Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen,
als Saulus nach Jerusalem kam,
versuchte er, sich den Jüngern anzuschließen.
Aber alle fürchteten sich vor ihm,
weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger war.
Bárnabas jedoch nahm sich seiner an
und brachte ihn zu den Aposteln.
Er berichtete ihnen,
wie Saulus auf dem Weg den Herrn gesehen habe
und dass dieser zu ihm gesprochen habe
und wie er in Damáskus
freimütig im Namen Jesu aufgetreten sei.
So ging er bei ihnen in Jerusalem ein und aus,
trat freimütig im Namen des Herrn auf
und führte auch Streitgespräche mit den Hellenísten.
Diese aber planten, ihn zu töten.
Als die Brüder das erkannten,
brachten sie ihn nach Cäsaréa hinab
und schickten ihn von dort nach Tarsus.
Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samárien
hatte nun Frieden;
sie wurde gefestigt
und lebte in der Furcht des Herrn.
Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.
Kv: Von dir, Herr, kommt mein Lobpreis in großer Versammlung. – Kv
Oder: Halleluja. Oder GL 401
Von dir kommt mein Lobpreis in großer Versammlung, *
ich erfülle mein Gelübde vor denen, die Gott fürchten.
Die Armen sollen essen und sich sättigen; /
den Herrn sollen loben, die ihn suchen. *
Aufleben soll euer Herz für immer. – (Kv)
Alle Enden der Erde sollen daran denken /
und sich zum Herrn bekehren: *
Vor dir sollen sich niederwerfen alle Stämme der Nationen.
Es aßen und warfen sich nieder alle Mächtigen der Erde. *
Alle, die in den Staub gesunken sind, sollen vor ihm sich beugen. – (Kv)
Nachkommen werden ihm dienen. *
Vom Herrn wird man dem Geschlecht erzählen, das kommen wird.
Seine Heilstat verkündet man einem Volk, das noch geboren wird: *
Ja, er hat es getan. – Kv
Lesung aus dem ersten Johannesbrief.
Meine Kinder,
wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben,
sondern in Tat und Wahrheit.
Und daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind.
Und wir werden vor ihm unser Herz überzeugen,
dass, wenn unser Herz uns verurteilt,
Gott größer ist als unser Herz
und alles weiß.
Geliebte, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt,
haben wir gegenüber Gott Zuversicht;
und alles, was wir erbitten,
empfangen wir von ihm,
weil wir seine Gebote halten
und tun, was ihm gefällt.
Und das ist sein Gebot:
Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben
und einander lieben gemäß dem Gebot, das er uns gegeben hat.
Wer seine Gebote hält,
bleibt in Gott und Gott in ihm.
Und daran erkennen wir,
dass er in uns bleibt:
an dem Geist, den er uns gegeben hat.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Bleibt in mir und ich bleibe in euch.
Wer in mir bleibt, der bringt reiche Frucht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Ich bin der wahre Weinstock
und mein Vater ist der Winzer.
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt,
schneidet er ab
und jede Rebe, die Frucht bringt,
reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein kraft des Wortes,
das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir
und ich bleibe in euch.
Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann,
sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt,
so auch ihr,
wenn ihr nicht in mir bleibt.
Ich bin der Weinstock,
ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe,
der bringt reiche Frucht;
denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt,
wird wie die Rebe weggeworfen
und er verdorrt.
Man sammelt die Reben,
wirft sie ins Feuer
und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt
und meine Worte in euch bleiben,
dann bittet um alles, was ihr wollt:
Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht,
dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In der Reihe der „Ich-bin“-Worte, die im Johannesevangelium überliefert werden, begegnet uns heute das Bildwort von dem Weinstock, von der Rebe und von der Frucht. Unschwer ist wahrzunehmen, dass in den vielen Assoziationen nur ein Thema variiert wird: reiche Frucht bringen.
Gerichtszüge trägt das Evangelium auch: Reben, die keine Frucht bringen, werden abgeschnitten. Für die Hörer in ihrer alltäglichen Erfahrung eine vertraute Schlussfolgerung. Jesus will aber seine Zuhörer davon befreien, abgeschnitten zu werden: „reiche Frucht bringen“ ist jedoch nicht nur eine Vorgabe, sondern eine Verheißung. Die Rebe, die am Weinstock bleibt, wird reiche Frucht bringen!
Das Ich-bin-Wort „Ich bin der wahre Weinstock“ umkreist das Geheimnis des „bleibens“. Am Weinstock reift die reiche Frucht, von ihm getrennt bleibt nur der Abfall. Auf Jesus bezogen, stellt der Evangelist vor Augen, in ihm zu bleiben und sein Wort zu verinnerlichen. Es ist Jesu Wort, dass reiche Frucht beschert. Nach Jes 55 kommt Gottes Wort nie leer zurück.
Der letzte Satz bindet Bilder und Assoziationen zusammen: Der Vater Jesu wird dadurch verherrlicht, dass wir Jesu Jünger werden und reiche Frucht bringen. Es gehört zu der johanneischen Sehweise, Jesu Wort und Werk nicht an sich zu betrachten und vorzustellen, sondern als sein „Bleiben“ im Vater zu bezeugen. So kann der Evangelist mit dem Wort „bleiben“ Gott, Jesus und uns verbinden. Statisch ist „bleiben“ nicht. Als Bildwort kann das „Ich-bin-Wort“ Jesu einen Wachstumsprozess beschreiben und gleichzeitig einen großartigen Geschmack hinterlassen. Für die Hörer kann es nur eine Konsequenz geben: „Reiche Frucht bringen“
Das Wachsen der jungen Kirche, das die Apostelgeschichte beschreibt, bringt Vielfalt, trägt Früchte. Aber auch auseinanderstrebende Tendenzen. Die Kirche kann nur bleibende Früchte tragen, wenn die einzelnen Glieder durch Jesus mit Gott verbunden bleiben, wie dies das Bild vom Weinstock ausdrückt.
Das verspricht, eine interessante Geschichte zu werden! Paulus, als Hetzer bekannt und gefürchtet, möchte in der christlichen Gemeinde Anschluss finden. Er hat sie verfolgt! Er hat sie attackiert! Leidenschaftlich. Das lässt sich auch nicht schönreden. Ein schlechter Ruf läuft ihm jetzt voraus. Ein richtig schlechter! Der? Was sagst du? Paulus? Kann doch gar nicht sein. Dann gleich hinterher: Bloß nicht! Bloß nicht der!
Lukas, der die Apostelgeschichte geschrieben hat, berichtet:
„Aber alle fürchteten sich vor ihm,
weil sie nicht glaubten, dass er ein Jünger war.
Bárnabas jedoch nahm sich seiner an
und brachte ihn zu den Aposteln.“
Schon der Wortlauf lässt aufhorchen: Alle fürchten sich vor ihm – Barnabas jedoch nimmt sich seiner an. Sich eines Menschen anzunehmen – das ist Evangelium! Den Namen sollten wir uns merken! Barnabas! Wer er war, weiß heute kein Mensch mehr, was er machte, ebnete Paulus aber den Weg, Apostel der Völker zu werden. Dieser Paulus. Mit Vorgeschichte, schlechtem Ruf und Angst vor ihm. Sich eines Menschen anzunehmen – verzaubert am Ende die ganze Welt.
Wie viele Briefe hat Paulus später geschrieben? Ich könnte sie alle aufzählen. Römer, Korinther, Galater, Philipper… und mehr. Wir lesen sie im Gottesdienst, wir lesen sie auch zu Hause. Wenn ich wissen will, was die Liebe Gottes alles ausrichtet – dann werde ich bei Paulus fündig. Wenn er von einer neuen Kreatur redet, dann weiß er, wovon er redet. Doch: Ohne Barnabas kein Paulus, ohne Barnabas keine weltweite Christenheit. Pardon: Ohne Barnabas keine Lesung im Gottesdienst.
Das verspricht, eine interessante Geschichte zu werden!
Als Barnabas Paulus in die Gemeinde einführte – und sich seiner annahm – zeichnete sich eine unheilvolle Entwicklung ab. Juden und Christen beginnen, sich zu trennen und voneinander abzugrenzen. Paulus, in der jüdischen Welt zu Hause, wird Brücken bauen. Die Christen erinnert er an die jüdischen Wurzeln, ist doch Jesus selbst ein Jude. Die Juden erinnert er daran, dass Gott immer schon die ganze Völkerwelt im Blick gehabt hat. Jetzt treten Heiden in den Bund ein, den Gott mit Abraham, Isaak und Jakob geschlossen hat. Ohne Bedingungen. Das blieb strittig.
Jesus hat im Evangelium vom Weinstock und seinen Reben erzählt. Wir sehen die Trauben reifen, im Morgentau glänzen, im Mondlicht dämmern. Dass eine Rebe allein sein könnte, ist ausgeschlossen – die Reben umgeben einander, hängen aneinander, fein verästelt. Sie bleiben aber am Weinstock. Bis zur Ernte. Der Weinstock gibt Halt. Mehr noch: der Weinstock gibt Saft und Kraft. Um es einmal so einfach zu sagen. Und der Weinstock bleibt. Im Herbst mit bunten Blättern, im Frühling mit Knospen, im Sommer reich behangen.
Jesus sagt, er sei der Weinstock, wir aber die Reben. Wir können uns nicht absondern – die Reben sehen sogar unterschiedslos schön aus. Keine kann sich hervortun, keine die andere schlecht machen. Keine kann sich trennen, keine mit der anderen spielen. Wenn etwas den Traum von Gleichheit und Nähe verkörpert, dann der Weinstock mit seinen Reben. Wenn ihr in mir bleibt, sagt Jesus, bringt ihr viel Frucht! Jesu Wort geht auf:
Wo Hass ist, nistet sich der Frieden ein.
Wo sich die Lüge breit macht, schwingt sich die Wahrheit empor.
Wo die Sünde Menschen verkettet, schenkt die Vergebung, die Versöhnung Freiheit.
Das alles im Bild von Reben.
Paulus kommt wieder in den Blick. Und Barnabas. Und die Gemeinde:
„Die Kirche in ganz Judäa, Galiläa und Samárien
hatte nun Frieden;
sie wurde gefestigt
und lebte in der Furcht des Herrn.
Und sie wuchs durch die Hilfe des Heiligen Geistes.“
Ein Lied dazu gibt es auch! Philipp Spitta hat es um 1830 geschrieben:
„Bei dir, Jesu, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehen.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft“
Immer, wenn wir Eucharistie feiern, hören wir die Worte Jesu, über Brot und Wein gesagt: Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Heute erleben wir wieder, wie die Saat aufgeht, die der Hass sät. Sogar Worte, die doch sonst so klar sein können, sind vergiftet. Worauf können Menschen sich noch verlassen, wenn nichts mehr stimmt – und nichts mehr stimmen soll? Ängste werden vor einander geschürt, dubios begründet. Trennungen sind die Folge, Trennungen, die nicht einmal mehr erklärt werden. Auch nicht mehr erklärt werden können. Die Sprache verliert ihre Worte. In der virtuellen Welt werden Feindbilder gepflegt. Blasen plustern sich auf. Das alles zu beschreiben, ist schon fast nicht mehr möglich. Fange ich irgendwo an, verlieren sich die Fäden.
Ich sehe Barnabas. Er nimmt sich Paulus an. Was damals angefangen hat, hat sich zu riesigen Problemen ausgewachsen: Der Antisemitismus nimmt immer weiter zu. Jüdische Menschen werden attackiert. Viele von ihnen trauen sich nicht mehr auf die Straße. Häuser und Gräber werden beschmiert. Synagogen müssen – Jahrzehnte nach der Schoa – immer noch und schon wieder von der Polizei geschützt werden. Was ist normal? Das?
Ich sehe den Weinstock. Ich sehe die Reben.
In seinem ersten Brief hat Johannes das so in Worte gefasst:
„Und das ist Gottes Gebot:
Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben
und einander lieben gemäß dem Gebot,
das er uns gegeben hat.
Wer seine Gebote hält,
bleibt in Gott und Gott in ihm.“
Der Weinstock: das ist Jesus. Die Reben: das sind wir. Was uns verbindet, unzertrennlich verbindet, ist – zu lieben. Das Zauberwort heißt: bleiben. In ihm!
Das verspricht, eine interessante Geschichte zu werden!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Das bevorstehende Pfingstfest lenkt den Blick der Sonntagslesungen bereits auf das Wirken des dreifaltigen Gottes. Der Geist Gottes wirkt in den Menschen, die Christus nachfolgen und durch Christus mit Gott verbunden sind wie die Reben des Weinstocks.
Die Texte des 5. Sonntags der Osterzeit könnten wir so zusammenfassen: Verhaltensänderung durch Liebe mit Hilfe Gottes und seines Sohnes durch den Heiligen Geist. Oder noch kürzer: ein dreifaltiges Geschehen.
Damit sind wir auch schon bei der ersten Lesung. Wie bewerten wir Menschen, die ihr Verhalten ändern? Naheliegend ist es, sie als Wendehals, Karrieristen oder gar als einen Spion zu bezeichnen.
Möglich auch, dass es Paulus so erging. „Alle fürchteten sich vor ihm und konnten nicht glauben, dass er ein Jünger war.“ Also Seitenwechsel, Kehrtwende, Umkehr im Denken und Handeln. Das führt zum Liebesgebot. Dennoch: Sein Charakter bleibt gleich, ein Fanatiker in jeder Hinsicht, zuerst leidenschaftlicher Christenverfolger, dann leidenschaftlicher Christusanhänger, der Spott, Verfolgung, Gewalt, Gefangennahme und alle möglichen unangenehmen Dinge auf sich nahm. „Paulus, warum verfolgst du mich?“ (Apg 9,5). Wie soll man jemand solch eine Gesinnungsänderung glaub-würdig klar machen, ohne Hintergedanken? Als Verfolger wird er selbst zum Verfolgten. In seinem Fall hilft ein glaubwürdiger Zeuge namens Barnabas, der auch älter als Paulus ist. Mit seiner Hilfe kommt Paulus in den Jüngerkreis. Dann gehen die beiden sogar auf Missionsreise.
Der Gedanke des Vertrauens und auch der Liebe wird in der zweiten Lesung weitergeführt. Beides soll sich in Worten und Taten zeigen. Das gegenseitige Vertrauen und die Liebe findet in Gott Vollendung: „Dass er in uns bleibt, erkennen wir an dem Geist, den er uns gegeben hat.“ (1 Joh 3,24). Vielleicht merken Sie, dass wir allmählich zum pfingstlichen Geschehen hingeführt werden. Weiters ist vom Herzen die Rede, als Fühlen, Denken. Es steht auch für den Verstand. Das Herz ist oft unruhig. Ignatius von Loyola (1491-1556, Gründer des Jesuitenordens) regt schon in seinem Exerzitienbuch an, die Art von Unruhe zu beobachten und dann zu unterscheiden: Ist es freudige Unruhe, voller Erwartung und Hoffnung oder belasten uns Probleme, die in Verzweiflung und in Angst führen. Ihm geht es um die Unterscheidung der Geister.
Auch das Evangelium greift den Gedanken von Vertrauen und Liebe im Beziehungsbild vom Weinstock und den Reben auf. Der Weinstock mit seinen festen, tiefgehenden Wurzeln braucht die Pflege des Winzers, also Gott, der auch tote Reben abschneidet, ebenso Wassertriebe, die keine Frucht bringen. Das erinnert an die Früchte des Heiligen Geistes.
Manche Bibelstelle, so auch diese, wird ironisiert: „Ich bin der Weinstock“ - und ihr seid daneben. Das löst bei besonders Frommen Empörung, bei anderen auch Schmunzeln aus. Ich habe darüber nachgedacht, was dieses Bonmot bedeuten könnte. Die abgestorbene Rebe ist lebenshemmend, leblos, tot. Es gibt auch Triebe, die auch Früchte bringen, sogenannte Wassertriebe. Dieses Bonmot könnte andeuten, dass es mit der Gottesbeziehung nicht weit her ist, ja dass sogar bei der abgestorbenen Rebe die Liebe zu Gott - vielleicht auch zu den Mitmenschen - erkaltet ist und tot bleibt.
Bei den Trieben, die auch nichts bringen, könnte man an ein sehr lockeres Christentum denken, das christliches Brauchtum liebt und das Kirchenjahr noch immer bestimmt. Schließlich profitiert man ja von den Feiertagen, vor allem, wenn sie günstig fallen und der Urlaubsverlängerung dienen. Man freut sich auch an der Umrahmung der Feste mit religiösem Gepränge, wie etwa Taufe, Firmung, Hochzeit etc. Das war's dann auch schon. Bestenfalls kommen verkümmerte Früchte heraus.
Entscheidend ist wohl in diesem „Ich bin-Wort“ Jesu, dass die Rebe dann gute Früchte bringt, wenn sie nicht getrennt vom Weinstock ist; und das lebenslang bis zur endgültigen Ernte. Darauf weist das Wort „bleiben“ hin, das sich in dieser Perikope mehrmals wiederholt. Die Rebe verdorrt, wenn sie nicht den Nährstoff des Wassers (Symbol für den Heiligen Geist) ausreichend und ständig in sich aufnimmt.
Bleiben wir in diesem Geheimnis des Lebens als Geschenk des Heiligen Geistes durch Dankbarkeit, durch Aufmerksamkeit als Wertschätzung und Begegnung durch Freude und Trost und durch unser Gebet in der Reflexion unseres Lebens.
Saulus sah seine Berufung darin, das Abweichen vom Gesetz des Judentums zu verhindern, bis er selbst Jesus begegnete. Er erhielt von ihm eine zweite Chance, seine Begabungen für das Reich Gottes einzusetzen. Man kann ihn mit einem Rebzweig vergleichen, der in die richtige Richtung umgeleitet werden musste, um volle Frucht bringen zu können. Er blieb mit Gott in Verbindung. Erst durch Jesus hat sein Leben die erwarteten Früchte getragen. Auch für unsere Entfaltung als Christen ist entscheidend, dass wir durch Christus mit Gott in Verbindung bleiben.
Wer in der Wohnung Blumen hat, kennt die Frage: Was bleibt, was kommt weg? Bei einem Strauß ist klar: Irgendwann ist er hinüber. Aber wie lange ist er noch schön? Was mache ich mit der ersten welken Blume? Kommt sie schnell weg? Bleibt sie im Strauß und kommt mit den anderen Blumen weg? Oder hat dieser Strauß eine symbolische Bedeutung, dass ich ihn trockne und aufbewahre? Bei einer Topfpflanze stellt sich die Frage: Kommt das Blatt noch einmal oder schneide ich es ab?
Mit Blumen haben wohl mehr Menschen zu tun als mit Weinreben - außer Sie sind Prediger*in in einer Weinbaugegend. Daher habe ich diesen kleinen Umweg gewählt.
Im Gleichnis Jeus ist die Aufforderung klar: Nutze deine erste Chance. Bleibe in der Verbindung mit Jesus. Sie schenkt dir Lebendigkeit. Lebe in der Verbindung zu Christus, damit du den Weg gehen kannst, der am Weinstock geschieht. Die Blüte – die Knospe – die Beere – die reife Beere. Sie kommen nacheinander, solange es Verbindung gibt. Alles ist in der Pflanze schon grundgelegt. In der reifen Frucht oder im schönen Glas Wein wird deutlich: Dafür kann ich Gott danken.
Du hast deine Charismen. Sie sollen sich entfalten können. Dazu bleibe in der Verbindung zu dem, der sie dir geschenkt hat.
Manchmal werden reich tragende Obstbaumäste und reich tragende Reben abgestützt. Ohne diese Stütze könnten sie abbrechen und nicht mehrgenug genährt werden. Das ist dann ihre zweite Chance.
Auch Saulus, von dem in der Apostelgeschichte die Rede ist, brauchte und bekam eine zweite Chance. Sein späterer Name Paulus zeigte an: Es kam zu einem Neuanfang. Zuerst aber wurde er kritisch beäugt. Angst ging um. Will er unsere Versammlungsorte kennenlernen, um uns dann zu vernichten? Können wir einen Mann mit seiner Vergangenheit überhaupt bei uns dulden?
Saulus besaß das Wohlwollen derer, die Vertrauen verdienten. Wenn sie sagen: Es ist gut, dann machen wir Schritte auf ihn zu. Saulus dankte es den Mitgliedern der Christengemeinde mit den Begabungen, die er hatte. Er war belesen und wortgewandt. So konnte er sich auf Diskussionen mit den Hellenisten einlassen. Er war unerschrocken und voller Eifer. Das nutze er jetzt wieder.
Die ersten Christen hat er verfolgt als gesetzestreuer Jude. Er glaubte, Gott so zu dienen, dass er neue Lehren verhindert. Für das Verständnis des Saulus durften die Verkündigungen der Jünger nicht sein. Vor Damaskus und in der Begleitung durch Hananias erkannte er seinen Irrtum. Der Inhalt der neuen Lehre stimmte. Also verkündete er sie nun – ganz im Sinne der Sache Jesu.
In dieser Erfahrung erfährt das Weinstockbild eine Erweiterung: Saulus hat auch schon vor seiner Bekehrung seine Charismen gespürt, gelebt und fruchtbar gemacht. In der Phase der Christenverfolgung war er nicht vom Weinstock weg. Der Rebzweig musste nur in eine andere Richtung geleitet werden. Die zweite Chance, die er bekommen hat, wurde später zur großen Chance derer, die Saulus mit Christus in Kontakt gebracht hat.
Die Kraft aus dem Boden geht über den Weinstock und die Reben in die Trauben. Es ist ein Weg des Lebens und der Reifung. An diesem Weg stehen Menschen, die helfen. Manchmal schmerzen diese Aktionen. Am Ende zählt die Frucht.
Wenn wir diese positive Entwicklung in uns spüren, dürfen wir uns freuen, wenn wir dazu Helfer sind, sollen wir es mit aller Kraft und aller Zukunftshoffnung machen. Es geht ja um das Leben der anderen. Und wenn wir merken, dass Menschen an uns zerren, hilft uns vielleicht die Frage: Tun sie das zu unserem Besten?
Jetzt feiern wir Gottesdienst. Jetzt halten wir Verbindung. Jetzt nehmen wir das auf, was uns zur wertvollen Frucht macht.
In der Natur können wir in dieser Jahreszeit üppiges Wachstum beobachten. Zum persönlichen Wachsen und Fruchtbringen braucht es die innige Verbundenheit mit Gott, von dem alles Leben kommt.
Das Evangelium entfaltet heute das Bild vom Weinstock und den Reben. Es ist ein Gleichnis voller Lebenskraft, ein Gleichnis vom Frucht bringen und vitaler Gemeinschaft.
Die Art und Weise, wie Menschen miteinander in Beziehung treten und wie sie diese Beziehungen pflegen, ändert sich. Das führen uns die modernen Medien vor Augen. Soziale Verbindungen brauchen Kontakt und Pflege. Dies gilt auch für unseren Glauben. Das Bild vom Weinstock fordert uns auf, die Verbindung mit Christus lebendig zu halten, damit unser Glaube und unser Leben Früchte bringen kann.
Vor einigen Jahren ließ ich mich davon überzeugen, dass es auch für einen Seelsorger meines Alters sinnvoll ist, ein Profil auf Facebook einzurichten. Dieses Medium sei hervorragend geeignet, Netzwerke aufzubauen und zu pflegen. Und wer mit jungen Menschen in Kontakt bleiben wolle, komme darum nicht herum. Im Nu hatte ich hunderte von "Freunden". Mittlerweile bin ich in der Pflege meiner Facebook-Beziehungen ziemlich nachlässig geworden. Es ist mir zu mühsam geworden, in dieser Welt der Selbstpräsentation mitzumachen. Jedes Wort, das man von sich gibt, und jedes Bild, das man veröffentlicht, muss man vorsichtig auszuwählen, damit man damit nicht das Gegenteil erreicht.
Was aber noch viel schwerer wiegt: Mir fehlt der Tiefgang. An Beziehungen stelle ich höhere Qualitätsansprüche. Viele meiner Facebook-Freunde kenne ich nicht und ich weiß nicht, wem ich was anvertraue. Um Persönliches mit einem Menschen zu teilen, brauche ich eine diskretere und geschützte Umgebung, die persönliche Tiefe zulässt.
Die sozialen Netzwerke der neuen Medien bieten zwar viele nützliche Verbindungen und helfen, was man anzubieten hat, an die Frau oder an den Mann zu bringen. Sie zeigen aber auch, dass es auf die Qualität der Verbindungen ankommt. Was verbindet mich und die anderen? Was will ich mit ihnen teilen, kommunizieren?
Im Evangelium drückt das Bild vom Weinstock aus, wie wichtig es ist, mit der richtigen Person eine gute Verbindung zu haben und diese Verbindung zu pflegen. Auch Kirche stellt ein Netzwerk dar. Und auch hier ist Netzwerkpflege für jedes Glied der Kirche wichtig und notwendig. Das Netzwerk von Reben und Weinstock besteht aber nicht um seiner selbst willen, sondern hat eine Aufgabe und ein Ziel. Kirchliches Netzwerken dient nicht so sehr der Unterhaltung, sondern will uns helfen Frucht zu bringen. Und in diesem Netzwerk spielt Christus eine zentrale Rolle. Durch ihn erhalten wir Zugang zu dem, was uns nährt und bleiben wir lebendig. Seine Wurzeln sind tief genug, um uns an die Quellen des Lebens anzuschließen.
Das Bild vom Weinstock und vom Winzer macht uns noch auf ein Zweites aufmerksam: Es genügt nicht, dass aus dieser Verbindung möglichst viel und alles Mögliche hervorwächst. Nicht alles, was aus einem Weinstock hervorwächst, ist gut für einen Fruchtansatz. Ein Nicht-Winzer wundert sich zuweilen, wenn er einem Winzer zuschaut, wie viel der wegschneidet, was er nicht wachsen lässt, um zu einer guten Ernte zu kommen.
Jesus sagt vom Vater, er sei der Winzer. "Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt." Weiters sagt er: " Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen." Es passt nicht zu meinem Jesus-Bild, dass er mit dem Höllenfeuer droht. Ich denke bei diesem Feuer weniger ans Feuer der Hölle, als vielmehr daran, dass die Erfahrung von Nutz- und Sinnlosigkeit wie ein Feuer sein kann.
Das Bild vom Weinstock und den Reben will uns nicht drohen, sondern zeigt uns den Weg, wie wir unser Leben fruchtbar machen können. "Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen".
Hängt vielleicht die gegenwärtige Erfahrung von "Kirchendürre" damit zusammen, dass wir Christen aus uns selbst Früchte bringen wollen ohne diese enge Verbindung mit Jesus? Wir verfolgen Programme, mit denen wir "das Werk Jesu fortsetzen", fühlen uns stark im Tun und Machen und erleben gleichzeitig eine Krise jenes Sakramentes, das uns mit Christus auf das Innigste verbindet. In keinem anderen religiösen Akt sind wir enger mit Christus verbunden, als im Vollzug der Eucharistie. Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet die Feier der Eucharistie als "Quelle und Höhepunkt" christlichen Lebens (LG 11).
In diesen Tagen werden viele Kinder zur Erstkommunion geführt und es ist berührend, mit welcher Hingabe viele Kinder dieses Ereignis begehen. Doch was bleibt davon?
Bevor wir jedoch über die Kinder, die Religionslehrer und Eltern herziehen, möchte ich einladen, darüber nachzudenken, wie sehr wir selbst aus dieser Quelle schöpfen. Viele Christen feiern Eucharistie nur dann, wenn dazu noch etwas Besonderes geboten wird: ein musikalisches Highlight, ein besonderer Anlass, ein Erlebnis...
Diskutiert wird oft auch "das Recht auf Eucharistie", das jeder Gemeinde zukomme. Ich möchte dem nicht "die Pflicht zur Eucharistie" gegenüberstellen, wie dies in früheren Jahrzehnten oft geschehen ist, sondern einfach die Frage stellen: Wo bleibt die Sehnsucht nach Eucharistie? Eine Sehnsucht, die Lust macht zum Mitfeiern, zum Mittun, zum Mitgestalten?
Ein andere Weise, mit Jesus in Verbindung zu bleiben, ist die Beschäftigung mit dem, was er getan und gesagt hat. Wie weit ist es uns ein Herzensanliegen, uns in die Überlieferung der Frohen Botschaft zu vertiefen, ihn kennen zu lernen, schätzen zu lernen, lieben zu lernen? Das Lesen der Heiligen Schriften kann uns mit Christus vertraut machen. Wenn wir es gemeinsam tun, verbindet es auch untereinander.
Dass wir etwas tun müssen, um aus den sozialen Netzwerken nicht herauszufallen, ist uns längst klar geworden. Sogar die neuen Medien, die uns vormachen, wie leicht und easy es ist, dazu zu gehören, verlangen dem, der sie nutzt, etwas ab. Man muss dranbleiben, wenn man nicht zur digitalen Karteileiche verkommen will, und man muss zielstrebig das Medium nutzen, wenn man davon mehr erwartet als ein bisschen Unterhaltung.
Zum Verbindung halten gehören immer mindestens zwei. Wie sehr Jesus an der Verbindung mit einem jeden von uns gelegen ist, haben wir zu Ostern gefeiert. Er ist bis zum Äußersten gegangen, um die Wände zu durchschreiten, die wir um uns aufrichten. Am vergangenen Sonntag wurde er uns als der Gute Hirte vorgestellt, der bereit ist, sein Leben für uns einzusetzen, damit wir das Leben haben.
Das Bild vom Weinstock führt uns vor Augen, dass auch wir gefordert sind, die Verbindung lebendig zu halten. Ohne Verbindung mit dem Weinstock Jesus Christus fruchtet unser Glaube nichts.
An den Namen Jesus Christus glauben und einander lieben, wie es seinem Gebot und seinem Geist, entspricht, wird unser Leben Frucht bringen. Dies bedeutet Bekehrung des Herzens, wie wir es am Leben des Apostels Paulus sehen.
Mit der Frage "Wie viel Christentum braucht Europa?" knüpft der Autor an die gegenwärtige Diskussion um die öffentliche Sichtbarkeit der Religionen auf. Gelebtes Christsein bringt sichtbare Früchte hervor. Menschen, die durch Christus mit Gott verbunden sind und aus dieser Verbindung heraus ihr Leben gestalten, leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.
Das biblische Bild vom Weinstock und den Reben ist in mehrfacher Hinsicht frohe Botschaft. Unsere Bestimmung ist "reiche Frucht zu bringen" und nicht ein Vertrocknen und Verdorren oder ein sinnloses "Ins-Kraut-Schießen". Ein Weinstock hat nur Sinn, wenn er Frucht bringt. Durch die Pflege des Winzers das Jahr über wird die Fruchtbarkeit gesteigert. Wie an anderer Stelle geht es Jesus nicht um einen Minimalertrag, sondern um "Leben in Fülle".
Wenn Gott sich schützend vor die Anklage des eigenen Herzens stellt, wenn Gott verzeiht, so ist damit untrennbar auch die Aufforderung an den Menschen verbunden, sich selbst und auch anderen zu vergeben, Verzeihung zuteilwerden zu lassen. Gott hereinlassen, ihn nicht aussperren ist unerlässliche Voraussetzung, dass der erlösende Gott seine Größe dem Menschen zuwenden kann.
Wie können wir gute und reiche Frucht bringen? Auf diese Frage gibt Jesus eine Antwort im Gleichnis vom Weinstock und den Reben. In diesem Gleichnis gibt es drei wichtige Elemente: den Weinstock, die Reben und der Winzer. Der Weinstock ist Jesus Christus. Die Reben, das sind wir Menschen. Der Winzer ist der Vater, ist Gott.
Heute bestaunen wir einen Weinstock. Wir bestaunen die Reben. Wie üppig, wie schön sie sind! Dass Jesus der Weinstock ist und wir die Reben: das feiern wir heute.
Die Reben erheben sich nicht übereinander. Die Reben machen einander keine Angst. Die Reben haben nichts Böses im Sinn. Es ist der Weinstock, der Kraft gibt und Halt. Wir hängen an Christus!
Ihn wissen wir in unserer Mitte! Ihn rufen wir an.
Wer eine Feier ausrichtet, steht vor der Frage: „Wie bewirte ich meine Gäste?“ Bei den Getränken bieten wir neben anderem häufig Wein oder Sekt. Bis Wein kredenzt werden kann, hat er einen langen Weg hinter sich. Er muss zunächst gewachsen und gekeltert sein. Das setzt Erfahrung und sorgsame Pflege voraus.
Jesus spricht von sich als dem Weinstock, am dem wir als Reben Frucht bringen sollen.
Ihn bitten wir:
Herr, Jesus Christus,
du willst, dass wir reiche Frucht bringen.
Oft fühlen wir uns wie verdorrt.
Herr, erbarme dich.
Damit wir auf einem guten Weg bleiben,
sollen wir dein Wort hören.
Der Lärm und die Unruhe des Alltags halten uns oft davon ab.
Christus, erbarme dich.
Dass wir alles, wessen wir bedürfen,
bittend vor dich und den Vater tragen können, vergessen wir oft.
Lieber sind wir "Selfmade"-Menschen.
Herr, erbarme dich.
Herr,
du bist der Weinstock.
Wir lassen uns von vielen Ansprüchen verunsichern und umtreiben.
Herr, erbarme dich.
Herr,
wir sind die Reben.
Menschen und Völker triften auseinander.
Christus, erbarme dich.
Herr,
bleiben wir in dir, bringen wir viel Frucht.
Die größte Frucht vertraust du uns an: die Liebe.
Herr, erbarme dich.
Die Armen sollen essen und sich sättigen; /
den Herrn sollen loben, die ihn suchen. *
Aufleben soll euer Herz für immer.
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr Jesus Christus,
du bist der Weinstock, wir sind die Reben.
Herr erbarme dich.
Frucht bringen kann nur, wer mit dir verbunden bleibt.
Christus erbarme dich.
Deine Kraft hilft uns, fruchtbar zu werden.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus,
als Weinstock warst du tief verankert in der Beziehung zum Vater.
Kyrie, eleison.
Als Weinstock hast du denen Kraft gegeben, die du berufen hast.
Christe, eleison.
Aus deiner Kraft versuchen wir in dieser Woche, sie zum Zeugnis für dich zu machen.
Kyrie, eleison.
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Gott und Vater,
du hast die vielen Völker
im Bekenntnis deines Namens geeint.
Gib, daß alle,
die aus dem Wasser der Taufe wiedergeboren sind,
eins werden im Glauben und in Werken der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Donnerstag der Osteroktav
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns im Sakrament der Taufe
neues Leben geschenkt.
Festige unsere Verbundenheit mit Christus,
damit wir Früchte bringen, die bleiben,
und die Freude des ewigen Lebens erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Samstag der Osterzeit
Gnädiger Gott,
in deiner übergroßen Liebe
schenkst du der Kirche neues Wachstum.
Wache über das Volk, das du dir erwählt hast,
bewahre alle Getauften in deiner Gnade
und bekleide sie einst mit dem Gewand der Unsterblichkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Samstag der Osteroktav
Am ersten Tag der Woche
feiern wir die Auferstehung Jesu von den Toten.
Gott, du bist das Leben!
Wir danken dir:
für Menschen, die sich einander annehmen,
für die Liebe, die die ganze Welt zusammenhält,
für die Kraft, die du schenkst.
Lass uns wie die Reben an einem Weinstock
in dir bleiben
und in der Gemeinschaft mit dir
einander Halt geben.
In Christus, unserem Herrn,
in der Kraft deines Geistes,
vom Anfang der Welt bis zu ihrer Vollendung.
Gott,
aus deiner Kraft
konnte dein Sohn Jesus zum Weinstock werden.
Er gab deine Kraft an seine Jünger weiter.
Kräftige uns nun,
damit deine Liebe
auch heute Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Jesus,
der uns von dir und deiner Liebe zu uns erzählt hat. - Amen.
In der Lesung ist uns Barnabas begegnet. Er hat sich für Paulus eingesetzt.
Heute bitten wir:
Herr, viele Menschen erleben nicht, dass sich jemand für sie einsetzt.
Schenke uns die Kraft, Misstrauen zu klären und Ängste abzubauen.
Wir bitten dich: Lass deine Worte in uns bleiben.
Hassbotschaften gehen hin und her. Menschen werden gegeneinander aufgebracht.
Schenke allen, die Verantwortung haben für die großen Worte und Sätze, dass sie aus Untiefen und Verwerfungen herausführen.
Wir bitten dich: Lass deine Worte in uns bleiben.
In der zweiten Lesung ermahnt uns Johannes, an den Namen Jesus Christus zu glauben und einander zu lieben gemäß dem Gebot, das er uns gegeben hat.
Heute bitten wir:
Herr, wir kennen viele Gebote. Sie ordnen unser Zusammenleben und geben uns Sicherheit.
Schenke uns den Mut, in unseren alltäglichen Begegnungen einen guten Geist walten zu lassen.
Wir bitten dich: Lass deine Worte in uns bleiben.
Die Unordnung in der Welt bedrückt viele Menschen. Rechte werden verletzt, Menschen umgebracht, Zukunft verspielt.
Schenke allen, die für Frieden und Versöhnung kämpfen, einen langen Atem und den Rückhalt vieler Menschen.
Wir bitten dich: Lass deine Worte in uns bleiben.
Im Evangelium hören wir Jesus sagen: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Heute bitten wir:
Herr, viele Menschen sehnen sich nach einer Gemeinschaft, in der sie sich geborgen fühlen können.
Schenke uns Offenheit und Vertrauen und die Bereitschaft, einander Nähe zu schenken.
Wir bitten dich: Lass deine Worte in uns bleiben.
In den Kirchen geht die Sorge um, immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Intern nehmen viele Menschen Grabenkämpfe wahr.
Schenke allen, die jeden Tag in Gemeinden und Einrichtungen für andere arbeiten, Humor und Gelassenheit, einen klaren Blick und einen kritischen Geist.
Wir bitten dich: Lass deine Worte in uns bleiben.
Du bist der Weinstock, wir sind die Reben. Alles, was unfertig geblieben ist bei uns,
bringen wir dir, alles, was vor uns liegt, wissen wir in deiner Hand.
Herr, wir staunen über Weinberge, Rebstöcke und Reben. - Amen.
Gott schenkt uns die Kraft, dass unser Leben gelingen kann.
Ihn lasst uns bitten:
Für die Kirche um Freude aus der Auferstehung. Dass sie diese glaubwürdig mit den Menschen teilen kann und an ihrem Leben Anteil nimmt.
Für alle, die sich auf den Empfang der Firmung vorbereiten, um die Gaben des Heiligen Geistes, dass er sie in ihrem Glauben zur Reife führt und zu mündigen Zeugen ihres Glaubens macht.
Für alle, die sich um Frieden bemühen und der Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit zum Durchbruch verhelfen .
Für alle, die unter Fehlern, Zweifeln und Schwächen leiden um das Wohlwollen und die Hilfe ihrer Umgebung und das Gefühl von Geborgenheit in deiner Liebe.
Für alle Sterbenden um einen gnädigen Tod
und für die Verstorbenen um ein Leben in deinem ewigen Frieden.
Denn Christus ist als unser Mittler und Bruder mit uns auf dem Weg zu dir, dem Ziel allen Lebens. Das erfüllt uns mit Hoffnung und Dankbarkeit, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast gesagt, „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben."
Wir bitten dich:
Für die Menschen, die sich im Dienst am Nächsten verausgaben:
Dass sie sich immer wieder darauf besinnen, warum sie sich engagieren, und in der Verbindung zu dir neue Kraft schöpfen.
Für die Menschen, die an ihrer Kirche verzweifeln, weil sie sie unglaubwürdig empfinden und das Gefühl haben, dass es um Machterhalt geht und nicht um deine Botschaft:
Lass sie nicht nachlassen im Ringen um den Glauben und die Verbindung zu dir nicht verlieren.
Für alle Menschen, die am Rande stehen und das Gefühl haben, nichts mehr zu können und nicht mehr gebraucht zu werden:
Lass sie in der Verbindung zu dir erkennen, dass jeder Mensch wertvoll ist für die Gemeinschaft in dir.
Für die Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie dort nicht mehr leben können:
Gib ihnen Kraft für ihren Weg und lass uns erkennen, dass sie ein Recht auf eine neue Heimat haben.
Für unsere Gesellschaft, in der häufig nur schwarz-weiß gedacht wird und die Grautöne verschwinden:
Hilf uns, dass wir Brücken bauen und die Verbindung zu unseren Mitmenschen nicht verlieren.
Für alle Menschen, die nicht glauben können, dass du ein liebender Gott bist:
Sende ihnen Zeugen, die glaubwürdig in deiner Liebe leben und die sich ihrer annehmen.
Für unsere Verstorbenen:
Lass sie geborgen sein bei dir.
Herr Jesus Christus,
wenn es uns gelingt, die Verbindung zu dir zu halten, dann können wir alles tun, was du uns zutraust.
Lass uns darauf vertrauen und in deiner Nachfolge leben. - Amen.
Unseren Herrn Jesus, der die Jünger aufforderte, in ihm zu bleiben,
bringen wir die Bitten für sein Volk und rufen:
Gib Kraft deinem Volk!
Junge Menschen stehen am Anfang ihres Weges in Beruf und Verantwortung. In ihnen brennt ein Feuer.
Wir bitten dich…
Du hast schon zu Beginn des Lebens Begabungen in unsere Herzen gelegt. Diese gilt es zu entdecken und zu leben.
Wir bitten dich…
„Alles neu macht der Mai.“ Diese Redensart hat manchen Menschen in den dunklen Stunden der letzten Wochen Mut gemacht.
Wir bitten dich…
Wem können wir noch glauben? Woran können wir noch glauben? An dich und deine Botschaft.
Wir bitten dich…
Wir haben Menschen verloren, die an dich und dein Wort geglaubt haben. Wir hoffen sie in deinem Reich der Liebe und des Friedens.
Wir bitten dich…
So, Herr, hoffen wir für die Menschen.
Und so, Herr, kannst du die Erfüllung sein. - Amen.
Wer die Früchte hervorbringen will, die Gott in seine Schöpfung hineingelegt hat, vermag das nur in enger Verbindung mit Jesus, der uns das vorgelebt hat.
Durch ihn, unseren Herrn und Bruder, bitten wir den Vater:
Für alle, die sich in deiner Kirche um eine persönliche Beziehung zu Jesus bemühen
und für die, die außerhalb von ihr nach einem erfüllten Leben streben.
Für eine Gesellschaft, die sich durch die Ereignisse der letzten Monate als tief gespalten erlebt
aber wieder nach einem gemeinsamen Weg nach der Pandemie suchen muss.
Für alle, die durch Ängste und Grenzerfahrungen, Kritik und Infragestellung ihrer Person zutiefst verletzt sind
und sich nach Sicherheit und Stimmigkeit in ihrem Leben sehnen.
Für uns selbst, wenn wir mutlos und bedrückt erkennen müssen, wie weit weg wir immer wieder von unseren Idealen leben, uns aber trotzdem von dir angenommen fühlen dürfen.
Für unsere Verstorbenen, für die wir erhoffen, dass sie in deiner Gegenwart angekommen sind
und auf ewig dir verbunden bleiben.
Dein Reich beginnt dort jetzt schon, wo wir in enger Verbindung mit Jesus nicht an der Welt vorbei leben sondern versuchen, seine Botschaft zu verwirklichen.
Vater, erhöre unsere Bitten und erfülle sie nach deinem Willen. - Amen.
Erhabener Gott,
durch die Feier des heiligen Opfers
gewährst du uns Anteil an deiner göttlichen Natur.
Gib, dass wir dich nicht nur als den einen wahren Gott erkennen,
sondern unser ganzes Leben nach dir ausrichten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
Herr,
durch diese Gaben nährst du den ganzen Menschen:
du gibst dem irdischen Leben Nahrung
und dem Leben der Gnade Wachstum.
Lass uns daraus immer neue Kraft schöpfen
für Seele und Leib.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Besondere Anliegen 25
Gott,
sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist,
und nimm unsere Gaben an.
Heilige sie, damit alle, die sie empfangen,
in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
an deinem Tisch teilst du
Brot und Wein mit uns.
An deinem Tisch teilst du
dein Leben mit uns.
Wir danken dir:
Du schenkst dich uns ganz.
Leib und Blut,
dein Reich.
Komm, unser Herr!
Gott des Lebens,
an den Reben wuchsen Trauben
für den Wein, den wir dir
mit dem Brot bringen.
Lass sie in deinem Segen
zu dem werden, was sie sein sollen:
Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn. - Amen.
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Gott und Vater, wir treten vor dich,
um dir zu danken und dir unseren Lobpreis darzubringen.
Du hast uns geliebt und gewollt, lange bevor wir dich kannten.
Aus Liebe hast du alles geschaffen, was existiert.
Nie hast du jemand verlassen,
der dich mit aufrichtigem Herzen gesucht hat.
Kehrvers
Jesus, dein Sohn, hat uns ein Beispiel der Liebe gegeben,
die die Welt aus ihrer Selbstbezogenheit herausführt
und Menschen befähigt, für einander da zu sein.
Mit ihnen verbunden kann unser Leben jene Früchte hervorbringen,
die du uns zugedacht hast.
Kehrvers
Wir danken dir für alle Früchte,
die dieses neue Leben hervorgebracht hat
und immer neu hervorbringt.
Mit den Engeln und Heiligen und mit allen Geschöpfen,
die im Wissen um deine Gegenwart vor dir leben,
singen wir dir unseren Lobpreis.
Danklied, z. B.: Nun danke alle Gott (GL 405)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In ihm hast du uns zur Erkenntnis der Wahrheit geführt und
uns zu Gliedern seines Leibes gemacht
durch den einen Glauben und die eine Taufe.
Durch ihn hast du deinen Heiligen Geist
ausgegossen über alle Völker,
damit er Großes wirke mit seinen Gaben.
Er wohnt in den Herzen der Glaubenden,
er durchdringt und leitet die ganze Kirche
und schafft ihre Einheit in Christus.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB: Von der Einheit der Christen
Herr Jesus, wer nach deiner Kraft fragte, wurde auf den Vater verwiesen.
Zu ihm lass uns mit deinen Worten rufen:
Vater Unser…
In dir, Herr Jesus, war die Kraft des Friedens lebendig.
Sie sollte weitergehen zu jenen, die in deinem Namen Segen sein wollen.
Darum bitten wir dich, den Auferstandenen, den Sieger über Sünde und Tod:
Schaue nicht auf unsere Sünden…
Wer in mir bleibt
und in wem ich bleibe
der bringt reiche Frucht.
Unser aller Leben
kann nur gelingen
in Einheit mit dir, unserem Gott:
Wenn wir uns an dich binden
wenn wir uns an dir festhalten
wenn du unsere Nahrung bist
wenn du unsere Mitte bleibst.
Wenn wir in dir bleiben
können wir Frucht bringen
reiche Früchte:
Früchte der Barmherzigkeit
Früchte der Zuwendung
Früchte der Verantwortung
Früchte der Liebe.
Wir sind hier bei dir
du bist unsere Speise geworden:
Durchdringe unser Innerstes
gestalte unser Herz
präge unser Denken und Tun
damit wir fruchtbar werden
für dein Reich
und unser Leben
ein erfülltes Leben wird.
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Leib und Seele gesunden.
Gib, daß wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
das heilige Mahl ist ein sichtbares Zeichen,
dass deine Gläubigen in dir eins sind.
Lass diese Feier wirksam werden
für die Einheit der Kirche
Darum bitten wir im heiligen Geist
durch Jesus Christus, unseren Herrn.
MB 11. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament
gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben
in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft
mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Die Wege, die du, Gott, mit uns gehst,
haben einen Anfang in deiner Schöpfung,
sind in deiner Treue bewahrt
und vollenden sich in der Liebe.
Schenke uns ein fröhliches Lachen,
liebevolle Blicke aufeinander
und die Freude,
einander neu zu entdecken.
Dann sind wir wie Reben an einem Weinstock.
Von dir gesegnet.
In Christus,
der dem Tod die Macht genommen hat.
Gott und Schöpfer,
wir haben in den Worten der Schrift von dir gehört
und uns im Mahl deines Sohnes gestärkt.
Dafür danken wir dir.
Gehe mit uns in die neue Woche,
dass wir Zeugen für dich und deine Liebe werden
und bleiben können.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Vater im Himmel,
wenn wir unser Herz öffnen für das Wort, das du uns zusprichst,
dann wirst du uns zeigen, welcher Weg vor uns liegt,
welchen Auftrag wir erfüllen sollen, damit wir Frucht tragen.
Gib uns den Mut, uns dem zu stellen.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Gottes Liebe zu uns war der Beginn der Erlösung.
Er schenke euch seinen Segen.
Jesu Worte und Zeichen machten die Sehnsucht Gottes deutlich.
Er schenke euch seinen Segen.
Der Heilige Geist rührt uns an und sagt: „Lass dich von mir führen!“
Er schenke euch seinen Segen.
So belebe und begleite euch in seiner Kraft
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. – Amen.
1) Bei dir, Jesus, will ich bleiben,
stets in deinem Dienste stehn;
nichts soll mich von dir vertreiben,
will auf deinen Wegen gehn.
Du bist meines Lebens Leben,
meiner Seele Trieb und Kraft,
wie der Weinstock seinen Reben
zuströmt Kraft und Lebenssaft.
2) Könnt ich's irgend besser haben
als bei dir, der allezeit
soviel tausend Gnadengaben
für mich Armen hat bereit?
Könnt ich je getroster werden
als bei dir, Herr Jesu Christ,
dem im Himmel und auf Erden
alle Macht gegeben ist?
3) Wo ist solch ein Herr zu finden,
der, was Jesus tat, mir tut:
mich erkauft von Tod und Sünden
mit dem eignen teuren Blut?
Sollt ich dem nicht angehören,
der sein Leben für mich gab,
sollt ich ihm nicht Treue schwören,
Treue bis in Tod und Grab?
4) Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich
so in Freude wie in Leid;
bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit.
Deines Winks bin ich gewärtig,
auch des Rufs aus dieser Welt;
denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.
5) Bleib mir nah auf dieser Erden,
bleib auch, wenn mein Tag sich neigt,
wenn es nun will Abend werden
und die Nacht herniedersteigt.
Lege segnend dann die Hände
mir aufs müde, schwache Haupt,
sprich: "Mein Kind, hier geht's zu Ende;
aber dort lebt, wer hier glaubt."
6) Bleib mir dann zur Seite stehen,
graut mir vor dem kalten Tod
als dem kühlen, scharfen Wehen
vor dem Himmelsmorgenrot.
Wird mein Auge dunkler, trüber,
dann erleuchte meinen Geist,
dass ich fröhlich zieh hinüber,
wie man nach der Heimat reist.
Philipp Spitta (1833),
https://www.evangeliums.net/lieder/lied_bei_dir_jesu_will_ich_bleiben.html
Als ich im Garten Blumen schnitt
für unseren Tisch, da spürte ich
wie schön es ist, zu blühen,
für andere und sich
und auch, wie das Lebendige
verletzlich ist und wie es sich
verwandelt.
Danke
Christa Peikert-Flaspöhler in: Benedikta Hintersberger (Hrsg); Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Schwabenverlag, Ostfildern 2006.
Gott ist ein großzügiger Geber. Wir können Gottes Großzügigkeit aber nur erkennen und genießen, wenn wir ihn aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit all unseren Kräften lieben.
Solange wir sagen: „Lieber Gott, ich will dich ja lieben, aber zeig mir zuerst, wie großzügig du bist“, werden wir Gott fernbleiben und nicht erfahren können, was Gott uns wirklich geben möchte: Leben, Leben im Überfluss.
Henri Nouwen in: Ludger Hohn Morisch (Hrsg); Für jeden Tag ein gutes Wort. Herderverlag Freiburg - Basel – Wien 2005.
Der Herr gibt den Rosen
ihre Zeit
und mir die meine.
Dass mein Leben
nicht so kurz währt
wie das ihre
danke ich seiner Langmut.
Vielleicht will er
Größeres von mir ernten
als Hagebutten.
Isolde Lachmann in: Du hast mich ans Licht gehoben. Texte von Isolde Lachmann zu Fotos von Elisabeth Fuchs-Hauffen. Groh Verlag Wörthersee und München 1983.
Jeden Morgen, mein Gott,
beginne ich neu mit Dir,
und manchmal heißt das
krummer Rücken und Schweiß
und schwielige Hände.
Aber dass ich trotzdem
kein anderer sein will
und nichts anderes tun will,
ist Deine Morgengabe
an mich.
Isolde Lachmann in: Du hast mich ans Licht gehoben. Texte von Isolde Lachmann zu Fotos von Elisabeth Fuchs-Hauffen. Groh Verlag Wörthersee und München 1983.
Ein bisschen Christ sein,
aber nur ein bisschen;
ein bisschen lieben,
aber nur ein bisschen;
ein bisschen Solidarität,
aber nur ein bisschen;
ein bisschen Mitleid,
aber nur ein bisschen.
Ein bisschen von allem,
aber ja kein bisschen zuviel!
Du Bisschen-Mensch!
Wehe,
würde Gott
dich nur bisschen-weise
lieben!
Aus: Adalbert Ludwig Balling; Liebe rechnet nicht. Missionsverlag Mariannhill, Würzburg 1998.
Deine Geduld möchte ich haben,
sagte der weiße Mann
zum Südsee-Insulaner;
du liegst müßig in der Sonne
und wartest darauf,
dass dir Bananen und Kokosnüsse
reif in den Schoß fallen.
Warum sollte ich nicht,
erwiderte der;
Früchte reifen nicht schneller,
wenn man sie beschimpft.
Früchte werden auch nicht süßer,
wenn man sie tadelt.
Früchte reifen an der Sonne –
und nur wer warten kann,
wird sie ernten dürfen.
Aus: Adalbert Ludwig Balling; Liebe rechnet nicht. Missionsverlag Mariannhill, Würzburg 1998.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Saulus, übereifrig auch in der Verfolgung der jungen Kirche, wird von dem auferstandenen Christus vor Damaskus berufen – als Jünger. Unverständnis einerseits, Angst andererseits bestimmen die Reaktionen der "alten" Jünger. Es ist Barnabas, der Wege ebnet und sich Paulus annimmt, der ihn auch in die Urgemeinde einführt. Wer den späteren Weg des Paulus zu würdigen weiß, wird Barnabas im Gedächtnis behalten müssen. Die Apostelgeschichte erzählt auch, dass das Evangelium sehr menschliche Türöffner braucht. Ohne Barnabas wäre die Bekehrung des Saulus nur eine individuelle Erfahrung, von der niemand zehren könnte.
Für Lukas, der Evangelist, der ein "Doppelwerk" hinterlassen hat, ist im Evangelium wie in der Apostelgeschichte das Wirken des Geistes besonders auffällig und wichtig. In unserer Lesung ist es der Geist, der die Kirche wachsen lässt.
Wer auf dem Weg des Herrn geht und die christliche Lehre annimmt und lebt, sich zu ihr bekennt - wie Saulus es tut, der wird an- und aufgenommen in die Gemeinschaft der an Christus Glaubenden, in die Kirche, für den werden die Jünger Christi zu Brüdern. Wer Christ wird, der wird aber auch verfolgt. Saulus bedrohte gleich ein zweifacher Beschluß, getötet zu werden: einerseits von den Juden, andererseits von den Hellenisten (Vers 23 und Vers 29). Saulus ist aber in seiner Verfolgung nicht alleingelassen. Christen stehen zueinander und treten füreinander ein. Und all das, sagen uns die Worte der Lesung, ist die Frucht des Heiligen Geistes, der die Kirche wachsen läßt (Vers 31). Wer Christ ist, der steht mit seinem Leben für den Glauben, der für ihn selbst das neue Leben ist, ein.