Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
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Im Angesicht der Zerstörung Jerusalems spricht der Prophet Jeremia seinem Volk neue Hoffnung zu. Gott bleibt seinen Verheißungen treu. Wo die einen nur Untergang sehen, dürfen die Glaubenden bereits den Neubeginn erhoffen.
Lesung aus dem Buch Jeremia.
Siehe, Tage kommen - Spruch des HERRN - ,
da erfülle ich das Heilswort,
das ich über das Haus Israel
und über das Haus Juda gesprochen habe.
In jenen Tagen und zu jener Zeit
werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen.
Er wird Recht und Gerechtigkeit wirken im Land.
In jenen Tagen wird Juda gerettet werden,
Jerusalem kann in Sicherheit wohnen.
Man wird ihm den Namen geben:
Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Zu dir, o Herr, erhebe ich meine Seele. - Kv
(oder GL 307,5)
Zeige mir, HERR, deine Wege, *
lehre mich deine Pfade!
Führe mich in deiner Treue und lehre mich; /
denn du bist der Gott meines Heiles. *
Auf dich hoffe ich den ganzen Tag. - (Kv)
Der HERR ist gut und redlich, *
darum weist er Sünder auf den rechten Weg.
Die Armen leitet er nach seinem Recht, *
die Armen lehrt er seinen Weg. - (Kv)
Alle Pfade des HERRN sind Huld und Treue *
denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse wahren.
Der Rat des HERRN steht denen offen, die ihn fürchten, *
und sein Bund, um ihnen Erkenntnis zu schenken. - (Kv)
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalonich.
Schwestern und Brüder!
Euch aber lasse der Herr wachsen und reich werden
in der Liebe zueinander und zu allen,
wie auch wir euch lieben,
damit eure Herzen gestärkt werden
und ihr ohne Tadel seid,
geheiligt vor Gott, unserem Vater,
bei der Ankunft Jesu, unseres Herrn,
mit allen seinen Heiligen.
Amen.
Im Übrigen, Brüder und Schwestern,
bitten und ermahnen wir euch
im Namen Jesu, des Herrn:
Ihr habt von uns gelernt,
wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen,
und ihr lebt auch so;
werdet darin noch vollkommener!
Ihr wisst ja,
welche Ermahnungen wir euch
im Auftrag Jesu, des Herrn, gegeben haben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Erste Brief an die Thessalonicher, dem die zweite Lesung des Ersten Adventssonntags entnommen ist, gilt als der älteste erhaltene Brief des Apostels Paulus. Auf seiner zweiten Missionsreise um das Jahr 50 hat er die Gemeinde in Thessaloniki gegründet, musste aber infolge heftiger Agitationen jüdischer Kreise die Stadt vorzeitig verlassen. Von Athen aus, einer weiteren Station seiner Missionsreise, schickte er Timotheus, um die Gemeinde in Thessaloniki zu besuchen. Auf die erfreulichen Nachrichten hin, die Timotheus von dort nach Athen brachte, schrieb Paulus den vorliegenden Brief, um die Christen der jungen Gemeinde zu stärken.
Die hier von Paulus geäußerten Wünsche und Mahnungen werden erst verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass Paulus fest von der baldigen Rückkehr des Messias/Christus und von der Vollendung der Welt überzeugt war. In dieser Verfassung war nichts dringlicher als die persönliche Integrität jedes einzelnen. Es geht für den Christen darum, Gott zu gefallen und ohne Tadel zu sein, wenn der Messias zurückkehrt.
Aus dem ältesten der Paulusbriefe sind hier Wünsche und Erwartungen an die Gemeinde benannt. Paulus geht es dabei um eine geschwisterliche Liebe untereinander. Das Ziel, auf das alles zuläuft, ist in 3,13 benannt: "Wenn Jesus, unser Herr, mit allen seinen Heiligen kommt" – also die Parusie.
Als Vorbild für ein Leben, das sich an diesem Ziel ausrichtet, stellt Paulus sein eigenes Leben hin.
Halleluja. Halleluja.
Lass uns schauen, HERR, deine Huld
und schenk uns dein Heil!
Halleluja!
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen
und auf der Erde
werden die Völker bestürzt und ratlos sein
über das Toben und Donnern des Meeres.
Die Menschen werden vor Angst vergehen
in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen;
denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn
in einer Wolke kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Wenn dies beginnt,
dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.
Nehmt euch in Acht,
dass Rausch und Trunkenheit
und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren
und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht
wie eine Falle;
denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Mit dem Ersten Adventssonntag beginnt in der Liturgie das Lesejahr C, in dem ein großer Teil der Evangelientexte dem Werk des Lukas entnommen sind. Gleich der Einstieg am Ersten Adventssonntag bietet einen Text, der sich in ähnlicher Gestalt auch bei Markus und Matthäus findet. Er gehört zur apokalyptischen Literatur, die im Spätjudentum sehr beliebt war und auch in die ersten drei Evangelien Eingang gefunden hat.
Lukas übernimmt jedoch nicht einfach den Text, wie er ihn bei Markus vorgefunden hat. Er zieht seine eigenen Linien und setzt eigene Akzente. Nach der Zerstörung Jerusalems bahnt sich bei Lukas eine Abkehr von der unmittelbaren Naherwartung der Messiasrückkehr an. Die Weltuntergangsvisionen der Apokalyptiker haben sich für ihn im Fall Jerusalems erfüllt, und dennoch geht das Leben, auch jenes der christlichen Gemeinden weiter.
Lukas interessiert sich weniger als seine "Evangelistenkollegen" für die kosmischen Ereignisse. Er spricht zwar von der Erschütterung des Himmels, vom Toben des Meeres und von der Angst der Menschen. Für ihn sind das Mahnungen, auf das Kommen des Menschensohnes zu blicken und auf dieses Ereignis hin das Leben auszurichten.
Lukas sieht durch das Noch-nicht-Eintreten des Kommens des Menschensohnes die Gefahr der Verflachung des christlichen Lebens. Wie die Heiden beginnen Christen ihren Lebensinhalt in Rausch und Lebensgenuß zu suchen oder sie gehen in den Sorgen des Alltags auf. Nach Auffassung des Lukas sollen sie in Wachsamkeit und Gebet ihr Leben auf das Kommen Christi ausrichten.
Aus der Endzeitrede Jesu (Lk 17,20-37) sind hier zwei kurze Abschnitte herausgenommen: die kosmische Schilderung (Verse 25-28) und die Mahnrede (Verse 34-36). Zielpunkt ist hier (ähnlich wie in der Lesung aus dem Ersten Thessalonicherbrief) in Vers 27 die Rede vom Kommen des Menschensohns "in Macht und Herrlichkeit".
Die apokalyptische Schilderung zeigt die Begleitumstände dieses Kommens; nicht um eine Angstmacherei geht es dabei (wie es Vers 26 nahelegen könnte), sondern darum, die Hoffnung zu nähren, dass die Bedrängnis ein Ende haben wird: die Erlösung ist nahe, die Menschen können ihre Häupter erheben (Vers 28).
In der Mahnrede (Verse 34-36) warnt Jesus vor einem gedankenlosen "In-den-Tag-Hineinleben"; der Blick auf die kommende Endzeit hat Auswirkung auf mein Leben hier und jetzt. "Wachet und betet" (Vers 36) ist die Haltung, die es braucht: Aufmerksamkeit für das Leben um mich herum - und Offenheit für Gottes Wirklichkeit darin.
Die vorliegende Perikope umfasst sieben Verse aus der endzeitlichen Rede Jesu, die der Evangelist unmittelbar vor die Passionsgeschichte gesetzt hat. Diese Predigt ist in allen drei Evangelien enthalten. Die Verse schauen zum einen auf das erneute Kommen Jesu und haben dafür andererseits Ermahnungen parat. Im Gegensatz zu den sehr frühen Paulus-Schriften versucht Lukas die Naherwartung des Kommens zu relativieren. Seine Ermahnungen zielen auf eine gute Gestaltung der irdischen Zeit - etwa einerseits durch Mission bei fremden Völkern, andererseits durch ein gutes persönliches Leben -, nach der das Kommen Jesu in Herrlichkeit dann stattfinden kann.
Die Texte des 1. Adventsonntags sind voller Verheißungen: In der 1. Lesung prophezeit der Prophet Jeremia dem Volk Israel in einer Krisenzeit eine Rettergestalt, die für Recht und Gerechtigkeit sorgen wird. Diese verheißene Rettergestalt sehen die Christ:innen in Jesus, der gekommen ist und den sie wieder erwarten.
Jesus selbst offenbart im Evangelium seinen Jüngerinnen und Jüngern den Heilsplan Gottes. Zur Zeit der Niederschrift des Evangeliums sind damit die Christ:innen der lukanischen Gemeinde angesprochen - somit eindeutig die „Insider“.
Bekannte Bilder ...
Mit ausdrucksstarken Bildern wird der Beginn der Endzeit beschrieben: unerklärliche Zeichen am Himmel, die in Bestürzung und Ratlosigkeit versetzen, und das Donnern des Meeres, das an die chaotische Urflut vor Gottes ordnendem Eingreifen erinnert. Damit werden bekannte Texte aus den Heiligen Schriften des jüdischen Volkes in Erinnerung gerufen. Propheten wie Amos oder Joel beschreiben den Tag JHWHs in ähnlichen Bildern (vgl. Am 5,18-20; Joel 3,3-5).
Angst oder Freude?
Außergewöhnliche, nicht erklärbare Phänomene verursachen Angst. Und genauso wird die Reaktion der Menschen zunächst beschrieben (bis heute halten bestimmte, auf Endzeit orientierte religiöse Gruppierungen ihre Anhänger:innen auf diese Weise in ihren Reihen). Dann wechselt allerdings die Stimmung jäh: Herein bricht nicht die erwartete schreckliche Katastrophe, sondern der ersehnte Menschensohn kommt mit Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels - ebenfalls ein bekanntes Bild aus dem Prophetenbuch Daniel. In dieser prophetischen Vision werden dem Menschsohn von Gott her „Herrschaft, Würde und Königtum gegeben“ (vgl. Dan 7,13-14). Die an den Menschensohn Glaubenden (in diesem sahen die Christ:innen Jesus selbst) - haben keinen Grund für Angst und Panik, sondern bei ihnen ist Freude angesagt über die nahe bevorstehende Erlösung.
Werbung für den „Weg“
Die Auseinandersetzungen mit dem wieder erstarkenden Judentum, dem römischen Kaiserkult und mit gnostischen Strömungen prägten das Leben der frühen christlichen Gemeinden in ihrer jüdischen und heidnischen Umwelt. Die Versuchung, den „Weg“ (so bezeichnet Lukas das junge Christentum in seiner Apostelgeschichte - vgl. Apg 9,2; 19,9 - im griechischen Text fehlt das in der Einheitsübersetzung beigefügte „Jesu“) angesichts so starker Konkurrenz und den sich daraus ergebenden Nachteilen wieder zu verlassen, war durchaus gegeben. Die Ankündigung vom Kommen des Menschensohns und der damit verbundenen Zusage der Erlösung darf daher auch im Sinne von Werbung in den eigenen Reihen verstanden werden. Der abschließende Aufruf zum Wachen und Beten, um allzeit für die Ankunft des richtenden Menschensohns bereit zu sein, zeigt nochmals die Dringlichkeit des Anliegens auf.
Ingrid Penner
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Es werden Zeichen sichtbar werden an Sonne, Mond und Sternen
und auf der Erde
werden die Völker bestürzt und ratlos sein
über das Toben und Donnern des Meeres.
Die Menschen werden vor Angst vergehen
in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen;
denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden.
Dann wird man den Menschensohn
in einer Wolke kommen sehen,
mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Wenn dies beginnt,
dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter;
denn eure Erlösung ist nahe.
Und er sagte ihnen ein Gleichnis:
Seht euch den Feigenbaum und die anderen Bäume an:
Sobald ihr merkt, dass sie Blätter treiben,
erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist.
So erkennt auch ihr,
wenn ihr das geschehen seht,
dass das Reich Gottes nahe ist.
Amen, ich sage euch:
Diese Generation wird nicht vergehen,
bis alles geschieht.
Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen.
Nehmt euch in Acht,
dass Rausch und Trunkenheit
und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren
und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht
wie eine Falle;
denn er wird über alle Bewohner der ganzen Erde hereinbrechen.
Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt!
Der Advent möchte uns Raum schaffen für Neues und Zukünftiges, indem er uns auf die größere Wirklichkeit Gottes verweist.
„Advent verlangt, dass wir in die Zukunft blicken, Menschen der Erwartung und der Hoffnung sind." So beschreibt es der bekannte Theologe Karl Rahner in seinem Buch „Der Advent der Welt und unser Advent". Hoffnungsvoll sollen wir also sein. Aber wie kann das in solchen Zeiten der Unsicherheit und des Unfriedens gelingen? Ja, oftmals versinken wir sogar in all den negativen Nachrichten der Wirtschaft, der Politik und auch der Kirche und fragen uns, wo soll das noch hinführen? Den ganzen Tag werden wir von einer Schlagzeile nach der anderen in Beschlag genommen und fragen uns zurecht: Wie wird es weitergehen in den nächsten Jahren?
Karl Rahner liefert die passende Antwort hierzu gleich mit, indem er fortfährt: „Im Advent sollten wir uns wirklich fragen, ganz persönlich und konkret, ob Geist und Herz in uns […] ein wenig Raum für Neues und Zukünftiges haben.“ Lassen wir im Advent ein wenig Platz für unsere Träume und Hoffnungen, damit wir mutig und zuversichtlich dem Übermorgen entgegengehen können. (Rahner, Karl: Der Advent der Welt und unser Advent, In: Karl Rahner, Der bedeutende Christ. Sämtliche Werke, Bd. 7, Herder: Freiburg im Breisgau 2013, S. 392).
Die Worte der ersten Lesung sprechen diesen Raum, diese tiefe Sehnsucht an, in dem alle Ungerechtigkeiten und aller Unfriede bei Gott ein Ende finden. Der Prophet Jeremia spricht dabei von einem gerechten Spross, den Gott für das Haus Israel und Haus Juda aufsprießen hat lassen. Dieser Spross soll uns, so beschreibt es der Prophet, zum Garant der Gerechtigkeit werden.
Durch diese Ankündigung wird aber nicht nur Heil und Gerechtigkeit für Israel und Juda vorhergesagt, sondern auch für unser Leben. Wir können ebenso von Gottes Gerechtigkeit profitieren, indem wir ein Leben führen, das alle Menschen zu einer Gemeinschaft vereint. Verleihen wir deshalb unseren Sehnsüchten Worte und lassen wir uns von dieser Zusage erfüllen, die Jeremia heute auch an uns richtet. Wenn wir diese Gerechtigkeit in Gott erkennen, dann können wir, wie Karl Rahner sagt, als Menschen der Erwartung und der Hoffnung in die Zukunft blicken, auch über den Advent hinaus.
Das Lukasevangelium hingegen verstärkt auf den ersten Blick unsere Ängste noch mehr. Genau dann, wenn die Welt untergeht, soll plötzlich Gott wiederkommen? Diese Aussage ist auf den ersten Blick wenig mutmachend, sie enthält apokalyptische Motive. Sie widerspricht auch der ersten Lesung aus dem Buch Jeremia, in der Gott als unsere Gerechtigkeit angekündigt wird. Die Menschen haben Angst vor den Zeichen, die am Himmel erscheinen werden und werden vergehen. Andererseits kommen darin auch unsere persönlichen Sorgen und Nöte zum Vorschein, die wir oft nicht sehen können bzw. sehen wollen. Die Welt und unser Leben sind endlich und damit müssen wir zurechtkommen. Diese Tatsache kann einen ganz schön aus der Bahn werfen, wenn man plötzlich mit dieser Endlichkeit konfrontiert wird, wenn beispielsweise ein geliebter Mensch von uns geht.
In der zweiten Hälfte wendet sich jedoch das Bild des Lukasevangeliums. Bei aller Endlichkeit, die diese Welt mit sich bringt, ist da eine größere Instanz, eine viel gewaltigere Dimension: die Wirklichkeit Gottes. In ihr werden wir einmal zeitlos geliebt und unendlich leben. Bei aller Zerrissenheit, bei aller Angst und bei aller Sorge offenbart sich dahinter Gottes unendliche Barmherzigkeit, die niemals endet und uns alle Sorgen des Alltags nimmt. Auf diese Unendlichkeit sollen wir uns im Advent einstellen, damit wir Menschen werden, voller Erwartung auf das, was kommt.
Nehmen wir uns daher die Aufforderung des Lukasevangeliums mit in unseren Alltag: „Richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.“ Dies kann schon heute mit unseren ganz persönlichen Träumen und Sehnsüchten beginnen, im Hier und Jetzt.
Die Adventszeit fordert uns heraus, neue Menschen zu werden und als neue Menschen der Menschwerdung Gottes entgegenzugehen.
Advent als Wartezeit, es wird früher dunkel. Die Natur und auch das neue Kirchenjahr laden ein zur Stille, etwas zur Ruhe zu kommen, weg vom Vollgas des Lebens. Advent als Wartezeit, die nicht in Langeweile und Trägheit ausarten soll, nicht in einem gleichgültigen Dahintrotten. Advent ist vielmehr Hinführung zu einer neuen Menschwerdung, um sich auch mit dem Wort Gottes in Stille zu beschäftigen.
Auch an diesem Sonntag bieten die Lesungen Anleitungen dazu, was für unsere Lebensführung und Gestaltung wichtig ist. Die erste Lesung aus dem Buch Jeremia (Namensbedeutung: Der Herr möge aufrichten) spricht davon, dass der Herr „Recht und Gerechtigkeit im Land“ bewirkt. (Jer 33,15).
Wenn die Lesung vom Heil spricht, das über Juda und Israel kommen soll, muss es zuerst Unheil gegeben haben. Tatsächlich lebte Jeremia in einer schrecklichen Zeit. Der Prophet hatte im Auftrag JHWHs das bevorstehende babylonische Exil anzukündigen, eine sehr unangenehme Aufgabe. Wer tut das schon gerne? Überbringer schlechter Nachrichten ziehen sich auch heute die Wut der Empfänger zu. Es folgen aber Trostworte: „Recht und Gerechtigkeit werden im Land wirken.“ Damit das Unheil nicht seine Fortsetzung findet, sind Recht und Gerechtigkeit wesentliche Voraussetzungen für einen Neuanfang.
Gerechtigkeit ist aus biblischer Sicht immer verbunden mit Wahrheit, Barmherzigkeit und Liebe. Liebe ist mehr als Verliebtsein. Sie lebt von Freiheit, auch gegenüber der Liebe Gottes, sonst wäre der Mensch eine Marionette. „Euch lasse der Herr reich wachsen und reich werden in der Liebe zueinander“ (1 Thess 3,12). Das heißt: im Laufe des Lebens soll Liebe zu einer Geisteshaltung führen, die über Verliebtheit und Sexualität noch weit hinausgeht. Es geht um den achtsamen Umgang mit leiblichen und seelischen Bedürfnissen und gehört zur Menschenwürde. Das ist uns in der Taufe zugesprochen und findet sich auch in der „Erklärung der Allgemeinen Menschenrechte“ aus dem Jahr 1948 wieder.
Gott offenbart sich aber nicht nur im Liebesgebot, das die Zusammenfassung aller anderen Gesetze ist, wie wir vor einigen Sonntagen gehört haben, sondern auch durch die Zeichen der Zeit. Im Evangelium hörten wir von sehr sichtbaren, auch unangenehmen Zeichen. Gott spricht durch die Natur „vom Toben und Donnern des Meeres“ (Lk 21,25). Ähnliches erleben wir heute durch die Klimakrise, Erderwärmung, das Meer erhält Badewannentemperatur, Überschwemmungen… Mühsam aufgebautes Eigentum wird in Sekunden vernichtet. „Die Völker werden bestürzt und ratlos sein“ (Lk 21,25). Das erleben wir heute auch. „Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen“ (Lk 21,26). Was müssen wir heute noch alles erwarten und durchstehen, da sollen wir ruhig werden und stressfrei leben? Große Sorgen, die kaum auszuhalten sind.
Manche fliehen die in Drogen und Alkohol als miserable Problemlöser. Da läuft einiges schief, damals und heute. „Wachet und betet“ (Mk 14,38 bzw. Mt 26,41). Wachsam sein heißt auch beten. (1 Thess 5,16). Wir brauchen dazu auch Klugheit und Vertrauen. „Wenn das alles geschieht, denn erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“ (Lk 21,28). Erlösung heißt einswerden und mit Gott versöhnt sein. Wenn es gefährlich wird, duckt man sich aus Angst, eine Vorsichtsmaßnahme, man will sich schützen. Die Angst blockiert dann das Vertrauen und auch die Achtsamkeit. Durchstehen wird schwierig, viele fallen um, halten das nicht mehr aus.
Wir haben heute viele Begriffe gehört, was Menschsein ausmacht. Es sind Orientierungshilfen für unser ganz persönliches Menschsein: Gerechtigkeit, Wahrheit, Barmherzigkeit, Liebe, als Höhepunkt Einswerden und Versöhnung mit Gott. Das geschieht durch Gottes Menschwerdung. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Ijob 19,25-27). Diese Worte gelten Ihnen und mir ganz persönlich. Wenn wir das glauben und entsprechende Taten folgen lassen, ändert sich auch unser Lebensstil. So wird Glaube für jeden von uns zur Heilsgewissheit.
Die vom Staat verordneten Einschränkungen sind Notmaßnahmen, damit die Folgen der Pandemie uns nicht über den Kopf wachsen. Wir können sie im Sinne des Advents nützen um nachzudenken, wie wir mit den großen weltweiten Problemen der Pandemie, des Klimawandels und der Migration umgehen können. Als Christen schauen auf zum Menschensohn. Er zeigt uns Einstellungen und Haltungen, die uns aus der Krise führen können.
Jetzt haben wir die Bescherung. Im vergangenen Sommer wollten die meisten Menschen nicht daran denken, dass die Pandemie uns wieder so einschneidend zusetzen wird. Dank der rückläufigen Infektionszahlen in der warmen Jahreszeit fühlten wir uns in Sicherheit. Jetzt fragen wir uns: Wer trägt Schuld dass es so weit gekommen ist? Jeder sucht sich seinen Sündenbock und: schuld sind immer die anderen. Nicht hören wollen wir, dass wir auch mit schuld sind, weil wir es an Wachsamkeit haben fehlen lassen und es mit den Vorsichtsmaßnahmen nicht mehr so genau genommen haben.
Was uns gegenwärtig angesichts der Pandemie bewusst wird, gilt auch für andere Probleme, die uns Angst machen. Wie schön wäre es, wenn eine Weltklimakonferenz die schlimmsten Folgen des Klimawandels verhindern könnte. Sobald wir jedoch aufgefordert werden, einen persönlichen Beitrag zu leisten und uns in dem einen und anderen Bereich einzuschränken, beginnen wir zu vergleichen und herauszustreichen, dass wir ohnehin nicht so schlecht unterwegs sind wie andere.
Wir errichten Zäune, um Migranten aus anderen Erdteilen davon abzuhalten zu uns zu kommen. Zur gleichen Zeit sind nur wenige bereit, sich für die Entwicklung ärmerer Länder zu engagieren.
Von Zeit zu Zeit überfallen uns kollektive Ängste: Wohin wird das alles führen? Wie viele und welche Opfer wird die Pandemie noch fordern? Wann und mit welcher Wucht kommt das nächste Virus? Welche Schäden wird die Erderwärmung noch anrichten? Wohin treibt unsere Gesellschaft, wenn sich alte Ordnungen auflösen und neue sich nur nach und nach entwickeln? Wir sorgen uns um unseren Wohlstand, die Freiheit und um die Zukunft der kommenden Generationen.
Das Evangelium, das wir heute am ersten Adventsonntag gehört haben, wurde in einer Zeit niedergeschrieben, in der es in mancher Hinsicht drunter und drüber ging. Viele lebten in Angst. Die religiösen Minderheiten wie die Juden und die Christen mussten immer wieder als Sündenböcke herhalten und wurden verfolgt. Wie kann man da noch Hoffnung haben? Manche nahmen Zuflucht in die Hoffnung, dass ohnehin bald alles zu Ende ist. Sie deuteten alle bedrohlichen Ereignisse als Anfang vom Ende.
Die Verfasser der Evangelien bemühten sich, den Blick ihrer Hörer- und Leserschaft auf Jesus Christus zu lenken. Von ihm erwarten sie, dass er die Welt richten und neu ordnen wird. "Wenn dies beginnt, dann richtet euch auf und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe." Weiters raten sie zur Wachsamkeit. Sie warnen davor, sich durch welche Mittel auch immer zu betäuben und vor dieser Wirklichkeit zu flüchten.
Mittlerweile warten wir schon nahezu zweitausend Jahre, dass der Menschensohn mit großer Kraft und Herrlichkeit kommt und die Seinen aus diesen Nöten herausholt. Bzw. die meisten warten schon lange nicht mehr… - Zumindest nicht in dem Sinne wie die Christen damals.
Dennoch glaube ich, dass diese Passagen der Evangelien nicht obsolet oder hinfällig geworden sind. Ich halte nicht Ausschau nach einem Wunderwutzi, der nach Batman-Manier kommt und aus dieser Welt herausholt. Ich glaube vielmehr, dass uns der Menschensohn Jesus Christus die Instrumente in die Hand gegeben hat, mit denen wir unserer Bedrohungen Herr werden können. Er hat einfach und in materieller Hinsicht anspruchslos gelebt, solidarisch mit den Einfachen und Armen. Er hat Ausgegrenzte integriert, hat Frieden, Versöhnung und Barmherzigkeit nicht nur gefordert, sondern konkret gelebt. An diesen Einstellungen hat er auch angesichts des Todes festgehalten. Seine Hoffnung für diese Welt kam von Gott her.
Auf der Suche nach Strategien der Angstbewältigung lohnt es sich auch heute noch, zu ihm, der in den Himmel entrückt ist, aufzuschauen, von ihm zu lernen und mit seinen Einstellungen an die Herausforderungen unserer Zeit heranzugehen. Alarmismus, Panikmache, Auseinanderdividieren der Bevölkerungsgruppen sowie Rückzug in abgeschottete Welten wird die anstehenden Probleme nicht lösen. Es braucht heute weltweite Zusammenarbeit, Solidarität, Versöhnung der Völker, wechselseitigen Respekt und Hinhören auf die Sorgen und Nöte der anderen, funktionierende Konzepte der Integration.
Der Lockdown ist eine Zeit des Innehaltens. Wir haben zwangsweise Zeit, die wir neu füllen müssen. In der Tradition war der Advent jedes Jahr eine Zeit des Innehaltens. Ein selbstgewählter Lockdown, der uns helfen wollte, über Dinge nachzudenken, für die uns im Getriebe des Alltags zu wenig Zeit blieb. Nicht eine Zeit des Dahindösens, sondern eine Zeit des Wachwerdens und Bewusstmachens von Werten, die in unserem Leben nicht zu kurz kommen dürfen. Machen wir aus der Not eine Tugend und geben wir dem Advent dank des Lockdowns seinen ursprünglichen Sinn zurück.
Katastrophen, persönliche Schicksale, gesellschaftliche Entwicklungen lösen vielfach Ängste aus. Ängste haben auch eine positive Seite: Sie lösen Kräfte aus, die uns helfen Lösungen zu finden. Die Evangelien leiten uns darüber hinaus an, auf Christus zu schauen und darauf zu vertrauen, dass Gott in unser Leben kommt, um uns zu erlösen.
Kommt Ihnen dieser Text bekannt vor? Zweimal musste ich schauen, denn wir haben ihn vor zwei Wochen in der Fassung des Evangelisten Markus gehört.
Wieder hören wir von ungebändigten Naturgewalten, von Zeichen am Himmel und von der Angst der Menschen. In andere Worte gekleidet, könnte das ein Text aus 2021 sein. Wir erlebten (oder bekamen Berichte davon), was Umweltkatastrophen wie Brände, Hitze und Fluten anrichten, Vulkanausbrüche und Stürme, Erdbeben und Überschwemmungen. Vieles davon ist mitverursacht durch den Menschen, den Ausstoß von Treibhausgasen, manches davon entzieht sich dem völlig, es sind Bewegungen und Veränderungen der Erdkruste, die uns zeigen, wie klein und hilflos wir in Wirklichkeit sind, wenn wir der Natur gegenüberstehen.
Menschen ängstigen sich vor dem Übermächtigen, Sichtbaren, wie den konkret und bedrohlich gewordenen Katastrophen, und sie haben Angst vor den unsichtbaren Gewalten, der wissenschaftlich gestützten Bedrohung durch den Klimawandel oder die Pandemie des Covid-19-Virus mit ihren vielfältigen Begleiterscheinungen: Krankheit und Tod, Isolation, wirtschaftlichen Zusammenbrüchen, gesellschaftlichen Spaltungen, dem Verlust von Lebensräumen, dem Abbruch von Gesprächen und Dialogen.
Sobald eine gewisse Menge von Angst im Spiel ist, greifen Verstand und Ratio nicht mehr so richtig: Die Angst vor Erkrankung und einem schlimmen Tod, die Angst vor der Vergiftung des eigenen (noch gesunden) Körpers, die Angst vor Ansteckung und Verlust des Gewohnten, die Angst vor Unfreiheit und Knechtung durch Gesetze und Vorschriften. Welche Angst ist „wichtiger", wiegt schwerer - deine oder meine? Eine Rangliste dieser Ängste zu erstellen ist da sinnlos und führt nicht zusammen.
Ängste zu benennen und einander mitzuteilen, ist ein hilfreicher Weg zur Selbsterkenntnis
eine vor einander ausgesprochene Angst kann mitunter auch kleiner werden. Außerdem ist es eine Möglichkeit, um Gräben zu überbrücken: Ein Gespräch über meine und deine Ängste ist auch ein Weg zu mehr Verständnis füreinander.
Angst ist ein Gefühlszustand, der kopflos macht und lähmt, und zwar ein Zustand der viel Kraft bindet - und damit auch beinhaltet. Diese Energie, die in der Angst und ihrer Aufrechterhaltung steckt, lässt sich wandeln in Kraft zur Verbesserung der Lebensumstände.
Wie eine solche Wandlung in Gang kommen kann, lesen wir im heutigen Bibeltext: Der Evangelist Markus (vor 14 Tagen gehört) gibt den jungen, bedrängten Gemeinden von Christ*innen eine Perspektive und verspricht - nach bedrohlichen und turbulenten Zeiten Rettung. Lukas schreibt nun den älteren Text des Markus weiter und rückt eine Haltung in den Blick, die nach vorne gewandt ist. Die Bibel in gerechter Sprache übersetzt: Wenn Menschen den Atem anhalten vor Furcht und vorauseilender Angst darüber, was über den Erdkreis kommen wird - dann richtet euch auf und erhebt euren Kopf! Habt Acht auf euch, damit eure Herzen nicht durch Trunkenheit und Rausch und Lebensangst beschwert werden.
Der Macht der Angst, die uns lähmen kann, können und müssen wir ein Quantum an Widerstand entgegenhalten, damit wir den Kopf über Wasser haben: uns aufrichten (auch wenn uns nicht danach ist), herumschauen - das geht nur mit erhobenem Kopf. Und nüchtern bleiben - im echten Sinn (wenn sich Lukas gegen Alkohol und andere berauschende Drogen wendet) und auch im übertragenen. Die Vernunft hochhalten.
Und eine andere Tugend wird wichtig: Wenn der Tag kommt wie eine Falle, wie ein Fangeisen (das sieht man ja, wenn man ganz genau hinschaut) - mahnt uns Lukas zur Wachsamkeit und Klugheit, dazu genau hinzuschauen und die ganze Lebenserfahrung zu investieren ins Gestalten der Gegenwart, in unser Zugehen auf die Zukunft.
Bis hierher ist das auch ein möglicher Leitfaden für Menschen, die mit Religion bzw. Christentum nichts auf dem Hut haben. Was die Evangelien noch sagen, ist für uns Christ*innen eine echte Perspektive, ein neuer Ausblick: Schaut auf Christus, der kommt. Auf Christus schauen, der den Tod überwunden hat und uns die Heimat bei Gott offen hält das ist mehr, als wir Menschen allein schaffen können mit unseren Dialogen und aller hilfreichen Psychologie.
Wie Christus kommt, wenn er kommt? Die ersten Generationen erwarteten, dass er plötzlich, für alle sichtbar, in einem kosmischen Ereignis kommt, um ein neues göttliches Reich zu schaffen. Das ist nicht so eingetreten. Aber dass Gott in das Leben von Menschen kommt, äußerlich nicht so imposant, aber dennoch wirksam und erlösend, das war und kann immer sein, wie viele Lebensgeschichten bezeugen.
Was wird also wichtig sein in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren? Andere Menschen in ihrer jeweiligen Verfasstheit ernst zu nehmen, vielleicht raubt ihnen die Angst ja gerade den Atem. Wachsam zu sein und vernünftig. Aufmerksam und zuversichtlich. Der Lähmung widerstehen. Einander guten Willen zugestehen. Brücken zueinander bauen.
© Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Seelsorgerin in Wels St. Franziskus.
Zum Beginn des neuen Kirchenjahres hören wir Texte, die um das Ende der Welt kreisen. Genau besehen geht es aber um einen Neuanfang, den Gott in Bewegung setzt. Wir sind aufgefordert, "Kopf hoch" uns den Anforderungen der neuen Zeit zu stellen.
Möglich, dass wir in Zeiten großer Krisen, vor allem der Klimakrise, diese angekündigten Zeichen im Evangelium jetzt besser verstehen, weil wir ja aufgrund der Naturerscheinungen viel gegenwärtig selber erfahren. Dennoch ist zunächst merkwürdig, dass am Beginn eines neuen Kirchenjahres von der Endzeit gesprochen wird. Stehen wir vor dem Weltuntergang, vor dem Ende der Zeiten? Das sieht alles sehr bedrohlich aus.
Ein Satz im Evangelium lässt aber aufhorchen: „Wenn all das beginnt, dann richtet euch auf… denn eure Erlösung ist nahe.“ Das heißt: Durch die Ankunft des Erlösers beginnt eine neue Zeit. Der Menschensohn bringt Erlösung und Befreiung von all dem, worunter wir zu leiden haben, was uns große Sorgen macht, ein Hoffnungsschimmer also, eine Zusage, die schon damals an Israel in einer konkreten Gefahrensituation mit ähnlichen Worten gerichtet wurde. Dort setzt JHWH einen Neuanfang mit dem Versprechen, dass ein neuer König kommt, der Gerechtigkeit und Frieden bringen wird, der König aus dem Haus Davids.
Noch eine Auffälligkeit im Evangelium: „Richtet euch auf, erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“ Eine ähnliche Stelle finden wir in Psalm 24,7: Erhebt eure Häupter, damit der König der Herrlichkeit einziehen kann. Auch hier liegt der Erlösungsgedanke nahe. Mit anderen Worten: wach bleiben, gut hinhören, aufstehen, mit allen Sinnen vernehmen, welche Botschaft uns der neue König bringen will.
Das alte Kirchenjahr endet mit einem düsteren Markusevangelium, und das neue beginnt mit einem düsteren Lukasevangelium. Das wird dann etwas verständlicher, wenn man weiß, dass das Markusevangelium um das Jahr 70 zur Zeit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels aufgeschrieben und durch diese Vernichtung ein ganz wesentliches Identitätsmerkmal des jüdischen Volkes zerstört wurde und das Lukasevangelium gut zwanzig Jahre später niedergeschrieben worden ist. Da sieht die Situation ganz anders aus. Aus diesem Satz lediglich eine Vertröstung aufs Jenseits herauszulesen, wäre zu wenig. Es muss auch eine Vertröstung aufs Diesseits geben.
Die Situation, wie schon erwähnt, ist heute nicht anders. Merken wir schon etwas von der angekündigten Erlösung? Klimakatastrophe, Kriege, Missstände in Politik und Wirtschaft, Korruption. Das macht Angst, ist auch gefährlich, deshalb: „Erhebt eure Häupter.“ Stellt euch den Anforderungen, werdet wach, heraus aus der Lethargie, weg mit der Gleichgültigkeit, weil man ohnedies nichts ändern kann. Seid wachsam, jetzt ist Hilfe nötig. Wer sein Haupt nicht erhebt, bleibt kurzsichtig, „steckt sein Köpferl im Sand“, wie der jüngst verstorbene Arik Brauer in einem beinharten Protestsong feststellt. Das beängstigende Szenario ist mit einem Trostwort verbunden. Vielleicht ist das eine gute Tages- und Wochenlosung: „Erhebt eure Häupter, denn eure Erlösung ist nahe!“ Sie kann schon jetzt beginnen in hoffentlich erfreulichen Alltagserlebnissen und Begegnungen. Sollte das nicht funktionieren, dann: Seid beharrlich im mutigen Vorwärtsstreben!
Die auf den ersten Blick düsteren Texte des 1. Adventsonntags scheinen nicht in unsere vorweihnachtliche Stimmung zu passen. Sie schildern die Welt, wie sie ist. Sie versprechen aber auch einen neuen Anfang. Erhobenen Hauptes können wir unserer Zukunft entgegen gehen.
Die Gegenwart wird von vielen Ängsten und dem Gefühl der Unsicherheit bestimmt. Die biblischen Texte des Advents fassen einerseits die realistische Möglichkeit des Untergangs der Welt ins Auge, wollen aber dennoch Hoffnung vermitteln. Christliche Hoffnung gründet sich im Glauben an einen liebenden Schöpfer, der die Seinen nicht im Stich lässt. Dieser fordert von uns aber auch Wachsamkeit und Achtsamkeit im Umgang miteinander und mit der Schöpfung.
Wir stehen am Anfang eines neuen Kirchenjahres. Das ist für uns Christen eine Art Zeitenwende. Wie jedes Jahr erleben wir nun wieder Jesu Leben. Angefangen bei seiner Geburt begleiten wir ihn in seinem Wirken bis hin zum Tod am Kreuz, seiner Auferstehung und Himmelfahrt. Gott offenbart sich durch seine Botschaft jedes Mal aufs Neue und ruft auch uns auf, ihr zu folgen.
Das heutige Evangelium des 1. Adventsonntags unterstreicht dies. Gott wendet sich den Menschen auch am Ende der Zeiten zu und führt sie in eine Zukunft voller Hoffnung.
Vertrauen auch wir dieser Verheißung und begrüßen wir ihn, unseren Herrn, in unserer Mitte:
Herr Jesus Christus,
oft läuft unser Leben nicht so, wie wir uns es vorstellen,
daher bitten wir:
Kyrie eleison.
Oft haben uns Sorgen und Angst fest im Griff,
daher bitten wir:
Christe eleison.
Oft sehnen wir uns nach deiner direkten Gegenwart,
daher bitten wir:
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
du hast uns versprochen, dass du wiederkommst.
Darauf dürfen wir vertrauen.
In diesen unruhigen und sich wandelnden Zeiten sind wir oft hoffnungslos.
Herr, erbarme dich.
Wir haben Angst vor der Zukunft.
Christus, erbarme dich
Du sicherst uns zu, dass du bei uns bist und bleibst bis in alle Ewigkeit.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen,
damit die Liebe Gottes mitten unter uns anbrechen kann.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns vorgelebt, wie wir leben sollen,
damit heilbringendes Leben gelingt.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns auch ein Beispiel für schwere Stunden gegeben
und eine Hoffnung auf Überwindung all dessen, was uns im Dunkeln hält.
Herr, erbarme dich.
Herr, unser Gott,
alles steht in deiner Macht;
du schenkst das Wollen und das Vollbringen.
Hilf uns, dass wir auf dem Weg der Gerechtigkeit
Christus entgegengehen
und uns durch Taten der Liebe
auf seine Ankunft vorbereiten,
damit wir den Platz zu seiner Rechten erhalten,
wenn er wiederkommt in Herrlichkeit.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Adventsonntag
Hilf uns, Gott,
daß wir voll Freude in diesen Tagen
die Ankunft deines Sohnes erwarten.
Nimm alle Trägheit von uns
und mache uns bereit, zu wachen und zu beten,
damit uns Christus nicht schlafend findet,
wenn er kommt und anklopft.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 1. Montag im Advent
Gott,
du allein bist der Herr der Schöpfung und der Geschichte.
Durch deinen Sohn bietest du uns die Erlösung an.
Am Beginn der Adventszeit bitten wir dich:
Schenk uns das Vertrauen, daß du unser Leben
und unsere Welt in deinen Händen hältst.
Durch Christus, unseren Herrn.
Gott unser Vater,
wir vertrauen dir unser Leben,
unser Handeln und all unser Denken an.
Bestärke uns am Anfang dieses neuen Kirchenjahres,
damit wir zu treuen Zeugen deiner Botschaft werden,
die uns unendliche Liebe verheißt,
in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
Vater im Himmel,
mit allem, was uns die letzte Woche geschenkt,
aber auch abverlangt hat,
mit allem, was gelungen und misslungen ist,
stehen wir vor dir.
Auch mit dem, was uns ängstigt in dieser Zeit.
Was uns als Dunkel vor Augen steht.
Wir breiten unsere Hände aus und halten dir alles hin.
Fülle du unsere Hände neu.
Richte du uns auf, dass wir unsere Häupter erheben können
und in deinem Zuspruch wieder neu erfahren:
Unsere Erlösung ist nahe.
Ja, sie ist uns in Christus Jesus schon geschenkt.
Schenke uns die Kraft, darauf unsere Hoffnung zu setzen.
Barmherziger Gott,
du sagst uns allen deine Erlösung zu.
Im Vertrauen darauf wenden wir uns an dich und rufen:
Wir wachen und beten für die Menschen, die täglich Terror und Gewalt in den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt erleiden müssen.
Lass ihr Leid ein Ende finden.
Wir wachen und beten für die Menschen, die sich auf die Seite der Ausgegrenzten und Schwachen stellen.
Lohne ihre Bemühungen.
Wir wachen und beten für die Menschen, die uns am Herzen liegen und unser Leben durch ihr Dasein jeden Tag bereichern.
Vergilt ihnen alle Gute.
Wir wachen und beten allezeit für die Menschen, die auf der Flucht sind und unter den unmenschlichen Bedingungen leiden.
Gib du ihnen eine Heimat.
Wir wachen und beten allezeit für die Menschen, die sich im Leben vergessen, einsam oder überfordert fühlen.
Lass sie deine liebende Nähe spüren.
Wir wachen und beten allezeit für unsere verstorbenen Angehörigen und für alle Verstorbenen, an die niemand mehr denkt.
Nimm sie auf in dein Reich.
Guter Gott,
du liebst diese Welt und bist uns allezeit nahe. Mache uns auf die Ankunft deines Sohnes bereit, der die Welt mit neuer Liebe und Hoffnung erfüllen wird.
Darauf vertrauen wir in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
Advent ist für Christen eine Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Sie besinnen sich auf Gottes Eintritt als Mensch in unsere Welt.
Bitten wir Gott um seine Hilfe:
Um die Erkenntnis, welchen Dienst die Menschen unserer Zeit von uns als seiner Kirche erhoffen und erwarten dürfen.
Um Menschen, die in unserer Gesellschaft die wahre Werte erkennen und auch entgegen so manchen Trends des Zeitgeistes leben.
Um die Fähigkeit, sich von eigenen festgefahrenen Ansichten zu distanzieren und die Perspektive der anderen zu entdecken.
Um Zeiten der Stille und Einkehr, in denen wir unsere Lebensziele und den Weg überdenken können.
Um deine Barmherzigkeit und Gerechtigkeit für unsere Verstorbenen, die jedem von ihnen das zukommen lässt, das ihnen zusteht und was sie in ihrem irdischen Leben vergeblich erwartet haben.
In Erwartung der Geburt Jesu danken wir für sein Beispiel und seine Botschaft. Er hat seine Sendung für die Welt erkannt und über Leiden und Tod bis zur Auferstehung vollbracht. Er ist der Retter, dem wir uns anvertrauen. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du bist in die Welt gekommen, um als Mensch unter uns Menschen zu leben. Du kennst unsere Sorgen und Nöte. Dich dürfen wir bitten:
Für die Menschen auf der Flucht überall auf dieser Welt, die lieber ihr Leben aufs Spiel setzen als im Elend von Terror, Krieg, Armut und Ungerechtigkeiten zu bleiben:
Lass sie nicht allein in ihrer Verzweiflung und hilf uns dazu beizutragen, dass sie nicht vergessen werden und ein Leben in Freiheit und Sicherheit führen können.
Für alle Menschen, die ausgegrenzt werden, weil sie anders aussehen, anders sprechen, einen Namen haben, der fremd klingt, an Behinderungen leiden oder sonst nicht der sogenannten Norm entsprechen.
Lass sie nicht allein in ihrer Verzweiflung und hilf uns, dazu beizutragen, dass sie gesehen werden und aufgenommen werden in unsere Gemeinschaft.
Für alle Menschen, die nicht mithalten können im Wettbewerb des immer mehr, immer schöner, immer besser.
Lass sie nicht allein in ihrer Verzweiflung und hilf uns dazu beizutragen, dass es eine Abkehr von diesem Denken gibt und alle Menschen teilhaben können am gemeinschaftlichen Leben.
Für alle Menschen, deren Lebensraum durch den Klimawandel schwindet, so dass sie ihre Heimat verlassen müssen.
Lass sie nicht allein in ihrer Verzweiflung und hilf uns dazu beizutragen, dass der Klimawandel nicht fortschreitet und nicht noch mehr Lebensraum zerstört wird.
Für alle Menschen, die unter Krieg und Unterdrückung leiden, deren Leben bedroht sind, die fliehen müssen vor Ungerechtigkeiten.
Lass sie nicht allein in ihrer Verzweiflung und hilf uns dazu beizutragen, dass sie eine neue Heimat finden können.
Für uns, uns in diesem Advent zu besinnen, dass wir ernst machen mit der Nachfolge Jesu und keinen falschen Zielen hinterherlaufen, sondern unser Leben einsetzen für unsere Mitmenschen.
Für unsere Verstorbenen.
Lass sie leben bei dir.
Vertrauensvoll tragen wir unsere Bitten vor dich, unseren Herrn, der du lebst und herrschst von Ewigkeit zu Ewigkeit. – Amen.
Gott, du gehst unsere Wege mit - durch einsame und bedrängte Zeiten, wenn wir warten und ungeduldig sind, wenn wir unser Ziel erreicht haben. Was uns bewegt, dürfen wir dir sagen, legen wir dir ans Herz:
Gott, wandle du unsere Ängstlichkeit und unser Misstrauen in Zuversicht und Vertrauen.
Gott, begleite uns, wenn wir herumirren, und bau mit an Brücken zueinander.
Gott, flute uns mit Tatkraft, wenn wir uns daran machen, die Welt für die Generationen nach uns zu retten.
Gott, heile unsere Verletzungen und die Wunden, die wir einander zufügen.
Gott, lenke unseren Blick auf die Zeichen deines Kommens und deiner Gegenwart.
Gott, schenke unseren Verstorbenen Heimat und Licht bei dir.
Gott, du gehst unsere Wege mit. Gib du, was wir nicht können, und lass uns deine Nähe spüren.
Darum bitten wir in Christus, unserem Bruder und Herrn. Amen.
© Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Seelsorgerin in Wels St. Franziskus.
Jesus hat uns die Botschaft von einem Gott des Vergebens und Verstehens gebracht. Er selbst ist für uns zu einem Maßstab der Menschlichkeit geworden.
Ihn lasst uns bitten:
Um eine Zeit der Vorbereitung, in der wir uns in unserem Leben, Denken, Handeln und Sprechen neu auf das ausrichten, was wir in wenigen Wochen zu Weihnachten feiern werden.
Um einen Aufbruch und Neuanfang aus den Niederungen unseres Pandemiealltags, um den Spalt innerhalb der Gesellschaft wieder zu kitten.
Um die Erkenntnis, was uns abseits unseres Machens und Wollens wirklich trägt, wenn die Welt um uns herum zusammenzubrechen droht.
Um Genesung und Hoffnung für die vielen an Covid Erkrankten und alle, die mit ihnen leiden und die, die sie pflegen und betreuen.
Um dein Erbarmen und deine Gerechtigkeit für unsere Verstorbenen.
Jesus, du ermutigst uns zu einem Leben im Vertrauen auf Gott, den du deinen und unseren Vater nennst. Er wirkt in unserem Leben.
Ihm gilt unser Lob, Dank und alle Ehre jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Allmächtiger Gott,
alles, was wir haben, kommt von dir.
Nimm die Gaben an, die wir darbringen.
Mache sie für uns in diesem Leben
zum Sakrament der Erlösung
und rufe uns an deinen Tisch im kommenden Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Herr, nimm unsere Gaben an
und mache sie uns zum Sakrament der Erlösung.
Reinige uns von allen Sünden,
damit wir besonnen und gerecht in dieser Welt leben
und die Wiederkunft
unseres Retters Jesus Christus erwarten,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 24. Dezember am Morgen
Ewiger Gott,
Brot und Wein haben wir jetzt im Gedenken deiner Auferstehung auf deinen Altar gelegt. Wir bringen dir aber auch die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen weltweit.
Lass diese Gaben ein Zeichen des Bundes mit dir und untereinander werden, damit wir dich einmal schauen, wie du bist.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Kehrvers:
Kommt, lasst uns danken unserem Herrn,
dem König, der da kommen wird.
Großer und erhabener Gott,
in dieser heiligen Feier wollen wir dir unseren Dank darbringen.
Wir haben Grund dir zu danken, da du uns nie ohne Hoffnung lässt.
Die Propheten haben immer wieder die Hoffnung deines Volkes gestärkt
und ihm verheißen,
dass du (für David) einen gerechten Spross aufsprießen lassen wirst,
der für Recht und Gerechtigkeit im Land sorgen werde.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus hat die Jünger gemahnt,
ihre Hoffnung auf dich zu setzen,
wachsam zu bleiben
und sich nicht verwirren zu lassen.
Er hat sie gelehrt,
wie sie in der Liebe zueinander wachsen
und reich werden können,
und wie sie leben müssen, um dir zu gefallen.
Kehrvers
Deine Kirche hat immer wieder den Blick auf den Menschensohn gerichtet
und ihre Hoffnung auf ihn gesetzt, der wiederkommen wird,
um uns endgültig zu erlösen.
Für all das danken wir dir und preisen wir dich
mit der ganzen Schöpfung.
Danklied: z. B. Laudate omnes gentes (GL 386)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn in seinem ersten Kommen
hat er sich entäußert
und ist Mensch geworden.
So hat er die alte Verheißung erfüllt
und den Weg des Heiles erschlossen.
Wenn er wiederkommt
im Glanz seiner Herrlichkeit,
werden wir sichtbar empfangen,
was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 1
Wacht und betet allezeit,
damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen
und vor den Menschensohn hintreten könnt!
(Lk 21,36)
Christus spricht:
Richtet euch auf und erhebt euer Haupt,
denn eure Erlösung ist nahe.
(vgl. LK 21,28)
Oder:
Der Herr lasse euch wachsen
und reich werden in der Liebe zueinander und zu allen,
damit ihr ohne Tadel seid,
wenn Jesus, unser Herr, mit all seinen Heiligen kommt.
sei wachsam
warte
auf wen
worauf
wie lange
warte
dass er kommt
wird er denn kommen
wann wird er kommen
wie wird er kommen
warte
er wird kommen
vielleicht
ganz anders als du erwartest
arm
klein
unbemerkt
er wird kommen
warte
und sei bereit
er wartet darauf
dass du
ihn aufnimmst
Herr, unser Gott,
du hast uns an deinem Tisch
mit neuer Kraft gestärkt.
Zeige uns den rechten Weg
durch diese vergängliche Welt
und lenke unseren Blick auf das Unvergängliche,
damit wir in allem dein Reich suchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 1. Adventsonntag
Samstag der 4. Woche
Ewiger Gott,
in dieser Opferfeier hast du uns gestärkt
mit dem Fleisch und Blut deines Sohnes.
Laß uns in der Kraft dieser Speise
unseren Weg zuversichtlich gehen
und mit allen Menschen, die du uns anvertraut hast,
zur Vollendung in deiner Liebe gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 8
Menschenfreundlicher Gott,
wir haben dieses Opfer des Lobes und des Dankes am Beginn dieses Advents gefeiert.
Mache uns offen für das Kommen deines Sohnes und lass uns deine unendliche Liebe spüren, damit wir bestärkt in unseren Alltag zurückkehren können.
Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. – Amen.
Herr, Jesus Christus,
in der Erwartung deines Kommens – auch in unsere Zeit –
hast du uns wieder gerufen,
wachsam zu sein,
uns zu besinnen
und uns nicht dem Rausch der Alltäglichkeit hinzugeben,
damit unsere Herzen nicht schwer werden.
Lass uns in dieser adventlichen Zeit
immer wieder deinem Ruf folgen,
damit sie eine Zeit zu dir und zu uns selber werden kann.
Das erbitten wir von dir und dem Vater und dem Hl. Geist.
Gott der Herr
schenke uns seinen Segen
und lasse uns die Ruhe finden
die wir brauchen
um ihm zu begegnen.
Er lasse den Tau des Himmels auf uns herab
damit unsere Hoffnung auf Gottes Kommen
wachsen
und unser Glaube sich erfrischen kann.
Er schenke uns neu das Vertrauen
dass er wirklich kommt
und wir ihn erkennen
als den Gott
der uns liebt und an uns denkt
seit dem Tag
an dem wir geboren wurden.
Wir loben und preisen Gott, unseren Schöpfer:
Gepriesen bist du, Herr, unser Gott.
Du hast alles erschaffen, denn du bist die Liebe und der Quell des Lebens.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
In deinem Sohn schenkst du uns Licht und Leben.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Dein Geist erleuchtet unsere Herzen,
damit wir erkennen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Wir loben dich. – (Alle): Wir preisen dich.
Segensgebet:
Wir danken dir, Herr, unser Gott.
Du schenkst uns die Freude des Advents.
Voll Hoffnung und Zuversicht erwarten wir das Fest der Geburt deines Sohnes Jesus Christus.
Segne diesen Kranz,
um den wir uns in den Tagen des Advents versammeln.
Segne die Kerzen.
Sie erinnern uns an Jesus, der allen Menschen Licht sein will.
Und wie das Licht der Kerzen immer heller wird,
so lass uns immer mehr dich und die Nächsten lieben.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Der Adventkranz kann mit Weihwasser besprengt werden.
Dann wird die erste Kerze entzündet.
Lied: Wir sagen euch an den lieben Advent (GL 223,1)
Die ersten Christen gingen davon aus, dass das Ende der Welt und die Wiederkunft Jesu Christi bereits zu ihren Lebzeiten eintreffen würden. Sie glaubten, dass die von Jesus angekündigten Katastrophen nahe bevorstünden und dass nur sie und jene, die sie vom Glauben an Jesus Christus überzeugen könnten, diese Zeiten überleben würden und direkt in den Himmel auffahren.
Nun, dass ist knapp 2000 Jahre her. Heute wissen wir, dass Jesu Wort gilt, dass wir bereits vor zwei Wochen im Evangelium gehört haben: Niemand weiß die Stunde.
Wenn wir uns heute in der Welt umsehen, dann scheint es so, als wären die Vorzeiten des Endgerichtes bereits eingetreten: die Zeit des Friedens, die in Europa so normal geworden ist, weicht einem ebenso realen Kriegsrisiko, entstanden durch den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Im Heiligen Land sterben unbeteiligte Menschen, Kinder und Greise, Zivilisten, weil beide Seiten für sich in Anspruch nehmen, Recht zu haben, und sie sich gegenseitig zu immer mehr Grausamkeiten hochschaukeln. Und auch sonst sehen wir Kriege, die auf Neid, Missgunst, Machtstreben und dem Streben nach finanziellen Vorteilen für wenige begründet sind.
Der Klimawandel ist nicht mehr zu leugnen, aktuell werden südeuropäische Länder, jetzt besonders Spanien, wiederholt von Unwettern und Fluten überrollt. Während ich das hier schreibe, verlassen Menschen in der Schweiz ihr Heimatdorf wegen eines drohenden Bergsturzes. Nur das Notwendigste können sie mitnehmen. Sie wissen nicht, ob die drohende Gerölllawine alles vernichtet, was einmal ihre Heimat war.
Corona scheint überwunden, aber immer mehr Seuchen breiten sich aus. Nicht zuletzt, weil viele der Wissenschaft nicht mehr trauen und sich nicht mehr durch Impfungen schützen; aber auch, weil sich durch den Klimawandel und die weltweite Vernetzung schädliche Viren und Bakterien immer stärker ausbreiten.
Wir wissen heute zwar: solche katastrophalen Zeiten hat es immer gegeben, und vieles hat die Menschheit in der Hand. Wir verursachen Kriege, wenn nicht selbst, dann durch unseren Konsum und durch Waffenverkäufe, die von Regierungen, die wir gewählt haben, genehmigt werden und von deren Erlöse auch wir indirekt profitieren. Unser Wohlstandsleben beeinflusst das Klima und die Umwelt. Auch die zunehmenden Seuchen sind eine Erscheinung der heutigen Zeit. Unser Zurückdrängen der Natur, unsere Gier nach immer außergewöhnlicherer Ernährung, der hohe Fleischkonsum überall auf der Welt, der Drang, alles, was irgendwie machbar erscheint, auch zu machen. Das alles sind Ursachen für die Katastrophen unserer Zeit.
Ja, es kann sein, dass wir es schaffen, das Ende der Menschheit zu verursachen. Aber sich zurücklehnen und mit Blick auf die biblischen Endzeittexte einfach abwarten, ist nicht das, was Jesus Christus von uns erwartet.
Wir können dazu beitragen, dass die Menschheit wach wird und die Zeichen der Zeit erkennt, nicht als Vorboten der Endzeit, sondern als Aufforderung, alles Menschenmögliche zu unternehmen, dass sich diese Zustände nicht weiter ausbreiten. Liebe verbreiten statt Hass, nachhaltig und bewusster konsumieren, Menschen aufklären, mitnehmen, zur Seite stehen, das ist unsere Aufgabe.
Denn es gilt nach wie vor: keiner kennt die Stunde der Wiederkunft des Herrn. Also leben wir so, dass er kommen kann, jederzeit, jetzt... Seien wir vorbereitet.
Edith Furtmann 2024.
Stimmt das -
nachdenklich?
Macht es ratlos?
Schafft es Freiraum?
Unbegreifbare Kräfte
haben unser aller Leben
im Griff
Wer begreift
was grad los ist?
Wer ergreift die Chance
das LEBEN neu
auszurichten
sich neu
aufrichten zu lassen
erhobenen Hauptes
einen gangbaren Weg zu suchen?
Inmitten aller Wirrnis
glauben …
mein Lebensstern
er geht auf – in meinem Herzen
in meinem Denken und Fühlen
während
‚Sternchen‘ vom Himmel fallen
und früher oder später
verglühen
Der wachsame Mensch
bleibt
in seinem Element
sicher gehalten
Gott ist kein Populist
Gott ist heilsamer
Lebensraum für ALLE
Atme auf
es ist Advent!
mir Zeit nehmen
alle Alltäglichkeit (versuchen)
kurze Zeit draußen lassen
nichts erwarten
einfach in Stille da sein
eine Hoffnungskerze entzünden
und mich mit ihr „ins Licht setzen“
mich selbst anschauen –
mit wohlwollendem Blick
wahrnehmen die Fülle in mir
wahrnehmen meinen Mangel
meine Verunsicherungen aushalten
meine Stärken fühlen
alles darf sein
mir Zeit nehmen
einfach zu sein
mir die Möglichkeit geben
mir selbst zu begegnen
mit beharrlicher Geduld
im befreienden Eingeständnis
verletzlich und verwundbar zu sein
oft aufgewühlt und hektisch
aber auch mit viel Freude und Vermögen
all das zulassen
zulassen – wie es gerade ist
einfach hier sein
mit mir
mich selbst sehen
mit dem Wimpernschlag einer kleinen Ewigkeit
im leisen Erahnen
wie sich durch mühsame Entwicklungsschritte
eine neue Lebensqualität eröffnet
so einfach sein dürfen
mit mir
und vielleicht -
nur vielleicht -
erahne ich auch DEN
der kommen will
in diese Welt
und vielleicht -
jetzt gerade -
auch zu mir
dafür will ich
still
und offen sein
Beatrix Senft, unveröffentlicht.
Das ist ein beinhartes Protestlied.
Allerdings richtet sich die Kritik nicht gegen eine bestimmte Gruppe,
Sondern gegen Jederman der sich betroffen fühlt – auch gegen mich selbst.
| Er hod a klanes Häusl in der greanen Au Er hod a guten Posten und a dicke süße Frau Er tut si bei der Arbeit net de Händ verstauchen Er kaun an jeden Sundog a Virginia rauchen Do sogt da mir gehts guat, auf de aundan hau i in huat Do sogt da: Hinter meiner, vorder meiner, links, rechts güts nix Ober meiner, unter meiner siach i nix Spür nix, hear nix und i riach nix. Denk i nix und red i nix und tu i nix Waun da Wind wahd in de Gossn Waun da Wind wahd am Land Waun da wind wahd, do steckt da Sein Köpferl in Sand Do zeig i earm a Stodt aus lauter Fetzen und Scherbn An Plotz wo de Krankn im Rinnsäu sterbm Gras in der Schüssl, im Gsicht de Fliegn De Kinder haum an Wosserbauch und Kretzn am Hirn Sie stinken wie der Mist, damits das net vergißt Refrain I was an Plotz do traut sie kana wos sogn Und rührn sie sich a bisserl, sans dawischt beim brotn Do holns de Kiwara um vieri in da fruah Eini ins Hefen, de Tür fest zua Sie brechn erna de Händ und tretns in de Zähnt Refrain Es pfeifn de Kranaten, es donnert und kracht Sie hockn in der Grubn des gaunze Nocht Sie schiaßn auf olles wos sie rührt Sie schiaßn das de Krachn glüht Da Mutter ihre Buam, fallen um als wia de Ruam Refrain | Er hat ein kleines Häuschen in der grünen Au Er hat einen guten Posten und eine dicke süße Frau Er tut sich bei der Arbeit nicht die Hände verstauchen Er kann an jedem Sonntag eine Virginia rauchen Da sagt er, mir geht es gut, auf die anderen "hau ich den Hut". Da sagt er: Hinter mir, vor mir, links rechts gilt es nichts ober mir, unter mir sehe ich nichts, spür nichts, höre nichts und ich rieche ich nichts, denk ich nichts und red ich nichts und tu ich nichts. Wenn der Wind weht in der Gasse, wenn der Wind weht am Land, wenn der Wind weht, da steckt er sein Köpfchen in den Sand. Da zeige ich ihm eine Stadt aus lauter Fetzen und Scherben, einen Platz, wo die Kranken im Rinnsal sterben, Gras in der Schüssel, im Gesicht die Fliegen, die Kinder haben einen Wasserbauch und Wundschorf an der Stirn sie stinken wie der Mist, damit du sie nicht vergißt. Refrain Ich weiß einen Platz, da getraut sich niemand, etwas zu sagen und rühren sie sich ein bisschen, sind sie erwischt beim "Braten" Da holen sie die Polizisten um vier Uhr früh, hinein ins Gefängnis und die Tür fest zu. Sie brechen ihnen die Hände und treten ihnen in die Zähne. Refrain Es pfeifen die Granaten, es donnert und kracht sie sitzen in der Grube die ganze Nacht sie schießen auf alles, was sich rührt, sie schießen, dass die "Krache" (Gewehr) glüht. Der Mutter Söhne fallen um wie die Rüben. Refrain |
Writer(s): Arik Brauer Lyrics powered by www.musixmatch.com
Wenn Dunkelheit sich allmählich lichtet,
wenn jemand auf Vergeltung verzichtet,
wenn Vergessenes wieder aufleuchten will,
wenn Verborgenes erscheint, zärtlich und still:
Wenn Geschwätziges leise und sacht verstummt,
wenn das Herz ein Lied der Sehnsucht summt,
wenn Menschen sich als Geschwister erkennen,
wenn sie einander Bruder und Schwester nennen:
Wenn müde Augen zu leuchten beginnen,
wenn wir uns auf Jesu Kommen besinnen,
wenn Gottes Charme unsre Sinne berührt,
wenn ein Engel uns zur Weihnacht hinführt:
...dann ist Advent
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Text: Paul Weismantel, Melodie: Reinhard Burchhardt
Guter Gott
du willst zu uns Menschen kommen
öffne unsere Herzen
dass wir zur Versöhnung bereit sind
öffne unsere Hände
für alle, die uns brauchen
öffne unsere Augen
dass wir das Gute in unseren Mitmenschen sehen
öffne unsere Ohren
dass wir deine Einladung nicht überhören
öffne uns ganz
und mach uns bereit
dich aufzunehmen
und zu den Menschen zu tragen
Helene Renner, Still werden und beten. Kommuniongedanken. Pastorale Dienste der Diözese St. Pölten 2015.
Gott, du Lenker unserer Heilsgeschichte
in dieser Zeit des Wartens
wollen wir neu auf deinen Ruf hören
der uns unseren Weg weisen will
in eine neue Zukunft.
Hören wollen wir, was du mit uns vorhast
hören wollen wir, was du uns zumutest
hören wollen wir auf dein Wort
das Leben verheißt.
Hören wollen wir auf deine Wahrheit
die befreit aus der Enge unseres Denkens
und ins Licht deiner Weite führen will.
Hören wollen wir und dir vertrauen
dass du unser Leben in der Hand hältst
dass du unsere manchmal zaghaften Schritte führst
die wir aufeinander zugehen.
Hören wollen wir
und gegen Hass und Ungerechtigkeit auftreten
wie du es uns vorgelebt hast.
Hören wollen wir auf deine Stimme
und deiner Liebe Raum geben
damit wir einander zum Segen werden.
Helene Renner, Still werden und beten. Kommuniongedanken. Pastorale Dienste der Diözese St. Pölten 2015.
Am Türgitter des von Richard Kurt Fischer 1991 in Innsbruck-Arzl erbauten Gotteshauses, dessen äußere Erscheinung einem Bergkristall ähnelt, steht die Frage „Quo vadis?“ – Wohin gehst du, Mensch? Ich könnte weiterfragen: Wohin gehe ich heute? Ich gehe im Advent sicher in dieses und jenes Kaufhaus, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Aber kommt der eigentliche Sinn des Advents bei mir oder in der Gesellschaft noch vor? Ist diese Zeit noch eine Vorbereitung auf das Kommen des Herrn?
Bettina Wegner schreibt in ihrem Jesusgedicht: „Jesus steig nie herab. Du kriegst keine Wohnung und vom Kuchen nichts ab. Du kriegst keine Arbeit und du kommst in den Knast, weil du radikal und leise Widerstand geleistet hast. Mensch Jesus, bleib oben, sonst schlagen die dich tot!“. Trotzdem kommt Jesus auch heute in unsere Zeit. Er will nicht seinen „Einfluss“ sichern, sondern sich immer wieder verschenken. Das ist wahrlich ein Dienst Gottes an uns, ein „Gottesdienst“. Doch die Welt ist verrückt, das heißt im wörtlichen Sinn genommen, nicht an der richtigen Stelle, weil sich jeder selbst und nicht Gott zum Mittelpunkt macht. Gott wird an den Rand gedrängt, im Leben kommt er nicht vor. Trotzdem bleibt Gott seiner Idee treu, in uns sein Zelt aufzuschlagen.
Im Jahre 1955 hat der Dichter Ferlinghetti geschrieben: „Christus klettert vom Weihnachtsbaum herab, läuft von den Warenhäusern und Fernsehschirmen fort und kommt leise in den Schoß irgendeiner anonymen Maria zurück. Jesus wird wiederum erwartet, eine unvorstellbare und unmöglich erscheinende Wiederempfängnis, die allerverrückteste aller Wiederkünfte wird aufs neue Wirklichkeit“. Das Leben wird neu. Weihnachten wird es wieder. Freuet euch!
Emmerich Beneder
entzündet inmitten
einer Welt voll Unrecht und Gewalt
Es gilt
die Flamme zu hüten
die kleine
in unsern Herzen
die Flamme der Sehnsucht
nach Gerechtigkeit und Frieden
und sie zu nähren
WER wird Recht und Gerechtigkeit wirken
im Land verfeindeter Mächte
und verängstigter Herzen!?
DU
sagt Gott
zusammen mit mir!
Wer also
wenn nicht ich
Wer
wenn nicht wir
Wer
wenn nicht ALLE Menschen guten Willens
im Namen unseres Gottes
der es uns ermöglicht
Wie
werde ICH heute damit beginnen
die Flamme des Friedens zu nähren
und dem
der das Recht gebiert
den Weg zu bereiten?
1.Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,
mir kund und wissend sei.
2. Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.
3. Was hast du unterlassen
zu meinem Trost und Freud,
als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen,
da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht.
4. Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.
5. Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen,
so fest umfangen hast.
6. Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häuft je mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet
die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.
7. Ihr dürft euch nicht bemühen
noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen
mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen,
ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen,
die ihm an euch bewusst.
8. Auch dürft ihr nicht erschrecken
vor eurer Sünden Schuld;
nein, Jesus will sie decken
mit seiner Lieb und Huld.
Er kommt, er kommt den Sündern
zu Trost und wahrem Heil,
schafft, dass bei Gottes Kindern
verbleib ihr Erb und Teil.
9. Was fragt ihr nach dem Schreien
der Feind und ihrer Tück?
Der Herr wird sie zerstreuen
in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König,
dem wahrlich alle Feind
auf Erden viel zu wenig
zum Widerstande seind.
10. Er kommt zum Weltgerichte:
zum Fluch dem, der ihm flucht,
mit Gnad und süßem Lichte
dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne,
und hol uns allzumal
zum ewgen Licht und Wonne
in deinen Freudensaal.
Paul Gerhardt (1653) in: EG 11.
Erschütterung
geht durch die Welt
Kriege entwurzeln
Millionen Menschen
Erschüttert
die Welt-Ordnung
Demokratien
wir
ich
Erwartung
steckt
in den Gliedern
im Herzen
in der Hoffnung
Ersehnen
liegt in der Luft
zwischen Angst und Sicherheit
zwischen Schrecken und Frieden
zwischen dir und mir
zwischen dem Unsagbaren
ER-Lösung
ER hat die Lösung
ist Lösung
will lösen
erlösen
DIE Lösung
im Advent
Seiner Erlösung
nachzuspüren
nachzugehen
in seine Erlösung
hineinleben
Angst als kollektives Trauma ist nicht erst seit den Anschlägen von Paris ein Thema. In der Flüchtlingskrise wird nicht nur emotional diskutiert, es wird bewusst mit Ängsten gespielt. Wie soll man umgehen mit Angst? Was steht auf dem Spiel, wenn wir Sicherheit gegen Freiheit tauschen?
Sebastian Pumberger, Noura Maan - derStandard.at (22. November 2015, 10:20)
http://derstandard.at/2000026111331/Wir-sollen-uns-fuerchten
2012 ist ein US-amerikanischer Katastrophenfilm des Regisseurs Roland Emmerich aus dem Jahr 2009. Die Weltpremiere fand am 11. November, die Deutschlandpremiere am 12. November 2009 statt. In den Hauptrollen spielen John Cusack, Chiwetel Ejiofor, Amanda Peet, Danny Glover, Thandie Newton, Oliver Platt und Woody Harrelson. Der Film basiert auf der Idee, dass nach dem Ende der Langen Zählung des Maya-Kalenders die Welt im Jahr 2012 untergehen wird. Dabei greift der Film die von Charles Hapgood 1958 vorgestellte Hypothese der Erdkrustenverschiebung auf, die mit zahlreichen Begleitphänomenen (Erdbeben, Vulkanausbrüche, Flutwellen) zum Weltuntergang führt. Der Film dominierte das Startwochenende mit Position 1 in den US-amerikanischen Kinos und spielte weltweit in nur vier Tagen 225 Millionen Dollar ein, womit das Produktionsbudget von 200 Millionen US-Dollar innerhalb kurzer Zeit wieder eingespielt wurde.
http://de.wikipedia.org/
Das Kometenlied ist ein berühmtes Wiener Couplet aus der Posse Der böse Geist Lumpazivagabundus (1833) von Johann Nestroy. Die Musik stammt von Adolf Müller senior.
1.
Es is kein' Ordnung mehr jetzt in die Stern',
D' Kometen müßten sonst verboten wer'n;
Ein Komet reist ohne Unterlaß
Um am Firmament und hat kein' Paß;
Und jetzt richt't a so a Vagabund
Und die Welt bei Butz und Stingel z'grund;
Aber lass'n ma das, wie's oben steht,
Auch unt' sieht man, dass 's auf 'n Ruin losgeht.
Abends traut man ins G'wölb sich nicht hinein
Vor Glanz, denn sie richten s' wie d' Feentempel ein;
Der Zauberer Luxus schaut blendend hervur,
Die böse Fee Krida sperrt nacher 's G'wölb' zur.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang.
2.
Am Himmel is die Sonn' jetzt voll Capriz,
Mitten in die Hundstag' gibt s' kein' Hitz';
Und der Mond geht auf so rot, auf Ehr',
Nicht anderster, als wann er b'soffen wär'.
Die Millichstraßen, die verliert ihr'n Glanz,
Die Milliweiber ob'n verpantschen s' ganz;
Aber lass'n ma das, herunt' geht's z' bunt,
Herunt' schon sieht man's klar, die Welt geht z'grund.
Welche hätt' so ein' g'scheckten Wickler einst mög'n,
A Harlekin is ja grad nur a Spitzbub dageg'n;
Im Sommer trag'n s' Stiefel, à jour-Strümpf' im Schnee,
Und statt Haub'n hab'n s' gar Backenbärt' von tull anglais.
Da wird einem halt angst und bang,
Ich sag': D'Welt steht auf kein' Fall mehr lang.
3.
Der Mondschein, da mög'n s' einmal sag'n, was s' woll'n,
Ich find', er is auf einer Seiten g'schwoll'n,
Die Stern' wer'n sich verkühl'n, ich sag's voraus,
sie setzen sich zu stark der Nachtluft aus.
Der Sonn' ihr G'schundheit ist jetzt a schon weg,
Durch'n Tubus sieht man's klar, sie hat die Fleck';
Aber lass'n ma das, was oben g'schieht,
Herunt' schon sieht man, 's tut's in d'Länge nicht.
Sie hab'n Zeitungen jetzt, da das Pfennig-Magazin,
Da is um ein' Pfennig all's Mögliche drin;
Jetzt kommt g'wiß bald a Zeitschrift heraus, i parier',
Da krieg'n d'Pränumeranten umsonst Kost und Quartier.
Da wird einem halt angst und bang,
Die Welt steht auf kein' Fall mehr lang.
4.
Die Fixstern', sag'n s', sein alleweil auf ein' Fleck',
's is erlog'n, beim Tag sein s' alle weg;
's bringt jetzt der allerbeste Astronom
Kein' saub're Sonnenfinsternis mehr z'amm'.
Die Venus kriegt auch ganz ein' andere G'stalt,
Wer kann davor, sie wird halt a schon alt;
Aber wenn auch ob'n schon alles kracht,
Herunt' is was, was mir noch Hoffnung macht.
Wenn auch 's meiste verkehrt wird, bald drent und bald drüb'n,
Ihre Güte ist stets unverändert geblieb'n;
Drum sag' i, aus sein' Gleis' wird erst dann alles flieg'n,
Wenn Sie Ihre Nachsicht und Huld uns entzieh'n.
Da wurd' ein' erst recht angst und bang,
denn dann stund' d'Welt g'wiß nicht mehr lang.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kometenlied

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Schneller am Ziel
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Die Kapitel 26 bis 35 des Jeremiabuches, denen die erste Lesung des Ersten Adventsonntags entnommen ist, enthalten Drohworte und Verheißungen an Jerusalem und Juda. In ihrem Kern sind sie in den Auseinandersetzungen vor dem Zusammenbruch Judas entstanden. Die Worte des Jeremia waren vielen Juden in der babylonischen Gefangenschaft Verheißung und Trost. Die Verse der Lesung sind Teil eines verhältnismäßig späten Nachtrags zu den Trost- und Verheißungsworten des Propheten.
Im V. 15 wird ein Spross für David verheißen. Dies zu einer Zeit, in der das Haus David völlig darniederlag. Das Wort "Spross" spielt auf ein Bild des Propheten Jesaja (Jes 10:33) an, in dem er Juda mit einem Wald vergleicht, dessen mächtige Bäume gefällt werden.
Aufgabe des Königs ist es, für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Der verheißene König wird im Gegensatz zu König Jojakim, dem Jeremia das Gericht ankündigte, dieser Aufgabe nachkommen.
Die Perikope stellt eine Sammlung von Einzelsprüchen dar, die das kommende Heil betreffen. Sie sind bewusst als "Spruch des Herrn" ausgewiesen, als Jahwewort.
Die Rede vom "Spross" aus dem Haus Davids verweist auf den Titel des künftigen Herrschers, den Messias; sie geht zurück auf Jes 10,28-34, einem Drohwort, dass Juda "wie mächtige Bäume" gefällt wird; aus den Baumstumpf aber erwächst ein junger Trieb (Jes 11,1). Sach 6,12: "Da ist ein Mann, Spross ist sein Name; denn wo er steht, wird es sprossen, und er wird den Tempel des Herrn bauen."
Die Rede von "Recht und Gerechtigkeit" ist mit dem Wirken des Königs verbunden.
Vers 16 "Der Herr ist unsere Gerechtigkeit" verweist auf den letzten König, Zidkija (= "Jahwe ist meine Gerechtigkeit").
In der vorliegende Perikope sieht Jeremia die Zerstörung Jerusalems voraus. Doch auch darüber hinaus hat Israel eine Zukunft - wenn es auf seinen Gott setzt.
Neubeginn in Zeiten des Untergangs
Mit dem Untergang der Stadt Jerusalem im Jahre 587 v.Chr. wurde auch die Dynastie Davids vom Thron gestürzt. Sie hat etwa vier Jahrhunderte die Geschicke Jerusalems bestimmt. Große Hoffnungen waren mit ihr verbunden gewesen, immerhin hatte der Prophet Natan einst David verheißen, sein Königtum werde auf ewig bestehen bleiben (2 Sam 7,16). Lange Zeit schien sich das auch zu bewahrheiten: Während das Nordreich Israel unterging, trotzte das Südreich Juda den Stürmen der Zeit. Nun war auch seine Stunde gekommen. Allzu selbstsicher hatte man darauf gebaut, es werde Jerusalem schon nichts zustoßen - als wäre der Glaube eine Garantie für ein sorgloses Leben. Doch plötzlich ist alles anders. Die Belagerer stehen vor der Tür. Bald liegt der Tempel in Trümmern, das Volk verliert sein Land und muss ins Exil und über Jerusalem herrschen fremde Fürsten.
Das Neue beginnt zu sprießen
In diese Stunde hinein ist uns die heutige Lesung geschenkt. Als die Not in Jerusalem am größten ist und die Belagerer bereits vor der Tür stehen, verkündet Jeremia: Dies ist nicht das Ende. Zeit seines Lebens hat er Unheil verkündet. Nun, da das Angesagte eingetroffen ist, spricht er den Menschen Mut zu. Er ruft ein gutes Wort in Erinnerung, das in ähnlicher Weise schon einmal zu hören war (vgl. Jer 23,5f). Es gilt nicht nur Juda, sondern auch dem längst untergegangenen Israel, also dem gesamten Gottesvolk. Die Rede ist von einem gerechten Spross, den Gott aufsprießen lässt. Wer aber soll das sein?
Blicken wir auf Jer 23,5, entsteht der Eindruck, es handle sich um einen gerechten König. In Jer 33,14-16 wird das Bild neu gedeutet. Nicht der König, sondern Jerusalem ist dieses Zeichen der Hoffnung. Der Ehrenname „Der Herr ist unsere Gerechtigkeit“ (Jer 25,6; 33,16) bezieht sich nun auf die Gottesstadt. Recht und Gerechtigkeit, die klassischen Aufgaben des Königs, sind jetzt das Kennzeichen des gesamten Volkes Gottes. Wie ein Schößling rasch emporsprießt, wird sich diese Verheißung bald erfüllen. So wird die Bevölkerung der Hauptstadt zum lebendigen Zeichen dessen, dass Gott seinem Volk in Treue zur Seite steht. Sie wird zu einem messianischen Zeichen. Liest man beide Texte des Propheten Jeremia zusammen, wird deutlich, dass es den messianischen König nicht ohne die messianische Gesellschaft gibt.
Hoffnung und Wachsamkeit
Während die alttestamentliche Lesung, der erste Bibeltext, den wir im heurigen Advent hören, die Vorfreude weckt, bringt das Evangelium eine andere Seite ans Licht. Für jene, deren Leben von Bedrängnis getrübt ist, mag der Advent eine Zeit erhoffter Veränderung sein. Doch was ist mit jenen, die das unheilvolle Getriebe dieser Welt befeuern? Für sie ist das kommende Heil eine schmerzliche Form der Veränderung. So tritt zur Vorfreude die Forderung, zu wachen und zu prüfen, auf welcher Seite wir eigentlich stehen.
Klaus Einspieler
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation