Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
wandte sich Petrus an das Volk:
Der Gott Abrahams, Ísaaks und Jakobs,
der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht,
den ihr ausgeliefert und vor Pilatus verleugnet habt,
obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen.
Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet
und die Freilassung eines Mörders erbeten.
Den Urheber des Lebens habt ihr getötet,
aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt.
Dafür sind wir Zeugen.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt,
ebenso wie eure Anführer.
Gott aber hat auf diese Weise erfüllt,
was er durch den Mund aller Propheten
im Voraus verkündet hat:
dass sein Christus leiden werde.
Also kehrt um
und tut Buße,
damit eure Sünden getilgt werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
gingen Petrus und Johannes zur Gebetszeit
um die neunte Stunde in den Tempel hinauf.
Da wurde ein Mann herbeigetragen,
der von Geburt an gelähmt war.
Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels,
das man die Schöne Pforte nennt;
dort sollte er bei denen, die in den Tempel gingen,
um Almosen betteln.
Als er nun Petrus und Johannes in den Tempel gehen sah,
bat er sie um ein Almosen.
Petrus und Johannes blickten ihn an
und Petrus sagte: Sieh uns an!
Da wandte er sich ihnen zu
und erwartete, etwas von ihnen zu bekommen.
Petrus aber sagte: Silber und Gold besitze ich nicht.
Doch was ich habe, das gebe ich dir:
Im Namen Jesu Christi, des Nazoräers,
steh auf und geh umher!
Und er fasste ihn an der rechten Hand
und richtete ihn auf.
Sogleich kam Kraft in seine Füße und Gelenke;
er sprang auf, konnte stehen und ging umher.
Dann ging er mit ihnen in den Tempel,
lief und sprang umher und lobte Gott.
Alle Leute sahen ihn umhergehen und Gott loben.
Sie erkannten ihn als den,
der gewöhnlich an der Schönen Pforte des Tempels saß
und bettelte.
Und sie waren voll Verwunderung und Staunen über das,
was mit ihm geschehen war.
Da er sich Petrus und Johannes anschloss,
lief das ganze Volk bei ihnen
in der sogenannten Halle Salomos zusammen,
außer sich vor Staunen.
Als Petrus das sah, wandte er sich an das Volk:
Der Gott Abrahams, Ísaaks und Jakobs,
der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht,
den ihr ausgeliefert und vor Pilatus verleugnet habt,
obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen.
Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet
und die Freilassung eines Mörders erbeten.
Den Urheber des Lebens habt ihr getötet,
aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt.
Dafür sind wir Zeugen.
Und aufgrund des Glaubens an seinen Namen
hat dieser Name den Mann hier,
den ihr seht und kennt,
zu Kräften gebracht;
der Glaube, der durch ihn kommt,
hat ihm vor euer aller Augen die volle Gesundheit geschenkt.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt,
ebenso wie eure Anführer.
Gott aber hat auf diese Weise erfüllt,
was er durch den Mund aller Propheten
im Voraus verkündet hat:
dass sein Christus leiden werde.
Also kehrt um
und tut Buße,
damit eure Sünden getilgt werden.
Kv: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr! – Kv
GL 46,1
Wenn ich rufe, gib mir Antwort, *
Gott meiner Gerechtigkeit!
Du hast mir weiten Raum geschaffen in meiner Bedrängnis. *
Sei mir gnädig und hör auf mein Flehen! – (Kv)
Erkennt, dass der Herr sich seinen Frommen erwählt hat, *
der Herr hört, wenn ich zu ihm rufe.
Viele sagen: „Wer lässt uns Gutes schauen?“ *
Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten! – (Kv)
Du legst mir größere Freude ins Herz, *
als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.
In Frieden leg ich mich nieder und schlafe; *
denn du allein, Herr, lässt mich sorglos wohnen. – Kv
Lesung aus der ersten Johannesbrief.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt.
Wenn aber einer sündigt,
haben wir einen Beistand beim Vater:
Jesus Christus, den Gerechten.
Er ist die Sühne für unsere Sünden,
aber nicht nur für unsere Sünden,
sondern auch für die der ganzen Welt.
Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben:
wenn wir seine Gebote halten.
Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!,
aber seine Gebote nicht hält,
ist ein Lügner
und in dem ist die Wahrheit nicht.
Wer sich aber an sein Wort hält,
in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet.
Johannes ist für dichte Gedankenführungen bekannt. In wenigen Sätzen entfaltet er das Panorama christlichen Lebens: Es beginnt damit, Jesus Christus, den Gerechten, als "Beistand" zu bekennen. Er ist der Anwalt und Fürsprecher. Gerade weil er die Sünden der ganzen Welt gesühnt hat. Im Hintergrund ist sein Kreuz zu sehen. Wie Menschen ihn erkennen? Indem sie seine Gebote halten. Johannes formuliert sogar, dass die Gottesliebe in dem Menschen "wahrhaft" vollendet ist, der sich an sein Wort hält. Gebote und Wort sind Synonyme für den Anspruch, den Jesus erheben kann - als der, der die Sünden der ganzen Welt gesühnt hat.
Besonders liebt Johannes "Erkenntnis": Sie ist kein theoretischer oder abschließbarer Vorgang, der sich in einem Wissen oder einer Kenntnis erschöpft, sondern ein anderes Wort für Liebe, die sich ganz auf Jesus einlässt und dabei nicht weniger als "Wahrheit" findet - oder, anders formuliert: das ganze Leben. In der johanneischen Sehweise: In dem Menschen, der sich an Jesu Wort hält, wird die Gottesliebe wahrhaft vollendet. Also nicht stückweise, vorübergehend, teilweise - sondern ganz und ohne jeden Vorbehalt.
Halleluja. Halleluja.
Herr Jesus, erschließ uns die Schrift!
Lass unser Herz entbrennen, wenn du zu uns redest.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,
erzählten den Elf und die mit ihnen versammelt waren,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten,
trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch!
Sie erschraken und hatten große Angst,
denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen:
Was seid ihr so bestürzt?
Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen?
Seht meine Hände und meine Füße an:
Ich bin es selbst.
Fasst mich doch an und begreift:
Kein Geist hat Fleisch und Knochen,
wie ihr es bei mir seht.
Bei diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Als sie es aber vor Freude
immer noch nicht glauben konnten
und sich verwunderten,
sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sagte er zu ihnen:
Das sind meine Worte,
die ich zu euch gesprochen habe,
als ich noch bei euch war:
Alles muss in Erfüllung gehen,
was im Gesetz des Mose, bei den Propheten
und in den Psalmen über mich geschrieben steht.
Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften.
Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben:
Der Christus wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen
und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden,
damit ihre Sünden vergeben werden.
Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.
Die Entdeckung des Auferstehungsglaubens ist von Phasen des Zweifelns begleitet, hören wir in den verschiedenen Erzählungen von den Jüngern, die dem Auferstandenen begegneten. Zweifel sind aber nicht ein Zeichen der Schwäche, sondern begleiten unsere Erkenntnisprozesse. Sie führen uns weiter zu tieferen Einsichten der Zusammenhänge. Sie sind "Nahrung der Erkenntnis".
Der Zweifel hat Hochkonjunktur. Überall auf der Welt erheben sich nach Monaten der Geduld Menschen und melden ihre Bedenken an hinsichtlich der Art und Weise, wie mit der herrschenden Pandemie und den Folgen umgegangen wird. Auch in der Kirche gibt es Menschen mit solchen Haltungen - die Schweiz kennt sogar einen Bischof, der sich öffentlich als Corona- und Impfskeptiker zu erkennen gibt. Inzwischen ist hinlänglich - wenn auch nicht vollständig - bekannt, wie das Virus wirkt und was man dagegen tun kann. Auch die Aussicht auf die Wirkung der Impfung verheißt ja mal zuerst viel Gutes, so dass eine derart öffentlich zur Schau getragene Skepsis andere weniger zum Nachdenken anregt sondern vielmehr fassungsloses Kopfschütteln auslöst. Skepsis, die im Zusammenhang mit der Pandemie, mit ihren Folgen und ihrer Bekämpfung zu tun hat, beruht nur zu oft weniger auf kritischer Reflexion und berechtigten Sorgen als auf - durchaus verständliche - Angst und Hilflosigkeit. Und leider oft auch auf populistischen Ambitionen.
Aber dennoch ist der Zweifel, die Skepsis, ja gar keine schlechte Haltung, wenn sie von ehrlichem Forschen und Suchen nach Erkenntnis begleitet ist. Unsere Wissenschaften sind ohne den Zweifel nicht denkbar. Der Überzeugung, dass etwas doch geht, was andere für unmöglich halten, verdanken wir viele Errungenschaften der Moderne. - Ich war verschiedene Male in der Stadt Dayton im amerikanischen Bundesstaat Ohio, wo zwei Velohändler, die Gebrüder Wright, sich sicher waren, dass der Menschen fliegen kann. Derweil ihre Umgebung sie immer wissen ließ "Ihr spinnt!", haben sie den Antrieb eines Velos solange in Gebilde von teils sehr eigenartiger Gestalt eingebaut, bis sie mit einem solchen Gerät schließlich von der Erde abhoben. Gegen jegliche Vorstellungen der damaligen Zeit konnte der Mensch plötzlich fliegen. Was für uns heute völlig normal ist, war damals ein Ansinnen gegen jegliche Vernunft.
So eine skeptische Haltung prägt auch das heutige Evangelium, wie schon am vergangenen Sonntag. In den Sonntagslesungen des Lesejahres B nimmt der Zweifel in der Verkündigung in der Osterzeit eine herausragende Rolle ein. Der Zweifel prägt nicht nur einen wissenschaftlichen Erkenntnisprozess, sondern viel mehr: Alle sind eigentlich hingegeben in die Freude. Ein Teil dieser Freude besteht darin, dass sie den Mut haben an die Auferstehung zu glauben. Erinnern wir uns an die Ostergeschichten: Der Auferstandene begegnet verschiedensten Menschen und sie spüren, wie der Auferstehungsglaube tatsächlich stimmig ist. Sie freuen sich, nun endlich erkennen zu können, was Jesus die ganze Zeit, in der er mit ihnen zusammen war, eigentlich meinte.
Jetzt aber, wo es konkret wird, wo Jesus in ihre Mitte tritt, anfassbar, wo er gegenwärtig wird für alle, da kippen die Jünger plötzlich um und der Zweifel überkommt sie massiv. Es ist, als ob die Auferstehungsfreude einfach in sich zu einem Nichts zusammensackt. Es ist, als wären es nicht die Tage nach dem Ostermorgen, sondern immer noch der dunkle Karfreitag. - Aber kennen wir das nicht auch? Diesen Freudentaumel, ein schönes Feeling, provoziert durch eingehende Musik und schöne Liturgien der Kirche? Aber wenn uns jemand fragt: Was ist es denn eigentlich, was du glaubst?, kommen wir gewaltig ins Schwimmen.
Das macht aber nichts. Das gehört in Gottes Konzept von Auferstehung. Im heutigen Evangelium hörten wir, wie Jesus in unendlicher Geduld den Zweifel und das beklemmende Gefühl der Jüngerschar sehr ernst nimmt. Als er in die Mitte der Freunde tritt, nimmt er es wahr, er nimmt den Zweifel auf und begegnet ihm. Wir hörten: "Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften." Der Jüngerkreis, auf den Jesus im heutigen Evangelium trifft, ist nicht die einzige Schar, bei der Jesus so vorgeht. Erinnern wir uns an die zwei Männer auf dem Weg nach Emmaus, die ebenso völlig gefangen waren in ihren Zweifeln und in ihrer Trauer. In der Emmaus-Perikope heißt es: "Jesus legt ihnen dar, ausgehend von Mose und den Propheten, was über ihn in den Schriften geschrieben steht."
Der Zweifel, das Nicht-Verstehen ist ein bedeutsamer Teil des Auferstehungsglaubens, von Anfang an. Die Begebenheiten, von denen wir in diesen Tagen hören, in denen Jesus den Menschen klarmacht, machen uns deutlich, wie wichtig dieses Aufschlüsseln der Glaubensgeheimnisse ist. Zuerst muss das Herz in Begeisterung versetzt werden - ganz ohne Zweifel: "Brannte uns nicht das Herz in der Brust?", sagen die zwei Emmaus-Jünger zueinander. Aber dann braucht es auch das Hineintauchen in die Bedeutung des Geheimnisses. Die beiden Lesungen aus dem Neuen Testament, die wir vor dem Evangelium gehört haben, sind solche Katechesen. Sie schlüsseln für die Zuhörerschaft das Geheimnis der Auferstehung auf und helfen auf dem Weg von der Begeisterung im Herzen zum Verständnis im Kopf. Es braucht beides.
Wenn das Herz in der Brust nicht brennt, bleibt der Glaube eine akademische Übung, eine intellektuelle Reflexion und ist damit ziemlich tot. Wenn nur das Herz brennt und die Reflexion ausbleibt, droht der Glaube zum Strohfeuer zu werden, das rasch auflodert und bald wieder erlischt. In den Kirchen finden wird immer mehr Gruppierungen, die oftmals eher wie solche kurze Stichflammen und weniger wie lodernde Feuer des Glaubens daherkommen.
Die Reflexion dessen, was der Glaube uns ins Herz gepflanzt hat, bleibt eine lebenslange Übung. Es ist gut, dass wir bei den Kindern in der Katechese damit anfangen, aber auch jeder Erwachsene, der dem Religionsunterricht entwachsen ist, sollte da dranbleiben. Denn unser Glaube entwickelt sich in uns weiter - wie unser ganzes Leben. Und dieses Wachstum braucht Nahrung. "Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften", heißt es im Evangelium. Das war nicht nur gut für den Kreis der zweifelnden Jünger. Das ist auch gut für uns.
Durch alle Evangelien zieht sich, dass die Jünger erst um den Glauben an die Auferstehung ringen müssen. Sie halten die Auferstehung zunächst für Weibergeschwätz. Ostern kann heute sichtbar werden, wenn wir die Frohe Botschaft aufgreifen und eine neue Wirklichkeit daraus machen. Wie Martin Luther King.
Die Halleluja-Rufe und die Auferstehungsfreude der Ostertage haben wir noch in den Ohren. Mitten drin treffen wir aber auch auf Menschen, die sagen: Kann denn das wahr sein? - Eine Haltung, die uns völlig fremd ist?
Jesus Christus, Sohn Gottes,
du rufst uns auf, dir zu vertrauen, auf dich zu setzen.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, auferstanden von den Toten,
du zeigst uns den Weg zu unvergänglichem Heil.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus, Bruder der Menschen,
in der Kraft des Geistes bist du immer unter uns.
Herr, erbarme dich.
Der barmherzige Gott schenke uns Heil,
Heil und Heiligung,
er befreie uns von Schuld und Sünde
und nehme uns einst auf in sein Reich.
Allmächtiger Gott,
lass die österliche Freude in uns fortdauern,
denn du hast deiner Kirche
neue Lebenskraft geschenkt
und die Würde unserer Gotteskindschaft
im neuen Glanz erstrahlen lassen.
Gib, dass wir den Tag der Auferstehung
voll Zuversicht erwarten
als einen Tag des Jubels und des Dankes.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott
in der Auferstehung deines Sohnes
lässt du uns erkennen, was noch niemand erkannt hat,
machst du Unfassbares nahbar:
Leben in dir ist stärker als der Tod.
Lass uns an diesem Glauben festhalten
und schenke uns schon in diesem Leben
immer wieder die Erfahrung, dass du da bist.
So bitten durch deinen Sohn Jesus Christus, den Auferstandenen. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
in diesen österlichen Tagen schauen wir auf deine Auferstehung,
aber auch auf die Verzweiflung,
die Zweifel und Ungläubigkeit deiner Jüngerinnen und Jünger.
Auch wir hätten es gerne,
wenn wir dich ganz leibhaftig erfahren dürften,
damit unsere Verzagtheit, unsere Zweifel und Anfragen eine Optik bekäme.
Hilf uns,
wenn wir uns in Ängsten, Zweifeln und Fragen nur noch im Kreis drehen,
aus unserer Enge und schenke uns einen neuen Blick auf dich. - Amen.
Guter Gott,
in der Auferstehung deines Sohnes schenkst du der Welt Heil und Heilung.
So bitten wir dich:
Für alle Theologinnen und Theologen, Religionspädagoginnen und Religionspädagogen und für alle, die wissenschaftlich nach dir suchen und fragen:
Schenke ihnen Einsicht und Erkenntnis, die sie weitersagen können.
Für alle Atheisten und Agnostiker, die sich große Mühe geben, dein Wirken in dieser Welt zu leugnen:
Schenke ihnen die Gnade, ruhig und entspannt deine Gegenwart in ihrem Leben zu erfahren.
Für alle, die sich im Gebet an dich wenden und auf deine Hilfe hoffen:
Lass sie in ihrem Vertrauen zu dir wachsen und steh ihnen bei, dass ihr Gebet nicht vergebens ist.
Für alle, die vor allem jetzt in dieser Zeit der Krise nichts und niemandem trauen und drohen, in Verzweiflung abzugleiten:
Entzünde in ihrem Leben das österliche Licht der Auferstehung deines Sohnes.
Für alle, die ihren irdischen Lebensweg vollendet haben:
Vergilt ihnen das Gute, das sie bewirkt haben,
schenke ihnen einen Platz in den Erinnerungen ihrer Lieben und führe sie heim in dein Reich.
Du hörst unsere Bitten und du weißt, was wir noch alles still im Herzen tragen.
Nimm all dies an durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Im Glauben und Vertrauen auf Christus, der für jeden Einzelnen von uns gelitten hat und uns nach seiner Auferstehung seinen Beistand zugesprochen hat,
lasst uns unsere Bitten aussprechen:
Dich Christus, unseren Beistand beim Vater, bitten wir für deine Kirche, dass sie sich deiner Liebe öffnet und für deine Wege mit ihr immer wieder neu bereit ist.
Dich Christus, unseren Beistand beim Vater, bitten wir für unsere Gesellschaft, in der durch Konflikte, Verletzungen und Enttäuschungen Gräben entstanden sind, die gemeinsame Anstrengungen zur Bewältigung der Krise erschweren.
Dich Christus, unseren Beistand beim Vater, bitten wir für alle, die versuchen in deiner Nachfolge Leid und Schmerz anzunehmen und zu bejahen.
Dich Christus, unseren Beistand beim Vater, bitten wir: erschließe auch uns das Wort der Schrift und bestärke uns in der Sehnsucht nach dem wahren Leben, das du uns verheißen hast.
Dich Christus, unseren Beistand beim Vater, bitten wir für alle Verstorbenen, für die wir im Glauben an das Ostergeheimnis das ewige Leben in deiner Nähe erhoffen.
Dir Jesus, dem Urheber des Lebens, vertrauen wir diese Bitten an.
Dich loben und preisen wir jetzt und allezeit. - Amen.
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die deine Kirche dir in österlicher Freude darbringt.
Du hast ihr Grund gegeben zu solchem Jubel,
erhalte ihr die Freude bis zur Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Guter Gott
hier am Altar vollziehen wir,
was dein Sohn seinen Freunden und auch uns aufgetragen hat:
Wir feiern seinen Tod und seine Auferstehung
und preisen dein Heilshandeln an uns Menschen.
Mach diese Gaben erhaben über unsere Zweifel, Ängste und Sorgen,
weil dein Sohn in ihnen unter uns gegenwärtig wird.
Dafür danken wir dir durch ihn,
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Brot und Wein, Herr,
sind einfache Gaben.
Sie wiegen nichts.
Du legst dein Wort auf sie,
legst dein Leben in sie,
und der Himmel tut sich uns auf.
Du verwandelst alles,
was wir dir in die Hand geben,
das Schwere machst du leicht,
Sünde vergibst du,
du machst alles neu.
In Brot und Wein
schmecken wir dich,
deine Liebe. Dein Leben.
Christus, unser Herr.
Wir danken dir! – Amen.
Kehrvers:
Singet dem Herrn alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Immer neu offenbarst du dich den Menschen
und zeigst du uns, wie sehr du uns liebst.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hat deine Liebe
durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen bezeugt.
Seinen Jüngern hat er vorausgesagt,
dass der Messias leiden müsse
und am dritten Tag von den Toten auferstehen werde.
Kehrvers
Nach seiner Auferstehung hat er sich seinen Jüngern gezeigt
und hat mit ihnen gegessen.
Er öffnete ihre Augen für das Verständnis der Schrift
und sandte sie aus,
allen Völkern die Vergebung der Sünden zu verkündigen.
So hast du auch uns die Augen für deine Größe geöffnet.
Kehrvers
Wir danken dir dafür,
dass du auf geheimnisvolle Weise immer wieder in unser Leben trittst,
uns aufrichtest und uns mit deinem Wort und den Sakramenten nährst.
Mit allen Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B.: Gelobt sei Gott im höchsten Thron… (GL 328)
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn erstehen die Kinder des Lichtes
zum ewigen Leben,
durch ihn wird den Gläubigen
das Tor des himmlischen Reiches geöffnet.
Denn unser Tod ist durch seinen Tod überwunden,
in seiner Auferstehung ist das Leben für alle erstanden.
Durch ihn preisen wir dich (in österlicher Freude)
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 2
Er trat in ihre Mitte
und sie erkannten ihn nicht.
Begegnung mit dem Auferstandenen -
wie kann das sein?
Keine Pauken und Trompeten '
sondern ganz normale menschliche Nähe
nicht gleich erkennbar
eigentlich unfassbar
wie bei Maria von Magdala
wie bei den Jüngern von Emmaus
angewiesen auf Erklärung und Hinweis
Gott hinterlässt Spuren
an denen wir ihn erkennen können
wenn wir sensibel sind
für seine Zeichen
und wenn wir offen sind
für Begegnung
oft merken wir sehr spät
dass Gott am Werk war
und doch
sollen wir
seine Zeugen sein
Ewiger Gott,
du hast uns durch die Ostergeheimnisse erneuert.
Wende dich uns voll Güte zu
und bleibe bei uns mit deiner Huld,
bis wir mit verklärtem Leib
zum unvergänglichen Leben auferstehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Sonntag der Osterzeit
Guter Gott
wir haben dein Wort vom Heil gehört,
das alle Zweifel zerstreuen will.
Und wir haben das Mahl gefeiert,
das deinen Sohn im Hier und Heute gegenwärtig werden lässt.
Dafür danken wir dir und preisen wir dich
von heute bis in alle Ewigkeit. – Amen.
Vater im Himmel,
dein Sohn hat die Anzweiflungen und die Ungläubigkeit seiner Jünger hingenommen
und sich ihnen noch einmal ganz neu offenbart.
Er hat sie aufgefordert,
seine Auferstehung und die Umkehr zum Glauben zu verkünden.
Mit allem, was diese jungen Gläubigen ausmachte, sind sie in die Welt gezogen
und haben seine heilbringende Botschaft verkündigt.
Getragen durch sein Beispiel, der dir treu blieb bis in den Tod.
Mache auch uns mutig,
Botinnen und Boten deiner verzeihenden Liebe zu sein.
Das erbitten wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Treuer, barmherziger Gott,
dass wir auf unserem Weg einhalten konnten,
dein Wort hören
und deine Verheißung mitnehmen,
ist ein Geschenk.
Hilf uns, wenn wir wieder in unseren Alltag zurückkehren,
ein offenes Herz,
ein gutes Wort,
eine leuchtende Sonne
zu sein.
Boten deiner Liebe,
Zeugen deiner Auferstehung.
Dann begleiten wir andere Menschen auf ihrem Weg zu dir.
Durch Jesus Christus.
Im Namen des Vateres und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Die Halleluja-Rufe und die Auferstehungsfreude der Ostertage haben wir noch in den Ohren. Mitten drin treffen wir aber auch auf Menschen, die sagen: Kann denn das wahr sein? - Eine Haltung, die uns völlig fremd ist?
Jesus Christus, Sohn Gottes,
du rufst uns auf, dir zu vertrauen, auf dich zu setzen.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus, auferstanden von den Toten,
du zeigst uns den Weg zu unvergänglichem Heil.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus, Bruder der Menschen,
in der Kraft des Geistes bist du immer unter uns.
Herr, erbarme dich.
Der barmherzige Gott schenke uns Heil,
Heil und Heiligung,
er befreie uns von Schuld und Sünde
und nehme uns einst auf in sein Reich.
Allmächtiger Gott
in der Auferstehung deines Sohnes
lässt du uns erkennen, was noch niemand erkannt hat,
machst du Unfassbares nahbar:
Leben in dir ist stärker als der Tod.
Lass uns an diesem Glauben festhalten
und schenke uns schon in diesem Leben
immer wieder die Erfahrung, dass du da bist.
So bitten durch deinen Sohn Jesus Christus, den Auferstandenen. – Amen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen
wandte sich Petrus an das Volk:
Der Gott Abrahams, Ísaaks und Jakobs,
der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht,
den ihr ausgeliefert und vor Pilatus verleugnet habt,
obwohl dieser entschieden hatte, ihn freizulassen.
Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet
und die Freilassung eines Mörders erbeten.
Den Urheber des Lebens habt ihr getötet,
aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt.
Dafür sind wir Zeugen.
Nun, Brüder, ich weiß, ihr habt aus Unwissenheit gehandelt,
ebenso wie eure Anführer.
Gott aber hat auf diese Weise erfüllt,
was er durch den Mund aller Propheten
im Voraus verkündet hat:
dass sein Christus leiden werde.
Also kehrt um
und tut Buße,
damit eure Sünden getilgt werden.
Kv: Lass dein Angesicht über uns leuchten, o Herr! – Kv
Oder GL 46,1
Wenn ich rufe, gib mir Antwort, *
Gott meiner Gerechtigkeit!
Du hast mir weiten Raum geschaffen in meiner Bedrängnis. *
Sei mir gnädig und hör auf mein Flehen! – (Kv)
Erkennt, dass der Herr sich seinen Frommen erwählt hat, *
der Herr hört, wenn ich zu ihm rufe.
Viele sagen: „Wer lässt uns Gutes schauen?“ *
Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten! – (Kv)
Du legst mir größere Freude ins Herz, *
als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.
In Frieden leg ich mich nieder und schlafe; *
denn du allein, Herr, lässt mich sorglos wohnen. – Kv
Lesung aus der ersten Johannesbrief.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt.
Wenn aber einer sündigt,
haben wir einen Beistand beim Vater:
Jesus Christus, den Gerechten.
Er ist die Sühne für unsere Sünden,
aber nicht nur für unsere Sünden,
sondern auch für die der ganzen Welt.
Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben:
wenn wir seine Gebote halten.
Wer sagt: Ich habe ihn erkannt!,
aber seine Gebote nicht hält,
ist ein Lügner
und in dem ist die Wahrheit nicht.
Wer sich aber an sein Wort hält,
in dem ist die Gottesliebe wahrhaft vollendet
Halleluja. Halleluja.
Herr Jesus, erschließ uns die Schrift!
Lass unser Herz entbrennen, wenn du zu uns redest.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren,
erzählten den Elf und die mit ihnen versammelt waren,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.
Während sie noch darüber redeten,
trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch!
Sie erschraken und hatten große Angst,
denn sie meinten, einen Geist zu sehen.
Da sagte er zu ihnen:
Was seid ihr so bestürzt?
Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen?
Seht meine Hände und meine Füße an:
Ich bin es selbst.
Fasst mich doch an und begreift:
Kein Geist hat Fleisch und Knochen,
wie ihr es bei mir seht.
Bei diesen Worten
zeigte er ihnen seine Hände und Füße.
Als sie es aber vor Freude
immer noch nicht glauben konnten
und sich verwunderten,
sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier?
Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch;
er nahm es und aß es vor ihren Augen.
Dann sagte er zu ihnen:
Das sind meine Worte,
die ich zu euch gesprochen habe,
als ich noch bei euch war:
Alles muss in Erfüllung gehen,
was im Gesetz des Mose, bei den Propheten
und in den Psalmen über mich geschrieben steht.
Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften.
Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben:
Der Christus wird leiden
und am dritten Tag von den Toten auferstehen
und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden,
damit ihre Sünden vergeben werden.
Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür.
Kehrvers:
Singet dem Herrn alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen. (GL 54,1)
Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Immer neu offenbarst du dich den Menschen
und zeigst du uns, wie sehr du uns liebst.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hat deine Liebe
durch machtvolle Taten, Wunder und Zeichen bezeugt.
Seinen Jüngern hat er vorausgesagt,
dass der Messias leiden müsse
und am dritten Tag von den Toten auferstehen werde.
Kehrvers
Nach seiner Auferstehung hat er sich seinen Jüngern gezeigt
und hat mit ihnen gegessen.
Er öffnete ihre Augen für das Verständnis der Schrift
und sandte sie aus,
allen Völkern die Vergebung der Sünden zu verkündigen.
So hast du auch uns die Augen für deine Größe geöffnet.
Kehrvers
Wir danken dir dafür,
dass du auf geheimnisvolle Weise immer wieder in unser Leben trittst,
uns aufrichtest und uns mit deinem Wort und den Sakramenten nährst.
Mit allen Engeln und Heiligen
stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und singen:
Danklied, z. B.: Gelobt sei Gott im höchsten Thron… (GL 328)
Guter Gott,
in der Auferstehung deines Sohnes schenkst du der Welt Heil und Heilung.
So bitten wir dich:
Für alle Theologinnen und Theologen, Religionspädagoginnen und Religionspädagogen und für alle, die wissenschaftlich nach dir suchen und fragen:
Schenke ihnen Einsicht und Erkenntnis, die sie weitersagen können.
Für alle Atheisten und Agnostiker, die sich große Mühe geben, dein Wirken in dieser Welt zu leugnen:
Schenke ihnen die Gnade, ruhig und entspannt deine Gegenwart in ihrem Leben zu erfahren.
Für alle, die sich im Gebet an dich wenden und auf deine Hilfe hoffen:
Lass sie in ihrem Vertrauen zu dir wachsen und steh ihnen bei, dass ihr Gebet nicht vergebens ist.
Für alle, die vor allem jetzt in dieser Zeit der Krise nichts und niemandem trauen und drohen, in Verzweiflung abzugleiten:
Entzünde in ihrem Leben das österliche Licht der Auferstehung deines Sohnes.
Für alle, die ihren irdischen Lebensweg vollendet haben:
Vergilt ihnen das Gute, das sie bewirkt haben,
schenke ihnen einen Platz in den Erinnerungen ihrer Lieben und führe sie heim in dein Reich.
Du hörst unsere Bitten und du weißt, was wir noch alles still im Herzen tragen.
Nimm all dies an durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Er trat in ihre Mitte
und sie erkannten ihn nicht.
Begegnung mit dem Auferstandenen -
wie kann das sein?
Keine Pauken und Trompeten '
sondern ganz normale menschliche Nähe
nicht gleich erkennbar
eigentlich unfassbar
wie bei Maria von Magdala
wie bei den Jüngern von Emmaus
angewiesen auf Erklärung und Hinweis
Gott hinterlässt Spuren
an denen wir ihn erkennen können
wenn wir sensibel sind
für seine Zeichen
und wenn wir offen sind
für Begegnung
oft merken wir sehr spät
dass Gott am Werk war
und doch
sollen wir
seine Zeugen sein
Helene Renner
Guter Gott
wir haben dein Wort vom Heil gehört,
das alle Zweifel zerstreuen will.
Und wir haben das Mahl gefeiert,
das deinen Sohn im Hier und Heute gegenwärtig werden lässt.
Dafür danken wir dir und preisen wir dich
von heute bis in alle Ewigkeit. – Amen.
In der Nähe deines Himmels
Im übrigen meine ich
Dass Gott der Herr uns gerade in diesen Tagen
Des wetterwendischen Frühlings
Aber auch der sich uns nähernden Wärme
Uns wieder den Aufbruch der Natur
Und damit den Neuanfang auch für unser Gemüt
Und unseren Geist deutlich spüren lässt
Dass er uns immer wieder in die Nähe seines Himmels führe
Sein Wort durch unseren Kopf gehen lässt
Seinen Blick in unser Herz senkt
Er möge uns
Sichtbar und unsichtbar zeigen
Dass wir nicht verloren sind
Auch wenn die Welt verloren ging
Und dass er sich unser erbarmt
So wie wir uns erbarmen wollen
Die Hilflosen und Beladenen
Die Obdach und Besitzlosen
Sollen unser besonderes Augenmerk haben
Die Kunst des Zusammenfühlens und Zusammendenkens
Möchten wir wieder lernen
Mit ihm dem Sohne und dem Heiligen Geiste
Lehre uns auf deine Weise die Dinge zu Ende zu denken
So dass wir neu anfangen können
Mit dir und mit allen Geschöpfen die du gemacht
Mit der Schlange und dem Pferd
Den Menschen aller Arten und Abarten
Den weißen den farbigen allen die unter deinem Himmel
Der heute in Leib und Seele bei uns ist
Leben sterben und sich wiedersehen
Dafür danken wir dir und preisen dich auf unseren Wegen
Von dir und zu dir am Morgen wie am Abend ohne Ende
Aus: Michael Blum und Hans Dieter Hüsch, Das kleine Buch zum Segen, Düsseldorf 1999.
Allherrschender Gott,
du schenkst uns im österlichen Geheimnis
jenes wunderbare Leben,
das die Welt unablässig erneuert.
Laß das Werk deiner Gnade in der Kirche mächtig werden
und gib ihr alles, was sie in dieser Zeit braucht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
aus dem Messbuch
Kehrvers:
Vor dir ist auch die Finsternis nicht finster,
die Nacht, sie leuchtet wie der Tag.
Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. /
Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. *
Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; *
du bist vertraut mit all meinen Wegen.
Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge *
du, Herr, kennst es bereits.
Du umschließt mich von allen Seiten *
und legst deine Hand auf mich.
Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, *
zu hoch, ich kann es nicht begreifen.
Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, *
wohin mich vor deinem Angesicht flüchten?
Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; *
bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen.
Nehme ich die Flügel des Morgenrots *
und lasse mich nieder am äußersten Meer,
auch dort wird deine Hand mich ergreifen *
und deine Rechte mich fassen.
Würde ich sagen: „Finsternis soll mich bedecken, /
statt Licht soll Nacht mich umgeben“, *
auch die Finsternis wäre für dich nicht finster,
die Nacht würde leuchten wie der Tag, *
die Finsternis wäre wie Licht.
Denn du hast mein Inneres geschaffen, *
mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. *
Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke.
Als ich geformt wurde im Dunkeln, /
kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, *
waren meine Glieder dir nicht verborgen.
Deine Augen sahen, wie ich entstand, *
in deinem Buch war schon alles verzeichnet;
meine Tage waren schon gebildet, *
als noch keiner von ihnen da war.
Wie schwierig sind für mich, o Gott, deine Gedanken, *
wie gewaltig ist ihre Zahl!
Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand. *
Käme ich bis zum Ende, wäre ich noch immer bei dir.
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, *
prüfe mich und erkenne mein Denken!
Sieh her,obichaufdemWegbin, der dich kränkt, *
und leite mich auf dem altbewährten Weg!
Ehre sei dem Vater und dem Sohne *
und dem Heiligen Geiste.
Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *
und in Ewigkeit. Amen.
Kehrvers
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
Am ersten Tag der Woche
waren zwei von den Jüngern Jesu
auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus,
das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist.
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Und es geschah:
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten,
kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.
Doch ihre Augen waren gehalten,
sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge,
über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?
Da blieben sie traurig stehen
und der eine von ihnen - er hieß Kleopas - antwortete ihm:
Bist du so fremd in Jerusalem,
dass du als Einziger nicht weißt,
was in diesen Tagen dort geschehen ist?
Er fragte sie: Was denn?
Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret.
Er war ein Prophet,
mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.
Doch unsere Hohepriester und Führer
haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen.
Wir aber hatten gehofft,
dass er der sei, der Israel erlösen werde.
Und dazu ist heute schon der dritte Tag,
seitdem das alles geschehen ist.
Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis
haben uns in große Aufregung versetzt.
Sie waren in der Frühe beim Grab,
fanden aber seinen Leichnam nicht.
Als sie zurückkamen,
erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen
und hätten gesagt, er lebe.
Einige von uns gingen dann zum Grab
und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten;
ihn selbst aber sahen sie nicht.
Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen,
deren Herz zu träge ist,
um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben.
Musste nicht der Christus das erleiden
und so in seine Herrlichkeit gelangen?
Und er legte ihnen dar,
ausgehend von Mose und allen Propheten,
was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht.
So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren.
Jesus tat, als wolle er weitergehen,
aber sie drängten ihn
und sagten: Bleibe bei uns;
denn es wird Abend,
der Tag hat sich schon geneigt!
Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben.
Und es geschah:
Als er mit ihnen bei Tisch war,
nahm er das Brot,
sprach den Lobpreis,
brach es und gab es ihnen.
Da wurden ihre Augen aufgetan
und sie erkannten ihn;
und er entschwand ihren Blicken.
Und sie sagten zueinander:
Brannte nicht unser Herz in uns,
als er unterwegs mit uns redete
und uns den Sinn der Schriften eröffnete?
Noch in derselben Stunde brachen sie auf
und kehrten nach Jerusalem zurück
und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren.
Diese sagten:
Der Herr ist wirklich auferstanden
und ist dem Simon erschienen.
Da erzählten auch sie,
was sie unterwegs erlebt
und wie sie ihn erkannt hatten,
als er das Brot brach.
Zwei Jünger gehen nach Emmaus, sie laufen weg von den schlimmen Ereignissen, die sich in Jerusalem zugtragen haben. Sie reden über Dinge, über die sie schon bis zum Überdruss geredet haben, an denen sie nichts ändern können. Ein unerwarteter Weggefährte erst bringt ihnen neue Gedanken, die gar nicht so neu sind. Sie kennen ja die alten heiligen Schriften. So haben sie das bisher noch nicht gesehen. Der Fremde eröffnet ihnen neue Sichtweisen. Als der Unbekannte dann in ihrem Haus mit ihnen das Brot bricht, wie sie es so oft auch mit Jesus geteilt und gegessen haben, gehen ihnen die Augen auf: Er lebt, er ist da, es geht mit ihm weiter. Ganz anders allerdings, als sie immer gemeint haben. Auch wenn sie nach Jerusalem zurückkehren: von nun an ist alles anders.
Die Coronakrise zwingt uns innezuhalten. Wir sehnen uns, dass bald alles so sein wird wie früher. Auch wenn in diesen und in den kommenden Tagen das Leben langsam wieder zu fließen und wogen beginnt, es wird anders sein. Wir haben einen anderen Blick auf unser Leben gewonnen. – Haben wir?
Herr, bleib bei uns und allen Menschen.
Bleib bei uns, wenn es Abend wird,
wenn Trauer und enttäuschte Hoffnungen
unser Herz verdunkeln.
Herr, bleib bei uns und bei allen Menschen.
Bleib bei uns, wenn Fragen uns bedrängen,
wenn wir dich nicht mehr finden
im Gewirr unserer Zeit und unseres Lebens.
Herr, bleib bei uns und bei allen Menschen.
Bleib bei uns, wenn wir unsere Schwachheit spüren,
wenn Alter, Krankheit oder Sucht
die Möglichkeiten des Lebens begrenzen.
Herr, bleib bei allen Menschen,
die hungern müssen und unterdrückt sind,
denen man die Menschenwürde raubt,
die ausgeliefert sind an die Mächte der Finsternis.
Sende ihnen und uns allen
Den Anfang neuen Lebens.
Aus: Ferdinand Kerstiens, Große Hoffnungen erste Schritte, Glaubenswege durch das Lesejahr A, Edition Exodus, Luzern 2001
Mit Jesus auf dem Weg sein
Mit Jesus auf dem Weg sein,
die dunkle Stadt hinter dir lassen
und auf sein Wort hören.
Mit Jesus auf dem Weg sein,
das Licht sehen, das von Ihm ausgeht,
und dich durchdringen lassen.
Mit Jesus auf dem Weg sein,
Ihn einladen, zu bleiben,
damit Er dir das Brot bricht.
Mit Jesus auf dem Weg sein,
spüren, wie dir das Herz brennt,
den andern die Botschaft bringen:
dass Er lebt.
Aus: Ilse Pauls, Auf dem Weg. Gedichte und Gebete. Eigenverlag. Nachdruck 2009 Mails & More, A-3441 Judenau.
Gott, der Ewige,
der Abraham aufbrechen ließ
in ein fremdes Land,
der gebe dir einen festen Weg unter deine Füße
Gott, der Treue,
der Mose erwählte, damit er sein Volk aus der
Gefangenschaft führte,
der nehme dir von der Seele, was deine Schritte schwer macht .
Gott, der Lebendige,
der Jesus von den Toten auferweckte und ihm den Namen
gab, der über alle Namen ist,
der schenke dir ein Widerwort gegen alles Böse.
Im Namen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Manfred Wussow 2011
Zusammengestellt von Pater Hans Hütter
angefangen in Jerusalem
vor mehr als 2000 Jahren
angefangen
von verunsicherten
von ungläubigen
Jüngerinnen und Jüngern
neu
angefangen
hinter verschlossenen Türen
neu
angefangen
durch die
die es selbst in der Freude nicht glauben konnten
durch die
die sich neu wundern mussten
die ihre Sinne neu öffnen lassen mussten
die ein neues Verständnis
geschenkt bekommen mussten
ja
durch sie
ist es in die Welt getragen worden
sie trugen
den Aufstand
des AUFERSTANDENEN
weiter
und
weiter
ja sie
in allen Generationen
sie die
zweifeln
anfragen
unsicher sein durften
die
denen immer wieder neu
das Wunder
der Auferstehung
nahegebracht
werden musste
in allen Generationen
in unserer Generation?
durch
mich?
durch
dich?
mit allem
was mich ausmacht?
mit allem
was dich ausmacht?
zweifel nur -
hinterfrage nur
nur so kannst du finden
den
der aufgestanden ist
auferstanden
zum Leben.
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Ich weiß wohl, dass manche unter euch hierher gekommen sind aus großer Bedrängnis und Trübsal. Einige von euch sind direkt aus engen Gefängniszellen gekommen. Einige von euch sind aus Gegenden gekommen, in denen ihr aufgrund eures Verlangens nach Freiheit mitgenommen und erschüttert wurdet von den Stürmen der Verfolgung und polizeilicher Brutalität. Ihr seid die Veteranen schöpferischen Leidens. Macht weiter und vertraut darauf, dass unverdientes Leiden erlösende Qualität hat.
Geht zurück nach Mississippi, geht zurück nach Georgia, geht zurück nach Louisiana, geht zurück in die Slums und Ghettos der Großstädte im Norden in dem Wissen, dass die jetzige Situation geändert werden kann und wird. Lasst uns nicht Gefallen finden am Tal der Verzweiflung.
Heute sage ich euch, meine Freunde, trotz der Schwierigkeiten von heute und morgen habe ich einen Traum. Es ist ein Traum, der tief verwurzelt ist im amerikanischen Traum. Ich habe einen Traum, dass eines Tages diese Nation sich erheben wird und der wahren Bedeutung ihres Credos gemäß leben wird: "Wir halten diese Wahrheit für selbstverständlich: dass alle Menschen gleich erschaffen sind."
Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können.
Ich habe einen Traum, dass sich eines Tages selbst der Staat Mississippi, ein Staat, der in der Hitze der Ungerechtigkeit und Unterdrückung verschmachtet, in eine Oase der Gerechtigkeit verwandelt.
Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird. Ich habe einen Traum heute...
Ich habe einen Traum, dass eines Tages in Alabama mit seinen bösartigen Rassisten, mit seinem Gouverneur, von dessen Lippen Worte wie "Intervention" und "Annullierung der Rassenintegration" triefen ..., dass eines Tages genau dort in Alabama kleine schwarze Jungen und Mädchen die Hände schütteln mit kleinen weißen Jungen und Mädchen als Brüder und Schwestern. Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt wird. Die rauhen Orte werden geglättet und die unebenen Orte begradigt werden. Und die Herrlichkeit des Herrn wird offenbar werden, und alles Fleisch wird es sehen.
Das ist unsere Hoffnung. Mit diesem Glauben kehre ich in den Süden zurück.
Mit diesem Glauben werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen. Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, die schrillen Missklänge in unserer Nation in eine wunderbare Symphonie der Brüderlichkeit zu verwandeln.
Mit diesem Glauben werden wir fähig sein, zusammen zu arbeiten, zusammen zu beten, zusammen zu kämpfen, zusammen ins Gefängnis zu gehen, zusammen für die Freiheit aufzustehen, in dem Wissen, dass wir eines Tages frei sein werden. Das wird der Tag sein, an dem alle Kinder Gottes diesem Lied eine neue Bedeutung geben können: "Mein Land von dir, du Land der Freiheit singe ich. Land, wo meine Väter starben, Stolz der Pilger, von allen Bergen lasst die Freiheit erschallen." Soll Amerika eine große Nation werden, dann muss dies wahr werden.
Dr. Martin Luther King Jr. Rede zum Marsch auf Washington am 28. August 1963 vor 250.000 Menschen am Lincoln Memorial.
http://www.dadalos.org/deutsch/Vorbilder/vorbilder/mlk/traum.htm
Bei allem Bezug auf Gott, dem Quell aller Güte, haben Vergebung und Versöhnung im einschränkungslosen Sinn eine zutiefst menschliche und humane Seite. Wir können sie in unsere Welt hinein übersetzen mit der Bereitschaft, andere – ohne Ansehen ihres Versagens – so anzunehmen, wie sie sind und ihnen dieselbe tiefe Freiheit zu gewähren, die wir für uns selbst ersehnen. Das heißt aber auch, dass eine solche Vergebung und eine solche Freiheit nicht das Vorrecht von uns Christen ist. ..
Aber es ist eine Tiefenstruktur, die wir auch im Judentum und im Islam ausgesprochen finden. Es ist zudem eine Tiefenstruktur, die überhaupt eine jede religiöse Grenze sprengt, – so sehr, dass unsere gemeinsame, christlich-menschliche Orientierung nur die Versöhnung der gesamten Menschheit einschließen kann, – in der heutigen Weltsituation mehr denn je. Wenn wir uns also vom Gedanken der Sündenvergebung, der Vergebung von Schuld und der Versöhnung leiten lassen, dann liefern wir für den Weltfrieden einen unverzichtbaren Beitrag.
https://www.hjhaering.de/vergebung-der-suenden-predigt/
Auf, auf, mein Herz, mit Freuden
nimm wahr, was heut geschicht;
wie kommt nach großem Leiden
nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist
gen Himmel ist gereist.
Er war ins Grab gesenket,
der Feind trieb groß Geschrei;
eh er's vermeint und denket,
ist Christus wieder frei
und ruft Viktoria,
schwingt fröhlich hier und da
sein Fähnlein als ein Held,
der Feld und Mut behält.
Das ist mir anzuschauen
ein rechtes Freudenspiel;
nun soll mir nicht mehr grauen
vor allem, was mir will
entnehmen meinen Mut
zusamt dem edlen Gut,
so mir durch Jesus Christ
aus Lieb erworben ist.
Ich hang und bleib auch hangen
an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen,
da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod,
durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll,
ich bin stets sein Gesell.
Paul Gerhardt (1647) in: EG 112
https://www.youtube.com/watch?v=JPcFyk6CVfw
Jesus sagte: »Lebt ekstatisch. Zieht fort aus der Wohnstatt des Todes und geht auf das Leben zu. Denn ich bin der lebendige Gott. Wo immer ich bin, ist das Leben, ist eine Chance, ist Wachstum, Blüte, Gedeihen und etwas Neues. Ich mache alles neu!«
Das bedeutet für uns im Grunde der Glaube: ein Leben zu wagen, in dem wir fortdauernd die statischen Stätten verlassen und mit Vertrauen in neue Richtungen aufbrechen. Das griechische Wort für »Glaube« heißt »pistis«: Vertrauen; Vertrauen darauf, dass der Erdboden vor uns, den wir noch nie betreten haben, trägt, sicherer Boden ist. Boden Gottes, heiliger Boden.
Geht und fürchtet euch nicht! Meint nicht, dass ihr auf alles Brief und Siegel erhalten müsstet! Lasst es geschehen! Lasst etwas Neues wachsen! Das ist der Weg des Glaubens: mit dem Herrn gehen, immer fort von den vertrauten Stätten. »Verlass deinen Vater, verlass deine Mutter, verlass deinen Bruder, verlass deine Schwester. Folge mir nach! Ich bin der Herr der Liebe.« Und wo Liebe ist, verschwindet die Furcht. »Vollkommene Liebe bezwingt alle Furcht.«
Geht aus euch heraus, und ihr werdet leben. Ihr werdet ewig leben, denn Jesus ist der Herr des Lebens. Das heißt Ekstase. Ihr beginnt dann an ihr teilzuhaben, sooft ihr aus eurer Furcht und eurer Eintönigkeit ausbrecht. Es verlangt keine großen Sprünge, sondern einfache, kleine Schritte.
Wählt ihr das Leben? Oder wählt ihr den Tod - diese Stätte der Furcht, an der ihr hängt, weil sie euch am besten vertraut ist? Ekstatisches Leben, wahre Freude, hängt genau mit dem Betreten unbekannten Bodens zusammen und mit dem Vertrauen darauf, dabei in sicheren Händen zu sein.
Aus: Henri J. M. Nouwen, Dem vertrauen, der mich hält. Das Gebet ins Leben nehmen. Herder Verlag Freiburg Basel Wien 2003.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die 1. Lesung dieses Sonntags bringt einen Teil einer Petruspredigt, die er unmittelbar nach der Heilung eines Gelähmten im Tempelbezirk an das Volk gerichtet vorträgt. Der für die Liturgie vorgesehene Text schneidet dabei die Heilungserzählung heraus und beschränkt sich auf den Text der Rede (vgl. ungekürzte Fassung).
Die Predigten der Apostelgeschichte enthalten vor allem theologische Reflexionen des Verfassers und sind nicht als historische Reden der Apostel zu verstehen.
Inhaltlich setzt sich dieser Teil der Predigt mit einem den Christen der ersten Generation vertrauten Thema auseinander: Wie konnte es geschehen, daß sich die meisten Juden weder von der Predigt des Jesus von Nazareth noch von der Botschaft der Auferstehung des Jesus Christus überzeugen ließen. Ihnen geht es um den Beweis, daß Tod und Auferstehung Jesu in der Linie der jüdischen Traditon liegt. Der Prediger knüpft an den Hoffnungen der Stammväter Israels an und stellt die Geschehnisse an Jesus als von den Propheten im voraus verkündigt heraus. Die Schuldfrage am Tod Jesu wird akzentuiert den Juden angelastet. In der Annahme der Predigt der Apostel eröffnet sich den Juden aber die Möglichkeit umzukehren und an Jesus als Messias zu glauben.
Der Ausschnitt, der vorgetragen wird, ist einer Predigt des Petrus entnommen, wie sie in der Apostelgeschichte überliefert wird. Es handelt sich um die Fortsetzung der Pfingstpredigt. Pfingsten legt Ostern aus, Pfingsten verteilt die Ostererfahrung, Pfingsten verbindet die Kirche unzertrennlich mit Ostern. Bezeichnenderweise endet das Evangelium vom 3. Sonntag der Osterzeit da, wo die Apostelgeschichte einsetzt - gemeinsamer Verfasser ist der Evangelist Lukas.
Was sieht Petrus? Petrus sieht nach der Heilung des Gelähmten (3,1-11) "alles Volk" zu ihm, Johannes und dem Geheilten "laufen" – und Lukas merkt an: "und sie wunderten sich sehr". Heilungsgeschichten Jesu stehen nicht nur im Hintergrund, sie werden sozusagen verlängert. Aber was Petrus in seiner Predigt sagt, legt Jesu Geschick und Verheißung aus. Schon der erste Satz fasst zusammen, was die "Männer von Israel" (3,12) – in der Heilung - gesehen haben: dass der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, seinen Knecht Jesus verherrlicht hat. Die Heilungsgeschichte wird als Ostergeschichte bezeugt.
Die Predigt schließt mit dem Ruf zur Umkehr. Die Umkehr jedoch erweist sich nunmehr als Anteil an der Auferstehung. Nichts liegt dem Ruf zur Umkehr ferner als alte Geschichten aufzuwärmen oder alte Rechnungen aufzumachen. Gleichwohl bleibt die Erinnerung und das "Gedächtnis" wichtig: Den Urheber des Lebens habt ihr getötet, aber Gott hat ihn von den Toten auferweckt.
Im Kapitel 4 der Apostelgeschichte kommt es dann zur Konfrontation mit der anderen Seite, mit den Führenden der Synagogengemeinde.