Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
kamen einige Leute von Judäa herab
und lehrten die Brüder:
Wenn ihr euch nicht
nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst,
könnt ihr nicht gerettet werden.
Da nun nicht geringer Zwist und Streit
zwischen ihnen und Paulus und Barnabas entstand,
beschloss man, Paulus und Barnabas
und einige andere von ihnen
sollten wegen dieser Streitfrage
zu den Aposteln und den Ältesten
nach Jerusalem hinaufgehen.
Da beschlossen die Apostel und die Ältesten
zusammen mit der ganzen Gemeinde,
Männer aus ihrer Mitte auszuwählen
und sie zusammen mit Paulus und Barnabas
nach Antiochia zu senden,
nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas,
führende Männer unter den Brüdern.
Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:
Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder,
grüßen die Brüder aus dem Heidentum
in Antiochia, in Syrien und Kilikien.
Wir haben gehört,
dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben,
euch mit ihren Reden beunruhigt
und eure Gemüter erregt haben.
Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen
und zusammen
mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus
zu euch zu schicken,
die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,
ihr Leben eingesetzt haben.
Wir haben Judas und Silas abgesandt,
die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.
Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen,
euch keine weitere Last aufzuerlegen
als diese notwendigen Dinge:
Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.
Wenn ihr euch davor hütet,
handelt ihr richtig.
Lebt wohl!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
kamen einige Leute von Judäa herab
und lehrten die Brüder:
Wenn ihr euch nicht
nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst,
könnt ihr nicht gerettet werden.
Da nun nicht geringer Zwist und Streit
zwischen ihnen und Paulus und Barnabas entstand,
beschloss man, Paulus und Barnabas
und einige andere von ihnen
sollten wegen dieser Streitfrage
zu den Aposteln und den Ältesten
nach Jerusalem hinaufgehen.
Die Gemeinde gab ihnen das Weggeleit.
Dann zogen sie durch Phönizien und Samarien;
dabei berichteten sie den Brüdern
von der Bekehrung der Heiden
und bereiteten damit allen Brüdern große Freude.
Bei ihrer Ankunft in Jerusalem
wurden sie von der Gemeinde
und von den Aposteln und den Ältesten empfangen.
Sie erzählten alles,
was Gott mit ihnen zusammen getan hatte.
Da erhoben sich einige aus der Partei der Pharisäer,
die gläubig geworden waren, und sagten:
Man muss sie beschneiden und von ihnen fordern,
am Gesetz des Mose festzuhalten.
Die Apostel und die Ältesten traten zusammen,
um die Frage zu prüfen.
Als ein heftiger Streit entstand,
erhob sich Petrus und sagte zu ihnen:
Brüder, wie ihr wisst,
hat Gott schon längst hier bei euch
die Entscheidung getroffen,
ass die Heiden durch meinen Mund
das Wort des Evangeliums hören
und zum Glauben gelangen sollen.
Und Gott, der die Herzen kennt,
hat dies bestätigt,
indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab.
Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen;
denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt.
Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe
und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken,
das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?
Wir glauben im Gegenteil,
durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden,
auf die gleiche Weise wie jene.
Da schwieg die ganze Versammlung.
Und sie hörten Barnabas und Paulus zu,
wie sie erzählten,
welch große Zeichen und Wunder
Gott durch sie unter den Heiden getan hatte.
Als sie geendet hatten,
nahm Jakobus das Wort und sagte:
Brüder, hört mich an!
Simon hat berichtet,
dass Gott selbst zuerst darauf geschaut hat,
aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen.
Damit stimmen die Worte der Propheten überein,
die geschrieben haben:
Danach werde ich mich umwenden
und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten;
ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten
und werde sie wiederherstellen,
damit die übrigen Menschen den Herrn suchen,
auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist
- spricht der Herr, der das ausführt,
was ihm seit Ewigkeit bekannt ist.
Darum halte ich es für richtig,
den Heiden, die sich zu Gott bekehren,
keine Lasten aufzubürden;
man weise sie nur an,
Verunreinigung durch Götzenopferfleisch
und Unzucht zu meiden
und weder Ersticktes noch Blut zu essen.
Denn Mose hat seit alten Zeiten
in jeder Stadt seine Verkünder,
da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.
Da beschlossen die Apostel und die Ältesten
zusammen mit der ganzen Gemeinde,
Männer aus ihrer Mitte auszuwählen
und sie zusammen mit Paulus und Barnabas
nach Antiochia zu senden,
nämlich Judas, genannt Barsabbas, und Silas,
führende Männer unter den Brüdern.
Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:
Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder,
grüßen die Brüder aus dem Heidentum
in Antiochia, in Syrien und Kilikien.
Wir haben gehört,
dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben,
euch mit ihren Reden beunruhigt
und eure Gemüter erregt haben.
Deshalb haben wir einmütig beschlossen, Männer auszuwählen
und zusammen
mit unseren geliebten Brüdern Barnabas und Paulus
zu euch zu schicken,
die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,
ihr Leben eingesetzt haben.
Wir haben Judas und Silas abgesandt,
die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.
Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen,
euch keine weitere Last aufzuerlegen
als diese notwendigen Dinge:
Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden.
Wenn ihr euch davor hütet,
handelt ihr richtig.
Lebt wohl!
Kv: Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen dir die Völker alle. – Kv
GL 54,1
Oder: Kv Halleluja. – Kv
Gott sei uns gnädig und segne uns. *
Er lasse sein Angesicht über uns leuchten,
damit man auf Erden deinen Weg erkenne, *
deine Rettung unter allen Völkern. – (Kv)
Die Nationen sollen sich freuen und jubeln, /
denn du richtest die Völker nach Recht *
und leitest die Nationen auf Erden.
Die Völker sollen dir danken, o Gott, *
danken sollen dir die Völker alle. – (Kv)
Die Erde gab ihren Ertrag. *
Gott, unser Gott, er segne uns!
Es segne uns Gott! *
Fürchten sollen ihn alle Enden der Erde. – Kv
Lesung aus der Offenbarung nach Johannes.
Ein Engel entrückte mich im Geist
auf einen großen, hohen Berg
und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem,
wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam,
erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein,
wie ein kristallklarer Jaspis.
Die Stadt hat eine große und hohe Mauer
mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf.
Auf die Tore sind Namen geschrieben:
die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.
Im Osten hat die Stadt drei Tore
und im Norden drei Tore
und im Süden drei Tore
und im Westen drei Tore.
Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine;
auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt.
Denn der Herr, ihr Gott,
der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel,
er und das Lamm.
Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten.
Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie
und ihre Leuchte ist das Lamm.
Lesung aus der Offenbarung nach Johannes.
Da entrückte er mich im Geist
auf einen großen, hohen Berg
und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem,
wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam,
erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein,
wie ein kristallklarer Jaspis.
Die Stadt hat eine große und hohe Mauer
mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf.
Auf die Tore sind Namen geschrieben:
die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels.
Im Osten hat die Stadt drei Tore
und im Norden drei Tore
und im Süden drei Tore
und im Westen drei Tore.
Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine;
auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.
Und der Engel, der zu mir sprach,
hatte einen goldenen Messstab,
um die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer zu messen.
Die Stadt war viereckig angelegt
und ebenso lang wie breit.
Er maß die Stadt mit dem Messstab;
ihre Länge, Breite und Höhe sind gleich:
zwölftausend Stadien.
Und er maß ihre Mauer;
sie ist hundertvierundvierzig Ellen hoch
nach Menschenmaß, das der Engel benutzt hatte.
Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut
und die Stadt ist aus reinem Gold,
wie aus reinem Glas.
Die Grundsteine der Stadtmauer
sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt;
der erste Grundstein ist ein Jaspis,
der zweite ein Saphir,
der dritte ein Chalzedon,
der vierte ein Smaragd,
der fünfte ein Sardonyx,
der sechste ein Sardion,
der siebte ein Chrysolith,
der achte ein Beryll,
der neunte ein Topas,
der zehnte ein Chrysopras,
der elfte ein Hyazinth,
der zwölfte ein Amethyst.
Die zwölf Tore sind zwölf Perlen;
jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle.
Die Straße der Stadt ist aus reinem Gold,
wie aus klarem Glas.
Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt.
Denn der Herr, ihr Gott,
der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel,
er und das Lamm.
Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten.
Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie
und ihre Leuchte ist das Lamm.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält mein Wort.
Mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden bei ihm Wohnung nehmen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn jemand mich liebt,
wird er mein Wort halten;
mein Vater wird ihn lieben
und wir werden zu ihm kommen
und bei ihm Wohnung nehmen.
Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht.
Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir,
sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin.
Der Beistand aber, der Heilige Geist,
den der Vater in meinem Namen senden wird,
der wird euch alles lehren
und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Frieden hinterlasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch;
nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch.
Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.
Ihr habt gehört,
dass ich zu euch sagte:
Ich gehe fort und komme wieder zu euch.
Wenn ihr mich liebtet,
würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe;
denn der Vater ist größer als ich.
Jetzt schon habe ich es euch gesagt,
bevor es geschieht,
damit ihr, wenn es geschieht,
zum Glauben kommt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wie Gott nach der Tradition des Judentums mitten in seinem Volk wohnt und gegenwärtig ist – der Tempel- und auch der Synagogenkult bringen das zum Ausdruck – wohnt er nach den Worten Jesu in denen, die ihn und den Vater lieben und sein Wort halten. De Heilige Geist hält das Wort Gottes in uns lebendig.
Die Juden unterschieden sich von ihren Nachbarvölkern, die anderen Religionen anhingen, in drei wesentlichen Punkten: Sie verehrten einzig und allein Jahwe als Gott, neben dem es für sie keine weiteren Götter gab. Von diesem Gott, den sie sehr bewusst bildlich nicht darstellten, wussten sie sich getragen, geliebt und beschützt. Und schließlich war Jahwe ihnen nicht ein ferner Gott, weit weg von ihnen in einem für Menschen nicht betretbaren Bereich, wie er für die Götter vorgesehen war. Nach jüdischem Denken und in ihren Vorstellungen lebte ihr Gott unsichtbar mitten unter ihnen.
Diese Glaubensvorstellung veranlasste die Israeliten, ein heiliges Zelt zu errichten, in dessen Mitte die Bundeslade stand. Sie enthielt die zwei Tafeln mit den Zehn Geboten, den Weisungen Jahwes an sein Volk. Moses hatte sie im Auftrag Gottes niedergeschrieben. Auf der Bundeslade befanden sich anbetende Cherubim-Gestalten. In ihrer Mitte stellte man sich Jahwe gegenwärtig vor. Also: Die Weisungen Gottes, niedergeschrieben in den Zehn Geboten, und Gottes Anwesenheit im Volk bildeten nach jüdischen Vorstellungen eine untrennbare Einheit. Das heilige Zelt, das auf dem Weg durch die Wüste mitgenommen werden konnte, wurde nach dem Sesshaftwerden des Volkes durch den Tempel in Jerusalem ersetzt.
Vor dem Hintergrund dieses jüdischen Denkens, dass die Weisungen Gottes und seine Gegenwart eine Einheit bilden, spricht Jesus die Worte zu den Jüngern, wie wir sie eben im Evangelium gehört haben. Dabei betont Jesus: Wer mich liebt, der hält sich auch an das, was ich euch überliefert und verkündet habe. Es betrifft das, was Gott sich von den Menschen wünscht: ein Leben in Ausrichtung auf Gottes Willen. In seiner Verkündigung und der Vermittlung des Willens Gottes ist Jesus ein zweiter Moses, der nicht in Stein gehauen, sondern in Worten Gottes Willen und Gebote unter die Menschen bringt.
Und ein Zweitens betont Jesus: Wo ein echtes Liebesverhältnis zu ihm und dem Vater im Himmel angestrebt und gelebt wird, werden der Vater und er Wohnung beim Betreffenden nehmen. Hier wird auf das heilige Zelt zurückgegriffen, wo in den Glaubensvorstellungen der Juden die niedergelegten Gebote Gottes und seine unmittelbare Anwesenheit eine untrennbare Einheit bildeten. Jesus verdeutlicht das Bild für den Betrachter, indem er erklärt: Das Wohnen Gottes unter den Gläubigen, die seine Gebote achten, ist nicht nur ein allgemeines Dasein Gottes unter den ihm zugewandten Gläubigen. Die Verbindung zu ihm ist viel enger. Wo ein Mensch sich auf ihn ausrichtet, dort nimmt Gott ganz persönlich in ihm Wohnung.
Diese enge Verbindung zu Gott – das sei erwähnt und bedacht – entfernt nicht von vornherein gleich alle Mühen und Drangsale im menschlichen Leben. Das traf nicht einmal auf Jesus, den außergewöhnlichen Menschen, zu. Aber diese Verbindung ist Licht und gibt vor allem Kraft, das Leben mit Gottes Hilfe in guter Weise zu meistern.
Jesus spricht sodann das Wirken des Hl. Geistes an. Dieser übernimmt die Aufgabe, an Jesu statt uns an das zu erinnern, was Jesus gesagt und verkündet hat. Der Hl. Geist überbringt keine neue Lehre oder eine Erweiterung dessen, was Jesus verkündete. Er erinnert an Jesu Worte und sein beispielhaftes Verhalten. Auch Jesus hatte keine abweichende, neue Lehre gebracht. Er lebte die Zehn Gebote in vollkommener Weise, richtete sie, wo sie in der Praxis verbogen waren, neu und absolut auf die Liebe aus, also auf das, was Gott mit den Geboten bei den Menschen bewirken wollte. Der Hl. Geist, so will Jesus sagen, wird helfen, den Willen Gottes in den jeweiligen Situationen eindeutig zu erkennen und mit Hingabe auszuführen. Er wird und will davor bewahren, Gott und Jesus zu vergessen und dann von sich selbst eingenommen nach eigenem Gutdünken zu leben und zu handeln.
Allen, die sich durch den Hl. Geist geführt auf Jesu Worte und den Willen Gotte einlassen, verspricht Jesus: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch." Dieser Friede Jesu betrifft das Innere des Menschen. Jesus erlebt, dass er trotz seines Wohlwollens und seiner Liebe zu den Menschen angefeindet wird. Gegner stellen ihm nach, suchen ihn hereinzulegen, fügen ihm in ihrer Ablehnung Bitteres zu. Die Kraft, nicht zurückzuschlagen und sich zu rächen, erwächst Jesus aus seiner Verbundenheit mit dem Vater. In seiner Hand weiß sich Jesus aufgehoben und abgesichert. Darum hält er es durch, von der Liebe und dem Willen des Vaters nicht abzuweichen. Friede legt sich trotz aller Anfeindung in sein Herz, weil er – obwohl ganz Mensch und daher anfechtbar – felsenfest darauf vertraut, dass sein Weg eingehaltener Liebe beim Vater endet.
Dieses Vertrauen sollen die Jünger übernehmen. An ihm, Jesus, können sie ablesen und sich überzeugen, dass sein Verhalten das richtige Verhalten ist. Es geschah am Menschen Jesus, was das Gottesvolk Jahrhunderte zuvor immer wieder erlebt hatte: Gott lässt die, die auf ihn hören, an ihn glauben und sich mit ihm verbinden, nicht im Stich. Dieses Handeln wird Gott nie aufgeben, sondern ewig beibehalten, will Jesus den Jüngern vermitteln.
Gottes Worte im Herzen fest verankern, um sie zu befolgen, und sich der Gegenwart Gottes bei den Menschen gewiss sein, das bildet die Grundstruktur des alt- und neutestamentlichen Glaubens. Gott, der durch seine Gebote den Menschen die Richtung für gelingendes Leben aufweist, ist nicht fern, sondern allen nahe, die sich an seine Weisungen halten. Jesus betont: Was ich euch gesagt und gelehrt habe, habe ich nicht erdacht, stammt nicht aus meinem eigenen Denken, sondern sind die Weisungen des himmlischen Vaters an euch. Ich bin gesandt, euch seine Botschaft zu überbringen. Wer Gottes Willen achtet und sich an ihn hält, der soll wissen, dass Gott in ihm Wohnung nimmt. So nahe will Gott den Menschen sein.
In diesen Glauben und in dieses Gottvertrauen gilt es hineinzuwachsen: Schritt für Schritt. Es wird mehr und mehr gelingen, sofern wir Jesus lieben und immer wieder neu auf ihn hören.
Die Entscheidungsfindung des Apostelkonzils in der Frage, wie weit zu Christen gewordene Nichtjuden die jüdischen Gebote halten müssen, kann als beispielhaft gelten, wie offen und sachlich miteinander geredet werden muss und wie Mehrheiten mit Minderheiten um der Einheit willen umgehen müssen. Das Evangelium ruft in Erinnerung, dass Einheit aus der Liebe zu Gott entsteht und das Hören des Wortes Gottes und das danach Handeln voraussetzt.
Heute ist Wahltag. Europa wählt ein neues Parlament, in dem in den nächsten fünf Jahren alle für Europa wichtigen Fragen besprochen werden sollen. Wir können stolz darauf sein, dass wir diese Einrichtung haben. Europa ist vielfältig. Wir haben eine Vielfalt von Kulturen und Traditionen. Das ist unser Reichtum. Gerade deshalb brauchen wir auch eine gemeinsame Basis und gemeinsame Ziele für ein gutes Miteinander. Darüber muss geredet werden. Es genügt nicht, dass allein unsere Regierenden darüber reden. Es gilt immer wieder einen für alle Mitglieder gangbaren Weg zu finden, der von möglichst vielen Bürgern mitgetragen werden kann.
In der ersten Lesung haben wir vom ersten großen Konflikt in der Kirche gehört und wie er auf dem sogenannten Apostelkonzil, dem ersten Konzil der Kirche, gelöst worden ist. Juden, die Anhänger Jesu geworden sind, stellten sich christliches Leben anders vor als jene, die aus anderen Kulturen zum Glauben an Jesus gekommen waren. Im syrischen Antiochien war der Streit besonders heftig. Hier gab es besonders viele Nichtjuden, die durch ihren Kontakt mit der dortigen jüdischen Gemeinde und durch die Predigt des Paulus und Barnabas Christen geworden sind. Die Gemeinde schickte eine Abordnung nach Jerusalem, um dort eine Entscheidung der maßgeblichen Apostel einzuholen. In Jerusalem kochte der Streit noch heftiger auf, da dort jüdische Christen in der Mehrheit waren. Leider ist in der liturgischen Lesung wohl aus Gründen der Länge der Bericht von der Heftigkeit des Streites weggelassen worden. Dadurch entsteht der Eindruck, es gehe auch ohne Auseinandersetzung und es genüge, wenn die zuständigen Apostel ein Machtwort sprechen.
Es ist wichtig, dass Menschen über Fragen, die alle betreffen, miteinander reden, nötigenfalls auch streiten, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Das gilt für die Kirche heute wie auch für die Politik. Auch auf die Gefahr hin, dass es einigen mehr ums Streiten und um Machtausübung geht, braucht es eine sachliche Auseinandersetzung. Dies ist besonders wichtig, wenn es um Fragen geht, die Minderheiten härter treffen als die Mehrheit, die geneigt ist, sich über Minderheiten hinwegzusetzen.
Es darf angenommen werden, dass damals in Jerusalem die Judenchristen zahlenmäßig in der Mehrheit waren. Für die Entscheidung hat schließlich ein theologisches Argument den Ausschlag gegeben: Gerettet werden wir nicht durch ein korrektes Befolgen der traditionellen Gesetze, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, der uns mit Gott versöhnt hat. Erst als dies in der Diskussion klar hervorgetreten ist, haben die Apostel die Entscheidung getroffen, dass die neu bekehrten Nichtjuden nicht die jüdischen Gesetze halten müssen, dass sie aber ihre jüdischen Mitchristen nicht durch Verhaltensweisen provozieren sollten, die für sie anstößig sein mussten. Um der Einheit willen war es wichtig, dass man offen miteinander redete, sachlich diskutierte und schließlich auch die Bereitschaft zeigte, auf einander Rücksicht zu nehmen.
Im Evangelium haben wir einen Abschnitt aus den Abschiedsreden Jesu gelesen. Darin zeigt er sich um die Einheit unter den Jüngern besorgt. Er stellt ihnen seine innige Einigkeit mit dem Vater und dem Heiligen Geist vor Augen. Einheit und Einigkeit kommen von Gott her. Wer mit Jesus eins ist und Einigkeit sucht, wird auch mit dem Vater und dem Heiligen Geist eins sein. Er wird an seinen Worten festhalten und nach seinen Worten leben.
Ein Eigenheit des Zuhörens ist, dass jeder den Redenden auf seine Weise hört und versteht. Auch die Jünger Jesus hatten in vielen Fragen Diskussionsbedarf und mussten nach seiner Himmelfahrt klären, was Jesus wirklich gesagt hat. Und manche Fragen, wie z.B. die nach der Beschneidung und dem Halten der jüdischen Gesetze haben sich erst später gestellt. Wahrheits- und Konsensfindung setzen aufrichtiges auf einander Hinhören und ein Ringen um ein klares Verständnis der Sachlage voraus. Es geht dabei um mehr als um Mehrheitsfindung.
Wer Jesus liebt, ist herausgefordert, so wie er auf die Menschen zuzugehen, den Nächsten verstehen zu wollen und mit ihm einen gemeinsamen Weg zu finden, der für alle gut ist. Ähnlich wie in der Politik sind wir in den theologischen Diskussionen versucht, einander auszutricksen und die Kompetenz abzusprechen und so die eigene Meinung durchzusetzen. In Liebe zu Gott und zu einander einen guten gemeinsamen Weg zu finden und diesen dann zu akzeptieren, ist Anspruch der Frohen Botschaft.
Über der Abschiedsrede Jesu liegt Wehmut und Traurigkeit, obwohl Jesus zusagt, bei seinen Jüngern zu bleiben. Er verheißt den Heiligen Geist als Weggefährten, als Beistand, als Advokaten im Gericht.
Die Jünger erwarten zunächst ein irdisches Messiasreich. Der Tod Jesu am Kreuz macht diese Erwartung zunichte. Sie müssen lernen, dass Jesus sein Reich auf anderem Wege in die Welt bringen will, auf dem Weg der Liebe. Schon heute ist Christus gegenwärtig, wo Menschen seine Liebe leben.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 147: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend
GL 281: Also sprach bim Abendmahle Jesus als sein Testament
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist
GL 325: Bleibe bei uns, du Wanderer durch die Zeit
GL 332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christus
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 342: Komm, Heilger Geist, der Leben schafft
GL 348: Nun bitten wir den Heiligen Geist (4. Str.)
GL 349: Komm. o Tröster, Heilger Geist
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern (3. Str.)
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 387: Gott ist gegenwärtig
GL 389: Dass du mich einstimmen lässt in deinen Jubel, o Herr (3. Str.)
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg (2. Str.)
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 479: Eine große Stadt ersteht (zur 2. Lesung)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (1. und 6. Str.)
GL 485: O Jesu Christe wahres Licht
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit
GL 553: Jerusalem, du hochgebaute Stadt
GL 560,1: Christus Sieger, Christus König
Psalmen und Kehrverse:
GL 46: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr. - Mit Psalm 67 - II.
GL 312,2: Sende aus deinen Geist, und das Antlitz der Erde wird neu. - Mit Psalm 104 (GL 645,3) - VII.
GL 629,5: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit. - Mit Phil 2,6-11 - VI.
GL 646,2: Den Geist seines Sohnes hat Gott in unser Herz gesandt. Halleluja, Halleluja - - Mit Psalm 104 (GL 645,3) - VII.
Es gibt im jüdischen und christlichen Glauben eine Grundstruktur: Gott lieben und seine Weisungen achten. Jesus übernimmt sie für sich und lebt sie in Vollendung. Auch wenn wir an die Vollkommenheit Jesu nicht heranreichen, ruft er uns auf, mit aller uns verfügbaren Kraft ihn nachzuahmen und Gottes Weisungen zu folgen.
Da wir das wollen, bitten wir ihn:
Herr Jesus Christus,
du hast uns den Willen Gottes neu kundgetan.
Herr, erbarme dich.
In unseren Bemühungen um gelebten Glauben dürfen wir auf deine Hilfe und deinen Beistand bauen.
Christus, erbarme dich.
Nach einem Versagen entziehst du uns nicht deine Hilfe und deinen Beistand.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
laß uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Gott, du willst denen nahe sein, die sich bemühen nach deinem Willen zu leben.
Wir bitten dich:
Hilf uns, auch in schwierigen Situationen nicht von deinem Willen abzuweichen.
Vater im Himmel…
Wirke durch den Hl. Geist in allen, die immer wieder in der Kirche, im Staat, in Gesellschaft und Wirtschaft wichtige Entscheidungen zu treffen haben:.
Vater im Himmel…
Segne das Bemühen der Eltern, Erzieher, Seelsorger und Missionare, die Herzen der ihnen Anvertrauten für die Achtung deiner Gebote zu gewinnen.
Vater im Himmel…
Lass alle Kranken, Notleidenden und Sterbenden deine Nähe und Verbundenheit mit ihnen erfahren.
Vater im Himmel…
Schenke allen Verstorbenen und einst auch uns das Leben in vollendeter Gemeinschaft mit dir.
Vater im Himmel…
Gott der Nähe und des Beistandes,
stärke uns für ein Leben nach deinen Geboten.
Dank und Lobpreis sei dir für dein Wirken in uns. – Amen.
Jesus! Du lässt die Menschen in den Nöten ihrer Zeit nie allein.
Dein Geist hilft uns zu erkennen, was du uns vorgelebt hast.
In diesem Geist bitten wir dich:
Für eine Kirche, die sich in der Spannung zwischen den Ansprüchen der Welt und dem festen Glauben an den Beistand des Heiligen Geistes bewähren muss.
Für eine Gesellschaft, in der Richtungsstreitigkeiten und Auseinandersetzungen ohne herabsetzende Rechthaberei ausgetragen werden können.
Für alle Menschen Europas, die durch ihre Stimme zum Erhalt unseres allen gemeinsamen, freien und friedvollen Lebensraum beitragen können.
Für uns alle, die wir in den alltäglichen Freuden und Mühen oft gefangen sind und dabei das eigentliche Ziel unseres Lebens aus den Augen verlieren.
Für unsere Verstorbenen, denen du, Jesus, beim Vater eine Wohnung verheißen hast.
Herr, du hast uns deinen Geist gesandt, der uns immer dazu drängt, an deinem Wort festzuhalten und danach zu leben.
Für ihn und seine Gaben danken wir dir und rühmen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Herr und Gott,
laß unser Gebet zu dir aufsteigen
und nimm unsere Gaben an.
Reinige uns durch deine Gnade,
damit wir fähig werden,
das Sakrament deiner großen Liebe zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Kehrvers:
Lobe den Herrn meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.
GL 58,1 oder GL(Ö) 876
Vater, wir danken dir, dass du uns Jesus gesandt hast.
er ist aus dir hervorgegangen und blieb mit dir innig verbunden.
Du hast ihn in seiner Todesnot nicht verlassen
und zu neuem Leben auferweckt.
Kehrvers
Er hat seine Jünger unterwiesen und alles gelehrt,
was uns Menschen zum Heil führt.
Er hat ihnen den Sinn der Schrift erschlossen
und sie mit deinem Willen vertraut gemacht.
Kehrvers
Er hat sie in die Freiheit der Kinder Gottes geführt
und ihnen den Geist verheißen,
der sie in die Wahrheit einführt
und auf ihrem Weg begleitet.
Kehrvers
Er hat ihnen seinen Frieden hinterlassen.
Einen Frieden, wie ihn die Welt nicht geben kann.
Für all das danken wir dir
und singen wir dir mit allen Engeln und Heiligen unser Lob:
Danklied, z. B.: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. (GL 392)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat Großes an uns getan:
durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er uns von der Sünde
und von der Knechtschaft des Todes befreit
und zur Herrlichkeit des neuen Lebens berufen.
In ihm sind wir ein auserwähltes Geschlecht,
dein heiliges Volk,
dein königliches Priestertum.
So verkünden wir die Werke deiner Macht,
denn du hast uns aus der Finsternis
in dein wunderbares Licht gerufen.
Darum singen wir
mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres den Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 1
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn erstehen die Kinder des Lichtes
zum ewigen Leben,
durch ihn wird den Gläubigen
das Tor des himmlischen Reiches geöffnet.
Denn unser Tod ist durch seinen Tod überwunden,
in seiner Auferstehung ist das Leben für alle erstanden.
Durch ihn preisen wir dich (in österlicher Freude)
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Jesus Christus hat zu seinen Jüngern gesagt:
Frieden hinterlasse ich euch,
meinen Frieden gebe ich euch;
nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch.
Um den Frieden, den die Welt nicht geben kann, bitten wir:
Herr, Jesus Christus...
So spricht der Herr:
Wenn jemand mich liebt,
wird er an meinem Wort festhalten;
mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
(Joh 14, 23)
Oder:
So spricht der Herr:
Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.
Ich werde den Vater bitten,
und er wird euch einen anderen Beistand geben,
damit er immer bei euch bleibt. Halleluja.
(Joh 14,15-16)
Kennst du die Liebe?
Bist du ihr schon begegnet?
Liebe ist einfach da
Liebe beunruhigt nicht
Liebe lässt Angst nicht zu
Liebe hilft, nicht zu verzagen
Liebe zeigt sich
manchmal auf ganz ungewöhnliche Weise
wenn neuer Mut aufbricht
wenn Angst überwunden wird
wenn im Herzen Ruhe einkehrt
Liebe hat viele Gesichter
und viele Namen
manche kennen wir sehr gut
weil sie uns täglich nahe sind
mache müssen wir erst entdecken
in Menschen, die wir übersehen
Liebe ist einfach da
Liebe ist geduldig
Liebe ist unerschöpflich
sie orientiert sich nicht am Maß der Menschen
Denn Liebe ist ein Gottesgeschenk
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Um dieses Werk voll zu verwirklichen, ist Christus in seiner Kirche immer gegenwärtig, besonders in den liturgischen Handlungen. Gegenwärtig ist er im Opfer der Messe sowohl in der Person dessen, der den priesterlichen Dienst vollzieht - denn "derselbe bringt das Opfer jetzt dar durch den Dienst der Priester, der sich einst am Kreuz selbst dargebracht hat" - wie, vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Gegenwärtig ist er mit seiner Kraft in den Sakramenten, so dass, wenn immer einer tauft, Christus selber tauft. Gegenwärtig ist er in seinem Wort, da er selbst spricht, wenn die heiligen Schriften in der Kirche gelesen werden. Gegenwärtig ist er schließlich, wenn die Kirche betet und singt, er, der versprochen hat: "Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."
Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium Nr. 7.
Wien, 04.05.10 (KAP) Zwischen der Bewahrung der Schöpfung und der Förderung des Weltfriedens besteht ein unmittelbarer Zusammenhang:
Darauf hat der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den in Wien ansässigen internationalen Organisationen, Msgr. Michael Banach, hingewiesen. Er äußerte sich bei einem Symposion am Montagabend in Wien, das die Auswirkungen des Klimawandels und die Haltung der katholischen Kirche dazu zum Thema hatte.
Die vom Institut für Religion und Friede veranstaltete Tagung stand unter dem Titel "Klimakriege als Gefahr für die Bewahrung der Schöpfung". Militär-Bischofsvikar Werner Freistetter hob dabei die "Notwendigkeit eines neuen Denkens in Solidarität und in globalem Maßstab" hervor.
Der Grazer Klimaforscher Ulrich Foelsche skizzierte einige der dramatischen Entwicklungen: Im 20. Jahrhundert sei die globale Durchschnittstemperatur um 0,6 Grad gestiegen, in Österreich sogar um 1,4 Grad. Bis zum Jahr 2100 werde die globale Erderwärmung zwischen 1,8 und 4 Grad betragen, wobei letzter Wert der realistische sei, so Foelsche. Nichts deute nach dem Scheitern der Weltklimakonferenz von Kopenhagen im Dezember 2009 darauf hin, dass sich die Erderwärmung verlangsamen werde.
Auch bei den Niederschlägen zeichne sich eine sehr problematische Entwicklung ab. Schon jetzt niederschlagsarme Gebiete werden zukünftig über noch weniger Niederschläge verfügen. Zudem wirkten sich Änderungen bei den Niederschlagsmustern noch dramatischer und rascher auf das Klima aus als Temperaturveränderungen.
Eine weitere Gefahr liege im Abschmelzen des Grönlandeises. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, den niemand genau vorherbestimmen kann, lasse sich diese bereits begonnene Entwicklung nicht mehr aufhalten. Die Konsequenz wäre ein Anstieg des Meeresspiegels um sechs bis sieben Meter.
Klimawandel ist "Bedrohungsmultiplikator"
Der Leiter des Instituts für Friedenssicherung in der Landesverteidigungsakademie Wien, Walter Feichtinger, bezeichnete den Klimawandel als "Bedrohungsmultiplikator". Schon jetzt politisch schwache Länder würden zusätzlich destabilisiert. Rund 50 bis 60 Staaten seien von dieser Entwicklung bedroht.
Feichtinger wies etwa auf Bangladesch hin, für das ein Anstieg des Meeresspiegels katastrophale Auswirkungen hätte. Das habe auch der Nachbar Indien erkannt und mit der Errichtung eines 4.000 Kilometer langen Grenzzauns begonnen, um die zu erwartenden Flüchtlingsbewegungen zu stoppen.
Der Klimawandel sei Mitverursacher einer Reihe lokaler und regionaler Konflikte, so Feichtinger weiter. Er verwies u.a. auf die Situation in Darfur. In der Region im Westsudan seien bisher mehr als 200.000 Menschen Opfer gewaltsamer Konflikte geworden. Solche Konflikte würden in Zukunft zunehmen, so der Offizier. Auch Europa werde den steigenden Migrationsdruck noch deutlicher als bisher spüren. Eine reine Abschottungspolitik sei kein probates Mittel dagegen.
Msgr. Michael Banach erläuterte die Position der katholischen Kirche zum Klimawandel und verwies vor allem auf die jüngste Botschaft von Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2010. Wörtlich schrieb der Papst:
"Natur und Umwelt zu schützen, um eine Welt des Friedens aufzubauen, ist daher Pflicht eines jeden Menschen. Es ist eine dringende Herausforderung, die mit einem erneuerten und von allen mitgetragenen Einsatz angegangen werden muss." Msgr. Banach nahm hier auch die Staaten, internationalen Organisationen und multinationalen Wirtschaftsunternehmen in die Verantwortung.
Angesichts der zahlreichen negativen Folgen des globalen Klimawandels dürfe niemand gleichgültig bleiben, so Banach, der u.a.
auch auf die "Umweltflüchtlinge" einging.
Auch Banach bewertete die Klimakonferenz von Kopenhagen überaus kritisch, hob allerdings positiv das starke Engagement der vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen hervor. Das gebe Hoffnung, dass es in der Welt doch noch zu einem Bewusstseinswandel kommt. Der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung müsse letztlich in der Familie grundgelegt werden. Hier müsse die nachkommende Generation lernen, dass der Respekt von dem Mitmenschen und vor der Natur zusammengehörten.
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Die Erzählung von der Lösung dieses ersten großen und grundlegenden Konflikts der jungen Kirche hat exemplarischen Charakter. Der Konflikt wird beschrieben, die große Aufregung und die heftige Auseinandersetzung nicht verschwiegen. Die Gemeinde (!) schickt eine Gesandtschaft zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem; man erzählt, freut sich, der Konflikt bricht an Ort und Stelle von neuem auf; man prüft, Petrus und Jakobus nehmen Stellung. Die Apostel und die Ältesten mit der ganzen Gemeinde wählen eine Gesandtschaft aus und übersenden das Schreiben mit ihrer Entscheidung. Diese beinhaltet überraschend geringe Auflagen für die Heidenchristen.