Lesung aus der Apostelgeschichte.
Im ersten Buch, lieber Theophilus,
habe ich über alles berichtet,
was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde.
Vorher hat er den Aposteln,
die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte,
Weisung gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden
durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt!
Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber
werdet schon in wenigen Tagen
mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit
das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien
und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
und sagten: Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch fort
in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Gott steigt empor unter Jubel,
der HERR beim Schall der Posaunen: - Kv
Oder: Halleluja.- oder GL 340
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn Furcht gebietend ist der HERR, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde. - Kv
Gott stieg empor unter Jubel, *
der HERR beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
Singt unserm König, singt ihm! - Kv
Denn König der ganzen Erde ist Gott. *
Singt ihm ein Weisheitslied!
Gott wurde König über die Völker, *
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus.
Schwestern und Brüder!
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß
seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er ließ sie wirksam werden in Christus,
den er von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über jegliche Hoheit und Gewalt,
Macht und Herrschaft
und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Weltzeit,
sondern auch in der künftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt
und ihn, der als Haupt alles überragt,
über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib,
die Fülle dessen, der das All in allem erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Beginn des Briefes (1,3-14) ist ein Hymnus, in dem das Wirken Gottes durch die Zeiten hindurch gepriesen wird. Darauf geht Paulus auf den Glauben an die Auferstehung ein: diesen Glauben erhalten die Brüder und Schwestern durch "den Geist der Weisheit und Offenbarung". Es ist der Glaube an Auferstehung und Erhöhung Christi. Er ist das Haupt über alles, auch über die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche. Die Kirche selbst ist "sein Leib", von ihm erfüllt. Diese Erkenntnis aber ist Geschenk des Geistes, der "die Augen des Herzens erleuchtet".
Es wird hier eine universale Christologie (Christus - das Haupt der ganzen Schöpfung) verbunden mit dem zentralen Anliegen des Epheserbriefes: der Bildung der Kirche. Die Kirche ist hier nicht mehr eine verängstigte kleine Schar, sondern die Weltkirche. Sie steht im Dienst Christi in seinem "Herrschen über das All".
Der Blick auf den auferweckten und zur Rechten Gottes inthronisierten Herrn läßt uns ahnen, wie machtvoll Gott auch in unserem Leben am Werk ist, und wie hoffnungsfroh wir deshalb in die Zukunft gehen können.
Christi Himmelfahrt als Zeichen unserer Befreiung aus allen zerstörerischen Kräften und Befreiung aus allen Abhängigkeiten und aller Unterdrückung - Christus steht über allen Kräften, Mächten und Gewalten.
Der Auftrag der Kirche muss sein, dem Geist der Freiheit Raum zu geben.
Der Vers 18 verdeutlicht dies: Zunächst sollen die Leser wissen, welche Hoffnung sich damit verbindet, dass Gott sie berufen hat. Die Hoffnung erst eröffnet dem Christen die Aus-Sicht, entreißt ihn der Leere, der Angst, der Dunkelheit und übersteigt die gegenwärtigen begrenzten Erfahrungen. Somit ist die Kirche der Ort dieser Hoffnung.
Hoffnung befähigt zum Handeln und ermutigt, den Ruf Gottes positiv zu beantworten, d.h. jede Art der Perspektivenlosigkeit kann überwunden werden.
Die schöpferische Kraft und Stärke Gottes, seine Verheißung, den Geist auszugießen, sind Gottes Hoffnungsgut für uns Menschen, für unsere Kirche, unser Pfarrgemeinden.
Diese gelebte Hoffnung - sei sie noch so klein und unscheinbar - ermöglicht auch uns den „Platz" mit Christus im Himmel.
(vgl. Stuttgarrter kleiner Kommentar - Neues Testament 10 - Epheserbrief,)
Der Epheserbrief stammt aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. aus der Region der Hafenstadt Ephesos. Für die Frühe Kirche heißt das: Die kirchliche Urphase ist abgeschlossen, die Beschlüsse des Apostelkonzils liegen vor und die “Heiden”mission ist im vollen Gang. Das Anliegen des Autors ist die Verbreitung und Erkenntnis der Heilsbotschaft und das Halten der Einheit der Kirche mit Christus als ihrem Haupt. Die Herabrufung des Geistes (Vers 17) macht sich geradezu wie ein Schirm aus, unter dem alles zusammengehalten wird.
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Christus ist nicht
in ein von Menschenhand gemachtes Heiligtum hineingegangen,
in ein Abbild des wirklichen,
sondern in den Himmel selbst,
um jetzt vor Gottes Angesicht zu erscheinen für uns;
auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern,
wie der Hohepriester
jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht;
sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt
leiden müssen.
Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen,
um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen.
Und wie es dem Menschen bestimmt ist,
ein einziges Mal zu sterben,
worauf dann das Gericht folgt,
so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert,
um die Sünden vieler hinwegzunehmen;
beim zweiten Mal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen,
sondern um die zu retten, die ihn erwarten.
So haben wir die Zuversicht, Brüder und Schwestern,
durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten.
Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen
durch den Vorhang hindurch,
das heißt durch sein Fleisch.
Und da wir einen Hohepriester haben,
der über das Haus Gottes gestellt ist,
lasst uns mit aufrichtigem Herzen
und in voller Gewissheit des Glaubens hinzutreten,
die Herzen
durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen
und den Leib gewaschen mit reinem Wasser!
Lasst uns
an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten,
denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Lesung aus dem Hebräerbrief stellt Christus als "Hohenpriester" dar, unterscheidet ihn aber von den "Hohenpriestern" (Plural), die im Jerusalemer Tempel seit alters her Dienst getan haben. Die Typologie gewinnt nach dem Jahre 70 - der römischen Einnahme Jerusalems und der Zerstörung des Templs - an Bedeutung.
Dies wird näher bestimmt:
Christus geht in kein von Menschen errichtetes Heiligtum, sondern erscheint - für uns - vor Gottes Angesicht.
Christus opfert sich selbst, bringt aber keine jährlichen Opfer (Versöhnungstag) dar - und sein Opfer tilgt die Sünde ganz.
Wenn Christus wieder erscheint (und damit ist seine Epiphanie dann auch abgeschlossen und nicht wiederholbar), kommt er nicht wegen der Sünde, sondern um die zu retten, die ihn erwarten.
In diesem Dreiklang wird die Würde Christi einer Gemeinde verkündigt, die noch in den alten Bildern von Tempel, Hohenpriester und Versöhnungstag lebt. Aber in Christus und von Christus her bekommen die Bilder und Erfahrungen einen neuen Inhalt: Christus ist der Hohepriester, er ist vor Gottes Angesicht und es ist sein eigenes Blut, das für uns spricht. Der Hebräerbrief qualifiziert das als "Ende der Zeiten", weiß aber um das "zweite Mal" - und um die Errettung derer, die Christus erwarten. In einem eschatologischen Blick ist der Bann der Sünde "dazwischen" jedoch gebrochen.
Hebr 9,24-26:
Den Urchristen fiel es schwer, sich vom prächtigen Tempelkult oder von verschiedenen heidnischen Opferkulten zu lösen. In diese Situation hinein möchte der Brief an die Hebräer nochmals die Bedeutung des Opfertodes Jesu Christi in Erinnerung rufen und auf den "neuen Bund" hinweisen. Dieser neue Bund wurde einmal geschlossen und muss nicht jährlich erneuert werden.
Die Opfer früherer Zeiten sind für die Christen nicht mehr notwendig und gelten als überholt. Sündenvergebung, Taufe und Eucharistie beruhen auf Opfertod und Auferstehung Jesu Christi.
Hebr 9,27:
Der Tod wird für uns Menschen ein Weg ins Leben, in die Rettung und Auferstehung. Die Christen sollen nicht müde werden, Gott treu zu bleiben.
Hebr 9,28:
Die Christen dürfen mit Zuversicht auf das Kommen Gottes warten und damit rechnen. Sie brauchen das Gericht nicht mehr zu fürchten. Heilspraktiken oder sogenannte "pharisäische" Leistungen sind zur Erlangung des Heils nicht notwendig.
Es geht um das Opfer Christi am Kreuz. Es ist ein Opfer, das endgültig ist (vgl Hebr 9,28). Und es ist ein Opfer, das durch ihn nötig ist, weil sonst niemand es tun konnte (vgl Hebr 9,25f).
Es hat eine Gültigkeit aus sich selbst und ist nicht daran gebunden, dass die Glaubenden es annehmen. Wenn dies aber geschieht, so ist es Zukunft für die Glaubenden.
Wenn die Parallelität zum Hohepriester aufgebaut wird, der für die Menschen das Opfer bringt und in ihren Anliegen betet, dann ist Christus der große Fürsprecher für die Gemeinde.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
So steht es geschrieben:
Der Christus wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen
und in seinem Namen
wird man allen Völkern Umkehr verkünden,
damit ihre Sünden vergeben werden.
Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.
Und siehe, ich werde die Verheißung meines Vaters
auf euch herabsenden.
Ihr aber bleibt in der Stadt,
bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!
Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien.
Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
Und es geschah,
während er sie segnete,
verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.
Sie aber fielen vor ihm nieder.
Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück.
Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Christi Himmelfahrt und Ostern gehören zusammen. Sie ist eine logische Fortsetzung der Auferstehung. Jesus hinterlässt seine Spuren in der Welt und nimmt seine, unsere, Verwundungen mit zum Vater.
Himmelfahrt – das ist das Fest des endgültigen Abschieds Jesu. Aus und vorbei? Warum sollte es ein Fest sein, dass der Auferstandene nun doch nicht bei den Seinen bleibt, sondern in luftige Höhen entschwindet? Wozu dann überhaupt noch die Zeit zwischen Auferstehung und Himmelfahrt – hätte Jesus da nicht gleich zum Vater gehen können? Ich mache mich ein wenig auf die theologische Spurensuche zu einem Fest, das leider in manchen Regionen zu kurz kommt – da es überlagert wird von Erstkommunion, Vatertag oder Familienausflug.
Eine erste Spur führt mich konkret auf die Spuren Jesu. Jesus hinterlässt seine Fußspuren in unserer Welt, wie es die Himmelfahrtskapelle am Ölberg symbolisch/real darbietet: Der Stein mit den Fußspuren Jesu, der hier gewissermaßen Schwung geholt hat für seinen Weg zum Vater. Aber er ist nicht ganz weg – sondern durch seine Fußspuren ist Gott selbst in dieser Welt gegenwärtig, real-symbolisch.
Auch wenn Jesus in der Himmelfahrt zu Gott zurückkehrt, ist sein Leben, seine Botschaft, sein Wirken nicht mehr aus der Welt wegzudenken - seine Spuren bleiben hier, breiten sich aus. Und seine Spuren sind vielfältig: Christentum ist aus unsrer Welt nicht mehr wegzudenken! Durch die christliche Botschaft hat sich die ganze Welt verändert.
Was wäre die Welt ohne die christlichen Werte? - Ohne Glauben, Hoffnung und Liebe; ohne den Glauben so vieler Menschen an die Auferstehung; ohne den Einsatz für die Ärmsten in allen Ländern.
Die Stellung der Frau in der Gesellschaft, wie wir sie heute kennen, wäre ohne das Christentum nicht denkbar geworden; in vielen Religionen ist sie untergeordnet (wie im Islam, im Buddhismus und Hinduismus). Erst die Botschaft und das Handeln Jesu hat ein langsames Umdenken bewirkt - ein Umdenken, das auch heute noch andauert und noch immer zu keinem Ende gekommen ist; ein Wermutstropfen dabei (oder auch Stachel): es ist eine Botschaft, die die katholische Kirche selbst für sich erst wirklich voll entdecken und anerkennen muss!! Hier hat Jesus Spuren hinterlassen, in die die (katholische) Kirche erst hineinwachsen muss …
Die Fußspuren Jesu, die er bei der Himmelfahrt hinterlassen hat - sie sind nur symbolisch dort in Jerusalem zu besichtigen; aber real begegnen wir ihnen auf Schritt und Tritt. Gerade im Blick auf Franziskus und auf alle, die nach seinen Regeln versuchen, den Fußspuren Jesu zu folgen: Jesu Fußspuren finden sich dort, wo Mensch als Ebenbild Gottes im Mittelpunkt steht; ohne Ansehen der Person, der Macht, des Geldes - sondern als Geschöpf, als Kind Gottes. Seine Fußspuren finden sich in den Armen, die sich aufmachen; in den jungen Menschen, die für eine Zukunft auf die Straße gehen, in welcher es noch eine lebenswerte Erde gibt.
Ein Zweites, das mir am Himmelfahrtstag auffällt, ist die Reaktion der Jünger auf die Himmelfahrt. Sie stehen da, vielleicht mit offenem Mund, und staunen; was sollen sie tun? Jetzt ist der Herr endgültig weg. Irgendwie ratlos und hilflos sind sie, die großen Apostel auf deren Fundament unsere Kirche ruht! (Ich wäre da auch sehr verärgert und grantig: Wozu die Auferstehung, wenn er dann doch gleich wieder weg ist? Ist es nicht ein zweiter Karfreitag, ein zweites Abschiednehmen?)
Doch da kommt das Wort der Engel: "Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr da und gafft nach oben?" - Nicht der Blick nach oben ist nun gefragt, sondern der Blick in die Welt. Sie sollen nicht Vergangenem nachtrauern, sondern vorausblicken. Letztlich ist es Frage nach dem Blickpunkt: Unser christlicher Blick soll auf dem Hintergrund von Ostern nicht ein zaudernder, verlassener, ratloser sein; es soll ein Blick sein, der offen ist; Blick, der sicher ist aus dem Wissen: Wir sind hier nicht alleingelassen, sondern Gott ist mit uns. Die Fußspuren Jesu sind rundherum sichtbar; sein Geist wirkt in uns und mit uns. Wir sehen ihn nicht - aber er ist da.
Nicht zufällig ähnelt die Szene jener Szene am Ostermorgen, als die Frauen und die Jünger zum Grab Jesu kommen – und der Engel / die Engel ihnen sagt: Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Geht…
Ostern und Christi Himmelfahrt gehören zusammen; der Heimgang zum Vater an Christi Himmelfahrt ist die logische Fortsetzung der Auferstehung; letztlich wurde dieser Heimgang nur kurz unterbrochen, um die Jüngerinnen und Jünger, die Frauen und Männer in seiner Nachfolge, zu stärken.
Jesus ist nun nicht durch einen wehmutsvollen Blick nach oben zu erkennen; nicht durch ein nostalgisches Nachtrauern zurückzuholen - damit hätten auch die Jünger nichts bewirkt. Und auch das Übergehen zur Tagesordnung, als ob nichts geschehen wäre ist falsch. Denn er ist nicht verschwunden aus der Welt: Wir können nun das Himmlische im Irdischen erkennen. Ich begegne Gott im Nächsten neben mir. Dies ist die Botschaft der Himmelfahrt. Der Himmel beginnt schon hier und jetzt, wo ich Christ bin.
Ein Letztes schließlich, das mir bei der Feier von Christi Himmelfahrt wichtig ist: Jesus fährt auf zum Vater mit seinen Wundmalen; mit seinen schönen und schweren Erfahrungen des Lebens. Und damit nimmt er unser Menschsein und alle Freuden und Verwundungen unseres Lebens mit zu seinem Vater. All unsere Freude und unser Leid – es ist nun bei Gott; er weiß darum. Und dies ist mir etwas sehr Tröstliches: An einen Gott glauben zu können, der mich nicht erst dann liebt, wenn ich vollkommen gut, vollkommen losgelöst von irdischen Banden bin – sondern der mich mit meinen Verwundungen annimmt und liebt. Mit der Himmelfahrt Jesu ist das Menschliche, das Menschsein, auf immer ins Göttliche eingeschrieben und mit ihm verbunden.
Fußspuren Gottes in der Welt zu sehen; diesen Fußspuren zu folgen - und vertrauen zu können, dass diese Fußspuren zu Gott führen – das zeigt dieses Fest. Es ist ein Fest, das es wert ist, immer wieder auch in seinen theologischen Inhalten gefeiert zu werden: als Vollendung von Ostern; und als kleiner Vorausblick auf das eigene Ende, bei dem ich hoffe, mit den eigenen Verwundungen des Lebens diesen Heimgang zum Vater als Fest feiern zu können.
Die Jünger schauen dem in den Himmel emporgehobenen Herrn nach. Der Blick nach oben, in den Himmel, ist ein Blick in die Zukunft. Unser Lebensziel iel ist das Ankommen bei Gott.
Abschiede kennen wir viele: Tagtäglich, wenn wir von zu Hause weggehen zur Arbeit, in die Schule, in den Urlaub. Abschied und Trennung: vom Arbeitsplatz, von Gegenständen, Lebensentwürfen, vom Partner. Oft ist dieser Abschied auch mit Schmerz und Trauer verbunden.
Auch die Bibel kennt Abschiede: Die „Himmelsreise“ der Gottesmutter, bei uns bekannt als „Mariä Himmelfahrt“ (Aufnahme Mariens in den Himmel), die „Verklärung des Herrn“, die „Entrückung des Propheten Elija, der in den Himmel aufgenommen und „sich zur Rechten des Vaters setzt“. Auch das Markusevangelium zitiert diese Stelle gegen den Schluss.
Und heute: Christi Himmelfahrt, ein Fest, das vom Inhalt her nicht leicht zu verstehen ist. In der Kunst wird es bildlich sehr gern dargestellt, und im liturgischen Jahresfestkreis nimmt es den 40. Tag nach Ostern ein, schon in die Nähe von Pfingsten gerückt. Vierzig Tage als symbolhafte Zeitangabe als Erinnerung an die 40 Jahre bis zur Landnahme nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten (Buch Exodus), Jesu vierzigtägiges Fasten in der Wüste (bei den Synoptikern). So wird dieses Fest einerseits zur Erinnerung, andererseits aber auch zum Blick in die Zukunft. Jesu irdisches Leben hat einen Anfang, der den Weg zum Himmel führt.
Es ist ein Weg mit Höhen und Tiefen, genauso verläuft auch unser Lebensweg, der zum Vater hinführen soll, zur Vollendung so wie ihn auch Jesus gegangen ist.
Im Glaubensbekenntnis beten wir: „Aufgefahren in den Himmel“. Für den Menschen früherer Zeiten war der Himmel „oben“, weit weg, unendlicher Bereich des Guten.
Im Wort „Fahrt“ steckt Bewegung. „Alles Leben ist Bewegung“. Wie könnte der Weg zum besseren Verständnis dieses Festes aussehen? Wir bewegen uns unser ganzes Leben zu einem Ziel, nennen wir es „Himmel“. Deutlicher noch: Wir finden nach der Lebensreise endgültige Heimat bei Gott, und Jesus ist uns vorausgegangen, weil alles Leben zielgerichtete Bewegung zum Vater ist. Der evangelische Theologe und Pädagoge Johann Amos Comenius (1592- 1670 aus Südmähren) drückt das so aus, vielleicht etwas pessimistisch am Weisheitsbuch Kohelet orientiert, aber doch sehr treffend: „Mein Leben war ein Wandern, eine Heimat hatte ich nicht. Es war ein ruheloses, fortwährendes Umhergeworfenwerden, niemals fand ich einen festen Wohnsitz. Jetzt aber sehe ich schon mein himmlisches Heimatland.“ (aus: Das Labyrinth der Welt und das Paradies des Herzens, 1631 veröffentlicht). Comenius schreibt das in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, in der besonders seine Heimat von grausamen brutalen Auseinandersetzungen betroffen war.
Ist es nicht den Aposteln ähnlich ergangen? „Was steht ihr da und schaut zum Himmel?“ (Apg.1,11). Momentan schien es ihnen so als würde sie die Vergangenheit, vor allem die jüngste Vergangenheit, mit Enttäuschung, Leid, Tod wieder einholen. Der Blick nach „oben“ in die Zukunft ist tröstlich: Er lebt!- trotz Kreuzestod und Grab! Vorweg spüren wir aber schon etwas von dieser pfingstlichen Botschaft: „Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“ (Joh.14,18). Ich gebe euch einen Beistand, den Heiligen Geist. Dieses Fest ist somit ein Abschied mit Wiederkehr.
Ich wünsche Ihnen diesen vertrauensvollen Blick nach „oben“, nicht nach Flugzeugen, die Fernweh auslösen könnten, sondern den Blick nach „oben zum geöffneten Himmel“ (Apg.7,56), verbunden mit österlicher Freude, weil der Himmel schon in uns ist.
Heimat ist ein Ort, an den man sich zurücksehnt, auch wenn man diesen Ort unfreiwillig verlassen musste. Jesus hat ihn freiwillig verlassen, um uns die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu bringen. Nun kehrt er zurück. Und wo ist unsere Heimat?
Das Fest der Himmelfahrt Christi weitet unseren Blick über die irdische Wahrnehmung hinaus. Der verheißene Heilige Geist lässt die Jünger die Zusammenhänge von Leid und Endlichkeit mit den Augen der Liebe neu sehen. Damit verbunden ist die Sendung, diese Frohe Botschaft in die ganze Welt hinauszutragen.
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich (3. Str.)
GL 170: Allein Gott in der Höh sei Ehr
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist (4. Str.)
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, in deiner Urständ fröhlich ist…
GL 336: Jesus lebt, ich bin gewiss (3. Str.)
GL 338: Jerusalem, du eu Stadt (4. Str.)
GL 339: Ihr Christen, hoch erfreuet euch!
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (3. Str.)
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (4. Str.)
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde
GL 375: Gelobt seist du, Herr Jesu Christ
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen
GL 560: Christus Sieger, Christus König
Kehrverse und Psalmen:
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 oder mit Psalm 96 (GL 54,2) - VIII.
GL 55: Jubelt, ihr Lande dem herr; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII
GL 79,1: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm (GL 47,2) - VII.
GL 340: Gott steigt empor, Erde jauchze, Halleluja, preist den Herrn. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 454: Geht hinaus in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 629,5-6: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
Oder:
Herr, Jesus Christus,
nach deinem Leiden und deinem Tod
bist du vierzig Tage hindurch deinen Jüngern erschienen
und hast du vom Reich Gottes gesprochen.
Herr, erbarme dich.
Vor den Augen deiner Jünger wurdest du in den Himmel emporgehoben.
Christus, erbarme dich.
Wie deine Jünger dich zum Himmel haben hingehen sehen,
so wirst du wiederkommen.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Allmächtiger Gott,
dein erhöhter Sohn bleibt bei uns
in der Gemeinschaft der Kirche.
Lass uns vertrauen auf den Beistand
des Geistes und hilf uns, Christi Zeugen sein.
Durch ihn, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
Gott und Vater,
in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du die ganze Menschheit zu dir erhöht.
Erfülle uns mit Freude darüber,
daß Christus unseren Lebensweg begleitet,
bis sich auch unser Leben vollendet in der Gemeinschaft mit dir.
Durch Christus, unseren Herrn.
Mit der Rückkehr zum Vater ist Jesu irdischer Weg vollendet.
Seine Jünger lässt er nicht allein zurück.
Er verheißt ihnen und damit auch uns den Heiligen Geist.
Ihn bitten wir:
Für unsere christlichen Gemeinden, dass mit den neu gefirmten Jugendlichen wieder neue Begeisterung für Jesu Botschaft wächst.
Für alle Politiker, dass sie in Verantwortung für das Wohl aller die Grenzen ihrer Macht beachten.
Für die Theologen und spirituellen Schriftsteller, dass sie in religiöser Verantwortung und in Ehrfurcht vor dem göttlichen Geheimnis ihre Gedanken veröffentlichen.
Für alle, deren Leben momentan von Hoffnungslosigkeit geprägt ist, dass sie an Trost und Kraft aus dem Beistand des Heiligen Geistes glauben können.
Für unsere Verstorbenen, deren Tod uns immer wieder schmerzlich an unsere eigene Sterblichkeit erinnert.
Segnend verlässt Jesus seine Jünger. Er gibt auch uns damit den Auftrag, beschenkt mit dem Heiligen Geist, sein Werk weiterzuführen.
Ihm gebührt unser Lob und Preis. - Amen.
Allmächtiger Gott,
am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
bringen wir dieses Opfer dar.
Gib uns durch diese heilige Feier die Gnade,
dass wir uns über das Irdische erheben,
und suchen, was droben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Christi Himmelfahrt
Gott,
in jeder Feier der Eucharistie
erfahren wir neu die Gegenwart deines Sohnes,
dem du deine Nähe geschenkt hast.
Segne die Gaben, die wir bereitet haben,
damit wir in ihnen die Kraft und Liebe deines Sohnes spüren.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Allmächtiger Gott,
am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
haben wir Brot und Wein bereitet.
So wie Jesus durch seine Himmelfahrt
das menschliche Leben zu einem göttlichen erhoben hat,
mache auch diese irdischen Gaben
zu Zeichen deiner Anwesenheit bei uns Menschen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus unseren Herrn. Amen.
Kehrvers:
Singt dem Herrn, alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen.
(GL 54,1)
Großer und erhabener Gott,
um dir zu danken sind wir hier zusammengekommen.
Wir haben allen Grund dich zu preisen.
Du hast uns Jesus geschenkt
und in ihm uns dich selbst zu erkennen gegeben.
Kehrvers
Durch sein Leben und Sterben hat er die Welt von der Not ihrer Vergänglichkeit erlöst
und uns Anteil an deinem ewigen Leben gegeben.
An ihm hast du deine Macht und Stärke gezeigt.
Du hast ihn von den Toten auferweckt
und ihn im Himmel an den Platz zu deiner Rechten erhoben.
Kehrvers
Uns aber hat er verheißen,
dass er uns deinen und seinen Geist sendet,
der uns trösten und leiten wird.
Durch ihn erkennen wir, zu welcher Hoffnung wir berufen sind
und welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes uns schenkt.
Kehrvers
Durch ihn werden auch wir die Zuversicht,
in das Heiligtum einzutreten,
das er uns durch sein Blut erschlossen hat.
Mit ihm und durch ihn preisen wir dich
und singen wir mit allen Engeln und Heiligen dein Lob:
Danklied, z. B: Mein ganzes Herz erhebet dich… (GL 143, 1. und 3. Str.)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
Himmelfahrt – heim zum Vater.
Wir können Christus am einfachsten folgen,
indem wir seine Beziehung zu Gott aufnehmen und ihm sagen:
Vater Unser im Himmel...
Einleitung zum Friedensgebet:
Herr Jesus, du hast deinen Jüngern gesagt,
sie würden deine Zeugen sein.
Dafür hast du sie deinen Frieden erfahren lassen.
Es ist der Friede, den auch wir bezeugen wollen.
Darum bitten wir dich:
Herr Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden..
Du hast gesagt:
Ich bin bei euch alle Tage
bis zum Ende der Welt.
Ich weiß das
und trotzdem
geht es mir manchmal wie den Jüngern
ich meine, du bist weggegangen
ich kann dich nicht spüren
und nicht sehen.
Du weißt aber, wie sehr ich dich brauche
bei meinem Beten, wenn ich leer bin
in meinen Sorgen, wenn ich verzagt bin
in meinem Glauben, wenn ich mutlos bin.
Heute darf ich wissen:
Du bist bei mir
ich darf dich spüren
und aufnehmen
du bist nicht fern
sondern hier bei uns.
Bei allen
die dich brauchen.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns, die wir noch auf Erden leben,
deine göttlichen Geheimnisse anvertraut.
Lenke unser Sinnen und Verlangen zum Himmel,
wo Christus als Erster der Menschen bei dir ist,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Der allherrschende Gott,
der heute Christus zu seiner Rechten erhöht
und uns den Zugang zum Leben erschlossen hat,
gewähre euch die Fülle seines Segens. - Amen.
Vor den Augen seiner Jünger wurde Christus zum Himmel erhoben;
er sei euch ein gnädiger Richter, wenn er wiederkommt. - Amen.
Er thront in der Herrlichkeit des Vaters
und bleibt dennoch inmitten seiner Kirche;
er schenke euch den Trost seiner Gegenwart. - Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
MB an Christi Himmelfahrt
Der allmächtige Gott hat uns durch die Auferstehung seines Sohnes
aus Sünde und Tod befreit.
Er segne uns und schenke uns seine Freude. - Amen.
Und Christus, mit dem wir auferstanden sind durch den Glauben,
beahre in euch die Gabe der Erlösung. - Amen.
Gott hat uns in der Taufe angenommen als Kinder seiner Gnade;
er schenke euch das verheißene Erbe. - Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
MB Feierlicher Segen in der Osterzeit

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
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Die Einleitung der Apg nimmt Bezug auf das Evangelium des Lukas. Sie markiert den Einschnitt zwischen der Zeit der Jünger mit Jesus (Lk-Evangelium) und dem neuen Abschnitt, der Zeit der Kirche. Zuvor war Jesus unmittelbar erfahrbar, nun ist er es durch den Geist. Zuvor gab er den Jüngern Aufträge, nun wird geschildert, wie sie diesen Aufträgen nachkommen. Die Himmelfahrt markiert so den Einschnitt zwischen diesen beiden Zeiten.
Die vierzig Tage der Erscheinungen Jesu sind symbolisch zu verstehen und kommen im Zusammenhang mit dem besonderen Handeln Gottes vor (Noach - Gen 8,6; Elija - 1 Kön 19,8; Zeit der Vorbereitung: Mose am Sinai - Ex 24,18; Jesu Fasten - Lk 4,1). Die vierzig Tage widersprechen ansonsten der Darstellung von Lk 24, wo die Himmelfahrt unmittelbar an die Rückkehr der Jünger aus Emmaus anschließt, also wenige Stunden nach der Auferstehung stattfindet.
In der Darstellung greift Lukas zurück auf Entrückungserzählungen des AT mit den Bildern der Wolke (= Hinweis auf das Eingreifen Gottes) und den Deuteengeln, die den Zeugen die Augen öffnen.
Es geht nicht um eine historische Erzählung; sie wird auch nur von Lk gebracht (und wurde dann in den Markus-Schluß übernommen) - alle anderen kommen ohne den Bericht der Himmelfahrt aus. Es geht um eine Veranschaulichung des neuen Zustandes Jesu, der "Erhöhung zum Vater". Lk macht diese Erhöhung fest am "Himmel": Dieser Himmel ist der Ort des Vaters, auch der Ort, von dem aus der Auferstandene seine Herrschaft ausübt und von wo er einst wiederkommen wird. Die Himmelfahrtserzählung setzt einen endgültigen Schlußpunkt unter die Christuserscheinungen.
Die erste Lesung enthält drei Abschnitte: Die Einleitung zur Apostelgeschichte, das Vermächtnis Jesu vor seiner Himmelfahrt an seine Jünger und die Erzählung seiner Erhöhung zum Vater.
Das Buch Apostelgeschichte wird dem Autor des Lukasevangeliums zugeschrieben. Es überliefert Erzählungen von den Anfängen der Kirche Jesu zusammengestellt und angeordnet nach einem eigenen theologischen Konzept. Das Evangelium nimmt seinen Weg ausgehend von Jerusalem in die ganze Welt hinaus bis zur Hauptstadt der damals bekannten Welt: Rom. Diesem Konzept sind auch einige Momente unseres Textabschnittes zuzuschreiben.
So ist das Buch nach nach römisch-hellenistischer Gepflogenheit einem Theophilus, vermutlich ein vornehmer römischer Staatsbeamter, gewidmet.
Während die anderen Evangelisten die letzten Begegnungen mit dem Auferstandenen in Galiläa anordnen, findet diese nach Lukas und der Apostelgeschichte in Jerusalem statt.
Der zweite Abschnitt enthält eine Belehrung der Jünger im Rahmen eines Mahles. Das Mahl erinnert einerseits an die Mähler, die Jesus mit seinen Jüngern gehalten hat, andererseits aber bereits an das eucharistische Mahl, wie es in der jungen Kirche üblich wurde.
Die Antwort auf die Frage nach der Wiedererrichtung "des Reiches für Israel" enthält das theologische Konzept des Lukas: Er wendet sich von der Naherwartung des Endes (wie wir es etwa bei Markus im 13 Kapitel finden) und der baldigen Wiederkunft Christi ab. Durch die Kraft des Heiligen Geistes werden die Jünger seine Zeugen sein auf der ganzen Welt. Sie wenden sich der Welt zu und errichten "das Reich" durch die universale Ausbreitung des Christentums.
Im dritten Abschnitt wird die Himmelfahrt Jesu geschildert. In einer anschaulichen Erzählung wird die Erhöhung Jesu dargestellt. Er hat nun seinen Platz "im Himmel", dort wo Gott ist. Die Engel - Engel treten in biblischen Erzählungen dort auf, wo die Menschen mit Gott in Berührung kommen und Gott den Menschen etwas mitteilen will - fordern die Jünger auf, nicht zum Himmel zu starren, sondern sich der Welt (und ihrem Auftrag) zuzuwenden.
Die Apostelgeschichte (“acta apostolorum ”) beschreibt die nachösterlichen Ereignisse und das Erleben der Frühen Kirche. Die erste Phase - kirchliche Urzeit - endet mit der Steinigung des Stephanus. In den vorliegenden ersten elf Kapiteln des Buches geht es um die zeitliche und lokale Verortung der frühen Mission. Die frühe Sammlung war eine Gruppe Judenchristen, die im Angesicht der Gruppe des Neuen Weges zum einen eine weitere Spaltung wie auch eine neue Einigung erfährt. Zum einen trifft man die Juden an, die solche bleiben, und die anderen, die den Aposteln folgen. Gleichzeitig werden die getrennten Juden Samariens in die neue Sammlung integriert. Damit wird deutlich, dass schon von Anfang an die christliche Botschaft nicht auf spezielle Adressat*innen zugeschnitten war, sondern lokal, kulturell und religiös unabhängig verbreitet werden kann “bis an die Enden der Erde”. Die fehlende leibliche Präsenz des Gottessohnes auf Erden erleichtert diese Grenzenlosigkeit des Unterfangens. Das Einleitungskapitel der Apostelgeschichte setzt dazu die Maßstäbe.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz