Lesung aus der Apostelgeschichte
In jenen Tagen
tat Stephanus aber,
voll Gnade und Kraft,
Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner
und Kyrenäer und Alexandriner
und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien
erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach,
nicht widerstehen.
Als sie seine Rede hörten,
waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört
und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist,
blickte zum Himmel empor,
sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief:
Siehe, ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei,
hielten sich die Ohren zu,
stürmten einmütig auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.
Die Zeugen legten ihre Kleider
zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus;
er aber betete
und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut:
Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!
Nach diesen Worten starb er.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Herr, in deine Hände lege ich meinen Geist. – Kv
(oder GL 308,1)
Sei mir ein schützender Fels,
ein festes Haus, mich zu retten!
Denn du bist mein Fels und meine Festung;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten. - Kv
In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, HERR, du Gott der Treue.
Ich will jubeln und deiner Huld mich freuen;
denn du hast mein Elend angesehn.
du kanntest die Ängste meiner Seele. - Kv
In deiner Hand steht meine Zeit;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Huld! - Kv
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn.
Gott, der Herr, erleuchte uns.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach jesus zu seinen Jüngern:
Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht!
Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern
und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen
vor Statthalter und Könige geführt werden,
ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern,
macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt;
denn es wird euch in jener Stunde eingegeben,
was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden,
sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern
und der Vater das Kind
und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen
und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden;
wer aber bis zum Ende standhaft bleibt,
der wird gerettet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Text des Evangeliums stammt aus der so genannten "Aussendungsrede" (Mt 9,35 - 11,1). Matthäus komponierte hierbei aus überlieferten Worten Jesu eine eigene Rede zusammen. Adressaten dieser Rede sind nicht allein die Jünger Jesu sondern gleichsam alle Christinnen und Christen. Dass es sich dabei um keine authentische Rede Jesu handeln kann, wird beispielsweise an der Formulierung "... und in ihren Synagogen auspeitschen..." deutlich, denn Jesus selbst hätte nie von "ihren" Synagogen gesprochen. Vielmehr hat der Autor hier bereits die Zeit der ersten Verfolgungen und Anfeindungen vor Augen.
Das Kennzeichen für das Leben der Jünger ist nach dem Evangeliumstext die Verfolgung. Die Verfolgung droht den Jüngern dabei von verschiedenen Seiten: Mitmenschen, Familie, Repräsentanten des jeweils herrschenden Systems etc..
Immer wieder hat Jesus seine Jünger darauf hingewiesen, was sie von den Menschen zu erwarten haben, aber auch, was sie - wenn sie treu sind - von Gott zu erwarten haben. Die "Welt" wird ihr Tun und Wirken nicht anerkennen, doch Gott sie "entschädigen" und ihnen Ewiges Leben schenken. In der Stunde der Entscheidung, dann „wenn es darauf ankommt", wird der Hl. Geist selbst, ihre Worte formen und ihnen die "Sprache abnehmen". Im Zusammenhang mit dem Gedächtnis des hl. Stephanus sind die Worte mehr als prophetisch: Die eigenen Angehörigen werden einen verleugnen, aber Gott, der Herr, bleibt treu und sendet seinen Beistand, den Heiligen Geist.
Die heutige Perikope ist aus der Aussendungsrede (9,35 - 11,1) genommen. Mattäus stellt aus Worten Jesu, die bei verschiedenen Gelegenheiten gesprochen wurden, eine Aussendungsrede zusammen. Sie ist nicht allein an die zwölf Apostel gerichtet, manches gilt für alle ChristenInnen ("JüngerInnen").
Der heutige Evangeliumsabschnitt befasst sich mit dem Los der Jünger, wobei nur der 1. Teil (10,17-22 von 10,16–39) gelesen wird. Das Jüngerlos ist die Verfolgung. Die Jünger werden ohne irdische Macht in eine Welt der Feinde geschickt, die Ausrüstung sind das "Ich" Jesu und die kluge Zurückhaltung. Die Verfolgung droht gleich von mehreren Seiten: durch jüdische und heidnische Obrigkeiten, aber auch von eigenen Familien.
Die Jünger Christi können aber nicht ausgerottet werden. Sie sollen um die Geborgenheit im Geist Vaters wissen und das ist ihre Rettung.
Stephanus sieht bei seiner Steinigung den Himmel offen…Sein Fest wurde schon früher als Weihnachten gefeiert. Verfolgte Christen haben zu ihm aufgeblickt, weil er auf Christus verweist, der uns den Himmel geöffnet hat.
Wenn Sie in Fernsehzeitschriften blättern, fallen Berichte über Sternstunden der Menschheit auf. Häufig sind das Filme der Wissenschaftsredaktionen. Sie beschreiben die Entwicklung von Tieren oder Landschaften. Immer wieder kommt auch ein Part: „So fing es wahrscheinlich an.“
Sternstunden gibt es auch in der Sparte der Unterhaltungsfilme. Im richtigen Moment trifft der Held des Films auf Menschen in Not. Diesen Menschen wird übel mitgespielt. Diese Menschen werden verfolgt. Aber der Held ist da – und es läuft meist auf ein Happy End hinaus. Der Ausklang des Films lässt ahnen: Diese Menschen werden für die Zukunft ihrer Familie ein Segen sein.
Für Stephanus war es anders. Seine Sternstunde war seine letzte Stunde. Sein Tod war beschlossene Sache. Die Art der Tötung war allen bekannt. Ein Zurück hätte es nur geben können durch einen Widerruf. Das aber war nicht möglich. Die Diskussionen mit den Vertretern der Synagoge hatten ja gezeigt: „Dieser Mann redet aus Gott.“
In dieser Situation kommt es zu seiner Vision. Die gibt ihm Sicherheit und Antwort. Er kann spüren: Ich habe auf das Richtige gehofft. Gut, dass ich dabei bleiben kann.
Sein Zeugnis war eine Sternstunde für Christengemeinden, die Menschen zu sich eingeladen haben. Sie mussten bekennen und gleichzeitig befürchten, verfolgt zu werden. Wie konnten sie mit ihrem Wunsch zum Bekenntnis und ihrer Angst umgehen? Wie konnten sie sich schützen und doch dem Reich Gottes mehr Raum geben? Die Geschichte des Stephanus zeigte ihnen: „Gott steht uns bei. Er verlässt uns nicht. Das gibt uns Mut.“
Im Evangelium der Heiligen Nacht wurde den Hirten und uns gesagt: „Fürchtet Euch nicht. Der Heiland ist geboren!“ Diese verängstigten Menschen, die sich keinen Reim auf all das machen konnten, schauten und glaubten.“ Das Geschehen rund um Stephanus ist eigentlich gleich.
Die weihnachtliche Freude soll nicht gestört werden durch das Fest des Märtyrers Stephanus. Vielmehr sollte suchenden Menschen gesagt werden: Die Märtyrer stehen für einen Menschen ein, den Gott gesandt hat, damit wir mit ihm und durch ihn wachsen.
Weihnachten ist das Fest der Liebe Gottes, die uns Menschen und die Welt verändern will. An Stephanus sehen wir, wozu begeisterte Liebe fähig macht. Wir schauen auf Stephanus, damit diese Liebe in unserem Leben fortwirkt.
Am zweiten Weihnachtstag wird uns von der Liturgie her das Martyrium des Diakons Stephanus vor Augen gestellt. Auf den ersten Blick erscheint dies nicht sehr feinfühlig. Mitten in den Jubel über die Geburt Jesu und in die Weihnachtsfreude hinein werden wir mit negativer Lebensrealität konfrontiert: Verurteilung und Hinrichtung wegen des Glaubens. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Liturgen, die die Texte für das Kirchenjahr zusammengestellt haben, uns nicht die Freude am Weihnachtsfest verderben wollten, sondern eine pastorale Absicht verfolgt haben.
Wenn wir nicht wachsam sind, geraten wir leicht in die Gefahr, das Anliegen von Weihnachten mit der Zeit mehr und mehr abklingen zu lassen. In der Menschwerdung Jesu hat Gott das ungeheure Ausmaß seiner Liebe zu uns Menschen sichtbar werden lassen. Und von dieser Liebe weicht Jesus ein Leben lang keinen Zentimeter ab, obwohl sie ihm ein hohes Maß an menschlichem Leid einbrachte. Machen wir uns bewusst: Es gibt keine ärmlichere Geburt eines Menschen auf dieser Erde als die Geburt Jesu: Es gibt keinen schmachvolleren Tod zur Zeit Jesu als die Kreuzigung. Sie war den Schwerstverbrechern vorbehalten als Ausdruck der Schande. Jesus durchlebt also ein Höchstmaß an Armut und Schmähung. Dennoch wich er von der Liebe nicht ab. Dieses Verhalten Jesu sollen wir Weihnachten us vor Augen halten und in Freude darüber aufjubeln. Denn nur wenn wir uns in Staunen und Freude vom Leben Jesu begeistern lassen, wird in uns die Sehnsucht wachsen, an der Liebe selbst dann festzuhalten, selbst wenn uns Unrecht und Leid angetan wird.
In welches Ausmaß an Liebe Begeisterung führen kann, zeigt uns Stephanus. In seinem Herzen gibt es keinen anhaltenden Groll auf seine Gegner, Zorn oder Rachegedanken. Das zeugt nicht von Schwäche. Stephanus lässt sich von niemanden einschüchtern. Vor den Ältesten des jüdischen Gerichts hält er eine flammende Rede, in der er begeistert von Christus spricht und Zeugnis für ihn ablegt. Diese Begeisterung des Stephanus sollen wir uns vor Augen halten. Denn lebendiger Glaube benötigt Begeisterung und Festhalten an der Liebe. Nicht Traurigkeit über die Steinigung des Stephanus soll uns heute erfassen, sondern Hochachtung und Bewunderung darüber, welch enorme Kraft die Einstimmung auf die Liebe Gottes dem Stephanus brachte.
Schon in der Urkirche galt Stephanus als ein Musterbeispiel für gelebte Liebe und gelebte Nachfolge Jesu. Was wir von Stephanus, seinem Leben und Wirken wissen, ist uns in einer Form überliefert, die ihn als Abbild Christi zeichnet:
Fast parallel und spiegelgleich verläuft das Leben des Stephanus mit dem Leben Jesu. Und nicht von ungefähr gipfelt das Ende des Märtyrers im Gebet Jesu am Kreuz: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an. Dieser Satz enthält das Leitmotiv, unter das Stephanus sein gesamtes Leben stellte: Jene Liebe, die selbst den ärgsten Feind nicht ausklammert. Die Liebe prägte sein Denken, formte sein Wesen und bestimmte sein Handeln.
Stephanus ein Abbild Jesu, ein Vorbild für alle, die den Namen Christi tragen. Dieses Bild sollen wir vor Augen haben. Mit diesem Bild sollen wir in den Tagen nach Weihnachten aufbrechen in unseren Alltag und in das neue Jahr hinein.
Keiner, der sich nun im Stillen sagt „Das schaffe ich doch nie, ich bin kein Stephanus!“, soll resignieren oder aufgeben. Vielmehr möge er neu in die Krippe schauen auf den, von dem ja auch Stephanus seine Kraft bezog. Auch wenn wir keine großen Heiligen aus uns machen und uns nicht in allen Lebenslagen bewähren, so ist dennoch jedes kleine Werk unserer Liebe wertvoll und wichtig. Lassen wir uns durch weihnachtliche Besinnung auf Jesus, Stephanus und deren Leben immer neu bewegen zu einer Begeisterung, die über Weihnachten hinaus anhält und die im Laufe unseres Lebens immer stärker wird.
Das Fest des hl. Stephanus passt auf den ersten Blick nicht zu Weihnachten. Es erinnert eher an die Konflikte von Menschen, die religiöses Leben sehr ernst nehmen. Stephanus und Weihnachten zeigen uns, wie wir von unserem Glauben an die menschgewordene Liebe Gottes Zeugnis geben können.
Der zweite Weihnachtsfeiertag ist dem hl. Stephanus gewidmet. Er tritt mutig für Christus und dessen neuen Weg ein. An ihm wird sichtbar, wie die Botschaft von Jesus Christus die Welt verändert.
Weihnachten ist nur ein Fest der Gefühle. Liebe kann sehr ernst werden, zeigt sich im Leben und im Sterben des hl. Stephanus.
Obwohl das Fest des hl. Stephanus eine ganz andere Stimmung wachruft, ist der zweite Weihnachtsfeiertag ein echter Weihnachtstag.
Viele dem hl. Stephanus geweihte Kirchen im Donauraum erinnern an die Anfänge des Christentums hier. Stephanus ist eine wichtige Persönlichkeit am Anfang des Christentums in Jerusalem. Er ist entschlossen, in der Spur Jesu zu bleiben und sich den Konflikten zu stellen, die sich im konkreten Glaubensleben daraus ergeben.
Viele fragen sich: „Warum muss denn auf die Freude und den Glanz von Weihnachten gleich ein Märtyrerfest gelegt werden?“ Die schlichte Antwort darauf lautet: „Das Fest des Stephanus war eher!“
Die frühen Christen feierten schon Stephanus und andere Märtyrer als Zeugen ihres Glaubens. Erst viel später hatten sie die Möglichkeit, das Jahr nach christlicher Sicht zu gestalten. Sie sahen Christus als das Licht für die Welt und wählten als Geburtsfest einen Tag in der Nähe der Wintersonnenwende.
Christus erlebten sie als Licht für die Menschen. Sein Tun machte Mut, seine Worte fanden Antwort – damals wie hoffentlich auch heute.
Ihn bitten wir:
Herr Jesus,
Licht im Dunkel unserer Zeit.
Kyrie, eleison.
In deiner Nachfolge wandte sich Stephanus den Armen seiner Zeit zu.
Christe, eleison.
In deiner Liebe fand ein Saulus zur Berufung seines Lebens.
Kyrie, eleison.
Der Gott, der zu uns gekommen ist, lasse uns unsere Schuld nach und führe uns zu unserem Platz in seiner Liebe und seinem Licht. - Amen.
Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Hl. Stephanus
Gott und Vater,
das Leben deines Sohnes
hatte Momente von Freude und von Schmerz,
von Einsamkeit und Gemeinschaft.
Lass uns deine Gemeinschaft spüren
und rühre uns an in unserer Einsamkeit,
damit wir den Menschen sagen können:
Gott ist mit uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…
Herr Jesus,
dich sah Stephanus, als er litt.
Wir hoffen darauf auch für die Leidenden unserer Tage und bitten:
V/A: Zeige deine Gegenwart
Der Frieden der Heiligen Nacht ist in manchen Gegenden sehr brüchig.
Für die dort Lebenden bitten wir:
Menschen werden verfolgt, weil sie ihren Glauben an dich bezeugen.
Für sie bitten wir:
Getötete Menschen hinterlassen Angehörige, die an dir zweifeln können.
Für ihre Familien bitten wir:
Das Weihnachtsfest in diesem Jahr müssen manche Menschen einsam verbringen.
Für sie bitten wir:
Stephanus wird als Heiliger verehrt, viele Glaubenszeugen bleiben namenlos. Du kennst ihre Namen und ihre Lebensgeschichte.
Sie sind bei dir und für sie bitten wir:
Wir hoffen, dass auch wir einmal in deiner Liebe für immer verbleiben. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du bist das Licht, das uns den Weg weist,
du bist die Kraft, in der wir über uns hinauswachsen können.
Auf Fürsprache des hl. Stephanus bitten wir dich:
Stehe allen bei, die wegen ihres Bekenntnisses zu Gott oder wegen der Ausübung ihrer Religion verfolgt, verspottet oder benachteiligt werden.
Christus, höre uns…
Ermutige alle Christen, zu ihrem Glauben zu stehen und ihn zu bekennen, auch wenn ihnen dadurch Nachteile entstehen.
Hilf allen Menschen, sich vor Fehlurteilen und schnellen Verurteilungen anderer zu hüten.
Lass uns in unserer weihnachtlichen Stimmung nicht vergessen, dass die Botschaft von der Menschwerdung und Liebe Gottes uns prägen und verändern soll.
Nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir und allen Heiligen.
Herr Jesus Christus,
es war die von dir geschenkte Gnade, aus der sich Stephanus bewähren konnte.
Wir danken dir für alle Kräfte, die du in uns hineingelegt hast und die du uns schenkst.
Wirke du in uns, heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.
Kehrvers:
Die Freude an Gott ist unsere Kraft, Halleluja. Halleluja..
(ÖGL 980)
Großer und menschenfreundlicher Gott,
es ist recht, dass wir dir danken und dich preisen
für den neuen Weg, den uns Jesus gewiesen hat,
und durch den er das Angesicht der Erde erneuert hat.
Kehrvers
Wir danken dir für die Wahrheit,
die du durch Jesus aufs neue geoffenbart hast;
Durch sie hast du gezeigt, wie sehr du deine Geschöpfe liebst.
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich für das neue Leben,
das du der Menschheit in Jesus von Nazareth geschenkt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die mit Geist und Leidenschaft
für dich und deinen Sohn Zeugnis abgelegt haben.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die unsere oft verfahrene Welt durch ihr mutiges Beispiel
aus Irrwegen und Sackgassen herausgeführt haben.
Kehrvers
Wir danken dir, dass dein Geist auch heute
Menschen zu glaubwürdigen Zeugen deiner schöpferischen Liebe
und deiner Menschenfreundlichkeit macht.
Wir danken dir für die Menschen, die ihr Leben einsetzen,
um deine Frohe Botschaft allen Menschen bekannt zu machen.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen stimmen wir ein
in das Lob der ganzen Schöpfung und singen:
Danklied, z. B.: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich (GL 247)
Eben erst
sind wir bei der Krippe angekommen.
Eben erst
haben wir staunend das Wunder gesehen.
Eben erst
haben wir voll Freude gejubelt.
Und nun, Herr,
sollen wir gehen dich zu bezeugen.
Nun sollen wir den Menschen sagen:
Gott ist mit uns!
Nun sollen wir standhaft sein und mutig,
sollen uns nicht mundtot machen lassen
von denen, die dir nicht glauben.
Gott ist mit uns
Er erfüllt uns, wie Stephanus,
mit Glauben und Heiligem Geist.
Er schenkt Kraft und Mut,
er ist Weg und Ziel.
Ihm dürfen wir vertrauen.
Gott ist mit uns -
seit Weihnachten
wissen wir das neu.
Herr, unser Gott,
wir danken dir
für die Gnade dieser festlichen Tage.
In der Geburt deines Sohnes
schenkst du uns das Heil;
im Sterben des heiligen Stephanus
zeigst du uns das Beispiel
eines unerschrockenen Glaubenszeugen.
Wir bitten dich:
Stärke unsere Bereitschaft,
deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus,
standhaft zu bekennen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Hl. Stephanus
Gott und Vater,
du hast uns an Weihnachten deinen Sohn geschenkt,
um uns den Himmel wieder zu öffnen.
Du hast Stephanus den offenen Himmel gezeigt
und ihm darin Platz gegeben.
In dieser Feier hast du uns heute ahnen lassen,
wie uns das Mahl deines Sohnes beschenkt.
Für all das danken wir dir
durch ihn unseren Herrn. - Amen.
Stephanus schaute Gott in seinem Sterben.
Gott schenke euch seine Nähe und seinen Segen. - Amen.
Christus wurde das Geschenk für die Menschen in allen Zeiten seines Lebens.
Er beschenke euch mit seiner Kraft und seinem Segen. - Amen.
Gottes Geist gibt den Verfolgten die Worte ein, die sie brauchen.
Er beschenke durch euer Wort unsere Welt und gebe euch seinen Segen. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
erfülle euch an diesem Tag. - Amen.
Weitere Gottesdienstvorschläge auf:
Wir zünden eine Kerze oder auch mehrere Kerzen an und beginnen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er äußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.
5) Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!
6) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
Viele fragen sich: „Warum muss denn auf die Freude und den Glanz von Weihnachten gleich ein Märtyrerfest gelegt werden?“ Die schlichte Antwort darauf lautet: „Das Fest des Stephanus war eher!“
Die frühen Christen feierten schon Stephanus und andere Märtyrer als Zeugen ihres Glaubens. Erst viel später hatten sie die Möglichkeit, das Jahr nach christlicher Sicht zu gestalten. Sie sahen Christus als das Licht für die Welt und wählten als Geburtsfest einen Tag in der Nähe der Wintersonnenwende.
Christus erlebten sie als Licht für die Menschen. Sein Tun machte Mut, seine Worte fanden Antwort – damals wie hoffentlich auch heute.
Ihn bitten wir:
Herr Jesus,
Licht im Dunkel unserer Zeit.
Kyrie, eleison.
In deiner Nachfolge wandte sich Stephanus den Armen seiner Zeit zu.
Christe, eleison.
In deiner Liebe fand ein Saulus zur Berufung seines Lebens.
Kyrie, eleison.
Der Gott, der zu uns gekommen ist, lasse uns unsere Schuld nach und führe uns zu unserem Platz in seiner Liebe und seinem Licht. - Amen.
Gott und Vater,
das Leben deines Sohnes
hatte Momente von Freude und von Schmerz,
von Einsamkeit und Gemeinschaft.
Lass uns deine Gemeinschaft spüren
und rühre uns an in unserer Einsamkeit,
damit wir den Menschen sagen können:
Gott ist mit uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…
Aus der Apostelgeschichte:
In jenen Tagen
tat Stephanus aber,
voll Gnade und Kraft,
Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner
und Kyrenäer und Alexandriner
und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien
erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach,
nicht widerstehen.
Als sie seine Rede hörten,
waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört
und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist,
blickte zum Himmel empor,
sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief:
Siehe, ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei,
hielten sich die Ohren zu,
stürmten einmütig auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.
Die Zeugen legten ihre Kleider
zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus;
er aber betete
und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut:
Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!
Nach diesen Worten starb er.
Kv: Herr, in deine Hände lege ich meinen Geist. – Kv
Sei mir ein schützender Fels,
ein festes Haus, mich zu retten!
Denn du bist mein Fels und meine Festung;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten. - Kv
In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, HERR, du Gott der Treue.
Ich will jubeln und deiner Huld mich freuen;
denn du hast mein Elend angesehn.
du kanntest die Ängste meiner Seele. - Kv
In deiner Hand steht meine Zeit;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Huld! - Kv
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht!
Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern
und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen
vor Statthalter und Könige geführt werden,
ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern,
macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt;
denn es wird euch in jener Stunde eingegeben,
was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden,
sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern
und der Vater das Kind
und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen
und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden;
wer aber bis zum Ende standhaft bleibt,
der wird gerettet.
Die Apostelgeschichte erzählt uns von heftigen Auseinandersetzungen derer, die wie Stephanus dem neuen Weg Jesu folgten, mit ihrer jüdischen, römischen oder griechischen Herkunftsumgebung. Stephanus verteidigt seinen Schritt gegenüber Angehörigen der Synagoge der Libertiner, Kyrenäer, Alexandriner und Leuten aus Kilikien und der Provinz Asien (gemeint ist das heutige Kleinasien). Seit der Auflösung des jüdischen Königtums lebten Juden zerstreut in allen größeren Städten des römischen Reiches. Durch ihre strenge Beachtung religiöser Vorschriften hoben sie sich von den übrigen Bewohnern ab. Meist integrierten sie sich nicht und so kam es häufig zu Spannungen einerseits mit der Umgebung, andererseits innerhalb der unterschiedlichen spirituellen Strömungen in der eigenen Gruppe. Gerade diese lebten die jüdischen Lebensgewohnheiten besonders streng und erwarteten dies auch von allen anderen Juden.
Was damals geschah, ist in vielem mit unserer gegenwärtigen Immigrantenproblematik vergleichbar. Oft fühlen wir uns hin- und hergerissen. Wir bewundern einerseits Leute, wie sie für ihren Glauben einstehen und ihn auch nach außen hin zeigen, andererseits lehnen wir Fanatismus und religiöse Intoleranz ab. Religionstoleranz ist auch bei uns eine verhältnismäßig junge Errungenschaft, die sich religiöse Minderheiten in der Neuzeit erst mühsam erstritten haben. Heute herrscht bei uns eher religiöse Gleichgültigkeit. Diese darf nicht mit Toleranz gleichgesetzt werden. Wünschenswert wäre eine echte inhaltliche Auseinandersetzung der Gläubigen mit Nichtgläubigen und Andersgläubigen, bei der man jeweils gegensätzliche Meinungen respektiert.
Stephanus wird dafür gelobt, dass er seine Überzeugung freimütig darlegte. Als seine Gegner sich ihm gegenüber nicht mehr gewachsen fühlten, griffen sie zur Gewalt. – Sind wir diesbezüglich heute schon wesentlich weiter? Mit Verbotsgesetzen einerseits und Gewaltexzessen andererseits kommen wir einander nicht näher.
Die zeitliche Nähe des Festes des hl. Stephanus und des Weihnachtsfestes kann uns dabei eine Hilfe sein. Gott wählte einen anderen Weg, um die Menschen von sich zu überzeugen: Er wurde ein kleines Kind und tauchte ein in jene Kultur und Religion, die er erneuern wollte. Jesus sah sich als junger Mann unter den verschiedenen religiösen Strömungen seiner Zeit um und setzte sich mit ihnen auseinander. Er lehnte Gewalt ab und kämpfte mit den "Waffen" des Geistes. Ihm war klar, dass die Botschaft eines liebenden Gottes nicht mit Gewaltanwendung vereinbar war. Er vertraute darauf, dass der Geist Gottes stärker ist und sich auf lange Sicht durchsetzen werde. Daran hielt er fest, auch als es sein Leben kostete. Stephanus und viele andere Christen folgten ihm darin – bis heute.
Am Fest des heiligen Stephanus
bringen wir unsere Bitten vor Gott.
Wir beten für alle, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden.
Schenke ihnen Kraft aus ihrer Verbundenheit mit dir.
Wir beten für alle jungen Christen, die auf der Suche sind,
ihrem Glauben eine zeitgemäße Gestalt zu geben.
Wecke ihre Kreativität durch deinen Heiligen Geist.
Wir beten für alle Getauften.
Lass sie immer mehr hineinwachsen in die Geisteshaltung,
aus der heraus Jesus gelebt und gewirkt hat.
Für alle Christen, die nach Wegen suchen,
wie sie ihren Glauben anderen Menschen weitergeben können.
Schenke ihnen Vertrauen in das Wirken deines Geistes.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie bei dir Heimat und Geborgenheit finden.
Guter Gott und Vater,
in Jesus von Nazareth hat deine Liebe menschliche Gestalt angenommen.
Sie wirkt auch in unsere gegenwärtige Welt hinein.
Wir danken dir dafür und preisen dich. Amen.
1. Ich steh an deiner Krippen[3] hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
Gott und Vater,
du hast uns an Weihnachten deinen Sohn geschenkt,
um uns den Himmel wieder zu öffnen.
Du hast Stephanus den offenen Himmel gezeigt
und ihm darin Platz gegeben.
In dieser Feier hast du uns heute ahnen lassen,
wie uns das Mahl deines Sohnes beschenkt.
Für all das danken wir dir
durch ihn unseren Herrn. - Amen.
Stephanus schaute Gott in seinem Sterben.
Gott schenke euch seine Nähe und seinen Segen. - Amen.
Christus wurde das Geschenk für die Menschen in allen Zeiten seines Lebens.
Er beschenke euch mit seiner Kraft und seinem Segen. - Amen.
Gottes Geist gibt den Verfolgten die Worte ein, die sie brauchen.
Er beschenke durch euer Wort unsere Welt und gebe euch seinen Segen. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
erfülle euch an diesem Tag. - Amen.
Guter JESUS,
DU bist einer von uns Menschen geworden
und hast uns Freunde genannt.
DU hast dich für uns als Brot gegeben,
damit wir bewusst aus dir leben können.
Leider kann ich diese Speise jetzt nicht leiblich empfangen.
Aber DU hast uns auch den Heiligen Geist verheißen und gesandt.
In diesem Geist weiß ich, dass DU da bist – immer und überall!
DU hälts die Schöpfung im Dasein
und auch ich lebe in deiner Hand.
DU hast mich schon gekannt,
ehe ich gezeugt und geboren wurde.
DU bist in mir da und um mich herum – immer und überall.
Weil DU die Schöpfung liebst
und zur Vollendung führen wirst,
darf auch ich auf dich hoffen.
So vereine ich mich im Geiste mit dir
und bitte dich:
Mache auch mich zu einer „Brotgabe“ für die Welt,
lass mich teilnehmen an deinem Werk
und hilf mir dabei.
Ich danke dir so sehr, dass DU da bist;
dass DU immer da bist
und überall
und dass DU mit mir und uns allen da bleiben wirst
in Ewigkeit! - Amen.
1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er äußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.
5) Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!
6) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
1. Ich steh an deiner Krippen[3] hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
1) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.
2) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!
3) Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.
4) Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen.
5) Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?
6) König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.
7) Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren,
komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren!
Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren.
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.
2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.
3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.
4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht
5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.
6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!
T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757.
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
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Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
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Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Jede ernsthafte Beziehung lebt von einem starken Gegenüber. Sie reift in dem Maße, wie Achtung und Respekt voreinander wachsen. Das gilt erst recht für die Gottesbeziehung. Gott ist nicht jemand von nebenan. Er ist der Schöpfer, und wir sind seine Geschöpfe. Gott ist Gott und Menschen sind Menschen, nicht Herrgötter. Wer es mit Gott zu tun bekommt, der kann sich auf Einiges gefasst machen. Es ist jedenfalls nicht das reine Vergnügen mit einem himmlischen Spaßmacher. Viele denken sich das so. Die Vorstellung vom Richter mit dem Schwert in der Hand ist oft genug in eine Religion des lieben Gottes umgeschlagen. Der segnet nur ab, was kommt. Da ist nichts von Herausforderung, von Widerstand oder Zorn gegen das, was ist und was ich gerade zu sein beliebe. Der so erträumte oberste Gutmütige trägt schließlich dazu bei, die Feigheit vor dem Leben, die Scheu vor harten Bewährungen zu verewigen. »Ein Gott ohne Zorn brachte Menschen ohne Sünde in ein Reich ohne Gericht durch den Dienst eines Christus ohne Kreuz« (R. Niebuhr). Entsprechend folgenlos, langweilig und realitätsfremd ist die Glaubenspraxis. Unser »Gott« ist weder zu fürchten noch zum Verlieben. »Mein Problem ist nicht, ob Gott existiert oder nicht, das meine beginnt damit, dass Er existiert« (F. Stier). Und dass die Verhältnisse in dieser Welt so sind, wie sie sind. Ist es nicht das Leben selbst, das uns die Abgründe Gottes ahnen lässt? Das Leben in dieser Welt ist nicht nur hinreißend schön, es kann auch ganz schrecklich sein und kaum mehr erträglich. Ein reifer Glaube kann das Leid der Welt nicht einfach wegschminken, er muss ihm standhalten. Den Gott, der umstandslos zu unseren Wünschen passt, gibt es im Christentum nicht.
In die Knie gehen Jesus hat uns einen anderen Gott nahegebracht, nicht einen, den man sich unter den verlieblichenden Schalmeientönen einer esoterischen Kuschelreligion nach eigenen Bedürfnissen zurechtträumen kann. Er passt nicht in unseren Kram, steht quer zu Vielem in der Welt, ist auch erschreckend fremd, unbequem und widerständig. Menschen, die ihm begegnen, gehen in die Knie. Kennen wir das noch? Vor wem gehen wir in die Knie? »Fürchte dich nicht«, heißt es oft, wenn Gott auf den Plan tritt. Also ist doch Grund zur Furcht. Gottesbegegnungen sind Erfahrungen an der Grenze unseres Daseins. Sie gehen durch Mark und Bein. Mit dem »Fürchte dich nicht« sagt Gott dem Menschen, dass er ihm in dieser Situation vertrauen kann: »Ich bin bei dir.« Gottesfurcht ist nicht lähmende Angst, sie ist befreiend. Wer Gott fürchtet, braucht vor keinem Menschen Angst zu haben. Umgekehrt: Wer die Gottesfurcht preisgibt, der wird von der Heidenangst überrollt. Die Gottesfurcht ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Gott bleibt der ganz Andere, der Unbegreifliche, der Heilige. Aber Jesu Botschaft lässt uns erahnen, dass die Andersartigkeit Gottes aus seiner abgründigen Liebe kommt. Dafür steht der Heilige Geist. Er lässt uns im Lichte Gottes erkennen - in Glück und Dank und im Erschrecken über die Welt und über uns selbst -, wie wir sein könnten und sein sollten, im Format Jesu.
Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
»Gott ist kein Hampelmann (auch keine Hampelfrau), sondern das unendliche Geheimnis in und jenseits menschlicher kosmischer Existenz. Mit Gott kann man nicht 'Hoppe Reiter' spielen, denn er ist unserem Zugriff und unserer Verfügbarkeit entzogen. Wo allenthalben die Banalisierung Gottes ausgerufen wird, ist umso schärfer dagegen zu halten, gegen eine Verkleinerung, gegen eine fugen-lose Verkleisterung in die menschlichen Bedürfnisse und Sehnsüchte hinein, gegen seine lückenlose Vermarktung in die Nachfrage hinein, gegen die Trivialisierung des Mysteriums in die Mystery-Angebote der Unterhaltung, gegen die Verstopfung der Transzendenzsehnsüchte der Menschen durch vorschnelle religiösmagische Erfüllungsangebote, vom Horoskop bis zu den Heilwässerchen. [...] Nicht die Gottesbeziehung ist beherrschend, sondern das Haben und Bekommen, und wenn dies nicht erlebt wird, sucht man sich andere Beziehungen. Die Erlebnisqualität diktiert und qualifiziert die Beziehung zu dem, was man Religion, Esoterik oder gar Gott nennt. Hauptsache, man kann die Transzendenz diesseitig verhackstücken und in den Griff bekommen, sei es im Tarotspiel oder in Meditationstechniken«
Otmar Fuchs in: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
Berühre du, o Gott,
die Gipfel meiner
Gedanken, damit in
den Tälern und Tiefen
meiner Seele deine
Saat wachse und reife.
Belebe du, o Gott,
die Kräfte meines
Herzens, damit darin
all das bewahrt bleibe,
womit du mich so reich
beschenkst.
Verwandle du, o Gott,
das Dickicht meiner
Trübsal, damit ich dein
heilsames Licht ausstrahle,
dort, wo ich
stehe.
Besiege du, o Gott, die
bösen Geister und
Gedanken in mir,
damit ich freimütig und
aufrichtig dir und den
Menschen diene.
Beflügle du, o Gott,
die Schwingen meiner
Fantasie, damit ich
nicht müde werde,
über dein Wirken zu
staunen.
Bestärke du, o Gott,
das Schwache in mir,
damit ich behutsam
und tatkräftig mich
einsetze für die Bewahrung
des Lebens.
Paul Weismantel in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.
gott
du nichts
du alles
du in allem der rest
du lücke
du bruchstelle in einer perfekten weit
du in meiner letzten wüste verdunstet
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
du jenseits unserer sinne
ich habe
die angst verloren
nicht plötzlich gestern
im supermarkt
ich habe
die angst verloren
nicht stehen lassen
wie meinen schirm
in der straßenbahn
ich habe
die angst verloren
nicht hängen lassen
wie meinen hut
beim friseur -
ich habe
die angst verloren
nicht verlegt
wie meine brille
ich habe
die angst verloren
nicht wie mein geld
bei der inflation
ich habe
meine angst verloren
mit der zeit
meine angst vor dem tod
meine angst vor dem leben
meine angst vor den menschen
meine angst vor meinem gott
gott hat angst
vor so viel macht
und übermacht
die macht ist nicht mehr
göttlich
die macht ist
zum teufel gegangen
jetzt sitzt sie zur rechten
des teufels
ich habe
meine angst verloren
als ich menschen fand
Wilhelm Willms in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.
Menschen, die mir freundlich begegnen, nenne ich nicht gleich meine Freunde.
(…)
Und doch können wir immer wieder diese gute Erfahrung machen: Bei diesem Zusammensein fand wirklich Begegnung statt.
Inneres Berührtwerden, weil es gelungen ist, aus Worthülsen auszusteigen, den Small-Talk zu durchbrechen und stattdessen sich etwas für unterwegs mitzugeben:
Ein interessanter neuer Gedanke, ein Fenster zu einem Leben, das nicht meins ist.
Aus: Claudia Filker; Freunde sind so kostbar Johannis Verlag Lahr 2001.
Ja, ich lade dich ein, mein Freund,
in meinem Leben Platz zu nehmen.
Ich gebe zu, der Platz ist begrenzt.
Nicht jeden lasse ich so weit vor.
Sei bei mir zu Haus mit deinen
Gedanken und Gefühlen.
Entscheide, was du mit mir teilen möchtest.
Aus: Claudia Filker; Freunde sind so kostbar Johannis Verlag Lahr 2001.
Der Dichter Ernst Wiechert schrieb 1939 über seine Erfahrungen im KZ Buchenwald: „Ich habe nur am Tor gestanden und auf die dunkle Bühne geblickt… Aber die Speichen des schrecklichen Rades begannen sich schon zu drehen, und Blut und Grauen tropften aus ihrem blitzenden Kreis.“
Speichen des schrecklichen Rades – das waren alle, wenn einmal vom SS-Apparat erfasst. Speichen am Rad der Zeit.
Aus: Adalbert Ludwig Balling, Reinhard Abeln; Speichen am Rad der Zeit. Priester in Dachau. Herderverlag Freiburg – Basel – Wien 1985.
Seh ich Bilder
Von Geschlagenen, Geschundenen,
muss ich an die Männer
im gestreiften Sträflingskitteln
denken.
Der Aufseher brachte sie an Weihnachten
in mein Elternhaus.
Der Betrieb war geschlossen.
Dort sollten sie arbeiten.
Jetzt saßen sie an unserem Tisch.
(…)
Sie froren, waren hungrig, gedemütigt.
Wir teilten mit ihnen das wenige Brot
den Kaffee, die Milch
Das Verbotene machte uns
tagelang Angst.
Aus: Theresia Hauser; Du hast mich geführt. Sich betend erinnern Herderverlag Freiburg – Basel – Wien 1991.
Du legst in unsre Dunkelheit,
Christus, deine Herrlichkeit.
Mit Schöpfermacht trägst du das All
und schenkst dich uns als Kind im Stall.
Ehre sei Gott!
Auf deinem Weg, der so begann,
geht uns Stephanus voran,
der Erste, der durch Leid und Tod
der Welt das Christuszeichen bot.
Ehre sei Gott!
Er diente deinen Armen treu.
Er gab Zeugnis ohne Scheu.
Er machte deinen Namen groß,
und sehend teilte er dein Los.
Ehre sei Gott!
Geheimnis, Ziel und Maß der Zeit,
sei uns nah im Erdenstreit!
Wie Stephanus den Kranz gewann,
nimm uns und unsre Gaben an.
Ehre sei Gott!
Peter Gerloff auf: http://glauben-singen.de/Stephanus_.htm
Lesung aus der Apostelgeschichte
In jenen Tagen
tat Stephanus aber,
voll Gnade und Kraft,
Wunder und große Zeichen unter dem Volk.
Doch einige von der sogenannten Synagoge der Libertiner
und Kyrenäer und Alexandriner
und Leute aus Kilikien und der Provinz Asien
erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;
aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach,
nicht widerstehen.
Als sie seine Rede hörten,
waren sie in ihren Herzen aufs Äußerste über ihn empört
und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.
Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist,
blickte zum Himmel empor,
sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen
und rief:
Siehe, ich sehe den Himmel offen
und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.
Da erhoben sie ein lautes Geschrei,
hielten sich die Ohren zu,
stürmten einmütig auf ihn los,
trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn.
Die Zeugen legten ihre Kleider
zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.
So steinigten sie Stephanus;
er aber betete
und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!
Dann sank er in die Knie und schrie laut:
Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!
Nach diesen Worten starb er.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das griechische Wort stéphanos bezeichnet den aus Zweigen (oftmals aus Palmzweigen) geflochtenen "Kranz des Siegers", der bei den antiken Wettkämpfen dem Sieger überreicht und aufgesetzt wurde. Im Hintergrund dieser Ehrung steht wahrscheinlich der strahlende Leuchtkranz der Sonne, die so genannte corona. Verschiedentlich wurde der Kranz auch als Zeichen der Priester- oder Beamtenwürde getragen. Manchmal bekam der so Ausgezeichnete den Namen stephanos, der in späterer Zeit allgemein zu einem Vornamen geworden ist.
Stephanus begegnet uns erstmals im sechsten Kapitel der Apostelgeschichte als führender Mann der Hellenisten innerhalb der Urgemeinde. Bei ihnen wird es sich um Juden gehandelt haben, die in der weltweiten Diaspora geboren worden und aufgewachsen waren, aber später - aus welchen Gründen auch immer - in das "Land der Väter" gezogen sind. Ihre Muttersprache war das Griechische, der aramäischen Umgangssprache in Palästina waren sie nur begrenzt mächtig. Apg 6,1-8 zeigt uns, dass es Zwistigkeiten zwischen den Hellenisten und den aus Palästina stammenden Juden, den so genannten Hebräern, gegeben hat.
Stephanus wird als jüdischer Hellenist wohl ebenfalls aus der Diaspora nach Palästina gekommen sein. Es kann angenommen werden, dass seine Heimat das ägyptische Alexandrien gewesen ist - manche Aspekte der Stephanusrede (Apg 7,2-53) sprechen nach Meinung der Exegeten dafür. Neben seiner Tätigkeit als Armenpfleger in der Urgemeinde fand er Gelegenheit, diesen seinen Bekannten das Evangelium zu verkünden.
Stephanus wurde durch seine hellenistischen Widersacher denunziert und ebenso wie bei der Passion Christi treten gegen ihn falsche Zeugen auf, welche ihm Aussagen gegen Moses, Gott, den Tempel und das Gesetz nachsagen. Von der Menge wird er vor den Hohen Rat gebracht und muss sich vor diesem verteidigen. Die Einzelheiten dieses Prozesses, bzw. dieses Geschehens, liegen für uns völlig im Dunkeln. Der lukanische Bericht schwankt zwischen der Schilderung eines ordentlichen Verfahrens und Lynchjustiz hin und her. Jedenfalls wird der Angeklagte in seiner Verteidigungsrede unterbrochen, vor die Stadt gebracht und dort gesteinigt. Interessant ist das "kleine Detail am Rande": hier taucht, historisch gesehen, Paulus erstmals im Neuen Testament auf.
Stephanus stirbt betend und mit einer Vision des erhöhten Herrn vor Augen. Selbst im Tode wollte er Jesus ähnlich sein und betet daher für seine Mörder. Die Tatsache, dass auch "angesehene" Bürger Jerusalems bei seinem Begräbnis anwesend waren, könnte dafür sprechen, dass er doch nicht rechtmäßig verurteilt worden ist.
In seiner Verteidigungsrede, die einer damaligen Synagogenpredigt nicht unähnlich ist, geht Stephanus ausführlich auf die Geschichte Israels im Blick auf sein Gottesverhältnis und auf Gottes Treue zu seinem Volk trotz vielfacher Untreue Israels ein. Er hebt hervor, dass Gottes Heil seit jeher nicht an den Tempel gebunden war. Diese distanzierte Haltung zum Tempelkult findet sich schon bei den alttestamentlichen Propheten, aber auch bei Jesus und im zeitgenössischen Judentum der Diaspora, das wegen seiner großen geographischen Entfernung zu Jerusalem andere Formen der "Frömmigkeitsausübung" finden musste, die den Opferkult im Tempel ersetzen konnten.
In Alexandria, der vermutlichen Heimat des Stephanus, hatte man längst die hermeneutischen Methoden der Spiritualisierung und der Allegorese entwickelt. Der alexandrinische Philosoph Philo, ein Zeitgenosse des Stephanus, hat sie in seinen Kommentaren zu alttestamentlichen Texten zur Blüte gebracht. Bei Stephanus kommen noch die heilsgeschichtliche Sicht der Gottesgeschichte mit Israel und eine recht urtümliche Christologie dazu. Vor allem mit seiner Vision des erhöhten Jesus in unmittelbarer Nähe Gottes dürfte Stephanus absolut nicht in das religiöse Weltbild der jüdischen Theologen gepasst haben und so wird es annäherungsweise erklärlich, weshalb er auf schärfste Kritik stieß und letztlich hingerichtet wurde.
Der heutigen Lesung geht die Wahl der ersten 7 Diakone voraus (6,1-7) und damit wird ein neues, dem Kreis der Zwölf untergeordnetes Gemeindeamt geschaffen. Diakonie war aber, wie an Stephanus (Apg 6,8 - 7,53) zu sehen ist, von Anfang an auch Teilnahme an der Verkündigungsaufgabe der Apostel.
Der Stephanusprozess erinnert an den Prozess Jesu, in dem gleichfalls von falschen Zeugen die Anklage erhoben wurde, Jesus stellte den Tempel als den einzigen Ort der Gottesbegegnung in Frage. Der Vorwurf, das alttestamentliche Gesetz als überholt abzutun, verbindet Stephanus mit seinem "Nachfolger" Paulus (Apg 21,28).
Die Rede des Stephanus (Apg 7,1-53) wird in der heutigen Lesung übersprungen (vgl. "ungekürzte Fassung"). Stephanus reagiert mit einer langen Rede auf die Vorwürfe. Er greift auf die Geschichte Israels zurück um zu zeigen, dass das Volk Israel nie bereit war, den Heilswillen Gottes anzuerkennen. Israel hat immer das abgelehnt, was Gottes Wille war. Die Kreuzigung des Gerechten (d. h. des Messias) ist daher – wie auch die Hinrichtung des Stephanus - nur eine Folge der immerzu widersätzlichen Haltung Israels gegen die Heilstaten Gottes.
Stephanus hat seine Richter der Empörung gegen Gott, der Übertretung des Gesetzes und des Messiasmordes angeklagt (51-53). Die Umkehrung der Gerichtssituation wird durch das Bekenntnis, Jesus stehe als der Menschensohn zur Rechten Gottes, ins Unerträgliche gesteigert.
Stephanus, einer der sieben urkirchlichen "Diakone", die zum Dienst am Tisch der Armen eingesetzt waren, wird als Mann voll Kraft und Hl. Geist geschildert. Das öffentliche Wirken des Heiligen wird mit Wundern berichtet. Doch seine Worte, seine Predigt, wird ihm zum Verhängnis. Vor dem Hohen Rat wird er unter dem Zeugnis falscher Zeugen wegen drei Punkten angeklagt:
- Er stelle die Gültigkeit des jüdischen Gesetzes in Frage.
- Er wende sich gegen den Tempel.
- Er lästere Gott.
Stephanus selbst verteidigt sich in der längsten Rede der Apostelgeschichte (7:1- 53), aber seine Worte verwandeln sich zur Anklage seiner Ankläger und Richter.
Im Zentrum steht ein Überblick über die Geschichte des Volkes Israel. Die in einer Vision gegebene Bestätigung der Richtigkeit dessen, was Stephanus gesagt hatte, empört die Zuhörer. Diese Rede reizt die Zuhörer aufs höchste, so dass sie ihn gleich richten, wie die in seiner Verteidigung angeführten Gottesmänner.
In einem Akt der Lynchjustiz wird Stephanus zum ersten Märtyrer.
Lukas, der als Verfasser der Apostelgeschichte gilt, schildert die Hinrichtung des Diakons mit vielen Parallelen zur Kreuzigung Jesu. Außerhalb der Stadtmauern wird an ihm die jüdische Art der Hinrichtung (Steinigung) vollzogen. Die Worte des sterbenden Stephanus erinnern an die letzten Worte Jesu am Kreuz.
Das Martyrium des Heiligen markierte eine Wende in der Geschichte des jungen Christentums und war das Signal zur ersten größeren Christenverfolgung. Die Gemeinde von Jerusalem zersplitterte sich, was dazu beitrug, dass sich die Botschaft Jesu über die Grenzen der Stadt hinaus verbreitete.
Kv: Herr, in deine Hände lege ich meinen Geist. – Kv
(oder GL 308,1)
Sei mir ein schützender Fels,
ein festes Haus, mich zu retten!
Denn du bist mein Fels und meine Festung;
um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten. - Kv
In deine Hand lege ich voll Vertrauen meinen Geist;
du hast mich erlöst, HERR, du Gott der Treue.
Ich will jubeln und deiner Huld mich freuen;
denn du hast mein Elend angesehn.
du kanntest die Ängste meiner Seele. - Kv
In deiner Hand steht meine Zeit;
entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger!
Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht,
hilf mir in deiner Huld! - Kv
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei, der kommt im Namen des Herrn.
Gott, der Herr, erleuchte uns.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach jesus zu seinen Jüngern:
Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht!
Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern
und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen
vor Statthalter und Könige geführt werden,
ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern,
macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt;
denn es wird euch in jener Stunde eingegeben,
was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden,
sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern
und der Vater das Kind
und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen
und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen
von allen gehasst werden;
wer aber bis zum Ende standhaft bleibt,
der wird gerettet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Text des Evangeliums stammt aus der so genannten "Aussendungsrede" (Mt 9,35 - 11,1). Matthäus komponierte hierbei aus überlieferten Worten Jesu eine eigene Rede zusammen. Adressaten dieser Rede sind nicht allein die Jünger Jesu sondern gleichsam alle Christinnen und Christen. Dass es sich dabei um keine authentische Rede Jesu handeln kann, wird beispielsweise an der Formulierung "... und in ihren Synagogen auspeitschen..." deutlich, denn Jesus selbst hätte nie von "ihren" Synagogen gesprochen. Vielmehr hat der Autor hier bereits die Zeit der ersten Verfolgungen und Anfeindungen vor Augen.
Das Kennzeichen für das Leben der Jünger ist nach dem Evangeliumstext die Verfolgung. Die Verfolgung droht den Jüngern dabei von verschiedenen Seiten: Mitmenschen, Familie, Repräsentanten des jeweils herrschenden Systems etc..
Immer wieder hat Jesus seine Jünger darauf hingewiesen, was sie von den Menschen zu erwarten haben, aber auch, was sie - wenn sie treu sind - von Gott zu erwarten haben. Die "Welt" wird ihr Tun und Wirken nicht anerkennen, doch Gott sie "entschädigen" und ihnen Ewiges Leben schenken. In der Stunde der Entscheidung, dann „wenn es darauf ankommt", wird der Hl. Geist selbst, ihre Worte formen und ihnen die "Sprache abnehmen". Im Zusammenhang mit dem Gedächtnis des hl. Stephanus sind die Worte mehr als prophetisch: Die eigenen Angehörigen werden einen verleugnen, aber Gott, der Herr, bleibt treu und sendet seinen Beistand, den Heiligen Geist.
Die heutige Perikope ist aus der Aussendungsrede (9,35 - 11,1) genommen. Mattäus stellt aus Worten Jesu, die bei verschiedenen Gelegenheiten gesprochen wurden, eine Aussendungsrede zusammen. Sie ist nicht allein an die zwölf Apostel gerichtet, manches gilt für alle ChristenInnen ("JüngerInnen").
Der heutige Evangeliumsabschnitt befasst sich mit dem Los der Jünger, wobei nur der 1. Teil (10,17-22 von 10,16–39) gelesen wird. Das Jüngerlos ist die Verfolgung. Die Jünger werden ohne irdische Macht in eine Welt der Feinde geschickt, die Ausrüstung sind das "Ich" Jesu und die kluge Zurückhaltung. Die Verfolgung droht gleich von mehreren Seiten: durch jüdische und heidnische Obrigkeiten, aber auch von eigenen Familien.
Die Jünger Christi können aber nicht ausgerottet werden. Sie sollen um die Geborgenheit im Geist Vaters wissen und das ist ihre Rettung.
Stephanus sieht bei seiner Steinigung den Himmel offen…Sein Fest wurde schon früher als Weihnachten gefeiert. Verfolgte Christen haben zu ihm aufgeblickt, weil er auf Christus verweist, der uns den Himmel geöffnet hat.
Wenn Sie in Fernsehzeitschriften blättern, fallen Berichte über Sternstunden der Menschheit auf. Häufig sind das Filme der Wissenschaftsredaktionen. Sie beschreiben die Entwicklung von Tieren oder Landschaften. Immer wieder kommt auch ein Part: „So fing es wahrscheinlich an.“
Sternstunden gibt es auch in der Sparte der Unterhaltungsfilme. Im richtigen Moment trifft der Held des Films auf Menschen in Not. Diesen Menschen wird übel mitgespielt. Diese Menschen werden verfolgt. Aber der Held ist da – und es läuft meist auf ein Happy End hinaus. Der Ausklang des Films lässt ahnen: Diese Menschen werden für die Zukunft ihrer Familie ein Segen sein.
Für Stephanus war es anders. Seine Sternstunde war seine letzte Stunde. Sein Tod war beschlossene Sache. Die Art der Tötung war allen bekannt. Ein Zurück hätte es nur geben können durch einen Widerruf. Das aber war nicht möglich. Die Diskussionen mit den Vertretern der Synagoge hatten ja gezeigt: „Dieser Mann redet aus Gott.“
In dieser Situation kommt es zu seiner Vision. Die gibt ihm Sicherheit und Antwort. Er kann spüren: Ich habe auf das Richtige gehofft. Gut, dass ich dabei bleiben kann.
Sein Zeugnis war eine Sternstunde für Christengemeinden, die Menschen zu sich eingeladen haben. Sie mussten bekennen und gleichzeitig befürchten, verfolgt zu werden. Wie konnten sie mit ihrem Wunsch zum Bekenntnis und ihrer Angst umgehen? Wie konnten sie sich schützen und doch dem Reich Gottes mehr Raum geben? Die Geschichte des Stephanus zeigte ihnen: „Gott steht uns bei. Er verlässt uns nicht. Das gibt uns Mut.“
Im Evangelium der Heiligen Nacht wurde den Hirten und uns gesagt: „Fürchtet Euch nicht. Der Heiland ist geboren!“ Diese verängstigten Menschen, die sich keinen Reim auf all das machen konnten, schauten und glaubten.“ Das Geschehen rund um Stephanus ist eigentlich gleich.
Die weihnachtliche Freude soll nicht gestört werden durch das Fest des Märtyrers Stephanus. Vielmehr sollte suchenden Menschen gesagt werden: Die Märtyrer stehen für einen Menschen ein, den Gott gesandt hat, damit wir mit ihm und durch ihn wachsen.
Weihnachten ist das Fest der Liebe Gottes, die uns Menschen und die Welt verändern will. An Stephanus sehen wir, wozu begeisterte Liebe fähig macht. Wir schauen auf Stephanus, damit diese Liebe in unserem Leben fortwirkt.
Am zweiten Weihnachtstag wird uns von der Liturgie her das Martyrium des Diakons Stephanus vor Augen gestellt. Auf den ersten Blick erscheint dies nicht sehr feinfühlig. Mitten in den Jubel über die Geburt Jesu und in die Weihnachtsfreude hinein werden wir mit negativer Lebensrealität konfrontiert: Verurteilung und Hinrichtung wegen des Glaubens. Wir dürfen davon ausgehen, dass die Liturgen, die die Texte für das Kirchenjahr zusammengestellt haben, uns nicht die Freude am Weihnachtsfest verderben wollten, sondern eine pastorale Absicht verfolgt haben.
Wenn wir nicht wachsam sind, geraten wir leicht in die Gefahr, das Anliegen von Weihnachten mit der Zeit mehr und mehr abklingen zu lassen. In der Menschwerdung Jesu hat Gott das ungeheure Ausmaß seiner Liebe zu uns Menschen sichtbar werden lassen. Und von dieser Liebe weicht Jesus ein Leben lang keinen Zentimeter ab, obwohl sie ihm ein hohes Maß an menschlichem Leid einbrachte. Machen wir uns bewusst: Es gibt keine ärmlichere Geburt eines Menschen auf dieser Erde als die Geburt Jesu: Es gibt keinen schmachvolleren Tod zur Zeit Jesu als die Kreuzigung. Sie war den Schwerstverbrechern vorbehalten als Ausdruck der Schande. Jesus durchlebt also ein Höchstmaß an Armut und Schmähung. Dennoch wich er von der Liebe nicht ab. Dieses Verhalten Jesu sollen wir Weihnachten us vor Augen halten und in Freude darüber aufjubeln. Denn nur wenn wir uns in Staunen und Freude vom Leben Jesu begeistern lassen, wird in uns die Sehnsucht wachsen, an der Liebe selbst dann festzuhalten, selbst wenn uns Unrecht und Leid angetan wird.
In welches Ausmaß an Liebe Begeisterung führen kann, zeigt uns Stephanus. In seinem Herzen gibt es keinen anhaltenden Groll auf seine Gegner, Zorn oder Rachegedanken. Das zeugt nicht von Schwäche. Stephanus lässt sich von niemanden einschüchtern. Vor den Ältesten des jüdischen Gerichts hält er eine flammende Rede, in der er begeistert von Christus spricht und Zeugnis für ihn ablegt. Diese Begeisterung des Stephanus sollen wir uns vor Augen halten. Denn lebendiger Glaube benötigt Begeisterung und Festhalten an der Liebe. Nicht Traurigkeit über die Steinigung des Stephanus soll uns heute erfassen, sondern Hochachtung und Bewunderung darüber, welch enorme Kraft die Einstimmung auf die Liebe Gottes dem Stephanus brachte.
Schon in der Urkirche galt Stephanus als ein Musterbeispiel für gelebte Liebe und gelebte Nachfolge Jesu. Was wir von Stephanus, seinem Leben und Wirken wissen, ist uns in einer Form überliefert, die ihn als Abbild Christi zeichnet:
Fast parallel und spiegelgleich verläuft das Leben des Stephanus mit dem Leben Jesu. Und nicht von ungefähr gipfelt das Ende des Märtyrers im Gebet Jesu am Kreuz: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an. Dieser Satz enthält das Leitmotiv, unter das Stephanus sein gesamtes Leben stellte: Jene Liebe, die selbst den ärgsten Feind nicht ausklammert. Die Liebe prägte sein Denken, formte sein Wesen und bestimmte sein Handeln.
Stephanus ein Abbild Jesu, ein Vorbild für alle, die den Namen Christi tragen. Dieses Bild sollen wir vor Augen haben. Mit diesem Bild sollen wir in den Tagen nach Weihnachten aufbrechen in unseren Alltag und in das neue Jahr hinein.
Keiner, der sich nun im Stillen sagt „Das schaffe ich doch nie, ich bin kein Stephanus!“, soll resignieren oder aufgeben. Vielmehr möge er neu in die Krippe schauen auf den, von dem ja auch Stephanus seine Kraft bezog. Auch wenn wir keine großen Heiligen aus uns machen und uns nicht in allen Lebenslagen bewähren, so ist dennoch jedes kleine Werk unserer Liebe wertvoll und wichtig. Lassen wir uns durch weihnachtliche Besinnung auf Jesus, Stephanus und deren Leben immer neu bewegen zu einer Begeisterung, die über Weihnachten hinaus anhält und die im Laufe unseres Lebens immer stärker wird.
Das Fest des hl. Stephanus passt auf den ersten Blick nicht zu Weihnachten. Es erinnert eher an die Konflikte von Menschen, die religiöses Leben sehr ernst nehmen. Stephanus und Weihnachten zeigen uns, wie wir von unserem Glauben an die menschgewordene Liebe Gottes Zeugnis geben können.
Der zweite Weihnachtsfeiertag ist dem hl. Stephanus gewidmet. Er tritt mutig für Christus und dessen neuen Weg ein. An ihm wird sichtbar, wie die Botschaft von Jesus Christus die Welt verändert.
Weihnachten ist nur ein Fest der Gefühle. Liebe kann sehr ernst werden, zeigt sich im Leben und im Sterben des hl. Stephanus.
Obwohl das Fest des hl. Stephanus eine ganz andere Stimmung wachruft, ist der zweite Weihnachtsfeiertag ein echter Weihnachtstag.
Viele dem hl. Stephanus geweihte Kirchen im Donauraum erinnern an die Anfänge des Christentums hier. Stephanus ist eine wichtige Persönlichkeit am Anfang des Christentums in Jerusalem. Er ist entschlossen, in der Spur Jesu zu bleiben und sich den Konflikten zu stellen, die sich im konkreten Glaubensleben daraus ergeben.
Viele fragen sich: „Warum muss denn auf die Freude und den Glanz von Weihnachten gleich ein Märtyrerfest gelegt werden?“ Die schlichte Antwort darauf lautet: „Das Fest des Stephanus war eher!“
Die frühen Christen feierten schon Stephanus und andere Märtyrer als Zeugen ihres Glaubens. Erst viel später hatten sie die Möglichkeit, das Jahr nach christlicher Sicht zu gestalten. Sie sahen Christus als das Licht für die Welt und wählten als Geburtsfest einen Tag in der Nähe der Wintersonnenwende.
Christus erlebten sie als Licht für die Menschen. Sein Tun machte Mut, seine Worte fanden Antwort – damals wie hoffentlich auch heute.
Ihn bitten wir:
Heute begehen wir den Gedenktag des Hl. Stephanus. Nicht so sehr sein Martyrium als vielmehr sein Leben der Liebe und Begeisterung von Christus wird uns in der Apostelgeschichte vor Augen geführt. Wahrscheinlich kann keiner von uns so eindeutig die Liebe zu Christus leben wie dieser Martyrer. Aber resignieren müssen wir deshalb nicht. Bitten wir ihn vielmehr in diesem Gottesdienst, dass er uns beistehe und durch seine Fürbitte Kraft zur Liebe verleihe.
Herr Jesus,
Licht im Dunkel unserer Zeit.
Kyrie, eleison.
In deiner Nachfolge wandte sich Stephanus den Armen seiner Zeit zu.
Christe, eleison.
In deiner Liebe fand ein Saulus zur Berufung seines Lebens.
Kyrie, eleison.
Der Gott, der zu uns gekommen ist, lasse uns unsere Schuld nach und führe uns zu unserem Platz in seiner Liebe und seinem Licht. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du rufst uns Menschen auf, dir mit Hingabe und Kraft nachzufolgen.
Herr, erbarme dich.
Du willst, dass wir uns nicht bekämpfen,
sondern versöhnt und im Frieden miteinander leben.
Christus, erbarme dich.
Im Hl. Stephanus hast du uns ein Vorbild und einen Fürsprecher gegeben.
Herr, erbarme dich.
Es erbarme sich unser der gütige und barmherzige Herr.
Er stärke auch uns zu einem Leben der Liebe und Versöhnung. – Amen.
Herr Jesus Christus,
mit deiner Ankunft haben Engel Frieden für eine friedlose Welt verkündet.
Herr, erbarme dich.
Du aber lässt die Menschen wissen:
"Ich bin gekommen um Feuer auf die Erde zu werfen".
Christus, erbarme dich.
Du lädst uns ein,
vor der Wirklichkeit menschlicher Schwächen nicht zu erstarren,
sondern kraftvoll die Welt zu gestalten
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er befreie uns von Schuld und Sünde
und führe uns in seinen ewigen Frieden.
Allmächtiger Gott,
wir ehren am heutigen Fest
den ersten Märtyrer deiner Kirche.
Gib, dass auch wir unsere Feinde lieben
und so das Beispiel
des heiligen Stephanus nachahmen,
der sterbend für seine Verfolger gebetet hat.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Hl. Stephanus
Gott und Vater,
das Leben deines Sohnes
hatte Momente von Freude und von Schmerz,
von Einsamkeit und Gemeinschaft.
Lass uns deine Gemeinschaft spüren
und rühre uns an in unserer Einsamkeit,
damit wir den Menschen sagen können:
Gott ist mit uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…
Herr Jesus,
dich sah Stephanus, als er litt.
Wir hoffen darauf auch für die Leidenden unserer Tage und bitten:
V/A: Zeige deine Gegenwart
Der Frieden der Heiligen Nacht ist in manchen Gegenden sehr brüchig.
Für die dort Lebenden bitten wir:
Menschen werden verfolgt, weil sie ihren Glauben an dich bezeugen.
Für sie bitten wir:
Getötete Menschen hinterlassen Angehörige, die an dir zweifeln können.
Für ihre Familien bitten wir:
Das Weihnachtsfest in diesem Jahr müssen manche Menschen einsam verbringen.
Für sie bitten wir:
Stephanus wird als Heiliger verehrt, viele Glaubenszeugen bleiben namenlos. Du kennst ihre Namen und ihre Lebensgeschichte.
Sie sind bei dir und für sie bitten wir:
Wir hoffen, dass auch wir einmal in deiner Liebe für immer verbleiben. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du bist das Licht, das uns den Weg weist,
du bist die Kraft, in der wir über uns hinauswachsen können.
Auf Fürsprache des hl. Stephanus bitten wir dich:
Stehe allen bei, die wegen ihres Bekenntnisses zu Gott oder wegen der Ausübung ihrer Religion verfolgt, verspottet oder benachteiligt werden.
Christus, höre uns…
Ermutige alle Christen, zu ihrem Glauben zu stehen und ihn zu bekennen, auch wenn ihnen dadurch Nachteile entstehen.
Hilf allen Menschen, sich vor Fehlurteilen und schnellen Verurteilungen anderer zu hüten.
Lass uns in unserer weihnachtlichen Stimmung nicht vergessen, dass die Botschaft von der Menschwerdung und Liebe Gottes uns prägen und verändern soll.
Nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir und allen Heiligen.
Herr Jesus Christus,
es war die von dir geschenkte Gnade, aus der sich Stephanus bewähren konnte.
Wir danken dir für alle Kräfte, die du in uns hineingelegt hast und die du uns schenkst.
Wirke du in uns, heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.
Herr, unser Gott, schau gütig auf dein Volk,
das mit Freude und Hingabe
den Festtag des heiligen Stephanus feiert,
und nimm unsere Gaben an.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Hl. Stephanus
Kehrvers:
Die Freude an Gott ist unsere Kraft, Halleluja. Halleluja..
(ÖGL 980)
Großer und menschenfreundlicher Gott,
es ist recht, dass wir dir danken und dich preisen
für den neuen Weg, den uns Jesus gewiesen hat,
und durch den er das Angesicht der Erde erneuert hat.
Kehrvers
Wir danken dir für die Wahrheit,
die du durch Jesus aufs neue geoffenbart hast;
Durch sie hast du gezeigt, wie sehr du deine Geschöpfe liebst.
Kehrvers
Wir danken dir und preisen dich für das neue Leben,
das du der Menschheit in Jesus von Nazareth geschenkt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die mit Geist und Leidenschaft
für dich und deinen Sohn Zeugnis abgelegt haben.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Menschen,
die unsere oft verfahrene Welt durch ihr mutiges Beispiel
aus Irrwegen und Sackgassen herausgeführt haben.
Kehrvers
Wir danken dir, dass dein Geist auch heute
Menschen zu glaubwürdigen Zeugen deiner schöpferischen Liebe
und deiner Menschenfreundlichkeit macht.
Wir danken dir für die Menschen, die ihr Leben einsetzen,
um deine Frohe Botschaft allen Menschen bekannt zu machen.
Kehrvers
Mit allen Engeln und Heiligen stimmen wir ein
in das Lob der ganzen Schöpfung und singen:
Danklied, z. B.: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich (GL 247)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn schaffst du den Menschen neu
und schenkst ihm ewige Ehre.
Denn einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen:
dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch,
und wir sterbliche Menschen
empfangen in Christus dein göttliches Leben.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Weihnachten 3
Stephanus sah den Himmel offen und darin Gottes Herrlichkeit.
Wir rufen zu Gott mit den Worten Jesu:
Vater Unser…
Herr Jesus,
Stephanus hat wie du noch im Tod an Vergebung und Frieden gedacht.
Frieden war auch das erste Wort der Engel an Weihnachten.
Wir bitten dich, der du die Fülle des Friedens bist:
Schaue nicht auf unsere Sünden…
Eben erst
sind wir bei der Krippe angekommen.
Eben erst
haben wir staunend das Wunder gesehen.
Eben erst
haben wir voll Freude gejubelt.
Und nun, Herr,
sollen wir gehen dich zu bezeugen.
Nun sollen wir den Menschen sagen:
Gott ist mit uns!
Nun sollen wir standhaft sein und mutig,
sollen uns nicht mundtot machen lassen
von denen, die dir nicht glauben.
Gott ist mit uns
Er erfüllt uns, wie Stephanus,
mit Glauben und Heiligem Geist.
Er schenkt Kraft und Mut,
er ist Weg und Ziel.
Ihm dürfen wir vertrauen.
Gott ist mit uns -
seit Weihnachten
wissen wir das neu.
Herr, unser Gott,
wir danken dir
für die Gnade dieser festlichen Tage.
In der Geburt deines Sohnes
schenkst du uns das Heil;
im Sterben des heiligen Stephanus
zeigst du uns das Beispiel
eines unerschrockenen Glaubenszeugen.
Wir bitten dich:
Stärke unsere Bereitschaft,
deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus,
standhaft zu bekennen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Hl. Stephanus
Gott und Vater,
du hast uns an Weihnachten deinen Sohn geschenkt,
um uns den Himmel wieder zu öffnen.
Du hast Stephanus den offenen Himmel gezeigt
und ihm darin Platz gegeben.
In dieser Feier hast du uns heute ahnen lassen,
wie uns das Mahl deines Sohnes beschenkt.
Für all das danken wir dir
durch ihn unseren Herrn. - Amen.
Stephanus schaute Gott in seinem Sterben.
Gott schenke euch seine Nähe und seinen Segen. - Amen.
Christus wurde das Geschenk für die Menschen in allen Zeiten seines Lebens.
Er beschenke euch mit seiner Kraft und seinem Segen. - Amen.
Gottes Geist gibt den Verfolgten die Worte ein, die sie brauchen.
Er beschenke durch euer Wort unsere Welt und gebe euch seinen Segen. - Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes
erfülle euch an diesem Tag. - Amen.
Jede ernsthafte Beziehung lebt von einem starken Gegenüber. Sie reift in dem Maße, wie Achtung und Respekt voreinander wachsen. Das gilt erst recht für die Gottesbeziehung. Gott ist nicht jemand von nebenan. Er ist der Schöpfer, und wir sind seine Geschöpfe. Gott ist Gott und Menschen sind Menschen, nicht Herrgötter. Wer es mit Gott zu tun bekommt, der kann sich auf Einiges gefasst machen. Es ist jedenfalls nicht das reine Vergnügen mit einem himmlischen Spaßmacher. Viele denken sich das so. Die Vorstellung vom Richter mit dem Schwert in der Hand ist oft genug in eine Religion des lieben Gottes umgeschlagen. Der segnet nur ab, was kommt. Da ist nichts von Herausforderung, von Widerstand oder Zorn gegen das, was ist und was ich gerade zu sein beliebe. Der so erträumte oberste Gutmütige trägt schließlich dazu bei, die Feigheit vor dem Leben, die Scheu vor harten Bewährungen zu verewigen. »Ein Gott ohne Zorn brachte Menschen ohne Sünde in ein Reich ohne Gericht durch den Dienst eines Christus ohne Kreuz« (R. Niebuhr). Entsprechend folgenlos, langweilig und realitätsfremd ist die Glaubenspraxis. Unser »Gott« ist weder zu fürchten noch zum Verlieben. »Mein Problem ist nicht, ob Gott existiert oder nicht, das meine beginnt damit, dass Er existiert« (F. Stier). Und dass die Verhältnisse in dieser Welt so sind, wie sie sind. Ist es nicht das Leben selbst, das uns die Abgründe Gottes ahnen lässt? Das Leben in dieser Welt ist nicht nur hinreißend schön, es kann auch ganz schrecklich sein und kaum mehr erträglich. Ein reifer Glaube kann das Leid der Welt nicht einfach wegschminken, er muss ihm standhalten. Den Gott, der umstandslos zu unseren Wünschen passt, gibt es im Christentum nicht.
In die Knie gehen Jesus hat uns einen anderen Gott nahegebracht, nicht einen, den man sich unter den verlieblichenden Schalmeientönen einer esoterischen Kuschelreligion nach eigenen Bedürfnissen zurechtträumen kann. Er passt nicht in unseren Kram, steht quer zu Vielem in der Welt, ist auch erschreckend fremd, unbequem und widerständig. Menschen, die ihm begegnen, gehen in die Knie. Kennen wir das noch? Vor wem gehen wir in die Knie? »Fürchte dich nicht«, heißt es oft, wenn Gott auf den Plan tritt. Also ist doch Grund zur Furcht. Gottesbegegnungen sind Erfahrungen an der Grenze unseres Daseins. Sie gehen durch Mark und Bein. Mit dem »Fürchte dich nicht« sagt Gott dem Menschen, dass er ihm in dieser Situation vertrauen kann: »Ich bin bei dir.« Gottesfurcht ist nicht lähmende Angst, sie ist befreiend. Wer Gott fürchtet, braucht vor keinem Menschen Angst zu haben. Umgekehrt: Wer die Gottesfurcht preisgibt, der wird von der Heidenangst überrollt. Die Gottesfurcht ist eine Gabe des Heiligen Geistes. Gott bleibt der ganz Andere, der Unbegreifliche, der Heilige. Aber Jesu Botschaft lässt uns erahnen, dass die Andersartigkeit Gottes aus seiner abgründigen Liebe kommt. Dafür steht der Heilige Geist. Er lässt uns im Lichte Gottes erkennen - in Glück und Dank und im Erschrecken über die Welt und über uns selbst -, wie wir sein könnten und sein sollten, im Format Jesu.
Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
»Gott ist kein Hampelmann (auch keine Hampelfrau), sondern das unendliche Geheimnis in und jenseits menschlicher kosmischer Existenz. Mit Gott kann man nicht 'Hoppe Reiter' spielen, denn er ist unserem Zugriff und unserer Verfügbarkeit entzogen. Wo allenthalben die Banalisierung Gottes ausgerufen wird, ist umso schärfer dagegen zu halten, gegen eine Verkleinerung, gegen eine fugen-lose Verkleisterung in die menschlichen Bedürfnisse und Sehnsüchte hinein, gegen seine lückenlose Vermarktung in die Nachfrage hinein, gegen die Trivialisierung des Mysteriums in die Mystery-Angebote der Unterhaltung, gegen die Verstopfung der Transzendenzsehnsüchte der Menschen durch vorschnelle religiösmagische Erfüllungsangebote, vom Horoskop bis zu den Heilwässerchen. [...] Nicht die Gottesbeziehung ist beherrschend, sondern das Haben und Bekommen, und wenn dies nicht erlebt wird, sucht man sich andere Beziehungen. Die Erlebnisqualität diktiert und qualifiziert die Beziehung zu dem, was man Religion, Esoterik oder gar Gott nennt. Hauptsache, man kann die Transzendenz diesseitig verhackstücken und in den Griff bekommen, sei es im Tarotspiel oder in Meditationstechniken«
Otmar Fuchs in: Ludger Schulte, Gott suchen - Mensch werden. Vom Mehrwert des Christseins. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.
Berühre du, o Gott,
die Gipfel meiner
Gedanken, damit in
den Tälern und Tiefen
meiner Seele deine
Saat wachse und reife.
Belebe du, o Gott,
die Kräfte meines
Herzens, damit darin
all das bewahrt bleibe,
womit du mich so reich
beschenkst.
Verwandle du, o Gott,
das Dickicht meiner
Trübsal, damit ich dein
heilsames Licht ausstrahle,
dort, wo ich
stehe.
Besiege du, o Gott, die
bösen Geister und
Gedanken in mir,
damit ich freimütig und
aufrichtig dir und den
Menschen diene.
Beflügle du, o Gott,
die Schwingen meiner
Fantasie, damit ich
nicht müde werde,
über dein Wirken zu
staunen.
Bestärke du, o Gott,
das Schwache in mir,
damit ich behutsam
und tatkräftig mich
einsetze für die Bewahrung
des Lebens.
Paul Weismantel in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.
gott
du nichts
du alles
du in allem der rest
du lücke
du bruchstelle in einer perfekten weit
du in meiner letzten wüste verdunstet
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
gott
du irrsinn
du wahnsinn
du sinn
du jenseits unserer sinne
ich habe
die angst verloren
nicht plötzlich gestern
im supermarkt
ich habe
die angst verloren
nicht stehen lassen
wie meinen schirm
in der straßenbahn
ich habe
die angst verloren
nicht hängen lassen
wie meinen hut
beim friseur -
ich habe
die angst verloren
nicht verlegt
wie meine brille
ich habe
die angst verloren
nicht wie mein geld
bei der inflation
ich habe
meine angst verloren
mit der zeit
meine angst vor dem tod
meine angst vor dem leben
meine angst vor den menschen
meine angst vor meinem gott
gott hat angst
vor so viel macht
und übermacht
die macht ist nicht mehr
göttlich
die macht ist
zum teufel gegangen
jetzt sitzt sie zur rechten
des teufels
ich habe
meine angst verloren
als ich menschen fand
Wilhelm Willms in: Reinhard Kürzinger / Bernhard Sill, Das große Buch der Gebete. Über 800 alte und neue Gebetstexte für jeden Anlass. Lizenzausgabe für Verlag Hohe, Erfstadt 2007.
Menschen, die mir freundlich begegnen, nenne ich nicht gleich meine Freunde.
(…)
Und doch können wir immer wieder diese gute Erfahrung machen: Bei diesem Zusammensein fand wirklich Begegnung statt.
Inneres Berührtwerden, weil es gelungen ist, aus Worthülsen auszusteigen, den Small-Talk zu durchbrechen und stattdessen sich etwas für unterwegs mitzugeben:
Ein interessanter neuer Gedanke, ein Fenster zu einem Leben, das nicht meins ist.
Aus: Claudia Filker; Freunde sind so kostbar Johannis Verlag Lahr 2001.
Ja, ich lade dich ein, mein Freund,
in meinem Leben Platz zu nehmen.
Ich gebe zu, der Platz ist begrenzt.
Nicht jeden lasse ich so weit vor.
Sei bei mir zu Haus mit deinen
Gedanken und Gefühlen.
Entscheide, was du mit mir teilen möchtest.
Aus: Claudia Filker; Freunde sind so kostbar Johannis Verlag Lahr 2001.
Der Dichter Ernst Wiechert schrieb 1939 über seine Erfahrungen im KZ Buchenwald: „Ich habe nur am Tor gestanden und auf die dunkle Bühne geblickt… Aber die Speichen des schrecklichen Rades begannen sich schon zu drehen, und Blut und Grauen tropften aus ihrem blitzenden Kreis.“
Speichen des schrecklichen Rades – das waren alle, wenn einmal vom SS-Apparat erfasst. Speichen am Rad der Zeit.
Aus: Adalbert Ludwig Balling, Reinhard Abeln; Speichen am Rad der Zeit. Priester in Dachau. Herderverlag Freiburg – Basel – Wien 1985.
Seh ich Bilder
Von Geschlagenen, Geschundenen,
muss ich an die Männer
im gestreiften Sträflingskitteln
denken.
Der Aufseher brachte sie an Weihnachten
in mein Elternhaus.
Der Betrieb war geschlossen.
Dort sollten sie arbeiten.
Jetzt saßen sie an unserem Tisch.
(…)
Sie froren, waren hungrig, gedemütigt.
Wir teilten mit ihnen das wenige Brot
den Kaffee, die Milch
Das Verbotene machte uns
tagelang Angst.
Aus: Theresia Hauser; Du hast mich geführt. Sich betend erinnern Herderverlag Freiburg – Basel – Wien 1991.
Du legst in unsre Dunkelheit,
Christus, deine Herrlichkeit.
Mit Schöpfermacht trägst du das All
und schenkst dich uns als Kind im Stall.
Ehre sei Gott!
Auf deinem Weg, der so begann,
geht uns Stephanus voran,
der Erste, der durch Leid und Tod
der Welt das Christuszeichen bot.
Ehre sei Gott!
Er diente deinen Armen treu.
Er gab Zeugnis ohne Scheu.
Er machte deinen Namen groß,
und sehend teilte er dein Los.
Ehre sei Gott!
Geheimnis, Ziel und Maß der Zeit,
sei uns nah im Erdenstreit!
Wie Stephanus den Kranz gewann,
nimm uns und unsre Gaben an.
Ehre sei Gott!
Peter Gerloff auf: http://glauben-singen.de/Stephanus_.htm

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Das griechische Wort stéphanos bezeichnet den aus Zweigen (oftmals aus Palmzweigen) geflochtenen "Kranz des Siegers", der bei den antiken Wettkämpfen dem Sieger überreicht und aufgesetzt wurde. Im Hintergrund dieser Ehrung steht wahrscheinlich der strahlende Leuchtkranz der Sonne, die so genannte corona. Verschiedentlich wurde der Kranz auch als Zeichen der Priester- oder Beamtenwürde getragen. Manchmal bekam der so Ausgezeichnete den Namen stephanos, der in späterer Zeit allgemein zu einem Vornamen geworden ist.
Stephanus begegnet uns erstmals im sechsten Kapitel der Apostelgeschichte als führender Mann der Hellenisten innerhalb der Urgemeinde. Bei ihnen wird es sich um Juden gehandelt haben, die in der weltweiten Diaspora geboren worden und aufgewachsen waren, aber später - aus welchen Gründen auch immer - in das "Land der Väter" gezogen sind. Ihre Muttersprache war das Griechische, der aramäischen Umgangssprache in Palästina waren sie nur begrenzt mächtig. Apg 6,1-8 zeigt uns, dass es Zwistigkeiten zwischen den Hellenisten und den aus Palästina stammenden Juden, den so genannten Hebräern, gegeben hat.
Stephanus wird als jüdischer Hellenist wohl ebenfalls aus der Diaspora nach Palästina gekommen sein. Es kann angenommen werden, dass seine Heimat das ägyptische Alexandrien gewesen ist - manche Aspekte der Stephanusrede (Apg 7,2-53) sprechen nach Meinung der Exegeten dafür. Neben seiner Tätigkeit als Armenpfleger in der Urgemeinde fand er Gelegenheit, diesen seinen Bekannten das Evangelium zu verkünden.
Stephanus wurde durch seine hellenistischen Widersacher denunziert und ebenso wie bei der Passion Christi treten gegen ihn falsche Zeugen auf, welche ihm Aussagen gegen Moses, Gott, den Tempel und das Gesetz nachsagen. Von der Menge wird er vor den Hohen Rat gebracht und muss sich vor diesem verteidigen. Die Einzelheiten dieses Prozesses, bzw. dieses Geschehens, liegen für uns völlig im Dunkeln. Der lukanische Bericht schwankt zwischen der Schilderung eines ordentlichen Verfahrens und Lynchjustiz hin und her. Jedenfalls wird der Angeklagte in seiner Verteidigungsrede unterbrochen, vor die Stadt gebracht und dort gesteinigt. Interessant ist das "kleine Detail am Rande": hier taucht, historisch gesehen, Paulus erstmals im Neuen Testament auf.
Stephanus stirbt betend und mit einer Vision des erhöhten Herrn vor Augen. Selbst im Tode wollte er Jesus ähnlich sein und betet daher für seine Mörder. Die Tatsache, dass auch "angesehene" Bürger Jerusalems bei seinem Begräbnis anwesend waren, könnte dafür sprechen, dass er doch nicht rechtmäßig verurteilt worden ist.
In seiner Verteidigungsrede, die einer damaligen Synagogenpredigt nicht unähnlich ist, geht Stephanus ausführlich auf die Geschichte Israels im Blick auf sein Gottesverhältnis und auf Gottes Treue zu seinem Volk trotz vielfacher Untreue Israels ein. Er hebt hervor, dass Gottes Heil seit jeher nicht an den Tempel gebunden war. Diese distanzierte Haltung zum Tempelkult findet sich schon bei den alttestamentlichen Propheten, aber auch bei Jesus und im zeitgenössischen Judentum der Diaspora, das wegen seiner großen geographischen Entfernung zu Jerusalem andere Formen der "Frömmigkeitsausübung" finden musste, die den Opferkult im Tempel ersetzen konnten.
In Alexandria, der vermutlichen Heimat des Stephanus, hatte man längst die hermeneutischen Methoden der Spiritualisierung und der Allegorese entwickelt. Der alexandrinische Philosoph Philo, ein Zeitgenosse des Stephanus, hat sie in seinen Kommentaren zu alttestamentlichen Texten zur Blüte gebracht. Bei Stephanus kommen noch die heilsgeschichtliche Sicht der Gottesgeschichte mit Israel und eine recht urtümliche Christologie dazu. Vor allem mit seiner Vision des erhöhten Jesus in unmittelbarer Nähe Gottes dürfte Stephanus absolut nicht in das religiöse Weltbild der jüdischen Theologen gepasst haben und so wird es annäherungsweise erklärlich, weshalb er auf schärfste Kritik stieß und letztlich hingerichtet wurde.
Der heutigen Lesung geht die Wahl der ersten 7 Diakone voraus (6,1-7) und damit wird ein neues, dem Kreis der Zwölf untergeordnetes Gemeindeamt geschaffen. Diakonie war aber, wie an Stephanus (Apg 6,8 - 7,53) zu sehen ist, von Anfang an auch Teilnahme an der Verkündigungsaufgabe der Apostel.
Der Stephanusprozess erinnert an den Prozess Jesu, in dem gleichfalls von falschen Zeugen die Anklage erhoben wurde, Jesus stellte den Tempel als den einzigen Ort der Gottesbegegnung in Frage. Der Vorwurf, das alttestamentliche Gesetz als überholt abzutun, verbindet Stephanus mit seinem "Nachfolger" Paulus (Apg 21,28).
Die Rede des Stephanus (Apg 7,1-53) wird in der heutigen Lesung übersprungen (vgl. "ungekürzte Fassung"). Stephanus reagiert mit einer langen Rede auf die Vorwürfe. Er greift auf die Geschichte Israels zurück um zu zeigen, dass das Volk Israel nie bereit war, den Heilswillen Gottes anzuerkennen. Israel hat immer das abgelehnt, was Gottes Wille war. Die Kreuzigung des Gerechten (d. h. des Messias) ist daher – wie auch die Hinrichtung des Stephanus - nur eine Folge der immerzu widersätzlichen Haltung Israels gegen die Heilstaten Gottes.
Stephanus hat seine Richter der Empörung gegen Gott, der Übertretung des Gesetzes und des Messiasmordes angeklagt (51-53). Die Umkehrung der Gerichtssituation wird durch das Bekenntnis, Jesus stehe als der Menschensohn zur Rechten Gottes, ins Unerträgliche gesteigert.
Stephanus, einer der sieben urkirchlichen "Diakone", die zum Dienst am Tisch der Armen eingesetzt waren, wird als Mann voll Kraft und Hl. Geist geschildert. Das öffentliche Wirken des Heiligen wird mit Wundern berichtet. Doch seine Worte, seine Predigt, wird ihm zum Verhängnis. Vor dem Hohen Rat wird er unter dem Zeugnis falscher Zeugen wegen drei Punkten angeklagt:
- Er stelle die Gültigkeit des jüdischen Gesetzes in Frage.
- Er wende sich gegen den Tempel.
- Er lästere Gott.
Stephanus selbst verteidigt sich in der längsten Rede der Apostelgeschichte (7:1- 53), aber seine Worte verwandeln sich zur Anklage seiner Ankläger und Richter.
Im Zentrum steht ein Überblick über die Geschichte des Volkes Israel. Die in einer Vision gegebene Bestätigung der Richtigkeit dessen, was Stephanus gesagt hatte, empört die Zuhörer. Diese Rede reizt die Zuhörer aufs höchste, so dass sie ihn gleich richten, wie die in seiner Verteidigung angeführten Gottesmänner.
In einem Akt der Lynchjustiz wird Stephanus zum ersten Märtyrer.
Lukas, der als Verfasser der Apostelgeschichte gilt, schildert die Hinrichtung des Diakons mit vielen Parallelen zur Kreuzigung Jesu. Außerhalb der Stadtmauern wird an ihm die jüdische Art der Hinrichtung (Steinigung) vollzogen. Die Worte des sterbenden Stephanus erinnern an die letzten Worte Jesu am Kreuz.
Das Martyrium des Heiligen markierte eine Wende in der Geschichte des jungen Christentums und war das Signal zur ersten größeren Christenverfolgung. Die Gemeinde von Jerusalem zersplitterte sich, was dazu beitrug, dass sich die Botschaft Jesu über die Grenzen der Stadt hinaus verbreitete.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz