Lesung aus dem ersten Buch Samuel.
In jenen Tagen
schlief Samuel im Tempel des HERRN,
wo die Lade Gottes stand.
Da rief der HERR den Samuel
und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen.
Geh wieder schlafen!
Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der HERR rief noch einmal: Samuel!
Samuel stand auf und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn.
Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den HERRN noch nicht
und das Wort des HERRN
war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der HERR den Samuel wieder,
zum dritten Mal.
Er stand auf
und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen!
Wenn er dich ruft, dann antworte:
Rede, HERR; denn dein Diener hört.
Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der HERR,
trat heran und rief wie die vorigen Male:
Samuel, Samuel!
Und Samuel antwortete:
Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran
und der HERR war mit ihm
und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
In jenen Tagen
schlief Samuel im Tempel des HERRN,
wo die Lade Gottes stand.
Da rief der HERR den Samuel
und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen.
Geh wieder schlafen!
Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der HERR rief noch einmal: Samuel!
Samuel stand auf und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn.
Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den HERRN noch nicht
und das Wort des HERRN
war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der HERR den Samuel wieder,
zum dritten Mal.
Er stand auf
und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen!
Wenn er dich ruft, dann antworte:
Rede, HERR; denn dein Diener hört.
Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der HERR,
trat heran und rief wie die vorigen Male:
Samuel, Samuel!
Und Samuel antwortete:
Rede, denn dein Diener hört.
Der HERR sagte zu Samuel:
Fürwahr, ich werde in Israel etwas tun,
sodass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen.
An jenem Tag werde ich an Eli vom Anfang bis zum Ende
alles verwirklichen, was ich seinem Haus angedroht habe.
Ich habe ihm angekündigt,
dass ich über sein Haus für immer das Urteil gesprochen habe
wegen seiner Schuld;
denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern,
und gebot ihnen nicht Einhalt.
Darum habe ich dem Haus Eli geschworen:
Für die Schuld des Hauses Eli
kann durch Opfer und durch Gaben
in Ewigkeit keine Sühne erwirkt werden.
Samuel blieb bis zum Morgen liegen,
dann öffnete er die Türen zum Haus des HERRN.
Er fürchtete sich aber, Eli von der Vision zu berichten.
Da rief Eli Samuel und sagte:
Samuel, mein Sohn!
Er antwortete: Hier bin ich.
Eli fragte: Was war es, das er zu dir gesagt hat?
Verheimliche mir nichts!
Gott möge dir dies und das antun,
wenn du mir auch nur eines von all den Worten verheimlichst,
die er zu dir gesprochen hat.
Da teilte ihm Samuel alle Worte mit
und verheimlichte ihm nichts.
Darauf sagte Eli:
Es ist der HERR.
Er tue, was ihm gefällt.
Samuel wuchs heran
und der HERR war mit ihm
und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.
Kv: Mein Gott, ich komme;
deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen. - Kv
GL 31,1
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. *
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er gab mir ein neues Lied in den Mund, *
einen Lobgesang auf unseren Gott. - Kv
An Schlacht- und Speiseopfern hattest du kein Gefallen, /
doch Ohren hast du mir gegraben, **
Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.
Da habe ich gesagt: Siehe, ich komme. *
In der Buchrolle steht es über mich geschrieben. - Kv
Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Gefallen *
und deine Weisung ist in meinem Innern.
Gerechtigkeit habe ich in großer Versammlung verkündet, *
meine Lippen verschließe ich nicht; HERR, du weißt es. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
sondern für den Herrn
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Wer sich dagegen an den Herrn bindet,
ist e i n Geist mit ihm.
Meidet die Unzucht!
Jede Sünde, die der Mensch tut,
bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht,
dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
sondern für den Herrn
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Darf ich nun die Glieder Christi nehmen
und zu Gliedern einer Dirne machen?
Auf keinen Fall!
Oder wisst ihr nicht:
Wer sich an eine Dirne bindet,
ist ein Leib mit ihr?
Denn es heißt: Die zwei werden ein Fleisch sein.
Wer sich dagegen an den Herrn bindet,
ist e i n Geist mit ihm.
Meidet die Unzucht!
Jede Sünde, die der Mensch tut,
bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht,
dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Halleluja. Halleluja.
Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des Herrn.
Die Gnade und die Wahrheit sind durch ihn gekommen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte,
und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging,
richtete Johannes seinen Blick auf ihn
und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte,
und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um,
und als er sah, dass sie ihm folgten,
sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?
Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister - ,
wo wohnst du?
Er sagte zu ihnen: Kommt und seht!
Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte,
und blieben jenen Tag bei ihm;
es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten
und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon
und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden -
das heißt übersetzt: Christus.- der Gesalbte.
Er führte ihn zu Jesus.
Jesus blickte ihn an
und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes,
du sollst Kephas heißen,
das bedeutet: Petrus, Fels.
Die Wohnverhältnisse eines Menschen geben meist tiefere Einblicke in seine Lebenseinstellungen. Die ersten Jünger Jesu werden von ihm eingeladen mit den Worten "kommt und seht!". Wie wir als Christen "wohnen", bzw. leben, ist meist auch ein wirksames Glaubenszeugnis.
Die Kultur der Wohnstatt ist ein delikates Thema im Leben von Menschen. Wer wohnt wie? Was bedeutet für mich, wie ich wohne? Und damit auch sofort verbunden: Was lasse ich andere wissen von dem, wie ich wohne? Wie sehr öffne ich meine Wohnung für andere? In der Schweiz lädt man gerne einander ein, aber selten spontan. In Deutschland ist es üblich, schnell mal beim Nachbar zu läuten. Bei meinen Besuchen auf den Philippinen habe ich festgestellt, dass man dort sehr flexibel ist: Oft wird übernachtet, wo man gerade ist. - Sag mir, woher du kommst, und ich sag dir, wie du wohnst, mag man kommentieren.
Man mag diese Gedanken im Hinterkopf behalten, wenn wir das heutige Evangelium vernehmen. Da steht Johannes mit seinen Jüngern am Jordan, sieht Jesus vorbeikommen und begrüßt ihn. Die Jünger des Johannes werden neugierig und wollen über Jesus mehr wissen. Interessant ist es nun, wie sie das anfangen. Wo wohnst du, ist ihre Frage. Das ist es, was sie an Jesus neugierig macht. Und Jesus lädt sie ein: Kommt und seht. Jesus öffnet seine Türen und das heißt auch: Er teilt mit ihnen nicht nur sein Brot, er teilt mit ihnen auch einen Teil seines Lebens. Es geht dabei aber um wesentlich mehr als nur um Offenherzigkeit und Gastfreundschaft. Jesus ist unterwegs als Wanderprediger und - als Gottessohn. Sein Anliegen ist Heilsverkündigung. Und das macht er nicht zuerst mit Worten, mit Predigten - Jesus macht das mit klaren Gesten. Er lädt ein, öffnet sich den anderen.
Diese Begegnung mit den ersten Jüngern hatte nach der Darstellung des Evangelisten Johannes einen Domino-Effekt. Weil Jesus in sein Haus eingeladen hatte, folgten den ersten Gästen noch andere - der wichtigste unter ihnen: Petrus, der spätere Erste der Apostel. Der Aufbau der Heilsgemeinschaft Jesu und damit auch der Kirche gründet auf Offenheit und Gastfreundschaft: Kommt und seht.
Das ist geblieben bis in unsere Zeit. Natürlich muss die Kirche auch eine Botschaft haben, die glaubwürdig gelebt und verkündet wird. Aber niemanden wird eine Botschaft locken, wenn jene, die sie verkünden, nicht Interesse wecken, einladend sind. Und dabei muss klar rüberkommen, dass die Einladung von Herzen kommt und nicht bauernfängerisch oder oberflächlich ist. Und so sind wir als Kirche, als Pfarrei, als Familie einer Pfarrei immer wieder neu angefragt, was denn für uns das Beispiel Jesu meint, wenn er sagt: Kommt und seht.
Eine Kirche, die wirklich einladend ist, die ist echt, »authentisch«, wie man heute gerne sagt. Sie trägt im Herzen, was sie will - nicht nur auf der Zunge. Und der Gläubige, in dessen Herz die Heilsbotschaft lebt, will ihr eine Wohnstatt geben, will für sie parat sein.
Dass das eine Herausforderung für christliches Leben ist, war auch dem Apostel Paul bewusst. Wir haben das in der zweiten Lesung gehört. Wir sollen unsere ganze Präsenz auf Erden pflegen als Wohnstatt des Heiligen Geistes, so Paulus. Nur dann sind wir auch erfolgreich in der Lage, die Frohbotschaft Christi - im wahrsten Sinn des Wortes - zu verinnerlichen. Da geht manchmal halt auch was schief. Paulus weist dazu auf sexuelles Fehlverhalten der Korinther hin. In einer lebendigen Hafenstadt wie Korinth hatte er dazu vielleicht auch allen Grund. Man kann sich vorstellen, was Paulus dort so alles gesehen hat. Wer des Paulus Mahnung gegen die Unzucht ein wenig positiver und aufbauender formulieren möchte, mag sich jenen Satz vor Ohren führen, der der Hl. Teresa von Avila zugeschrieben wird: Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen. Unsere irdische Existenz soll Gasthaus des Geistes Gottes sein, damit die Frohbotschaft in uns fortleben kann und aus uns strahlt. Das kann durchaus herausfordernd sein.
Jener Mensch hingegen nämlich, bei dem das Evangelium keinen Eingang, keine Wohnstatt, keinen Platz im Herzen findet, der führt das Wort Gottes als leeres Geschwätz auf der Zunge. Es hat mit seinem Leben nichts tun, und das Leben eines solchen Menschen kann sogar als genau das Gegenteil daherkommen von dem, was die Botschaft Jesu will. Selbst in der Glaubensgemeinschaft der Kirche finden wir dazu immer wieder Beispiele.
Es gibt noch eine andere Lebenshaltung, die den weitherzigen und einladenden Charakter einer Glaubensgemeinschaft verhindern kann: Wenn wir es uns in unserem Glaubensleben allzu gemütlich einrichten. Wenn wir uns unsere Vorstellungen vom Glauben machen und es dabei dann auch mal belassen. Wenn der Glaube in unseren Herzen ruht, sich dort aber eher aus-ruht. Wenn wir träge und unflexibel werden, uns an Mustern und Schemata orientieren, die Leben eher verhindern als fördern.
Die erste Lesung hält uns das vor Augen mit der Kindheitsgeschichte des Samuel. Samuel braucht den Anschub Gottes gleich drei Mal und vor allem die Nachhilfe seines Lehrers Eli, um zu verstehen, dass und wie Gott in seinem Leben aufscheinen will. Man mag dem Jungen seine Ahnungslosigkeit verzeihen: Auch sein Lehrer brauchte ja einen Moment, bis er die Vorgänge verstand. Doch passiert so ein Verhalten nicht nur in Herzen, die mit dem Glauben unerfahren sind. Manchmal winkt Gott überdeutlich in unser aller Leben mit dem Zaunpfahl und wir hören und schauen lieber weg, obwohl wir eigentlich wissen und spüren, dass er da ist. Und dass er uns ruft.
So lädt Jesus die Menschen ein, Partnerinnen und Partner Gottes zu sein. So sollen wir als Kirche in heutiger Zeit einladen, mit Gott, der in uns wohnt, in Kontakt zu kommen. Unser ständiges Bemühen muss es, dabei echt und ehrlich zu sein. Wenn das Reden und Handeln der Kirche - soll heißen: von uns, den Gläubigen -, dem widerspricht, was die Frohbotschaft meint, wird das Christentum unglaubwürdig. Aber auch unser persönliches Leben soll in Einklang mit der Botschaft stehen: Wer den Glauben benutzt, um in seinen Beziehungen Hass und Zwietracht zu säen, erzählt wohl kaum von der Liebe und Barmherzigkeit unseres Gottes. Und schließlich ruft die Verkündigung des heutigen Tages uns auch auf, wach zu sein und Phantasie zu haben: ein Gespür dafür zu haben, wann und wie Gott in unserem Leben wirkt, und nach denen Ausschau zu halten, die von uns eingeladen werden wollen: Kommt und seht.
Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den "Tag des Judentums". Das Christentum ist von seinem Selbstverständnis her wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den 17. Jänner als besonderen Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt.
Am heutigen Tag des Judentums, soll von den Schriftlesungen besonders jene hervorgehoben werden, die auch in einem jüdischen Wochengottesdienst gelesen werden.
Die heutige Lesung aus dem 1. Buch Samuel und der Psalm 40 sind jüdische Schriften, die auch im christlichen Kontext gelesen werden. Sie erinnern, dass die Christen ihre Wurzeln im Judentum, in ihren Schriften haben. Wir sind eingeladen mit diesen Schriften in Dialog zu treten, und – so wie im Gottesdienst – unsere Beziehung zu Gott auch liturgisch im Lobpreis Gottes zu feiern.
Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber, geboren 1878 in Wien, gestorben 1965 in Jerusalem, hat diese Dialogfähigkeit des Menschen in seinem Buch „Ich und Du“ entfaltet. Basis, Grundlage zu dieser Darlegung von Martin Buber ist die jüdisch-mystische Theologie wie im Chassidischen Judentum und die christlich-mystische Theologie wie von Meister Eckhart. Aus dieser, das Judentum und das Christentum, umfassende Mystik heraus, erarbeitet er die Möglichkeit des Menschen in Dialog zu treten.
"Der Mensch wird am Du zum Ich", denn das Angesprochenwerden geht dem Ansprechen voraus. Der angesprochene Mensch, der „Ich“ sagen kann, unterscheidet sich vom „Du“ und geht nicht im „Du“ auf. Wichtig ist Martin Buber bei seiner Herangehensweise, dass das „Ich“ im „Du“ den „Ewigen“ zu sehen fähig wird, mit dem „Ewigen, Göttlichen“ in Kontakt, in Beziehung, ins Gespräch kommen kann.
So schreibt er: „Ihr ewiges Du haben die Menschen mit vielen Namen angesprochen. … Aber alle Gottesnamen bleiben geheiligt“ (aus „Ich und Du“). In dieser Darstellung vom jüdischen Philosophen Martin Buber ist der Dialog mit Gott, das Gespräch zu verstehen. Er, Martin Buber, übersetzt den Gottesnamen JHWH mit DU!
Ein Psalm ist ein aus der jüdischen Geschichte poetischer, bildreicher und von der Situation des Ich's geprägter Text, der vom Sprecher „dem Ewigen“ vor die Füße gelegt wird. In den Psalmen ist immer etwas Dramatisches, welches das ICH zur Sprache bringt. Ob nun Situationen der des Jubels, der Zuversicht, des Zorns, der Trauer, der Angst und Not zur Sprache kommen, sie haben als Fundament immer den Lobpreis Gottes: ER ist der Handelnde, die Zuversicht, seine Heilstaten werden in Erinnerung gerufen, möge sich seine Gerechtigkeit durchsetzen. Durch dieses Offenlegen der Aggressionen erspart sich das ICH selbst gewalttätig zu werden, denn Gerechtigkeit erwartet er vom „Ewigen“, den er für seine Taten lobpreist.
So lautet der hebräische Titel des Buches der Psalmen „Sefer Tehellim“ – Buch der Lobpreisungen! Die Psalmen wurden ursprünglich mit Saitenspiel begleitet.
Im Wort Psalm – vom altgriechischen Wort Psalmós abgeleitet – kommt dies zum Ausdruck. Als „gezupftes Lied“ könnte das Wort Psalmós erklärt werden.
Die „Leseweise“ im jüdischen Verständnis von den Psalmen ist das Rezitieren. Das Rezitieren der Psalmen ist hilfreich, vor allem in Zeiten der Not. Die Emotionen auf“sagen“, vor“tragen“ im Angesicht Gottes, lassen nicht vergessen, in welcher Not das ICH war. Dieses Erinnern geschieht immer im Blick auf Gottes Größe und dass Gott die Zuversicht, die Gerechtigkeit, die das ICH erhofft, ist – IHM gilt somit der Lobpreis.
Ps 40,1 Des Chormeisters, von Dawid, ein Harfenlied. (Martin Buber)
In der hebräischen Bibel werden 73 Psalmen König David „zugeschrieben“. Er kann als „Vorbild“ betrachtet werden, das Leben des Königs David wird so in literarischer Form in den Psalmen dargestellt. Die Samuel-Bücher sind die Grundlage der David-Biographie, sind als Quelle der poetischen Darstellung von König David in den Psalmen zu sehen.
Der ganze Psalm 40, 1-18 ist so strukturiert, dass er „nur“ im Ganzen zu verstehen und als ganz zu lesen ist. Dann kann er seine poetische Dynamik, seine Dramatik, seine Spannung entfalten.
Die Verse 12 – 18 geben in bildlicher Sprache die aktuelle Situation vom ICH, vom Psalmisten wieder, und seine Hoffnung:
18b „Was mir aufhilft, was mich entrinnen macht, bist du: mein Gott, säume nimmer!“
Es ist die Erinnerung, an die Heilstaten Gottes, an IHN, den Handelnden, Verse 2-11, die dem „Klagenden“ Trost und Zuversicht und Hoffnung auf IHN, der wieder und wieder handeln wird an seinem Volk, gibt.
5 „O Glück des Mannes, der einsetzte IHN als seine Sicherheit und sich nicht kehrte an Ungestüme, in Täuschung Verstrickte!“
6 „Viel hast du getan, DU, mein Gott, deiner Wunderwerke, deiner Planungen an uns - nichts ist dir anzureihn! -, will ich melden, will ich reden, Übermenge sind sie dem Erzählen.“
Diesem „Ewigen, der groß und gerecht ist“ schildert der Psalmist seine Situation, seine innere Verfasstheit:
13 „ Denn mich umzingeln Bösgeschicke bis zur Unzahl, meine Fehler holen mich ein, dass ich aufzusehn nicht vermag: Übermenge sind sie, mehr als Haare meines Haupts, - und mein Herz verlässt mich.“
14 „Lasse, DU, dir‘s gefallen mich zu erretten, DU, zu meiner Hilfe eile!
In dieser Zuwendung zu „ Adonai“* liegt der Lobpreis schon im Voraus zugrunde:
4 „Und er gab mir in den Mund neuen Gesang, Preisung unserem Gott. Viele schauen und erschauern und werden sicher an IHM. …“
8 „Nun spreche ich: Da komme ich mit der Rolle eines Buchs, auf mir ist‘s geschrieben: …“
Man spürt richtig, wie dem Psalmist die Zunge gelöst wird, wie er Worte findet, die das vor Gott bringen, was ihn bewegt aus der Erinnerung an die Taten Gottes.
„Adonai“ – In der jüdischen Tradition wird der Gottesname nicht ausgesprochen, sondern ersetzt, häufig durch: Adonai.
Übersetzung von Martin Buber: Zum heutigen Tag des Judentums wurde die Übersetzung von Martin Buber genommen – er wurde 1925 von einem christlichen Verleger gefragt, ob er eine Bibelübersetzung machen würde. Mit seinem Freund Franz Rosenzweig hat er mit der Bibelübersetzung aus dem Hebräischen begonnen. Es war ein Lebensprojekt von Martin Buber, welches erst 1961 vollendet war. Martin Buber erinnerte 1961 in seiner Ansprache an ein Gespräch mit Franz Rosenzweig:
„Unter Bibel versteht heut der Christ nur das Neue Testament, etwa mit den Psalmen, von denen er dann noch meist meint, sie gehörten zum Neuen Testament. Also werden wir sie missionieren.“ Und Buber schließt mit den Worten: „Ich bin sonst ein Gegner alles Missionierens... Aber diese Mission da lasse ich mir gefallen, der es nicht um Judentum und Christentum geht, sondern um die gemeinsame Urwahrheit, von deren Wiederbelebung beider Zukunft abhängt. Die Schrift ist am Missionieren. Und es gibt schon Zeichen dafür, dass ihr ein Gelingen beschieden ist.“
1 Des Chormeisters, von Dawid, ein Harfenlied.
2 - Erhofft, erhofft habe ich I h n,
und er hat sich zu mir geneigt,
hat mein Stöhnen erhört.
3 Hoch zog er mich
aus dem brodelnden Loch,
aus dem Moorschlamm,
stellte auf Gestein meine Füße,
festigt meine Schritte.
4 Und er gab mir in den Mund
neuen Gesang,
Preisung unserem Gott.
Viele schauen
und erschauern
und werden sicher an I h m.
5 - O Glück des Mannes,
der einsetzte I h n
als seine Sicherheit
und sich nicht kehrte
an Ungestüme,
in Täuschung Verstrickte!
6 - Viel hast du getan,
Du, mein Gott,
deiner Wunderwerke,
deiner Planungen
an uns
- nichts ist dir anzureihn! -,
will ich melden,
will ich reden,
Übermenge sind sie dem Erzählen.
7 Nach Schlachtmahl, Hinleitspende
gelüstets dich nicht:
Ohren hast du mir gebohrt.
Darhöhung, Entsündungsgabe
heischest du nicht.
8 Nun spreche ich:
Da komme ich
mit der Rolle eines Buchs,
auf mir ists geschrieben:
9 Zu tun dein Gefallen,
mein Gott, habe ich Lust,
deine Weisung ist meinem Innern inmitten.
10 Ich bringe Wahrhaftiges aus
in großer Versammlung,
da, meine Lippen verhalte ich nicht,
selber weißt du es, Du,
11 deine Bewährung hülle ich nicht
mitten mir im Herzen,
dein Betreuen,
dein Befreiertum
spreche ich aus,
nicht verhehle ich
deine Huld,
deine Treue
großer Versammlung.
12 Du, enthalte du mir dein Erbarmen nicht vor!
deine Huld,
deine Treue
mögen stets mich behüten!
13 Denn mich umzingeln
Bösgeschicke bis zur Unzahl,
meine Fehle holen mich ein,
daß ich aufzusehn nicht vermag:
Übermenge sind sie,
mehr als Haare meines Haupts, -
und mein Herz verläßt mich.
14 Lasse, Du, dirs gefallen
mich zu erretten,
Du, zu meiner Hilfe eile!
15 Zuschanden müssen werden und sich schämen zumal,
die mir nach der Seele trachten, sie hinzuraffen,
zurückprallen, zu Schimpfe werden,
die an meinem Bösgeschick sich erlustigen,
16 erstarren zufolge ihrer Schande,
die zu mir sprechen: Ha! ha!
17 Entzücken sollen sich, sich freuen an dir alle,
die nach dir trachten,
stets sollen sprechen:
»Groß ist Er!«,
die dein Befreiertum lieben.
18 Ich hier,
gebeugt und bedürftig, -
mein Herr plane für mich!
Was mir aufhilft,
was mich entrinnen macht
bist du:
mein Gott, säume nimmer!
(aus dem Hebräischen von Martin Buber- Franz Rosenzweig 1929)
Die Lesung aus dem 1. Buch Samuel berichtet von der Berufung des jungen Samuel. Das Evangelium des heutigen Sonntags erzählt, wie die ersten Jünger zu Jesus gestoßen sind und so ihre Berufung gefunden haben. Daher einige Gedanken zum Thema „Berufung“:
Johannes schildert in seinem Evangelium die Berufung der ersten Jünger bis ins Detail, Schritt für Schritt. Diese Schrittabfolge kann auch heute noch zu Jesus führen.
Kommt und seht! - Diese Einladung Jesu an die Jünger gilt auch für uns heute. Lassen wir uns ein auf den, der uns einlädt. Öffnen wir uns für sein Wort, verweilen wir bei ihm und lassen wir uns erfüllen von dem, der uns Heil schenkt. Und: Lassen wir ihn ein in unsere Herzen und schenken seinem Geist eine Wohnstatt.
Mit unseren Hoffnungen und Enttäuschungen kommen wir zu dir.
Bei dir haben sie einen Platz.
Herr erbarme dich.
Mit unserem Glauben und unseren Zweifeln kommen wir zu dir.
Bei dir finden sie ihr Zuhause.
Christus erbarme dich.
Mit unseren Träumen, Visionen und unserer Aussichtslosigkeit kommen wir zu dir.
Bei dir dürfen sie sein.
Herr erbarme dich.
Herr, Jesus Christus, du lädst uns ein, dir zu folgen.
Herr, erbarme dich.
Du bist der, auf den viele Generationen gewartet haben.
Christus, erbarme dich unser.
Du führst alle, die sich dir anvertrauen, zum Vater.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott
dein Sohn hat uns ins Haus seines Vaters geladen:
“Kommt und seht!”
So haben wir uns dankbar und freudig versammelt.
Mache nun unsere Herzen und unseren Verstand bereit,
dass dein Geist darin wohnen kann
und das Wort der Frohbotschaft auf fruchtbaren Boden fällt.
So bitten wir durch Christus.
Zu Gott, der uns mit unseren Bitten, Wünschen und Anliegen aufnimmt und ernstnimmt,
rufen wir:
Als Menschen und als Christen brauchen wir Orte und Zeiten der Begegnung mit anderen.
Hilf unseren Gemeinden und der ganzen Kirche solche Orte zu schaffen, in denen Menschen ihren Glauben leben und mit ihren Fragen und Wünschen sein können.
Als Kirche leben wir aus der Kraft des Heiligen Geistes, der mit und durch uns einen lebendigen Glauben bewirkt.
Lass uns diesem Geist in den täglichen Anforderungen vertrauen.
Auch im Hause Gottes sind wir nicht vor Anfeindungen und Ausgrenzungen gefeit.
Hilf den Kirchen, in einer guten Weise einander und andere Überzeugungen zu respektieren und an einer gerechten Welt mitzubauen.
Viele Schwestern und Brüdern haben diese weltliche Wohnstatt verlassen.
Wir bitten für unsere Verstorbenen, dass sie bei dir die Erfüllung ihrer Träume und Visionen finden.
Denn du Gott, bist die Hoffnung und Zuversicht für unser Leben. Dir danken wir, dass du uns immer neue Wege zeigst. Heute und alle Tage und in Ewigkeit.
Herr,
gib, daß wir das Geheimnis des Altares ehrfürchtig feiern;
denn sooft wir die Gedächtnisfeier dieses Opfers begehen,
vollzieht sich an uns das Werk der Erlösung.
Durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger und gütiger Gott
der Tisch ist gedeckt und wir dürfen
Gastmahl halten mit dir als Vorgeschmack
der Tischgemeinschaft in der Ewigkeit.
Stärke uns in diesem Mahl und mach uns bereit,
zusammen mit unseren Schwestern und Brüdern
eine Kirche zu sein, die offen ist für alle,
die nach dir suchen.
So bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott, wir danken dir,
denn du nimmst dich deines Volkes an,
du bist in seiner Mitte gegenwärtig
und stehst ihm bei, wenn es in Not ist.
Kehrvers
Zu allen Zeiten bestellst du Hirten, die deinem Volk vorangehen,
Propheten, die ihm dein Wort verkünden,
und Priester, die deinen Namen heiligen.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hast du gesandt,
um dir das Herz deines Volkes aufs Neue zuzuwenden.
Er war der Gute Hirte, der das Leben für die Seinen hingab.
Er hat Männer und Frauen in seine Nachfolge gerufen,
damit sie wie er die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden.
Kehrvers
Auch heute berufst du Menschen,
die deine Größe den Menschen bekannt machen,
deinen Dienst an den Kleinen und Schwachen weiterführen
und dein Volk leiten.
Dafür danken wir dir und singen wir dir mit allen Heiligen zum Lob:
Danklied, z. B. "Lasst uns loben, freudig loben" (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
Mit Johannes dem Täufer bekennen wir:
Ich habe es gesehen und lege Zeugnis ab:
Dieser ist der Erwählte Gottes.
(Joh 1,34)
oder:
Kommt und seht!
Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte.
(Joh 1,39)
Gib uns Ohren, die deine Stimme hören,
die auch das Unbequeme
und die Not der Menschen nicht überhören,
die aber verschlossen sind
für das Böse und alles lieblose Geschwätz.
Ohren, die deinen Ruf vernehmen.
Gib uns Augen, die sehen, was nötig ist,
die hindurchschauen durch das Vordergründige,
die das Kleine und Unscheinbare nicht übersehen.
Augen, unter deren Blick sich andere wohlfühlen.
Gib uns einen Mund, der deine Wege bezeugt,
der heilende Worte spricht und Anvertrautes bewahrt,
dem alles Verletzende und Zerstörende fremd ist.
Einen Mund, der einlädt zu dir.
Gib uns ein Herz, in dem dein Geist wohnt,
das Wärme schenkt und reich ist an Vergebung,
das Freude und Leid der Mitmenschen teilt.
Ein Herz, das Güte und Liebe ausstrahlt,
und das uns antreibt, dir zu folgen.
augenblicke
begegnungen
die verändern
mich
meine art die dinge zu sehen
augenblicke
begegnungen
die lehren zu lieben
mich
den anderen
die welt
augenblicke
begegnungen
die helfen neu anzufassen
einem der nicht mehr wollte
in einer welt in der niemand mehr etwas erwartet
augenblicke
begegnungen
die unendlich kostbar sind
für mich
für jeden von uns
für alles was ist
(Bernhard Rathmer)
Ich glaube an die Sonne,
auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe,
auch wenn ich sie nicht spüre.
Ich glaube an Gott,
auch wenn ich ihn nicht sehe.
(anonymer Text aus dem Warschauer Getto)
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott
wir haben dein Wort gehört
und du hast uns vom Brot des Lebens geschenkt.
Es sei uns Wegzehrung für unseren Weg durch diese Zeit.
Es ermutige uns zu Echtheit und Offenheit
und reiße uns heraus aus Trägheit und Mutlosigkeit.
Dafür danken wir dir heute, alle Tage unseres Lebens,
bis in Ewigkeit.
Ökumenischer Rat der Kirchen Österreichs
http://www.oekumene.at/oerkoenews/1940/tag-des-judentums-2020
Katholische Kirche Österreichs:
https://www.katholisch.at/tagdesjudentums
Diözese Linz:
https://www.dioezese-linz.at/institution/8117/article/136771.html
Internet
Was bringt junge Leute auf die Suche nach einer "geistlichen Berufung"?
Die Motive sind so vielfältig wie die Lebensgeschichten. Aber bei Menschen, die mit einer "gesunden Berufung" kommen, ist festzustellen, dass sie eine starke Sehnsucht nach mehr als dem Gewohnten haben; nach mehr als den normalen Befriedigungen und Erfüllungen unserer Gesellschaft. Bei vielen erlebe ich, dass sie in Tagen der Einkehr, im Gebet oder in der Begegnung mit Menschen etwas erahnt haben von der Anziehungskraft Jesu Christi und seiner Botschaft. Und sie suchen eine Lebensgestalt, die sinnvoll, erfüllend und von bleibendem Wert ist. Es geht um eine Berufung, nicht nur um einen Beruf.
Was ist der Anstoß, sich "berufen" zu fühlen?
Das ist recht unterschiedlich, wie eben auch Liebesbeziehungen verschieden anfangen. Die einen spüren bei einem Einkehrtag, bei einer Begegnung, bei einem Gespräch plötzlich: Da bin ich gemeint, da bin ich angerufen. Und dieses Erlebnis lässt ihnen keine Ruhe. Bei anderen wächst dieser Gedanke über Jahre: Ich hab Freude, Menschen zu helfen, ich hab Freude am Gebet, ich spüre, ich sollte mich zur Verfügung stellen. Manche kommen aber auch aus anderen Motiven: Weil sie ein geschütztes Nest vor dem rauen Wind der Welt suchen, weil sie Angst vor zu viel Freiheit haben, weil sie "jemand Besonderer" sein wollen. Ich denke, dass geistliche Begleiter, aber auch Ordensgemeinschaften und Seminarregenten sehr genau hinschauen sollten, was die wirklichen Motive sind. Meiner Erfahrung nach werden - auch aus der wachsenden Personalnot heraus - an manchen Orten Leute aufgenommen, wo ich größte Bedenken habe. Damit erweist man niemandem einen Dienst.
Wo sehen Sie die größten Hürden, dass junge Leute zu einer "geistlichen Berufung" Ja sagen können?
Hier gibt es neben sehr persönlich bedingten Beweggründen auch so etwas wie allgemeine Hürden, die vielen den Weg versperren oder erschweren. Ein Grund liegt sicherlich darin, dass in der heutigen Gesellschaft die Scheu vor lebenslangen Bindungen und vor einem Sich-Verschenken zunimmt. Das hängt auch damit zusammen, dass immer weniger Menschen selber oder in ihrer Umgebung die Bereitschaft erfahren, Hingabe auch durch Krisen und "Schicksalsschläge" hindurch zu tragen. Ich halte das für ein großes Problem unserer Zeit.
Eine weitere Hürde sehe ich darin, dass sich viele mit manchen Strukturen von Orden und von Kirche schwer tun. Für andere ist auch die Frage, ob sie die "ehelose Keuschheit" positiv leben können, eine echte Schwierigkeit. Gerade hinter einer "geistlichen Berufüng" steht ja auch die Sehnsucht, als Mensch ganzheitlich zu leben. Und da ist für viele ein Leben ohne Partnerschaft und intimer menschlicher Nähe eine große Herausforderung. Unter diesem Aspekt ist es von ganz besonderer Bedeutung, ob junge Leute in der Kirche tragfähige Gemeinschaften erleben.
Aus: Josef Maureder SJ, Wir kommen wohin wir schauen. Berufung leben heute. Tyrolia Verlag, Innsbruck Wien 2004.
Donnergrollen
immer näher
immer lauter
Blitze zerreißen den dunklen Himmel
für Sekundenbruchteile
taghelles Licht
dann pechschwarze Nacht
faszinierendes Schauspiel
gewaltig und Angst machend
der Himmel droht
auseinanderzubersten
herabzufallen
Verzogenes Gewitter
in der Ferne Donnergrollen
der Himmel ist am Himmel
geblieben
einladend
verheißungsvoll
versöhnend
friedvoll
Aus: Margot Bickel, Jede Nacht birgt einen Stern, Augsburg 1998, Seite 44.
Der erste Zeitpunkt ist dann, wenn Gott unser Herr den Willen so bewegt und an sich zieht, dass eine Ihm ergebene Seele, ohne zu zweifeln oder auch nur zweifeln zu können, dem folgt, was ihr gezeigt worden ist, wie es der heilige Paulus und der heilige Matthäus taten, als sie Christus unserem Herrn folgten.
Der zweite Zeitpunkt ist dann, wenn man viel Klarheit und Einsicht hat auf Grund der Erfahrung in Tröstungen und Trostlosigkeiten sowie auf Grund der Erfahrungen in der Unterscheidung der verschiedenen Geister.
Die dritte Zeit ist ruhig; es erwägt einer zuerst, wozu hin der Mensch geboren ist, nämlich um Gott unseren Herrn zu loben und seine Seele zu retten, und von solchem Wunsche beseelt, wählt er als Mittel ein Leben oder einen Stand innerhalb der von der Kirche gesetzten Grenzen, um im Dienst seines Herrn und im Wirken für das Heil seiner Seele gefördert zu werden.
Ich nannte die Zeit ruhig, wenn nämlich die Seele nicht von verschiedenen Geistern bewegt wird und sich ihrer natürlichen Kräfte frei und ruhig bedient.
Aus: Exerzitienbuch des heiligen Ignatius, Nr. 175-177, zitiert nach: Rahner Karl, Horizonte der Religiosität. Kleine Aufsätze, hrsg. von Georg Sporschill, Wien 1984.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel.
In jenen Tagen
schlief Samuel im Tempel des HERRN,
wo die Lade Gottes stand.
Da rief der HERR den Samuel
und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen.
Geh wieder schlafen!
Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der HERR rief noch einmal: Samuel!
Samuel stand auf und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn.
Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den HERRN noch nicht
und das Wort des HERRN
war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der HERR den Samuel wieder,
zum dritten Mal.
Er stand auf
und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen!
Wenn er dich ruft, dann antworte:
Rede, HERR; denn dein Diener hört.
Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der HERR,
trat heran und rief wie die vorigen Male:
Samuel, Samuel!
Und Samuel antwortete:
Rede, denn dein Diener hört.
Samuel wuchs heran
und der HERR war mit ihm
und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
In jenen Tagen
schlief Samuel im Tempel des HERRN,
wo die Lade Gottes stand.
Da rief der HERR den Samuel
und Samuel antwortete: Hier bin ich.
Dann lief er zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen.
Geh wieder schlafen!
Da ging er und legte sich wieder schlafen.
Der HERR rief noch einmal: Samuel!
Samuel stand auf und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Eli erwiderte: Ich habe dich nicht gerufen, mein Sohn.
Geh wieder schlafen!
Samuel kannte den HERRN noch nicht
und das Wort des HERRN
war ihm noch nicht offenbart worden.
Da rief der HERR den Samuel wieder,
zum dritten Mal.
Er stand auf
und ging zu Eli
und sagte: Hier bin ich,
du hast mich gerufen.
Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben gerufen hatte.
Eli sagte zu Samuel: Geh, leg dich schlafen!
Wenn er dich ruft, dann antworte:
Rede, HERR; denn dein Diener hört.
Samuel ging und legte sich an seinem Platz nieder.
Da kam der HERR,
trat heran und rief wie die vorigen Male:
Samuel, Samuel!
Und Samuel antwortete:
Rede, denn dein Diener hört.
Der HERR sagte zu Samuel:
Fürwahr, ich werde in Israel etwas tun,
sodass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen.
An jenem Tag werde ich an Eli vom Anfang bis zum Ende
alles verwirklichen, was ich seinem Haus angedroht habe.
Ich habe ihm angekündigt,
dass ich über sein Haus für immer das Urteil gesprochen habe
wegen seiner Schuld;
denn er wusste, wie seine Söhne Gott lästern,
und gebot ihnen nicht Einhalt.
Darum habe ich dem Haus Eli geschworen:
Für die Schuld des Hauses Eli
kann durch Opfer und durch Gaben
in Ewigkeit keine Sühne erwirkt werden.
Samuel blieb bis zum Morgen liegen,
dann öffnete er die Türen zum Haus des HERRN.
Er fürchtete sich aber, Eli von der Vision zu berichten.
Da rief Eli Samuel und sagte:
Samuel, mein Sohn!
Er antwortete: Hier bin ich.
Eli fragte: Was war es, das er zu dir gesagt hat?
Verheimliche mir nichts!
Gott möge dir dies und das antun,
wenn du mir auch nur eines von all den Worten verheimlichst,
die er zu dir gesprochen hat.
Da teilte ihm Samuel alle Worte mit
und verheimlichte ihm nichts.
Darauf sagte Eli:
Es ist der HERR.
Er tue, was ihm gefällt.
Samuel wuchs heran
und der HERR war mit ihm
und ließ keines von all seinen Worten zu Boden fallen.
Kv: Mein Gott, ich komme;
deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen. - Kv
GL 31,1
Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. *
Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.
Er gab mir ein neues Lied in den Mund, *
einen Lobgesang auf unseren Gott. - Kv
An Schlacht- und Speiseopfern hattest du kein Gefallen, /
doch Ohren hast du mir gegraben, **
Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.
Da habe ich gesagt: Siehe, ich komme. *
In der Buchrolle steht es über mich geschrieben. - Kv
Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Gefallen *
und deine Weisung ist in meinem Innern.
Gerechtigkeit habe ich in großer Versammlung verkündet, *
meine Lippen verschließe ich nicht; HERR, du weißt es. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
sondern für den Herrn
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Wer sich dagegen an den Herrn bindet,
ist e i n Geist mit ihm.
Meidet die Unzucht!
Jede Sünde, die der Mensch tut,
bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht,
dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Der Leib ist aber nicht für die Unzucht da,
sondern für den Herrn
und der Herr für den Leib.
Gott hat den Herrn auferweckt;
er wird durch seine Macht auch uns auferwecken.
Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder Christi sind?
Darf ich nun die Glieder Christi nehmen
und zu Gliedern einer Dirne machen?
Auf keinen Fall!
Oder wisst ihr nicht:
Wer sich an eine Dirne bindet,
ist ein Leib mit ihr?
Denn es heißt: Die zwei werden ein Fleisch sein.
Wer sich dagegen an den Herrn bindet,
ist e i n Geist mit ihm.
Meidet die Unzucht!
Jede Sünde, die der Mensch tut,
bleibt außerhalb des Leibes.
Wer aber Unzucht treibt,
versündigt sich gegen den eigenen Leib.
Oder wisst ihr nicht,
dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist,
der in euch wohnt und den ihr von Gott habt?
Ihr gehört nicht euch selbst;
denn um einen teuren Preis seid ihr erkauft worden.
Verherrlicht also Gott in eurem Leib!
Halleluja. Halleluja.
Wir haben den Messias gefunden, den Gesalbten des Herrn.
Die Gnade und die Wahrheit sind durch ihn gekommen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte,
und zwei seiner Jünger standen bei ihm.
Als Jesus vorüberging,
richtete Johannes seinen Blick auf ihn
und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte,
und folgten Jesus.
Jesus aber wandte sich um,
und als er sah, dass sie ihm folgten,
sagte er zu ihnen: Was sucht ihr?
Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister - ,
wo wohnst du?
Er sagte zu ihnen: Kommt und seht!
Da kamen sie mit und sahen, wo er wohnte,
und blieben jenen Tag bei ihm;
es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus,
war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten
und Jesus gefolgt waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon
und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden -
das heißt übersetzt: Christus.- der Gesalbte.
Er führte ihn zu Jesus.
Jesus blickte ihn an
und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes,
du sollst Kephas heißen,
das bedeutet: Petrus, Fels.
Die Wohnverhältnisse eines Menschen geben meist tiefere Einblicke in seine Lebenseinstellungen. Die ersten Jünger Jesu werden von ihm eingeladen mit den Worten "kommt und seht!". Wie wir als Christen "wohnen", bzw. leben, ist meist auch ein wirksames Glaubenszeugnis.
Die Kultur der Wohnstatt ist ein delikates Thema im Leben von Menschen. Wer wohnt wie? Was bedeutet für mich, wie ich wohne? Und damit auch sofort verbunden: Was lasse ich andere wissen von dem, wie ich wohne? Wie sehr öffne ich meine Wohnung für andere? In der Schweiz lädt man gerne einander ein, aber selten spontan. In Deutschland ist es üblich, schnell mal beim Nachbar zu läuten. Bei meinen Besuchen auf den Philippinen habe ich festgestellt, dass man dort sehr flexibel ist: Oft wird übernachtet, wo man gerade ist. - Sag mir, woher du kommst, und ich sag dir, wie du wohnst, mag man kommentieren.
Man mag diese Gedanken im Hinterkopf behalten, wenn wir das heutige Evangelium vernehmen. Da steht Johannes mit seinen Jüngern am Jordan, sieht Jesus vorbeikommen und begrüßt ihn. Die Jünger des Johannes werden neugierig und wollen über Jesus mehr wissen. Interessant ist es nun, wie sie das anfangen. Wo wohnst du, ist ihre Frage. Das ist es, was sie an Jesus neugierig macht. Und Jesus lädt sie ein: Kommt und seht. Jesus öffnet seine Türen und das heißt auch: Er teilt mit ihnen nicht nur sein Brot, er teilt mit ihnen auch einen Teil seines Lebens. Es geht dabei aber um wesentlich mehr als nur um Offenherzigkeit und Gastfreundschaft. Jesus ist unterwegs als Wanderprediger und - als Gottessohn. Sein Anliegen ist Heilsverkündigung. Und das macht er nicht zuerst mit Worten, mit Predigten - Jesus macht das mit klaren Gesten. Er lädt ein, öffnet sich den anderen.
Diese Begegnung mit den ersten Jüngern hatte nach der Darstellung des Evangelisten Johannes einen Domino-Effekt. Weil Jesus in sein Haus eingeladen hatte, folgten den ersten Gästen noch andere - der wichtigste unter ihnen: Petrus, der spätere Erste der Apostel. Der Aufbau der Heilsgemeinschaft Jesu und damit auch der Kirche gründet auf Offenheit und Gastfreundschaft: Kommt und seht.
Das ist geblieben bis in unsere Zeit. Natürlich muss die Kirche auch eine Botschaft haben, die glaubwürdig gelebt und verkündet wird. Aber niemanden wird eine Botschaft locken, wenn jene, die sie verkünden, nicht Interesse wecken, einladend sind. Und dabei muss klar rüberkommen, dass die Einladung von Herzen kommt und nicht bauernfängerisch oder oberflächlich ist. Und so sind wir als Kirche, als Pfarrei, als Familie einer Pfarrei immer wieder neu angefragt, was denn für uns das Beispiel Jesu meint, wenn er sagt: Kommt und seht.
Eine Kirche, die wirklich einladend ist, die ist echt, »authentisch«, wie man heute gerne sagt. Sie trägt im Herzen, was sie will - nicht nur auf der Zunge. Und der Gläubige, in dessen Herz die Heilsbotschaft lebt, will ihr eine Wohnstatt geben, will für sie parat sein.
Dass das eine Herausforderung für christliches Leben ist, war auch dem Apostel Paul bewusst. Wir haben das in der zweiten Lesung gehört. Wir sollen unsere ganze Präsenz auf Erden pflegen als Wohnstatt des Heiligen Geistes, so Paulus. Nur dann sind wir auch erfolgreich in der Lage, die Frohbotschaft Christi - im wahrsten Sinn des Wortes - zu verinnerlichen. Da geht manchmal halt auch was schief. Paulus weist dazu auf sexuelles Fehlverhalten der Korinther hin. In einer lebendigen Hafenstadt wie Korinth hatte er dazu vielleicht auch allen Grund. Man kann sich vorstellen, was Paulus dort so alles gesehen hat. Wer des Paulus Mahnung gegen die Unzucht ein wenig positiver und aufbauender formulieren möchte, mag sich jenen Satz vor Ohren führen, der der Hl. Teresa von Avila zugeschrieben wird: Tu deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat, darin zu wohnen. Unsere irdische Existenz soll Gasthaus des Geistes Gottes sein, damit die Frohbotschaft in uns fortleben kann und aus uns strahlt. Das kann durchaus herausfordernd sein.
Jener Mensch hingegen nämlich, bei dem das Evangelium keinen Eingang, keine Wohnstatt, keinen Platz im Herzen findet, der führt das Wort Gottes als leeres Geschwätz auf der Zunge. Es hat mit seinem Leben nichts tun, und das Leben eines solchen Menschen kann sogar als genau das Gegenteil daherkommen von dem, was die Botschaft Jesu will. Selbst in der Glaubensgemeinschaft der Kirche finden wir dazu immer wieder Beispiele.
Es gibt noch eine andere Lebenshaltung, die den weitherzigen und einladenden Charakter einer Glaubensgemeinschaft verhindern kann: Wenn wir es uns in unserem Glaubensleben allzu gemütlich einrichten. Wenn wir uns unsere Vorstellungen vom Glauben machen und es dabei dann auch mal belassen. Wenn der Glaube in unseren Herzen ruht, sich dort aber eher aus-ruht. Wenn wir träge und unflexibel werden, uns an Mustern und Schemata orientieren, die Leben eher verhindern als fördern.
Die erste Lesung hält uns das vor Augen mit der Kindheitsgeschichte des Samuel. Samuel braucht den Anschub Gottes gleich drei Mal und vor allem die Nachhilfe seines Lehrers Eli, um zu verstehen, dass und wie Gott in seinem Leben aufscheinen will. Man mag dem Jungen seine Ahnungslosigkeit verzeihen: Auch sein Lehrer brauchte ja einen Moment, bis er die Vorgänge verstand. Doch passiert so ein Verhalten nicht nur in Herzen, die mit dem Glauben unerfahren sind. Manchmal winkt Gott überdeutlich in unser aller Leben mit dem Zaunpfahl und wir hören und schauen lieber weg, obwohl wir eigentlich wissen und spüren, dass er da ist. Und dass er uns ruft.
So lädt Jesus die Menschen ein, Partnerinnen und Partner Gottes zu sein. So sollen wir als Kirche in heutiger Zeit einladen, mit Gott, der in uns wohnt, in Kontakt zu kommen. Unser ständiges Bemühen muss es, dabei echt und ehrlich zu sein. Wenn das Reden und Handeln der Kirche - soll heißen: von uns, den Gläubigen -, dem widerspricht, was die Frohbotschaft meint, wird das Christentum unglaubwürdig. Aber auch unser persönliches Leben soll in Einklang mit der Botschaft stehen: Wer den Glauben benutzt, um in seinen Beziehungen Hass und Zwietracht zu säen, erzählt wohl kaum von der Liebe und Barmherzigkeit unseres Gottes. Und schließlich ruft die Verkündigung des heutigen Tages uns auch auf, wach zu sein und Phantasie zu haben: ein Gespür dafür zu haben, wann und wie Gott in unserem Leben wirkt, und nach denen Ausschau zu halten, die von uns eingeladen werden wollen: Kommt und seht.
Die Kirchen in Österreich feiern am 17. Jänner den "Tag des Judentums". Das Christentum ist von seinem Selbstverständnis her wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den 17. Jänner als besonderen Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt.
Am heutigen Tag des Judentums, soll von den Schriftlesungen besonders jene hervorgehoben werden, die auch in einem jüdischen Wochengottesdienst gelesen werden.
Die heutige Lesung aus dem 1. Buch Samuel und der Psalm 40 sind jüdische Schriften, die auch im christlichen Kontext gelesen werden. Sie erinnern, dass die Christen ihre Wurzeln im Judentum, in ihren Schriften haben. Wir sind eingeladen mit diesen Schriften in Dialog zu treten, und – so wie im Gottesdienst – unsere Beziehung zu Gott auch liturgisch im Lobpreis Gottes zu feiern.
Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber, geboren 1878 in Wien, gestorben 1965 in Jerusalem, hat diese Dialogfähigkeit des Menschen in seinem Buch „Ich und Du“ entfaltet. Basis, Grundlage zu dieser Darlegung von Martin Buber ist die jüdisch-mystische Theologie wie im Chassidischen Judentum und die christlich-mystische Theologie wie von Meister Eckhart. Aus dieser, das Judentum und das Christentum, umfassende Mystik heraus, erarbeitet er die Möglichkeit des Menschen in Dialog zu treten.
"Der Mensch wird am Du zum Ich", denn das Angesprochenwerden geht dem Ansprechen voraus. Der angesprochene Mensch, der „Ich“ sagen kann, unterscheidet sich vom „Du“ und geht nicht im „Du“ auf. Wichtig ist Martin Buber bei seiner Herangehensweise, dass das „Ich“ im „Du“ den „Ewigen“ zu sehen fähig wird, mit dem „Ewigen, Göttlichen“ in Kontakt, in Beziehung, ins Gespräch kommen kann.
So schreibt er: „Ihr ewiges Du haben die Menschen mit vielen Namen angesprochen. … Aber alle Gottesnamen bleiben geheiligt“ (aus „Ich und Du“). In dieser Darstellung vom jüdischen Philosophen Martin Buber ist der Dialog mit Gott, das Gespräch zu verstehen. Er, Martin Buber, übersetzt den Gottesnamen JHWH mit DU!
Ein Psalm ist ein aus der jüdischen Geschichte poetischer, bildreicher und von der Situation des Ich's geprägter Text, der vom Sprecher „dem Ewigen“ vor die Füße gelegt wird. In den Psalmen ist immer etwas Dramatisches, welches das ICH zur Sprache bringt. Ob nun Situationen der des Jubels, der Zuversicht, des Zorns, der Trauer, der Angst und Not zur Sprache kommen, sie haben als Fundament immer den Lobpreis Gottes: ER ist der Handelnde, die Zuversicht, seine Heilstaten werden in Erinnerung gerufen, möge sich seine Gerechtigkeit durchsetzen. Durch dieses Offenlegen der Aggressionen erspart sich das ICH selbst gewalttätig zu werden, denn Gerechtigkeit erwartet er vom „Ewigen“, den er für seine Taten lobpreist.
So lautet der hebräische Titel des Buches der Psalmen „Sefer Tehellim“ – Buch der Lobpreisungen! Die Psalmen wurden ursprünglich mit Saitenspiel begleitet.
Im Wort Psalm – vom altgriechischen Wort Psalmós abgeleitet – kommt dies zum Ausdruck. Als „gezupftes Lied“ könnte das Wort Psalmós erklärt werden.
Die „Leseweise“ im jüdischen Verständnis von den Psalmen ist das Rezitieren. Das Rezitieren der Psalmen ist hilfreich, vor allem in Zeiten der Not. Die Emotionen auf“sagen“, vor“tragen“ im Angesicht Gottes, lassen nicht vergessen, in welcher Not das ICH war. Dieses Erinnern geschieht immer im Blick auf Gottes Größe und dass Gott die Zuversicht, die Gerechtigkeit, die das ICH erhofft, ist – IHM gilt somit der Lobpreis.
Ps 40,1 Des Chormeisters, von Dawid, ein Harfenlied. (Martin Buber)
In der hebräischen Bibel werden 73 Psalmen König David „zugeschrieben“. Er kann als „Vorbild“ betrachtet werden, das Leben des Königs David wird so in literarischer Form in den Psalmen dargestellt. Die Samuel-Bücher sind die Grundlage der David-Biographie, sind als Quelle der poetischen Darstellung von König David in den Psalmen zu sehen.
Der ganze Psalm 40, 1-18 ist so strukturiert, dass er „nur“ im Ganzen zu verstehen und als ganz zu lesen ist. Dann kann er seine poetische Dynamik, seine Dramatik, seine Spannung entfalten.
Die Verse 12 – 18 geben in bildlicher Sprache die aktuelle Situation vom ICH, vom Psalmisten wieder, und seine Hoffnung:
18b „Was mir aufhilft, was mich entrinnen macht, bist du: mein Gott, säume nimmer!“
Es ist die Erinnerung, an die Heilstaten Gottes, an IHN, den Handelnden, Verse 2-11, die dem „Klagenden“ Trost und Zuversicht und Hoffnung auf IHN, der wieder und wieder handeln wird an seinem Volk, gibt.
5 „O Glück des Mannes, der einsetzte IHN als seine Sicherheit und sich nicht kehrte an Ungestüme, in Täuschung Verstrickte!“
6 „Viel hast du getan, DU, mein Gott, deiner Wunderwerke, deiner Planungen an uns - nichts ist dir anzureihn! -, will ich melden, will ich reden, Übermenge sind sie dem Erzählen.“
Diesem „Ewigen, der groß und gerecht ist“ schildert der Psalmist seine Situation, seine innere Verfasstheit:
13 „ Denn mich umzingeln Bösgeschicke bis zur Unzahl, meine Fehler holen mich ein, dass ich aufzusehn nicht vermag: Übermenge sind sie, mehr als Haare meines Haupts, - und mein Herz verlässt mich.“
14 „Lasse, DU, dir‘s gefallen mich zu erretten, DU, zu meiner Hilfe eile!
In dieser Zuwendung zu „ Adonai“* liegt der Lobpreis schon im Voraus zugrunde:
4 „Und er gab mir in den Mund neuen Gesang, Preisung unserem Gott. Viele schauen und erschauern und werden sicher an IHM. …“
8 „Nun spreche ich: Da komme ich mit der Rolle eines Buchs, auf mir ist‘s geschrieben: …“
Man spürt richtig, wie dem Psalmist die Zunge gelöst wird, wie er Worte findet, die das vor Gott bringen, was ihn bewegt aus der Erinnerung an die Taten Gottes.
„Adonai“ – In der jüdischen Tradition wird der Gottesname nicht ausgesprochen, sondern ersetzt, häufig durch: Adonai.
Übersetzung von Martin Buber: Zum heutigen Tag des Judentums wurde die Übersetzung von Martin Buber genommen – er wurde 1925 von einem christlichen Verleger gefragt, ob er eine Bibelübersetzung machen würde. Mit seinem Freund Franz Rosenzweig hat er mit der Bibelübersetzung aus dem Hebräischen begonnen. Es war ein Lebensprojekt von Martin Buber, welches erst 1961 vollendet war. Martin Buber erinnerte 1961 in seiner Ansprache an ein Gespräch mit Franz Rosenzweig:
„Unter Bibel versteht heut der Christ nur das Neue Testament, etwa mit den Psalmen, von denen er dann noch meist meint, sie gehörten zum Neuen Testament. Also werden wir sie missionieren.“ Und Buber schließt mit den Worten: „Ich bin sonst ein Gegner alles Missionierens... Aber diese Mission da lasse ich mir gefallen, der es nicht um Judentum und Christentum geht, sondern um die gemeinsame Urwahrheit, von deren Wiederbelebung beider Zukunft abhängt. Die Schrift ist am Missionieren. Und es gibt schon Zeichen dafür, dass ihr ein Gelingen beschieden ist.“
1 Des Chormeisters, von Dawid, ein Harfenlied.
2 - Erhofft, erhofft habe ich I h n,
und er hat sich zu mir geneigt,
hat mein Stöhnen erhört.
3 Hoch zog er mich
aus dem brodelnden Loch,
aus dem Moorschlamm,
stellte auf Gestein meine Füße,
festigt meine Schritte.
4 Und er gab mir in den Mund
neuen Gesang,
Preisung unserem Gott.
Viele schauen
und erschauern
und werden sicher an I h m.
5 - O Glück des Mannes,
der einsetzte I h n
als seine Sicherheit
und sich nicht kehrte
an Ungestüme,
in Täuschung Verstrickte!
6 - Viel hast du getan,
Du, mein Gott,
deiner Wunderwerke,
deiner Planungen
an uns
- nichts ist dir anzureihn! -,
will ich melden,
will ich reden,
Übermenge sind sie dem Erzählen.
7 Nach Schlachtmahl, Hinleitspende
gelüstets dich nicht:
Ohren hast du mir gebohrt.
Darhöhung, Entsündungsgabe
heischest du nicht.
8 Nun spreche ich:
Da komme ich
mit der Rolle eines Buchs,
auf mir ists geschrieben:
9 Zu tun dein Gefallen,
mein Gott, habe ich Lust,
deine Weisung ist meinem Innern inmitten.
10 Ich bringe Wahrhaftiges aus
in großer Versammlung,
da, meine Lippen verhalte ich nicht,
selber weißt du es, Du,
11 deine Bewährung hülle ich nicht
mitten mir im Herzen,
dein Betreuen,
dein Befreiertum
spreche ich aus,
nicht verhehle ich
deine Huld,
deine Treue
großer Versammlung.
12 Du, enthalte du mir dein Erbarmen nicht vor!
deine Huld,
deine Treue
mögen stets mich behüten!
13 Denn mich umzingeln
Bösgeschicke bis zur Unzahl,
meine Fehle holen mich ein,
daß ich aufzusehn nicht vermag:
Übermenge sind sie,
mehr als Haare meines Haupts, -
und mein Herz verläßt mich.
14 Lasse, Du, dirs gefallen
mich zu erretten,
Du, zu meiner Hilfe eile!
15 Zuschanden müssen werden und sich schämen zumal,
die mir nach der Seele trachten, sie hinzuraffen,
zurückprallen, zu Schimpfe werden,
die an meinem Bösgeschick sich erlustigen,
16 erstarren zufolge ihrer Schande,
die zu mir sprechen: Ha! ha!
17 Entzücken sollen sich, sich freuen an dir alle,
die nach dir trachten,
stets sollen sprechen:
»Groß ist Er!«,
die dein Befreiertum lieben.
18 Ich hier,
gebeugt und bedürftig, -
mein Herr plane für mich!
Was mir aufhilft,
was mich entrinnen macht
bist du:
mein Gott, säume nimmer!
(aus dem Hebräischen von Martin Buber- Franz Rosenzweig 1929)
Die Lesung aus dem 1. Buch Samuel berichtet von der Berufung des jungen Samuel. Das Evangelium des heutigen Sonntags erzählt, wie die ersten Jünger zu Jesus gestoßen sind und so ihre Berufung gefunden haben. Daher einige Gedanken zum Thema „Berufung“:
Johannes schildert in seinem Evangelium die Berufung der ersten Jünger bis ins Detail, Schritt für Schritt. Diese Schrittabfolge kann auch heute noch zu Jesus führen.
Kommt und seht! - Diese Einladung Jesu an die Jünger gilt auch für uns heute. Lassen wir uns ein auf den, der uns einlädt. Öffnen wir uns für sein Wort, verweilen wir bei ihm und lassen wir uns erfüllen von dem, der uns Heil schenkt. Und: Lassen wir ihn ein in unsere Herzen und schenken seinem Geist eine Wohnstatt.
Mit unseren Hoffnungen und Enttäuschungen kommen wir zu dir.
Bei dir haben sie einen Platz.
Herr erbarme dich.
Mit unserem Glauben und unseren Zweifeln kommen wir zu dir.
Bei dir finden sie ihr Zuhause.
Christus erbarme dich.
Mit unseren Träumen, Visionen und unserer Aussichtslosigkeit kommen wir zu dir.
Bei dir dürfen sie sein.
Herr erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott
dein Sohn hat uns ins Haus seines Vaters geladen:
“Kommt und seht!”
So haben wir uns dankbar und freudig versammelt.
Mache nun unsere Herzen und unseren Verstand bereit,
dass dein Geist darin wohnen kann
und das Wort der Frohbotschaft auf fruchtbaren Boden fällt.
So bitten wir durch Christus.
Zu Gott, der uns mit unseren Bitten, Wünschen und Anliegen aufnimmt und ernstnimmt,
rufen wir:
Als Menschen und als Christen brauchen wir Orte und Zeiten der Begegnung mit anderen.
Hilf unseren Gemeinden und der ganzen Kirche solche Orte zu schaffen, in denen Menschen ihren Glauben leben und mit ihren Fragen und Wünschen sein können.
Als Kirche leben wir aus der Kraft des Heiligen Geistes, der mit und durch uns einen lebendigen Glauben bewirkt.
Lass uns diesem Geist in den täglichen Anforderungen vertrauen.
Auch im Hause Gottes sind wir nicht vor Anfeindungen und Ausgrenzungen gefeit.
Hilf den Kirchen, in einer guten Weise einander und andere Überzeugungen zu respektieren und an einer gerechten Welt mitzubauen.
Viele Schwestern und Brüdern haben diese weltliche Wohnstatt verlassen.
Wir bitten für unsere Verstorbenen, dass sie bei dir die Erfüllung ihrer Träume und Visionen finden.
Denn du Gott, bist die Hoffnung und Zuversicht für unser Leben. Dir danken wir, dass du uns immer neue Wege zeigst. Heute und alle Tage und in Ewigkeit.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott, wir danken dir,
denn du nimmst dich deines Volkes an,
du bist in seiner Mitte gegenwärtig
und stehst ihm bei, wenn es in Not ist.
Kehrvers
Zu allen Zeiten bestellst du Hirten, die deinem Volk vorangehen,
Propheten, die ihm dein Wort verkünden,
und Priester, die deinen Namen heiligen.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hast du gesandt,
um dir das Herz deines Volkes aufs Neue zuzuwenden.
Er war der Gute Hirte, der das Leben für die Seinen hingab.
Er hat Männer und Frauen in seine Nachfolge gerufen,
damit sie wie er die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden.
Kehrvers
Auch heute berufst du Menschen,
die deine Größe den Menschen bekannt machen,
deinen Dienst an den Kleinen und Schwachen weiterführen
und dein Volk leiten.
Dafür danken wir dir und singen wir dir mit allen Heiligen zum Lob:
Danklied, z. B. "Lasst uns loben, freudig loben" (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
Gib uns Ohren, die deine Stimme hören,
die auch das Unbequeme
und die Not der Menschen nicht überhören,
die aber verschlossen sind
für das Böse und alles lieblose Geschwätz.
Ohren, die deinen Ruf vernehmen.
Gib uns Augen, die sehen, was nötig ist,
die hindurchschauen durch das Vordergründige,
die das Kleine und Unscheinbare nicht übersehen.
Augen, unter deren Blick sich andere wohlfühlen.
Gib uns einen Mund, der deine Wege bezeugt,
der heilende Worte spricht und Anvertrautes bewahrt,
dem alles Verletzende und Zerstörende fremd ist.
Einen Mund, der einlädt zu dir.
Gib uns ein Herz, in dem dein Geist wohnt,
das Wärme schenkt und reich ist an Vergebung,
das Freude und Leid der Mitmenschen teilt.
Ein Herz, das Güte und Liebe ausstrahlt,
und das uns antreibt, dir zu folgen.
augenblicke
begegnungen
die verändern
mich
meine art die dinge zu sehen
augenblicke
begegnungen
die lehren zu lieben
mich
den anderen
die welt
augenblicke
begegnungen
die helfen neu anzufassen
einem der nicht mehr wollte
in einer welt in der niemand mehr etwas erwartet
augenblicke
begegnungen
die unendlich kostbar sind
für mich
für jeden von uns
für alles was ist
(Bernhard Rathmer)
Ich glaube an die Sonne,
auch wenn sie nicht scheint.
Ich glaube an die Liebe,
auch wenn ich sie nicht spüre.
Ich glaube an Gott,
auch wenn ich ihn nicht sehe.
(anonymer Text aus dem Warschauer Getto)
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott
wir haben dein Wort gehört
und du hast uns vom Brot des Lebens geschenkt.
Es sei uns Wegzehrung für unseren Weg durch diese Zeit.
Es ermutige uns zu Echtheit und Offenheit
und reiße uns heraus aus Trägheit und Mutlosigkeit.
Dafür danken wir dir heute, alle Tage unseres Lebens,
bis in Ewigkeit.
1) Lobpreiset all zu dieser Zeit,
wo Sonn und Jahr sich wendet,
die Sonne der Gerechtigkeit,
die alle Nacht geendet.
Refrain:
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt,
der unser Leben trägt und lenkt,
sei Dank und Lob gesungen.
2) Christus hat unser Jahr erneut
und hellen Tag gegeben,
da er aus seiner Herrlichkeit
eintrat ins Erdenleben.
3) Er ist der Weg, auf dem wir gehn,
die Wahrheit, der wir trauen.
Er will als Bruder bei uns stehn,
bis wir im Glanz ihn schauen.
1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.
3. Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht;
nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.
4. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist.
Du aber bleibest, der du bist,
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch deinen Zorn,
und doch strömt deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.
5. Und diese Gaben, Herr, allein
lass Wert und Mass der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt;
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor dich dringen.
6. Der du allein der Ewge heisst
und Anfang, Ziel und Mitte weisst
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
Jochen Klepper (1937) 1938
1. Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab' ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.
2. In seine Lieb’ versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab’,
eia, eia, und alles, was ich hab’.
3. O Kindelein, von Herzen
will ich dich lieben sehr,
in Freuden und in Schmerzen
je länger und je mehr,
eia, eia, je länger und je mehr.
4. Die Gnade mir doch gebe,
bitt’ ich aus Herzensgrund,
dass ich allein dir lebe
jetzt und zu aller Stund’,
eia, eia, jetzt und zu aller Stund’.
5. Dich, wahren Gott, ich finde
in unser’m Fleisch und Blut;
darum ich mich dann binde
an dich, mein höchstes Gut,
eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
6. Lass mich von dir nicht scheiden,
knüpf’ zu, knüpf’ zu das Band
der Liebe zwischen beiden;
nimm hin mein Herz zum Pfand,
eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand!
Friedrich Spee (1638)
1. Menschen, die ihr wart verloren,
lebet auf, erfreuet euch!
Heut ist Gottes Sohn geboren,
heut ward er den Menschen gleich.
Lasst uns vor ihm niederfallen,
ihm soll unser Dank erschallen:
„Ehre sei Gott, Ehre sei Gott,
Ehre sei Gott in der Höhe!“
2. Welche Wunder reich an Segen
stellt uns dies Geheimnis dar!
Seht, der kann sich selbst nicht regen,
durch den alles ist und war.
Lasst uns vor ihm niederfallen …
3. Selbst der Urquell aller Gaben
leidet solche Dürftigkeit!
Welche Liebe muss der haben,
der sich euch so ganz geweiht!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
4. Menschen! Liebt, o liebt ihn wieder
und vergesst der Liebe nie!
Singt mit Andacht Dankeslieder
und vertraut, er höret sie!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
Christoph Bernhard Verspoell (1810)
1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er äußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.
5) Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!
6) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
1. Ich steh an deiner Krippen[3] hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
1) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.
2) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!
3) Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.
4) Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen.
5) Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?
6) König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.
7) Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren,
komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren!
Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren.
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.
2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.
3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.
4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht
5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.
6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!
T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757.
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Guter JESUS,
DU bist einer von uns Menschen geworden
und hast uns Freunde genannt.
DU hast dich für uns als Brot gegeben,
damit wir bewusst aus dir leben können.
Leider kann ich diese Speise jetzt nicht leiblich empfangen.
Aber DU hast uns auch den Heiligen Geist verheißen und gesandt.
In diesem Geist weiß ich, dass DU da bist – immer und überall!
DU hälts die Schöpfung im Dasein
und auch ich lebe in deiner Hand.
DU hast mich schon gekannt,
ehe ich gezeugt und geboren wurde.
DU bist in mir da und um mich herum – immer und überall.
Weil DU die Schöpfung liebst
und zur Vollendung führen wirst,
darf auch ich auf dich hoffen.
So vereine ich mich im Geiste mit dir
und bitte dich:
Mache auch mich zu einer „Brotgabe“ für die Welt,
lass mich teilnehmen an deinem Werk
und hilf mir dabei.
Ich danke dir so sehr, dass DU da bist;
dass DU immer da bist
und überall
und dass DU mit mir und uns allen da bleiben wirst
in Ewigkeit! - Amen.
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Samuels Berufung geschieht unter der Mitwirkung Elis, der so seinen Nachfolger vorbereitet. Dabei bleibt Gott der Rufende, der solange ruft, bis Samuel reif ist für die richtige Antwort.
Durch die Schuld der Söhne Elis waren Visionen selten geworden. Entsprechend geschieht der Neuanfang in der Berufung des Samuel in einer Audition. Samuel hört die Stimme Gottes.
Bereits die wunderbare Geburt Samuels (Bedeutung des Namens: "Gott ist sein Name"), deutet auf eine besondere Aufgabe für Israel hin. Nachdem er durch die Anweisungen des Priesters Eli das Wort Gottes kennengelernt hat, werden ihm prophetische Züge zugesprochen. So verkündet er etwa den Israeliten das Recht und erwirkt dank seiner Fürbitte einen Sieg über die Philister.
Ihm wird nach den Samuelbüchern sowohl die Salbung Sauls als auch Davids zu Königen zugeschrieben - nach der ältesten Textschicht des AT wird jedoch Saul durch das Volk gesalbt.
Zentrum der Lesung ist die Berufung Samuels zum Propheten. Eingewoben ist dieser Text in die Kindheitsgeschichte Samuels (Kapitel 1 bis 4). Die Abfassung des Textes dürfte in oder kurz nach der so genannten Exilszeit erfolgt sein. - Der Tempelkult ist zusammengebrochen und die religiöse Orientierung wird maßgeblich durch die Besinnung auf die Botschaft der Propheten bestimmt.
Hervorzuheben ist an der Berufungsgeschichte, dass Samuel seine Berufung nicht durch einen Traum vermittelt wird, sondern diese gleichsam real erfährt, indem er Gottes Wort vernimmt. Samuel vernimmt diese Botschaft und lässt sich auf sie ein. Er hört also gewissermaßen Gottes Berufung, befolgt seine Botschaft und stellt sich somit ganz in den Dienst Gottes.