Lesung aus der Apostelgeschichte:
In jenen Tagen wanderten Paulus und Barnabas von Perge weiter
und kamen nach Antiochia in Pisidien.
Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich.
Es schlossen sich viele Juden und fromme Proselyten
Paulus und Barnabas an.
Diese redeten ihnen zu
und ermahnten sie, der Gnade Gottes treu zu bleiben.
Am folgenden Sabbat versammelte sich fast die ganze Stadt,
um das Wort des Herrn zu hören.
Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig,
widersprachen den Worten des Paulus
und stießen Lästerungen aus.
Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig:
Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden.
Da ihr es aber zurückstoßt
und euch selbst des ewigen Lebens für unwürdig erachtet,
siehe, so wenden wir uns jetzt an die Heiden.
Denn so hat uns der Herr aufgetragen:
Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht,
bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.
Als die Heiden das hörten, freuten sie sich
und priesen das Wort des Herrn;
und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren.
Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Die Juden jedoch
hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen
und die Ersten der Stadt auf,
veranlassten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas
und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.
Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen
und zogen nach Ikonion.
Und die Jünger wurden mit Freude
und Heiligem Geist erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Wir sind das Volk des Herrn,
die Herde seiner Weide. - Kv
Oder: Kv - Halleluja - Kv
Jauchzt dem HERRN, alle Lande! /
Dient dem HERRN mit Freude!
Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!
Erkennt: Der HERR allein ist Gott. /
Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide. - Kv
Kommt mit Dank durch seine Tore, /
mit Lobgesang in seine Höfe!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der HERR ist gut, /
ewig währt seine Huld
und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. - Kv
Lesung aus der Offenbarung des Johannes:
Ich, Johannes, sah: eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
Und einer der Ältesten sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes
und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel;
und der, der auf dem Thron sitzt,
wird sein Zelt über ihnen aufschlagen.
Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden
und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze
wird auf ihnen lasten.
Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden
und zu den Quellen führen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt,
und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Offenbarung des Johannes:
Ich, Johannes, sah: eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen:
Die Rettung kommt von unserem Gott,
der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.
Und alle Engel standen rings um den Thron,
um die Ältesten und die vier Lebewesen.
Sie warfen sich vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder,
beteten Gott an und sprachen:
Amen, Lob und Herrlichkeit,
Weisheit und Dank,
Ehre und Macht und Stärke unserem Gott
in alle Ewigkeit. Amen.
Da nahm einer der Ältesten das Wort
und sagte zu mir:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen,
und woher sind sie gekommen?
Ich erwiderte ihm:
Mein Herr, du weißt das.
Und er sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes
und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel;
und der, der auf dem Thron sitzt,
wird sein Zelt über ihnen aufschlagen.
Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden
und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze
wird auf ihnen lasten.
Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden
und zu den Quellen führen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt,
und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin der gute Hirt.
Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:
In jener Zeit sprach Jesus:
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie
und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben.
Sie werden niemals zugrunde gehen
und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle
und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In diesem Jahr fällt der "Gute-Hirten-Sonntag" auf den Muttertag. Mutterschaft, Vaterschaft, Elternschaft ist eine konkrete Ausformung der Hirtensorge. Eltern nehmen teil am Hirtesein Gottes. Das Besondere Hirtendienstes Jesu liegt in seiner Hingabe für die Seinen. Sein Vorbild leitet uns an und stärkt uns in unserem Hirtesein.
Einmal im Jahr danken wir den Müttern für ihren Dienst am Leben. Ich möchte hier nicht wiederholen, was zu diesem Anlass von vielen gesagt wird und immer wieder gesagt werden muss. Mütter schenken Leben und zeigen ihren Kindern, wie sie im "richtigen Leben" gut ankommen können. Auch den beteiligten Vätern schulden wir Dank.
Im Evangelium stellt sich Jesus als der Gute Hirte vor und sagt von sich, er gebe jenen, die auf seine Stimme hören, ewiges Leben. Sie würden niemals zugrunde gehen und niemand könne sie seiner Hand entreißen. An anderer Stelle sagt er: "Ich bin gekommen, damit sei das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10). Zum Bild des Guten Hirten gehört, dass er seine Herde gut versorgt, ihr nichts fehlen lässt und sie auf gute saftige Weide führt. Das trifft sich mit dem Eifer vieler Mütter, die um ausreichende, gute und gesunde Nahrung ihrer Familie besorgt sind.
Es geht um das Leben. Eltern wollen, dass es ihren Kindern gut geht, dass sie gesund sind, glücklich, tüchtig usw. "Leben in fülle" ist auch zentrales Anliegen der Botschaft Jesu und sollte auch das Anliegen der Kirche sein. Umso unverständlicher und unannehmbarer ist es, wenn Menschen, denen Heranwachsende anvertraut sind, ihnen schaden und ihre Entwicklung belasten. Meist geschieht dies, so dürfen wir annehmen, nicht mit böser Absicht, häufiger aus Unwissenheit, aus persönlichem Unvermögen oder aus Überforderung.
Das Rede vom Guten Hirten erinnert uns daran, dass es auch in der Pflege des Religiösen um das Finden des wahren Lebens geht. Zugleich ist es aber auch Leitbild und Aufforderung, dass wir selbst gute Hirten für einander werden. Wie Jesus sollen wir Leben fördern und einander helfen, gutes Leben zu finden. Viele tun dies, wenn sie selbst Eltern werden, andere tun dies durch ihren Beruf, wieder andere, indem sie als Seelsorger Wege zu einem vertieften und erfüllten Leben aufzeigen. Hirte sein und Hirte werden geht einen jeden Menschen an und betrifft nicht nur Eltern, Erzieher und Seelsorger. Ein hohes Maß an "Gut-Hirtenschaft" wird uns abverlangt, wenn wir in die Lage kommen, alten Menschen ein gutes und erfülltes Leben zu ermöglichen.
Das Besondere des Guten Hirten Jesus ist, dass er bereit war, sein Leben für die Seinen einzusetzen. Auf diesen Einsatz kommt es an. Ohne Hingabe wird Elternschaft nicht gelingen, ohne Hingabe wird ein sozialer Beruf nicht Freude machen, ohne Hingabe kann niemand ein guter Seelsorger sein. Jesus mahnt das ein im Vergleich mit dem Weizenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und reiche Frucht bringt. Der Gute Hirte, der das Leben für die Seinen hingibt, sich selbst zur Speise für uns werden lässt, damit wir das Leben haben, ist auch das zentrale Geheimnis jeder Eucharistiefeier.
Natürlich steht am heutigen Tag der Dank an unsere Mütter und Väter im Vordergrund. Das Danken allein ist noch nicht alles. Jesus Christus bietet uns auch seine Hilfe an, gute Mütter, gute Väter und gute Seelsorger zu sein und immer mehr einander zu guten Hirten zu werden.
Für die Kirche ist der Sonntag des Guten Hirten auch Anlass um gute Kirchen-Hirten zu beten. Als kirchliche Gemeinschaft brauchen wir Menschen, die die Hirtensorge für die Kirche im Geiste Jesu wahrnehmen. Ich bin überzeugt, dass einer der Hauptgründe der gegenwärtigen Kirchenkrise darin liegt, dass wir als kirchliche Gemeinschaft die Sorge darum, dass Menschen den Weg zu einem "Leben in Fülle", zu erfülltem, "ewigen" Leben finden, aus den Augen verloren haben. Bitten wir den Guten Hirten, dass er jeden von uns auf je eigene Weise zu einem guten Hirten für einander werden lasse.
Das Bild vom Guten Hirten und seinen Schafen irritiert heute. Es gilt in dieser Direktheit nur von Christus. Das Hirtenamt ist aber auch heute eine große Herausforderung. Es gilt, die Stimme des Hirten ins Heute zu übersetzen und die Nächstenliebe konkret werden zu lassen. Gemeinsam ist uns die Aufgabe, das Wissen um die Wichtigkeit des Hirtenamtes lebendig zu halten.
Zwischen Jesus und den Seinen besteht ein inniges Verhältnis wie zwischen einem Hirten und seinen Schafen. Dies ermöglicht Schutz und Geborgenheit und persönliches Wachsen .
Nachdem wir uns in der Erzdiözese Wien APG 2010 ("Apostelgeschichte 2010" ist ein missionarisches Projekt der Erzdiözese Wien) zu unserem Motto gemacht haben, bietet die erste Lesung Gelegenheit, einen Blick auf diese Stelle in besonderer Weise zu werfen. Die Apostelgeschichte ist so etwas wie die Urkunde des Anfangs unserer Glaubens- und Kirchengeschichte. Lukas beschreibt darin die Ausbreitung des Wortes Gottes durch die Menschen der ersten und zweiten Generation. Petrus, Paulus - heute hören wir auch von Barnabas- sollen durch die Kraft des Heiligen Geistes Zeugen sein und in Jerusalem, Judäa, ja bis an die Grenzen der Erde die Frohe Botschaft von Kreuz, Tod und Auferstehung verkünden. Das geschieht nur sehr mühsam und mit wechselndem Erfolg.
Die erste Lesung gibt einen Einblick in die erste Missionsreise. Paulus ist mit seinem Mitarbeiter Barnabas von Perge nach Antiochien unterwegs, also in der heutigen Türkei. Geographisch gesehen ist das eine sehr schwierige Strecke über Gebirge und Pässe. Das erfordert große körperliche Anstrengung.
Antiochien, damals eine Stadt von ca. 500 000 Einwohnern, liegt an der Grenze von Morgen- und Abendland. Es ist eine Stadt der Wissenschaft, des Vergnügens, Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen leben hier. Die Lesung zeigt, wie sich die junge Kirche ausweitet, aber auch mit welchem Widerstand sie zu kämpfen hat.
Es war üblich, dass die Mitarbeiter und das Volk sich am Sabbat in der Synagoge, einem Versammlungsraum, trafen und dort nach der Lesung aus der Tora, die Auslegung des Wortes Gottes hörten. Das geschah zunächst mit großem Erfolg, denn es heißt, "viele Juden schlossen sich dem Paulus und dem Barnabas an." (Apg.13,43). Dann aber kam der Umschwung. Das Wirken der beiden zeigt deutlich die immer stärker werdende Trennung von Kirche und Synagoge. Die Kirche wird - positiv gesehen- immer mehr zur "Heidenkirche", das heißt, wir haben es mit Menschen zu tun, die erst jetzt die Botschaft von Tod und Auferstehung kennenlernen und sie begeistert aufnehmen. Die Juden, also das ursprünglich auserwählte Volk, haben große Schwierigkeiten mit dem Evangelium. Die Stimmung kippt, auch hier in der Lesung: "Die Juden werden eifersüchtig, widersprechen den Worten des Paulus und Barnabas ... stießen Lästerungen aus." (Apg. 13,44-7). Wieso eigentlich?
Die Juden fürchten um ihre Identität. Christ zu werden, so meinen sie, ist nur über das Judentum möglich, dazu gehört auch die Beschneidung als Teil jüdischer Identität. Daraus entwickelt sich eine schwere Kontroverse, die auf dem Apostelkonzil in Jerusalem ausgetragen wird. Dort gibt es diesbezüglich einen handfesten Krach zwischen Petrus und Paulus. Petrus besteht auf diesen althergebrachten Weg mit der Beschneidung. Das Apostelkonzil beschließt nach hartem Ringen unter Mitwirkung des Heiligen Geistes, dass man auch Christ werden kann außerhalb des Judentums ohne Beschneidung. Paulus und Barnabas bringen somit zurecht die Jesaiastelle (Jes.42,6) in Erinnerung: "Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein." Das ist somit ein Inklusivmodell, das alle Menschen durch alle Generationen in dieses Heil einbezieht, nicht nur das auserwählte Volk. Nach diesem Apostelkonzil ist somit ein weiteres Hindernis zur Ausweitung der Kirche aus dem Weg geräumt. Wir sehen: Widerstand, Konflikte auf sachlicher Ebene sind mitunter notwendig, um der Frohen Botschaft zum Durchbruch zu verhelfen.
Die Situation heute gleicht der damaligen. Auch damals standen Gläubige gegen Gläubige auf. Auch heute liefern einander kirchliche Gruppierungen, jede aus tief gläubiger Sichtweise Grabenkämpfe über Medien, sprechen einander das Christsein ab - schwere Sünde wider den Heiligen Geist! - werfen sich Anschuldigungen an den Kopf, alles sehr emotionell geführt.
Das erlösende Wort, das Licht dieser Welt verblasst, auch aus diesem Grund, erstickt im Gesetzeswust kirchenrechtlicher Bestimmungen.
Das Evangelium sagt: "Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir." (Joh.10,27). Das Bild von Hirt und Herde wird heute wenig gut verstanden, sondern eher in "gescheit" und "dumm" eingeteilt. Die Stimme und das Wort können vertrauensbildend, also wohltönend, entängstigend, beruhigend wirken, aber auch schrill, abweisend sein, dass es weh tut. Dann wird die Herde nicht mehr dem Hirten folgen und sich eigene Weideplätze suchen. Leider wird der Weg dorthin zu den saftigen Weiden vom kurialen Stacheldraht, also durch strengen Zentralismus, Dialogverweigerung, Antworten auf Fragen, die niemand stellt, bzw. schon gelöst wurden, abgeschnitten.
Das Licht, der Heilige Geist, wird uns aber Wege zeigen, wie man diesen Stacheldraht umgehen kann, um der österlichen Botschaft, dem mysterium und dem Wort Gottes neue Kraft zu verleihen.
Lieder:
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt (3. Str.)
GL 213: Christ ist erstanden
GL 244: Vom Tode heut erstanden ist
GL 223: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 281: Also sprach beim Abendmahle (3. Str.)
GL 329: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 332: Die ganze Welt, herr Jesu Christ
GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich!
GL 337: Freu dich, erlöste Christenheit
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 366: Jesus Christus, guter Hirte
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott (3. Str.)
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren (3. Str.)
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen ( 3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (2. und 3. Str.)
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht (1. und 2. Str.)
GL 487: Nun singe Lob du Christenheit (4. Str.)
GL Ö834: Das Grab ist leer, der Held erwacht
GL Ö835: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
GL Ö837: Halleluja! Lasst uns singen
GL Ö838: Christ ist erstanden! Halleluja!
Kehrverse und Psalmen:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; Er führt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 66: Das ist der Tag, den der Herr gemacht; lasst uns frohlocken und seiner uns freuen. - Mit Psalm 118 -VI.
GL 618: Confitemini Domino, quoniam bonus... - Mit Psalm 63 - VII.
In diesem Jahr fällt der vierte Sonntag der Osterzeit, an dem traditionellerweise das Evangelium vom Guten Hirten vorgetragen wird, auf den Muttertag. Am Muttertag steht der Dank an die Mütter im Vordergrund. Das Bild des Guten Hirten, der dafür sorgt, dass die Seinen das wahre Leben finden, regt uns dazu an, dass wir wie unsere Mütter und Väter, die für uns zu guten Hirten geworden sind, einander zu guten Hirten werden, die Sorge für das Leben tragen.
Am 4. Sonntag der Osterzeit steht das Bild des Guten Hirten im Mittelpunkt der Verkündigung. Traditioneller Weise werden wir an diesem Tag aufgefordert, um geistliche und kirchliche Berufe zu beten.
In Zeiten, in denen wir mit Fällen des Missbrauchs des kirchlichen Hirtendienstes, konfrontiert sind, fällt es uns schwer, unbelastet darüber zu reden, wie dringend notwendig wir Menschen brauchen, die ihr ganzes Leben dem Hirtendienst in der Nachfolge Jesu zu weihen.
Gerade im Gegenüber zu Christus, dem Guten Hirten wird uns bewusst, wie schwer wir am Missbrauch des Hirtenamtes leiden und wie groß der Abstand zu unserem Vorbild ist.
Aber auch die sozusagen "einfache Christen" haben teil an der Hirtensorge Jesu. Uns allen ist aufgetragen, für einander zu sorgen und auf das leibliche und seelische Wohl unseres jeweils Nächsten zu achten.
Am Beginn des Gottesdienstes tragen wir unsere ganze Not mit dem Versagen unserer Hirten und unsere Not mit dem eigenen Versagen vor den Herrn und bitten ihn um Vergebung und um Heilung unserer Wunden.
Herr, Jesus Christus,
du bist der Gute Hirte, der sein Leben für seine Schafe hingibt.
Herr, erbarme dich.
Wer deiner Stimme folgt, dem gibst du ewiges Leben.
Christus, erbarme dich.
Du führst uns zu den Quellen, aus denen das Wasser des Lebens strömt.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du rufst uns mit unverwechselbarer Stimme,
dir zu folgen und uns dir anzuvertrauen.
Herr, erbarme dich.
Du gibst uns ewiges Leben
und lässt niemand zugrunde gehen.
Christus, erbarme dich.
Du lässt uns teilhaben
an deiner innigen Gemeinschaft mit dem Vater.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen
als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde,
für die er sein Leben dahingab,
aus aller Not zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Guter Gott,
heute am Muttertag tragen wir dir unsere Bitten und Gebete vor:
Wir beten für alle Mütter und Väter,
dass sie auch selbst zu einem erfüllten Leben finden.
Wir beten für alle Mütter und Väter um die Kraft und Energie, die sie für ihr Elternsein brauchen.
Wir beten für alle Mütter und Väter, die in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind und nur mit großer Mühe ihre Aufgabe wahrnehmen können.
Wir beten für alle Kinder, die in die Lage gekommen sind, für ihre Eltern sorgen zu müssen, obwohl sie selbst noch Kinder sind.
Lass auch sie selbst zu einem erfüllten Leben finden.
Wir beten für alle Familien, die durch Krieg oder durch soziale Not auseinandergerissen worden sind.
Gib du ihnen, was sie einander nicht geben können.
Wir erbitten für unsere verstorbenen Eltern und Großeltern das ewige Leben, das du den Deinen verheißen hast.
Wir beten für die Kirche um gute Hirten und Seelsorger.
Wir beten für den Papst, die Bischöfe, die Priester und für alle übrigen Seelsorger um Freude und Erfüllung im Hirtenamt.
Dir, Guter und ewiger Hirte vertrauen wir alle unsere Lieben an. – Amen.
Die Sehnsucht nach Heil steckt in uns Menschen.
Wir können sie nur stillen, wenn wir uns immer wieder neu in Freiheit für Gottes Liebesangebot entscheiden.
Darum bitten wir:
Hilf deiner Kirche, eine Heimat für jene zu werden,
die bisher deine Botschaft nicht annehmen konnten.
Wandle uns zu einer demokratischen Gesellschaft,
die konkrete Antworten für jene findet,
die sich als Verlierer der Globalisierung sehen und keinen Halt finden.
Ergänze in deiner Allmacht das, was wir aus Unvermögen oder Unachtsamkeit unseren Müttern an Liebe und Dankbarkeit schuldig geblieben sind.
Begleite in deiner Liebe alle Kinder, die aufgrund von tragischen Ereignissen ohne Zuwendung und Geborgenheit einer Mutter aufwachsen müssen.
Schenke allen, deren irdischer Lebensweg beendet ist, ewige Heimat bei dir.
Denn du, dreieiniger Gott, willst, dass allen Menschen Leben in Fülle zu Teil wird.
Für das Angebot deiner Liebe danken wir dir und preisen wir dich,
jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
gib, dass wir dir allzeit danken
durch die Feier der österlichen Geheimnisse.
In ihnen führst du das Werk der Erlösung fort,
mache sie für uns zur Quelle der unvergänglichen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Kehrvers:
Der Herr ist mein Hirt.
Er führt mich an Wasser des Lebens.(GL 37,1)
Großer und treuer Gott, wir treten vor dich,
um dir zu danken.
Du bist der wahre Hirte,
der sein Volk hütet wie ein Hirt seine Herde.
Kehrvers
Den Hirten Abraham hast zu du zum Stammvater
und Vorbild jenes Volkes gemacht,
das du erwählt und ins Herz geschlossen hast.
Kehrvers
Einst hast du Israel, dein Volk, der Hand des Pharao entrissen
und heimgeführt in das verheißene Land,
das von Milch und Honig fließt.
Kehrvers
Den Hirten David hast du von den Herden geholt
und zum König über ganz Israel gesalbt.
Mit Weisheit hat er das Volk geführt
und vor den Augen aller Völker stark gemacht.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du dich selbst zum Hirten gemacht,
um dein Volk aufs Neue zu sammeln,
es vor allem Bösen zu schützen und auf gute Weide zu führen.
Kehrvers
Er ist selbst zum Lamm geworden,
das sich für die Seinen geopfert hat,
und das neue Volk Gottes aus der Bedrängnis herausgeholt hat.
Kehrvers
Er führt seine Herde zu den Quellen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt.
Er gibt den Seinen ewiges Leben
und lässt sie niemals zugrunde gehen.
Kehrvers
Für deine Sorge und Treue danken wir dir
und stimmen wir ein in den Lobgesang der großen Schar,
die du aus allen Nationen und Völkern zusammengeholt hast
und die nun vor dir stehen:
Danklied, z. B. Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Als er seinen Leib am Kreuz dahingab,
hat er die Opfer der Vorzeit vollendet.
Er hat sich dir dargebracht zu unserem Heil,
er selbst ist der Priester,
der Altar und das Opferlamm.
Durch ihn preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 5
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, immer und überall zu danken,
diese Nacht (diesen Tag, diese Tage)
aber aufs höchste zu feiern,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Denn er ist das wahre Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Durch seinen Tod
hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung
das Leben neu geschaffen.
Darum jubelt in dieser Nacht (heute)
der ganze Erdkreis in österlicher Freude,
darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn du bist der ewige Hirt,
der seine Herde nicht verläßt,
du hütest sie allezeit durch deine heiligen Apostel.
Du hast sie der Kirche als Hirten gegeben,
damit sie ihr vorstehn als Stellvertreter deines Sohnes.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn gesalbt
mit dem Heiligen Geist und ihn bestellt
zum Hohenpriester des Neuen und Ewigen Bundes:
du hast bestimmt,
daß dieses eine Priestertum fortlebe in deiner Kirche.
Denn Christus hat dein ganzes Volk ausgezeichnet
mit der Würde seines königlichen Priestertums,
aus ihm hat er in brüderlicher Liebe Menschen erwählt,
die durch Auflegung der Hände teilhaben
an seinem priesterlichen Dienste.
In seinem Namen feiern sie immer neu das Opfer,
durch das er die Menschen erlöst hat,
und bereiten deinen Kindern das Ostermahl.
Sie dienen deinem Volke in Werken der Liebe,
sie nähren es durch das Wort
und stärken es durch die Sakramente.
Ihr Leben sollen sie einsetzen für dich
und das Heil der Menschen, dem Vorbild Christi folgen
und dir ihre Liebe und ihren Glauben bezeugen.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit:
MB Chrisammesse
Die deinen werden niemals zugrunde gehen,
hast du versprochen, Jesus.
Die deinen hören auf deine Stimme,
hast du gesagt.
Niemand wird sie deiner Hand entreißen,
weil Gott dein und unser Vater ist.
Dürfen wir uns zu den Deinen zählen?
Wir möchten so gerne dazu gehören.
Aber deine Stimme ist manchmal so leise in uns.
Schärfe unsere Ohren, dass wir dich hören.
Wir vernehmen so viele Stimmen,
schärfe unseren Geist, damit wir unterscheiden können.
Wir möchten zu dir gehören,
denn nur du
hast Worte ewigen Lebens.
Gott, du Hirt deines Volkes,
sieh voll Huld auf deine Herde,
die durch das kostbare Blut deines Sohnes erkauft ist;
bleibe bei ihr
und führe sie auf die Weide des ewigen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Der Tag geht auf eine Initiative von Marianne Hainisch zurück. Sie forderte 1870 bereits die Errichtung von Realgymnasien für Mädchen.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/schaufenster/salon/5623278/
Menschliche Beziehungen sind der Stoff, aus dem die besten Romane gemacht sind. Sie erzählen vom Anfang des Lebens, der Mitte und dem Ende. Mit lachenden und weinenden Augen, voller Mut und ohne jede Hoffnung.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/kultur/literatur/5456563/Familie-ist-nichts-fuer-Feiglinge?from=suche.intern.portal
Die deutsche Verteidigungsministerin hat sechs Geschwister und sieben Kinder. Für das Buch von Anneliese Rohrer und Birgit Fenderl sprach sie offen über ihre Erfahrungen.
"Denn ich weiß heute mit meiner ganzen Erfahrung, dass es egal ist, ob die Eltern zu Hause sind, berufstätig oder auf welche Weise sie sich beides untereinander aufteilen. Entscheidend ist, dass sie mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind. Eine Mutter, die zu Hause und frustriert ist, ist keine gute Mutter. Eine Mutter, die zerrissen ist und ausgebrannt in ihrem Beruf, ist auch keine gute Mutter.
Umgekehrt, wer wirklich gerne zu Hause bleiben möchte, ohne latentem Vorwurf, wird eine zugewandte, gute Mutter sein. Wer seinen Beruf liebt, den werden die Kinder auch als eine zufriedene, glückliche und damit auch zugewandte Mutter erleben. Gleiches gilt für die Väter."
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/schaufenster/5496585/
Als jüngstens beim Spazierengehen
Nach allen Seiten meine Augen irrten,
Da hab' ich einen Schild gesehen
Vor einer Fleischerbank, "zum guten Hirten".
"Der gute Hirte", die Parabel
Thut mit viel Lehrnis in der Bibel stehen,
Doch leider darf bei keiner Fabel,
Noch irgend sonst, bis auf den Grund man gehen.
Den guten Hirten immer denn in Ehren,
Er sucht in Liebe das verirrte Lamm,
Er rastet nicht und bringt's zurück dem Herren.
Wozu er aber sich die Mühe nahm?
Je nun, 's ist Hirtenpflicht. Das Lamm indessen
Es wird geschoren und dann aufgegessen.
Ludwig Anzengruber, https://gedichte.xbib.de/
Herr Jesus Christus,
Du bist immer unter uns.
Du begleitest uns ...
Selbst in den dunklen Nächten
Bist du bei uns,
wenn alles uns zurückhaIten will,
den Schritt vom Zweifel zum Glauben zu tun,
den Schritt vom Vertrauen, zur Hingabe an Dich.
Christus wir loben dich:
In der Tiefe unseres Zweifels erwartest Du uns
mit brennendem
Vertrauen.
Frère Roger, Taizé in: Im Dunkel glüht der Funke Hoffnung. Herausgegeben von Claudia Peters. Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach 2010.
Bevor man die folgende Geschichte irgendwie falsch versteht: Dirk ist drei Jahre alt und gerade neu in den Kinder-garten gekommen. Das ist natürlich auch für einen kleinen Mann ein einschneidendes Erlebnis - und nicht so einfach wegzustecken.
Die Tränen flossen, und er schluchzte herzzerreißend vor sich hin, als die Mama schließlich weggegangen war. Und kurzerhand nahm ihn eine Erzieherin, die seinen Schmerz gut verstehen konnte, auf den Schoß, kuschelte ein bisschen mit ihm und tröstete ihn. Dirk schniefte noch ein bisschen, kuschelte sich an sie - und beruhigte sich schließlich.
Am nächsten Morgen das gleiche Drama - Tränen, Ver-zweiflung, Verlassenheit bei Dirk. Und wieder eine Erziehe-rin, die sich seiner erbarmt, ihn auf den Schoß nimmt, mit ihm kuschelt. Aber es war halt eine aridere Erzieherin als die vom vergangenen Tag - und zugegeben, nicht ganz so kräf-tig gebaut wie sie. Als Dirk seinen schlimmsten Kummer halbwegs bewältigt hatte, fragte er sie neugierig: "Hast du eigentlich auch Brüste?" - "Na, klar", sagte die junge Erzie-herin, "ich hab auch Brüste!" - "Kannst du die morgen viel-leicht mitbringen?", fragte Dirk.
Natürlich - wir haben schallend gelacht, als eine Kolle-gin uns diese Geschichte erzählte.
Aber es ging mir nach...
Ein bisschen Kuscheln darf auch sein. . .
Und ich kann Dirk sehr gut verstehen. Manchmal brau-chen wir Menschen einfach jemanden, der unseren Schmerz versteht, uns in den Arm nimmt und in dessen Arme wir uns hineinschmiegen können. Da brauch ich keinen, dermir all das erklärt - sondern da brauch ich jemanden, der einfach da ist und in dessen Umarmung ich mich hineingeben kann.
Und kuscheln in dem Sinn hat überhaupt nichts mit Sexualität zu tun, sondern ganz einfach damit, dass sich jeder Mensch in manchen Momenten seines Lebens schwach und erbärmlich und verlassen fühlen kann - und dann jemanden braucht, in dessen Wärme man hineinschlüpfen und sich bergen kann. Der einen in den Arm nimmt, wenn man selbst gar nicht mehr weiter weiß. Der mich in den weiten Falten seines Umhangs birgt, mich abschirmt vor den widrigen Alltäglichkeiten, bei dem ich ankommen, heimkommen kann.
Das sind Momente in meinem Leben, in denen ich keine theologische Erklärung brauche und auch gar nicht will - sondern in denen ich mich in meinen Glauben "hinein-kuscheln" will. In denen ich mir wünsche, dass mich Gott einfach in seine kräftigen und starken Arme nimmt, mir die Tränen vom Gesicht abwischt, mich ein bisschen hin und her wiegt und tröstend sagt: "Alles wird gut!"
Ja, man kann es als irrational und unwissenschaftlich abtun. Okay.
Aber - ein bisschen kuscheln darf auch sein.
Und wenn wir Kinder Gottes sind, dann darf auch das dazugehören.
Keine Sorge - mir ist schon wichtig, dass wir in unserem Glauben nicht nur "nett rumkuscheln". Ich brauche auch das klare Wort, die sachliche Zugangsweise, die Theologie als Wissenschaft. Aber deswegen muss man ja nicht gleich alles Emotionale über Bord werfen. Es sind nicht die schlechtesten Gottesdienste, in denen mir die Tränen in die Augen steigen.
Andererseits: Der Glaube an Gott produziert auch keine heile Welt. Angst, Dunkelheit, Schmerz - all das bleibt. Aber man kann sich vielleicht mit all diesem Dunkel, mit aller Einsamkeit, mit aller Angst auch in etwas hinein-kuscheln, das hält und trägt und einfach umfängt.
Und wie gesagt, da kann ich Dirk gut verstehen - das geht nun wirklich ein bisschen besser da, wo es auch Fleisch auf den Knochen gibt. Da, wo sich unser Glaube sachlich, nüchtern, hagern gibt, mögen wir zwar theologisch recht haben - aber wir werden keinen Blumentopf gewinnen. Und noch weniger einen Menschen ...
Andererseits: Dort, wo wir Glauben auf "Kuscheln" reduzieren, auf "lach doch - Gott liebt dich", kreisen wir nur um uns selbst. Wir kuscheln uns ein - aber lassen uns nicht mehr herausfordern. Und auch das kann es ja wohl nicht sein. . .
Es braucht beides. Manchmal darf ich ein wenig kuscheln, um mich dann auch wieder herausfordern zu lassen.
Oder, wie die Erzieherin es vielleicht zu Dirk gesagt haben mag: "Okay, Dirk? Gehen wir jetzt wieder zu den anderen?"
Andrea Schwarz in: Schenk deiner Seele ein Lächeln. Worte, die gut tun. Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2009.

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Das Wort über Jesus fand offene Herzen bei Juden und bei Heiden. Aus beiden Gruppen schließen sich Menschen der Lehre an. Als es aber zur Auseinandersetzung mit den Juden kommt, wird diese zwar angenommen (vgl Apg 13,46), aber zu Gunsten der Suche nach offenen Menschen nicht intensiviert.
In der ausgeklammerten Darstellung vor Apg 13,43 wird beschrieben, dass die ersten Schritte im jüdischen Synagogengottesdienst erfolgt waren. Zunächst wurden die Apostel eingeladen, ein Wort der Hoffnung und des Trostes auszusprechen. Nachdem dies griff, wollten einige sie am nächsten Sabbat wieder hören, andere aber fürchteten, dass es zur Auseinandersetzung kommen könnte.
In Jerusalem wird "der neue Weg", wie man anfangs diese neue religiöse Bewegung nannte, von der Priesterschaft und den Ältesten verworfen, während Nichtjuden zum Glauben und zur Taufe finden. Paulus und Barnabas begeben sich auf eine erste Missionsreise, um den Sendungsauftrag Jesu zu verwirklichen und als Zeugen Jesu bis "an die Grenzen der Erde" (Apg 1,8) zu gehen.
Die Stadt Antiochia in Pisidien ist die erste Station dieser Reise. Für den Verfasser sind die Erlebnisse in dieser Stadt exemplarisch für die Ausbreitung der Frohen Botschaft. Paulus und Barnabas predigen zuerst in der Synagoge vor Juden, zum Judentum Bekehrten und zu Nichtjuden mit Sympathie für das Judentum. Noch ist ihre Verkündigung eine innerjüdische Angelegenheit. Als sich jedoch "die ganze Stadt", d. h. viele Nichtjuden für ihre Predigt zu interessieren beginnen, kommt es zum Zusammenstoß mit den frommen Juden. Sie sehen im Angebot des Heiles an alle die Verletzung eines Tabus ihrer Religion. Zugang zum Heil gibt es für sie nur durch die Beschneidung und durch die Übernahme der religiös-jüdischen Lebensweise. Sie vertreiben die Prediger aus der Stadt und verschließen sich damit selbst "dem ewigen Leben".
Nach Ansicht des Autors hat damit das Judentum sein Vorrecht, auserwähltes Volk Gottes zu sein, verspielt. Mit Recht geht die Erwählung auf alle über, die sich dem Wort Gottes öffnen. Das Wort des Herrn verbreitet sich trotz der Ablehnung durch die Juden in der ganzen Gegend und nimmt seinen Lauf "bis an die Grenzen der Erde".