Das Buch Jesus Sirach gehört zu den weisheitlichen Schriften unserer Bibel. In diesen Schriften begegnen uns Lebenserfahrungen in Form von Ratschlägen, Warnungen oder Vergleichen. Eine bedenkenswerte Kostprobe davon bietet die heutige Lesung.
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.
Im Sieb bleibt, wenn man es schüttelt, der Abfall zurück;
so entdeckt man den Unrat eines Menschen in seinem Denken.
Der Brennofen prüft Töpferware
und die Erprobung des Menschen geschieht
in der Auseinandersetzung mit ihm.
Den guten Boden eines Baumes bringt seine Frucht zum Vorschein;
so das Wort die Gedanken des Herzens.
Lobe keinen Menschen,
ehe du nachgedacht hast;
denn das ist die Prüfung für jeden!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Gut ist es, dem HERRN zu danken. - Kv
(oder GL 401)
Gut ist es, dem HERRN zu danken,
deinem Namen, du Höchster, zu singen und zu spielen,
am Morgen deine Huld zu verkünden
und in den Nächten deine Treue. - Kv
Der Gerechte sprießt wie die Palme,
er wächst wie die Zeder des Libanon.
Gepflanzt im Haus des HERRN,
sprießen sie in den Höfen unseres Gottes. - Kv
Sie tragen Frucht noch im Alter
und bleiben voll Saft und Frische;
sie verkünden: Der HERR ist redlich,
mein Fels! An ihm ist kein Unrecht. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wenn sich aber dieses Verwesliche mit Unverweslichkeit bekleidet
und dieses Sterbliche mit Unsterblichkeit,
dann erfüllt sich das Wort der Schrift:
Verschlungen ist der Tod vom Sieg.
Tod, wo ist dein Sieg?
Tod, wo ist dein Stachel?
Der Stachel des Todes aber ist die Sünde,
die Kraft der Sünde ist das Gesetz.
Gott aber sei Dank,
der uns den Sieg geschenkt hat
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Daher, meine geliebten Brüder und Schwestern,
seid standhaft und unerschütterlich,
seid stets voll Eifer im Werk des Herrn
und denkt daran,
dass im Herrn eure Mühe nicht vergeblich ist!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Paulus reagiert mit seinem 1. Brief an die Gemeinde in Korinth auf Spaltungen und Missstände. Er sieht sich genötigt, zentrale Punkte seiner mündlichen Verkündigung noch einmal schriftlich zu verdeutlichen und an Verhaltensanweisungen zu erinnern, die sich daraus ergeben.
Seine Äußerungen zu Tod und Auferstehung sind in diesem Duktus zu verstehen und nicht etwa im Genre „Jenseitsvorstellungen“ einzureihen. Paulus interessiert es ganz offensichtlich nicht, wie ein Leben nach dem Tod bzw. der Auferstehung aussehen könnte. Hingegen hält er fest, dass der Glaube an die Auferstehung selbst ganz zentral, ja unabdingbar für den christlichen Glauben überhaupt ist: „… Ist aber Christus nicht auferweckt worden … nichts ist euer Glaube.“ (1 Kor 15,13f). Der Glaube an die Auferstehung ist dabei keine Vertröstung aufs Jenseits, sondern in erster Linie bedeutsam für das Leben im Diesseits: „Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.“ (1 Kor 15,32b). Durch den Glauben an die Auferstehung spielt es eine Rolle, wie wir unser Leben gestalten und miteinander umgehen. Zugleich ist der Tod ein notwendiger Übergang, der zur Vollendung führt, weil er eben nicht das Ende ist, sondern „verschlungen wird vom Sieg“ der Auferweckung.
Die Auferstehung bzw. richtiger Auferweckung ist dabei ganz und gar Gottes Werk. Er ist es, der den Tod besiegt und ihm den Stachel zieht, d.h. durch seine Zuwendung zu den Menschen die Macht und Auswirkung der Sünde neutralisiert.
Durch seinen Rückgriff auf Jesaja und Hosea (1 Kor 15,54bf) reiht Paulus die Auferweckung Christi in die Geschichte Gottes mit seinem Volk ein. Er erinnert in prophetischer Manier daran, dass Gott sich selber treu bleibt und sich immer schon und weiterhin unermüdlich dafür einsetzt, dass die Menschen, die er nun einmal liebt, zu ihm finden. Denn in Jes 13,8f wird allen Völkern zugesagt, dass Gott den Tod für immer beseitigt, und „an jenem Tag wird man sagen: … auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt“. Bei Hosea hingegen heißt es: „Ich wollte sie vom Tod erlösen … doch ich habe kein Mitleid mit ihnen …, weil [sie sich] empört haben gegen … Gott“ (Hos 13,14; 14,1). Mit anderen Worten: Auch wenn Paulus seiner Gemeinde voll Zuversicht zusagt, dass Gott durch die Auferweckung Christi bereits „den Sieg geschenkt“ hat, ermahnt er sie zugleich, weiterhin „voll Eifer im Werk des Herrn“ zu sein. Der Glaube an die Auferweckung Christi und damit an die Macht und Zuwendung Gottes verheißt kein bequemes, aber ein sinnvolles Leben, dessen „Mühe nicht vergeblich ist“.
Dr. theol. Katharina Schmocker
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Wort Christi;
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
sprach Jesus in Gleichnissen zu seinen Jüngern:
Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen?
Werden nicht beide in eine Grube fallen?
Ein Jünger steht nicht über dem Meister;
jeder aber, der alles gelernt hat,
wird wie sein Meister sein.
Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders,
aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen:
Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!,
während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst?
Du Heuchler!
Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge;
dann kannst du zusehen,
den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.
Es gibt keinen guten Baum,
der schlechte Früchte bringt,
noch einen schlechten Baum,
der gute Früchte bringt.
Denn jeden Baum erkennt man an seinen Früchten:
Von den Disteln pflückt man keine Feigen
und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.
Der gute Mensch bringt
aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor
und der böse Mensch bringt
aus dem bösen das Böse hervor.
Denn wovon das Herz überfließt,
davon spricht sein Mund.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Jesus hatte sich mit seinem engeren Gefolge, den Jüngern und Jüngerinnen, auf einen Berg zurückgezogen. Mit ihnen hat er gebetet und aus ihrem Kreis hat er zwölf zu seinen Aposteln gewählt. Nun steigt er wieder in die Ebene herab, wo er von vielen Menschen erwartet wird, denen er sich zuwendet, zu denen er spricht.
In der vorliegenden Perikope wird die Mahnung von V. 37 „Richtet nicht …“ verfeinert. In unterschiedlichen Ansätzen werden die Menschen aufgefordert, sich selber zu prüfen, ihre Schwächen (und Stärken) zu erkennen und sich ihnen zu stellen, bevor sie anderen ihre Hilfe und Anleitung anbieten oder sogar aufdrängen.
Vom Bild her könnte die Mahnung, zuerst ‚den Balken aus dem eigenen Auge’ zu ziehen, an die beiden in die Grube stürzenden Blinden anschließen. Der eingeschobene Satz über Jünger und Meister verschiebt jedoch das Augenmerk von der Blindheit als „Behinderung“ eines Menschen auf die Einschränkung der Fähigkeit, andere zu leiten.
Auch wenn ein Bild nicht überstrapaziert werden sollte, zeigt doch die Erfahrung, dass ein blinder Mensch durchaus lernen kann, nicht ‚in eine Grube zu fallen‘. Ebenso ist der Fokus von V. 40 „ein Jünger steht nicht über dem Meister“ nicht eine Absage. Es ist eine „selbst bewusste (sich seiner selbst bewusste) Ermächtigung“, eine Zusage, dass ein Jünger alles erlernen und zu einem Meister werden kann. Doch selbst, wenn er seinen Meister überflügeln sollte, soll er sich dessen bewusst sein, dass er zunächst alles von diesem gelernt und daher nicht mehr (und nicht weniger) sein kann, als eben selbst ein Meister für einen anderen Schüler.
Ähnlich vermitteln auch die folgenden Verse, trotz des Vorwurfs ‚du Heuchler‘, nicht, dass es falsch wäre zu versuchen, den Splitter aus dem Auge eines oder einer Anderen zu ziehen – aber: nachdem die eigenen Augen überprüft und wenn sie heil sind.
Die abschließenden Verse verdeutlichen, dass es wichtig ist, die Voraussetzungen zu klären, um einer Enttäuschung der Erwartungen und der Versuchung, andere (oder sich) zu verurteilen, vorzubeugen. Man darf von Disteln nicht erwarten, dass sie Feigen tragen – allerdings durchaus, dass sie ihrer Art entsprechend gedeihen. Und man muss einem Baum Zeit lassen, überhaupt erst Früchte hervorzubringen, bevor und damit man seine Qualität erkennen kann.
Eine große Herausforderung des Textes ist, dass er nicht von der Möglichkeit, sondern von der Voraussetzung ausgeht, dass es nicht nur Menschen, die Böses tun, sondern böse Menschen an sich gibt. Darüber könnte man ins Gespräch kommen mit dem Verfasser und diese Aussage kontrovers diskutieren.
Dr. theol. Katharina Schmocker
Das Evangelium stellt uns vor eine Sammlung von Sprüchen und Aussprüchen Jesu. Aus dem Reichtum dieses Schatzes gilt es, das Gute hervorzuholen.
Jesus versucht unermüdlich, die Güte und Barmherzigkeit Gottes aufzuzeigen. Er lebt vor, dass eine solche Haltung bleibende Früchte trägt.
Im Leben gibt es Gutes und Böses nebeneinader. Es gilt das Böse auszusieben. Das gute muss jedoch erst zur Entfaltung gebracht werden, damit es gute Früchte bringt.
Sonntagsgruß an Karneval zu "Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?" (Lk 6,41)
Fasnet-Predigt in Reimen zum Evangelium Lk 6,39-45 für eine Gemeinde.
Lieder:
GL 383: Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (2. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen; du schaust mein Wesen ganz
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens hier auf Erden bin
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren (3. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 457: Suchen und fragen, hoffen und sehn
GL 458/459: Selig seid ihr
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 467: Erfreue dich Himmel, erfreue dich Erde
GL 543: Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit
Psalmen und Kehrverse:
GL 31: Selig der Mensch, der seine Freude hat, seine Freude an der Weisung des Herrn. - Mit Psalm 1 - IV.
GL 51: Wie groß sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken. - Mit Psalm 92 - I.
GL 401: Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. Mit Psalm 15 (GL 34,2) oder mit Psalm 65 (GL 45,2) - VI.
Herr Jesus Christus,
Sorge um uns erfüllte dein Herz.
Herr, erbarme dich.
Alle Möglichkeiten zum Gut-Sein sollen wir ausschöpfen.
Christus, erbarme dich.
Mit deiner Gnade willst du uns dabei unterstützen.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der Herr.
Er lenke unsere Gedanken und lege seine Gesinnung in unser Herz,
damit es viele gute Früchte bringt. – Amen.
Allmächtiger Gott,
deine Vorsehung bestimmt den Lauf der Dinge
und das Schicksal der Menschen.
Lenke die Welt in den Bahnen deiner Ordnung,
damit die Kirche
in Frieden deinen Auftrag erfüllen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
MB Die Bittmesse
Gütiger Gott,
du selber hast uns die Gaben geschenkt,
die wir auf den Altar legen.
Nimm sie an als Zeichen unserer Hingabe
und gib uns die Kraft
zu einem Leben nach deinem Willen,
damit wir einst den ewigen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
dieses heilige Opfer helfe uns,
daß wir den alten Menschen ablegen
und den neuen anziehen,
der nach deinem Bild geschaffen ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen deinen heiligen Namen.
Denn jetzt ist die Zeit der Gnade,
jetzt sind die Tage des Heiles.
Du hilfst uns, das Böse zu überwinden,
du schenkst uns von neuem die Reinheit des Herzens.
Du gibst deinen Kindern die Kraft,
in dieser vergänglichen Welt
das unvergängliche Heil zu wirken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dich
in deiner Kirche und vereinen uns
mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig...
MB Fastenzeit 2
(nicht approbierter Studientext)
In Wahrheit ist es recht,
dich den ewigen Gott, zu preisen,
es ist gut, dir zu danken.
Denn du hast uns aus Liebe geschaffen
und zur Liebe berufen.
Du schenkst uns die Gnade,
dir mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele
und mit ganzer Kraft anzuhangen
mit unserem Herrn Jesus Christus.
Darum preisen wir dich mit allen,
die du erschaffen hast,
und singen das Lob deines Namens:
Heilig...
Christus spricht:
Ich habe euch erwählt und dazu bestimmt,
daß ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und daß eure Frucht bleibt.
(vgl. (Joh 15,16)
Oder:
Christus spricht:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht.
(vgl. Joh 15,5)
Barmherziger Gott,
du hast uns in diesem Mahl
die Gabe des Heiles geschenkt.
Dein Sakrament gebe uns Kraft in dieser Zeit
und in der kommenden Welt das ewige Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
MB Donnerstag der 5. Woche der Fastenzeit
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10
Manche Menschen interpretieren diesen Balken im Auge als eigene Sünde, so als wollte Jesus sagen: "Wer bist Du eigentlich, dass Du jemanden verurteilen willst? Du hast doch noch mehr Mist auf dem Kerbholz als dieser Kerl!"
Für mich ist diese Schlussfolgerung unlogisch, denn das würde bedeuten, man muss die eigene Sünde nur irgendwie loswerden und dann hat man freie Fahrt und kann andere nach Lust und Laune verurteilen. Ich denke dieser Balken steht nicht für unsere eigene Fehlerhaftigkeit, sondern für den Akt des Verurteilens selbst. Wer andere verurteilt, der kann ihnen nicht mehr helfen. Selbst dann nicht, wenn er die besten Absichten hat. Denn die Methode ist falsch. Verurteilung ist niemals der richtige Weg, um jemanden bei einem Problem zu helfen. Es macht viel mehr blind dafür, dass es andere Möglichkeiten gibt, jemand zur Seite zu stehen und ihn zu unterstützen.
http://www.unendlichgeliebt.de/2014/04/20/das-ding-mit-dem-balken-im-auge/
http://www.unendlichgeliebt.de/2014/04/20/das-ding-mit-dem-balken-im-auge/ - 28. Februar 2019

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Der Kontext des Lesungsabschnittes enthält eine Sammlung von Warnungen im Hinblick auf die Integrität eines Menschen (Sir 26,28 – 27,15). Typisch für die weisheitliche Rede sind dabei die zahlreichen Bilder aus der Alltagswelt der Menschen, die helfen, verschiedene Themen anschaulich zu entfalten und auf einen „springen- den Punkt“ hin zuzuspitzen (vgl. die Gleichnisse Jesu im NT). Die oft vereinfachend wirkenden markanten Kontraste wollen im damaligen pädagogischen Sinne helfen, die Meinung zu schärfen. Alles soll „klar“ werden.
Qualitätskontrolle der inneren Motivation
Wie erkennt jemand die Fehler und Macken eines Menschen? Man achtet über einen längeren Zeitraum auf seine Ideen und was er denkt. Mit der Zeit trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Das Bild (V. 4) aus der damaligen Landwirtschaft vom (groben) Sieb, mit dessen Hilfe die (herausfallenden) Getreidekörner von den nicht brauchbaren Teilen getrennt wurden, beschreibt verständlich diesen Prozess und das Ergebnis. Negative Charaktereigenschaften zeigen sich oft erst nach und nach anhand von Aussagen und Handlungsweisen und wenn man länger nachdenkt (beide Aspekte lässt der griechische Text zu). Vers 5 greift ebenso auf ein Bild aus dem Alltag zurück. Ob die Qualität eines Tongefäßes stimmt, zeigt sich darin, ob es den aufwendigen und heißen Brennvorgang übersteht. Ob ein Mensch (im Bild gesprochen) „einen Sprung hat“, zeigt sich ebenso oft erst nach einem längeren Prozess des Nachdenkens, durch intensive Gespräche und Diskussionen und im Wahrnehmen seiner inneren Motivation.
Grundeinstellung prüfen
In Vers 6 dient wieder die Landwirtschaft als Vergleich. Der gute Boden weist nicht nur auf einen guten Standort hin, sondern auch auf eine artgemäße Kultivierung und Pflege des Baumes. Feigen und Oliven gedeihen dann prächtig in Qualität und Menge, wenn die Bäume entsprechend intensiv gepflegt werden. Von nichts kommt nichts. Ebenso ist es bei den guten Taten eines Menschen. Diese verweisen auf eine sorgsame Pflege des „Innenlebens“. Die einzelnen Handlungen (Früchte) sind Resultat entsprechender Überlegungen (Baum) bzw. erwachsen aus deren Wurzelgrund (Boden). Die Gedanken und Worte (und Werke; vgl. das liturgische Schuldbekennntis) stehen in einer Relation zum Wollen und Willen des Menschen. Gedanken sind Ergebnis des Denkens. Und das hat in der Bibel seinen Platz im Herzen.
Beurteilung braucht Zeit
Vers 7 fasst die Verse 4–6 zusammen. Der Mensch soll abschließend erst dann (würdigend) beurteilt werden, wenn man sich zuvor eine Zeit lang ernsthaft mit ihm beschäftigt hat, vor allem mit seinen Überlegungen und seinen Taten. Das braucht Zeit und Ruhe. Früchte wachsen nicht von einem Tag auf den anderen. Und ob diese gut sind, weiß man erst, nachdem man sie gekostet hat.
Werner Urbanz