Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der HERR, der einen Weg durchs Meer bahnt,
einen Pfad durch gewaltige Wasser,
der Wagen und Rosse ausziehen lässt,
zusammen mit einem mächtigen Heer;
doch sie liegen am Boden und stehen nicht mehr auf,
sie sind erloschen und verglüht wie ein Docht.
Der Herr spricht:
Denkt nicht mehr an das, was früher war;
auf das, was vergangen ist, achtet nicht mehr!
Siehe, nun mache ich etwas Neues.
Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?
Ja, ich lege einen Weg an durch die Wüste
und Flüsse durchs Ödland.
Die wilden Tiere werden mich preisen,
die Schakale und Strauße,
denn ich lasse in der Wüste Wasser fließen
und Flüsse im Ödland,
um mein Volk, mein erwähltes, zu tränken.
Das Volk, das ich mir geformt habe,
wird meinen Ruhm verkünden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Groß hat der Herr an uns gehandelt.
Da waren wir voll Freude. – Kv
(Oder GL 432)
Als der HERR das Geschick Zions wendete,
da waren wir wie Träumende.
Da füllte sich unser Mund mit Lachen
und unsere Zunge mit Jubel. - Kv
Da sagte man unter den Völkern:
Groß hat der HERR an ihnen gehandelt!
Ja, groß hat der HERR an uns gehandelt.
Da waren wir voll Freude. - Kv
Wende doch, HERR, unser Geschick
wie die Bäche im Südland!
Die mit Tränen säen,
werden mit Jubel ernten. - Kv
Sie gehen, ja gehen und weinen
und tragen zur Aussaat den Samen.
Sie kommen, ja kommen mit Jubel
und bringen ihre Garben. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Schwestern und Brüder!
Ich halte dafür, dass alles Verlust ist,
weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn,
alles überragt.
Seinetwegen habe ich alles aufgegeben
und halte es für Unrat,
um Christus zu gewinnen
und in ihm erfunden zu werden.
Nicht meine Gerechtigkeit will ich haben,
die aus dem Gesetz hervorgeht,
sondern jene, die durch den Glauben an Christus kommt,
die Gerechtigkeit, die Gott schenkt aufgrund des Glaubens.
Christus will ich erkennen
und die Macht seiner Auferstehung
und die Gemeinschaft mit seinen Leiden,
indem ich seinem Tod gleich gestaltet werde.
So hoffe ich, auch zur Auferstehung von den Toten zu gelangen.
Nicht dass ich es schon erreicht hätte
oder dass ich schon vollendet wäre.
Aber ich strebe danach, es zu ergreifen,
weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin.
Brüder und Schwestern, ich bilde mir nicht ein,
dass ich es schon ergriffen hätte.
Eines aber tue ich:
Ich vergesse, was hinter mir liegt,
und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.
Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis:
der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir! – Kv
Kehrt um zu mir von ganzem Herzen;
denn er ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Huld
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
ging Jesus zum Ölberg.
Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel.
Alles Volk kam zu ihm.
Er setzte sich und lehrte es.
Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau,
die beim Ehebruch ertappt worden war.
Sie stellten sie in die Mitte
und sagten zu ihm: Meister,
diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt.
Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben,
solche Frauen zu steinigen.
Was sagst du?
Mit diesen Worten wollten sie ihn auf die Probe stellen,
um einen Grund zu haben, ihn anzuklagen.
Jesus aber bückte sich und
schrieb mit dem Finger auf die Erde.
Als sie hartnäckig weiterfragten,
richtete er sich auf
und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist,
werfe als Erster einen Stein auf sie.
Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.
Als sie das gehört hatten,
ging einer nach dem anderen fort,
zuerst die Ältesten.
Jesus blieb allein zurück
mit der Frau, die noch in der Mitte stand.
Er richtete sich auf
und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben?
Hat dich keiner verurteilt?
Sie antwortete: Keiner, Herr.
Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht.
Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Erzählung von der Ehebrecherin, die Jesus vor der Steinigung bewahrt, hören wir gerne. Aber wie kann es danach weitergehen? Versöhnungspraxis geht über das Vergeben und Buße tun hinaus.Wir müssen lernen, mit menschlichem Versagen zu leben.
Dass Computer nicht immer das tun, was Bediener von ihnen erwarten, ist leidlich bekannt. Häufiger sitzt allerdings der Fehler vor dem Computer und nicht im Computer, behaupten die Programmierer. Wir erwarten von der Technik, dass sie uns hilft, menschliches Fehlverhalten zu minimieren. Ganz gelingt das nicht, wie der Absturz von nagelneuen Flugzeugen in letzter Zeit uns in Erinnerung gebracht hat. Unzureichend ausgeklügelte Software habe zu den katastrophalen Unfällen geführt.
Dass Menschen Fehler machen, meist ungewollt oft aber auch gewollt, damit müssen wir leben. Auch höhere Strafen und "Null-Tolerenz" können nicht verhindern, dass Menschen Dinge tun, die ihnen selbst, andere und auch der Gesellschaft schaden. Wir müssen auch damit leben, dass wir selbst Fehler machen. Sogar gut Gemeintes kann unter Umständen zum Gegenteil von Gutem werden.
Den Schriftgelehrten und Pharisäern, die Jesus mit einer Stellungnahme zu einem konkreten Fall von Ehebruch in Verlegenheit bringen wollten, hielt er entgegen: "Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein". Ein Wort, das auch heute allen gesagt werden muss, die versucht sind, das Recht selbst in die Hand zu nehmen, aber auch jenen, die sich über die Unmoral der anderen ereifern.
Wir leben in einem ständigen Spagat zwischen ethischen Idealen und menschlichen Schwächen und Fehlern. Gerne stellen wir uns auf die Seite Jesu, der die Frau vor dem gewaltsamen Zugriff der sie Verurteilenden rettet. Die größere Herausforderung für uns beginnt aber erst nach dem "Auch ich verurteile dich nicht". Es sagt sich leicht: "Gehe und sündige von jetzt an nicht mehr!"
Die meisten Menschen versuchen, die Fehler, die sie einsehen, nicht mehr zu begehen. Aber wer kennt nicht, was der Apostel Paulus mit den Worten beschreibt: "Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen. Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das vollbringe ich." (Röm 7,18-19). Da hilft meist auch kein eifriges Beichten. Jesus fasst dieses Dilemma im Gleichnis vom Unkraut im Weizen zusammen; (Mt 13,24-30). Mit der Gegebenheit, dass zusammen mit dem Guten, das wir wollen, auch Böses gedeiht, müssen wir leben, ohne das Ringen um das Gute aufzugeben.
Ich lade Sie ein zu überlegen, wie Sie sich die Fortsetzung der Geschichte dieser Frau vorstellen können. Wo wird sie hingegangen sein? Zum betrogenen Ehemann? Zum Freund? In die Herkunftsfamilie? Für die damalige Zeit ist das alles schwer vorstellbar.
Mit Jesus zogen eine Reihe von Personen mit angeschlagenem Leumund (vgl. Lk 8,1-3). Was müssen das für Männer und Frauen gewesen sein, die ihre Familien verlassen haben und mit Jesus umhergezogen sind! Matthäus war Zöllner, andere gehörten vorher Gruppen von Aufständischen an. Von den genannten Frauen heißt es, dass Jesus sie von bösen Geistern und Krankheiten geheilt habe. Diese seltsame Gesellschaft Jesu versuchte, die Gesellschaft zu verändern. Sie lebten die Ideale, die Jesus gepredigt hat. Nicht immer gelang es ihnen. Die Apostelgeschichte weiß davon zu erzählen (vgl. Apg 5,1ff: Hannanias und Saphira). Hohe Ideale verleiten zur Scheinheiligkeit.
Die Kirche ist auch heute nicht eine Gemeinschaft von Fehlerlosen. Zu allen Zeiten war und ist sie gefordert, mit menschlichem Versagen zu leben. Das bringt enorme Spannungen mit sich und ein großes Konfliktpotential: Wie christlich umgehen mit Menschen, denen die christlichen Ideale zu hoch sind, die daran gescheitert oder zerbrochen sind? Mit Priestern, die nicht mit dem einst gelobten Zölibat zurechtkommen, mit Menschen, deren Ehe zerbrochen ist, mit Menschen, die ihre Familie im Stich gelassen haben, mit Menschen, die Unmündige missbraucht haben, mit Menschen, die sich am öffentlichen Gut bereichert haben oder mit Straftätern, die in den gesellschaftlichen Alltag zurückkehren wollen?
Ich fürchte, wir haben es uns mit der Beicht- und Bußpraxis in den vergangenen Jahrzehnten oft zu einfach gemacht. Mit der Lossprechung allein ist noch nicht viel getan, auch nicht mit dem einen oder anderen Bußwerk. Auch hartes Durchgreifen und "Null-Toleranz" lösen das Problem nicht. Der Apostel Paulus fordert in seinem Brief an die Galater (6,2): "Einer trage des anderen Last." Die eigenen Unvollkommenheiten und die Schwächen der Mitmenschen zu ertragen und mit ihnen gut umgehen zu lernen ist ein unverzichtbarer Teil christlicher Versöhnungspraxis.
Barmherzigkeit ist die große Charaktereigenschaft unseres Gottes. Wie Barmherzigkeit in einer konkreten Situation geübt werden kann, zeigt Jesus in der Erzählung von der Ehebrecherin.
In der Erzählung vom Umgang Jesu mit der Ehebrecherin tritt Jesus für die Angeklagte ein. Er wendet sich gegen offensichtliches Unrecht und stell sich auf die Seite der Schwachen. Ähnliches versucht die Aktion Misereor, wenn sie sich hinter die Menschen im Amazonasgebiet stellt und für ihre Rechte eintritt.
Jesaja verkündet Hoffnung für sein Volk, das aus der Heimat vertrieben in der Fremde leben muss. Er sieht Neues aufkeimen, obwohl die Lage seines Volkes alles andere als gut war. Er sieht das Wirken Gottes auch in der Fremde. Auch wir können im Engagement so vieler Menschen für Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, Zeichen für das Wirken Gottes im gegenwärtigen Flüchtlingsansturm sehen.
Lieder:
GL 142: Zu dir, o Gott erheben wir die Seele mit Vertrauen
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünde
GL 267: O Mensch, bewein dein Sünde groß
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein
GL 271: O Herr, aus tiefer Klage erheb ich mein Gesicht
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld
GL 274: Und suchst du meine Sünde, flieh ich von dir zu dir
GL 289: O Haupt voll Blut und Wunden
GL 290: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
GL 359: O selger Urgrund allen Seins
GL 427: Herr, deine Güt’ ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 437: Meine engen Grenzen (1. und 4. Str.)
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL Ö814: O höre, Herr, erhöre mich, aus meiner Not errette mich
GL Ö815: Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt
Psalmen und Kehrverse:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil. - Mit Psals 27 - IV.
GL 69: Der Her hat Großes an uns getan, sein Name sei gepriesen. - Mit Psalm 126 - IX.
GL 517: Der Herr vergibt die Schuld und rettet unser Leben - Mit Psalm 40 (GL 41,2) - IV.
GL 631,3-4: Der Her hat Großes an uns getan, sein Name sei gepriesen. - Mit Magnificat - IX.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 146 (GL 77,2) - VII.
GL 629,1: Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 - I
GL 639,1-2: Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner. - Mit Psalm 51 - IV.
GL 639,3-4: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle. - Mit Psalm 130 - II.
GL 640: Herr, unser Gott, bekehre uns...
Glücklich kann sich preisen, wer nicht in die Mühlen der Gerechtigkeit gerät. Sie können unerbittlich und hart sein. Und dennoch brauchen wir sie, denn Schuld und Unrecht muss zur Sprache gebracht werden. Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit kann jedoch unmenschlich werden.
Wenn wir dem Ruf Jesu zur Umkehr folgen, werden wir mit beidem konfrontiert: dem Einfordern von Gerechtigkeit aber auch der Forderung, barmherzig wie unser himmlischer Vater zu sein. In der Vorbereitung auf das Osterfest werden wir herausgefordert, uns dieser Spannung zu stellen.
Am Beginn dieses Gottesdienstes treten wir vor Gott hin und bitten wir ihn um Vergebung unserer Schuld:
Ich bekenne…
Guter Gott, barmherziger Vater,
wir bitten dich um Vergebung unserer Treulosigkeiten,
den kleinen und den großen.
Herr, erbarme dich unser.
Wir bitten dich um Vergebung unserer Hartherzigkeiten,
den offen sichtbaren und den heimlichen.
Christus, erbarme dich unser.
Wir bitten dich um Vergebung für alle Steine,
die wir auf andere geworfen haben durch Worte und durch Taten
und für die Steine, die wir anderen in den Weg gelegt haben.
Herr, erbarme dich unser.
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Herr, Jesus Christus,
du hast die Ehebrecherin vor dem unerbittlichen Urteil der Schriftgelehrten gerettet und ihr neues Leben ermöglicht.
Wir bitten dich:
Für alle Eheleute, deren Ehe zerbrochen ist.
Gib ihnen und allen mit ihnen Betroffenen die Chance eines Neubeginns.
Für alle Leidtragenden zerbrochener Ehen und Beziehungen:
Lass ihre Wunden heilen und gib ihnen Kraft zu vergeben.
Für die Kirche, die sich schwer tut mit Personen, deren Ehen und Beziehungen nicht den kirchlichen Idealen entsprechen.
Zeige ihr Wege, wie sie der Not der Betroffenen gerecht werden kann.
Für alle Menschen, die unter der Schuld, die sie auf sich geladen haben, leiden.
Lass sie nicht daran zerbrechen und eröffne ihnen Wege zu Vergebung und Versöhnung.
Für unsere Verstorbenen.
Erlöse sie aus aller Schuld und lass sie Vergebung und Versöhnung finden.
Du, Herr, gehst mit uns
und hilfst uns, die Last unserer eigenen Schuld und die Last der Schuld anderer zu tragen.
Wir danken dir dafür. – Amen.
Durch die Erfahrung von Gottes rettendem Handeln in den Nöten unseres Lebens
können wir in unserem Glauben an ihn reifen und wachsen.
Ihn lasst uns bitten:
In der Taufe wird uns durch die Kraft des Heiligen Geistes neues Leben als Kinder Gottes geschenkt.
Beten wir für alle, die sich in diesen Wochen auf ihre Taufe in der Osternacht vorbereiten.
Gegenseitige Schuldzuweisung, Misstrauen und Lebensängste spalten ganze Nationen.
Beten wir für die von einer unsicheren Zukunft Betroffenen,
dass sich ihre gewählten Vertreter auf einen gemeinsamen Weg einigen können.
Die Einsicht und Erkenntnis eigener Fehler und Unzulänglichkeiten fällt uns oft schwer.
Helfen wir dabei einander, indem wir andere nicht be- oder verurteilen.
Innere Reifungsprozesse oder äußere Notwendigkeiten bedingen oft einen kompletten Neustart im menschlichen Leben.
Beten wir für alle, die ihrem Leben eine neue Wendung geben wollen oder müssen.
In diesen Wochen der Fastenzeit bereiten wir uns auf die Feier des Sterbens und der Auferstehung Jesu vor.
Beten wir für unsere Verstorbenen um das Geschenk der ewigen Osterfreude.
Wir bitten dich Vater,
erneuere in uns deinen Geist,
dass er uns zu einer tieferen Teilnahme am Leiden und Sterben Jesu befähigt.
Dich den dreieinen Gott, loben und ehren wir
jetzt und in Ewigkeit. - Amen.
Erhöre uns, allmächtiger Gott.
Du hast uns durch dein Wort
zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen.
Reinige uns durch dieses Opfer
und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Kehrvers:
"Lobe den Herrn meine Seele!" (GL 58,1)
Wohl dem, dessen Halt der Gott Jesu ist,
und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt.
Der Herr hat Himmel und Erde gemacht,
das Meer und alle Geschöpfe;
er hält ewig die Treue.
Kehrvers
Recht verschafft er den Unterdrückten,
den Hungernden gibt er Brot;
der Herr befreit die Gefangenen.
Der Herr öffnet den Blinden die Augen,
er richtet die Gebeugten auf.
Kehrvers
Der Herr beschützt die Fremden
und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht.
Der Herr liebt die Gerechten,
doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre.
Kehrvers
Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen,
und richtet alle Gebeugten auf.
Kehrvers
Ich will dich rühmen, mein Gott und König,
und deinen Namen preisen immer und ewig.
Ich will dich preisen Tag für Tag
und deinen Namen loben immer und ewig.
(Nach Psalm 146 und 145)
Danklied z.B.: Hoch sei gepriesen unser Gott (GL 384)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deines Erbarmens zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn wiederum kommen die Tage,
die seinem heilbringenden Leiden und
seiner glorreichen Auferstehung geweiht sind.
Es kommt der Tag des Triumphes über den alten Feind,
es naht das Fest der Erlösung.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 2
Gott
tausendfach suchen wir Wege
dorthin
wo das Leben besser sein soll
Tausendfach
rennen wir dabei in die Irre
sind allein
schutzlos
erschöpft und resigniert
Doch du, Gott
gehst uns nach
wohin unsere unbestimmte Sehnsucht
uns auch treibt
wo immer wir meinen
dass ein besseres Leben auf uns wartet
Durch dich erfahren wir
Stärkung
Ermutigung,
Schutz und Gemeinschaft
tausendfach
Du führst uns Wege
dorthin
wo das Leben wirklich besser ist
in deine Nähe
und Geborgenheit
Allmächtiger Gott,
du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Mahl wir empfangen haben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Treuer, barmherziger Gott,
am Ende dieser Feier danken wir,
bei dir Trost, Halt und Wege zu finden.
Deine Liebe verwandelt
Anklagen in Freispruch,
Angst in Freude,
Verlorenheit in Zukunft.
Du gehst mit uns in die neue Woche.
Wir schauen in unsere Terminkalender,
wir erwarten Auseinandersetzungen,
wir sehnen uns nach Anerkennung.
Lass uns aus deiner Liebe Kraft schöpfen
und den Mut, füreinander einzustehen.
Segne uns und behüte uns,
lass dein Angesicht über uns leuchten,
schenke uns deinen Frieden.
Im Namen Jesu,
in der Kraft deines Geistes,
heute,
und in Ewigkeit.
Die Versuchung ist groß.
Groß - den Splitter im Auge des Anderen zu sehen.
Groß - nach Steinen zum Werfen zu suchen
Groß - sich am Versagen des Nächsten zu weiden
Größer ist Gottes Barmherzigkeit
Größer - als der Balken in unserem eigenen Auge
Größer - als die Steine, die wirklich geworfen werden
Größer - als die eigenen Sünden und die eigene Schuld
So stellen wir uns unter den Segen dessen, dessen liebende Vergebung uns immer wieder neu anfangen lässt und der uns nun sendet, diese Barmherzigkeit in unserem Leben zu bezeugen.
So segne Euch der barmherzige Gott,
der Vater...
Enttäuschung ist eine Funktion der Erwartung, würden die Philosophen sagen, und Heuchelei ist eine Funktion der überzogenen Ansprüche. Die täglich erlebbare Diskrepanz zwischen moralischem Anspruch und erzieherischer Wirklichkeit führt entweder zum konservativen Zynismus - der unvergessene CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß pflegte zu sagen, dass man seine Grundsätze hoch genug halten muss, um aufrecht darunter durchgehen zu können -, oder zum totalen Realitätsverlust. Beide Varianten waren in der katholischen Kirche Österreichs immer vertreten...
Nach zwei schweren Flugzeugunglücken kündigt der US-Flugzeughersteller an, die Software der betroffenen Modelle 737 Max zu aktualisieren.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/wirtschaft/international/5594057/
Große Gesellschaften auf der ganzen Welt konstruierten sich übernatürliche Sittenwächter, damit sie nicht in ethnische Gruppen zerfallen. Das heißt, sie entstanden nicht erst mithilfe des Glaubens an strafende Gottheiten, berichtet ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/science/5600126/
Zuvor war Atletico-Trainers Diego Simeone für eine ähnliche Geste im Hinspiel ebenfalls bestraft worden.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/sport/fussball/5599647
Gibt es, so könnten wir fragen, die Wahrheit, felsenfest und unumstößlich? Gibt es Wahrheiten, die als tiefste Form der Übereinstimmung so klar sind, dass sie als Ausgangspunkte von seelsorglicher und therapeutischer Arbeit gelten könnten? Mit diesen Fragen nach der Wahrheit geraten wir natürlich für die von Psychotherapie und Seelsorge reservierten Bezirke auf ein spannendes, um nicht zu sagen spannungsgeladenes Feld. Die naturwissenschaftlichen Wahrheiten hier und die Glaubenswahrheiten dort verlangen nach einem möglichst neutralen Boden, wo Begegnung nicht zur Farce wird, sondern als Ausgangspunkt helfenden Tuns für beide Seiten möglich erscheint.
Jorge Bucay, 1949 in Buenos Aires geboren, argentinischer Psychiater und Psychotherapeut, ein wunderbarer Meister der großen und kleinen Wahrheiten des Lebens, nennt in seinem Buch Geschichten zum Nachdenken drei Gedanken, die für ihn so sicher und verlässlich seien, wie sie es nach gesundem Menschenverstand nur sein könnten. Mit dem ersten dieser Gedanken müssen wir uns hier kurz befassen, weil er mir sowohl für die Psychotherapie als auch für die Seelsorge zur Grundvoraussetzung heilsamer Begegnung geworden ist. Und dieser Gedanke lautet kurz und bündig: "Was ist, das ist." Der Satz kann an Schlichtheit nicht übertroffen werden. Auf viele mag er banal wirken. Um aber zu wissen, dass "das, was ist, ist", muss man zunächst einmal akzeptiert haben, dass die Geschehnisse, die Dinge, die Situationen eben so sind, wie sie sind. Das ist der Ausgangspunkt jedes vertrauensvollen Gespräches als tiefste und erste Form der gegenseitigen Anerkennung und Anteilnahme:
Die Wirklichkeit ist nicht so, wie ich sie gerne hätte.
Sie ist nicht so, wie sie sein sollte.
Sie ist nicht so, wie man mir gesagt hat, dass sie sei.
Sie ist nicht so, wie sie einmal war.
Noch ist sie so, wie sie morgen sein wird.
Die Wirklichkeit um mich herum ist, wie sie ist.
Die Voraussetzung dafür, einen Weg zu beginnen, besteht im lapidaren Eingeständnis, dass ich bin, wo ich bin. Wenn der "Standpunkt" nicht "eingestanden" wird, kann er auch nicht vertreten werden und schon gar nicht als Ausgangspunkt meines Weges dienen. Weil ich einen Weg nur dort beginnen kann, wo ich gerade stehe, muss ich zunächst die Dinge so akzeptieren, wie sie sind. Wenn ich diesen verlässlichen Ausgangspunkt nicht anerkenne, kann es keinen Weg geben und in der Folge auch keine wirkliche Begegnung. Dass eine solche Übereinkunft die Wahrheit betreffend nicht nur möglich, sondern auch für andere helfende Berufe sinnvoll erscheint, versucht die Psychotherapie durch ihre Arbeit verstehbar zu machen.
Daraus folgt in direkter Ableitung, dass auch ich bin, wer ich bin. All unsere Neurosen beginnen damit, mutmaßt Bucay, dass wir versuchen, jemand zu sein, der wir nicht sind. "Alles begann an jenem grauen Tag, an dem du aufhörtest, stolz 'Ich bin!' zu sagen." Stattdessen fingst du an 'Ich sollte sein!' zu denken.
Und wenn es schon schwierig ist, zu akzeptieren, dass ich bin, wer ich bin, wie viel schwieriger mag es dann manchmal sein, im Anderen den zu sehen, der er ist, nicht so, wie ich ihn haben will, nicht so, wie er mir passt, nicht so, wie er einmal war oder demnächst sein wird. Er ist, wie er ist. Dies zu akzeptieren bedeutet, ihn zu respektieren und nicht von ihm zu verlangen, dass er sich ändert. Bucay "definiert" deshalb Liebe "als die uneigennützige Aufgabe, Raum zu schaffen, damit der andere sein kann, wer er ist". Ein liebevolleres Nachdenken über die Wahrheit und eine bessere Beschreibung der Aufgabe von Psychotherapie und Seelsorge habe ich bisher nicht finden können. Auch Lehren und Handeln des Weisen von Athen und des Mannes aus Nazareth lassen sich mit diesen Worten wunderbar benennen.
dein Wort war schlicht und doch gewaltig
wenn du erzähltest, dass ein Körnchen Glaube
genügte, wahre Wunder zu vollbringen
wenn du von Schwachen sprachst, von Letzten, Heiden
von Ewigkeit, Vater, Sattwerden und Himmel
Kinder am allerwichtigsten fandst, Vorbild nanntest
und alle Menschen gleich vor Gott
selbst die Reichen, selbst die Männer
du scheutest nicht, Mächtigen zu widersprechen
bist von deiner Botschaft nicht abgerückt, auch
wenn sie drohten
begabst dich in Gefahr um anderer willen,
warst aber klug
wie die Schlange, um oft der Falle zu entgehn
suchtest dir Freunde quer durch die Gesellschaft
blicktest ins Herz und nicht auf den Beruf
hattest keine Angst vor Frauen, jedoch auch
leider keine Zeit für Eine, das soll gesagt sein
kanntest deine Pappenheimer und nahmst sie
trotzdem ernst
holtest sie in deine Stille, auf den Berg
bis sie starke Menschen wurden, dennoch fehlbar
das war dir klar, solange Hähne krähen
du wolltest Leben, auf lange Zeit, für alle Menschen
deshalb schenktest du dein eigenes her
wagtest sogar die totale Verlassenheit,
fast Ungläubigkeit
in deiner Liebe, in deinem letzten Schrei.
Aus: Iris Mandl-Schmidt, Schaff meinen Gedanken einen Weg. Gebete ins Konkrete. Matthias-Grünewald-Verlag Mainz 2001.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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In diese Situation hinein kommt das Wort des Propheten. Er erinnert das Volk an Gottes Taten und stellt klar: Gott handelt wieder und noch größer. Wenn weder Berge noch Meer eine Barriere für Gott darstellen und wenn jedes Lebewesen Gott preist, dann sollte der Glaubende es erst recht tun.
In Jesaja 42 werden die Babylonier angesprochen als Blinde und Taube, die sich dem Anspruch Gottes verschließen. Das aber ist falsch. Denn das neue beginnt. "Jetzt aber fürchte dich nicht. Ich habe dich ausgelöst" beginnt das 43. Kapitel. Die Rückkehr und das Versprechen Gottes zum Vergessen sind Konsequenzen.
Einige Worte über diesen König sind somit angebracht, um einerseits die Erwartungen, die in diesen König seitens Jesajas gesetzt werden, andererseits unsere Textstelle selbst verständlich zu machen.
Es handelt sich um Kyrus II. "den Großen". Er regierte von 559 bis 529 v. Chr. Er errichtete die persische Großmacht. Er eroberte die griechischen Städte in Kleinasien und ebenso Babylon. (Übrigens war einer unter diesen von Kyrus besiegten Königen der Lyderkönig Krösus. Dieser war bekannt wegen seines Reichtums und ist auf diese Weise in unseren Sprachgebrauch eingegangen.) Kyrus ist bekannt als König, der seine Unterworfenen schonte und fremde Religionen nicht zerstörte, also ihnen gegenüber tolerant war.
Somit haben wir die Verbindung in unserer Textstelle seitens Jesaja. Er knüpft an die früheren Großtaten Gottes am Volk Juda an, redet aber sofort von noch größeren Taten, die zukünftig sich am Volk Gottes ereignen werden. In Anbetracht der zukünftig erfolgten Heimkehr aus dem Exil nach Juda sind diese Sätze gefüllt mit dem Gehalt der Geschichte Gottes mit seinem Volk.