Lesung aus dem Buch Exodus.
In jenen Tagen weidete Mose
die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro,
des Priesters von Midian.
Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus
und kam zum Gottesberg Horeb.
Dort erschien ihm der Engel des HERRN
in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.
Er schaute hin:
Der Dornbusch brannte im Feuer,
aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt.
Mose sagte:
Ich will dorthin gehen
und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen.
Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
Als der HERR sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen,
rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sagte: Komm nicht näher heran!
Leg deine Schuhe ab;
denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
Dann fuhr er fort:
Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.
Da verhüllte Mose sein Gesicht;
denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Der HERR sprach:
Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen
und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
Ich kenne sein Leid.
Ich bin herabgestiegen,
um es der Hand der Ägypter zu entreißen
und aus jenem Land hinaufzuführen
in ein schönes, weites Land,
in ein Land, in dem Milch und Honig fließen.
Und jetzt geh!
Ich sende dich zum Pharao.
Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!
Da sagte Mose zu Gott:
Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen
und ihnen sagen:
Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt.
Da werden sie mich fragen: Wie heißt er?
Was soll ich ihnen sagen?
Da antwortete Gott dem Mose:
Ich bin, der ich bin.
Und er fuhr fort:
So sollst du zu den Israeliten sagen:
Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.
Weiter sprach Gott zu Mose:
So sag zu den Israeliten:
Der HERR, der Gott eurer Väter,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs,
hat mich zu euch gesandt.
Das ist mein Name für immer
und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Exodus.
In jenen Tagen weidete Mose
die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro,
des Priesters von Midian.
Eines Tages trieb er das Vieh über die Steppe hinaus
und kam zum Gottesberg Horeb.
Dort erschien ihm der Engel des HERRN
in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch.
Er schaute hin:
Der Dornbusch brannte im Feuer,
aber der Dornbusch wurde nicht verzehrt.
Mose sagte:
Ich will dorthin gehen
und mir die außergewöhnliche Erscheinung ansehen.
Warum verbrennt denn der Dornbusch nicht?
Als der HERR sah, dass Mose näher kam, um sich das anzusehen,
rief Gott ihm mitten aus dem Dornbusch zu: Mose, Mose!
Er antwortete: Hier bin ich.
Er sagte: Komm nicht näher heran!
Leg deine Schuhe ab;
denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.
Dann fuhr er fort:
Ich bin der Gott deines Vaters,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.
Da verhüllte Mose sein Gesicht;
denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.
Der HERR sprach:
Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen
und ihre laute Klage über ihre Antreiber habe ich gehört.
Ich kenne sein Leid.
Ich bin herabgestiegen,
um es der Hand der Ägypter zu entreißen
und aus jenem Land hinaufzuführen
in ein schönes, weites Land,
in ein Land, in dem Milch und Honig fließen,
in das Gebiet der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter,
Hiwiter und Jebusiter.
Jetzt ist die laute Klage der Israeliten zu mir gedrungen
und ich habe auch gesehen,
wie die Ägypter sie unterdrücken.
Und jetzt geh!
Ich sende dich zum Pharao.
Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten heraus!
Mose antwortete Gott:
Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehen
und die Israeliten aus Ägypten herausführen könnte?
Er aber sagte:
Ich bin mit dir;
ich habe dich gesandt
und als Zeichen dafür soll dir dienen:
Wenn du das Volk aus Ägypten herausgeführt hast,
werdet ihr Gott an diesem Berg dienen.
Da sagte Mose zu Gott:
Gut, ich werde also zu den Israeliten kommen
und ihnen sagen:
Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt.
Da werden sie mich fragen: Wie heißt er?
Was soll ich ihnen sagen?
Da antwortete Gott dem Mose:
Ich bin, der ich bin.
Und er fuhr fort:
So sollst du zu den Israeliten sagen:
Der Ich-bin hat mich zu euch gesandt.
Weiter sprach Gott zu Mose:
So sag zu den Israeliten:
Der HERR, der Gott eurer Väter,
der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs,
hat mich zu euch gesandt.
Das ist mein Name für immer
und so wird man mich anrufen von Geschlecht zu Geschlecht.
Kv - Gnädig und barmherzig ist der Herr,
voll Langmut und reich an Huld. – Kv
Oder GL 518
Preise den HERRN, meine Seele,
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Preise den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! - Kv
Der dir all deine Schuld vergibt
und all deine Gebrechen heilt,
der dein Leben vor dem Untergang rettet
und dich mit Huld und Erbarmen krönt. - Kv
Der HERR vollbringt Taten des Heils,
Recht verschafft er allen Bedrängten.
Er hat Mose seine Wege kundgetan,
den Kindern Israels seine Werke. - Kv
Der HERR ist barmherzig und gnädig,
langmütig und reich an Huld.
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so mächtig ist seine Huld über denen, die ihn fürchten. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Ihr sollt wissen, Brüder und Schwestern,
dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,
alle durch das Meer zogen
und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer.
Alle aßen auch die gleiche geistgeschenkte Speise
und alle tranken den gleichen geistgeschenkten Trank;
denn sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen,
der mit ihnen zog.
Und dieser Fels war Christus.
Gott aber hatte an den meisten von ihnen kein Gefallen;
denn er ließ sie in der Wüste umkommen.
Das aber geschah als warnendes Beispiel für uns:
damit wir uns nicht von der Gier nach dem Bösen
beherrschen lassen,
wie jene sich von der Gier beherrschen ließen.
Werdet nicht Götzendiener wie einige von ihnen;
denn es steht in der Schrift:
Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken;
dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.
Lasst uns nicht Unzucht treiben,
wie einige von ihnen Unzucht trieben!
Damals kamen an einem einzigen Tag
dreiundzwanzigtausend Menschen um.
Lasst uns auch nicht Christus auf die Probe stellen,
wie es einige von ihnen taten,
die dann von Schlangen getötet wurden!
Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten;
sie wurden vom Verderber umgebracht!
Das aber geschah an ihnen,
damit es uns als Beispiel dient;
uns zur Warnung wurde es aufgeschrieben,
uns, die das Ende der Zeiten erreicht hat.
Wer also zu stehen meint,
der gebe Acht, dass er nicht fällt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Paulus betont in all seinen Briefen immer wieder die Freiheit des Christenmenschen, des Getauften in Jesus Christus. Im heutigen Abschnitt aus dem 1. Korintherbrief mahnt der Apostel aber vor einer falschen Sicherheit. Er mahnt eindringlich, dass auch Christen nach wie vor die Möglichkeiten zum Guten und zum Bösen haben. Zuviel Sicherheit macht unkritisch gegenüber sich selbst und den eigenen Fehlern und Sünden. So sagt er: "Wer also zu stehen meint, der gebe acht, dass der nicht fällt" (V. 12).
Paulus verwendet Bilder des Alten Testamentes und zeigt Parallelen vom Durchzug des Volkes Israel durch das Meer und der Taufe der Christen. Die Speisung mit Manna in der Wüste vergleicht er mit den Abendmahl.
Gott ist für Paulus der Retter. - Und in Jesus Christus ist dieser rettende Gott sichtbar geworden. Mit der geschenkten Freiheit, die in der Taufe grundgelegt ist, muss nach Paulus achtsam umgegangen werden, um wirklich frei leben zu können. D.h. frei vom Bösen und frei von Sünde.
In diesem Abschnitt aus dem ersten Korintherbrief greift Paulus Israel als Vorbild auf und schafft Bezüge zwischen Juden und Christen. Er stellt dabei nicht Christus in die Heilsgeschichte aus dem Alten Bund, sondern bezieht vielmehr Moses in seinen Formulierungen auf Christus hin. Den Fels, auf den Moses schlug, um Wasser für sein Volk zu beschaffen, deutet Paulus auf Christus hin. In diesem Abschnitt wird die christliche Gemeinde also in die Heilsgeschichte Israels miteinbezogen. Anders als in Mt 16 wird hier Christus als Fels bezeichnet.
Im zweiten Teil des Abschnitts (ab V. 5) wird das Negativbeispiel des Volkes Israel in den Blick gerückt. Aus den Fehlern dieses Volkes möge das "neue Volk Gottes" lernen. Was allerdings aus der Lesung, die wir hören, ausgeklammert bleiben muss, weil es in der Perikopenordnung keinen Platz mehr gefunden hat, ist die Zusage in V. 13, die Paulus seiner Gemeinde gibt: "Noch ist keine Versuchung über euch gekommen, die den Menschen überfordert. Gott ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über eure Kraft hinaus versucht werdet. Er wird euch in der Versuchung einen Ausweg schaffen, so dass ihr sie bestehen könnt."
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Ihr sollt wissen, Brüder und Schwestern,
dass unsere Väter alle unter der Wolke waren,
alle durch das Meer zogen
und alle auf Mose getauft wurden in der Wolke und im Meer.
Alle aßen auch die gleiche geistgeschenkte Speise
und alle tranken den gleichen geistgeschenkten Trank;
denn sie tranken aus dem geistgeschenkten Felsen,
der mit ihnen zog.
Und dieser Fels war Christus.
Gott aber hatte an den meisten von ihnen kein Gefallen;
denn er ließ sie in der Wüste umkommen.
Das aber geschah als warnendes Beispiel für uns:
damit wir uns nicht von der Gier nach dem Bösen
beherrschen lassen,
wie jene sich von der Gier beherrschen ließen.
Werdet nicht Götzendiener wie einige von ihnen;
denn es steht in der Schrift:
Das Volk setzte sich zum Essen und Trinken;
dann standen sie auf, um sich zu vergnügen.
Lasst uns nicht Unzucht treiben,
wie einige von ihnen Unzucht trieben!
Damals kamen an einem einzigen Tag
dreiundzwanzigtausend Menschen um.
Lasst uns auch nicht Christus auf die Probe stellen,
wie es einige von ihnen taten,
die dann von Schlangen getötet wurden!
Murrt auch nicht, wie einige von ihnen murrten;
sie wurden vom Verderber umgebracht!
Das aber geschah an ihnen,
damit es uns als Beispiel dient;
uns zur Warnung wurde es aufgeschrieben,
uns, die das Ende der Zeiten erreicht hat.
Wer also zu stehen meint,
der gebe Acht, dass er nicht fällt.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! - Kv
(So spricht der Herr:)
Kehrt um!
Denn das Himmelreich ist nahe.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Zu jener Zeit kamen einige Leute
und berichteten Jesus von den Galiläern,
deren Blut Pilatus
mit dem ihrer Opfertiere vermischt hatte.
Und er antwortete ihnen:
Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren
als alle anderen Galiläer,
weil das mit ihnen geschehen ist?
Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle genauso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
Oder jene achtzehn Menschen,
die beim Einsturz des Turms am Schiloach erschlagen wurden -
meint ihr, dass sie größere Schuld auf sich geladen hatten
als alle anderen Einwohner von Jerusalem?
Nein, sage ich euch,
vielmehr werdet ihr alle ebenso umkommen,
wenn ihr nicht umkehrt.
Und er erzählte ihnen dieses Gleichnis:
Ein Mann hatte in seinem Weinberg einen Feigenbaum gepflanzt;
und als er kam und nachsah, ob er Früchte trug,
fand er keine.
Da sagte er zu seinem Winzer:
Siehe, jetzt komme ich schon drei Jahre
und sehe nach, ob dieser Feigenbaum Früchte trägt,
und finde nichts.
Hau ihn um!
Was soll er weiter dem Boden seine Kraft nehmen?
Der Winzer erwiderte:
Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen;
ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen.
Vielleicht trägt er in Zukunft Früchte;
wenn nicht, dann lass ihn umhauen!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In einer Abfolge von Gleichnissen unterbricht der Evangelist Lukas die Hörer und Leser mit einer Schreckensmeldung (diese ist nur bei Lukas anzutreffen). Die Aufzeichnungen des Josephus Flavius (Jüdisches Altertum, Rom, Ende des 1. Jhdt.) erzählen von diesen beiden Vorfällen. Darin wird von Samaritern berichtet, die zum Heiligtum zogen und auf Befehl von Pilatus niedergemetzelt wurden. Der Zeitpunkt dieses Vorfalles liegt aber nach diesen Quellen nach dem Tod Jesu. Hingegen wird von einer jüdischen Demonstration in Jerusalem etwa zur Zeit Jesu berichtet, die auch von Pilatus blutig niedergeschlagen wurde.
Der Evangelist Lukas gibt in knapper Form den Inhalt dieser Schreckensmeldungen wieder. Jesus nimmt diese Meldungen und Fragen auf und gibt eine klare Stellung ab. Jesus widerspricht der landläufigen jüdischen Ansicht, dass besondere Schuld der Menschen zu besonderem Unglück führe. Jesus blickt nicht auf den Ursprung des Unglücks, sondern viel eher auf die Zukunft der Lebenden. Die beiden Unglücke zeigen den Lebenden, dass es ihnen auch so ergehen wird, wenn sie nicht umkehren.
Die angeschlossene Parabel macht dies deutlich. Der Weingärtner ist solidarisch mit dem Feigenbaum; die Fürbitte des Winzers für den Feigenbaum erinnert an die Bitte des Abraham für Sodom (vgl. Gen 18,23ff). Die Fürbitte wird erhört. Der Feigenbaum erhält noch eine Chance um Frucht zu bringen. Das Kriterium ist also, dass der Baum Frucht bringe. Das letzte Urteil bleibt dem Besitzer des Weinbergs vorbehalten.
Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit sind häufig Gründe nicht umzukehren. Wir haben Grund zu Gott hin umzukehren, weil wir auf die Liebe Gottes angewiesen sind. Gott hat Geduld mit uns. Es kommt aber auch darauf an, dass wir die erwarteten Früchte bringen.
18 Menschen sind bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen. In Ägypten ist ein Zug entgleist. Der Sturm hat 20 Menschen das Leben gekostet. In den derzeitigen Kriegen sterben immer wieder Soldaten und Zivilisten. Wer käme bei diesen Nachrichten wohl auf den Gedanken: Da geschieht denen recht. Sie haben doch irgendetwas gemacht. Das wäre überheblich. Ich bin ja gut. Mir kann das nicht passieren. Jesus macht das im Evangelium deutlich. Wenn es mir gut geht, wenn ich noch nie einen Unglücksfall erlitten habe, wenn ich noch leben darf, im Gegensatz zu anderen Menschen, dann habe ich eines nicht: Grund, mich als etwas Besseres zu fühlen.
Im Gegenteil: Nichts, was ich im Leben erreicht habe, ist selbstverständlich. Wenn es mir gut geht, dann ist das einfach ein Geschenk. Wie oft denke ich mir ganz persönlich, wie froh ich sein kann, gerade in dieser Zeit geboren zu sein, gerade in Deutschland leben zu dürfen. Wenn ich beruflich Erfolg habe, dann hat das sicher auch mit Fleiß und Einsatz zu tun. Es ist aber nicht selbstverständlich, dass mein Fleiß, mein Einsatz auch immer belohnt wird. Ich habe vielleicht auch das Glück einer günstigen wirtschaftlichen Lage gehabt. Ich habe Menschen gehabt, die mich förderten. Viele andere haben sich genauso angestrengt. Sie hatten vielleicht weniger Erfolg. Wenn ich gesund bin, dann kann es auf eine gesunde Lebensweise zurückzuführen sein. Dennoch: viele andere leben genauso gesund und vernünftig. Dennoch sind diese Menschen krank oder sterben vielleicht früher.
Es gibt keinen Tun-Ergehens-Zusammenhang. Wenn ich gut lebe, dann geht es mir gut. Wenn es mir schlecht geht, dann bin ich halt selber schuld. Ganz klar schiebt Jesus einer derartigen Einstellung einen Riegel vor. Wer so denkt, der meint, wir Menschen könnten uns selbst erlösen. Gott sei uns etwas schuldig. Wer so denkt, ist einfach nur selbstgerecht. Ein Glaube, der selbstgerecht macht, ist eher abschreckend. So ein Glaube kann auch gar nicht fruchtbar sein.
Ganz gleich, wo und wie wir im Leben stehen: Immer wieder haben wir Grund zur Umkehr. Umkehr, das heißt für mich mehr als den einen oder anderen Fehler abzulegen, mir eine schlechte Angewohnheit abzugewöhnen. Umkehr geht viel tiefer. Ich wende mich immer wieder neu Gott zu. Ich spüre immer mehr und tiefer, wie sehr ich von Gott beschenkt werde. In der Lesung haben wir gehört, wie sich Gott dem Mose vorstellt als der Jahwe, als der "ich bin der Ich bin da". Mose bekommt den Auftrag, das Volk Israel aus Ägypten herauszuführen. Doch aus eigener Kraft schafft es das kleine Volk Israel nicht. Es braucht die Hilfe Gottes. Es braucht Gott, der ihr Elend sieht, ihr Schreien hört. Nur mit Gottes Hilfe hat es Israel geschafft, aus Ägypten befreit zu werden. Jedes Jahr am Pesachfest erinnert sich der Jude an die große Tat Gottes an seinem Volk. Das alles ist reines Geschenk, nicht eigenes Verdienst. Die Freiheit, das ist ein kostbares Gut.
Zu diesem Gott, der auch in unserem eigenen Leben Großes tut, gilt es umzukehren. In dieser Fastenzeit können wir neu ihm wieder mehr Raum in unserem Leben geben. Wir können uns wieder neu seiner Liebe öffnen. Seine Liebe zu uns ist der Grund, auf dem wir unser Leben aufbauen dürfen. Wie das Volk Israel immer wieder neu zu Gottes Liebe zurückgeführt wurde durch die Propheten, so müssen auch wir immer wieder neu zu Gott zurückfinden. Jesus will mit seinen Worten erreichen, dass wir die Umkehr in der österlichen Bußzeit ernst nehmen. Wenn wir denken, Gott wird schon alles durchgehen lassen, dann kann das auch eine ganz große Täuschung sein. Es hieße, Gott, seine Botschaft nicht annehmen, ihn nicht ernst nehmen. Gott hat mit uns Geduld, doch müssen wir seine Liebe auch annehmen. Ich predige hier jetzt keine Werkgerechtigkeit. Wir haben nur keinen Grund, überheblich zu sein.
Immer haben wir Grund umzukehren, uns neu Gott zuzuwenden. Als das Volk Israel durch die Wüste wanderte, da haben sie oft gegen Gott gemurrt. Sie wollten wieder nach Ägypten zurück. Sie wollten lieber versklavt sein, dafür aber genug zu essen haben. Sie haben das Vertrauen in Gott verloren, der sie in das gelobte Land führen wollte. Darum haben sie sich auch ein goldenes Kalb angefertigt. Sie sind um dieses goldene Kalb herumgetanzt. Sie haben sich von ihm abgewendet. An Gott, der die Lebensquelle ist, glaubten sie nicht mehr. Darum kamen viele von ihnen um. Gott bietet sich auch für uns an als Felsen, der Leben spendet. Jesus Christus ist dieser Felsen, seine Liebe zu uns. So schreibt es Paulus in der Lesung aus dem Brief an die Korinther.
Dennoch: Jesus zeigt uns auch, wie viel Geduld Gott mit uns Menschen hat. Er ist wie der Weingärtner. Er setzt sich ein für den Feigenbaum. Vor zwei Wochen schrieb Bischof Felix Genn von Münster in seinem Hirtenwort: "Jesus hätte als erster Grund aus dem Laden Kirche auszusteigen!" Dieser Satz ist mir noch gut in Erinnerung. Doch Jesus bleibt im "Laden Kirche". Er gibt seiner Kirche immer wieder eine neue Chance zur Umkehr. Als Kirche haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert. Es ist ein großes Geschenk, wenn Jesus zu uns steht. Jesus ist wie der Weingärtner, der den Boden bereitet, der Geduld hat mit diesem Feigenbaum. Dieser Feigenbaum - das sind wir.
Wie der Feigenbaum Früchte bringen soll, so müssen auch wir Früchte bringen. Es sind vor allem Früchte der Umkehr. Eine Frucht kann sein, dass ich spüre: was ich bin, bin ich, weil Gott mich liebt. Eine Frucht kann sein, die Barmherzigkeit mit den eigenen Fehlern, mehr noch aber mit den Fehlern anderer. Eine Frucht kann sein, dass ich auf Gottes Führung vertraue, auf sein Liebe. Eine Frucht kann sein, dass ich meine Mitmenschen ansehe als Gottes geliebte Söhne und Töchter. Eine Frucht kann sein, dass ich nicht überheblich werde. Eine Frucht kann sein, dass in meiner Gegenwart sich jeder Mensch angenommen fühlt, in meiner Gegenwart aufleben kann.
Jesus möchte uns weg von Selbstgerechtigkeit zur Umkehr bewegen. Unser Leben soll Früchte bringen. Darüber hinaus animiert er uns, in die Rolle des Gärtners zu schlüpfen, der den Feigenbaum pflegt, damit er Früchte bringen kann.
Das heutige Evangelium ist aus zwei Teilen zusammengesetzt. Jesus wendet sich zunächst der Frage zu, die damals intensiv diskutiert wurde: Wird ein Mensch, dem Gewalt, schweres Leid, Unglück, Schicksalhaftes widerfährt, von Gott gestraft? Jesus spürt, wie die Diskussion darüber eine Reihe von Gläubigen davon abhielt, ausreichend über sich nachzudenken. Da es ihnen selbst gut ging, hielten sie sich für rundum Gerechte und von Gott Gesegnete. Sie nahmen nicht genügend ernst, dass auch sie Versagen vorzuweisen haben, von dem sie sich abwenden müssten.
Hier möchte Jesus einhaken. Mit zwei Beispielen will er zum Nachdenken bewegen. Im Vorhof des Tempels war es durch Soldaten des römischen Statthalters Pilatus zu einem Blutbad an galiläischen Pilgern gekommen. Ihr Blut wurde mit dem Blut der Opfertiere vermischt. Dieses Vorkommen hielten viele Juden für eine deutliche Strafe Gottes infolge begangener Verfehlungen. Das Gleiche galt für den zweiten Fall. Ein Befestigungsturm am Teiche Schiloach war eingestürzt und hatte dabei achtzehn Menschen unter sich begraben. Jesus spricht weder beim ersten noch beim zweiten Ereignis von einer besonderen Schuld der Betroffenen. Aus der Schuldfrage hält er sich heraus. Denn niemand außer Gott hätte sagen können, ob die einzelnen besonders schuldig oder unschuldig waren.
Anstatt über die Schuld anderer zu spekulieren und zu diskutieren, möchte Jesus anregen und auffordern, den Blick auf das eigene Leben zu lenken, um zu erkennen, wo persönliche Umkehr und Erneuerung nötig sind. In unserer Sprache würde er sagen: Vertut eure Zeit nicht mit dem ständigen Blick auf andere und ihre Beurteilung. Nutzt vielmehr die Zeit zum Nachdenken darüber, wie ihr selbst Schönes, Wertvolles, Gott und den Nächsten Wohlgefälliges vollbringen könnt.
Um dazu anzuleiten, erzählt Jesus den Zuhörern das Gleichnis vom Feigenbaum. Ihm, dem Feigenbaum, geht es gut – all die Jahre schon. Nur Früchte trägt er nicht. In diesem Feigenbaum sollen sich die wiedererkennen, denen es gut geht und aus diesem Grunde einen kritischen Blick auf sich selbst unterlassen. Sie haben keine größeren Sorgen, wachsen und gedeihen, aber sie tragen keine Früchte, an denen sich jemand erfreuen könnte. Mit sich selbst zufrieden und ohne eigne Nöte mühen sie sich nicht, anderen Freude zu bereiten und ihnen mit ihren Früchten Nahrung zu sein. Jesus ist es ein Anliegen, dass seine Zuhörer über sich nachdenken und sich fragen: Was könnte ich alles zum Wohl und Heil, zur Freude und zum Glück anderer beitragen? Er möchte, dass uns Menschen bewusst wird: Gereifte, goldene Früchte, nicht zum Eigennutz bestimmt, sondern bewusst als Angebot für andere hervorgebracht, bestimmen in besonderer Weise den Wert eines Menschen wie beim Feigenbaum.
Bei ehrlicher Selbstkontrolle könnte dem ein oder anderen auffallen: Um mich steht es noch schlimmer als um den beschriebenen Feigenbaum. Ich gleiche sogar eher dem Boden, der vertrocknet und ausgelaugt ist. So gut wie nichts habe ich noch in mir, das anderen Nahrung und Stärke geben könnte. Durch das Unterlassen wirklicher Mühe um eine Vertiefung lebendigen Glaubens ist meine Liebe ausgetrocknet. Geduld, Wohlwollen, Herzlichkeit, Freude am Gutsein sind mir abhandengekommen. Wer dies erkennt, muss nicht gleich einknicken. Er ist ja nicht chancenlos, ein automatisch von Gott Abgeschriebener und Vergessener. Die Umkehr zur Quelle steht ihm stets und ständig offen.
Dies muss Jesus den Zuhörern nicht lange erläutern. Das wissen sie als Gläubige. Aber was sie zuweilen nicht genügend bedenken und was sie sich neu in Erinnerung rufen sollen, darauf möchte Jesus sie hinweisen: Damit es zur Umkehr kommen kann, zur Veränderung und einem neuen Aufschwung, muss eine ehrliche Selbstüberprüfung stattfinden. Das ist der notwendige, erste Schritt.
Sich innerlich erneuern ist das eine und erste Ziel, zu dem Jesus anregen möchte. Er hat aber noch ein zweites im Auge, das er uns mit dem Bilde des Gärtners nahbringen möchte. Sein Wesen sollen wir anstreben und uns einverleiben. Der Gärtner sieht und erkennt, woran es dem Feigenbaum mangeln könnte. Daher fällt er nicht verbittert und gnadenlos über ihn her. Das bewirkt keine Veränderung. Helfen, künftig Früchte zu erbringen, will der Gärtner dem Feigenbaum durch das Umgraben und Düngen des Bodes.
Mit dem Hinweis auf das Verhalten des Gärtners lockt Jesus uns, bis an unsere Grenzen zu gehen. Als Menschen können wir über das eigene „Früchte tragen“ hinaus zusätzlich die Aufgabe eines Gärtners übernehmen. Mit dem Wohlwollen und dem Feingefühl des beschriebenen Mannes sollen wir ans Werk gehen: mit offenen Augen für das, was anderen zum „Früchte tragen“ Kräfte schenkt und sie unterstützt. Darauf sollen wir nach dem Willen Jesu unsere Aufmerksamkeit lenken, anstatt über die Schuld anderer zu spekulieren.
Wie im Alltag die Mühe des Gärtners zusätzlich den Segen des Himmels – Regen, Sonne, Wärme – benötigt, so ist es auch mit unserem Bemühen im Bereich der Liebe, Hilfe, Fürsorge: Vollbringen wir unseren Teil des wohlwollenden Umgrabens und Düngens. Der Segen des Himmels ist gewiss. Darauf dürfen wir fest vertrauen. Dafür wird Gott sorgen.
Mit dem heutigen Evangelium werden wir von Jesus eingeladen zum Nachdenken über uns selbst. Er möchte, dass wir uns dafür begeistern, selbst zahlreich schöne Früchte zu bringen und darüber hinaus Gärtnerarbeit leisten.
Beginnen müssen wir mit einer ehrlichen Selbstkontrolle. Ohne diesen Schritt werden wir uns nicht aufraffen, noch Fehlendes, aber Mögliches, Kostbares und Wertvolles anzustreben. Lebe nicht unter deinem Wert!, ist das Anliegen Jesu. Lass dich begeistern, viele gute Früchte zu bringen und oft für andere ein Gärtner zu sein.
Fastenaktionen werden missverstanden, wenn sich damit jemand den Himmel verdienen will. Das Gleichnis vom Gärtner und dem Feigenbaum zeigt, wie sehr sich Gott um uns sorgt, dass unser Leben Früchte bringt.
Im heutigen Evangelium gibt uns Jesus gleichsam eine Ahnung davon, wie sein Vater und damit auch unser Vater handelt. Einerseits wird da die Geschichte von den von Pilatus unschuldig getöteten Galiläern und den Menschen, die beim Einsturz des Turmes am Schiloach erschlagen wurden, erzählt. Andererseits hören wir vom Feigenbaum, der keine Früchte trägt, und den der Besitzer des Weinbergs deshalb umhauen lassen will.
Im Gleichnis vom Feigenbaum handelt der Winzer im Gegensatz zum Besitzer des Weinbergs mit Umsicht und Nachsicht. Er gibt den Feigenbaum doch nicht ganz auf. Er gräbt den Boden um, düngt den Boden und wartet dann ab, ob er im nächsten Jahr Früchte bringt. Handelt so Gott auch an uns? Wartet Gott auch in unserem Leben ab, schenkt uns Zeit, solange noch Atem in uns ist, umzukehren und Frucht zu bringen? Ich glaube, dass Jesus uns, ein solches Bild vom Vater übermitteln will. Die Frage ist, wie gehen wir mit der uns geschenkten Zeit um?
Im März des Vorjahres wurden auf Initiative eines Künstlers in der Münchner Innenstadt zwischen dem Stachus und dem Marienplatz, wo das Rathaus mit dem Glockenspiel steht, schwarze Tafelwände aufgestellt. Obenauf stand: „Bevor ich sterbe, will ich…“. Darunter war Platz und es lagen bunte Kreiden bereit, mit denen die dadurch Animierten in der Anonymität der Großstadt schreiben konnten, was sie noch unbedingt tun wollten, wenn sie bedenken, dass ihre Lebenszeit plötzlich zu Ende ist. Und es blieben viele Menschen stehen und schrieben ihre letzten Wünsche auf. Wenn die Tafel voll war, wurde sie abfotografiert und gelöscht für die nächsten Eintragungen. Im Internet gibt es eine Website, auf der die Wünsche veröffentlicht sind. Die meisten davon waren durchaus ernst gemeint. Es zahlt sich sicher auch für uns aus, zu überlegen, was wir wohl in der uns noch geschenkten Zeit unbedingt tun wollen und ob das sinnvoll ist.
Bei der Erzählung von den Menschen, die Pilatus töten ließ, bzw. von Menschen, die beim Einsturz des Turmes von Schiloach umgekommen sind, geht es Jesus darum, zu erklären, dass ihr dramatisches Schicksal nicht durch ihr Fehlverhalten verschuldet ist. Als aktuelles Beispiel könnten wir auch an die 4 Österreicher denken, die jetzt vor wenigen Tagen beim Flugzeugabsturz in Äthiopien gestorben sind. 3 von ihnen waren zu einem Einsatz für die Benachteiligten in unserer Welt unterwegs und der evangelische Pastor auf dem Weg zu einer Konferenz, in der es auch um die Menschen ging, die am Rand unserer Gesellschaft leben müssen. Ich glaube, niemand von uns, kommt auf die Idee, ihr Schicksal als gerechte Strafe für ihre Sünden zu interpretieren. Das hoffe ich doch, haben wir in den vergangenen 2000 Jahren schon gelernt, dass schicksalshafte Ereignisse in unserem Leben nicht unbedingt mit unserem Wohl- oder Fehlverhalten in Zusammenhang stehen.
Den Himmel können wir uns nicht erkaufen. Wir dürfen nicht meinen, wenn wir das und jenes tun, wie z.B. jetzt in der Fastenzeit auf etwas verzichten – sei es auf Genussmittel, Auto oder Handy - um des Verzichtes willen, oder einen Kreuzweg besuchen oder regelmäßig den Gottesdienst mitfeiern, dass wir uns mit unserem Tun allein schon den Himmel verdienen. Worum geht es aber dann bei einem Leben aus dem Glauben und der Hoffnung auf ewiges Heil?
Unser Glaube an einen allmächtigen Gott der Liebe, der wie der Winzer im gehörten Gleichnis für den Feigenbaum für uns sorgt, kann in uns Kräfte mobilisieren, dass wir die Schwierigkeiten des menschlichen Lebens in guter Weise bewältigen können. Es ist - wie wir schon oft gehört haben – das, was wir aus einem Gottesdienst, aus einem Kreuzweg oder unserem persönlichen Gebet mitnehmen dürfen, im Wortsinn wirklich Gottes Dienst an uns. So haben alle unsere Frömmigkeitsformen einen tiefen Sinn und wir sollten Gott zu diesem Dienst an uns immer wieder zahlreiche Möglichkeiten geben. Zu einem solchen Glaubensleben möchte ich Sie ermutigen.
Bischof Klaus Hemmerle, der verstorbene Bischof von Aachen, soll einmal den Sinn eines christlichen Lebens so formuliert haben: Wir sind nicht da, um uns den Himmel zu verdienen, sondern um den Himmel zu den Menschen zu bringen.
Wie können wir angesichts so vieler Not und angesichts von Schicksalsschlägen an einen guten Gott glauben? Gott offenbarte sich dem Mose als "Ich bin der »Ich bin da«". Die Geschichte Israels kennt ihn als Gott, der Erbarmen hat, mitgeht, als Gott der Väter, der einen Namen hat. Er ist kein unpersönlicher Gott, sondern ein Gott, den die Menschen in ihrer Glaubensgeschichte erfahren haben, und diese Erfahrung geben sie weiter. Über diesen Gott miteinander zu reden und unsere Erfahrungen mit ihm weiterzugeben, ist auch unser Auftrag.
Das Evangelium ist nicht immer sanft und harmonisch. Es fordert uns heraus, manchmal ganz hart. Unser Leben soll Früchte bringen. Tagtäglich bietet sich uns die Chance, umzukehren und der Spur Jesu zu folgen.
Gott will nicht den Tod des Sünders. Er bietet dem Menschen seine barmherzige Liebe Gottes in Fülle an. An uns liegt es, ob wir uns für das Leben entscheiden und uns Gott zuwenden.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 142: Zu dir, o Gott erheben wir
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 161: Du rufst uns Herr, trotz unserer Schuld
GL 163, 4: Herr Jesus, du rufst die Menschen zur Umkehr
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünde
GL 267: O Mensch, bewein dein Sünde groß
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein
GL 271: O Herr, aus tiefer Klage
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld
GL 277: Aus tiefer Not schrei ich zu dir
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 382/Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn (2. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 464: Gott liebt diese Welt (3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 484: Dank sei dir Vater für das ewge Leben
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL Ö814: O Höre, Herr, erhöre mich
GL Ö815: Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde - Mit Psalm 8 - VII.
GL 54: Singt dem Herr alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen. - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 62: Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit! - Mit Psaolm 113 - V.
GL 79: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel. - Mit Psalm 148 - VII.
GL 518/639,3-4: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 130 - VII./II.
Gott wirkt an seinem Volk und auch an uns. Gott will uns führen zu einem gelungenen und erfüllten Leben. Öffnen wir uns für Gottes Wort und für die Liebe Gottes. Gottes Liebe zeigt sich in seiner Geduld für uns alle. Jesus zeigt uns, wie wichtig es ist, immer wieder umzukehren und uns neu auf Gott auszurichten.
Wenden wir uns jetzt Gott neu zu. Er ist die Mitte dieser Feier und unseres Lebens. Bitten wir um sein Erbarmen:
Jesus widerspricht im heutigen Evangelium der Auffassung, dass Katastrophen, Unglück oder Schicksalsschläge ein Hinweis auf besondere Verfehlungen der Betroffenen seien. Anstatt hierüber zu diskutieren, sollen wir uns lieber auf uns selbst konzentrieren und prüfen, wie es um uns selbst bestellt ist.
Herr Jesus Christus,
in dir und durch dich erfahren Menschen: Gott ist da.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
wie Wasser aus der Quelle, so schenken deine Worte Leben.
Christe, eleison.
Herr Jesus Christus,
deine Liebe gibt niemanden auf.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
du möchtest, dass wir unser Leben und unser Handeln wertvoll gestalten.
Herr, erbarme dich.
Du rufst uns auf zu ehrlicher Selbstkontrolle.
Christus, erbarme dich.
Wo wir zur Umkehr bereit sind, unterstützt du uns mit deiner Gnade.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der Herr
und er stärke in uns die Freude am Gutsein. – Amen.
Gott, unser Vater,
du bist der Quell des Erbarmens und der Güte,
wir stehen als Sünder vor dir,
und unser Gewissen klagt uns an
Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden
durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Fastensonntag
Herr Jesus Christus,
wir halten uns oft für gut.
Du willst, dass wir uns nicht unnötig klein machen
und nicht unnötig erniedrigen.
Doch wir sind oft nicht besser als andere Menschen.
Wir haben es wie viele andere immer wieder nötig umzukehren
und neu anzufangen.
Wir wollen uns jetzt dir neu zuwenden.
Herr Jesus Christus,
immer wieder rufst du uns auf, unseren Glauben und unsere Liebe zu Gott zu erneuern. Wir bitten dich:
Erbarme dich aller Menschen, die durch ein Unglück plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wurden.
Mache alle Verantwortlichen in deiner Kirche bereit, sich immer wieder zu erneuern
und lass sie Wege suchen, dem Glauben aller zu dienen.
Schenke denen Geduld und Langmut, die Menschen führen und leiten.
Sei bei allen, die sich unfrei fühlen und lass die tatkräftige Hilfe erfahren.
Hilf, dass die Kriege auf deiner Welt ein Ende nehmen
und heile allen Egoismus und Machtstreben.
Führe alle zu dir zurück, in deren Leben deine frohe Botschaft unwichtig geworden ist.
Dich loben und preisen wir,
jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast uns aufgerufen, gute Früchte zu bringen
und in unserem Wesen einem liebevoll sorgenden Gärtner zu gleichen.
Wir bitten dich:
Stärke in uns die Sehnsucht, uns zu gütigen, wohlwollenden und hilfsbereiten Menschen zu entwickeln.
Christus, höre uns.
Segne die Mühe und das Bestreben derer, die sich um Menschen sorgen und ihnen zu Hilfe eilen.
Christus, höre uns.
Lass deine Liebe und deinen Beistand besonders jene spüren, die zu Unrecht verdächtigt oder beschuldigt werden.
Christus, höre uns.
Lenke und begleite alle, die besondere Verantwortung tragen: in Kirche und Gesellschaft, in der Wirtschaft und in sozialen Bereichen.
Christus, höre uns.
Ermutige immer wieder neu alle, die neu vor einer Entscheidung stehen, sich durch eventuelle Nachteile nicht von der richtigen Entscheidung abhalten zu lassen.
Christus, höre uns.
Sei nahe den Sterbenden und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Christus, höre uns.
Herr Jesus Christus,
dir vertrauen wir uns an.
Für dein Wirken in uns und alle erhaltene Hilfe danken wir dir immer neu. – Amen.
Vater!
Im Glauben an deine Güte und deine Gerechtigkeit kommen wir mit unseren Bitten zu dir:
Für deine Kirche:
Um den ehrlichen Willen zur Umkehr dort, wo andere verletzt wurden.
Für eine intakte Natur:
Um wirksame Bemühungen aller zur Erreichung der Ziele für den Klimaschutz.
Für alle Kranken:
Um Geduld und Kraft, dass sie ihre schwierige Lebenssituation annehmen können.
Für uns selbst:
Um einen hoffnungsvollen Blick auch in uns nur negativ erscheinenden Lebenslagen.
Für unsere Verstorbenen:
Um deine Barmherzigkeit.
Gott, unser Vater!
Du schenkst uns unsere Lebenszeit,
in der wir immer wieder aufbrechen und zu dir umkehren können.
Dir gilt unser Dank und unser Lob jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
befreie uns durch dieses Opfer von unseren Sünden
und schenke uns die Kraft, auch den Brüdern zu vergeben,
wenn sie an uns schuldig geworden sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Herr Jesus Christus,
Du bist da - jetzt in diesen Gaben von Brot und Wein.
Du bist da mit deinem Leib und deinem Blut.
Mit dir feiern wir jetzt Mahl,
als deine geliebten Töchter und Söhne.
Deine Liebe stärke und durchdringe unser Leben,
unser Denken, unser Handeln und unser Tun. - Amen.
Kehrvers:
Der Herr hat Großes an uns getan, sein Name sei gepriesen. (GL 631,3)
oder:
Der Herr vergibt die Schuld und rettet unser Leben (GL 517)
Gott, du bist gut und barmherzig.
Wir haben allen Grund dir dafür zu danken und dich zu preisen.
Obwohl die Menschen sich von dir abwandten,
hast du ihnen immer wieder deinen Bund neu angeboten.
Kehrvers
Du hast auf das Schreien deines unterdrückten Volkes in Ägypten gehört
und Mose berufen, es aus der Knechtschaft des Pharao
in das verheißene Land heraufzuführen.
Kehrvers
Deine Propheten haben dein Volk immer wieder zur Umkehr gerufen
und es zurückgeholt, wenn es fremden Göttern nachlief
und sich ihrer Herrschaft unterwarf.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn hat vorgelebt, was es heißt:
Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.
Er hat ganz dir hingegeben gelebt,
war bereit, seinen Verfolgern zu vergeben
und seine Feinde zu lieben.
Kehrvers
Er lädt uns ein, uns von unseren Götzen loszusagen,
ihm nachzufolgen und das wahre und unvergängliche Leben zu suchen,
zu dem du uns berufen hast.
Dafür danken wir dir und stimmen wir ein in den Lobpreis aller,
die deine Stimme hören und deinem Ruf folgen.
Danklied, z. B. GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen deinen heiligen Namen.
Denn jetzt ist die Zeit der Gnade,
jetzt sind die Tage des Heiles.
Du hilfst uns, das Böse zu überwinden,
du schenkst uns von neuem die Reinheit des Herzens.
Du gibst deinen Kindern die Kraft,
in dieser vergänglichen Welt
das unvergängliche Heil zu wirken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dich
in deiner Kirche und vereinen uns
mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig...
MB Fastenzeit 2
Heute steht Beides vor uns:
Warnung und Zusage
vielleicht
weil wir die Warnung ohne Zusage nicht ertragen würden
weil uns der Mut zur Veränderung fehlen würde
weil uns die Kraft ausgehen würde
weil unsere Angst vor Veränderung zu groß wäre
so aber haben wir die Zusage gehört:
ich bin da
ich dein Gott
ich bin mit dir
darum können wir uns verändern
können wir Mut haben
können wir neue Kraft spüren
können wir unsere Angst Gott anvertrauen
wir haben die Zusage gehört:
ich bin, der ich bin
ich bin da für dich
ich bin dein Gott
wir müssen die Warnung ernst nehmen
und doch wir können es wagen
zu gehen
Schritt für Schritt
weil Gott mit uns ist
Herr und Gott,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt
und uns in dieser Speise
ein Unterpfand dessen gegeben,
was unseren Augen noch verborgen ist.
Lass in unserem Leben sichtbar werden,
was wir im Sakrament empfangen haben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Fastensonntag
Dienstag der 1. Woche
Herr Jesus Christus,
immer wieder schenkst du uns eine neue Chance,
wie es der Gärtner mit dem Feigenbaum tut.
Segne uns, dass wir unsere Chancen nutzen, Gutes zu tun,
in Werken der Liebe,
von dir zu reden,
anderen gute Worte zu sagen,
und uns als deine Töchter und Söhne zu bewähren. - Amen.
Buße ist ein belastetes Wort. Für viele verbinden sich damit gemischte Gefühle. Anmutungen von Gängeleien und Drohungen werden wach. Jedenfalls lässt Buße nichts Gutes vermuten. Und die Bibel scheint das noch zu untermauern. Das griechische Wort „metanoein“ ist ein Schlüsselwort der biblischen Botschaft und des christlichen Glaubens. Und „metanoein“ wird durchweg übersetzt mit „umkehren“ und „Buße tun“. Darauf scheint man sich seit jeher festgelegt zu haben. Bei näherem Hinschauen ist „metanoein“ ein eigenartiges, unbestimmtes, schillerndes und vielschichtiges Wort: Umkehr und Meinungsänderung, Bedauern und Reue, Buße und sittliche Haltung – alles ist möglich. Die Tendenz ist rückwärtsgerichtet bzw. moralistisch.
Wenn man dem griechischen Empfingen nachspürt und auf den Grund geht, steckt in „metanoein“ noch etwas anderes drin. Die zutreffende Übersetzung ist „umdenken“, und zwar in diesem Sinn: Wenn ich über mein Wissen, das ich bisher hatte, hinausgehe. Wenn ich über meine derzeitige Erkenntnis hinausgehe. Wenn ich meine bisherige Meinung über mich und andere ändere. Die Tendenz ist nach vorne gerichtet und meint Neuorientierung.
Jesus hat „metanoein“ wohl in dieser Richtung verstanden. Er geht über die gängigen Umkehrpredigten und über die übliche Umkehrfrömmigkeit hinaus, er lässt sie hinter sich. Er ruft nicht auf zur Umkehr und Buße, sondern dazu, dass ich mein Wesen wandle, meine Lebenseinstellung ändere, mich neu orientiere, mich nach vorne ausrichte und meinem Leben eine neue Richtung gebe. Manchmal habe ich Angst vor Neuem und will mich ins Vergangene und Vertraute flüchten. Dennoch: Ich bin eingeladen und dazu ermutigt, mein Denken, meine inneren Haltungen, meine Wertvorstellungen zu überprüfen. Zu schauen, ob die Ziele noch stimmen, die ich mir gesetzt habe. Ob sie noch dazu dienen, dass mein Leben gelingt, oder ob sie mich in die Irre führen.
Herr, du kennst mich.
Ich bin weder ganz gut noch ganz schlecht,
weder gottlos noch gerecht.
Bei mir folgt auf das Vergehen die Buße
Und auf die Vergebung wieder die Sünde.
Das ist nicht gut.
Herr, ich hoffe auf dein Heil,
obwohl ich dir nicht treu gedient habe.
An einem einzigen Tag ändere ich mich tausendmal,
wie ein Rad drehe ich mich unzählige Male.
Mit meinem Weizen ist der Unkraut vermischt,
und der gute Samen wächst
unter den Dornen auf dem Acker deines Knechtes.
Sei barmherzig, Herr, mit meinem Wankelmut.
Geh nicht ins Gericht mit meiner Unbeständigkeit.
Du der ewig Beständige, der sich nicht wandelt,
du bist mir Anfang, Ende und Mitte.
Ein bedeutender Mann wird zu Grabe getragen.
Einer von denen, „die sich verdient gemacht haben.“
Die Kirche ist voll beim Begräbnisamt.
Voll wie der Mund des Predigers,
der den Nachruf zu sprechen hat,
der den Verstorbenen rühmt,
als ginge es um einen Heiligsprechungsprozess.
Nur seine Witwe denkt: „Wenn die wüssten…“
Noch weiß sie selber nicht.
Noch ahnt sie und fürchtet nur.
Zwei Telefonnummern in der Tasche des Toten
weisen eine Spur.
Ein Anruf, ein Treffen bringt die Gewissheit:
Der angesehene Mann mit langem Nachruf
hat ein Doppelleben geführt.
Alles war so harmonisch und gut
auch in der Familie.
Und nun geht ein Riss durch das Foto.
War alles nur Lüge: der treue Ehemann,
der sorgende Vater, das Engagement in der Kirche?
Hat er sich selber belogen, geliebt, gehasst?
Hat er selber gelitten unter der Schizophrenie?
Und vor allem: Was wird Gott dazu sagen?
Gott, wir danken dir,
dass du kein Gott bist,
der aus göttlicher Herrlichkeit und Weltferne,
auf das Elend der Menschen herabsieht,
sondern dass du das Elend und die Not siehst
und Partei ergreifst für die Unterdrückten.
Zeige dich auch heute als dieser Gott!
Nimm alle Religionen,
alle christlichen Kirchen dafür in deinen Dienst!
Lass sie nicht über die Menschen herrschen,
sondern ihnen zum Leben dienen
in Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.
Zeige dich auch heute als dieser Gott!
Bekehre die Mächtigen, die nur auf ihr „gutes Recht“ pochen
und dabei Menschen und Völker unterdrücken und ausbeuten.
Hilf, dass alle Menschen erfahren,
dass überall das versprochene Land ist,
wo sie leben können in Fülle,
heiliger Boden, wo wir dir begegnen.
Aus: Ferdinand Kerstiens, Fragender Glaube – Kraft zum Widerstand, Glaubenswege durch das Lesejahr C. Luzern 2003.
Im Wort
manifestiert
im Namen
greifbar geworden
und doch so fern
doch so nah
der „Ich bin da“
ist da
bleibt da –
führt dich
durch Wüsten
[…]
Die Künstlerin Candy Chang schuf das Original im Jahr 2011 an einem verlassenen Haus in New Orleans, nachdem sie einen geliebten Menschen verloren hatte. Ihr fiel auf, wie sehr Gespräche über den Tod vermieden werden. Um darüber ins Gespräch zu kommen, strich sie eine Hauswand mit schwarzer Tafelfarbe und schrieb darauf: „Before I die, I want to…“ Mehr nicht. Nach einem Tag war die Wand voll mit den Träumen und Gedanken der Passanten. „Before I die I want to … sing for millions, plant a tree, hold her one more time, see my daughter graduate, abandon all insecurities, be completely myself…“ Die Anonymität des öffentlichen Raums, so war sich die Künstlerin sicher, erlaubte es auch zurückhaltenden Menschen, ihre persönlichen Vorstellungen und Wünsche mit anderen zu teilen.
https://www.erzbistum-muenchen.de/ordinariat/ressort-4-seelsorge-und-kirchliches-leben/stadtpastoral/cont/86765
Bei der Aschermittwochsliturgie, seinem letzten großen Gottesdienst vor dem Rücktritt, hat Papst Benedikt XVI. die Gläubigen in der Fastenzeit zu Erneuerung und Bekehrung aufgerufen. Die Fastenzeit diene gerade dazu, die Haltungen und konkreten Handlungen zu erneuern. "Heute sind viele bereit, sich die Kleider zu zerreißen angesichts von Skandalen und Ungerechtigkeiten - die natürlich von anderen begangen worden sind -, aber wenige nur scheinen bereit, am eigenen Herzen zu arbeiten, am eigenen Gewissen und an den eigenen Intentionen, und dabei dem Herrn die Wandlung, Erneuerung und Bekehrung zu überlassen", sagte der Heilige Vater.
Es sei wichtig, sich dessen zu besinnen und dies in dieser Fastenzeit zu leben: Jeder müsse sich bewusst sein, dass der Weg der Buße nicht alleine bewältigt werden könne, sondern gemeinsam mit den vielen Brüdern und Schwestern in der Kirche, so der Papst. "Ich denke besonders an die Sünden gegen die Einheit der Kirche, an die Spaltungen im Leib der Kirche. Die Fastenzeit in einer intensiveren und sichtbareren kirchlichen Gemeinschaft zu leben, und die Individualismen und Rivalitäten zu überwinden, ist ein demütiges und kostbares Zeugnis für jene, die dem Glauben fern stehen oder gleichgültig sind", erklärte der Heilige Vater.
http://diepresse.com/home/panorama/religion/1344103
© DiePresse.com - 13.02.2013 | 18:29 | (DiePresse.com)
Aus dem Wasser kommt alles Leben,
auch was ich heute an Land
und in den Lüften tummelt.
In der Natur ständig sich ändernd
in Farbe und Gestalt
Felsen aushöhlend
und Steine abschleifend:
unbändige Kraft.
Trägt Leben in sich,
nährt Pflanze und Fisch
und was sonst noch sich in ihm regt.
Nach schweißtreibender Wanderung
schöpf ich davon,
brennenden Durst zu löschen
und labe ermüdete Füße
in dem kühlen erfrischenden Nass.
Wasser: Wohltat für alles, was lebt.
An heißen Tagen spring ich hinein,
darin zu schwimmen, zu tauchen.
Wasser ist unser wichtigstes Nahrungsmittel.
Wir brauchen es als Getränk,
zum Kochen und Backen.
Wasser brauchen wir zur Reinigung
des Körpers und der Wäsche.
Wasser - ein Sinnbild des Lebens,
köstliche Gabe Gottes für uns.
Doch seinen Wert lernen wir meistens erst schätzen,
wenn es uns fehlt.
Mit Wasser wurden wir getauft,
von aller Schuld gereinigt,
auf dass neues Leben in uns gedeihe,
Leben mit Christus.
Mit Gottes Geist in der Taufe begabt,
auf dass göttliches Leben in uns gedeihe.
Leben mit Christus, der sagt:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Leben mit Christus - ewiges Leben.
"Jeder Baum, der keine guten Früchte hervorbringt,
wird umgehauen und ins Feuer geworfen."
(Mt 17, 19; Mt 12, 33)
So haben es die Gärtner zurzeit Jesu getan,
denn vom Ertrag ihrer Bäume lebten sie.
Soll das nun auch für Menschen gelten?
Jesus denkt anders über den Menschen.
Zwar mahnt er uns zur Umkehr,
doch auch den Baum,
der schon jahrelang keine Früchte mehr bringt,
haut er nicht um.
Vielmehr meint er,
man müsse dem Boden gute Nahrung geben,
damit der Baum sie aufnehmen
und wieder Früchte bringen kann.
Das endgültige Urteil über den Menschen
steht allein Gott zu
am Ende unseres Lebens. (vgl. Lk 13, 6 - 9)
Auch mich hat Gott gepflanzt,
damit ich gute Früchte bringe.
Was ist aus mir geworden?
Was habe ich aus mir gemacht?
Bringe ich die Früchte,
die Gott von mir erwartet?
Ich kann die Botschaft und die Taten Jesu
täglich lesen und in der Kirche hören.
Welche Wirkung zeitigt das bei mir?
Irgendwann - ich kann den Tag nicht wissen -
ist meine Frist zu Ende in meiner Todesstunde.
Nutze ich die Zeit, die mir gegeben ist?
Aus: Werner Eizinger, Wie Weihrauch steige mein Gebet vor dir auf, Meditative Gottesdienste mit Symbolen, Regensburg 2008.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Aktivität für die Begegnung mit Mose geht von Gott aus. Mose wird mit Namen angesprochen. Mose reagiert gemäß der religiösen und kultischen Tradition: Er zieht die Schuhe aus und verhüllt sein Angesicht.
Der brennende und nicht verbrennende Dornbusch zeigt die "erschreckende Gefährlichkeit", aber auch die "Überwindung der Gefährlichkeit". Gott spricht - so die Interpretation - durch einen Engel zu Mose.
Mose erhält den Auftrag: "Und jetzt geh!" In diesem Auftrag ist die Zusicherung Gottes hinein genommen, der sich seines Volkes erbarmt hat. Er wird nun sein Volk aus Ägypten führen. Mose wird sein Prophet, "Mittler" und Führer auf diesem Weg.
Das Buch Exodus ist das zweite Buch des Pentateuch, der fünf Bücher Mose, und hat als solches ebenso mit den Textschwierigkeiten wie die anderen vier Bücher zu kämpfen. Speziell die Lesung des heutigen Tages geht auf unterschiedliche Textquellen zurück und hat redaktionelle Bearbietungen erfahren. Als ein Kennzeichen unterschiedlicher Verfasser bzw. Redaktoren ist der Wechsel der Gottesbezeichnungen ("Jahwe" und "Elohim") zu nennen. Unsere Lesung ist ein Produkt der Zusammenführung von den beiden Verfassern. So wird die Berufungserzählung des Mose (genauer 3,1b. 4b. 6. 9-14) dem Elohisten zugeschrieben.
Eine aussergewöhnliche Naturerscheinung lässt Moses aufblicken und eine Gotteserfahrung zuteil werden. Der Ruf des Herrn ergeht an Mose. Die Gottesvorstellung ist zweigeteilt und umklammert die Berufung des Mose. Vers 6 offenbart sich Jahwe als Gott der Väter. In Vers 14 gibt Jahwe dem Mose seinen Namen preis, der wiederum Auskunft über die Eigenschaften Gottes gibt: Ich bin der "Ich bin da" - gestern, heute, morgen und darüber hinaus - ohne zeitliche und räumliche Trennung. Dazwischen eingebettet ist die Berufung und die Beauftragung des Mose, verbunden mit der Landverheißung, die erst im Buch Josua (also nach dem Pentateuch) Wirklichkeit werden wird.