Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Der Prophet Zefanja trat um 630 v.Chr. auf. Aus seiner Botschaft hören wir heute ermutigende Zusagen und Aufforderungen, die nicht nur dem israelitischen Volk damals galten, sondern auch uns aufbauen und motivieren wollen.
Lesung aus dem Buch Zefanja.
Juble, Tochter Zion!
Jauchze, Israel!
Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen,
Tochter Jerusalem!
Der HERR hat das Urteil gegen dich aufgehoben
und deine Feinde zur Umkehr gezwungen.
Der König Israels, der HERR, ist in deiner Mitte;
du hast kein Unheil mehr zu fürchten.
An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen:
Fürchte dich nicht, Zion!
Lass die Hände nicht sinken!
Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte,
ein Held, der Rettung bringt.
Er freut sich und jubelt über dich,
er schweigt in seiner Liebe,
er jubelt über dich und frohlockt,
wie man frohlockt an einem Festtag.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Freut euch und jubelt; in eurer Mitte ist der Herr. - Kv
(oder GL643,3)
Siehe, Gott ist mein Heil;
ich vertraue und erschrecke nicht.
Denn meine Stärke und mein Lied ist Gott, der HERR.
Er wurde mir zum Heil. - Kv
Ihr werdet Wasser freudig schöpfen
aus den Quellen des Heils.
Dankt dem HERRN! Ruft seinen Namen an!
Macht unter den Völkern seine Taten bekannt,
verkündet: Sein Name ist erhaben! - Kv
Singt dem HERRN, denn Überragendes hat er vollbracht;
bekannt gemacht sei dies auf der ganzen Erde.
Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner Zions;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Philippi.
Schwestern und Brüder!
Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!
Noch einmal sage ich: Freut euch!
Eure Güte werde allen Menschen bekannt.
Der Herr ist nahe.
Sorgt euch um nichts,
sondern bringt in jeder Lage
betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt,
wird eure Herzen und eure Gedanken
in Christus Jesus bewahren.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Der Geist des Herrn ruht auf mir.
Der Herr hat mich gesandt,
den Armen die Frohe Botschaft zu bringen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit fragten die Scharen Johannes den Täufer:
Was sollen wir also tun?
Er antwortete ihnen:
Wer zwei Gewänder hat,
der gebe eines davon dem, der keines hat,
und wer zu essen hat,
der handle ebenso!
Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen,
und fragten ihn: Meister, was sollen wir tun?
Er sagte zu ihnen:
Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist!
Auch Soldaten fragten ihn:
Was sollen denn wir tun?
Und er sagte zu ihnen:
Misshandelt niemanden,
erpresst niemanden,
begnügt euch mit eurem Sold!
Das Volk war voll Erwartung
und alle überlegten im Herzen,
ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei.
Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort:
Ich taufe euch mit Wasser.
Es kommt aber einer, der stärker ist als ich,
und ich bin es nicht wert,
ihm die Riemen der Sandalen zu lösen.
Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
Schon hält er die Schaufel in der Hand,
um seine Tenne zu reinigen
und den Weizen in seine Scheune zu sammeln;
die Spreu aber
wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen.
Mit diesen und vielen anderen Worten
ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft.
Der Evangelist Lukas erzählt von den Scharen, die zu Johannes an den Jordan kamen, um sich von ihm taufen zu lassen. Dieser aber weist darauf hin, dass die Taufe allein sie nicht vor dem kommenden Gericht Gottes schützt, so wenig wie eine Berufung auf die Abstammung von Abraham. Nur ein radikales Umdenken, das auch ein entsprechendes Handeln nach sich zieht, entspricht dem Willen Gottes.
Konkrete Handlungsanweisungen
Diese Aussagen waren Lukas wohl zu allgemein und so lässt er die verschiedensten Leute fragen: „Was sollen wir tun?“ (V. 10) - und er zählt ihnen konkrete Möglichkeiten auf. Für alle („die Leute“) gilt der Appell, die Ärmeren nicht aus dem Blick zu verlieren und mit ihnen zu teilen (V. 11). Von einer völligen Aufgabe jeglichen Besitzes, wie dies später dann in Lk 14,33 für die Jünger Jesu gefordert wird, ist hier keine Rede.
Dabei weiß Lukas, dass ein gottgefälliges Leben für jede und jeden entsprechend der eigenen Lebenssituation anders aussieht. Von den mit den Römern verbündeten jüdischen Zöllnern verlangt der Täufer nicht die Aufgabe ihres Berufs, er verbietet aber die unerlaubte Bereicherung durch überhöhte Geldforderungen (V. 13). Das entspricht der Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus, der durch die Begegnung mit Jesus außerdem zur Wiedergutmachung bereit ist (vgl. Lk 19,1-10).
Auch den römischen Soldaten weist Lukas mit der Stimme des Johannes einen Weg: Sie sollen sich nicht gewaltsam mit Waffen und durch Erpressung bereichern. Nichtjuden sind durch die Predigt ebenfalls zum Nachdenken und zu einem entsprechenden Verhalten nach dem Willen Gottes eingeladen. Dies erinnert an die Erzählungen vom Hauptmann von Kafarnaum (Lk 7,1-10) und jenem in Cäsarea namens Kornelius (Apg 10). Lukas möchte seiner Gemeinde realistische Handlungsmodelle anbieten.
Wer ist der Messias?
Nun war aber noch eine Klärung notwendig: Das jüdische Volk (V. 15) - das ist hier gemeint, nicht mehr eine nicht näher bestimmte Menge wie zu Beginn (vgl. V. 10) - sollte anerkennen, dass Johannes nicht der im Judentum erwartete Messias ist. Ohne einen konkreten Namen zu nennen, weist dieser auf einen Stärkeren hin, der mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird (V. 16). Damit ist bereits auf das Pfingstereignis in Apg 2 angespielt, in dem die Jüngergemeinde Jesu in Feuer und Sturm den Geist Gottes empfing. Dieser Stärkere vollzieht jenes Gericht an den Menschen, das Johannes im vorangehenden Vers 9 ankündigt.
Eine gute Nachricht ...
Obwohl die Sprache doch etwas bedrohlich klingen mag, wird die Verkündigung als eine frohe Botschaft gedeutet, die Ermahnung des Volkes durch Johannes ist in jedem Fall „Evangelium“ (= gute Nachricht; V. 18).
Roland Schwarz
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Die Evangelienperikope gibt einen Abschnitt aus der Predigt Johannes des Täufers wieder (vgl. schon Lk 3,7-9). Es handelt sich zum einen um eine Mahnung zur Umkehr, zum anderen um den Hinweis auf einen "Größeren" (den Messias), der kommen wird.
Die Umkehr besteht nach Johannes dem Täufer in konkreten Taten der Menschlichkeit und Nächstenliebe und im Meiden von Unrecht.
Das Wirken des Messias wird von Johannes als Taufen mit dem Heiligen Geist und mit Feuer beschrieben. Wahrscheinlich hat er damit ein vom Heiligen Geist bewirktes reinigendes und läuterndes Gericht im Blick. In eine ähnliche Richtung zielt das Bild vom Bauern, der die Körner von der Spreu scheidet, indem er das Getreide gegen den Wind worfelt - ein damals sehr gebräuchlicher Vorgang bei der Ernte und damit den Hörern von Johannes dem Täufer sicher auch sehr eindrücklich.
Johannes der Täufer gibt seinen Fragestellern klare Anweisungen, was sie tun sollen. Entgegen ihren und unseren Erwartungen klingen diese banal, hausbacken. Trotzdem sind sie auch für uns heute zukunftsweisend.
Zwar bin ich kein Freund des Autorennsports, ich bin jedoch fasziniert, mit welcher Schnelligkeit und Präzision die jeweiligen Helferteams einen Boxenstopp abfertigen. Ohne Diskussion weiß jeder, was er zu tun hat, und hat dies eingeübt bis in den kleinen Finger. Ich bewundere auch professionelle Rettungseinsätze von Hilfsorganisationen.
Ich selber weiß nicht immer, was ich in kritischen Situationen zu tun habe. Wenn Menschen in Panik geraten, neigen sie zur Flucht oder stellen sich tot. Sie tun Dinge, über die sie später lachen, wenn z.B. alle Klopapier kaufen. Manche sind in solchen Situationen wie gelähmt, warten ab und sind zu keiner eigenen Entscheidung fähig.
In Krisenzeiten sind viele Menschen ratlos und fragen "Was sollen wir tun?" Nicht wenige verfallen dann den einfachen Handlungsanweisungen von Populisten. In Zeiten, in denen gleich mehrere Krisen zusammentreffen, haben dann Populisten Hochkonjunktur.
Im Evangelium haben wir gehört, wie Menschen an Johannes den Täufer herangetreten sind und ihn gefragt haben: "Was sollen wir tun?" Viele waren damals ratlos und fragten sich, wie es politisch und religiös im Land weitergehen soll. Sie erwarteten sich von Johannes, dessen Geradlinigkeit und Radikalität sie bewunderten, Antworten für ihre Zukunft. Johannes gibt ihnen sehr konkrete Anweisungen. Diese klingen ein wenig schlicht und einfach. Manchen sind sie vielleicht zu einfach. Sie fußen auf alten prophetischen Überlieferungen und forderten ein, was schlicht und einfach gerecht ist. Die Propheten verkündeten nicht schlaue Tricks, wie man erfolgreich zu einer besseren Zukunft kommt. Sie waren überzeugt, dass nur Recht und Gerechtigkeit die Grundlage für ein gutes und zugleich gottgefälliges Leben sein können.
Der belgische Arbeiterpriester und spätere Kardinal Joseph Cardijn, Begründer der CAJ, der Internationalen Christlichen Arbeiterjugend, formulierte einen Dreischritt verantwortlichen Handelns: sehen – urteilen – handeln. Dieser wurde nicht nur für die Katholische Arbeiterbewegung zum Leitmotiv, sondern ging auch als handfeste Formel in die Katholische Soziallehre ein.
Viele Menschen sind versucht, gleich nach dem Handeln zu fragen: Sag uns, was wir tun sollen! Das Sehen und Urteilen halten sie für vorgegeben oder wollen es kompetenteren Personen überlassen. Damit öffnen sie jedoch ein Einfallstor für politische und religiöse Ideologien, für dubiose Gurus oder Populisten. Auch manche kirchliche Kreise haben Interesse daran, den Leuten vorzugeben, was sie zu tun haben.
Um Probleme zu lösen, kommen wir um verlässliche Analysen und um den heute vielbemühten "Faktencheck" nicht umhin. Selten schafft das eine Person allein. Meist braucht es dazu die Zusammenschau aller Betroffenen. Wichtig sind dabei auch die Sichtweisen verschiedener Wissenschaften.
All das gilt es abzuwägen und nach ethischen sowie religiösen Kriterien zu beurteilen. Wie deuten wir die erhobenen Fakten im Licht der Tradition? Wie sollen wir damit umgehen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für unsere Zukunft?
Erst im dritten Schritt gilt es, konkrete Handlungsweisen zu formulieren und Ziele zu setzen, die nachhaltig und "enkelfit" sind, um es mit gegenwärtig beliebten Schlagwörtern auszudrücken.
Johannes der Täufer greift einerseits auf die theologischen Traditionen Israels zurück und verweist andererseits auf den von vielen erwarteten Christus, auf den Messias. Dieser werde uns "mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen", und: "Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen." Der erwartete Messias stattet uns mit dem Heiligen Geist aus, der uns zur Unterscheidung der Geister befähigt und zeigt, was bleibenden Wert und Bestand hat.
Der Advent bietet uns eine Zeit des Innehaltens. Wir können und sollen ihn zum genauen Hinschauen nutzen: auf unser eigenes Leben, auf die gesellschaftliche und nicht zuletzt auf die kirchlich-religiöse Situation. Um uns ein zukunftsfähiges Urteil bilden zu können, brauchen wir tragfähige Kriterien für die Unterscheidung von Wertvollem und Wertlosem. Diese finden wir in der Rückbesinnung auf die heiligen Schriften und die Glaubensüberlieferung der Kirche. Daran können wir uns Handel ausrichten, gegebenenfalls müssen wir es auch korrigieren, müssen wir bereit sein umzudenken und umkehren.
Das Weihnachtsfest beendet die dunkle Jahreszeit. Am 3. Adventssonntag werden uns Beispiele aus der Geschichte des Volkes Israel vor Augen geführt, in denen sie den Mut und die Lebensfreude auch in dunkler Zeit nicht verloren bzw. wiedergefunden haben.
Diese Freudenbotschaft durchzieht alle Texte bis hin zur Eucharistiefeier. Grund der Freude: Der Herr ist nahe. Die Freude wird umso größer, wenn Unheil, Leid und Entbehrung ein Ende finden. Wir kennen solche ausweglosen, schwierigen Situationen auch in unserem Leben, wo sich ein Missgeschick oder gar Unglücksfall an den anderen reiht und sich vielleicht spät, aber doch schrittweise alle Probleme zu lösen beginnen. So war es damals auch. Das Buch Zefanja entstand im 6. Jhdt. v. Chr., über den Propheten selber ist wenig bekannt. Die Israeliten kehren nach Jahrzehnten aus dem Exil zurück nach Jerusalem, finden alles zerstört, Wohnungen kaputt, Versorgungsengpässe, Alltagsbedürfnisse haben den Vorrang, daher beginnt erst nach Jahrzehnten der Wiederaufbau des Tempels im Jahre 520 v. Chr. Er ist ein sehr wichtiges Identitfikationsmerkmal für das Volk.
Was kriegerische Zerstörung anbelangt, zeigt uns täglich das Fernsehen. Jetzt kommt in der ersten Lesung ein entscheidender Wendepunkt, der Tag des Herrn ist ein Tag der Umkehr. „Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt.“ (Zef 3,17). Dann steht noch die Aufforderung: „Lass die Hände nicht sinken.“
Was kann das für ein Leben in Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung bedeuten? Beobachten Sie Menschen, wenn es ihnen total schlecht geht, was sie mit ihren Händen tun. Sie halten sich diese vor das Gesicht, um ihren Schmerz, ihre Niedergeschlagenheit zu verbergen oder sie senken ihre Arme, weil sie müde und kraftlos geworden sind. Vielleicht versuchen sie noch einmal, ihre letzten Kräfte zu bündeln mit dem letzten Stückchen Hoffnung und dem Mut, weil eine Änderung doch noch möglich sein kann. Das gibt dann Anlass zu großer Freude.
Der freudige Ton ist das Wissen, dass Gott in höchster Not da ist. Die Propheten kämpfen oft gegen die Mutlosigkeit, gegen Verzweiflung und Erschöpfung. Solche Menschen brauchen wir auch heute, die uns in schweren Zeiten nahestehen, trösten und auch Einsatz leisten. Sie können auch heute solche Fragen hören oder auch schon selber gestellt haben: Wohin wird das noch alles führen? Verbunden auch mit der nostalgischen Feststellung: Das hätte es früher nicht gegeben. Sind Sie sicher?
Die zweite Lesung zeigt die verzweifelte Situation des Paulus. Er sitzt im Gefängnis. Wird er so schnell da wieder herauskommen? Auch bei ihm zeigen sich dunkle Stunden. Wer mit Christus auch in harten Zeiten verbunden bleibt, hat noch Freude im Herzen und findet Frieden, innere Ruhe, die zur Gelassenheit führen kann. Nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit oder Hilflosigkeit, sondern Vertrauen darauf, dass alles gut wird, wahrscheinlich nicht gleich, aber doch in ganz kleinen, spürbaren Schritten. Vielleicht begegnen Sie Menschen, die auch in ihrem schweren Los noch Güte, Geduld und Gottvertrauen ausstrahlen, was bewundernswert ist und ihre Umgebung gar nicht versteht.
Das Evangelium stellt uns Johannes d. Täufer als „Lebensberater“ vor. Der Isenheimer Altar zu Colmar von Matthias Grünewald (1470-1528) stellt Johannes d. Täufer mit langgestrecktem Zeigefinger dar. Er weist auf den hin, bei dem wir besonderen Trost in Leiden und Ausweglosigkeit finden können. Johannes, nicht immer ein großer Diplomat, aber er kommt sehr schnell zur Sache bei der Frage: Was sollen wir tun? In einer anderen Situation drücken es die Jünger ähnlich aus: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst, wie sollen wir dann den Weg kennen?“ (Joh 14,5).
Zwei Punkte sollen herausgehoben werden, die Johannes empfiehlt: „Verlangt nicht mehr als festgesetzt ist“ (Lk 3,13). Man könnte auch sagen: als euch zusteht. Das kann eine Anspielung auf Gier sein und die schafft innere Leere. „Begnügt euch mit eurem Sold!“ (Lk 3,13). Vielleicht für heute: Werdet nicht größenwahnsinnig in euren Forderungen, oder: Lebt nicht über eure Verhältnisse.
Ob nicht auch bei uns da und dort auf sehr hohem Niveau gejammert wird? Wenn man über diese beiden Hinweise weiter nachdenkt, ist die „Goldene Regel“ hilfreich, die wir im Buch Tobit 4,15 finden: Was du nicht willst, das man dir tut… oder bei Mt 7,12: „Alles, was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut auch ihnen.“ So wünsche ich Ihnen über diese „Goldene Regel“ nachzudenken mit dem Hinweis auf Genügsamkeit, Bescheidenheit. Oft ist weniger mehr…
Viele Menschen strömen zu Johannes an den Jordan, um Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Die Antworten, die er ihnen gibt, hätten sie sich längst selbst geben können. Es geht weniger um das Finden der rechten Antworten als vielmehr um die Kraft zu tun, was wir als richtig erkannt haben.
Es ist eine unruhige Zeit, aus der Lukas berichtet. Viele Menschen spüren, es liegt etwas in der Luft, es kann und wird nicht so weitergehen wie bisher. Und so machen sich viele Menschen auf den Weg zu Johannes, dem Rufer in der Wüste. Dieser Johannes hat die Menschen damals fasziniert, denn er war jemand, der Fragen beantwortete, der keine langen und undurchsichtigen Traktate von sich gab, sondern klare und konkrete Antworten. Der sagte: so geht es, und so nicht.
Das wäre doch großartig, jemand zu haben wie diesen Johannes, zu dem man hingehen und den man fragen kann: "Und ich? Was soll ich tun?" Einen zu kennen, der einem dann auch wirklich eine Antwort gibt. So denkt sicher auch die eine oder der andere in unserer bewegten Zeit.
Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an Pfarrer in ihrer Kindheit und Jugend, welche klare Auskunft gaben, wenn sie um Rat in Alltagsfragen gebeten wurden: An diesem Sonntag darfst du aufs Feld, an jenem Sonntag nicht, da ist es Sünde… Zehn Zentimeter Kantenlänge der Badehose sind Ok, weniger ist Sünde. Manche Menschen denken vielleicht: Wie schön wäre es, wenn es das auch heute gäbe. Denn viele Menschen sehnen sich danach, klare Antworten zu bekommen. Gerade in dieser immer komplizierter werdenden Welt sind einfache und klare Antworten schließlich selten geworden. Und noch seltener geworden sind die Menschen, die sie zu geben in der Lage wären.
Es gibt so viele Fragen, so wenige Antworten und noch viel weniger Menschen, die diese Antworten geben. Allerdings: Es gibt auch Menschen, welche solche Antworten gar nicht brauchen. Vielleicht gehören Sie auch dazu.
Schauen wir doch mal genau hin: Was für Antworten gibt Johannes im heutigen Evangelium? Da kommen welche und fragen ihn, und denen sagt er: Ihr habt zwei Gewänder? Gebt dem eins, der keines hat.
Und zu den Zöllnern sagt er: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist. Als ob es ihnen nicht vorher bewusst gewesen wäre.
Und zu den Soldaten sagt er: Misshandelt niemanden, Erpresst niemanden…
Sind das nicht Binsenweisheiten, Selbstverständlichkeiten? Eigentlich ist es doch genau das, was uns der gesunde Menschenverstand auch sagt. Um solche Antworten zu erhalten, braucht man keine Klimmzüge zu veranstalten. Solche Antworten brauchen wir gar nicht erst zu suchen.
Natürlich gibt es schwierige Entscheidungen, natürlich gibt es Grenzfälle, natürlich auch Grauzonen, in denen nur sehr schwer zu entscheiden ist, was richtig und was falsch ist. Natürlich stehen wir immer wieder vor solchen Fragen, aber doch nicht jeden Tag.
Tun wir doch nicht so, als stünden wir den ganzen Tag vor lebensnotwendigen Entscheidungen. Die aller-, allermeisten Entscheidungen, die absolut größte Zahl der Fragen, die können wir ganz gut selbst beantworten.
Genauso wie die Soldaten damals zur Zeit eines Johannes des Täufers ganz genau wussten, dass es falsch war, jemanden zu misshandeln, so wie die Zöllner genau wussten, dass sie niemanden übervorteilen sollten, und so wie Menschen zu allen Zeiten wussten, dass sie sich der Not der andern annehmen müssen, genauso wissen doch auch wir, wenn wir uns ans Steuer oder aufs Rad setzen, dass wir voll Rücksicht und Voraussicht zu fahren haben, dass wir eine Verantwortung für andere haben. Wir wissen ganz genau darum, dass wir dort, wo wir mit anderen Menschen zu tun haben, nicht einfach handeln können, als würden wir mit Maschinen hantieren. Wir alle wissen, dass einer den ersten Schritt machen muss, wenn es darum geht, auf andere zuzugehen. Und jeder von uns weiß, dass er durchaus in der Lage ist, diesen Schritt zu tun.
Wir wissen dies alles. Wir brauchen eigentlich gar nicht einen Johannes, der uns diese Dinge sagt.
Unser Problem scheint mir nicht darin zu liegen, dass wir die Antworten auf unsere Fragen nicht hätten. Unser Problem scheint mir darin zu liegen, dass wir unsere eigenen Antworten gar nicht so gerne hören. Viel weniger möchten wir daran erinnert werden, dass wir danach handeln sollten.
Vielleicht ist es so: Glücklich der Mensch, der einen Johannes hat, der ihm seine Fragen beantwortet. Glücklicher aber ist der Mensch, der begriffen hat, dass er die Antworten schon lange weiß. Und noch glücklicher ist der, der die Kraft hat, nach seinen Antworten auch wirklich zu leben.
Liebe ist nicht nur ein Wort. Liebe muss konkret spürbar werden. Sie muss auch auf unsere Systeme, unsere Politik und Kultur angewandt werden. Liebe bedeutet auch Gerechtigkeit.
Wir sollen Gott und unseren Nächsten lieben. Kirchenbesucher*innen und Gläubigen ist dieses (das wichtigste aller) Gebote nicht unbekannt. Aber machen wir uns auch Gedanken darüber, dass Gott UNS liebt? In der heutigen Lesung hören wir: Gott freut sich über uns. Er jubelt über dich und mich. Über jeden von uns.
Doch allzu oft sehen wir uns dann an, unsere süßen, aber ziemlich vorlauten Kinder und unsere immer nur halb aufgeräumte Wohnung, unsere nur sehr langsam voranschreitende Karriere und denken: Darüber soll Gott jubeln? Warum sollte irgendjemand, insbesondere Gott darüber jubeln?! Vielleicht sind wir gefangen in dem Denken, dass wir etwas leisten müssen, damit sich jemand über uns freut oder mit uns freut. Dass wir etwas besonders und außerordentlich gut machen müssen, damit andere über uns jubeln. Das mag bei Menschen, insbesondere in unserer leistungsorientierten Gesellschaft so sein. Liebe muss allzu oft verdient werden. Bei Gott jedoch ist es anders. Er liebt uns und zwar nicht mit einer, „Du tust etwas für mich und dann tue ich etwas für dich“-artigen Liebe, sondern mit einer barmherzigen, verrückten Art der Liebe, die tatsächlich keine Bedingungen stellt. Wenn wir diese so ganz andere Art der Liebe kennen lernen und erleben dürfen, kann sie uns dazu befähigen, Jesus wirklich nachzufolgen.
Bernice King, die jüngste Tochter des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr., hat einmal gesagt: „Soziale Gerechtigkeit ist Liebe angewandt auf Systeme, Politik und Kultur.“ Die Liebe Gottes also, die uns geschenkt wird - nicht weil wir besonders attraktiv oder begabt sind, sondern schlicht weil wir Menschen sind - diese Liebe will angewandt werden. Sie ist nicht unser kleiner persönlicher Schatz, den wir horten sollen oder unser besonderes Geheimnis, das uns hilft unser Leben leichter zu bewältigen. Sie ist nicht privat, sondern öffentlich, auf Beziehungen ausgerichtet.
Wie sieht Liebe aus, die auf unsere Systeme, unsere Politik und Kultur angewandt wird? Vielleicht wie ein Sozial- und Gesundheitssystem, das jedem Menschen den Zugang zu einer medizinischen Behandlung ermöglicht, ohne Ansehen der Person oder des Kontostandes. Vielleicht sieht Liebe angewandt auf unsere Politik aus wie ein Wahlsystem, das jedem Menschen eine Stimme gibt, auch jenen, die noch keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzen oder ein Wahlprogramm, das besonders schutzbedürftige Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht nur die Wünsche der oberen Mittelschicht. Vielleicht sieht diese Liebe aus wie eine Petition, die ein höheres Arbeitslosengeld fordert oder wie eine Forderung nach höheren Steuern für Superreiche.
Liebe ist mehr als eine warme Umarmung und ein nettes Wort - nicht, dass das nicht wichtig wäre. Auch Jesus hat Menschen umarmt und getröstet. Nur ist er dabei nicht stehen geblieben. Seine Liebe umfasste auch eine „Störaktion“ in einem Tempel, bei dem einige Tische umgestoßen wurden. Er hat auf die Gefahr von Machtmissbrauch und überbordendem Reichtum hingewiesen und Gerechtigkeit für alle gefordert. Jesus hat vor allem nicht nur „über“ finanziell und sozial benachteiligte Menschen gesprochen, sondern ein zentraler Aspekt seines Wirkens war es MIT Menschen zu sprechen, die zur damaligen Zeit am Rand der Gesellschaft standen - darin eingeschlossen Frauen, Kinder und nicht besonders beliebte Berufsgruppen, wie zum Beispiel Steuereintreiber. Jesus hat mit diesen Menschen gesprochen, er hat mit ihnen gegessen, gebetet und hat sie Freund*innen genannt. Murphy Davis, eine Theologin, die sich besonders für obdachlose Menschen und Menschen im Gefängnis eingesetzt hat, formuliert es so: „Ohne gemeinsames Abendessen, ohne Liebe, ohne Tischgemeinschaft, kann Gerechtigkeit ein Programm werden, das wir anderen Menschen „antun“. Murphy gründete die „Open Door Community“. In einem großen Haus, konnten zuvor obdachlose Menschen ein Zuhause und die nötige Versorgung vorfinden, während sie gemeinsam für mehr soziale Gerechtigkeit kämpften. Auch Menschen, denen in Amerika die Todesstrafe drohte stand sie bei. Ein Kollege von ihr schrieb nach ihrem Tod über sie, dass sie mehr Zeit hinter Gittern verbracht hatte als so manche*r Verbrecher*in. Sie war also direkt und ganz nah bei den Menschen, denen sie helfen wollte und setzte sich gleichzeitig für ihre Rechte ein. Mit wem haben wir selbst Tischgemeinschaft, mit wem essen wir zu Abend? Sitzen wir an den Tischen an denen Jesus sitzen würde?
Johannes der Täufer fordert in der heutigen Lesung auf: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso! Die christliche Sozialistin und Journalistin Dorothy Day drückte es noch radikaler aus: „Wenn du zwei Mäntel hast, hast du einen davon den Armen gestohlen.“ Diese Aussagen deuten beide auf etwas Profundes hin: Liebe ist mehr als „Charity“, also Wohltätigkeit. Liebe bedeutet auch Gerechtigkeit. Es ist schlicht nicht gerecht, wenn ich mehr Mäntel besitze als nötig, während andere Menschen frieren müssen.
In unsere heutige Zeit übersetzt könnte es heißen: Ist es gerecht, dass 1,2 Milliarden Menschen von weniger als 1,50 Euro pro Tag leben müssen, während viele von uns mit diesem Betrag, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, ihr Parkticket für 1 Stunde bezahlen? Etwas vom eigenen Reichtum abzugeben ist keine milde, fromme Gabenleistung, sondern ein Akt der Gerechtigkeit, ein Ausgleich von ungerechten Verhältnissen, die ich persönlich vielleicht nicht direkt verschuldet habe, zu dessen Änderung ich aber sehr wohl beitragen will.
Die ungerechten Verhältnisse in der Welt, in Österreich und vielleicht sogar in unserem Leben sollten uns aber nicht resignieren lassen. Wir dürfen uns davon bewegen und berühren lassen und mit Gottes Unterstützung auf dem Weg hin zu mehr Gerechtigkeit rechnen. „Gott ist in unserer Mitte“, hören wir in der heutigen Lesung. Darauf dürfen wir vertrauen!
Vielleicht fragen wir heute und insbesondere mit Blick auf Weihnachten: Wie sieht meine und wie sieht unsere konkrete und angewandte Liebe heute aus? Immer im Hinblick darauf wie Gottes Liebe zu uns aussieht: Nicht erklärbar, aber erlebbar. Und nicht ausgerichtet auf unsere Leistungen, Sympathie oder Begabungen, sondern darauf, dass wir geliebte Kinder sind, die alle gemeinsam den Namen „Mensch“ tragen.
© Katrin Pointner, BA, Referentin der Abtlg. Gesellschaft & Theologie, Pastoralamt Linz.
Am 3. Adventsonntag stahlt schon von der Vorfreude auf das Kommen des Gottessohnes auf. Freude ist zugleich auch Programm, mit dem wir uns auf das kommende Fest vorbereiten.
Das Thema dieses Sonntags ist die Vorfreude auf das große Fest der Ankunft des Herrn (Advent). In der 1. und 2. Lesung des heutigen Tages ist dieses „Freuet euch!“ mit Rufzeichen versehen, also Aufforderung, so als ob man sich auf Befehl freuen kann. Es geht aber um Motivation, um einen Beweggrund: Prüfe, was in dir vorgeht, damit du zur Freude kommst, zu innerer Gestimmtheit, also „Stimme“. Welche Stimmen beeinflussen mich?
Stimme und Stimmung: nicht nur akustisch, auch optisch in der Liturgie, rosa Messgewand, rosa Kerze am Adventkranz. Es wird hell. In dunklen Zeiten sehnt sich der Mensch nach Licht. (Orient, aufgehende Sonne, Orientierung). Die Adventzeit bietet Gelegenheit, spirituelle Menschen zu werden, dem guten Geist zugewandt (= Heiliger Geist).
Aus den Texten können wir herausfinden, was wir zur Freude beitragen können/wollen und auch, wer uns diese Freude nahebringen will: es ist Johannes der Täufer, der Freudenbote, der dem Herrn vorangeht. Er ruft auf zu Menschlichkeit, zu Selbst- und Nächstenliebe. Er sagt: „Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt einer, der stärker ist als ich.“ Damit weist er bereits auf den Geist Gottes mit Wasser und Feuer hin, also auf die Liebe Gottes, den Geist, den Gott uns von Anfang an eingehaucht, mitgegeben hat, besonders in der Taufe.
Dann bekommen wir auch Richtlinien, Hinweise, wie wir den Geist Gottes durch die Freude sichtbar und hörbar machen können. Der Beginn des Evangeliums beginnt mit der Frage: „Was sollen wir tun?“ Etwas konkreter: Wo ist der Platz in meinem Leben? Voraussetzung ist aber die Umkehr. Überprüfe deine Gedanken, dein Denken, deine Einstellungen, Änderung in deiner Gesinnung. Bemühe dich um Freiheit im Denken und Handeln. Weg mit unbegründeter Angst.
Paulus sagt es im 2. Korintherbrief deutlich: „Wir sind nicht Herren über euren Glauben, sondern wir sind Mitarbeiter eurer Freude.“ (2 Kor.1,24), also Coaches, Motivierer. Johannes der Täufer wird noch deutlicher: Schau dich um in deiner Lebensumgebung, da wirst du genügend Aufgabenfelder finden: „Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat...“, ein Hinweis auf die Bergpredigt. Sehr aktuell: Einige leben im Überfluss, sind noch dazu profitgierig.
Aufgabenfelder bieten sich viele an: Du bist Unternehmer, kümmere dich um deine Angestellten, nicht nur um deren Leistung allein. Wie geht es ihnen? Umgekehrt zu fragen ist genauso wichtig: Wie geht es dem Chef, der Chefin? Du bist Lehrer: Horch auf deine Schüler, auch wenn sie dir noch so sehr auf den Nerv gehen. Du stehst als Vater / Mutter in deiner Familie: Wie steht es um die Sorge deiner Angehörigen?
Am Ende der 1. Lesung heißt es: „Fürchte dich nicht! Lass die Hände nicht sinken.“ Wenn Müdigkeit, Resignation, Faulheit, Gleichgültigkeit aufkommen, stemme dich dagegen, der Herr ist bei dir.
Was bedeutet Freude? Freude ist etwas Göttliches, ist etwas Tieferes, ist mehr als Spaß. Freude ist Geschenk Gottes, das aus dem Inneren, dem Heiligen Geist, kommt, wenn wir in Harmonie, Einklang – "in einer Stimme" - mit Gott leben, mit uns selbst, mit anderen Menschen. Die Freude steht gegen alle Mühsal des Lebens.
Es ist auch angebracht, zu überlegen, was Freude nimmt: in der Kirche, Angst vor neuen Wegen (synodaler Weg), die Fixierung auf Sünde, ständiges Moralisieren, die Heilige Schrift auf ein Moralbuch mit Rechtsvorschriften einschränken…
Bedenken wir die ersten Worte der Europahymne: „Freude schöner Götterfunken…“ Möge dieser göttliche Funken auch auf Sie überspringen. Das wünsche ich Ihnen für die letzten Tage des Advents und die kommende Weihnachtszeit.
Die Liturgie des 3. Adventsonntags beginnt mit der Aufforderung "Freut euch im Herrn zu jeder Zeit" und trägt den lateinischen Titel Gaudete. Was ist der Grund dieser Freude? Es geht dabei mehr als um eine Vorfreude auf Weihnachten. Wer Gott nahe weiß, kann froh und gelassen sein.
Johannes der Täufer fordert mit harten Worten seine Zuhörer auf umzukehren. Aber was sollen sie konkret tun? Umkehr muss auch heute konkret und sozial wirksam werden.
Wie passt das zusammen - Jubel und Freude - und der Ruf zur Umkehr? Beides wird uns vorgelegt in den heutigen Lesungen. Beim Propheten Zefanja jubelt ein Volk, das umgekehrt ist zu Gott, und ähnlich wird im Philipperbrief darauf hingewiesen, was Tugenden für ein gottgefälliges Leben sind.
Der Zusammenhang der Evangelienstelle sieht so aus: Johannes wird von Gott gerufen, zieht in der Gegend am Jordan umher und verkündet die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden. Es muss eine Stimmung in der Luft gelegen sein, die seine Worte auf fruchtbaren Boden fallen ließ, sonst würden nicht so viele Menschen auf ihn reagieren. In Scharen, so heißt es, folgen sie ihm an den Jordan und lassen sich von ihm taufen - um „zum Dank“ als Schlangenbrut beschimpft zu werden. Johannes sagt zu ihnen: Es genügt nicht, dass ihr Kinder Abrahams seid - an den Früchten wird man erkennen, ob ihr wirklich den Willen habt, umzukehren!
Da setzt nun unsere Bibelstelle ein. Dreimal kommt die Frage: „Was sollen wir tun?“ Wie sieht Umkehr konkret aus, für meine Lebensform, mein Arbeitsumfeld? Warum diese Frage „Was sollen wir tun“? Haben die Leute keine Fantasie, kein Gespür dafür, was Recht und was Unrecht ist? Oder müssen sie die Konsequenz, die unbequemen Vorschläge aus einem anderen Mund hören?
Johannes bringt verschiedene Handlungsanweisungen, was zu tun ist: ein Teilen, das so weit geht, dass einem selber noch das Nötige bleibt, aber auch nicht viel mehr - und was zu lassen ist: mehr verlangen als festgesetzt ist, Misshandlungen, Erpressungen. Das sind schon auch Sachen, die systemimmanenten Versuchungen zuwiderlaufen, quasi „Berufsvorteile“ schmälern und diese Berufsbilder zurückführen auf solche, die für die breite Masse der Bevölkerung vermutlich noch akzeptabel sind. Also nicht den Beruf aufgeben, sondern ihn so ausüben, dass er sozial verträglich ist.
Ein wenig erinnert mich diese Szene an heutige Fragen, wenn wir mit dem Klimawandel und seinen absehbaren (auch schon spürbaren) Folgen konfrontiert sind: Was sollen wir denn tun? (Was können wir - als kleine, politisch wenig einflussreiche Menschen - denn tun?) Entgegnet wird dem etwa mit Listen zum Energiesparen, mit Berechnungen zum Ökologischen Fußabdruck oder mit internationalen Versammlungen und Resolutionen, mit dem Verzicht auf Flugreisen, mit dem Gewinn gesunder, biologischer Nahrung und mehr körperlicher Bewegung. Aber die kleinen und die großen Ideen bleiben Schläge ins Wasser, leere Worte, wenn sie nicht in die Tat umgesetzt werden, täglich, im Kleinen und im Großen.
Was Johannes hier vorschlägt, sind zwar radikale, aber umsetzbare Sachen für den Alltag. Eine Haltung des Teilens, der Gewaltfreiheit und Unbestechlichkeit einzunehmen, Tag für Tag. Denn nicht im Wort, in der Symbolhandlung oder im rituellen Vollzug entscheidet sich, ob man den Weg der Umkehr - besser: der Neuausrichtung auf Gott hin - geht, sondern im alltäglichen Handeln. In den Kleinigkeiten mindestens so wie im Großen. Bequemer ist das Alte, herausfordernd das Neue. Aber dieses neue, solidarische Handeln kann Menschen zusammenführen, von einer Schicksalsgemeinschaft hin zur Menschheitsfamilie.
Diese Haltung - ausgedrückt in den kleinen Handlungen des Lebens - wirkt fort in den Menschen unserer Umgebung, verbreitet ein Klima des Wohlwollens, des Respekts und der gegenseitigen Achtung. Man spürt: Da sorgt sich jemand um mich, ich bin nicht egal, unsere Schwester Erde ist uns nicht egal.
So kann Umkehr, Neuausrichtung eine Wirkung haben für mich, für mein Umfeld, für die Menschen und für die Erde. Und uns schon jetzt Freude und Jubel bringen.
© Mag.a Angelika Gumpenberger-Eckerstorfer, Pastoralassistentin Wels-St. Franziskus
Johannes der Täufer und der Prophet Zefanja vertreten auf den ersten Blick gegensätzliche Sichtweisen. Wenn wir die Menschen mit ihren Ängsten und Freuden wahrnehmen, ändert sich unsere Sichtweise, unsere Einstellung zur Wirklichkeit und unser Umgang damit. Das ist Umkehr.
Gedanken zum Jahr der Barmherzigkeit.
"Freut euch zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe", ruft uns der Apostel Paulus zur Eröffnung dieses Gottesdienstes zu. Dabei geht es um mehr als um Vorfreude auf Weihnachten. Die Nähe und die Gegenwart Gottes sind das Fundament unserer Lebensfreude und das Fundament gläubiger Gelassenheit. Die Adventszeit lädt uns ein, uns neu auf Gott hin auszurichten und uns seine frohmachende Gegenwart bewusst zu machen.
Zu ihm rufen wir:
Herr, Jesus Christus,
du hast uns mit dem Feuer des Heiligen Geistes getauft.
Herr, erbarme dich.
Du befähigst uns zum Umdenken und zur Neuausrichtung unseres Lebens.
Christus, erbarme dich.
Deine Nähe erfüllt uns mit Freude.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du machtest Gottes Güte allen Menschen bekannt.
Herr, erbarme dich.
Lass uns das Frohe deiner Botschaft erkennen.
Christus, erbarme dich.
Du bist bei uns bis ans Ende der Zeit.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast dich vom Vater senden lassen
als Beispiel seiner Menschenliebe.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns die aufrichtende, befreiende und tragende Liebe des Vaters vorgelebt.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns bewiesen, dass sein erlösendes Wort Bestand hat,
selbst über den Tod hinaus.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
sieh gütig auf dein Volk,
das mit gläubigem Verlangen das Fest der Geburt Christi erwartet.
Mache unser Herz bereit für das Geschenk der Erlösung,
damit Weihnachten für uns alle ein Tag der Freude und der Zuversicht werde.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Adventsonntag
Gütiger Gott,
Jahr für Jahr erwarten wir voll Freude
das Fest unserer Erlösung.
Gib, dass wir deinen Sohn von ganzem Herzen
als unseren Retter und Heiland aufnehmen,
damit wir ihm voll Zuversicht entgegengehen können,
wenn er am Ende der Zeiten als Richter wiederkommt.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Weihnachten am Vorabend
Gott,
du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen,
das Volk des Alten Bundes
Christus, seinem Erlöser, entgegenzuführen.
Schenke deiner Kirche die Freude im Heiligen Geist
und führe alle, die an dich glauben,
auf dem Weg des Heiles und des Friedens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
MB 24. Juni
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch Johannes den Täufer gemahnt,
Christus, dem Herrn, den Weg zu bereiten.
Stärke uns mit deiner Kraft,
damit wir nicht müde werden, diesem Ruf zu folgen,
sondern die tröstende Ankunft dessen erwarten,
der uns Heilung bringt.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 2. Mittwoch im Advent
Vater im Himmel,
du sprichst uns zu,
dass wir uns nicht fürchten sollen,
dass wir getrost sein können,
weil du in allem in unserer Mitte bist.
In dem Unheil unserer Zeit
lass uns das heute als Zuspruch wieder neu erfahren,
damit wir gestärkt und hoffnungsvoll unseren Weg gehen können –
durch diesen Advent und durch unser Leben.
Auf dein Mit-uns-Sein hoffen wir,
heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.
Treuer Gott,
manchmal haben wir nicht einmal Zeit, uns zu freuen.
Wir eilen und hetzen durch unser Leben,
überziehen uns mit Erwartungen,
versagen aber schon bei Kleinigkeiten.
Du aber schenkst uns bei dir Ruhe,
du redest freundlich mit uns,
du hörst auch das, was wir nicht zu sagen wagen.
Dich bitten wir:
Schenke uns ein fröhliches, leichtes Herz,
an deinem Tisch einen Platz
und Liebe füreinander.
Du kommst zu uns.
In Christus, unserem Herrn.
Guter Gott,
heute treten wir in der Vorfreude auf Weihnachten vor dich hin.
Wir bitten dich, bewahre uns davor,
dass wir dein Kommen nur äußerlich feiern
und in unseren Herzen und in unseren Lebensgewohnheiten
davon unberührt bleiben.
Befähige uns zu Umkehr und Erneuerung
und wecke in uns die Freude,
die aus dem Wissen um deine Nähe kommt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Gott ist in seiner Fülle sicher so groß und mächtig, dass unsere Vorstellungskraft dafür nicht ausreicht. Aber selbst unser unzureichender Versuch verschafft uns eine Gelassenheit und Sorglosigkeit, die wir allein aus uns selbst nicht erreichen könnten.
In Dankbarkeit und Freude bitten wir ihn:
Um eine Verkündigung in Wort und Tat, die glaubhaft und verständlich den Menschen unserer Zeit seine Gegenwart unter uns und seine Wirkmacht vermitteln kann-.
Um einen gerechten Frieden zwischen den kriegführenden Parteien, um ehrliches Bemühen der Politikerinnen und Politiker zum Wohl der Bürger und um wirtschaftliches Planen, das nicht die Gier einzelner stillt sondern das Wohlergehen aller im Blick hat.
Um einen Advent voll Erwartung auf das Fest, in dem dein Kommen in unsere Welt nicht vom Lärm der Weihnachtsmärkte und des Trubels rund um uns übertönt wird.
Um eine Gemeinschaft mit dir und untereinander, die uns auch in scheinbar unerträglichen Lebenssituationen Halt und Zuversicht schenkt.
Um die Fülle deiner Nähe und den ewigen Frieden für unsere Verstorbenen.
Denn unser Glaube an dich und deine Herrschaft über uns und die ganze Schöpfung verändert uns und unsere Sicht auf unser Leben und erfüllt uns mit Freude.
Dir danken wir und loben dich jetzt und allezeit. - Amen.
Gott du liebst jeden Menschen und bist in schweren Zeiten an unserer Seite.
Darum bitten wir dich:
Wir bitten dich, stehe allen Menschen bei, die von Ungerechtigkeit betroffen sind,
und unterstütze sie und jene, die an ihrer Seite stehen,
damit sie in Frieden und Würde leben können.
Wir bitten dich, gib uns ein großes Herz,
das sich nach Gerechtigkeit und Freiheit sehnt
und das ohne Vorurteile lieben kann.
Wir bitten dich, unterstütze uns dabei mitzubauen an einer gerechten und sozialen Gesellschaft,
die ein Leben in Fülle für alle Menschen ermöglicht.
Wir bitten dich, lass uns erkennen, wie du über uns jubelst,
und lass uns Geborgenheit finden in der Erkenntnis,
dass du dich über uns freust.
(Gebet der Vereinten NationenJ
Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall.
An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen,
dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden,
nicht von Hunger und Furcht gequält,
nicht zerrissen in sinnlose Trennung nach Rasse, Hautfarbe oder Weltanschauung.
Gib uns Mut und Voraussicht,
schon heute mit diesem Werk zu beginnen,
damit unsere Kinder und Kindeskinder einst stolz den Namen Mensch tragen. - Amen.
(Stephen Vincent Benet, 1942)
© Katrin Pointner, BA, Referentin der Abtlg. Gesellschaft & Theologie, Pastoralamt Linz.
Die Tage des Advents könnten für uns eine Gelegenheit sein, Gott und seiner bleibenden Nähe in unserem persönlichen Leben nachzuspüren. Er begleitet uns bei all unserem Tun und Denken.
So lasst uns ihn bitten:
Für alle in deiner Kirche, die nach Wegen und Perspektiven suchen, wie wir sichtbar unsere Glaubensfreude mit anderen teilen können.
Für einen besseren Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gerade dort, wo vom Einzelnen Solidarität und Verantwortung für einander eingefordert werden.
Für Forschergeist und Engagement im wissenschaftlichen Denken unabhängig von Macht und materiellen Gewinnchancen, damit alle Menschen weltweit davon profitieren können.
Für alle jene, die versuchen durch ihre Barmherzigkeit und Güte für andere zum Geschenk zu werden.
Für alle, die im Vertrauen auf dich gestorben sind.
Denn du verheißt uns, dass du immer in unserer Mitte bist. Das erfüllt uns mit Trost, Dankbarkeit und Freude jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
in dieser Feier
erfüllen wir den Auftrag deines Sohnes.
Nimm unsere Gaben an
und gib deiner Kirche die Gnade,
immer und überall sein Opfer zu feiern.
Schenke uns durch dieses Geheimnis dein Heil,
das du der Welt bereitet hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Adventsonntag
Gütiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir von deiner Güte empfangen haben.
Laß deine Kraft in ihnen wirken,
damit sie uns in diesem Leben heiligen
und zu den ewigen Freuden führen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Singt dem Herrn, alle Länder der Erde,
singt dem Herrn und preist seinen Namen.
(GL 54,1)
Guter Gott und Vater;
Wir kommen vor dein Angesicht, um dir Dank zu sagen,
weil Du deinem Volk nahe bist und mitten unter uns wohnst.
Kehrvers:
Durch Johannes den Täufer hast du das Heil angekündigt,
das allen Völkern zuteil werden soll.
Kehrvers:
Er hat die Menschen zur Umkehr gerufen
und sie im Jordan getauft zur Vergebung der Sünden.
Kehrvers:
Er hat auf den hingewiesen, der stärker ist als er,
und der kommen werde,
um uns mit Heiligem Geist und Feuer zu taufen.
Kehrvers:
Das nahe Fest der Geburt des Messias erfüllt uns mit Freude und Dank.
Mit allen Menschen guten Willens singen wird dir:
Danklied, z. B. Danket, danket dem Herrn… (GL 406)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Von ihm redet die Botschaft aller Propheten,
die jungfräuliche Mutter trug ihn voll Liebe in ihrem Schoß,
seine Ankunft verkündete Johannes der Täufer
und zeigte auf ihn,
der unerkannt mitten unter den Menschen war.
Er schenkt uns in diesen Tagen die Freude,
uns für das Fest seiner Geburt zu bereiten,
damit wir ihn wachend und betend erwarten
und bei seinem Kommen
mit Liedern des Lobes empfangen.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel,
zu danken und dein Erbarmen zu preisen.
Denn schon leuchtet auf der Tag der Erlösung,
und nahe ist die Zeit unsres Heiles,
da der Retter kommt
unser Herr Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
Präfation vom Advent 5
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Ihn hast du der verlorenen Menschheit
als Erlöser verheißen.
Seine Wahrheit leuchtet den Suchenden,
seine Kraft stärkt die Schwachen,
seine Heiligkeit bringt den Sündern Vergebung.
Denn er ist der Heiland der Welt,
den du gesandt hast, weil du getreu bist.
Darum preisen wir dich
mit den Cherubim und Serafim
und singen mit allen Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 3
wie beim Adventkalender
Tag für Tag
Türen öffnen
meine Türen öffnen
nachschauen
was kommt
auf die Suche gehen
voll Erwartung
und fragen
wo bist du
wo bleibst du
wann kommst du
was willst du von mir
was soll ich tun?
Tag für Tag
Türen öffnen
für meine Mitmenschen
offen sein
für dich, Gottessohn
komm
ich erwarte dich
Barmherziger Gott,
komm durch dieses heilige Mahl
uns schwachen Menschen zu Hilfe.
Reinige uns von Schuld
und mache uns bereit für das kommende Fest.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 3. Adventsonntag
Barmherziger Gott,
du hast uns teilhaben lassen
an dem einen Brot und dem einen Kelch.
Laß uns eins werden in Christus
und Diener der Freude sein für die Welt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
du hast uns neu gestärkt durch dein Wort
und in der Mahlgemeinschaft mit deinem Sohn,
Jesus Christus.
Schenke uns für die vor uns liegende Woche
zu allem Tun deinen begleitenden Segen,
damit es uns immer mehr gelingt,
adventliche Menschen zu werden.
Das erbitten wir mit Jesus Christus,
dein menschgewordenes Wort,
das für immer gilt - auch für unsere Zeit. – Amen.
Der barmherzige Gott
hat uns den Glauben an das Kommen seines Sohnes geschenkt;
er segne und heilige uns durch das Licht seiner Gnade. - Amen.
Er mache uns stark im Glauben, froh in der Hoffnung
und eifrig in Werken der Liebe. - Amen.
Die erste Ankunft des Erlösers sei uns ein Pfand der ewigen Herrlichkeit,
die er uns schenken wird, wenn er wiederkommt auf den Wolken des Himmels. - Amen.
Das gewähre uns der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
MB Segen Advent
Vater im Himmel,
Herr aller Zeiten,
du Gott mit uns.
Lege deine segnende Hand auf uns. - Amen.
Jesus, du Sohn Gottes
Bruder uns geworden.
Halte uns in deinem Wort und Schutz. - Amen.
Heiliger Geist,
lebensspendende Kraft.
Wirke in uns. - Amen.
"Was also sollen wir tun?", diese Frage stellten die Menschen Johannes den Täufer; bereit umzukehren, wenn sie denn nur wüssten, wie. Seine Antwort war so radikal wie einfach: wer zwei Gewänder hat, gebe eins ab an den, der keins hat, und wer etwas zu essen hat, handle ebenso.
Was also sollen wir tun? Stellen wir diese Frage heute noch ernsthaft? Oder kommt sie uns gar nicht mehr in den Sinn, weil wir ja eigentlich wissen, was die Antwort darauf wäre? Vielleicht haben wir auch Angst vor einer Antwort, die unser Leben verändern und unsere Sicherheiten aus dem Weg räumen könnte. Fragen wir deshalb gar nicht erst nach?
Wir wissen, was wir tun könnten, wir tun es aber nicht. Wir haben viel Sympathie für den Gedanken, dass alle gleich viel zum Leben haben. Wir wissen um die negativen Auswirkungen unseres Wohlstandslebens auf Menschen in anderen Teilen der Welt und machen doch weiter wie bisher.
Ich könnte mir das jetzt schönreden und mich an den Worten Jesu festhalten: „Was ihr den geringsten meiner Brüder getan habt, dass habt ihr mir getan“ – Schließlich gebe ich etwas ab von meinem Wohlstand, sei es konkret einem Obdachlosen vorm Bahnhof oder auch durch eine Kleiderspende oder einen größeren Geldbetrag an eine gemeinnützige Organisation. Also bin ich fein raus? Oder muss ich traurig von dannen gehen wir der reiche Jüngling nach den Worten Jesu „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“?
Vielleicht sollte ich mir diese Frage tatsächlich stellen: Jesus, Gott, Meister, Vater: Was soll ich tun? Und dann in mich gehen und darüber nachdenken, was diese Frage für mich konkret bedeutet. Vielleicht ich dann neue Möglichkeiten habe, meine Charismen und Fähigkeiten und meinen Reichtum in den Dienst an meinen Nächsten zu stellen. Vielleicht nimmt mir das dann die Angst vor der Veränderung meines Lebens. Nachfolge Jesu geht nicht vom Sofa aus, ich muss in irgend einer Weise tätig werden. Dabei darf ich darauf vertrauen, dass mir nichts verloren geht, denn die Freude, die wir austeilen, die Liebe, die wir verbreiten, die nimmt uns nichts weg, sondern kommt zu uns zurück.
Edith Furtmann 2024.
Katholische Arbeiterbewegung Steiermark ehrt mit neuem Buch belgischen Arbeiterpriester und Kardinal - Interview mit bald 98-jährigem Zeitzeugen und Ex-Generalvikar Städtler.
"Sehen - Urteilen - Handeln": Diesen vom belgischen Arbeiterpriester und Kardinal Joseph Cardijn (1882-1967) formulierten Dreischritt einer christlich inspirierten Sozialethik hat die "Katholische ArbeitnehmerInnenbewegung Steiermark" (KAB) als Titel einer neuen Publikation gewählt. Es handle sich um ein Buch, das "aus Erinnerungen schöpft und zugleich weit in die Zukunft hineinreicht"...
mehr...
www.katholisch.at am 31.3.2023.
Dieses Handeln auf der Basis eines ethischen Urteils nennt man auch „verantwortliches Handeln“.
Wenn wir uns diesen Prozess, bei dem am Ende ein ethisches Urteil und eine Handlung stehen, genauer anschauen (vgl. im Folgenden Hilpert 2009), finden wir meist die Struktur „Sehen – Urteilen – Handeln“ (s. o.). Die Situationsanalyse (Sehen) des ersten Schrittes lässt sich wie folgt unterteilen:
Wir erkennen hier eine deutliche Strukturgleichheit zu den allgemeinen Anforderungen an KI-Kompetenzen. Es ist wichtig zu sehen, dass sowohl eine sachliche als auch eine ethische Auseinandersetzung mit KI-Systemen immer mit einer vertieften Sachstandsanalyse beginnt. Die ethische Perspektive auf die Wahrnehmung (sozusagen der methodische Schritt des ethischen „Sehens“) fokussiert dabei verstärkt Akteure und Interessen sowie Institutionen und Recht.
Prof. Dr. Susanna Endres | Prof. Dr. Alexander Filipoviće am 15.15.2023 auf https://digid.jff.de/ki-expertisen/ethik-und-ki/
In dunkler Nacht,
in Todesangst,
in Enttäuschungen,
in Einsamkeit –
trotzdem versuchen wir freudig zu sein -
Ein heller Schein am Horizont
kündet das Ende der Nacht
die Ankunft des Retters,
die Geburt des Heilands.
Das Licht aus Bethlehem
wird uns Freude bringen.
Ilse Pauls
Freue dich, Welten-Tochter.
Jubel Welten-Sohn.
Er, der alle Welt retten will,
ja, jede Nation,
er wird kommen.
Wird kommen in die großen Städte,
wird kommen in die kleinsten Dörfer,
wird kommen in die kleinste Hütte,
ja, in Höhlen und Zelte.
Er wird kommen,
wird neu geboren -
auch in unserer Zeit.
Er wird kommen -
auch in die Kleinheit deines Lebens,
um es groß zu machen in Gott.
So wird gesegnet sein jedes Volk
und jede Nation,
denn er wird aufrichten,
was niedergedrückt ist.
Ruft laut, alle Völker und Nationen.
Ja, ruft es laut, damit jeder es höre:
Der Herr, unser Gott, ist in unserer Mitte.
Darum fürchte wir uns nicht länger.
Wir freuen uns und jubeln,
die Liebe unseres Gottes währt ewiglich.
Beatrix Senft 2021
um den Weg frei zu bekommen
zur Herzensfreude
um den Weg
frei zu bekommen
von Altlasten?
Was darf ich lassen
um Blockaden
dahinschmelzen zu lassen?
Was lässt mich weit werden
für die befreiende Botschaft?
Gott hat NEUES
mit mir vor
Ganz leise und klein
fängt er's an
mit mir
auch im dunklen Gewühl
von Sorgen-Gefühl
das neu Aufkeimende
will kommen ...
Ja
es lässt sich erspüren
und wirkt herein
in meinen konkreten
Lebensvollzug
Was also darf ich getrost
sein lassen
um Gottes Wirken
wahr-zu-nehmen
in meinem Leben?
So kommt Freude auf!
Lied von Elli Michler (Text) und Reinhardt Burchhardt (Musik)
Textrechte: Don Bosco Verlag München, Musikrechte: Reinhard Burchhardt, Warburg 2009.
Wenn Dunkelheit sich allmählich lichtet,
wenn jemand auf Vergeltung verzichtet,
wenn Vergessenes wieder aufleuchten will,
wenn Verborgenes erscheint, zärtlich und still:
Wenn Geschwätziges leise und sacht verstummt,
wenn das Herz ein Lied der Sehnsucht summt,
wenn Menschen sich als Geschwister erkennen,
wenn sie einander Bruder und Schwester nennen:
Wenn müde Augen zu leuchten beginnen,
wenn wir uns auf Jesu Kommen besinnen,
wenn Gottes Charme unsre Sinne berührt,
wenn ein Engel uns zur Weihnacht hinführt:
...dann ist Advent
Lied als PDF herunterladen...
Text: Paul Weismantel, Melodie: Reinhard Burchhardt
Am Türgitter des von Richard Kurt Fischer 1991 in Innsbruck-Arzl erbauten Gotteshauses, dessen äußere Erscheinung einem Bergkristall ähnelt, steht die Frage „Quo vadis?“ – Wohin gehst du, Mensch? Ich könnte weiterfragen: Wohin gehe ich heute? Ich gehe im Advent sicher in dieses und jenes Kaufhaus, um Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Aber kommt der eigentliche Sinn des Advents bei mir oder in der Gesellschaft noch vor? Ist diese Zeit noch eine Vorbereitung auf das Kommen des Herrn?
Bettina Wegner schreibt in ihrem Jesusgedicht: „Jesus steig nie herab. Du kriegst keine Wohnung und vom Kuchen nichts ab. Du kriegst keine Arbeit und du kommst in den Knast, weil du radikal und leise Widerstand geleistet hast. Mensch Jesus, bleib oben, sonst schlagen die dich tot!“. Trotzdem kommt Jesus auch heute in unsere Zeit. Er will nicht seinen „Einfluss“ sichern, sondern sich immer wieder verschenken. Das ist wahrlich ein Dienst Gottes an uns, ein „Gottesdienst“. Doch die Welt ist verrückt, das heißt im wörtlichen Sinn genommen, nicht an der richtigen Stelle, weil sich jeder selbst und nicht Gott zum Mittelpunkt macht. Gott wird an den Rand gedrängt, im Leben kommt er nicht vor. Trotzdem bleibt Gott seiner Idee treu, in uns sein Zelt aufzuschlagen.
Im Jahre 1955 hat der Dichter Ferlinghetti geschrieben: „Christus klettert vom Weihnachtsbaum herab, läuft von den Warenhäusern und Fernsehschirmen fort und kommt leise in den Schoß irgendeiner anonymen Maria zurück. Jesus wird wiederum erwartet, eine unvorstellbare und unmöglich erscheinende Wiederempfängnis, die allerverrückteste aller Wiederkünfte wird aufs neue Wirklichkeit“. Das Leben wird neu. Weihnachten wird es wieder. Freuet euch!
Emmerich Beneder
Ich bin und weiß nicht wer.
Ich komm' und weiß nicht woher.
Ich geh', ich weiß nicht wohin.
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin!
Magister Martinus von Biberach († angeblich 1498 in Biberach) wird ein vierzeiliger Spruch auf einem Deckel eines handschriftlichen Buches zugeschrieben („haec magister Martinus in Bibrach. 1498“), der aber weitaus älter als die beigegebene Jahreszahl ist. Über das Leben des Magisters Martinus ist nichts bekannt. Was später irrig als dessen „Grabschrift“ gedeutet wurde,[2] ist ein Priamel, das in der christlichen Frömmigkeit populär wurde und auch in der Literatur bis heute (vgl. Bertolt Brecht: Der Radwechsel) seinen Niederschlag findet:
Herkunft ungeklärt
https://de.wikipedia.org/wiki/Martinus_von_Biberach
Erfüllt
Leer
Zerzaust
Zufrieden
Angeräumt
Laut
Ausgebrannt
Brennend vor Schmerz
oder
Brennend vor Sehnsucht
Hoffnungsvoll
Juble und frohlocke'
sagt uns ein Prophet
Worüber?
Ist dir danach zumute?
Gibt es einen Grund zum Jubeln?
Meine „inneren Feinde“
Missmut und Lärm
erkennen sie
dass DU
Gott meines Lebens
in meiner Mitte
das Sagen hast
Festesfreude wird aufkeimen
und Furcht vergehen
mit Gott hab ich
nichts zu fürchten
Ich freu mich drauf ...
nicht nur an Weihnachten
Ein glückliches Zeitalter ist deshalb gar nicht möglich, weil die Menschen es nur wünschen wollen, aber nicht haben wollen, und jeder Einzelne, wenn ihm gute Tage kommen, förmlich um Unruhe und Elend beten lernt. Das Schicksal der Menschen ist auf glückliche Augenblicke eingerichtet - edles Leben hat solche -, aber nicht auf glückliche Zeiten. Trotzdem werden diese als »das Jenseits der Berge« in der Phantasie des Menschen bestehen bleiben, als Erbstück der Urväter; denn man hat wohl den Begriff des Glückszeitalters seit uralten Zeiten her jenem Zustand entnommen, in dem der Mensch, nach gewaltiger Anstrengung durch Jagd und Krieg, sich der Ruhe übergibt, die Glieder streckt und die Fittiche des Schlafes um sich rauschen hört. Es ist ein falscher Schluß, wenn der Mensch jener alten Gewöhnung gemäß sich vorstellt, daß er nun auch nach ganzen “Zeiträumen der Not und Mühsal jenes Zustandes des Glücks in entsprechender Steigerung und Dauer teilhaftig werden könne".
Aus: Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Erster Band 471.
1.Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,
mir kund und wissend sei.
2. Dein Zion streut dir Palmen
und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen
ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen
in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,
so gut es kann und weiß.
3. Was hast du unterlassen
zu meinem Trost und Freud,
als Leib und Seele saßen
in ihrem größten Leid?
Als mir das Reich genommen,
da Fried und Freude lacht,
da bist du, mein Heil, kommen
und hast mich froh gemacht.
4. Ich lag in schweren Banden,
du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,
du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren
und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren,
wie irdisch Reichtum tut.
5. Nichts, nichts hat dich getrieben
zu mir vom Himmelszelt
als das geliebte Lieben,
damit du alle Welt
in ihren tausend Plagen
und großen Jammerlast,
die kein Mund kann aussagen,
so fest umfangen hast.
6. Das schreib dir in dein Herze,
du hochbetrübtes Heer,
bei denen Gram und Schmerze
sich häuft je mehr und mehr;
seid unverzagt, ihr habet
die Hilfe vor der Tür;
der eure Herzen labet
und tröstet, steht allhier.
7. Ihr dürft euch nicht bemühen
noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen
mit eures Armes Macht.
Er kommt, er kommt mit Willen,
ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen,
die ihm an euch bewusst.
8. Auch dürft ihr nicht erschrecken
vor eurer Sünden Schuld;
nein, Jesus will sie decken
mit seiner Lieb und Huld.
Er kommt, er kommt den Sündern
zu Trost und wahrem Heil,
schafft, dass bei Gottes Kindern
verbleib ihr Erb und Teil.
9. Was fragt ihr nach dem Schreien
der Feind und ihrer Tück?
Der Herr wird sie zerstreuen
in einem Augenblick.
Er kommt, er kommt, ein König,
dem wahrlich alle Feind
auf Erden viel zu wenig
zum Widerstande seind.
10. Er kommt zum Weltgerichte:
zum Fluch dem, der ihm flucht,
mit Gnad und süßem Lichte
dem, der ihn liebt und sucht.
Ach komm, ach komm, o Sonne,
und hol uns allzumal
zum ewgen Licht und Wonne
in deinen Freudensaal.
Paul Gerhardt (1653) in: EG 11.
Schön ist es
erwartet zu werden
Schön ist es
einen lieben Menschen zu erwarten
Und mich
erwartest du MICH
fragt Gott
ganz leise
in diesen Tagen
Etwas erwarten können
k/eine „Tugend“ unserer Zeit ...
wie steht's bei mir damit
nein:
nicht ,abwarten und Tee trinken'
hell wach erwarten
und zugleich
nichts erzwingen (wollen)
Selbst
das Wirken Gottes
in meinem Leben
lässt auf sich warten
oder
mangelt es mir bloß an Achtsamkeit
es wahr-zunehmen
Vertrauensvoll
erwarten
das wär's
Dass ER kommen kann
um mit mir mein Leben
zu konkretisieren
„Das LICHT in mir
kommt von dir“
Funkelt es - schon...
Die musikalische Inszenierung der Geschichte Josuas wurde von Georg Friedrich Händel komponiert und vermutlich von Thomas Morell librettisiert (mit Handlungstext versehen). Händel integrierte 1750 die doppelt vierzeilige Dichtung des Siegeschors nachträglich auch in sein früheres Oratorium Judas Maccabäus (1746), welches im Jakobitenaufstand von 1745 einen politischen Hintergrund findet. In Deutschland (Berlin) erst 40 Jahre nach Entstehen uraufgeführt, wurde die dreistrophige Hymne schnell populär. Nach den napoleonischen Kriegen avancierte sie im Rahmen militärischer Feiern bald zum Lieblingsstück, wodurch insbesondere der Siegeschor berühmt wurde.
Das in Kontrafaktur des Chors konzipierte "Tochter Zion, freue dich" wurde im frühen 19. Jahrhundert gedichtet. Die Urheberschaft soll auf Johannes Escheburg oder den evangelischen Theologen Friedrich Heinrich Ranke zurückgehen. Bereits Ende des 18. Jahrhunderts verfasste Ludwig van Beethoven diverse Violoncello- und Klaviervariationen, welche die Thematik des Weihnachtsliedes vorwegnahmen und so schon vorab als wichtige Multiplikatoren dienten. Bald nahm das Stück einen festen Platz innerhalb kirchlicher Weihnachtsfeierlichkeiten ein. Da jedoch weiblicher Kirchengesang noch im 19. Jahrhundert nicht zwingend gestattet war, wurden die Alt- und Sopranstimmen mit Jungen besetzt. Das Lied wurde daher insbesondere von Knabenchören gesungen, deren zeitgenössische Popularität für eine weitere Verbreitung sorgte. Das literarische Beispiel - Thomas Manns Buddenbrooks - spiegelt schließlich den Einzug Tochter Zions in das private Weihnachtsfest der bürgerlichen Familie um 1900.
Lars Winterberg auf ekd.de.
Die Unsicherheit kennen wir vermutlich alle, wenn man in diesen Tagen einen Menschen vor sich hat, in dessen Leben es gerade alles andere als fröhlich aussieht. Einen, von dem man weiß, wie sein Herz schwer ist von Kummer und Traurigkeit oder wie seine Gedanken von ernsten Sorgen erfüllt sind. Aber es ist doch jetzt Weihnachten! Was kann ich sagen? Was kann ich wünschen? "Fröhliche Weihnachten", wie es mir gerade schon auf der Zunge liegt? "Frohes Fest"?
Gut, wenn wir es in solchen Situationen jedenfalls nicht gedankenlos dahersagen, sondern darin spürbar Anteil nehmen an dem, was unser Gegenüber belastet. Und gut, wenn wir da, wo wir uns selbst so ein bisschen ungeschickt und hilflos angeredet finden, wenn wir dann selbst die innere Freiheit haben, es doch als Ausdruck der Zuwendung zu nehmen und als etwas, das gut tun möchte.
Keinesfalls aber sollten wir das Wort und den Gedanken der Freude in solchen Situationen vermeiden und verschweigen! Gerade dann möchte doch besonders von Freude gesprochen werden und sollen wir sie einander zuzusprechen suchen, wo erst einmal zu Freude gar kein Anlass zu sein scheint. Und das ist möglich. Die Freude, um die es hier geht, die gewinnt ihre Kraft ja nicht aus dem eigenen Lebensglück - und sie steht und fällt auch nicht mit dem, was unser Lebensglück ist und war. Die Freude, um die es hier geht, gewinnt ihre Kraft aus der Erfahrung der Nähe Gottes. Das ist es, was wir einander wünschen können und sollen. Die Freude, von der Paulus schreibt und von der die Engel anlässlich der Geburt des Kindes singen, die gewinnt ihre Kraft dadurch, dass dies Licht auch in die Dunkelheiten des eigenen Lebens hinein strahlt.
Auszug aus einer Predigt über Phil. 4,4-7 von Martin Germer in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am 4. Advent 2006.
Besetzung: Soli, Chor, 3 Trompeten, Pauken, 2 Traversflöten, 2 Oboen (auch als Oboe d'amore), Streicher, Basso continuo
Vorgesehener Aufführungszeitpunkt: 1. Weihnachtstag (25. Dezember)
Inhalt: Im ersten Teil wird die Geburt Jesu dargestellt. Bach eröffnet diesen Teil und damit das Oratorium wie die meisten seiner Kantaten mit einem groß angelegten Eingangschor, hier mit Pauken und Trompeten. "Jauchzet, frohlocket", die Gemeinde wird sofort unmittelbar angesprochen und in das aktuelle Geschehen einbezogen: "rühmet, was heute der Höchste getan". Die Weihnachtsgeschichte beginnt damit, dass Maria und Joseph durch ein Gebot des Kaiser Augustus gezwungen waren, ihre Heimat Galiläa zu verlassen und sich in Josephs Geburtsort Bethlehem zählen zu lassen (Nr. 2). Angestoßen durch diese äußere Bewegung spiegelt die Alt-Arie "Bereite dich, Zion" die innere adventliche Sehnsucht wider und gibt eine erste Ahnung von der Größe des Bevorstehenden. "Zion" wird entsprechend altchristlicher Tradition und der Brautmystik zu einem Bild für die christliche Gemeinde, die als Braut auf ihren Bräutigam (= Christus) wartet. Dass beim Choral "Wie soll ich dich empfangen" von Paul Gerhardt nicht die heute übliche Choralmelodie von Johann Krüger (1653), sondern die von "O Haupt voll Blut und Wunden ... erklingt, wurde früher theologisch dahingehend ausgedeutet, dass mit der Menschwerdung bereits das Leiden beginne und bei der Krippe bereits an das Kreuz erinnert werde. Die neuere Bachforschung hat jedoch nachgewiesen, dass dies die übliche Melodie in den Leipziger und Dresdner Gesangbüchern war.
Das Rezitativ "Und sie gebar ihren ersten Sohn" (Nr. 6) berichtet von Jesu Geburt. Indem Bach beim Wort "Krippe" in die Tonart d-Moll ausweicht und nicht das erwartete D-Dur verwendet, wird die tiefe Erniedrigung in der Menschwerdung Christi zum Ausdruck gebracht. Demgegenüber preist die Arie "Großer Herr, o starker König" (Nr. 8) hymnisch die Majestät Gottes. Darauf weisen die Tonart D-Dur, die gebrochenen Dreiklänge in der Trompete und die zahlreichen Oktavsprünge im Continuo, die die Totalität Gottes illustrieren. Bei den Worten "muss in harten Krippen schlafen" verstummt die Trompete und versinnbildlichen die Synkopen, wie unpassend diese Erniedrigung für den ewigen Gottessohn ist. Teil I schließt mit der Bitte, als ständige Erinnerung das eigene Herz zu einer Krippe werden zu lassen.
wikipedia.org 2012.
"Die zwölf Schritte der Anonymen Alkoholiker" - sie werden heute gegen verschiedene Süchte z.B. die Spielsucht auch eingesetzt.
1. Schritt:
Wir gaben zu, dass wir dem Alkohol gegenüber machtlos sind - und unser Leben nicht mehr meistern konnten.
2. Schritt:
Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht, größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit wiedergeben kann.
3. Schritt:
Wir fassten den Entschluss, unseren Willen und unser Leben der Sorge Gottes - wie wir Ihn verstanden - anzuvertrauen.
4. Schritt:
Wir machten eine gründliche und furchtlose Inventur in unserem Inneren.
5. Schritt:
Wir gaben Gott, uns selbst und einem anderen Menschen gegenüber unverhüllt unsere Fehler zu.
6. Schritt:
Wir waren völlig bereit, all diese Charakterfehler von Gott beseitigen zu lassen.
7. Schritt:
Demütig baten wir Ihn, unsere Mängel von uns zu nehmen.
8. Schritt:
Wir machten eine Liste aller Personen, denen wir Schaden zugefügt hatten und wurden willig, ihn bei allen wieder gutzumachen.
9. Schritt:
Wir machten bei diesen Menschen alles wieder gut - wo immer es möglich war -, es sei denn, wir hätten dadurch sie oder andere verletzt.
10. Schritt:
Wir setzten die Inventur bei uns fort, und wenn wir Unrecht hatten, gaben wir es sofort zu.
11. Schritt:
Wir suchten durch Gebet und Besinnung die bewusste Verbindung zu Gott - wie wir Ihn verstanden - zu vertiefen. Wir baten Ihn nur, uns Seinen Willen erkennbar werden zu lassen und uns die Kraft zu geben, ihn auszuführen.
12, Schritt:
Nachdem wir durch diese Schritte ein spirituelles Erwachen erlebt hatten, versuchten wir, diese Botschaft an Alkoholiker weiterzugeben und unser tägliches Leben nach diesen Grundsätzen auszurichten.
www.anonyme-alkoholiker.de 2012.

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Die alttestamentliche Lesung ist dem Prophetenbüchlein Zefanja entnommen. Mit nur drei Kapiteln gehört es zu den kleinsten Büchern der Bibel. Der Prophet Zefanjastammt wahrscheinlich aus Jerusalem und die Botschaft erging an ihn „in denTagen des Joschija, des Sohnes Amons, des Königs von Juda“ (vgl. Zef 1,1) - also um 630 v.Chr. Zu dieser Zeit verlieren die Assyrer zusehends an Macht (aufgrunddes Aufstiegs der Babylonier). Juda musste seit dem Untergang des Nordreichs denAssyrern Tribut zahlen, um seine Eigenstaatlichkeit zu erhalten. Diese Bedrohung wich nun zusehends.
Der König in ihrer Mitte
Der Text beginnt mit einem Aufruf zum Jubel. Mit der Tochter Zion ist die Stadt Jerusalem gemeint. Auch Israel wird zum Jauchzen aufgefordert. Nachdem nach der Zerstörung des Nordreichs Israel (722 v.Chr.) viele Menschen ins Südreich Judageflohen waren, wurde Juda nun auch Israel genannt.
Standen in den beiden ersten Kapiteln des Prophetenbuches die Gerichtsworte im Vordergrund, so hebt Gott sein Urteil jetzt auf und wendet sich seinem Volk wieder zu. Ja, mehr noch: JHWH ist ihnen ganz nahe, ist mitten unter ihnen - dies wird sogar ausdrücklich zweimal zugesagt (VV. 15.17). Die Schwächung der Assyrer wird hier als Tat Gottes gedeutet, der die Feinde zur Umkehr gezwungen hat. Gott ist also Herr der Weltgeschichte (vgl. auch Jes 52,7). Dies kommt im Titel „König Israels“ zum Ausdruck. Der wahre König von Israel/Juda ist allein JHWH.
Zuspruch für Jerusalem
Angst und Resignation lassen sich aus den folgenden Aufforderungen herauslesen. Jerusalem soll sich nicht fürchten und nicht die Hände in den Schoß legen. JHWH selbstbringt Rettung. Mit der Bezeichnung „Held“ wird JHWH hier in sehr menschlichem Bild dargestellt - und damit sehr nahe. Dieser Ausdruck, der aus der Kriegssprache kommt, erinnert an andere Texte, in denen Gott als erfolgreicher Krieger für sein Volkdargestellt wird (z.B. Ex 15,3; Jes 42,13). Dieser Vergleich möchte vor allem aufzeigen, mit welcher Leidenschaftlichkeit sich JHWH für sein Volk einsetzt.
Die Freude Gottes
Am Ende stehen die Freude und der Jubel Gottes über Jerusalem, sein Volk. Wozu am Beginn die Menschen aufgerufen werden, davon ist Gott schon erfüllt. Auch hierwird in sehr menschlichen Kategorien von Gott gesprochen: JHWH ist kein distanzierter Allherrscher in weiter Ferne oder eine „abstrakte Energie“, sondern ein für die Menschen mit Leidenschaft sich engagierendes Gegenüber. Daher hat JHWH keine Worte des Gerichts mehr für sein Volk, sondern nur noch Liebe.
Grund zur Freude
Im Evangelium kommen Menschen guten Willens und voller Erwartung zu Johannes dem Täufer, der ihnen Wege der Umkehr aufzeigt. Er verweist auf die Frohbotschaft, die er auch verkündet: auf Jesus, den Kommenden.
Ingrid Penner
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Zefanja, nach der Beschreibung von Zef 1,1, vermutlich ein Urenkel des Königs Hiskija, ist ein Pessimist: In mehr als zwei Dritteln seines Büchleins verkündet er das Gericht des kommenden Herrn. Und er verschont niemanden: nicht das Land Juda, seine Nachbarländer, die Stadt Jerusalem. Wer aber nach dem Gericht verbleibt, gehört zur Neusammlung des Gottesvolkes. Die Idee dieses versammelten Rests des Volkes kann als die geistliche "Brücke" zum Neuen Testament gesehen werden: Jesus kommt auch, um aus dem Volk die Menschen zu einem neuen Bund zu vereinen.
Die vorliegende Perikope findet sich in den letzten Versen des Buches Zef. Sie erzählt von der Hoffnung, die über die Stadt Jerusalem kommt und sie zum Ort der Neusammlung macht.