Lesung aus dem Buch Genesis.
In jenen Tagen
führte der Herr Abram hinaus
und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf
und zähl die Sterne,
wenn du sie zählen kannst!
Und er sprach zu ihm:
So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Und er glaubte dem HERRN
und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.
Er sprach zu ihm:
Ich bin der HERR,
der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat,
um dir dieses Land zu eigen zu geben.
Da sagte Abram: Herr und GOTT,
woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?
Der HERR antwortete ihm:
Hol mir ein dreijähriges Rind,
eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder,
eine Turteltaube und eine junge Taube!
Abram brachte ihm alle diese Tiere,
schnitt sie in der Mitte durch
und legte je einen Teil dem andern gegenüber;
die Vögel aber zerschnitt er nicht.
Da stießen Raubvögel auf die toten Tiere herab,
doch Abram verscheuchte sie.
Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf.
Und siehe, Angst und großes Dunkel fielen auf ihn.
Die Sonne war untergegangen
und es war dunkel geworden.
Und siehe,
ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel waren da;
sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch.
An diesem Tag schloss der HERR mit Abram folgenden Bund:
Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land
vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat-Strom.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Genesis
Nach diesen Ereignissen
erging das Wort des HERRN
in einer Vision an Abram:
Fürchte dich nicht, Abram,
ich selbst bin dir ein Schild;
dein Lohn wird sehr groß sein.
Abram antwortete:
Herr und GOTT, was kannst du mir geben?
Ich gehe kinderlos dahin
und Erbe meines Hauses ist Eliëser aus Damaskus.
Und Abram sagte:
Siehe, du hast mir keine Nachkommen gegeben;
so wird mich mein Haussklave beerben.
Aber siehe, das Wort des HERRN erging an ihn:
Nicht er wird dich beerben,
sondern dein leiblicher Sohn wird dein Erbe sein.
Er führte ihn hinaus
und sprach: Sieh doch zum Himmel hinauf
und zähl die Sterne,
wenn du sie zählen kannst!
Und er sprach zu ihm:
So zahlreich werden deine Nachkommen sein.
Und er glaubte dem HERRN
und das rechnete er ihm als Gerechtigkeit an.
Er sprach zu ihm:
Ich bin der HERR,
der dich aus Ur in Chaldäa herausgeführt hat,
um dir dieses Land zu eigen zu geben.
Da sagte Abram: Herr und GOTT,
woran soll ich erkennen, dass ich es zu eigen bekomme?
Der HERR antwortete ihm:
Hol mir ein dreijähriges Rind,
eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder,
eine Turteltaube und eine junge Taube!
Abram brachte ihm alle diese Tiere,
schnitt sie in der Mitte durch
und legte je einen Teil dem andern gegenüber;
die Vögel aber zerschnitt er nicht.
Da stießen Raubvögel auf die toten Tiere herab,
doch Abram verscheuchte sie.
Bei Sonnenuntergang fiel auf Abram ein tiefer Schlaf.
Und siehe, Angst und großes Dunkel fielen auf ihn.
Er sprach zu Abram:
Du sollst wissen: Deine Nachkommen
werden als Fremde in einem Land wohnen,
das ihnen nicht gehört.
Sie werden dort als Sklaven dienen
und man wird sie vierhundert Jahre lang unterdrücken.
Aber auch über das Volk, dem sie als Sklaven dienen,
werde ich Gericht halten
und nachher werden sie mit reicher Habe ausziehen.
Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern heimgehen;
im glücklichen Alter wirst du begraben werden.
Erst die vierte Generation wird hierher zurückkehren;
denn noch hat die Schuld der Amoriter
nicht ihr volles Maß erreicht.
Die Sonne war untergegangen
und es war dunkel geworden.
Und siehe,
ein rauchender Ofen und eine lodernde Fackel waren da;
sie fuhren zwischen jenen Fleischstücken hindurch.
An diesem Tag schloss der HERR mit Abram folgenden Bund:
Deinen Nachkommen gebe ich dieses Land
vom Strom Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat-Strom,
die Keniter, die Kenasiter, die Kadmoniter,
die Hetiter, die Perisiter, die Rafaïter,
die Amoriter, die Kanaaniter,
die Girgaschiter und die Jebusiter.
Kv - Der Herr ist mein Licht und mein Heil. – Kv
Oder GL 38,1
Der HERR ist mein Licht und mein Heil:
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der HERR ist die Zuflucht meines Lebens:
Vor wem sollte mir bangen? - Kv
Höre, HERR, meine Stimme, wenn ich rufe;
sei mir gnädig und gib mir Antwort!
Mein Herz denkt an dich: Suchet mein Angesicht!
Dein Angesicht, HERR, will ich suchen. - Kv
Verbirg nicht dein Angesicht vor mir; /
weise deinen Knecht im Zorn nicht ab!
Du wurdest meine Hilfe.
Verstoß mich nicht, verlass mich nicht,
du Gott meines Heils! - Kv
Ich aber bin gewiss, zu schauen
die Güte des HERRN im Land der Lebenden.
Hoffe auf den HERRN, /
sei stark und fest sei dein Herz!
Und hoffe auf den HERRN! - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Ahmt auch ihr mich nach, Brüder und Schwestern,
und achtet auf jene,
die nach dem Vorbild leben, das ihr an uns habt!
Denn viele
- von denen ich oft zu euch gesprochen habe,
doch jetzt unter Tränen spreche -
leben als Feinde des Kreuzes Christi.
Ihr Ende ist Verderben,
ihr Gott der Bauch
und ihre Ehre besteht in ihrer Schande;
Irdisches haben sie im Sinn.
Denn unsere Heimat ist im Himmel.
Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn,
als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird
in die Gestalt seines verherrlichten Leibes,
in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann.
Darum, meine geliebten Brüder und Schwestern,
nach denen ich mich sehne,
meine Freude und mein Ehrenkranz,
steht fest im Herrn, Geliebte!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In diesem Abschnitt des Philipperbriefes tritt Paulus gegen Irrlehrer in der Gemeinde auf. Offenbar sind es Personen, die mit der Kreuzestheologie des Paulus nicht viel anfangen können.
Paulus fordert die Philipper auf, ihn selbst nachzuahmen und jene, die mit ihm in Einklang stehen. Es geht dabei nicht um Selbstbeweihräucherung oder Prahlerei. Ihm geht es um die Kreuzesnachfolge, die einige in der Gemeinde ablehnen. An seiner Lebesnweise kann abgelesen werden, wie die Kreuzesnachfolge gelebt werden kann.
Darüber hinaus betont Paulus die Erwartung des Wiederkommens Christi. Er wird die Vollendung und Umgestaltung des irdischen Leibes bringen. Vermutlich betrachten sich die Gegner des Paulus bereits als vollendet und als teilhaftig des neuen Lebens und erwarten nicht mehr das Kommen Christi.
Jene Kreuzesnachfolge, auf die Paulus die frühe Gemeinde in Philippi einschwört, hatte zu dieser Zeit etwas sehr Realistisches an sich. Die Gemeinden sahen sich der Verfolgung ausgesetzt - wer sich zur Christusnachfolge bekannte, war an Leib und Leben gefährdet.
Philippi war eine der ersten christlichen Gründungen und die Christen hatten noch wenig Erfahrungen mit dem Übel der Verfolgung: Paulus mahnt sie, was auch immer passieren soll, den Leib gering zu schätzen um des Himmelreiches willen.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Schwestern und Brüder!
Unsere Heimat ist im Himmel.
Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn,
als Retter,
der unseren armseligen Leib verwandeln wird
in die Gestalt seines verherrlichten Leibes,
in der Kraft, mit der er sich auch alles unterwerfen kann.
Darum, meine geliebten Brüder und Schwestern,
nach denen ich mich sehne,
meine Freude und mein Ehrenkranz,
steht fest im Herrn, Geliebte!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Christus, du ewiges Wort des Vaters. Ehre sei dir! - Kv
Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters:
Ds ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Christus, du ewiges Wort des Vaters. Ehre sei dir!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit sich
und stieg auf einen Berg, um zu beten.
Und während er betete,
veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes
und sein Gewand wurde leuchtend weiß.
Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm.
Es waren Mose und Elija;
sie erschienen in Herrlichkeit
und sprachen von seinem Ende,
das er in Jerusalem erfüllen sollte.
Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen,
wurden jedoch wach
und sahen Jesus in strahlendem Licht
und die zwei Männer, die bei ihm standen.
Und es geschah,
als diese sich von ihm trennen wollten,
sagte Petrus zu Jesus: Meister,
es ist gut, dass wir hier sind.
Wir wollen drei Hütten bauen,
eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
Er wusste aber nicht, was er sagte.
Während er noch redete,
kam eine Wolke und überschattete sie.
Sie aber fürchteten sich,
als sie in die Wolke hineingerieten.
Da erscholl eine Stimme aus der Wolke:
Dieser ist mein auserwählter Sohn,
auf ihn sollt ihr hören.
Während die Stimme erscholl,
fanden sie Jesus allein.
Und sie schwiegen
und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem,
was sie gesehen hatten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Evangelium wird uns von der Verklärung Jesu auf einem Berg erzählt. Bei Jesus sind drei ausgewählte Jünger als Zeugen. Die Erzählung steht in einem inneren Zusammenhang mit der Offenbarung Jesu als Sohn Gottes bei der Taufe im Jordan und der Auferstehung, in der er sich endgültig als Sohn Gottes erweist.
Die Verfasser dieses Textes - Lukas hat ihn bereits vorgefunden - lassen wiederholt alttestamentliche Motive der Gottesoffenbarung anklingen. So findet das Ereignis auf einem Berg statt. Mose und Elija wurden auf dem Gottesberg Gottesbegegnungen zuteil. Darüber hinaus vertreten sie "das Gesetz und die Propheten", also die ganze Tradition. Während Mose bei seiner Gottesbegegnung auf dem Sinai so vom Lichtglanz Gottes getroffen wurde, daß er strahlend den Berg hinabstieg, leuchtet Jesus von sich selbst aus in strahlendem Licht.
Der Inhalt ihres Gespräches Jesu mit Mose und Elija bezieht sich auf das Messiasgeheimnis, daß er leiden und sterben müsse. Die Jünger verschlafen das Ereignis beinahe. Als sie aufwachen, begreifen sie nicht, was sich vor ihren Augen ereignet. Das Motiv des Nichtverstehens der Jünger tritt immer auf, wenn es um dieses Messiasgeheimnis geht. Erst nach dem Tod und der Auferstehung Jesu werden sie begreifen. Bis dahin schweigen sie. Statt zu hören und zu verstehen, wollen sie Aktionen setzen und Hütten bauen.
Die Stimme aus der Wolke weist (die hörende Gemeinde) an, was zu tun ist: Auf den Herrn zu hören ist wichtiger als das Gesetz und die Propheten.
Das Evangelium von der Verklärung Jesu ist gemeinsame synoptische Tradition, mit Markus als Gewährsmann. Bedeutsam sind darum auch die Nuancierungen, die in jedem Evangelium zu finden sind.
Lukas stellt heraus: dass Jesus mit den drei Jüngern auf einen Berg geht, "um zu beten" - und dass sich sein Gesicht und sein Gewand verändern, "während er betete". In strahlendem Licht erscheinen Mose und Elija - und sprechen von seinem Ende, "das sich in Jerusalem erfüllen sollte". Während bei Markus die Jünger auf einen hohen Berg geführt werden und Jesus vor ihren Augen verwandelt wird, sie also von Anfang an dabei sind, sind sie bei Lukas eingeschlafen. Als sie wach werden, sehen sie Jesus "in strahlendem Licht" und eben die zwei Männer. Auch dass Mose und Elija von seinem Ende reden, überliefert nur Lukas - und die Jünger bekommen es nicht mit.
Unschwer ist zu erkennen, dass die Szene bei Lukas schon Züge der Gethsemane-Geschichte (Lk 22,39-46) trägt: der betende Jesus und die schlafenden Jünger. Die Steigerung fällt jedoch auf: Während hier Mose und Elija noch reden, wird Jesus dort von einem Engel gestärkt. Während hier noch "strahlendes Licht" erscheint, schwitzt Jesus dort Blutstropen. Beide Geschichten sind von Lukas als Passionsgeschichten geformt und korrespondieren miteinander; von der Verklärung fällt jedoch österlicher Glanz auf Jesu Weg.
In jenen Tagen erzählten die Jünger niemand davon. Das sog. "Schweigegebot" bei Markus hat Lukas auf seine Weise bewahrt. Während Markus noch überliefert, den Jüngern sei sehr nachgegangen, "was das sei: von den Toten auferstehen", schweigen sie bei Lukas ganz. Blicken wir auf das Bild, das Lukas von den Jüngern zeichnet, sehen wir hinter dem Wunsch, drei Hütten zu bauen, ihre Müdigkeit und Sprachlosigkeit - schauen wir auf das Bild, das von Jesus gezeichnet wird, nehmen wir ihn als Beter wahr, im Gespräch mit Mose und Elija über seinen (Leidens)weg vertieft - und als den auserwählten Sohn, den wir hören. Sein Wort klärt unsere eigenen Wege.
Warum erscheinen Mose und Elia? Sie verbinden mit ihren Namen den Anfang und die Vollendung der in der hebräischen Bibel erzählten Heilsgeschichte, die "sich in Jerusalem erfüllen sollte".
Nachdem Jesus seine Jünger über seine bevorstehenden Leiden informiert hatte (9,22), entzieht er einige von ihnen - wie einst Mose am Gottesberg Horeb (Ex 24) - der Sphäre des "Normalen" und steigt mit ihnen auf den Tabor: Dieser Berg dient einerseits als Möglichkeit der Annäherung Gottes, ist andererseits auch als eine Alternative zum Ort des Leidensanfangs, zum Ölberg, zu sehen. Auf dem Tabor erfahren die Apostel nun durch das Erleben der alttestamentlichen Gestalten Mose und Elija, dass Jesus ganz in der Tradition der Offenbarung an das Volk Israel zu sehen ist und zudem ihr Höhepunkt ist. Doch diese Erfahrung kann ihr Herz nicht erobern. Für die drei Apostel bleibt das Offenbarungsgeschehen diffus: Zunächst verschlafen sie das Entscheidende - das Gespräch zwischen Jesus, Mose und Elija. Dann werden sie geblendet und stehen schließlich im Nebel da. Petrus versucht noch das Beste draus zu machen mit einem Rückgriff auf die Traditionen des Volkes:
Der Hüttenbau erinnert an das israelische Laubhüttenfest. Sie bleiben aber letztendlich komplett verwirrt - im Gegensatz zu anderen Handlungen Jesu, nach denen sie sich nicht an das auferlegte Schweigen halten, können sie nach der Offenbarung nicht anders, als in Stille zu verharren. Alle drei erkennen mit vielen anderen erst nach der Auferstehung Jesu, was all das zu bedeuten hatte.
Im Verklärungserlebnis sieht Jesus seinen Lebensweg in einem übergreifenden Zusammenhang. Der Blick auf die Vollendung gibt ihm Kraft, seinen Weg weiterzugehen.
Halten Ihre Fastenvorsätze noch? Oder haben Sie sich gleich keine gemacht? Fasten kann in extremen Formen gesundheitlich gefährlich sein. Fasten kann auch spirituell gefährlich sein, je nachdem, welches Ziel man damit verbindet. Manche Menschen werden durch Fasten griesgrämig oder grantig und sind für die Mitmenschen schwer zu ertragen. Andere werden selbstherrlich und schauen auf all jene herab, die sich nicht so strikt beherrschen können und keine so festen Willen aufbringen.
Am 1. Fastensonntag haben wir gehört, wie Jesus nach seinem 40-tägigen Fasten in Versuchung geführt wurde. Wer fastet, führt sich selbst in Versuchungen hinein. Darin sehe ich das eigentliche Ziel des Fastens als religiös-spiritueller Übung. Jesus hat seine Versuchungen vorbildhaft gemeistert. Insofern kann ich den Bedenken Papst Franziskus' hinsichtlich der Vater-unser-Übersetzung mit "führe uns nicht in Versuchung" nicht ganz folgen. Versuchungen sind ein Teil menschlichen Lebens. Sie begleiten uns tagtäglich. Wenn ich das Vater-unser bete, bitte ich Gott, dass die Versuchungen, in die mich mein Leben immer wieder stellt, mich nicht überfordern. Immer wieder muss ich mich für das Gute neu entscheiden. Immer wieder bin ich versucht, den bequemeren Weg zu gehen und einfach das zu tun, was auch die anderen tun.
Die entscheidende Frage ist für mich, was mir in den Versuchungen hilft, die richtige Entscheidung zu treffen. Jesus hat sich vom Geist Gottes leiten lassen und ist so den Täuschungen des Versuchers nicht erlegen. Im Evangelium des 2. Fastensonntags wird uns vor Augen geführt, was Jesus in seinen Entscheidungen getragen und geleitet hat. Ich verstehe dieses Erlebnis auf dem Berg der Verklärung als Blick auf den großen Plan, den Gott mit ihm vorhatte. Die Gegenwart des Mose und des Elija weist auf diesen Plan Gottes hin. Auch sie haben das Volk in kritischen Zeiten geführt und sich von Gott leiten lassen. Mit dieser Vision vor Augen konnte Jesus hinauf nach Jerusalem gehen, obwohl er wusste, was dort auf ihn wartete.
Visionen zu haben, wird von manchen belächelt. Sie scheinen in einer Welt, in der es um harte Fakten geht, fehl am Platz zu sein. Ich verstehe die gegenwärtigen Krisen in der Welt jedoch verursacht durch einen Mangel an gemeinsamen Visionen. Die Vision eines friedlichen, gerechten und sozialen Europa ist vielen abhanden gekommen, seit die alten Ideologien, die lange miteinander im Wettstreit lagen, zusammengebrochen sind. An ihre Stelle sind Werte getreten, die das Gemeinsame gefährden: Nationalismus, grenzenloser Individualismus, Gewinn- und Genussmaximierung und anderes mehr. Europa ringt derzeit um eine gemeinsame Vision. Es steht vor wichtigen Entscheidungen, in welche Richtung die Mitglieder weitergehen wollen. Ohne gemeinsame Vision wird es wieder auseinanderbrechen. Kann allein wirtschaftlicher Erfolg es auf Dauer zusammenhalten?
Jesus war erfüllt von der Vorstellung des Reiches Gottes. Wenn alle Menschen sich unter die geistige Herrschaft Gottes stellen und nach der von Gott vorgesehenen Ordnung leben, werden es alle gut haben. Für dieses Reich Gottes hat er gebebt, für dieses Reich Gottes ist er gestorben. Seine Jünger haben diese Idee weiter in die Welt hineingetragen. Das Anziehende, das glanzvolle Ziel dieses Weges steht ihm in der Verklärung vor den Augen.
Heute fragen wir uns, wie das christliche Erbe für die gegenwärtige Gesellschaft Wichtiges beitragen könnte. Ich bin überzeugt, dass die Werte christlicher Überlieferung wie Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinschaft auch heute bedeutsam sind und für eine gute gemeinsame Zukunft Orientierung geben können.
Die Fastenzeit lädt uns ein innezuhalten und darüber nachzudenken, wohin wir unseren Lebensweg lenken wollen, Das trifft jeden einzelnen persönlich, das betrifft uns als Gesellschaft, das trifft uns auch als Gemeinschaft der Kirche. Was mir in der gegenwärtigen Diskussion um die Erneuerung des kirchlichen Lebens fehlt, ist der Blick auf das große gemeinsame Ziel, auf das wir uns zubewegen wollen. Ein klarer Blick auf das große Ziel des Reiches Gottes hat reinigende und erneuernde Kraft. Er könnte uns helfen, Überlebtes zurückzulassen und Wichtiges wieder in die Mitte zu stellen.
Der Refrain eines Neuen Geistlichen Liedes lautet: „Da berühren sich Himmel und Erde…“. Dieser Text führte mich zu den heutigen Lesungen aus dem Alten Testament und dem Evangelium. Können wir wirklich Gott begegnen, wo oder was sind Schritte, solche „Stern-Stunden“ zu erfahren? Wo berühren sich „Himmel und Erde“ im Alltag?
Im Buch Genesis werden Grundfragen und Grundbedürfnisse aller Menschen angesprochen. Dazu gehört die Sehnsucht nach Lebensraum, Familie, Nachkommen. Diese Grundsehnsucht auch bei uns selbst wahrzunehmen, kann uns helfen, mit aktuellen Herausforderungen durch die vielen Flüchtlinge umzugehen.
Die Erzählung von der Verklärung Jesu beschreibt die Versuchung, im »Siebenten Himmel« zu verweilen. Die Erfahrung göttlichen Wirkens ist aber Auftrag, in die Niederungen des Lebens hinabzusteigen und dort die österliche Hoffnung weiterzugeben.
Jesus erlebt auf dem Weg nach Jerusalem die Verklärung und Begegnung mit Mose und Elija. Aus diesem Erlebnis schöpft er die Kraft, seinen Weg durch den Tod hindurch zur Auferstehung gehen zu können.
Auf dem Berg der Verklärung lernt Jesus neu auf den Willen des Vaters hinzuhören. "Auf ihn sollt ihr hören!" ist auch der Auftrag Gottes an die Jünger. Das Hinhören auf das Wort Gottes kann und will uns immer neu betroffen machen.
Lieder:
GL 142: Zu dir, o Gott, erheben wir
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünden
GL 269: Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern
GL 363: Herr, nimm auch uns zum Tabor mit
GL 364/Ö853: Schönster Herr Jesu
GL 368: O lieber Jesu, denk ich dein (6. Str.)
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott (2 . Str.)
GL 412: Die Herrlichkeit des Herrn bleibet ewiglich (Kanon)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte (Str. 1, 4, 5)
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 464: Gott liebt diese Welt (Str. 3, 4, 6)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
Psalmen und Kehrverse:
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 46: Lass dein Angesicht leuchten über uns, o Herr. - Mit Psalm 67 - II.
GL 264,2: Du bist das Licht, die Völker zu erleuchten, du deines Volkes Herrlichkeit - Mit Psalm 8 (GL 33,2) - VII., VI.
GL 629,1-2: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30
GL 629,3-4: Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden - Mit Psalm 116 - VI.
GL 651,7: Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben alle Zeit - Mit Mt 5,3-10 (Seligpreisungen) - V.
Am 2. Fastensonntag nimmt uns Jesus mit auf den Berg der Verklärung. Dort zeigt er sich uns in göttlichem Glanz. Eine Stimme aus dem Himmel bezeugt ihn als auserwählten Sohn Gottes und fordert uns auf, auf ihn zu hören. Der Blick auf den Heilsplan Gottes gibt Jesus die Kraft, seinen Weg hinauf nach Jerusalem weiterzugehen. Uns hilft der Blick auf Gott und das Hören auf seine Stimme, Klarheit für den Weg, den Gott uns zugedacht hat, zu finden.
Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und rufen:
Die Nachrichten hören nicht auf: Flucht! Vertreibung! Krieg! Not!
Was würden wir tun wenn uns unsere persönliche Situation unerträglich und hoffnungslos wird? Was würden wir auf uns nehmen damit unsere sehnlichsten Wünsche erfüllt werden?
Die Nachrichten hören nicht auf: Dumpfe Parolen gegen Menschen gerichtet. Hetze wo Aufklärung hilft. Schießbefehle wo Hilfe nötig ist. - Und ich?
Herr Jesus Christus,
du bist aus der Herrlichkeit des Vaters zu uns Menschen gekommen
und hast wie wir als Mensch gelebt.
Herr, erbarme dich.
Auf dem Berg der Verklärung hast du dich in deinem göttlichen Glanz gezeigt.
Christus, erbarme dich.
Im Tod am Kreuz hast du die tiefste Not der Menschen geteilt.
und in der Auferstehung dich als der auserwählte Sohn des Höchsten erwiesen.
Herr, erbarme dich.
Gott, du hast uns geboten,
auf deinen geliebten Sohn zu hören.
Nähre uns mit deinem Wort
und reinige die Augen unseres Geistes,
damit wir fähig werden,
deine Herrlichkeit zu erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Fastensonntag
Gott,
wir glauben an Jesus Christus,
den du uns als deinen Sohn geoffenbart hast.
Hilf uns,
ihm in der Stille und im Gebet zu begegnen,
damit wir anderen Menschen von ihm erzählen können,
der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Gott und Vater,
auf dem Berg der Verklärung hast du Jesus als deinen auserwählten Sohn geoffenbart.
Durch ihn bitten wir dich:
Für alle Menschen, die einen schwierigen Lebensabschnitt vor sich haben.
Lass sie deiner Nähe und Begleitung gewiss sein.
Für alle, die sich über ihre Lebensziele noch nicht im Klaren sind.
Lass sie durch das Hören auf deine Stimme Orientierung finden.
Für alle, deren Lebenspläne durchkreuzt oder zerschlagen worden sind.
Gib ihnen die Kraft für einen Neubeginn.
Für die Verantwortungsträger in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Gib ihnen den Mut, für das Wohl aller Menschen einzutreten
und ihre ganze Kraft dafür einsetzen.
Für die Gemeinschaft der Kirche.
Heile ihre Wunden und gib ihr Kraft zur Umkehr und Erneuerung.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie den Glanz deiner himmlischen Herrlichkeit schauen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. – Amen.
Gott, unser Vater!
Wenn wir uns im Gebet an dich wenden,
geschieht in uns eine Veränderung.
Wir bitten dich, höre und erhöre unsere Bitten:
Wir bitten dich um deinen Geist,
der deine Kirche wachrüttelt und sie auf Jesu Botschaft hören lässt.
Wir bitten dich um Politiker,
die aus Fehlern der Vergangenheit lernen und die Gegenwart zum Wohl der kommenden Generationen zu gestalten versuchen.
Wir bitten dich für alle, die nach Sinn und Erfüllung in ihrem Leben suchen,
dass sie Antworten auf ihre Fragen finden.
Wir bitten dich besonders in diesen Wochen um Zeiten der Stille und des Gebets,
damit wir die dabei gewonnenen Erfahrungen auch in unseren Alltag integrieren können.
Wir beten um das Licht deiner Herrlichkeit
und Gemeinschaft mit dir für unsere Verstorbenen.
Denn du trittst durch unsere Gedanken, Worte, die uns zugesprochen werden, und vieles mehr in unser Leben.
Für alle Augenblicke, die uns die Augen für dich öffnen,
danken wir dir und loben und preisen dich, jetzt und allezeit. - Amen.
Herr,
das Opfer, das wir feiern,
nehme alle Schuld von uns.
Es heilige uns an Leib und Seele,
damit wir uns in rechter Weise auf das Osterfest vorbereiten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Fastensonntag
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue. (GL 401)
Wir danken dir Gott, Vater unseres Herrn und Bruders Jesus Christus,
dass du dich auf vielerlei Weise den Menschen zu erkennen gegeben hast.
Mit Abraham hast du einen Bund geschlossen
und ihn zum Stammvater des ersten Gottesvolkes gemacht.
Kehrvers
Mose hast du erwählt,
dass er dein Volk aus der Unterdrückung Ägyptens herausführe
und den Bund mit dir erneuere.
Auf dem Berg Sinai hast du dich ihm geoffenbart
und deine Größe schauen lassen.
Elija, der mit Feuereifer für dich gekämpft hat,
hast du gezeigt, dass der ganz Andere und der Unbegreifliche bist,
der all unsere menschlichen Vorstellungen übersteigt.
Kehrvers
In Jesus hast du dich in deinem Glanz zu erkennen gegeben.
In ihm hast du deine Barmherzigkeit, deine Liebe
und deine Treue aufleuchten lassen.
Durch ihn schenkst du auch uns die Kraft,
unsere Sendung auch dort anzunehmen,
wo sie um das Kreuz nicht herum kommt.
Kehrvers
Mit ihm gehen wir dem Osterfest entgegen,
durch das wir schon jetzt Anteil an deinem ewigen Leben erhalten haben.
Dafür danken wir dir mit allen Heiligen und singen wir mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Nun singt ein neues Lied dem Herren (GL 551)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat den Jüngern
seinen Tod vorausgesagt
und ihnen auf dem heiligen Berg
seine Herrlichkeit kundgetan.
In seiner Verklärung erkennen wir,
was Gesetz und Propheten bezeugen:
daß wir durch das Leiden mit Christus
zur Auferstehung gelangen.
Durch ihn rühmen wir deine Größe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er enthüllte auf dem Berg der Verklärung
seine verborgene Herrlichkeit,
er ließ vor auserwählten Zeugen
seinen sterblichen Leib im Lichtglanz erstrahlen
und gab den Jüngern die Kraft,
das Ärgernis des Kreuzes zu tragen.
So schenkte er der ganzen Kirche die Hoffnung,
vereint mit ihrem Haupt die ewige Verklärung zu empfangen.
Darum preisen wir deine Größe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB 6. August, Verklärung des Herrn
Gott hat Jesus bezeugt und uns als Erlöser und Heiland gesandt.
Mit dem Gebet, dass Jesus uns selbst gelehrt hat,
wollen wir unser Bitten und Anliegen vor Gott bringen.
Dieser ist mein auserwählter Sohn;
auf ihn sollt ihr hören.
(Lk 9,35)
Oder;
Dies ist mein geliebter Sohn,
an dem ich Gefallen gefunden habe:
Auf den sollt ihr hören.
(vgl. Mt 17,5)
Oder:
Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört,
was Gott denen bereitet, die ihn lieben.
(vgl. 1 Kor 2,9)
Oder:
Selig, die zum himmlischen Hochzeitsmahl geladen sind.
(Offb 19,9)
Gott, du hast viele Namen,
und die Haut deiner Kinder ist weiß, schwarz, gelb oder rot.
Alle zusammen bilden wir deine große Familie.
Wir vergessen nur manchmal darauf,
dass es keine Rangordnung geben soll
unter uns Menschen.
Wir vergessen manchmal darauf,
dass niemand von uns auf Kosten der anderen leben darf.
Wir vergessen darauf,
dass wir Verantwortung haben füreinander,
egal wie weit weg die anderen sind.
Du gibst uns diese Fastenzeit als neue Chance,
als Einladung,
dir und den Mitmenschen näher zu kommen.
Du lädst uns ein,
wenn wir bereit sind dir zu folgen.
Dann dürfen auch wir sagen:
Es ist gut, dass wir hier sind,
es ist gut, in deiner Nähe zu sein,
du unser Gott.
Herr,
du hast uns im Sakrament
an der Herrlichkeit deines Sohnes Anteil gegeben.
Wir danken dir,
daß du uns schon auf Erden teilnehmen läßt
an dem, was droben ist.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
was kein Auge gesehen und kein Ohr vernommen,
was keines Menschen Sinn erfahren hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Die heilige Speise, die wir empfangen haben,
mehre in uns die Kraft des Herzens.
Gib uns, Herr, wahre Weisheit:
Mach uns demütig vor dir
und geschwisterlich unter den Menschen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 1
„Und führe uns nicht in Versuchung“, wie es etwa in der deutschen und auch in der italienischen Version des Vaterunser heißt, sei „keine gute Übersetzung“, sagte der Papst in einem Interview mit dem italienischen Sender TV2000. „Lass mich nicht in Versuchung geraten“ wäre besser, so Franziskus. „Ich bin es, der fällt, aber es ist nicht er, der mich in Versuchung geraten lässt.“ Ein Vater mache so etwas nicht. „Ein Vater hilft, sofort wieder aufzustehen. Wer dich in Versuchung führt, ist Satan.“
Damit folgt der Papst den Bischöfen in Frankreich, die erst vor Kurzem die französische Übersetzung genau in diesem Sinne überarbeitet haben. Dort heißt es jetzt: „Et ne nous laisse pas entrer en tentation“ (früher: „Ne nous soumets pas à la tentation“). Solche Änderungen bedürfen natürlich der Genehmigung des Vatikan. Insofern konnte man schon ahnen, dass auch Papst Franziskus persönlich die Änderung billigt. Dass er die Debatte nun aber auch selbst vorantreibt, ist dennoch eine Überraschung.
An der Sache mit der Versuchung hat es in der Vergangenheit immer wieder Unbehagen gegeben. So sehr, dass sich sogar der Katechismus, das verbindliche Glaubenslehrbuch für Katholiken weltweit, Anfang der 1990er-Jahre vorsichtig davon distanziert hat. Unter Nummer 2846 heißt es im Katechismus: „Wir bitten unseren Vater, uns nicht in Versuchung zu ,führen‘. Es ist nicht einfach, den griechischen Ausdruck, der so viel bedeutet wie ,lass uns nicht in Versuchung geraten‘ oder ,lass uns ihr nicht erliegen‘, in einem Wort wiederzugeben. ,Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemanden in Versuchung‘ (Jak 1,13); er will uns vielmehr davon befreien.“
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron richtet sich an die "Bürgerinnen und Bürger Europas" und fordert einen "Neubeginn der Europäischen Union" und einen Weg aus der Sackgasse Brexit.
Sein Brief in voller Länge.
https://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/5589565
Sie alle kennen sicher die sogenannten sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde herbergen, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten.
Weniger bekannt sind die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit: Dem Rat geben, der ihn braucht; den lehren, der nichts weiß; den korrigieren, der irrt; den Traurigen trösten; die Beleidigungen verzeihen; die unangenehmen Menschen mit Geduld ertragen; und schließlich: beten.
Der frühere Erfurter Bischof Joachim Wanke hat diese Werke der Barmherzigkeit versucht neu zu beschreiben. Ich möchte diese Umschreibung mit eigenen Anmerkungen „auffüllen“. Was sind also die Werke der Barmherzigkeit für uns heute, in unserer Sprache und im Verständnis? Ein Versuch.
1. „Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu“
Ja, bewusst auch den am Rande der Gesellschaft stehenden, denen ohne Arbeit, den psychische Kranken, auch in unseren christlichen Gemeinden, den Jungen, den Arbeitern, Fremden...
2.“ Ich höre dir zu“
Paradoxerweise: In unserer medialisierten Welt wimmelt es nur so von Kommunikation. Jeder hat sein Handy. Die „SMS“ werden nur so hin und hergeschrieben, Twitter, facebook... Und trotzdem: Haben wir wirklich Zeit zuzuhören?
3. „Ich rede gut über dich“
Unser Papst hat eine der Wurzelsünden beschrieben: Das bösartige, schlechte Reden über andere, den Klatsch, der ist oft Gift für Gemeinschaften, Gemeinden, für die Politik und auch die Kirche.
4. „Ich gehe ein Stück mir dir“
Mit einem guten Rat, mit Hilfe, mit konkretem Tun, auch als Christen - oft im Verborgenen.
5. „Ich teile mit dir“
Ein Teilen an Gaben, aber auch an finanziellen Möglichkeiten. Hier fällt sicherlich auch die Hilfe für die Flüchtlinge mit hinein. Viele haben in den letzten Monaten geholfen. Großartig! Wir haben als Gemeinde neu gelernt. Keine „frommen“ Predigten, sondern konkrete Hilfe!
6. „Ich besuch dich“
Besuch schafft Gemeinschaft. Auch in den Pfarren. Eine neue Art von Besuchsdienst in diesem Hl. Jahr wäre eine schöne, konkrete Tat.
7. „Ich bete für dich“
Wer für andere betet, schaut auf sie mit anderen Augen. Es tut gut, wenn wir wissen, dass jemand für uns betet. Das können auch Großeltern für ihre Enkel sein. Das können auch Menschen sein, die in spannungsgeladenen Familien und Gemeinschaften beten. Es kann Wunder wirken. Auch bei uns selbst. Beten wir bewusst auch für unsre Feinde, für unsere Gegner in so vielen Bereichen des Lebens!
»Hätten unsere Augen keine Tränen, hätte unsere Seele keinen Regenbogen«, heißt ein indianisches Sprichwort, das ich gerne weitererzähle. Unser Leben wird beziehungsreicher und farbiger, wenn wir miteinander die Kunst des Sterbens einüben im jetzigen Augenblick.
Mystische Menschen fragen nämlich auch, ob es ein Leben vor dem Tode gibt. Sie gehen in diesem Leben an die Grenzen, sie wagen Außerordentliches, weil ihre Sehnsucht nach der Ewigkeit unendlich ist. Leben und Sterben gehören zusammen, denn in beidem können wir erfahren, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Der Apostel Paulus spricht in seiner Taufspiritualität vom Sterben und Auferstehen mit Christus (Römer 6). Getauft sein heißt, ein Leben lang und auch im Tode in dieses Geheimnis hineinzuwachsen. Im Begleiten von Sterbenden und Menschen in Trauer erlebe ich intensivstes Leben. So viele kleinliche Alltagssorgen werden relativiert, weil das Wesentliche uns Fenster und Türen öffnet zur Ewigkeit.
Die Jüdin und Widerstandskämpferin Etty Hillesum (1914-1943), die in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde, kann in ihren atemberaubenden Tagebucheinträgen in paradoxen Worten von dieser Intensität schreiben, die sich uns angesichts des Todes zeigen kann: »Ich bin schon tausend Tode in tausend Konzentrationslagern gestorben. Ich weiß über alles Bescheid und neue Nachrichten beunruhigen mich nicht mehr. Auf eine oder andere Art ist mir das alles bewusst. Und doch finde ich das Leben schön und sinnvoll. jede einzelne Minute.« Wie kann sie solche Worte schreiben? Bei ihr findet sich auch eine überzeugende Umschreibung von Mystik: »Mystik muss auf kristallklarer Ehrlichkeit beruhen. Nachdem man zuvor Dinge bis zur nackten Realität durchforscht hat.«
Eine mystische Lebensgestaltung bestärkt uns, dem Leben mit seiner Schönheit und Brutalität in die Augen zu schauen, dazu gehört auch der Tod. Da wird Spiritualität als Beziehungsgeschehen erfahren, wie dies die Ärztin und Theologin Monika Renz eindrücklich in ihrer Sammlung »Grenzerfahrung Gott. Spirituelle Erfahrung in Leid und Krankheit« beschreibt. Von 251 betreuten Patientinnen und Patienten machten 135 tiefgreifende mystische Erfahrungen, die sie in fünf Erfahrungsweisen aufteilt: Einheitserfahrungen, Gegenüber-Erfahrungen, Väterlich-mütterliche Gotteserfahrungen, Gott des Inmitten und Gott der Energie. Die Lebenskraft in diesen Sterbeprozessen mit einer Fülle von Gefühlen wie Trauer, Wut, Vertrauen, Empörung, Annahme lässt aufhorchen. Auferstehung wird schon im Hier und Jetzt erfahren. Loslassen wird zum Lebensziel, das uns dem Einssein mit allem näherbringt, wie dies der Franziskanerpater Richard Rohr (geb. 1943) als Ziel aller Religionen anzeigt »Das wahre Ziel aller Religionen ist es, uns an jenen Ort zurückzuführen, wo alles eins ist, wo wir zur Urerfahrung der Einheit zurückfinden: zur Erfahrung der Einheit mit uns selber, zur Erfahrung radikaler Einheit mit der ganzen Menschheit und deshalb zur Erfahrung der Einheit mit Gott. Religion hat keinen anderen Zweck als diese Reise zu ermöglichen.«
Diese Reise beginnt mit der Geburt und sie vollendet sich im Tode. Wenn im christlichen Credo von der »Auferstehung des Fleisches« die Rede ist, dann verstehe ich es im Sinne dieses Einsseins mit allem, das sich auch nicht durch den Tod trennen lässt. Dazu gehört auch die Überzeugung von einer Leib-Geist-Seele-Einheit. Sie verweist mich intuitiv auf diese Hoffnung, dass unser ganzes Leben, unsere Freude, unsere Tränen, unsere Küsse, unser Engagement im Tod für immer gut aufgehoben sind. Der evangelische Mystiker Friedrich Christoph Oetinger (1702-1782) sagt »Alle Wege Gottes enden in der Leiblichkeit.« An den menschgewordenen Gott zu glauben, heißt mit allen Sinnen lieben und glauben in alle Ewigkeit. Der Theologe Jürgen Moltmann (geb. 1926) spricht überzeugend von der »Auferstehung des gelebten Lebens«, weil wir identisch sind mit dem erfahrenen und gelebten Leib. Dieser Leib ist von der Liebe bewohnt und diese Kraft der Liebe ist ewig.
Auch in dieser Auferstehungshoffnung muss das Christentum sich nicht überheblich abgrenzen von anderen religiösen Erfahrungen, sondern es kann befreiend das Verbindende erkennen. Dem Theologen und Psychotherapeuten Eugen Drewermann (geb. 1940) gelingt es in poetisch-wissenschaftlich-mystischer Sprache, diese Verbindung aufzuzeigen, zum Beispiel in seinem Buch »Ich steige hinab in die Barke der Sonne. Meditationen zu Tod und Auferstehung«. Schon im Alten Ägypten findet sich die Vorstellung, dass unser Leben nach dem Tod weitergeht. Darum darf die Auferstehungshoffnung nicht als christliches Sondergut gesehen werden, sondern ist »als menschheitlich« zu sehen.
Diese verbindende Offenheit befreit zu einem Credo, das unser Vertrauen in die Ewigkeit stärkt. Denn nach Eugen Drewermann lehrte uns Jesus, »dass Gott uns nicht Formen der Sehnsucht und Hoffnung ins Herz gelegt hat, die nicht in Wahrheit auch stimmen. Wir können den Auferstandenen nur sehen, weil wir sein Bild in uns tragen, und er begegnet uns nur als "außerhalb" von uns, weil er zutiefst in uns lebt. Aber lebte er nicht in uns, entspräche den "Bildern" des ewigen Lebens nicht eine Wirklichkeit, die an sich bei Gott besteht, und es ist in alle Ewigkeit die Person und das Wesen dieses Jesus von Nazareth, deren Güte und Sanftmut unsere Seele so sehr verzaubert und anregt, dass sie all diese Bilder des Lebens in uns zu finden und festzuhalten vermag, die uns auf immer bezeugen: Es gibt keinen Tod.«
Eine mystische Spiritualität ist darum für mich eine Herzensspiritualität, in der ich beherzt meinen inneren Bildern traue. Ich weiß nicht, wie wir weiterleben nach dem Tode. Ich will es auch gar nicht wissen, mir genügt die Sehnsucht und die Lebenserfahrung, die mir immer wieder aufzeigt, wie mir nichts genommen werden kann von all dem, was ich erlebe, und wie mich dies ganz tief verbindet mit allem, in diesem Augen-Blick und in alle Ewigkeit.
Wenige Dinge fördern das Gespräch mit Christus so sehr wie das Stillschweigen. Das Schweigen, das ich hier meine, ist natürlich das innere Schweigen des Herzens, ohne das man die Stimme Christi einfach nicht vernehmen kann. Es ist für viele sehr schwer, dieses innere Schweigen zu verwirklichen: Schließen Sie einmal für einen Augenblick die Augen, und achten Sie einmal auf das, was in Ihnen vorgeht. Man darf wohl annehmen, daß Sie von Gedankenwogen überflutet werden, denen Sie sich nicht entgegenstemmen können - Sprechen, Sprechen, Sprechen (das ist es nämlich, was Denken gemeinhin ist: Selbstgespräch) -, Lärm, Lärm, Lärm: meine innere Stimme im Wettstreit mit den Stimmen und Bildern anderer, die durch ihr Geschrei meine Aufmerksamkeit auf sich lenken wollen. Welche Chancen hat die leise Stimme Gottes da noch in all diesem Krach und Betrieb?
Das äußere Schweigen ist eine große Hilfe zur Verwirklichung des inneren Schweigens. Wenn Sie es nicht fertigbringen, das äußere Schweigen zu wahren, das heißt, wenn es Ihnen unerträglich ist, den Mund zu halten, wie wollen Sie dann das Schweigen im Innern aushalten? Wie wollen Sie Ihren inneren Mund halten? Schweigen aushalten zu können, ist ein recht gutes Merkmal für geistliche (und sogar geistige und emotionale) Tiefe. Es ist möglich, daß der Lärm in Ihrem Innern noch lauter, daß Ihre Zerfahrenheit noch größer wird und Sie noch unfähiger werden, zu beten. Das liegt nicht am Schweigen. Der Lärm war schon immer da. Das Schweigen hebt ihn nur in Ihr Bewußtsein und gibt Ihnen die Chance, ihn zu dämpfen und seiner Herr zu werden.
Jesus heißt uns, die Tür zu schließen, wenn wir beten wollen. Wir schließen offensichtlich die übrige Welt nicht aus unserem Herzen aus, denn wir pflegen ihre Anliegen in unser Beten einzuschließen. Doch die Tür muß fest verschlossen sein, wenn der Lärm der Welt nicht hereinkommen und die Stimme Gottes ersticken soll, zumal in den Anfangsstadien, wenn uns die Konzentration Mühe macht. Der Anfänger im Gebet braucht nicht weniger Konzentration als ein Anfänger in der Mathematik, der keine schwierige Aufgabe lösen kann, wenn großer Lärm um ihn herum ablenkt. Es kommt die Zeit, da der Gebetsschüler wie der Mathematikschüler so sehr von seiner Materie gepackt wird, daß kein noch so großer Lärm seinen Geist von dem ablenken kann, was ihn voll beschäftigt. Doch in den Anfangsstadien sollte er demütig sein und zugeben, daß er Ruhe und Stillschweigen braucht.
Viele Heiligen priesen das Stillschweigen mit beruhen Worten. In einem Buch von Thomas Merton stieß ich auf zwei schöne Zitate. Das eine stammt von Isaak von Ninive, einem syrischen Mönch. Was er sagt, trifft ebenso auf den Einsiedler in der Wüste zu wie auf den Apostel im Herzen der modernen Großstadt. "Viele sind dauernd auf der Suche", sagt er, "doch nur diejenigen finden, die dauernd im Schweigen verharren ... Jeder, der im Wortgeklingel schwelgt, ist - mag er auch Wunderbares sagen - in seinem Inneren leer. Liebst du die Wahrheit, liebe das Schweigen. Das Schweigen wird dich wie das Sonnenlicht in Gott erleuchten und dich von den Trugbildern der Unwissenheit befreien. Das Schweigen wird dich mit Gott selbst vereinen... Liebe das Schweigen über alles: Es bringt dir eine Frucht, die keine Zunge beschreiben kann. Anfangs müssen wir uns zum Stillschweigen zwingen. Dann aber wird etwas geboren, das uns zum Stillschweigen hinzieht. Möge Gott dich dieses 'Etwas' verkosten lassen, das aus dem Schweigen geboren wird. Übe dich doch darin, so wird dir ein unsägliches Licht aufgehen ... Nach einiger Zeit wird im Herzen dieser Übung eine gewisse Wonne geboren, und der Leib wird geradezu mit Gewalt dahin geführt, im Stillschweigen auszuharren."
Als Grieche versteht Lukas die Geschichte als den Ort, an dem Gott den Menschen erscheint. Das »kai egeneto und es geschah« ist das Wort, das Lukas wohl am meisten liebt. Jesu Leben war ein Geschehen, ein geschichtliches Ereignis. Was geschieht, hat Bedeutung für die Menschen. Es bewegt die Menschen. Es bewirkt in den Menschen Heilung und Erlösung. Was damals geschehen ist, das wird im Gottesdienst immer wieder gegenwärtig. Das Gedächtnis versetzt die Taten Gottes in der Geschichte für die Teilnehmer an der Liturgie in die Gegenwart. Die Menschen, die sich im Gottesdienst an die Geschichte Jesu erinnern, werden von dieser Geschichte innerlich berührt und verwandelt. Indem im Lauf des Kirchenjahres der Geschichte Jesu immer wieder im Gottesdienst gedacht wird, gräbt sie sich immer mehr in die Weltgeschichte ein und setzt sich durch. Dadurch wirkt sich die Erlösung, die im Heilsjahr Jesu geschehen ist, am Menschen aus und erreicht alle Generationen. Der Mensch ist wesentlich geschichtlich. Er entfaltet sein Wesen in der Geschichte. Er ist immer schon geprägt von der Geschichte. Er kommt zu seinem Selbst nur im Rückbezug auf die Geschichte. Lukas nimmt die Geschichtlichkeit des Menschen ernst. Auch die Erlösung geschieht in der Geschichte und wirkt sich in ihr aus. Lukas ist mit der griechischen Geschichtsphilosophie vertraut, für die die Wirkungsgeschichte immer schon zum Geschehen hinzugehört. Gedächtnis und Erinnerung sind die beiden Wege, auf denen das Geschehen seine Wirkungsgeschichte entfaltet und sich in unserem geschichtlichen Sein auswirkt. Das Gedächtnis der Heilsgeschichte, die in Jesus ihren Höhepunkt hatte, setzt das Vergangene gegenwärtig, damit wir uns von seinem Anspruch betreffen lassen. Die Erinnerung verinnerlicht das, was geschehen ist, damit es das Herz des Menschen prägt. Auf diesem Weg erreicht uns heute die Erlösung durch Jesus Christus.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die erste Lesung des 2. Fastensonntags erzählt vom Bundesschluß Gottes mit Abraham. Abraham wird als das große Vorbild des Glaubens dargestellt. Auf die Verheißung Gottes hin hat er, ohne etwas Konkretes in der Hand zu haben, seine Heimat verlassen, um das neue verheißene Land zu suchen. All das ist aber wertlos angesichts seiner Kinderlosigkeit. Ein Land in Besitz nehmen - für wen?
In einem eindrucksvollen Bild des orientalischen Sternenhimmels bekräftigt Gott Abraham gegenüber seine Zusage. Abraham erbittet ein Zeichen, an dem erkennen könne, daß er das Land zu eigen bekomme. Ein Zeichen zu erbitten ist in der Vorstellung des Verfassers nicht ungewöhnlich (vgl. Mose und Gideon).
Gott fordert Abraham auf, eine Ritual vorzubereiten, wie man es vornahm, wenn jemand einen feierlichen Schwur leitstete. Man zerteilte Opfertiere und legte sie si auf den Boden, daß der Schwörende zwischen den Stücken durchgehen konnte. So wie dem Opfertier werde es ihm ergehen, wenn er seinen Schwur nicht hält ...
Das besondere an diesem Schwur ist jedoch, daß in dem nächtlichen Erlebnis des Abraham Gott selbst zwischen den Opferstücken hindurchschreitet. Er schwört Abraham und seinen Nachkommen, seine Versprechen zu halten.
Abraham fordert Gott heraus. Er will wissen, ob die Verheißung Jahwes sich erfüllt. Abraham glaubt, und das wird ihm als "Gerechtigkeit" angerechnet. Und Gott - er bekräftigt seine Verheißung Abraham gegenüber, wenngleich die Art und Weise befremdet.
Der Glaube Abrahams wird auf die Probe gestellt, die Verwirklichung der Verheißungen verzögert sich. Dann werden sie erneuert und durch einen Bund besiegelt. Die Landverheißung steht an der ersten Stelle (vgl. Einheitsübersetzung mit dem Kommentar der Jerusalemer Bibel).
Tatsache ist, dass Gott nicht hinter sein Wort zurückgeht und es von menschlicher Seite her anscheinend immer wieder eine "Absicherung" bzw. Bestätigung braucht, damit Vertrauen und Glauben einen festen Sitz im Leben haben.
Die alttestamentliche Perikope aus dem Buch Genesis beschreibt die Grenzziehung für das "Versprochene Land" zwischen Nil und Euphrat. Anhand dieser Vätergeschichte wird deutlich, welches Territorium der spätere Auszug aus Ägypten zum Ziel hat.
Die Landübergabe wird rituell bestätigt, womit das Versprechen besiegelt ist - und von orthodoxen Juden als bindend bis heute angesehen wird.