In der aussichtslosen Situation des Babylonischen Exils spricht der Prophet, der Deuterojesaja genannt wird, seinen entmutigten Mitglaubenden von Gott her Trost und neuen Mut zu.
Lesung aus dem Buch Jesaja:
Tröstet, tröstet mein Volk,
spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen
und ruft ihr zu,
dass sie vollendet hat ihren Frondienst,
dass gesühnt ist ihre Schuld,
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes
für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
alles Fleisch wird sie sehen.
Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Steig auf einen hohen Berg,
Zion, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme mit Macht,
Jerusalem, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht!
Sag den Städten in Juda:
Siehe, da ist euer Gott.
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
Lesung aus dem Buch Jesaja:
Tröstet, tröstet mein Volk,
spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen
und ruft ihr zu,
dass sie vollendet hat ihren Frondienst,
dass gesühnt ist ihre Schuld,
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes
für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
alles Fleisch wird sie sehen.
Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Eine Stimme sagt: Rufe!
Und jemand sagt: Was soll ich rufen?
Alles Fleisch ist wie das Gras
und all seine Treue ist wie die Blume auf dem Feld.
Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt,
wenn der Atem des HERRN darüber weht.
Wahrhaftig, Gras ist das Volk.
Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt,
doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.
Steig auf einen hohen Berg,
Zion, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme mit Macht,
Jerusalem, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht!
Sag den Städten in Juda:
Siehe, da ist euer Gott.
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
Kv: Lass uns schauen, o Herr, deine Huld
und schenke uns dein Heil! – Kv
(GL 633,5)
Ich will hören, was Gott redet: /
Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, *
sie sollen sich nicht zur Torheit wenden.
Fürwahr, sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten, *
seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. – (Kv)
Es begegnen einander Huld und Treue; *
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor; *
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. – (Kv)
Ja, der Herr gibt Gutes *
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her *
und bahnt den Weg seiner Schritte. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Petrus.
Dies eine aber, Geliebte, soll euch nicht verborgen bleiben,
dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre
und tausend Jahre wie ein Tag sind.
Der Herr der Verheißung zögert nicht,
wie einige meinen, die von Verzögerung reden,
sondern er ist geduldig mit euch,
weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht,
sondern dass alle zur Umkehr gelangen.
Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb.
Dann werden die Himmel mit Geprassel vergehen,
die Elemente sich in Feuer auflösen
und die Erde und die Werke auf ihr
wird man nicht mehr finden.
Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst:
Wie heilig und fromm müsst ihr dann leben,
die Ankunft des Tages Gottes erwarten
und beschleunigen!
An jenem Tag werden die Himmel in Flammen aufgehen
und die Elemente im Feuer zerschmelzen.
Wir erwarten gemäß seiner Verheißung
einen neuen Himmel und eine neue Erde,
in denen die Gerechtigkeit wohnt.
Deswegen, Geliebte, die ihr dies erwartet,
bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler
in Frieden angetroffen zu werden!
Halleluja. Halleluja.
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen!
Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.
Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja -
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
der deinen Weg bahnen wird.
Stimme eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen! - ,
so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf
und verkündete eine Taufe der Umkehr
zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren
und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete:
Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Den Advent bewusst begehen ist nicht überholt. Er ist eine Zeit, in der wir uns in Haltungen einüben, die uns helfen, dass wir Gott bei uns und in uns ausnehmen.
In letzter Zeit fällt mir auf, dass ich im Laufe eines Tages häufiger als nötig nachschaue, ob neue Mails angekommen sind oder im Internet aktuelle Informationen bereitliegen. Diese Neugier deute ich, dass mein bisheriges Leben trotz vieler Erfahrungen nach mehr, vor allem nach Befriedigendem und Nachhaltigem Ausschau hält. Eine innere Dynamik regt sich immer wieder.
Diese Lebenszeichen haben viel mit Advent zu tun, wo oft von Wachsein und Erwartung die Rede ist. Mein kleiner Erfahrungsbereich will sich weiten. Was Gott in uns grundgelegt hat, möchte sich weiter entfalten. Der Austausch und die Freundschaft mit ihm stecken noch viel zu sehr in den Anfängen. Advent, die Zeit der Erwartung will durchlässiger machen für die Impulse von höchster Stelle. Advent ist eine Chance, von innen her zu wachsen. So könnte Weihnachten aktuell werden nicht nur in dem Sinne, dass damals Bethlehem göttlichen Nachwuchs bekommen hat, sondern dass auch in uns neue Lebensschübe möglich werden aus der unendlichen Lebensfülle Gott.
Advent und Erwartung sind nicht überholt. Das Leben mit Christus hat noch sehr viel auf Lager. Auf unserem künftigen Weg liegen noch unzählige Edelsteine, die zu leuchten beginnen, wenn wir lernen, sie mit den Augen Jesu zu sehen.
Auch die Lesungen des heutigen 2. Adventsonntages wollen unsere Augen schärfen, dass wir den göttlichen Einfluss im täglichen Leben besser wahrnehmen.
Allein die Lesung aus dem 2. Petrusbrief, auf die ich mich heute beziehen will, liefert wertvolle Hinweise.
Zunächst geht Petrus auf die Verzögerung ein, dass Gott so lange auf sich warten lässt. Seine Mitchristen haben gemeint, die Wiederkunft Christi würde sich noch zu ihren Lebzeiten einstellen und alles in neues Licht tauchen. Das lange Warten kann müde machen und auch Zweifel bei uns aufkommen lassen. Warum greift heute Christus nicht ein, wenn Korruption sich ausbreitet und Unrecht weiter wuchert? Gott müsste doch den Bösewichtern auf die Finger schlagen und Bittgebete schneller erhören.
Doch Gott hat einen langen Atem und beschneidet nicht die große Freiheit aller Menschen. Im Gleichnis vom Weizen und Unkraut bremst der Gutsherr die ungeduldigen Landarbeiter, die das Unkraut sofort ausreißen wollen.
Wo Gott schweigt, gibt er Zeit. Und diese Zeit brauchen wir wahrlich, bis in uns eine bessere Einsicht wächst, bis wir Konsequenzen ziehen und zu verheißungsvollen Schritten ansetzen. Gott will nicht überrumpeln. Es braucht Zeit, bis wir aus persönlichen Erfahrungen lernen, Vorsätze verwirklichen und Trägheiten überwinden. Nur was aus eigenen Erfahrungen gewachsen ist, was wir selber als das Bessere schätzen, können wir vertreten und anderen überzeugend nahebringen.
Petrus schreibt die heutige Lesung aus Rom kurz vor seinem Tod (im Jahr 64 oder 67). Dort erlebt er sich wie in einer Löwengrube, das Martyrium vor Augen. Sein Advent ist mehr als Geschenke und feineres Essen. Seine Christusverbundenheit beglückt ihn so sehr, dass er seine Mitglaubenden aufmuntern kann, Christus treu zu bleiben, die göttliche Verheißung vor Augen zu haben und voll Hoffnung den neuen Himmel und die neue Erde zu erwarten. Wer an Christus festhält, braucht vor dem Kommenden keine Angst zu haben, wenn er sich bemüht, ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.
Diese Hoffnung drückt der Apostel Paulus einmal so aus: „Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. 23 Bedrängt werde ich von beiden Seiten: Ich habe das Verlangen, aufzubrechen und bei Christus zu sein - um wie viel besser wäre das! 24 Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. 25 Im Vertrauen darauf weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen verbleiben werde, um euch im Glauben zu fördern und zu erfreuen.“ (Phil 1,23-25)
Weder Paulus noch Petrus klagen, dass ihnen Christus, ihr Meister und Vorbild, fern ist. Ihr Beten ist wie ein tägliches Öffnen der Fenster, dass frische Luft, das heißt, dass der Geist des Auferstandenen einströmen und sie durchdringen kann. Das kommende Gericht ist für sie nicht mit Angst besetzt, sondern räumt letzte Schleier und Bremsklötze weg. Nichts mehr wird diesen gesteigerten Liebesaustausch mit ihrem Herrn und Meister aufhalten.
Zu solch hoffnungsvollem Weg laden uns die vielen Verheißungen Jesu und die Erfahrungen der Glaubenszeugen vor uns ein. Nützen wir die Zeit, die uns gegeben ist.
Rabbi Moshe Löb in den Chassidim sagt: „Ein Mensch, dem nicht an jedem Tag eine Stunde für seine Zukunft gehört, ist kein Mensch.“
Von einem Sterbenden stammen die Worte: „Wer den Heiland zum Begleiter hat, der braucht keine Angst zu haben.“
In eine ähnliche Richtung geht die Aussage: „Wer sich nicht jeden Tag unter die Augen Christi stellt, hat kein Recht zu klagen, Christus sei abwesend; der hat auch kein Recht sich zu beschweren, wenn ihn der Tod überrascht.“
Wenn wir Christus als Begleiter wählen, kann der Advent einen Zuwachs an Lebensschüben bringen; wenn wir z.B. vor der Arbeit, im Bus, vor der Haltestelle und vor einem Gespräch einen Gedanken an Gott verwenden; wenn wir vergangene Tage überdenken und einen roten Faden weiterziehen, mit dem Christus einverstanden ist.
Heute ist Nikolaustag. Noch nach 1700 Jahren ist lebendig, was in seinem Leben aufgestrahlt ist. In dieser warmen Güte und Liebe zu wachsen, bleibt für immer kostbar und bringt den Himmel näher.
Am Höhepunkt der hl. Messe rufen wir: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Möge uns von Mal zu Mal mehr aufgehen, dass Gott mit seinem Himmel bei uns ankommen will, dass das erste Weihnachten damals in Bethlehem sich ganz nah bei uns fortsetzt.
Was trägt uns in dunklen Stunden, wie wir sie derzeit erleben? Hoffnungsbotschaften, Getragen-sein, auf das Licht zugehen, das uns im Weihnachtsfest aufleuchtet.
Unsere Gegenwart fordert uns gewaltig: Die Pandemie hat die Welt im Griff, auch unser Land und die Nachbarländer. Was wir im Frühling kennengelernt haben, als große Ausnahme vom Alltäglichen, hat uns seit Oktober wieder eingeholt - das Vermeiden von physischen Kontakten, die Einschränkungen in dem was wir tun können oder dürfen, Absagen von Veranstaltungen, Abstand-Halten, erneute Unsicherheit, was den Arbeitsplatz angeht. Und wir wissen nicht, wie lange diese eigenartige Art zu leben noch anhalten muss - wann es wieder so was wie „Normalität“ im Arbeiten, im Zusammenkommen und Feiern geben wird, oder was in den nächsten Jahren noch immer anders sein wird bzw. muss. Das ist sehr schwer auszuhalten, man wird mürbe davon, auch ich.
Menschen sind entweder ignorant, laut und ärgerlich geworden, oder kleinlaut und verstummt. Was im März noch nach großem gesellschaftlichem Zusammenhalt ausgesehen hat, bekommt größere Sprünge - Rücksichtnahme und massive Einschränkungen in Kauf nehmen, um schwächere Bevölkerungsgruppen zu schützen? Oder lieber die Gefährdeten absondern, der Krankheit unter fitten, jungen Menschen und der Wirtschaft freien Lauf lassen?
Wie sehr alte und junge, gesunde und kranke bzw. anfällige Menschen verbunden sind, hat sich auch im letzten Frühling deutlich gezeigt. Nur weil Menschen zurückgezogener und leiser leben als andere, heißt es nicht, dass sie für niemanden mehr wichtig sind, im Gegenteil. Für sie und für eine - ihre - qualitätsvolle Lebenszeit lohnt es sich auch die Stimme zu erheben. Menschen wollen ihre Enkelkinder erleben, für sie etwas einkaufen, an Kultur und Natur teilhaben, nicht weggesperrt sein. Sie wollen noch leben in den vielleicht letzten Jahren ihres Daseins, und nicht mit Vorwürfen, Schuldgefühlen oder Angst überschüttet sein.
Die Bibeltexte des heutigen Sonntags sind miteinander verknüpft und betonen verschiedenes:
Die frohe Botschaft der Befreiung des Volkes Israels soll mit Kraft verkündet werden: Laut, nicht leise, von einem gut hörbaren Ort her. Die Menschen sollen es erfahren!
Gott möchte eine „Autobahn" in der Wüste - rasch, ohne Umwege, ohne mühsame Prozedur will er seinen Platz im Leben der Menschen.
Wir brauchen sie auch rasch, diese frohen Botschaften - am liebsten die, dass alles vorbei ist. Das wird es nicht spielen, zumindest jetzt nicht. Aber es kann uns gelingen, frohe Botschaften in unserer momentanen Situation zu entdecken: Du bist mir nicht egal, ich schau auf dich. Wie schön ist es, einen Brief oder einen Anruf zu bekommen. Wir halten zusammen in der Familie, auch wenn wir uns in den Feiertagen nicht wie gewohnt treffen. Ich weiß mich getragen von Menschen, die an mich denken oder für mich beten. Einzelne Begegnungen bekommen mehr Gewicht und werden bedeutsamer. Ich habe Zeit für das, was mich nährt - Musik zu hören oder zu singen, einen Spaziergang, zu kochen oder gute Sachen zu lesen - wieso nicht auch Hoffnungstexte aus der Bibel?
Entscheidend dafür, wie ich diese Zeit überstehe, wird sein, wie ich es erlebe oder zu deuten vermag: Fühle ich mich getragen - wie das Lamm beim Propheten Jesaja - von Gott, von Menschen, von Ritualen? Kann ich das „fürchte dich nicht" aus vollem Herzen glauben, sodass ich aus der Zuversicht und Gelassenheit heraus leben kann, auch wenn wirtschaftlich ein schlechtes Jahr für mich ist? Wie sicher kann ich mich darauf verlassen, Hilfe zu bekommen, bei Institutionen oder meinem privaten sozialen Netz? Weiß ich mich über den Tod hinaus in Sicherheit, sodass der Tod (meiner oder der anderer Menschen) nicht das Schlimmste ist, was ich fürchten muss?
In einer Stunde ist es leichter, so zu leben, in einer anderen schwerer. Nicht immer ist alles gleich.
Der Advent als Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten wird gefeiert in einer Zeit, in der es sehr finster ist und immer dunkler wird. Dennoch gehen wir auf das Licht zu - wir wissen es aus Erfahrung, es wird ja jedes Jahr Weihnachten. Wir warten darauf, dass in unsere Dunkelheit ein Licht, dass Gott hereinbricht und uns das zusagt, was wir brauchen: den Retter in Gestalt eines Kindes, Hoffnung, Licht, Frieden. Laute Stimmen, voller Zuversicht und Frohbotschaft. Ein „fürchte dich nicht" der Engel. Sie sind dann auch wieder weg und nicht mehr sichtbar, die Boten und Engel, aber ich wünsche uns allen, dass ihre Worte Raum und Widerhall gefunden haben in uns. Amen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin, Diözeses Linz
Advent heißt Ankunft, kann aber auch als Anfang verstanden werden. Die biblischen Texte erzählen uns von Neuanfängen: bei Jesaja nach dem Exil, bei Markus der Neubeginn mit Johannes dem Täufer als Vorläufer Jesu.
Den Vorläufer Jesu, Johannes den Täufer treffen wir in der Wüste an. Die Wüste war für die Juden der historische Ort der Gottesbegegnung. Auch wir sind im Advent eingeladen, Orte und Möglichkeiten der Besinnung aufzusuchen, um unsere Beziehung zu Gott zu erneuern.
Lieder:
GL 218: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
GL 219: Mache dich auf und werde licht (Kanon)
GL 221: Kündet allen in der Not
GL 222: Herr, send herab uns deinen Sohn
GL 223: Wir sagen euch an den lieben Advent
GL 228: Tochter Zion, freue dich
GL 231: O Heiland, reiß die Himmel auf
GL 236: Es kommt ein Schiff geladen
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern
GL 360: Macht weit die Pforten in der Welt
GL 446: Lass uns in deinem namen, Herr
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 554: Wachet auf, ruft uns die Stimme
GL Ö790/Ö791: Tauet, Himmel, den Gerechten
GL Ö792 Herr, sende den du senden willst
GL Ö798: O komm, o komm, Emmanuel
Kehrverse und Psalmen:
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk (mit Psalm 100)
GL 226: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade - Mit Psalm 42/43 (GL 42,2) oder mit Psalm 121 (GL 67,2)
GL 263: Seht unser König kommt; er bringt seinem Volk den Frieden - Mit Psalm 24 (GL 633,4)
GL 622: Habt Mut, ihr Verzagten, und fürchtet euch nicht! Gott selbst wird kommen und euch erretten - Mit Jes 35
GL 633,3-4: Hebt euch, ihr Tore, hebt euch, ichr Tore! Unser König kommt - Mit Psalm 24
GL Ö797: Hebt euch, ihr Tore, unser König kommt - Mit Jes 35 (GL 622,2)
Jesus Christus, der war, der ist, und der kommen wird, er sei mit euch!
Uns allen ist verheißen, dass Gottes Sohn all jenen nahe kommen wird, die sich zu ihm auf den Weg machen. Dieses Kommen verdichtet sich im Mittelpunkt der heiligen Messe, wo wir beten: Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. Jede heilige Messe will uns auf dieses endgültige Kommen vorbereiten. Wir öffnen uns für Christi verheißungsvolles Wort, damit er uns einen Schritt näherkommen kann.
"Was hat diese Predigt mit dir gemacht?" So die Frage eines - leider schon verstorbenen - Freundes. Gottes Wort geht an uns nicht spurlos vorüber. Es kann uns froh machen, nachdenklich, traurig, mutig, optimistisch, getröstet oder dankbar. Auch die Predigt des Johannes des Täufers hat mit vielen, die ihn hörten, was gemacht. Viele haben sich taufen lassen.
Öffnen wir uns in dieser Feier dem Wort Gottes. Gottes Wort, das uns in den Lesungen und im Evangelium begegnet, Gottes Wort, welches zu uns in der Stille spricht, will auch mit uns was machen, in jedem Gottesdienst und jetzt in dieser Stunde.
Grüßen wir Jesus den Auferstanden, besinnen wir uns, damit wir ihm in rechter Weise begegnen können.
Zu Jesus Christus, der in uns zu mehr Leben kommen will, rufen wir:
GL 163,2
Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 2. Adventsonntag
Wie Nebel umhüllen uns Geschäftigkeit und Sorgen.
Zu selten gelingen uns Abstand und ein Blick über unser Hier und Jetzt hinaus.
Wir spüren unser Ungenügen und bitten dich, Herr Jesus, um deine Hilfe:
Halte die Sehnsucht lebendig, die nicht bei sich selber stehen bleibt, sondern nach mehr Beziehung sucht.
Komm, Herr Jesus!
Lass durch deinen Lebensstil immer mehr Menschen begreifen, was zufriedener macht als Geld und Konsum.
Sei nahe den Corona-Erkrankten und stärke alle, die sie pflegen.
Begleite die Politiker bei ihren Entscheidungen und hilf, dass alle, Groß und Klein, zur Überwindung der Pandemie beitragen.
Lass uns die Zeit der eingeschränkten Kontakte nützen zu mehr Kontakten mit dir.
Mach unser Denken und Planen wach für deine Schritte in unser Leben.
Lass das Leben unserer Verstorbenen sich vollenden in der totalen Begegnung mit dir.
Herr Jesus Christus,
dein Kommen in unsere Welt besagt, dass der Himmel nicht in der Ferne bleibt, sondern sich ganz mit unserem Leben verbinden will.
Lass diese Wahrheit in uns immer wirksamer werden. - Amen.
Barmherziger Gott,
wir bekennen, dass wir immer wieder versagen
und uns nicht auf unsere Verdienste berufen können.
Komm uns zu Hilfe, ersetze, was uns fehlt,
und nimm unsere Gebete und Gaben gnädig an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Adventssonntag
Kehrvers:
"Wir loben dich, wir danken dir, wir beten dich an"
(aus dem Gloria GL 131)
Lasst uns Gott unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Heiliger Gott und Vater, wir preisen dich und danken dir,
dass du uns in deiner Barmherzigkeit die Möglichkeit zur Umkehr lässt.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass du uns durch prophetische Menschen immer neu zur Umkehr rufst.
Du forderst uns auf,
die Straßen auf denen der Messias zu uns kommt,
zu ebnen und ihm den Weg zu bereiten.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe,
durch die wir deine Töchter und Söhne geworden sind.
Durch sie hast du uns mit deinem Heiligen Geist ausgestattet,
Er befähigt uns, Früchte hervor zu bringen, die dir gefallen.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass wir deinen Sohn Jesus Christus erwarten dürfen
der unserer Welt endgültige Gerechtigkeit und endgültigen Frieden bringen wird.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller Heiligen und singen:
Danklied, z. B.: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Von ihm redet die Botschaft aller Propheten,
die jungfräuliche Mutter trug ihn voll Liebe in ihrem Schoß,
seine Ankunft verkündete Johannes der Täufer
und zeigte auf ihn,
der unerkannt mitten unter den Menschen war.
Er schenkt uns in diesen Tagen die Freude,
uns für das Fest seiner Geburt zu bereiten,
damit wir ihn wachend und betend erwarten
und bei seinem Kommen
mit Liedern des Lobes empfangen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 2
Johannes sagt: "Jesus kommt, und er ist stärker als ich."
Jesus sagt: "Der Weg geht über meinen Vater!"
Darum lasst uns beten:
Vater unser...
Einleitung zum Friedensgebet:
Herr Jesus, eine deiner Stärken war der Friede,
den du immer wieder gelebt hast
und auch heute leben kannst.
Darum bitten wir dich:
Schaue nicht...
In der Wüste einen Weg bereiten
In der Wüste unseres Wohlstandes
In der Wüste unserer Gleichgültigkeit
In der Wüste unserer Geschäftigkeit
Dem Herrn einen Weg bereiten '
In der Zeit der Ichsucht
In der Zeit des Lärms
In der Zeit der Kälte
In der Zeit der Dunkelheit
Dem Herrn eine Straße ebnen
In der Welt der Orientierungslosigkeit
In der Welt des Zweifels
In der Welt der Lieblosigkeit
In der Welt ohne Hoffnung
In der Not der Menschen
Ein Licht anzünden
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Wir zünden eine Kerze an (bzw. zwei auf dem Adventkranz) und beginnen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
Uns allen ist verheißen, dass Gottes Sohn all jenen nahe kommen wird, die sich zu ihm auf den Weg machen. Dieses Kommen verdichtet sich im Mittelpunkt der heiligen Messe, wo wir beten: Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. Jede heilige Messe will uns auf dieses endgültige Kommen vorbereiten. Wir öffnen uns für Christi verheißungsvolles Wort, damit er uns einen Schritt näherkommen kann.
Herr Jesus, du König aller Menschen:
Kyrie, eleison.
Du Menschensohn zur Rechten des Vaters:Kyrie, eleison.
Du wirst wiederkommen in Herrlichkeit:
Christe, eleison.
Du richtest die Lebenden und die Toten:
Christe, eleison.
Du schaffst einen neuen Himmel und eine neue Erde:
Kyrie, eleison.
Du vernitest den Tod für immer:
Kyrie, eleison.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.
Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
Sein Königskron ist Heiligkeit,
Sein Zepter ist Barmherzigkeit;
All unsre Not zum End er bringt,
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Heiland groß von Tat.
O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
So diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
Da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
Bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
Mein Tröster früh und spat.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
Eu'r Herz zum Tempel zubereit'.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
So kommt der König auch zu euch,
Ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
Voll Rat, voll Tat, voll Gnad.
Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
Meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
Dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
Den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
Sei ewig Preis und Ehr.
Du, Gott aller Hoffnung und Freude,
gehst mit den Menschen,
die du geschaffen hast,
die du liebst,
die du mit deinem Geist beschenkst,
durch dick und dünn,
durch Schuld und Verzweiflung,
durch Angst und Hoffnung.
Wir bitten dich:
Tröste du uns mit deinem Wort,
hilf uns, Wege zu ebnen
und mit vielen Menschen dir entgegenzugehen.
Wir danken dir, dass du zu uns kommst
In Christus, unserem Herrn.
Manfred Wussow
Lesung aus dem Buch Jesaja:
Tröstet, tröstet mein Volk,
spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen
und ruft ihr zu,
dass sie vollendet hat ihren Frondienst,
dass gesühnt ist ihre Schuld,
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes
für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
alles Fleisch wird sie sehen.
Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Steig auf einen hohen Berg,
Zion, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme mit Macht,
Jerusalem, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht!
Sag den Städten in Juda:
Siehe, da ist euer Gott.
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
Kv: Lass uns schauen, o Herr, deine Huld
und schenke uns dein Heil! – Kv
Ich will hören, was Gott redet: /
Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, *
sie sollen sich nicht zur Torheit wenden.
Fürwahr, sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten, *
seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. – (Kv)
Es begegnen einander Huld und Treue; *
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor; *
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. – (Kv)
Ja, der Herr gibt Gutes *
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her *
und bahnt den Weg seiner Schritte. – Kv
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.
Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja -
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
der deinen Weg bahnen wird.
Stimme eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen! - ,
so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf
nd verkündete eine Taufe der Umkehr
zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren
und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete:
Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In letzter Zeit fällt mir auf, dass ich im Laufe eines Tages häufiger als nötig nachschaue, ob neue Mails angekommen sind oder im Internet aktuelle Informationen bereitliegen. Diese Neugier deute ich, dass mein bisheriges Leben trotz vieler Erfahrungen nach mehr, vor allem nach Befriedigendem und Nachhaltigem Ausschau hält. Eine innere Dynamik regt sich immer wieder.
Diese Lebenszeichen haben viel mit Advent zu tun, wo oft von Wachsein und Erwartung die Rede ist. Mein kleiner Erfahrungsbereich will sich weiten. Was Gott in uns grundgelegt hat, möchte sich weiter entfalten. Der Austausch und die Freundschaft mit ihm stecken noch viel zu sehr in den Anfängen. Advent, die Zeit der Erwartung will durchlässiger machen für die Impulse von höchster Stelle. Advent ist eine Chance, von innen her zu wachsen. So könnte Weihnachten aktuell werden nicht nur in dem Sinne, dass damals Bethlehem göttlichen Nachwuchs bekommen hat, sondern dass auch in uns neue Lebensschübe möglich werden aus der unendlichen Lebensfülle Gott.
Heute ist Nikolaustag. Noch nach 1700 Jahren ist lebendig, was in seinem Leben aufgestrahlt ist. In dieser warmen Güte und Liebe zu wachsen, bleibt für immer kostbar und bringt den Himmel näher.
Am Höhepunkt der hl. Messe rufen wir: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Möge uns von Mal zu Mal mehr aufgehen, dass Gott mit seinem Himmel bei uns ankommen will, dass das erste Weihnachten damals in Bethlehem sich ganz nah bei uns fortsetzt.
Wie Nebel umhüllen uns Geschäftigkeit und Sorgen.
Zu selten gelingen uns Abstand und ein Blick über unser Hier und Jetzt hinaus.
Wir spüren unser Ungenügen und bitten dich, Herr Jesus, um deine Hilfe:
Halte die Sehnsucht lebendig, die nicht bei sich selber stehen bleibt, sondern nach mehr Beziehung sucht.
Komm, Herr Jesus!
Lass durch deinen Lebensstil immer mehr Menschen begreifen, was zufriedener macht als Geld und Konsum.
Sei nahe den Corona-Erkrankten und stärke alle, die sie pflegen.
Begleite die Politiker bei ihren Entscheidungen und hilf, dass alle, Groß und Klein, zur Überwindung der Pandemie beitragen.
Lass uns die Zeit der eingeschränkten Kontakte nützen zu mehr Kontakten mit dir.
Mach unser Denken und Planen wach für deine Schritte in unser Leben.
Lass das Leben unserer Verstorbenen sich vollenden in der totalen Begegnung mit dir.
Herr Jesus Christus,
dein Kommen in unsere Welt besagt, dass der Himmel nicht in der Ferne bleibt, sondern sich ganz mit unserem Leben verbinden will.
Lass diese Wahrheit in uns immer wirksamer werden. - Amen.
Kehrvers:
"Wir loben dich, wir danken dir, wir beten dich an"
(aus dem Gloria GL 131)
Lasst uns Gott unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Heiliger Gott und Vater, wir preisen dich und danken dir,
dass du uns in deiner Barmherzigkeit die Möglichkeit zur Umkehr lässt.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass du uns durch prophetische Menschen immer neu zur Umkehr rufst.
Du forderst uns auf,
die Straßen auf denen der Messias zu uns kommt,
zu ebnen und ihm den Weg zu bereiten.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe,
durch die wir deine Töchter und Söhne geworden sind.
Durch sie hast du uns mit deinem Heiligen Geist ausgestattet,
Er befähigt uns, Früchte hervor zu bringen, die dir gefallen.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass wir deinen Sohn Jesus Christus erwarten dürfen
der unserer Welt endgültige Gerechtigkeit und endgültigen Frieden bringen wird.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller Heiligen und singen:
Kündet allen in der Not; fasset Mut und habt Vertrauen.
Bald wird kommen unser Gott; herrlich werdet ihr ihn schauen.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Gott naht sich mit neuer Huld, daß wir uns zu ihm bekehren;
er will lösen unsre Schuld, ewig soll der Friede währen.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land, überreich die Saaten sprießen.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen,
Tauben öffnet sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen.[a]
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Gott wird wenden Not und Leid. Er wird die Getreuen trösten,
und zum Mahl der Seligkeit ziehen die vom Herrn Erlösten.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
In der Wüste einen Weg bereiten
In der Wüste unseres Wohlstandes
In der Wüste unserer Gleichgültigkeit
In der Wüste unserer Geschäftigkeit
Dem Herrn einen Weg bereiten '
In der Zeit der Ichsucht
In der Zeit des Lärms
In der Zeit der Kälte
In der Zeit der Dunkelheit
Dem Herrn eine Straße ebnen
In der Welt der Orientierungslosigkeit
In der Welt des Zweifels
In der Welt der Lieblosigkeit
In der Welt ohne Hoffnung
In der Not der Menschen
Ein Licht anzünden
Helene Renner
Treuer, barmherziger Gott,
wir geben dir die schönsten und größten Namen,
begreifen dich aber nicht.
Du stellst dich auf die Seite der Schwachen,
Verlorenen und Verdrängten.
Mit denen, die Menschen unterdrücken,
verführen und entwürdigen,
gehst du ins Gericht.
Heute, am 2. Advent, schenkst du uns Anfänge
und Menschen, die auch in schwierigen Zeiten
neu angefangen haben.
Wir danken dir für das Neuland, das du uns öffnest,
für die Wege, die wir gehen können und
für die Gewissheit, dass du zu uns kommst.
Die neue Woche legen wir in deine Hand
und bitten um deinen Segen
in Christus, unserem Herrn.
Manfred Wussow
Gott hat Jesaja berufen, Menschen in Not Mut zu machen.
Er gebe euch seinen Segen. - Amen.
Jesus hat auf sich hinweisen lassen als den Retter der Welt.
Er gebe euch seinen Segen. - Amen.
Im Heiligen Geist können wir erkennen,
wie nahe wir der verheißenen Zukunft sind.
Er gebe euch seinen Segen. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
sei euch Kraft und Versprechen für die Woche. - Amen.
Pater Norbert Riebartsch
Die Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau lädt ein zum Gottesdienstfeiern zuhause und hat dazu ein Feierhilfe für alle 4 Sonntage des Advent erstellt. Download als PDF
Link zur Website der Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Im Norden Finnlands erzählt man sich eine recht hintergründige Geschichte:
Zur Einweihung eines Nobelhotels sollte ein Minister persönlich erscheinen. Dazu waren die Honoratioren der Stadt geladen. Ober im vornehmen Schwarz reichten still die Drinks. Die Gäste betrachteten die Bilder einer Ausstellung in der Hotelhalle.
Plötzlich war mitten in der vornehmen Gesellschaft ein unscheinbarer kleiner Mann in Wanderkleidung und festen Wanderschuhen. Der Portier schoss auf ihn zu und machte ihm höflich klar, dass er in dieser Aufmachung nicht erwünscht sei. Etwas traurig ließ er weiter seine Blicke über die Bilder gleiten. Als der Augenblick der Einweihung und damit die Ankunft des Ministers unmittelbar bevorstand, forderte der Hoteldirektor selbst, zwar höflich, aber unmissverständlich den ungebetenen Gast auf, den Raum zu verlassen. "Sie sind hier der Chef?" fragte der Mann still lächelnd, "mein Name ist Jussila". "Wie auch immer", erwiderte der Direktor und übersah die dargebotene Hand, "aber Sie könnten mir vielleicht sagen, wo ich in meiner Kleidung ein Mittagessen bekomme." Er wurde auf ein kleines Gasthaus verwiesen. Der erwartete Ehrengast aber blieb aus. Schließlich wurde die Einweihung des Hotels ohne den Minister vorgenommen, sehr zur Enttäuschung der geladenen Gäste.
Am übernächsten Tag kam ein Brief an die Hoteldirektion. Darin wurde gedankt für den guten Ratschlag. Das Essen in dem kleinen Gasthaus sei wirklich vorzüglich gewesen. Und weiter: "Machen Sie mir keine Vorwürfe. Ich war gestern rechtzeitig bei Ihnen, aber Sie wollten mich durchaus nicht dabehalten."
Unterschrieben war der Brief vom Minister Jussila, auf den man gestern vergeblich gewartet hatte, den man in seiner Wanderkleidung nicht erkannt hatte, den man vor die Tür gewiesen hatte.
Herkunft unbekannt.
Da war ein sehr guter Mann. Er hatte ein schönes großes Haus und ringsherum gehörte ihm weit und breit alles. Und dieser Mann hatte einen Sohn. Vater und Sohn verstanden sich prima. Was der Vater wollte, wollte auch der Sohn; und wenn der Sohn etwas sagte, dann war es, als hätte der Vater es gesagt. Und wenn der Sohn etwas tat, dann war der Vater damit einverstanden. - Der Sohn ließ nichts auf seinen Vater kommen und der Vater war stolz auf seinen Sohn.
Aber da tat der Sohn etwas, das uns sonderbar vorkommt: er ging von zuhause weg. Er ging in das Land ringsherum, das seinem Vater gehörte. Er ging in ihre Häuser und Wirtshäuser, in ihre Schulen und Kirchen. Er besuchte die Menschen, wo sie auch waren und wie sie auch aussahen. Ja, er kümmerte sich sogar ganz besonders um die, die gar nicht gut aussahen und die nicht beliebt waren. Auch Menschen, die in ihrem Leben viel falsch gemacht hatten. Er aß und trank mit ihnen - und er erzählte ihnen von seinem Vater, wie freundlich er ist und wie gut.
Es wurde eine weite Reise! Und je länger der Sohn unterwegs war auf den staubigen Straßen und Wegen, desto ähnlicher wurde er solchen Menschen. Er sah gar nicht mehr aus wie ein Sohn aus gutem Hause; staubig und abgetragen war seine Kleidung. Angestrengt und müde sah er aus, - wie ein armer Bettler.
Darum lachten auch viele, wenn er von seinem Vater erzählte:
"Der und ein reicher Vater", sagten sie, "guckt mal, wie er aussieht: so eine armselige Gestalt!" oder: "Guckt mal, mit wem der zusammen ist, das würde ein guter Sohn aus reichem Hause nie tun!"
Oder sie lachten: "So einen Vater gibt es gar nicht, so mächtig, freundlich und gut! Wenn es deinen so großartigen Vater wirklich gäbe”, sagten sie, "dann hätte er uns längst eingeladen, weil wir sehr wichtige Leute sind. Er lügt ganz einfach.“
Als der Sohn außerdem sagte: "Nur durch mich könnt ihr meinen Vater kennenlernen", wurden sie ganz böse: „Durch den bestimmt nicht. Wenn es seinen Vater überhaupt gibt, dann hat er ihn bestimmt davongejagt - und das Beste ist, wir jagen ihn auch davon, oder - wir schlagen ihn tot."
Aber es gab auch viele -besonders die Verlorenen, die armen, schuldigen Menschen, die hörten ihm gerne zu. „Bleib bei uns" sagten sie, „und nimm uns mit. So einen Vater möchten wir auch haben." - -
Da, lud der Sohn sie alle ein, alle, die wollten und ihm glaubten: "Kommt alle mit, kommt zu meinem Vater. Ich will, dass mein Vater auch euer Vater ist. - Ich will nicht mehr ohne euch sein.” Und dann nahm er sie mit und trat vor seinen Vater. Rechts und links hatte er sie an die Hand genommen - eine lange Reihe zu beiden Seiten.
Schon brachte der Sohn die Bitte vor: "Vater, ich will, dass alle diese Menschen meine Brüder und Schwestern werden, dass du sie annimmst und ihr Vater bist. Vater, du weißt, dass ich dich lieb habe, aber alle diese verlorenen Menschen habe ich auch lieb. Ich will nicht mehr ohne sie sein.“-
Und es ist dabei geblieben. Der Vater hat ihm recht gegeben: Alle, die mit ihm gingen, die seine ausgestreckte Hand annahmen, alle, die anfassten in der langen Reihe, nahm der Vater an als seine Kinder, als seine Töchter und Söhne - eine ganz große Familie.
Herkunft unbekannt.
Ich kam mit ziemlich allen Menschen meiner Umgebung gut aus mit Ausnahme einer Person. Ich vermute, dass es eine Erblast war, denn meine Großeltern und Eltern hatten schon Probleme mit Leuten aus dieser Familie.
Meine Gedanken kreisten täglich wuterfüllt um diese Person. Dann konnte ich meine Arbeit nicht korrekt erledigen.
Ich suchte in allen möglichen Büchern und bei den Menschen nach Hilfe und ich fand sie im Gebet.
Zuerst teilte ich die Menschen in 3 Gruppen auf.
1. Gruppe, die Menschen, die ich mag,
2. Gruppe, die Menschen, die mir egal sind,
3. Gruppe, die Menschen, die ich nicht mag.
Nach viel Bemühen brachte ich diese Person zu dieser Gruppe, die mir egal war. Dabei half mir der Satz: Beachtung bringt Verstärkung. Also beachtete ich nur noch Dinge, die mir dienlich waren. Daraufhin ging es mir besser, aber noch nicht gut.
Der nächste Schritt war dann der beste. Ich versprach meinem lieben Gott und Vater: Immer wenn ich mich ertappe, dass ich wieder an diese Person denke, ganz konzentriert ein Vater unser und ein Ave Maria zu beten.
Da gab es einen Tag, an dem ich fast nur am Beten war. Seit diesem Tag ist der ganze Spuk vorbei. Ich kann diese Person nun akzeptieren so wie sie ist. Ja ich würde sie sogar sehr vermissen. Ihr verdanke ich, dass ich vielen Menschen durch diese Erfahrung mit meinen Ratschlägen helfen kann.
Das Problem lag in mir. Es ist ein schönes Gefühl in diesem Fall unverletzlich zu sein. Gerne sage ich: Danke mein Freund, Du hast mich angegriffen und dabei die Kraft zur Verzeihung in mir geweckt. Du wolltest mir wehtun und hast mich dabei gelehrt, den Schmerz zu ertragen mit Würde und Tapferkeit. Du wolltest mich erniedrigen und hast dabei bewirkt, dass ich mich aufraffte zu meiner vollen Größe. Ich danke Dir, mein Freund. Du wolltest mich zerstören und hast mir dabei gezeigt das Unzerstörbare in mir.
Aus: Buch des Lebens, Hrsg. Gebhard Fürst, Schwabenverlag 2005.
Wir werden den Abfall von Gott nicht aufheben. Wir werden den Frieden und die Gerechtigkeit auf dieser Erde nicht schaffen. Dazu ist eine andere Welt erforderlich als die von der Schuld der Menschheit gezeichnete. Vielleicht können wir das Leben der Völker erträglicher gestalten. Unstillbar aber bleibt immer - gäbe es auch eine glückliche Welt - die »Sehnsucht nach dem ganz Anderen«.
Als Horkheimer am Ende seines Weges das als sein denkerisches Vermächtnis aussprach, brachten seine atheistischen und revolutionären Studenten und Anhänger den Mund nicht mehr zu. Er hatte zeitlebens für ein irdisches Paradies gekämpft und geworben. Er musste erkennen, dass selbst die beste Welt uns nicht sättigen kann.
Aus: Michael Grünwald, Brennt im Geist! Verlag Friedrich Pustet 1984.
Du bist verirrt?
Schau nur voraus!
Da ist schon einer,
der dich führen will!
Du bist erschöpft?
Schau hinter dich!
Da kommt schon einer,
der dich stützen will!
Du bist verzagt?
Schau neben dich!
Da steht schon einer,
der dich trösten will.
Du bist verletzt?
Schau über dich hinaus!
Da wartet einer,
der dich heilen will!
Aus: Elisabeth Alferink, Auf den Spuren des Jakobus. Mein spiritueller Wegbegleiter. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2003.
Auch wir
eingeladen Wegbereiter Jesu Christi
und Rufer in der Wüste zu sein -
Rufer in den Wüsten
von Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit,
Sprachlosigkeit und Oberflächlichkeit,
Ungerechtigkeit und Ausgrenzung,
Hass und Neid, Streit und Gewalt …
Auch wir
eingeladen Wegbereiter der Erlösung
und Hoffnungsbote des Lichts zu sein -
Gottes Stimme zu Wort kommen lassen
als Botschafter Seiner Liebe
und Botschafter Seiner neuen Welt,
um den Gebeugten neuen Lebensmut
und neue Hoffnung zu schenken.
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Zukunft
Wer bist du?
So weit weg und doch so nah.
Und wenn ich endlich da bin,
dann bist du schon wieder weg.
Und wenn ich versuche, mir dich vorzustellen,
dann geht das nicht, denn du veränderst dich ständig.
Wer bist du?
Ich habe Angst vor dir.
Ja, Angst. Denn du bist Unergründlich,
geheimnisvoll und unvorhersehbar.
Und doch präge ich dich und
bin für dich verantwortlich
Aus: Rat für nachhaltige Entwicklung (Hrsg), Jugend schreibt Zukunft. Gedanken und Bilder zur Nachhaltigkeit. Ökonom-Verlag München 2002.
Ein Mensch von gründlicher Natur
Macht bei sich selber Inventur.
Wie manches von den Idealen,
Die er einst teuer mußte zahlen,
Gibt er, wenn auch nur widerwillig,
Weit unter Einkaufspreis, spottbillig.
Auf einen Wust von holden Träumen
Schreibt er entschlossen jetzt: »Wir räumen!«
Und viele höchste Lebensgüter
Sind nur mehr alte Ladenhüter.
Doch ganz vergessen unterm Staube
Ist noch ein Restchen alter Glaube,
Verschollen im Geschäftsbetriebe
Hielt sich auch noch ein Quentchen Liebe,
Und unter wüstem Kram verschloffen
Entdeckt er noch ein Stückchen Hoffen.
Der Mensch, verschmerzend seine Pleite,
Bringt die drei Dinge still beiseite
Und lebt ganz glücklich bis zur Frist,
Wenn er noch nicht gestorben ist.
Aus: Eugen Roth, Ein Mensch. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1995.
Die Kirche ist nicht von sich aus heilig. Tatsächlich besteht sie - das wissen und sehen wir - aus Sündern. Vielmehr wird sie immer wieder neu geheiligt durch die reinigende Liebe Christi. Gott hat nicht nur Worte gemacht, sondern uns auf realistische Weise geliebt, sogar bis zum Tod seines eigenen Sohnes. Und gerade dadurch zeigt er uns die ganze Großartigkeit der Offenbarung jener Wunde, die im Herzen Gottes selbst eingeschrieben ist. Jetzt kann jeder von uns persönlich mit dem heiligen Paulus sagen: "Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat (Gal. 2, 20)."
So sehr die richtige Ordnung in der Kirche wichtig ist, sie ergibt sich umso mehr, je mehr wir das tun, wofür die Kirche da ist. Und sie ist ja da, damit Gott in dieser Welt sichtbar werden kann. Die Kirchenkonstitution des II. Vatikanums bezeichnet sie eben als den Spiegel oder auch als das Fenster, durch das Gott in die Welt hineinblickt. Deswegen sollte die Kirche vor allen Dingen versuchen, die Herausforderungen der modernen Welt anzunehmen und zu ihr verständlich und glaubwürdig von Gott zu sprechen.
Das setzt voraus, dass Menschen, die in der Kirche dienen, selber gläubig sind. Und da gibt es dann oft sozusagen einen leisen Selbstwiderspruch: Ja, sind wir schon gläubig, aber so ganz sicher sind wir doch nicht. Wenn man spürt, dass man mit sich selbst zerfallen ist, dann kann auch die Antwort nicht sehr überzeugend sein. Also selber die innere Berührung mit Christus suchen, um aus ihr heraus Zeugnis zu geben. Und ein solches Zeugnis, das zunächst Gott überhaupt einmal sichtbar macht, muss natürlich immer auch ein Zeugnis des Lebens sein, in dem sichtbar wird: Wer sich an Gott ausrichtet, der lebt auch richtig, im Bezug auf die Nächsten, auf die Gesellschaft, auf die großen Probleme unserer Zeit.
Benedikt XVI, Gedanken, Impulse, Visionen, Leipzig, 95f.
Johannes sprach: Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Mt 3,2
Jesus sprach: Die Zeit ist erfüllet, das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubet an das Evangelium. Mk 1, 15
Johannes kommt als die Stimme des Rufenden und predigt allen eine Taufe der Buße und stellt es durch solche Predigt unaufhörlich fest als d i e Wahrheit, dass alle Menschen Sünden haben. Die einen glauben Johannes als der Stimme des Evangeliums; sie halten solche erschütternde Predigt für wahr und stehen also geniedrigt und zitternd im Gehorsam; sie anerkennen, dass sie Sünder sind; sie mögen sich selbst etwas bewusst sein oder nicht, so glauben sie doch Johannes mehr als sich selbst. Und die sind fähig, die Gnade zu fassen; sie hungern nach der Gerechtigkeit; um Trost ist ihnen bange; sie sind geistlich arm, gelassen und willig, sich führen zu lassen. Darum kommt Christus, das Reich der Himmel in sie, er, der da kommt, die Sünder selig zu machen. Die anderen aber, die um ihre eigene Gerechtigkeit wissen, glauben nicht, dass es wahr ist noch sie selbst etwas angeht, wenn da gefordert wird: Tut Buße! Sie werfen vielmehr ein: wir sind gerecht; wir wissen von keiner Sünde. Sie wollen nicht hören den fremden Klang des Evangeliums, dass sie Sünde tun und Toren sind; vielmehr glauben sie, dass Evangelium sei falsch und eine Lüge. . . Die Sünden werden nur denen vergeben, die sich in ihnen nicht wohlfühlen; das nämlich heißt Buße tun. Da unser Meister und Herr Jesus Christus spricht: "Tut Buße" usw., will er, dass das ganze Leben seiner Gläubigen auf Erden eine stete oder unaufhörliche Buße sein soll.
Dr. Martin Luther, Christlicher Wegweiser für jeden Tag, Neu zusammengestellt und herausgegeben von Helmut Korinth, Hamburg 1980, Seite 383 f.
Advent.
Jesus ist gekommen.
Damals vor zweitausend Jahren.
Und er ist gegangen.
Drei Jahrzehnte später.
Jesus wird wieder kommen
am Ende der Zeiten.
Wann, wissen wir nicht.
Aber heute, an diesem Tag,
kommt er auf mich zu.
Ich will ihn erwarten,
ihn suchen,
wo man ihn nicht vermutet.
Ich will mich darauf einstellen,
dass in einem unscheinbaren Mädchen,
in einer armen Krippe,
unter den Abgewiesenen,
bei den Kleinen,
in einem Neugeborenen,
in einem Verfolgten,
in der Nacht,
der auf mich zukommt,
der mich nicht enttäuscht,
der Emmanuel,
der Gott, der heute kommt,
der Gott, der bei mir bleibt,
der sich freut, bei uns zu wohnen,
nicht weil wir das verdient haben,
sondern weil er ist, wie er ist.
Wolfgang Bader, Türen zum Advent, München 2002, 24f
Obwohl das Neue Testament durchgängig in Griechisch geschrieben ist, haben einige geheimnisvolle Einsprengsel in der Muttersprache Jesu erhalten, dem Aramäischen, so auch das Wort maranatá (bitte auf der letzten Silbe betonen!), was so viel heißt wie: Komm, Herr Jesu! Die Erklärung ist ganz einfach: der Ruf maranatá! Ist seit frühesten Zeiten ein Bestandteil der christlichen Zusammenkünfte gewesen. Die ersten Christen glaubten, dass ihr Herr praktisch jeden Moment in Macht und Herrlichkeit wiederkommen könnte. Deshalb ihr sehnsüchtiger Seufzer: Komm!
Dieser Seufzer beendet nicht nur das Sendschreiben "Die Offenbarung des Johannes"; er beendet auch die Bibel, dieses mächtige Buch, das mit den Worten beginnt: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (Gen 1,1). Der vorletzte Vers der Bibel besteht aus zwei Teilen. Den zweiten kennen wir: "Ja komm, Herr Jesus!" Er ist die Antwort auf einen Satz, den Jesus sagt: "Ja, ich komme bald." "Und wie wird das sein, wenn er kommt?" Er wird jede Träne wegwischen von ihren Augen; der Tod wird nicht mehr sein, und nicht Trauer und Klage und Mühsal; denn das Frühere ist vergangen" (Offb 21, 4).
Christ sein ist auch dies: Wenn wir alles getan haben: die Hungernden gespeist, die Kranken besucht, die Traurigen getröstet, wenn wir uns aufgerieben haben und müde sind und es wieder nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war - dann wird am Ende ein anderer kommen und das Werk vollenden, dass über unsere Kraft ging. Darum dürfen wir nicht nur am Ende unseres Lebens, sondern praktisch jeden Abend sagen: Komm, Herr Jesus!
Werner Tiki Küstenmacher, Die 3 - Minuten Bibel, München 2004, Seite 233 ff.
In der aussichtslosen Situation des Babylonischen Exils spricht der Prophet, der Deuterojesaja genannt wird, seinen entmutigten Mitglaubenden von Gott her Trost und neuen Mut zu.
Lesung aus dem Buch Jesaja:
Tröstet, tröstet mein Volk,
spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen
und ruft ihr zu,
dass sie vollendet hat ihren Frondienst,
dass gesühnt ist ihre Schuld,
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes
für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
alles Fleisch wird sie sehen.
Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Steig auf einen hohen Berg,
Zion, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme mit Macht,
Jerusalem, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht!
Sag den Städten in Juda:
Siehe, da ist euer Gott.
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
Der Abschnitt Jes 40,1-11 bildet den Prolog zu den Kapiteln 40 bis 55, dem sog. Deuterojesaja ("Der Zweit-Jesaja"). Der zweite Jesaja (6. Jhdt. v. Chr.) hat in Fortsetzung des ersten (8. Jhdt. v. Chr. - vor dem Exil) seine prophetische Botschaft der judäischen Gemeinde im babylonischen Exil verkündet. Er knüpft auch theologisch an sein Vorbild an. Dieser drohte seinem Volk den Untergang an wegen seiner Sünden (Jes 6).
Zuerst spricht Gott durch den Propheten dem Volk Trost zu. Es kann aufatmen, da seine Schuld beglichen ist und sein Frondienst zu Ende geht.
Dann kündet der Prophet einen Gewaltakt an, der einer Neuschöpfung gleichkommt: Eine Straße durch Wüste und Steppe wird gebaut, Berge und Hügel werden abgetragen, Täler ausgefüllt... Der Weg durch die Wüste erinnert an den Auszug aus Ägypten. Nun offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn.
Am Schluss wird Jerusalem aufgefordert, das Siegeslied anzustimmen. Diese Aufforderung erinnert an das Siegeslied am Schilfmeer (Ex 15), an das Deboralied (Ri 5). Siegeslieder zu singen war Sache der Frauen. Sie begleiteten den Einzug des siegreichen Retters.
Der letzte Vers bringt noch das Bild des guten Hirten ein, der die Seinen sammelt und auf dem Arm trägt im Gegensatz zu den heidnischen Göttern, die sich in den Festprozessionen von den Menschen tragen lassen.
Mit Jes 40 beginnt das Werk des Deuterojesajas ("der zweite Jesaja"). Seine Person ist uns unbekannt, wir kennen nicht einmal seinen Namen. Sein Auftreten fällt in die Zeit nach der Zerstörung Jerusalems (587 vor Chr.) und der Deportation von ca. 15 000 Juden in die babylonische Gefangenschaft, bevor der Siegeszug des Perserkönigs Kyros begann, der zum Sturz des babylonischen Reiches führte (539 vor Chr.), und unter dem die Juden wieder nach Jerusalem zurückkehren dürfen.
Der Prophet, dessen Person völlig in den Hintergrund tritt, wird aufgefordert, das Volk, das sich in der Gefangenschaft von Babel befindet, zu trösten. Durch die Leiden der Gefangenschaft hat das Volk Israel seine Schuld (Abfall von Gott) gebüßt. Jahwe ist bereit, mit seinem Volk in die Heimat zurückzukehren, so wie er sein Volk einst aus der ägyptischen Knechtschaft herausgeführt hat. Der Prophet hört gleichsam einen Herold, der dem König vorausgeht und eine Königsstraße – Gottesstraße – von Babel nach Jerusalem errrichtet.
In Vers 9f sieht der Prophet Jahwe bereits mit seinem Volk auf der Rückkehr und zeigt in dem Hirtengleichnis (Vers 11) wie zart und rücksichtsvoll Gott mit seinem Volk umgeht.
Lesung aus dem Buch Jesaja:
Tröstet, tröstet mein Volk,
spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen
und ruft ihr zu,
dass sie vollendet hat ihren Frondienst,
dass gesühnt ist ihre Schuld,
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes
für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
alles Fleisch wird sie sehen.
Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Eine Stimme sagt: Rufe!
Und jemand sagt: Was soll ich rufen?
Alles Fleisch ist wie das Gras
und all seine Treue ist wie die Blume auf dem Feld.
Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt,
wenn der Atem des HERRN darüber weht.
Wahrhaftig, Gras ist das Volk.
Das Gras verdorrt,
die Blume verwelkt,
doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.
Steig auf einen hohen Berg,
Zion, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme mit Macht,
Jerusalem, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht!
Sag den Städten in Juda:
Siehe, da ist euer Gott.
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
Kv: Lass uns schauen, o Herr, deine Huld
und schenke uns dein Heil! – Kv
(GL 633,5)
Ich will hören, was Gott redet: /
Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, *
sie sollen sich nicht zur Torheit wenden.
Fürwahr, sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten, *
seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. – (Kv)
Es begegnen einander Huld und Treue; *
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor; *
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. – (Kv)
Ja, der Herr gibt Gutes *
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her *
und bahnt den Weg seiner Schritte. – Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Petrus.
Dies eine aber, Geliebte, soll euch nicht verborgen bleiben,
dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre
und tausend Jahre wie ein Tag sind.
Der Herr der Verheißung zögert nicht,
wie einige meinen, die von Verzögerung reden,
sondern er ist geduldig mit euch,
weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht,
sondern dass alle zur Umkehr gelangen.
Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb.
Dann werden die Himmel mit Geprassel vergehen,
die Elemente sich in Feuer auflösen
und die Erde und die Werke auf ihr
wird man nicht mehr finden.
Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst:
Wie heilig und fromm müsst ihr dann leben,
die Ankunft des Tages Gottes erwarten
und beschleunigen!
An jenem Tag werden die Himmel in Flammen aufgehen
und die Elemente im Feuer zerschmelzen.
Wir erwarten gemäß seiner Verheißung
einen neuen Himmel und eine neue Erde,
in denen die Gerechtigkeit wohnt.
Deswegen, Geliebte, die ihr dies erwartet,
bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler
in Frieden angetroffen zu werden!
Halleluja. Halleluja.
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen!
Und alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.
Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja -
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
der deinen Weg bahnen wird.
Stimme eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen! - ,
so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf
und verkündete eine Taufe der Umkehr
zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren
und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete:
Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Den Advent bewusst begehen ist nicht überholt. Er ist eine Zeit, in der wir uns in Haltungen einüben, die uns helfen, dass wir Gott bei uns und in uns ausnehmen.
In letzter Zeit fällt mir auf, dass ich im Laufe eines Tages häufiger als nötig nachschaue, ob neue Mails angekommen sind oder im Internet aktuelle Informationen bereitliegen. Diese Neugier deute ich, dass mein bisheriges Leben trotz vieler Erfahrungen nach mehr, vor allem nach Befriedigendem und Nachhaltigem Ausschau hält. Eine innere Dynamik regt sich immer wieder.
Diese Lebenszeichen haben viel mit Advent zu tun, wo oft von Wachsein und Erwartung die Rede ist. Mein kleiner Erfahrungsbereich will sich weiten. Was Gott in uns grundgelegt hat, möchte sich weiter entfalten. Der Austausch und die Freundschaft mit ihm stecken noch viel zu sehr in den Anfängen. Advent, die Zeit der Erwartung will durchlässiger machen für die Impulse von höchster Stelle. Advent ist eine Chance, von innen her zu wachsen. So könnte Weihnachten aktuell werden nicht nur in dem Sinne, dass damals Bethlehem göttlichen Nachwuchs bekommen hat, sondern dass auch in uns neue Lebensschübe möglich werden aus der unendlichen Lebensfülle Gott.
Advent und Erwartung sind nicht überholt. Das Leben mit Christus hat noch sehr viel auf Lager. Auf unserem künftigen Weg liegen noch unzählige Edelsteine, die zu leuchten beginnen, wenn wir lernen, sie mit den Augen Jesu zu sehen.
Auch die Lesungen des heutigen 2. Adventsonntages wollen unsere Augen schärfen, dass wir den göttlichen Einfluss im täglichen Leben besser wahrnehmen.
Allein die Lesung aus dem 2. Petrusbrief, auf die ich mich heute beziehen will, liefert wertvolle Hinweise.
Zunächst geht Petrus auf die Verzögerung ein, dass Gott so lange auf sich warten lässt. Seine Mitchristen haben gemeint, die Wiederkunft Christi würde sich noch zu ihren Lebzeiten einstellen und alles in neues Licht tauchen. Das lange Warten kann müde machen und auch Zweifel bei uns aufkommen lassen. Warum greift heute Christus nicht ein, wenn Korruption sich ausbreitet und Unrecht weiter wuchert? Gott müsste doch den Bösewichtern auf die Finger schlagen und Bittgebete schneller erhören.
Doch Gott hat einen langen Atem und beschneidet nicht die große Freiheit aller Menschen. Im Gleichnis vom Weizen und Unkraut bremst der Gutsherr die ungeduldigen Landarbeiter, die das Unkraut sofort ausreißen wollen.
Wo Gott schweigt, gibt er Zeit. Und diese Zeit brauchen wir wahrlich, bis in uns eine bessere Einsicht wächst, bis wir Konsequenzen ziehen und zu verheißungsvollen Schritten ansetzen. Gott will nicht überrumpeln. Es braucht Zeit, bis wir aus persönlichen Erfahrungen lernen, Vorsätze verwirklichen und Trägheiten überwinden. Nur was aus eigenen Erfahrungen gewachsen ist, was wir selber als das Bessere schätzen, können wir vertreten und anderen überzeugend nahebringen.
Petrus schreibt die heutige Lesung aus Rom kurz vor seinem Tod (im Jahr 64 oder 67). Dort erlebt er sich wie in einer Löwengrube, das Martyrium vor Augen. Sein Advent ist mehr als Geschenke und feineres Essen. Seine Christusverbundenheit beglückt ihn so sehr, dass er seine Mitglaubenden aufmuntern kann, Christus treu zu bleiben, die göttliche Verheißung vor Augen zu haben und voll Hoffnung den neuen Himmel und die neue Erde zu erwarten. Wer an Christus festhält, braucht vor dem Kommenden keine Angst zu haben, wenn er sich bemüht, ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.
Diese Hoffnung drückt der Apostel Paulus einmal so aus: „Was soll ich wählen? Ich weiß es nicht. 23 Bedrängt werde ich von beiden Seiten: Ich habe das Verlangen, aufzubrechen und bei Christus zu sein - um wie viel besser wäre das! 24 Aber euretwegen ist es notwendiger, dass ich am Leben bleibe. 25 Im Vertrauen darauf weiß ich, dass ich bleiben und bei euch allen verbleiben werde, um euch im Glauben zu fördern und zu erfreuen.“ (Phil 1,23-25)
Weder Paulus noch Petrus klagen, dass ihnen Christus, ihr Meister und Vorbild, fern ist. Ihr Beten ist wie ein tägliches Öffnen der Fenster, dass frische Luft, das heißt, dass der Geist des Auferstandenen einströmen und sie durchdringen kann. Das kommende Gericht ist für sie nicht mit Angst besetzt, sondern räumt letzte Schleier und Bremsklötze weg. Nichts mehr wird diesen gesteigerten Liebesaustausch mit ihrem Herrn und Meister aufhalten.
Zu solch hoffnungsvollem Weg laden uns die vielen Verheißungen Jesu und die Erfahrungen der Glaubenszeugen vor uns ein. Nützen wir die Zeit, die uns gegeben ist.
Rabbi Moshe Löb in den Chassidim sagt: „Ein Mensch, dem nicht an jedem Tag eine Stunde für seine Zukunft gehört, ist kein Mensch.“
Von einem Sterbenden stammen die Worte: „Wer den Heiland zum Begleiter hat, der braucht keine Angst zu haben.“
In eine ähnliche Richtung geht die Aussage: „Wer sich nicht jeden Tag unter die Augen Christi stellt, hat kein Recht zu klagen, Christus sei abwesend; der hat auch kein Recht sich zu beschweren, wenn ihn der Tod überrascht.“
Wenn wir Christus als Begleiter wählen, kann der Advent einen Zuwachs an Lebensschüben bringen; wenn wir z.B. vor der Arbeit, im Bus, vor der Haltestelle und vor einem Gespräch einen Gedanken an Gott verwenden; wenn wir vergangene Tage überdenken und einen roten Faden weiterziehen, mit dem Christus einverstanden ist.
Heute ist Nikolaustag. Noch nach 1700 Jahren ist lebendig, was in seinem Leben aufgestrahlt ist. In dieser warmen Güte und Liebe zu wachsen, bleibt für immer kostbar und bringt den Himmel näher.
Am Höhepunkt der hl. Messe rufen wir: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Möge uns von Mal zu Mal mehr aufgehen, dass Gott mit seinem Himmel bei uns ankommen will, dass das erste Weihnachten damals in Bethlehem sich ganz nah bei uns fortsetzt.
Was trägt uns in dunklen Stunden, wie wir sie derzeit erleben? Hoffnungsbotschaften, Getragen-sein, auf das Licht zugehen, das uns im Weihnachtsfest aufleuchtet.
Unsere Gegenwart fordert uns gewaltig: Die Pandemie hat die Welt im Griff, auch unser Land und die Nachbarländer. Was wir im Frühling kennengelernt haben, als große Ausnahme vom Alltäglichen, hat uns seit Oktober wieder eingeholt - das Vermeiden von physischen Kontakten, die Einschränkungen in dem was wir tun können oder dürfen, Absagen von Veranstaltungen, Abstand-Halten, erneute Unsicherheit, was den Arbeitsplatz angeht. Und wir wissen nicht, wie lange diese eigenartige Art zu leben noch anhalten muss - wann es wieder so was wie „Normalität“ im Arbeiten, im Zusammenkommen und Feiern geben wird, oder was in den nächsten Jahren noch immer anders sein wird bzw. muss. Das ist sehr schwer auszuhalten, man wird mürbe davon, auch ich.
Menschen sind entweder ignorant, laut und ärgerlich geworden, oder kleinlaut und verstummt. Was im März noch nach großem gesellschaftlichem Zusammenhalt ausgesehen hat, bekommt größere Sprünge - Rücksichtnahme und massive Einschränkungen in Kauf nehmen, um schwächere Bevölkerungsgruppen zu schützen? Oder lieber die Gefährdeten absondern, der Krankheit unter fitten, jungen Menschen und der Wirtschaft freien Lauf lassen?
Wie sehr alte und junge, gesunde und kranke bzw. anfällige Menschen verbunden sind, hat sich auch im letzten Frühling deutlich gezeigt. Nur weil Menschen zurückgezogener und leiser leben als andere, heißt es nicht, dass sie für niemanden mehr wichtig sind, im Gegenteil. Für sie und für eine - ihre - qualitätsvolle Lebenszeit lohnt es sich auch die Stimme zu erheben. Menschen wollen ihre Enkelkinder erleben, für sie etwas einkaufen, an Kultur und Natur teilhaben, nicht weggesperrt sein. Sie wollen noch leben in den vielleicht letzten Jahren ihres Daseins, und nicht mit Vorwürfen, Schuldgefühlen oder Angst überschüttet sein.
Die Bibeltexte des heutigen Sonntags sind miteinander verknüpft und betonen verschiedenes:
Die frohe Botschaft der Befreiung des Volkes Israels soll mit Kraft verkündet werden: Laut, nicht leise, von einem gut hörbaren Ort her. Die Menschen sollen es erfahren!
Gott möchte eine „Autobahn" in der Wüste - rasch, ohne Umwege, ohne mühsame Prozedur will er seinen Platz im Leben der Menschen.
Wir brauchen sie auch rasch, diese frohen Botschaften - am liebsten die, dass alles vorbei ist. Das wird es nicht spielen, zumindest jetzt nicht. Aber es kann uns gelingen, frohe Botschaften in unserer momentanen Situation zu entdecken: Du bist mir nicht egal, ich schau auf dich. Wie schön ist es, einen Brief oder einen Anruf zu bekommen. Wir halten zusammen in der Familie, auch wenn wir uns in den Feiertagen nicht wie gewohnt treffen. Ich weiß mich getragen von Menschen, die an mich denken oder für mich beten. Einzelne Begegnungen bekommen mehr Gewicht und werden bedeutsamer. Ich habe Zeit für das, was mich nährt - Musik zu hören oder zu singen, einen Spaziergang, zu kochen oder gute Sachen zu lesen - wieso nicht auch Hoffnungstexte aus der Bibel?
Entscheidend dafür, wie ich diese Zeit überstehe, wird sein, wie ich es erlebe oder zu deuten vermag: Fühle ich mich getragen - wie das Lamm beim Propheten Jesaja - von Gott, von Menschen, von Ritualen? Kann ich das „fürchte dich nicht" aus vollem Herzen glauben, sodass ich aus der Zuversicht und Gelassenheit heraus leben kann, auch wenn wirtschaftlich ein schlechtes Jahr für mich ist? Wie sicher kann ich mich darauf verlassen, Hilfe zu bekommen, bei Institutionen oder meinem privaten sozialen Netz? Weiß ich mich über den Tod hinaus in Sicherheit, sodass der Tod (meiner oder der anderer Menschen) nicht das Schlimmste ist, was ich fürchten muss?
In einer Stunde ist es leichter, so zu leben, in einer anderen schwerer. Nicht immer ist alles gleich.
Der Advent als Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten wird gefeiert in einer Zeit, in der es sehr finster ist und immer dunkler wird. Dennoch gehen wir auf das Licht zu - wir wissen es aus Erfahrung, es wird ja jedes Jahr Weihnachten. Wir warten darauf, dass in unsere Dunkelheit ein Licht, dass Gott hereinbricht und uns das zusagt, was wir brauchen: den Retter in Gestalt eines Kindes, Hoffnung, Licht, Frieden. Laute Stimmen, voller Zuversicht und Frohbotschaft. Ein „fürchte dich nicht" der Engel. Sie sind dann auch wieder weg und nicht mehr sichtbar, die Boten und Engel, aber ich wünsche uns allen, dass ihre Worte Raum und Widerhall gefunden haben in uns. Amen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin, Diözeses Linz
Advent heißt Ankunft, kann aber auch als Anfang verstanden werden. Die biblischen Texte erzählen uns von Neuanfängen: bei Jesaja nach dem Exil, bei Markus der Neubeginn mit Johannes dem Täufer als Vorläufer Jesu.
Den Vorläufer Jesu, Johannes den Täufer treffen wir in der Wüste an. Die Wüste war für die Juden der historische Ort der Gottesbegegnung. Auch wir sind im Advent eingeladen, Orte und Möglichkeiten der Besinnung aufzusuchen, um unsere Beziehung zu Gott zu erneuern.
Lieder:
GL 218: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
GL 219: Mache dich auf und werde licht (Kanon)
GL 221: Kündet allen in der Not
GL 222: Herr, send herab uns deinen Sohn
GL 223: Wir sagen euch an den lieben Advent
GL 228: Tochter Zion, freue dich
GL 231: O Heiland, reiß die Himmel auf
GL 236: Es kommt ein Schiff geladen
GL 357: Wie schön leuchtet der Morgenstern
GL 360: Macht weit die Pforten in der Welt
GL 446: Lass uns in deinem namen, Herr
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 554: Wachet auf, ruft uns die Stimme
GL Ö790/Ö791: Tauet, Himmel, den Gerechten
GL Ö792 Herr, sende den du senden willst
GL Ö798: O komm, o komm, Emmanuel
Kehrverse und Psalmen:
GL 56: Freut euch, wir sind Gottes Volk (mit Psalm 100)
GL 226: Bereitet den Weg des Herrn, machet eben seine Pfade - Mit Psalm 42/43 (GL 42,2) oder mit Psalm 121 (GL 67,2)
GL 263: Seht unser König kommt; er bringt seinem Volk den Frieden - Mit Psalm 24 (GL 633,4)
GL 622: Habt Mut, ihr Verzagten, und fürchtet euch nicht! Gott selbst wird kommen und euch erretten - Mit Jes 35
GL 633,3-4: Hebt euch, ihr Tore, hebt euch, ichr Tore! Unser König kommt - Mit Psalm 24
GL Ö797: Hebt euch, ihr Tore, unser König kommt - Mit Jes 35 (GL 622,2)
Jesus Christus, der war, der ist, und der kommen wird, er sei mit euch!
Uns allen ist verheißen, dass Gottes Sohn all jenen nahe kommen wird, die sich zu ihm auf den Weg machen. Dieses Kommen verdichtet sich im Mittelpunkt der heiligen Messe, wo wir beten: Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. Jede heilige Messe will uns auf dieses endgültige Kommen vorbereiten. Wir öffnen uns für Christi verheißungsvolles Wort, damit er uns einen Schritt näherkommen kann.
Zu Jesus Christus, der in uns zu mehr Leben kommen will, rufen wir:
GL 163,2
Allmächtiger und barmherziger Gott,
deine Weisheit allein zeigt uns den rechten Weg.
Lass nicht zu,
dass irdische Aufgaben und Sorgen uns hindern,
deinem Sohn entgegenzugehen.
Führe uns durch dein Wort und deine Gnade
zur Gemeinschaft mit ihm,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 2. Adventsonntag
Wie Nebel umhüllen uns Geschäftigkeit und Sorgen.
Zu selten gelingen uns Abstand und ein Blick über unser Hier und Jetzt hinaus.
Wir spüren unser Ungenügen und bitten dich, Herr Jesus, um deine Hilfe:
Halte die Sehnsucht lebendig, die nicht bei sich selber stehen bleibt, sondern nach mehr Beziehung sucht.
Komm, Herr Jesus!
Lass durch deinen Lebensstil immer mehr Menschen begreifen, was zufriedener macht als Geld und Konsum.
Sei nahe den Corona-Erkrankten und stärke alle, die sie pflegen.
Begleite die Politiker bei ihren Entscheidungen und hilf, dass alle, Groß und Klein, zur Überwindung der Pandemie beitragen.
Lass uns die Zeit der eingeschränkten Kontakte nützen zu mehr Kontakten mit dir.
Mach unser Denken und Planen wach für deine Schritte in unser Leben.
Lass das Leben unserer Verstorbenen sich vollenden in der totalen Begegnung mit dir.
Herr Jesus Christus,
dein Kommen in unsere Welt besagt, dass der Himmel nicht in der Ferne bleibt, sondern sich ganz mit unserem Leben verbinden will.
Lass diese Wahrheit in uns immer wirksamer werden. - Amen.
Kehrvers:
"Wir loben dich, wir danken dir, wir beten dich an"
(aus dem Gloria GL 131)
Lasst uns Gott unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Heiliger Gott und Vater, wir preisen dich und danken dir,
dass du uns in deiner Barmherzigkeit die Möglichkeit zur Umkehr lässt.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass du uns durch prophetische Menschen immer neu zur Umkehr rufst.
Du forderst uns auf,
die Straßen auf denen der Messias zu uns kommt,
zu ebnen und ihm den Weg zu bereiten.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe,
durch die wir deine Töchter und Söhne geworden sind.
Durch sie hast du uns mit deinem Heiligen Geist ausgestattet,
Er befähigt uns, Früchte hervor zu bringen, die dir gefallen.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass wir deinen Sohn Jesus Christus erwarten dürfen
der unserer Welt endgültige Gerechtigkeit und endgültigen Frieden bringen wird.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller Heiligen und singen:
Danklied, z. B.: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In der Wüste einen Weg bereiten
In der Wüste unseres Wohlstandes
In der Wüste unserer Gleichgültigkeit
In der Wüste unserer Geschäftigkeit
Dem Herrn einen Weg bereiten '
In der Zeit der Ichsucht
In der Zeit des Lärms
In der Zeit der Kälte
In der Zeit der Dunkelheit
Dem Herrn eine Straße ebnen
In der Welt der Orientierungslosigkeit
In der Welt des Zweifels
In der Welt der Lieblosigkeit
In der Welt ohne Hoffnung
In der Not der Menschen
Ein Licht anzünden
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Wir zünden eine Kerze an (bzw. zwei auf dem Adventkranz) und beginnen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
Uns allen ist verheißen, dass Gottes Sohn all jenen nahe kommen wird, die sich zu ihm auf den Weg machen. Dieses Kommen verdichtet sich im Mittelpunkt der heiligen Messe, wo wir beten: Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit. Jede heilige Messe will uns auf dieses endgültige Kommen vorbereiten. Wir öffnen uns für Christi verheißungsvolles Wort, damit er uns einen Schritt näherkommen kann.
Herr Jesus, du König aller Menschen:
Kyrie, eleison.
Du Menschensohn zur Rechten des Vaters:Kyrie, eleison.
Du wirst wiederkommen in Herrlichkeit:
Christe, eleison.
Du richtest die Lebenden und die Toten:
Christe, eleison.
Du schaffst einen neuen Himmel und eine neue Erde:
Kyrie, eleison.
Du vernitest den Tod für immer:
Kyrie, eleison.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.
Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
Sein Königskron ist Heiligkeit,
Sein Zepter ist Barmherzigkeit;
All unsre Not zum End er bringt,
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Heiland groß von Tat.
O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
So diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
Da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
Bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
Mein Tröster früh und spat.
Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
Eu'r Herz zum Tempel zubereit'.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
So kommt der König auch zu euch,
Ja, Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
Voll Rat, voll Tat, voll Gnad.
Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
Meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein;
Dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit
Den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr,
Sei ewig Preis und Ehr.
Du, Gott aller Hoffnung und Freude,
gehst mit den Menschen,
die du geschaffen hast,
die du liebst,
die du mit deinem Geist beschenkst,
durch dick und dünn,
durch Schuld und Verzweiflung,
durch Angst und Hoffnung.
Wir bitten dich:
Tröste du uns mit deinem Wort,
hilf uns, Wege zu ebnen
und mit vielen Menschen dir entgegenzugehen.
Wir danken dir, dass du zu uns kommst
In Christus, unserem Herrn.
Manfred Wussow
Lesung aus dem Buch Jesaja:
Tröstet, tröstet mein Volk,
spricht euer Gott.
Redet Jerusalem zu Herzen
und ruft ihr zu,
dass sie vollendet hat ihren Frondienst,
dass gesühnt ist ihre Schuld,
dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes
für all ihre Sünden!
Eine Stimme ruft:
In der Wüste bahnt den Weg des HERRN,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!
Jedes Tal soll sich heben,
jeder Berg und Hügel sich senken.
Was krumm ist, soll gerade werden,
und was hüglig ist, werde eben.
Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN,
alles Fleisch wird sie sehen.
Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen.
Steig auf einen hohen Berg,
Zion, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme mit Macht,
Jerusalem, du Botin der Freude!
Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht!
Sag den Städten in Juda:
Siehe, da ist euer Gott.
Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht,
er herrscht mit starkem Arm.
Siehe, sein Lohn ist mit ihm
und sein Ertrag geht vor ihm her.
Wie ein Hirt weidet er seine Herde,
auf seinem Arm sammelt er die Lämmer,
an seiner Brust trägt er sie,
die Mutterschafe führt er behutsam.
Kv: Lass uns schauen, o Herr, deine Huld
und schenke uns dein Heil! – Kv
Ich will hören, was Gott redet: /
Frieden verkündet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, *
sie sollen sich nicht zur Torheit wenden.
Fürwahr, sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten, *
seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. – (Kv)
Es begegnen einander Huld und Treue; *
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor; *
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. – (Kv)
Ja, der Herr gibt Gutes *
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her *
und bahnt den Weg seiner Schritte. – Kv
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, Gottes Sohn.
Wie geschrieben steht beim Propheten Jesaja -
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her,
der deinen Weg bahnen wird.
Stimme eines Rufers in der Wüste:
Bereitet den Weg des Herrn!
Macht gerade seine Straßen! - ,
so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf
nd verkündete eine Taufe der Umkehr
zur Vergebung der Sünden.
Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden
und ließen sich im Jordan von ihm taufen.
Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren
und einen ledernen Gürtel um seine Hüften
und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig.
Er verkündete:
Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In letzter Zeit fällt mir auf, dass ich im Laufe eines Tages häufiger als nötig nachschaue, ob neue Mails angekommen sind oder im Internet aktuelle Informationen bereitliegen. Diese Neugier deute ich, dass mein bisheriges Leben trotz vieler Erfahrungen nach mehr, vor allem nach Befriedigendem und Nachhaltigem Ausschau hält. Eine innere Dynamik regt sich immer wieder.
Diese Lebenszeichen haben viel mit Advent zu tun, wo oft von Wachsein und Erwartung die Rede ist. Mein kleiner Erfahrungsbereich will sich weiten. Was Gott in uns grundgelegt hat, möchte sich weiter entfalten. Der Austausch und die Freundschaft mit ihm stecken noch viel zu sehr in den Anfängen. Advent, die Zeit der Erwartung will durchlässiger machen für die Impulse von höchster Stelle. Advent ist eine Chance, von innen her zu wachsen. So könnte Weihnachten aktuell werden nicht nur in dem Sinne, dass damals Bethlehem göttlichen Nachwuchs bekommen hat, sondern dass auch in uns neue Lebensschübe möglich werden aus der unendlichen Lebensfülle Gott.
Heute ist Nikolaustag. Noch nach 1700 Jahren ist lebendig, was in seinem Leben aufgestrahlt ist. In dieser warmen Güte und Liebe zu wachsen, bleibt für immer kostbar und bringt den Himmel näher.
Am Höhepunkt der hl. Messe rufen wir: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.
Möge uns von Mal zu Mal mehr aufgehen, dass Gott mit seinem Himmel bei uns ankommen will, dass das erste Weihnachten damals in Bethlehem sich ganz nah bei uns fortsetzt.
Wie Nebel umhüllen uns Geschäftigkeit und Sorgen.
Zu selten gelingen uns Abstand und ein Blick über unser Hier und Jetzt hinaus.
Wir spüren unser Ungenügen und bitten dich, Herr Jesus, um deine Hilfe:
Halte die Sehnsucht lebendig, die nicht bei sich selber stehen bleibt, sondern nach mehr Beziehung sucht.
Komm, Herr Jesus!
Lass durch deinen Lebensstil immer mehr Menschen begreifen, was zufriedener macht als Geld und Konsum.
Sei nahe den Corona-Erkrankten und stärke alle, die sie pflegen.
Begleite die Politiker bei ihren Entscheidungen und hilf, dass alle, Groß und Klein, zur Überwindung der Pandemie beitragen.
Lass uns die Zeit der eingeschränkten Kontakte nützen zu mehr Kontakten mit dir.
Mach unser Denken und Planen wach für deine Schritte in unser Leben.
Lass das Leben unserer Verstorbenen sich vollenden in der totalen Begegnung mit dir.
Herr Jesus Christus,
dein Kommen in unsere Welt besagt, dass der Himmel nicht in der Ferne bleibt, sondern sich ganz mit unserem Leben verbinden will.
Lass diese Wahrheit in uns immer wirksamer werden. - Amen.
Kehrvers:
"Wir loben dich, wir danken dir, wir beten dich an"
(aus dem Gloria GL 131)
Lasst uns Gott unseren Dank und unseren Lobpreis darbringen:
Heiliger Gott und Vater, wir preisen dich und danken dir,
dass du uns in deiner Barmherzigkeit die Möglichkeit zur Umkehr lässt.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass du uns durch prophetische Menschen immer neu zur Umkehr rufst.
Du forderst uns auf,
die Straßen auf denen der Messias zu uns kommt,
zu ebnen und ihm den Weg zu bereiten.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe,
durch die wir deine Töchter und Söhne geworden sind.
Durch sie hast du uns mit deinem Heiligen Geist ausgestattet,
Er befähigt uns, Früchte hervor zu bringen, die dir gefallen.
Kehrvers
Wir danken dir,
dass wir deinen Sohn Jesus Christus erwarten dürfen
der unserer Welt endgültige Gerechtigkeit und endgültigen Frieden bringen wird.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller Heiligen und singen:
Kündet allen in der Not; fasset Mut und habt Vertrauen.
Bald wird kommen unser Gott; herrlich werdet ihr ihn schauen.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Gott naht sich mit neuer Huld, daß wir uns zu ihm bekehren;
er will lösen unsre Schuld, ewig soll der Friede währen.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Aus Gestein und Wüstensand werden frische Wasser fließen;
Quellen tränken dürres Land, überreich die Saaten sprießen.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Blinde schaun zum Licht empor, Stumme werden Hymnen singen,
Tauben öffnet sich das Ohr, wie ein Hirsch die Lahmen springen.[a]
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
Gott wird wenden Not und Leid. Er wird die Getreuen trösten,
und zum Mahl der Seligkeit ziehen die vom Herrn Erlösten.
Allen Menschen wird zuteil Gottes Heil.
In der Wüste einen Weg bereiten
In der Wüste unseres Wohlstandes
In der Wüste unserer Gleichgültigkeit
In der Wüste unserer Geschäftigkeit
Dem Herrn einen Weg bereiten '
In der Zeit der Ichsucht
In der Zeit des Lärms
In der Zeit der Kälte
In der Zeit der Dunkelheit
Dem Herrn eine Straße ebnen
In der Welt der Orientierungslosigkeit
In der Welt des Zweifels
In der Welt der Lieblosigkeit
In der Welt ohne Hoffnung
In der Not der Menschen
Ein Licht anzünden
Helene Renner
Treuer, barmherziger Gott,
wir geben dir die schönsten und größten Namen,
begreifen dich aber nicht.
Du stellst dich auf die Seite der Schwachen,
Verlorenen und Verdrängten.
Mit denen, die Menschen unterdrücken,
verführen und entwürdigen,
gehst du ins Gericht.
Heute, am 2. Advent, schenkst du uns Anfänge
und Menschen, die auch in schwierigen Zeiten
neu angefangen haben.
Wir danken dir für das Neuland, das du uns öffnest,
für die Wege, die wir gehen können und
für die Gewissheit, dass du zu uns kommst.
Die neue Woche legen wir in deine Hand
und bitten um deinen Segen
in Christus, unserem Herrn.
Manfred Wussow
Gott hat Jesaja berufen, Menschen in Not Mut zu machen.
Er gebe euch seinen Segen. - Amen.
Jesus hat auf sich hinweisen lassen als den Retter der Welt.
Er gebe euch seinen Segen. - Amen.
Im Heiligen Geist können wir erkennen,
wie nahe wir der verheißenen Zukunft sind.
Er gebe euch seinen Segen. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
sei euch Kraft und Versprechen für die Woche. - Amen.
Pater Norbert Riebartsch
Die Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau lädt ein zum Gottesdienstfeiern zuhause und hat dazu ein Feierhilfe für alle 4 Sonntage des Advent erstellt. Download als PDF
Link zur Website der Pfarrgemeinschaft Eggenburg/Burgschleinitz/Roggendorf/Kattau
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Im Norden Finnlands erzählt man sich eine recht hintergründige Geschichte:
Zur Einweihung eines Nobelhotels sollte ein Minister persönlich erscheinen. Dazu waren die Honoratioren der Stadt geladen. Ober im vornehmen Schwarz reichten still die Drinks. Die Gäste betrachteten die Bilder einer Ausstellung in der Hotelhalle.
Plötzlich war mitten in der vornehmen Gesellschaft ein unscheinbarer kleiner Mann in Wanderkleidung und festen Wanderschuhen. Der Portier schoss auf ihn zu und machte ihm höflich klar, dass er in dieser Aufmachung nicht erwünscht sei. Etwas traurig ließ er weiter seine Blicke über die Bilder gleiten. Als der Augenblick der Einweihung und damit die Ankunft des Ministers unmittelbar bevorstand, forderte der Hoteldirektor selbst, zwar höflich, aber unmissverständlich den ungebetenen Gast auf, den Raum zu verlassen. "Sie sind hier der Chef?" fragte der Mann still lächelnd, "mein Name ist Jussila". "Wie auch immer", erwiderte der Direktor und übersah die dargebotene Hand, "aber Sie könnten mir vielleicht sagen, wo ich in meiner Kleidung ein Mittagessen bekomme." Er wurde auf ein kleines Gasthaus verwiesen. Der erwartete Ehrengast aber blieb aus. Schließlich wurde die Einweihung des Hotels ohne den Minister vorgenommen, sehr zur Enttäuschung der geladenen Gäste.
Am übernächsten Tag kam ein Brief an die Hoteldirektion. Darin wurde gedankt für den guten Ratschlag. Das Essen in dem kleinen Gasthaus sei wirklich vorzüglich gewesen. Und weiter: "Machen Sie mir keine Vorwürfe. Ich war gestern rechtzeitig bei Ihnen, aber Sie wollten mich durchaus nicht dabehalten."
Unterschrieben war der Brief vom Minister Jussila, auf den man gestern vergeblich gewartet hatte, den man in seiner Wanderkleidung nicht erkannt hatte, den man vor die Tür gewiesen hatte.
Herkunft unbekannt.
Da war ein sehr guter Mann. Er hatte ein schönes großes Haus und ringsherum gehörte ihm weit und breit alles. Und dieser Mann hatte einen Sohn. Vater und Sohn verstanden sich prima. Was der Vater wollte, wollte auch der Sohn; und wenn der Sohn etwas sagte, dann war es, als hätte der Vater es gesagt. Und wenn der Sohn etwas tat, dann war der Vater damit einverstanden. - Der Sohn ließ nichts auf seinen Vater kommen und der Vater war stolz auf seinen Sohn.
Aber da tat der Sohn etwas, das uns sonderbar vorkommt: er ging von zuhause weg. Er ging in das Land ringsherum, das seinem Vater gehörte. Er ging in ihre Häuser und Wirtshäuser, in ihre Schulen und Kirchen. Er besuchte die Menschen, wo sie auch waren und wie sie auch aussahen. Ja, er kümmerte sich sogar ganz besonders um die, die gar nicht gut aussahen und die nicht beliebt waren. Auch Menschen, die in ihrem Leben viel falsch gemacht hatten. Er aß und trank mit ihnen - und er erzählte ihnen von seinem Vater, wie freundlich er ist und wie gut.
Es wurde eine weite Reise! Und je länger der Sohn unterwegs war auf den staubigen Straßen und Wegen, desto ähnlicher wurde er solchen Menschen. Er sah gar nicht mehr aus wie ein Sohn aus gutem Hause; staubig und abgetragen war seine Kleidung. Angestrengt und müde sah er aus, - wie ein armer Bettler.
Darum lachten auch viele, wenn er von seinem Vater erzählte:
"Der und ein reicher Vater", sagten sie, "guckt mal, wie er aussieht: so eine armselige Gestalt!" oder: "Guckt mal, mit wem der zusammen ist, das würde ein guter Sohn aus reichem Hause nie tun!"
Oder sie lachten: "So einen Vater gibt es gar nicht, so mächtig, freundlich und gut! Wenn es deinen so großartigen Vater wirklich gäbe”, sagten sie, "dann hätte er uns längst eingeladen, weil wir sehr wichtige Leute sind. Er lügt ganz einfach.“
Als der Sohn außerdem sagte: "Nur durch mich könnt ihr meinen Vater kennenlernen", wurden sie ganz böse: „Durch den bestimmt nicht. Wenn es seinen Vater überhaupt gibt, dann hat er ihn bestimmt davongejagt - und das Beste ist, wir jagen ihn auch davon, oder - wir schlagen ihn tot."
Aber es gab auch viele -besonders die Verlorenen, die armen, schuldigen Menschen, die hörten ihm gerne zu. „Bleib bei uns" sagten sie, „und nimm uns mit. So einen Vater möchten wir auch haben." - -
Da, lud der Sohn sie alle ein, alle, die wollten und ihm glaubten: "Kommt alle mit, kommt zu meinem Vater. Ich will, dass mein Vater auch euer Vater ist. - Ich will nicht mehr ohne euch sein.” Und dann nahm er sie mit und trat vor seinen Vater. Rechts und links hatte er sie an die Hand genommen - eine lange Reihe zu beiden Seiten.
Schon brachte der Sohn die Bitte vor: "Vater, ich will, dass alle diese Menschen meine Brüder und Schwestern werden, dass du sie annimmst und ihr Vater bist. Vater, du weißt, dass ich dich lieb habe, aber alle diese verlorenen Menschen habe ich auch lieb. Ich will nicht mehr ohne sie sein.“-
Und es ist dabei geblieben. Der Vater hat ihm recht gegeben: Alle, die mit ihm gingen, die seine ausgestreckte Hand annahmen, alle, die anfassten in der langen Reihe, nahm der Vater an als seine Kinder, als seine Töchter und Söhne - eine ganz große Familie.
Herkunft unbekannt.
Ich kam mit ziemlich allen Menschen meiner Umgebung gut aus mit Ausnahme einer Person. Ich vermute, dass es eine Erblast war, denn meine Großeltern und Eltern hatten schon Probleme mit Leuten aus dieser Familie.
Meine Gedanken kreisten täglich wuterfüllt um diese Person. Dann konnte ich meine Arbeit nicht korrekt erledigen.
Ich suchte in allen möglichen Büchern und bei den Menschen nach Hilfe und ich fand sie im Gebet.
Zuerst teilte ich die Menschen in 3 Gruppen auf.
1. Gruppe, die Menschen, die ich mag,
2. Gruppe, die Menschen, die mir egal sind,
3. Gruppe, die Menschen, die ich nicht mag.
Nach viel Bemühen brachte ich diese Person zu dieser Gruppe, die mir egal war. Dabei half mir der Satz: Beachtung bringt Verstärkung. Also beachtete ich nur noch Dinge, die mir dienlich waren. Daraufhin ging es mir besser, aber noch nicht gut.
Der nächste Schritt war dann der beste. Ich versprach meinem lieben Gott und Vater: Immer wenn ich mich ertappe, dass ich wieder an diese Person denke, ganz konzentriert ein Vater unser und ein Ave Maria zu beten.
Da gab es einen Tag, an dem ich fast nur am Beten war. Seit diesem Tag ist der ganze Spuk vorbei. Ich kann diese Person nun akzeptieren so wie sie ist. Ja ich würde sie sogar sehr vermissen. Ihr verdanke ich, dass ich vielen Menschen durch diese Erfahrung mit meinen Ratschlägen helfen kann.
Das Problem lag in mir. Es ist ein schönes Gefühl in diesem Fall unverletzlich zu sein. Gerne sage ich: Danke mein Freund, Du hast mich angegriffen und dabei die Kraft zur Verzeihung in mir geweckt. Du wolltest mir wehtun und hast mich dabei gelehrt, den Schmerz zu ertragen mit Würde und Tapferkeit. Du wolltest mich erniedrigen und hast dabei bewirkt, dass ich mich aufraffte zu meiner vollen Größe. Ich danke Dir, mein Freund. Du wolltest mich zerstören und hast mir dabei gezeigt das Unzerstörbare in mir.
Aus: Buch des Lebens, Hrsg. Gebhard Fürst, Schwabenverlag 2005.
Wir werden den Abfall von Gott nicht aufheben. Wir werden den Frieden und die Gerechtigkeit auf dieser Erde nicht schaffen. Dazu ist eine andere Welt erforderlich als die von der Schuld der Menschheit gezeichnete. Vielleicht können wir das Leben der Völker erträglicher gestalten. Unstillbar aber bleibt immer - gäbe es auch eine glückliche Welt - die »Sehnsucht nach dem ganz Anderen«.
Als Horkheimer am Ende seines Weges das als sein denkerisches Vermächtnis aussprach, brachten seine atheistischen und revolutionären Studenten und Anhänger den Mund nicht mehr zu. Er hatte zeitlebens für ein irdisches Paradies gekämpft und geworben. Er musste erkennen, dass selbst die beste Welt uns nicht sättigen kann.
Aus: Michael Grünwald, Brennt im Geist! Verlag Friedrich Pustet 1984.
Du bist verirrt?
Schau nur voraus!
Da ist schon einer,
der dich führen will!
Du bist erschöpft?
Schau hinter dich!
Da kommt schon einer,
der dich stützen will!
Du bist verzagt?
Schau neben dich!
Da steht schon einer,
der dich trösten will.
Du bist verletzt?
Schau über dich hinaus!
Da wartet einer,
der dich heilen will!
Aus: Elisabeth Alferink, Auf den Spuren des Jakobus. Mein spiritueller Wegbegleiter. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2003.
Auch wir
eingeladen Wegbereiter Jesu Christi
und Rufer in der Wüste zu sein -
Rufer in den Wüsten
von Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit,
Sprachlosigkeit und Oberflächlichkeit,
Ungerechtigkeit und Ausgrenzung,
Hass und Neid, Streit und Gewalt …
Auch wir
eingeladen Wegbereiter der Erlösung
und Hoffnungsbote des Lichts zu sein -
Gottes Stimme zu Wort kommen lassen
als Botschafter Seiner Liebe
und Botschafter Seiner neuen Welt,
um den Gebeugten neuen Lebensmut
und neue Hoffnung zu schenken.
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Zukunft
Wer bist du?
So weit weg und doch so nah.
Und wenn ich endlich da bin,
dann bist du schon wieder weg.
Und wenn ich versuche, mir dich vorzustellen,
dann geht das nicht, denn du veränderst dich ständig.
Wer bist du?
Ich habe Angst vor dir.
Ja, Angst. Denn du bist Unergründlich,
geheimnisvoll und unvorhersehbar.
Und doch präge ich dich und
bin für dich verantwortlich
Aus: Rat für nachhaltige Entwicklung (Hrsg), Jugend schreibt Zukunft. Gedanken und Bilder zur Nachhaltigkeit. Ökonom-Verlag München 2002.
Ein Mensch von gründlicher Natur
Macht bei sich selber Inventur.
Wie manches von den Idealen,
Die er einst teuer mußte zahlen,
Gibt er, wenn auch nur widerwillig,
Weit unter Einkaufspreis, spottbillig.
Auf einen Wust von holden Träumen
Schreibt er entschlossen jetzt: »Wir räumen!«
Und viele höchste Lebensgüter
Sind nur mehr alte Ladenhüter.
Doch ganz vergessen unterm Staube
Ist noch ein Restchen alter Glaube,
Verschollen im Geschäftsbetriebe
Hielt sich auch noch ein Quentchen Liebe,
Und unter wüstem Kram verschloffen
Entdeckt er noch ein Stückchen Hoffen.
Der Mensch, verschmerzend seine Pleite,
Bringt die drei Dinge still beiseite
Und lebt ganz glücklich bis zur Frist,
Wenn er noch nicht gestorben ist.
Aus: Eugen Roth, Ein Mensch. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1995.
Die Kirche ist nicht von sich aus heilig. Tatsächlich besteht sie - das wissen und sehen wir - aus Sündern. Vielmehr wird sie immer wieder neu geheiligt durch die reinigende Liebe Christi. Gott hat nicht nur Worte gemacht, sondern uns auf realistische Weise geliebt, sogar bis zum Tod seines eigenen Sohnes. Und gerade dadurch zeigt er uns die ganze Großartigkeit der Offenbarung jener Wunde, die im Herzen Gottes selbst eingeschrieben ist. Jetzt kann jeder von uns persönlich mit dem heiligen Paulus sagen: "Ich lebe im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat (Gal. 2, 20)."
So sehr die richtige Ordnung in der Kirche wichtig ist, sie ergibt sich umso mehr, je mehr wir das tun, wofür die Kirche da ist. Und sie ist ja da, damit Gott in dieser Welt sichtbar werden kann. Die Kirchenkonstitution des II. Vatikanums bezeichnet sie eben als den Spiegel oder auch als das Fenster, durch das Gott in die Welt hineinblickt. Deswegen sollte die Kirche vor allen Dingen versuchen, die Herausforderungen der modernen Welt anzunehmen und zu ihr verständlich und glaubwürdig von Gott zu sprechen.
Das setzt voraus, dass Menschen, die in der Kirche dienen, selber gläubig sind. Und da gibt es dann oft sozusagen einen leisen Selbstwiderspruch: Ja, sind wir schon gläubig, aber so ganz sicher sind wir doch nicht. Wenn man spürt, dass man mit sich selbst zerfallen ist, dann kann auch die Antwort nicht sehr überzeugend sein. Also selber die innere Berührung mit Christus suchen, um aus ihr heraus Zeugnis zu geben. Und ein solches Zeugnis, das zunächst Gott überhaupt einmal sichtbar macht, muss natürlich immer auch ein Zeugnis des Lebens sein, in dem sichtbar wird: Wer sich an Gott ausrichtet, der lebt auch richtig, im Bezug auf die Nächsten, auf die Gesellschaft, auf die großen Probleme unserer Zeit.
Benedikt XVI, Gedanken, Impulse, Visionen, Leipzig, 95f.
Johannes sprach: Tut Buße; das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Mt 3,2
Jesus sprach: Die Zeit ist erfüllet, das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubet an das Evangelium. Mk 1, 15
Johannes kommt als die Stimme des Rufenden und predigt allen eine Taufe der Buße und stellt es durch solche Predigt unaufhörlich fest als d i e Wahrheit, dass alle Menschen Sünden haben. Die einen glauben Johannes als der Stimme des Evangeliums; sie halten solche erschütternde Predigt für wahr und stehen also geniedrigt und zitternd im Gehorsam; sie anerkennen, dass sie Sünder sind; sie mögen sich selbst etwas bewusst sein oder nicht, so glauben sie doch Johannes mehr als sich selbst. Und die sind fähig, die Gnade zu fassen; sie hungern nach der Gerechtigkeit; um Trost ist ihnen bange; sie sind geistlich arm, gelassen und willig, sich führen zu lassen. Darum kommt Christus, das Reich der Himmel in sie, er, der da kommt, die Sünder selig zu machen. Die anderen aber, die um ihre eigene Gerechtigkeit wissen, glauben nicht, dass es wahr ist noch sie selbst etwas angeht, wenn da gefordert wird: Tut Buße! Sie werfen vielmehr ein: wir sind gerecht; wir wissen von keiner Sünde. Sie wollen nicht hören den fremden Klang des Evangeliums, dass sie Sünde tun und Toren sind; vielmehr glauben sie, dass Evangelium sei falsch und eine Lüge. . . Die Sünden werden nur denen vergeben, die sich in ihnen nicht wohlfühlen; das nämlich heißt Buße tun. Da unser Meister und Herr Jesus Christus spricht: "Tut Buße" usw., will er, dass das ganze Leben seiner Gläubigen auf Erden eine stete oder unaufhörliche Buße sein soll.
Dr. Martin Luther, Christlicher Wegweiser für jeden Tag, Neu zusammengestellt und herausgegeben von Helmut Korinth, Hamburg 1980, Seite 383 f.
Advent.
Jesus ist gekommen.
Damals vor zweitausend Jahren.
Und er ist gegangen.
Drei Jahrzehnte später.
Jesus wird wieder kommen
am Ende der Zeiten.
Wann, wissen wir nicht.
Aber heute, an diesem Tag,
kommt er auf mich zu.
Ich will ihn erwarten,
ihn suchen,
wo man ihn nicht vermutet.
Ich will mich darauf einstellen,
dass in einem unscheinbaren Mädchen,
in einer armen Krippe,
unter den Abgewiesenen,
bei den Kleinen,
in einem Neugeborenen,
in einem Verfolgten,
in der Nacht,
der auf mich zukommt,
der mich nicht enttäuscht,
der Emmanuel,
der Gott, der heute kommt,
der Gott, der bei mir bleibt,
der sich freut, bei uns zu wohnen,
nicht weil wir das verdient haben,
sondern weil er ist, wie er ist.
Wolfgang Bader, Türen zum Advent, München 2002, 24f
Obwohl das Neue Testament durchgängig in Griechisch geschrieben ist, haben einige geheimnisvolle Einsprengsel in der Muttersprache Jesu erhalten, dem Aramäischen, so auch das Wort maranatá (bitte auf der letzten Silbe betonen!), was so viel heißt wie: Komm, Herr Jesu! Die Erklärung ist ganz einfach: der Ruf maranatá! Ist seit frühesten Zeiten ein Bestandteil der christlichen Zusammenkünfte gewesen. Die ersten Christen glaubten, dass ihr Herr praktisch jeden Moment in Macht und Herrlichkeit wiederkommen könnte. Deshalb ihr sehnsüchtiger Seufzer: Komm!
Dieser Seufzer beendet nicht nur das Sendschreiben "Die Offenbarung des Johannes"; er beendet auch die Bibel, dieses mächtige Buch, das mit den Worten beginnt: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (Gen 1,1). Der vorletzte Vers der Bibel besteht aus zwei Teilen. Den zweiten kennen wir: "Ja komm, Herr Jesus!" Er ist die Antwort auf einen Satz, den Jesus sagt: "Ja, ich komme bald." "Und wie wird das sein, wenn er kommt?" Er wird jede Träne wegwischen von ihren Augen; der Tod wird nicht mehr sein, und nicht Trauer und Klage und Mühsal; denn das Frühere ist vergangen" (Offb 21, 4).
Christ sein ist auch dies: Wenn wir alles getan haben: die Hungernden gespeist, die Kranken besucht, die Traurigen getröstet, wenn wir uns aufgerieben haben und müde sind und es wieder nur ein Tropfen auf dem heißen Stein war - dann wird am Ende ein anderer kommen und das Werk vollenden, dass über unsere Kraft ging. Darum dürfen wir nicht nur am Ende unseres Lebens, sondern praktisch jeden Abend sagen: Komm, Herr Jesus!
Werner Tiki Küstenmacher, Die 3 - Minuten Bibel, München 2004, Seite 233 ff.

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Schneller am Ziel
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Der Abschnitt Jes 40,1-11 bildet den Prolog zu den Kapiteln 40 bis 55, dem sog. Deuterojesaja ("Der Zweit-Jesaja"). Der zweite Jesaja (6. Jhdt. v. Chr.) hat in Fortsetzung des ersten (8. Jhdt. v. Chr. - vor dem Exil) seine prophetische Botschaft der judäischen Gemeinde im babylonischen Exil verkündet. Er knüpft auch theologisch an sein Vorbild an. Dieser drohte seinem Volk den Untergang an wegen seiner Sünden (Jes 6).
Zuerst spricht Gott durch den Propheten dem Volk Trost zu. Es kann aufatmen, da seine Schuld beglichen ist und sein Frondienst zu Ende geht.
Dann kündet der Prophet einen Gewaltakt an, der einer Neuschöpfung gleichkommt: Eine Straße durch Wüste und Steppe wird gebaut, Berge und Hügel werden abgetragen, Täler ausgefüllt... Der Weg durch die Wüste erinnert an den Auszug aus Ägypten. Nun offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn.
Am Schluss wird Jerusalem aufgefordert, das Siegeslied anzustimmen. Diese Aufforderung erinnert an das Siegeslied am Schilfmeer (Ex 15), an das Deboralied (Ri 5). Siegeslieder zu singen war Sache der Frauen. Sie begleiteten den Einzug des siegreichen Retters.
Der letzte Vers bringt noch das Bild des guten Hirten ein, der die Seinen sammelt und auf dem Arm trägt im Gegensatz zu den heidnischen Göttern, die sich in den Festprozessionen von den Menschen tragen lassen.
Mit Jes 40 beginnt das Werk des Deuterojesajas ("der zweite Jesaja"). Seine Person ist uns unbekannt, wir kennen nicht einmal seinen Namen. Sein Auftreten fällt in die Zeit nach der Zerstörung Jerusalems (587 vor Chr.) und der Deportation von ca. 15 000 Juden in die babylonische Gefangenschaft, bevor der Siegeszug des Perserkönigs Kyros begann, der zum Sturz des babylonischen Reiches führte (539 vor Chr.), und unter dem die Juden wieder nach Jerusalem zurückkehren dürfen.
Der Prophet, dessen Person völlig in den Hintergrund tritt, wird aufgefordert, das Volk, das sich in der Gefangenschaft von Babel befindet, zu trösten. Durch die Leiden der Gefangenschaft hat das Volk Israel seine Schuld (Abfall von Gott) gebüßt. Jahwe ist bereit, mit seinem Volk in die Heimat zurückzukehren, so wie er sein Volk einst aus der ägyptischen Knechtschaft herausgeführt hat. Der Prophet hört gleichsam einen Herold, der dem König vorausgeht und eine Königsstraße – Gottesstraße – von Babel nach Jerusalem errrichtet.
In Vers 9f sieht der Prophet Jahwe bereits mit seinem Volk auf der Rückkehr und zeigt in dem Hirtengleichnis (Vers 11) wie zart und rücksichtsvoll Gott mit seinem Volk umgeht.