Lesung aus dem Buch Deuteronomium:
In jenen Tagen sprach Mose zum Volk:
Wenn du die ersten Erträge
von den Früchten des Landes darbringst,
dann soll der Priester
den Korb aus deiner Hand entgegennehmen
und ihn vor den Altar des HERRN, deines Gottes, stellen.
Du aber
sollst vor dem HERRN, deinem Gott,
folgendes Bekenntnis ablegen:
Mein Vater war ein heimatloser Aramäer.
Er zog nach Ägypten,
lebte dort als Fremder mit wenigen Leuten
und wurde dort
zu einem großen, mächtigen und zahlreichen Volk.
Die Ägypter behandelten uns schlecht,
machten uns rechtlos
und legten uns harte Fronarbeit auf.
Wir schrien zum HERRN, dem Gott unserer Väter,
und der HERR hörte unser Schreien
und sah unsere Rechtlosigkeit,
unsere Arbeitslast und unsere Bedrängnis.
Der HERR führte uns mit starker Hand und hoch erhobenem Arm,
unter großem Schrecken,
unter Zeichen und Wundern aus Ägypten,
er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land,
ein Land, wo Milch und Honig fließen.
Und siehe, nun bringe ich hier die ersten Erträge
von den Früchten des Landes, das du mir gegeben hast, HERR.
Wenn du den Korb vor den HERRN, deinen Gott, gestellt hast,
sollst du dich vor dem HERRN, deinem Gott, niederwerfen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Herr, sei bei mir in der Bedrängnis! - Kv.
(GL 75,1)
Wer im Schutz des Höchsten wohnt,
der ruht im Schatten des Allmächtigen.
Ich sage zum HERRN: Du meine Zuflucht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich vertraue. - Kv
Dir begegnet kein Unheil,
deinem Zelt naht keine Plage.
Denn er befiehlt seinen Engeln,
dich zu behüten auf all deinen Wegen. - Kv
Sie tragen dich auf Händen,
damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt;
du schreitest über Löwen und Nattern,
trittst auf junge Löwen und Drachen. - Kv
Weil er an mir hängt, will ich ihn retten.
Ich will ihn schützen, denn er kennt meinen Namen.
Ruft er zu mir, gebe ich ihm Antwort. /
In der Bedrängnis bin ich bei ihm,
ich reiße ihn heraus und bring ihn zu Ehren. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Was sagt die Schrift?
Nahe ist dir das Wort
in deinem Mund und in deinem Herzen.
Das heißt: das Wort des Glaubens, das wir verkünden;
denn wenn du mit deinem Mund bekennst:
"Herr ist Jesus" -
und in deinem Herzen glaubst:
"Gott hat ihn von den Toten auferweckt",
so wirst du gerettet werden.
Denn mit dem Herzen glaubt man
und das führt zur Gerechtigkeit,
mit dem Mund bekennt man
und das führt zur Rettung.
Denn die Schrift sagt:
Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen.
Denn darin gibt es keinen Unterschied
zwischen Juden und Griechen.
Denn alle haben denselben Herrn;
aus seinem Reichtum
beschenkt er alle, die ihn anrufen.
Denn jeder, der den Namen des Herrn anruft,
wird gerettet werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Nicht nur vom Brot lebt der Mensch,
sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.
Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit
kehrte Jesus,
erfüllt vom Heiligen Geist,
vom Jordan zurück.
Er wurde vom Geist in der Wüste umhergeführt,
vierzig Tage lang,
und er wurde vom Teufel versucht.
In jenen Tagen aß er nichts;
als sie aber vorüber waren,
hungerte ihn.
Da sagte der Teufel zu ihm:
Wenn du Gottes Sohn bist,
so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden.
Jesus antwortete ihm:
Es steht geschrieben:
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
Da führte ihn der Teufel hinauf
und zeigte ihm in einem Augenblick
alle Reiche des Erdkreises.
Und er sagte zu ihm:
All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche
will ich dir geben;
denn sie sind mir überlassen
und ich gebe sie, wem ich will.
Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest,
wird dir alles gehören.
Jesus antwortete ihm:
Es steht geschrieben:
Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen
und ihm allein dienen.
Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem,
stellte ihn oben auf den Tempel
und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist,
so stürz dich von hier hinab;
denn es steht geschrieben:
Seinen Engeln befiehlt er deinetwegen, dich zu behüten;
und:
Sie werden dich auf ihren Händen tragen,
damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.
Da antwortete ihm Jesus:
Es ist gesagt:
Du sollst den Herrn, deinen Gott,
nicht auf die Probe stellen.
Nach diesen Versuchungen
ließ der Teufel bis zur bestimmten Zeit von ihm ab.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im alltäglichen Leben nehmen wir häufig nicht mehr wahr, welchen Kräften und Mächten wir ausgeliefert sind. Die Machtverhältnisse in den Blick nehmen und kritisch zu hinterfragen, können wir vom Umgang Jesu mit den Versuchungen lernen.
„Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht“, so wusste es Oscar Wilde auszudrücken. Eine Versuchung ist heutzutage nicht mehr unbedingt verwerflich, sie hat ihren Reiz. Das machen sich Werbestrategien zunutze: Gönn dir doch einen kleinen Ausbruch aus deiner wohlsortierten Welt, pfeif auf die political correctness, geh deinen Sehnsüchten ungehemmt nach! - Worte und Symbole, die um das Leben kreisen, haben in der Werbung eine große Faszination und Anziehungskraft: „Reden wir über das Leben!“, „Vital“, „Biologisch“. Was ist das Leben? Was ist nur die Reklameseite? Die Reklameseite, die das Paradies, das Glück, die Erfüllung aller Sehnsüchte, kurz: das Leben, verspricht, hat meist eine Schattenseite, ein Kleingedrucktes.
Auch das Bedürfnis nach Unabhängigkeit, Souveränität und Macht ist Teil der beworbenen Reklame. Wobei - ist es überhaupt noch opportun, nach Macht zu streben?
Das Wort von der Macht und von den Mächtigen wird oft kritisch und abschätzig benutzt. Das hängt mit massiven Erfahrungen des Missbrauchs von Macht zusammen. Formen dieser Übermacht sind Zwang und die Gewalt, wenn das Starke das Schwächere drückt und erdrückt. Macht ist suspekt, Macht korrumpiert, sagt man. Aber: Die Kritik an der Macht allein ist noch nicht rational. Nicht gesehen wird bei diesem fundamentalen Verdacht der Macht gegenüber, dass es auch eine „Machtausübung der Machtlosen“ gibt. Stets ist die Beantwortung der konkreten Frage gefordert, wer durch Ächtung oder Kriminalisierung von Macht und Gewalt denn de facto die Macht zugespielt bekommt. Der Verzicht auf Macht kann ein Mittel sein, eine andere durchzusetzen.
Eine Versuchung zur Macht wird auch Jesus bei seinem 40tägigen Aufenthalt in der Wüste zugemutet. In der Gestalt des Teufels findet sich die in der Welt und unter den Menschen auftretende Macht und Gewalt verdichtet - und zwar in ihrer destruktiven Form. In ihrer Feindschaft zu Gott ist sie auf die Zerstörung von Leben ausgerichtet.
Wie sieht nun diese Versuchung Jesu aus? Jesus wird herausgefordert, seinen Anspruch und sein Gottesverständnis radikal zu hinterfragen. Dabei spielt der Versucher mit nachvollziehbaren Verlockungen: So soll sich Jesus doch als Wundertäter inszenieren, indem er Steine zu Brot verwandeln möge (Lk 4,3f); oder er soll sich auf weltliche Macht fokussieren (Lk 4,5-8); ja der Teufel scheut nicht davor zurück, Jesus eine regelrechte Provokation Gottes schmackhaft zu machen (Lk 4,9-12) und zitiert dabei gar aus der Heiligen Schrift.
Wer kennt das nicht: Versuchungen kommen oft im Gewand des Verständlichen, des Guten daher. Ein Phänomen, das Dietrich Bonhoeffer seiner „Ethik“ folgendermaßen aufzeigt: „Dass das Böse in der Gestalt des Lichtes, der Wohltat, der Treue, der Erneuerung, dass es in der Gestalt des geschichtlich Notwendigen, des sozial Gerechten erscheint, ist für den schlicht Erkennenden eine klare Bestätigung seiner abgründigen Bosheit.“ Und so können wohlklingende politische Versprechen im Desaster enden und das Leid unzähliger Menschen verursachen. Was als wissenschaftlicher Fortschritt verkauft wird, nimmt Eingriffe in eine nun nicht mehr unantastbare Menschenwürde in Kauf.
Hilfreich kann hier die von Ignatius von Loyola herkommende Methodik der Unterscheidung der Geister sein. Bei dieser geht es um die Frage, welche Suche und Sehnsucht nach Leben auf den Weg des Lebens und welche zur Sucht, zur Flucht vor dem Leben und zur Zerstörung führt. Unterscheidung der Geister fragt über das unmittelbare Gefühl hinaus nach den Zusammenhängen und den Konsequenzen von Wegen, die das Leben versprechen. Bei der Fähigkeit zur Unterscheidung der Geister geht es um ein Sensorium, Entwicklungen, die im Ansatz schon da sind, aber noch durch Vielerlei überlagert werden, vorauszufühlen. Sie blickt hinter die Masken der Propaganda, hinter die Rhetorik der Verführung, sie schaut auf den Schwanz von Entwicklungen, z.B. was Versprechen von Arbeit und Brot, Selbstbewusstsein nach „Demütigungen“, Verheißungen großer Siege u. ä. anlangt. Bei der Unterscheidung der Geister geht es um ein Zu-Ende-Denken und Zu-Ende-Fühlen von Antrieben, Motiven, Kräften, Strömungen, Tendenzen und möglichen Entscheidungen im individuellen, aber auch im politischen Bereich. Was steht an der Wurzel, wie ist der Verlauf und welche Konsequenzen kommen heraus? Entscheidend ist positiv die Frage, was auf Dauer zu mehr Trost, d.h. zu einem Zuwachs an Glaube, Hoffnung und Liebe führt. Negativ ist es die Destruktivität des Bösen, das vordergründig unter dem Schein des Guten und des Faszinierenden antritt. Unterscheidung der Geister ist so gesehen ein Frühwarnsystem, eine Stärkung des Immunsystems gegenüber tödlichen Viren.
Ein solches Sensorium kann auch helfen, die Frage nach Machtverhältnissen immer wieder neu in den Blick zu nehmen. Wo Menschen zusammenkommen und miteinander eine Gemeinschaft bilden (wollen), gibt es gegenseitige Beeinflussung und auch Macht. Es gibt kein Miteinander ohne Macht, sei sie personal oder auch strukturbedingt. Auch dort, wo die Verfahrensregelungen in Konflikten und in der Entscheidungsfindung total demokratisch verlaufen, ist Macht, Einfluss und Abhängigkeit nicht einfach aufgehoben. Gerade da ist zu fragen, welche Macht von wem und wie ausgeübt wird, welche Interessen sich durchsetzen, welche Personen dominant sind und welche Meinungen übermächtig werden. Wo die Machtfrage nicht mehr kritisch gestellt wird, droht die Gefahr, dass das Machtgefüge in eine gefährliche Schräglage gerät. Denn „fehlt es an Führung, kommt ein Volk zu Fall.“ (Spr 11,14)
Maßgeblich muss folgendes Kriterium sein: Wo gestaltet Macht zum Positiven - zu „mehr Leben" - hin und wo führt es in die entgegengesetzte Richtung? Das Verhalten Jesu in der Versuchungserzählung zeigt unmissverständlich zentrale Aspekte für die Beurteilung auf: Jesus missbraucht die ihm zukommende Macht nicht und er weist vor allem darauf hin, von wem die entscheidende Macht ausgeht - nämlich von Gott selbst.
© + Manfred Scheuer, Diözesanbischof der Diözese Linz
Jesus wird in der Wüste vom Satan versucht. Voraus geht seine Offenbarung als Sohn Gottes. Er steht in der Versuchung, sein Menschsein in kritischen Momenten außer Acht zu lassen. Jesus bleibt in allen Situationen ganz Mensch.
Am Aschermittwoch begann für uns Christen die Fastenzeit. Sie will und soll uns helfen, unser Leben neu unter die Lupe zu nehmen. Wo stehe ich? Wie verbunden bin ich mit Gott? Was hält mich eventuell ab, die Nachfolge Jesu konsequent und mit Hingabe zu leben?
Alle größeren Religionsgemeinschaften haben regelmäßig eine Fastenzeit. Trotz unterschiedlicher Glaubensinhalte stimmen sie in dem angestrebten Ziel für die Fastenzeit überein: Besinnung auf den Glauben und Überprüfung der persönlichen Lebensführung. Es gilt, sich selbst deutlich und ehrlich in den Blick zu nehmen und die persönliche Beziehung zu Gott und zum Nächsten wieder einmal genauer zu beurteilen, um Veränderungen und Erneuerungen vorzunehmen, wo es nötig ist.
Für die Christen gab es in der Vergangenheit in Bezug auf das Fasten genaue und strenge Vorschriften. Im Verzicht – z.B. auf Fleisch an manchen Tagen, Süßigkeiten, Nikotin, Alkohol, Feiern von Festen – sollte die Konzentration auf das Anliegen der Fastenzeit erhöht und gestärkt werden. Die einzelnen Vorschriften von früher, die für jeden in gleicher Weise gültig waren, gibt es heute nicht mehr. Geblieben sind jedoch Anliegen und Ziel der Fastenzeit: Besinnung und persönliche Überprüfung des eigenen Lebensstils. Auf welche Weise dies geschieht, ist in die Verantwortung jedes Einzelnen gegeben worden.
Dass Zeiten der Besinnung und Überprüfung des eigenen Verhaltens ins menschliche Leben gehören, um es wertvoll zu gestalten, bedarf sicher keiner besonderen Erläuterung. Lebensziele inerhalb aller Lebensphasen sorgfältig planen, den Willen stärken, um standhaft zu werden und zu bleiben, sind die entscheidenden Bestandteile für gelingendes Leben.
Dem Bericht des heutigen Evangeliums können wir entnehmen, dass auch Jesus in gleicher Weise gehandelt hat. Zu seiner Zeit pilgerten viele seiner Landsleute zur Erneuerung und Glaubensvertiefung zum Täufer an den Jordan. Auch Jesus machte sich auf den Weg, um den Worten des Johannes Gehör zu schenken und über sie nachzudenken. So wie alle anderen unterzog auch er sich der Taufe, um seine Bereitschaft zu bekunden, sich innerlich fest mit Gott zu vereinen. Durch die Herabkunft des Hl. Geistes auf ihn und die Worte der Stimme aus dem Himmel erkennt Jesus schließlich mit untrüglicher Gewissheit: Der Zeitpunkt seines öffentlichen Auftretens und Wirkens ist gekommen. Um in tiefer Verbundenheit mit Gott ans Werk zu gehen, zieht er sich daher in die Wüste zurück. Nichts von der Routine des Alltags und dem täglichen Leben soll ihn bei der Vorbereitung auf sein Wirken ablenken. Er will mit Gott ganz eins sein. Und dieses bewusste innige Vereinen mit Gott wiederholt er später immer wieder, indem er sich auf einen Berg oder in die Stille zurückzieht, um im Gebet sein Handeln mit dem Vater abzustimmen.
Wie sehr Jesus als Gottes Sohn wirklich auch ganz Mensch war, können wir der Tatsache entnehmen, dass er – wie alle Menschen – Versuchungen ausgesetzt war. Durch das Fasten hungrig geworden, schlägt ihm der Teufel vor: Wenn du doch Gottes Sohn bist, verschaff dir Brot aus den Steinen. Jesus lehnt ab. Er weigert sich, sich den Folgen des angenommenen Menschseins zu entziehen, sobald es schwer für ihn wird. Auch künftig wird er nie ein Wunder wirken, das ihm die Mühe des Menschseins erleichtert.
Durch seine tiefe Gottverbundenheit ist Jesus klar: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Zwar bedarf er des Brotes, aber es gibt auch den Hunger, den wir Menschen pflegen sollen:
- den Hunger, der danach verlangt, gut, mutig, entschlossen und tapfer sein zu wollen,
- den Hunger nach Versöhnung, Gemeinschaft und gegenseitige Wertschätzung,
- den Hunger, sich nach Gottes Segen und Gnade, nach seinem Beistand und seinem Erbarmen zu sehnen.
Diesen Hunger will sich Jesus als Mensch bewahren. Der Hunger des Körpers soll ihn immer wieder daran erinnern.
Der Teufel lässt nicht locker; er startet einen zweiten Versuch. Dabei präsentiert er sich als der Herr der Welt. Er möchte Jesus mit dem Glanz und Reichtum der Welt betören und locken, sich von Gott loszusagen durch die Anbetung des Widersachers Gottes. Aber Jesus weiß, vor wem es das Knie zu beugen gilt, auch wenn dadurch nicht postwendend weltlicher Ruhm und irdisches Ansehen übergeben werden. Aus der tiefen Verbundenheit mit Gott erspürt Jesus: Er ist vom Vater nicht als Herrscher über die Welt zur Erde gesandt, also ein glänzendes Weltreich gegenüber dem himmlischen aufzubauen, sondern um das Himmlische und Irdische miteinander zu vereinen. Das heißt: die Kluft zwischen beiden zu verringern und beide ins Miteinander zu führen.
Diese zweite Versuchung in der Wüste wiederholt sich später noch einmal, als die Menschen Jesus zum König machen wollen. Mit einem Rückzug aus der Menge antwortet Jesus und bleibt so seiner Aufgabe treu.
Der Teufel ist hartnäckig und startet einen dritten Versuch. Er möchte den ganz Mensch Seienden Jesus zu einer Dummheit verführen durch ein frommes Zitat aus der Hl. Schrift: Wenn du doch Gottes Sohn bist, stürz dich spektakulär von der Zinne des Tempels hinab. Denn in der Schrift steht ja: Engel werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß an keinen Stein stößt. Jesus soll sich betören lassen, mit seinem angenommenen Menschsein locker und unverantwortlich umzugehen. Dies würde aber einer Aufweichung des Willens Gottes gleichkommen. Eins mit Gott hat Jesus alle Begrenzungen und Beschränkungen irdischen Daseins akzeptiert. Er ist kein „sonny-boy“, der menschlich tölpelhaft handeln kann, wie er will, weil er ja von Gott automatisch vor allem Schaden bewahrt wird.
Mit seinem Ja zur Menschwerdung hat sich Jesus dem vollen Menschsein unterworfen. Als Kind kommt er in einem armseligen Stall zu Welt. Es folgt die Flucht nach Ägypten. Seine Eltern gehören nicht zu den Wohlhabenden. Jesus ist menschlichem Leiden durch Kritik und Ablehnung ausgeliefert. Schreckliche Angst befällt ihn am Ölberg. Kraft für die Treue zu seinem Menschsein schöpft Jesus aus seiner immer neu sich hingebenden Verbindung mit Gott und dem Einssein mit ihm.
An den Anfang der Fastenzeit, als Zeit der Besinnung und Überprüfung unseres Lebens aus dem Glauben, wird uns sehr bewusst der Bericht von den Versuchungen Jesu vor Augen gestellt. Wir werden daran erinnert, dass ein Wachsen im Glauben und seine Vertiefung der Besinnung bedarf.
Als Menschen sind wir immer wieder Versuchungen ausgeliefert. Z. B. satt und behäbig zu leben, indem wir den Hunger und das Sehnen nach Lebendigkeit und Gutsein aufgeben und nicht mehr pflegen.
Versucht werden wir zuweilen, uns von einer eindeutigen Bindung an Gott loszusagen beim Ringen um irdisches Ansehen oder weltlichen Einfluss.
Ähnliches geschieht leicht, sobald das Leben schwer wird. Wir kommen in Gefahr, uns innerlich zu weigern, entsprechend unseren Kräften die Mühen des Lebens mit großem Gottvertrauen anzunehmen.
Lassen wir uns neu einladen zu ernsthafter Besinnung und Überprüfung unserer inneren Einstellung und unseres Handelns, um unserem Leben den ihm möglichen und gebührenden Wert zu verleihen.
Die Versuchungen Jesu erzählen, wie Jesus über den Teufel Herr wurde. Die Herausforderung für uns: Über den Teufel Herr werden.
In der Perikope ist buchstäblich der Teufel los. Aber als Wiener und Wienerinnen haben wir damit kein Problem, denn die meisten Sagen aus Wien sind einfach teuflisch. Man kann sagen: In Wien ist der Teufel los! Manche wagen sogar zu sagen: „Wien ist das Wohnzimmer des Teufels“.
„Der Teufel und Wien gehören zusammen wie ein Krapfen und Marillenmarmelade. An fast jeder Ecke der Stadt hatte der Beelzebub oder eine andere übernatürliche Figur laut Wiener Sagenwelt seine Finger im Spiel.“
Naja, dann hören wir uns einmal eine Sage aus Wien an, sie erzählt von den drei Teuferln „Luziferl, Spirifankerl und Spirnginkerl!
Die haben es am Stephansplatz getrieben. Allerlei Bosheiten hatten sie im Sinn, neckten die Gläubigen, die in die Kirche gingen, versteckten den Steinmetzgesellen Hammer und Meißel, ließen Türen zuknallen, dass einem Angst und Bange wurde.
Es war vor langer Zeit, als in Wien der Stephansturm gebaut wurde. Damals trieben drei Teufelchen ihr Unwesen. Sie plagten die Menschen im Stephansdom. Sie zwickten sie in die Füße und bliesen ihnen ins Gesicht. Die Menschen fürchteten sich. Um die Teufel milder zu stimmen, gaben sie ihnen Kosenamen. Sie nannten sie "Luziferl, Spirifankerl und Springinkerl". Aber das half nichts.
Eines Tages waren die Teufelchen besonders schlimm. Sie tobten durch die Kirche und stießen die Leute. Darüber wurde ein Wächter, der gerade seinen Rundgang machte, furchtbar zornig. Er fing Luziferl ein und sperrte ihn in einen Käfig. Kurz darauf wurden auch Spirifankerl und Springinkerl gefangen. Sie blieben im Käfig, bis sie zu Stein erstarrten. Die Leute waren froh und fürchteten sich nicht mehr.
Eine innere Bedrohung des Glaubens, um die es sich wahrscheinlich bei dieser und ähnlichen Sagen mit dem Teufel handelt, konnte so erfolgreich „ausgetrickst“ werden.
Auslöser waren wahrscheinlich die Tatareneinfälle (eher Mongolen) im 13. Jhd. im Osten von Österreich. So werden die zu „Stein“ gewordenen Teufelchen die „3 Tatermänner“ genannt, vor deren Anbetung man warnte. Es war also eine von Bedrohung von außen, die auch das Innere der Menschen ganz schön durcheinander bringen konnte.
Der Glaube an einen lebensstärkenden Gott kann im Leben öfters durcheinander gebracht werden. Haltungen, Gedanken und Überzeugungen müssen buchstäblich wieder „eingefangen“, geordnet werden.
Der Teufel - von altgriechisch Diabolos: alles durcheinander werfen – in der Perikope ist so eine Versuchung, so ein „Durcheinanderbringen“. In der Rede greift er auf die „Taufe“ Jesu (Lk 3,21-22) zurück, indem er ihn Sohn Gottes bezeichnet. Wüste Irritationen tauchen da in der Konfrontation mit den Texten aus Jesu eigener Heiligen Schrift auf.
Entschlossen und kraftvoll hat hier Jesus die inneren Konfrontationen „eingefangen“ und geht erfüllt (wie es in Vers 14 dann heißt) durch Gottes Geist, der ihm in der Taufe zugesagt wurde, seinem Auftreten (zuerst) in Galiläa (bis in Jerusalem) und Wirken entgegen.
Das Fasten ist ein Weg nach Innen. Es hilft klären, welche Wertewichtig sind usw. Gegenwerte lassen sich jedoch nicht einfach ausschalten. Wer sie nicht im Auge behält, läuft Gefahr, dass sie ungewollt Macht gewinnen. Die Versuchungen Jesu sind ein Beispiel, wie man sich mit dem eigenen Schatten auseinandersetzen kann.
In diesem Jahr fallen der Valentinstag und der 1. Fastensonntag auf denselben Tag. Eine andere Lesart der Versuchungserzählung des Evangeliums legt sich nahe, denn jede Liebesbeziehung ist auch Versuchungen ausgesetzt
Die drei Versuchungen, denen Jesus nach der Überlieferung des Lukas ausgesetzt ist, beschreiben exemplarisch das Ringen Jesu um den richtigen Weg.
Lieder:
GL 211: Wir rühmen dich, König der Herrlichkeit (1., 2., 7. und 9. Str.)
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünde
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein
GL 269: Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus vertreib in uns die Nacht (2. Str.)
GL 271: O Herr, aus tiefer Klage
GL 272: Zeige uns, Herr, deione Allmacht und Güte
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld
GL 277: Aus tiefer Not schrei ich zu dir
GL 382/Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn
GL 389: Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan (1. und 4. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt (2. Strophe)
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 436: Ach bleib mit deiner Gnade (1. Str.)
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 453: Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott (1. Str.)
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren (3. Strophe)
GL 457: Suchen und fragen
GL Ö814: O höre, Herr, erhöre mich
GL Ö815: Sag ja zu mir, wenn alles nein sagt
GL Ö894: Wechselnde Pfade, Schatten und Licht
GL Ö989: Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten
Psalmen und Kehrverse:
GL 60: Der Herr hat uns befreit; auf ewig besteht sein Bund. - Mit Psalm 111 - VI.
GL 517: Der Herr vergibt die Schuld und rettet unser Leben - Mit Psalm 27 (GL 38,2) - IV.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 146 (GL 77,2) - VII.
GL 639,3-4: Beim Herrn ist Barmherzigkeit, bei ihm ist Erlösung in Fülle. - Mit Psalm 130 - II.
GL 664,5-6: Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all seinen Wegen. Mit Psalm 91 - V.
Wer sich selbst etwas wert ist, lebt nicht mehr oder weniger oberflächlich in den Tag hinein. Er überdenkt sein Planen und Handeln und strebt an, was ihm wertvoll erscheint. Er wird überlegen, wie und wodurch er seine Kräfte stärken und mobilisieren kann.
Die Fastenzeit will dieses Verhalten und Vorgehen unterstützen, indem sie zur Besinnung und Selbstkontrolle aufruft. So wird uns heute, am ersten Fastensonntag, Jesus als Vorbild vor Augen gestellt, der sich in einem vierzigtägigen Fasten auf sein öffentliches Auftreten vorbereitete. Aus der Betrachtung seines Verhaltens bei den Versuchungen, die ihm gestellt wurden, können wir viele Anregungen für uns entnehmen. Er war Mensch wie wir und hatte zu kämpfen wie wir.
Mit dem Aschermittwoch haben wir die Fastenzeit begonnen. Diese 40 Tage dienen der Vorbereitung auf das Osterfest. Jesus hat sich vor seinem öffentlichen Auftreten 40 Tage in die Wüste zurückgezogen. In dieser ungewöhnlichen Umgebung wurden ihm die grundsätzlichen Versuchungen seines Lebens bewusst.
Auch wir sind immer wieder der Versuchung ausgesetzt, uns in dieser Welt bequem einzurichten und das Wichtige und Wesentliche unseres Lebens aus den Augen zu verlieren. Die Fastenzeit fordert uns heraus, uns diesen Fragen zu stellen.
Am Beginn dieser Feier treten wir vor den Herrn hin und bitten ihn um seine Hilfe und um sein Erbarmen.
Herr Jesus Christus,
du hast das Los des Menschseins auf dich genommen.
Herr, erbarme dich.
Du warst den menschlichen Gefahren und Leiden ausgeliefert.
Christus, erbarme dich.
Durch deine innige Verbindung mit Gott bist du deiner Aufgabe und deinem Weg treu geblieben.
Herr, erbarme dich.
Zu dir, Gott, nehmen auch wir unsere Zuflucht
und bitten dich um deine Gnade und deinen Beistand. – Amen.
Es steht geschrieben:
Nicht nur vom Brot lebt der Mensch.
Herr, erbarme dich.
Es steht geschrieben:
Du sollst allein den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.
Christus, erbarme dich.
Es steht geschrieben:
Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du schenkst uns die heiligen vierzig Tage
als eine Zeit der Umkehr und der Buße.
Gib uns durch ihre Feier die Gnade,
daß wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
und die Kraft seiner Erlösungstat
durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Fastensonntag
Gott, unser Heil,
gib uns die Gnade, umzukehren zu dir.
Erleuchte unseren Verstand
und stärke unseren Willen,
damit uns diese Zeit der Buße zum Segen wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Montag in der 1. Woche der Fastenzeit
Vater im Himmel,
es war das Einssein mit dir, das Jesus die Kraft gab, seinem Weg und seiner Aufgabe treu zu bleiben. Auch wir suchen die enge Verbindung mit dir.
So bitten wir dich:
Stärke in uns das Verlangen, unserem Leben aus dem Glauben Tiefe und Lebendigkeit zu verleihen.
Vater im Himmel, …
Hilf uns, die Reichtümer unseres Herzens und irdischen Besitz mit anderen freudig zu teilen.
Vater im Himmel, …
Lass uns die List erkennen, die hinter jeder Versuchung steckt, damit wir ihr nicht erliegen.
Vater im Himmel, …
Segne das Bemühen aller, die Notleidenden, Armen, Entrechteten, Kranken und Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen.
Vater im Himmel, …
Unterstütze alle Anstrengungen, unter den Völkern, in Gemeinden, Gruppen, Familien und Nachbarschaften Frieden und Wohlwollen zu bewirken.
Vater im Himmel, …
Stehe den Sterbenden bei und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft des Himmels.
Vater im Himmel, …
Vater im Himmel,
lass die Vereinigung von Irdischem und Himmlischen immer mehr gelingen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Gott des Lebens!
Du schenkst immer wieder einen neuen Anfang.
Zu dir kommen wir mit unseren Bitten:
Lehre deine Kirche, aus ungeordneten Machtverhältnissen auszubrechen
und sich wie Jesus selbst von den Menschen in Dienst nehmen zu lassen.
Lenke in diesen Wochen der Umkehr unser Augenmerk auf die globale Verantwortung für die Menschen in den benachteiligten Regionen dieser Welt.
Leite uns mit deinem Geist in allen Entscheidungen um den Wert und die Würde jedes menschlichen Lebens vom Anfang bis zum Ende.
Hilf uns, durch die Wüstenerlebnisse unseres eigenen Lebens zu einem Glauben und einer Hoffnung zu finden, die uns trägt.
Führe unsere Verstorbenen in ihre endgültige Heimat bei dir.
Denn dir, Vater, verdanken wir alle guten Gaben.
In den Leiden und Schmerzen Jesu Christi und seiner Auferstehung hast du uns die Erlösung geschenkt.
Dafür danken wir dir und beten in dir den einzigen und wahren Gott an,
jetzt und allzeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
wir bringen Brot und Wein für das heilige Opfer,
das wir zum Beginn dieser Fastenzeit feiern.
Nimm mit diesen Gaben uns selbst an
und vereine unsere Hingabe
mit dem Opfer deines Sohnes,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
wir bringen diese Gaben dar
und weihen uns dir im Opfer deines Sohnes.
Nimm den Dienst deiner Kirche an.
Übe Nachsicht mit unserem Versagen
und heilige unser Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Montag in der 1. Woche der Fastenzeit
Kehrvers: Dir sei Preis und Dank und Ehre (GL 670,8)
Treuer Gott,
du lässt nicht zu, dass wir über unsere Kraft hinaus versucht werden.
Du schaffst uns in der Versuchung einen Ausweg,
sodass wir sie bestehen können.
Dafür preisen und danken wir dir.
Kehrvers
Jesus sagt: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot.“
Wenn uns die Versuchung überfällt,
den Alltag als gottgegeben und unausweichlich zu betrachten,
schaffst du uns einen Ausweg.
Du schenkst uns den Wein der Freude und des Festes,
der uns neu leben lässt.
Kehrvers
Jesus sagt:
„Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen
und ihm allein dienen.“
Wenn uns die Versuchung überfällt,
andere Menschen zu vergöttern
und an sie Besitzansprüche zu stellen,
schaffst du uns einen Ausweg.
Du schenkst uns Freunde, die unseren Horizont weiten.
Kehrvers
Jesus sagt:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“
Wenn uns die Versuchung überfällt, Liebesbeweise einzufordern,
schaffst du uns einen Ausweg.
Du schenkst uns dich selbst,
gratis, bedingungslos, unfassbar, unbeweisbar.
Du bist als Kraft der Liebe einfach da.
Darum singen wir dir unser Lied:
Lob/Danklied (etwa GL 382/Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn für alle seine Gnade)
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn ewig währt seine Liebe. (GL 444)
Gott und Vater,
in vielerlei Hinsicht schulden wir dir Dank.
Diesen möchten wir nun zum Ausdruck bringen.
Wir danken dir, dass du uns von Generation zu Generation begleitest
und uns immer neu herausführst aus Abhängigkeiten, Unterdrückung und Rechtlosigkeit.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus, deinen Sohn,
der die List des Versuchers durchschaut und ihm widerstanden hat.
Er hat sich nicht mit dem zufrieden gegeben,
was er ihm vordergründig angeboten hat.
Kehrvers
Er hat sich selbst uns zum Brot gegeben.
Er ist das lebendige Wort, das uns stärkt und sättigt.
Er stillt den Hunger, den Wohlstand und Überfluss nicht beseitigen können.
Kehrvers
Er hat uns gezeigt, wen allein anzubeten sich lohnt,
und wer allein die Macht hat,
den Tod zu überwinden und neues Leben zu erwecken.
Kehrvers
Er hat sein Vertrauen allein auf dich gesetzt; der du die Niedrigen erhöhst,
den Namenlosen einen Namen und den Kleinen Ansehen gibst.
Du hast ihn getragen,
als er in die tiefsten Abgründe menschlichen Lebens hinabgestiegen ist.
Kehrvers
Wir danken dir, dass auch wir Gerechtigkeit und Heil erlangen,
die wir mit dem Herzen glauben und mit dem Mund bekennen:
“Herr ist Jesus“ und „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“.
Kehrvers
Mit der ganzen Schöpfung stimmen wir ein in den Lobpreis der Engel und Heiligen
und singen wir dir zum Dank:
Danklied, z. B Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Erbarmen zu preisen.
Denn jedes Jahr
schenkst du deinen Gläubigen die Gnade,
das Osterfest in der Freude
des Heiligen Geistes zu erwarten.
Du mahnst uns in dieser Zeit der Buße
zum Gebet und zu Werken der Liebe,
du rufst uns zur Feier der Geheimnisse,
die in uns die Gnade der Kindschaft erneuern.
So führst du uns mit geläutertem Herzen
zur österlichen Freude und
zur Fülle des Lebens
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir deine Größe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastenzeit 1
Wenn wir im Vaterunser „führe uns nicht in Versuchung“ beten, dann bezieht sich das auf das 22. Kapitel des Buches Genesis, wo es heißt „Gott versuchte Abraham“, - nämlich ihm seinen Sohn Isaak zu opfern. Für uns heute klingt das schrecklich, aber Treue-Tests galten noch vor 100 Jahren als normal.
Letztlich führt aber nicht Gott in Versuchung, sondern wir selbst neigen zum Hochmut, unser Schatten fordert uns heraus. (Die Versuchung, die Karriereleiter zu erklimmen und dabei die Kinder zu opfern ist auch heutzutage allgegenwärtig.)
Ich möchte euch daher einladen, dass wir vor dem gemeinsamen Beten des Vaterunsers eine kurze Stille halten, in der wir über Versuchungen nachdenken. Auf dass wir nachher mit Nachdruck „sondern erlöse uns von dem Bösen.“ beten können.
Die Fastenzeit will uns helfen
dass unsere Augen mehr sehen
als das Fernsehen vorgaukelt
dass unsere Ohren im Lärm der Welt
auch die Stille wahrnehmen
dass sich unsere Hände trotz aller Hektik
auch zum Gebet falten
dass unsere Gedanken nicht abschweifen
wenn wir an unser Versagen
und unsere Unterlassungen denken
die Fastenzeit will uns einladen
umzukehren
uns zu versöhnen
und um Versöhnung zu bitten
dann können wir froh
und gestärkt
Ostern entgegengehen
Gütiger Gott,
du hast uns das Brot des Himmels gegeben,
damit Glaube, Hoffnung und Liebe in uns wachsen.
Erhalte in uns das Verlangen nach diesem wahren Brot,
das der Welt das Leben gibt,
und stärke uns mit jedem Wort,
das aus deinem Mund hervorgeht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Fastensonntag
Allmächtiger Gott,
du hast uns Anteil gegeben am heiligen Mahl.
Laß uns an Leib und Seele gesunden.
Schenke uns durch dieses Sakrament deine Hilfe
und die ewige Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Montag in der 1. Fastenwoche
Biathlet Simon Eder: "Doping? Auch mir wurde etwas angeboten"
Simon Eder spricht im "Presse"-Interview über Rattenfänger, Blutbeutel und er rechnet mit Dopingsündern ab. "Das Letzte, was ich habe, ist Mitleid."
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https://diepresse.com/home/sport/wintersport/5590499
Innsbrucker Forscherin Stöckl bei "Salzburger Hochschulwochen": Europäisches kooperatives Staats-Kirchen-Modell bewährt sich in "postsäkularen Konflikten"
In einer Zeit zunehmender globaler kultureller Konflikte, in denen auch religiöse und moralische Fragen immer stärker eine Rolle spielen, sollten Kirchen und Religionsgemeinschaften der "Versuchung der Macht widerstehen". Das hat die auf postsäkulare Konflikte spezialisierte Innsbrucker Soziologin Kristina Stoeckl im Rahmen eines Vortrags bei den "Salzburger Hochschulwochen" am Samstag unterstrichen. Zwar sei diese Gefahr in Europa nicht virulent, aber Beispiele etwa aus Russland oder den USA würden zeigen, wie leicht in postsäkularen Konflikten Religionen und Kirchen zu politisch einflussreichen Kräften werden könnten. Hüten sollten sich die Kirchen vor dieser Versuchung insofern, als dies einem konservativen, modernitäts-skeptischen Flügel innerkirchlich in die Hände spiele.
Ganzer Beitrag:
https://www.katholisch.at/aktuelles/2017/08/07/kirchen-muessen-versuchung-der-macht-widerstehen
April 1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, irgendwo in Norddeutschland. Der von seinen Kameraden getrennte 19-jährige Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) wird als Deserteur gnadenlos von betrunkenen eigenen Leuten gejagt. Dabei findet er in einem abgestellten Auto die Uniform eines Hauptmanns der Luftwaffe. Als er sie anzieht, schlüpft er auch in die entsprechende Offiziers-Rolle. Er schart andere verstreute Soldaten um sich, probiert gleich seine Verfügungsgewalt aus.
Die Kameraden sind froh, jemanden gefunden zu haben, der ihnen sagt, was sie zu tun haben. Sehr bald verfällt Herold dem Wahn der Macht. Mit der Legitimation: "Der Führer persönlich hat mir unbeschränkte Vollmachten erteilt", übernimmt er das Kommando über das Lager II der Emslandlager. Dort errichtet er ein Schreckensregiment, mehr als 120 Insassen lässt er ermorden oder tut es selbst. Mit ausdrucksvollen, fast dokumentarisch anmutenden Bildern, eröffnet sich eine "Köpenickiade" schlimmsten Ausmaßes, die jedoch auf wahren Geschehnissen beruht.
Dem deutschen Hollywood-Export Robert Schwentke kommt es nach eigenen Angaben nicht auf die Analyse eines Soziopathen oder Psychopathen an, sondern "auf das ganze System" und dessen Aktualität bis heute. Also die Perspektive von Machtstrukturen sowie die Grenzen von Moral und Standhaftigkeit. Ein verstörender Realhorror, durchwirkt mit surrealen Grotesken, die im Hals stecken bleiben. Insgesamt eine besonders bittere Pille.
wienerzeitung.at am 6.6.2018
Ganz schön perfide: RTL stellt glückliche Paare auf die Probe und testet deren Treue. Die Partner werden voneinander getrennt, in zwei unterschiedliche Resorts gesteckt. Dort warten Singles, die die Männer und Frauen in "Temptation Island" in Versuchung führen.
Ganzer Beitrag:
https://www.prisma.de/news/Temptation-Island-Versuchung-im-Paradies-RTL-stellt-Paare-auf-die-Probe,19388143
Ihr wurdet zusammen geboren,
und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein,
wenn die weißen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nicht vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderen Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.
Khalil Gibran, Der Prophet, Walter Verlag 1973.
Jesus wird zu Beginn seines öffentlichen Lebens versucht, und dies ist eine Prophetie dessen, was am Ende in der großen, letzten Versuchung auf ihn zukommen wird. Das öffentliche Leben Jesu spielt sich also zwischen zwei Versuchungen ab und ist somit als Ganzes eine Prüfung; es steht unter dem Zeichen der Prüfung. Jesus hat nicht bloß zwei Versuchungen durchgemacht, sondern wurde während seines ganzen Lebens geprüft. Er sagt beim Letzten Abendmahl zu den Aposteln: "In all meinen Prüfungen habt ihr bei mir ausgeharrt" (Lk 22,28). Er ist sich also im Klaren, daß sein ganzes Leben eine Prüfung war, die zwischen zwei Höhepunkten verlief: dem Beginn und dem Ende des öffentlichen Lebens ...
Jesus ist ja gekommen, den Glauben zu wecken, und am Kreuz sagt man zu ihm: "Wenn du willst, daß wir an dich glauben, so rette dich!" Wir können erahnen, welche Wunde im Herzen des Erlösers aufgerissen wird, der in seiner eigentlichen Aufgabe, den Menschen den Glauben zu schenken, versucht wird. Falls er vom Kreuz hinuntersteigt, wird dieses Volk rufen: "Es lebe Gott!" Doch Jesus steigt nicht hinab, denn er will den vom Vater vorgezeichneten Weg gehen, und dieser Weg ist noch viel wirksamer als der Erfolg, den er erringen könnte, wenn er ihm nicht folgen würde ... Wir können wohl nur in stiller Betrachtung, in der Liebe, die wir dem Herrn entgegenbringen, erfassen, wie schwer seine Prüfung war und was er litt, als er diesen Weg wählte.
Wir können zu ihm sagen: "Du, Herr, hast um unseretwillen gewählt, sonst hättest du uns den Weg der Herrschaft, des An-sich-Reißens, des rücksichtslosen Gebrauchs der Vorrechte gelehrt, den Weg, sich in den Mittelpunkt zu stellen; den Weg, den Satan dir am Beginn und am Ende deines Wirkens vorschlägt. Du aber bist gekommen, uns zu lehren, daß der Vater im Mittelpunkt steht."
In der Lebensbeschreibung des Thomas Morus hat mich eine Episode besonders beeindruckt: Thomas Morus wird vom König an den Hof beordert; er weiß, was auf ihn wartet (die Absetzung und all das, was auf sie folgen kann: die Prüfung, die Versuchung, die Folterung, der Tod). Doch er besteigt gehorsam das Boot, um sich auf den Weg zu machen, und versinkt in tiefes Schweigen. Das Boot gleitet auf der Themse dahin und man hört bloß das Geräusch der Ruderschläge, während Thomas nachsinnt. Plötzlich ruft er aus: "Ich habe gesiegt!"
Das will nicht heißen, daß für Thomas Morus darauf nicht doch noch die Prüfungen, Schmeicheleien, Lockungen und schließlich die Torturen folgen, damit er nachgibt. Doch als er in diesem Moment, ins Gebet versunken, vor all das Schreckliche gestellt ist, das auf ihn lauert, vertraut er sich Gott an, verspürt, daß ihm die Gnade Gottes zuteil wird und ihn stärkt, und ruft dann aus: "Ich habe gesiegt!" Seine Versuchung ist überwunden.
"Da bin ich also wieder hier", sagt er mit einem breiten Lachen, als er sich mir gegenüber in einen der großen abgewetzten Klubsessel wirft, die im Arbeitszimmer im zweiten Stockwerk der Philosophischen Fakultät herumstehen. Möglicherweise ist es dasselbe Möbelstück, in dem ich vor genau dreiunddreißig Jahren bei der Staatsprüfung in Philosophiegeschichte bei Professor Patocka geschwitzt hatte. Da war er noch nicht auf der Welt, dieser magere Jüngling mit kurzgeschnittenem Haar; solche Leute sind mir in den Jahren meiner Lehrtätigkeit in großer Zahl begegnet. Doch kann ich mich gerade an ihn, diesen ehemaligen Studenten, den Hörer nicht nur meiner Universitätsvorlesungen, sondern häufig auch meiner Predigten in der Universitätskirche, gut erinnern, auch wenn ich von ihm in den vergangenen Jahren kaum etwas gehört hatte. Ich habe nur vernommen, dass er angeblich vor geraumer Zeit sein rasch aufgeflammtes, aber irgendwie unausgegorenes Christentum an den Nagel gehängt hat, die Welt der östlichen spirituellen Bewegungen entdeckte und diese ihn dann so faszinierten, dass er für viele Jahre - und es hatte den Anschein einer definitiven Entscheidung - irgendwohin in ein buddhistische Kloster entschwand; vielleicht in Thailand oder auf Sri Lanka oder in Japan?
Lange Zeit sitzt er einfach hier, doch dann sagt er nur einen kurzen Satz, aus dem jedoch nicht klar hervorgeht, ob sich daraus das Motto einer weiteren langen Erläuterung herausschält oder ob er auf orientalische Art und Weise seine gesamte Erfahrung in einer einzigen Aussage zusammenfassen möchte, mit der er mich offensichtlich zu überraschen gedenkt: "So habe ich also zuerst gedacht, dass die Wahrheit im Christentum beheimatet sei, dann wiederum dachte ich, dass der Buddhismus die Wahrheit innehabe, und nunmehr denke ich wiederum, dass sie im Christentum liegt." Seine Worte "wieder hier" erhielten damit jetzt einen völlig neuen Sinn.
Darum laßt uns das mit Furcht und Demut verhandeln und einer dem andern zu Füßen liegen, einander die Hände reichen, einer dem andern helfen. Ich will das Meine tun, wie ich schuldig bin, und liebe euch, wie ich meine Seele liebe; denn wir streiten nicht gegen den Papst oder Bischöfe usw., sondern gegen den Teufel. Denkt ihr, daß er schlafe? Er schläft nicht, sondern er sieht das wahre Licht aufgehen. Das darf ihm nicht gerade ins Auge leuchten; daher wollte er ihm gerne seitwärts beikommen, und er wird es tun, wenn wir nicht achtgeben. Ich kenne ihn gewiß; ich hoffe auch, wenn Gott will, bin ich Herrn über ihn. Geben wir ihm einen Fußbreit nach, mögen wir sehen, wie wir ihn loswerden.
Martin Luther, Erste Invokavitpredigt (9.3.1522), in: ders., Ausgewählte Schriften, hrsg. Karin Bornkamm und Gerhard Ebeling, Bd. I, Frankfurt: Insel Verlag 1982.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
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Im Bekenntnis wird die Geschichte erzählt, vergegenwärtigt und überliefert: es ist die Geschichte der Knechtschaft, in die ein heimatloser Aramäer (als Stammvater) geriet. Aber der Gott unserer Väter hörte das Schreien und sah die Rechtlosigkeit - und führte uns in dieses Land - hervorgehoben werden alte Gottesprädikate: mit starker Hand und hoch erhobenem Arm.
Zu diesem (Ur)Bekenntnis gehört das Opfer der ersten Früchte jeder Ernte in diesem Land, dass Gott seinem Volk anvertraut. Die "Erstlinge" gehören ihm. Ihm gehört alles. Die alte Verheißung verbindet mit diesem Land die Atttribute "Milch und Honig", Bilder für Reichtum und Schönheit. Im Opfer wird das Bekenntnis zu Gott sichtbar, das Bekenntnis aber führt zum Opfer. In beidem - Bekenntnis wie Opfer - wird auf Jahwe verwiesen und die Geschichte mit ihm immer neu gegenwärtig.
Anders als viele Bekenntnisse, die im Laufe der Zeit, meistens in Auseinandersetzungen, formuliert wurden, werden hier nicht Sätze aneinander gereiht, sondern eine Geschichte erzählt, die viele Lebensgeschichten verbindet und auf eine gemeinsame Erfahrung bezieht.
Diese Handlungen werden mit einem Bekenntnis verknüpft. Dieses Bekenntnis, das auch als das "kleine historische Credo Israels" bezeichnet wird, erinnert an die Heilstaten Gottes. Das Bekenntnis betont den Kontrast zwischen der Nomadenexistenz der Vorfahren und der gesicherten Existenz der gegenwärtigen Generation. Gott ist es, dem der Besitz des Landes zu verdanken ist, das die Früchte hervorgebracht hat.
Bei dem Credo (Verse 5–9) handelt es sich um einen kunstvollen Prosatext. Er lässt sich in 4 Abschnitte zu je 3 Sätzen aufteilen (Vers 5, Vers 6, Vers 7, Vers 8f.), die außerdem noch in sich dreigegliederte Satzpassagen vorweisen. Die Geschichte wird vor einem besonderen Horizont gedeutet. Es geht um die Befreiung aus der Sklaverei (Motiv: Versklavung - Befreiung). Der Aufbau folgt zudem folgendem traditionellen Schema: Not (Vers 6) - Klage - Erhörung (Vers 7) - helfendes Eingreifen Gottes (Verse 8f). Die Konzentration auf das befreiende Handeln Gottes erklärt auch, dass die Führung durch die Wüste und die Ereignisse am Sinai fehlen.
Die Formulierungen enthalten viele Anspielungen auf die alten Auszugserzählungen in Vers 8.
Die Freiheit, die nun durch das Eingreifen Gottes geschenkt ist, bedeutet in der altorientalischen Wirtschaftstruktur den Landbesitz, der nicht gestört wird, weder durch feindliche Übergriffe, noch durch Naturkatastrophen.
Das Bekenntnis beginnt beim Nomadendasein der aramäischen Vorfahren, die unter die Vorherrschaft der Ägypter geraten sind. Dort wurden sie zwar zahlreich, lebten jedoch auf der untersten gesellschaftlichen Stufe. Gott erhört das Schreien seines Volkes, erweist sich als Jahweh ("Ich bin der 'Ich bin da'") und fürhrt sie in dieses Land, das sie nun bewohnen und bewirtschaften. Es ist sagenhaft reich. Es fließt von Milch und Honig.
Jedes Wort des Bekenntnisses spielt auf Momente der Exoduserzählung an. Die Befreiung endet noch nicht mir der Inbesitznahme des Landes. Sie reicht bis zur Eroberung Jerusalems und Errichtung des Tempels durch David und Salomo.
Als Anerkennung dieser von Jahweh gestalteten Geschichte vollzieht das Familienoberhaupt den Erntedankritus, bei dem es sich vor Gott niederwirft.