Lesung aus dem Buch Jona.
Das Wort des Herrn erging an Jona:
Mach dich auf den Weg
und geh nach Nínive, der großen Stadt,
und rufe ihr all das zu,
was ich dir sagen werde!
Jona machte sich auf den Weg und ging nach Nínive,
wie der Herr es ihm befohlen hatte.
Nínive war eine große Stadt vor Gott;
man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
Jona begann, in die Stadt hineinzugehen;
er ging einen Tag lang
und rief: Noch vierzig Tage
und Nínive ist zerstört!
Und die Leute von Nínive glaubten Gott.
Sie riefen ein Fasten aus
und alle, Groß und Klein,
zogen Bußgewänder an.
Und Gott sah ihr Verhalten;
er sah, dass sie umkehrten
und sich von ihren bösen Taten abwandten.
Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte,
und er tat es nicht.
Kv: Zeige mir, Herr, deine Wege,
lehre mich deine Pfade! – Kv
(GL 142,2)
Zeige mir, Herr, deine Wege, *
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /
denn du bist der Gott meines Heiles. *
Auf dich hoffe ich den ganzen Tag. – (Kv)
Gedenke deines Erbarmens, Herr, /
und der Taten deiner Gnade; *
denn sie bestehen seit Ewigkeit!
Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! *
Nach deiner Huld gedenke meiner, Herr, denn du bist gütig! – (Kv)
Der Herr ist gut und redlich, *
darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
Die Armen leitet er nach seinem Recht, *
die Armen lehrt er seinen Weg. – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Ich sage euch, Brüder:
Die Zeit ist kurz.
Daher soll, wer eine Frau hat,
sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine,
wer weint, als weine er nicht,
wer sich freut, als freue er sich nicht,
wer kauft, als würde er nicht Eigentümer,
wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht;
denn die Gestalt dieser Welt vergeht.
Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Nachdem Johannes ausgeliefert worden war,
ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um
und glaubt an das Evangelium!
Als Jesus am See von Galiläa entlangging,
sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
die auf dem See ihre Netze auswarfen;
sie waren nämlich Fischer.
Da sagte er zu ihnen:
Kommt her, mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen
und folgten ihm nach.
Als er ein Stück weiterging,
sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus,
und seinen Bruder Johannes;
sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
Sogleich rief er sie
und sie ließen ihren Vater Zebedäus
mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück
und folgten Jesus nach.
Am Beginn seines Evangeliums erzählt Markus von der Berufung der ersten Jünger Jesu. Wer die Texte aufmerksam liest, entdeckt darin auch die Berufungsgeschichte Jesu. Aus der Zusammenschau kann man Gemeinsamkeiten herauslesen, die auch für die Berufungen heute Gültigkeit haben.
Vor einigen Tagen haben wir unseren am längsten ehrenamtlich gedienten Mitarbeiter zu Grabe getragen. Vor mehr als 70 Jahren hat er begonnen, in unserer Kirche regelmäßig zu ministrieren. Diesen Dienst hat er auch als Erwachsener bis an sein Lebensende ausgeübt. Seit der Liturgiereform versah er eifrig den Lektorendienst. Darüber stand er uns in verschiedensten Hilfsdiensten, die im Laufe eines Kirchenjahres anfallen, zur Seite. Er und seine Familie wurden in dieser langen Zeit zu wichtigen Bezugspersonen unserer Klosterkirchengemeinde.
Seine lebenslange Berufungsgeschichte ist mir vor Augen getreten, als wir am vergangenen Sonntag in der Lesung die Berufungsgeschichte des Propheten Samuel, der bereits als kleiner Junge in den Tempeldienst hineingewachsen ist, gehört haben. Aber auch die Erzählung von der Berufung der ersten Jünger hat mich an unseren Mitarbeiter erinnert.
Was haben diese Berufungserzählungen gemeinsam? Was gilt auch für uns heute für das Finden der Berufung im persönlichen Leben und im Glaubensleben? Wie wird man zu einem Dienst, zu einer Aufgabe berufen? Es geht dabei um mehr als um ein subjektives Berufungsgefühl.
Im Evangelium haben wir heute von der Berufung der ersten Jünger aus dem Markusevangelium gehört. Diese Erzählung fasziniert aufs Erste, weil Simon Petrus, sein Bruder Andreas, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf die Aufforderung Jesu hin alles liegen und stehen lassen und mit Jesus mitziehen.
Ganz unbekannt dürfte ihnen Jesus nicht gewesen sein. Sie haben ihn schon bei Johannes dem Täufer am Jordan kennengelernt, weiß das Johannesevangelium zu berichten. Johannes der Täufer hat offenbar viele junge, religiös und politisch interessierte Menschen angezogen. Um ihn ist eine Erneuerungsbewegung entstanden, die weder dem König Herodes noch den Religionsverantwortlichen in Jerusalem geheuer war. Man hoffte, diese Entwicklung stoppen zu können, indem man Johannes "aus dem Verkehr" zog und ins Gefängnis warf. Seinen Anhängern blieb zunächst nichts anderes übrig, als in ihr früheres Leben zurückzukehren. Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes üben wieder ihr Fischerhandwerk am See von Galiläa aus.
Auch Jesus ging zurück nach Galiläa in seine alte Heimat. Er gibt aber nicht resigniert auf, sondern zieht los, greift die Predigt des Johannes auf, und beginnt zu verkünden: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium. Offenbar wollte er sich nicht von den Mächtigen kleinkriegen lassen sondern war entschlossen, in die Fußstapfen des Täufers zu treten und seinen Einsatz für die religiöse Erneuerung auf eigene Weise fortzusetzen. Er begann seine alten Freunde zu sammeln und mit ihnen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden.
Was sich aufs Erste als "Berufung der ersten Jünger" liest, erzählt mehr noch vom Berufungserlebnis Jesu: Der Geist Gottes treibt ihn, das Werk Gottes nach dem Beispiel des Täufers weiterzuführen.
Wir sind gewohnt, die Berufungserzählungen von den Propheten und den Jüngern Jesu als außerordentliche Ereignisse anzusehen. Im Rückblick mögen sie außergewöhnlich erscheinen, Berufung in den Dienst Gottes und in die Nachfolge Jesu geschieht aber mitten im Leben. Einige Jünger des Johannes spüren: Sein Werk muss weitergehen. Jesus ergreift die Initiative und steht am Anfang einer neuen Bewegung.
Wie kommen Berufungen zustande? – Die Berufenen stehen in einem Dialog mit Gott, mit ihren Vorbildern und nicht zuletzt mit der Situation, in der sie leben. Sie lassen sich davon ansprechen und herausfordern.
Immer wieder lassen sich Menschen von der Frohen Botschaft vom Reich Gottes ansprechen; in einem ersten Schritt indem sie sich bewusst werden, dass in dieser Sichtweise ihr Leben in einem anderen Licht erscheint, einen neuen Sinn und eine neue Ausrichtung bekommt. In einem weiteren Schritt spüren viele auch die Herausforderung, diese neue Sichtweise als Frohe Botschaft weiterzutragen und anderen mitzuteilen.
Berufung heißt, sich einerseits von der Frohen Botschaft vom Reich Gottes (und damit von Gott) und andererseits von der Not der Menschen ansprechen zu lassen. Von Jesus wird an vielen Stellen erzählt, dass ihm die Not der Menschen zu Herzen ging, dass er sich davon berühren ließ. Er erlebte sie wie Schafe, die keinen Hirten haben. Zugleich lebte er in einem ständigen Gespräch mit seinem Vater im Himmel. Aus dieser Spannung heraus entwickelte er seine "Mission".
Berufung kann auf sehr unterschiedlichen Wegen erfahren werden. Manche Menschen wie z.B. unser verstorbener Mitarbeiter erleben sie als ein Hineinwachsen in das "Geheimnis des Glaubens", andere erfahren sie als ein Aha-Erlebnis, in dem ihnen plötzlich die Augen aufgehen, andere entdecken eine neue Sichtweise des Glaubens, nachdem sie in ihrem Leben in eine Sackgasse geraten sind, wieder andere durch eine Begegnung mit einer faszinierenden Persönlichkeit. Entscheidend ist, dass wir uns von Gott ansprechen lassen.
Die Geschichte des Propheten Jona führt uns die Mühen des Pophetseins vor Augen. Es gilt über den Tellerrand der eigenen Bedürfnisse hinauszuschauen und sich nicht hinter den Einstellungen der eigenen "Blase" zu verschanzen.
Die heutige alttestamentliche Lesung erzählt von Jona. Jona ist vielen von uns bekannt als der Mann der im Bauch eines Fisches war. Der Auftrag Gottes an ihn, war ihm zu viel. Er hatte sich schon als das erste Mal, als der Auftrag an ihn erging, aus dem Staub gemacht. Er hat versucht, der Sache zu entkommen.
Nach all den Turbulenzen auf seiner Flucht, die eben letztlich im Fischbauch endete, steht er wieder auf festem Boden, er ist wieder unversehrt an Land gekommen - vom Fisch an Land gespien und wieder ereilt ihn derselbe Auftrag. Er soll sich genau dorthin aufmachen, wo es ihm wirklich widerstrebt hinzugehen. Es zieht ihn überhaupt nicht nach Ninive, am liebsten würde er wohl wieder davonlaufen. In dieser großen Stadt dürfte einiges im Argen gelegen sein, genauer wird darauf nicht eingegangen.
Jona geht dann zwar hin, macht sich aber nicht die Mühe, alle StadtbewohnerInnen von der von Gott prophezeiten Vernichtung, zu informieren. Er geht nur ein bisschen in die Stadt hinein - einen Tagesmarsch lang, wo sie aber doch 3-Tagesmärsche groß ist. Nur einen Tag lang ruft er die Botschaft, dass die Stadt in 40 Tagen zerstört sein wird. Das genügt ihm. Damit ist der Auftrag für ihn erledigt. Haben sie bisher nicht gehört, warum sollten sie es jetzt tun und warum sollte ihnen verziehen werden. Aber diesmal kommt es anders, die Menschen hören ihm zu und die Nachricht geht bis zum König, auch er nimmt endlich die Sache ernst.
Wenn auch nicht der König der ist, der den Anfang macht. Aber nun ist er ganz dabei. Er ruft alle zum strengen Fasten auf. Ein Fasten, das auch für die Tiere gelten soll. Angestrebt wird, dass jede und jeder umkehren soll vom „bösen Weg und von der Gewalt, die an den Händen klebt.“ Und Gott hat Verständnis und zeigt sich nachsichtig. Er ist gnädig und barmherzig Menschen und auch den Tieren gegenüber wie es im Text heißt, was Jona ganz und gar nicht einsehen kann und will.
Dafür fehlt Jona völlig das Verständnis. Er muss erst lernen und einsehen, was sein ganzer Auftrag als Prophet ist. Nicht nur wahrzunehmen und zu benennen, wenn in einem System - in einer Stadt, in einem Staat - etwas schief läuft, wenn nicht mehr das gute Leben, das Ziel des Handelns ist. Sondern er muss noch lernen, den Irrläufern, jenen die bisher nicht das Gute im Auge hatten, zumindest eine Chance zu geben, er muss sich ein Beispiel an Gott nehmen.
Systemkritikerin oder -kritiker zu sein wie es Jona war, ist das eine, daran zu glauben, dass sich etwas ändern wird und den IrrläuferInnen eine Chance zu geben das andere. Bei dem einen oder anderem Projekt auch jene mit ins Boot zu nehmen, in die man gerade nicht seine Hoffnung gesetzt hat. Das ist wohl die spannende Herausforderung, über die in dieser Erzählung berichtet wird. Immer wieder sich über den Tellerrand, den eigenen Freundeskreis (Dunstkreis), hinauszubewegen, um dort Verbündete zu suchen für den Weg zum guten Leben, unabhängig davon, ob es nun ein soziales oder ökologisches Vorhaben ist.
Es dann auch noch auszuhalten, wenn es bei den Neulingen besser läuft als bei mir, die ich mich schon lange abmühe, könnte auch noch eine Irritation sein. Es wird wohl nicht immer leicht sein, Prophet oder Prophetin im eigenen Land zu sein. Ich denke aber, dass es diese ganz besonders auch jetzt braucht: Jene, die genau hinsehen das Wort erheben und sich einsetzen für eine gute Kultur des Miteinanders.
Nun noch ein Blick auf das Evangelium: Die im Evangelium Gerufenen, werden einen ähnlichen Auftrag ausführen wie Jona. Ihr „Job“ ist es auch dorthin zu gehen, wo es brenzlig ist, wo Gott nicht mehr spürbar ist. Genau dorthin, wo es scheint, dass Gott nicht mehr da ist, zum Beispiel im persönlichen Bereich. Wo Einsamkeit und Sorge den Ton angeben, so wie wir es in der letzten Zeit erlebt haben, bei den Menschen, die alleine leben, deren finanzielle Nöte durch die Pandemie gewachsen sind, die anderen, die vor lauter Arbeit, sei es nun zuhause oder im Beruf, erschöpft sind.
Eine neue Erfahrung hat zudem tiefe Spuren hinterlassen, der Mangel an persönlichen physischen Begegnungen. Die Nächsten sind nicht mehr greifbar, nicht spürbar, nicht mehr zur Gänze sichtbar, nicht mehr riechbar. Genau dort glaube ich, sind wir nun gefordert, das gute Leben wieder spürbar zu machen.
Der emeritierte Bischof Wanke hat das in den sieben Sätzen der Barmherzigkeit formuliert.
Ich höre dir zu.
Ich gehe ein Stück mit dir.
Ich rede gut über dich.
Ich bete für dich.
Ich teile mit dir.
Ich besuche dich.
Du gehörst dazu.
Es braucht einerseits die sozialstaatliche Absicherung und eine funktionierende Infrastruktur, funktionierendes Gesundheitssystem wie das letzte Jahr gezeigt hat und das daher unbedingt erhalten bleiben muss und die persönliche Begegnung. Sozial ist nicht nur digital.
© Mag.a Lucia Göbesberger, Leiterin der Abtlg. Gesellschaft & Theologie, Pastoralamt Linz.
Die Hektik des Alltags lässt uns oft keine Zeit zum Durchatmen, zur Besinnung auf das Wesentliche. Jesus richtet unseren Blick auf das Reich Gottes und ruft uns umzukehren und eine neue Zeit zu wagen. Dass Umkehr möglich ist, erzählt uns die Geschichte des Propheten Jona.
Markus vermerkt heute, dass Jesus das Evangelium Gottes verkündet. Er predigt nicht sich, sondern das, was von Gott kommt. Seine Predigt lautet: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 161: Du rufst uns Herr, trotz unserer Schuld
GL 233: O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu
GL 266: Bekehre uns, vergib die Sünde
GL 275: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist
GL 362: Jesus Christ, you are my life
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 437: Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht, bringe ich vor dich
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 446: Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
GL 451: Komm, Herr, segne uns
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 464: Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben
GL 491: Ich bin getauft und Gott geweiht (3. Str.)
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr du bist mein Weg
Kehrverse und Psalmen:
GL 38,1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 1 (GL 31,2) - IV.
GL 53: Hört auf die Stimme des Herrn, verschließt ihm nicht das Herz - Mit Psalm 95 - VI.
GL 71: Selig, wer Gott fürchtet und auf seinen Wegen geht - Mit Psalm 128 - VIII.
GL 454: Geht in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja - Mit Psalm 111 (GL 60,2) oder mit Psalm 121 (GL 67,2) - VI.
GL 623,5: So spricht der Herr: Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium - Mit Psalm 25 - I.
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens - Mit Psalm 19 - II.
Glücklich schätzen kann sich jede und jeder, wer in der gegenwärtigen Krisensituation beruflich abgesichert ist. Noch mehr ist glücklich zu schätzen, wer einer Beschäftigung nachgehen kann, die für sie oder ihn zur Berufung geworden ist, die sie persönlich ausfüllt und Freude bereitet.
Wie wird aus einer Aufgabe eine Berufung? Die Evangelien erzählen, wie sich Jesus von der Not der Menschen, die ihm begegneten, herausfordern ließ und wie er so seine eigene Sendung und Berufung gefunden hat. Jesus hat Menschen aufgefordert, es ihm gleich zu tun und ihm nachzufolgen.
Auch wir werden vom Leben und von unserem Glauben an das Reich Gottes herausgefordert, unsere persönliche Berufung zu suchen.
Bitten wir den Herrn, dass er uns die zu uns passende Lebensaufgabe und den rechten Weg finden lässt.
Herr,
uns entgleitet die Zeit.
Es geht alles so schnell.
Wir laufen oft einfach nur hinterher.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast unsere Zeit lieb gewonnen.
Du verwandelst sie in deiner Liebe.
Christus, erbarme dich.
Herr,
im täglichen Trott geht vieles verloren.
Hilf uns, umzukehren.
Herr, erbarme dich.
Zeige mir, Herr, deine Wege,
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich;
denn du bist der Gott meines Heiles.
(Ps. 25,4f)
Herr, Jesus Christus,
der Geist Gottes hat dich angetrieben,
die Frohe Botschaft vom Reich Gottes den Menschen nahe zu bringen.
Herr, erbarme dich.
Du forderst Männer und Frauen auf, dir in deinem Engagement zu folgen.
Christus, erbarme dich.
Du sendest uns aus,
deine Frohe Botschaft in unsere gegenwärtige Welt hineinzutragen.
Herr, erbarme dich.
GL 163,4: Herr Jesus, du ruft die Menschen zur Umkehr
Herr Jesus Christus,
das Reich Gottes ist nahe - durch dich.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
Menschen werden gerufen, Gottes Reich zu verkünden - von dir.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus,
als Töchter und Söhne wollen wir in dieser Welt leben - mit dir.
Kyrie eleison.
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
daß wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
dein Sohn beruft Menschen,
die an seiner Sendung teilnehmen.
Schenk uns Freude über unsere eigene Berufung
und mache uns zu glaubwürdigen Boten deiner Liebe.
Durch Christus, unseren Herrn.
Jesus,
du nimmst uns in deinen Dienst.
Du willst uns an den Ort stellen,
der der beste Ort ist.
Du willst uns die Aufgabe geben,
die unseren Fähigkeiten entspricht.
Du kommst in unser Leben;
mal gelegen,
ein anderes Mal ungelegen.
Lass uns hören und erkennen,
wenn du uns rufst aus unserem Leben,
wenn du uns rufst, dich zu bezeugen.
Dein Wort helfe uns. - Amen.
Gott,
unsere kleine Welt ist dir vertraut.
Du weißt, woran wir unser Herz hängen,
Du kennst auch unsere Sehnsucht,
eine andere, neue Welt zu finden.
Hole uns ab,
rufe uns auf deinen Weg
und schenke uns dann die herrliche Freiheit
deiner Kinder.
Zu dir sind wir unterwegs.
Im Namen Jesu, deines Sohnes, unseres Herren,
in der Kraft deines Geistes
in Ewigkeit.
Guter Gott,
du siehst die Nöte der Menschen.
Höre auf unsere Bitten!
Wir bitten für alle, die in der gegenwärtigen Krise ihre Beschäftigung und ihr Einkommen verloren haben.
Führe sie dieser Unsicherheit und Not heraus.
Wir bitten für alle, deren Leben durch eine plötzliche Krankheit oder einen Schicksalsschlag durcheinander geworfen worden ist.
Lass sie wieder Halt und Gesundheit finden.
Wir bitten für alle, die du berufst, einen Dienst in der Kirche auszuüben.
Lass sie spüren, dass sie gebraucht werden, und gib ihnen die Kraft, ihrer Berufung zu folgen.
Wir bitten dich für alle, die einen Beruf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohl der ganzen Gesellschaft ausüben.
Lass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sein und schenke ihnen Freude an ihren Aufgaben.
Wir bitten dich für alle, die sich als Entwicklungshelfer oder in einem internationalen Hilfsdienst engagieren.
Lass ihren Engagement Früchte tragen.
Wir bitten dich für alle unsere Verstorbenen,
besonders für jene, denen wir als Gemeinschaft Dank schulden.
Schenke ihnen ewige Freude und Erfüllung bei dir.
Gott und Vater aller,
dein Reich komme und schenke uns allen Frieden und Sicherheit. – Amen.
Jesus verkündet das Evangelium Gottes.
Jetzt ist die Zeit erfüllt. Sein Reich ist nahe.
Lasst uns beten
Wir rufen zu dir: Herr, fülle unsere Zeit mit deiner Liebe
Herr, wir bitten dich für die Menschen,
die von ihren Uhren und Kalendern beherrscht werden,
die von einem Termin zum anderen hetzen,
die am Abend nicht mehr wissen, wer sie sind.
Herr, wir denken an die Menschen,
die mit dem Gefühl der fließenden Zeit ins Bodenlose fallen,
die keine Aufgaben mehr haben,
denen auch nichts mehr zugetraut wird.
Herr,
wir befehlen dir die Menschen, die Terminpläne machen,
die international Abkommen und Verträge schließen,
die sich nicht damit abfinden, dass lebenswichtige Punkte vergessen oder vertagt werden.
Herr,
wir vertrauen dir die Menschen an, die nicht länger warten können,
die Ungerechtigkeit, Umweltschäden und Machtmissbrauch anprangern,
die für sich und ihre Familien das Heil in der Flucht suchen,
Herr,
bei dir wissen wir die Menschen geborgen, die ihr Leben bilanzieren,
die die vielen Löcher in ihrer Biografie nicht mehr stopfen können,
die noch einmal neu aufbrechen und umkehren.
Du hast Menschen in deine Nachfolge gerufen.
Simon und Andreas, Jakobus und Johannes,
und uns auch.
Hilf uns, deine Liebe, dein Wort, deine Zeichen
unter uns zu teilen,
In Christus, unserem Herrn.
Herr,
nimm unsere Gaben an und heilige sie,
damit sie zum Sakrament der Erlösung werden,
das uns Heil und Segen bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Jesus,
wir sind jetzt deine Gäste.
Du bist da in Brot und Wein.
Sie sind Zeichen deiner Liebe für uns
und Zeichen deiner Liebe zu uns.
Dir zu folgen,
an dich zu glauben,
bedeutet füreinander zu leben,
füreinander das Leben hinzugeben.
Stärke diese Liebe in uns,
wenn wir mit dir zusammen sind. - Amen.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken:
Du erbarmst dich deiner Geschöpfe
und führst sie auf den Weg zurück,
der sie zum ersehnten Leben führt.
Kehrvers
Durch die Propheten hast du dein auserwähltes Volk ermahnt,
dem mit dir geschlossenen Bund treu zu bleiben.
Durch Jesus von Nazareth hast du einen neuen Bund gestiftet
und allen, die auf seinen Ruf zur Umkehr hörten,
die Macht gegeben, deine Töchter und Söhne zu werden.
Kehrvers
Er hat Jünger berufen, alles zu verlassen und ihm nachzufolgen.
Durch sie hat er Menschen aus allen Völkern und Nationen gesammelt
und in dein heiliges Volk eingegliedert,
damit sie ewiges Leben haben.
Kehrvers
Du berufst auch heute Frauen und Männer,
die das Wissen um dein Reich lebendig halten
und dein Volk ermahnen, sich mit ungeteiltem Herzen auf dich
und das endgültige Kommen deines Reiches auszurichten.
Kehrvers
So danken wir dir mit allen Heiligen,
dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen
und in deiner Gegenwart zu leben.
Mit ihnen und mit der ganzen Schöpfung singen wir dein Lob.
Danklied, z. B.: Den Herren will ich loben (GL 395)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn hast du die Kirche
auf das Fundament der Apostel gegründet,
damit sie bis ans Ende der Tage fortbestehe
als Zeichen deiner Heiligkeit
und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 2
Wenn wir den Ruf Jesu zur Umkehr befolgen,
schauen wir wieder in das Gesicht des Vaters, der ihn begleitet hat.
Zu diesem Vater wollen wir rufen: Vater unser...
Einleitung zum Friedensgebet:
Herr Jesus,
deine ersten Jünger fanden in dir alles,
was sie gesucht haben.
Sie machten bei dir auch Erfahrungen des Friedens.
Wir bitten nun:
Schaue nicht auf unsere Sünden...
Gott sagte:
Geh, folge mir nach!
Und ich sagte: Wer, ich?
Und Gott sagte: Ja, Du.
Und ich sagte:
Ich habe so viel zu tun,
meine Zeit wird mir knapp,
und ich kann das meiner Familie nicht zumuten.
Und Gott sagte:
Ich brauche dich!
Und ich sagte: Lieber Gott,
ich gehöre nicht zu den Leuten,
die sich wichtig machen.
Was ist, wenn ich Fehler mache?
Sie werden über mich reden,
und sie werden mich lächerlich machen!
Und - ich habe Angst!
Und wieder sagte Gott:
Geh, folge mir nach!
Und ich fragte: Muss ich?
Kann es nicht jemand anderer sein?
Und Gott fragte: Liebst du mich?
Dann geh und folge mir nach - Schritt für Schritt.
Ich werde mit dir sein.
nach einem unbekannten Verfasser
Allmächtiger Gott,
in deinem Mahl
schenkst du uns göttliches Leben.
Gib, daß wir dieses Sakrament
immer neu als dein großes Geschenk empfangen
und aus seiner Kraft leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Montag der 1. Woche
Jesus,
wir wollen uns in deinen Dienst stellen.
Segne uns dazu:
Stärke uns,
wo wir davon laufen wollen wie Jona;
rüttle unsere Herzen auf,
wenn wir nicht wissen,
dass unsere Zeit begrenzt ist.
Mach uns bereit,
auf deinen Ruf zu antworten
in jeder Lebenslage,
zu jeder Zeit. - Amen.
Gott, Anfang und Ende,
zeitlos und doch in jeder Zeit -
segne uns.
Du, Schöpfer und Erhalter der Welt,
in allen Dingen finden wir die Spuren deiner Liebe -
bewahre uns.
Du, Erlöser und Befreier aller Menschen,
in allen Worten liegt die Sehnsucht nach dir –
behüte uns.
Du, Vollender alles Unfertigen,
in unseren Häusern und Ruinen will dein Geist wohnen,
leite uns.
Im Namen des Vaters...
Der mich umwirbt,
den ich mir ferne hielt,
solang es ging.
Der mich nicht zerrte,
nicht drängte, nur winkte
über deine Schwelle.
Der den Schleier meiner Angst
nicht fortriss, nur anhob.
Dessen Stimme allein
mich so berührte,
dass ich nachgab.
War von Gerüchten über dich gelähmt.
Jetzt ohne Ängste,
endlich erwarte ich dich.
Aus. Huub Oosterhuis. du nur immer du. Gebete. Hrsg. von Cornelis Kok. Verlagsgruppe Patmos im Schwabenverlag AG., Ostfildern 2020 (2).
Ob Adam in GEN 3,9 – Abraham in 1 MOS 11 oder Samuel in 1 SAM 3,3 - seit je ruft Gott Menschen in ihren jeweiligen Lebenszusammenhängen an. Er ruft sie heraus, um ihnen einen neuen Weg zu zeigen, einen Aus-Weg, einen neuen Anfang. Er ist ein Gott der Anfänge – für uns Menschen. Dieser Anruf Gottes gilt auch uns, heute, und unser „Galliläa“ ist dort, wo wir leben. Hier lässt er sich finden!
Lied: Ich habe dich gerufen
Reinhard Burchhardt (2021)
Es ist ruhig geworden um die Flüchtlingskrise. Kein Vergleich zum Jahr 2015, als mehr als eine Million Migranten nach Europa kamen, die meisten übers Mittelmeer. Doch auch heute ertrinken dort noch Menschen. Zwei Männer aus Meiningen wollten das nicht mehr mit ansehen.
... Seit ein paar Tagen sind die beiden Meininger nun schon mit der "Seefuchs" auf dem Mittelmeer unterwegs. Eigentlich führen Driesel und Kehrt ein anderes Leben: Der 62-jährige Driesel ist Fotograf, hat in der Theaterstadt seinen eigenen Fotoladen; Kehrt arbeitet seit sechs Jahren als Chirurg am Meininger Klinikum. Beide sind gute Freunde, wohnen zusammen im selben Mietshaus. Aber die vergangenen zwei Jahre haben beide verändert.
Für den Fotografen Driesel war es ein einziges Bild, das alles auf den Kopf gestellt hat: das Foto des kleinen syrischen Jungen, dessen Körper am türkischen Badeort Bodrum angespült wurde. Drei Jahre wurde Aylan Kurdi alt. Er ist ertrunken im Mittelmeer. "So etwas darf man nicht zulassen. Wir sind eine Menschenfamilie", sagt er. Driesel hat einen Segelschein, ist seit 14 Jahren regelmäßig auf hoher See. Als ihm sein Kumpel Stefan Kehrt von der Organisation Sea-Eye und den fast 1000 Freiwilligen, die bereits mitmachen, erzählt, schlägt er ein. Diesen Sommer wollten sie nicht in den Urlaub fliegen und am Strand liegen. Stattdessen fuhren sie aufs Mittelmeer, um Menschen zu retten.
https://www.insuedthueringen.de/region/thueringen/thuefwthuedeu/Die-Menschenfischer;art83467,5697685
O Herr Jesu, Ehrenkönig,
die Ernt ist groß, der Schnitter wenig,
drum sende treue Zeugen aus.
Send auch uns hinaus in Gnaden,
viel arme Gäste dir zu laden
zum Mahl in deines Vaters Haus.
Wohl dem, den deine Wahl beruft
zum Abendmahl im Reich Gottes!
Da ruht der Streit,
da währt die Freud heut,
gestern und in Ewigkeit.
Sieh auf deine Millionen,
die noch im Todesschatten wohnen,
von deinem Himmelreiche fern.
Seit Jahrtausenden ist ihnen
kein Evangelium erschienen,
kein gnadenreicher Morgenstern.
Glanz der Gerechtigkeit,
geh auf, denn es ist Zeit!
Komm, Herr Jesu,
zieh uns voran und mach uns Bahn,
gib deine Türen aufgetan.
Albert Knapp (1824), in: EG 256 (3+4)
Gott,
dein Rufen ist nicht laut,
aber doch unüberhörbar;
du gibst nicht auf
du rufst immer wieder
du lässt keinen aus;
du rufst den Liebenden
du rufst den Leidenden
du rufst den Glücklichen
du rufst den Traurigen
du rufst den Reichen
du rufst den Armen
du rufst den Jungen
du rufst den Alten
du rufst den Gesunden
du rufst den Kranken
du rufst mich!
Ich höre deinen Ruf genau:
manchmal rufst du persönlich
dann wieder durch Boten
dann wieder durch Texte
dann wieder durch die innere Stimme
Dein Ruf betrifft mich!
Schuldbekenntnis
Herr, ich bekenne,
dass ich deinen Ruf
oft nur mit halbem Ohr
und mit halbem Herzen
aufgenommen habe:
Du rufst mich zum Nächsten
und ich kreise noch zu sehr um mich;
du rufst mich zur Versöhnung
und ich zettle Streit an;
du rufst mich zur Freude
und ich bin oft so missmutig;
du rufst mich zur Gerechtigkeit
und ich bin oft so ungerecht;
du rufst mich zum Frieden
und ich bin oft so friedlos;
du rufst mich zum Kämpfen
und ich lasse mich besiegen;
du rufst mich zur Verteidigung
und ich klage an;
du rufst mich zur Liebe
und ich lebe in Zwietracht!
Es reicht nicht,
dass ich mich anklage
dass ich mich besinne
dass ich in mich gehe
ich muss
ANT-WORT geben
auf deinen Ruf!
Gott, der barmherzige Vater, erbarme sich unser, er verzeihe uns unsere Schwer-Hörigkeit, führe uns glücklich durch unser Leben und schenke uns dereinst das ewige Leben. Amen.
Aurelia Spendel OP in: Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Herausgegeben von Benedikta Hintersberger OP, Andrea Kett, Hildegard Keul, Aurelia Spendel OP. Schwabenverlag / KlensVerlag, Ostfildern 2010.
Werkleute sind wir: Knappen Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.
Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küßte,
die strahlend und als ob sie Alles wüßte
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.
Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.
Gott, du bist groß.
Rainer Maria Rilke, in: Die Gedichte, itb 2246, Frankfurt-Leipzig: Insel 1998, S. 214f.
Lesung aus dem Buch Jona.
Das Wort des Herrn erging an Jona:
Mach dich auf den Weg
und geh nach Nínive, der großen Stadt,
und rufe ihr all das zu,
was ich dir sagen werde!
Jona machte sich auf den Weg und ging nach Nínive,
wie der Herr es ihm befohlen hatte.
Nínive war eine große Stadt vor Gott;
man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren.
Jona begann, in die Stadt hineinzugehen;
er ging einen Tag lang
und rief: Noch vierzig Tage
und Nínive ist zerstört!
Und die Leute von Nínive glaubten Gott.
Sie riefen ein Fasten aus
und alle, Groß und Klein,
zogen Bußgewänder an.
Und Gott sah ihr Verhalten;
er sah, dass sie umkehrten
und sich von ihren bösen Taten abwandten.
Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte,
und er tat es nicht.
Kv: Zeige mir, Herr, deine Wege,
lehre mich deine Pfade! – Kv
(GL 142,2)
Zeige mir, Herr, deine Wege, *
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /
denn du bist der Gott meines Heiles. *
Auf dich hoffe ich den ganzen Tag. – (Kv)
Gedenke deines Erbarmens, Herr, /
und der Taten deiner Gnade; *
denn sie bestehen seit Ewigkeit!
Gedenke nicht meiner Jugendsünden und meiner Frevel! *
Nach deiner Huld gedenke meiner, Herr, denn du bist gütig! – (Kv)
Der Herr ist gut und redlich, *
darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
Die Armen leitet er nach seinem Recht, *
die Armen lehrt er seinen Weg. – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Ich sage euch, Brüder:
Die Zeit ist kurz.
Daher soll, wer eine Frau hat,
sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine,
wer weint, als weine er nicht,
wer sich freut, als freue er sich nicht,
wer kauft, als würde er nicht Eigentümer,
wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht;
denn die Gestalt dieser Welt vergeht.
Halleluja. Halleluja.
Das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um und glaubt an das Evangelium!
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
Nachdem Johannes ausgeliefert worden war,
ging Jesus nach Galiläa;
er verkündete das Evangelium Gottes
und sprach: Die Zeit ist erfüllt,
das Reich Gottes ist nahe.
Kehrt um
und glaubt an das Evangelium!
Als Jesus am See von Galiläa entlangging,
sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon,
die auf dem See ihre Netze auswarfen;
sie waren nämlich Fischer.
Da sagte er zu ihnen:
Kommt her, mir nach!
Ich werde euch zu Menschenfischern machen.
Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen
und folgten ihm nach.
Als er ein Stück weiterging,
sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus,
und seinen Bruder Johannes;
sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.
Sogleich rief er sie
und sie ließen ihren Vater Zebedäus
mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück
und folgten Jesus nach.
Am Beginn seines Evangeliums erzählt Markus von der Berufung der ersten Jünger Jesu. Wer die Texte aufmerksam liest, entdeckt darin auch die Berufungsgeschichte Jesu. Aus der Zusammenschau kann man Gemeinsamkeiten herauslesen, die auch für die Berufungen heute Gültigkeit haben.
Vor einigen Tagen haben wir unseren am längsten ehrenamtlich gedienten Mitarbeiter zu Grabe getragen. Vor mehr als 70 Jahren hat er begonnen, in unserer Kirche regelmäßig zu ministrieren. Diesen Dienst hat er auch als Erwachsener bis an sein Lebensende ausgeübt. Seit der Liturgiereform versah er eifrig den Lektorendienst. Darüber stand er uns in verschiedensten Hilfsdiensten, die im Laufe eines Kirchenjahres anfallen, zur Seite. Er und seine Familie wurden in dieser langen Zeit zu wichtigen Bezugspersonen unserer Klosterkirchengemeinde.
Seine lebenslange Berufungsgeschichte ist mir vor Augen getreten, als wir am vergangenen Sonntag in der Lesung die Berufungsgeschichte des Propheten Samuel, der bereits als kleiner Junge in den Tempeldienst hineingewachsen ist, gehört haben. Aber auch die Erzählung von der Berufung der ersten Jünger hat mich an unseren Mitarbeiter erinnert.
Was haben diese Berufungserzählungen gemeinsam? Was gilt auch für uns heute für das Finden der Berufung im persönlichen Leben und im Glaubensleben? Wie wird man zu einem Dienst, zu einer Aufgabe berufen? Es geht dabei um mehr als um ein subjektives Berufungsgefühl.
Im Evangelium haben wir heute von der Berufung der ersten Jünger aus dem Markusevangelium gehört. Diese Erzählung fasziniert aufs Erste, weil Simon Petrus, sein Bruder Andreas, Jakobus und dessen Bruder Johannes auf die Aufforderung Jesu hin alles liegen und stehen lassen und mit Jesus mitziehen.
Ganz unbekannt dürfte ihnen Jesus nicht gewesen sein. Sie haben ihn schon bei Johannes dem Täufer am Jordan kennengelernt, weiß das Johannesevangelium zu berichten. Johannes der Täufer hat offenbar viele junge, religiös und politisch interessierte Menschen angezogen. Um ihn ist eine Erneuerungsbewegung entstanden, die weder dem König Herodes noch den Religionsverantwortlichen in Jerusalem geheuer war. Man hoffte, diese Entwicklung stoppen zu können, indem man Johannes "aus dem Verkehr" zog und ins Gefängnis warf. Seinen Anhängern blieb zunächst nichts anderes übrig, als in ihr früheres Leben zurückzukehren. Petrus, Andreas, Jakobus und Johannes üben wieder ihr Fischerhandwerk am See von Galiläa aus.
Auch Jesus ging zurück nach Galiläa in seine alte Heimat. Er gibt aber nicht resigniert auf, sondern zieht los, greift die Predigt des Johannes auf, und beginnt zu verkünden: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium. Offenbar wollte er sich nicht von den Mächtigen kleinkriegen lassen sondern war entschlossen, in die Fußstapfen des Täufers zu treten und seinen Einsatz für die religiöse Erneuerung auf eigene Weise fortzusetzen. Er begann seine alten Freunde zu sammeln und mit ihnen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden.
Was sich aufs Erste als "Berufung der ersten Jünger" liest, erzählt mehr noch vom Berufungserlebnis Jesu: Der Geist Gottes treibt ihn, das Werk Gottes nach dem Beispiel des Täufers weiterzuführen.
Wir sind gewohnt, die Berufungserzählungen von den Propheten und den Jüngern Jesu als außerordentliche Ereignisse anzusehen. Im Rückblick mögen sie außergewöhnlich erscheinen, Berufung in den Dienst Gottes und in die Nachfolge Jesu geschieht aber mitten im Leben. Einige Jünger des Johannes spüren: Sein Werk muss weitergehen. Jesus ergreift die Initiative und steht am Anfang einer neuen Bewegung.
Wie kommen Berufungen zustande? – Die Berufenen stehen in einem Dialog mit Gott, mit ihren Vorbildern und nicht zuletzt mit der Situation, in der sie leben. Sie lassen sich davon ansprechen und herausfordern.
Immer wieder lassen sich Menschen von der Frohen Botschaft vom Reich Gottes ansprechen; in einem ersten Schritt indem sie sich bewusst werden, dass in dieser Sichtweise ihr Leben in einem anderen Licht erscheint, einen neuen Sinn und eine neue Ausrichtung bekommt. In einem weiteren Schritt spüren viele auch die Herausforderung, diese neue Sichtweise als Frohe Botschaft weiterzutragen und anderen mitzuteilen.
Berufung heißt, sich einerseits von der Frohen Botschaft vom Reich Gottes (und damit von Gott) und andererseits von der Not der Menschen ansprechen zu lassen. Von Jesus wird an vielen Stellen erzählt, dass ihm die Not der Menschen zu Herzen ging, dass er sich davon berühren ließ. Er erlebte sie wie Schafe, die keinen Hirten haben. Zugleich lebte er in einem ständigen Gespräch mit seinem Vater im Himmel. Aus dieser Spannung heraus entwickelte er seine "Mission".
Berufung kann auf sehr unterschiedlichen Wegen erfahren werden. Manche Menschen wie z.B. unser verstorbener Mitarbeiter erleben sie als ein Hineinwachsen in das "Geheimnis des Glaubens", andere erfahren sie als ein Aha-Erlebnis, in dem ihnen plötzlich die Augen aufgehen, andere entdecken eine neue Sichtweise des Glaubens, nachdem sie in ihrem Leben in eine Sackgasse geraten sind, wieder andere durch eine Begegnung mit einer faszinierenden Persönlichkeit. Entscheidend ist, dass wir uns von Gott ansprechen lassen.
Die Hektik des Alltags lässt uns oft keine Zeit zum Durchatmen, zur Besinnung auf das Wesentliche. Jesus richtet unseren Blick auf das Reich Gottes und ruft uns umzukehren und eine neue Zeit zu wagen. Dass Umkehr möglich ist, erzählt uns die Geschichte des Propheten Jona.
Markus vermerkt heute, dass Jesus das Evangelium Gottes verkündet. Er predigt nicht sich, sondern das, was von Gott kommt. Seine Predigt lautet: "Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“
Suchen Sie sich für den Hausgottesdienst einen geeigneten Platz in Ihrer Wohnung,
zünden Sie eventuell eine Kerze an und beginnen Sie:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. - Amen.
Glücklich schätzen kann sich jede und jeder, wer in der gegenwärtigen Krisensituation beruflich abgesichert ist. Noch mehr ist glücklich zu schätzen, wer einer Beschäftigung nachgehen kann, die für sie oder ihn zur Berufung geworden ist, die sie persönlich ausfüllt und Freude bereitet.
Wie wird aus einer Aufgabe eine Berufung? Die Evangelien erzählen, wie sich Jesus von der Not der Menschen, die ihm begegneten, herausfordern ließ und wie er so seine eigene Sendung und Berufung gefunden hat. Jesus hat Menschen aufgefordert, es ihm gleich zu tun und ihm nachzufolgen.
Auch wir werden vom Leben und von unserem Glauben an das Reich Gottes herausgefordert, unsere persönliche Berufung zu suchen.
Bitten wir den Herrn, dass er uns die zu uns passende Lebensaufgabe und den rechten Weg finden lässt.
Herr, Jesus Christus,
der Geist Gottes hat dich angetrieben,
die Frohe Botschaft vom Reich Gottes den Menschen nahe zu bringen.
Herr, erbarme dich.
Du forderst Männer und Frauen auf, dir in deinem Engagement zu folgen.
Christus, erbarme dich.
Du sendest uns aus,
deine Frohe Botschaft in unsere gegenwärtige Welt hineinzutragen.
Herr, erbarme dich.
Jesus,
du nimmst uns in deinen Dienst.
Du willst uns an den Ort stellen,
der der beste Ort ist.
Du willst uns die Aufgabe geben,
die unseren Fähigkeiten entspricht.
Du kommst in unser Leben;
mal gelegen,
ein anderes Mal ungelegen.
Lass uns hören und erkennen,
wenn du uns rufst aus unserem Leben,
wenn du uns rufst, dich zu bezeugen.
Dein Wort helfe uns. - Amen.
Guter Gott,
du siehst die Nöte der Menschen.
Höre auf unsere Bitten!
Wir bitten für alle, die in der gegenwärtigen Krise ihre Beschäftigung und ihr Einkommen verloren haben.
Führe sie dieser Unsicherheit und Not heraus.
Wir bitten für alle, deren Leben durch eine plötzliche Krankheit oder einen Schicksalsschlag durcheinander geworfen worden ist.
Lass sie wieder Halt und Gesundheit finden.
Wir bitten für alle, die du berufst, einen Dienst in der Kirche auszuüben.
Lass sie spüren, dass sie gebraucht werden, und gib ihnen die Kraft, ihrer Berufung zu folgen.
Wir bitten dich für alle, die einen Beruf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohl der ganzen Gesellschaft ausüben.
Lass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sein und schenke ihnen Freude an ihren Aufgaben.
Wir bitten dich für alle, die sich als Entwicklungshelfer oder in einem internationalen Hilfsdienst engagieren.
Lass ihren Engagement Früchte tragen.
Wir bitten dich für alle unsere Verstorbenen,
besonders für jene, denen wir als Gemeinschaft Dank schulden.
Schenke ihnen ewige Freude und Erfüllung bei dir.
Gott und Vater aller,
dein Reich komme und schenke uns allen Frieden und Sicherheit. – Amen.
Kehrvers:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil. (GL 38,1)
Guter Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken:
Du erbarmst dich deiner Geschöpfe
und führst sie auf den Weg zurück,
der sie zum ersehnten Leben führt.
Kehrvers
Durch die Propheten hast du dein auserwähltes Volk ermahnt,
dem mit dir geschlossenen Bund treu zu bleiben.
Durch Jesus von Nazareth hast du einen neuen Bund gestiftet
und allen, die auf seinen Ruf zur Umkehr hörten,
die Macht gegeben, deine Töchter und Söhne zu werden.
Kehrvers
Er hat Jünger berufen, alles zu verlassen und ihm nachzufolgen.
Durch sie hat er Menschen aus allen Völkern und Nationen gesammelt
und in dein heiliges Volk eingegliedert,
damit sie ewiges Leben haben.
Kehrvers
Du berufst auch heute Frauen und Männer,
die das Wissen um dein Reich lebendig halten
und dein Volk ermahnen, sich mit ungeteiltem Herzen auf dich
und das endgültige Kommen deines Reiches auszurichten.
Kehrvers
So danken wir dir mit allen Heiligen,
dass du uns berufen hast, vor dir zu stehen
und in deiner Gegenwart zu leben.
Mit ihnen und mit der ganzen Schöpfung singen wir dein Lob.
Danklied, z. B.: Den Herren will ich loben (GL 395)
Gott sagte:
Geh, folge mir nach!
Und ich sagte: Wer, ich?
Und Gott sagte: Ja, Du.
Und ich sagte:
Ich habe so viel zu tun,
meine Zeit wird mir knapp,
und ich kann das meiner Familie nicht zumuten.
Und Gott sagte:
Ich brauche dich!
Und ich sagte: Lieber Gott,
ich gehöre nicht zu den Leuten,
die sich wichtig machen.
Was ist, wenn ich Fehler mache?
Sie werden über mich reden,
und sie werden mich lächerlich machen!
Und - ich habe Angst!
Und wieder sagte Gott:
Geh, folge mir nach!
Und ich fragte: Muss ich?
Kann es nicht jemand anderer sein?
Und Gott fragte: Liebst du mich?
Dann geh und folge mir nach - Schritt für Schritt.
Ich werde mit dir sein.
nach einem unbekannten Verfasser
Jesus,
wir wollen uns in deinen Dienst stellen.
Segne uns dazu:
Stärke uns,
wo wir davon laufen wollen wie Jona;
rüttle unsere Herzen auf,
wenn wir nicht wissen,
dass unsere Zeit begrenzt ist.
Mach uns bereit,
auf deinen Ruf zu antworten
in jeder Lebenslage,
zu jeder Zeit. - Amen.
Gott, Anfang und Ende,
zeitlos und doch in jeder Zeit -
segne uns.
Du, Schöpfer und Erhalter der Welt,
in allen Dingen finden wir die Spuren deiner Liebe -
bewahre uns.
Du, Erlöser und Befreier aller Menschen,
in allen Worten liegt die Sehnsucht nach dir –
behüte uns.
Du, Vollender alles Unfertigen,
in unseren Häusern und Ruinen will dein Geist wohnen,
leite uns.
Im Namen des Vaters...
1) Lobpreiset all zu dieser Zeit,
wo Sonn und Jahr sich wendet,
die Sonne der Gerechtigkeit,
die alle Nacht geendet.
Refrain:
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt,
der unser Leben trägt und lenkt,
sei Dank und Lob gesungen.
2) Christus hat unser Jahr erneut
und hellen Tag gegeben,
da er aus seiner Herrlichkeit
eintrat ins Erdenleben.
3) Er ist der Weg, auf dem wir gehn,
die Wahrheit, der wir trauen.
Er will als Bruder bei uns stehn,
bis wir im Glanz ihn schauen.
1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.
3. Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht;
nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.
4. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist.
Du aber bleibest, der du bist,
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch deinen Zorn,
und doch strömt deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.
5. Und diese Gaben, Herr, allein
lass Wert und Mass der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt;
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor dich dringen.
6. Der du allein der Ewge heisst
und Anfang, Ziel und Mitte weisst
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
Jochen Klepper (1937) 1938
1. Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab' ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.
2. In seine Lieb’ versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab’,
eia, eia, und alles, was ich hab’.
3. O Kindelein, von Herzen
will ich dich lieben sehr,
in Freuden und in Schmerzen
je länger und je mehr,
eia, eia, je länger und je mehr.
4. Die Gnade mir doch gebe,
bitt’ ich aus Herzensgrund,
dass ich allein dir lebe
jetzt und zu aller Stund’,
eia, eia, jetzt und zu aller Stund’.
5. Dich, wahren Gott, ich finde
in unser’m Fleisch und Blut;
darum ich mich dann binde
an dich, mein höchstes Gut,
eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
6. Lass mich von dir nicht scheiden,
knüpf’ zu, knüpf’ zu das Band
der Liebe zwischen beiden;
nimm hin mein Herz zum Pfand,
eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand!
Friedrich Spee (1638)
1. Menschen, die ihr wart verloren,
lebet auf, erfreuet euch!
Heut ist Gottes Sohn geboren,
heut ward er den Menschen gleich.
Lasst uns vor ihm niederfallen,
ihm soll unser Dank erschallen:
„Ehre sei Gott, Ehre sei Gott,
Ehre sei Gott in der Höhe!“
2. Welche Wunder reich an Segen
stellt uns dies Geheimnis dar!
Seht, der kann sich selbst nicht regen,
durch den alles ist und war.
Lasst uns vor ihm niederfallen …
3. Selbst der Urquell aller Gaben
leidet solche Dürftigkeit!
Welche Liebe muss der haben,
der sich euch so ganz geweiht!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
4. Menschen! Liebt, o liebt ihn wieder
und vergesst der Liebe nie!
Singt mit Andacht Dankeslieder
und vertraut, er höret sie!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
Christoph Bernhard Verspoell (1810)
Guter JESUS,
DU bist einer von uns Menschen geworden
und hast uns Freunde genannt.
DU hast dich für uns als Brot gegeben,
damit wir bewusst aus dir leben können.
Leider kann ich diese Speise jetzt nicht leiblich empfangen.
Aber DU hast uns auch den Heiligen Geist verheißen und gesandt.
In diesem Geist weiß ich, dass DU da bist – immer und überall!
DU hälts die Schöpfung im Dasein
und auch ich lebe in deiner Hand.
DU hast mich schon gekannt,
ehe ich gezeugt und geboren wurde.
DU bist in mir da und um mich herum – immer und überall.
Weil DU die Schöpfung liebst
und zur Vollendung führen wirst,
darf auch ich auf dich hoffen.
So vereine ich mich im Geiste mit dir
und bitte dich:
Mache auch mich zu einer „Brotgabe“ für die Welt,
lass mich teilnehmen an deinem Werk
und hilf mir dabei.
Ich danke dir so sehr, dass DU da bist;
dass DU immer da bist
und überall
und dass DU mit mir und uns allen da bleiben wirst
in Ewigkeit! - Amen.
1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er äußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.
5) Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!
6) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
1. Ich steh an deiner Krippen[3] hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
1) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.
2) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!
3) Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.
4) Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen.
5) Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?
6) König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.
7) Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren,
komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren!
Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren.
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.
2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.
3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.
4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht
5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.
6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!
T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757.
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Der mich umwirbt,
den ich mir ferne hielt,
solang es ging.
Der mich nicht zerrte,
nicht drängte, nur winkte
über deine Schwelle.
Der den Schleier meiner Angst
nicht fortriss, nur anhob.
Dessen Stimme allein
mich so berührte,
dass ich nachgab.
War von Gerüchten über dich gelähmt.
Jetzt ohne Ängste,
endlich erwarte ich dich.
Aus. Huub Oosterhuis. du nur immer du. Gebete. Hrsg. von Cornelis Kok. Verlagsgruppe Patmos im Schwabenverlag AG., Ostfildern 2020 (2).
O Herr Jesu, Ehrenkönig,
die Ernt ist groß, der Schnitter wenig,
drum sende treue Zeugen aus.
Send auch uns hinaus in Gnaden,
viel arme Gäste dir zu laden
zum Mahl in deines Vaters Haus.
Wohl dem, den deine Wahl beruft
zum Abendmahl im Reich Gottes!
Da ruht der Streit,
da währt die Freud heut,
gestern und in Ewigkeit.
Sieh auf deine Millionen,
die noch im Todesschatten wohnen,
von deinem Himmelreiche fern.
Seit Jahrtausenden ist ihnen
kein Evangelium erschienen,
kein gnadenreicher Morgenstern.
Glanz der Gerechtigkeit,
geh auf, denn es ist Zeit!
Komm, Herr Jesu,
zieh uns voran und mach uns Bahn,
gib deine Türen aufgetan.
Albert Knapp (1824), in: EG 256 (3+4)
Gott,
dein Rufen ist nicht laut,
aber doch unüberhörbar;
du gibst nicht auf
du rufst immer wieder
du lässt keinen aus;
du rufst den Liebenden
du rufst den Leidenden
du rufst den Glücklichen
du rufst den Traurigen
du rufst den Reichen
du rufst den Armen
du rufst den Jungen
du rufst den Alten
du rufst den Gesunden
du rufst den Kranken
du rufst mich!
Ich höre deinen Ruf genau:
manchmal rufst du persönlich
dann wieder durch Boten
dann wieder durch Texte
dann wieder durch die innere Stimme
Dein Ruf betrifft mich!
Schuldbekenntnis
Herr, ich bekenne,
dass ich deinen Ruf
oft nur mit halbem Ohr
und mit halbem Herzen
aufgenommen habe:
Du rufst mich zum Nächsten
und ich kreise noch zu sehr um mich;
du rufst mich zur Versöhnung
und ich zettle Streit an;
du rufst mich zur Freude
und ich bin oft so missmutig;
du rufst mich zur Gerechtigkeit
und ich bin oft so ungerecht;
du rufst mich zum Frieden
und ich bin oft so friedlos;
du rufst mich zum Kämpfen
und ich lasse mich besiegen;
du rufst mich zur Verteidigung
und ich klage an;
du rufst mich zur Liebe
und ich lebe in Zwietracht!
Es reicht nicht,
dass ich mich anklage
dass ich mich besinne
dass ich in mich gehe
ich muss
ANT-WORT geben
auf deinen Ruf!
Gott, der barmherzige Vater, erbarme sich unser, er verzeihe uns unsere Schwer-Hörigkeit, führe uns glücklich durch unser Leben und schenke uns dereinst das ewige Leben. Amen.
Aurelia Spendel OP in: Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Herausgegeben von Benedikta Hintersberger OP, Andrea Kett, Hildegard Keul, Aurelia Spendel OP. Schwabenverlag / KlensVerlag, Ostfildern 2010.
Werkleute sind wir: Knappen Jünger, Meister,
und bauen dich, du hohes Mittelschiff.
Und manchmal kommt ein ernster Hergereister,
geht wie ein Glanz durch unsre hundert Geister
und zeigt uns zitternd einen neuen Griff.
Wir steigen in die wiegenden Gerüste,
in unsern Händen hängt der Hammer schwer,
bis eine Stunde uns die Stirnen küßte,
die strahlend und als ob sie Alles wüßte
von dir kommt, wie der Wind vom Meer.
Dann ist ein Hallen von dem vielen Hämmern
und durch die Berge geht es Stoß um Stoß.
Erst wenn es dunkelt lassen wir dich los:
Und deine kommenden Konturen dämmern.
Gott, du bist groß.
Rainer Maria Rilke, in: Die Gedichte, itb 2246, Frankfurt-Leipzig: Insel 1998, S. 214f.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
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Der Prophet Jona erhält von Gott den Auftrag, in der großen, fremden Stadt Ninive Buße zu predigen, flüchtet aber vor diesem Auftrag über das Mittelmeer nach Westen. Das Schiff, in dem er flieht, gerät in einen furchtbaren Seesturm. Als Jona seine Flucht vor dem Auftrag Gottes als Ursache des Unglücks deutet, werfen ihn die Seeleute ins Meer. Es kommt ein Fisch, der den Propheten verschlingt, um ihn nach drei Tagen und drei Nächten wieder an Land zu speien. Als der Auftrag, in Ninive Buße zu predigen, noch einmal ergeht, erfüllt ihn der Prophet. Auf seine Predigt hin - das schildert unsere Perikope - bekehrt sich die gesamte Stadt Ninive und Gott erbarmt sich ihrer. Im weiteren Verlauf der Erzählung hadert Jona dann mit Gott, weil das angedrohte Strafgericht nicht vollzogen wurde. Durch das wunderbare Aufwachsen und Eingehen einer Rizinus(!)staude, welche Jona vom Ärger rettet, und in einem anschließenden Gespräch versucht Gott den Propheten von seinem Erbarmen über die Niniviten zu überzeugen.
Die Bußfertigkeit einer gottlosen Stadt oder - anders formuliert - das Aufbrechen einer religiösen Stimmung bei Menschen, die sonst eher auf anderes konzentriert sind als auf Gott: das sind wohl die theologischen Akzente der Lesungsperikope. Darüber hinaus lohnt es sich aber, auf die Theologie des ganzen Jona-Büchleins zu schauen, da es aufgrund seiner märchenhaften Einfärbung und seiner Kürze mehr als andere biblische Schriften eine Einheit bildet. Gott stellt sich dem Jona als ein Gott der Gnade dar, als ein vergebungsbereiter und sich erbarmender Gott, der die Logik von Schuld und Strafe, die menschliches Denken so sehr prägt, außer Kraft setzt. Selbst Ninive, das in unserem Text weniger die Hauptstadt des assyrischen Großreiches darstellt als eine beliebige Metropole auf dieser Welt, darf sich im Schoß des Erbarmens Gottes bergen. Solches zu begreifen, ist für Jona, den Gottes-Gelehrten aus Israel, nicht einfach. Seinem (und unserem) steinigen Erkenntnisweg ist das Jona-Büchlein gewidmet.
Das Buch ist um 300 v. Chr. entstanden. Die Stadt, von der hier erzählt wird, ist kein historischer Ort, der Prophet Jona keine historische Persönlichkeit. Das Jonabuch ist ein theologischer Text. Er reflektiert die Barmherzigkeit Gottes und die Rolle des/der Propheten.
Gott ist das Unrecht unter den Menschen nicht gleichgültig, auch nicht das Unrecht der Heiden. Ninive ist Inbegriff heidnischen Lebens von märchenhafter Größe. Der Prophet hat den von Gott beschlossenen Untergang bedingungslos anzukündigen. Erstes Schlüsselwort ist "rufen". Ninive und sein König nehmen die Drohung Gottes ernst, sie kehren um. Die Umkehr zeigt sich in ihrem Tun. Dieses bewegt Gott zur Umkehr seines Entschlusses. Er tut ihnen das Angedrohte nicht an. "Tun" ist das zweite Schlüsselwort dieser Erzählung.