Lesung aus dem Buch Jesaja:
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze;
das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen.
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt,
er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt,
bis er auf der Erde das Recht begründet hat.
Auf seine Weisung warten die Inseln.
Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen,
ich fasse dich an der Hand.
Ich schaffe und mache dich
zum Bund mit dem Volk,
zum Licht der Nationen,
um blinde Augen zu öffnen,
Gefangene aus dem Kerker zu holen
und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze;
das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen.
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt,
er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt,
bis er auf der Erde das Recht begründet hat.
Auf seine Weisung warten die Inseln.
So spricht Gott, der HERR,
der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat,
der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst,
der dem Volk auf ihr Atem gibt
und Geist allen, die auf ihr gehen.
Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen,
ich fasse dich an der Hand.
Ich schaffe und mache dich
zum Bund mit dem Volk,
zum Licht der Nationen,
um blinde Augen zu öffnen,
Gefangene aus dem Kerker zu holen
und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
Kv: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden. – Kv
(oder GL 263)
Bringt dar dem HERRN, ihr Himmlischen,
bringt dar dem HERRN Ehre und Macht!
Bringt dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
werft euch nieder vor dem HERRN in heiliger Majestät! - Kv
Die Stimme des HERRN über den Wassern:
der HERR über gewaltigen Wassern.
Die Stimme des HERRN voller Kraft,
die Stimme des HERRN voll Majestät. - Kv
Der Gott der Ehre hat gedonnert.
In seinem Palast ruft alles: Ehre!
Der HERR thronte über der Flut,
der HERR thronte als König in Ewigkeit.- Kv
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!
Die ihr kein Geld habt, kommt,
kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld
und ohne Bezahlung Wein und Milch!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,
und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir,
hört und ihr werdet aufleben!
Ich schließe mit euch einen ewigen Bund:
Die Erweise der Huld für David sind beständig.
Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht,
zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
Siehe, eine Nation, die du nicht kennst, wirst du rufen
und eine Nation, die dich nicht kannte, eilt zu dir,
um des HERRN, deines Gottes, des Heiligen Israels willen,
weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den HERRN, er lässt sich finden,
ruft ihn an, er ist nah!
Der Frevler soll seinen Weg verlassen,
der Übeltäter seine Pläne.
Er kehre um zum HERRN,
damit er Erbarmen hat mit ihm,
und zu unserem Gott;
denn er ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken
und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des HERRN.
So hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege
und meine Gedanken über eure Gedanken.
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Dieser Text gehört noch zum zweiten Teil des Jesajabuches und ist im babylonischen Exil entstanden. Der Prophet spricht dem Volk das Heil Gottes zu.
In einem ersten Abschnitt ahmt der Prophet in seiner Heilszusage einen Händler auf dem Basar nach, der seine Ware anpreist: Wasser, Getreide, Wein, Milch ... alles ohne Geld.
Im zweiten Abschnitt wirbt Gott um das Volk und bietet ihm einen Bund an, der den Bund mit David übertrifft. Während die Könige sich ihre Völker mit Waffengewalt unterwerfen müssen, kommen nun alle Völker freiwillig zu ihrem Herrn.
Der dritte Abschnitt fordert auf, den Herrn zu suchen. Dies geschieht in der Umkehr zum Herrn. Dieser bietet sein Verzeihen an.
Der letzte Abschnitt beschreibt die Zuverlässigkeit und die Wirksamkeit des Wortes Gottes in Vergleichen mit dem Regen und Schnee und dem Wachsen des Samens.
Kv - Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils. – Kv
(Oder GL 312,6)
Siehe, Gott ist mein Heil;
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR.
Er wurde mir zum Heil. - Kv
Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an! /
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt,
verkündet: Sein Name ist erhaben! - Kv
Singt dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht;
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
begann Petrus zu reden
und sagte:
Wahrhaftig, jetzt begreife ich,
dass Gott nicht auf die Person sieht,
sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist,
wer ihn fürchtet
und tut, was recht ist.
Er hat das Wort den Israeliten gesandt,
indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus:
Dieser ist der Herr aller.
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist,
angefangen in Galiläa,
nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:
wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat
mit dem Heiligen Geist und mit Kraft,
wie dieser umherzog,
Gutes tat
und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren;
denn Gott war mit ihm.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Zu verstehen ist diese Lesung nur im größeren Zusammenhang der Cornelius-Geschichte in der Apostelgeschichte. Cornelius, Römer, aber dem jüdischen Glauben nahe stehend, wird in einer Vision zu Petrus geführt. Der, gefangen in den Kategorien von "rein" und "unrein", "dazu gehörend“ und "fremd" wird in dieser Geschichte davon überzeugt, dass Gott nicht so denkt.
Apg 18,28: "Und (Petrus) sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll."
Gott hat den Israeliten das Wort gesandt: Jesus, den Christus. Er hat Frieden verkündigt, er ist der Herr aller. So wird hier zusammengefasst, was in der Predigt des Petrus dann ausgeführt wird. Mit einem vertrauten "ihr wisst" werden Erinnerungen wachgerufen, die lebendig sind: Nach der Taufe, die Johannes verkündigt hat, hat Gott Jesus von Nazareth gesalbt mit dem Heiligen Geist. Er zog umher, tat Gutes, heilte alle, die in der Gewalt des Teufels waren – kurz: der Weg Jesu wird als Heilsweg beschrieben, auf dem Gott selbst erscheint ("denn Gott war mit ihm").
In der Cornelius-Geschichte wird die Taufe Jesu ausgelegt. Die Apostelgeschichte, die mit dem Lukas-Evangelium zusammen gelesen werden muss, erzählt, dass "nach der Taufe, die Johannes verkündigt hat", durch Jesus auch Cornelius nicht mehr zu den Fremden gehört. In Lk 3,21f wird die Taufe Jesu so erzählt: "Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen."
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel tat sich auf, und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Halleluja.
Lesung aus dem ersten Johannesbrief:
Schwestern und Brüder!
Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist,
ist aus Gott gezeugt
und jeder, der den Vater liebt,
liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist.
Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben:
wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen.
Denn darin besteht die Liebe zu Gott,
dass wir seine Gebote halten;
und seine Gebote sind nicht schwer.
Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt.
Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat:
unser Glaube.
Wer sonst besiegt die Welt,
außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?
Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist:
Jesus Christus.
Er ist nicht nur im Wasser gekommen,
sondern im Wasser und im Blut.
Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt;
denn der Geist ist die Wahrheit.
Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen:
der Geist,
das Wasser
und das Blut;
und diese drei sind eins.
Wenn wir von Menschen ein Zeugnis annehmen,
so ist das Zeugnis Gottes größer;
denn das ist das Zeugnis Gottes:
Er hat Zeugnis abgelegt von seinem Sohn.
Halleluja. Halleluja.
Johannes sah Jesus auf sich zukommen und sagte:
Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
trat Johannes in der Wüste auf
und verkündete:
Nach mir kommt einer,
der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg,
sah er, dass der Himmel aufriss
und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn,
an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
Das Evangelium nach Markus ist vermutlich das früheste der vier Evangelien. Die Taufe Jesu steht schon im 1. Kapitel, also ganz am Anfang. Eine Kindheitsgeschichte fehlt.
Die Taufgeschichte beginnt mit einem Auszug aus der Predigt Johannes des Täufers. Er, der gemeinhin als Vorläufer angesehen wird, steht mit seiner Botschaft an einer Nahtstelle: Einerseits legt er die Schrift aus, die zum Alten Bund gehört, andererseits bereitet er dem Herrn, der kommt, den Weg (Neuer Bund). Ein Gefälle von "alt" zu "neu" ist dabei nicht beabsichtigt, eher eine persönlich vermittelte Nähe, ein nahtloser Übergang.
Aus der Predigt des Johannes: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich … Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Jesus lässt sich taufen (mit Wasser), wie Johannes sagt, aber als er aus dem Wasser steigt, sieht er den geöffneten Himmel und den Geist auf sich herabkommen. Eine Stimme aus dem Himmel spricht: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Hat nur Jesus den geöffneten Himmel gesehen? Nur er die Taube? Hat nur er die Stimme gehört? Das Evangelium lässt offen, wer das bezeugen könnte. Was der Geist aber bewirkt, wird im Evangelium erzählt. Und in jeder Taufe neu geschenkt. Es ist nicht nur eine Taufe mit Wasser, sondern eine Taufe mit Heiligem Geist.
Die Geschichte von der Taufe Jesu, wie sie im Markus-Evangelium überliefert wird, erzählt am Anfang der Geschichte Jesu überhaupt, dass Gott sich zu ihm bekennt, ihn Sohn nennt, an ihm Gefallen gefunden hat (bevor sein Weg überhaupt beginnt). Das ist als Proklamation zu verstehen. Ältere Ausleger haben hier zu sehen gemeint, dass Jesus als Sohn adoptiert wird, aber das konnte nur missverständlich sein. Das letzte Wort lässt Markus dem Hauptmann, der bei der Kreuzigung zugegen war: "Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!" (Mk 15,39)
Der vorliegende Text aus dem Markusevangelium ist Teil der Vorbereitung Jesu auf sein öffentliches Wirken. Markus erzählt keine Kindheitsgeschichte Jesu. Es gibt also keine Ankündigung bei Maria und keine Geburtserzählung. Markus bringt die Ursprungsfrage und Legitimation für das Handeln Jesu in diesem Kontext. Die Verkündigung der frohen Botschaft nimmt bei Gott seinen Anfang, wird durch Johannes vorbereitet und angekündigt und in Jesus Realität. Für Markus wird die Offenbarung, daß er der Sohn Gottes ist, Jesus allein geschenkt (anders bei Mt. oder Johannes). Er allein hört die Stimme; Er allein sieht den offenen Himmel und den Geist herabkommen. Hier liegt für Markus die Legitimation für Jesu nachfolgendes Handeln.
Die Ankündigung des Johannes mit der Rede vom Lösen der Schuhriemen hat im damaligen Verständnis nicht die Bedeutung von Demut sondern war im Rechtsbereich eine Geste zur Besiegelung eines Rechtsgeschäftes. Somit zeigt Johannes nicht wie ehrfürchtig es ist, sondern er betont damit die hohe Stellung Jesu und seine Unwürdigkeit, auf gleicher Ebene als Partner mit Jesus ein Geschäft abzuwickeln.
Inhaltlich interessant ist hier auch noch die Unterscheidung von Taufe mit Wasser und Taufe mit dem Heiligen Geist. Die katholische Tradition sieht diese beiden als Einheit.
Die Taufe Jesu führt uns vor Augen, was auch in unserer eigenen Taufe an uns geschehen ist, und was uns damit zugesagt worden ist. Die Taufe ist jedoch kein magisches Ritual, das uns die Freiheit nimmt, unser Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. An uns liegt es, in welcher Weise wir den Geist Gottes in unserem Leben wirken lassen.
Vor einigen Tagen warf ich auf dem Weg zu einer Besorgung einen Blick in unsere Kirche, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Diese wird gerne genutzt, um sich für einige Momente der Stille in der Atmosphäre eine geheiligten Raumes aus dem Trubel der Großstadt zurückzuziehen. Allerdings wird sie manchmal auch von frommen oder unfrommen Störenfrieden heimgesucht…
In der Nähe des Eingangs traf ich einen jungen Mann mit einem Baby in einem Babytragetuch. Wegen der Gesichtsmasken haben wir uns gegenseitig nicht gleich erkannt. Vor etwa zwei Jahren habe ich in unserer Kirche die Tochter der jungen Familie, die gleich um die Ecke wohnt, getauft. Tochter und Mutter waren gerade damit beschäftigt, alle für die junge Dame interessanten Plätze in der Kirche aufzusuchen. Der Vater erzählte mir, dass sie mittlerweile auch einen Sohn haben, diesen jedoch infolge der Pandemie noch nicht haben zur Taufe bringen können. Sie möchten diese wieder mit ihren Verwandten und Freunden gemeinsam feiern und hoffen, dass es dann im Sommer möglich sein werde.
Mich freut, dass dieses junge Paar ihre Kinder nicht nur in unserer Kirche taufen ließ bzw. lässt, sondern dass das Haus Gottes für ihre Kinder auch ein Stück Heimat geworden ist bzw. wird, in dem sie sich daheim fühlen.
Damit sind wir schon mitten im Thema Taufe und ihrer Bedeutung für uns Christen angelangt. In der Erzählung von der Taufe Jesu wird dargestellt, was in der Taufe geschieht: Auf Jesus kam der Geist Gottes herab und eine Stimme aus dem Himmel offenbart ihn als geliebten Sohn Gottes, an dem der Vater Wohlgefallen hat.
In jeder Taufe wiederholt sich dieses Ereignis an den Personen, die getauft werden. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Taufritual mit weiteren Symbolen und Riten ausgestaltet, die unterstreichen, was Gott uns in diesem Sakrament zusagt: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter, an dir habe ich Wohlgefallen. Weil Gott treu ist und keines seiner Versprechen zurücknimmt, dürfen wir ihm ein Leben lang als Vater vertrauen und können wir uns auf ihn verlassen. Diese Zusage gibt unserem Leben ein geistiges Fundament, das durch nichts überboten werden kann.
Entscheidend ist, was wir aus dieser Zusage machen. Was mich an dieser jungen Familie freut, ist, dass sie ihre Kinder in diese Atmosphäre Gottes zwanglos hineinwachsen lassen. Eine andere Familie in meinem Bekanntenkreis hat sich entschieden, ihr Kind noch nicht taufen zu lassen. Es soll sich später einmal frei entscheiden können… Das klingt gut, lässt mich aber ein wenig schmunzeln. Diese Familie ist sehr um eine gesunde vegetarische Ernährung besorgt. Selbstverständlich wird ihr Kind vegetarisch ernährt. Irgendwann wird auch ihr Kinde, was die Ernährung betrifft, seine eigenen Wege gehen. Ob das dann der Weg der Eltern ist?
Der Geist weht, wo er will, heißt es. Die Taufe ist kein magisches Ritual, das uns in Schema zwingt und die Freiheit nimmt. Als Kinder Gottes haben wir ein Leben lang die Möglichkeit, in unserer Beziehung zu Gott unsere eigenen Wege zu gehen. Und das müssen wir auch bei unseren liebsten Angehörigen respektieren. Eltern werden nicht verhindern können, dass ihre Art mit Religiosität umzugehen, ihre Kinder beeinflusst.
Jesus wurde als Kind beschnitten und damit in das Volk Gottes eingegliedert. Als Erwachsener ließ er sich von Johannes im Jordan taufen. Er demonstrierte damit seine Nähe und Geistesverwandtschaft zu dieser damals aufregenden Prophetengestalt. Manche seiner frommen Verwandten werden dazu den Kopf geschüttelt haben. Der Geist Gottes, von dem anlässlich seiner Taufe erzählt wird, war vom Anfang an über ihm und über seinem Leben und führte und lenkte ihn sein Leben lang.
Was bedeutet das für uns Getaufte? Der Geist Gottes wurde uns in der Taufe und später auch in der Firmung zugesagt. Die Liebe des Vaters begleitet unser ganzes Leben. An uns liegt es, in welcher Weise wir Gott und seinen Geist annehmen und in unserem Leben wirken lassen und was wir daraus machen.
Markus stellt die Ereignisse um Jesus, die er in seinem Evangelium berichten will, in den Rahmen großer Geschichte. Diese beginnt mit der Umkehrpredigt des Johannes. Er knüpft an die Verbannung Israels nach Babylon an. Mit Jesus beginnt die große Gegenbewegung.
Weihnachten ist nicht mit den Weihnachtsfeiertagen zu Ende. Es wirkt weiter in unser Leben hinein. Wir sind eingetaucht worden in die Liebe Gottes. Er hat mit uns einen unaufkündbaren Bund geschlossen.
Johannes der Täufer verweist auf Jesus, der nicht nur mit Wasser tauft, sondern mit dem Heiligen Geist. Jesus wird in seiner Taufe als Sohn Gottes vorgestellt, an dem Gott Wohlgefallen hat. Durch die Taufe stehen auch wir im Wohlgefallen Gottes
Zum Jahreswechsel ist es üblich, dass der Österreichische Bundespräsident im Fernsehen eine Ansprache hält. Ich beneide ihn keineswegs um die Chance, auf diese Weise einmal im Jahr zum ganzen Volk zu sprechen, schließlich geht es jedes Jahr um den gleichen Anlass. Worüber soll man da reden, ohne sich zu wiederholen? Andererseits ist eine große Chance, zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen Stellung zu nehmen und von den Staatsbürgern Engagement für das Gemeinwohl einzumahnen.
Was die Aufgabe noch schwieriger macht: andere versuchen zu dieser Jahreszeit Ähnliches: Der Kardinal hält eine Weihnachtsansprache, die Zeitungskommentatoren ziehen Bilanzen und kommentieren diese und auch der kleine Gemeindepfarrer versucht, sich ein wenig Gehör zu verschaffen. Unterm Strich werden wir mit einer erklecklichen Zahl von Mahnreden konfrontiert. Die einen fordern die Rückbesinnung auf alte Werte, die anderen den Mut, Neues anzugehen, jeder aus seinem persönlichen Blickwinkel. Mahnende Worte sind von Zeit zu Zeit notwendig, sie sind jedoch mehr der Inflation ausgesetzt als unser Währungssystem. Wer hört sie noch?
Manche Berufsmahner lassen sich daher etwas einfallen, um mit ihren Botschaften ans Ohr oder gar ans Herz der Hörer vorzudringen. Ich bewundere Kabarettisten, die es verstehen, Leute nicht nur zum Lachen zu bringen, sondern da und dort auch zum Nachdenken.
Johannes der Täufer hat sich die Rolle des religiösen Mahners gewählt, bzw. sie wurde ihm als persönliche Berufung auferlegt. Er predigte Askese und lebte sie in einer zugespitzten Weise vor. Er mahnte zur Rückkehr zu den überlieferten Werten und fand sogar Gehör bei jenen, die sich am Rande der Gesellschaft bewegten und sich normalerweise gegen Moralpredigten immun zeigten.
Johannes war nicht der einzige in dieser Szene. Es gab damals unterschiedliche Gruppierungen, die eine religiöse und/oder eine politische Erneuerung anstrebten. Irgendwann stieß auch Jesus auf sie. Als er öffentliche Aufmerksamkeit gewann, begann man verständlicherweise zu vergleichen und zu fragen: Wer steht wofür? Worin unterscheiden sich die Protagonisten der Prophetenszene?
Der Evangelist Markus legt Johannes den Satz in den Mund: "Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen". Damit nimmt er auf das prophetische Markenzeichen des Johannes Bezug, der seine Zuhörer einlud, sich als Zeichen der Umkehr im Jordan untertauchen zu lassen und als erneuerte und reingewaschene Menschen wieder aufzutauchen und mit diesem Akt ein neues Leben zu beginnen. Auch Jesus vollzieht dieses Ritual. Auch für ihn ist es der Beginn eines neuen Lebensabschnittes.
Allerdings unterscheidet sich das Taufritual, das an Jesus vollzogen wurde von den übrigen Taufen des Johannes. Als Jesus aus dem Wasser stieg, hatte er ein Geisterlebnis, von dem wir nicht wissen, wer außer Jesus selbst davon etwas mitbekommen hat: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam".
Dieser Bezug zum Heiligen Geist ist der wesentliche Unterschied zwischen der Johannestaufe und der Taufe der Christen. Die Wassertaufe des Johannes ist ein persönliches Zeichen der Entschlossenheit zur Umkehr, zum Neubeginn. Die Taufe Jesu mit dem Heiligen Geist hingegen ist ein Zeichen, das nicht der Mensch allein setzt. Es wird "von oben" gesetzt. Die Stimme aus dem Himmel bringt dies zum Ausdruck: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden".
Das Thema des Heiligen Geistes zieht sich durch die ganze Lebensgeschichte Jesu. Maria empfängt ihn vom Heiligen Geist. Der Evangelist Johannes charakterisiert ihn als den »Logos« - Wort, Geist, Sinn, Weisheit – der Fleisch geworden ist. In der Taufe im Jordan kommt der Heilige Geist auf ihn herab und nimmt ihn gleichsam in Besitz. Er führt ihn zunächst in die Wüste und treibt ihn dann, das Evangelium Gottes zu verkünden. Nach seiner Auferstehung haucht er den Jüngern den Heiligen Geist ein und sendet sie damit in die ganze Welt.
Die Christen übernehmen das Zeichen der Taufe vom Täufer Johannes und vollziehen es in Anlehnung an die Taufe Jesu als ein Zeichen, das Gott an uns Menschen wirkt. Er macht uns dadurch zu neuen Menschen, beseelt vom seinem Heiligen Geist. Wir werden nicht neu aus eigener Kraft sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes. Damit nehmen wir teil an der Sendung Jesu in diese Welt. In uns und durch uns erneuert er die Welt.
Vielleicht haben sie rund um den Jahreswechsel auch Bilanz gezogen und sich gefragt: Was will ich in Zukunft an meinem Leben ändern? Vielleicht haben Sie sich inspirieren lassen von dem, was Sie sich von Personen Ihrer Wertschätzung haben sagen lassen. Die Frage ist: Wie lange reicht unser Atem, diese Vorsätze auszuführen? Manche Neujahrsvorsätze sind sehr kurzlebig. Und für vieles, was zu tun wäre, fühlen wir uns zu klein und machtlos.
Als vom Heiligen Geist beseelte Menschen verfügen wir zwar über keine Zaubertaste, durch die uns das möglich wäre, was andere nicht schaffen, wir wissen uns aber als vom Heiligen Geist beseelte Menschen in Gemeinschaft mit Jesus Christus, der in uns und durch uns die Welt verändert. Er hat zeit seines Erdenlebens keine Kraftakte gesetzt und trotzdem Wunder gewirkt. Er hat Menschen, die offen waren für eine Begegnung mit ihm und mit Gott, von innen her verwandelt. Sie haben ein neues Leben begonnen und etwas von dem verwirklicht, was er als Reich Gottes angekündigt hat.
Was können wir als mit Heiligem Geist Getaufte tun? Uns immer neu diesem Geist öffnen, den Unterschied herausfinden zwischen dem, was er uns heute sagt, und dem Zeitgeist oder sonstigen menschlichen Ideen. Dies ist ein kontinuierlicher Wachstumsprozess, der in und mit jedem Menschen neu beginnt, der sich dem Wirken des Geistes Gottes anvertraut und sich taufen lässt.
Mit dem Fest der Taufe des Herrn beschließen wir den Weihnachtsfestkreis und beginnen wir den allgemeinen Jahreskreis. Heute wird uns Jesus anlässlich seiner Taufe durch Johannes im Jordan als von seinem Vater geliebter Sohn Gottes vorgestellt, der vom heiligen Geist geführt und geleitet wird.
Was an Jesus sichtbar geworden ist, vollzieht sich auch an jeder Person, die sich nach seinem Beispiel taufen lässt. Wir dürfen uns als Kinder Gottesbegreifen, an denen der Vater im Himmel Wohlgefallen hat. Diese Zusage trägt unser ganzes Leben als Christen.
In Erinnerung an unsere Taufe segnen wir am Beginn dieses Gottesdienstes Wasser uns besprengen wir uns damit.
Pr: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir bitten den Herrn, dass er dieses Wasser segne, mit dem wir nun besprengt werden. Das geweihte Wasser soll uns an die Taufe erinnern; Gott aber erneuere in uns seine Gnade, damit wir dem Geist treu bleiben, den wir empfangen haben.
Stille
Pr: Allmächtiger, ewiger Gott, du hast das Wasser geschaffen als Quell, aus dem das Leben kommt, und als Element, das alles Unreine abwäscht. Durch das Wasser machst du unsere Seele rein und schenkst uns das ewige Leben.
Segne, Herr, + dieses Wasser, damit es uns ein Zeichen sei für die Taufe, die wir empfangen haben. Gewähre, dass wir teilhaben an der Freude unserer Brüder und Schwestern, denen du auf der ganzen Welt, die Gnade der Taufe geschenkt hast. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Lied zum Taufgedächtnis GL 491: Ich bin getauft und gottgeweiht
Der Priester geht durch die Kirche und besprengt die Gemeinde mit dem Weihwasser
Pr: Der allmächtige Gott reinige uns von Sünden und mache uns durch das heilige Opfer, das wir nun feiern, würdig, am Tisch seines Reiches teilzunehmen.
A: Amen.
(Messbuch, Anhang I, Seiten 1171ff)
Oder:
Schwestern und Brüder!
Wir bitten den Herrn, dass er dieses Wasser segne,
mit dem wir nun besprengt werden.
Das geweihte Wasser erinnert uns an die Taufe Jesu
durch Johannes im Jordan
und an unsere eigene Taufe mit Wasser und Heiligem Geist.
Gott erneuere in diesem heiligen Zeichen seine Zusage,
dass er uns als seine Töchter und Söhne liebt,
und erfülle uns mit seiner Gnade,
dass wir unser Leben aus dem Geiste Jesu gestalten.
Gebetsstille
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast das Wasser geschaffen als Element,
das Leben hervorbringt und reinigt.
Durch das Wasser der Taufe
hast du uns ewiges Leben geschenkt
und uns von aller Sünde gereinigt.
Segne + dieses Wasser,
damit die Lebensquelle deiner Gnade und Liebe
aus unserem Inneren fließe
und unser Leben Früchte des Geistes hervorbringe.
Wasch ab alles Böse, mit dem wir uns belastet haben
und lass uns mit reinem Herzen
an der Gemeinschaft der Kinder Gottes teilhaben.
Besprengung mit dem gesegneten Wasser
Tauflied, z. B. "Ich bin getauft und Gott geweiht" (GL 491)
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Der allmächtige Gott reinige uns von Sünden
und mache uns durch das heilige Opfer,
das wir nun feiern, würdig,
am Tisch seines Reiches teilzunehmen.
Herr, Jesus Christus,
Gott unser aller Vater hat dich als seinen Sohn vorgestellt,
an dem er Wohlgefallen hat.
Herr, erbarme dich.
Der Heilige Geist ist auf dich herabgekommen.
Du hast dich von ihm erfüllen und leiten lassen.
Christus, erbarme dich.
In unserer Taufe hast du auch uns zu Kindern Gottes gemacht
und als deine Schwestern und Brüder mit dem Heiligen Geist beschenkt.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
bei der Taufe im Jordan
kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab,
und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart.
Gib, daß auch wir,
die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind,
in deinem Wohlgefallen stehen
und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Taufe des Herrn
Allmächtiger Gott,
dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren,
ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen.
Wie er uns gleichgeworden ist in der menschlichen Gestalt,
so werde unser Inneres neu geschaffen nach seinem Bild.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Taufe des Herrn
9. Januar
Guter Gott und Vater,
in der Taufe hast du uns als deine geliebten Kinder angenommen.
Wir bringen dir unsere Nöte und Bitten vor:
Wir bitten dich für alle Getauften.
Lass sie sich ihrer Gotteskindschaft bewusst sein
und schenke ihnen Freude daran und die Kraft für ihr Leben als Christen.
Wir bitten dich auch für alle "Brüder und Schwestern, die noch fern sind von dir".
Lass sie deine Güte und Menschenfreundlichkeit erkennen
und dein Wohlgefallen finden.
Wir bitten dich für alle, die unter der gegenwärtigen Pandemie zu leiden haben.
Lass diese Not bald zu Ende gehen
und schenke allen, die Schaden erlitten haben, Kraft zu einem Neubeginn.
Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen zu Opfern von Falschinformationen geworden sind.
Gebiete der drohenden Spaltung der Gesellschaft Einhalt.
Wir bitten dich für alle, die an der Überwindung der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Krise mitwirken.
Stärke sie durch deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich für alle unsere Schwestern und Brüder,
die ihr irdisches Leben vollendet haben.
Lass sie teilhaben am ewigen Leben, das uns Jesus verheißen hat.
Dir, guter Gott, ist in jedem Volk willkommen, der tut, was recht ist.
Um deines Sohnes Jesu willen schau auf alle deine geliebten Kinder. – Amen.
Gott, unser Vater,
wir feiern den Tag,
an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast.
Nimm unsere Gaben an
und mache sie zum Opfer Christi,
der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat.
Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Taufe des Herrn
Der Himmel schmeckt nach Brot und Wein,
Gott von Anfang an.
Alles, was wir erarbeiten, erträumen und erleiden,
bringen wir dir.
Du nimmst es in deine Hand.
Im Vertrauen, dass du alles neu machst
und alles verwandelst,
bringen wir dir
Brot und Wein.,
den Geruch der Erde und der Straßen,
den Lauf der Dinge
und unsere Schicksalsmächte.
Du offenbarst uns Jesus
als deinen Sohn,
der mit uns lebt,
der für uns stirbt,
der unter uns Liebe schenkt,
die in Ewigkeit hält.
Ihn empfangen wir,
wie du gesagt hast,.
Brot und Wein. – Amen.
Kehrvers:
Preiset den Herrn, denn er ist gut.
Danket dem Herrn, denn er ist gut. (GL Ö875)
oder:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.(GL 558,1)
Guter und menschenfreundlicher Gott,
wir kommen zu dir, um dir danken.
Denn du hast uns das Leben geschenkt
und uns mit einer Vielzahl von Kräften und Begabungen ausgestattet.
Kehrvers
In der Menschwerdung deines Sohnes hast du uns gezeigt,
wie wir im Bewusstsein deiner Gegenwart leben
und unser Leben aus deinem Geist gestalten können.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe, das Bad der Wiedergeburt.
Durch sie hast du uns den Mächten des Todes entrissen
und uns Anteil am ewigen Leben gegeben.
Kehrvers
Du hast über uns deinen Heiligen Geist ausgegossen,
durch den wir dich als unseren treusorgenden Vater erkennen,
der uns in deiner Liebe und in der Liebe deines Sohnes hält
und der uns lehrt, das Richtige zu tun.
Kehrvers
Für deine Liebe und Gnade danken wir dir
gemeinsam mit allen Engeln und Heiligen.
Mit der ganzen Schöpfung singen wir zu deinem Lob:
Danklied, z. B. "Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben" (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Denn bei der Taufe im Jordan
offenbarst du das Geheimnis deines Sohnes
durch wunderbare Zeichen:
Die Stimme vom Himmel verkündet ihn
als deinen geliebten Sohn,
der auf Erden erschienen ist,
als dein ewiges Wort,
das unter uns Menschen wohnt.
Der Geist schwebt über ihm in Gestalt einer Taube
und bezeugt ihn als deinen Knecht,
den du gesalbt hast,
den Armen die Botschaft der Freude zu bringen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Taufe des Herrn
In der Taufe sind wir zu Kindern Gottes geworden.
So wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen,
das uns Jesus gelehrt hat.
Zum Friedensgebet:
Gott ruft in Jesus Christus sein Volk zusammen.
Er ist das Haupt.
Wir bitten...
Wo der Himmel sich öffnet,
wird Gott zugänglich.
Wo der Himmel sich öffnet,
finden Einsame Gemeinschaft.
Wo der Himmel sich öffnet,
hat alle Sinnlosigkeit ein Ende.
Wo der Himmel sich öffnet,
kann alles neu werden.
Wo der Himmel sich öffnet,
erhalten Menschen ungeahnte Chancen.
Wo der Himmel sich öffnet,
wird die Erde vom Geist erfüllt.
Wo der Himmel sich öffnet,
geschieht Wandlung,
dann,
wenn wir uns dafür öffnen.
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Jesus getauft –
Heiliger Geist
als Taube herabgekommen,
auf Ihm geblieben –
aus dem Himmel
Stimme des Vaters:
„Geliebter Sohn“ –
eingehüllt in Liebe.
Ilse Pauls
Feuer, das brennt,
Wasser, das kühlt,
Wind, der belebt,
unbekannter,
unbenannter,
sanfter,
ausdauernder Rufer,
immerwährender Mahner,
beharrlicher Begleiter,
verständnisvoller Zuhörer:
Bleibe bei uns,
rufe uns zu,
entzünde uns,
sei uns nah,
unsichtbar,
unhörbar,
unspürbar -
aber immer da.
Aus: Ilse Pauls, Auf dem Weg. Gedichte und Gebete. Edition Club d'Art - international. Klagenfurt, Sonnengasse 16.
Was meinen wir, wenn wir »Ja« sagen? Was ereignet sich dabei? Und bei welcher Gelegenheit ist dieses Wort fällig? Wir sagen wohl kaum von vorneherein zu jedem Menschen »Ja«, sondern vor allem zu denjenigen Menschen in unserem unmittelbaren Lebenskreis, mit denen wir in besonderer Weise verbunden sind. Bejaht zu werden ist ein elementares Urbedürfnis von uns Menschen. Denn das »Ja« ist ein Wörtlein, das Gemeinschaft stiftet. Es ist ein Wort, das beschenkt und bereichert: Wir sind bejaht, nicht mehr allein, wir sind mehr und sehr viel reicher geworden.
Was geschieht umgekehrt beim »Nein«? Und bei welcher Gelegenheit trifft dieses Wort zu? Wohl überall dort, wo Menschen sich einander nichts mehr zu sagen haben und deshalb nichts miteinander zu tun haben wollen und wo sie sich an demselben Mittagstisch totschweigen. Das »Nein« ist so das traurige Gegenteil und Gegenwerk zum »Ja«. Das Wörtlein »Nein« bedeutet Vereinsamung und Alleinsein. Wir sind im Stich gelassen und damit um vieles ärmer geworden.
Das »Ja« stiftet Gemeinschaft und eine Atmosphäre des Vertrauens. Das »Nein« hingegen vereinsamt und tötet. Wer wollte bestreiten, dass beide Worte handfeste Realitäten in unserem Leben sind? Das Verhältnis der beiden Worte macht dabei die Grundstimmung unseres Lebens aus, ob wir nämlich mehr die Bejahten und Beschenkten sind oder mehr die Vereinsamten und Alleingelassenen. Auch wenn wir dieses Verhältnis nie genau bestimmen können, spüren wir dennoch, dass sich darin ein Gegenspiel von befreiendem »Ja« und todernstem oder gar tödlichem »Nein« ausspricht. Von daher stellt sich früher oder später die lebenswichtige Frage, welches der beiden Worte endgültiger und siegreicher ist: Hat das »la« oder das »Nein« das letzte Wort in meinem Leben?
Täglich müssen wir zu anderen Menschen »Ja« sagen, und täglich sind wir selbst darauf angewiesen, dass Menschen zu uns »Ja« sagen. Doch wir Menschen pflegen immer wieder ein »Vielleicht« dazuzufügen, ein »Ja, aber«, ein »Wenn und aber« und damit ein halbes »Jein«. Von daher kommen Bitterkeit und Wehmut in unserem Leben auf. Es ist nur allzu gut verständlich, dass wir Menschen uns im Grunde unseres Herzens nach nichts mehr sehnen als danach, einmal doch endgültig und ohne Vorbehalte, ohne »Vielleicht« und »Aber« bejaht zu werden.
Wer von uns aber kann sich das leisten, ohne Vorbehalte und uneingeschränkt »la« zu sagen zu einem anderen Menschen? Aus eigener Erfahrung wissen wir es nur allzu gut, dass wir uns dies so oft gar nicht leisten können und vielleicht auch nicht dürfen. Denn bei uns Menschen bleibt immer ein Vorbehalt übrig. Wir leben nun einmal in einer Welt von »Wenn und aber« und gerade heute auch in einer Kirche voller »Vielleicht«. Und wir Menschen selbst zeigen uns immer wieder als Wesen voller »Jein«.
Im Kontrast zu diesen menschlichen Erfahrungen leuchtet die Botschaft des christlichen Glaubens auf: »Gott ist treu, er bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn Gottes Sohn Jesus Christus... ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat« (2 Kor 1,18-20a). Damit spricht Paulus die Kernmitte unseres christlichen Glaubens an: Was sich kein Mensch leisten kann, das leistet sich Gott. In eine Welt voll »Wenn und aber«, in eine Kirche voller »Vielleicht« und zu uns Menschen voller »Jein« sagt Gott sein vorbehaltloses, uneingeschränktes, endgültig-gültiges »ja«. Gottes Wort ist wirklich »Ja«, und deshalb ist auf ihn ebenso wirklich Verlass. Wie ernst und konkret Gott selbst zu uns Menschen »Ja« sagt, hat er in Jesus Christus gezeigt; und darin liegt die Grundverheißung des christlichen Glaubens: Vor Gott wird jeder Mensch vollends zum Menschen, weil Gott jeden Menschen vorbehaltlos annimmt und jeden Menschen endgültig bejaht.
Dieses göttliche Geschehen hat dabei einen spezifischen Ort, nämlich die Taufe. In ihr hat uns Gott bejaht und als seine Töchter und Söhne angenommen. Hier hat er uns bei unserem persönlichen Namen gerufen und sich uns namentlich zugewendet. Das große »Ja«, das Gott an Ostern zu seiner ganzen Schöpfung gesprochen hat, buchstabiert er gleichsam als kleines »Ja«, das er zu jedem Einzelnen persönlich sagt. Dieses kleine »Ja« Gottes wird für den einzelnen Menschen fällig in seiner Taufe. In der Taufe ereignet sich das ganz persönliche Ostern für den einzelnen Menschen.
Aus: Kurt Koch, Bereit zum Innersten. Für eine Kirche, die das Geheimnis lebt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.
Lesung aus dem Buch Jesaja:
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze;
das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen.
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt,
er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt,
bis er auf der Erde das Recht begründet hat.
Auf seine Weisung warten die Inseln.
Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen,
ich fasse dich an der Hand.
Ich schaffe und mache dich
zum Bund mit dem Volk,
zum Licht der Nationen,
um blinde Augen zu öffnen,
Gefangene aus dem Kerker zu holen
und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im ersten "Gottesknechtlied" (Jes 42,1-9) erfolgen die Vorstellung und Beauftragung des Knechtes. Er ist gewissermaßen das Werk Jahwes, von ihm erwählt und sein Knecht. Im Mittelpunkt steht aber nicht das "Untergebensein" des Knechtes, sondern die Zugehörigkeit und Geborgenheit beim Herrn. Dieser Knecht findet seine Aufgabe und Bestimmung - ähnlich wie bei Mose oder David - im "Dasein" für andere. Gott präsentiert ihn wie einen König (vgl. 1 Sam 9,15-17) und erwählt ihn frei aufgrund seines Willens - ohne jegliche Vorleistungen durch den Knecht. Die Rede von seiner Erwählung dient der Legitimation des Knechtes und der Begründung seiner Aufgabe.
Weil Gott an ihm Gefallen gefunden hat, erwählte er ihn. Diese Erwählung durch Gott läßt sich ebensowenig wie die Erwählung Israels hinterfragen. Diese Erwählung gilt aber nicht nur dem hier vorgestellten Knecht, denn es handelt sich nicht um eine vorübergehende Erwählung - wie beispielsweise bei den Richtern - sondern sie ist als dauernde Gabe, als besondere Form des "Mitseins Jahwes", zu sehen, die sich zugunsten anderer auswirkt.
Die Lesung ist ein Ebed-Jahwe-Lied (Knecht-Gottes-Lied). Ursprünglich wohl selbständig überliefert, gehören sie im Kanon der hebr. Bibel zum Buch des (2.) Jesaja (Jes. 40-55 - Exilszeit).
Jahwe stellt seinen Knecht zunächst vor: "Seht, das ist mein Knecht." Die Figur, die dazu passt, ist uns jedoch verborgen. In der Auslegungsgeschichte variieren die Vermutungen: war es eine einzelne Person? Oder vielleicht sogar das ganze Volk Gottes? Jedenfalls wird in der Vorstellung (mit dem Imperativ "Seht" eingeleitet) ein Gesicht erkennbar, dass in der christlichen Rezeption die Züge des Kyrios trägt, von dem es im Hymnus (Phil 2,6-11) heißt, er habe göttliche Gestalt gehabt...
Was enthält die Gottesrede über den Knecht? Er wird von Jahwe gestützt, er ist von Jahwe erwählt, an ihm findet Jahwe Gefallen, Jahwe hat seinen Geist auf ihn gelegt - und unvermittelt und überraschend: Jahwes Knecht bringt den Völkern das Recht. Er ist mit der höchsten Autorität ausgestattet, um den Völkern das Recht zu bringen. Jahwe selbst erscheint so als Garant des Rechtes.
In der hebräischen Sprache gehören Recht, Gerechtigkeit, Frieden, Heil zusammen. Der Knecht Jahwes ist Heilbringer für die Völker. Das bringt einen neuen Ton in die prophetische Botschaft, die sich an das Volk Israel in der Fremde richtet. Ob Israel in Babylon eine neue Rolle übernehmen soll? Nicht die Rolle des Opfers, sondern des Friedensstifters?
Der Knecht zerbricht das geknickte Rohr nicht, er löscht den glimmenden Docht nicht aus, er (selbst) wird nicht müde und bricht nicht zusammen - bis er auf der Erde das Recht begründet. Zur Krone des Ganzen wird: (Selbst) die Inseln warten auf ihn.
Jahwe sichert dem Knecht seine Berufung zu, überreicht ihm sozusagen die Ernennungsurkunde. Was Recht heißt, wird hier in einer umfassenden und universalen Aufgabe beschrieben: Bund für mein Volk - Licht für die Völker. Vertieft: blinde Augen zu öffnen, Gefangene zu befreien, alle, die im Dunkel sind, ins Licht zu führen.
In der lukanischen Jesus-Erzählung (Evangelium) werden Ebed-Jahwe-Lieder besonders an zwei Stellen aufgelesen: Einmal im Lobgesang des Zacharias (Benedictus), Lk 1,67-79, und zum anderen in der ersten Predigt Jesu in Nazareth, Lk 4,16-21. Die Geschichte Jesu wird so fest mit den Ebed-Jahwe-Liedern verknüpft.
Dieser Text wird Deuterojesaja zugeschrieben, einem unbekannten Propheten aus der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft, als sich schon die Befreiung anbahnt. So spricht Deuterojesaja tröstend zu seinem Volk. Die Kapitel 40-55 werden nach ihren ersten Worten auch "Trostbuch Israels" genannt (vgl. die Alternativlesung des heutigen Tages Jes 40,1-5. 9-11). Beim vorliegenden Text handelt es sich um das erste der sog. "Gottesknechtslieder", die einen vollkommenen Jünger Jahwes vorstellen. Umstritten ist, ob es sich hierbei um die Personifikation der Gemeinde Israels, um eine Person der Vergangenheit oder Gegenwart wie etwa Deuterojesaja selbst oder den erwarteten Messias handelt. Die urchristliche Predigt und die Auswahl als heutige Lesung bezog den Text auf Jesus.
Unabhängig von der Beantwortung dieser Frage macht die Beschreibung des von Gott Beauftragten den Willen Gottes deutlich: Plastische Bilder und leidenschaftliche Worte zeigen, auf welche Weise Gott unsere Befreiung erreichen will und wie unser Heil aussehen soll. Der Gesandte Gottes will nicht wie ein fanatischer Heilsprediger Menschenmassen aufputschen und für seine Ideologie gewinnen (Vers 2). Stattdessen wendet er sich dem Einzelnen und Unvollkommenen zu und gibt ihm eine neue Chance (Vers 3) - anders als Moralprediger mit dem Standpunkt "Alles oder nichts!". Diese Behutsamkeit geht aber auch mit Ausdauer einher (Vers 4).
Die starken Bilder in Vers 7, die Jesus auch in seiner "Antrittspredigt" in der Synagoge von Nazareth zitiert (Lk 4,18), sprechen tiefgehende menschliche Erfahrungen von Befreiung an.
"Blinde Augen zu öffnen" kann bedeuten, vor eigenen "blinden Flecken" nicht länger die Augen zu verschließen und so seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Auch offene Augen für die Freuden und Nöte unserer Mitmenschen zu bekommen oder in ausweglosen Situationen neue Wege zu entdecken, können solche Heilungserfahrungen sein.
"Gefangene aus dem Kerker zu holen" meint unter anderem die Befreiung aus eingefahrenen Denk- und Verhaltensmustern, die ein erster Schritt sein kann, um verfahrene Situationen und Beziehungen zu lösen. Dazu zählt auch, wenn Menschen in einengenden Strukturen und Rollen in Familie, Beruf und Gesellschaft allmählich mehr Freiheit erfahren können.
Die Befreiung derer, "die im Dunkel sitzen", umfasst die Überwindung von Lebensphasen, die von Leid, Schmerz, Trauer, Einsamkeit und Angst geprägt sind.
All diese biblischen Bilder führen uns vor Augen, welches erfüllte Leben Gott für uns will. Um dies schon in diesem Leben zu verwirklichen, schickt er seine Beauftragten - und das kann jeder Mensch sein, der uns begegnet und uns zu mehr Freiheit führt.
Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr C 2/2006. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2006, S. 42-54.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze;
das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen.
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt,
er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt,
bis er auf der Erde das Recht begründet hat.
Auf seine Weisung warten die Inseln.
So spricht Gott, der HERR,
der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat,
der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst,
der dem Volk auf ihr Atem gibt
und Geist allen, die auf ihr gehen.
Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen,
ich fasse dich an der Hand.
Ich schaffe und mache dich
zum Bund mit dem Volk,
zum Licht der Nationen,
um blinde Augen zu öffnen,
Gefangene aus dem Kerker zu holen
und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
Kv: Der Herr schenkt seinem Volk den Frieden. – Kv
(oder GL 263)
Bringt dar dem HERRN, ihr Himmlischen,
bringt dar dem HERRN Ehre und Macht!
Bringt dar dem HERRN die Ehre seines Namens,
werft euch nieder vor dem HERRN in heiliger Majestät! - Kv
Die Stimme des HERRN über den Wassern:
der HERR über gewaltigen Wassern.
Die Stimme des HERRN voller Kraft,
die Stimme des HERRN voll Majestät. - Kv
Der Gott der Ehre hat gedonnert.
In seinem Palast ruft alles: Ehre!
Der HERR thronte über der Flut,
der HERR thronte als König in Ewigkeit.- Kv
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser!
Die ihr kein Geld habt, kommt,
kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld
und ohne Bezahlung Wein und Milch!
Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt,
und mit dem Lohn eurer Mühen, was euch nicht satt macht?
Hört auf mich,
dann bekommt ihr das Beste zu essen
und könnt euch laben an fetten Speisen!
Neigt euer Ohr und kommt zu mir,
hört und ihr werdet aufleben!
Ich schließe mit euch einen ewigen Bund:
Die Erweise der Huld für David sind beständig.
Siehe, ich habe ihn zum Zeugen für die Völker gemacht,
zum Fürsten und Gebieter der Nationen.
Siehe, eine Nation, die du nicht kennst, wirst du rufen
und eine Nation, die dich nicht kannte, eilt zu dir,
um des HERRN, deines Gottes, des Heiligen Israels willen,
weil er dich herrlich gemacht hat.
Sucht den HERRN, er lässt sich finden,
ruft ihn an, er ist nah!
Der Frevler soll seinen Weg verlassen,
der Übeltäter seine Pläne.
Er kehre um zum HERRN,
damit er Erbarmen hat mit ihm,
und zu unserem Gott;
denn er ist groß im Verzeihen.
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken
und eure Wege sind nicht meine Wege - Spruch des HERRN.
So hoch der Himmel über der Erde ist,
so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege
und meine Gedanken über eure Gedanken.
Denn wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Dieser Text gehört noch zum zweiten Teil des Jesajabuches und ist im babylonischen Exil entstanden. Der Prophet spricht dem Volk das Heil Gottes zu.
In einem ersten Abschnitt ahmt der Prophet in seiner Heilszusage einen Händler auf dem Basar nach, der seine Ware anpreist: Wasser, Getreide, Wein, Milch ... alles ohne Geld.
Im zweiten Abschnitt wirbt Gott um das Volk und bietet ihm einen Bund an, der den Bund mit David übertrifft. Während die Könige sich ihre Völker mit Waffengewalt unterwerfen müssen, kommen nun alle Völker freiwillig zu ihrem Herrn.
Der dritte Abschnitt fordert auf, den Herrn zu suchen. Dies geschieht in der Umkehr zum Herrn. Dieser bietet sein Verzeihen an.
Der letzte Abschnitt beschreibt die Zuverlässigkeit und die Wirksamkeit des Wortes Gottes in Vergleichen mit dem Regen und Schnee und dem Wachsen des Samens.
Kv - Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils. – Kv
(Oder GL 312,6)
Siehe, Gott ist mein Heil;
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR.
Er wurde mir zum Heil. - Kv
Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an! /
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt,
verkündet: Sein Name ist erhaben! - Kv
Singt dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht;
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
begann Petrus zu reden
und sagte:
Wahrhaftig, jetzt begreife ich,
dass Gott nicht auf die Person sieht,
sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist,
wer ihn fürchtet
und tut, was recht ist.
Er hat das Wort den Israeliten gesandt,
indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus:
Dieser ist der Herr aller.
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist,
angefangen in Galiläa,
nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:
wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat
mit dem Heiligen Geist und mit Kraft,
wie dieser umherzog,
Gutes tat
und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren;
denn Gott war mit ihm.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Zu verstehen ist diese Lesung nur im größeren Zusammenhang der Cornelius-Geschichte in der Apostelgeschichte. Cornelius, Römer, aber dem jüdischen Glauben nahe stehend, wird in einer Vision zu Petrus geführt. Der, gefangen in den Kategorien von "rein" und "unrein", "dazu gehörend“ und "fremd" wird in dieser Geschichte davon überzeugt, dass Gott nicht so denkt.
Apg 18,28: "Und (Petrus) sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen; aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll."
Gott hat den Israeliten das Wort gesandt: Jesus, den Christus. Er hat Frieden verkündigt, er ist der Herr aller. So wird hier zusammengefasst, was in der Predigt des Petrus dann ausgeführt wird. Mit einem vertrauten "ihr wisst" werden Erinnerungen wachgerufen, die lebendig sind: Nach der Taufe, die Johannes verkündigt hat, hat Gott Jesus von Nazareth gesalbt mit dem Heiligen Geist. Er zog umher, tat Gutes, heilte alle, die in der Gewalt des Teufels waren – kurz: der Weg Jesu wird als Heilsweg beschrieben, auf dem Gott selbst erscheint ("denn Gott war mit ihm").
In der Cornelius-Geschichte wird die Taufe Jesu ausgelegt. Die Apostelgeschichte, die mit dem Lukas-Evangelium zusammen gelesen werden muss, erzählt, dass "nach der Taufe, die Johannes verkündigt hat", durch Jesus auch Cornelius nicht mehr zu den Fremden gehört. In Lk 3,21f wird die Taufe Jesu so erzählt: "Und es begab sich, als alles Volk sich taufen ließ und Jesus auch getauft worden war und betete, da tat sich der Himmel auf, und der Heilige Geist fuhr hernieder auf ihn in leiblicher Gestalt wie eine Taube, und eine Stimme kam aus dem Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen."
Halleluja. Halleluja.
Der Himmel tat sich auf, und eine Stimme sprach:
Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.
Halleluja.
Lesung aus dem ersten Johannesbrief:
Schwestern und Brüder!
Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist,
ist aus Gott gezeugt
und jeder, der den Vater liebt,
liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist.
Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben:
wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen.
Denn darin besteht die Liebe zu Gott,
dass wir seine Gebote halten;
und seine Gebote sind nicht schwer.
Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt.
Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat:
unser Glaube.
Wer sonst besiegt die Welt,
außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?
Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist:
Jesus Christus.
Er ist nicht nur im Wasser gekommen,
sondern im Wasser und im Blut.
Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt;
denn der Geist ist die Wahrheit.
Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen:
der Geist,
das Wasser
und das Blut;
und diese drei sind eins.
Wenn wir von Menschen ein Zeugnis annehmen,
so ist das Zeugnis Gottes größer;
denn das ist das Zeugnis Gottes:
Er hat Zeugnis abgelegt von seinem Sohn.
Halleluja. Halleluja.
Johannes sah Jesus auf sich zukommen und sagte:
Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
trat Johannes in der Wüste auf
und verkündete:
Nach mir kommt einer,
der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg,
sah er, dass der Himmel aufriss
und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn,
an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
Das Evangelium nach Markus ist vermutlich das früheste der vier Evangelien. Die Taufe Jesu steht schon im 1. Kapitel, also ganz am Anfang. Eine Kindheitsgeschichte fehlt.
Die Taufgeschichte beginnt mit einem Auszug aus der Predigt Johannes des Täufers. Er, der gemeinhin als Vorläufer angesehen wird, steht mit seiner Botschaft an einer Nahtstelle: Einerseits legt er die Schrift aus, die zum Alten Bund gehört, andererseits bereitet er dem Herrn, der kommt, den Weg (Neuer Bund). Ein Gefälle von "alt" zu "neu" ist dabei nicht beabsichtigt, eher eine persönlich vermittelte Nähe, ein nahtloser Übergang.
Aus der Predigt des Johannes: Nach mir kommt einer, der stärker ist als ich … Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
Jesus lässt sich taufen (mit Wasser), wie Johannes sagt, aber als er aus dem Wasser steigt, sieht er den geöffneten Himmel und den Geist auf sich herabkommen. Eine Stimme aus dem Himmel spricht: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden. Hat nur Jesus den geöffneten Himmel gesehen? Nur er die Taube? Hat nur er die Stimme gehört? Das Evangelium lässt offen, wer das bezeugen könnte. Was der Geist aber bewirkt, wird im Evangelium erzählt. Und in jeder Taufe neu geschenkt. Es ist nicht nur eine Taufe mit Wasser, sondern eine Taufe mit Heiligem Geist.
Die Geschichte von der Taufe Jesu, wie sie im Markus-Evangelium überliefert wird, erzählt am Anfang der Geschichte Jesu überhaupt, dass Gott sich zu ihm bekennt, ihn Sohn nennt, an ihm Gefallen gefunden hat (bevor sein Weg überhaupt beginnt). Das ist als Proklamation zu verstehen. Ältere Ausleger haben hier zu sehen gemeint, dass Jesus als Sohn adoptiert wird, aber das konnte nur missverständlich sein. Das letzte Wort lässt Markus dem Hauptmann, der bei der Kreuzigung zugegen war: "Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, dass er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!" (Mk 15,39)
Der vorliegende Text aus dem Markusevangelium ist Teil der Vorbereitung Jesu auf sein öffentliches Wirken. Markus erzählt keine Kindheitsgeschichte Jesu. Es gibt also keine Ankündigung bei Maria und keine Geburtserzählung. Markus bringt die Ursprungsfrage und Legitimation für das Handeln Jesu in diesem Kontext. Die Verkündigung der frohen Botschaft nimmt bei Gott seinen Anfang, wird durch Johannes vorbereitet und angekündigt und in Jesus Realität. Für Markus wird die Offenbarung, daß er der Sohn Gottes ist, Jesus allein geschenkt (anders bei Mt. oder Johannes). Er allein hört die Stimme; Er allein sieht den offenen Himmel und den Geist herabkommen. Hier liegt für Markus die Legitimation für Jesu nachfolgendes Handeln.
Die Ankündigung des Johannes mit der Rede vom Lösen der Schuhriemen hat im damaligen Verständnis nicht die Bedeutung von Demut sondern war im Rechtsbereich eine Geste zur Besiegelung eines Rechtsgeschäftes. Somit zeigt Johannes nicht wie ehrfürchtig es ist, sondern er betont damit die hohe Stellung Jesu und seine Unwürdigkeit, auf gleicher Ebene als Partner mit Jesus ein Geschäft abzuwickeln.
Inhaltlich interessant ist hier auch noch die Unterscheidung von Taufe mit Wasser und Taufe mit dem Heiligen Geist. Die katholische Tradition sieht diese beiden als Einheit.
Die Taufe Jesu führt uns vor Augen, was auch in unserer eigenen Taufe an uns geschehen ist, und was uns damit zugesagt worden ist. Die Taufe ist jedoch kein magisches Ritual, das uns die Freiheit nimmt, unser Leben nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. An uns liegt es, in welcher Weise wir den Geist Gottes in unserem Leben wirken lassen.
Vor einigen Tagen warf ich auf dem Weg zu einer Besorgung einen Blick in unsere Kirche, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Diese wird gerne genutzt, um sich für einige Momente der Stille in der Atmosphäre eine geheiligten Raumes aus dem Trubel der Großstadt zurückzuziehen. Allerdings wird sie manchmal auch von frommen oder unfrommen Störenfrieden heimgesucht…
In der Nähe des Eingangs traf ich einen jungen Mann mit einem Baby in einem Babytragetuch. Wegen der Gesichtsmasken haben wir uns gegenseitig nicht gleich erkannt. Vor etwa zwei Jahren habe ich in unserer Kirche die Tochter der jungen Familie, die gleich um die Ecke wohnt, getauft. Tochter und Mutter waren gerade damit beschäftigt, alle für die junge Dame interessanten Plätze in der Kirche aufzusuchen. Der Vater erzählte mir, dass sie mittlerweile auch einen Sohn haben, diesen jedoch infolge der Pandemie noch nicht haben zur Taufe bringen können. Sie möchten diese wieder mit ihren Verwandten und Freunden gemeinsam feiern und hoffen, dass es dann im Sommer möglich sein werde.
Mich freut, dass dieses junge Paar ihre Kinder nicht nur in unserer Kirche taufen ließ bzw. lässt, sondern dass das Haus Gottes für ihre Kinder auch ein Stück Heimat geworden ist bzw. wird, in dem sie sich daheim fühlen.
Damit sind wir schon mitten im Thema Taufe und ihrer Bedeutung für uns Christen angelangt. In der Erzählung von der Taufe Jesu wird dargestellt, was in der Taufe geschieht: Auf Jesus kam der Geist Gottes herab und eine Stimme aus dem Himmel offenbart ihn als geliebten Sohn Gottes, an dem der Vater Wohlgefallen hat.
In jeder Taufe wiederholt sich dieses Ereignis an den Personen, die getauft werden. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Taufritual mit weiteren Symbolen und Riten ausgestaltet, die unterstreichen, was Gott uns in diesem Sakrament zusagt: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter, an dir habe ich Wohlgefallen. Weil Gott treu ist und keines seiner Versprechen zurücknimmt, dürfen wir ihm ein Leben lang als Vater vertrauen und können wir uns auf ihn verlassen. Diese Zusage gibt unserem Leben ein geistiges Fundament, das durch nichts überboten werden kann.
Entscheidend ist, was wir aus dieser Zusage machen. Was mich an dieser jungen Familie freut, ist, dass sie ihre Kinder in diese Atmosphäre Gottes zwanglos hineinwachsen lassen. Eine andere Familie in meinem Bekanntenkreis hat sich entschieden, ihr Kind noch nicht taufen zu lassen. Es soll sich später einmal frei entscheiden können… Das klingt gut, lässt mich aber ein wenig schmunzeln. Diese Familie ist sehr um eine gesunde vegetarische Ernährung besorgt. Selbstverständlich wird ihr Kind vegetarisch ernährt. Irgendwann wird auch ihr Kinde, was die Ernährung betrifft, seine eigenen Wege gehen. Ob das dann der Weg der Eltern ist?
Der Geist weht, wo er will, heißt es. Die Taufe ist kein magisches Ritual, das uns in Schema zwingt und die Freiheit nimmt. Als Kinder Gottes haben wir ein Leben lang die Möglichkeit, in unserer Beziehung zu Gott unsere eigenen Wege zu gehen. Und das müssen wir auch bei unseren liebsten Angehörigen respektieren. Eltern werden nicht verhindern können, dass ihre Art mit Religiosität umzugehen, ihre Kinder beeinflusst.
Jesus wurde als Kind beschnitten und damit in das Volk Gottes eingegliedert. Als Erwachsener ließ er sich von Johannes im Jordan taufen. Er demonstrierte damit seine Nähe und Geistesverwandtschaft zu dieser damals aufregenden Prophetengestalt. Manche seiner frommen Verwandten werden dazu den Kopf geschüttelt haben. Der Geist Gottes, von dem anlässlich seiner Taufe erzählt wird, war vom Anfang an über ihm und über seinem Leben und führte und lenkte ihn sein Leben lang.
Was bedeutet das für uns Getaufte? Der Geist Gottes wurde uns in der Taufe und später auch in der Firmung zugesagt. Die Liebe des Vaters begleitet unser ganzes Leben. An uns liegt es, in welcher Weise wir Gott und seinen Geist annehmen und in unserem Leben wirken lassen und was wir daraus machen.
Markus stellt die Ereignisse um Jesus, die er in seinem Evangelium berichten will, in den Rahmen großer Geschichte. Diese beginnt mit der Umkehrpredigt des Johannes. Er knüpft an die Verbannung Israels nach Babylon an. Mit Jesus beginnt die große Gegenbewegung.
Weihnachten ist nicht mit den Weihnachtsfeiertagen zu Ende. Es wirkt weiter in unser Leben hinein. Wir sind eingetaucht worden in die Liebe Gottes. Er hat mit uns einen unaufkündbaren Bund geschlossen.
Johannes der Täufer verweist auf Jesus, der nicht nur mit Wasser tauft, sondern mit dem Heiligen Geist. Jesus wird in seiner Taufe als Sohn Gottes vorgestellt, an dem Gott Wohlgefallen hat. Durch die Taufe stehen auch wir im Wohlgefallen Gottes
Zum Jahreswechsel ist es üblich, dass der Österreichische Bundespräsident im Fernsehen eine Ansprache hält. Ich beneide ihn keineswegs um die Chance, auf diese Weise einmal im Jahr zum ganzen Volk zu sprechen, schließlich geht es jedes Jahr um den gleichen Anlass. Worüber soll man da reden, ohne sich zu wiederholen? Andererseits ist eine große Chance, zu gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen Stellung zu nehmen und von den Staatsbürgern Engagement für das Gemeinwohl einzumahnen.
Was die Aufgabe noch schwieriger macht: andere versuchen zu dieser Jahreszeit Ähnliches: Der Kardinal hält eine Weihnachtsansprache, die Zeitungskommentatoren ziehen Bilanzen und kommentieren diese und auch der kleine Gemeindepfarrer versucht, sich ein wenig Gehör zu verschaffen. Unterm Strich werden wir mit einer erklecklichen Zahl von Mahnreden konfrontiert. Die einen fordern die Rückbesinnung auf alte Werte, die anderen den Mut, Neues anzugehen, jeder aus seinem persönlichen Blickwinkel. Mahnende Worte sind von Zeit zu Zeit notwendig, sie sind jedoch mehr der Inflation ausgesetzt als unser Währungssystem. Wer hört sie noch?
Manche Berufsmahner lassen sich daher etwas einfallen, um mit ihren Botschaften ans Ohr oder gar ans Herz der Hörer vorzudringen. Ich bewundere Kabarettisten, die es verstehen, Leute nicht nur zum Lachen zu bringen, sondern da und dort auch zum Nachdenken.
Johannes der Täufer hat sich die Rolle des religiösen Mahners gewählt, bzw. sie wurde ihm als persönliche Berufung auferlegt. Er predigte Askese und lebte sie in einer zugespitzten Weise vor. Er mahnte zur Rückkehr zu den überlieferten Werten und fand sogar Gehör bei jenen, die sich am Rande der Gesellschaft bewegten und sich normalerweise gegen Moralpredigten immun zeigten.
Johannes war nicht der einzige in dieser Szene. Es gab damals unterschiedliche Gruppierungen, die eine religiöse und/oder eine politische Erneuerung anstrebten. Irgendwann stieß auch Jesus auf sie. Als er öffentliche Aufmerksamkeit gewann, begann man verständlicherweise zu vergleichen und zu fragen: Wer steht wofür? Worin unterscheiden sich die Protagonisten der Prophetenszene?
Der Evangelist Markus legt Johannes den Satz in den Mund: "Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geist taufen". Damit nimmt er auf das prophetische Markenzeichen des Johannes Bezug, der seine Zuhörer einlud, sich als Zeichen der Umkehr im Jordan untertauchen zu lassen und als erneuerte und reingewaschene Menschen wieder aufzutauchen und mit diesem Akt ein neues Leben zu beginnen. Auch Jesus vollzieht dieses Ritual. Auch für ihn ist es der Beginn eines neuen Lebensabschnittes.
Allerdings unterscheidet sich das Taufritual, das an Jesus vollzogen wurde von den übrigen Taufen des Johannes. Als Jesus aus dem Wasser stieg, hatte er ein Geisterlebnis, von dem wir nicht wissen, wer außer Jesus selbst davon etwas mitbekommen hat: "Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam".
Dieser Bezug zum Heiligen Geist ist der wesentliche Unterschied zwischen der Johannestaufe und der Taufe der Christen. Die Wassertaufe des Johannes ist ein persönliches Zeichen der Entschlossenheit zur Umkehr, zum Neubeginn. Die Taufe Jesu mit dem Heiligen Geist hingegen ist ein Zeichen, das nicht der Mensch allein setzt. Es wird "von oben" gesetzt. Die Stimme aus dem Himmel bringt dies zum Ausdruck: "Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden".
Das Thema des Heiligen Geistes zieht sich durch die ganze Lebensgeschichte Jesu. Maria empfängt ihn vom Heiligen Geist. Der Evangelist Johannes charakterisiert ihn als den »Logos« - Wort, Geist, Sinn, Weisheit – der Fleisch geworden ist. In der Taufe im Jordan kommt der Heilige Geist auf ihn herab und nimmt ihn gleichsam in Besitz. Er führt ihn zunächst in die Wüste und treibt ihn dann, das Evangelium Gottes zu verkünden. Nach seiner Auferstehung haucht er den Jüngern den Heiligen Geist ein und sendet sie damit in die ganze Welt.
Die Christen übernehmen das Zeichen der Taufe vom Täufer Johannes und vollziehen es in Anlehnung an die Taufe Jesu als ein Zeichen, das Gott an uns Menschen wirkt. Er macht uns dadurch zu neuen Menschen, beseelt vom seinem Heiligen Geist. Wir werden nicht neu aus eigener Kraft sondern durch das Wirken des Heiligen Geistes. Damit nehmen wir teil an der Sendung Jesu in diese Welt. In uns und durch uns erneuert er die Welt.
Vielleicht haben sie rund um den Jahreswechsel auch Bilanz gezogen und sich gefragt: Was will ich in Zukunft an meinem Leben ändern? Vielleicht haben Sie sich inspirieren lassen von dem, was Sie sich von Personen Ihrer Wertschätzung haben sagen lassen. Die Frage ist: Wie lange reicht unser Atem, diese Vorsätze auszuführen? Manche Neujahrsvorsätze sind sehr kurzlebig. Und für vieles, was zu tun wäre, fühlen wir uns zu klein und machtlos.
Als vom Heiligen Geist beseelte Menschen verfügen wir zwar über keine Zaubertaste, durch die uns das möglich wäre, was andere nicht schaffen, wir wissen uns aber als vom Heiligen Geist beseelte Menschen in Gemeinschaft mit Jesus Christus, der in uns und durch uns die Welt verändert. Er hat zeit seines Erdenlebens keine Kraftakte gesetzt und trotzdem Wunder gewirkt. Er hat Menschen, die offen waren für eine Begegnung mit ihm und mit Gott, von innen her verwandelt. Sie haben ein neues Leben begonnen und etwas von dem verwirklicht, was er als Reich Gottes angekündigt hat.
Was können wir als mit Heiligem Geist Getaufte tun? Uns immer neu diesem Geist öffnen, den Unterschied herausfinden zwischen dem, was er uns heute sagt, und dem Zeitgeist oder sonstigen menschlichen Ideen. Dies ist ein kontinuierlicher Wachstumsprozess, der in und mit jedem Menschen neu beginnt, der sich dem Wirken des Geistes Gottes anvertraut und sich taufen lässt.
Mit dem Fest der Taufe des Herrn beschließen wir den Weihnachtsfestkreis und beginnen wir den allgemeinen Jahreskreis. Heute wird uns Jesus anlässlich seiner Taufe durch Johannes im Jordan als von seinem Vater geliebter Sohn Gottes vorgestellt, der vom heiligen Geist geführt und geleitet wird.
Was an Jesus sichtbar geworden ist, vollzieht sich auch an jeder Person, die sich nach seinem Beispiel taufen lässt. Wir dürfen uns als Kinder Gottesbegreifen, an denen der Vater im Himmel Wohlgefallen hat. Diese Zusage trägt unser ganzes Leben als Christen.
In Erinnerung an unsere Taufe segnen wir am Beginn dieses Gottesdienstes Wasser uns besprengen wir uns damit.
Pr: Liebe Schwestern und Brüder!
Wir bitten den Herrn, dass er dieses Wasser segne, mit dem wir nun besprengt werden. Das geweihte Wasser soll uns an die Taufe erinnern; Gott aber erneuere in uns seine Gnade, damit wir dem Geist treu bleiben, den wir empfangen haben.
Stille
Pr: Allmächtiger, ewiger Gott, du hast das Wasser geschaffen als Quell, aus dem das Leben kommt, und als Element, das alles Unreine abwäscht. Durch das Wasser machst du unsere Seele rein und schenkst uns das ewige Leben.
Segne, Herr, + dieses Wasser, damit es uns ein Zeichen sei für die Taufe, die wir empfangen haben. Gewähre, dass wir teilhaben an der Freude unserer Brüder und Schwestern, denen du auf der ganzen Welt, die Gnade der Taufe geschenkt hast. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Lied zum Taufgedächtnis GL 491: Ich bin getauft und gottgeweiht
Der Priester geht durch die Kirche und besprengt die Gemeinde mit dem Weihwasser
Pr: Der allmächtige Gott reinige uns von Sünden und mache uns durch das heilige Opfer, das wir nun feiern, würdig, am Tisch seines Reiches teilzunehmen.
A: Amen.
(Messbuch, Anhang I, Seiten 1171ff)
Oder:
Schwestern und Brüder!
Wir bitten den Herrn, dass er dieses Wasser segne,
mit dem wir nun besprengt werden.
Das geweihte Wasser erinnert uns an die Taufe Jesu
durch Johannes im Jordan
und an unsere eigene Taufe mit Wasser und Heiligem Geist.
Gott erneuere in diesem heiligen Zeichen seine Zusage,
dass er uns als seine Töchter und Söhne liebt,
und erfülle uns mit seiner Gnade,
dass wir unser Leben aus dem Geiste Jesu gestalten.
Gebetsstille
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast das Wasser geschaffen als Element,
das Leben hervorbringt und reinigt.
Durch das Wasser der Taufe
hast du uns ewiges Leben geschenkt
und uns von aller Sünde gereinigt.
Segne + dieses Wasser,
damit die Lebensquelle deiner Gnade und Liebe
aus unserem Inneren fließe
und unser Leben Früchte des Geistes hervorbringe.
Wasch ab alles Böse, mit dem wir uns belastet haben
und lass uns mit reinem Herzen
an der Gemeinschaft der Kinder Gottes teilhaben.
Besprengung mit dem gesegneten Wasser
Tauflied, z. B. "Ich bin getauft und Gott geweiht" (GL 491)
Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.
Der allmächtige Gott reinige uns von Sünden
und mache uns durch das heilige Opfer,
das wir nun feiern, würdig,
am Tisch seines Reiches teilzunehmen.
Herr, Jesus Christus,
Gott unser aller Vater hat dich als seinen Sohn vorgestellt,
an dem er Wohlgefallen hat.
Herr, erbarme dich.
Der Heilige Geist ist auf dich herabgekommen.
Du hast dich von ihm erfüllen und leiten lassen.
Christus, erbarme dich.
In unserer Taufe hast du auch uns zu Kindern Gottes gemacht
und als deine Schwestern und Brüder mit dem Heiligen Geist beschenkt.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
bei der Taufe im Jordan
kam der Heilige Geist auf unseren Herrn Jesus Christus herab,
und du hast ihn als deinen geliebten Sohn geoffenbart.
Gib, daß auch wir,
die aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren sind,
in deinem Wohlgefallen stehen
und als deine Kinder aus der Fülle dieses Geistes leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Taufe des Herrn
Allmächtiger Gott,
dein einziger Sohn, vor aller Zeit aus dir geboren,
ist in unserem Fleisch sichtbar erschienen.
Wie er uns gleichgeworden ist in der menschlichen Gestalt,
so werde unser Inneres neu geschaffen nach seinem Bild.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Taufe des Herrn
9. Januar
Guter Gott und Vater,
in der Taufe hast du uns als deine geliebten Kinder angenommen.
Wir bringen dir unsere Nöte und Bitten vor:
Wir bitten dich für alle Getauften.
Lass sie sich ihrer Gotteskindschaft bewusst sein
und schenke ihnen Freude daran und die Kraft für ihr Leben als Christen.
Wir bitten dich auch für alle "Brüder und Schwestern, die noch fern sind von dir".
Lass sie deine Güte und Menschenfreundlichkeit erkennen
und dein Wohlgefallen finden.
Wir bitten dich für alle, die unter der gegenwärtigen Pandemie zu leiden haben.
Lass diese Not bald zu Ende gehen
und schenke allen, die Schaden erlitten haben, Kraft zu einem Neubeginn.
Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen zu Opfern von Falschinformationen geworden sind.
Gebiete der drohenden Spaltung der Gesellschaft Einhalt.
Wir bitten dich für alle, die an der Überwindung der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Krise mitwirken.
Stärke sie durch deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich für alle unsere Schwestern und Brüder,
die ihr irdisches Leben vollendet haben.
Lass sie teilhaben am ewigen Leben, das uns Jesus verheißen hat.
Dir, guter Gott, ist in jedem Volk willkommen, der tut, was recht ist.
Um deines Sohnes Jesu willen schau auf alle deine geliebten Kinder. – Amen.
Gott, unser Vater,
wir feiern den Tag,
an dem du Jesus als deinen geliebten Sohn geoffenbart hast.
Nimm unsere Gaben an
und mache sie zum Opfer Christi,
der die Sünden der ganzen Welt abgewaschen hat.
Er, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Taufe des Herrn
Der Himmel schmeckt nach Brot und Wein,
Gott von Anfang an.
Alles, was wir erarbeiten, erträumen und erleiden,
bringen wir dir.
Du nimmst es in deine Hand.
Im Vertrauen, dass du alles neu machst
und alles verwandelst,
bringen wir dir
Brot und Wein.,
den Geruch der Erde und der Straßen,
den Lauf der Dinge
und unsere Schicksalsmächte.
Du offenbarst uns Jesus
als deinen Sohn,
der mit uns lebt,
der für uns stirbt,
der unter uns Liebe schenkt,
die in Ewigkeit hält.
Ihn empfangen wir,
wie du gesagt hast,.
Brot und Wein. – Amen.
Kehrvers:
Preiset den Herrn, denn er ist gut.
Danket dem Herrn, denn er ist gut. (GL Ö875)
oder:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.(GL 558,1)
Guter und menschenfreundlicher Gott,
wir kommen zu dir, um dir danken.
Denn du hast uns das Leben geschenkt
und uns mit einer Vielzahl von Kräften und Begabungen ausgestattet.
Kehrvers
In der Menschwerdung deines Sohnes hast du uns gezeigt,
wie wir im Bewusstsein deiner Gegenwart leben
und unser Leben aus deinem Geist gestalten können.
Kehrvers
Wir danken dir für die Taufe, das Bad der Wiedergeburt.
Durch sie hast du uns den Mächten des Todes entrissen
und uns Anteil am ewigen Leben gegeben.
Kehrvers
Du hast über uns deinen Heiligen Geist ausgegossen,
durch den wir dich als unseren treusorgenden Vater erkennen,
der uns in deiner Liebe und in der Liebe deines Sohnes hält
und der uns lehrt, das Richtige zu tun.
Kehrvers
Für deine Liebe und Gnade danken wir dir
gemeinsam mit allen Engeln und Heiligen.
Mit der ganzen Schöpfung singen wir zu deinem Lob:
Danklied, z. B. "Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben" (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Denn bei der Taufe im Jordan
offenbarst du das Geheimnis deines Sohnes
durch wunderbare Zeichen:
Die Stimme vom Himmel verkündet ihn
als deinen geliebten Sohn,
der auf Erden erschienen ist,
als dein ewiges Wort,
das unter uns Menschen wohnt.
Der Geist schwebt über ihm in Gestalt einer Taube
und bezeugt ihn als deinen Knecht,
den du gesalbt hast,
den Armen die Botschaft der Freude zu bringen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Taufe des Herrn
In der Taufe sind wir zu Kindern Gottes geworden.
So wollen wir gemeinsam das Gebet sprechen,
das uns Jesus gelehrt hat.
Zum Friedensgebet:
Gott ruft in Jesus Christus sein Volk zusammen.
Er ist das Haupt.
Wir bitten...
Wo der Himmel sich öffnet,
wird Gott zugänglich.
Wo der Himmel sich öffnet,
finden Einsame Gemeinschaft.
Wo der Himmel sich öffnet,
hat alle Sinnlosigkeit ein Ende.
Wo der Himmel sich öffnet,
kann alles neu werden.
Wo der Himmel sich öffnet,
erhalten Menschen ungeahnte Chancen.
Wo der Himmel sich öffnet,
wird die Erde vom Geist erfüllt.
Wo der Himmel sich öffnet,
geschieht Wandlung,
dann,
wenn wir uns dafür öffnen.
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Weitere Gottesdienstvorschläge auf: www.netzwerk-gottesdienst.at
Wir zünden eine Kerze an und beginnen:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.
Mit dem Fest der Taufe des Herrn beschließen wir den Weihnachtsfestkreis und beginnen wir den allgemeinen Jahreskreis. Heute wird uns Jesus anlässlich seiner Taufe durch Johannes im Jordan als von seinem Vater geliebter Sohn Gottes vorgestellt, der vom heiligen Geist geführt und geleitet wird.
Was an Jesus sichtbar geworden ist, vollzieht sich auch an jeder Person, die sich nach seinem Beispiel taufen lässt. Wir dürfen uns als Kinder Gottesbegreifen, an denen der Vater im Himmel Wohlgefallen hat. Diese Zusage trägt unser ganzes Leben als Christen.
Ich bin getauft und Gott geweiht
durch Christi Kraft und Zeichen;
das Siegel der Dreieinigkeit
wird niemals von mir weichen.
Gott hat mir seinen Geist geschenkt,
ich bin in Christus eingesenkt
und in sein Reich erhoben,
um ewig ihn zu loben.
Aus Wasser und dem Heilgen Geist
bin ich nun neu geboren;
Gott, der die ewge Liebe heißt,
hat mich zum Kind erkoren.
Ich darf ihn rufen „Vater mein“;
er setzte mich zum Erben ein.
Von ihm bin ich geladen
zum Gastmahl seiner Gnaden.
Christus, der Herr, hat mich erwählt,
ihm soll ich fortan leben.
Ihm will ich dienen in der Welt
und Zeugnis für ihn geben.
So leb ich nicht mehr mir allein,
sein Freund und Jünger darf ich sein.
Ich trage seinen Namen;
sein bleib ich ewig. Amen.
T: Friedrich Dörr 1970, M: Caspar Ulenberg 1603
Herr, Jesus Christus,
Gott unser aller Vater hat dich als seinen Sohn vorgestellt,
an dem er Wohlgefallen hat.
Herr, erbarme dich.
Der Heilige Geist ist auf dich herabgekommen.
Du hast dich von ihm erfüllen und leiten lassen.
Christus, erbarme dich.
In unserer Taufe hast du auch uns zu Kindern Gottes gemacht
und als deine Schwestern und Brüder mit dem Heiligen Geist beschenkt.
Herr, erbarme dich..
Vater unseres Herrn Jesus,
Vater aller Menschen,
wir danken dir für deine Liebe.
Du nimmst behutsam in die Hand, was geknickt ist,
und einen gliimmenden Docht entfachst du zu neuer Flamme.
Wo Hoffnung zerbricht,
lässt du einen neuen Anfang wachsen.
Über Jesus öffnest du den Himmel.
Er ist dein lieber Sohn
der unter uns lebt,
dein Gesicht und dein Wort.
Hilf uns, mit ihm unterwegs zu sein,
und schenke uns die Sanftmut der Tauben,
die immer schon deine Boten waren,
als neue heilvolle Zeiten anbrachen.
Um deinen Geist bitten wir dich,
in Christus, unserem Bruder und Herrn.
Manfred Wussow (2018)
Lesung aus dem Buch Jesaja:
So spricht Gott, der Herr:
Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze;
das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen.
Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt,
er bringt den Nationen das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht
und lässt seine Stimme nicht auf der Gasse erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht.
Er verglimmt nicht und wird nicht geknickt,
bis er auf der Erde das Recht begründet hat.
Auf seine Weisung warten die Inseln.
Ich, der HERR, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen,
ich fasse dich an der Hand.
Ich schaffe und mache dich
zum Bund mit dem Volk,
zum Licht der Nationen,
um blinde Augen zu öffnen,
Gefangene aus dem Kerker zu holen
und die im Dunkel sitzen, aus der Haft.
Kv - Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils. – Kv
Siehe, Gott ist mein Heil;
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR.
Er wurde mir zum Heil. - Kv
Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an! /
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt,
verkündet: Sein Name ist erhaben! - Kv
Singt dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht;
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - Kv
Lesung aus dem ersten Johannesbrief:
Schwestern und Brüder!
Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist,
ist aus Gott gezeugt
und jeder, der den Vater liebt,
liebt auch den, der aus ihm gezeugt ist.
Daran erkennen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben:
wenn wir Gott lieben und seine Gebote erfüllen.
Denn darin besteht die Liebe zu Gott,
dass wir seine Gebote halten;
und seine Gebote sind nicht schwer.
Denn alles, was aus Gott gezeugt ist, besiegt die Welt.
Und das ist der Sieg, der die Welt besiegt hat:
unser Glaube.
Wer sonst besiegt die Welt,
außer dem, der glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?
Dieser ist es, der durch Wasser und Blut gekommen ist:
Jesus Christus.
Er ist nicht nur im Wasser gekommen,
sondern im Wasser und im Blut.
Und der Geist ist es, der Zeugnis ablegt;
denn der Geist ist die Wahrheit.
Denn drei sind es, die Zeugnis ablegen:
der Geist,
das Wasser
und das Blut;
und diese drei sind eins.
Wenn wir von Menschen ein Zeugnis annehmen,
so ist das Zeugnis Gottes größer;
denn das ist das Zeugnis Gottes:
Er hat Zeugnis abgelegt von seinem Sohn.
Halleluja. Halleluja.
Johannes sah Jesus auf sich zukommen und sagte:
Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
trat Johannes in der Wüste auf
und verkündete:
Nach mir kommt einer,
der ist stärker als ich;
ich bin es nicht wert,
mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Ich habe euch mit Wasser getauft,
er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa
und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.
Und sogleich, als er aus dem Wasser stieg,
sah er, dass der Himmel aufriss
und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.
Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn,
an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.
In der Erzählung von der Taufe Jesu wird dargestellt, was in der Taufe geschieht: Auf Jesus kam der Geist Gottes herab und eine Stimme aus dem Himmel offenbart ihn als geliebten Sohn Gottes, an dem der Vater Wohlgefallen hat.
In jeder Taufe wiederholt sich dieses Ereignis an den Personen, die getauft werden. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Taufritual mit weiteren Symbolen und Riten ausgestaltet, die unterstreichen, was Gott uns in diesem Sakrament zusagt: Du bist mein geliebter Sohn, meine geliebte Tochter, an dir habe ich Wohlgefallen. Weil Gott treu ist und keines seiner Versprechen zurücknimmt, dürfen wir ihm ein Leben lang als Vater vertrauen und können wir uns auf ihn verlassen. Diese Zusage gibt unserem Leben ein geistiges Fundament, das durch nichts überboten werden kann.
Was bedeutet das für uns Getaufte? Der Geist Gottes wurde uns in der Taufe und später auch in der Firmung zugesagt. Die Liebe des Vaters begleitet unser ganzes Leben. An uns liegt es, in welcher Weise wir Gott und seinen Geist annehmen und in unserem Leben wirken lassen und was wir daraus machen.
Guter Gott und Vater,
in der Taufe hast du uns als deine geliebten Kinder angenommen.
Wir bringen dir unsere Nöte und Bitten vor:
Wir bitten dich für alle Getauften.
Lass sie sich ihrer Gotteskindschaft bewusst sein
und schenke ihnen Freude daran und die Kraft für ihr Leben als Christen.
Wir bitten dich auch für alle "Brüder und Schwestern, die noch fern sind von dir".
Lass sie deine Güte und Menschenfreundlichkeit erkennen
und dein Wohlgefallen finden.
Wir bitten dich für alle, die unter der gegenwärtigen Pandemie zu leiden haben.
Lass diese Not bald zu Ende gehen
und schenke allen, die Schaden erlitten haben, Kraft zu einem Neubeginn.
Wir bitten dich für alle, die in diesen Tagen zu Opfern von Falschinformationen geworden sind.
Gebiete der drohenden Spaltung der Gesellschaft Einhalt.
Wir bitten dich für alle, die an der Überwindung der gegenwärtigen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Krise mitwirken.
Stärke sie durch deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich für alle unsere Schwestern und Brüder,
die ihr irdisches Leben vollendet haben.
Lass sie teilhaben am ewigen Leben, das uns Jesus verheißen hat.
Dir, guter Gott, ist in jedem Volk willkommen, der tut, was recht ist.
Um deines Sohnes Jesu willen schau auf alle deine geliebten Kinder. – Amen.
1. Lasst uns loben, freudig loben
Gott den Herrn, der uns erhoben
und so wunderbar erwählt;
der uns aus der Schuld befreite,
mit dem neuen Leben weihte,
uns zu seinem Volke zählt;
2. der im Glauben uns begründet,
in der Liebe uns entzündet,
uns in Wahrheit neu gebar,
dass wir so in seinem Namen
und durch ihn zum Leben kamen,
unvergänglich, wunderbar;
3. dass wir allen Zeugnis geben,
die da sind und doch nicht leben,
sich betrügen mit dem Schein.
Lasst den Blinden und den Tauben
Herz und Zunge aus dem Glauben,
aus der Liebe zeugen sein.
Am Fest der Taufe unseres Herrn
haben wir, Gott,
der du uns Vater und Mutter ist,
die Frohe Botschaft gehört,
und den offenen Himmel gesehen,
Wir danken dir für die Zeichen
deiner Liebe und Nähe.
Begleite uns in die neue Woche,
schenke uns Worte, die den Alltag verwandeln
und die Kraft, geduldig und liebevoll
mit anderen Menschen deine Zukunft zu teilen.
Im Namen Jesu,
mit deinem Geist,
in Ewigkeit. – Amen.
Manfred Wussow 2018
Zusammengestellt von P. Hans Hütter
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.
2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.
3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.
4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht
5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.
6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!
T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757.
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Jesus getauft –
Heiliger Geist
als Taube herabgekommen,
auf Ihm geblieben –
aus dem Himmel
Stimme des Vaters:
„Geliebter Sohn“ –
eingehüllt in Liebe.
Ilse Pauls
Feuer, das brennt,
Wasser, das kühlt,
Wind, der belebt,
unbekannter,
unbenannter,
sanfter,
ausdauernder Rufer,
immerwährender Mahner,
beharrlicher Begleiter,
verständnisvoller Zuhörer:
Bleibe bei uns,
rufe uns zu,
entzünde uns,
sei uns nah,
unsichtbar,
unhörbar,
unspürbar -
aber immer da.
Aus: Ilse Pauls, Auf dem Weg. Gedichte und Gebete. Edition Club d'Art - international. Klagenfurt, Sonnengasse 16.
Was meinen wir, wenn wir »Ja« sagen? Was ereignet sich dabei? Und bei welcher Gelegenheit ist dieses Wort fällig? Wir sagen wohl kaum von vorneherein zu jedem Menschen »Ja«, sondern vor allem zu denjenigen Menschen in unserem unmittelbaren Lebenskreis, mit denen wir in besonderer Weise verbunden sind. Bejaht zu werden ist ein elementares Urbedürfnis von uns Menschen. Denn das »Ja« ist ein Wörtlein, das Gemeinschaft stiftet. Es ist ein Wort, das beschenkt und bereichert: Wir sind bejaht, nicht mehr allein, wir sind mehr und sehr viel reicher geworden.
Was geschieht umgekehrt beim »Nein«? Und bei welcher Gelegenheit trifft dieses Wort zu? Wohl überall dort, wo Menschen sich einander nichts mehr zu sagen haben und deshalb nichts miteinander zu tun haben wollen und wo sie sich an demselben Mittagstisch totschweigen. Das »Nein« ist so das traurige Gegenteil und Gegenwerk zum »Ja«. Das Wörtlein »Nein« bedeutet Vereinsamung und Alleinsein. Wir sind im Stich gelassen und damit um vieles ärmer geworden.
Das »Ja« stiftet Gemeinschaft und eine Atmosphäre des Vertrauens. Das »Nein« hingegen vereinsamt und tötet. Wer wollte bestreiten, dass beide Worte handfeste Realitäten in unserem Leben sind? Das Verhältnis der beiden Worte macht dabei die Grundstimmung unseres Lebens aus, ob wir nämlich mehr die Bejahten und Beschenkten sind oder mehr die Vereinsamten und Alleingelassenen. Auch wenn wir dieses Verhältnis nie genau bestimmen können, spüren wir dennoch, dass sich darin ein Gegenspiel von befreiendem »Ja« und todernstem oder gar tödlichem »Nein« ausspricht. Von daher stellt sich früher oder später die lebenswichtige Frage, welches der beiden Worte endgültiger und siegreicher ist: Hat das »la« oder das »Nein« das letzte Wort in meinem Leben?
Täglich müssen wir zu anderen Menschen »Ja« sagen, und täglich sind wir selbst darauf angewiesen, dass Menschen zu uns »Ja« sagen. Doch wir Menschen pflegen immer wieder ein »Vielleicht« dazuzufügen, ein »Ja, aber«, ein »Wenn und aber« und damit ein halbes »Jein«. Von daher kommen Bitterkeit und Wehmut in unserem Leben auf. Es ist nur allzu gut verständlich, dass wir Menschen uns im Grunde unseres Herzens nach nichts mehr sehnen als danach, einmal doch endgültig und ohne Vorbehalte, ohne »Vielleicht« und »Aber« bejaht zu werden.
Wer von uns aber kann sich das leisten, ohne Vorbehalte und uneingeschränkt »la« zu sagen zu einem anderen Menschen? Aus eigener Erfahrung wissen wir es nur allzu gut, dass wir uns dies so oft gar nicht leisten können und vielleicht auch nicht dürfen. Denn bei uns Menschen bleibt immer ein Vorbehalt übrig. Wir leben nun einmal in einer Welt von »Wenn und aber« und gerade heute auch in einer Kirche voller »Vielleicht«. Und wir Menschen selbst zeigen uns immer wieder als Wesen voller »Jein«.
Im Kontrast zu diesen menschlichen Erfahrungen leuchtet die Botschaft des christlichen Glaubens auf: »Gott ist treu, er bürgt dafür, dass unser Wort euch gegenüber nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn Gottes Sohn Jesus Christus... ist nicht als Ja und Nein zugleich gekommen; in ihm ist das Ja verwirklicht. Er ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat« (2 Kor 1,18-20a). Damit spricht Paulus die Kernmitte unseres christlichen Glaubens an: Was sich kein Mensch leisten kann, das leistet sich Gott. In eine Welt voll »Wenn und aber«, in eine Kirche voller »Vielleicht« und zu uns Menschen voller »Jein« sagt Gott sein vorbehaltloses, uneingeschränktes, endgültig-gültiges »ja«. Gottes Wort ist wirklich »Ja«, und deshalb ist auf ihn ebenso wirklich Verlass. Wie ernst und konkret Gott selbst zu uns Menschen »Ja« sagt, hat er in Jesus Christus gezeigt; und darin liegt die Grundverheißung des christlichen Glaubens: Vor Gott wird jeder Mensch vollends zum Menschen, weil Gott jeden Menschen vorbehaltlos annimmt und jeden Menschen endgültig bejaht.
Dieses göttliche Geschehen hat dabei einen spezifischen Ort, nämlich die Taufe. In ihr hat uns Gott bejaht und als seine Töchter und Söhne angenommen. Hier hat er uns bei unserem persönlichen Namen gerufen und sich uns namentlich zugewendet. Das große »Ja«, das Gott an Ostern zu seiner ganzen Schöpfung gesprochen hat, buchstabiert er gleichsam als kleines »Ja«, das er zu jedem Einzelnen persönlich sagt. Dieses kleine »Ja« Gottes wird für den einzelnen Menschen fällig in seiner Taufe. In der Taufe ereignet sich das ganz persönliche Ostern für den einzelnen Menschen.
Aus: Kurt Koch, Bereit zum Innersten. Für eine Kirche, die das Geheimnis lebt. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2003.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
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Im ersten "Gottesknechtlied" (Jes 42,1-9) erfolgen die Vorstellung und Beauftragung des Knechtes. Er ist gewissermaßen das Werk Jahwes, von ihm erwählt und sein Knecht. Im Mittelpunkt steht aber nicht das "Untergebensein" des Knechtes, sondern die Zugehörigkeit und Geborgenheit beim Herrn. Dieser Knecht findet seine Aufgabe und Bestimmung - ähnlich wie bei Mose oder David - im "Dasein" für andere. Gott präsentiert ihn wie einen König (vgl. 1 Sam 9,15-17) und erwählt ihn frei aufgrund seines Willens - ohne jegliche Vorleistungen durch den Knecht. Die Rede von seiner Erwählung dient der Legitimation des Knechtes und der Begründung seiner Aufgabe.
Weil Gott an ihm Gefallen gefunden hat, erwählte er ihn. Diese Erwählung durch Gott läßt sich ebensowenig wie die Erwählung Israels hinterfragen. Diese Erwählung gilt aber nicht nur dem hier vorgestellten Knecht, denn es handelt sich nicht um eine vorübergehende Erwählung - wie beispielsweise bei den Richtern - sondern sie ist als dauernde Gabe, als besondere Form des "Mitseins Jahwes", zu sehen, die sich zugunsten anderer auswirkt.
Die Lesung ist ein Ebed-Jahwe-Lied (Knecht-Gottes-Lied). Ursprünglich wohl selbständig überliefert, gehören sie im Kanon der hebr. Bibel zum Buch des (2.) Jesaja (Jes. 40-55 - Exilszeit).
Jahwe stellt seinen Knecht zunächst vor: "Seht, das ist mein Knecht." Die Figur, die dazu passt, ist uns jedoch verborgen. In der Auslegungsgeschichte variieren die Vermutungen: war es eine einzelne Person? Oder vielleicht sogar das ganze Volk Gottes? Jedenfalls wird in der Vorstellung (mit dem Imperativ "Seht" eingeleitet) ein Gesicht erkennbar, dass in der christlichen Rezeption die Züge des Kyrios trägt, von dem es im Hymnus (Phil 2,6-11) heißt, er habe göttliche Gestalt gehabt...
Was enthält die Gottesrede über den Knecht? Er wird von Jahwe gestützt, er ist von Jahwe erwählt, an ihm findet Jahwe Gefallen, Jahwe hat seinen Geist auf ihn gelegt - und unvermittelt und überraschend: Jahwes Knecht bringt den Völkern das Recht. Er ist mit der höchsten Autorität ausgestattet, um den Völkern das Recht zu bringen. Jahwe selbst erscheint so als Garant des Rechtes.
In der hebräischen Sprache gehören Recht, Gerechtigkeit, Frieden, Heil zusammen. Der Knecht Jahwes ist Heilbringer für die Völker. Das bringt einen neuen Ton in die prophetische Botschaft, die sich an das Volk Israel in der Fremde richtet. Ob Israel in Babylon eine neue Rolle übernehmen soll? Nicht die Rolle des Opfers, sondern des Friedensstifters?
Der Knecht zerbricht das geknickte Rohr nicht, er löscht den glimmenden Docht nicht aus, er (selbst) wird nicht müde und bricht nicht zusammen - bis er auf der Erde das Recht begründet. Zur Krone des Ganzen wird: (Selbst) die Inseln warten auf ihn.
Jahwe sichert dem Knecht seine Berufung zu, überreicht ihm sozusagen die Ernennungsurkunde. Was Recht heißt, wird hier in einer umfassenden und universalen Aufgabe beschrieben: Bund für mein Volk - Licht für die Völker. Vertieft: blinde Augen zu öffnen, Gefangene zu befreien, alle, die im Dunkel sind, ins Licht zu führen.
In der lukanischen Jesus-Erzählung (Evangelium) werden Ebed-Jahwe-Lieder besonders an zwei Stellen aufgelesen: Einmal im Lobgesang des Zacharias (Benedictus), Lk 1,67-79, und zum anderen in der ersten Predigt Jesu in Nazareth, Lk 4,16-21. Die Geschichte Jesu wird so fest mit den Ebed-Jahwe-Liedern verknüpft.
Dieser Text wird Deuterojesaja zugeschrieben, einem unbekannten Propheten aus der Zeit der Babylonischen Gefangenschaft, als sich schon die Befreiung anbahnt. So spricht Deuterojesaja tröstend zu seinem Volk. Die Kapitel 40-55 werden nach ihren ersten Worten auch "Trostbuch Israels" genannt (vgl. die Alternativlesung des heutigen Tages Jes 40,1-5. 9-11). Beim vorliegenden Text handelt es sich um das erste der sog. "Gottesknechtslieder", die einen vollkommenen Jünger Jahwes vorstellen. Umstritten ist, ob es sich hierbei um die Personifikation der Gemeinde Israels, um eine Person der Vergangenheit oder Gegenwart wie etwa Deuterojesaja selbst oder den erwarteten Messias handelt. Die urchristliche Predigt und die Auswahl als heutige Lesung bezog den Text auf Jesus.
Unabhängig von der Beantwortung dieser Frage macht die Beschreibung des von Gott Beauftragten den Willen Gottes deutlich: Plastische Bilder und leidenschaftliche Worte zeigen, auf welche Weise Gott unsere Befreiung erreichen will und wie unser Heil aussehen soll. Der Gesandte Gottes will nicht wie ein fanatischer Heilsprediger Menschenmassen aufputschen und für seine Ideologie gewinnen (Vers 2). Stattdessen wendet er sich dem Einzelnen und Unvollkommenen zu und gibt ihm eine neue Chance (Vers 3) - anders als Moralprediger mit dem Standpunkt "Alles oder nichts!". Diese Behutsamkeit geht aber auch mit Ausdauer einher (Vers 4).
Die starken Bilder in Vers 7, die Jesus auch in seiner "Antrittspredigt" in der Synagoge von Nazareth zitiert (Lk 4,18), sprechen tiefgehende menschliche Erfahrungen von Befreiung an.
"Blinde Augen zu öffnen" kann bedeuten, vor eigenen "blinden Flecken" nicht länger die Augen zu verschließen und so seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Auch offene Augen für die Freuden und Nöte unserer Mitmenschen zu bekommen oder in ausweglosen Situationen neue Wege zu entdecken, können solche Heilungserfahrungen sein.
"Gefangene aus dem Kerker zu holen" meint unter anderem die Befreiung aus eingefahrenen Denk- und Verhaltensmustern, die ein erster Schritt sein kann, um verfahrene Situationen und Beziehungen zu lösen. Dazu zählt auch, wenn Menschen in einengenden Strukturen und Rollen in Familie, Beruf und Gesellschaft allmählich mehr Freiheit erfahren können.
Die Befreiung derer, "die im Dunkel sitzen", umfasst die Überwindung von Lebensphasen, die von Leid, Schmerz, Trauer, Einsamkeit und Angst geprägt sind.
All diese biblischen Bilder führen uns vor Augen, welches erfüllte Leben Gott für uns will. Um dies schon in diesem Leben zu verwirklichen, schickt er seine Beauftragten - und das kann jeder Mensch sein, der uns begegnet und uns zu mehr Freiheit führt.
Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr C 2/2006. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2006, S. 42-54.
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Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive