Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Daniel.
Daniel sagte:
Ich schaute in meiner Vision während der Nacht und siehe:
Da kam mit den Wolken des Himmels
einer wie ein Menschensohn.
Er gelangte bis zu dem Hochbetagten
und wurde vor ihn geführt.
Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
Alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm.
Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
Sein Reich geht niemals unter.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Der Herr ist König, bekleidet mit Hoheit. - Kv
Oder: Halleluja, oder: GL 52,1
Der HERR ist König, bekleidet mit Hoheit; *
der HERR hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet.
Ja, der Erdkreis ist fest gegründet, *
nie wird er wanken. - Kv
Dein Thron steht fest von Anbeginn, *
du bist seit Ewigkeit.
Fluten erhoben, HERR, /
Fluten erhoben ihr Tosen, *
Fluten erheben ihr Brausen. - Kv
Mehr als das Tosen vieler Wasser, /
gewaltiger als die Brandung des Meeres *
ist gewaltig der HERR in der Höhe.
Deine Gesetze sind fest und verlässlich; /
deinem Haus gebührt Heiligkeit, *
HERR, für alle Zeiten. - Kv
Lesung aus der Offenbarung des Johannes.
Jesus Christus ist der treue Zeuge,
der Erstgeborene der Toten,
der Herrscher über die Könige der Erde.
Ihm, der uns liebt
und uns von unseren Sünden erlöst hat
durch sein Blut,
der uns zu einem Königreich gemacht hat
und zu Priestern vor Gott, seinem Vater:
Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht
in alle Ewigkeit. Amen.
Siehe, er kommt mit den Wolken
und jedes Auge wird ihn sehen,
auch alle, die ihn durchbohrt haben;
und alle Völker der Erde
werden seinetwegen jammern und klagen.
Ja, Amen.
Ich bin das Alpha und das Ómega,
spricht Gott, der Herr,
der ist
und der war
und der kommt,
der Herrscher über die ganze Schöpfung.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im Buch der Offenbarung des Johannes wird der Ablauf der letzten Dinge von der Auferstehung und Erhöhung Christi bis zu seiner Wiederkunft und dem Aufrichten einer neuen Herrschaft beschrieben. Dahinter steht die Erwartung vom nahen Ende der Welt und des Anbruchs einer neuen Welt.
Erst seit dem Ende des 4. Jh. n. Chr. ist die Offenbarung des Johannes in der ganzen christlichen Kirche als heilige Schrift anerkannt. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit ist die Offenbarung des Johannes auf die Kirchen- bzw. weltpolitische Deutung angewandt worden. Man nahm an, dass der Verlauf der Weltgeschichte in diesem Buch geweissagt wurde.
Im vorliegenden Abschnitt - am Beginn des Buches - wird der Name Jesu Christi zuerst mit drei Prädikaten geschmückt; sie sind aus den Psalmen entlehnt (Ps 89; PS 38; Ps 28) und entsprechen dem alten christlichen Bekenntnis: gestorben - auferstanden - erhöht.
Er war Zeuge, der für die Wahrheit Zeugnis ablegte. Seine Auferstehung bedeutet den Anbruch der Auferweckung aller Toten (vgl. 1 Kor 15,20), darum heißt er auch "Erstgeborener der Toten". Als der Erhöhte schließlich ist er zum Herrn über die Mächtigen und über die Reiche der Welt eingesetzt worden.
Im Vers 8 fügt Gottes Wort selbst seine Bestätigung hinzu:
Das A und O (Alpha und Omega; erster und letzter Buchstabe des griech. Alphabets) als Hinweis vom Anfang bis zum Ende, soll die Allmacht des Schöpfers und Vollenders umschreiben. Er, der ist, war und kommt, ist der Allherrscher.
Die zweite Lesung gehört zur gleichen Gattung wie die erste. Die Offenbarung des Johannes wurde in Patmos am Ende der Regierungszeit des Kaiser Domitian (81-96 n.Chr.) verfasst. Gott erweist sich als Gott in und über der Geschichte ("der da ist und der da war"), der seinen Sohn eingesetzt hat als König über die Erde. Damit wird der universale Charakter des Königtums Jesu ausgedrückt.
Jesus Christus wiederum hat uns eingesetzt, an seiner Herrschaft teilzunehmen und ein priesterliches Volk zu sein (V. 6). Das endzeitliche Geschehen hat mit Kreuz und Auferstehung Christi bereits begonnen und wirkt in unsere Gegenwart hinein. Diese christliche Hoffnung klingt als Grundton mit.
Halleluja. Halleluja.
Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn!
Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David,
das nun kommt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
fragte Pilatus Jesus:
Bist du der König der Juden?
Jesus antwortete:
Sagst du das von dir aus
oder haben es dir andere über mich gesagt?
Pilatus entgegnete:
Bin ich denn ein Jude?
Dein Volk und die Hohepriester
haben dich an mich ausgeliefert.
Was hast du getan?
Jesus antwortete:
Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.
Wenn mein Königtum von dieser Welt wäre,
würden meine Leute kämpfen,
damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde.
Nun aber ist mein Königtum nicht von hier.
Da sagte Pilatus zu ihm:
Also bist du doch ein König?
Jesus antwortete:
Du sagst es,
ich bin ein König.
Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen,
dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.
Jeder, der aus der Wahrheit ist,
hört auf meine Stimme.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Hintergrund des heutigen Abschnittes aus dem Johannesevangelium ist das erste Verhör des Pilatus mit Jesus. Im Unterschied zum Markusevangelium verhandelt darin Pilatus alleine mit Jesus, die anklagenden Juden sind nicht dabei.
Im Verhör geht es um die Frage nach dem Status Jesu – eine sehr politische Frage. Jesus beantwortet die Fragen mit: "Ja, ich bin ein König". Aber sein Königreich ist nicht von dieser Welt. Er ist damit kein politischer Machthaber und nicht vergleichbar mit den Mächtigen dieser Welt. Sein Kommen in diese Welt hat den einen Sinn, für die Wahrheit zu zeugen. Alle, die in dieser Wahrheit sind, gehören zu den wahren Bürgern seines Königreiches.
Als Überschrift zu diesem Evangelium könnten wir schreiben: das Drama des Verhörs Jesu durch Pontius Pilatus. Es ist ein weiterer Mosaikstein, das Christusgeheimnis zu lüften, ein Faden, der sich durch das gesamte Johannesevangelium zieht und ein Anliegen des Verfassers war. Im Evangelium kommt das Spiel um Macht zum Ausdruck - und zugleich die Angst, diese Macht zu verlieren. Nicht in der Person des Pontius Pilatus, der das Königtum Jesu anerkennt, sondern vielmehr beim jüdischen Hohenpriester und seinem Gefolge. Pontius Pilatus ist nur eine kleine, unbedeutende Spielfigur bei jenem Schachspiel, das darauf abzielt, Jesus schachmatt zu setzen. Die Angst, Macht zu verlieren, bleibt jedoch unbegründet. Doch das sehen die jüdischen Gelehrten nicht. Jesus trennt die politische von der himmlischen Macht (ausgedrückt im Jesuswort in Vers 36). Sein Königtum ist nicht von dieser Welt und von daher für die irdischen Machthaber ungefährlich. Doch ein Mensch ohne Einsicht in die großen Zusammenhänge erkennt das nicht.
Was macht Jesus von Nazareth zum König? Das Johannesevangelium beschreibt es als sein Zeugnis für die Wahrheit. Unser Part ist es, auf diese Stimme der Wahrheit zu hören.
Die Antwort Jesu auf die Frage des Pilatus lässt aufhorchen: „Ich bin ein König“. „Aber mein Königtum ist nicht von hier.“ Was kann Pilatus mit diesen Aussagen anfangen? Was können wir damit anfangen? Dazu fehlen entsprechende Maßstäbe.
Experten können die Gemeinsamkeiten und Unterschiede etwa zwischen dem spanischen und britischen Königshof beschreiben. Sie haben z.B. die Möglichkeit, das Hofprotokoll und die Ausbildungswege der jeweiligen Könige zu vergleichen und auf diese Weise beurteilen, welche Monarchie die bessere für die jeweilige Situation ist.
Auch die Lesung aus dem Buch Daniel lehnt sich an königliches Zeremoniell an. So können sich die Menschen eine Vorstellung machen, mit wem sie es mit dem Menschensohn zu tun haben.
Die Offenbarung des Johannes beschreibt Jesus als "treuen Zeugen", als Erlöser. Er ist das Alpha und das Omega. - Sie benutzt Bilder, die vielleicht von damaligen Menschen verstanden wurden, aber verstehen wir sie?
Bei unserer Taufe wurden wir mit Chrisam gesalbt. Die begleitenden Worte dazu heißen: „Aufgenommen in das Volk Gottes wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“
Als Getaufte haben wir also Anteil an der Königswürde Christi. Macht es das Königtum Jesu aus, dass er seine Würde mit allen Getauften teilt?
Und: Habe ich, haben Sie bewusst gemerkt, dass Christus etwas mit mir teilt? Kann sein Teil in mir Kraft entfalten?
Ein Pädagoge hat einmal erklärt, worin er seinen Auftrag sieht (siehe dazu den Kontext "Das wichtigste Zeichen). Er sieht in den Kindern kleine Königinnen und Könige. Deren Wachstum wolle er begleiten. Sie sollen ihre Würde und ihren Wert erkennen und etwas daraus machen.
Nochmals die Frage von eben: „Habe ich mich jemals als König wahrgenommen und das gelebt? Haben Sie sich als Königin oder König erlebt?“
Jesus erklärt gegenüber Pilatus: "Ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege." Wäre das Zeugnis für die Wahrheit ein Weg für unsere Zeit? Wie viel Wahrheit steckt in unseren Aussagen?
Im Radio höre ich immer wieder die Werbung der Telekom für die Initiative gegen Hass und Hetze im Netz. Machen wir einen Faktencheck zu den Dingen, über die wir sprechen?
Vielleicht kennen Sie die Geschichte der drei Siebe des Sokrates. Jemand wollte Sokrates etwas erzählen, was durch keines der drei von ihm geforderten Siebe geht: Sind die Dinge, die ich erzähle, wahr? Sind sie so, dass sie Gutes über den anderen sagen? Ist es für den anderen notwendig, diese Dinge zu erfahren? So zu filtern, würde uns zu Menschen machen, deren Wort Gewicht hat. Verändern wir dadurch das Klima in unserer Gesellschaft?!
„Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ sagte Jesus zu Pilatus. Aber sein Königtum wäre ein Segen für unsere Welt. Auf dieses Königtum wurden wir in der Taufe gesalbt. Wir können es leben und damit am Königtum Jesu Anteil nehmen!
© November 2024 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer
Der Gedanke des Königtums Christi zieht sich durch das ganze Evangelium. Als König wird er geboren, nach dem Königtum wird er Pilatus vor seiner Hinrichtung gefragt. Da sein Königtum nicht von dieser Welt ist, ist es nur von ihm Glaubenden wahrnehmbar.
Mit dem Weihnachtsfestkreis am Beginn eines Kirchenjahres feiern wir die Geburt eines kleinen Königs. Die zeitgeschichtlichen Umstände lassen aber nichts von seinem Königtum merken. Keine große Ankündigung, keine Salutschüsse, ein armseliges Ambiente… Am Ende des Kirchenjahres taucht die Frage nach seinem Königtum auf, die bei Pilatus und seiner Umgebung durch die Aussage „Mein Königtum ist nicht von dieser Welt“ Unsicherheit auslöst. Die Lesungen des Christkönigsfests führen uns schrittweise zur Namensgebung dieses Sonntags hin.
Die erste Lesung zeigt uns, dass alle Großreiche des Altertums und der Antike, die durch Eroberungen, Kriege und Gewalt entstanden sind, viel Leid und Not die Menschen gebracht haben und dass sie genauso rasch verschwunden wie entstanden sind. So auch das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ (962-1804 bzw. 1806) oder das sogenannte „Tausendjährige Reich“ Hitlers (1933-1945). In dieser Lesung hören wir auch von der Finsternis, den Dunkelheiten und Tiefpunkten menschlicher Existenz. In diese nächtliche Vision tritt der Menschensohn - "Menschensohn" ist hier christologischer Titel des Vertrauens - mit seiner Würde des Königtums ein: „Ihm wurde die Herrschaft übergeben, sodass ihm alle Völker und Nationen auf ewig dienen.“ (Dan 7,14).
Auch die zweite Lesung aus der Offenbarung des Johannes, dem Sendbrief an die sieben Gemeinden in Kleinasien, hat einen dunklen Hintergrund. Die Christen sind um 100 nach Chr. einer Verfolgung ausgesetzt. Der Brief beginnt mit einem Segensgruß als Trostwort und bringt den Auferstehungsglauben in Erinnerung, der zur Vollendung führt. Jesus, der „Erstgeborene unter den Toten“ (vgl. 1 Kor 15,23) wird als „Herrscher über Könige der Erde“ vorgestellt.
Im Taufritus, bei der Salbung mit Chrisam heißt es: „Du bist Glied des Volkes Gottes und gehörst für immer Christus an, der gesalbt ist zum Priester, König und Propheten in Ewigkeit.“ Somit wird in beiden Lesungen die Würde des Königtums angesprochen und damit verbunden die Herrschaft über alle Völker und Nationen auf ewig.
Im Evangelium wird uns bewusst gemacht, wie hochpolitisch das Königtum nach irdischen Maßstäben gesehen wird. Mächtige fürchten um ihre Machtposition. Da wächst möglicherweise gefährliche Konkurrenz heran. König Herodes, ein Abhängiger des Römischen Reiches, hört von der Geburt des neugeborenen Königs und erschrickt; mit ihm ganz Jerusalem. (vgl. Mt 2,3). Für ihn ist es eine Existenzfrage. Er spürt, dass sein Thron wackelt. Also weg mit dem Konkurrenten.
Wie sieht das mit missliebigen Personen heute aus? In totalitären Regimen kommen Kritiker, Oppositionelle, die als Konkurrenten wahrgenommen werden, ins Gefängnis, werden umgebracht. In anderen Ländern begeht man Rufmord, arbeitet mit Intrigen, macht Menschen psychisch fertig.
Im anbrechenden Reich Gottes sieht das anders aus. „Bei euch aber soll es nicht so sein!“, sagt Jesus. (Mk 10,43). Er gibt eine Linie mit einem sehr anspruchsvollen Lebensprogramm vor, mit einer Wegweisung: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Jesus geht diesen Weg in seiner Menschwerdung voran, er zeigt die Richtung an als König und Hirte.
Jesus ist auch Zeuge der Wahrheit. Diese setzt Gerechtigkeit voraus. Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist unmenschlich, Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit führt ins Chaos. Die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann fordert: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ und stellt fest: „Gerade, wenn der Mensch Schmerzen erleiden musste, werde er für die Erfahrung empfindlich, besonders für die Wahrheit.“ Wahrheit ist dynamisch und situationsbedingt und daher auch für uns immer nur in Teilwahrheiten verfügbar.
Jesus ist Leben. Das irdische Leben ist Vorbereitung auf das ewige Leben, auf das ewige Jetzt, wo es nur noch die beglückende Gegenwart gibt, „Leben in Fülle“ (Joh 10,10). Die Welt, die ständig von bösen Mächten durchdrungen war, wird abgelöst durch das vollkommene Reich Gottes, wo „alle Tränen [abgewischt werden]. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offb 21,4).
Der Christkönigssonntag ist ein besonderer Sonntag, der Hoffnung gibt, ein tröstlicher Ausblick für die Zukunft. Ich wünsche Ihnen, dass diese Hoffnung, trotz aller möglichen Schwierigkeiten nicht erstickt wird, sondern aufblüht, sich weiterentwickelt.
Im Johannesevangelium stehen Pilatus und Jesus einander gegenüber: 2 Welten, 2 Welt-anschauungen. Beide reichen bis in unsere Zeit herein. In welche Welt stellen wir uns als Christen?
Also: Bist du doch ein König? Eine bizarre Situation. Jesus steht vor Pilatus. Jesus ist angeklagt. Jetzt steht er vor Pilatus, Statthalter Roms, Herr Jerusalems und Richter über Leben und Tod. Worüber reden die beiden? Gibt es hier überhaupt noch etwas zu reden? Ist nicht schon alles entschieden? Also: Bist du nun ein König oder nicht? Die Anklage lautet, Jesus habe sich als König der Juden ausgegeben, sich einen Thron angemaßt und als Rebell gegen Gott und Menschen agiert.
Max Beckmann hat 1946 die beiden gemalt: Jesus und Pilatus. Nur die Köpfe. Jesus mit der Dornenkrone, schmerzhafte Gesichtszüge, den Mund aber leicht geöffnet - Pilatus mit vorgeschobenem Kinn, bullig, den Mund zusammengekniffen. Stehen sich so Macht und Ohnmacht gegenüber? Gewalt und Schweigen? Beckmann hat die Szene so gemalt, dass wir Jesus ins Gesicht sehen können, von Pilatus sehen wir nur das Profil, von der Seite schaut er. Pilatus muss Jesus sehen. Pilatus sieht Jesus. Dann, ohne einen Arm zu sehen, sehen wir eine Hand. Eine linke Hand. Sie ruht auf der Brust Jesu. Von wem die Hand ist? Sie muss von Pilatus sein. Tuchfühling? Abwehr? Die Hand schweigt.
(https://st.museum-digital.de/singleimage.php?imagenr=104762)
Pilatus fragt immer wieder. Und Jesus entfaltet vor ihm, mit welchem König er es jetzt zu tun hat. Nicht von dieser Welt! Von Gott! Ohne jede Gewalt!
„Ich bin ein König.
Ich bin dazu geboren
und dazu in die Welt gekommen,
dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege.“
Nur: Was soll, was kann Pilatus jetzt sagen? Einen solchen König kennt er nicht. Alles, was er weiß – oder zu wissen glaubt – von Königen, von Macht, auch von Wahrheit, fällt in sich zusammen. „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme“, sagt Jesus. Auf meine Stimme! Selbst wenn Pilatus ein Machtwort spricht – er hat nichts mehr zu sagen. Seine Wahrheit ist Lüge, sein Richterspruch ungerecht, seine Herrschaft hohl.
Aus dieser Nummer kommt Pilatus nicht mehr heraus.
Der letzte Sonntag im Kirchenjahr trägt den schönen Namen: Christkönigsonntag. Christus ist König! Auf diesen Sonntag läuft das ganze Kirchenjahr zu: Vom 1. Advent über Weihnachten, Ostern, Pfingsten und der fälschlich sogenannten festlosen Zeit. Christus ist König! „Er ist der treue Zeuge, der Erstgeborene der Toten, der Herrscher über die Könige der Erde.“ So wird Jesus von Johannes in der Offenbarung gerühmt. Damals war er, Johannes, von der römischen Staatsmacht auf die Gefangeneninsel Patmos verbannt worden. Sein Verbrechen: Christ zu sein. Oder einfach so: Johannes ist wie wir Bürger im Reich Christi.
„Ihm, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut, der uns zu einem Königreich gemacht hat und zu Priestern vor Gott, seinem Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit. Amen.“ (Offb 1,5b-6).
Ihm, der uns liebt! Ihm, der uns erlöst hat! Ihm, der uns zu seinem Königreich erwählt hat! Wir hören wieder Johannes. Die Gefangeneninsel Patmos wird zum Tor des Himmels. Für die vielen, die unter Repressalien, Unterdrückung oder Ausrottung bedroht sind. Trotzig. Nicht klein zu kriegen. Voller Vertrauen. Johannes weiß, wohin er gehört. Weil auch viele andere Christen angefochten sind und angesichts der Zeitläufe verzweifeln, richtet Johannes sie auf. Wir sind ein Königreich, wir sind sein Königreich. Wir rühmen Jesu Macht und Herrlichkeit.
Aus dieser Nummer kommt der Kaiser nicht mehr heraus.
Die Begegnung von Jesus und Pilatus lässt sich in wenigen Worten und in kurzen Strichen kaum erzählen. Pilatus, der Könige kennt, sieht sich einem König gegenüber, dem er nicht gewachsen ist. Was ist das für ein König, was für ein Reich?
„Ich bin gekommen, für die Wahrheit Zeugnis abzulegen!“, sagt Jesus. Pilatus wird zwar die berühmte Frage stellen, was denn Wahrheit sei, aber dieses eine Wort ist jetzt in der Welt, in der Welt der Mächtigen. Hingehaucht: Wahrheit!
Für uns ist Wahrheit meistens nur ein anderes Wort für Richtigkeit. Oder für Objektivität. Oder für Tatsachen. In der Verbindung von „wahr“ und „richtig“ haben wir dieses Wort auch kennengelernt. Besonders vor Gericht, in einem Verfahren, steht die Suche nach der Wahrheit obenan. Wir kennen die Schattierungen, die Abgründe, die Unsicherheiten.
Jesus gebraucht das Wort „Wahrheit“ als Jude, zu Hause in den alten Schriften des Volkes Gottes. Wahrheit hat mit Treue zu tun, mit der Treue Gottes. Wahrheit ist ein anderes Wort für die Nähe und Verbundenheit Gottes mit Menschen. Ein anderes Wort für Verlässlichkeit. Ein anderes Wort für Liebe. Alles, was Jesus gesagt hat, war eine Erinnerung, nein, eine Vergegenwärtigung: Gott ist hier. Jesus ist König und stellt das dar. Mit seinem Leben und mit seinem Sterben. Während Pilatus fragt, ob Jesus König sei, ersteht vor seinen Ohren eine neue Welt, ein neues Reich: das Reich Gottes.
Dieses eine Wort ist jetzt in der Welt, in der Welt der Mächtigen. Hingehaucht: Wahrheit.
Aus dieser Nummer kommt die Welt nicht mehr heraus!
Viele Menschen werden um ihr Leben betrogen. Aufgerieben. Zu Spielbällen großer Politik. An der polnischen Grenze sehen wir es gerade, ohne es wirklich sehen zu sollen. Wir ahnen, wie Menschen zur Ware werden, wenn Schlepper mit ihnen ihr schmutziges Geschäft machen. Wir ahnen auch, im Kampf um Recht und Ordnung Zeugen böser Taten zu werden.
Menschen können geopfert werden, Macht nicht.
Menschen werden unsichtbar gemacht, Macht nicht.
Menschen werden zum Schweigen gebracht, Macht nicht.
Jesus steht vor Pilatus. Anders als am Karfreitag wird uns nur ein kleiner Ausschnitt anvertraut. Jesus ist König. Heute, am letzten Sonntag im Kirchenjahr, feiern wir ihn als unseren König. Das schließt ein Gegenbild ein zu allen Mächten dieser Welt ein, ein Widerwort zu Sachzwängen und Resignationen – ein Fürwort für Liebe: Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Sagt Jesus. Jesus sagt das vor Pilatus. Im Angesicht der Staatsmacht. Im Angesicht des Todes.
"Ich bin das Alpha und das Ómega,
spricht Gott, der Herr,
der ist
und der war
und der kommt,
der Herrscher über die ganze Schöpfung."
Aus dieser Nummer kommen wir nicht mehr heraus!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Der Christkönigsonntag ist ein politisches Fest. Es geht um die Frage der Machtausübung. Jesus übte seine Macht im Dienen aus.
Das Wort / der Begriff „König“ kommt in allen Lesungen dieses letzten Sonntags im Kirchenjahr vor, und in diesem Zusammenhang auch „Reich“ und „Volk“. Damit tauchen wir zunächst in die Politik ein.
Joachim von Fiore um 1130-1202, Zisterzienser und Abt in Kalabrien, geht weg vom allegorischen Bild der Bibel, er spricht vom historischen Ablauf des Alten und Neuen Testaments in drei Epochen, bezogen auf die Trinität. Das Zeitalter des Heiligen Geistes ist nach Joachim das letzte, das Dritte Reich, das bereits angebrochen ist. Die Geschichte kennt immer wieder Großreiche, das Reich Alexander des Großen, das Römische Reich und andere. Nicht zu vergessen das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ 962-1806, das somit sehr in die Nähe der Tausendermarke gerückt ist.
Beim Dritten Reich, das im 20. Jhdt. 12 Jahre gedauert hat, wird es vielen sauer aufstoßen. Es ist ein Reich der Gewalt, der Attentate, der Minenfelder, ein Reich, das Millionen von Menschen das Leben gekostet hat. Was ist das Anliegen dieses Festes und der dazu vorgesehenen Schriftstellen und worauf sollten wir in der Verkündigung den Blick richten? Im Zentrum unserer Überlegungen steht die Königskrone des Vaters und die Dornenkrone Jesu.
Die Menschen aller Zeiten setzen sich sehr gerne goldene Kronen aufs Haupt, aber uns allen bleibt auch die Dornenkrone Jesu mit Kreuzigung und Tod nicht erspart. Es ist jene Krone, die wir uns täglich aufsetzen in unserem Beziehungsumfeld bis hinauf in die Weltpolitik. Die Königskrone des Vaters erhalten wir erst in unserer Vollendung. Vorerst setzten sich die Menschen in der Geschichte schöne, teure Kronen auf, die alle vergänglich sind, genauso wie Ruhm, Ansehen und Macht. Das lehrt ein Besuch in der Schatzkammer. Diese Kronen erinnern auch an den Reichtum der Ländereien, meist auch an Unterdrückung, eher selten an Wohltaten, sie erinnern auch an den Absolutheitsanspruch, der besonders in totalitären Systemen und Diktaturen zum Ausdruck gekommen ist. „So musst du denken, so musst du handeln, sonst bist du ein Feind des Staates, ein Feind des jeweiligen Diktators“, also Ideologie in Reinkultur. Edelkrone/Tiara und Dornenkrone waren wir immer in verschiedenster Form ausgesetzt.
Was ist das Anliegen Jesu in dieser Welt? Auf seine Stimme zu hören, die uns sagt, was in unserem Leben tonangebend sein soll, ein Auftrag, der schwer verständlich ist, das kann Jesus nur sagen, weil er mit dem Vater eins ist: Macht auszuüben im Dienen, in der Fußwaschung, somit im Hinknien vor der königlichen Würde des Nächsten. Minister sollten ihre Macht im Dienen an der Gemeinschaft ausüben, will heißen, ihre Talente, Begabungen, die sie von Gott empfangen haben in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Das kann man sehr leicht vergessen, wenn man in irdischen Machtrausch fällt. Also dienen durch Wort und Tat und so dem Leben Sinn geben, Zeugnis ablegen, denn „jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.“ Wahrheit setzt Gerechtigkeit voraus. Beides sind dynamische Begriffe, weil sich Wahrheit und Gerechtigkeit der jeweiligen gesellschaftlichen Situation anpassen. Wahrheit und Gerechtigkeit als Voraussetzungen für das Reich Gottes, das schon da ist, vielleicht viel zu wenig sichtbar. Das Reich Gottes, das wir im Vaterunser erbitten, braucht keine Waffengewalt, um Frieden herzustellen, nicht durch ein Gleichgewicht des Schreckens, sondern durch Gewaltlosigkeit, durch Freiheit, um sich mit Hilfe des Heiligen Geistes durch Liebe zu entfalten. Das Reich Gottes braucht auch keine Grenzziehungen nach Nationen, Kulturen und Sprachen. Es ist global, weltumfassend. Daran erinnert die 1. Lesung.
Versuchen wir in unseren Alltag hinauszugehen als Könige/Königinnen des Friedens und der Wahrheitsfindung. Keine leichte Aufgabe, mit Scheitern ist zu rechnen, aber mit großer Beharrlichkeit werden wir ein kleines Stück weiterkommen.
Das Reich Gottes ist dort, wo Menschen seinen Werten und Gesetzen Raum geben. Jesus hat für das Reich Gottes gekämpft, jedoch nicht mit Waffengewalt. Er wollte den Einfluss Gottes auf die Menschen ausweiten. Dafür musste er sein Leben lassen. Dennoch ist durch ihn die Welt anders geworden.
Die Rede vom Königtum Christi kann unter verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlich verstanden werden. Jesus lädt uns ein, auf seine Stimme zu hören und uns tiefer in Gott zu verwurzeln. Wir werden eine Welt entdecken, in der Christus der König ist.
Das große königliche Vorbild ist für Juden zur Zeit Jesu der König David. Jesus jedoch will König nach Gottes Herzen sein. Er bestätigt: ja, ich bin ein König. Er sei gekommen, um von der Wahrheit Zeugnis abzulegen. Wir sind eingeladen, an seinem Königtum teilzunehmen.
Die Rede vom Königtum hat im religiösen Kontext eine lange Entwicklung hinter sich. Vor diesem Hintergrund müssen wir behutsam mit Metaphern umgehen, die an unheilvolle Verquickungen von Religion und Politik erinnern. Jesu sagt von sich, er sei gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen. Dieses Zeugnis ist auch von uns gefordert.
Heute ist der letzte Sonntag des alten Kirchenjahres. Am nächsten Sonntag beginnt mit dem 1. Advent ein neues Kirchenjahr mit dem Lesungen-Zyklus C.
Bis Silvester ist es noch weit hin, aber im Gottesdienst spüren wir es ein wenig Jahreswechsel. Am Jahresende schauen wir zurück auf die Ereignisse der 365 Tage. Am Christkönigssonntag schauen wir zurück auf unseren Weg mit unserem König Christus. Wir schauen darauf, was in diesem Jahr gewachsen ist.
Heute ist der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Sein Name: Christkönigsonntag. Während Könige Glanz verbreiten und ihren Hofstaat haben, von Soldaten begleitet werden und huldvoll in die Menge winken, wird Jesus seinem Richter vorgeführt. Welten prallen aufeinander. Gewalt und Ohnmacht. Macht und Liebe. Immer wieder die eine Frage: Bist du König? Bist du der König?
Im 93. Psalm heißt es:
"Der HERR ist König, bekleidet mit Hoheit; *
der HERR hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet.
Ja, der Erdkreis ist fest gegründet, *
nie wird er wanken."
Ihn rufen wir an.
Herr Jesus Christus,
du hast dich vor Pilatus zu deiner Sendung als Zeuge der Wahrheit bekannt.
Kyrie, eleison.
Du hast den Menschen, die dir begegnet sind,
immer wieder gezeigt: „Ich diene deinem Leben.“
Christe, eleison.
Du setzt dein Königtum fort an der Seite deines Vaters
und wartest auf uns.
Kyrie, eleison.
Herr,
die Namen und Taten der Könige füllen Bibliotheken.
Viele Leidensgeschichten geraten in Vergessenheit.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du bezeugst die Wahrheit, die uns frei macht.
Deine Liebe verwandelt unser Leben.
Christus, erbarme dich.
Herr,
wenn Macht missbraucht wird,
werden Menschen klein gemacht.
Hilf uns, Anwälte der Verstummten zu sein.
Herr, erbarme dich.
Dein Thron steht fest von Anbeginn, *
du bist seit Ewigkeit.
Deine Gesetze sind fest und verlässlich; /
deinem Haus gebührt Heiligkeit, *
HERR, für alle Zeiten.
(Ps. 93)
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr, Jesus Christus,
du bist in diese Welt geboren, um uns in allem ganz nahe zu sein.
Herr, erbarme dich.
Dein Weg der Liebe zum Vater ging bis in den Tod.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns vorgelebt, wie deine Königswürde der dienenden Liebe gelebt werden soll.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast deinem geliebten Sohn
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden
und ihn zum Haupt der neuen Schöpfung gemacht.
Befreie alle Geschöpfe von der Macht des Bösen
damit sie allein dir dienen
und dich in Ewigkeit rühmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Gott Dein Wort bringt Licht und Freude in die Welt.
Es macht das Leben reich,
es stiftet Frieden und Versöhnung.
Gib, dass wir es nicht achtlos überhören.
Mach uns aufnahmebereit.
Bring dein Wort in uns zu hundertfältiger Frucht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 6
Allmächtiger Gott,
du gebietest über Himmel und Erde,
du hast Macht über die Herzen der Menschen.
Darum kommen wir voll Vertrauen zu dir;
stärke alle, die sich um die Gerechtigkeit mühen,
und schenke unserer Zeit deinen Frieden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Gott und Vater aller Menschen.
Du willst, daß wir in deinem Namen
Frieden bringen, wo Zwietracht herrscht,
Glauben wecken, wo Zweifel um sich greift,
die Hoffnung beleben,
wo Traurigkeit die Menschen lähmt.
Hilf uns, daß wir deine Liebe bekannt machen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 17
Herr Jesus,
wir haben dein Königtum an uns erfahren.
Du hast uns begleitet, geführt, gestärkt, ermutigt und getröstet.
Für all dies danken wir dir.
Und weil dein Königtum ewig ist,
vertrauen wir auf deine Hilfe auch heute und alle Tage des Lebens.
Wir danken dir, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und handelst in Ewigkeit. - Amen.
Wir danken dir, Gott,
Mutter und Vater von uns allen,
dass du uns zu Königskindern gemacht hast.
Wir erben dein Reich.
Du kennst die Nachrichten, die uns umtreiben.
Die weißt um die Ängste, die uns nicht loslassen.
Du siehst die Risse, die wir mühsam verstecken.
Schenke uns deinen Geist.
In deiner Treue lass uns geborgen sein
und in deinem Reich unseren Platz finden.
Dann tragen wir Kronen auf unseren Häuptern
und dein Wort auf unseren Lippen.
Wir sind von dir geliebt.
In Christus.
Er ist König.
In Ewigkeit.
Herr, Jesus Christus,
du schenkst uns ein Königreich,
das alles Machtdenken sprengt
in dem Gebot der Liebe,
der Aufrichtung,
der Überwindung alles Tödlichen,
des Heilwerdens
und der Versöhnung.
Damit eröffnest du eine ganz neue Wahrheit –
die Wahrheit, wie sie dir dein Vater aufgetragen hat,
uns zu verkünden.
Mache uns in diesem Gottesdienst offen für diese Botschaft
und schenke uns die Kraft aus ihr zu leben.
Dich loben wir, mit dem Vater und dem Hl. Geist,
jetzt und alle Zeit.
Herr Jesus Christus,
du bist unser König.
Du begleitest uns und gestaltest die Begegnungen mit dir.
Wir bitten: Zeige deine königliche Liebe!
Deine Zuwendung galt den Suchenden. Es gibt sie auch heute.
Wir bitten…
Deine Zuwendung galt den Schwachen. Es gibt sie auch heute.
Wir bitten…
Deine Zuwendung galt den Armen. Es gibt sie auch heute.
Wir bitten…
Deine Zuwendung galt den Ausgegrenzten. Es gibt sie auch heute.
Wir bitten…
Deine Zuwendung galt Menschen in einer Krise. Es gibt sie auch heute.
Wir bitten…
Deine Zuwendung galt den sterbenden Menschen. Es gibt sie auch heute.
Wir bitten…
Wo deine Liebe spürbar ist, ahnen die Menschen etwas von deiner Treue.
Dafür danken wir dir und darauf hoffen wir. – Amen.
Im Glauben an dich, den Gott, der mit unserer Not vertraut ist und uns rettet, rufen wir:
Deine Kirche war und ist immer wieder in Gefahr, sich von Kräften in den Dienst nehmen zu lassen, die ihre weltliche Macht festigen wollen, sich jedoch gegen dein Reich und deinen Willen für deine Schöpfung stellen.
Christus, unser König, rette uns!
Es gibt mutige Frauen und Männer, die Autokraten und Diktatoren entgegentreten und ihr Leben für ihre Werte riskieren.
Die Angst, auf bisher Gewohntes verzichten zu müssen und demokratische Grundwerte zu verlieren, bestimmt oft unser Wahlverhalten und trägt zur Spaltung der Gesellschaft bei.
Als getaufte Christen sind wir dazu berufen, zu Menschen zu werden, durch die du in unserer Welt wirken kannst. Oft jedoch wollen wir nicht das, was du mit uns vorhast.
Du hast den Tod besiegt und herrscht über die gesamte Schöpfung.
Dir wurde alle Macht, Würde und ewiges Königtum verliehen. Auf dich treffen wir in der Mitte unserer Existenz, auf dich und dein Reich des Friedens setzen wir unsere Hoffnung.
Dich loben und preisen wir jetzt und allezeit. - Amen.
Gottes Königreich zu erwarten, ist unser Glück,
ihm entgegen zu gehen, sein Geschenk.
Wir danken
für den Reichtum des Lebens,
für die Folge der Generationen,
für Erfahrungen und Neuaufbrüche,
für Geschichten und Hoffnungen.
Wir bitten dich heute für die Kinder.
Sie erblicken das Licht der Welt.
Schenke ihnen deinen Segen.
Lass uns die Not vieler Kinder sehen,
die in Lagern oder auf der Straße leben,
die für den Lebensunterhalt ihrer Familien arbeiten,
die als Kindersoldaten missbraucht und geopfert werden.
Lass uns Zeugen deiner Wahrheit sein.
Wir bitten dich heute für die jungen Erwachsenen.
Sie suchen ihren Platz in der Welt.
Schenke ihnen Mut.
Hilf uns, die Hoffnungen der jungen Menschen zu teilen,
wenn sie sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen,
wenn sie sich dem Hass in den sozialen Medien widersetzen,
wenn sie die Frage nach der Gerechtigkeit stellen.
Wir bitten dich heute für die Menschen in der Mitte ihres Lebens.
Sie haben die Welt kennengelernt.
Schenke ihnen Gelassenheit.
Hilf uns, mit vielen Geschichten achtsam und liebevoll umzugehen.
Manche sind beruflich in eine Sackgasse geraten,
manche sind mit einer Beziehung gescheitert,
manche starten noch einmal neu durch.
Wir bitten dich heute für die alten Menschen.
Sie wachsen aus der Welt heraus.
Schenke ihnen das Leben.
Hilf uns, dankbar für alles zu sein,
was wir von ihnen empfangen.
Für die Träume, die noch nicht ausgeträumt sind,
für das Glück, das in alten Geschichten schlummert,
für die Angst, die schon einmal überwunden wurde.
Lass uns Zeugen deiner Wahrheit sein.
Du bist der König.
Du führst uns in die Wahrheit.
Alle Völker, Nationen und Sprachen dienen dir.
Deine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft.
Dein Reich geht niemals unter.
Lasst uns gemeinsam zu Christus, der Anfang und Ende ist, der Gegenwart und Zukunft bestimmt und uns die Botschaft von der endgültigen und allumfassenden Macht Gottes gebracht hat, beten:
Um eine Kirche, die sich trotz aller menschlicher Schwächen in ihrem Handeln der Wahrheit verpflichtet weiß, die letztlich Gott selbst ist.
Um Verantwortliche in Politik und Gesellschaft, die die ihnen verliehene Macht nicht in menschenverachtenden Aktionen zu ihrem eigenen Profit missbrauchen.
Um Wertschätzung der uns in der Demokratie ermöglichten Meinungs- und Pressefreiheit und einen verantwortungsvollen Gebrauch aller Informationsmöglichkeiten.
Um offene und ehrlich geführte Diskussionen aufgrund unterschiedlicher Werte und Meinungen und der gemeinsamen Suche nach dem richtigen Weg.
Um die Bereitschaft unser Leben in allen Phasen ganz aus deiner Hand annehmen zu können.
Denn dir, Christus, sei alle Macht und Herrlichkeit in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr unser Gott,
wir bringen das Opfer deines Sohnes dar,
das die Menschheit mit dir versöhnt.
Er, der für uns gestorben ist,
schenke allen Völkern Einheit und Frieden,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christkönigsonntag
Herr, unser Gott,
du schenkst uns den Frieden
und gibst uns die Kraft, dir aufrichtig zu dienen.
Laß uns dich mit unseren Gaben ehren
und durch die Teilnahme
an dem einen Brot und dem einen Kelch
eines Sinnes werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
4. Januar, 7.Januar
Allmächtiger Gott,
alles, was wir haben, kommt von dir.
Nimm die Gaben an, die wir darbringen.
Mache sie für uns in diesem Leben
zum Sakrament der Erlösung
und rufe uns an deinen Tisch im kommenden Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Gott und Vater, segne diese Gaben.
Dein Sohn hat gezeigt, dass ein Mahl mehr sein kann als nur gemeinsames Essen.
Es lässt uns die Gemeinschaft aller Glaubenden mit dir erleben.
Lass uns in diesen Gaben Hoffnung finden auf die Vollendung
und die entscheidende Begegnung mit deinem Sohn.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Herr,
wir würden dir gerne königliche Gaben bringen,
aber es reicht nur für Brot und Wein.
Königliche Gaben schenkst du uns.
Du verschenkst dich an uns.
Leib und Blut unseres Herrn.
Dir bringen wir unser Lob, unseren Dank.
Himmel und Erde sind erfüllt von deinem Ruhm.
Komm, unser Herr.
Kehrvers:
Die Völker sollen dir danken, o Gott,
danken sollen die die Völker alle.
Oder: Dir sei Preis und Dank und Ehre! (GL 670,8)
Gott und Vater unseres Herrn und Königs Jesus Christus,
wir kommen zu dir, um dir unseren Dank darzubringen.
Du hast dich als der Herr der Welt erwiesen.
Als die Zeit erfüllt war,
hast du uns deinen Sohn als Messias und Erlöser gesandt.
Kehrvers
Er ist in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen
und alle, die aus der Wahrheit sind, an sich zu ziehen.
Er hast uns von unseren Sünden erlöst durch sein Blut
und uns zu Königen gemacht und zu Priestern vor dir, seinem Vater.
Kehrvers
Er hat unsere Menschenwürde wieder hergestellt
und uns als Erben seines himmlischen Reiches eingesetzt.
Ihm hast du Herrschaft, Würde und Königtum gegeben.
Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen.
Seine Herrschaft ist ewig, sein Reich geht niemals unter.
Danklied, z. B. GL 408: Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn…
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus,
mit dem Öl der Freude gesalbt
zum ewigen Priester und zum König
der ganzen Schöpfung.
Als makelloses Lamm und
friedenstiftendes Opfer hat er sich
dargebracht auf dem Altar des Kreuzes,
um das Werk der Erlösung zu vollziehen.
Wenn einst die ganze Schöpfung
seiner Herrschaft unterworfen ist,
wird er dir, seinem Vater, das ewige,
alles umfassende Reich übergeben:
das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Christkönig
Wir suchen die Nähe zu Christus und finden sie, wenn wir wie er die Nähe des Vaters suchen.
So lasst uns beten: Vater Unser…
Unter dem Gesetz der Liebe zu leben,
beeinflusst den ganzen Menschen. Auch sein Beten.
Im „Vater unser“ hat Christus uns ein gelehrt,
wie sich ein Jünger Christi Gott anvertraut.
In seinem Geist beten wir nun gemeinsam:
Menschen hassen und Flugzeuge fliegen in Türme,
unschuldige Menschen sterben
Menschen hassen und Sprengstoffgürtel und Handgranaten explodieren
unschuldige Menschen sterben
Menschen vergelten und Soldaten marschieren, Waffen sprechen,
unschuldige Menschen sterben
Ein Unschuldiger stirbt
gibt sein Leben für seine Freunde
und allen wird Leben geschenkt
Darum bitten wir:
Herr Jesus Christus, schau nicht...
Herr Jesus Christus,
Wenn die ganze Schöpfung deiner Herrschaft unterworfen ist,
wirst du deinem Vater das Reich der Wahrheit und des Lebens,
das Reich der Heiligkeit und der Gnade,
das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens übergeben.
Daran haben wir heute schon Anteil.
So bitten wir dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden…
Jesus, unser König
wir sehen dich aus der Ferne
und über den unendlichen Abstand der Zeit
Wir hören dich
wir versuchen, dich zu verstehen
zu begreifen, wer du bist
Du bist so anders als andere Menschen
stärker und schwächer
erhabener und geringer
Du verkündest die Ehre Gottes
und begleitest doch die Verachteten unter den Menschen
Du zeigst die Kraft Gottes
und bist doch schwach mit den Schwachen
Du schaffst Freiheit
und lässt dich doch binden für die Gebundenen
Du brauchst keine Gewalt
und weichst dem Opfer nicht aus
Hosanna
rufen wir dir zu
Du wahrer Mensch und Gott
Christus
unser König
Allmächtiger Gott,
du hast uns berufen,
Christus, dem König der ganzen Schöpfung, zu dienen.
Stärke uns durch diese Speise,
die uns Unsterblichkeit verheißt,
damit wir Anteil erhalten
an seiner Herrschaft und am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Christkönigsonntag
Allmächtiger Gott,
in dieser Feier hast du uns
an deinem göttlichen Leben Anteil geschenkt.
Laß uns niemals von dir getrennt werden,
sondern bewahre uns in deiner Liebe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 15
Gott und Vater,
dein Sohn hat immer wieder das Kommen deines Reiches verheißen.
In dieser Feier konnten wir erahnen,
was uns in diesem Reich erwartet.
Lass uns dafür Dank sagen und stärke uns,
damit wir immer neu dir und deiner Liebe begegnen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren König und Herrn. – Amen.
Wir danken dir, Gott unserer Hoffnung,
für die Zusage, dass dein Reich kommt.
Wir danken dir
für das zu Ende gehende Kirchenjahr,
für die Lesungen, für das Evangelium,
für Bräuche und Gewohnheiten,
für das Licht und den nächtlichen Schatten.
Die Wege des Glaubens haben uns weit hinausgeführt.
Wir haben viele Menschen getroffen
und wurden von vielen begleitet.
Lass uns mit dir den Gipfel aller Tage sehen
und in den Niederungen deine Gegenwart.
In Christus,
dem König mit der Dornenkrone.
Auf ihn schauen wir
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Jesus Christus,
du treuer Zeuge der Liebe Gottes,
wir bitten dich,
schenke uns in der neuen Woche Einsicht und Kraft,
damit wir mitwirken können
an der Verwirklichung deines Königreiches.
Stärke uns durch den Empfang deines Mahles
und lass uns Worte und Taten deiner Liebe finden.
Zu all unserem Reden und Handeln
schenke du uns deine segnende Begleitung.
Es segne euch Gott der Vater,
der seinen Sohn zu uns auf diese Erde gesandt hat. – Amen.
Es segne euch Gott der Sohn,
dessen Worte und Zeichen die Menschen aufgerichtet haben. – Amen.
Es segne euch Gott der Heilige Geist,
der die Menschen dahin führt, wo Gottes Reich lebendig ist. – Amen.
So lasst euch erfüllen von diesem Segen des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes. – Amen.
"Das wichtigste Zeichen in meiner pädagogischen Arbeit ist ein Ring in der Form einer Krone“ sagte mir vor kurzem jemand. „Ich möchte jedem sagen: Du bist eine Königin oder ein König in Gottes Augen!“
Jesus stand als König vor Pilatus. Er trug keine Krone. Pilatus hat das Königliche in ihm nicht erkannt. Menschen standen mit ihren Problemen vor Jesus. Der ist darauf eingegangen und hat die Menschen wachsen lassen. Er wusste darum, wie wertvoll sie seinem Vater sind. Und so hat er gehandelt.
Aus: Sonntagsgruß der Kamillianer, 93. Jahrgang 2018, 34. Sonntag im Jahreskreis.
Am Ende des Kirchenjahres erinnerst Du, Herr, mich an meine Würde. Du sagst mir heute: „Ich habe dich begleitet, damit du innerlich wachsen kannst!“ Wenn ich gewachsen bin, sage ich Dir heute: Danke!
Wenn ich stagniere, bitte ich Dich um Deinen Antrieb im kommenden Kirchenjahr.
Du sagst mir heute:
„Wenn du wächst, erlebst du etwas vom Reich meines Vaters.“ Lass mich erleben, was das heißt. Denn ich bete doch so häufig mit Deinen Worten: Vater, dein Reich komme!
Aus: Sonntagsgruß der Kamillianer, 93. Jahrgang 2018, 34. Sonntag im Jahreskreis.
Die ersten Christen hatten es nicht leicht: Verfolgungen machten ihnen das Leben schwer. Gleichzeitig sollte die Einheit im Glauben erhalten bleiben, und das Glaubensbekenntnis musste wiederum durchdacht sein, um sich Fragen der heidnischen Umgebung zu stellen.
Intensiv rang man nach den Zeiten der Christenverfolgung um theologische Fragen: Was war denn nun der Mann aus Nazareth? War er Mensch? War er Gott? War er ein Zwischenwesen? Synoden und Konzilien beschäftigten sich damit.
Mit Vertretern der unterlegenen Ansicht wurde nicht zimperlich umgegangen - Exkommunikationen und Verbannungen waren die Strafen.
An eine der heftigsten Streitigkeiten der jungen Kirche erinnert das Christkönigsfest, das die katholische Kirche am letzten Sonntag des Kirchenjahres feiert.
Das Konzil von Nizäa hatte im Jahr 325 die Gottheit Christi gegenüber der Lehre des Arius definiert. Dieser hatte um 320 die Ansicht verbreitet, Jesus Christus sei seinem göttlichen Vater nur untergeordnet und keineswegs wahrer Gott. Vielmehr sei er Gottes erstes und vollkommenstes Geschöpf, durch dessen Vermittlung die Welt vom Vater geschaffen wurde.
Arius sah den Sohn auf der Seite der anderen Kreaturen. Dies entsprach dem damaligen griechisch geprägten Denken, das sich einen stufenweisen Ab- und Aufstieg der Wesen von Gott her bzw. zu Gott hin vorstellen konnte, wie es etwa die griechischen Sagen beschreiben. Dies aber widersprach dem Glauben der Kirche.
Schärfster Gegner des "Irrlehrers" Arius war der heilige Athanasius, der spätere Bischof von Alexandrien. Er argumentierte so: Wenn Jesus nur ein zwar edles und hoch erhabenes Geschöpf war, dann habe er die Menschen nicht von der Macht der Sünde und des Todes befreien können. Dazu habe es Gottes selbst bedurft.
Das Konzil von Nizäa bekannte daher den Glauben an die Gottheit Jesu. Dieses Bekenntnis findet sich im so genannten Großen Glaubensbekenntnis, das alle Kirchen des Ostens und Westens miteinander verbindet und von Zeit zu Zeit in den Gottesdiensten gesprochen wird.
Darin heißt es: "Wir glauben an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater."
Diese theologische Ansicht will verdeutlichen, dass sich in Jesus von Nazareth Gott geoffenbart hat; oder anders gesagt: In Jesus erkennen die Menschen, wie Gott ist. Negativ machte sich dieser theologische Streit im Lauf der Geschichte dadurch bemerkbar, dass die Gottheit Jesu überbetont und die Menschheit Jesu stark zurückgedrängt wurde.
Der Arianismus hielt sich noch über mehrere Jahrhunderte bei verschiedenen Germanenstämmen - so ist etwa die bekannte Wulfila-Bibel der Westgoten vom arianischen Bischof Wulfila übersetzt worden. Erst durch Kaiser Karl dem Großen gab es die klare Wendung zum Katholizismus.
Mit dem Christkönigsfest endet das katholische Kirchenjahr. Es lenkt den Blick auf Jesus Christus, von dem die Christen glauben, dass er am Ende der Zeit als König wiederkommen wird und zu dem sich die Kirche unterwegs sieht.
Seit 1969 wird dieses Fest am Sonntag vor dem 1. Advent begangen; zuvor wurde es am letzten Oktobersonntag gefeiert. Papst Pius XI. führte das Christkönigsfest im Jahr 1925 ein in Erinnerung an das Konzil von Nizäa, das 1 600 Jahre zuvor (325) tagte.
Norbert Göckener auf: http://www.katholisch.de (November 2002)
Gezielte Falschinformationen, so genannte Desinformation, entziehen unserer Wertegemeinschaft das Fundament. Sie schüren Angst, Verunsicherung, Wut und Hass. Wir sehen die Gefahr oft erst, wenn es zu spät ist. Die neue Kampagne der Telekom visualisiert die rasante Verbreitung von Desinformation und appelliert an einen kompetenten Umgang damit. Desinformation begegnet uns allen - aber wir haben es in der Hand, ob sie sich weiterverbreiten.
Es handelt sich um eine Anekdote über Sokrates und wir er mit einer Methode die Menschen ermutigt, über die Dinge, die sie sagen und weitergeben, nachzudenken.
https://www.denkatorium.de/schule/drei-siebe-des-sokrates/
https://www.denkatorium.de/schule/drei-siebe-des-sokrates/
Refrain:
Ich stelle wieder Gott
in meinen Lebensmittelpunkt
und sorg dafür, dass mir so schnell
nichts mehr dazwischenfunkt.
Überhaupt bring ich es
jetzt mal auf den Punkt:
Gott ist mein Lebensmittel,
Lebensmittelpunkt,
Gott ist mein Lebensmittelpunkt.
Was ist mit meiner Berufung,
welch‘ Bestimmung habe ich?
Wie unterscheid‘ ich unter all‘ den Stimmen Gottes Ruf an mich?
Da ist eine Sehnsucht nach dem „Mehr“ in meinem Leben,
ich bitte Gott um Seinen Geist
dazu mir Kraft zu geben. Ref.
Bridge:
Berufen zum Menschsein,
zur Liebe, zum Leben;
ein Leben in Fülle
will Gott allen geben.
Berufen zur Gemeinschaft mit IHM
im Leben und im Tod,
feiern wir Gott unter uns
in Wein und Brot. Ref.
Ja, dort, in meiner Mitte,
meinem Herzen, Liebe funkt -
Gott ist mein Lebensmittel,
Lebensmittelpunkt, ja,
Gott ist mein Lebensmittelpunkt.
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Reinhard Burchhardt 2024
Oh komm
du König aller Königreiche
gerufen vom Volk
gerufen
um der Herrschaft der Herrschenden
endlich ein Ende zu setzen
schlag doch dazwischen
damit die Unterdrücker
endlich Druck bekommen
hau doch zu
mach ihrer Macht endlich ein Ende
Mein Königtum ist nicht von dieser Welt
sagst du
dein Königreich hast du gelebt
selig seid ihr
wenn ihr meine Umkehrung
versteht
selig sei ihr
wenn ihr erkennt
dass ich ein König des Dienens bin
dass meine Königswürde
darin besteht
dass ich mich kleinmachen kann
so klein und angreifbar
dass ihr mich zu Tode quälen könnt
aber so groß
dass ich nicht nach „meinen Leuten“
rufe
es wäre mir ein Leichtes
so groß
dass ich mich in den Willen
meines Vaters
ergeben kann
meine Königswürde ist die:
euch nachzugehen
euch
laut zu rufen
oder
es euch
zuzuflüstern
euch zu erreichen
ob laut oder leise
dass es in eure Herzen dringe
damit mein Königreich
der Liebe
der Menschenwürde
der Vergebung
endlich anbrechen kann
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
König ist der Herr,
alle Macht hat er, thront auf Kerubim,
alles bebet vor ihm.
Seines Mantels Saum
füllt den Weltenraum.
Preiset seinen Namen.
Er ist heilig. Amen
König ist der Herr.
Alles Recht hat er,
gab dem Erdenrund
seine Ordnung kund.
Alle, Herr, wie Knecht,
finden gleiches Recht.
Preiset seinen Namen.
Er ist heilig. Amen
König ist der Herr.
Groß und gut ist er,
der die Knechtschaft brach,
aus der Wolke sprach,
der uns Schutz verleiht,
Tag um Tag verzeiht.
Preiset seinen Namen.
Er ist heilig. Amen.
Text: Maria Luise Thurmair, nach Psalm 99. Gotteslob 1975 Nr. 275..
Nur der verdient Macht, der sie täglich rechtfertigt.
Verwischung der Motive: Bei einem bedeutenden Entschluß spielt unser ganzes Wesen mit, seine Niedertracht wie seine Güte. Welcher Teil hat den andern betrogen, wenn wir fühlen, ganz hinter einer Tat zu stehn? - Selbst wenn sich später Mephisto lächelnd als Sieger dieser Wahl offenbart, kann er besiegt werden durch die Art und Weise, wie wir die Folgen auf uns nehmen.
»Man erwartete, ihn als Führer hervortreten zu sehen.« Ihn-? Dessen Mut und Selbständigkeit darin bestehen, daß er sich führen läßt - ein Ahab, den sein fliehendes Ziel über Ozeane treibt.
(In dem Roman »Mobby Dick« von Herman Melville jagt Kapitän Ahab den weißen Wal.)
Aus: Dag Hammarskjöld, Zeichen am Weg. Übertragen und eingeleitet von Anton Graf Knyphausen. Verlag Droemer Knaur, München Zürich 1967 (1963).
„Reich“ ist Machtbereich,
das Reich des Vaters
ist der Bereich, in dem Gott herrscht,
in dem Gott sich „durchsetzt“;
der „gottdurchsetzte“ Bereich.
Im Reich ist der König maß-gebend,
er bestimmt, was „recht“ ist,
er schafft das Recht und veranlasst
seine Untertanen, das „Rechte“ zu tun.
Ähnlich wie „Himmel“ meint „Reich Gottes“
alle Bereiche, Zustände
und Augenblicke,
in denen Gott, der Vater, alles in allem ist,
in denen Gott überall „dazwischen“ ist.
Dieses „Dazwischensein“ Gottes
ist die vollkommene Beziehung.
Die Macht Gottes wird spürbar
in der einenden, verbindenden Kraft
seines Erbarmens,
die Macht Gottes ist die Macht der Liebe.
Wo dieses Dazwischensein Gottes fehlt,
fällt alles auseinander:
Vereinzelung, Vereinsamung,
Isolation sind die Folge.
Oder auch die „Verhaftungen“
und Vereinnahmungen,
die durch die egoistischen Strebungen
des Menschen,
durch sein Haben-Müssen, entstehen.
Es gibt in unserem Leben Augenblicke,
in denen wir „Reich Gottes“ erleben.
In ihnen erfahren wir, was das heißt:
Gott ist dazwischen,
Gott macht alles „recht“,
Gott setzt sich durch,
Gott ergreift mich,
ich stehe in seiner Macht.
Diese Augenblicke sind nichts anderes
als die hochzeitlichen,
himmlischen Augenblicke des
Glücks,
die wir schon betrachtet haben.
Durch die gläubige Deutung dieser Augenblicke
erschließt sich hautnah,
was Reich Gottes praktisch für mich ist.
Aus: Elmar Gruber, Im Himmel auf Erden. Betrachtungen zum Vaterunser. Topos Taschenbücher, Don Bosco Verlag, München 2000.
Der Archetyp des Königs, den wir in David erkennen können, meint, daß ein Mann selbst lebt, anstatt von außen gelebt zu werden, daß er in sich steht, mit sich im Einklang ist. Und König ist derjenige, der in sich Ordnung schafft, der nicht nur das äußere Reich, sondern auch den inneren Bereich seiner Seele in einer guten Weise strukturiert. Richard Rohr meint, die wichtigste Aufgabe des Königs sei, dem Bereich, in dem er herrscht, Ordnung und Frieden zu schenken: »Allein durch seine Gegenwart fühlen sich die Menschen sicher und geborgen. Jemand, der in einen Raum kommt und der Gruppe das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit geben kann, ist ein König.«
König ist in den Märchen ein Bild für den Menschen, der alle seine Seelenkräfte integriert. Es sind immer drei Königssöhne, die ausziehen, um dem kranken Vater zu helfen. Und gerade der jüngste bringt dem Vater das Heilmittel, das ihn wieder gesund werden läßt. Die drei Söhne stehen für die drei Bereiche im Menschen, für Geist, Seele und Leib, für Verstand, Emotion und Trieb, für Kopf, Herz und Bauch. Die beiden ältesten Söhne scheitern oft auf ihrem Weg, weil sie nicht behutsam mit den helfenden Tieren umgehen, die ihnen begegnen. Sie landen im Wirtshaus. Sie gehen auf im Genießen ihrer hohen Stellung, ohne den Weg der Selbstwerdung zu gehen. So zeigen die Märchen, wie gefährdet der Mann auf seinem Weg der Selbstwerdung ist. Um König zu werden, muß ich alles, was in mir ist, annehmen und mich damit aussöhnen, gerade auch mit der tierhaften Seite, mit dem Unansehnlichen und Wilden in mir. Der König gibt schließlich seine Macht an seinen Sohn. Und er segnet ihn. Das gehört auch zum Wesen des Königs, daß er andere segnet. Viele junge Männer sehnen sich danach, von einem älteren Mann, von einem König, gesegnet zu werden.
Für den griechischen Philosophen Platon ist der König nicht nur derjenige, der ein Land beherrscht, sondern auch einer, der die Höhen und Tiefen des Menschseins kennt. In diesem griechischen Sinn hat Lukas Jesus als König beschrieben, der gerade am Kreuz der wahre König ist. Da durchmißt er alle Höhen und Tiefen dieser Welt. Anders versteht das Johannesevangelium das Königtum Jesu. Jesu Königtum ist nicht von dieser Welt. Es ist eine innere Wirklichkeit, zu der die äußere Welt keinen Zutritt hat und die niemand ihm zu rauben vermag. In Jesus ist eine königliche Würde, über die kein Mensch Macht hat. Und was Jesus von sich sagt, das dürfen wir auch von uns selbst sagen: »Mein Königtum ist nicht von dieser Welt.« Ich habe Männer öfter mit diesem Satz eine zeitlang gehen lassen. Ich habe ihnen geraten, sich einen Stein auf den Kopf zu legen, der sie zwingen soll, aufrecht zu gehen. Und dann sollen sie diesen Satz in alle Situationen ihres Lebens hineinsprechen, gerade in Situationen von Schwäche, von Kleingemachtwerden, von Enttäuschung und Verletzung. Dann erahnen sie, daß da etwas in ihnen ist, was nicht zerstört werden kann. Das Königliche in ihnen stammt von Gott. Es ist nicht von dieser Welt. Und daher hat die Welt auch keinen Zugriff darauf. Das macht frei. Mit diesem Satz komme ich in Berührung mit dem inneren Raum in mir, in dem Gott herrscht. Dort hat die Herrschaft der Menschen keinen Zutritt. Dort haben auch die selbstentwertenden Stimmen des Uber-Ichs keine Macht über mich.
Alle Christen sind in der Taufe zum König gesalbt worden. Der Archetyp des Königs gehört also wesentlich zum christlichen Mann. König sein heißt, daß ich mich nicht kleiner mache, als ich bin, sondern daß ich um meine göttliche Würde weiß, daß ich mich auf den Weg zur inneren Freiheit mache, und daß ich Verantwortung für das Land übernehme, das Gott mir anvertraut hat. Das ist für uns meistens kein äußeres Land, sondern eine Familie, eine Firma, eine Gruppe. Das ist aber auch das Land der eigenen Seele mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen Bergen und Tälern. König ist nur der, der aufhört, andere für seine Situation verantwortlich zu machen, und sein Leben selbst in die Hand nimmt.
Aus: Anselm Grün, Kämpfen und lieben. Wie Männer zu sich selbst finden. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2003.
1. Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.
2. Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.
3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.
4. Gleicher Macht und gleicher Ehren
sitzt Er unter lichten Chören
über allen Cherubim;
in der Welt und Himmel Enden
hat Er alles in den Händen,
denn der Vater gab es ihm.
5. Nur in Ihm - o Wundergaben-
können wir Erlösung haben,
die Erlösung durch sein Blut.
Hört's: Das Leben ist erschienen,
und ein ewiges Versühnen
kommt in Jesu uns zugut.
6. Jesus Christus ist der Eine,
der gegründet die Gemeinde,
die Ihn ehrt als teures Haupt.
Er hat sie mit Blut erkaufet,
mit dem Geiste sie getaufet,
und sie lebet, weil sie glaubt.
7. Gebt, ihr Sünder, Ihm die Herzen,
klagt, ihr Kranken, Ihm die Schmerzen,
sagt, ihr Armen, Ihm die Not!
Wunden müssen Wunden heilen,
Heilsöl weiß Er auszuteilen,
Reichtum schenkt Er nach dem Tod.
8. Eil, es ist nicht Zeit zum Schämen!
Willst du Gnade? Du sollst nehmen.
Willst du leben? Das soll sein.
Willst du erben? Du wirst sehen.
Soll der Wunsch aufs Höchste gehen:
Willst du Jesum? Er ist dein.
9. Zwar auch Kreuz drückt Christi Glieder
hier auf kurze Zeit darnieder,
und das Leiden geht zuvor.
Nur Geduld! Es folgen Freuden;
nichts kann sie von Jesu scheiden,
und ihr Haupt zieht sie empor.
10. Ihnen steht ein Himmel offen,
welcher über alles Hoffen,
über alles Wünschen ist.
Die gereinigte Gemeinde
weiß, daß eine Zeit erscheine,
wo sie ihren König küßt.
11. Jauchz' Ihm, Menge heilger Knechte,
rühmt, vollendete Gerechte,
und du Schar, die Palmen trägt,
und du Blutvolk in der Krone,
und du Chor vor seinem Throne,
der die Gottesharfen schlägt!
12. Ich auch auf der tiefsten Stufen,
ich will glauben, reden, rufen,
ob ich schon noch Pilgrim bin:
Jesus Christus herrscht als König,
alles sei Ihm untertänig,
ehret, liebet, lobet Ihn!
Philipp Friedrich Hiller (1699 - 1769), EG Nr. 123
(Melodie wie im Gotteslob 392/EG 316 und 317: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren)
Lob sei dir, Christus, du ewiger König der Zeiten,
du willst dein pilgerndes Volk auf dem Wege geleiten.
In dieser Welt
hast du errichtet dein Zelt,
um uns dein Mahl zu bereiten.
2. Herr, um dein Leben in unsere Herzen zu senken,
willst du im Opfermahl selber als Speise dich schenken.
'Eßt meinen Leib,
daß ich in euch immer bleib.
Tut dies zu meinem Gedenken.'
3. Frieden hast du zwischen Gott und den Menschen verkündet,
ewig den Neuen Bund sterbend am Kreuz begründet.
Herr, durch dein Blut
machst du gerecht uns und gut,
Blut, das mit dir uns verbindet.
4. Ewiger Hirt, der zum heiligen Volke uns einte,
aus allen Völkern versammelst du deine Gemeinde.
Aus nah und fern
huldigen dir, unserem Herrn,
treu deine Jünger und Freunde.
Aus: Friedrich Dörr, In Hymnen und Liedern Gott loben, Regensburg 1983.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Das 7. Kapitel des Buches Daniel bildet das "Herzstück" des gesamten Danielbuches. In diesem Kapitel wird auch ein "letztes" Wort über die brutalen Weltreiche gesagt, die uns in den vorausgegangenen Geschichten über Daniel und seine Freunde vor Augen geführt wurden.
Im vorliegenden Abschnitt begegnet uns der Ausdruck "Menschensohn". Die kurze Szene (Verse 13b) widerspiegelt eine Inthronisationsfeier.
Dass das Königtum menschenähnlichen Charakter hat, bedeutet, aus der symbolischen Sprache zurückübersetzt, dass es göttlichen Wesens ist.
Dieses Königtum kommt von "oben" und nicht von unten, der Welt der "unheimlichen Tiere", die bei Daniel die mächtigen Reiche dieser Welt verkörpern.
Jesus selbst hat den Titel "Menschensohn" für sich beansprucht, vor allem dann, wenn er von seinem Leiden und seinem Kommen in Herrlichkeit sprach.
Die erste Lesung aus dem Buch Daniel ist ein Teil einer Vision Daniels, in der die Ereignisse der Zeit - das Buch entstand in der ersten Hälfte des 2. Jhdt. v. Chr. - und der Zukunft in Bildern gefasst werden. Das Buch Daniel ist ein apokalyptisches Buch. Damit gehört es zu einer Schriftgattung, die versucht, den Plan Gottes aus der Geschichte heraus kundzutun, jenen Plan, der auf die Vollendung der Welt und des Menschen in Heil/Gericht abzielt.
Den grauenhaften Tieren, grässlich anzusehen, ganz und gar unheilig, Symbole für damalige Königreiche, wird der eine Heilige, der Messias - hier im Begriff des Menschensohnes ausgedrückt - gegenübergestellt. Während alle anderen Königreiche untergehen, hat seines Bestand. Während alle anderen Königreiche also zeitlich und räumlich begrenzt sind, reicht das endzeitliche Gottesreich, von dem Daniel in seiner Vision spricht, über alles hinaus.
Darum geht es im aramäischen Hauptteil des Danielbuches: die Aufrichtung der Königsherrschaft Gottes angesichts der einander ablösenden Weltherrschaften von menschlichen Machthabern zu manifestieren. Ein Grund zur Hoffnung für all jene, die unter willkürlicher Machtausübung und Fremdbestimmung durch die Machthaber ihrer Zeit leiden.