Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Die Nacht der Befreiung wurde unseren Vätern vorher angekündigt;
denn sie sollten sich freuen
in sicherem Wissen,
welch eidlichen Zusagen sie vertrauten.
So erwartete dein Volk
die Rettung der Gerechten und den Untergang der Feinde.
Wodurch du die Gegner straftest,
dadurch hast du uns zu dir gerufen und verherrlicht.
Denn im Verborgenen
opferten die heiligen Kinder der Guten;
sie verpflichteten sich einmütig auf das göttliche Gesetz,
dass die Heiligen
in gleicher Weise Güter wie Gefahren teilen sollten,
und stimmten dabei schon im Voraus die Loblieder der Väter an.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Selig das Volk, das der Herr sich zum Erbteil erwählt hat. – Kv
Oder GL 56,1
Jubelt im Herrn, ihr Gerechten, *
den Redlichen ziemt der Lobgesang.
Selig die Nation, deren Gott der Herr ist, *
das Volk, das er sich zum Erbteil erwählt hat. – (Kv)
Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen, die ihn fürchten, *
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße *
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – (Kv)
Unsre Seele hofft auf den Herrn; *
er ist unsre Hilfe und unser Schild.
Lass deine Huld über uns walten, o Herr, *
wie wir auf dich hofften! – Kv
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft,
ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.
Aufgrund dieses Glaubens
haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten.
Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf,
wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte;
und er zog weg,
ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
Aufgrund des Glaubens
siedelte er im verheißenen Land wie in der Fremde
und wohnte mit Ísaak und Jakob,
den Miterben derselben Verheißung, in Zelten;
denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern,
die Gott selbst geplant und gebaut hat.
Aufgrund des Glaubens
empfing selbst Sara, die unfruchtbar war, die Kraft,
trotz ihres Alters noch Mutter zu werden;
denn sie hielt den für treu,
der die Verheißung gegeben hatte.
So stammen denn auch von einem einzigen Menschen,
dessen Kraft bereits erstorben war,
viele ab:
zahlreich wie die Sterne am Himmel
und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann.
Im Glauben sind diese alle gestorben
und haben die Verheißungen nicht erlangt,
sondern sie nur von fern geschaut und gegrüßt
und sie haben bekannt, dass sie Fremde und Gäste auf Erden sind.
Und die, die solches sagen, geben zu erkennen,
dass sie eine Heimat suchen.
Hätten sie dabei an die Heimat gedacht,
aus der sie weggezogen waren,
so wäre ihnen Zeit geblieben zurückzukehren;
nun aber streben sie nach einer besseren Heimat,
nämlich der himmlischen.
Darum schämt sich Gott ihrer nicht,
er schämt sich nicht, ihr Gott genannt zu werden;
denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.
Aufgrund des Glaubens hat Abraham den Ísaak hingegeben,
als er auf die Probe gestellt wurde;
er gab den einzigen Sohn dahin,
er, der die Verheißungen empfangen hatte
und zu dem gesagt worden war:
Durch Ísaak wirst du Nachkommen haben.
Er war überzeugt,
dass Gott sogar die Macht hat, von den Toten zu erwecken;
darum erhielt er Ísaak auch zurück.
Das ist ein Sinnbild.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Hebräerbrief nennt keinen Verfasser. Er ist das erste Beispiel für eine christliche Lehrschrift, die sich nicht durch Nennung eines Verfassers aus der apostolischen Zeit besondere Autorität verschaffen möchte. Es ist auch kein Adressat genannt, ein Briefkopf fehlt. Lediglich die Verse am Schluss weisen auf einen Brief hin. Die Überschrift "An die Hebräer" ist ein späterer Zusatz. Der Brief wurde vermutlich zwischen 80 und 100 n. Chr. von einem hellenistischen Judenchristen geschrieben.
Das Kapitel 11 beschreibt die "Wolke der Zeugen" (Hebr 12,1). Vorbilder im Glauben werden genannt, um den Lesern und Hörern Mut zu machen, selber den Glauben zu leben und zu bezeugen. Es handelt sich um einen Paradigmenkatalog, der zur ethischen Unterweisung dienen sollte. Damit nimmt er die Stiltradition weisheitlicher Paradigmenreihen auf.
Sprachlich wird die Aufzählung durch sich wiederholende gleiche Versanfänge deutlich gemacht. "Durch den Glauben" (griech. "pistin") kommt sieben mal vor. Der Einschub Vers 13-16 ist durch einen veränderten Versanfang "voll Glauben" (griech. "kata pistin") gekennzeichnet.
Der Anfang spricht das Thema "Glaube" an. Die Definition von Glauben, die hier gegeben wird, betont eine objektive Haltung gegenüber den Glaubensfundamenten: feststehen in dem, was man erhofft. Das Subjektive, z.B. ein persönliches Überzeugtsein, wird weniger betont. Die Definition ist ganz allgemein gehalten. Ein persönliches Verhältnis zu Jesus spielt hier keine Rolle.
Die Verse 8-22 haben Abraham zum Thema. Damit nimmt er als Einzelgestalt den größten Raum in diesem Kapitel ein. Das entspricht der Bedeutung, die Abraham als Vater des Glaubens von Anfang an gehabt hat und auch heute noch hat.
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft,
ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.
Aufgrund dieses Glaubens
haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten.
Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf,
wegzuziehen in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte;
und er zog weg,
ohne zu wissen, wohin er kommen würde.
Aufgrund des Glaubens
siedelte er im verheißenen Land wie in der Fremde
und wohnte mit Ísaak und Jakob,
den Miterben derselben Verheißung, in Zelten;
denn er erwartete die Stadt mit den festen Grundmauern,
die Gott selbst geplant und gebaut hat.
Aufgrund des Glaubens
empfing selbst Sara, die unfruchtbar war, die Kraft,
trotz ihres Alters noch Mutter zu werden;
denn sie hielt den für treu,
der die Verheißung gegeben hatte.
So stammen denn auch von einem einzigen Menschen,
dessen Kraft bereits erstorben war,
viele ab:
zahlreich wie die Sterne am Himmel
und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Seid wachsam und haltet euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt
zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Fürchte dich nicht, du kleine Herde!
Denn euer Vater hat beschlossen,
euch das Reich zu geben.
Verkauft euren Besitz
und gebt Almosen!
Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden!
Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt,
im Himmel, wo kein Dieb ihn findet
und keine Motte ihn frisst!
Denn wo euer Schatz ist,
da ist auch euer Herz.
Eure Hüften sollen gegürtet sein
und eure Lampen brennen!
Seid wie Menschen,
die auf ihren Herrn warten,
der von einer Hochzeit zurückkehrt,
damit sie ihm sogleich öffnen,
wenn er kommt und anklopft!
Selig die Knechte,
die der Herr wach findet, wenn er kommt!
Amen, ich sage euch:
Er wird sich gürten,
sie am Tisch Platz nehmen lassen
und sie der Reihe nach bedienen.
Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache
und findet sie wach – selig sind sie.
Bedenkt:
Wenn der Herr des Hauses wüsste,
in welcher Stunde der Dieb kommt,
so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht.
Haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.
Da sagte Petrus:
Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns
oder auch zu allen?
Der Herr antwortete:
Wer ist denn der treue und kluge Verwalter,
den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird,
damit er ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt?
Selig der Knecht,
den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt!
Wahrhaftig, ich sage euch:
Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen.
Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt:
Mein Herr verspätet sich zu kommen!
und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen,
auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,
dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen,
an dem er es nicht erwartet,
und zu einer Stunde, die er nicht kennt;
und der Herr wird ihn in Stücke hauen
und ihm seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen.
Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt,
sich aber nicht darum kümmert und nicht danach handelt,
der wird viele Schläge bekommen.
Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu kennen,
etwas tut, was Schläge verdient,
der wird wenig Schläge bekommen.
Wem viel gegeben wurde,
von dem wird viel zurückgefordert werden,
und wem man viel anvertraut hat,
von dem wird man umso mehr verlangen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Eure Hüften sollen gegürtet sein
und eure Lampen brennen!
Seid wie Menschen,
die auf ihren Herrn warten,
der von einer Hochzeit zurückkehrt,
damit sie ihm sogleich öffnen,
wenn er kommt und anklopft!
Selig die Knechte,
die der Herr wach findet, wenn er kommt!
Amen, ich sage euch:
Er wird sich gürten,
sie am Tisch Platz nehmen lassen
und sie der Reihe nach bedienen.
Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache
und findet sie wach – selig sind sie.
Bedenkt:
Wenn der Herr des Hauses wüsste,
in welcher Stunde der Dieb kommt,
so würde er verhindern, dass man in sein Haus einbricht.
Haltet auch ihr euch bereit!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der ihr es nicht erwartet.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die Mahnung Jesu, wachsam zu sein, ist keine Androhung, sie ist eine Hoffnungsgeschichte. Gott lenkt die Geschicke der Menschen oft ganz überraschend und unerwartet. Wir können gewiss sein, dass er in unser Leben kommt, sagt uns der Glaube. Viele alte Geschichten belegen das.
Wenn der Dieb wüsste, wann der Herr des Hauses zurückkehrt – er würde sein Werkzeug nicht durch die Nacht schleppen! Er würde keine Tür, kein Fenster öffnen! Er würde keine Scheibe einschlagen. Er würde nicht durchs Dunkel schleichen…
Wenn der Dieb wüsste…
Sie merken: Ich drehe die Geschichte ein wenig um. Im Evangelium ist es der Herr des Hauses, der keine Ahnung hat, ob und wann sich der Dieb an seinem Eigentum zu schaffen macht. Die Ermahnung, wachsam zu sein, liegt nahe. Rechne damit, dass bei dir eingebrochen wird, eingebrochen werden kann! Rechne, entschuldigen Sie bitte, ständig damit! Alle Sinnen müssen gespannt sein. Gespannt werden! Augen, Ohren, die Nase. Es gibt nichts mehr anderes als die Gefahr. Du bist umzingelt!
Eine schöne Aussicht ist das nicht. Sollen wir wirklich so im Bann der Gefahr sein, dass wir nichts anderes mehr denken könnten? Kann ein Dieb mein Leben so bestimmen, dass mir der Weg ins Freie auf ewig verwehrt wird? Irgendetwas ist unheimlich an dieser Geschichte.
Dass Jesus tatsächlich seine kleine Geschichte so erzählt, dass er wie ein Dieb kommt und in das Leben einbricht, kann mich nicht erfreuen. Es gibt zu viele Dinge, die ich nicht in der Hand habe, die über mich kommen, die ich zu schlucken habe. Jetzt nicht auch noch der! Der Jesus! Kann Liebe so herrisch, so beherrschend sein, dass ich Angst haben muss?
Ich habe mich entschlossen, diese Geschichte umzudrehen. Nicht der Herr spielt den Ahnungslosen – und Furchtsamen, - nein, der Dieb weiß nicht, was ihm blüht!
Dann hört sich das Evangelium so an:
Bedenkt:
Wenn der Dieb wüsste,
in welcher Stunde der Herr kommt,
so würde er zu Hause bleiben.
Freut euch!
Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,
in der es keine Angst mehr gibt.
Wenn der Dieb wüsste …
Die Aufforderung, wachsam zu sein, ist bestimmt nicht die schlechteste. Es ist gut, mit offenen Augen und einem weiten Herzen zu leben. Es ist auch gut, genau hinzuschauen, was in der Welt passiert. So manche Überraschung, die wir erleben, ist auch einer gewissen Blauäugigkeit zu verdanken. Aktuell überschlagen sich die politischen Analysen und gesellschaftlichen Vorwürfe. Was „die“ alles hätten wissen können… wissen müssen … nicht gemacht haben … versäumten …
Im Nachhinein funktionieren zwar die Schuldvorwürfe, aber die Alternativen bleiben im Dunkel. Es sind gar viele Diebe unterwegs, die sich an unseren Hoffnungen vergreifen. Gerade kommt mir eine Schlagzeile in den Sinn: Terroristen unter uns… Nein, alt ist die Schlagzeile nicht. Sie ist von Anfang der Woche.
Jesus in der Paraderolle eines Aufmerksamkeitstrainers?
Das hören wir heute glücklicherweise anders: Jesus sagt zu, dass er kommt! Ganz gewiss! Ohne Pauken und Trompeten. Aber ein Wunder geschieht. Heute. Unter uns.
„Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft,
ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.
Aufgrund dieses Glaubens
haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten.“
In dieser Kurzform schafft es nur der Hebräerbrief, die Dinge auf den Punkt zu bringen!
Ein „Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht“ – das ist Glaube!
Ein Öffentlichwerden von Tatsachen, die man nicht in der Hand hat – das ist Glaube!
In der Lesung haben wir davon gehört:
Da begegnen uns Abraham, Isaak und Jakob, seine Kinder und Sarah, seine Frau. Ihre Geschichten sind wirklich alt, nur: sie haben das Zeug und die Kraft, immer wieder etwas Neues zu erzählen. Neues davon, wie Gottes Zusagen in dieser Welt Gestalt annehmen, gar die ganze Welt verwandeln.
Das kleine Wort „können“ (oder „könnten“) passt hier nicht. Frei übersetzt: Was Gott verheißen hat an Liebe und Zuneigung, geschieht. Siehe Abraham, siehe Isaak und Jakob, siehe Sarah! Und die Reihe wird lang und immer länger. Wir sind schneller in dieser Hoffnungsgeschichte drin als uns bewusst wird.
Glaube aber ist: festzuhalten, zu bewahren, was man erhofft. Gesetze gibt es dafür nicht, auch keine klugen Sätze. Umso mehr viele kleine und große Erfahrungen. Von Zuneigung (Zu-Neigung!), von geschenktem Frieden, von gewährter Gemeinschaft.
Mir kommen alte Geschichten in den Sinn, die auch dann alt bleiben, wenn sie in modernen Gewändern um Aufmerksamkeit buhlen: Mein Land! Meine Tradition! Mein Recht! – Abraham wäre nicht Vater des Glaubens geworden, Issak und Jakob nicht Erben der Verheißung, Sarah hätte kein Kind bekommen – keine Zukunft! Es sind nicht nur alte Geschichten – die Menschen, die in dieser Geschichte vorkommen, sind alt, uralt. Aber es wird keine Friedhofsgeschichte erzählt – es wird eine Hoffnungsgeschichte für alle Menschen, für alle Völker erzählt. Alt ist jung!
„So stammen denn auch von einem einzigen Menschen,
dessen Kraft bereits erstorben war, viele ab:
zahlreich wie die Sterne am Himmel
und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann.“
Was zeichnet uns Menschen aus? Klugheit ist nicht schlecht. Anpassungsfähigkeit auch nicht. Aber reicht das? Was uns auszeichnet ist: Glaube. Nichts als Glaube! Glaube, dass Gottes Verheißung unter uns lebt. Dass Wahrheit nicht stirbt. Dass Liebe das letzte Wort hat. Größer als die Hasstiraden, die Rachegelüste, die Angstmacherei. Die sehe ich. Die halte ich nicht mehr aus. Die verfolgen mich.
„Glaube aber ist: Grundlage dessen, was man erhofft,
ein Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.
Aufgrund dieses Glaubens
haben die Alten ein gutes Zeugnis erhalten.“
Ich will auch ein gutes Zeugnis erhalten! Ich will gegen die Dinge glauben!
Schauen wir noch einmal zurück! Da war von Dieben die Rede, die nicht wissen, wann sie in die Falle gehen. So wird man das wohl zuspitzen müssen. Ihnen kommt nicht zu, uns in Beschlag zu nehmen, uns Angst einzujagen, uns das Leben zu einem Gefängnis zu machen. Passt auf, sagt Jesus. Ich bin zu euch gekommen. Ihr habt gehört, was ich gesagt, was ich getan habe. Nichts war verborgen, nichts wurde versteckt.
Es ist etwas Zutage getreten. Der Mut, das Böse böse zu nennen, Lügen zu entlarven, falsche Hoffnungen aufzudecken. Der Mut, für Menschen zu sprechen, die keine Worte haben. Der Mut, Menschen zu lieben – und Hoffnungsgeschichten zu teilen.
Immer, wenn ich den Sternenhimmel sehe und mit Staunen die Weite der Nacht, kommen mir die vielen Menschen in den Sinn, die vor mir geglaubt und gehofft haben – die jetzt mit mir glauben und hoffen – die nach mir glauben und hoffen werden.
zahlreich wie die Sterne am Himmel
und der Sand am Meeresstrand, den man nicht zählen kann
sind wir, die wir glauben.
Wenn der Dieb wüsste, wann der Herr des Hauses zurückkehrt – er würde sein Werkzeug nicht durch die Nacht schleppen! Er würde keine Tür, kein Fenster öffnen! Er würde keine Scheibe einschlagen. Er würde nicht durchs Dunkel schleichen.
Wenn der Dieb wüsste…
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Abraham und Sara gelten als die großen Vorbilder des Glaubens. Sie vertrauen Gott entgegen aller menschlicher Erfahrung. Ein solches Vertrauen auf Gott ist Basis gläubigen Lebens. Auf dieser Grundlage halten wir es aus, vieles noch nicht oder nur durch einen Schleier zu sehen, also unseren Weg auch im Nebel zu gehen.
Kürzlich habe ich in der Krypta des Doms von Gurk (Kärnten) am Grabmal der hl. Hemma eine ganz besondere Frauenfigur bewundert: eine Allegorie des Glaubens, die das Grabmal ziert. (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gurk_Grabmal_Hemma.jpg)
Die Statue aus weißem Marmor ist 1720/21 von Antonio Corradini geschaffen worden und ist eine Schleierfigur. Dafür war er angeblich Spezialist. Der Blick bleibt besonders hängen an einem scheinbar hauchdünnen, ja transparent wirkenden marmornen Schleier über dem Gesicht der Frau.
Durch diesen Schleier hindurch kann man die feinen Züge des Gesichts mit den geschlossenen Augen ganz deutlich wahrnehmen. Und man kann sich vorstellen, dass die Frau im nächsten Augenblick die Augen aufschlägt und ihrerseits durch das Tuch den oder die Betrachtende:n anblickt. Ein gegenseitiger Blick: von außen nach innen, von innen nach außen, jeweils durch einen Schleier.
Während Justitia, die Gerechtigkeit, eine Augenbinde hat, also gesehen wird, aber selbst nicht sehen kann, ist es mit dem Glauben offenbar anders. Der Glaube kann sehen, zumindest wenn er die Augen aufmacht. Zwar durch einen Schleier, also ein wenig verschwommen, nicht ganz scharf. Der heilige Paulus beschreibt eine ähnliche Erfahrung im Korintherbrief (1 Kor 13,12): „Wir sehen nämlich jetzt durch einen Spiegel rätselhaft, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, dann aber werde ich ganz erkennen, wie ich auch ganz erkannt worden bin.“ Auch hier gibt es wieder einen doppelten Blick: selbst zu erkennen, aber auch von Gott ganz erkannt zu werden.
In der heutigen Lesung aus dem Hebräerbrief wird der Glaube beschrieben als ein „Zutagetreten von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Das ist vielleicht missverständlich, denn es erinnert an die landläufige Definition von Glauben: „Glauben heißt nichts wissen.“ Wenn dann, z. B. durch die Wissenschaft, sich Tatsachen erhellen und erklären lassen, bleibt vom Glauben ein immer kleiner werdender Rest.
Aber das kann die Bibel wohl nicht gemeint haben, einen Glauben, der mit der Zeit überflüssig wird; auch nicht einen unmündigen Glauben, der alles für wahr hält, was eine Autorität als wahr verordnet – „das musst du einfach glauben“, blind und kritiklos, auch gegen jede Vernunft –, und schon gar nicht einen kindischen Glauben, der selbst die Augen verschließt vor der Wirklichkeit und sich in Floskeln rettet und in billigen Trost.
Wenn aber der Glaube, wie es in der heutigen Lesung heißt, die Grundlage dessen ist, was wir erhoffen, dann ist damit das Vertrauen auf Gott als Basis unseres Lebens gemeint. Auf dieser Grundlage halten wir es aus, vieles noch nicht oder nur durch einen Schleier zu sehen, also unseren Weg auch im Nebel zu gehen. So heißt es von Abraham: „Aufgrund des Glaubens gehorchte er dem Ruf, und er zog weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.“ Aber er hat eine Verheißung, eine Zusage bekommen und ein Ziel vor Augen, zumindest vor dem inneren Auge.
Und von Sara heißt es: „Aufgrund des Glaubens empfing sie die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu werden, denn sie hielt den für treu, der die Verheißung gegeben hatte.“ – Wie das allerdings mit ihrem alten Gatten gehen sollte, da war sie skeptisch, das war ihr also erst noch – schleierhaft.
Beim Glauben geht es also um eine Beziehung des Vertrauens, unter Menschen und mit Gott. Es geht um ein Sehen und Gesehenwerden zwischen Personen, selbst durch einen Schleier hindurch. Jetzt sehen wir nur Stückwerk, aber wir werden schon gesehen, auch in unserer Skepsis und unseren Zweifeln.
Vielleicht gibt die Urlaubszeit Anregungen für einen bewussten „Blick durch den Schleier“, also wieder einmal in Stille an die Basis dessen zu gehen, was uns persönlich trägt, die Grundlage unserer Hoffnung aufzusuchen. Ein Ort dafür kann an einem besonderen Platz in der Natur sein, bei einem Kunstwerk, in einer Kirche, die wir mögen, auf einem Pilgerweg... Ein bewusster „Blick durch den Schleier“ kann unser Leben und unseren Glauben neu inspirieren.
© Dr.in Maria Prieler-Woldan, Linz
Glaube ist mehr als ein Für-wahr-halten von Wahrheiten, die wir nicht beweisen können. Glaube ist Vertrauen in das Wirken Gottes und in die Erfüllung seiner Verheißungen. So können wir auch als Kirche in einer Zeit des Umbruchs zuversichtlich unseren Weg gehen.
Die erste Lesung aus dem Buch der Weisheit legt uns nahe, einen Blick zurück in die Vergangenheit zu werfen. Sie spielt auf das Pessahmahl vor dem Auszug aus Ägypten an und erinnert an die Errettung des Volkes Israel aus Todesnot. Die Menschen konnten nur das Notwendigste mitnehmen, mussten vieles zurücklassen, loslassen. Damals wurde Nachfolge konkret. Die Menschen gehen hinter Mose und Aaron hinterher und erhalten die Lebensanweisung der zehn Gebote.
Erinnerung, den Blick nach innen richten, ist Teil der Weisheit. Die Klugheit, wie wir unser Leben gut organisieren können, ist für unser Leben von Bedeutung. Weisheit ist göttlich. Klugheit und Weisheit sind Fundamente für unser Leben. Deshalb ist auch der Glaube so wichtig. Das Volk Israel erhofft sich eine bessere Zukunft, vertraut auf die Führung des Mose bzw. JHWHs, der sein Volk in der Bundeslade begleitet.
Der Hebräerbrief bringt uns in der zweiten Lesung nahe, was Glauben bedeutet: Feststehen in dem, was man erhofft. Das wird besonders in Abraham und Sara verdeutlicht. Aufgrund ihres Glaubens, ihres Vertrauens erleben beide, dass Gott für den Menschen Unmögliches möglich macht. Als betagte Leute werden sie Eltern, auch wenn zunächst bei beiden Zweifel aufkommen.
Ein Glaube ohne Zweifel ist tot, weil er nichts hinterfragt, nicht nach dem letzten Grund, nach einer persönlichen Begründung dafür sucht. Glauben und Glaubenserfahrung braucht Beziehung zwischen Eltern, Partnern, Berufs- und Arbeitskollegen. Man muss deshalb nicht gleich das Land verlassen, wie es Abraham im Auftrag JHWHs getan hat. Für den Glauben ohne Beweise besteht die Wirklichkeit darin, auch auf das Dahinterliegende, Kommende und Zukünftige zu bauen.
Das führt uns das Evangelium vor Augen: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“ (Lk 12,32). Das junge Christentum, eine kleine Herde, eine Gemeinde des Anfangs, war Verfolgungen ausgesetzt. „Aller Anfang ist schwer“, lautet ein Sprichwort. Auch der Glaube ist schwer, braucht Vertrauen, braucht Mitarbeit, Gemeinschaft, Bildung, Bereitschaft, Wachsamkeit. „Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen! Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten.“ (Lk 12,35). Genau das ist geschehen, so konnte sich das Christentum ausbreiten. Die Volkskirche entstand und hat sich lange gehalten. Heute zerbröselt sie immer mehr. „Fürchte dich nicht, du kleine Herde!“ (Lk 12,32).
Tatsache ist, wir werden zur kleinen Herde. In der Stadt Wien unter 30% Katholiken, Kirchen werden verschenkt, verkauft, Gebäude sind nur schwer zu erhalten, Personalkosten sind hoch, also zurück zur Hauskirche… Was ist dazu zu hören und zu lesen? Die einen sagen, sehr gut, Erneuerung durch Substanzabbau, andere wieder meinen und erwarten, dass bald die lästigen Fragen und Diskussionen aufhören, damit endlich wieder Ruhe und Sicherheit einkehrt.
Die kleine Herde soll und darf nicht überheblich werden, indem andere als ungläubig und schlecht hingestellt werden. Wir sind kein elitärer Kreis von Auserwählten, wie man das in unserer Kirche auch da und dort hören kann. Wir sind auch Kirche der Sünder. Dabei sollten wir das Schriftwort „Wenn ich schwach bin, bin ich stark“ (2 Kor 12,10) bedenken. Wir sind heute auf dem Weg von der Volkskirche zur Entscheidungskirche. Das setzt neben Gebet, Reflexion auch voraus über den Glauben Bescheid zu wissen, denn erst dann kann man sich entscheiden und weiter orientieren.
Dazu fordert auch der 1. Petrusbrief (3,15) auf: „Gib Rechenschaft über deinen Glauben.“ Es gibt dazu mehrere Möglichkeiten: Bibel lesen, dazu Fragen stellen, im Gespräch bleiben. Das Evangelium legt uns auch „Wachsamkeit“ und „Schätze für den Himmel zu sammeln“ nahe. Gemeint ist nicht darauf zu achten, dass nichts gestohlen wird und dass der Besitz erhalten bleibt, sondern der wahre Schatz für den Himmel ist die Sorge um den Nächsten, um den der Hilfe braucht; eigentlich wir alle im Laufe unseres Lebens.
Kirche und Gemeinden werden dann nicht zum Verein ewig Gestriger, sondern werden sich langsam vermehren, wenn sie „Schätze für den Himmel“ anbieten, wenn wir unsere Talente, die wir mitbekommen haben, für unsere Gemeinden nutzbar machen. Wir alle können dazu beitragen.
»Missbrauch« ist in der Kirche zu einem Stichwort und Reizwort geworden, das alle aufschreckt. Kirchlicher Machtmissbrauch ist nach den Worten des Evangeliums eine Versuchung, die von Anfang an da war. Wie kann man ihm begegnen, wie verhindern?
Vor einigen Jahren wurden alle Betreiber von Webseiten und Firmen, die Daten ihrer Kunden elektronisch verarbeiten, mit einer Unmenge zusätzlicher Arbeit und der Androhung drakonischer Strafen überschüttet. Eine europaweite Datenschutzverordnung schrieb vor, dass jedes Land detaillierte Regeln zum Schutz der Daten ihrer Bürger erlässt. Damit wollte man der um sich greifenden missbräuchlichen Verwendung persönlicher Daten Einhalt gebieten. Seitdem nicken wir bei Aufruf einer Internetseite die Zustimmung zur Verwendung von Cookies ab, da man andernfalls nicht zum gewünschten Angebot kommt. Im Hintergrund werden von einer Unzahl von Firmen unsere Lebensgewohnheiten überwacht und ausgeforscht. Was dann mit unseren persönlichen Daten geschieht, lässt sich nur erahnen. Im glorreichen Westen sind wir froh, wenn das Datensammeln und Überwachen nicht so exzessiv betrieben wird wie in China, Nordkorea oder Russland. Nichts Genaues weiß man nicht.
Wir haben uns daran gewöhnt, dass viele Firmen und öffentliche Einrichtungen ihr Eigentum per Videoüberwachung schützen. Auch die Betreuer von Kirchen versuchen, mit den Mitteln moderner Technik Dieben, Randalierern, Vandalismus entgegenzutreten. Es ist nicht immer leicht, eine ausgewogene Balance zwischen notwendiger Wachsamkeit und übertriebener Überwachung zu finden.
Eine Reihe von Organisationen haben sich zum Ziel gesetzt, gesellschaftliche Entwicklungen zu beobachten und schädigende Aktivitäten von suspekten Gruppierungen rechtzeitig ans Licht der Öffentlichkeit zu bringen, um so gesetzeswidriger Wiederbetätigung, Antisemitismus oder Extremismen zuvorzukommen. Hier kommt den staatlichen Behörden aber auch den Medien große Verantwortung zu, dass sie einerseits wachsam sind, andererseits aber ihre Macht nicht missbrauchen. Sie müssen eine gute Balance zwischen naiver Verharmlosung und Panikmache finden.
Im Evangelium vergleicht Jesus die Situation der jungen Kirche mit Menschen, die auf die Rückkehr des verreisten Herren warten. Auch sei müssen wachsam sein, damit nicht Diebe die Abwesenheit des Besitzers ausnützen, um einzubrechen und ihn zu bestehlen. Auch für sie gilt es, das rechte Maß zu finden. Bei längerer Abwesenheit des Herren besteht die Gefahr, dass sich die eingesetzten Wächter verselbständigen und über alle anderen eine Herrschaft ausüben, die nicht im Sinne des abwesenden Herren ist.
Ohne dass dies im Detail näher beschrieben wird, hat es offenbar auch schon in der jungen Kirche Missbrauch der übertragenen Befugnisse gegeben. Amtsträger sind versucht, ihre Autorität für eigene Interessen zu missbrauchen oder gegenüber Missständen die Augen zuzudrücken. Kontrolle ist notwendig, doch wer kontrolliert wen? Wer kontrolliert die Kontrollierer? Wie kann kirchlichem Machtmissbrauch begegnet werden? Die Kirche hat im Laufe der Jahrhunderte eine ausgeklügeltes Rechtssystem entwickelt. Dieses muss aber immer neu am Evangelium gemessen und weiterentwickelt werden. Papst Franziskus hat schon mehrfach auf die Gefahr des Klerikalismus aufmerksam gemacht. Auch der Klerus ist anfällig für selbstherrliches Agieren, das der Kirche schadet.
Es geht nicht ohne Selbstkontrolle und Selbstkritik. Wir alle müssen wachsam sein, Entwicklungen beobachten, zur Sprache bringen und Konflikte zu lösen suchen. Papst Franziskus hat zu einem weltweiten "Synodalen Prozess" aufgerufen. Viele sind von den bisherigen Ergebnissen enttäuscht. In einigen Ländern ist es zur Konfrontation einzelner Gruppen und ihrer gegensätzlichen Interessen gekommen. Da und dort wird nicht nur diskutiert sondern auch taktiert, intrigiert, gemauert und gekämpft. Positiv ist, wenn die unterschiedlichen Erwartungen, Einstellungen und Meinungen offen auf den Tisch gelegt und von allen Seiten betrachtet werden. Bedauerlich ist, wenn diese Vorgänge in einer Machtprobe enden.
Petrus fragt im Evangelium nach, an wen der Vergleich Jesu gerichtet sei: "Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns oder auch zu allen?" Auf den ersten Blick scheinen nur die Amtsträger gemeint zu sein. Sie tragen die Verantwortung. Sie müssen sich der Rechenschaft bewusst sein, die der Herr einfordern wird, wenn er wiederkommt. Das heißt aber nicht, dass alle übrigen aus der Verantwortung entlassen sind. Alle Knechte – und wohl auch alle Mägde – sind gefordert, den Willen des Herrn zu erkennen und danach zu handeln. Alle sind gefordert wachsam zu sein.
Den Versuchungen des Klerikalismus sind nicht nur die Kleriker ausgesetzt. Manche kirchlich Engagierte gebärden sich, ohne es selbst zu merken, als Möchtegern-Kleriker. Den Missbrauch kirchlicher Macht fördern aber auch jene, die sich mit den vorgefundenen Verhältnissen abfinden und mit der Erfüllung ihrer eigenen religiösen Bedürfnisse zufrieden geben. Alle, die sich von "dieser" Kirche enttäuscht abwenden und ihre eigenen Wege gehen ohne nach dem Willen des Herrn zu fragen, tragen nicht zur Erneuerung der Kirche bei.
Suchen wir gemeinsam nach dem Willen des Herrn! Reden wir miteinander! Diskutieren wir miteinander ohne Tabus! Was will der Herr, dass wir als seine Kirche in der gegenwärtigen Welt bewirken? Und wie kann uns dies mehr und mehr besser gelingen?
Jeder, der Macht hat, ist versucht, diese auch für sich persönlich auszunutzen. Jesus sagt uns zwar nicht direkt etwas zum Umgang mit Sexualität. Er wird aber sehr deutlich, wenn es um den Missbrauch der Macht geht, den der Herr seinen "Knechten" gegeben hat.
Die Missbrauchskrise der Kirche ist noch lange nicht überwunden. Es hat viele Jahre gebraucht, bis Missbrauchsopfer ausreichend Gehör gefunden haben. Persönliche Scham hat sie gehindert, über ihre Erlebnisse zu sprechen. Und dann hat man ihnen allzu oft nicht geglaubt. Erst nach und nach sind die Mechanismen der persönlichen und der gesellschaftlichen Verdrängung größeren Kreisen bewusst geworden. Es zeigte sich dabei viel Entrüstung und zugleich wenig Fähigkeit, sich mit dem ganzen Fragenkomplex kompetent auseinanderzusetzen.
Ein Problem war und ist, dass Missbrauch nicht gleich Missbrauch ist, aber oft alles in 1 Topf geworfen wird.
Als ich in den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Grundschule besuchte, waren körperliche Strafen durchaus üblich. Kaum einer wagte es, den Eltern zu erzählen, wenn jemand eine Ohrfeige ausfasste oder sonst geschlagen wurde. Die meisten haben befürchtet, von den Eltern nochmals bestraft zu werden, wenn der Anlass zur Sprache kam. Da schwieg man lieber.
Sexualität war weitgehend tabu. Kaum einer konnte darüber reden; schon gar nicht mit den Eltern. Die Kirche erschwerte den Umgang mit und das Reden über Sexualität, indem sie alles Denken, Reden und Tun über alles, was das 6. Gebot betraf, als schwere Sünde deklarierte.
Eine weitere Ebene war der Missbrauch der Spiritualität. Die Kirche beanspruchte lange Zeit das Monopol, als einzige Instanz die Wahrheit in spirituellen Fragen zu vertreten. Durch ihre Beichtpraxis übte sie zudem eine spirituelle Herrschaft aus, die heute von den meisten Christen abgelehnt wird. Dieser Missbrauch der spirituellen Macht ist meines Erachtens der Hauptgrund dafür, dass heute so viele Menschen von der Kirche nichts mehr wissen wollen.
Wie soll man unter solchen Voraussetzungen über diese Probleme reden? Noch heute tun sich viele Menschen schwer damit, sich zu heiklen Themen zu äußern. Und wenn dann alle Themen über einen Kamm geschoren werden, breitet sich Unbehagen aus. Wir müssen erst lernen, über Fragen der Autorität, der Sexualität und der Spiritualität zu reden, die Erfahrungen jedes Einzelnen anzuhören und ernst zu nehmen. Erst dann können wir ausloten, wo Missbrauch beginnt, wo rote Linien überschritten werden und Regeln finden, wie wir damit gut umgehen können.
Über Sexualität sagt Jesus kaum etwas. Das war nicht sein Thema. Auch damals schien dieses Thema ein Tabu gewesen zu sein. Wohl aber äußert er sich über das Verhältnis zwischen Mann und Frau. Er weist zurück, dass Männer Frauen als ihren Besitz betrachten und über sie herrschen. Er nimmt sich der Kinder an und spricht ihnen das Himmelreich zu. Damals haben Kinder wenig gegolten, solange sie nicht erwachsen waren. Wehe denen, die den Kleinen und Unmündigen etwas zuleide tun.
Im Evangelium mahnt uns Jesus zur Wachsamkeit in so allgemeiner Form, dass man versucht ist, schnell zu anderen, konkreteren Themen weiterzugehen. Über Wachsamkeit könnte man lange schön reden. Die Rückfrage des Petrus, für wen all das gelte, lässt Jesus konkreter werden: Es geht alle an, betrifft aber besonders jene, die in der Gemeinschaft Verantwortung tragen. Er ruft der ganzen Kirche in Erinnerung: Das ihr anvertraute "Haus" mit allem, was dazu gehört, gehört nicht den "Knechten". Die Vollmacht der "Oberknechte" ist nur eine geliehene. Sie müssen dem Herrn Rechenschaft ablegen, wenn er zurückkehrt. Auch eine von Gott verliehene Vollmacht berechtigt nicht zu absolutistischer Machtausübung.
Kirchliche Machtausübung hat immer im Dienst der betroffenen Menschen zu stehen. Ihnen zu geben, was sie brauchen, ist Aufgabe der "Knechte". Die Not der Opfer schreit zum Himmel und darf nicht kleingeredet werden. Die Frage, wie den Opfern sexuellen Missbrauchs geholfen werden kann und wie sexueller Missbrauch in Zukunft verhindert werden kann, hat höchste Priorität.
Darüber hinaus muss aber auch der Umgang mit organisatorischer wie auch spiritueller Macht durch Kirchenfunktionäre aufmerksam verfolgt werden. Dazu braucht es die kritische Aufmerksamkeit aller. Seit einigen Jahren werden in vielen Diözesen kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geschult, dass sie selbst verfänglich Situationen meiden, aber auch Vorgänge innerhalb der Gemeinden und kirchlichen Organisationen kritisch beobachten und möglichen Missbrauch verhindern, indem sie mit zuständigen Personen darüber reden.
Jesus fordert die Jünger und Jüngerinnen auf, wachsam zu sein. Das kostbare Gut, das uns der Herr anvertraut hat, ist mehr als eine Institution, die glanzvoll zu halten ist. Es ist seine Sorge um das Wohl aller Menschen. Sie im Auge zu behalten, ist unser aller Auftrag.
Ein Leben nach dem Evangelium scheint oft dem "wirklichen Leben" entgegenzustehen. Der Glaube bewahrheitet sich jedoch als das feste Fundament unseres Lebens. Er ermöglich uns, wach und bereit sein, prophetisch und zupackend, furchtlos und liebend zu sein.
Wenn ich die Lesung und das heutige Evangelium in wenigen Worten zusammenfassen sollte, dann würde ich diese wählen: hoffen und erwarten, feststehen und überzeugt sein, nicht fürchten und beherzt sein, wach und bereit sein. Eigenschaften und Tugenden, die uns mit der christlichen Muttermilch eingeflößt und anerzogen wurden. Aber haben wir sie uns wirklich angeeignet? Sind es nicht viel eher Tugenden und Eigenschaften, die unserem Denken und Fühlen entgegengesetzt sind, gegen die wir uns innerlich aufbäumen und gegen die unser gesunder Menschenverstand rebelliert? Schon bei dem ersten Wortpaar: hoffen und erwarten, sagt uns ein Sprichwort: "Hoffen und Harren macht manchen zum Narren" und ist es nicht auch die Hoffnung, die zuletzt stirbt?
Genau hier liegt der Knackpunkt: - Unsere Erfahrungen und unser Denken sind geprägt von der Diktatur der Fakten, sind geprägt von einer Wirklichkeit, die in ihrer unbarmherzigen Brutalität selbst die Hoffnung in den Tod zu treiben scheint. Ein Narr, wer sich dieser Wirklichkeit in den Weg zu stellen wagt. Blind übernehmen wir diese Aussage, weil sie ja durch unsere eigenen Erfahrungen gedeckt scheint und spiegeln sie millionenfach in diese Welt zurück: wenn Jugendliche auf die Straße gehen, um von ihren Erwartungen und Hoffnungen zu sprechen, von ihrer Zukunft, wenn Menschen sich für den Frieden engagieren, wenn Kranke an der Hoffnung auf Heilung festhalten. Wirklich alles nur Narren?
Auch das zweite Wortpaar: feststehen und überzeugt sein, widerspricht so ganz unseren alltäglichen Erfahrungen. Ist es doch das weiche Holz, das sich im Wind bewegt, während das feste, gebrochen wird. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind heute die geforderten Attribute in Wirtschaft, Gesellschaft und nicht zuletzt auch häufig in Kirche. Menschen, die diesen Attributen nicht entsprechen gelten schnell als Querulanten und werden als unverbesserliche Betonköpfe an die Seite geschoben.
Auch dem dritten Wortpaar ergeht es nicht besser: nicht fürchten und beherzt sein. Denken wir nur an das Jahr der Willkommenskultur, Tausende von Freiwilligen gingen furchtlos und beherzt auf die Flüchtlinge, die in unser Land kamen, zu, versuchten, sie wirklich willkommen zu heißen, ihnen zu helfen und sie zu begleiten. Heute werden sie als Gutmenschen und Idealisten abgetan, die die Realität nicht sehen wollten. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Angst. Und Angst ist zum Mittel der Politik geworden. Nicht nur ein Herr Trump baut Mauern der Angst, auch in Europa sind ca. 1000 km Mauern gebaut worden, nicht weil sie uns schützen, sondern weil sie sichtbar beweisen, dass unsere Politiker etwas tun.
Auch unserem letzten Wortpaar: wach und bereit, geht es nicht anders. Schon der römische Kaiser entdeckte, dass es sich mit Panem et Circensis, mit Brot und Spielen besser regieren lässt. Und das ist bis heute so geblieben, die Unterhaltungsindustrie boomt, glücklich und abhängig, das sind die besten Kunden.
Jetzt wäre eigentlich der Punkt gekommen, an dem wir unseren Glauben an den Nagel hängen könnten. Doch genau darum geht es der frohmachenden und befreienden Botschaft Jesu. Wir sollen darauf hoffen und vertrauen, dass es diesen Nagel, an welchem unser Glaube hängt, wirklich gibt und dass er das tragende Fundament ist, auf dem die scheinbar so erdrückenden Fakten unserer Wirklichkeit nur kleine Ziegelsteine sind, die sich dem großen Bauplan unterzuordnen haben. Von diesem Bauplan aber heißt es: „Euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben“, oder wie es im Brief an die Hebräer heißt, Euch zu „Miterben der Verheißung“ zu machen. Und hier taucht auch schon das Bild mit dem Fundament auf: „Denn wir erwarten die Stadt mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut hat.“
Auf diesem Fundament, auf diesem Hintergrund bekommen unsere Wortpaare eine ganz andere Bedeutung und ich beginne zu ahnen, welche Herausforderungen da auf mich zukommen, wenn ich mich auf die Nachfolge Jesu einlasse. „Glauben ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.“
Jetzt verstehe die Worte Jesu am Tempel: „Kein Stein wird auf dem anderen bleiben“. Der Tempel ist das Bild der scheinbar unwandelbaren und erdrückenden Wirklichkeit, Jesus schaut aber nicht auf Wirklichkeit, sondern auf die Möglichkeiten, die sich dahinter verbergen. Er schaut nicht auf die Krankheit, sondern auf die Möglichkeiten des Lebens, er schaut nicht auf das Gesetz und das System der Angst, sondern auf die Möglichkeiten der Liebe, er schaut nicht auf das Kreuz, sondern auf die Möglichkeiten des Reich Gottes, auf die Möglichkeiten des Vaters.
Darum sollen wir wach und bereit sein, prophetisch und zupackend, furchtlos und liebend, voll der Hoffnung und Erwartung. „Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben.“ Zögern wir nicht länger, nehmen wir freudig dieses Erbe an, auch wenn wir dadurch in den Augen der Welt, zu Narren der Hoffnung werden.
Die Rede Jesu von der kleinen Herde kommt zwiespältig an. Einerseits schmeckt sie nach Rückzug oder Abbau. Andererseits enthält sie eine große Hoffnung. Weil Gott mit ihr ist, hat sie ein große Zukunft.
Im Evangelium dieses Sonntags hat der Evangelist offenbar Jesusworte zusammengetragen, die zur Wachsamkeit mahnen. Angesichts der Tatsache, dass sich die Naherwartung des Wiederkommens Jesu nicht erfüllt, kämpft Lukas gegen den Schlendrian, der in die jungen Gemeinden einzureißen droht. Die Mahnung gilt auch uns heute noch.
Im Hebräerbrief begegnen uns Abraham und Sarah, Isaak und Jakob. Was sie noch nicht sehen konnten, hofften sie und fanden das Land der Verheißung. Das Evangelium schenkt uns Blicke, wachsam, aufmerksam und zugewandt zu hoffen. Wir werden Zeugen einer neuen Welt.
Wir beten heute:
Für die Menschen, die sich über nichts mehr freuen können, nichts hoffen und auch nichts mehr erwarten.
Schenke ihnen einen neuen Blick, der aus der Enge hinausführt.
Herr, schenke uns ein aufmerksames Herz!
Für die Menschen, die von Nachrichten aufgerieben werden, die hilflos auf Entwicklungen schauen, die die Welt schon aufgegeben haben.
Für die Menschen, die in Krankenhäusern und Hospizen über andere wachen, die in Schulen und Betrieben achtsam miteinander umgehen, die in Politik und Wirtschaft hinter Zahlen Menschen sehen.
Schenke ihnen einen unbeirrten Blick auf die vielen noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten.
Für die Menschen, die in Kirchengemeinden Räume liebevoll herrichten, Einsamen und Obdachlosen ein leckeres Essen bereiten, Zeit haben für die vielen Geschichten, die noch kein Ohr gefunden haben.
Schenke ihnen einen mutigen Blick, hinter Fassaden Schätze zu erblicken.
Für die Menschen, die schwer erkrankt sind, die von ihrem Leben Abschied nehmen müssen, die in der letzten Stunde ganz alleine sind.
Schenke ihnen Menschen, die sie mit ihren Augen halten.
Den Glauben Abrahams und Sarahs, Isaaks und Jakobs, schenke uns. Dann entdecken wir dein Reich. Lass uns wachsam und aufmerksam dein Kommen erwarten. Dann entdecken wir uns. Als die von dir geliebten und angenommenen Menschen.
Eure Hüften sollen gegürtet sein
und eure Lampen brennen!
Seid wie Menschen,
die auf ihren Herrn warten.
An Gott glauben heißt, sich in allen Lebenslagen auf Gott verlassen. Das Wissen um das Wirken Gottes lässt uns ruhig und gelassen sein. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir tun und lassen können, was uns beliebt. Wir müssen unser Tun und unsere Lebenswiese vor Gott verantworten. Er wird von uns Rechenschaft darüber verlangen, was wir aus den uns anvertrauten Gütern gemacht haben.
Am Beginn des Gottesdienstes treten wir vor den Herrn hin und preisen seine Größe und sein Erbarmen.
Herr,
wir sind Tagträumer und Nachtschwärmer.
Leichtfüßig und sorglos möchten wir leben.
Herr, erbarme dich.
Viele Menschen gehen in ihrem Alltag unter.
Sorgen und Ängste machen keinen Urlaub.
Christus, erbarme dich.
Geschichten gehen rund um die Welt.
Hoffnungsgeschichten konkurrieren mit Horrornachnachrichten.
Herr, erbarme dich.
Zahlreich wie die Sterne am Himmel
und der Sand am Meeresstrand,
den man nicht zählen kann,
sind die Hoffenden,
die Gott loben.
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr, Jesus Christus,
du hast die Menschen ermutigt,
sich ganz dem Wohlwollen des Vaters im Himmel anzuvertrauen.
Herr, erbarme dich.
Du mahnst uns zu achtsamem Umgang mit den uns anvertrauten Menschen und Gütern.
Christus, erbarme dich.
Wenn du wiederkommst, werden wir Rechenschaft darüber ablegen müssen, wie wir mit der Schöpfung und den Mitmenschen umgegangen sind.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
wir dürfen dich Vater nennen,
denn du hast uns an Kindes Statt angenommen
und uns den Geist deines Sohnes gesandt.
Gib, daß wir in diesem Geist wachsen
und einst das verheißene Erbe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Gott, du Urheber alles Guten,
du bist unser Herr.
Laß uns begreifen, daß wir frei werden,
wenn wir uns deinem Willen unterwerfen,
und daß wir die vollkommene Freude finden,
wenn wir in deinem Dienst treu bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
wir haben uns im Namen deines Sohnes
versammelt und rufen zu dir:
Erhöre die Bitten deines Volkes,
mach uns hellhörig für unseren Auftrag in dieser Zeit
und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Gott.
Du hast uns geschaffen - doch wir kennen dich kaum.
Du liebst uns - und doch bist du uns fremd.
Offenbare dich deiner Gemeinde.
Zeige uns dein Gesicht.
Sag uns, wer du bist und was du für uns bedeutest.
Lehre uns dich erkennen, dich verstehen, dich lieben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
MB Auswahl 2
Gott, unser Schöpfer,
wir kennen nicht den Tag,
und wissen nicht die Stunde,
zu der dein Sohn, unser Herr, wiederkommen wird.
Das Wort deiner Frohen Botschaft
mache uns wachsam für dich,
damit wir das Ziel unseres Lebens nicht verfehlen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
WB 19. Sonntag im Jahreskreis C
Als Menschen zum ersten Mal von dir hörten,
Gott,
sahen sie den Himmel in seiner Schönheit.
Uns geht jeden Morgen die Sonne auf
und die Nacht mit ihrer Sternenpracht.
Wir danken dir für die Schöpfung,
für geordnete Tage, für freie Zeiten.
Für unsere Arbeit, für unsere Urlaube.
Für glückliche Stunden.
Die schweren Stunden legen wir in deine Hand.
Du schenkst uns Vertrauen.
Du stiftest Frieden.
Wie die Sterne am Himmel,
wie der Sand am Meer,
sind wir bei dir.
In Christus.
Er kommt zu uns.
In der Kraft deines Geistes.
Heute.
Für die Ewigkeit.
Im Hebräerbrief begegnen uns Abraham und Sarah, Isaak und Jakob. Was sie noch nicht sehen konnten, hofften sie und fanden das Land der Verheißung. Das Evangelium schenkt uns Blicke, wachsam, aufmerksam und zugewandt zu hoffen. Wir werden Zeugen einer neuen Welt.
Wir beten heute:
Für die Menschen, die sich über nichts mehr freuen können, nichts hoffen und auch nichts mehr erwarten.
Schenke ihnen einen neuen Blick, der aus der Enge hinausführt.
Herr, schenke uns ein aufmerksames Herz!
Für die Menschen, die von Nachrichten aufgerieben werden, die hilflos auf Entwicklungen schauen, die die Welt schon aufgegeben haben.
Für die Menschen, die in Krankenhäusern und Hospizen über andere wachen, die in Schulen und Betrieben achtsam miteinander umgehen, die in Politik und Wirtschaft hinter Zahlen Menschen sehen.
Schenke ihnen einen unbeirrten Blick auf die vielen noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten.
Für die Menschen, die in Kirchengemeinden Räume liebevoll herrichten, Einsamen und Obdachlosen ein leckeres Essen bereiten, Zeit haben für die vielen Geschichten, die noch kein Ohr gefunden haben.
Schenke ihnen einen mutigen Blick, hinter Fassaden Schätze zu erblicken.
Für die Menschen, die schwer erkrankt sind, die von ihrem Leben Abschied nehmen müssen, die in der letzten Stunde ganz alleine sind.
Schenke ihnen Menschen, die sie mit ihren Augen halten.
Den Glauben Abrahams und Sarahs, Isaaks und Jakobs, schenke uns. Dann entdecken wir dein Reich. Lass uns wachsam und aufmerksam dein Kommen erwarten. Dann entdecken wir uns. Als die von dir geliebten und angenommenen Menschen.
Eure Hüften sollen gegürtet sein
und eure Lampen brennen!
Seid wie Menschen,
die auf ihren Herrn warten.
Die Erfahrung, dass das gesunde Maß überschritten wird und etwas vorerst Gutes in sein Gegenteil verkehrt wird, lehrt uns wachsam durch unser Leben zu gehen.
Durch Jesus, der um alles Menschliche weiß, bitten wir den Vater um seinen Geist:
Traditionen sind gut und hilfreich, aber nur solange ihre Asche nicht die Glut des Feuers erstickt.
Heiliger Geist hilf uns, zu erkennen, wann wir uns in der Kirche neuen Wegen öffnen müssen.
In Demokratien haben die Politiker die Interessen ihrer Wähler zu vertreten. Die Klimaveränderung ist aber ein globales Problem.
Heiliger Geist hilf ihnen, zu erkennen, wann globales Handeln über das für das eigene Kollektiv zu stellen ist.
Die digitale Technik erleichtert in vielen Bereichen unseren Alltag. Den Menschen hast du als dein Ebenbild erschaffen.
Heiliger Geist bewahre uns in der Versuchung göttlichen Schöpferwillen durch Menschenwerk zu ersetzen.
Mitgefühl und Empathie sind die Basis guter zwischenmenschlicher Beziehungen. Der Respekt vor der Einzigkeit eines jeden Menschen setzt auch dort eine Grenze.
Heiliger Geist hilf uns, in liebevoller Achtsamkeit miteinander umzugehen.
Dich, großer Gott, verehren wir als allmächtig, allwissend, fürsorglich und gerecht.
Wir bitten dich sei unseren Verstorbenen, allen Sterbenden und uns auch ein barmherziger Gott.
Deinen Verheißungen vertrauen wir und deine Nähe suchen wir.
Dir gilt unser Lob und Dank jetzt und bis in Ewigkeit. Amen.
Guter Gott,
du hast uns als Verwalter der Schöpfung eingesetzt
und berufen, sie nach deinem Willen zu gestalten.
Wir bitten dich, dass die Mächtigen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ihre Macht zum Wohl der ihnen anvertrauten Menschen einsetzen.
Wir bitten dich, dass alle, die sich durch Missbrauch ihrer staatlichen Macht bereichert oder Vorteile verschafft haben, zur Verantwortung gezogen werden.
Wir bitten dich für alle, die durch den Missbrauch kirchlicher Macht körperlichen oder seelischen Schaden erlitten haben, rehabilitiert und entschädigt werden.
Wir bitten dich, dass alle, sie sich durch Missbrauch ihnen verliehener Macht schuldig gemacht haben, Vergebung finden.
Wir bitten dich, dass unsere verstorbenen Freunde, Verwandten und Seelsorger bei dir Frieden und Gerechtigkeit erfahren.
Du, Vater, hast beschlossen, uns dein Reich zu geben.
Dir sei Lob und Dank dafür. - Amen.
Mit Jesus ist etwas ganz Neues in unsere Welt gekommen. Seine Botschaft von einem Gott, der sich voll Liebe uns Menschen zuwendet, verwandelt, verändert und schenkt uns allen, die wir von vielen Nöten geplagt sind, Zuversicht.
Ihn lasst uns bitten:
Für eine Kirche, die wir wie viele andere Institutionen in unseren Tagen oft als rat- und hilflos erleben, und für die sich viele so sehr wünschen, dass sie von deiner Botschaft geprägt Zuversicht und Hoffnung ausstrahlt.
Für alle Menschen, die derzeit ganz konkret den Folgen der Klimakrise, kriegerischer Auseinandersetzungen, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Nöte ausgesetzt sind und ganz dringend auf den Beistand der Gemeinschaft angewiesen sind.
Für alle, die eine Zeit des Urlaubs und damit eine Auszeit genießen dürfen, in der sie Gelegenheit haben, ihre Mitte zu finden und mit neuer Gelassenheit und innerem Frieden ihren gewohnten Alltag wiederaufnehmen können.
Für alle, die sich von der Flut schlechter Nachrichten erschlagen fühlen, die sich falschen Heilsversprechungen zuwenden, von den jeweils anderen einfache Lösungen komplexer Probleme erwarten und nicht mehr die Kraft haben, mit deiner Hilfe im Miteinander und Füreinander nach neuen Wegen zu suchen.
Für uns alle, deren Glaube sich im Angesicht des Todes zu bewähren hat.
Wenn auch Jesus mit seiner Botschaft menschlich gesehen durch seinen Kreuzestod vorerst gescheitert scheint, so geht doch seine Botschaft durch den Glauben an seine Auferweckung durch die Jahrtausende weiter.
Dafür danken wir dir, Vater, dir Jesus, unserem Bruder und Erlöser, im Heiligen Geist. - Amen.
Gott, unser Vater!
Unser Glaube ist dein Geschenk an uns. Durch ihn dürfen wir auf dich und deine Verheißungen hoffen.
Dich bitten wir:
In deine Kirche berufen zu sein, bedeutet sich in Dienst nehmen zu lassen und Verantwortung für sie zu übernehmen.
Hilf uns, aus dem Glauben an dich als deine Jüngerinnen und Jünger zu leben.
Durch die Botschaft des Evangeliums verstehen wir, dass du allen Menschen dieser Erde ein gutes Leben in Freiheit und Frieden zugedacht hast.
Bewahre die Welt vor den Folgen der erneut einsetzenden atomaren Aufrüstung.
Mit einem wachsamen Geist verfolgt die junge Generation die Gefahren des Klimawandels und der Erderwärmung.
Hilf uns, im persönlichen Leben und auf weltweiter Ebene mit ihnen und für sie effektive Maßnahmen zum Schutz unseres Planeten umzusetzen.
Du versprichst uns kein einfaches und unkompliziertes Leben.
Hilf uns, im Glauben an deine Nähe und Vorsehung Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus deiner Hand anzunehmen.
Keiner ist Herr seines Lebens.
Hilf uns in Wachsamkeit die endgültige Begegnung mit dir am Ende unseres Lebens zu erwarten.
In den schwachen Stunden unseres Lebens sagst du uns deine Stärke zu.
Dir vertrauen wir, auf dich hoffen wir und an deine Liebe glauben wir.
Dir sei Dank jetzt und allezeit. - Amen.
Guter Gott,
wir zweifeln wir oft an deiner Gegenwart
weil wir dich nicht sehen können.
Zeige, dass du da bist, und höre auf unsere Bitten:
Wir bitten für alle Menschen, die auf der Flucht sind
vor Krieg, vor Hunger, vor Ungerechtigkeit...
Lass sie Menschen finden, die sie aufnehmen.
Wir bitten für alle Menschen, die auf der Suche sind
nach Arbeit, ausreichendem Einkommen, nach stabilen Beziehungen...
Lass sie finden, was sie zum Leben nötig haben.
Wir bitten für alle Menschen, die in Angst vor einer ungewissen Zukunft leben;
die konfrontiert sind mit einer unheilbarten Krankheit,
mit den Folgen eines Unfalles, enttäuschten Hoffnungen.
Lass sie Halt finden in der Beziehung zu dir.
Wir bitten für alle Frauen und Männer, die in der Kirche Verantwortung tragen.
Behüte sie vor dem Missbrauch ihrer Macht
und befähige sie zu selbstlosem Dienst an den Schwestern und Brüdern.
Wir bitten dich für alle, deren Leben in dieser Welt zu Ende gegangen ist.
Enttäusche nicht ihre Hoffnungen, die sie auf dich gesetzt haben.
Herr, wir danken dir, dass du uns nicht vergeblich warten lässt.
Stärke unseren Glauben. – Amen.
Herr, unser Gott,
wir bringen die Gaben zum Altar,
die du selber uns geschenkt hast.
Nimm sie von deiner Kirche entgegen
und mache sie für uns zum Sakrament des Heiles.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du selber hast uns die Gaben geschenkt,
die wir auf den Altar legen.
Nimm sie an als Zeichen unserer Hingabe
und gib uns die Kraft
zu einem Leben nach deinem Willen,
damit wir einst den ewigen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 8. Sonntag im Jahreskreis
Auf der Reise zu dir, Herr,
steckst du uns Proviant zu.
Brot und Wein.
Mehr können wir nicht tragen.
Unser Gepäck ist schwer.
Verwandle deine Gaben.
Verwandle unser Leben.
Wir schmecken dich,
deine Liebe.
Brot und Wein.
Sie sind Leib und Blut unseres Herrn.
Komm, unser Herr!
(für Wortgottesdienstfeiern):
Kehrvers:
Freut euch: Wir sind Gottes Volk,
erwählt durch seine Gnade.
(GL 56,1)
Oder :
Alle Enden der Erde schauen Gottes heil.
(GL Ö800)
Großer und erhabener Gott.
Wir preisen dich, weil du uns immer nahe bist,
unsere Sorgen, Nöte und Ängste kennst
und uns gibst, was wir zum Leben brauchen.
Kehrvers
In Jesus, deinem Sohn bist du uns auf unüberbietbare Weise nahe gekommen.
In ihm haben sich die Verheißungen der Propheten erfüllt.
Durch ihn haben wir deine väterliche Liebe und Fürsorge schätzen gelernt.
Kehrvers
Sein Erbe hat seinen Jüngern anvertraut
und ihnen die Sorge für dein Volk übergeben.
Er hat jene selig gepriesen,
die er bei seinem Wiederkommen wachend antreffen wird.
Kehrvers
Wachend und betend warten wir auf sein Kommen.
Wir werden nicht müde, die Größe deiner Liebe zu rühmen
und wir singen mit der ganzen Schöpfung dein Lob.
Danklied, z. B. GL 551: Nun singt ein neues Lieb dem Herren (3. Str.)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn in seinem ersten Kommen
hat er sich entäußert
und ist Mensch geworden.
So hat er die alte Verheißung erfüllt
und den Weg des Heiles erschlossen.
Wenn er wiederkommt
im Glanz seiner Herrlichkeit,
werden wir sichtbar empfangen,
was wir jetzt mit wachem Herzen gläubig erwarten.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 1
Du liebevoller Gott:
Sei über uns und segne uns,
sei unter uns und trage uns,
sei neben uns und stärke uns,
sei hinter uns und schütze uns,
sei vor uns und führe uns.
Sei du die Freude, die uns belebt,
sei du die Ruhe, die uns erfüllt,
sei du das Vertrauen, das uns hält,
sei du der Mut, der uns beflügelt.
Sei du der Glaube, der uns trägt,
sei du die Hoffnung, die uns leuchtet,
sei du die Liebe, die uns antreibt,
sei du das Ziel, das uns erwartet.
Barmherziger Gott,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Das heilige Sakrament bringe uns Heil,
es erhalte uns in der Wahrheit
und sei unser Licht in der Finsternis.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Wir danken dir, gütiger Gott,
für die heilige Gabe,
in der wir die Kraft von oben empfangen.
Erhalte uns in deinem Geist
und lass uns dir stets aufrichtig dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 32. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
du hast uns von den alten
zu den neuen Zeichen des Heils hinübergeführt.
Lass uns die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und neu werden in Heiligkeit und Gerechtigkeit.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Freitag der 4. Woche der Fastenzeit
Mit deinem Wort schließt du uns,
Gott,
die Welt und den Himmel auf.
An deinem Tisch nehmen wir Platz.
Manchmal hungrig,
manchmal übersatt.
Segne die Menschen,
die in Ferien sind,
segne die,
die sich keine Ferien leisten können,
segne alle Menschen,
die für ihre Seelen Luft und Weite brauchen,
Ruhe und neue Anfänge.
Wir hören die Erde klagen.
Um deinen Frieden bitten wir dich.
In Christus,
er heilt, was verwundet ist,
er bringt zusammen, was sich getrennt hat,
er ist unser Friede.
Gott, der allmächtige Vater, segne euch;
er bewahre euch vor Unheil und Schaden. – Amen.
Er öffne eure herzen für sein göttliches Wort
und bereite sie für die unvergänglichen Freuden. - Amen.
Er lasse euch erkennen, was zum Heile dient,
und führe euch auf dem Weg seiner Gebote zur Gemeinschaft der Heiligen. - Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
MB Feierlicher Segen im Jahreskreis 5
Je freizügiger ich bin
im Geben
umso mehr
empfange ich
Denn
geben macht frei
zum Empfangen
Ein gutes Gefühl
das SINN ergibt
und
Haltung wird
mit der Zeit
Ein wahrer Schatz
in der Herzmitte
verankert
Barbara Staudigl wehrt sich gegen die Ausgrenzung derer, die angesichts der Hartnäckigkeit klerikaler Strukturen jede Hoffnung auf Veränderung verloren haben.
Ganzer Beitrag:
https://www.feinschwarz.net/was-brauchst-du-um-zu-bleiben/
Barbara Staudigl auf feinschwarz.net
Das theologische Feuilleton feinschwarz.net bietet eine Sammlung von Beiträgen zum Thema Klerikalismus
Zum Feuilleton feinschwarz.net:
https://www.feinschwarz.net/tag/klerikalismus/
feinschwarz.net
Papst Franziskus sagt: „Wenn ich einen Klerikalen vor mir habe, werde ich im Nu zum Antiklerikalen.“ Philipp Müller zeigt auf, wie es - nicht nur bei Geistlichen - zu einem überzogenen Privilegienanspruch kommen kann, wie eng Macht und Missbrauch beieinanderliegen - und was dagegen hilft.
Ganzer Beitrag:
https://www.herder.de/stz/hefte/archiv/143-2018/4-2018/franziskus-kampf-gegen-den-klerikalismus-narzissmus-und-machtbestrebungen-in-der-kirche/
Philipp Müller in Stimmen der Zeit auf herder.de
Der Klerikalismus sei eine perverse Versuchung und lasse an einen Gott denken, "der nur zu einigen wenigen spricht, während die anderen nur zuhören und ausführen müssen": Papst Franziskus mahnt die Kurie zu Demut und dem "Stil der Synodalität".
Ganzer Beitrag:
https://www.katholisch.de/artikel/32495-papst-an-kirchenleitung-klerikalismus-ist-eine-perverse-versuchung
katholisch.de
Im schlimmsten Fall werde der Synodale Weg statt Veränderungen in der Weltkirche "ein Zerfallen der deutschen Katholiken in feindselige Lager" bewirken: Davor hat der Soziologe Hans Joas nach eigenem Bekunden "große Angst".
Ganzer Beitrag:
https://www.katholisch.de/artikel/40428-soziologe-joas-synodaler-weg-birgt-gefahr-zunehmender-polarisierung
Hans Joas auf katholisch.de
Ich glaube an Gott,
der mehr ist als väterliche und mütterliche Liebe,
weil er die Liebe ist.
Ich glaube an Gott,
der lebt, der ewig gelebt hat und ewig leben wird.
Ich glaube,
dass er will, dass mit ihm seine Schöpfung lebt,
in aller Natur und Kreatur.
Ich glaube,
dass mein Leben von ihm kommt und
zu seiner ewigen Liebe zurückkehrt.
Ich glaube,
dass Gott, bis zu meinem ewigen Zusammensein mit ihm,
mich auch hier auf Erden begleiten wird,
in Höhen, Ebenen und Tiefen,
dass er an meiner Seite bleiben wird,
was immer mir widerfährt.
Gestärkt werde ich in diesem Glauben,
weil sein ewiger Sohn,
der mir Bruder ist,
darauf vertraut hat bis in den Tod.
Ich glaube daran,
dass Jesus der Christus ist,
der Überwinder all dessen,
was tödlich ist.
Ich glaube,
dass der Geist Gottes alles wieder zusammenführt,
was er aus Liebe geschaffen hat und
es ewig bei sich behalten wird,
in verzeihender und bindender Liebe.
Beatrix Senft (2022)
Für Wachsamkeit?
Dein Herz wird es dir danken
Wie leicht
gerät es außer Rand und Band
Wie leicht
verfängt es sich
im Festhalten von Dingen und Besitz
Wie leicht
fühlt sich das Loslassen an?
Wie schwer
ist es bisweilen?
Die große Gabe
der bleibende Schatz
ist Herzenssache
Bist du erst mal
himmel-reich
ist das Glück auf deiner Seite
Jetzt
und auf ewig
Herz
was willst du mehr …
„Als ich jung war“: Unwillkürlich stellen sich bei der Lektüre von Norbert Gstreins Roman Verdächtigungen gegen männliche Figuren ein. Subtil entrollt er, wie eng die Kategorien Geschlecht, Sexualität und Machtmissbrauch verbunden sein können.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/spectrum/literatur/5662267
Johanna Öttl in der Tageszeitung "Die Presse" am 19.7.2019
Papst Franziskus legt eine ersehnte Reform vor. Geregelt wird das Verfahren gegen Bischöfe, die selbst Täter sind und Täter durch Vertuschen decken. Der Fall Groër wäre heute anders gelaufen.
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https://diepresse.com/home/panorama/religion/5625556
Dietmar Neuwirth in der Tageszeitung "Die Presse" am 9.5.2019
Eine zweistündige Dokumentation über sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Priester erschüttert die mächtige katholische Kirche und könnte politische Folgen haben.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/ausland/welt/5629517
Burkhard Bischof in der Tageszeitung "Die Presse" am 9.5.2019
Und jetzt …?
Wer bekommt
bedingungslos
göttliches
Grundeinkommen
Gott hat es
beschlossen
„Euch
das Reich zu geben“
einfach so?!
Fürchtet euch also nicht
mit den Armen zu teilen
es wird euch an nichts mangeln
weil ER reich beschenkt
Im Geben liegt die Fülle
Ein wahrer Schatz
erwartet dich
(nicht erst) im Himmel
Wer das erkennt
dem geht das Herz auf!

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Die vorliegende Perikope ist dem dritten Teil des Buches entnommen, in dem an die Geschichte Israels, speziell an den Exodus erinnert wird. Bedrängnisse in der Vergangenheit, die bestanden werden konnten, können in der Not der Gegenwart trösten. Die Erinnerung an die Befreiung aus Not und Elend kann auch in der Gegenwart Hoffnung schenken. Eine Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart schafft zudem unter den Zuhörern eine Identität. Sie stärkt den Glauben an Gott, der der Herr über alle und alles ist.
Im Text ist das Stilmittel der "Synkrisis" (Vergleich) verwendet worden, das in der griechischen Literatur bekannt ist. Den Plagen an den Ägyptern werden die Wohltaten am Volk Israel gegenübergestellt.
Mit "der Nacht der Befreiung" wird an den Exodus erinnert. Interessant an der Schilderung des Paschamahles ist die Bemerkung, dass Loblieder gesungen wurden. Lieder und Hymnen werden in der Exodus-Erzählung selber nicht erwähnt. Es handelt sich wohl um einen späteren liturgischen Brauch, der dann in die Vergangenheit zurückverlegt wurde. Dieser Brauch wird auch an anderen Stellen der Hl. Schrift erwähnt.
Das Buch ist im Kontext des Neuen Testament vor allem von Paulus gelesen und verwendet worden. Die vorliegende Perikope gehört zum dritten Teil des Buches, der als ein großes Gebet gestaltet ist. Dort findet sich in sieben gegenüber stellenden Darstellungen (11,5 - 19,27) das strafende und rettende Eingreifen Gottes in die Geschichte seine Volkes.