Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Deuteronómium.
Mose sprach zum Volk;
er sagte:
Forsche einmal in früheren Zeiten nach,
die vor dir gewesen sind,
seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde erschuf;
forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende:
Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses
und hat man je solches gehört?
Hat je ein Volk
mitten aus dem Feuer
die donnernde Stimme eines Gottes reden gehört,
wie du sie gehört hast,
und ist am Leben geblieben?
Oder hat je ein Gott es ebenso versucht,
zu einer Nation zu kommen
und sie sich mitten aus einer anderen herauszuholen
unter Prüfungen,
unter Zeichen, Wundern und Krieg,
mit starker Hand und hoch erhobenem Arm
und unter großen Schrecken,
wie alles, was der Herr, euer Gott,
in Ägypten mit euch getan hat,
vor deinen Augen?
Heute sollst du erkennen und zuinnerst begreifen:
Der Herr ist der Gott im Himmel droben
und auf der Erde unten,
keiner sonst.
Daher sollst du seine Gesetze und seine Gebote,
auf die ich dich heute verpflichte, bewahren,
damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht
und du lange lebst
in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.
Lesung aus dem Buch Deuteronómium.
Mose sprach zum Volk;
er sagte:
Forsche einmal in früheren Zeiten nach,
die vor dir gewesen sind,
seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde erschuf;
forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende:
Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses
und hat man je solches gehört?
Hat je ein Volk
mitten aus dem Feuer
die donnernde Stimme eines Gottes reden gehört,
wie du sie gehört hast,
und ist am Leben geblieben?
Oder hat je ein Gott es ebenso versucht,
zu einer Nation zu kommen
und sie sich mitten aus einer anderen herauszuholen
unter Prüfungen,
unter Zeichen, Wundern und Krieg,
mit starker Hand und hoch erhobenem Arm
und unter großen Schrecken,
wie alles, was der Herr, euer Gott,
in Ägypten mit euch getan hat,
vor deinen Augen?
Du bist es, der das hat sehen dürfen,
damit du erkennst: Der HERR ist der Gott,
kein anderer ist außer ihm.
Vom Himmel herab
ließ er dich seine donnernde Stimme hören,
um dich zu erziehen.
Auf der Erde ließ er dich sein großes Feuer sehen
und mitten aus dem Feuer hast du seine Worte gehört.
Weil er deine Väter lieb gewonnen hatte,
hat er alle Nachkommen eines jeden von ihnen erwählt
und dich dann in eigener Person
durch seine große Kraft aus Ägypten geführt,
um bei deinem Angriff Völker auszurotten,
die größer und mächtiger sind als du,
um dich in ihr Land zu führen
und es dir als Erbbesitz zu geben,
wie es jetzt geschieht.
Heute sollst du erkennen und zuinnerst begreifen:
Der Herr ist der Gott im Himmel droben
und auf der Erde unten,
keiner sonst.
Daher sollst du seine Gesetze und seine Gebote,
auf die ich dich heute verpflichte, bewahren,
damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht
und du lange lebst
in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.
Kv Selig das Volk, das der Herr sich
zum Erbteil erwählt hat. – Kv
oder GL 56,1
Das Wort des Herrn ist redlich, *
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *
erfüllt von der Huld des Herrn ist die Erde. – (Kv)
Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, *
ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.
Denn er sprach und es geschah; *
er gebot und da stand es. – (Kv)
Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen, die ihn fürchten, *
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße *
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – (Kv)
Unsre Seele hofft auf den Herrn; *
er ist unsre Hilfe und unser Schild.
Lass deine Huld über uns walten, o Herr, *
wie wir auf dich hofften! – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes
und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das achte Kapitel des Römerbriefes variiert das Thema "Gewissheit". Gewiss ist, dass der Geist Christen zu Kindern Gottes und zu Miterben Christi macht. In der Taufe empfangen - man schaue zurück auf Röm 6 - gibt der Geist die Freiheit, Gott als Vater anzusprechen.
Gegenübergestellt ist der Geist, der klein und unterwürfig macht, der niederhält oder einen Menschen "unten" sein lässt. Paulus spricht von einem Geist, der Sklaven macht. Die Erfahrung, dass es einen Geist gibt, der genau das macht und will, wird auch von Menschen heute gemacht - trotz veränderter sozialer Strukturen und Schichtungen. Wesentliches Kriterium des Geistes, der Sklaven macht, ist: Angst.
Paulus erinnert die Gemeinde in Rom daran, dass die Christen den Geist empfangen haben, der sie zu Kindern macht. Wesentliches Geschenk des Geistes, der Kinder macht, ist: Freimut. Paulus spricht vom Geschenk der Freiheit, die ihre Vollendung darin findet, dass "wir" mit Christus verherrlicht werden.
Aus der Erfahrung der Gemeinde in Rom: Es gibt Sklaven, die frei sind. Es gibt Freie, die Sklaven sind. Pfingsten, mit Paulus gesehen, hilft die Geister zu unterscheiden - und den Geist, der Sklaven macht, zu bannen. Pfingsten ist vor allem eine große Tauferinnerung.
Paulus setzt hier zwar "Fleisch" und "Geist" gegenüber, nicht aber im Sinne einer Leibfeindlichkeit, sondern wohl im semitischen Sinne: Fleisch meint dann den ganzen Menschen (mit Leib und Seele...) in seiner Hinfälligkeit.
Der Geist Gottes gibt diesem Menschen nun Leben, Freiheit, Sohnschaft statt Knechtschaft. Der Geist gibt uns auch eine neue Lebensweise: nicht mehr nur auf "Irdisches" bedacht, sondern im Blick auf die Gemeinschaft mit Gott, mit Christus. In diesem Geist ist es nun auch möglich, Leid zu ertragen (Vers 17).
Die Lesung aus dem Römerbrief ist gewählt im Hinblick auf Gott, den Heiligen Geist.
Paulus schreibt zum ersten Mal an die Gemeinde in Rom, die er nicht selbst begründet hat, sie aber sehr wohl unterstützen will. In seiner Darstellung geht es Paulus um die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes, die zu einem neuen Leben führt.
Das neue Leben ist ein Leben im Geist, der frei macht (Vers 15) und der uns bezeugt, daß wir in die Vater-Kind-Beziehung mit Gott hineingenommen sind - damit aber auch in den Tod und die Auferstehung Christi. Das hat Konsequenzen: auch wir werden leiden müssen. Die Aussicht auf die Herrlichkeit, die auch uns zuteil werden wird, läßt aufblicken und hoffen (vgl. 8,18-30).
Halleluja. Halleluja.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Ehre sei dem einen Gott,
der war und der ist und der kommen wird.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
gingen die elf Jünger nach Galiläa
auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen,
fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu
und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht
und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehrt sie,
alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe,
ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Matthäus berichtet nur kurz die Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern. Im Mittelpunkt steht hier der (testamentarische) Auftrag Jesu an sie.
Der Berg ist gewählt als der Ort der Gottesbegegnung; die Lehre schließt gewissermaßen an die Bergpredigt (Mt 5 - 7) an - nun aber unter dem Vorzeichen der Endgültigkeit. Jesus spricht als der Auferstandene und als der "Pantokrator": "Mir ist alle Macht gegeben". Den Schluß des Evangeliums bildet der Missionsauftrag: Die Aussendung zu allen Völkern, der Taufauftrag, der schon formelhaft gebildet ist, sowie die Norm der Mission: Leben und Lehre Jesu.
Das Evangelium schließt mit einer positiven Zusage: "Ich bin bei euch" (vgl. "Immanuel" = Gott mit uns - Mt 1,23). Die Form dieser Gegenwart wird hier nicht näher ausgeführt.
Als Evangelium wird an diesem Festtag der Abschluß des Matthäusevangeliums vorgetragen. Es ist die Zusammenfassung und zugleich der Höhepunkt, auf den das ganze Buch zusteuert. Matthäus verbindet dabei die Überlieferung einer Erscheinungserzählung in Galiläa mit der Aussendung der Jünger und dem Zuspruch seines Beistandes.
Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten erzählt Matthäus von keiner anderen Erscheinung Jesu vor seinen Jüngern. Die Begegnung mit dem Auferstandenen wird dadurch umso dramatischer und bedeutungsvoller. Die Jünger fallen vor ihm nieder. Jesus ist für sie nicht mehr nur der, mit dem sie umherzogen, sondern der Erhöhte, Göttliche, trotz aller Zweifel.
Der Sendungsauftrag ist Gegenstück und Weiterführung der Aussendungsrede im 10. Kapitel. Dort sendet er die Jünger zu den Juden und untersagt ihnen ausdrücklich, zu den Heiden oder Samaritern zu gehen. Nun sendet er sie zu allen Völkern. Er ist nun Herr aller Völker.
Abgeschlossen wird das Matthäusevangelium mit der Zusage: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Christus erweist sich als der Emmanuel, der "Gott mit uns", der am Beginn des Matthäusevangeliums dem Josef im Traum verheißen worden war.
Der Evangelist Matthäus, der sein Werk wahrscheinlich um 90 n. Chr. in Syrien, wo Christen und Juden zusammenlebten, abgefaßt hat, endet mit einer einzigartigen Zusage: "Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Die Frohe Botschaft geht weiter, indem die Jünger zur Taufe und zur Lehre beauftragt sind.
Was früher nur an Israel bestimmt war (10,5f und 15,24) zieht nun seine Kreise in der ganzen Welt: Der auferstandene Herr sendet seine Jünger in alle Welt, um allen Völker - nicht bloß Israel - die Frohe Botschaft Jesu zu verkünden und zu lehren.
Das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit führt uns an die Grenzen unserer Möglichkeit von Gott zu reden. Mit Bildern und Symbolen können wir uns ihm annähern. Seine Unfassbarkeit gibt uns aber auch die Möglichkeit, immer wieder Neues an ihm zu entdecken.
Kennen Sie das Gleichnis von den blinden Männern und dem Elefanten? Es wird in unterschiedlichen Versionen in Südasien erzählt. „Drei blinde Männer begegnen einem Elefanten. Sie ertasten ihn an unterschiedlichen Körperstellen, um zu begreifen, worum es sich handelt. Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie eine Säule sei; der, der den Schwanz befühlt, dass ein Elefant sich wie ein Seil anfühle; der, der den Rüssel befühlt, dass ein Elefant Ähnlichkeit mit einem Ast habe; der, der das Ohr befühlt, dass ein Elefant wie ein Handfächer sein müsse. Da sie sich nicht einigen können, wer von ihnen denn nun Recht hat, wenden Sie sich an einen Weisen. Dieser erklärt Ihnen: „Ihr habt alle recht. Aber es gibt einen Grund, warum ein jeder von euch es anders erklärt. Jeder von euch hat einen anderen Körperteil des Elefanten berührt.“
Am Dreifaltigkeitssonntag erinnern wir uns daran, dass wir wie die Blinden aus dem Gleichnis da stehen, wenn wir versuchen wollen, Gott zu beschreiben. Jede Gotteserfahrung, die wir in unserem Leben machen, zeigt: Wir erfahren und erleben Gott immer nur in einem kleinen Ausschnitt, aber nie in seiner wirklichen Größe und Ganzheit. Gott ganz verstehen zu können ist unmöglich. Die Aussage der Dreifaltigkeit Gottes, Gott ist einer in drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist ein Beispiel dafür.
Die christliche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes bringt zum Ausdruck: Mit menschlichem Verstand ist nicht zu verstehen, wie das logisch zusammengehen soll: Ein Gott in drei Personen. Die biblischen Texte verwenden Symbole und Bilder, wenn sie über Gott etwas aussagen wollen. Jedes Bild oder Symbol aber zeigt uns eine andere Wirklichkeit, einen anderen Blickwinkel dieses unbegreiflich großen Gottes: die Wolke und die Feuersäule, der brennende Dornbusch, die Taube, das Wasser des Lebens, der Weinstock, die Tür, das Brot, das Manna, das leise Säuseln, der Atem, der Sturmwind, Feuerzungen, das Herz, der gute Hirte… Alles Bilder, die uns erahnen und erleben lassen, wie Gott ist, die uns aber ebenso deutlich machen, dass dies alles immer nur Ausschnitte sind, Mosaiksteine, die letztlich nur darauf hinweisen, dass Gott trotz allem der ganz Andere bleibt, der Unbegreifliche, nie ganz Verstehbare.
Gott in seiner Dreifaltigkeit, die wir heute in den Blick nehmen, zu erklären, kann nur ein Versuch sein. Jeden Gottesdienst beginnen wir Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und im Glaubensbekenntnis beten wir: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn. Ich glaube an den heiligen Geist…
Was bringen wir damit zum Ausdruck?
Gott, wird von uns in diesen drei Personen angebetet, die eine Einheit, ein Ganzes bilden. Gott ist vielfältig. Er ist Schöpfer der Welt, und wir dürfen ihn mit Jesu Worten Vater nennen. Er ist uns Bruder geworden in Jesus, der die menschgewordene Liebe Gottes ist. Und er ist unser Beistand. Gottes Geist wirkt in der Welt, auch wenn er nur schwer bzw. nicht zu fassen ist.
Dieser Gott ist keiner, der sich aufzwängt. Er bietet sich an. Deutlich wird dies, wenn Gott zu Mose sagt: Ich bin der Ich bin da. Er ist personifizierte Liebe Gottes. Jesus sagt: Vater, die Menschen haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
An diesen Gott zu glauben ist nicht langweilig, sondern etwas unglaublich Spannendes. Gerade der Sonntag, in dem wir den dreifaltigen Gott in den Mittelpunkt stellen, macht uns das deutlich. Ein jeder kann immer wieder etwas ganz Neues bei Gott entdecken. Und diese Gottsuche ist es, die den Glauben lebendig erhält. Niemand ist fertig mit seinem Glauben, es gibt darin Irrwege und Umwege, Durststrecken und Krisen, aber auch Wunder, Ruheorte, breite Straßen, und manchmal sogar Quantensprünge, die uns begreifen lassen, für wenige Sekunden wenigstens, dass Gott da ist, ganz nah, intensiv, spürbar.
Matthäus schließt sein Evangelium mit der Erzählung von der Aussendung der Jünger. Sie gehen in die ganze Welt hinaus und verkünden das Geheimnis Gottes, wie sie es durch Jesus sehen lernten.
Die Rede vom dreifaltigen Gott bringt zum Ausdruck, dass Gott Beziehung und Liebe ist. Auch wir sind in die Beziehung des Vaters zum Sohn, der mit ihm im Heiligen Geist verbunden ist, hineingenommen. In dieser Beziehung verwurzelt, sind wir gesandt, alle Völker zu Jüngern Jesu zu machen.
Gott ist immer ganz anders. Keine Vorstellung kann ihn einholen. Wir glauben an einen Gott, der sich immer neu auf veränderte Lebenssituationen einlässt. Der Glaube an den dreifaltigen Gott bedeutet Dialog, Kommunikation und Begegnung.
Gott ist Geheimnis nicht Rätsel. Die Rede von einem Gott in drei Personen beinhaltet, dass er Gemeinschaft und Liebe ist. Dauerhafte Gemeinschaft und Liebe gelingen nur, wenn sie für dieses Wesen Gottes offen sind.
Die Rede vom dreifaltigen Gott bedeutet: Gott ist Beziehung, Hingabe, Sich-verschenken und wir sind als Kinder Gottes in diese Beziehung hineingenommen.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 180,2: Wir glauben an den einen Gott (Credo)
GL 305,5: wo die Güte und die Liebe wohnt
GL 352: O heiligste Dreifaltigkeit
GL 353: Erhabene Dreifaltigkeit
GL 354: Gott ist dreifaltig einer
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron
GL 393: Nun lobet Gott im hohen Thron (3. Str.)
GL 405: Nun danket alle Gott (3. St.)
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 451: Komm, Herr, segne uns
GL 456: Herr, du bist mein leben, Herr, du bist mein Weg (4. Str.)
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit (1. Str.)
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GL 558: Danke dem Herrn, denn er ist gütig
GL Ö848 (Ö830): Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name - Mit Ps 8. - VII.
GL 49: Jubelt Gott zu, der unsre Stärke ist, jauchzt dem Gott Jakobs! - Mit Psalm 81 - VI.
GL 60: Der Herr hat uns befreit; auf ewig besteht sein Bund - Mit Psalm 111 - VI.
GL 79: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm 148. - VII.
GL 401: Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue - Mit Psalm 95 (53,2) oder mit Psalm 116 (629,5) - VI.
Den Sonntag nach Pfingsten feiern wir als Dreifaltigkeitssonntag. Wir bekennen uns zur Vielfältigkeit Gottes, wenn wir von Vater, Sohn und Heiligem Geist sprechen. Es ist dies zugleich ein Bekenntnis zum Gott des Dialoges, in den auch wir jetzt am Beginn der Messe eintreten.
Herr Jesus Christus,
du hast Gott in vertrauter Weise Vater genannt.
Herr, erbarme dich unser.
Du hast oft Nächte lang zum himmlischen Vater gebetet.
Christus, erbarme dich unser.
Du wurdest selbst vom Geist Gottes geführt
und du willst ihn auch uns mitteilen.
Herr, erbarme dich unser.
Herr, himmlischer Vater,
du hast dein Wort und deinen Geist in die Welt gesandt,
um das Geheimnis des göttlichen Lebens zu offenbaren.
Gib, daß wir im wahren Glauben
die Größe der göttlichen Dreifaltigkeit bekennen
und die Einheit der drei Personen
in ihrem machtvollen Wirken verehren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Dreifaltigkeitssonntag
Vater im Himmel,
der du warst vor allem,
was wir uns vorstellen und erdenken können.
Dessen Wort alles schuf und ins Leben rief.
Du sandtest uns in Jesus Christus dein Wort in die Welt,
damit er uns ein Beispiel für ein Leben nach deinem Wort gab.
Er blieb deinem Wort treu in Leben und Tod.
Dein Wort rief ihn in die Auferstehung.
Und als er zu dir zurückkehrte,
schenkte er uns die Zusage deiner liebenden Kraft,
den Hl. Geist.
Lass uns in unserem täglichen Leben spüren,
dass dieses große Geheimnis deiner dreifältigen Vielfalt
auch in uns und unserer Zeit lebendiges Wort ist.
Das erbitten wir, durch Christus,
unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Jesus, du hast zu deinem himmlischen Vater gebetet.
Auch wir wollen jetzt durch dich unsere Bitten vor den Vater im Himmel tragen:
Für alle Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein,
dass sie ihren Wert erkennen, wenn sie sich von dir geliebt wissen.
Für alle Freunde und Ehepartner,
dass sie eine gesunde Eigenliebe mitbringen, um den geliebten Menschen Stütze und Halt geben zu können.
Für alle Menschen, die an Gott glauben, aber die christliche Rede vom dreifaltigen Gott nicht teilen können. Zeige dich ihnen in deiner Größe und Unbegreiflichkeit.
Für unsere Verstorbenen.
Nimm sie auf in Dein Reich
Großer Gott,
du bist die Liebe, bist Ich und Du und schenkst uns die Freude am Dialog mit allen Wesen, die uns als Du begegnen.
Hilf uns, dir zu vertrauen, auch wenn wir vieles mit unserem Verstand nicht erfassen können.
Das erbitten wir durch deinen Sohn, Christus, unseren Herrn. – Amen.
Wir leben in vielfältigen Beziehungen. Teils fühlen wir uns durch sie reich beschenkt, teils gestalten sie sich schwierig. Durch unsere Taufe sind wir in die Beziehung zu Gott hineingenommen, zum Vater, zum Sohn und dem Heiligen Geist. In dieser Beziehung als Töchter und Söhne Gottes lasst uns gemeinsam dem Vater danken und ihn bitten:
Wir danken Dir für die Kirche, in der seit Jahrhunderten der Glaube weitergegeben wird.
Wir bitten für sie um den Geist der Einheit und geschwisterlichen Liebe.
Wir danken Dir für die Erkenntnisse und Fortschritte der modernen Medizin.
Wir bitten Dich, dass von diesen Erkenntnissen alle Menschen in gleicher Weise profitieren können.
Wir danken Dir für die derzeitige Möglichkeit, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen über den engen Kreis von Familie und Beruf leben zu können.
Wir bitten Dich, dass wir die Erfahrungen der Verletzbarkeit und Verwundbarkeit menschlichen Lebens der letzten Monate nicht gleich wieder verdrängen.
Wir danken Dir für die vielen Zeichen von Liebe in unserem Leben.
Wir bitten Dich, lass auch uns die richtigen Worte für andere finden.
Wir danken Dir für alle unsere lieben Verstorbenen, bei denen wir uns oft geborgen und verstanden gefühlt haben.
Wir bitten Dich, lass sie bei Dir ihre ewige Heimat finden.
Dich, den dreieinen Gott, wollen wir feiern und loben, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.
Gott, unser Vater,
wir rufen deinen Namen an über Brot und Wein.
Heilige diese Gaben
und nimm mit ihnen auch uns an,
damit wir dir auf ewig gehören.
Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.
MB Dreifaltigkeitssonntag
Te Deum (altes GL 706)
Kehrvers: Dich, Gott, loben wir, dich Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle, dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Cherubim dir und die Serafim, mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde von deiner hohen Herrlichkeit.
Kehrvers
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.
Kehrvers
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden, den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben, die Reiche der Himmel aufgetan.
Kehrvers
Du sitzest zur Rechten Gottes in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir, kehrst du eins wieder.
Dich bitten wir denn, komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit zähle uns deinen Heiligen zu.
Danklied, z. B. GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Mit deinem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist
bist du der eine Gott und der eine Herr,
nicht in der Einzigkeit einer Person,
sondern in den drei Personen
des einen göttlichen Wesens.
Was wir auf deine Offenbarung hin
von deiner Herrlichkeit glauben,
das bekennen wir ohne Unterschied von deinem Sohn,
das bekennen wir vom Heiligen Geiste.
So beten wir an
im Lobpreis des wahren und ewigen Gottes
die Sonderheit in den Personen,
die Einheit im Wesen und
die gleiche Fülle in der Herrlichkeit.
Dich loben die Engel und Erzengel,
die Cherubim und Serafim.
Wie aus einem Mund preisen sie dich
Tag um Tag und singen auf ewig
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Dreifaltigkeitssonntag
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Hören auf dein Wort
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Schweigen
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in Freude und Schmerz
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
wenn ich an Grenzen stoße
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in den Mühen des Alltags
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Annehmen von
Licht und Schatten
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in der Nacht der Einsamkeit
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in Begegnung und Gespräch
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Dasein für andere
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
wenn ich Einsicht gewinne
und mein Leben bejahe
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Loslassen und Neubeginnen
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar,
wenn ich mich dir anvertraue
und in deinem Namen
meine Schritte setze.
Herr, unser Gott,
wir haben den Leib
und das Blut deines Sohnes empfangen.
Erhalte uns durch dieses Sakrament
im wahren Glauben und im Bekenntnis
des einen Gottes in drei Personen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Dreifaltigkeitssonntag
Vater im Himmel,
in vielfältiger Weise willst du dich uns zu erkennen geben
und unser Leben begleiten,
es bunt, vielfältig und lebenswert machen.
Du willst Antrieb für unser Leben sein,
zu unserem Wohl und zum Wohl aller.
Dafür danken wir dir und bitten wir dich: bleibe bei uns,
wenn wir jetzt wieder in unseren Alltag gehen
und lenke du unsere Schritte.
Dir sei Lob in Ewigkeit. – Amen.
Es segne uns der Vater,
der uns und die ganze Schöpfung ins Leben rief.
Es segne uns der Sohn,
der mit uns dieses irdische Leben teilte
und dem alles Menschliche vertraut ist.
Es segne uns der Hl. Geist,
der Ansporn für unser Leben ist. – Amen.
nur der eine Gott
aber nicht einsam – ein ICH
kein starrer Punkt –
sondern Dynamik
Ein Gott der Bewegung
ein Gott der Beziehung
ein Gott des Lebens
und vor allem -
ein Gott der Liebe
VATER
Ursprung allen Lebens
DU
vielfältig
uns und diese Welt schaffend
nach deinem Bild
größer – als wir ein Bild von dir denken können
schenkende Liebe
durch und durch
So große Liebe
dass du sie als SOHN
in diese Welt gesandt hast
als dein Wort
als Zeichen deiner Liebe
als unseren Bruder
sich diesem menschlichen Leben ganz aussetzend
gehorsam dir –
bis in den Tod
ER – der dein Wesen neu offenbarte
sich deinem Willen unterwarf
damit wir Erlösung finden
Und der uns nicht zurückließ
verwaist
vereinsam
ohne Hoffnung
Sondern uns als Geschenk und Beistand
RUACH –
die Geistin
der ewigen Schöpfung
der ewigen Liebe
zurückließ
damit wir das Leben
in Fülle
haben
Dreifaltig bist du
GOTT
und doch
ganz unfassbare
VIELFALT
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Mein Schöpfer, steh mir bei, sei meines Lebens Licht
Und führe mich zum Ziel, wie es dein Wort verspricht.
Lass mich Vertrauen fassen, auf dich mich zu verlassen.
Ich möchte dir gehören und deinen Namen ehren.
Mit dir zu leben, mach mich frei, mein Schöpfer steh mir bei.
Mein Heiland, segne mich / und nimm mich gnädig an, /
dass ich mit dir vereint / im Glauben wachsen kann. /
Lass mich dein Wort bewahren / und vor dem Kreuz erfahren, /
Dass ich von Schuld und Sünde / bei dir Erlösung finde. /
Wer bin ich Arme/r ohne dich, / mein Heiland, segne mich.
Mein Tröster, gib mir Kraft, / mach mich erwartungsvoll /
und hilf mir zu bestehen, wo ich bestehen soll. /
Mein Denken, Tun und Sagen / lass mich auf Christus wagen, /
Dass ich mich mutig übe / in wahrer Menschenliebe. /
Du bist, der alles Gute schafft, / mein Tröster, gib mir Kraft.
Gott Vater, Sohn und Geist, / du liebst mich, wie ich bin. /
Schenk diese Zuversicht / mir tief in Herz und Sinn. /
Erwähle und behüte / mich ganz durch deine Güte, /
so will ich dir mein Leben / auch ganz zum Lobpreis geben. /
Erfüll an mir, was du verheißt, / Gott Vater, Sohn und Geist.
Nach Johann Jakob Rambach (1729) von Detlev Block (1990), EG 593
„Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Mit diesen Worten beginnen unsere christlichen Gottesdienste. So möchte auch ich meinen kleinen Beitrag beginnen. Ich will damit sagen: Ich schreibe jetzt nicht einfach im eigenen Namen, sondern im Namen einer Macht, die über alle unsere Vorstellungen hinausgeht und der wir unser Dasein verdanken. Ich darf sie begreifen als väterlich mir zugewandt, als geschwisterlich nahe und innerlich mir verbunden. Das wollen diese Begriffe „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ zum Ausdruck bringen. „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ sind symbolische Begriffe. Natürlich hat Gott keinen Sohn, wie wir uns Nachkommenschaft vorstellen, und auch keinen Geist, der mit unserem Geist auf einer Linie läge. Gott „der Vater“ – das meint: Ich weiß, dass ich mein Leben nicht mir selbst verdanke. Gott „der Sohn“ – das meint: Ich weiß, dass ich nicht dafür garantieren kann, dass aus meinem Leben etwas wird. Aber im Blick auf das Leben und Sterben und die lebendige Gegenwart Jesu aus Nazareth kann ich zuversichtlich sein. Der „heilige Geist“: Ich weiß, dass mein Geist und meine Energie nicht ausreichen, sondern dass ich auf eine Kraft angewiesen bin, die mich inspiriert und voranbringt.
Wie ist der Glaube an den dreieinen Gott entstanden?
Warum braucht es dazu eine so komplizierte Vorstellung wie die der Dreieinigkeit? Letztlich ist sie gar nicht so kompliziert. Man versteht sie vielleicht besser, wenn man sich klar macht, wie sie entstanden ist. Die ersten Jünger und Jüngerinnen Jesu sind Jesus nachgefolgt, weil sie sich ihm nicht entziehen konnten und weil die Begegnung mit ihm ihrem Leben eine neue Perspektive gegeben hat. Damit hat sich ihnen natürlich die Frage nahegelegt: Woher kommt dieser Jesus, woher hat er diese Ausstrahlung und diese Anziehungskraft? Wie verhält sich das alles zu Gott, von dem doch schon im Alten Testament die Rede ist? Sie entdeckten die Beziehung zwischen Gott „dem Vater und „dem Sohn“. Und die Wirkung, die er auf sie ausgeübt hat, war so stark, dass sie sagen mussten: In ihm begegnet uns Gott selbst, in ihm manifestiert sich die göttliche Kraft. Gott selbst identifiziert sich mit ihm, mit seinem Lehren und Heilen, aber auch mit seinen äußeren Belastungen und seinen inneren Bedrängnissen, seinem Leiden und Sterben. In ihm wirkt „der heilige Geist“, der uns ansteckt. Was machen wir jetzt? Wir müssen uns ändern, wir lassen uns taufen, um diese Kraft des Heiligen Geistes auch zu empfangen, um in ihr mit einander zu leben und Gutes zu tun.
Worin besteht die innere Logik des Glaubens an den dreieinen Gott?
Mir leuchtet das trinitarische Bekenntnis auch in seiner inneren Logik unmittelbar ein. Ich kann mir das an den Fingern herzählen.
Zuerst: Ich brauche zum Leben eine Basis, wie sie mir gegeben ist in Gestalt meines Körpers, meiner Lebenskraft, meiner Sprach- und Denkfähigkeit, meiner Energie, meiner Begabung. Das sagt mir das Symbol von Gottes Schöpferkraft, die ja auch alles um mich her erfüllt.
Zweitens: Ich brauche aber darüber hinaus auch Orientierung. Woran soll ich mich halten? Wohin soll ich mit meiner Kraft, mit meinem Leben? Aber auch, wohin soll ich, wenn etwas nicht klappt, wenn mich meine Kräfte verlassen oder wenn ich meine Kräfte falsch eingesetzt habe? Die Gestalt Jesu, wie sie in den Evangelien begegnet, gibt mir klare und auch immer wieder überraschende Anhaltspunkte. Aber warum gerade Jesus? Wer sich auf ihn einlässt, merkt: Jesu Leben und Lehren hat seine eigene Evidenz; Liebe, wie er sie verkörpert, braucht keine eigene Begründung. Und doch kann ich mich nicht ohne Weiteres selbst aufraffen zu einem Leben und zu einem Vertrauen, das der Einladung Jesu entspricht.
Deswegen drittens: Wenn ich es dann doch kann, verdanke ich es nicht mir, sondern es passiert einfach. Christen nennen das die Wirkung des Heiligen Geistes. So wirken der Schöpfer, der Erlöser und der Vollender gleichsam zusammen, dass aus meinem Leben etwas wird. Dass das Leben Sinn bekommt, dass es mit meiner und mit der ganzen Weltgeschichte schließlich gut ausgehen wird.
Worin besteht die Bedeutung einer Theologie des „Drei = eins“?
Die Theologen der späteren Jahrhunderte haben dann mit allen Mitteln des damaligen Denkens und der damaligen Philosophie versucht nachzuzeichnen, wie sich das mit dem dreieinigen Gott im Einzelnen verhält. Sie haben sich dabei mitunter übernommen. Deswegen denken heute viele auch unter den Christen: 3=1 – das ist doch unverständlich. Aber genau das soll es sein! Den dreieinen Gott kann man nicht denken, man kann ihn sich nicht vorstellen. Und deswegen hat man sie dafür ein Kunstwort geschaffen, das es so vorher gar nicht gab, nämlich „trinitas“, wovon sich unser „Trinität“ ableitet. Man kann nicht einmal einen richtigen Begriff für ihn finden. Im Deutschen haben wir uns daran gewöhnt, ihn den „dreieinigen“ Gott zu nennen. Ich mag diesen Begriff nicht, weil er leicht die Vorstellung auslöst, da seien drei mit einander einig geworden. Deswegen sage ich lieber: der „dreieine“ Gott, da merkt man schon am Begriff, dass das unser Vorstellen und Denken überschreitet. Das kann man nicht in ein Bild fassen. Da reicht keine bildliche Darstellung hin. Man kann sich den dreieinen Gott nicht vorstellen, und man soll das auch nicht. Der trinitarische Glaube ist sozusagen die andere Seite des Gebots: „Du sollst dir kein Bildnis machen“, die andere Seite der „Medaille“. Diesen Gott kann man nicht denken. Er sprengt unsere Maßstäbe und Denkkategorien. Er ist zu groß. Allahu akbar, könnte ich an dieser Stelle sagen. Und dies wiederum verbindet uns auch mit asiatischen Religionen, die davon etwas wissen, dass man das Letzte und Höchste nicht denken kann, dass es nicht einmal in den Kategorien von Sein und Nichtsein aufgeht. (…)
Den einen, weil wir ihn lieben oder er uns liebt,
den anderen, weil wir ihn nicht lieben oder weil er uns nicht lieben kann,
den einen, weil er uns kritisiert,
den anderen, weil er nachgiebig ist mit uns,
den einen, weil er uns Härte spüren lässt,
den anderen, weil er nachgiebig ist mit uns,
den einen, weil er unser Leben in Frage stellt,
den anderen, weil er uns bestätigt,
den einen, weil wir Verbindung und Nähe erfahren,
den anderen, weil wir Distanz und Abstand lernen müssen,
den einen, weil wir tiefe innere Einheit erfahren,
den anderen, weil wir Andersartigkeit kennenlernen,
den einen, weil er uns zu uns selbst führt,
den anderen, weil er uns zu den Mitmenschen führt,
den einen, weil er uns Stütze ist,
den anderen, weil wir ihm Stütze sein können,
den einen, der uns sagt, was wir tun sollen,
den anderen, der uns schweigt und uns selbst den Weg finden lässt,
den einen, der uns immer wieder auf Gott aufmerksam macht,
den anderen, durch den Gott uns auf etwas aufmerksam macht.
Wir brauchen einander
in den verschiedenen Situationen des Lebens
und so vielfältig unser Leben ist, so vielfältig können auch unsere Beziehungen zu Mitmenschen sein,
so vielfältig können die Beziehungen in unseren Gemeinschaften sein,
so vielfältig kann Kirche sein,
als Ort, wo wir Menschen einander in seinem Namen begegnen.
Friederike Ferstl, in: Lebenszeichen aus der Stille, Wien 1995.

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Die Perikope ist Teil der Rede des Mose (1,1 - 4,43), die die Begründung der nachfolgenden Gebote darstellt. In diesem Rückblick in die Geschichte Israels mit seinem Gott und umgekehrt ist zugleich aber auch ein Ausblick für das zukünftige Heilshandeln Gottes an seinem Volk.
Jeder einzelne soll sich dessen gewahr werden, daß JHWH (Gott) vom Anfang der Schöpfung an seine Hand im Spiel hatte (Vers 32), daß JHWH sich selbst offenbarte vor jeden Juden - damals und heute. Die rhetorischen Fragen, die Mose an sein Volk stellt, sind jeweils mit Nein zu beantworten. Eine andere Möglichkeit bleibt dem Israeliten nicht. JHWH erweist sich als Gott, der es mit seinem Volk gut meint (vgl. die doppelte Verheißung vom langen Leben im Land.
Dabei kommt auch ein Grundgedanke des Buches Deuteronomium zum Ausdruck: Die Befolgung der Gebote, die JHWH fordert, ist die Antwort des Menschen auf eben diese liebende Fürsorge Gottes. Die Ausschließlichkeit Gottes wird offensichtlich, aber begründet eingefordert.
In der für Israel schwierigen Zeit des Exils in Babylon entstanden jene Schriften, die Israel an Jahwes Heilshandeln und an seine Taten für das Volk gemahnten - so auch das Deuteronomium. Kap. 4 bringt Mahnungen im Hinblick auf die Offenbarung Jahwes, auf die Erwählung des Volkes und auf das Gesetz.
Die Perikope verweist auf die Unvergleichlichkeit der Taten Jahwes, auf seine Rettungstat am Schilfmeer. Deshalb gilt das Gebot: "Jahwe ist der Gott, kein anderer ist außer ihm" (Vers 35). Der Abschluss (Vers 40) hängt mit dem in Kap. 5 folgenden "Zehnwort" zusammen: Die Gebote sind Folge des Heilshandelns Gottes, nicht seine Grundlage oder Bedingung!
(Es sollten auch die Verse 35-38 gelesen werden!- vgl. "ungekürzte Fassung")
Die Lesung ist am Dreifaltigkeitssonntag gewählt im Hinblick auf Gott, den Vater.