Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.
Der Herr hat dem Vater Ehre verliehen bei den Kindern
und das Recht der Mutter bei den Söhnen bestätigt.
Wer den Vater ehrt,
sühnt Sünden,
und wer seine Mutter ehrt,
sammelt Schätze.
Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den Kindern
und am Tag seines Gebets
wird er erhört.
Wer den Vater ehrt, wird lange leben,
und seiner Mutter verschafft Ruhe, wer auf den Herrn hört.
Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an
und kränke ihn nicht, solange er lebt!
Wenn er an Verstand nachlässt,
übe Nachsicht
und verachte ihn nicht in deiner ganzen Kraft!
Denn die dem Vater erwiesene Liebestat wird nicht vergessen;
und statt der Sünden wird sie dir zur Erbauung dienen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach.
Der Herr hat dem Vater Ehre verliehen bei den Kindern
und das Recht der Mutter bei den Söhnen bestätigt.
Wer den Vater ehrt,
sühnt Sünden,
und wer seine Mutter ehrt,
sammelt Schätze.
Wer den Vater ehrt, wird Freude haben an den Kindern
und am Tag seines Gebets
wird er erhört.
Wer den Vater ehrt, wird lange leben,
und seiner Mutter verschafft Ruhe, wer auf den Herrn hört.
Wer den Herrn fürchtet, ehrt den Vater.
So wie Herren dient er seinen Eltern.
In Tat und Wort ehre deinen Vater,
damit sein Segen über dich kommt!
Denn der Segen des Vaters festigt die Häuser der Kinder,
der Fluch der Mutter aber entwurzelt die Fundamente.
Rühme dich nicht durch Entehrung deines Vaters,
denn die Entehrung des Vaters
gereicht dir nicht zum Ruhm!
Denn der Ruhm eines Menschen
kommt von der Ehre seines Vaters,
aber eine Schande für die Kinder
ist eine Mutter mit schlechtem Ruf.
Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an
und kränke ihn nicht, solange er lebt!
Wenn er an Verstand nachlässt,
übe Nachsicht
und verachte ihn nicht in deiner ganzen Kraft!
Denn die dem Vater erwiesene Liebestat wird nicht vergessen;
und statt der Sünden wird sie dir zur Erbauung dienen.
Kv - Selig die Menschen, die Gottes Wege gehn. – Kv
Oder (GL 71,1)
Selig jeder, der den HERRN fürchtet,
der auf seinen Wegen geht!
Was deine Hände erarbeitet haben, wirst du genießen;
selig bist du - es wird dir gut ergehn. - Kv
Deine Frau ist wie ein fruchtbarer Weinstock
im Innern deines Hauses.
Wie Schösslinge von Ölbäumen sind deine Kinder
rings um deinen Tisch herum. - Kv
Siehe, so wird der Mann gesegnet,
der den HERRN fürchtet.
Es segne dich der HERR vom Zion her.
Du sollst schauen das Glück Jerusalems alle Tage deines Lebens. - Kv
Hanna hatte lange auf ein Kind gehofft. Nun wurde es ihr geschenkt. Sie weiß, wem sich dieses Kind verdankt und handelt danach.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
Hanna, die Frau Elkánas, wurde schwanger.
Sie gebar einen Sohn
und nannte ihn Samuel,
denn sie sagte: Ich habe ihn vom HERRN erbeten.
Als dann Elkana
mit seiner ganzen Familie wieder hinaufzog,
um dem HERRN das jährliche Opfer
und die Gaben, die er gelobt hatte, darzubringen,
zog Hanna nicht mit,
sondern sagte zu ihrem Mann:
Ich werde den Knaben
erst, wenn er entwöhnt ist, hinaufbringen;
dann soll er vor dem Angesicht des HERRN erscheinen
und für immer dort bleiben.
Als sie den Stier geschlachtet hatten,
brachten sie den Knaben zu Eli
und Hanna sagte: Bitte, mein Herr,
so wahr du lebst, mein Herr,
ich bin die Frau, die damals neben dir stand,
um zum HERRN zu beten.
Ich habe um diesen Knaben gebetet
und der HERR hat mir die Bitte erfüllt,
die ich an ihn gerichtet habe.
Darum lasse ich ihn auch vom HERRN zurückfordern.
Er soll für sein ganzes Leben
ein vom HERRN Zurückgeforderter sein.
Und sie beteten dort den HERRN an.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Ein besonderes Kind
Der Text steht fast am Beginn der Samuelbücher und ist Teil der Kindheitsgeschichte Samuels in 1 Sam 1 - 3. Kindheitsgeschichten erfüllen in der Bibel vor jeder historischen Aussage das Hauptziel, die Bedeutung eines Menschen herauszustellen. Wie auch viele moderne Biografien möchten sie zeigen, dass dieser Mensch von Anfang an, seit seiner Geburt oder bereits davor, ganz offensichtlich anders war als gewöhnliche Menschen.
Im Falle des Richters und Propheten Samuel sind Kriterien seiner Besonderheit: die lange Unfruchtbarkeit seiner Mutter (1,1-8); die besondere Liebe, die sein Vater dennoch zu ihr hegt (1,5); das Gelübde, das die Mutter ablegt (1,11) und das letztlich zur ersehnten Geburt eines Kindes führt (1,19f), sowie die Verheißung des Priesters Eli (1,17).
Für Besonderes ausersehen
Samuel ist von Geburt an für eine höhere Aufgabe vorgesehen: Er soll ein „Zurückgeforderter“ werden. Das ist ein Wortspiel mit der Namenserklärung von „Samuel“ in Vers 20: Dort wird die Bedeutung von „Samuel“ (hebräische Wortwurzel: sml) eher assoziativ von der Wortwurzel von „erbitten“ (sl) abgeleitet.
Ein „Zurückgeforderter“ ist demnach einer, nach dem Gott fragt/verlangt, ein Gott Geweihter, anderswo auch als „Nasiräer“ bezeichnet. Zu den Bestimmungen für solche Menschen gehörten unter anderem das Fernhalten von berauschenden Getränken und das ungeschorene Haar. Doch im Gegensatz zu den Nasiräer-Bestimmungen in Num 6,1-21 ist die Berufung zum Nasiräer bei Samuel nicht zeitlich begrenzt. Sie gilt das ganze Leben und sie beginnt bereits vor seiner Geburt.
Sehr ähnlich ist auch die Geburt des Richters Simson (Ri 13) aufgebaut. Beide Texte weisen bezüglich der Berufung des Kindes Parallelen auf:
- Schon die Mutter nimmt keine berauschenden Getränke zu sich.
- Sie empfängt das Kind erst nach langer Unfruchtbarkeit und nach einer Verheißung.
- Schon vor der Geburt des Kindes legt sie das Gelübde für das Kind ab.
Über wahre Zugehörigkeit
Hanna nimmt das Gelübde sehr ernst: Sie bringt den Sohn bereits im Kleinkindalter zum Tempel und lässt ihn beim Priester Eli. Dort soll er zum Dienst an Gott ausgebildet werden. Sie handelt in der Gewissheit, dass das Kind nicht ihr selbst gehört, sondern Gott.
Um diese Zugehörigkeit eines Kindes zu Gott geht es auch im Evangelium. Den Eltern, die Jesus suchen und ihm Vorwürfe machen, hält dieser entgegen, dass er dort sein müsse, wo sein Vater ist. Das ändert nichts an seiner Liebe zu seinen Eltern, sondern verschafft ihm erst das nötige Fundament dafür.
Elisabeth Birnbaum
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Lesung aus dem ersten Buch Samuel:
Hanna, die Frau Elkánas, schwanger.
Sie gebar einen Sohn
und nannte ihn Samuel,
denn sie sagte: Ich habe ihn vom HERRN erbeten.
Als dann Elkana
mit seiner ganzen Familie wieder hinaufzog,
um dem HERRN das jährliche Opfer
und die Gaben, die er gelobt hatte, darzubringen,
zog Hanna nicht mit,
sondern sagte zu ihrem Mann:
Ich werde den Knaben
erst, wenn er entwöhnt ist, hinaufbringen;
dann soll er vor dem Angesicht des HERRN erscheinen
und für immer dort bleiben.
Ihr Mann Elkana sagte zu ihr: Tu, was dir gefällt!
Bleib hier, bis du ihn entwöhnt hast!
Wenn nur der HERR sein Wort erfüllt!
Die Frau blieb also daheim
und stillte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnte.
Als sie ihn entwöhnt hatte,
nahm sie ihn mit hinauf,
dazu einen dreijährigen Stier,
ein Efa Mehl
und einen Schlauch Wein.
So brachte sie ihn zum Haus des HERRN in Schilo;
der Knabe aber war damals noch sehr jung.
Als sie den Stier geschlachtet hatten,
brachten sie den Knaben zu Eli
und Hanna sagte: Bitte, mein Herr,
so wahr du lebst, mein Herr,
ich bin die Frau, die damals neben dir stand,
um zum HERRN zu beten.
Ich habe um diesen Knaben gebetet
und der HERR hat mir die Bitte erfüllt,
die ich an ihn gerichtet habe.
Darum lasse ich ihn auch vom HERRN zurückfordern.
Er soll für sein ganzes Leben
ein vom HERRN Zurückgeforderter sein.
Und sie beteten dort den HERRN an.
Ein besonderes Kind
Der Text steht fast am Beginn der Samuelbücher und ist Teil der Kindheitsgeschichte Samuels in 1 Sam 1 - 3. Kindheitsgeschichten erfüllen in der Bibel vor jeder historischen Aussage das Hauptziel, die Bedeutung eines Menschen herauszustellen. Wie auch viele moderne Biografien möchten sie zeigen, dass dieser Mensch von Anfang an, seit seiner Geburt oder bereits davor, ganz offensichtlich anders war als gewöhnliche Menschen.
Im Falle des Richters und Propheten Samuel sind Kriterien seiner Besonderheit: die lange Unfruchtbarkeit seiner Mutter (1,1-8); die besondere Liebe, die sein Vater dennoch zu ihr hegt (1,5); das Gelübde, das die Mutter ablegt (1,11) und das letztlich zur ersehnten Geburt eines Kindes führt (1,19f), sowie die Verheißung des Priesters Eli (1,17).
Für Besonderes ausersehen
Samuel ist von Geburt an für eine höhere Aufgabe vorgesehen: Er soll ein „Zurückgeforderter“ werden. Das ist ein Wortspiel mit der Namenserklärung von „Samuel“ in Vers 20: Dort wird die Bedeutung von „Samuel“ (hebräische Wortwurzel: sml) eher assoziativ von der Wortwurzel von „erbitten“ (sl) abgeleitet.
Ein „Zurückgeforderter“ ist demnach einer, nach dem Gott fragt/verlangt, ein Gott Geweihter, anderswo auch als „Nasiräer“ bezeichnet. Zu den Bestimmungen für solche Menschen gehörten unter anderem das Fernhalten von berauschenden Getränken und das ungeschorene Haar. Doch im Gegensatz zu den Nasiräer-Bestimmungen in Num 6,1-21 ist die Berufung zum Nasiräer bei Samuel nicht zeitlich begrenzt. Sie gilt das ganze Leben und sie beginnt bereits vor seiner Geburt.
Sehr ähnlich ist auch die Geburt des Richters Simson (Ri 13) aufgebaut. Beide Texte weisen bezüglich der Berufung des Kindes Parallelen auf:
- Schon die Mutter nimmt keine berauschenden Getränke zu sich.
- Sie empfängt das Kind erst nach langer Unfruchtbarkeit und nach einer Verheißung.
- Schon vor der Geburt des Kindes legt sie das Gelübde für das Kind ab.
Über wahre Zugehörigkeit
Hanna nimmt das Gelübde sehr ernst: Sie bringt den Sohn bereits im Kleinkindalter zum Tempel und lässt ihn beim Priester Eli. Dort soll er zum Dienst an Gott ausgebildet werden. Sie handelt in der Gewissheit, dass das Kind nicht ihr selbst gehört, sondern Gott.
Um diese Zugehörigkeit eines Kindes zu Gott geht es auch im Evangelium. Den Eltern, die Jesus suchen und ihm Vorwürfe machen, hält dieser entgegen, dass er dort sein müsse, wo sein Vater ist. Das ändert nichts an seiner Liebe zu seinen Eltern, sondern verschafft ihm erst das nötige Fundament dafür.
Elisabeth Birnbaum
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Kv - Selig, die in deinem Hause wohnen, Herr,
die dich loben allezeit - Kv
(Oder GL 651,7)
Wie liebenswert ist deine Wohnung, du HERR der Heerscharen!
Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht
nach den Höfen des HERRN.
Mein Herz und mein Fleisch,
sie jubeln dem lebendigen Gott entgegen. - Kv
Selig, die wohnen in deinem Haus,
die dich allezeit loben.
Selig die Menschen, die Kraft finden in dir,
die Pilgerwege im Herzen haben. - Kv
HERR, Gott der Heerscharen, höre mein Bittgebet,
vernimm es, Gott Jakobs!
Gott, sieh her auf unseren Schild,
schau auf das Angesicht deines Gesalbten! - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Kolóssä.
Schwestern und Brüder!
Bekleidet euch
als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte,
mit innigem Erbarmen,
Güte, Demut, Milde, Geduld!
Ertragt einander
und vergebt einander,
wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat!
Wie der Herr euch vergeben hat,
so vergebt auch ihr!
Vor allem bekleidet euch mit der Liebe,
die das Band der Vollkommenheit ist!
Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen.
Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes.
Seid dankbar!
Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.
In aller Weisheit belehrt und ermahnt einander!
Singt Gott Psalmen, Hymnen und geistliche Lieder
in Dankbarkeit in euren Herzen!
Alles, was ihr in Wort oder Werk tut,
geschehe im Namen Jesu, des Herrn.
Dankt Gott, dem Vater, durch ihn!
Ihr Frauen,
ordnet euch den Männern unter,
wie es sich im Herrn geziemt!
Ihr Männer,
liebt die Frauen
und seid nicht erbittert gegen sie!
Ihr Kinder,
gehorcht euren Eltern in allem,
denn das ist dem Herrn wohlgefällig!
Ihr Väter,
schüchtert eure Kinder nicht ein,
damit sie nicht mutlos werden!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Kolosserbrief hat seinen Namen nach der Gemeinde von Kolossä, 200 km vom Meer entfernt, an der Handelsstrasse zwischen Milet und Ephesus, ursprünglich ein wichtiges Zentrum der Wollindustrie. Er wird dem Paulus zugeschrieben und wurde um 150 n. Chr. von Markion bereits in seinen Kanon aufgenommen.
Der erste Abschnitt unserer Lesung (Verse 12-17) ist die Fortsetzung des vorderen negativen Abschnittes ab Vers 5. Wurde darin vielseitig zum Ablegen aller Untugenden und zusammenfassend des Alten Menschen aufgefordert, werden in unserem Abschnitt positive Gegenimperative gesetzt, zusammenfassend und vorangesetzt die Aufforderung, die Tugenden anzuziehen, zugleich mit der Begründung: Ihr seid die Erwählten Gottes! Daraus resultieren die guten Worte und Werke – immer in Verbindung mit dem einen Herrn Jesus Christus.
Eine weitere Konkretion dessen erfolgt mit der Haustafel (eigentlich Kol 3,18-4,1), einer Zusammenstellung von kurzen Ermahnungen an die verschiedenen „Stände" einer damaligen Hausgemeinschaft. Auch diese schliessen mit dem Hinweis auf den einen Herrn (im Himmel) ab und geben so noch einmal die Begründung für das geforderte Verhalten.
Im zweiten, eher praktischen Teil des Kolosserbriefes (Kapitel 3-4; Der theologische Teil umfaßt Kapitel 1-2) begegnen konkrete Aussagen für das christliche Leben, Handeln und Glauben.
Die Tugend- und Lasterkataloge (3,5-17) entsprechen einem aus der iranischen Religion stammenden Schema, dem die Vorstellung zugrunde liegt, das der Mensch aus Tugenden und Lastern zusammen gesetzt ist, wie die Glieder des Körpers zusammengefügt sind. Die Existenz des Menschen baut sich nach diesem Verständnis aus seinen Taten auf.
Die heutige Lesung beginnt nach dem Lasterkatalog mit der Einführung des Tugendkatalogs: "Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen" (Kol 12 a). Ähnlich wie beim Aufbau des ganzes Briefes ist die Theologie der Ethik voran gestellt: Vor dem Tun des Menschen steht das Handeln Gottes. Erst die liebende Zuwendung Gottes ermöglicht dem Menschen, "gut" zu handeln. Ethische Weisungen sind Hilfen, wie die Menschen in ihrer Zeit und in ihrer konkreten Situation ein christliches Leben führen können. Solche Vorschriften enthalten daher notwendigerweise Zeitbedingtes und nicht für alle Fälle Anwendbares.
Auch die Haustafel (Kol 3,18-4,1), von der ein Teil noch zu Tageslesung gehört, ist von der Zeitsituation geprägt. Die in dieser Tafel enthaltenen Normen sind nicht spezifisch christlich, sondern stammen wie die christliche Ethik überhaupt aus der Umwelt, vor allem aus der Ethik der Popularphilosophie. Der grundlegende Unterschied zwischen einem ethisch verantwortet handelnden Christen und einem Philosophen ist die Motivation aus dem Glauben. Äußerlich ist eine sittlich gute Tat nicht zu unterscheiden oder zu werten, aber für einen Christen müssen der Friede Christi (Kol 3,15) und die Gnade Gottes (Kol 3,16) die Orientierungspunkte sein, nicht einzelne Normen und Gesetze. Das Besondere an der christlichen Haltung ist daher die Fähigkeit, über die buchstäbliche Erfüllung der Gesetze hinauszuwachsen und auch die Normen hinterfragen und verändern zu können. Mit der Weisung zur Unterordnung der Frau, auf die immer noch manchmal zurückgegriffen wird, ist das z.B. passiert, auch mit der Einstellung gegen über der Sklaverei (Kol 3,22 f).
Die Haustafel kann eine Anregung sein, jene Regeln anzuschauen, die heute für unser Zusammenleben gelten, und wie der Kolosserbrief darin das christlich Lebbare zu aufzuzeigen.
Hallula, Halleluja
Der Friede Christi triumphiere in euren Herzen.
Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch.
Halleluja.
Lesung aus dem ersten Johannesbrief.
Schwestern und Brüder!
Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat:
Wir heißen Kinder Gottes
und wir sind es.
Deshalb erkennt die Welt uns nicht,
weil sie ihn nicht erkannt hat.
Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes.
Doch ist noch nicht offenbar geworden,
was wir sein werden.
Wir wissen,
dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird;
denn wir werden ihn sehen, wie er ist.
Geliebte, wenn das Herz uns aber nicht verurteilt,
haben wir gegenüber Gott Zuversicht;
und alles, was wir erbitten, empfangen wir von ihm,
weil wir seine Gebote halten
und tun, was ihm gefällt.
Und das ist sein Gebot:
Wir sollen an den Namen seines Sohnes Jesus Christus glauben
und einander lieben gemäß dem Gebot, das er uns gegeben hat.
Wer seine Gebote hält,
bleibt in Gott und Gott in ihm.
Und daran erkennen wir,
dass er in uns bleibt:
an dem Geist, den er uns gegeben hat.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Herr, öffne uns das Herz,
dass wir auf die Worte deines Sohnes hören.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
Die Eltern Jesu
gingen jedes Jahr zum Paschafest nach Jerusalem.
Als er zwölf Jahre alt geworden war,
zogen sie wieder hinauf, wie es dem Festbrauch entsprach.
Nachdem die Festtage zu Ende waren,
machten sie sich auf den Heimweg.
Der Knabe Jesus aber blieb in Jerusalem,
ohne dass seine Eltern es merkten.
Sie meinten, er sei in der Pilgergruppe,
und reisten eine Tagesstrecke weit;
dann suchten sie ihn bei den Verwandten und Bekannten.
Als sie ihn nicht fanden,
kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten nach ihm.
Da geschah es, nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel;
er saß mitten unter den Lehrern,
hörte ihnen zu
und stellte Fragen.
Alle, die ihn hörten, waren erstaunt
über sein Verständnis und über seine Antworten.
Als seine Eltern ihn sahen, waren sie voll Staunen
und seine Mutter sagte zu ihm:
Kind, warum hast du uns das angetan?
Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht.
Da sagte er zu ihnen:
Warum habt ihr mich gesucht?
Wusstet ihr nicht,
dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört?
Doch sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte.
Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück
und war ihnen gehorsam.
Seine Mutter bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.
Jesus aber wuchs heran
und seine Weisheit nahm zu
und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Am Fest der heiligen Familie steht ein Text im Zentrum, den wir nur bei Lukas finden. Und es ist keine idealisierende Familienidylle, die erzählt wird, sondern der Evangelist Lukas nimmt hier bereits vorweg, was im Evangelium später über Jesu Familienbegriff offenbar wird (vgl. Lk 8,19-21; 9,57-62; 11,27f).
Der Anteil der Eltern
Die Eltern Jesu erfahren erstmals, was die Zugehörigkeit Jesu zum „Vater“ bedeutet. Das ist für sie nicht leicht. Sicher, sie sind fromme Juden und tun auch für ihr Kind alles, was „das Gesetz“ ihnen vorschreibt: Sie lassen ihr Kind beschneiden (V. 21), sie „weihen“ den Erstgeborenen „dem Herrn“ (VV. 22-24) und sie ziehen jedes Jahr zu Pessach nach Jerusalem (V. 41). Sie schaffen damit die Rahmenbedingungen dafür, dass sich Jesus spirituell entfalten kann und an „Weisheit und Gnade“ zunimmt: Im Tempel wird von Simeon über Jesus geweissagt, im Tempel zeigt Jesus erstmals sein ungewöhnlich großes Verständnis, und im Tempel erleben die Eltern - schon an der Reaktion der Außenstehenden -, wie anders „ihr“ Jesus ist. Sie verstehen vieles daran nicht, aber sie behindern es auch nicht.
Der eigene Weg
Auf die Gottesbeziehung Jesu haben die Eltern dennoch keinen Einfluss. Darum erschrecken sie, als sie merken, welche Konsequenzen das hat: Im Zweifelsfall verlässt Jesus seine Eltern und geht zu seinem wahren Vater. Er wird später auch alleine den Weg zum Täufer Johannes gehen - auch da ist niemand von seiner Ursprungsfamilie mit auf dem Weg.
Die wahre Familie Jesu
Schon hier, in der Jugend Jesu, wird ein Konflikt dargestellt, der später intensiv diskutiert wird: der Konflikt zwischen der Beziehung zu Gott und jener zu den Eltern. Jesu Standpunkt ist bereits zu dieser Zeit klar: Seine primäre Heimat ist Gott. Wenn es um eine Entscheidung für Gott geht, steht die Familie an zweiter Stelle. Das heißt aber nicht, dass Jesus seinen Eltern gegenüber achtlos gewesen wäre. Er ist ihnen gehorsam und ehrt sie. Doch seine Beziehung zu Gott ist wichtiger und steht unabhängig von den Eltern. Daran müssen sich die Eltern erst einmal gewöhnen. Auch andere Aussagen in den Evangelien unterstreichen diese Botschaft. In der Jesusnachfolge geht die Spaltung dann ebenfalls mitten durch die Familie (vgl. Mt 10,37; Mk 10,29f; Lk 12,53).
Eine mögliche Botschaft für Eltern
Für Eltern kann der Text ein Doppeltes zu bedenken geben: Die Gottesbeziehung eines Kindes ist eine Beziehung abseits des elterlichen Zugriffs. Es steht nicht in unserer Macht, welche spirituellen Anlagen ein Kind hat, es ist weder unser Verdienst noch unsere Schuld. Doch nichtsdestoweniger ist es Aufgabe der Eltern, dem Kind die Rahmenbedingungen für diese Gottesbeziehung bereitzustellen und alles, was das Kind betrifft, wie Maria im Herzen zu bewahren.
Elisabeth Birnbaum
© Diözese Linz. Team Bibelwerk Linz und Glaubenskommunikation
Nach dem Sammelbericht in Vers 40 beginnt mit Vers 41 eine weitere Erzählung aus der Kindheit Jesu, an die sich die Vorbereitung des Wirkens Jesu anschließt. Die Erzählung von der Pilgerreise nach Jerusalem, der sich Jesus wie jedes jüdische Kind unterzieht – aber gemäss den jüdischen Gesetzmäßigkeiten noch nicht vorher verpflichtet ist – ist nicht nur eine Erzählung von Verlorengehen und Wiedergefundenwerden, sondern hat vielmehr theologische Bedeutung: Bereits als Kind erweist sich Jesus von Nazareth als der, der er ist: Sohn Gottes. Schlüsselvers ist dabei Vers 49. Als Mensch ist er Sohn Gottes. Beide Ebenen und damit auch das Verständnis des Urchristentums bringt Lukas in dieser Erzählung geschickt zum Klingen und verwebt sie miteinander.
Mit der Erzählung vom 12 jährigen Jesus im Tempel beschließt Lukas die Kindheitsgeschichte Jesu.
Das Wegkonzept, welches das ganze Lukasevangelium durchzieht, klingt hier schon an: Die Eltern Jesu gehen nach Jerusalem hinauf. Als Jesus alt genug ist um mitzugehen, geht auch er nach Jerusalem (Lk 2,41f). Jesus ist von Anfang an auf dem Weg nach Jerusalem. Der Beginn des Reiseberichtes verdeutlicht die christologische Bedeutung des Wegmotives: "Es geschah, als der Tag erfüllt war, daß er hinweggenommen werden sollte, richtete er sein Angesicht fest auf den Weg nach Jerusalem". (Lk 9,51). Die Formulierung "sein Angesicht richten auf" beinhaltet in der Bibel immer etwas Bedrohliches. Der Weg nach Jerusalem führt zum Kreuz, damit aber auch zur Auferstehung. Nach der lukanischen Darstellung ist Jesus fest entschlossen, diesen Weg zu gehen. Das Leben Jesu als "Weg zum Leben" kennzeichnet so sein ganzes Wirken bis hin zu seinem Sterben und Auferstehen als ein befreiendes und erlösendes Geschehen.
Wo sollte ich sonst sein?
Psychologisch gesehen könnten man hier einen klassischen Konflikt zwischen dem pubertierenden Jesus und seinen Eltern vermuten. Es geht dem Evangelisten aber nicht darum, Erziehungsprobleme in der damaligen Zeit aufzuarbeiten, sondern er verpackt in dieser Erzählung grundlegende theologische Inhalte.
Jesus ist Jude, er wächst mit den Bräuchen des jüdischen Volkes auf, ist im Gespräch mit den Gelehrten seines Volkes und kennt sich aus, so daß die Zuhörer über seine Einsicht staunen (2,47). Lukas geht noch viel stärker als die anderen Evangelisten davon aus, daß Jesus nur zum Volk Israel gesendet ist.
Jesus steht in der Tradition seines Volkes und trotzdem ist sein Verhältnis zu Gott und zu den Menschen ein ganz anderes. Er nennt Gott seinen Vater, was nicht einmal die Menschen verstehen die ihm am nächsten waren. Schon in der Ankündigung seiner Geburt beschreibt ihn der Evangelist als den, der den Thron seines Vaters David erhalten wird, und der in Ewigkeit über das Haus Jakob als König herrschen wird (Lk 1,32f). Auch sonst spricht verwendet der Evangelist an die alttestamentliche Sprechweise angelehnte Titel wie "Christus des Herrn" oder "Christus Gottes". Diese messianischen Titel trennt Lukas allerdings scharf vom Titel des Gottessohnes, wie besonders in dem Abschnitt von der Verhandlung vor dem Synhedrium deutlich wird (Lk 22,66-71). Die Fragen "Bist du der Christus?" und "Bist du der Sohn Gottes?" werden gesondert an Jesus gerichtet. Erst mit der Beantwortung der Frage nach der Gottessohnschaft sieht Lukas den Tatbestand der Gotteslästerung gegeben.
Judentum und Gottessohnschaft führen von der Kindheitsgeschichte an durch das ganze Evangelium und geben den Blick frei auf die Sendung und das Wirken Jesu, aber auch auf die Konsequenzen.
In den landläufigen Vorstellungen wird oft heilig mit heil gleichgesetzt und verwechselt. Was ist an der Heiligen Familie heilig, warum und wie? Dem Evangelisten geht es aber um ganz anderes. Die Verheißung, die der Engel der Jungfrau bei der Verkündigung gegeben hat, nimmt Gestalt an und beginnt sich zu erfüllen.
Was meinen Sie denn? Gibt es die heile Familie? Eine Wochenzeitschrift – mit schönem Bild auf der Titelseite – stellt diese Frage tatsächlich, kurz vor diesem Sonntag. Schauen Sie mal: die Ausgabe wird Ihnen schon begegnet sein. Mit Caravaggio vorne: Die heilige Familie. - Wer allerdings fragt, ob es die heile Familie gibt, hat schon entschieden: natürlich nicht.
Lesen wir weiter: „Uneinig vereint. Weihnachten ist Familienzeit: Alle kommen zusammen und gehen sich tierisch auf die Nerven. Was für ein Glück!“ Und: „Jeder wünscht sich eine (Familie) – nur was genau ist das eigentlich? Nicht einmal die Heilige Familie war heil. Aber braucht es das überhaupt, damit man glücklich wird?“. - Doch wer so fragt, hat auch schon eine Antwort: klar doch – nein!
Eine heile Familie – es gibt sie wohl nicht. Man braucht sie auch nicht, um glücklich zu sein. Kurzgefasst – vorab schon das Ergebnis. Bevor wir weiter lesen. Gibt’s nicht, brauchen wir nicht.
Für die Heilige Familie gibt es tatsächlich ein Fest! Wir feiern es heute. Am Sonntag nach Weihnachten. So manche Familie hat sich tapfer geschlagen, manche möchte lieber nicht darüber reden, manche mag nicht an das nächste Jahr denken. Ein Fest für die Heilige Familie? Ist das Pfeifen im Wald oder eine Übung in Schönschreiben?
Wenn ich dann mit eigenen Worten widergeben soll, was wir heute feiern und was überhaupt eine Heilige Familie ist, gerate ich wohl leicht ins Stottern. Eine heilige Familie habe ich bisher auch noch nicht erlebt – eher den alltäglichen Wahnsinn, das mehr oder weniger geordnete Chaos, ein System von ausbalancierten Empfindlichkeiten. Die zahlreichen Zerreißproben einmal außen vorgelassen.
Zum Ende seiner Kindheitsgeschichte Jesu erzählt der Evangelist Lukas tatsächlich eine Konfliktgeschichte, eine Konfliktgeschichte in der heiligen Familie. Mit Maria und Josef – und Jesus. Jesus – 12 Jahre alt – ist mit seinen Eltern in Jerusalem. Sie feiern Passa. Das Fest des Auszugs aus Ägypten. Das Fest der Befreiung. Sie feiern es wie jedes Jahr.
Doch Jesus, schon kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen, entzieht sich seinen Eltern. Eine gewisse Zeit bleibt er sogar verschollen. Ungewöhnlich ist das nicht. Mit 12 fängt man an, auf eigenen Füßen zu stehen – oder zu gehen. Ungewöhnlich ist aber, dass Jesus unter den Lehrern sitzt, zuhört, fragt, sich einmischt. Da passt er doch nicht hin, oder? In diesen erlesenen Kreis? Hier, wo einer bedeutender ist als der andere? Schade, Frauen gehörten nicht dazu.
Ich kann mich an ein Bild erinnern, das ich in der Kathedrale in Gent gesehen habe: Jesus unter den Lehrern. Der Maler hat Jesus so gemalt, als würde er das große Wort führen – dabei immer noch ein Kind. Er fordert die Gelehrten heraus, er bringt sie in die richtige Spur, er belehrt sie. Ob er sie auch provoziert oder in die Enge treibt, kann ich in den Gesichtern nicht lesen. Zusammen studieren sie die Heiligen Schriften, alle sind über Bücher gebeugt und im Gespräch vertieft. Ein Zwölfjähriger unter Professoren. Unter seines Gleichen. Lehrer für Lehrer – oder so.
Maria und Josef sind in heller Aufregung. Ihr Jesus ist nicht da. Wann haben sie ihn zuletzt gesehen? Wo war das? Die Sorge, groß genug, verwandelt sich in einen Affront: Jesus fertigt sie einfach ab. Vom Tempel als „seines Vaters Haus“ spricht er – weit weg von Maria und Josef, weit weg von Nazareth. „Seines Vaters Haus“? – hier, der Tempel? Man spürt die Irritation in den Sätzen, die kurz und knapp in den Raum geworfen werden. Wusstet ihr das nicht? Was hätten sie denn wissen sollen, wissen müssen? Eigentlich ist die Antwort Jesu frech, einfach nur frech.
Was ist daran heilig?
Ist daran etwas heilig?
Nun lüftet Lukas aber das Geheimnis, wenn man es so nennen will. Erinnern Sie sich? Maria hat vom Engel Gabriel die Ankündigung bekommen, dass sie die Mutter Jesu, die Mutter des Sohnes Gottes werden soll. Sie hat „ja“ gesagt: "Mir geschehe, wie du gesagt hast!" Dann hat sie Jesus zur Welt gebracht und ihm den Namen Jesus gegeben – so, wie ihr aufgetragen war. Vor ein paar Tagen haben wir diese Geschichten wieder gehört: von den Engeln, von den Hirten – von der Krippe. Im Tempel wurde Jesus dargestellt, wie es hieß. Im Tempel wurde Jesus beschnitten. Dann verlieren sich die Spuren. Jesus wächst in Nazareth auf. In einer Familie. Was mochte an ihr heilig gewesen sein? Alles war ganz alltäglich. Josef soll Schreiner und Zimmermann gewesen sein. Werkstatt nebenan. Wie schnell 12 Jahre vergehen? Wir können von so manchem Kind erzählen, das 12 wird! Ein schönes Alter! Wissen Sie noch, wie das war, als Sie 12 wurden?
Jetzt verweist Jesus in Jerusalem darauf, im Kreis der Gelehrten, dass er sich in „seines Vaters Haus“ bewegt. Jesus umschreibt, wer sein Vater ist und wo er zu finden ist. Im Tempel wohnt der Name Gottes! Obwohl wir nicht wissen, was Jesus unter den Lehrern gehört und gesagt hat, passt es ins Bild, das sie gemeinsam in den heiligen Schriften forschen, wie Gott zu den Menschen kommt. Der 12-jährige Jesus findet in diesem Kreis seine Berufung und seine Rolle. Die anderen Lehrer umgeben ihn – er nimmt die Mitte ein. So ganz nebenbei spüren wir, dass hier ein Lehrer heranreift, der anders lehren wird als die Schriftgelehrten – das wird man später von ihm sagen. Mit Vollmacht verkündet Jesus das Reich Gottes. Heute, wird er Jahre später sagen, erfüllen sich die Verheißungen: "Blinde sehen, Taube hören, Armen wird das Evangelium gepredigt" – Gottes Welt bricht an. Heute.
Nach dieser Episode in Jerusalem, als Passa gefeiert wurde, kehrt die Familie Jesu in ihre Heimat zurück. Jesus, so heißt es, ist jetzt (wieder) gehorsam. Was macht die Familie zu einer heiligen? Wir wissen nicht, wie es dort zuging, bei Maria, Josef und Jesus – und seinen Geschwistern. Gab es Streit? Meinungsverschiedenheiten? Unverträglichkeiten? Bei „heilig“ stellt sich doch immer das Bild einer heilen Welt ein, die über alle Dinge erhaben ist.
Kein Wunder, dass sich die Wochenzeitschrift, passend zum Tag, mit der heilen Familie beschäftigt, die zwischen Überforderung und Tristesse aufgerieben wird. Was braucht ein Mensch, um glücklich zu werden?
Heilig ist der Raum, den Gott Menschen in seiner Liebe öffnet.
Heilig ist – der Ort, an dem Gott zu Hause ist.
Das ist das Herz eines Menschen,
das sind die Zimmer, in denen Menschen wohnen,
das ist Gottes Reich, das kommt.
Wer streitet, muss nicht verletzen.
Wer seinen Weg geht, muss einen anderen nicht schlecht machen.
Wer allein sein möchte, muss die Gemeinschaft nicht aufkündigen.
Ich wüsste jetzt schon sehr gerne, was die Gelehrten und Jesus zu bereden hatten. Immerhin: es waren drei Tage! Drei Tage! Drei Tage Gespräch!
Hat Lukas wirklich eine Konfliktgeschichte erzählt? Von einem aufmüpfigen Jugendlichen? Von Gelehrten, die sich von einem Grünschnabel die Welt erklären lassen? Von Maria, die die Welt nicht mehr versteht?
Die letzten Worte in dieser Geschichte:
„Seine – Jesu - Mutter
bewahrte all die Worte in ihrem Herzen.
Jesus aber wuchs heran
und seine Weisheit nahm zu
und er fand Gefallen bei Gott und den Menschen.“
Hier ist dann wohl auch das Glück zu finden.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Unsere Vorstellungen vom guten Zusammenleben in der Familie haben sich im Laufe der Jahrhunderte weiterentwickelt. Familienkonstellationen sind mittlerweile viel komplexer geworden. Dennoch kann uns die Heilige Familie in dem einen oder anderen Punkt als Vorbild dienen.
Der Titel, also die Namensgebung dieses Festes, bietet schon Diskussionsstoff, vielleicht sogar sehr heftigen, weil gegenwärtige Familienverständnisse stark voneinander abweichen. Die Keimzelle der Gesellschaft, wie wir Familie heute verstehen, ist recht bunt und zugleich sehr kompliziert geworden.
Einige Feststellungen, die Ihnen bekannt sind, aber doch in Erinnerung gerufen werden mögen. Niemand kann sich aussuchen und wird auch nicht gefragt, in welche Familie er oder sie hineingeboren wird. Allzu weit liegen die unterschiedlichen und kulturellen Milieus auseinander. Mitunter besteht auch ein großes soziales Gefälle. Heute kommt noch die Genderproblematik dazu, ein weiterer gesellschaftlicher Umbruch, der erst am Anfang steht. Dazu braucht es noch viel an Forschung, um auch in der Erkenntnis des Menschenbildes voranzuschreiten. Eine Reihe von ethischen Fragen und rechtliche Fragen bedürfen einer Lösung. Auch ein pastorales Feingefühl dafür ist noch zu entwickeln.
Eines aber ruft die erste Lesung in Erinnerung, was damals und heute eine Selbstverständlichkeit sein soll: Die Achtung der Kinder gegenüber ihren Eltern, vor allem dann, wenn sie alt geworden sind, eine Liebe zu den Eltern, die sich in Geduld und schließlich in Gelassenheit offenbaren soll, wenn selbstverständliche Tagesabläufe nicht mehr funktionieren. Das alles gilt aber auch in umgekehrter Weise: die Achtung und Liebe der Eltern zu ihren Kindern. Auch diese brauchen viel Wohlwollen, Aufmerksamkeit, Geduld und Gelassenheit, um ihnen so gut wie möglich einen guten Einstieg ins Leben zu geben. Da könnten wir in der zweiten Lesung einiges finden, die vor allem den Aspekt der Liebe in den Vordergrund rückt.
In unseren Kultur wird uns immer wieder die friedliche Idylle einer gut bürgerlichen Familie zur Zeit des 19. Jhdts. als Beispiel vor Augen geführt. Das Leben der kaiserlichen Familie hatte Vorbildwirkung. Tagebücher einzelner Familienmitglieder aus dem kaiserlichen Haus sprechen oft eine andere Sprache. Da lesen wir von Einsamkeit im Kreis der Familie und danach, von heimlich geweinten Tränen, von Scheinharmonie.
Was wissen wir aus der Bibel über die Familie zur Zeit Jesu? War dort alles so rosig? Manches lässt sich nur erahnen. Das Evangelium macht aber auf viele Punkte aufmerksam, einige davon sollen erwähnt werden: Wir befinden uns mitten in der Weihnachtsoktav.
Wir feiern noch immer intensiv die Menschwerdung Gottes durch Jesus. Er fühlt sich auf die gesamte Menschheit ein mit ihren guten Seiten, aber auch mit ihren Mängeln. Wie steht es mit unserer Empathie, Einfühlungsgabe, auch innerhalb der Familie? Bei Familienfesten kommt es mitunter zu einem „Beziehungsinfarkt“ der gebrochenen Herzen. Da genügt ein falsches Wort; weil der jeweilige Partner mit einem bestimmten Gesprächsthema unerträglich scheint.
Das Evangelium berichtet von der Wallfahrt der Familie Jesu nach Jerusalem. Die Eltern sind bereits auf den Heimweg. Der zwölfjährige Jesus - damals fast großjährig - ist verschwunden, nicht auffindbar. Wir erleben einen starken Ablösungsprozess von den leiblichen Eltern, solche sind meist konfliktbeladen. Viele von Ihnen werden aus Erfahrung wissen, wie das Selbstständigwerden der jungen Leute sehr unterschiedlich vor sich geht. Im Evangelium ist es ein Suchen und Finden. Die Eltern machen sich Sorgen, wo er sich aufhält. Jesus erklärt ihnen, dass er dort sein muss, wo das Heiligtum ist, weil er der Sohn Gottes ist. Die Eltern wachsen so hinein in die Erkenntnis Gottes. Der Tempel Haus des Vaters. Dann erleben wir eine Umkehr der Rollen: Der Schüler Jesus wird durch seine intelligenten Fragen plötzlich zum Lehrer, die Lehrer im Tempel werden zu Schülern, weil sie aufmerksam Jesus zuhören und seinen Verständnis anerkennen.
Diese Episode aus dem Leben der Heiligen Familie verdient unsere Aufmerksamkeit. Sie kann uns Impulse für unseren Umgang miteinander geben.
Nicht nur in unserer gegenwärtigen Zeit begegnen uns vielfältige Formen familiären Lebens. Wir müssen uns hüten, Idealfamilien zu entwerfen und diese heilig zu sprechen. Dennoch gibt es Familienwerte, die es zu schätzen gilt, und die Herausforderung, in welcher Lebensform auch immer uns selbst und einander zu heiligen.
Wir wissen wenig über das Leben der Hl. Familie. Die wenigen Informationen darüber können uns jedoch die Richtung weisen, wie Gemeinsamkeit gelingen kann.
Das Evangelium beschreibt die Loslösung Jesu von seiner Familie. Die Ent-bindung bei der Geburt wird weitergeführt und lässt ihn erwachsen werden. Dazu gehört, neue Bindungen eingehen und selbst gestalten zu können. Als Kinder Gottes sind wir zwar frei. Wir bleiben aber Kinder Gottes für immer.
Josef und Maria erleben in der gerade gehörten Geschichte schockiert, wir ihr Jesus, der ihnen so vertraut ist, seinen Weg geht und darauf beharrt, dass das ja gar nicht anders geht: Er muss einfach seine Sonderwege gehen, wenn er dem gehorcht, von dem jede Elternschaft ihre Berechtigung bezieht, nämlich dem himmlischen Vater.
Die Geschichte von Jesus in den Jahren der Pubertät war mir als Vater ein großer Trost, besonders dann, wenn meine Söhne, meine Tochter Entscheidungen trafen, die ich nicht sofort nachvollziehen konnte.
Nun, das ist die eine Seite der Verantwortlichkeit zwischen Generationen: Dass Eltern ihren Kindern ermöglichen, ihren je eigenen Weg zu ziehen. Und wenn das geschieht, dürfen wir uns als Eltern auch herzlich freuen: geht damit doch eine Frucht auf, die wir mit Liebe gepflegt haben.
Dass das nicht immer so leicht geht, weil wir als Eltern nicht immer rasch erkennen, was die Jungen bewegt, das wird uns hier am Beispiel von Josef und Maria vor Augen geführt: Es ist also keine Schande, wenn wir manchmal etwas länger brauchen: Es ist ja nicht unser Leben, was die jüngere Generation lebt. Ich finde, dieser Gedanke hat viel Entlastendes - für beide Seiten. Wir Eltern können also getrost unsere Kinder und deren Weg der Hand Gottes anvertrauen. Bei ihm sind sie gut aufgehoben.
Die andere Seite der Verantwortung bringt uns die Lesung aus dem Buch Jesus Sirach nahe: Den Vater zu ehren und die Mutter zu achten, auch wenn deren Kräfte abnehmen, ist im Sinn Gottes des Schöpfers. Das war zur Zeit, als das Vierte Gebot aufgeschrieben wurde, der Kern der Sozialgesetzgebung im Stamm der Israeliten, die durch die Wüste zogen und ihr Land in Besitz nahmen. Und übertragen auf die Zeit des Buches Jesus Sirach, der für die Israeliten in der hellenistischen Zeit und in der Diaspora schrieb, hieß das: Wenn wir überleben wollen als bedrohtes Volk, dann müssen wir unsere alten Eltern in Ehren halten, wie wir es von Gott überkommen haben. - Was heißt das für uns als Volk Gottes im 21. Jahrhundert in Mitteleuropa?
Da gibt es viel, was nach wie vor aktuell ist, und es gibt Neues, was wir berücksichtigen sollten. Zunächst das Vertraute: Leben geht weiterhin von Generation zu Generation und es ist eine Ehre für jede Frau und jeden Mann, als Mutter und Vater an diesem Lebensfluss aktiv beteiligt zu sein. So, wie wir unseren Kindern das Leben aus der Hand Gottes schenken durften, so dürfen wir uns darüber freuen, wenn dieses Leben in der Hand unserer Kinder - und Enkelkinder - seine ganz eigenen Wege weiter fließt. Im Lauf unserer Biografie standen und stehen wir in diesem Lebensfluss an verschiedenen Stellen. Und an den verschiedenen Orten gibt es verschiedenen Notwendigkeiten:
Wenn wir uns als kleine Kinder unseren Eltern anvertrauen konnten, um schließlich immer mehr eigene Verantwortung und erwachsenes Leben zu lernen, so führt uns das schließlich dazu, dieses Vertrauen in das Leben den eigenen Kindern weiterzugeben und früher oder später auch zu den Verpflichtung, uns um Angehörige zu kümmern, die nicht mehr gut auf eigenen Füßen stehen können.
Diese spiralförmige Bewegung ist für alle Zeiten gleich: wir Menschen werden geboren, wachsen heran in unsere eigene Verantwortlichkeit, altern und gehen eines Tages von dieser Welt, die unsere Nachkommen bestellen.
Damit dies mit guten Rahmenbedingungen erfolgen kann, braucht es die Solidarität zwischen den Generationen. Solidarität meint nach der katholischen Soziallehre einen Zusammenhalt zwischen ähnlich Betroffenen, um ein wichtiges Gut zu erreichen und zu sichern.
Und wir alle sind von diesem Gang der Generationen betroffen, sind darin eingewoben an sich verändernden Stellen. Und so kann das Leben gedeihen.
Daher ist es wichtig, wenn wir Eltern unterstützen im Umgang mit ihren Kindern, wenn wir einander fördern im Loslassen der Heranwachsenden sowie in der Sorge um die Älter werdenden. Überall dort haben wir als Gesellschaft, auch als kirchliche Gemeinschaft unsere Aufgaben (vom Kindergarten bis zum Seniorenclub, von den Tischmüttern bis zu den Besuchen der Kranken und Betagten ...).
Was aber auch zu dieser Solidarität gehört, ist das, was die Gesellschaft den "Generationsvertrag" nennt: Dass nämlich jene, die mit ihrer Erwerbstätigkeit einen finanziellen Wert schaffen, für die Jüngeren ebenso sorgen wie für die Älteren, die das nicht mehr können. Wir nennen das üblicherweise das System der Pensionsversicherungen mit allen Begleitmaßnahmen.
Was aber in den letzten Jahrzehnten neu hinzugekommen ist: Wir sind - aufgrund unserer hohen Lebenserwartung - nicht mehr nur drei Generationen, sondern vier: War es früher die mittlere Generation , die für die beiden anderen sorgte, so kann es auf Dauer nicht so sein, dass die zweite der inzwischen vier Generationen für die drei anderen sorgen muss, zumal die Generation der "jungen Alten" immer rüstiger geworden ist: In meiner Kindheit waren 60- 70-Jährige zum Großteil körperlich verbraucht, während heute die Generation der aktiven Alten durchaus noch in der Lage ist, in unterschiedlicher Weise unterstützend tätig zu sein, manche auch noch in höchst verantwortlichen Positionen - privaten wie beruflichen, familiären wie gesellschaftlichen.
Ich glaube, das ist die große Herausforderung unserer Zeit, diese Verantwortlichkeit der rüstigen älteren Erwachsenen wahrzunehmen und auch gesellschaftlich zu würdigen. Davon haben alle Seiten etwas.
Wenn wir heute der Generation derer, die die Familienphase verlassen haben und noch aktiv leben, respektieren, dann sollen wir sie auch begrüßen in haupt- wie ehrenamtlichen Tätigkeiten, dann sollten wir wie in anderen europäischen Ländern ermöglichen, dass Erfahrene ihren Platz haben, auch wenn sie nicht mehr im selben Rhythmus wie 30- jährige leben und arbeiten. (Das ist auch ein Appell an öffentliche Arbeitgeber wie politische Parteien!)
Und wenn die Kräfte nachlassen, dann sollte ein gesichertes und gut betreutes Leben ermöglicht werden mittels aller Netzwerke, die wir auf allen Ebenen pflegen.
Das ist heute neu: Dass dieser Übergang für jeden Menschen unterschiedlich aussehen kann, dass die Linie zwischen Berufstätigkeit und zu versorgender Pensionszeit zu einem weiten Feld geworden ist, wo jede und jeder von uns ihren und seinen jeweiligen Platz finden soll.
Und dafür können wir uns als Familien im Sinn unseres Gottes einsetzen. Und dafür können wir uns alle darauf freuen, in Würde alt zu werden und zu sein.
Autor: Mag. Rolf Sauer (Theologe, Familienberater und -therapeut), Referent für Ehe- und Familienpastoral bei
"BEZIEHUNGLEBEN.AT"
„Das Wort ist Fleisch geworden“ haben wir an Weihnachten bekannt. Wir können fortfahren und hinzufügen: „Das Wort ist in eine begrenzte Zeit gekommen“, „in einen geographisch bestimmbaren Ort“, „in eine konkrete Familie gekommen“.
In der Liturgie feiern wir jetzt seine Anwesenheit unter uns. Wir dürfen sagen: Er kommt jetzt unter uns. Ja, Er ist jetzt unter uns. Wir rufen ihn an:
Herr, unser Gott,
in der Heiligen Familie hast du uns ein leuchtendes Vorbild geschenkt.
Gib unseren Familien die Gnade,
daß auch sie in Frömmigkeit und Eintracht leben
und einander in der Liebe verbunden bleiben.
Führe uns alle zur ewigen Gemeinschaft in deinem Vaterhaus.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Heilige Familie
Im Vertrauen auf unsere Gotteskindschaft bitten wir in Gemeinschaft dich, unseren Gott, den wir Vater nennen dürfen:
Um immer wieder neues Bemühen um die uns durch deine Botschaft anvertrauten Werte in den Pfarren, Pfarrverbänden, Diözesen und anderen christlichen Gemeinschaften.
Um gegenseitigen Respekt für die Position des jeweils anderen, die Bereitschaft einander zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Um das Erfahren von Geborgenheit und Sicherheit für alle im Kindes- und Jugendalter unabhängig von den heute so verschieden gelebten Familienkonstellationen.
Um viel guten Willen und Kraft, in unseren eigenen Beziehungen Liebe und Vertrauen wachsen zu lassen und Misstrauen und Angst außen vorzulassen.
Um die Hoffnung und den Glauben an die Gemeinschaft mit allen unseren lieben Verstorbenen in deinem Reich.
Mit Zuversicht und Vertrauen kommen wir mit all unseren Bitten zu dir, unserem Vater. Dir danken wir, dich loben und preisen wir jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
am Fest der Heiligen Familie
bringen wir das Opfer der Versöhnung dar.
Höre auf die Fürsprache
der jungfräulichen Gottesmutter
und des heiligen Josef.
Erhalte unsere Familien in deiner Gnade
und in deinem Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Heilige Familie
(für Wortgottesfeiern)
Guter Gott,
wir haben allen Grund dir zu danken.
denn du hast uns durch Jesus, deinen Sohn,
der das Leben mit uns geteilt hat, geheiligt.
Alle: Dir sei Dank und Lob und Ehre!
Er ist Mensch geworden und hat Höhen und Tiefen
menschlichen Lebens erfahren.
Durch sein Leben in einer menschlichen Familie
hat er die Familie geheiligt.
Alle: Dir sei Dank und Lob und Ehre!
Durch sein heiliges Leben hast du auch uns zur Heiligkeit berufen.
Er gab uns die Macht, Kinder Gottes zu werden.
Seinetwegen hast du uns als deine Töchter und Söhne angenommen.
Alle: Dir sei Dank und Lob und Ehre!
Er hat uns vorgelebt, wie auch wir heilig und untadelig vor dir leben können,
wie wir einander in Liebe begegnen, einander verzeihen
und miteinander in deiner Gnade leben können.
Alle: Dir sei Dank und Lob und Ehre!
Durch ihn gabst du uns jetzt schon Anteil am Frieden deines Reiches
und an der Fülle des Lebens, das du für deine Kinder bereit hältst.
Daher stimmen wir ein in den Lobgesang aller,
die in ihrer Heiligkeit bereits vollendet sind:
Danklied: z. B. GL 247: Lobt Gott, ihr Christen alle gleich
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn Fleisch geworden ist das Wort,
und in diesem Geheimnis
erstrahlt dem Auge unseres Geistes
das neue Licht deiner Herrlichkeit.
In der sichtbaren Gestalt des Erlösers
läßt du uns den unsichtbaren Gott erkennen,
um in uns die Liebe zu entflammen
zu dem, was kein Auge geschaut hat.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Weihnachten 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn groß ist das Geheimnis seiner Geburt,
heute ist er, der unsichtbare Gott,
sichtbar als Mensch erschienen.
Vor aller Zeit aus dir geboren,
hat er sich den Gesetzen der Zeit unterworfen.
In ihm ist alles neu geschaffen.
Er heilt die Wunden der ganzen Schöpfung,
richtet auf, was darniederliegt,
und ruft den verlorenen Menschen
ins Reich deines Friedens.
Darum rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Weihnachten 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn schaffst du den Menschen neu
und schenkst ihm ewige Ehre.
Denn einen wunderbaren Tausch hast du vollzogen:
dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch,
und wir sterbliche Menschen
empfangen in Christus dein göttliches Leben.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Weihnachten 3
Gott, unser Vater,
du hast uns mit dem Brot des Himmels gestärkt.
Bleibe bei uns mit deiner Gnade,
damit wir das Vorbild der Heiligen Familie nachahmen
und nach der Mühsal dieses Lebens
in ihrer Gemeinschaft das Erbe erlangen,
das du deinen Kindern bereitet hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Fest der Heiligen Familie
Guter Gott,
nicht nur in Gottesdiensten sind wir Christinnen und Christen,
sondern im alltäglichen Leben, im alltäglichen Miteinander,
im Verzeihen,
wenn wir zueinander JA sagen,
wenn wir gemeinsam Schweres durchstehen,
wenn wir treu sind.
Segne uns dazu. - Amen.
Zu Weihnachten feiern Christinnen und Christen die Geburt von Jesus Christus. Das wäre nicht möglich ohne eine Frau: Maria, Mutter von Jesus und die wichtigste weibliche Heilige. Die Sache mit der Jungfrauengeburt freilich stellte die Theologie schon früh vor Probleme, und sie polarisiert auch heute noch.
Ganzer Beitrag auf orf.at
religion.orf.at am 24.12.2024.
Der festlich geschmückte Christbaum, besinnliche Weihnachtslieder, das gemeinsame Familienessen und dazu Kekse, Kerzen und Kirche – die Feiertage sind aufgeladen mit Traditionen und Ritualen. Im Interview mit ORF.at spricht die Soziologin Valeria Bordone darüber, was passiert, wenn verschiedene Generationen an einem Tisch zusammenkommen, welche Rolle Konflikte dabei spielen und wieso auch Weihnachten zunehmend zu einem Fest der Vielfalt wird.
Ganzer Beitrag auf orf.at
orf.at am 24.12.2024.
WAS macht es für dich aus?
WAS macht es für dich schön?
Was macht es für dich ganz schön
schwer?
Familie
Individuen leben zusammen
Jeder hat seinen Willen
Eigen-willig
den eigenen Willen
für sich beanspruchen
und
einander zugestehen
den je eigenen Weg zu gehen
und
zusammen wachsen
ganz schön
herausfordernd
wenn plötzlich eine-r
ausreißt
unvermutet
eigene Weg geht
Suchwege
Sehnsuchtswege
Berufungswege
Wenn Eltern und Heranwachsende
einander nicht mehr verstehen
Wenn eine-r
den Weg zu sich
und
zu Gott sucht
und ihn geht
und selbst zum WEG wird
für jene
die ausbüchsen
aus dem Üblichen
die verstanden haben:
Mein Weg mit Gott
ist einzig
zielführend
da finde ich mich
da finde ich meinen Lebens-Auftrag
Die Zuschauer in 2 Gruppen einteilen; vorweg einstudieren und zwischen den Strophen:
Gruppe 1: „Heilige Familie“ (eins, zwei)…
Gruppe 2: „Was heißt’n das, mh?“ (eins, zwei) „Ja, was heißt’n das, mh?“ (eins, zwei)
Was heißt denn das, „Heilige Familie“, heute?
Wir sind doch ganz normale, gewöhnliche Leute.
Sonntags gehen wir auch mal in die Kirche rein,
doch davon kriegt niemand einen Heiligenschein.
Ich will mal überlegen, was könnte „heilig“ sein,
vielleicht fällt mir dazu ja doch etwas ein.
Gruppe 1+2
Mama oder Papa verdienen das Geld,
doch sagen sie, das ist es nicht, was wirklich zählt.
Statt sich abends nach der Arbeit vorm Fernseher zu bequemen
find’ ich gut, dass sie sich viel Zeit für uns nehmen:
Wir reden oder singen und spielen noch ein Spiel;
ich denk’, das ist für zwei gestresste Eltern doch viel!
Will weiter überlegen, was könnte „heilig“ sein,
vielleicht fällt mir dazu ja noch etwas ein.
Gruppe 1+2
Am Ende unsrer Straße lebt ein alter Mann
in einer kleinen Wohnung, der nicht mehr laufen kann.
Dort gibt’s eine Familie, die für ihn sorgt;
er ist wie ein Großpapa – nur geborgt.
Egal, was passiert, wie der alte Mann sich regt,
er wird, ganz klar, sehr liebevoll gepflegt.
Will weiter überlegen, was könnte „heilig“ sein,
vielleicht fällt mir dazu ja noch etwas ein.
Gruppe 1+2
Junge Frau, grade siebzehn, die jetzt schwanger ist,
und noch zur Schule geht; ziemlicher Mist.
Der Vater des Kindes ist arbeitslos;
das ist nun wirklich nicht famos.
Zu einer Abtreibung, sagen sie trotzdem „nein“,
das Baby kann erstmal bei den Großeltern sein.
So trägt ein jeder, es sorgen viele mit;
es ist nur ein Tropfen, doch das wird der Hit.
Denn viele Tropfen werden ein Meer, wie man weiß;
dann hat jeder Mensch sein Brot, Hirse, Maniok oder Reis.
„Heilig“ kann alles sein, was Leben spendet;
das ist es ja, warum Gottes Reich nicht endet.
Es beginnt schon jetzt, hier und heute bei uns,
bei den Meyers, bei Wagners und Familie Kunz.
Nochmal? O.k.!
„Heilig“ kann alles sein, was Leben spendet;
das ist es ja, warum Gottes Reich nicht endet.
Es beginnt schon jetzt, hier und heute bei uns,
bei den Meyers, bei Wagners und Familie Kunz.
Jeder selbst kann überlegen, was könnte „heilig“ sein,
sicher fällt jedem dazu noch viel mehr ein. 3 x
(jedes Mal etwas leiser werden, zuletzt flüstern)
Viel Freude + viel Segen + viel gute Zeit!
Reinhard Burchhardt
Texter, Komponist und Musiker,
freier Referent für Neue Geistliche Musik
Eichenweg 5
34414 Warburg
Text: Reinhard Burchhardt (Rap), aus: EXTRA VAKANT – Krippe ohne Kind
Fragen brechen auf
im Teenageralter
Fragen brechen auf
was unveränderbar scheint
Mit Fragen aufbrechen
erwachsen werden
im Glauben
Mit Fragen
zum Wesentlichen hin
aufbrechen
Mit aufbrechenden Fragen
anfragen und irritieren
auch die, die glauben
sie wissen's gewiss
Nicht fraglos hinnehmen
was nicht mehr trägt
Frag Jesus
woher er den Mut nahm
fraglos zu fragen
ob noch dem Leben dient
was immer schon so war
Seine Eltern fragten sich
was ist bloß mit unserem Jungen los?
Er fragte uns nicht
als er anfing
auf seinen Glaubens-Weg
aufzubrechen
Neu-Aufbruch
auf meinem Glaubensweg
im NEUEN Jahr ..?!
Mit welchen Fragen
brech‘ ich auf, um Gott in meinem Leben zu suchen?
Gott, du weißt, warum er mir das angetan hat.
Warum hat er mich so behandelt?
Warum hat er mich so tiefst verletzt?
Er weiß doch genau, wie ich mich jetzt fühle.
Ich kann an gar nichts anderes mehr denken.
Ich bin zutiefst traurig und enttäuscht.
Und ich dachte immer,
wir wären durch so etwas wie
Freundschaft verbunden.
Das schlimmste ist, dass sich meine
Trauer und Enttäuschung
auch auf meine Mitmenschen auswirkt.
Gott, du bist ein Gott der Liebe und des Friedens.
Hilf uns beide, dass wir wieder
aufeinander zugehen und miteinander reden,
dass wir wieder in Frieden und
Freundschaft miteinander umgehen können.
Zeige uns den Weg zu einem neuen Miteinander.
Du weißt, es liegt mir wirklich sehr viel daran.
Margarita Gröting (*1966) in: Gotteslob Nr. 16, 2
Gott und Vater,
du hast den Frieden in unserer Familie gewahrt
oder uns immer wieder neu geschenkt.
Wir danken dir.
Behüte uns und hilf, uns gegenseitig in Liebe
zu tragen und zu ertragen.
Gib uns den guten Willen zur Versöhnung
nach jedem Streit
und die Kraft zu einer ehrlichen Aussprache
bei Zwistigkeiten.
Schenke uns Verständnis füreinander.
Schütze auch unsere Lieben,
die nicht gesund sind,
denen wir im Geist und bei allzu seltenen
Begegnungen verbunden sind.
Gib unserer Familie auch die Kraft,
sich nicht denen zu verschließen,
die unsere Nähe und unsere Hilfe brauchen.
Du liebst alle Menschen,
dich wollen wir lieben in unseren Nächsten.
Bleibe bei uns. Amen.
Aus: Gebete für das ganze Leben, St. Benno Verlag Leipzig 2004.
Und eine Frau, die einen Säugling an ihre Brust drückte, sagte: Sprich zu uns von den Kindern.
Und er sagte:
Eure Kinder sind nicht eure Kinder.
Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch euch, doch nicht aus euch.
Und sind sie auch bei euch, gehören sie euch doch nicht.
Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, doch nicht eure Gedanken.
Denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Ihren Körpern dürft ihr eine Wohnstatt bereiten,
doch nicht ihren Seelen,
Denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft, und das bleibt euch verschlossen, selbst in euren Träumen.
Ihr dürft danach streben, ihnen ähnlich zu werden,
doch versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen.
Denn das Leben schreitet nicht zurück, noch verweilt es beim Gestern.
Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebendige Pfeile abgeschnellt werden.
Der Schütze sieht die Zielscheibe auf dem Pfad des Unendlichen, und Er beugt euch mit Macht, damit Seine Pfeile umso geschwinder und weiter fliegen.
Freut euch der Beugung, die euch die Hand des Bogenschützen aufzwingt,
denn so wie Er den flüchtigen Pfeil liebt, liebt er auch den verharrenden Bogen.
Aus: Khalil Gibran, Der Prophet, München, 2007 (8).
Eine amerikanische Studie zeigt auf, wie sehr der Druck, täglich frisch und gesund zu kochen, Müttern zusetzt. Und will zu Diskussionen über neue Wege anregen.
mehr...
http://diepresse.com/home/leben/mode/4618762 - abgerufen am 20.12.2014
Für mein Enkelkind Isabel
Ganz unvermutet
hat sich die Kinderhand
so im Gehen
in meine Hand geschmiegt.
Kleine Geste,
großes Geschenk
des Vertrauens -
berührt Hand und Herz.
Aus: Ilse Pauls: Worte am Weg. Gedichte. Wolfgang Hager Verlag, Stolzalpe 2013.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Das Buch Jesus Sirach gehört zur Weisheitsliteratur. Man vermutet eine Abfassung um 200 vor Christus. In der Weisheitsliteratur werden die guten Erfahrungen des Alltags und der Geschichte gesammelt. Alle diese Erfahrungen gelten als das große Geschenk Gottes an sein Volk.
Der Verfasser des Buches Jesus Sirach betont die Bedeutung des Zusammenspiels zwischen der elterlichen Fürsorge für die Kinder auf der einen Seite und der späteren Sorge um das Wohlergehen der Eltern von Seiten der erwachsenen Kinder. Ehrfurcht und Achtung sollen das Miteinander prägen.
Das Buch Jesus Sirach ist eine im Verhältnis zum übrigen AT spät entstandene Schrift. Als Abfassungszeit kommen die Jahre um 180 v. Chr. in Betracht. Es ist das einzige Buch, das zwar nicht zum jüdischen Kanon der Bibel gehört, aber trotzdem zeitweise wie ein kanonisches Buch behandelt wurde. Für die christlichen Kirchen gehörten die meist griechischen Spätschriften, die die jüdische Tradition nicht zur Bibel zählt, schon relativ früh zum Kanon der biblischen Bücher.
Zu den griechischen Überlieferungen des Textes von Jesus Sirach sind seit 1896 ungefähr zwei Drittel des hebräischen Textes wiederentdeckt worden. Die Schwierigkeit in der Arbeit mit diesem Text liegt zum Teil in der bewegten Überlieferungsgeschichte, zum Teil auch darin, daß es eine kürzere und eine erweiterte Textfassung gibt, Verse vertauscht wurden und auch alte Übersetzungen, wie zum Beispiel die syrische und die altlateinische Fassung für das Verständnis unumgänglich sind.
Das Buch erweckt den Eindruck einer lockeren Sammlung von Sprüchen, Lehrvorschriften, Gebeten und Hymnen. Die Inhalte betreffen die alltägliche Lebenswelt, die Beziehung zu den Mitmenschen genauso wie die Beziehung zu Gott.
Eine zentrale Idee des Buches Jesus Sirach ist die Weisheit, die sogar als Person auftreten kann. Sie wurzelt in der "Gottesfurcht", der umfassenden Haltung der Offenheit und Bereitschaft des Menschen Gott gegenüber. Konkret zeigt sich diese Grundhaltung in der Anerkennung der Würde auch des Geringsten (Sir 10,19-24) und ermöglicht die Freiheit von Furcht vor allem, was geringer ist als Gott (Sir 34,16).
Die soziale und existentielle Bedeutung der Familie
Die Aussagen über die Weisheit und die Gottesfurcht sind der Horizont, in den die konkreten Ratschläge und Unterweisungen für die verschiedenen Bereiche des Verhaltens im persönlichen und öffentlichen Leben hineingestellt sind. Vielfach wird dabei so wie in diesem Lesungstext mit der Familie begonnen.
Die Weisungen die den Kindern in Sir 3,1-16 gegeben werden, sind dabei weniger als ethische, sondern als soziale Grundregeln zu sehen. Sie wenden sich an die Erwachsenen und garantieren eine Art soziales Netz oder "Pensionsversicherung" für die älteren Menschen.
Die Auswahl der Verse für die Lesung ist hier irreführend, weil sie sofort mit dem göttlichen Gebot beginnt und den konkreten Hintergrund der Vater- und Mutterschaft, der in Sir 3,1 der eigentliche Ausgangspunkt ist, streicht.
Die Generation, die jetzt für die Leben der Gesellschaft arbeitet und die Verantwortung trägt, ist auch dafür verantwortlich, daß die Älteren ein lebenswertes Leben führen können, auch wenn sie nicht mehr in der Lage sind, selbst dafür zu arbeiten. Die alten Menschen werden so zum Schatz (3,3) und zum Segen (3,8), nicht nur im Blick auf das eigene Altwerden sondern auch durch den Reichtum der Erfahrung und des Wissens, die die Wurzel des Lebens festigen (3,9) und so Zukunft auch für kommende Generationen ermöglichen.
Jesus Sirach ist voll von Texten verschiedener weisheitlicher Gattungen. Von Sprüchen über Hymnen bis zu Gebeten ist in dieser Sammlung vieles an Weisheit enthalten. Es lohnt sich, in diesem Buch einmal zu schmökern. Es befassen sich viele Abschnitte mit der Weisheit selbst. Dazwischen sind konkrete Anweisungen für die Gestaltung des Lebens eingelagert, die alle Lebensbereiche umfassen, angefangen vom persönlichen Lebenslauf bis hin zum öffentlichen Leben.
Unsere Lesung ist Teil dieser Anweisungen und befasst sich mit dem Verhältnis der Eltern zu ihren Kindern und umgekehrt. Letztliche Motivation für eine Ethik des Handelns und des Denkens ist aber die Gottesfurcht, die Anfang und Ziel jeglicher Weisheit ist (vgl. Sir 19,20).
Vgl. Marböck, Johannes, Das Buch Jesus Sirach, in: Zenger, Erich (u.a.), Einleitung in das Alte Testament, Kohlhammer 1995, 285 ff
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive