Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesája.
Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.
Ich aber wehrte mich nicht
und wich nicht zurück.
Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen,
und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen.
Mein Gesicht verbarg ich nicht
vor Schmähungen und Speichel.
Und Gott, der Herr, wird mir helfen;
darum werde ich nicht in Schande enden.
Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel;
ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.
Er, der mich freispricht, ist nahe.
Wer will mit mir streiten?
Lasst uns zusammen vortreten!
Wer ist mein Gegner im Rechtsstreit?
Er trete zu mir heran.
Siehe,
Gott, der Herr, wird mir helfen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Ich gehe meinen Weg vor Gott
im Lande der Lebenden. – Kv
(Oder: Halleluja, oder GL 629, 3)
Ich liebe den Herrn; *
denn er hört meine Stimme, mein Flehen um Gnade.
Ja, er hat sein Ohr mir zugeneigt, *
alle meine Tage will ich zu ihm rufen. – (Kv)
Mich umfingen Fesseln des Todes, /
Bedrängnisse der Unterwelt haben mich getroffen, *
Bedrängnis und Kummer treffen mich.
Ich rief den Namen des Herrn: *
„Ach Herr, rette mein Leben!“ – (Kv)
Gnädig ist der Herr und gerecht, *
unser Gott erbarmt sich.
Arglose behütet der Herr. *
Ich war schwach, er hat mich gerettet. – (Kv)
Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, /
mein Auge den Tränen, *
meinen Fuß dem Straucheln.
So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn *
im Lande der Lebenden. – Kv
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Jakobusbrief.
Meine Schwestern und Brüder,
was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,
aber es fehlen die Werke?
Kann etwa der Glaube ihn retten?
Wenn ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung sind
und ohne das tägliche Brot
und einer von euch zu ihnen sagt: Geht in Frieden,
wärmt und sättigt euch!,
ihr gebt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen –
was nützt das?
So ist auch der Glaube für sich allein tot,
wenn er nicht Werke vorzuweisen hat.
Aber es könnte einer sagen: Du hast Glauben
und ich kann Werke vorweisen;
zeige mir deinen Glauben ohne die Werke
und ich zeige dir aus meinen Werken den Glauben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen,
durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
ging Jesus mit seinen Jüngern
in die Dörfer bei Cäsaréa Philíppi.
Auf dem Weg fragte er die Jünger:
Für wen halten mich die Menschen?
Sie sagten zu ihm: Einige für Johannes den Täufer,
andere für Elíja,
wieder andere für sonst einen von den Propheten.
Da fragte er sie: Ihr aber,
für wen haltet ihr mich?
Simon Petrus antwortete ihm: Du bist der Christus!
Doch er gebot ihnen, niemandem etwas über ihn zu sagen.
Dann begann er, sie darüber zu belehren:
Der Menschensohn muss vieles erleiden
und von den Ältesten,
den Hohepriestern und den Schriftgelehrten
verworfen werden;
er muss getötet werden
und nach drei Tagen auferstehen.
Und er redete mit Freimut darüber.
Da nahm ihn Petrus beiseite
und begann, ihn zurechtzuweisen.
Jesus aber wandte sich um,
sah seine Jünger an
und wies Petrus mit den Worten zurecht:
Tritt hinter mich, du Satan!
Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will,
sondern was die Menschen wollen.
Er rief die Volksmenge und seine Jünger zu sich
und sagte:
Wenn einer hinter mir hergehen will,
verleugne er sich selbst,
nehme sein Kreuz auf sich
und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will,
wird es verlieren;
wer aber sein Leben um meinetwillen
und um des Evangeliums willen verliert,
wird es retten.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wer ist Jesus? Wer ist er für mich? Wer für andere? Wer für die Menschen damals? Wenn man vor einem Kunstwerk länger verweilt, entdeckt man immer noch neue Aspekte. Die überlieferten biblischen Texte eröffnen immer neue Sichtweisen auf Jesus und laden ein, uns immer neu ein Bild von ihm zu machen und uns zu fragen: Wer ist Jesus für mich? Hier und heute…
Franz Kamphaus, der frühere Bischof von Limburg, fing eine Predigt zur Priesterweihe so an: „Wer bin ich für dich? Wer fragt denn sowas? Ein Kind – und Jesus!“ Die Pause im dritten Satz war lang. Das war das Anliegen des Bischofs. Er wollte die Gemeinde zum Nachdenken bringen.
Ich verändere diese Situation ein wenig. Ich mache aus der Frage Jesu an seine Jünger eine Frage eines suchenden Menschen an uns als Gemeinde: „Wer ist Jesus für Euch?“
Welche Antworten bekäme er von uns? Was an Jesus ist uns so wichtig, dass wir sie diesem Menschen sagen wollen?
- Ist er der gute Redner, der für jede Situation ein passendes Gleichnis hatte?
- Ist er der Heiland, der Not sah und darauf reagierte?
- Ist uns aus dem vergangenen Juli und August mit den Evangelien aus dem 6. Kapitel des Johannesevangeliums sein Anspruch wichtig: »Ich bin das Brot des Lebens?«
Die Liste können wir beliebig verlängern. Meistens werden unsere Bekenntnisse die Größe Jesu beschreiben. Es ist wohl eine Einladung an den suchenden Menschen, auch dazuzukommen. Es lohnt sich doch!
Wie leicht oder schwer fiele uns der Hinweis aus der Jesajalesung? Ist Jesus für mich »der Gottesknecht«? In der Karwoche legen es die Lesungen nahe. Gott hat seinen Sohn auf diesen Weg vorbereitet. Er wird leiden… Da kann es eine Hilfe sein, zu sagen: „So war es ja beschrieben. Einmal wird das sein.“
Petrus will das nicht wahrhaben. Da muss er eingreifen. Er weist Jesus zurecht. Er will weiter den großen Meister anschauen und ihm folgen. Petrus wird von Jesus abgewiesen.
Tatsächlich fällt es schwerer, den Leiden eines Menschen zuzuschauen. Es fällt leichter, die Erfolge zu sehen und zu teilen. Dann bleibt Jesus der Große! Er fällt dann aber als unser Erlöser aus.
Den Emmausjüngern legt Jesus es auf dem Weg dar: „Der Messias musste all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit einzugehen!“ Wenn wir das am Ostermontag hören, kennen wir schon das Ergebnis. Karfreitag war nicht das Ende, sondern Ostern der Neubeginn.
Der Gottesknecht geht seinen Weg, um die Menschen zu erlösen. Ich habe eben bei den möglichen Worten über Jesus »den Erlöser« nicht erwähnt. Soll ich es nun tun?
Ist Jesus für mich »der Erlöser«? - Wovon soll er mich erlösen? Kann ich mir selbst auch Schwachstellen in meinem Leben eingestehen? Oder spreche ich sie nur in der Geistlichen Begleitung oder in einem Beichtgespräch an?
Jesus als »Heiland in der Not« sehen wirft die Frage auf: Handle ich dann auch so wie er? Genau dazu fordert der Jakobusbrief auf. Wenn du einen Menschen in Not siehst, dann hilf ihm. Sei für ihn wie ein Martin oder ein Christophorus. Sei für ihn das strahlende Auge, mit dem er angeschaut wird.
Wer bei einem Museumsbesuch länger vor einem Bild verweilt, entdeckt meist nach und nach immer mehr. Das Bild erzählt dem Betrachter immer noch mehr. Gilt das auch für unseren Blick auf Jesus?
Ab und zu kamen Fremde in unsere Kirche und haben mich nach Details der Bilder gefragt. Bei manchen Dingen musste ich selbst einmal schauen. Sie sind mir in all den Jahren nicht aufgefallen. Erst der Erklärungswunsch hat mir neu den Blick geschärft. Und er lässt mich fragen: „Warum haben sie das damals so gemalt? Welche Botschaft wollten die Künstler vermitteln?
Decken- und Wandgemälde in Kirchen oder die gestalteten Fenster sind als bleibende Werke gedacht und beauftragt worden. Wir sehen sie immer wieder.
Viele Menschen kennen »digitale Bilderrahmen«. Je nach Einstellung wechseln sie immer wieder das Bild, das sie zeigen. Alle Bilder hat der festgelegt, der die dazugehörige Bildbibliothek erstellt hat…
Auf Jesus bezogen muss sich niemand mehr festlegen auf ein Motiv oder eine Seite Jesu. Es kann die Vielfalt der Seiten Jesu dokumentiert werden.
Von Jesus kann ich sagen: Du bist für mich die Vielfalt, die mich trägt!
© September 2024 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer
Leiden einen Sinn abzugewinnen, gehört zu den größten Herausforderungen des Lebens. Die Gottesknechtslieder des Propheten Jesaja ringen mit dieser Frage. Sie bleibt auch Jesus nicht erspart, als von Gott gesalbter »Christus« ist er zugleich ganz »Menschensohn«.
An diesem Sonntag haben wir es mit biblischen Texten zu tun, die die Menschheitsgeschichte immer wieder beschäftigt haben und immer neu beschäftigen: Leiden, Tod, Auferstehung und mit unseren Versuchen, an diesen Themen vorbeizukommen.
So beginnt schon die erste Lesung mit einer Stelle aus dem dritten Gottesknechtlied, wo sich der spätere Weg Jesu bereits abzuzeichnen beginnt. Auch Jesus setzt sich dem Leiden aus, auch er will, dass dieser Leidenskelch an ihm vorübergeht. Es geht dabei um Leidensbewältigung. „Da musst du durch“, sagen wir, und manchmal bleibt auch nichts anderes übrig. Gestärkter und reifer aus dem Leid hervorzugehen oder daran zu zerbrechen, das sind die beiden Möglichkeiten. Da wird uns viel zugemutet. Oft ist die Verbitterung so groß ist, dass man daran zerbricht. Ist es wirklich so, dass nur die Harten durchkommen, wie eine Redensart behauptet?
Gegen alle Widerstände ist der Gottesknecht gerüstet. Gott spricht ihm Hilfe zu. „Ich werde nicht in Schande verfallen.“ - Ja, es ist wirklich schwer, Leid zu begreifen und auch anzunehmen.
Eine große Hilfe Leid zu bewältigen, ist der Glaube. Glaube durch Werke, ein wichtiges Thema im Jakobusbrief. Es kommt darauf an, Leidenden zu helfen und auch Hoffnung, nicht Vertröstung anzusagen. Glaube findet seine Vollendung im besonderen Tun, nicht im Aktivismus.
Das Evangelium spricht sehr klar, worauf es ankommt. Es beginnt mit einem Feedback, dann mit einer anschließenden Evaluierung, eine Auswertung und eine Analyse, könnte man sagen.
„Für wen halten mich die Menschen?“ (Mk 8,27). - Für einen Fresser, Säufer, Gesetzesbrecher, für Johannes den Täufer, für Elija… Bei diesen Aussagen ist nicht alles schmeichelhaft, aber mit dieser Frage und den entsprechenden Aussagen beginnt die Auswertung. Die Menschen lieben Hintergrundinformationen, vor allem aus dem Privatbereich der Promis. Davon leben die Klatschspalten der Illustrierten, Social Media, die "Seitenblicke" usw.
Und dann kommt auf einmal, wohl etwas überraschend, das Christusbekenntnis des Petrus: „Du bist der Christus“ (Mk 8,29). Und gleich darauf erfolgt ganz offen die Leidensankündigung auf dem Weg nach Jerusalem. Es entsteht ein Wechselbad der Gefühle: Christusbekenntnis, Leidensankündigung, eine scharfe Zurechtweisung Jesu an Petrus, der das Leiden verhindern will.
Wie würden wir reagieren, wenn ein lieber Mensch uns mitteilt, dass er von Leiden bedroht ist, ja dass er Todesangst hat? Kommen da nicht sofort Überlegungen, wie man Hilfe anbieten kann, um das Schreckliche zu verhindern?
Was ist von der Reaktion Jesu zu halten? „Tritt hinter mich, du Satan! Denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen“ (Mk 8,33). Mit anderen Worten: Petrus, du bringst mich aus der Spur, du durchkreuzt den Willen meines Vaters, den ich erfüllen soll. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken“, lesen wir bei Jesaja 55,8. Zwischen Jesus und Petrus ist ein kritischer Punkt erreicht, jetzt muss unbedingte Klarheit her! Der Auftrag des Vaters darf nicht unterlaufen werden.- Kein Kompromiss, radikale Entscheidung: „Wer sein Leben mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert“ (Mt 10,37 oder L 14,26). Positiv formuliert: „Wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“ (Mk 8,35).
Kein Mensch kommt am Kreuz vorbei, auch Jesus nicht in seiner menschlichen Gestalt. Gelingendes Leben, Freude wünschen wir uns alle so wie Petrus. Stattdessen erleben wir immer wieder auch: „Der Menschensohn muss viel erleiden.“ (Mk 8,31). Jesus ist auch als Christus wirklicher Mensch, Menschensohn, der durch alle Höhen und Tiefen des Menschseins mit uns geht, bis in den Tod hinein, ganz solidarisch. Durch ihn soll das Gottesreich aufgerichtet werden.
Vielleicht ist das für so manche heute eine ärgerliche Botschaft. Wenn wir ans Sterben denken oder damit sogar in nächster Umgebung konfrontiert werden, ist das nicht angenehm, macht angst. Der Tod hat aber nicht das letzte Wort. Unser Glaube und unser Vertrauen sind darin besonders gefordert.
Viele Menschen sind hinter Jesus hergelaufen, weil sie in ihm etwas Besonderes sahen. Nicht wenige haben in ihm den erwarteten Messias gesehen. Doch was heißt das konkret? Was hieß das für Jesus selbst? Was hieß das für die, die ihm nachfolgten? Was heißt das für die, die ihm heute nachfolgen wollen und sich als Christen bezeichnen?
Die Wunschberufe von Kindern lassen Erwachsene meist ein wenig schmunzeln. Unter den zehn meistgenannten finden sich: Fußballprofi, Polizist*in, Feuerwehrmann/-frau, (Tier-)Arzt/Ärztin, Tierpflegerin, Filmschauspieler*in, Prinzessin und Pilot oder Astronaut.
Zur Überraschung meiner Eltern habe ich schon als Volksschüler "Geistlicher" werden wollen. So nannte man bei uns alle, die einen geistlichen Beruf ausgeübt haben. Nach der Matura schwankte ich zwischen Theologie-, Psychologie- und Medizinstudium. Ich entschied mich für die Theologie, da ich zum Schluss kam, als Seelsorger den Menschen am umfassendsten leben helfen zu können. "Leben helfen" wurde mein Berufsideal. Schließlich trat ich dann vor 50 Jahren in die Ordensgemeinschaft der Redemptoristen ein, da ich bei ihnen engagierte Priester und Seelsorger erlebte, die Menschen ansprechen und überzeugen konnten. Die konkrete Art und Weise, wie ich meine Berufsvorstellung ausfüllen wollte, musste ich im Laufe der Jahre immer wieder neuen Gegebenheiten anpassen. Das Ideal "leben helfen" hat sich in mir ständig weiterentwickelt.
Im Evangelium hat Jesus die Jünger gefragt: Für wen halten mich die Menschen? Die einen sahen in ihm einen neuen Johannes den Täufer, andere den Elija, dessen Wiederkunft viele erwarteten, wieder andere sahen in ihm einfach einen neuen Propheten, wie in der Geschichte des Gottesvolkes immer wieder aufgetreten und dann wieder in Vergessenheit geraten sind. Die Leute haben Jesus an bekannten Rollenmustern gemessen.
Als Jesus von den Jüngern, die mit ihm viel Zeit gemeinsam verbracht haben, wissen wollte, wer er für sie sei, antwortete Petrus: "Du bist der Christus", d.h. der von vielen erwartete gottgesandte Messias. In diesen Messias konnte jeder und jede seine Wunschvorstellungen hineinprojizieren: Er tritt auf wie seinerzeit der König David, wie der Prophet Elija, er hat etwas von Moses oder von anderen historisch bedeutsamen Persönlichkeiten, je nach persönlicher Faszination. Es gab kein fixes Rollenbild des Messias.
Messiassein ist kein Berufsbild und schon gar nicht eine Jobbeschreibung. Unter dieser Bezeichnung türmte sich ein Idealbild auf, dem kein Mensch entsprechen konnte. Keinen Menschen war es möglich, all diese Erwartungen zu erfüllen. Wie Jesus seine messianische Berufung ausgestalten und ausfüllen konnte, musste sich erst Schritt für Schritt entwickeln und konnte sich erst nach und nach zeigen. In Auseinandersetzung mit den Menschen, denen er begegnete, hat er seiner Vorstellung vom Messiassein und seiner Berufung zum Gestalt gegeben.
Von den Jüngern und Jüngerinnen Jesu hatte wohl auch jeder und jede seine persönliche Vorstellung vom Messias, ohne dass sie sich der Unterschiede ihrer Erwartungen bewusst waren. Menschen, die Jesus nachgefolgt sind, konnten sich anfangs noch nicht klar darüber sein, wohin sie dieser Weg führen wird. Auch ihre Berufung der Nachfolge Jesu musste sich erst nach und nach entwickeln. Viele haben ihn im Laufe der Zeit auch wieder verlassen.
Von Petrus gibt es die eindrucksvolle Legende, dass er vor seinem Martyrertod aus Rom davonlaufen wollte, dass ihm jedoch Jesus erschienen sei und gefragt habe: Quo vadis, Petrus? Wohin gehst du?
Der Frage "Quo vadis?", "wohin gehst du?" muss sich jeder und jede stellen, der Jesus nachfolgen will. Christ sein, Jünger oder Jüngerin Jesu sein, Seelsorger oder Priester sein sind auch heute noch nicht fertige Berufsbilder oder Jobbeschreibungen, die man einmal wählt und dann ein Leben lang hat. Die persönliche Berufung muss ein Leben lang Schritt für Schritt neu errungen werden. Nicht selten werden dabei persönliche Lebensplanungen durchkreuzt, z.B. durch historische Ereignisse, neue Herausforderungen, unerwartete Entwicklungen oder Schicksalsschläge. Wer sein Leben nicht verlieren will, muss sich immer neu fragen: Wohin gehst du? Wohin willst du gehen? Mit welchen Inhalten willst du dein Leben ausfüllen?
Als Petrus mit seinen Messiasvorstellungen Jesus gegenübertritt und sich ihm in den Weg stellen will, fordert Jesus ihn auf: Tritt hinter mich! Werde mir nicht zum Versucher! Folge du mir nach! Ich werde mich nicht nach deinen Vorstellungen ausrichten.
Bei einer Begegnung des Petrus mit Jesus nach dessen Auferstehung fragt Jesus ihn dreimal: Liebst du mich? Er fordert ihn dann dreimal auf: Folge mir nach! Zugleich verband er dieses Nachfolgen mit einer neuen Herausforderung und besonderen Aufgabe: Weide meine Lämmer! Auch sein Nachfolgen musste sich weiterentwickeln und neuen Aufgaben gerecht werden.
Wer Jesus nachfolgen will – ganz gleich in welchem Beruf oder Lebensstand -, dem stellt er auch heute die Frage: Liebst du mich? Wer darauf mit "ja" antwortet, wird von ihm auch heute aufgefordert: Folge mir nach! Dabei geht es nicht gleich ums Sterben und um den Märtyrertod. Es geht um ein Nachfolgen im Leben, in einem Leben aus dem Geiste Jesu heraus: für andere offen sein, da sein, wie Jesus; auch für die Schwachen und auf Hilfe Angewiesenen, Eintreten für Gerechtigkeit und Menschenwürde. Das ist und bleibt eine lebenslange Herausforderung für alle, die wie Petrus sagen: Du bist Christus, der von Gott gesalbte Messias. Sie gilt jedem einzelnen Christen, aber auch den Gemeinschaften, die das Christliche für sich in Anspruch nehmen wie Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften, christlichen Kirchen. Sie gilt auch den politischen Parteien, die mit dem "C" in ihrer Abkürzung Wähler suchen.
Petrus erkennt in Jesus den Messias. Er muss aber erst lernen, dass der Weg des Messias anders ist, als er und viele Menschen sich wünschen. Petrus muss im Glauben erst wachsen, dennoch macht ihn Jesus zum Felsen, auf den er die Kirche bauen wird. Auch wir müssen/können im Glauben noch nicht perfekt sein, auch wir müssen im Glauben wachsen und reifen.
Petrus scheint Jesus zu kennen und erkennt in ihm den Messias. Er muss aber erst lernen, dass der Weg des Messias ganz anders verläuft, als er und die Anhänge Jesu es sich wünschen. Auch wir müssen Jesus erst kennenlernen, indem wir ihm nachfolgen.
Die Vorstellungen der Zuhörer Jesu gehen in der Frage, wer Jesus sei, weit auseinander. Sogar die Jünger, die ihn für den Messias halten, müssen erst lernen, was dies bedeutet. Kreuz und Leiden passen nicht so recht in ihre Vorstellungen. Aber auch wir tut uns schwer mit dem Glauben, wenn glauben weh tut.
Jesus offenbart sich den Jüngern als ein ganz anderer, als diese ihn haben möchten. Sie können ihn zunächst nicht verstehen. Jesus will sie einführen ins Geheimnis der Liebe, die Leid verwandelt.
Drei Aspekte drängen sich beim Lesen des Evangeliums dieses Sonntags auf: Wer ist Jesus für mich? Er weiß um das Risiko, sich als Messias zu deklarieren. Seine Botschaft hat Jahrhunderte überdauert, obwohl er sie in die Hände von begrenzten Menschen wie Petrus, dich und mich gelegt hat.
Mit großer Faszination sehe ich Zauberkünstlern zu. Mich beeindruckt jedes Mal, wie es ihnen gelingt, meine Aufmerksamkeit so abzulenken, dass ihre heimliche Manipulation nicht wahrnehme. Ihnen zuzuschauen ist für mich eine heilsame Übung, die mir bewusst macht, wie wenig ich wirklich wahrnehme, obwohl ich aufmerksam hinsehe.
Mit großem Interesse verfolge ich Berichte zu naturwissenschaftlichen Themen, die Einblick geben in Forschungsergebnisse des jeweiligen Wissensgebietes und die gleichzeitig zeigen, wie wenig wir insgesamt wissen über die Welt, in der wir leben. Skeptisch stehe ich allen Berichtgen gegenüber, die ein Ergebnis präsentieren nach der Formel: "dieses oder jenes Phänomen ist nichts anderes als..."
Wenn ein Mensch, den ich gut zu kennen meine, etwas tut, was ich ihm an Positivem oder Negativem nicht zugetraut hätte, bin ich ganz von den Socken. Da wird mir bewusst, wie wenig ich in Menschen hineinschauen kann und wie wenig ich von ihm letztlich wirklich weiß.
Im Evangelium, das wir gehört haben, fragt Jesus seine Jünger, für wen die Leute ihn hielten. Als Antwort bieten sie ihm eine bunte Palette von Möglichkeiten, die alle ein wenig stimmen und doch auch wieder nicht stimmen. In ihren Augen ist er "nichts anderes als ein Johannes der Täufer", "nichts anderes als Elija", "nichts anderes als ein Prophet"; und solche hat es in Israel schon viele gegeben.
Als Jesus die Jünger fragt: "Ihr aber, für wen haltet ihr mich?", bekommt er zur Antwort: "Du bist der Messias!". Diese Antwort wird in ihm und auch in manchem Jünger Freude und Staunen ausgelöst haben. Jesus will aber sicherstellen, dass sie mit diesem Wissen behutsam umgehen. Es ist unter Umständen lebensgefährlich.
Wer aber meint, nun sei das Geheimnis gelüftet und er wisse nun alles, muss bald erkennen, dass er noch immer nicht durchschaut hat, was dies wirklich bedeutet. Mit dem Hinweis, "der Menschensohn müsse vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden, er werde getötet, aber nach drei Tagen werde er auferstehen", können sie noch nichts anfangen. Petrus reagiert menschlich verständlich darauf und will ihn von diesem Weg abhalten. Jesus weist ihn aber als Versucher zurück. Was es mit seinem Messiassein auf sich hat, werden sie erst viel später und auch dann erst nach und nach begreifen. Zuvor wird dieser Petrus ihn noch verleugnen und behaupten: "Ich kenne diesen Menschen nicht".
Wir sind in der glücklichen Lage und kennen Jesus zurückblickend aus der Geschichte. Wir wissen, wie sein Tod und seine Auferstehung zu verstehen sind. Wir wissen, dass Gott ihn rehabilitiert hat und dass er nun zur Rechten Gottes sitzt, wie es unser Glaubensbekenntnis formuliert.
Wie viel wissen wir aber wirklich? Wie gut kennen wir Jesus? Wie gut kennen ihn Menschen, die die Bibel mehr oder weniger auswendig kennen, jedes Wort untersucht und hin und her gedreht haben? Theologen wissen mehr über Jesus, aber kennen sie ihn deshalb auch besser? Diakone, Priester und Bischöfe repräsentieren ihn in der Liturgie, aber sind sie deshalb mit ihm vertrauter? Und auch die, die sich ein Leben lang bemüht haben, mit ihm vertraut zu werden, wie gut kennen sie ihn und wie nahe sind sie ihm wirklich?
Spätestens hier beginnt der Weg der Nachfolge. Wenn jemand in die Nachfolge Jesu tritt und konkret versucht zu leben, wie Jesus gelebt hat, wird er im Vergleich zum Nachdenken über Jesus andere, neue, tiefere Erfahrungen machen. Es ist ein Unterschied, ob ich einen todkranken Menschen auf seinem Weg begleite oder selbst in der Notaufnahme gelandet bin, an allen möglichen Maschinen hänge und voller Ungewissheit auf das Untersuchungsergebnis warte. Wenn ich versuche, religiöse Zusammenhänge anderen Menschen verständlich zu machen, geht mir selbst oft erst im Ringen um Worte der entscheidende Knopf auf.
Was Christsein bedeutet, erfahre ich erst, wenn ich selbst in die Fußstapfen Jesu trete und mein Leben in der ganzen Bandbreite, mit all seinen Möglichkeiten, Höhen, Tiefen, Abgründen und Unbegreiflichkeiten annehme. Das Kreuz, das wir auf uns nehmen sollen, ist unser eigenes Leben.
Was könnte mit der Möglichkeit des Verlierens gemeint sein, das uns droht, wenn wir unser Leben retten wollen? Ich sehe darin die Versuchung eines jeden Menschen, etwas anderes sein zu wollen, als wir in unserer Personmitte eigentlich sind. Wir legen uns Rollen zurecht, die wir spielen, um etwas zu gelten, jemand zu sein. Wir pflegen unser Image und legen einander nahe, was sie von uns denken und halten sollen. Je weiter sich diese Rolle von dem entfernt, was wir im Innersten sind, desto mehr verlieren wir uns.
Einen anderen Menschen gut zu kennen, ist nicht einfach. Oft meinen wir, jemand zu durchschauen. Aber was wissen wir wirklich von einander? Sich selbst zu kennen, zu erkennen, ist ebenso schwierig. Uns selbst besser kennen und verstehen zu lernen, ist eine lebenslange Aufgabe. Dabei wird hin und wieder unser Selbstbild durchkreuzt und wir werden durch unsere eigene Lebenserfahrung eines Besseren belehrt.
Ich fürchte, das hat nun sehr düster und pessimistisch geklungen, sollte es aber nicht. Jesus stellt uns in Aussicht: Wer diesen Weg geht, wird das Leben gewinnen. Auch sein Weg endete nicht am Kreuz. "Nach drei Tagen werde er auferstehen" ist der Zielpunkt seines Lebensweges. Die Jünger können damit noch nichts anfangen, weil sie es noch nicht verstehen.
Das Wort Jesu vom Kreuz ist eine Ermutigung. Jene, die ihr Leben als Kreuzeslast spüren, sollen wissen, dass dies nicht das Ende ist. Und jene, die hoffen, dem Kreuz entgehen zu können, sollen wissen, dass ihr Leben mehr für sie bereit hält, als sie zu diesem Zeitpunkt ahnen können. Jesus selbst ist diesen Weg vorausgegangen, um uns zu zeigen, wo er wirklich endet.
Im Evangelium fragt Jesus die Jünger: „Für wen haltet ihr mich? Macht ihr euch ein persönliches Bild von mir?“
Die Antwort des Petrus lautet: „Du bist der Messias“. Wenn wir auf diese Frage antworten, wird die Antwort nie falsch sein, denn sie zeigt an, was mir an Jesus persönlich ins Herz geht.
Jesus ist für viele Menschen eine faszinierende Persönlichkeit, mit dessen Tun und Denken sich auseinanderzusetzen auch heute noch aktuell ist. Er zieht immer noch Menschen so in seinen Bann, dass sie seine Ziele und Absichten teilen und ihm nachfolgen. Als Getaufte sind wir auch zu seiner Nachfolge berufen, doch oft sind wir uns der Größe dieser Herausforderung nicht bewusst. Wer Jesus nachfolgt, wird auch mit seinem Kreuz konfrontiert.
Am Beginn des Gottesdienstes treten wir vor ihn hin und rufen wir ihn an als unseren Herrn und Messias.
Leid und Kreuz sind Dinge, denen wir Menschen gern ausweichen. Wo dies auf redliche Weise möglich ist, sollen wir jede Chance nützen. Es gibt aber auch Situationen, wo wir dem Schweren nicht ausweichen dürfen, wenn wir einem lebendigen Glauben die Treue halten wollen. Dafür wirbt Jesus im heutigen Evangelium, wenn er uns sagt: Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Um hierfür Kraft zu erlangen, bitten wir Jesus:
Nach wie vor geht für viele Menschen von Jesus eine Faszination aus. Sie fühlen sich von ihm angezogen. Die Frage "wer ist dieser Jesus für mich?" kann sehr unterschiedlich beantwortet werden. Und auch wir müssen uns immer wieder neu entscheiden, in welcher Beziehung wir zu ihm stehen wollen, und wer er für jeden einzelnen von uns ist: Prophet, Religionsstifter, moralischer Orientierungspunkt, Messias, Sohn Gottes, Bruder...?
Wie lasse ich mein Leben von ihm beeinflussen? Höre ich auf das, was er mir sagen will? Bin ich bereit, ihm nachzufolgen?
Am Beginn dieser Feier rufen wir ihn als Kyrios an, als "Herrn unseres Lebens" könnte man das übersetzen. Als Kyrios wollen wir ihm nun huldigen und ihn um seine Zuwendung bitten:
Herr Jesus Christus,
du hast deine Jünger gefragt: „Für wen haltet Ihr mich?“
Du fragst es heute auch uns.
Kyrie, eleison.
Einzelnen hast du gesagt: „Ich bin der Messias.“
Christe, eleison.
Wenn wir dir unsere Antwort geben,
führst du uns in die Tiefe
wie die Frau am Jakobsbrunnen.
Kyrie, eleison.
Christus, Herr und Messias,
du hast uns mit deiner Frohen Botschaft vom Reich Gottes in deinen Bann gezogen.
Kyrie, eleison.
Du lädst uns ein, mit unserem Denken und Handeln in deine Fußstapfen zu treten.
Christe, eleison.
Dir nachzufolgen bedeutet, dem Kreuz nicht auszuweichen,
wenn es christliches Leben von uns verlangt.
Kyrie, eleison.
Jesus Christus,
du hast dich zu den Menschen aufgemacht,
um allen, die es hören wollten, das Wort deines Vaters zu künden.
Herr, erbarme dich.
Du bist nicht davor zurückgeschreckt, dass dein Weg ein steiniger wird.
Christus, erbarme dich.
Du hast daran geglaubt, dass der Vater dich aus den Fängen des Todes in die Auferstehung ruft.
Herr, erbarme dich.
Kyrios, Herr und Messias, Jesus Christus,
du bist in die Fußstapfen der Propheten getreten,
um die Menschen mit Gott zu versöhnen.
Herr, erbarme dich.
Du musstest vieles erleiden,
bist von den Menschen verworfen worden
und hast dich von deinen Verfolgern töten lassen.
Christus, erbarme dich.
Du bist von den Toten auferstanden
und wurdest erhöht zur Rechten Gottes, des Vaters.
Herr, erbarme dich.
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, daß wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Ewiger Gott.
Dein Sohn hat unser Leben geteilt,
hat Freude erfahren und Leid ertragen - wie wir.
Gib, daß wir in guten und in bösen Tagen
mit ihm verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 11
Gott, unser Vater.
Du gibst dich uns Menschen zu erkennen
im Schicksal Jesu von Nazaret
Als er von allen verlassen war,
hast du ihn durch Leiden und Tod
hindurchgeführt zum Leben.
Laß uns glauben und vertrauen,
daß auch wir in aller Bedrängnis und Not
unterwegs sind zu dir
mit unserem Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 30
Herr, unser Gott,
aus Güte und Menschenfreundlichkeit
hast du deinen eingeborenen Sohn
zum Erlöser der Welt eingesetzt,
durch ihn den Tod überwunden
und das Leben neu geschaffen.
Gib, dass wir, dieser Taten eingedenk,
dir in treuer Liebe verbunden bleiben
und einst die Vollendung der Erlösung an uns erfahren.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Allmächtiger Gott,
in den österlichen Geheimnissen, die wir jedes Jahr feiern,
hast du dem Menschen
seine ursprüngliche Würde wiedergeschenkt
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß wir auferstehen werden.
Gib, dass die Erlösung, die wir gläubig feiern,
in täglichen Werken der Liebe
an uns sichtbar wird.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Mittwoch der Osterzeit
Herr, unser Gott,
in der Gegenwart deines Sohnes
haben wir uns versammelt als deine Gemeinde.
Gib, dass wir ihn als deinen Sohn erkennen
und ihn bekennen als Messias,
den du gesandt hast zu unserem Heil.
Darum bitten wir durch ihn,
Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt
jetzt und in Ewigkeit.
WB 24. Sonntag im Jahreskreis B
Allmächtiger Gott,
du hast uns in die Kreuzesnachfolge deines Sohnes gerufen.
Gib uns die Kraft,
Jesus auf seinem Weg nachzufolgen.
Darum bitten wir dich voll Vertrauen
durch ihn, Christus, unseren Herrn.
Herr Jesus,
wir sprechen dich an mit den Worten, die alle hören,
und mit den Worten, die in unseren Herzen sind.
Du spürst darin, wie nahe wir dir stehen.
Stärke unsere Beziehung zu dir
und lass uns wachsen
in der Erfahrung deines Wesens und deiner Fülle.
Darum bitten wir dich,
der du in der Einheit mit dem Vater und dem Geist erfahrbar bleibst
auch in unserer Zeit. - Amen.
Vater im Himmel,
zu allen Zeiten hast du Menschen berufen,
deinen Willen zu bekunden.
Als besonderes Geschenk hast du uns deinen Sohn geschickt.
Er hat uns vorgelebt, dass die Macht deiner und seiner Liebe zu uns Menschen alles Trennende sprengt – selbst den Tod.
Dafür danken wir dir, heute und alle Tage. - Amen.
Herr Jesus Christus,
in unseren Bitten zeigen wir, wer du für uns bist.
So sei uns nahe, wenn wir rufen:
Bei deiner Geburt kamen die Hirten, um dich zu sehen.
Auch heute wollen Menschen dich sehen.
Wir bitten für sie:
Die Menschen, die dein Wort hören wollten, hatten auch Hunger. Du hast sie gespeist.
Hungernde rufen auch heute nach Brot.
Wir bitten für sie:
Am Teich Schiloach hast du einen Gelähmten nach 38 Jahren geheilt.
viele Menschen sind auch heute gelähmt.
Wir bitten für sie:
Auf seinen Wunsch bist du im Schutz der Dunkelheit zu Nikodemus gegangen.
Auch heute suchen Menschen aus anderen Religionen den Weg zu dir.
Wir bitten für sie:
Du hast die Bitte der Mütter nach Segnung ihrer Kinder erfüllt.
Deinen Segen erhoffen viele Menschen in ihren Anliegen.
Wir bitten für sie:
Am 15. September denken wir an die Schmerzen deiner Mutter. Am Kreuz hast du ihr Trost durch Johannes geschenkt.
auch heute trauern Mütter um ihre Söhne.
Wir bitten für sie:
Herr, du verlässt deine Gläubigen nicht, die auf dich vertrauen.
Dir danken wir heute und in Ewigkeit. – Amen.
Im Vertrauen darauf, dass wie bei Jesus erlittenes Leid nicht das letzte Wort hat, lasst uns den Vater bitten:
Für alle Getauften, die versuchen durch ihre gelebte Nachfolge Jesu Botschaft zu verkünden.
Für die vielen Menschen in den Kriegsgebieten dieser Erde, die derzeit durch die Gewalttaten anderer Leid und Tod erfahren.
Für alle Kranken und Leidenden um Kraft, Halt und die Zuversicht, dass du an ihrer Seite stehst und sie auf ihrem schweren Weg nie allein gelassen sind.
Für uns alle um einen Glauben, der in Reden und Tun sichtbar wird.
Für unsere Verstorbenen um deine Barmherzigkeit.
Denn wer sich dir anvertraut, den führst du aus der Ich-Bezogenheit der eigenen Existenz in die Fülle des Lebens. Dafür danken wir dir jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, Jesus Christus,
du hast uns berufen, dir nachzufolgen.
Wir sind auf deine Hilfe angewiesen.
Wir bitten dich:
Für die Bevölkerung in Afghanistan.
Schenke ihr Kraft und langen Atem,
die Zeit der Unterdrückung durchzustehen
und an der Herstellung menschenwürdiger Lebensbedingungen mitzuwirken.
Für alle, die von der Pandemie nach wie vor gefährdet sind,
und für alle, die sich vorschnell in Sicherheit wiegen.
Gib ihnen Klugheit und Einsicht in notwendige Vorsichtsmaßnahmen.
Für die Kinder und Jugendlichen,
die in diesen Tagen wieder die Schule beginnen.
Lass in ihren Alltag Ruhe und Ordnung einkehren,
damit sie ungestört lernen können.
Für alle, die einen seelsorgerlichen Beruf ausüben,
insbesondere für alle Religionslehrerinnen und Religionslehrer.
Begleite ihren Einsatz mit deinem Segen.
Für alle, die als Ordensleute am Wachsen des Reiches Gottes mitwirken.
Schenke ihnen Freude an ihrer Berufung.
Für die Verstorbenen, die darauf vertraut haben,
dass du den Deinen ewiges Leben schenkst.
Lass sie daran teilhaben.
Herr, Jesus Christus,
du hattest nicht im Sinn, was die Menschen wollen, sondern was Gott will.
Gib auch uns die Kraft, dem Willen Gottes zu folgen. – Amen.
Auch wenn Jesus annehmen konnte, dass seine Botschaft nicht gut ankommt, verfolgt er weiterhin seinen Weg, den er als Willen Gottes, den er seinen Vater nennt, erkannt hat.
Ihn lasst uns bitten:
Für Papst Franziskus und alle, die in diesen Tagen am Eucharistischen Weltkongress in Budapest teilnehmen.
Für uns alle, die wir in dieser Pandemie nicht nur für uns selbst sondern auch für unsere Mitmenschen Verantwortung tragen.
Für alle, die du in der Taufe zu einem Leben in deiner Nachfolge berufen hast.
Für uns selbst, wenn wir immer wieder neu nach einer Antwort auf die Frage nach deiner Bedeutung für unser persönliches Leben suchen.
Für unsere Verstorbenen, für die wir hoffen, dass du ihnen nicht nur im Tod sondern auch in deiner Auferstehung vorangegangen bist.
Jesus, dir nachzufolgen ist für uns eine Herausforderung. Nur im Glauben können wir darauf hoffen, dass du uns zum Leben in Fülle führst.
Dafür danken wir dir und loben dich, den dreieinen Gott, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott und Vater,
die Welt, die du geschaffen hast,
enthält viel Negatives, mit dem wir allein nicht zurecht kommen.
Wir bitten dich:
Für alle, die um ihrer Aufrichtigkeit willen verfolgt werden.
Lass ihre Opfer nicht vergeblich sein.
Für alle, die Ungerechtigkeit, Hass und Aggressionen ausgesetzt sind.
Erlöse sie von allem Bösen.
Für alle, die mit Krankheit und Leid konfrontiert sind.
Stärke sie in ihrer leiblichen und seelischen Not.
Für alle, dies sich für die Minderung von Leiden einsetzen:
Lass sie auch Früchte ihrer Mühe sehen.
Für alle, die ihr Leben nach dir ausrichten und dir nachfolgen.
Gib ihnen Kraft, ihr Lebenskreuz zu tragen.
Für alle, die ihr Leben vollendet haben.
Schenke ihnen Anteil an deinem ewigen Leben.
Dein Sohn Jesus Christus hat uns verheißen,
dass wir das Leben gewinnen, wenn wir ihm nachfolgen.
Ihm vertrauen wir. Amen.
Herr,
nimm die Gebete und Gaben deiner Kirche an;
und was jeder einzelne zur Ehre deines Namens darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Dienstag der 1. Woche
Gott, unser Vater,
nimm unsere Opfergaben gnädig an
und gib, dass wir mit gläubigem Herzen
das Leidensgeheimnis deines Sohnes feiern,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 32. Sonntag im Jahreskreis
MB Mittwoch in der Karwoche
Allmächtiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung und der Heiligung
durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 27. Sonntag im Jahreskreis
Vater im Himmel,
dein Sohn hat seinen Jüngern und uns allen
die Gedächtnisfeier seines Erlösungswerkes anvertraut.
Lass uns aus dem Opfer,
für das wir die Gaben bereitet haben,
lebenspendende Kraft erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 10
Allmächtiger Gott, nimm die Gaben an,
die wir nach deinem Willen darbringen.
Vollende in uns das Werk der Erlösung
und der Heiligung durch die Geheimnisse,
die wir zu deiner Verherrlichung feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Mittwoch der Osterzeit
Gott und Vater,
Brot und Wein sind bereitet.
Jesus hat diesen Gaben beim Mahl mit den Jüngern eine neue, tiefere Bedeutung gegeben.
Lass dies in deinem Segen auch heute geschehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Kehrvers:
Höchster, allmächtiger, guter Herr,
dein sind Ehre, Lob und Ruhm und aller Segen.
(evtl. gesungen, GLÖ 864)
Oder:
Der Herr hat Großes an uns getan,
sein Name sei gepriesen. (GL 69,1)
Höchster und allmächtiger Herr,
wir haben allen Grund dir zu danken
und dir unseren Lobpreis zu singen.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus von Nazareth,
der uns durch seine Botschaft
und durch seinen heilsamen Umgang mit den Menschen begeistert.
Kehrvers
Wir danken dir, dass wir dich durch Jesus von Nazareth neu sehen gelernt haben
und dass wir dich durch ihn unseren Vater nennen dürfen.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns die Angst genommen hat, uns zu verlieren,
wenn wir unser Leben nach deinem Weisungen gestalten.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns aus den Erfolgszwängen
unseres irdischen Lebens befreit hat.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns einen Weg gewiesen hat,
wie wir unsere Schuld bewältigen
und als Kinder Gottes leben können.
Kehrvers
Wir danken dir, dass er uns ewiges und unzerstörbares Leben eröffnet hat
und am Frieden des Reiches Gottes Anteil gegeben hat.
Kehrvers
Mit den Engeln und Heiligen stimmen wir ein in den Lobgesang der ganzen Schöpfung
und rufen:
Danklied, z. B.: Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr. heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn du hast das Heil der Welt
auf das Holz des Kreuzes gegründet.
Vom Baum des Paradieses kam der Tod,
vom Baum des Kreuzes erstand das Leben.
Der Feind, der am Holz gesiegt hat,
wurde auch am Holze besiegt
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,
beten dich an die Mächte,
erbeben die Gewalten.
Die Himmel und die himmlischen Kräfte
und die seligen Serafim feiern dich jubelnd im Chore.
Mit ihrem Lobgesang lass auch unsere Stimmen sich vereinen
und voll Ehrfurcht rufen:
Heilig...
MB Kreuzerhöhung
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und das Werk deiner Gnade zu rühmen.
Denn das Leiden deines Sohnes
wurde zum Heil für die Welt.
Seine Erlösungstat bewegt uns,
deine Größe zu preisen.
Im Kreuz enthüllt sich dein Gericht,
im Kreuz erstrahlt die Macht des Retters,
der sich für uns dahingab,
unseres Herrn Jesus Christus.
Durch ihn loben dich deine Erlösten
und vereinen sich mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Passionszeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Du hast deinen Jüngern und der Christenheit ein gemeinsames und persönliches Gebet geschenkt. Darum rufen wir:
Vater Unser im Himmel…
Herr Jesus, bevor du Menschen heiltest, hast du ihnen den Frieden zugesagt für ihre Beziehung zu Gott, zu sich und zur Umwelt.
Wir bitten dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden…
Jesus, du fragst auch uns
heute und hier
wer bin ich für dich?
Hältst du mich für einen
der dir helfen kann
oder für einen unbequemen Mahner?
Hältst du mich für einen
dessen Worte unmodern geworden sind
oder für einen
der auch heute etwas zu sagen hat?
Hältst du mich für einen
dessen Weg heute nicht mehr gangbar ist
oder für einen
dessen Vorbild für alle Zeiten gültig ist?
Hältst du mich für einen Dummkopf
dessen Leben am Kreuz geendet hat
oder für einen
der uns durch Kreuz und Leid Erlösung bringt?
Jesus fragt uns immer wieder
wer bin ich für dich?
Hilf uns, dich zu erkennen, Herr.
Herr, unser Gott,
wir danken dir,
dass du uns Anteil am Leib und Blut Christi gegeben hast.
Lass nicht unser eigenes Streben Macht über uns gewinnen,
sondern gib,
dass die Wirkung dieses Sakramentes unser Leben bestimmt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
im heiligen Mahl
schenkst du uns Anteil am Leben deines Sohnes.
Durch dieses Sakrament
mache uns auf Erden Christus ähnlich
und lass uns im Himmel zur vollen Gemeinschaft mit ihm gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
MB 20. Sonntag im Jahreskreis
Himmlischer Vater,
dein Sohn hat verheißen,
daß wir sein göttliches Leben in uns tragen,
wenn wir ihn empfangen in der heiligen Speise.
Wir danken dir für sein Erlösungsopfer
und bitten dich:
Laß uns stets in der Freude dieses neuen Lebens wandeln,
bis wir zur ewigen Vollendung gelangen in ihm,
unserem Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 12
Herr Jesus, bevor du Menschen heiltest, hast du ihnen den Frieden zugesagt für ihre Beziehung zu Gott, zu sich und zur Umwelt.
Wir bitten dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden…
Jesus Christus,
du hast ganz offen zu den Menschen gesprochen,
bist ohne Vorbehalte auf sie zugegangen
und hast dich allen Herausforderungen deines Lebens gestellt.
Schenke auch uns die Kraft,
klar und eindeutig den Menschen zu begegnen
und sie so wahrzunehmen,
wie du es vorgelebt hast,
auf das unser Miteinander zum Wohl aller gelingt. - Amen.
Im Namen des Vaters ist Jesus gekommen.
Dieser Vater schenke euch seinen Segen. - Amen.
Mit segnenden Händen war Jesus drei Jahre in seiner Heimat unterwegs.
Er schenke euch seinen Segen. - Amen.
Im Heiligen Geist wird die Liebe Jesu zu seinem Volk erfahrbar.
Mit seinen Gaben schenke der Geist euch seinen Segen. - Amen.
Und dieser Segen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes
mache uns froh und mutig, von ihm zu erzählen. – Amen.
Er [Jesus] hatte ein Herz für die Armen und die Kranken,
die Ausgestoßenen und die Sünder.
Den Bedrängten und den Verzweifelten war er ein Bruder.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
dass du für deine Kinder sorgst
wie ein guter Vater und eine liebende Mutter.
Aus dem Messbuch, Hochgebete für besondere Anlässe.
Jesus Christus sagte, er sei noch nie bei einem Fußballmatch gewesen. Also nahmen meine Freunde und ich ihn zu einem Spiel mit. Es war eine wilde Schlacht zwischen den protestantischen Boxern und den katholischen Kreuzfahrern.
Die Kreuzritter erzielten den ersten Treffer. Jesus schrie laut Beifall und warf seinen Hut in die Luft. Dann waren die Boxer vorne. Und Jesus spendete wild Beifall und warf seinen Hut in die Luft.
Das schien den Mann hinter uns zu verwirren. Er klopfte Jesus auf die Schulter und fragte: „Für welche Partei brüllen Sie, guter Mann?“
„Ich“, erwiderte Jesus, den mittlerweile das Spiel sichtlich aufregte, „oh, ich schreie für keine Partei. Ich bin bloß hier, um das Spiel zu genießen.“
Aus: Anthony de Mello, Warum der Vogel singt. Geschichten für das richtige Leben. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1984.
Herr Jesus Christus,
Du bist das Leben spendende Wasser,
Du kennst unsere Sehnsucht nach dem vollen Leben.
In der alltäglichen Begegnung mit Dir lässt Du uns
In der Tiefe unseres Herzens bewusst werden,
wer wir in Wahrheit vor Dir sind.
Franziskanerinnen von der Ewigen Anbetung, Schwäbisch-Gmünd, in: Benedikta Hintersberger (Hrsg); Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Schwabenverlag Ostfildern 2006.
Christus, inneres Licht,
Du bist es, der in uns brennt
als inneres Feuer der Hoffnung,
damit wir selbst und die Menschen um uns
zu Vertrauen und Hoffnung ermutigt werden.
Christus, Quelle des Lebens,
Du bist es, der in uns sprudelt
als lebendiges Wasser,
damit wir selbst und die Menschen um uns
Lebenskraft schöpfen können.
Christus, Auge des Lebens,
Du bist es, der uns sehend macht
als innere Sehkraft
damit wir selbst und die Menschen um uns
Seherinnen und Seher werden für die Visionen des Lebens.
Ursula Schell in: Benedikta Hintersberger (Hrsg); Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Schwabenverlag Ostfildern 2006.
Dass er auch mich fragt! Es liegt ihm an meiner Antwort. Er wartet auf sie!
Dass seine Frage nicht wie eine Prüfungsfrage an mich ist, sondern im Raum jenes „Da sah ihn Jesus an und liebte ihn“ (Mk 10,21) gestellt ist! Wie die Einladung zu einer gegenseitigen Freundschaftserklärung!
Dass es mir geschenkt ist,
an ihn glauben zu können:
„Du bist der Messias!“
Aus: Johannes Bours, Da fragte Jesus ihn. Herderverlag, Freiburg Basel Wien 1983.
gesetzt den Fall
wir könnten
Jesus
zu einem Zeitsprung bewegen
ihn anrufen
im Hier und Heute
Mensch zu werden
wo würde er geboren
in keiner Kirche
schon gar nicht
in einer Basilika
er würde wohl geboren
in einer der „Höhlen“ der Notunterkünfte
und
er würde
wieder
mit seinen Eltern flüchten müssen
wie so viele heute
und
in seinem Unterwegssein
wäre er auch heute
bei den Armen
bei den Unterdrückten
bei den Kranken
den Gefangenen
bei den Bedürftigen jeder Art
und er würde
die Tempel
unserer Zeit reinigen
kirchliche und
weltliche
gleich wer sie gebaut hat
und wie wir sie nennen
er würde uns sagen
ich bin gekommen
alle
auf-zu-richten
wenn ihr es jetzt nicht versteht
wann dann
er würde es uns zeigen
ganz bestimmt
denn er hätte
noch heute
das im Sinn
was Gott will
und
nicht was Menschen wollen
Beatrix Senft 2021, unveröffentlicht.
Der Evangelist sagt etwas, das er nie zuvor gesagt hat, ein Wort, das uns sein Geheimnis auszuloten erlaubt: Er spricht vom Menschensohn und greift dabei eine geheimnisvolle Bezeichnung des Messias auf, die sich in religiösen Schriften seiner Zeit findet. Neu an der Verwendung dieses Begriffs durch Jesus ist, daß er vom Menschensohn nicht wie damals üblich im Zusammenhang mit der Verherrlichung, dem Triumph des Messias spricht, sondern den Menschensohn mit Erniedrigung und Ablehnung zusammenbringt: Der Menschensohn "muß viel leiden und verworfen werden".
Verworfen werden muß er von den kulturell Hochstehenden, von den gesellschaftlichen Schichten, die damals zählten, die damals die Macht besaßen. Es sind außerordentlich harte Worte, zu hart für die Jünger; auch für jeden Menschen von heute, der sie ernsthaft an sich herankommen läßt, scheinen sie zu hart
Warum muß Jesus, der gerechte Mensch, diesem Schicksal unterworfen werden? Heißt das nicht, daß sich die Gerechtigkeit nicht durchsetzen kann? Ist es demnach Schicksal des Gerechten, unterzugehen, zu unterliegen?
Jesu Ankündigung des Schicksals, das ihn erwartet, löst bei seinen Jüngern Bestürzung und Verwirrung aus. Sie entspricht der Reaktion jedes normalen Menschen: Das darf nicht geschehen, das geht nicht, das ist sinnlos, so etwas kann man nicht akzeptieren ... Die Jünger begreifen, daß auch ihre Zukunft nicht ruhig und problemlos sein kann, wenn ihrem Meister so etwas zustößt. Der Einsatz für die Gerechtigkeit ist nicht leicht, er garantiert keinen unmittelbaren Erfolg, vor allem wenn dieser Einsatz mit den Waffen Jesu erfolgt, also durch Liebe, Versöhnung, Vertrauen auf die Überzeugungskraft, durch völlige Verfügbarkeit.
Aber Jesus läßt sich in diesem Punkt nicht korrigieren. Er durchkreuzt das Bild eines triumphierenden Menschensohnes, eines Weges ohne Hindernisse. Wenn Gott sich in einer grenzenlosen Liebe dem Menschen anbietet, muß diese Grenzenlosigkeit in allen ihren Konsequenzen ausgekostet werden. Dazu kann gehören, daß man zurückgewiesen, nicht gehört, verstoßen und getötet wird.
Gerade in dieser Verfügbarkeit bis zum Letzten erweist Jesus in seiner menschlichen Wirklichkeit die Verfügbarkeit Gottes zugunsten des Menschen, die unbedingte Entscheidung Gottes, den Menschen bis zum Letzten zu lieben.
Gerade darin erschließt sich uns der tiefere Sinn der Rede vom Menschensohn. Damit wird nämlich bekräftigt, daß es Bestimmung jedes Menschen ist, von dem Lebenshauch, der von Christus her stammt, durchdrungen zu werden. Deshalb muß sich die Kirche dem Menschen, seinen wirklichen Problemen, seinen Hoffnungen und Leiden, Eroberungen und Mißerfolgen zuwenden ...
[...]
Aus: Carlo M. Martini, Seht, welch ein Mensch. Texte für alle Tage der Fasten- und Osterzeit. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1999.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
In der heutigen Lesung tritt uns der Gottesknecht als eine prophetische Gestalt entgegen. Er hat sein Ohr und sein ganzes Wesen dem Wort Gottes geöffnet und er ist zum Sprecher Gottes geworden.
Der Knecht entzieht sich dem Prophetenberuf nicht im Gegensatz zu Jona (1,3) und Jeremia (1,6f, 20,7-9), sondern übt sein Amt trotz des härtesten Widerstandes aus, der ihm von seinen eigenen Volksgenossen entgegengebracht wird. Der tiefere Grund des Widerstandes ist der Unglaube seiner Volksgenossen. Der Widerstand artet in Tätigkeiten aus, die besonders schmerzlich und entehrend sind: Bart ausreißen, Schläge auf den Rücken und Spucken in das Angesicht. Die Verfolgung und die Feindschaft seines Volkes wird im schließlich den Tod bringen.
Die Evangelisten haben diese prophetischen Aussagen auf Jesus bezogen. Er ist Gottessohn und Gottesknecht. Er weiß, daß auch in Leiden und Tod der Vater ihn nicht allein lässt.