Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit ging Jesus nach Jerusalem hinauf.
Und es geschah:
Er kam in die Nähe von Betfage und Betanien,
an den Berg, der Ölberg heißt,
da schickte er zwei seiner Jünger aus
und sagte: Geht in das Dorf, das vor uns liegt!
Wenn ihr hineinkommt,
werdet ihr dort ein Fohlen angebunden finden,
auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat.
Bindet es los und bringt es her!
Und wenn euch jemand fragt: Warum bindet ihr es los?,
dann antwortet: Der Herr braucht es.
Die Ausgesandten machten sich auf den Weg
und fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte.
Als sie das Fohlen losbanden,
sagten die Leute, denen es gehörte:
Warum bindet ihr das Fohlen los?
Sie antworteten: Weil der Herr es braucht.
Dann führten sie es zu Jesus,
legten ihre Kleider auf das Fohlen
und halfen Jesus hinauf.
Während er dahinritt,
breiteten die Jünger ihre Kleider auf dem Weg aus.
Als er sich schon dem Abhang des Ölbergs näherte,
begann die Schar der Jünger
freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben
wegen all der Machttaten, die sie gesehen hatten.
Sie riefen:
Gesegnet sei der König, der kommt im Namen des Herrn.
Im Himmel Friede und Ehre in der Höhe!
Da riefen ihm einige Pharisäer aus der Menge zu:
Meister, weise deine Jünger zurecht!
Er erwiderte:
Ich sage euch:
Wenn sie schweigen,
werden die Steine schreien.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesaja.
GOTT, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern,
damit ich verstehe,
die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.
Jeden Morgen weckt er mein Ohr,
damit ich höre, wie Schüler hören.
GOTT, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht
und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht
vor Schmähungen und Speichel.
Und GOTT, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Es ist das Lied eines Knechtes Gottes. Gleichzeitig ist es ein Lied über den Knecht Gottes. Wer er war? Ein Einzelner? Womöglich Israel selbst? Die Gesichtszüge haben sich nie rekonstruieren lassen. Aber das Lied legt Spuren: Der Knecht Gottes hat die Zunge eines Jüngers und stärkt die Müden mit einem Wort, das aufrichtet - und ihm wird jeden Morgen das Ohr geöffnet, um von Gott das Wort zu bekommen, das ihn hält. Auch, als er geschlagen, geschmäht und bespuckt wird. Dem Lied gelingt, in einem Satz zu sagen, was der Knecht Gottes tut und was mit ihm geschieht. Er wird von der Zusage Gottes gehalten und richtet mit seinem Wort andere, hier: Müde, auf. Im Lied bekommt sein Vertrauen Worte, die seitdem vielen Menschen helfen, Tiefpunkte, Erniedrigungen und Verletzungen auszuhalten, aber auch den Kampf mit der Resignation zu gewinnen.
Als drittes Gottesknechtlied wurde dieser Text mit den anderen - insgesamt 4 - in das Buch Jesaja eingefügt. Es ist nicht sicher, wann das geschah, aber was gelegentlich wie ein Fremdkörper wirkt, entpuppt sich als Pfeiler: Die Trost-Botschaft, die Deuterojesaja den Menschen im babylonischen Exil - einer der größten Tragödien überhaupt, die Israel erlebte - gibt, ruht wie eine Brücke auf diesen Pfeilern und wird von ihnen gehalten.
Natürlich war damals von Jesus noch nicht die Rede und das später entwickelte Schema "Verheißung" - "Erfüllung" noch nicht formuliert, aber der Gottesknecht hat in diesem Lied vertraute Züge, die uns im Evangelium wieder begegnen: dass eine Zunge Kraft hat, Menschen ohne Hoffnungen aufzurichten - und dass das Ohr Leben empfängt. Dieses Lied vom Knecht Gottes ist eine Hommage auf die Sinne - und das sehr sinnliche Wort Gottes.
Das Knecht-Gottes-Lied hat in Röm 8,31-39 von Paulus eine bemerkenswerte Auslegung erhalten: In dem Verfahren, in dem die Auserwählten Gottes angeklagt werden, können sie von der Liebe Christi nicht geschieden werden. Das Urteil ist ein Frei-Spruch, ein Lebens-Urteil.
Die Leseordnung der Kirche hat für diesen Sonntag eines der Gottesknechtlieder aus dem Buch Deuterojesaja ausgewählt. Der Schüler des Propheten spricht in diesem Text von seiner Beauftragung. Er soll mit der Zunge eines Jüngers den entmutigten Menschen im babylonischen Exil neue Hoffnung machen. Um diesen Dienst aber auch erfüllen zu können, bedarf es eines offenen Ohrs. Gott öffnet dem Jünger das Ohr, damit er wie ein guter Schüler den Menschen zuhören kann. Dieses "Ohrenöffnungsritual" wiederholt sich gleichsam jeden Tag, denn Gott weiß, wie leicht die Menschen unter "verstopften Ohren" leiden können und nur mehr hören, was sie hören wollen. Ein offenes Ohr ist aber die Voraussetzung für gutes und erfolgreiches pastorales Arbeiten und eine aufrichtige Verkündigung. Bevor der Jünger von Gott spricht, gilt es den Menschen gut zuzuhören.
Wie auch am Karfreitag begegnet uns heute eines der vier Gottesknechtslieder, die sich im Deuterojesaja befinden und zum Teil als eigene literarische Schicht gegolten haben (so z. B. bei B. Duhm).
Individuell gedeutet kann der Ebed JHWH’s als königliche oder prophetische Gestalt. Andererseits in der kollektiven Deutung als Israel/Jakob, als das Volk Gottes. Das stellvertretende Leiden jenes einen Knechtes bringt Recht für die Völker und die Vergebung der Sünden (vgl. Jes 42,1-4; 49,1-6; 50,4-9; 52,13-53,12).
Es ist eine reine christliche Deutung, in diesem Gottesknecht Jesus Christus sehen zu wollen, in die Texte des Ersten Testaments nach dem Schema Verheißung – Erfüllung die Christologie hineinzulegen, wenngleich es vielfach in unsere katholische Tradition Einzug gehalten hat und diese alttestamentlichen Lesungen aus dem Buch des Propheten Jesaja deshalb aus der Karwochenliturgie nicht mehr wegzudenken sind. Eine Einladung erneut an uns, Obacht zu geben und Wert darauf zu legen, dass das Erste Testament in seinem Eigenwert zu lesen ist.
Nach der Gottesrede in Jes 50,1-3 hat Gott den Mund eines anderen geöffnet, dessen Rede in diesem Abschnitt mit der zweimaligen Aufforderung zum bewussten Wahrnehmen der Größe und Hilfe Gottes endet (Vers 9), bevor der Sprecher mit Mahnungen und Aufforderungen erneut einsetzt. JHWH hat seinem Knecht die Sinne geöffnet (Zunge und Ohr), gleichsam als Voraussetzung dafür, alles als Gottesknecht erdulden zu können. Auf ihn hin ist er ausgerichtet. Das und das Vertrauen allein geben ihm Kraft. Die ihm Gewalt antun, hat das Gericht des Herrn bereits getroffen.
Kv: Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen? – Kv
(Oder GL 293)
Alle, die mich sehen, verlachen mich,
verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
Wälze die Last auf den HERRN! /
Er soll ihn befreien,
er reiße ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat! - Kv
Denn Hunde haben mich umlagert, /
eine Rotte von Bösen hat mich umkreist.
Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt.
Ich kann all meine Knochen zählen;
sie gaffen und starren mich an. - Kv
Sie verteilen unter sich meine Kleider
und werfen das Los um mein Gewand.
Du aber, HERR, halte dich nicht fern!
Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe! - Kv
Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden,
inmitten der Versammlung dich loben.
Die ihr den HERRN fürchtet, lobt ihn; /
all ihr Nachkommen Jakobs, rühmt ihn;
erschauert vor ihm, all ihr Nachkommen Israels! - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Christus Jesus war Gott gleich,
hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,
sondern er entäußerte sich
und wurde wie ein Sklave
und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen;
er erniedrigte sich
und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen,
der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde
ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt:
"Jesus Christus ist der Herr" -
zur Ehre Gottes, des Vaters.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Paulus schreibt in seiner Gefangenschaft einen Brief an die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden, an Philippi. Mit ihr weiß er sich sehr verbunden, ist besorgt um sie. Von daher sind auch die Grundanliegen des Briefes zu verstehen, die sich auch in dieser Lesung widerspiegeln: Inmitten eines heidnischen Umfeldes bedarf die junge Christengemeinde der Festigung und Belehrung im Glauben. Die paulinische Paraklese meint darin mehr als Ermahnung "Dies und jenes sollt ihr tun", sondern vielmehr ein Besorgtsein, ein Sichkümmern, ein Inverantwortunggenommensein über die Distanz hinweg. Paulus wird von Unstimmigkeiten, von Streitereien und Prahlerei gehört haben, worauf er nun reagiert. Die Ermahnung hat dort ihren Platz, wo die Gemeinschaft im Geist und das Wohlwollen des Herzens wohnen. Grund und Motivation für diese geschwisterliche Zurechtweisung, die auch Eingang in unsere katholische Tradition gefunden hat, ist das Gemeinwohl vor allem Eigenwohl.
In Phil 2,6-11 schiebt Paulus einen Christus-Hymnus ein. Die feierliche, gehobene Sprache der Mahnrede in den Versen 1-4 deutet bereits an, dass dieser Teil in einem engen Zusammenhang steht mit dem Christuslied, das schon vor Paulus in den Gemeinden gesungen wurde. Vers 5 leitet über: Als getaufte Christen sollen sich die Glieder der Gemeinde in einem neuen, besonderen Verhältnis zu Jesus Christus begreifen: Nicht nur nach dem Vorbild Jesu Christi zu leben, sondern das ganze Dasein als In-Christus-Sein zu verstehen.
Durch die feierliche „Ermahnung in Christus“ wird der darauffolgende Hymnus einerseits vorbereitet, andererseits wird die Mahnung des Apostels durch das Lied christologisch begründet. Wenn die Gemeinde eines Sinnes ist, in Liebe verbunden, einmütig und einträchtig, dann deutet schon etwas auf von der großen Freude, die Gott am Ende der Zeiten schenkt ( ... macht meine Freude dadurch vollkommen, ...).
Das Christuslied selbst läßt zwei Teile erkennen: Die Erniedrigungsaussagen (Verse 6-8), in denen Christus der Handelnde ist, und die Erhöhungsaussagen (Verse 9-11); hier ist Gott der Handelnde. Der ganze Hymnus ist geprägt vom Stilmittel des Parallelismus. Die Verse 6 und 7 stehen einander gegenüber als These und Antithese: Er, der sich in der Daseinsweise Gottes befand, nahm Sklavendasein an; der nicht mit aller Macht daran festhielt, Gott gleich zu sein, entäußerte sich. Das gleiche gilt für die Verse 8 und 9: Er, der sich selbst erniedrigt hat, wird von Gott erhöht – und die Verse 7cd und 10: Der den Menschen völlig gleich gewordene wird vom ganzen Kosmos geehrt.
Der Hymnus endet mit der Proklamation: Jesus Christus ist der Herr! Der Name Jesus, der noch einmal an sein Menschsein erinnert, ist zugleich der Hoheitstitel. Aus dem ganzen Abschnitt wird klar: Kultische Verehrung, Bekenntnis des Glaubens und Leben aus seiner Gesinnung gehören zusammen. Durch alle Lebensvollzüge der Gemeinde wird Christus bekannt und geehrt, und durch ihn Gott der Vater.
De Hymnus ist geprägt von der Dynamik der Kenosis, der Entäußerung Christi. Gott geht für uns bis ins Letzte hinunter. Am Kreuz aber ist der Wendepunkt - der Aufstieg Jesu Christi nimmt dort seinen Anfang bis zum Lobpreis und dem Bekenntnis aller Geschöpflichkeit.
Paulus zitiert einen Hymnus, der in der frühen Kirche unbefangen das Geheimnis Christi mit dem – alten und in der Mythologie verbreiteten – Schema Abstieg / Aufstieg besingt. Der Entäußerung, die bis in den Tod reicht, wird der "verliehene Name" gegenübergestellt, der im Christus-Bekenntnis "Herr ist Jesus" mündet. Wir begegnen hier dem ursprünglichen Glaubensbekenntnis, das noch ohne streitbehaftete (und auslegungsbedürftige) Sätze zusammenfasst, was christliches Leben ausmacht: dass er das letzte Wort hat, über alles – und für alle.
Paulus, ein Meister, der das Evangelium in Briefen zu den Menschen bringt, entwindet den Hymnus mythologischen Denkmustern und verbindet das Leben Jesu mit dem seiner Jüngerinnen und Jünger: Seid untereinander auch so gesinnt… In einem Leben, das dem "Leben in Christus Jesus entspricht", erweist sich das Bekenntnis zu ihm als tragfähig und wirklich. Bedenken, zumal die vielen Bedenken, die von Gottesdienst zu Gottesdienst heute variiert werden, werden von Paulus nicht geteilt. Er hat das Zutrauen, das ein Leben gelingt, in dem Jesus als der "Kyrios" bekannt und angerufen wird. Dass der Ort Philippi keine Insel der Seligen ist, weiß Paulus, hindert ihn aber nicht, den Lebenslauf Christi als Verheißung und Vorbild hinzustellen.
Als Paulus den Hymnus aufgreift und ihn zitiert, gibt es die schriftlich ausformulierten Evangelien noch nicht. Heute gelesen, mutet er wie eine Kurzfassung des Evangeliums an, das vierfach überliefert wird und auch die Briefe im NT prägt. Nicht zuletzt geht es darum, Jesu Namen zu tragen (Taufe), sich mit ihm zu schmücken und zu segnen. Im übrigen: der Christus-Hymnus, aus alter Zeit von Paulus gerettet, steht auch dafür, dass, wie der Theologe Edmund Schlink sagte, das Dogma Lobpreis und Lebenshilfe ist (und nicht das Gerüst, um Wahrheiten festzulegen).
Die zweite Lesung am heutigen Sonntag führt uns den Christushymnus aus dem Brief des Paulus an die Gemeinde in Philippi zu Ohren und Herzen. Dieser Hymnus ist eine der komplexesten und ältesten (Abfassungszeit des Philipperbriefes zwischen 50 und 60 n. Chr.) paulinischen “Kurzformeln des Glaubens” (Rahner). Anders als die anderen vergleichbaren Textbeispiele ist der Christushymnus nahezu ein vollständiges Christusbekenntnis und umfasst das ganze christologische Heilsmysterium: der Hinweis auf Jesu menschliche und göttliche Natur, die Annahme des Leidens als göttlicher Solidarakt mit der Menschheit und schließlich die Befreiung aus allem Unheil und die Erhöhung zu Gott.
Dieses Christusbekenntnis des Paulus spiegelt auch seine aktuelle Spiritualität. Philippi war zu Beginn seiner Mission ein großer Erfolg des Paulus. Später dann erfuhr er gerade aus Philippi antichristliche Ressentiments und Verfolgung.
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit! – Kv
Christus war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht
und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit!
Das Mahl
E Als die Stunde gekommen war,
legte er sich mit den Aposteln zu Tisch.
Und er sagte zu ihnen:
+ Mit großer Sehnsucht habe ich danach verlangt,
vor meinem Leiden dieses Paschamahl mit euch zu essen.
Denn ich sage euch:
Ich werde es nicht mehr essen,
bis es seine Erfüllung findet im Reich Gottes.
E Und er nahm einen Kelch,
sprach das Dankgebet
und sagte:
+ Nehmt diesen und teilt ihn untereinander!
Denn ich sage euch:
Von nun an
werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken,
bis das Reich Gottes kommt.
E Und er nahm Brot,
sprach das Dankgebet,
brach es und reichte es ihnen
mit den Worten:
+ Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.
Tut dies zu meinem Gedächtnis!
E Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch
und sagte:
+ Dieser Kelch ist der Neue Bund in meinem Blut,
das für euch vergossen wird.
Doch siehe, die Hand dessen, der mich ausliefert,
ist mit mir am Tisch.
Der Menschensohn muss zwar den Weg gehen,
der ihm bestimmt ist.
Aber weh dem Menschen, durch den er ausgeliefert wird!
E Da fragte einer den andern,
wer von ihnen das wohl sei, der dies tun werde.
Vom Dienen und Herrschen
E Es entstand unter ihnen ein Streit darüber,
wer von ihnen wohl der Größte sei.
Da sagte Jesus zu ihnen:
+ Die Könige herrschen über ihre Völker
und die Vollmacht über sie haben, lassen sich Wohltäter nennen.
Bei euch aber soll es nicht so sein,
sondern der Größte unter euch soll werden wie der Jüngste
und der Führende soll werden wie der Dienende.
Denn wer ist größer:
Der bei Tisch sitzt
oder der bedient?
Ist es nicht der, der bei Tisch sitzt?
Ich aber bin unter euch wie der, der bedient.
Ihr aber habt in meinen Prüfungen bei mir ausgeharrt.
Darum vermache ich euch das Reich,
wie es mein Vater mir vermacht hat:
Ihr sollt in meinem Reich
an meinem Tisch essen und trinken
und ihr sollt auf Thronen sitzen
und die zwölf Stämme Israels richten.
Die Ankündigung der Verleugnung
+ Simon, Simon,
siehe, der Satan hat verlangt,
dass er euch wie Weizen sieben darf.
Ich aber habe für dich gebetet,
dass dein Glaube nicht erlischt.
Und wenn du wieder umgekehrt bist,
dann stärke deine Brüder!
E Darauf sagte Petrus zu ihm:
S Herr, ich bin bereit,
mit dir sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.
E Jesus aber sagte:
+ Ich sage dir, Petrus, ehe heute der Hahn kräht,
wirst du dreimal leugnen, mich zu kennen.
Die Stunde der Not
E Dann sagte Jesus zu ihnen:
+ Als ich euch ohne Geldbeutel aussandte,
ohne Vorratstasche und ohne Schuhe,
habt ihr da etwa Not gelitten?
E Sie antworteten:
S Nein.
E Da sagte er zu ihnen:
+ Jetzt aber soll der, der einen Geldbeutel hat, ihn mitnehmen
und ebenso die Tasche.
Wer dies nicht hat,
soll seinen Mantel verkaufen
und sich ein Schwert kaufen.
Denn ich sage euch:
An mir muss sich erfüllen, was geschrieben steht:
Er wurde zu den Gesetzlosen gerechnet.
Denn alles, was über mich gesagt ist,
geht in Erfüllung.
E Da sagten sie:
S Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter.
E Er erwiderte:
+ Genug davon!
Das Gebet in Getsemani
E Dann verließ Jesus die Stadt
und ging, wie er es gewohnt war, zum Ölberg;
seine Jünger folgten ihm.
Als er dort war, sagte er zu ihnen:
+ Betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet!
E Dann entfernte er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit,
kniete nieder und betete:
+ Vater, wenn du willst,
nimm diesen Kelch von mir!
Aber nicht mein,
sondern dein Wille soll geschehen.
E Da erschien ihm ein Engel vom Himmel
und stärkte ihn.
Und er betete in seiner Angst noch inständiger
und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.
Nach dem Gebet stand er auf,
ging zu den Jüngern zurück
und fand sie schlafend;
denn sie waren vor Kummer erschöpft.
Da sagte er zu ihnen:
+ Wie könnt ihr schlafen?
Steht auf und betet,
damit ihr nicht in Versuchung geratet!
Die Gefangennahme Jesu und die Verleugnung des Petrus
E Noch während er redete,
siehe, da kam eine Schar Männer;
und der Judas hieß, einer der Zwölf, ging ihnen voran.
Er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.
Jesus aber sagte zu ihm:
+ Judas, mit einem Kuss lieferst du den Menschensohn aus?
E Als seine Begleiter merkten, was bevorstand,
fragten sie:
S Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?
E Und einer von ihnen schlug
auf den Diener des Hohepriesters ein
und hieb ihm das rechte Ohr ab.
Da sagte Jesus:
+ Lasst es! Nicht weiter!
E Und er berührte das Ohr
und heilte den Mann.
Zu den Hohepriestern aber,
den Hauptleuten der Tempelwache
und den Ältesten, die vor ihm standen, sagte Jesus:
+ Wie gegen einen Räuber
seid ihr mit Schwertern und Knüppeln ausgezogen.
Tag für Tag war ich bei euch im Tempel
und ihr habt nicht Hand an mich gelegt.
Aber das ist eure Stunde
und die Macht der Finsternis.
E Darauf nahmen sie ihn fest,
führten ihn ab
und brachten ihn in das Haus des Hohepriesters.
Petrus folgte von Weitem.
Mitten im Hof hatte man ein Feuer angezündet
und Petrus setzte sich zu den Leuten,
die dort beieinandersaßen.
Eine Magd sah ihn am Feuer sitzen,
schaute ihn genau an
und sagte:
S Der war auch mit ihm zusammen.
E Petrus aber leugnete es
und sagte:
S Frau, ich kenne ihn nicht.
E Kurz danach sah ihn ein anderer
und bemerkte:
S Du gehörst auch zu ihnen.
E Petrus aber sagte:
S Nein, Mensch, ich nicht!
E Etwa eine Stunde später behauptete wieder einer:
S Wahrhaftig, der war auch mit ihm zusammen;
er ist doch auch ein Galiläer.
E Petrus aber erwiderte:
Mensch, ich weiß nicht, wovon du sprichst.
E Im gleichen Augenblick, noch während er redete,
krähte ein Hahn.
Da wandte sich der Herr um
und blickte Petrus an.
Und Petrus erinnerte sich an das Wort,
das der Herr zu ihm gesagt hatte:
Ehe heute der Hahn kräht,
wirst du mich dreimal verleugnen.
Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Die Männer, die Jesus bewachten, trieben ihren Spott mit ihm.
Sie schlugen ihn,
verhüllten ihm das Gesicht
und fragten ihn:
S Du bist doch ein Prophet,
sag uns: Wer hat dich geschlagen?
E Und noch viele andere Lästerungen stießen sie gegen ihn aus.
Jesus vor dem Hohen Rat
E Als es Tag wurde,
versammelte sich der Ältestenrat des Volkes,
die Hohepriester und die Schriftgelehrten
und sie ließen Jesus vor ihren Hohen Rat führen.
Sie sagten zu ihm:
S Wenn du der Christus bist,
dann sag es uns!
E Er antwortete ihnen:
+ Wenn ich es euch sage,
glaubt ihr mir ja doch nicht;
und wenn ich euch etwas frage, antwortet ihr nicht.
Von nun
an wird der Menschensohn
zur Rechten der Macht Gottes sitzen.
E Da sagten alle:
S Du bist also der Sohn Gottes?
E Er antwortete ihnen:
+ Ihr sagt es -
ich bin es.
E Da riefen sie:
S Wozu brauchen wir noch eine Zeugenaussage?
Wir haben es selbst aus seinem Mund gehört.
Jesus vor Pilatus und Herodes
E Daraufhin erhob sich die ganze Versammlung
und man führte Jesus zu Pilatus.
Dort brachten sie ihre Anklage gegen ihn vor;
sie sagten:
S Wir haben festgestellt,
dass dieser Mensch unser Volk verführt,
es davon abhält, dem Kaiser Steuer zu zahlen,
und behauptet, er sei der Christus und König.
E Pilatus fragte ihn:
S Bist du der König der Juden?
E Er antwortete ihm:
+ Du sagst es.
E Da sagte Pilatus zu den Hohepriestern und zur Volksmenge:
S Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.
E Sie aber blieben hartnäckig
und sagten:
S Er wiegelt das Volk auf;
er verbreitet seine Lehre im ganzen jüdischen Land,
angefangen von Galiläa bis hierher.
E Als Pilatus das hörte,
fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei.
Und als er erfuhr,
dass Jesus aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes komme,
ließ er ihn zu Herodes bringen,
der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.
Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah;
schon lange hatte er sich gewünscht, ihn zu sehen,
denn er hatte von ihm gehört.
Nun hoffte er, ein von ihm gewirktes Zeichen zu sehen.
Er stellte ihm viele Fragen,
doch Jesus gab ihm keine Antwort.
Die Hohepriester und die Schriftgelehrten, die dabeistanden,
erhoben schwere Beschuldigungen gegen ihn.
Herodes und seine Soldaten zeigten ihm offen ihre Verachtung.
Er trieb seinen Spott mit Jesus,
ließ ihm ein Prunkgewand umhängen
und schickte ihn so zu Pilatus zurück.
An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde;
vorher waren sie Feinde gewesen.
Pilatus rief die Hohepriester
und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen
und sagte zu ihnen:
S Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht
und behauptet, er wiegle das Volk auf.
Und siehe, ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört
und habe an diesem Menschen die Schuld,
wegen der ihr ihn anklagt,
nicht gefunden,
auch Herodes nicht,
denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt.
Ihr seht also:
Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht.
Daher will ich ihn auspeitschen lassen
und dann freilassen.
E Er musste ihnen aber zum Fest einen Gefangenen freilassen.
Da schrien sie alle miteinander:
S Weg mit ihm;
lass den Barabbas frei!
E Dieser Mann war wegen eines Aufruhrs in der Stadt
und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
Pilatus aber redete wieder auf sie ein,
denn er wollte Jesus freilassen.
Doch sie schrien:
S Kreuzige ihn, kreuzige ihn!
E Zum dritten Mal sagte er zu ihnen:
S Was für ein Verbrechen hat er denn begangen?
Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient.
Daher will ich ihn auspeitschen lassen
und dann werde ich ihn freilassen.
E Sie aber schrien
und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen,
und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch:
Da entschied Pilatus, dass ihre Forderung erfüllt werden solle.
Er ließ den Mann frei,
der wegen Aufruhrs und Mordes im Gefängnis saß
und den sie gefordert hatten.
Jesus aber lieferte er ihrem Willen aus.
Kreuzweg und Kreuzigung
E Als sie Jesus hinausführten,
ergriffen sie Simon, einen Mann aus Kyrene,
der gerade vom Feld kam.
Ihm luden sie das Kreuz auf,
damit er es hinter Jesus hertrage.
Es folgte ihm eine große Menge des Volkes,
darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.
Jesus wandte sich zu ihnen um
und sagte:
+ Töchter Jerusalems, weint nicht über mich;
weint vielmehr über euch und eure Kinder!
Denn siehe, es kommen Tage,
da wird man sagen: Selig die Frauen, die unfruchtbar sind,
die nicht geboren und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen:
Fallt auf uns!
und zu den Hügeln:
Deckt uns zu!
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht,
was wird dann erst mit dem dürren werden?
E Zusammen mit Jesus
wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.
Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt;
dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher,
den einen rechts von ihm, den andern links.
Jesus aber betete:
+ Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun!
E Um seine Kleider zu verteilen, warfen sie das Los.
Das Volk stand dabei und schaute zu;
auch die führenden Männer verlachten ihn
und sagten:
S Andere hat er gerettet,
nun soll er sich selbst retten,
wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.
E Auch die Soldaten verspotteten ihn;
sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig
und sagten:
S Wenn du der König der Juden bist,
dann rette dich selbst!
E Über ihm war eine Aufschrift angebracht:
Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
S Bist du denn nicht der Christus?
Dann rette dich selbst und auch uns!
E Der andere aber wies ihn zurecht
und sagte:
S Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
Uns geschieht recht,
wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
E Dann sagte er:
S Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
E Jesus antwortete ihm:
+ Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Der Tod Jesu
E Es war schon um die sechste Stunde,
als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach -
bis zur neunten Stunde.
Die Sonne verdunkelte sich.
Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei.
Und Jesus rief mit lauter Stimme:
+ Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.
E Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus.
(Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder)
E Als der Hauptmann sah, was geschehen war,
pries er Gott
und sagte:
S Wirklich, dieser Mensch war ein Gerechter.
E Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren
und sahen, was sich ereignet hatte,
schlugen sich an die Brust
und gingen weg.
Alle seine Bekannten aber
standen in einiger Entfernung,
auch die Frauen,
die ihm von Galiläa aus nachgefolgt waren
und die dies mit ansahen.
Das Begräbnis Jesu
E Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef,
ein Mitglied des Hohen Rats
und ein guter und gerechter Mensch.
Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen
nicht zugestimmt.
Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt,
und wartete auf das Reich Gottes.
Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu.
Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch
und legte ihn in ein Felsengrab,
in dem noch niemand bestattet worden war.
Das war am Rüsttag,
kurz bevor der Sabbat anbrach.
Die Frauen in seiner Nachfolge,
die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren,
sahen das Grab
und wie der Leichnam bestattet wurde.
Dann kehrten sie heim
und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu.
Am Sabbat aber
hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Jesus vor Pilatus und Herodes
E Die Ältesten des Volkes,
die Hohenpriester und die Schriftglehrten erhoben sich
und man führte Jesus zu Pilatus.
Dort brachten sie ihre Anklage gegen ihn vor;
sie sagten:
S Wir haben festgestellt,
dass dieser Mensch unser Volk verführt,
es davon abhält, dem Kaiser Steuer zu zahlen,
und behauptet, er sei der Christus und König.
E Pilatus fragte ihn:
S Bist du der König der Juden?
E Er antwortete ihm:
+ Du sagst es.
E Da sagte Pilatus zu den Hohepriestern und zur Volksmenge:
S Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.
E Sie aber blieben hartnäckig
und sagten:
S Er wiegelt das Volk auf;
er verbreitet seine Lehre im ganzen jüdischen Land,
angefangen von Galiläa bis hierher.
E Als Pilatus das hörte,
fragte er, ob der Mann ein Galiläer sei.
Und als er erfuhr,
dass Jesus aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes komme,
ließ er ihn zu Herodes bringen,
der in jenen Tagen ebenfalls in Jerusalem war.
Herodes freute sich sehr, als er Jesus sah;
schon lange hatte er sich gewünscht, ihn zu sehen,
denn er hatte von ihm gehört.
Nun hoffte er, ein von ihm gewirktes Zeichen zu sehen.
Er stellte ihm viele Fragen,
doch Jesus gab ihm keine Antwort.
Die Hohepriester und die Schriftgelehrten, die dabeistanden,
erhoben schwere Beschuldigungen gegen ihn.
Herodes und seine Soldaten zeigten ihm offen ihre Verachtung.
Er trieb seinen Spott mit Jesus,
ließ ihm ein Prunkgewand umhängen
und schickte ihn so zu Pilatus zurück.
An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde;
vorher waren sie Feinde gewesen.
Pilatus rief die Hohepriester
und die anderen führenden Männer und das Volk zusammen
und sagte zu ihnen:
S Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht
und behauptet, er wiegle das Volk auf.
Und siehe, ich selbst habe ihn in eurer Gegenwart verhört
und habe an diesem Menschen die Schuld,
wegen der ihr ihn anklagt,
nicht gefunden,
auch Herodes nicht,
denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt.
Ihr seht also:
Er hat nichts getan, worauf die Todesstrafe steht.
Daher will ich ihn auspeitschen lassen
und dann freilassen.
E Er musste ihnen aber zum Fest einen Gefangenen freilassen.
Da schrien sie alle miteinander:
S Weg mit ihm;
lass den Barabbas frei!
E Dieser Mann war wegen eines Aufruhrs in der Stadt
und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen worden.
Pilatus aber redete wieder auf sie ein,
denn er wollte Jesus freilassen.
Doch sie schrien:
S Kreuzige ihn, kreuzige ihn!
E Zum dritten Mal sagte er zu ihnen:
S Was für ein Verbrechen hat er denn begangen?
Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient.
Daher will ich ihn auspeitschen lassen
und dann werde ich ihn freilassen.
E Sie aber schrien
und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen,
und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch:
Da entschied Pilatus, dass ihre Forderung erfüllt werden solle.
Er ließ den Mann frei,
der wegen Aufruhrs und Mordes im Gefängnis saß
und den sie gefordert hatten.
Jesus aber lieferte er ihrem Willen aus.
Kreuzweg und Kreuzigung
E Als sie Jesus hinausführten,
ergriffen sie Simon, einen Mann aus Kyrene,
der gerade vom Feld kam.
Ihm luden sie das Kreuz auf,
damit er es hinter Jesus hertrage.
Es folgte ihm eine große Menge des Volkes,
darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten.
Jesus wandte sich zu ihnen um
und sagte:
+ Töchter Jerusalems, weint nicht über mich;
weint vielmehr über euch und eure Kinder!
Denn siehe, es kommen Tage,
da wird man sagen: Selig die Frauen, die unfruchtbar sind,
die nicht geboren und nicht gestillt haben.
Dann wird man zu den Bergen sagen:
Fallt auf uns!
und zu den Hügeln:
Deckt uns zu!
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht,
was wird dann erst mit dem dürren werden?
E Zusammen mit Jesus
wurden auch zwei Verbrecher zur Hinrichtung geführt.
Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt;
dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher,
den einen rechts von ihm, den andern links.
Jesus aber betete:
+ Vater, vergib ihnen,
denn sie wissen nicht, was sie tun!
E Um seine Kleider zu verteilen, warfen sie das Los.
Das Volk stand dabei und schaute zu;
auch die führenden Männer verlachten ihn
und sagten:
S Andere hat er gerettet,
nun soll er sich selbst retten,
wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte.
E Auch die Soldaten verspotteten ihn;
sie traten vor ihn hin,
reichten ihm Essig
und sagten:
S Wenn du der König der Juden bist,
dann rette dich selbst!
E Über ihm war eine Aufschrift angebracht:
Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn:
S Bist du denn nicht der Christus?
Dann rette dich selbst und auch uns!
E Der andere aber wies ihn zurecht
und sagte:
S Nicht einmal du fürchtest Gott?
Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen.
Uns geschieht recht,
wir erhalten den Lohn für unsere Taten;
dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
E Dann sagte er:
S Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!
E Jesus antwortete ihm:
+ Amen, ich sage dir:
Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Der Tod Jesu
E Es war schon um die sechste Stunde,
als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach -
bis zur neunten Stunde.
Die Sonne verdunkelte sich.
Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei.
Und Jesus rief mit lauter Stimme:
+ Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.
E Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus.
(Hier knien alle zu einer kurzen Gebetsstille nieder)
E Als der Hauptmann sah, was geschehen war,
pries er Gott
und sagte:
S Wirklich, dieser Mensch war ein Gerechter.
E Und alle, die zu diesem Schauspiel herbeigeströmt waren
und sahen, was sich ereignet hatte,
schlugen sich an die Brust
und gingen weg.
Alle seine Bekannten aber
standen in einiger Entfernung,
auch die Frauen,
die ihm von Galiläa aus nachgefolgt waren
und die dies mit ansahen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In der Politik wird viel inszeniert: Auftritte von Politikern, Präsentationen von Parteiprogrammen usw. Der Einzug Jesu in Jerusalem wurde von ihm und seinen Jüngern bewusst inszeniert. Jesus kommt als Messias und Friedenskönig. Seinen weiteren Weg haben die Menschen sich damals anders vorgestellt, als ihn uns die Leidensgeschichte erzählt.
Politische Wahlen sind spannend, weil sich in ihnen entscheidet, welche Volksvertreter die Verantwortung im Staat, im Land oder in der Gemeinde übernehmen. Vor der Wahl schauen wir uns an, welches Programm die Wahlwerber verfolgen, wofür sie stehen. Die Anhänger der Wahlsieger feiern ihre Kandidaten am Wahlabend mit großer Begeisterung.
Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem, der Hauptstadt der jüdischen Welt. Er selbst und seine Jünger inszenieren ihn bewusst und gezielt als Einzug des Messias und Friedenskönigs. Das mag für manche ein heiteres Spektakel gewesen sein, es hatte aber einen ernstzunehmenden Hintergrund. Die Anhänger Jesu und viele Mitläufer feiern ihn begeistert, die Gegner verfolgen die Aktion mit Argusaugen.
Der Evangelist Lukas beschreibt auch das Programm, mit dem Jesus seine Messiasherrschaft antritt: Der "Herr" requiriert ohne Widerspruch einen jungen Esel als Reittier. Der Kontrast zu Feldherren auf hohem Ross ist gezielt kalkuliert. Beim Propheten Sacharja heißt es (9,9): "Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin." Jesus verspricht, sich als Friedenskönig zu profilieren. Legitimiert wird er durch die "Machttaten", die seine Anhänger lautstark preisen. Gemeint sind wohl die Zeichen und Wunder, die Jesus getan hat. Für sie ist Jesus "der König, der kommt im Namen des Herrn." Das Ausbreiten der Kleider kann als Zeichen der Unterwerfung verstanden werden. Bemerkenswert ist auch das Bildwort, das Jesus seinen Kritikern entgegenhält: "Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien." Für ihn ist die Stunde gekommen, in der zum Himmel geschrieen wird, was gesagt werden muss. In der Passion werden wir allerdings hören, dass sich das, was bei seinem Einzug inszeniert wurde, in anderer Weise bewahrheitete, als die Anhänger wie auch die Gegner es zunächst vermuteten.
Heute, 2000 Jahre später, inszenieren wir den Einzug Jesu als Messias in unsere Gemeinde. Das ist mehr als ein historisches Rollenspiel, mehr als ein Nachspielen einer historischen Begebenheit. Wir empfangen Christus als unseren Messias und König, wir unterwerfen uns seiner Herrschaft. Wir sehen in ihm den Friedenskönig, den die Völker zu allen Zeiten herbeigesehnt haben. Wir wissen, dass ein Weg durch Leiden und Tod nicht vergeblich war, sondern dass durch Jesus und mit Jesus ein neuer Geist in unsere Welt eingezogen ist. Wir gehen mit ihm, auch wenn wir seine Passion miterleiden müssen. Wir gehen trotzdem mit ihm, weil wir überzeugt sind, dass dieser Weg zur Auferstehung führt, zu einer durch seinen Geist erneuerten Menschheit.
Predigtgedanken zur Leidensgeschichte.
„Darüber muss ich weinen, von Tränen fließt mein Auge.“ So wird im Buch der Klagelieder die angeborene Fähigkeit des Menschen zu weinen, in poetische, berührende Worte gefasst. Die Tränen überschreiten die Grenze des Körpers von innen nach außen. Wer weint, gibt sich seiner Empfindung hin.
Was wir eben in der Leidensgeschichte gehört haben ist eigentlich zum Weinen. Aber wer weint, wenn er oder sie diese Geschichte hört? Diesem Geschehen des Folterns, des Leidens, des Mordens, um nur die Höhepunkte der Leidensgeschichte zu nennen, mit Tränen der Wut, der Trauer, der Verzweiflung zu reagieren, ist nicht vorstellbar in unseren Gottesdiensten. Wahrscheinlich sind wir auch mit unserem Empfinden zu weit weg vom damaligen Geschehen.
Versuchen wir daher jene Personen, die konkret in dieser Leidensgeschichte bei Lukas „weinen“, heraus zu holen. Vielleicht können wir so aufgrund ihres Weinens auch uns und unsere Tränen hinterfragen. Widmen wir uns daher Petrus und den Frauen, von denen Lukas erzählt. Sie weinen aus ganz unterschiedlichen Gründen:
"Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort, das der Herr zu ihm gesagt hatte: 'Ehe heute der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.' Und er ging hinaus und weinte bitterlich." Tränen drücken aus, wofür es keine Worte mehr gibt. In diesem Fall für ein Fehlverhalten einem Freund gegenüber. Und die Chance, den Freund „lebend“ wiederzusehen, um mit ihm die Sache zu klären, ist in diesem Fall Null.
Worüber weine ich bitterlich?
(kurze Stille)
Es folgte Jesus eine große Menge des Volkes, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Es sind die Frauen aus Jerusalem, die hier über das, was sie da auf dem Weg sehen, erleben, mit wortreichem Klagen reagieren. Dieses Klagen kann andere im Inneren zutiefst bewegen.
Worüber klagen und weinen wir?
(kurze Stille)
Jedoch haben wahrscheinlich auch noch andere Personen stille Tränen, stummes leises Weinen über ihre abgrundtiefe Trauer, ihr Leid, ihren Schmerz damals fließen lassen, wie die Mutter Jesu, Maria, die in der Johannespassion unter dem Kreuz steht.
Maria weint über den Tod des eigenen Kindes im unfassbaren Schmerz und in tief bewegter Trauer. Das Zulassen der Tränen ist hier Ausdruck der Liebe. Wer so weint, empfindet unmittelbar seine Geschöpflichkeit.
Welcher Schmerz lässt meine Tränen fließen?
(kurze Stille)
Und Jesus selbst – auch er weinte. Bei Lukas zum Beispiel über die Stadt Jerusalem wie es im 19. Kapitel heißt:
"Als er näher kam und die Stadt Jerusalem sah, weinte er über sie und sagte: 'Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was Frieden bringt. Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.'“
Worüber weint Jesus heute – und wir mit ihm?
Weinen, die Tränen fließen lassen ist biblisch. Die Bibel kennt viele tränenreiche Geschichten und berichtet immer wieder von Menschen, die weinen und ihre Tränen vor Gott bringen. Lassen wir uns von ihnen berühren und Unaussprechliches, Unbegreifliches, so wie Schmerzliches aus unserem eigenen Leben Gott hinhalten.
Gehen wir den Ereignissen, Begebenheiten, die unseren Tränen, unserem Weinen zugrunde liegen, nach. Sehen wir uns das Leidvolle im Leben von uns, von anderen, an, das unsere Seele oft nicht begreift, aber unsre Tränen fließen lässt. Unsere Tränen be-greifen, aus-drücken, ihnen Platz und Raum geben und sie vor Gott bringen bedeutet: auf-stehen, dazu-stehen, zu dem, was uns bedrückt, was uns weinen lässt.
Unterwegs zum nahen Osterfest, sollen die Worte des Trostes aus der Offenbarung uns begleiten: „Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen“, auch unsere Tränen.
Die »Passion« erzählt in einer Reihe von Geschichten eine Lebensgeschichte, in der sich Lebensgeschichten vieler Menschen widerspiegeln. Zugleich ist es die Geschichte einer Liebe. Die den Tod überwindet.
Die Passion fasst den Weg des Messias zusammen, der als Sohn Davids in Jerusalem einzieht und von seinen Gegner aus dem Weg geräumt wird. Am Ende zeigt Gott, dass diese ohnmächtige Liebe stärker ist als der Tod.
Liedvorschläge:
GL 279: Hosanna dem Sohne Davids (Kyrie)
GL 280: Singt dem König Freudenpsalmen
GL 281: Also sprach beim Abendmahle
GL 288: Hört das Lied der finstern Nacht
GL 289: O Haupt voll Blut und Wunden
GL 290: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen
GL 299: Der König siegt, sein Banner glänzt
GL 369: O Herz des Königs aller Welt
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL Ö818: Aus der Tiefe rufen wir zu dir
GL Ö819: Lass mich deine Leiden singen
GL Ö820: Herr Jesus Christ, wir suchen dich
GL Ö821: Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna
Kehrverse und Psalmen:
GL 36,1-2: Auf dich haben unsere Väter vertraut, und du hast sie gerettet. - Mit Psalm 22 - II.
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Ps 93 - VIII.
GL 293: Mein Gott, mein gott, warum hast du mich verlassen? - Mit Psalm 27 (GL 38,2) - IV.
GL 302,2: Hosanna dem Sohne Davids! - Mit Psalm 57 (GL 649,6) - VII.
GL 302;3: Hosanna, hosanna, hosanna in der Höhe - Mit Psalm 118 (GL 66,2) oder Psalm 122 (GL 68,2) - VI.
GL 629,5-6 (564): Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 - VI.
GL 639,1: Erbarme dich meiner o Gott, erbarme dich meiner. - Mit Psalm 121 (GL 68,2) - VI.
GL 657,5: Christus war für uns gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuze. Mit Psalm 121 (GL 68,2) - VI.
Mit der Feier des Palmsonntags beginnen wir die Feier der Karwoche, der großen heiligen Woche.
Im Geiste ziehen wir mit Jesus hinauf nach Jerusalem und erleben wir mit ihm seine Vollendung als von Gott gesandten Messias. Mit ihm durchleiden wir auch den Weg des Kreuzes, den er für uns gegangen ist. Mit ihm erinnern wir uns, wie er beim Abschiedsmahl seinen Jüngern die Füße gewaschen, mit ihnen Mahl gehalten hat und seinen bevorstehenden Leidensweg als Hingabe für uns gedeutet hat.
Am Beginn dieser Feier huldigen wir Christus als Sohn Davids, als Messias und Erlöser.
(Fortsetzung der Feier mit der Segnung der Palmzweige und der Palmprozession oder mit den Kyrierufen)
Allmächtiger, ewiger Gott,
deinem Willen gehorsam,
hat unser Erlöser Fleisch angenommen,
er hat sich selbst erniedrigt
und sich unter die Schmach des Kreuz es gebeugt.
Hilf uns,
daß wir ihm auf dem Weg des Leidens nachfolgen
und an seiner Auferstehung Anteil erlangen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Palmsonntag
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn hat sich bis zum Tod am Kreuz erniedrigt
und die Sünden der Menschen auf sich genommen.
Hilf uns,
daß wir mit ihm im Leiden ausharren
und zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Großer Gott,
wir feiern in dieser Heiligen Woche
den Höhepunkt des Kirchenjahres.
Laß uns still und nachdenklich werden
und unsere Verbindung zu Christus stärken,
der uns in Tod und Auferstehung den Weg
vorausgegangen ist, und der mit dir lebt
und herrscht in Ewigkeit.
Heiliger, starker Gott,
erschüttert stehen wir vor dem grausamen Tod,
den dein Sohn für uns auf sich genommen hat.
Wir bitten dich:
Für alle, die in unserer Zeit geschunden, gefoltert und ermordet werden.
Lass auch ihren Tod nicht vergeblich sein,
sondern fruchtbar werden für das Kommen deines Reiches.
Für alle, die im Einsatz für andere ums Leben gekommen sind.
Gib ihnen einen Platz in deinem Reich.
Für die Politiker, die in diesen Tagen ihre Programme für die Wahlen zum Europäischen Parlament präsentieren.
Gib ihnen die Kraft, das Wohl aller vor ihre Eigeninteressen zu stellen.
Für die Verantwortungsträger der christlichen Kirchen und aller Religionen.
Gib ihnen Mut, den Einsatz für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden wichtiger zu nehmen als die Wahrung der Traditionen und der eigenen Macht.
Für alle, die zu den himmlischen Wohnungen, die du den Deinen bereitet hast, heimgekehrt sind.
Schenke ihnen den Frieden deines ewigen Reiches.
Heiliger, unsterblicher Gott,
wir danken dir, dass du uns in Jesus deine grenzenlose Liebe gezeigt hast.
Lass sie aufleuchten in unserer ruhelosen Welt. – Amen.
Erst bejubelt, dann verurteilt. In dieser Spannung steht der Palmsonntag.
Zwischen Hochgefühl und Verzweiflung spielt sich oft auch unser Leben ab.
Dabei ist aber Christus an unserer Seite.
Durch ihn lasst uns den Vater bitten:
Um Formen kirchlichen Lebens, die die Menschen ansprechen
und sie in ihren Schwierigkeiten hilfreich unterstützen.
Um ein ausgewogenes Maß im Handeln unserer Politiker
für die verschiedenen sozialen Gruppierungen unserer Gesellschaft.
Um Trost und kompetente Hilfe für alle Kranken und Leidenden.
Um innere Ruhe und stille Stunden, in denen wir in den kommenden Tagen der Bedeutung Jesu Leiden und Sterben für uns selbst näherkommen.
Um deine ewige Nähe für unsere Verstorbenen.
Durch die Feier der Karwoche nehmen wir Anteil am Leidensweg Jesu.
Dass seine Leiden uns zum Heil werden, erbitten wir vom Vater im Heiligen Geist. - Amen.
Herr, unser Gott,
schenke uns Verzeihung
durch das Leiden deines Sohnes.
Wir haben sie zwar durch unsere Taten nicht verdient,
aber wir vertrauen auf dein Erbarmen.
Darum versöhne uns mit dir
durch das einzigartige Opfer
unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Palmsonntag
Kehrvers:
Herr Jesus, dir sei Rum und Ehre. (GL176,3)
Guter Gott, wir danken dir,
dass du uns Jesus Christus als Messias und Erlöser gesandt hast.
Er ist als Friedensfürst in Jerusalem eingezogen
und hat uns deinen göttlichen Frieden gebracht.
Kehrvers
Er ist gekommen, nicht um zu herrschen,
sondern um zu dienen.
Er hat als Hirte sein leben hingegeben für seine Herde,
damit wir ewiges Leben erlangen.
Kehrvers
Er hat unsere Schuld getilgt
und uns mit dir, Gott und Vater, versöhnt.
Er hat uns die Macht gegeben, Kinder Gottes zu werden
und in deinem Licht zu leben.
Kehrvers
Dafür danken wir dir mit allen Engeln und Heiligen.
Wir stimmen ein in den Lobpreis deines auserwählten Volkes
und singen dir zur Ehre:
Danklied, z. B."Gott wohnt in einem Lichte... GL 429
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken und
das Werk deiner Liebe zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Er war ohne Sünde
und hat für die Sünder gelitten.
Er war ohne Schuld und hat sich
ungerechtem Urteil unterworfen.
Sein Tod hat unsere Vergehen getilgt,
seine Auferstehung
uns Gnade und Leben erworben.
Darum preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Palmsonntag
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deines Erbarmens zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn wiederum kommen die Tage,
die seinem heilbringenden Leiden und
seiner glorreichen Auferstehung geweiht sind.
Es kommt der Tag des Triumphes über den alten Feind,
es naht das Fest der Erlösung.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 2
Nicht auf einem hohen Ross
sondern auf einem jungen Esel
kommst du, Jesus, in die Stadt
arm, schwach, machtlos
und doch wirst du wie ein König empfangen
Hosanna
jubelt man dir zu
Seit damals wissen wir
du bist ein König
du bist stark
du kannst den Tod besiegen
du kannst Frieden bringen
Hosanna
König des Himmels und der Erde
gepriesen bist du in Ewigkeit
Herr, unser Gott,
du hast uns im heiligen Mahl gestärkt.
Durch das Sterben deines Sohnes
gibst du uns die Kraft,
das Leben zu erhoffen, das uns der Glaube verheißt.
Gib uns durch seine Auferstehung die Gnade,
das Ziel unserer Pilgerschaft zu erreichen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Palmsonntag
Norwegische Politiker gaben bekannt, sie hätten die 16-jährige Umweltaktivistin Greta Thunberg für den Friedensnobelpreis angemeldet. Das Komitee in Oslo muss dazu schweigen. Bisher hat sich nur Trump als Nominierter geoutet.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/ausland/welt/5595892/
Einzug in die Halle mit einer Schar an Kindern über den roten Teppich. Der Applaus und die stehenden Ovationen verleiteten sie schon da zu Luftsprüngen….
Mit 97,8 Prozent wurde Pamela Rendi-Wagner zur ersten Frau an der Spitze der SPÖ gewählt. Auch Kern sprach lang - und nannte die neue SPÖ-Chefin eine "wandelnde Kampfansage“.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/innenpolitik/5535735/
Alle Evangelien stimmen in diesem Punkt überein: Jesus, der Sohn, entscheidet sich frei für den Tod am Kreuz. Aber er tut das in dem Bewusstsein, darin dem Willen Gottes, des Vaters, gehorsam zu sein. Eben diese einhellige Überzeugung der neutestamentlichen Autoren - und einer breiten christlichen Tradition stößt heute viele Menschen ab und empört sie. Sie sehen darin ein perverses Wechselspiel zwischen einem sadistischen »Vater« und einem masochistischen »Sohn«. Beide hätten, wenngleich auf unterschiedliche Weise, am Leiden ihre Lust. Und das soll als Heilsgeschehen verstanden und gewürdigt werden? Eine schlimmere Verirrung und Zumutung lässt sich kaum denken.
Verrät sich hier nicht eine verschwiegene, abgründige Leidenschaft für die Gewalt? Und erklärt diese nicht auch schlüssig die Blutspur, die das Christentum in der Geschichte hinterlassen hat? Jüngst wurde behauptet, der christliche Glaube könne ohne Blut nicht existieren, und darum wäre sein Verschwinden der beste Dienst an der Menschheit. Handelt es sich also bei in christlichem Namen ausgeübter Gewalt um kein Missverständnis und keinen Missbrauch des Glaubens, sondere um seine unausweichliche Konsequenz? Ist der Glaube selbst die Krankheit, die er zu heilen vorgibt?! Fragen über Fragen, die auf eine Schlüsselfrage hinauslaufen: Was bedeutet das Kreuz Jesu Christi?
Christen verehren das Kreuz als Zeichen der Erlösung des Menschen durch Gott. Es wäre unsinnig, zugleich anzunehmen, der Kreuzestod Jesu stünde im Widerspruch zum Willen Gottes. Gott und Jesus bejahen das Kreuz, weil es unter den gegebenen Bedingungen etwas Wichtiges sichtbar macht. Jesus ist schuldlos und wehrlos. Nichts rechtfertigt seinen gewaltsamen Tod. Genau deshalb führt das Kreuz nicht nur die Folge einer Gewalttat vor Augen, sondern mehr noch ihre Grundlosigkeit und damit die Abgründigkeit menschlicher Gewaltbereitschaft. »Christentum ist wesentlich Gewaltanschauung« (G. Fuchs). Nicht aus voyeuristischer Lust, Gewalt zu sehen oder das Leiden, das sie anrichtet, sondern weil Gott durch das Kreuz sehen lässt, was im Menschen steckt.
Aus: Franz Kamphaus, Hinter Jesus her. Anstöße zur Nachfolge. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2010.
Der, von dem ich erzählen will,
wurde geboren in Armut und starb,
noch jung, mit ausgebreiteten Armen
am Kreuz einen schrecklichen Tod.
Warum, worin bestand seine Schuld?
Oder anders gefragt: wem war er im Weg?
Er raubte kein Geld, kein Land, stürzte
keinen vom Thron, zog nicht in den
Krieg, schrieb nicht einmal Bücher.
Der Ort, wo er aufwuchs wie andere auch,
war ohne Bedeutung: ein Nest in den Bergen
am Rande des riesigen römischen Reiches.
Er lernte ein Handwerk, zimmerte Möbel,
bis er die Werkstatt verließ und sein Dorf
und umherzog im Land, das Wort auszusäen.
Er sah, wie man weiß, weder Rom noch Athen.
Aber er sah seinen Vater im Himmel und
sah auf der Erde die Menschen im Dunkel
und lehrte sie sehn mit anderen Augen.
Er heilte die Kranken, rief Tote ins Leben.
So zog er umher und warb um die Herzen
und sprach von der Liebe, dem
Königreich Gottes.
Er starb, wie er lebte,
und lebt, wie er starb:
mit ausgebreiteten Armen.
Aus: Lothar Zenetti, Leben liegt in der Luft. Worte der Hoffnung. Matthias-Grünewald Verlag, Ostfildern 2007.
Kein Prophet sprach: »Mich Geweihten sende!«
Eingebrannt als Mal war es in allen:
Furchtbar ist dem Menschen, in die Hände
Gottes des Lebendigen zu fallen.
Kein Prophet sprach: »Mich Bereiten wähle!«
Jeder war von Gottes Zorn befehdet.
Gott stand dennoch jedem vor der Seele,
wie ein Mann mit seinem Freunde redet.
Kein Prophet sprach: »Gott, ich brenne!«
Jeder war von Gott verbrannt.
Kein Prophet sprach: »Ich erkenne!«
Jeder war von Gott erkannt.
Jochen Klepper in: Georg Langenhorst, Gedichte zur Bibel. Texte - Interpretationen - Methoden. Ein Werkbuch für Schule und Gemeinde. Kösel Verlag München 2004 (2001).

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Der letzte Vers des in der Leseordnung vorgesehenen Evangeliums (Vers 40) ist inhaltlich mit den folgenden Versen 41 - 44 verbunden. Aus diesem Grunde empfiehlt sich eine Lektüre des Einzugs Jesu in Jerusalem in diesem Kontext.
Für meinen Predigtvorschlag habe ich die Erweiterung um die Verse 41 - 44 mit berücksichtigt.
Empfohlene Erweiterung:
Als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sagte:
Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was dir Frieden bringt.
Jetzt aber bleibt es vor deinen Augen verborgen.
Es wird eine Zeit für dich kommen,
in der deine Feinde rings um dich einen Wall aufwerfen,
dich einschließen und von allen Seiten bedrängen.
Sie werden dich und deine Kinder zerschmettern
und keinen Stein auf dem andern lassen;
denn du hast die Zeit der Gnade nicht erkannt.
Zwei Jünger werden in das vor ihnen liegende Dorf geschickt, einen jungen Esel zu holen. Was Jesus den beiden als Wegweisung mitgibt, erweist ihn als Propheten: Die Jünger finden alles so vor, wie es ihnen Jesus sagt, und auch die Frage, auf die er sie vorbereitet, wird dann so gestellt. "Der Herr braucht ihn". Warum? Für was? Im Hintergrund steht die prophetische Verheißung, die bei Sacharja formuliert ist (Sach. 9,9f.): Nicht nur, dass "dein König kommt" (angesprochen ist die Tochter Zion = Jerusalem) auf einem jungen Esel, sondern auch, dass Streitwagen, Rosse und Waffen vernichtet werden. "Er verkündet für die Völker den Frieden; seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer und vom Eufrat bis an die Enden der Erde."(Vers 10b). Dass diese Verheißung in Erfüllung geht, hat der Evangelist in Szene - 2 Jünger in einem Dorf vor Jerusalem - gesetzt, ohne auch nur ein Wort zuviel zu sagen.
Es sind die Jünger, die ihre Kleider auf den Esel legen und wie einen Roten Teppich auf den Weg vor ausbreiten. Die Menge hat Lukas ausgeblendet, ebenso die Palmzweige. Ihm lag an der Kleiderszene, die diesen Einzug von vielen anderen herrschaftlichen Empfängen abhebt und noch einmal unterstreicht, wer denn hier kommt. Dieser König kommt ohne Eskorte und ohne gepanzerten Begleitschutz (Statussymbol bis heute), sondern vor ihn legen Menschen ab, ziehen sich aus - und haben Anteil an seiner Wehrlosigkeit. Das Sacharjawort meint ursprünglich auch, dass ein König kommt, dem geholfen wird (passiv) bzw. dem geholfen werden muss.
Als der Abstieg (!) beginnt, begannen alle Jünger freudig und mit lauter Stimme Gott zu loben, wegen all der Wundertaten, die sie erlebt haben (nachdrücklich: alle Jünger - alle Wundertaten!). Ihr Lobpreis knüpft an den Psalm 118 an: "Ach, Herr, bring doch Hilfe - ach, Herr, gib doch Gelingen. - Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn" (Vers 25 f.). Lukas lässt eine Nähe erahnen zwischen der Akklamation der Jünger und dem Lobgesang der Engel aus Kap. 2,14: während die Engel auf die Menschen blicken ("Friede auf Erden"), wenden die Jünger ihre Blicke zum Himmel ("Friede im Himmel"). Anspielungen und Zuspitzungen liebt Lukas besonders. Überhaupt klingt in den Cantica Lukas 1 - Benedictus und Magnificat - an, wie Gott sein Volk besucht. Den roten Faden hat Lukas fein verwoben. Der Lobpreis der Jünger nimmt das Heil aus Gottes Hand. Jetzt.
Die kunstvolle Komposition von Lukas, in der der Einzug Jesu von langer Hand vorbereitet erscheint, aber nur in kurzen Schlüsselszenen aufleuchtet, erinnert gegen Ende an den Konflikt zwischen Jesus und den Pharisäern. Für sie ist die Akklamation ein Affront. Aber wenn der Lobpreis verstummt, wird der Tod das Wort an sich ziehen. Ohne vorwegzunehmen, was er dann weiter erzählt, bereitet Lukas das Ende vor. Das Bild von den "schreienden Steinen" stellt das Unheil dar, in das Jesus zieht. Umso nachdrücklicher hat Lukas "seine" Geschichte vom Einzug geformt.
Jerusalem hat eine heilsgeschichtliche Schlüsselstellung. Dort hat die Verkündigung des Evangeliums begonnen (Lk 1,8-22) und in Jerusalem wird sie auch enden (Lk 24,52 ff.). Von dort wird auch das Evangelium zu allen Volkern und in alle Länder getragen werden (Lk 24,46-49 und Apg 1,4-8).
Der Einzug in Jerusalem schließt den sogenannten "lukanischen Reisebericht" (Lk 9,51-19,27) ab. Jesus nimmt Jerusalem gleichsam in Besitz. Seine Verkündigung erreicht in der Stadt und im Tempel den Höhepunkt und führt zur letzten Entscheidung.
Der Einzug in die Stadt Jerusalem bedeutet das gleichsam "alles entscheidende" Heilsangebot an Israel. Der Jubel der Engel bei der Geburt in Betlehem (Lk 2,14) wird zum Jubel der Jünger vor Jerusalem. Die Huldigung geschieht auf dem Ölberg. Nur die Jünger, nicht die Volksmassen, proklamieren Jesus als als König Israels und rufen das politisch unverdächtige religiöse Reich Jesu aus.
Lukas verkündet hier eine Stunde der Entscheidung. Der Entscheidung zwischen der "Fülle des Lebens" und dem "ewigen Tod" in der Gottesferne.