Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Genesis
Nachdem Adam von der Frucht des Baumes gegessen hatte,
rief Gott, der Herr nach ihm
und sprach zu ihm: Wo bist du?
Er antwortete:
Ich habe deine Schritte gehört im Garten;
da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin,
und versteckte mich.
Darauf fragte er:
Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?
Hast du von dem Baum gegessen,
von dem ich dir geboten habe,
davon nicht zu essen?
Adam antwortete:
Die Frau, die du mir beigesellt hast,
sie hat mir von dem Baum gegeben.
So habe ich gegessen.
Gott, der Herr, sprach zu der Frau:
Was hast du getan?
Die Frau antwortete:
Die Schlange hat mich verführt.
So habe ich gegessen.
Da sprach Gott, der Herr, zur Schlange:
Weil du das getan hast, bist du verflucht
unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes.
Auf dem Bauch wirst du kriechen
und Staub fressen alle Tage deines Lebens.
Und Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau,
zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen.
Er trifft dich am Kopf
und du triffst ihn an der Ferse.
Kv: Beim Herrn ist die Huld,
bei ihm ist Erlösung in Fülle. - Kv
Aus den Tiefen rufe ich, HERR, zu dir: *
Mein Herr, höre doch meine Stimme!
Lass deine Ohren achten *
auf mein Flehen um Gnade. - Kv
Würdest du, HERR, die Sünden beachten, *
mein Herr, wer könnte bestehn?
Doch bei dir ist Vergebung, *
damit man in Ehrfurcht dir dient. - Kv
Ich hoffe auf den HERRN, es hofft meine Seele, *
ich warte auf sein Wort. *
Meine Seele wartet auf meinen Herrn /
mehr als Wächter auf den Morgen, *
ja, mehr als Wächter auf den Morgen. - Kv
Israel, warte auf den HERRN, /
denn beim HERRN ist die Huld, *
bei ihm ist Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen *
aus all seinen Sünden. - Kv
Lesung aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korínth.
Schwestern und Brüder!
Wir haben den gleichen Geist des Glaubens,
von dem es in der Schrift heißt:
Ich habe geglaubt, darum habe ich geredet.
Auch wir glauben und darum reden wir.
Denn wir wissen,
dass der, welcher Jesus, den Herrn, auferweckt hat,
auch uns mit Jesus auferwecken
und uns zusammen mit euch vor sich stellen wird.
Alles tun wir euretwegen,
damit immer mehr Menschen
aufgrund der überreich gewordenen Gnade
den Dank vervielfachen
zur Verherrlichung Gottes.
Darum werden wir nicht müde;
wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird,
der innere wird Tag für Tag erneuert.
Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not
schafft uns in maßlosem Übermaß
ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit,
uns, die wir nicht auf das Sichtbare,
sondern auf das Unsichtbare blicken;
denn das Sichtbare ist vergänglich,
das Unsichtbare ist ewig.
Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird,
dann haben wir eine Wohnung von Gott,
ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen.
Und wenn ich über die Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
ging Jesus in ein Haus
und wieder kamen so viele Menschen zusammen,
dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten.
Als seine Angehörigen davon hörten,
machten sie sich auf den Weg,
um ihn mit Gewalt zurückzuholen;
denn sie sagten: Er ist von Sinnen.
Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren,
sagten: Er ist von Beélzebul besessen;
mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus.
Da rief er sie zu sich
und belehrte sie in Gleichnissen:
Wie kann der Satan den Satan austreiben?
Wenn ein Reich in sich gespalten ist,
kann es keinen Bestand haben.
Wenn eine Familie in sich gespalten ist,
kann sie keinen Bestand haben.
Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt
und gespalten ist,
kann er keinen Bestand haben,
sondern es ist um ihn geschehen.
Es kann aber auch keiner
in das Haus des Starken eindringen
und ihm den Hausrat rauben,
wenn er nicht zuerst den Starken fesselt;
erst dann kann er sein Haus plündern.
Amen, ich sage euch:
Alle Vergehen und Lästerungen
werden den Menschen vergeben werden,
so viel sie auch lästern mögen;
wer aber den Heiligen Geist lästert,
der findet in Ewigkeit keine Vergebung,
sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften.
Sie hatten nämlich gesagt:
Er hat einen unreinen Geist.
Da kamen seine Mutter und seine Brüder;
sie blieben draußen stehen
und ließen ihn herausrufen.
Es saßen viele Leute um ihn herum
und man sagte zu ihm:
Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen
und suchen dich.
Er erwiderte:
Wer ist meine Mutter
und wer sind meine Brüder?
Und er blickte auf die Menschen,
die im Kreis um ihn herumsaßen,
und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder.
Wer den Willen Gottes tut,
der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
Den Umgang mit Grenzen, die uns gesetzt werden, zu erlernen, ist nicht nur für Heranwachsende eine herausfordernde Aufgabe. Wann sind Grenzen zu respektieren, wann müssen sie überwunden werden? Da sind Konflikte vorprogrammiert. An ihrer Bewältigung wachsen nicht nur die Kinder sondern auch die Eltern, nicht nur die Jungen sondern auch die Alten.
Die erste Lesung berichtet vom Sündenfall von Adam und Eva, diese Erzählung hat sich nicht nur vor Urzeiten ereignet, sondern geschieht heute bei vielen Menschen jeden Tag. Es geht nicht darum, dass Eva Adam verführt, sondern, wie gehen wir mit unseren Grenzen um. Wir sind versucht, immer über unsere Grenzen zu gehen und das beschert uns schwerwiegende Folgen, für uns persönlich, aber auch für die ganze Welt. Es stellt sich angesichts der großen Krisen unserer Zeit die gleiche Frage wie damals, dürfen wir alles, was wir können?
Die zweite Lesung zeigt uns Paulus, der missioniert, er muss viele Schwierigkeiten bewältigen. Paulus erfährt Desinteresse, hat Probleme mit seiner Gesundheit und wird in den Kerker geworfen. Er empfiehlt uns als Überlebenskonzept den Glauben an die Botschaft von Jesus Christus und die Dankbarkeit im Wissen, was wir durch Jesus geschenkt bekommen.
Im Evangelium hören wir Jesus ist in der Verkündigung des Reiche Gottes äußerst erfolgreich. Viele Menschen kamen, um seine Botschaft zu hören oder vielleicht auch, um geheilt zu werden. Doch sein Verhalten gegenüber seiner Familie überrascht uns und ist uns fremd, es erscheint uns als unangebracht. Das Interesse an ihm ist den Glaubenshütern und seiner Familie aufgefallen und hat Anstoß erregt. Vielleicht wollte die Familie Jesu, dass er angepasst und unauffällig lebt und keine revolutionären Ideen verbreitet. Den Glaubenshütern hat Jesus vor Augen geführt, dass ihre Glaubensvermittlung zum Selbstzweck wurde und sie nicht dem Willen Gottes entsprach. Sie wollten den scharfen Kritiker Jesus ruhigstellen. Dazu griffen sie tief in den Schmutzkübel: Jesus ist irre und mit dem Teufel im Bunde, wurde er verleumdet und vernadert. Diese Methode mit unliebsamen Kritikern umzugehen, kennen wir auch heute. Doch Jesus geht es um den Willen Gottes. Davon lässt er sich in seiner Rede von Gott nicht abbringen, weder von den Pharisäern noch von seiner Familie.
Wir feiern heute den Vatertag. Ein wichtiger Tag, nicht nur für Heranwachsende, die ihrem Vater gratulieren und ihn beschenken, sondern für alle Menschen. Wir alle haben einen Vater. Unser Verhältnis zu unserem Vater beeinflusst unser Leben.
Der Vatertag ist eine gute Gelegenheit mit ihm Kontakt aufzunehmen, mit ihm zu sprechen. Auch Jesus hat aus seiner tiefen Beziehung zu Gott als seinem Vater viel Kraft geschöpft. Es wird uns in der Hl. Schrift immer wieder berichtet, dass er oft mit ihm gesprochen hat. Unser Gespräch mit dem Vater sollte immer von Liebe und Güte getragen sein. Wenn der Vater nicht mehr lebt, kann man auch sein Grab besuchen, es ist nie zu spät, am Verhältnis zum Vater zu arbeiten.
Für die Väter mit kleinen Kindern unter uns, ist der Vatertag eine gute Gelegenheit ihre Rolle als Vater zu überdenken, schenke ich den Kindern genügend Aufmerksamkeit, Zeit und Zärtlichkeit? Sind die Aufgaben in der Kindererziehung gerecht verteilt?
Für die Väter mit erwachsenen Kindern kann das Beispiel Jesu Hilfe sein, wenn wir uns mit der Gedankenwelt unserer Kinder schwertun. Überlegen wir, wie wir mit revolutionären Ideen der Jugend umgehen. Wenn es etwa um den Umweltschutz geht. Wenn Jugendliche wie Jesus, nicht mehr angepasst leben wollen. Bedenken wir, ob es ihnen wie Jesus auch um die Sache geht, nicht nur um die Familie und um das Wohlwollen der Älteren.
Junge Menschen müssen oft erleben, dass tief in die Schmutzkübel gegriffen wird und in Zweifel gezogen wird, was für sie schon klar sichtbar ist. Aber Angepasstheit, Machterhalt und Geschäftsinteressen verhindern oft notwendige Veränderung. Ist, nur weil wir es schon immer so gemacht haben, ein Grund, Neues zu verhindern? Diese Frage stellt sich besonders auch in der Kirche.
Starke Auswirkungen hat das Verlangen nach Angepasstheit der Kinder und Jugendlichen auch für Erwachsene. Es spaltet die Familie und treibt einen Keil zwischen Alte und Junge. Diese müssen oft radikale Methoden anwenden, um ausbrechen zu können. Wenn sie es nicht schaffen, hat das meist schwere Folgen für ihre Psyche und für ihre seelisches Gesundheit.
Liebe Väter, wir können unsere Väterlichkeit tiefer verstehen, und auf Gott schauen? Er ist ein barmherziger Vater. Er freut sich an unserer Freude und leidet an unserem Leid. Mitfühlen, begleiten, zulassen und führen, die Welt schöpferisch gestalten und für Gerechtigkeit eintreten: Das sind Haltungen Gottes die uns allen Vorbild sein können, nicht nur den Vätern.
Josef Muhr, Weistrach, Diözese St. Pälten - josef.muhr@jomu.at
Paradiesische Zustände währen meist nur kurz. Im Leben gilt es viele Konflikte zu bewältigen. Wie kann man dabei zu guten Lösungen im Geiste Jesu kommen?
Konflikte bestimmen unser Leben. Wir können daraus gestärkt hervorgehen oder daran zerbrechen. Das kommt nicht zuletzt auf unsere Grundeinstellung an, ob wir trotz aller Mühsal positiv zu den Dingen des Lebens stehen. Die biblischen Texte dieses Sonntags geben Einblick in Verhaltensweisen und Lebenserfahrungen der Menschheit. Sehr schwierig ist es, in konfliktbeladenen Situationen Ursachenforschung zu betreiben und kühlen Kopf zu bewahren.
Bereits die erste Lesung gibt Einblick in Verhaltensweisen, die man schon bei kleinen Kindern beobachten kann. Sie schieben die Schuld auf andere. „Ich war´s nicht, ich wollte ja gar nicht, aber…“ Da beginnt die Entzweiung und bei Jugendlichen und Erwachsenen kann das zu Feindschaften führen. Die Gabe der „Unterscheidung der Geister“ wäre notwendig. Wir könnten auch von Konfliktmanagement sprechen, das nicht nur mit Schuldzuweisungen arbeitet.
Im Lauf der Geschichte haben wir erfahren wir, dass paradiesische Zustände nicht lange anhalten. Anfänge sind meist von großem Idealismus getragen wie am Beginn einer Ehe, Gründunge einer Partei, Firmengründungen mit Geschäftserfolgen, und es braucht gar nicht viel und es ist mit Friede und Harmonie, mit paradiesischen Zuständen vorbei. Schuld und Versagen einzugestehen, braucht Mut, Wahrheit und Weisheit.
Davon ist auch in der zweiten Lesung die Rede: nicht müde zu werden von der täglichen Erneuerung, auch wenn wir uns Tag für Tag auf neue Herausforderungen einstellen müssen, und es zu Streit und harten Diskussionen kommt. Paulus zeigt das an seinem Glaubensleben. Auch der Glaube benötigt Einsatz, körperlich, geistig, beinahe unaufhörlich, und er mahnt, nicht müde zu werden. Teile unserer Gesellschaft sind erschöpft, apathisch, von den Sorgen des Alltags hergenommen.
Die irdische Pilgerschaft ist zeitweise eine Durststrecke. Vom Zelt ist die Rede. Es deutet an, dass unser Leben nur ein Provisorium mit vielen Mühen ist. Dann aber wird uns die Herrlichkeit Gottes, das dauerhafte ewige Haus zugesichert. Zwei Bilder: Das Zelt, Vorbereitung auf das, was kommt, irdisches Leben. Das Haus, das ewige himmlische Haus, das bleibt, die beglückende Gegenwart, das ewige Jetzt. Zwei Bilder, die in ihrer Aussagekraft begrenzt sind, das dürfen wir nicht vergessen.
Auch das Evangelium spricht von Spaltung, von Streit, vom Satan und Dämonen. Die erste Lesung hat schon von Schuldzuweisung gesprochen. Wir alle streben doch nach Einheit und Harmonie, dennoch gibt es Spaltung, die schon im Menschen grundgelegt ist. Paulus stellt im Römerbrief fest: „Ich will das Gute und tue das Böse.“ (Röm 7,19). Das zeigt sich in Schuldzuweisungen, abfälligen Bemerkungen, Aggression, manchmal sogar in Lügen, aber auch in Unwilligkeit, Bösartigkeit.
Die ärgste Sünde ist die gegen den Heiligen Geist. Das könnte heißen, jemanden gute Absichten abzusprechen, ihn mit Vorurteilen behaften. Da kommt das Dämonische ins Spiel: die Schadensgeister in physischer und psychischer Hinsicht, die den Menschen aufreiben, die ihn unsicher machen, die alles durcheinander bringen. Der diabolos, der "Durcheinanderbringer", so die griechische Bezeichnung für den Teufel. Damit lassen sich Konflikte kaum bereinigen. Vergebung und Versöhnung sind weit entfernt. Dazu kommt bewusste Ablehnung der Gnade, die man sich selber und anderen nicht zugestehen will.
Wer aber den Willen Gottes erfüllt, also nach dem guten Geist sucht, „ist für mich Bruder und Schwester“. Das heißt, die Zusammengehörigkeit der Menschen geht dann weit über Blutsverwandtschaft hinaus, weil wir unter dem Einfluss Gottes stehen, weil der Heilige Geist in uns allen wirksam sein will.
„Der Wille zum Guten ist die Hauptkraft deiner Seele.“ (Peter Dyckhoff, geb. 1937, Priester und Psychologe in: „Wolke des Nichtwissens“).
Ein guter Leitsatz und Vorsatz, bevor man in Spaltungen und Konflikte tiefer hineinrasselt.
Die Anwendung von Gewalt und Gegengewalt folgt meist irrationalen Impulsen und ist meist nicht hilfreich, Probleme zu lösen. Meist werden sie nur vertrieben im Sinne von hinausgeschoben. Vertreibung ist dem Gottesvolk Israel vertraut. Die Vertreibung Andersdenkender erzeugt endlose Flüchtlingsströme. Zur Lösung von Gegensätzen braucht es Denkansätze und andere Kräfte, um Spaltungen zu überwinden.
Im Evangelium heißt es heute von Jesus: Er ist von Sinnen, er hat den Verstand verloren. Seine Angehörigen kommen, um ihn wegzuschleppen, ihn mit Gewalt zurückzuholen. Die Schriftgelehrten meinen gar, er sei von Beelzebul, dem Obersten der Dämonen, besessen, so die Einheitsübersetzung.
Das ist eine Übersetzung und damit schon eine Deutung, die in uns eine Logik in Gang setzt: Wer besessen ist - in Klammer vom Teufel - dem muss der Teufel ausgetrieben werden. Da wird jemand gefesselt, schreit, es geht nicht ohne Gewalt. Wenn er oder sie noch Familie hat, tut diese gut daran, das zu verhindern, ja vielleicht - wie es in unserer Schriftstelle über Jesus heißt - ihren Angehörigen „mit Gewalt zurückzuholen“. Die eine gegen die andere Gewalt also, dazwischen der wehrlose, als besessen betrachtete Mensch.
Da rinnt es mir kalt über den Rücken. Vielleicht fängt die frohe Botschaft schon mit einer sachgerechteren Übersetzung an. Sie verleugnet die Gewalt nicht, bringt sie aber in einen anderen Zusammenhang. Es geht nämlich darum, Dämonen aus einem Haus oder einer Gegend zu vertreiben, statt sie aus einer Person auszutreiben.
Das griechische Wort ekballein bedeutet hinauswerfen, jemanden aus dem Land vertreiben, über die Grenze bringen. Schon im Alten Testament, im Buch Genesis, trifft die ersten Menschen dieses Schicksal. Da ist Gott selbst der Urheber der Vertreibung, nach einer dunklen Geschichte von Verstrickung und Schuldzuweisungen. Den jüdischen Menschen war das Vertriebensein bekannt, Israel lag immer schon am Rande von Großmächten und ihren kriegerischen Interessen.
Das war auch so zur Zeit Jesu und danach. Die Evangelien wurden von Menschen geschrieben, die diese Vertreibungen erlebt hatten: die Realität des vier Jahre dauernden jüdisch-römischen Krieges, die Jahre der Gewalt davor, das Zerreißen der Familien durch Tod oder Verkauf in die Sklaverei, körperliche und seelische Kriegsverletzungen, das verheerte, verwüstete Land. Im Jahr 70 n. Chr. fällt die Hauptstadt Jerusalem mitsamt dem Tempel, und damit auch die religiöse und kulturelle Heimat. Ein Großteil der überlebenden Bevölkerung muss flüchten.
Was gibt den Verbleibenden Hoffnung in dieser Lage? - Sie haben Gewalt mitangesehen, selbst erlebt oder auch ausgeübt. Sie sehnen sich nun nach Frieden: nach einem Stück Land, einer wirtschaftlichen Existenz, einem sicheren Ort, an dem ihre Kinder aufwachsen und gedeihen können, frei vom Schatten der Dämonen und des Todes. Denn die Seelen der Erwachsenen und die ihrer Kinder sind verwüstet, traumatisiert würde man heute sagen. Alle brauchen wieder sicheren Boden, sichere Räume, Beziehungen ohne Gewalt und eine Perspektive für ihr weiteres Leben. Jesus und mit ihm die ersten christlichen Gemeinden wollen solche Räume und Perspektiven schaffen und damit die Dämonen vertreiben.
Auf diesem Hintergrund noch ein paar Sätze zur heutigen Schriftstelle. Was Jesus genau bewegt, dass er „von Sinnen“, ganz außer sich ist, wissen wir nicht. Er ist offenbar tief erschüttert von konkreten Erfahrungen von Gewalt und Zerstörung. Vielleicht zweifelt er an seinem Auftrag, was er als einzelner überhaupt bewirken kann. Er ringt mit dämonischen Mächten.
Also sind seine Angehörigen in Sorge um ihn und wollen ihn mit Gewalt heimholen. Die Gewalt von anderer Seite schlägt ihm entgegen, weil er mit seiner Botschaft von Frieden und seinen heilenden Aktivitäten provoziert. Er macht sich nicht zum Opfer, weder der einen noch der anderen Seite. Er verweigert sich der Dämonisierung seiner Person - sie sagen, „er trägt den Beelzebul in sich“ - und er dämonisiert auch seine Gegner nicht. Er bringt ihre Logik ins Wanken und lässt sie einmal nachdenken. Wie kann denn ein Satan einen anderen vertreiben? Braucht es nicht eine ganz anders geartete Macht, die einem gespaltenen Haus, einem gespaltenen Land, Sicherheit gibt, sodass die Dämonen daraus vertrieben werden?
Vielleicht brauchen wir auch heute diese Botschaft:
• andere Menschen, Gruppen, Völker nicht zu dämonisieren,
• im Umgang mit kritischen Situationen Gewalt möglichst zu vermeiden,
• an der Aufhebung von Spaltung zu arbeiten - im eigenen Haus, im eigenen Land, in Europa, weltweit,
• der Logik von Rüstung und Aufrüstung, Gewalt und Gegengewalt entgegenzutreten,
also Dämonen zu vertreiben, um sichere Räume zu schaffen.
© Dr.in Maria Prieler-Woldan, Linz
Jesus als Besessenen zu bezeichnen, ihn zum Irren zu stempeln, ist ein perfider Untergriff seiner Gegner. Wer darauf schaut, was er tut, stellt fest, dass dies das Gegenteil dessen ist, was der Diabolos, der Verwirrer, der Teufel tut: er verbindet, stiftet Einheit, Frieden statt zu verwirren und zu entzweien.
Was ist denn hier los? Haben Sie auch gehört, was ich gehört habe? Jesus – ein Irrer. Man muss ihn vor sich schützen – und die anderen vor ihm. Toll! Evangelium unseres Herrn Jesus Christus! Erst sind es die Angehörigen Jesu (oder seine "bucklige Verwandschaft"?), dann auch die Schriftgelehrten. Sie bringen Jesus gar mit Beelzebul in Verbindung, dem Gott der Fliegen. Dem Herren aller Dämonen. Dem Chef der bösen Geister. Besessen nennen sie Jesus. Besessen! Ihn, der Dämonen austreibt, der es mit Tod und Teufel aufnimmt.
Entschuldigung, mit einem Irren muss man sich nicht länger abgeben, schon gar nicht auf ihn hören. Oder? Kaum ein Vorwurf zieht so weite Kreise wie der, jemand sei verrückt. Oder von Sinnen. Dann ist alles klar. Vorsichtshalber: Für klar gehalten. Der Irre dort – wir hier. So mancher Machthaber hat mit einem solchen Verdikt Menschen aus dem Verkehr gezogen und zum Schweigen gebracht. Viele für immer. In einer Irrenanstalt.
Soll Jesus auch weggesperrt werden? So deutlich wird das nicht gesagt, aber es fehlt nicht viel. Die Familie Jesu macht da keine gute Figur. Die Schriftgelehrten bringen dann gleich auch noch die rationale Begründung mit: Jesus sei besessen. Ist jetzt die Gelegenheit gekommen, sich eines Kritikers – oder eines Propheten – oder einfach eines Menschen zu entledigen? Irre ist – ja, was, wer ist irre?
Wenn ein Reich in sich gespalten ist,
kann es keinen Bestand haben.
Wenn eine Familie in sich gespalten ist,
kann sie keinen Bestand haben.
Das sagt Jesus dazu. Mit einfachen Worten erzählt er den Menschen, was böse Geister unter Menschen anrichten.
Familien können ein Lied davon singen. Eine Frau erzählt, dass sie die Straßenseite wechselt, wenn sie ihren Bruder sieht. Sie wohnen an einem Ort, aber die Mauern sind so hoch, dass sie nicht mehr überwunden werden. Was vorgefallen ist? Nur ein kleiner Erbstreit. Eigentlich – nur. Aber die Frau kann schon lange nicht mehr gut schlafen. Böse Erinnerungen haben sich in ihre Träume eingeschlichen.
Völker können ein Lied davon singen. Menschen sind im Bann vieler alter Geschichten, die wie Gespenster über Friedhöfe, Dörfer und Erzählungen wabern. Worte sind vergiftet. Leichen warten in den Kellern, neu zu erwachen. Ein Misstrauen liegt in der Luft. Und die Klage hört nicht auf, über die anderen. Es will nicht mehr zusammenwachsen, was zusammengehört.
Jesus spricht von Trennungen, von Zerreißproben, von verlorener Einheit. Er könnte auch von Verschwörungstheorien sprechen. Überhaupt davon, wie Menschen sich in Sprechblasen zurückziehen und sich vor einander zu schützen glauben. Wenn es nur Meinungsverschiedenheiten wären, der Reichtum unterschiedlicher Sichtweisen. Es ist ein tödliches Gemisch von Hoffnungslosigkeit und Hass, das Menschen trennt, gegeneinander aufbringt und eine große Verlorenheit bringt. Nennen wir es ruhig „Hölle“.
Und Jesus soll von Sinnen sein?
Seht ihr nicht, was der Satan macht? Der Verwirrer? Der Diabolos? Er spielt mit Menschen, er spielt mit euch. Und ihr tut so, als hättet ihr alles in der Hand. In eurer Hand! Herren der Geschichte, der Ereignisse, der Situationen. Bedenken und Zweifel wischt ihr weg, indem ihr die Wahrheit einfach „irre“ nennt.
Und Jesus soll von Sinnen sein?
So viele Menschen kamen zusammen, dass Jesus und seine Jünger nicht einmal essen konnten.
Eine große Sehnsucht steckt in dieser kleinen Szene: Menschen warten darauf, geheilt, getröstet, geliebt zu werden. Für sie hat Jesus Zeit, alle Zeit der Welt. Die bösen Geister sollen keinen Raum mehr haben für ihre Spielchen. Spielchen mit der Angst, mit der Macht, mit der Resignation. Dabei haben viele böse Geister Augen und Ohren, eine Nase, einen Mund. Menschen, die andere klein machen und klein halten.
Und Jesus soll von Sinnen sein?
Die Rede, die Jesus hält, lässt nicht erkennen, dass er von dem Ansinnen der Familie und der Schriftgelehrten besonders beeindruckt wäre. Er sagt nicht einmal etwas unerwartet Neues – wer Jesus vorher hörte, wer Jesus vorher sah, fühlt sich wie zu Hause. Ein Satz hat es mir besonders angetan:
Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt
und gespalten ist,
kann er keinen Bestand haben,
sondern es ist um ihn geschehen.
Wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt … Ist das zu erwarten? Der doch nicht, schießt mir durch den Kopf. Aber warum? Alles, was Jesus tut, was er in Worte kleidet, bringt den Satan durcheinander. Mehr, der Satan scheitert an sich. Sein Programm geht nicht auf. Seine Propaganda verfängt nicht. Seine Spielchen fliegen auf.
Es ist um ihn geschehen.
Solange Menschen in seinem Bann sind oder mit ihm paktieren, stolziert er von Erfolg zu Erfolg. So unerkannt, dass Menschen nicht einmal ahnen, dass er es auf sie abgesehen hat. Aber der, der – angeblich – von Sinnen sein soll, der als ein Besessener tituliert wird, nimmt dem Satan mit seiner Liebe zu den Menschen die Luft zu Atmen.
Es ist um ihn geschehen.
Sage nur keiner, es gäbe ihn nicht. Den Satan. Den Verwirrer. Den Gott der Fliegen. Es stinkt nach ihm in den besten Sendezeiten, an den schönsten Orten, bei den gelecktesten Treffen. Dabei sieht er so menschlich aus.
Und Jesus verwirrt den Verwirrer. Er, der nicht an Liebe glauben kann, wird von seiner Liebe überwunden. Wer sich auf Jesus und seine Liebe einlässt, ist ihm Bruder, Schwester, Vater, Mutter – alles.
Was ist denn hier los? Haben Sie auch gehört, was ich gehört habe? Jesus – ein Irrer… Das kann man „irre“ nennen. Oder auch „besessen“ – nur eben anders. Toll! Evangelium unseres Herrn Jesus Christus!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Der schroffe Umgang Jesu mit seiner Familie irritiert zunächst. Jesus ist die Bindung an Gott wichtiger als die Familienbande. Die Bindung an Gott gibt ihm Freiheit und ermöglich Beziehungen zu Menschen, die von der Gesellschaft und der eigenen Familie ausgegrenzt werden.
Im heutigen Evangelium werden drei Themen in den Blick gestellt. Erstens: Jesus wird von Angehörigen aus der eigenen Verwandtschaft abgelehnt. Zweitens: Seine Gegner, die Schriftgelehrten, beschuldigen ihn, mit Beelzebul, dem obersten Teufel, zusammenzuarbeiten. Drittens: Jesus gibt nicht um jeden Preis der leiblichen Familie und Verwandtschaft den Vorrang. Ihm ist in erster Linie eine geistige Verwandtschaft wichtig.
Jesus geht es um das Tun des Willens Gottes. Darin wird er von vielen missverstanden; auch von der eigenen Familie.
Die erste Lesung erzählt, wie Gott nach dem Sündenfall den Menschen in die Verantwortung ruft. Dies kann als Ausdruck seiner Sorge verstanden werden.
Paulus animiert die Christen in Korinth, dankbar zu sein. Er selbst dankt immer wieder Gott und Christus trotz aller Schwierigkeiten, die ihm in seinem Aposteldienst begegnen. Dankbarkeit gibt Kraft und Zufriedenheit und beflügelt.
Wenn wir kirchlicherseits vom Bösen reden, oder gar vom personifizierten Bösen, dem Satan, werden wir oft belächelt. In unserer rationalistischen Weltsicht scheint dafür kein Platz zu sein. Andererseits sind wir schockiert und halten wir den Atem an, wenn die Medien von unvorstellbaren und unbegreiflichen Gräueltaten berichten.
Die Bibel erzählt uns, dass Jesus dem Bösen in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen entgegentritt. Er schafft Raum für das Gute und lädt uns ein, an einer Welt, in der das Gute Oberhand behält, mitzubauen.
Die Heiligen Schriften stellen uns Gott väterlich und mütterlich vor als einen, der für seine Geschöpfe wie ein guter Vater und auch wie eine gute Mutter sorgt.
Am Vatertag werden wir daran erinnert, dass wir unseren Vätern und Müttern Dank schulden. Der Blick auf den väterlich-mütterlichen Gott fordert uns darüber hinaus auf, für eine Welt zu sorgen, in der Menschen füreinander da sind und sich alle Menschen gut entfalten können.
Im heutigen Evangelium ist von Dämonen die Rede, von Beelzebul, dem Obersten von ihnen. Da fühlen wir uns vielleicht ins Mittelalter zurückversetzt. Dämonen austreiben - da kommen Bilder von Exorzismus - und der Teufel springt aus einem Menschen heraus...
Wir behelfen uns heute mit medizinischen Erklärungen: Bei den Dämonen geht es vielleicht um psychische Krankheiten, um Epilepsie oder Ähnliches. Wird das aber dem biblischen Text gerecht? Im Griechischen steht nämlich: ver-treiben statt aus-treiben. „Vertrieben“ wurden schon unsere Ureltern aus dem Paradies, ihrem Land und Heimatboden. Seither reißt der Strom von Menschen nicht ab, die aufgrund von Kriegsereignissen zu Flüchtlingen werden. Nach der biblischen Botschaft sollen aber nicht die Menschen, sondern die Dämonen vertrieben werden, von Gebieten und Bereichen, wo Menschen ihr Zuhause haben. Jesus beauftragt damals und heute seine Jünger und Jüngerinnen: „Werft die Dämonen hinaus!“
© Dr.in Maria Prieler-Woldan, Linz.
Schöne Tage haben wir erlebt. Sonnenschein. Geöffnete Terrassen. Hoffnungsschimmer überall. Wieder ein bisschen Normalität – sehnlich erwartet. Ob alles so werden kann wie früher? Ob nicht manches sich ändern muss? Wir sehen Spannungen und Risse. Wir nehmen Ängste und Sorgen wahr. Wir freuen uns über jedes kleine Glück.
Paulus hat in einem Brief, den wir heute lesen, geschrieben:
„Wir werden nicht müde;
wenn auch unser äußerer Mensch aufgerieben wird,
der innere wird Tag für Tag erneuert.“
Wir werden nicht müde…
Dich, Herr, rufen wir an:
Jesu großes Anliegen bestand darin; dass wir das Leben in Fülle haben. Das „Leben in Fülle“ ist nicht gleichzusetzen mit einem sorglosen Leben ohne Probleme oder Schicksalsschläge. Nicht einmal Jesu wahrhaft erfülltes Leben war frei von Mühe, Leid, Ablehnung. Erfüllt leben ist das Streben, sich nicht vom Weg der Liebe und tiefer Verbundenheit mit Gott abbringen zu lassen – selbst dann nicht, wenn das Glück nur aus der Ferne winkt. Wie wir dies erreichen können, dazu gibt uns Paulus in der Lesung aus dem 2. Korinther-Brief einen wertvollen Hinweis.
Wenden wir uns Christus zu, der uns Kraft schenken möchte, nach erfülltem Leben zu streben.
Wes Geistes Kinder wir sind, hören wir heute im Evangelium. Dass wir auch die bösen Geister kennen, manchmal sogar rufen, können wir erzählen, beklagen - oder auch verdrängen. Dass Jesus sie austreibt, ist eine Zusage, die uns das Leben neu aufschließt.
Im Psalm 27 heißt es:
Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist die Kraft meines Lebens;
vor wem sollte mir bangen?
Meine Bedränger und Feinde,
sie müssen straucheln und fallen.
Darum bitten wir ihn:
Guter Gott,
oft sind wir versucht, nur auf unsere eigenen Vorteile zu achten und oberflächlichen Impulsen zu folgen.
Herr, erbarme dich.
Oft sind wir nicht bereit, Verantwortung für unser Denken, Reden und Tun zu übernehmen und schieben diese auf andere ab.
Christus, erbarme dich.
Oft meiden wir den Kontakt zu dir, und bemühen uns nur wenig, deinen Willen zu erkennen.
Herr, erbarme dich.
Herr,
in der Coronazeit haben wir viele Hoffnungen kommen und gehen sehen.
Ein Flickenteppich liegt in unseren Herzen.
Wir sind müde geworden.
Herr, erbarme dich.
Christus,
Menschen erheben Schuldvorwürfe,
andere fliehen in Verschwörungstheorien.
Uns fehlen die Worte.
Es fällt uns schwer, aufzustehen.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir wünschen uns, in unserem Leben klar zu kommen.
Viele Anforderungen sind uns über den Kopf gewachsen.
Ein neuer Tag beginnt.
Herr, erbarme dich.
Paulus schreibt:
„Die kleine Last unserer gegenwärtigen Not
schafft uns in maßlosem Übermaß
ein ewiges Gewicht an Herrlichkeit,
uns, die wir nicht auf das Sichtbare,
sondern auf das Unsichtbare blicken.“
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr,
manchmal schaffen wir es mit Worten,
Gesichter und Gedanken zu verfinstern.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast ein gutes Wort für uns,
unsere Schattenseiten geraten in ein warmes Licht.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wir rufen Geister auf den Plan, derer wir nicht Herr werden.
Schenke uns deinen Geist.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist der Sohn Gottes.
Herr, erbarme dich.
Ganz Mensch hast du unter den Menschen gelebt.
Christus erbarme dich.
Deshalb kennst du uns.
Auf dich können wir vertrauen.
Herr erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen, uns ein Beispiel der Liebe des Vaters zu sein.
Herr, erbarme dich.
Du warst allen Menschen in geschwisterlicher Liebe zugewandt.
Christus, erbarme dich.
Du hast deine Jüngerinnen und Jünger – und damit auch uns -aufgefordert,
deine frohmachende Botschaft weiterzutragen.
Herr, erbarme dich.
Wenden wir uns dem Herrn zu mit der Bitte:
Herr Jesus Christus,
du bist unser Vorbild.
Herr, erbarme dich.
Du rufst uns auf, dein Denken und Handeln nachzuahmen.
Christus, erbarme dich.
Durch das Wirken des Hl. Geistes willst du uns die nötige Kraft und Ausdauer verleihen.
Herr, erbarme dich.
Dir, Herr, vertrauen wir uns neu an.
Du willst uns auf unserem Lebensweg begleiten.
Dafür danken wir dir mit Vertrauen und Zuversicht in deine Hilfe. – Amen.
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
MB Die Bittmesse
Herr.
Du kennst unser Elend.
Wir reden miteinander und verstehen uns nicht.
Wir schließen Verträge und vertragen uns nicht.
Wir sprechen vom Frieden und rüsten uns zum Krieg.
Zeige uns einen Ausweg.
Sende deinen Geist,
damit er den Kreis des Bösen durchbricht
und das Angesicht der Erde erneuert.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 18
Allmächtiger Gott,
übe Nachsicht mit unserer Schwäche,
und damit wir imstande sind,
den Kampf mit den Mächten des Bösen zu bestehen,
strecke deine Hand aus und schütze uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Samstag nach Aschermittwoch
Gott, unser Vater.
Um deinen Frieden zu bringen
in unsere Welt voll Spannung und Streit,
ist dein Sohn zu uns gekommen
und hat sein Leben eingesetzt.
Er lebte nicht für sich, sondern gab sich dahin.
Laß uns erfassen, was er getan hat.
Hilf uns,
mit ihm dem Frieden und der Versöhnung zu dienen,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.
MB Auswahl 21
Guter Gott.
Durch deinen Sohn Jesus Christus
hast du begonnen,
unter uns Menschen
dem Frieden und der Versöhnung Raum zu schaffen.
Mach uns
zu einer offenen und brüderlichen Gemeinde.
Hilf uns, daß wir um seinetwillen
einander annehmen und zu verstehen suchen,
auch wo wir verschiedener Meinung sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 34
Guter Gott,
du hast uns auf den Weg des Glaubens gerufen
und uns dein Evangelium anvertraut.
Lass uns auf diesem Weg bleiben
und einander unterstützen,
sodass bei uns Einsicht und Verständnis wachsen,
dass wir uns um Frieden bemühen
und glaubwürdig für das Evangelium eintreten.
Darum bitten wir dich
in der Kraft des Heiligen Geistes. - Amen.
© Dr.in Maria Prieler-Woldan, Linz.
Für den Sonnenschein danken wir dir,
Gott, der du die Finsternis durchbrichst.
Für deine Liebe,
die unsere Tage hell macht.
Wir sind glücklich über viele Perspektiven,
die uns neu zuwachsen,
die wir auch teilen können.
Wir freuen uns
über menschliche Nähe,
über aufgefangene Traurigkeit
über alle guten Geister.
Hilf uns, deinem Wort zu trauen.
Du hast dem Tod seine Macht genommen
und uns die große Freiheit deiner Kinder geschenkt
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Gott, der du grenzenlos vielfältig bist,
der du unsere Begrenztheit kennst,
öffne unsere Sinne für dein Wort,
dass es uns für die kommende Woche zur Orientierung wird.
Sättige uns mit deinem Brot,
dass es uns in guten und schweren Stunden Wegzehrung sei.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Gott, unser Vater,
die letzten Tage gehen uns noch nach.
Vieles haben wir geschafft,
vieles liegengelassen,
vieles aus den Augen verloren.
Wir befehlen dir alles.
Heute bitten wir dich um deinen Geist.
Dann können wir über die Dinge reden, die uns belasten,
dann können wir uns gegenseitig annehmen und verstehen,
dann treten wir aus Teufelskreisläufen und Schatten heraus
in die große Freiheit deiner Kinder.
Durch Christus, unseren Herrn und Bruder.
Guter Gott!
Jesus hat dich uns als fürsorglichen Vater vorgestellt und uns aufgefordert, mit alle unseren Bitten zu dir zu kommen.
Wir bitten dich:
Für alle Männer, die sich väterlich für ihre Familie einsetzen.
Gib ihnen die Kraft, liebende Partner der ihnen anvertrauten Menschen zu sein.
Für alle Mütter, die große Lasten auf sich nehmen, um für ihre Familie da zu sein und zugleich auch einem Beruf nachgehen zu können.
Schenke ihnen dazu die nötige Kraft und lass sie Hochachtung und gesellschaftliche Anerkennung erfahren.
Für alle Frauen und Männer, die keine eigenen Kinder haben können oder sich entschieden haben, keine Kinder zu haben.
Lass sie auf andere Weise zu väterlichen und mütterlichen Menschen werden, die sich auf je eigene Weise für das Wohl der Mitmenschen einsetzen.
Für alle Frauen und Männer, die sich in diesen Tagen als Volksvertreter der Wahl stellen.
Lass sie Erfüllung in ihrem Dienst an den Menschen finden und sich ihrer Verantwortung für sie bewusst bleiben.
Für alle unsere Verstorbenen; insbesondere für alle verstorbenen Väter und Mütter, wie auch für die verstorbenen Lehrer und Seelsorger.
Vergilt ihnen, was sie für uns Gutes getan haben.
Jesus hat gesagt: Wer den Willen Gottes tut, ist mir Bruder, Schwester und Mutter.
Guter Gott und Vater, hilf uns, deinen Willen zu erforschen und zur Richtschnur unseres Lebens zu machen. – Amen.
Guter Gott,
wir denken an die vielen Menschen, die nicht in Ruhe, Frieden und Freiheit leben können, weil ihr Land vom Krieg beherrscht wird: Menschen in der Ukraine und Russland, in Israel und Gaza, und in vielen anderen Gebieten der Welt. – Stille
Wir denken an die unzähligen Menschen auf der Flucht: vor Krieg, Gewalt, Klimakatastrophen. Eltern, die ihre Kinder nicht ernähren und zur Schule schicken können; Frauen, die sich ständig vor Vergewaltigung in Acht nehmen müssen; Jugendliche, die in Lagern hinter Zäunen aufwachsen. – Stille
Wir denken an die verwüstete Erde: durch Kriegsfahrzeuge, durch Minen, durch Niederbrennen der Ernte. An die verwüstete Kultur: Häuser, Krankenhäuser, Bibliotheken in Schutt und Asche und an die verwüsteten Herzen und Seelen der Menschen. – Stille
Wir denken auch an unsere persönlichen Anliegen und vertrauen sie dir an. – Stille
So rufen wir zu Dir, guter Gott, durch Christus, unseren Herrn und Bruder und in der Kraft des Heiligen Geistes. Amen.
© Dr.in Maria Prieler-Woldan, Linz
Gott sieht uns so wie wir sind. Da hilft kein Verstecken. Aber im Vertrauen auf ihn und seine Nähe kann sich unsere enge Existenz weiten. Vor ihn lasst uns mit unseren Bitten treten:
Durch die Taufe gehören wir zur Kirche und damit zu Jesu Familie.
Schenke uns die Gnade, uns in unserem Handeln daran zu orientieren.
Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut unserer Demokratie.
Stärke in uns eine Streitkultur, die anderen in Achtung und Bereitschaft zur Versöhnung begegnet.
Familie wird heute oft sehr situationsbezogen definiert, baut aber immer auf ein füreinander Dasein und Sorgen auf.
Vergilt allen Männern, die als Väter Hingabe an ihre Familie leben, all das, was dabei unbemerkt und unbedankt zurückbleibt.
Mitten in der alltäglichen Betriebsamkeit vergessen wir oft das Geschenk, das in jedem Augenblick des Lebens steckt.
Hilf uns offen, heiter und dankbar die Kostbarkeit des Lebens zu genießen.
Im Vertrauen auf den Heiligen Geist, der uns tröstet und begleitet, empfehlen wir dir die Verstorbenen unserer Familien an und all jene, an die niemand mehr denkt.
Gott,
den wir mit Christus unserem Bruder und Herrn Vater nennen dürfen, erhöre diese ausgesprochenen Bitten und alle jene, die wir still im Herzen tragen. - Amen.
Herr, unser Gott,
wir dürfen dich Vater nennen und Jesus, deinen Sohn, Bruder.
Wir bitten dich:
Immer mehr Menschen verhärten innerlich, versprühen Hass, sind Argumenten nicht mehr zugänglich.
Wir legen sie an dein Herz, dass sie spüren, dass ihr Weg der falsche ist, und sie den Weg der Liebe erkennen.
Heute am Wahltag denken wir auch jener Politikerinnen und Politiker, die nur an ihr eigenes Wohl denken, an ihren Machterhalt und ihren Vorteil.
Wir legen Sie dir ans Herz, dass sie spüren, dass ihr Weg der falsche ist und sie erkennen, dass sie für die ihnen Anvertrauten da sein sollten.
Auch wir schieben gerne mal die Verantwortung auf andere, weil es schwer auszuhalten ist vor sich und vor den Menschen die eigenen Schuld einzugestehen.
Wir legen uns selbst dir ans Herz, damit wir erkennen, dass ein gelungenes Leben nur in Aufrichtigkeit vor sich selbst und den Menschen möglich ist.
Viele Menschen sind unsicher und voller Zweifel im Glauben, so wie auch wir manchmal zweifeln, weil uns Gewissheit fehlt.
Wir legen sie und uns selbst an dein Herz, damit wir lernen, das Geheimnis deiner grenzenlosen Liebe zu erkennen und auszuhalten.
In unserer Welt nehmen Umweltkatastrophen zu, wie wir gerade in Bayern und Baden-Württemberg erleben. Dennoch neigen wir dazu, in unseren gewohnten Bahnen zu bleiben und nur auf das zu vertrauen, was wir kennen.
Wir legen dir die Betroffenen ans Herz, dass du ihnen beistehen mögest und uns, damit wir erkennen, dass alles getan werden muss, ihnen zu helfen und unsere Natur zu erhalten.
Auch unsere Verstorbenen legen wir dir ans Herz.
Nimm sie auf in dein Reich.
Guter Gott,
dein Sohn hat gesagt: wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter. Wir möchten zu seiner Familie gehören. Stärke uns, damit wir immer wieder die Wege finden, die uns zu ihm führen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Im Evangelium werden wir in einen Konflikt Jesu mit seiner Familie und den Schriftgelehrten verwickelt. Gespannt verfolgen wir die Vorwürfe. Während die einen sagen, Jesus sei von Sinnen, die anderen, er sei besessen, vertreibt Jesus die bösen Geister aus dem Leben der Menschen und heilt sie.
Wir beten:
Für die Menschen, die nicht verstanden werden sollen.
Hilf ihnen, Gehör zu finden.
Herr, vertreibe die bösen Geister!
Für die Menschen, die Auffassungen vertreten, die verletzen.
Hilf ihnen, Wunden zu heilen.
Für die Menschen, die psychisch krank sind.
Hilf ihnen, einen Platz im Leben zu finden..
Für die Menschen, die sich in ihren Familien überwerfen.
Hilf ihnen, wieder zu einander zu finden.
Für die Menschen, die an alten Geschichten ersticken.
Hilf ihnen, sich zu versöhnen.
Du, Herr, siehst uns.
Du siehst unsere Trennungen und Wunden,
unsere Ängste und Schuldverstrickungen.
Schenke uns deinen Geist! – Amen.
In Jesus wird Gott Mensch und stellt so die Beziehung zwischen Mensch und Gott wieder her, die immer dann zerbricht, wenn der Mensch versucht, selbst die Stelle Gottes einzunehmen.
Christus, der um unsere Schwächen weiß, vertrauen wir unsere Bitten an:
Um ein Miteinander auf Augenhöhe zwischen den Religionen, den Kirchen und in unseren christlichen Gemeinden.
Um die Überwindung von Hass, Neid, Rachefantasien nach erfahrener in unserem Staat, in der Gesellschaft und in Familien.
Um die Fähigkeit zu Verständnis und Toleranz für die nachfolgenden Generationen, wenn sie eigene Wege gehen.
Um das rechte Balance zwischen der eigenen Selbstverwirklichung und einem Leben in der Nachfolge als deine Jüngerinnen und Jünger.
Um die Aufnahme in dein ewiges Reich für unsere Verstorbenen.
In deiner göttlichen Wirklichkeit fühlen wir uns geborgen und gut aufgehoben.
Dir, unserem Erlöser, danken wir,
dich loben und preisen wir mit dem Vater und dem Heiligen Geist j
etzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
gegen alle Kritik hast du dich denen zugewendet, die ins Abseits gedrängt wurden, wenig Achtung und kaum Hilfe erfuhren.
Wir bitten dich:
Hilf Menschen, Völkern und Gruppen wieder zueinander zu finden,
die sich voneinander entfernt haben.
Christus, höre uns!
Schenke deinen Segen und viel Kraft allen,
die sich Leidender und Hilfsbedürftiger annehmen.
Bewege alle, die Macht haben oder Einfluss nehmen können,
sich für Gerechtigkeit und das Wohlergehen der Menschen einzusetzen.
Berufe und befähige immer neu Männer und Frauen,
deine Botschaft so zu verkünden, dass sie zu Herzen geht.
Ermutige jeden,
von Irrwegen entschlossen umzukehren.
Lass Sterbende - neben guten Begleitern – in besonderer Weise deinen Beistand erfahren
und nimm die Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.
Herr Jesus Christus,
deine Liebe kennt keine Grenzen.
Du bist die Quelle, aus der wir vielfältig schöpfen dürfen.
Dafür danken wir dir. – Amen.
Im Evangelium hörten wir, dass Jesus die Dämonen austreibt.
Was im Zwielicht beginnt,
wird zu einer machtvollen Demonstration der Herrschaft Gottes
über alle bösen Geister.
Als Menschen, die Angst haben und oft auch Angst machen, bitten wir:
Herr, dir befehlen wir die Menschen, die in Syrien Hass säen,
mit Gewalt Macht erhalten
und selbst kleinste Hoffnungen kaputt machen
Wir bitten dich: Herr, schenke uns deinen Geist.
Dir vertrauen wir die Menschen an,
die in vielen Krisensitzungen bösen Gedanken und Worten Paroli bieten,
die sich nicht einschüchtern lassen
und Ideen entwickeln, Frieden zu finden.
Wir bitten dich: Herr, schenke uns deinen Geist.
Dir legen wir die Menschen ans Herz,
die im Süden Europas mit den fatalen Folgen der Finanzkrise fertig werden müssen,
die um ihre Zukunft fürchten
und nicht verstehen, was mit ihnen geschieht.
Wir bitten dich: Herr, schenke uns deinen Geist.
Dir befehlen wir die Menschen,
die in den Machtzentralen der Europäischen Union
Schutzkonzepte erarbeiten, Lasten verteilen
und um Vertrauen werben.
Wir bitten dich: Herr, schenke uns deinen Geist.
Dir vertrauen wir die Menschen an,
die in ihrer alltäglichen Arbeit fair miteinander umgehen,
Mobbing ächten
und in kritischen Situationen Stimmungen auffangen.
Wir bitten dich: Herr, schenke uns deinen Geist.
Dir legen wir die Menschen ans Herz,
die auf ein erfülltes Leben zurückschauen,
ohne Bitterkeit Abschied nehmen können
und im Frieden mit sich und anderen sterben.
Wir bitten dich: Herr, schenke uns deinen Geist.
Du, Herr, hast gesagt:
Kehrt um - das Reich Gottes ist nahe.
Dich bitten wir:
Lass uns im Licht deines Reiches leben.
Herr, sieh gütig auf dein Volk,
das sich zu deinem Lob versammelt hat.
Nimm an, was wir darbringen,
und mehre durch diese Feier unsere Liebe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Herr und Vater,
was wir für dieses heilige Mahl bereitet haben,
das nimm gnädig in das Geheimnis deines Sohnes auf.
Er ist schuldlos um der Schuldigen willen in den Tod gegangen. -
Erlöse uns von aller Bosheit
und reinige uns durch seine Reinheit.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 5
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
An deinem Tisch, Herr,
finden wir alle Platz.
Du teilst mit uns Brot und Wein.
Wir erzählen dir von den Wegen,
die wir gegangen sind,
du erzählst uns, immer schon
mit uns unterwegs gewesen zu sein.
Brot und Wein nimmst du in deine Hand.
Dann schenkst du uns – dich.
Leib und Blut,
deine Liebe ganz.
Einmal werden wir in deinem Reich
an deinem Tisch sitzen.
Komm, unser Herr! – Amen.
Kehrvers:
Herr unser Herrscher,
wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde. (GL 33,1)
Guter und großer Gott,
wir werden nicht müde, dich zu ehren
und den Dank zu vervielfachen, den wir dir schulden.
Jesus, dein Sohn, hat sich als Messias erwiesen
und uns von der Macht des Bösen befreit.
Kehrvers
Er hat in seinen Taten und Worten das Reich Gottes angekündigt.
Kranke und vom Geist des Bösen Gequälte hat er von ihren Leiden geheilt
und die Vergebung der Sünden allen zugesagt,
die sich dem heiligen Geist Gottes öffnen.
Allen, die auf ihn hörten, hat er den Willen Gottes kundgetan
und sie als Bruder, Schwester oder Mutter erkannt.
Kehrvers
Darum richten auch wir unseren Blick auf das Unsichtbare
und das nicht von Menschenhand errichtete ewige Haus im Himmel.
Wir stimmen ein in den Lobgesang aller,
die an das machtvolle Wirken Gottes glauben
und die Herrlichkeit des Himmelreiches erwarten.
Danklied, z. B: Lasst uns loben, freudig loben (GL 489)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Jesus in unserer Mitte
wir
seine Brüder und Schwestern
Jesus in uns
als Mitte unseres Lebens
das will er sein
das ist Gottes Wille:
wir Menschenkinder
als Gotteskinder
jetzt und hier
aber auch im Alltag
in Beruf und Freizeit
Jesus als Mitte
unseres Seins und Handelns
dann
sind wir Gotteskinder
Jesu Brüder und Schwestern
Barmherziger Gott,
die heilende Kraft dieses Sakramentes
befreie uns von allem verkehrten Streben
und führe uns auf den rechten Weg.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
das Sakrament, das wir empfangen haben,
sei uns Heilmittel gegen das Böse in unserem Herzen
und Schutz in jeder Gefahr.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Mittwoch der 5. Woche der Fastenzeit
Guter Gott,
du hast uns die frohe Botschaft verkündet
und uns an deinem Tisch versammelt.
Lass uns in Frieden leben.
Lass uns Frieden stiften.
Lass uns an Frieden und Gerechtigkeit glauben
und uns dafür einsetzen. – Amen.
© Dr.in Maria Prieler-Woldan, Linz.
Es ist schön,
es macht glücklich, Herr,
bei dir zu sein.
Jetzt beginnt für uns wieder eine neue Woche.
Manches, was nicht abgeschlossen ist,
geht einfach weiter,
manches kommt neu hinzu,
manches wird uns überfallen.
Schenke uns deinen Segen,
deinen Segen auch für die Menschen,
mit denen wir leben,
die wir lieben,
auf die wir uns freuen.
Und die Menschen, die uns fremd bleiben,
befehlen wir dir auch.
Öffne unsere Augen und Herzen
für die vielen Wunder,
die uns täglich begegnen.
In deiner Liebe geht uns die Welt neu auf
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Guter Gott,
du lässt uns deine Kinder sein;
kommst uns so entgegen, wie wir sind.
Du fragst uns nicht, was wir sind und was wir haben,
sondern schaust auf das, was wir gerade vermögen
und was wir gerade bedürfen.
Deine Liebe und Zugewandtheit will uns helfen,
unseren Alltag zu bewältigen.
Dafür danken wir dir und loben wir dich
mit deinem Sohn und dem Hl. Geist, heute und allezeit. - Amen.
Jesus Christus ist Anfang und Ende
unseres Tages,
unseres Lebens,
unserer Welt;
von ihm leben wir,
zu ihm kehren wir zurück.
Halt und Kraft und Vollendung schenke euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Schenke uns deinen Segen, allmächtiger Vater,
denn wir sind dein Volk.
Hilf uns, das Böse zu meiden
und zu erlangen, was uns zum Heil ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Der Segen des allmächtigen Gottes,
des Vaters und des Sohnes +
und des Heiligen Geistes,
komme auf euch herab und
bleibe bei euch allezeit. - Amen.
MB Segensgebete 5
Der gesellschaftliche Wahrnehmungsfokus richtet sich auf „toxische Männlichkeit“, also auf eine kleine Minderheit. Das Gros der Väter und deren positiver Einfluss auf ihre Kinder wird aber immer noch gern übersehen und unterschätzt. Da hilft ihnen auch kein Vatertag.
Ganzer Beitrag:
https://www.diepresse.com/18536644/vaeter-sind-wichtig-fuer-ihre-kinder
DiePresse, Donnerstag 6. Juni 2024.
Wer im Internet die Kommentarspalten liest, kennt das: Wenn jemand keine Argumente hat, kommt oft mit Beleidigungen und Verteufelungen.
So scheint es auch in der biblischen Erzählung von der Steuermünze zu sein. Argumentativ können die Schriftgelehrten Jesus nicht beikommen, also muss er der Teufel sein. Jesus macht ihnen Angst, denn das, was er sagt, hat Hand und Fuß und steht durchaus mit der Schrift in Einklang, aber anders als sie es gelernt und gelehrt haben. Sie wissen bereits: in der Diskussion um die Frage, ob man am Sabbat Gutes tun darf, haben sie ja ebenfalls keine Gegenargumente gefunden. Ao war es schon häufiger der Fall. Jesus kann sie auch hier widerlegen. Seine Botschaft ist die Liebe, die des Satans der Hass. Sie sehen ihre Felle davonschwimmen. Sie müssen unbedingt etwas gegen diesen Jesus unternehmen, der ihre Autorität untergräbt.
Und auch seine Familie ist entsetzt. Er verhält sich nicht „normgerecht“, er pfeift auf Konventionen, er muss also verrückt sein. Letztendlich kann man das tatsächlich so nennen: er ist „ver-rückt“, er läuft nicht in vorgegebenen Bahnen, er bricht aus dem Gewohnten, Normalen aus. Er will seine Liebe unter den Menschen verbreiten, und da gehört jeder und jede zur Familie, der oder die zu ihm steht und ihn begleitet.
Beides ist für uns auch heute nicht fremd. Wenn jemand Argumente einbringt, die wir nicht widerlegen können, wenn jemand etwas tut, das wir für falsch halten, wenn wir etwas nicht verstehen, dann sind wir schnell dabei, etwas abzulehnen. Lieber verteufeln als nachdenken…
Wenn wir mit Jesu Botschaft konfrontiert werden und diese von uns konsequentes Handeln verlangt, dann suchen wir Ausreden. Wenn wir etwas daran nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, dann lassen wir uns leicht von denen verführen, die einfachere Lösungen anbieten. Schnell finden wir andere Schuldige wie Adam, der lieber auf Eva verweist und auf die Schlange anstatt sein eigenes Verhalten zu hinterfragen.
Jesus mutet den Seinen einiges zu, und er mutet auch uns etwas zu. Aber wenn wir es hinterfragen, Leben und Liebe neu zu denken versuchen, erkennen wir: Es ist nicht der Satan, der hier agiert, es ist Gott in seiner grenzenlosen Liebe, die Liebe, die uns gilt und die wir weitergeben können, ohne dass sie weniger wird.
Aus: Andrea Schwarz, Ich mag Gänseblümchen, Verlag Herder, Freiburg 1985.
Den Einsatz für Geflüchtete, Menschen auf der Flucht, für Asylwerbende und Schutzsuchende stellt die Katholische Kirche in Oberösterreich mit ihrer Initiative besonders zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni in den Mittelpunkt.
Friedens-Geschichten, die das Miteinander von Geflüchteten und Menschen in Österreich erzählen, fordern auf hinzusehen und entsprechend zu handeln. Das ist für die diözesane Initiative für Geflüchtete gemeinsam mit Bischof Manfred Scheuer Gebot der Stunde und bleibende Verpflichtung.
Mehr:
https://www.dioezese-linz.at/miteinander-fuer-den-frieden#anchorNav_49238
Wohl denen, die noch träumen in dieser schweren Zeit.
Wir wollen nicht versäumen, was ihnen Kraft verleiht.
Lass uns in ihren Spuren gehen und schenk uns Phantasie,
die Welt im Licht zu sehn.
Die noch Gefühle zeigen und gegen Unrecht sind,
die an der Welt noch leiden und weinen wie ein Kind,
die, guter Gott , lass nicht allein.
Wir brauchen ihre Wärme.
Lass sie uns Vorbild sein.
Und die, die fröhlich lachen, behalt in deiner Hut.
Die auch mal Unsinn machen, o Herr, schenk ihnen Mut.
Wir brauchen ihren Lebenssaft – zu nüchtern ist die Welt!
Gib den Verrückten Kraft !
Wer Fragen hat und Zweifel, den lade zu dir ein.
Lass ihn in deiner Kirche bei uns zu Hause sein,
weil Glaube nur lebendig ist, wo wir gemeinsam suchen –
so wie du ihn erschaffen – soll andern Segen sein.
Uwe Rahn, Lieder zwischen Himmel und Erde. Düsseldorf: tvd 6. Aufl. 2011, Nr. 94.
Verrueckt.
Irre.
Verdruß
Irr.
Zornig.
Jaehzorn.
Stinkwut.
Rasend.
https://www.kreuzwortraetsellexikon.de
Manchmal findet man schon merkwürdige Stellen in der Bibel, eine zum Beispiel im Markus-Evangelium. Da wird erzählt, dass Jesus viele Menschen geheilt hat, und dann ist folgendes zu lesen: Jesus geht in ein Haus und es kommen so viele Menschen zusammen, dass seine Jünger nicht mal zum Essen kommen. Die Angehörigen Jesu hören davon und wollen ihn mit Gewalt zurückholen. Sie sind der Meinung: „Er ist von Sinnen!“ Was Jesus da macht, kann sich seine Familie anscheinend nicht anders erklären. Der spinnt doch! Der ist verrückt geworden!
Das kann ich mir heute auch vorstellen. Dass einer einen Weg geht, den sich seine Umgebung nicht erklären kann; der so anders ist als gewohnt. Und wenn dann noch der eigene Ruf gefährdet ist, dann ist es vielleicht verständlich, dass der Verrückte um jeden Preis zurückgeholt werden soll. Fast alle Jugendlichen und junge Erwachsene machen Erfahrungen, die so ähnlich sind. Sie müssen ihre eigenen Wege finden, die Familie verlassen und „in ein anderes Haus gehen“, ihr eigenes Lebenshaus aufbauen. Und nicht alles, was sie machen, wird von der Familie verstanden werden.
Ich freue mich immer, wenn ich entdecke, dass Jesus ganz normale menschliche Probleme hatte! Er hat nicht von Gottes Liebe gepredigt und Menschen geheilt und alles war dann in bester Ordnung. Nein, im Gegenteil. Nicht mal seine Jünger haben immer verstanden, was Jesus ihnen erzählt hat. Seine Angehörigen sind ernsthaft besorgt. Viele sind sicher zuallererst zu Jesus gekommen, weil sie von ihm geheilt werden wollten, nicht weil seine Botschaft sie interessierte. Und doch hat er offensichtlich nicht aufgegeben: Er hat zwar viele Menschen geheilt, aber manchmal anders als erwartet. Er hat sich von seiner Familie abgenabelt und später diejenigen als seine Familie bezeichnet, die den Willen Gottes erfüllen. Und seinen Jüngern hat er immer wieder erklärt, worum es ihm geht.
Dass Jesus so menschlich daher kommt und seinen Weg geht, gibt mir das Gefühl, dass er in seinem Leben gar nicht so weit weg ist von mir. Der verrückte Jesus macht mir Mut, tatsächlich meinen Weg als Christ zu gehen, dabei auch hier und da anzuecken oder für verrückt gehalten zu werden.
Wenn ich von meinen Idealen überzeugt bin und mich als Christ für eine bessere Welt einsetze, dann möchte ich nicht, dass man mich mit Gewalt auf andere Wege zurückbringt, aber vielleicht wäre es gar nicht so schlimm, wenn es öfter mal heißen würde: „Die spinnen, die Christen.“
Johannes Varelmann, SWR2 Wort zum Tag 23.01.2010:
https://www.kirche-im-swr.de/?page=beitraege&id=7559
Die Frage nach der psychischen Gesundheit des historischen Jesus von Nazaret wurde von mehreren Psychologen, Philosophen, Historikern, Ärzten und Schriftstellern untersucht. Der erste, der ein vernunftgemäßes Handeln Jesu offen bestritt, war der französische Arzt und Psychologe Charles Binet-Sanglé, Chefarzt in Paris und Autor des Buches La Folie de Jésus. Diese Ansicht fand durch die Zeiten sowohl Anhänger als auch Gegner.
Bereits 1898 beschrieb der Arzt und Schriftsteller Oskar Panizza in Christus in psicho-patologischer Beleuchtung Christus als psycho-pathologischen Fall und Paranoiker. Charles Binet-Sanglé diagnostizierte 1908 bei Jesus eine „religiöse Paranoia“:
„Kurz gesagt, die Art der Halluzinationen Jesu, wie sie in den orthodoxen Evangelien beschrieben werden, lässt den Schluss zu, dass der Begründer der christlichen Religion von religiöser Paranoia betroffen war.“
(…)
Die Meinungen von William Hirsch, Charles Binet-Sanglé und anderen, die Jesu psychische Gesundheit in Frage stellten, wurden von Albert Schweitzer in seiner Doktorarbeit (1913) „Die psychiatrische Beurteilung Jesu: Darstellung und Kritik“ und vom amerikanischen Theologen Walter Bundy in seinem Buch (1922) „The psychic health of Jesus“ abgelehnt.
Der Verteidigung der psychischen Gesundheit Jesu war der Leitartikel der italienischen Jesuitenzeitschrift "La Civiltà Cattolica" gewidmet, der am 5. November 1994 veröffentlicht wurde. Zur Titelfrage E se Gesù si fosse ingannato? (Was ist, wenn Jesus getäuscht wurde?) verneinten die Herausgeber und argumentierten, dass Jesus kein Fanatiker oder Größenwahnsinniger sei, sondern eine geistig gesunde und sehr realistische Person. Daraus schlussfolgern sie, dass er sich auch nicht getäuscht habe, indem er sagte, er sei der Messias und der Sohn Gottes.
Wer bist DU
dass du es wagst
schon als Zwölfjähriger
den Weisen und Gelehrten
sagen zu wollen:
HIER GEHT ES LANG
Wer bist DU
dass du es wagst
deine Mutter zurechtzuweisen:
„Was habe ich mit dir zu tun, Frau?“
Und wieder sagst du:
HIER GEHT ES LANG
Wer bist DU
dass du es wagst
Unreine zu berühren –
Kranke zu heilen –
selbst an Feiertagen
Und wieder sagst du:
HIER GEHT ES LANG
Wer bist DU
dass du all das –
und noch viel mehr –
wagst
Ja –
bist du von allen guten Geistern verlassen
willst du
die ganze Welt
auf den Kopf stellen
DU antwortest uns:
HIER GEHT ES LANG
Genau hier
wenn ihr –
wie ich –
den Willen des Vaters
erfüllen wollt
den Willen
der über all euren Gesetzen steht
den Willen
der LIEBE heißt
Denn dann werdet ihr mir
Bruder
Schwester
Mutter
Wir bitten DICH
sag uns:
HIER GEHT ES LANG
MACHE UNS ZU FREI-DENKERN
DER
LIEBE GOTTES
Beatrix Senft, unveröffentlicht

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Erzählung vom Sündenfall des ersten Menschenpaares gipfelt in der Vertreibung der beiden aus dem wunderbaren Garten, den Gott zunächst als Lebensraum für die Menschen vorgesehen hatte und in dem die Menschen die unmittelbare Nähe und Freundschaft Gottes genießen sollten. Nachdem der Mann und die Frau, durch die Schlange verführt, von der Frucht des Baumes der Erkenntnis gegessen haben, hören sie Gott gegen den Tagwind einherschreiten (vgl. Gen 3:8). Es setzt ein Verhör ein, in dem Gott in erzieherischer Absicht (und nicht wie ein Untersuchungsrichter) den Menschen zum Eingeständnis der ungehorsamen Tat bewegen möchte, um ihn auf den rechten Weg zu führen.
Anstelle des Eingeständnisses tritt jedoch ein Entschuldigungsmechanismus seitens des Menschen. Dieser Entschuldigungsmechanismus ist nach der Scham wegen der Nacktheit (vgl. Gen 3:7) die zweite Folge der verloren gegangenen gottgegebenen Ursprünglichkeit. Der Mann schiebt die Schuld auf seine Frau, ja auf Gott selbst, weil er ihm die Frau beigestellt hat. Die Frau schiebt die Schuld auf die Schlange, die zum ungehorsamen Tun verführte. Die Entzweiung der Menschen untereinander und die Entzweiung der Menschen von Gott wird überdeutlich. Durch das Abschieben der Schuld verbaut sich der Mensch zugleich den Weg zur Umkehr und vorerst auch zur Vergebung, die durch das Kommen Gottes grundsätzlich eröffnet wäre.
Der von Gott angekündigte Kampf zwischen dem Nachwuchs der Frau und dem Nachwuchs der Schlange beschreibt den von nun andauernden Kampf zwischen den Menschen und den Mächten des Bösen, ein Kampf, in dem es um Leben und Tod geht. Der Fluch, der über die Schlange gesprochen wird, kündigt allerdings indirekt die Überwindung ihrer Macht an. Wenn der Nachwuchs der Frau den Nachwuchs der Schlange auf den Kopf trifft, dann heißt dies letztlich, dass die Schlange den Kürzeren zieht, denn ein Angriff auf die Ferse ist weniger gefährlich als ein Angriff auf den Kopf. Einer wird kommen, um dem Bösen endgültig den Garaus zu bereiten und den Menschen eine neue Zukunft zu weisen: Jesus Christus. Seine Mutter Maria, die von allem Anfang an von der Erbschuld befreit ist, wird die neue Eva sein, über welche das Böse keine Macht mehr haben wird.
Die Lesung erzählt vom Sündenfall des ersten Menschenpaares. Der Text versteht sich nicht als historischer Bericht. Vielmehr möchten die ersten Kapitel des Alten Testaments den Menschen charakterisieren, wie er von Anfang an ist. Er ist von Gott darauf angelegt, gut zu sein, wendet sich jedoch gegen diese von Gott erdachte Ordnung. Zugleich beinhaltet die Erzählung eine Beschreibung dessen, was Sünde ist, ohne daß dieses Wort darin vorkommt. Gott zieht die Menschen zur Rechenschaft. Wie in einem Gerichtsverfahren verhört er sie und spricht das Urteil.
Theologisch gesehen besteht die Sünde darin, daß der Mensch sich gegen die Ordnung Gottes wendet. Er bewirkt damit die Umkehrung der Schöpfung. Gott hat den Menschen aus Staub geschaffen. Die Folge der Sünde ist, daß er zum Staub zurückkehren wird. Psychologisch gesehen bewirkt die Sünde das Bewußtwerden seiner Nacktheit und die damit verbundene Scham. Weiteres führt die Sünde zur Entzweiung der Menschen: Der Mann belastet die Frau, die Frau redet sich auf die Schlange aus. Ökologisch gesehen bewirkt die Sünde die Entzweiung der ganzen Schöpfung. Was Gott für den Menschen geschaffen hat, wendet sich gegen den Menschen.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz