabe auf deinen Altar.
Nimm sie entgegen
und mach sie zum Sakrament unserer Erlösung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue.
(GL 401)
Großer und erhabener Gott,
wir kommen vor dich, um dir Dank zu sagen.
Denn Du hast dich immer wieder auf die Seite der Schwachen und Unterlegenen gestellt
und durch die Propheten Recht und Gerechtigkeit eingefordert.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du allen Menschen,
die bereit waren auf dich zu hören
und sich deinem Willen zu öffnen,
dein Heil angeboten.
Kehrvers
Er hat uns den Weg der Liebe gewiesen,
die alle Begabungen und Kräfte der Menschen übertrifft.
Durch seine Liebe zu uns hat der den Tod überwunden
und sich als der Messias erwiesen,
der alle Not von uns Menschen nimmt.
Kehrvers
Er hat uns aus allen Völkern herausgerufen und zusammengeholt.
Seine Liebe verbindet uns zu deinem heiligen Volk.
Dafür danken wir dir
und singen wir mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied, z. B.: Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
Barmherziger Gott,
das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben
beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Gott, Du hast uns Menschen geschaffen.
Einzigartig ist jede und jeder:
Ein Unikat deiner Schöpfung.
Diese göttliche Kreativität darf auch in unserem Leben, in unserem eigenen Da-Sein spürbar werden.
Schenk uns Deinen Segen, für jeden Tag, in jeder Begegnung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.

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Schneller am Ziel
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Die erste Lesung beschreibt die Berufung des Propheten Jeremia. Er wurde um 645 v. Chr. in einer Priesterfamilie nahe Jerusalem geboren. Sein Leben fiel in eine politisch äußerst spannungsgeladene Epoche. Jeremia wurde 627 v. Chr. zum Propheten berufen. Er erlebte den Aufstieg Judas, die hoffnungsvolle Zeit der religiösen Reformen unter König Joschija, den Wankelmut und die falsche Einschätzung der folgenden Könige bis hin zur Unterwerfung des Reiches durch die Babylonier. Jeremia war von jeher dazu berufen, die Botschaft des Herrn seinem treulosen Volk zu verkünden. "Reiße aus und zerstöre, vernichte und verheere" (Jer 1,10). Jeremias Aufgabe erstreckte sich also über mehr als 40 Jahre, "bis Jerusalem weggeführt wurde" (Vers 3), als Nebukadnezar 586 v. Chr. die Stadt zerstörte.
Zwei wesentliche Gedanken beherrschen diesen kurzen Abschnitt der heutigen Lesung:
1. Die Betonung, dass die Einsetzung des Propheten von jeher von Gott geplant war.
2. Der Hinweis, dass das göttliche Wort ausreicht, ihn für jede künftige Lage zu bestärken.
Jeremia ist ein Prophet, der stets in Zwiesprache mit Gott ist und der sich immer wieder selbst hinterfragt. Er ist zu Gefühlen fähig und spricht sie Gott gegenüber immer wieder aus. So sehen wir gleich am Beginn seiner Berufung die Bedenken wegen seiner Jugend. Aber sein Einwand wird nicht angenommen, denn die Autorität eines Propheten liegt nicht in seiner Person selbst, sondern in der göttlichen Sendung (Vers 7a), im göttlichen Wort (Vers 7b) und der göttlichen Gegenwart (Vers 8).
Zur Verdeutlichung der Botschaft gab Gott Jeremia zwei Visionen. In der ersten bat er den Propheten zu beschreiben, was er sehe. In der Vision vom Mandelzweig ist ein Wortspiel versteckt: Mandel (hebr. schaged) und wachen über (hebr. schoged). Der Mandelbaum ist der erste, der im Frühling erwacht. Ebenso ist Jahwe immer wachsam und sein Wort geht seinem Handeln voraus. In der zweiten Vision sah Jeremia nach Norden hin einen siedenden Kessel, dessen siedender Inhalt sich nach Süden zu ergießen drohte. (Ein Hinweis auf Babylon und die Zerstörung Jerusalems).
Ebenso wie Vers 5 die Auserwählung Jeremias, noch ehe er im Mutterschoß geformt war, angibt, ebenso betont nun Vers 17 den notwendigen Gehorsam. Der Herr des Wortes wird Jeremia unbezwingbar machen in allen Auseinandersetzungen mit Juda.
Die Berufung des Propheten Jeremia wird in das Jahr 626 vor Christi Geburt datiert. Das Wort JHWHs "geschieht" gleichsam an Jeremia, der verborgene Gott wird durch sein Wort anwesend und tätig.
Jeremia hat bei seiner Erwählung keine Vision, da er bereits vor seiner Geburt von Gott als Prophet auserwählt worden ist. Aufgrund dieser Erwählung gehört Jeremia - biblisch gesprochen - nicht mehr sich selbst, sondern Gott und muss der "Mund Gottes" für die Völker werden. Dieser Auftrag wird dem sensiblen und schwachen Jeremia Probleme bereiten und der Gehorsam Gott gegenüber wird ihm schwer fallen (Jer 20,7ff.).
Übergroß wird auch der Widerstand gegen die Botschaft des Propheten werden. Gott wird durch ihn gegen den Tempel, den König, die Staatsbeamten, das Volk etc. sprechen. Versuche, Jeremia zu töten, werden da nicht ausbleiben. Niemand wird Jeremia jedoch in diesen Situationen beistehen. Er ist völlig alleine und nur JHWH alleine wird ihm seine Rettung ermöglichen. Jeremias Leben wird eine Teilnahme am Leiden Gottes werden, der die Menschen liebt –aber von diesen allzu oft zurückgewiesen wird.