Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesaja:
So spricht der Herr:
Ich kenne die Taten und die Gedanken aller Nationen und Sprachen
und komme, um sie zu versammeln,
und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.
Ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf
und schicke von ihnen einige, die entronnen sind,
zu den Nationen, zu den fernen Inseln,
die noch keine Kunde von mir gehört
und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen haben.
Sie sollen meine Herrlichkeit unter den Nationen verkünden.
Sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen
als Opfergabe für den Herrn herbeibringen
auf Rossen und Wagen,
in Sänften, auf Maultieren und Kamelen,
zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem, spricht der Herr,
so wie die Söhne Israels
ihre Opfergabe in reinen Gefäßen zum Haus des Herrn bringen.
Und auch aus ihnen
nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der Herr.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesaja:
So spricht der Herr:
Ich kenne die Taten und die Gedanken aller Nationen und Sprachen
und komme, um sie zu versammeln,
und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.
Ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf
und schicke von ihnen einige, die entronnen sind,
zu den Nationen, zu den fernen Inseln,
die noch keine Kunde von mir gehört
und meine Herrlichkeit noch nicht gesehen haben.
Sie sollen meine Herrlichkeit unter den Nationen verkünden.
Sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen
als Opfergabe für den Herrn herbeibringen
auf Rossen und Wagen,
in Sänften, auf Maultieren und Kamelen,
zu meinem heiligen Berg nach Jerusalem, spricht der Herr,
so wie die Söhne Israels
ihre Opfergabe in reinen Gefäßen zum Haus des Herrn bringen.
Und auch aus ihnen
nehme ich einige zu levitischen Priestern, spricht der Herr.
Denn wie der neue Himmel und die neue Erde,
die ich mache,
vor mir stehen - Spruch des HERRN - ,
so bleibt eure Nachkommenschaft
und euer Name bestehen.
Und es wird geschehen,
dass Neumond für Neumond
und Sabbat für Sabbat
alles Fleisch kommt,
um sich vor mir niederzuwerfen,
spricht der HERR.
Und sie werden hinausgehen
und die Leichen der Männer sehen,
die mir abtrünnig geworden sind.
Denn ihr Wurm stirbt nicht
und ihr Feuer erlischt nicht
und sie werden ein Abscheu sein
für alles Fleisch.
Kv - Geht hinaus in die ganze Welt
und verkündet allen das Evangelium! – Kv
Oder GL 454 oder: Halleluja.
Lobet den Herrn, alle Völker, *
preist ihn, alle Nationen! – (Kv)
Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *
die Treue des Herrn währt in Ewigkeit. – Kv
Lesung aus dem Hebräerbrief.
Schwestern und Brüder!
Ihr habt die Mahnung vergessen,
die euch als Söhne anredet:
Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn
und verzage nicht, wenn er dich zurechtweist!
Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er;
er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat.
Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet!
Gott behandelt euch wie Söhne.
Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?
Jede Züchtigung
scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen,
sondern Leid;
später aber
gewährt sie denen, die durch sie geschult worden sind,
Gerechtigkeit als Frucht des Friedens.
Darum macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße,
damit die lahmen Glieder nicht ausgerenkt,
sondern vielmehr geheilt werden!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Hebräerbrief:
Schwestern und Brüder!
Ihr habt im Kampf gegen die Sünde
noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet
Und ihr habt die Mahnung vergessen,
die euch als Söhne anredet:
Mein Sohn, verachte nicht die Zucht des Herrn
und verzage nicht, wenn er dich zurechtweist!
Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er;
er schlägt mit der Rute jeden Sohn, den er gern hat.
Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt werdet!
Gott behandelt euch wie Söhne.
Denn wo ist ein Sohn, den sein Vater nicht züchtigt?
Würdet ihr nicht gezüchtigt,
wie es doch bisher allen ergangen ist,
dann wäret ihr keine legitimen Kinder,
ihr wäret nicht seine Söhne.
Ferner:
An unseren leiblichen Vätern
hatten wir harte Erzieher und wir achteten sie.
Sollen wir uns dann nicht erst recht
dem Vater der Geister unterwerfen
und so das Leben haben?
Jene haben uns für kurze Zeit
nach ihrem Ermessen in Zucht genommen;
er aber tut es zu unserem Besten,
damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen.
Jede Züchtigung
scheint zwar für den Augenblick nicht Freude zu bringen,
sondern Leid;
später aber
gewährt sie denen, die durch sie geschult worden sind,
Gerechtigkeit als Frucht des Friedens.
Darum macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße,
damit die lahmen Glieder nicht ausgerenkt,
sondern vielmehr geheilt werden!
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater außer durch mich.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
In jener Zeit
zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem
von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf
und lehrte.
Da fragte ihn einer:
Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?
Er sagte zu ihnen:
Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen;
denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen,
aber es wird ihnen nicht gelingen.
Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt
und ihr draußen steht,
an die Tür klopft
und ruft: Herr, mach uns auf!,
dann wird er euch antworten:
Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Dann werdet ihr anfangen zu sagen:
Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken
und du hast auf unseren Straßen gelehrt.
Er aber wird euch erwidern:
Ich weiß nicht, woher ihr seid.
Weg von mir,
ihr habt alle Unrecht getan!
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein,
wenn ihr seht, dass Abraham, Ísaak und Jakob
und alle Propheten im Reich Gottes sind,
ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
Und sie werden von Osten und Westen
und von Norden und Süden kommen
und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein,
und da sind Erste, die werden Letzte sein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Manche Bibeltexte sind doppelt schwierig: Wenn sie nicht im Kontext der Zeit gelesen werden, in denen sie niedergeschrieben wurden, und wenn sie aus dem Zusammenhang der biblischen Botschaft gerissen werden. Unter Umständen vermitteln sie dann ein Gottesbild, das der Predigt Jesu nicht entspricht. Gott verhängt keine Schicksalsschläge sondern geht mit uns und steht zu uns. Er gibt uns die Kraft, an leidvollen Erfahrungen zu wachsen.
„Wen Gott liebt, züchtigt er“. Es gibt nicht viele Sätze in der Bibel, die so missbraucht wurden wie dieser Satz - war er doch Freibrief für alle, die meinten, ein Vater hätte das Recht, seinen Kinder körperlich oder psychisch Qualen und Schmerz zuzufügen, alles unter dem vermeintlichen Erziehungsziel, die Kinder zu ihrem Besten gefügig zu machen. Wir können nicht mehr viel anfangen mit einer solchen Pädagogik. Gott sei Dank haben wir mittlerweile auch Gesetze, die Schläge und körperliche Züchtigungen verbieten, auch gegenüber den eigenen Kindern.
Doch ebenso problematisch ist das Gottesbild, das sich hinter solchen Sätzen – sie stammen ja aus der Bibel! – verbirgt. Von einem Gott, der Menschen durch Schicksalsschläge oder Leid auf den rechten Pfad zurückbringen will, nehmen die meisten Menschen zu Recht Abstand.
Und auch der Umkehrschluss ist höchst problematisch. Was müssen Menschen verbrochen haben, wenn ihnen Leid und Schmerz den Boden unter den Füßen wegziehen – vielleicht sind sie ja selbst schuld, und wenn nicht sie, dann vielleicht in Erbfolge frühere Generationen? Wir kennen diese Auseinandersetzung darüber aus dem Johannes-Evangelium (Joh 9).
Mich berührt es sehr, wenn ich bei älteren Menschen auf ein solches Gottesbild treffe. Sie erzählen von Sündenpredigten und ständigen Schuldgefühlen. Gott wurde missbraucht, um die eigene Moral und Vorstellungen durchzusetzen und Menschen klein zu halten. Gerade auch die Kirche hat sich an diesem Missbrauch der Bibel beteiligt, mit körperlicher, aber auch mit psychischer Gewalt.
Ist das Gottesbild, das uns Paulus im Hebräerbrief vorstellt, dann überhaupt noch verständlich?
Wir wissen alle: Leben geht nicht ohne Blessuren, ohne Tiefschläge. Und manchmal muss man aus Liebe auch Nein sagen. Eltern, die alles akzeptieren und den Unmut des Kindes bei Ent-Täuschungen nicht aushalten können, fördern nicht die Lebenstüchtigkeit und Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes zu Stärke und sozialer Verantwortung.
Es geht Paulus nicht um einen Kampf Gottes gegen Menschen, sondern gegen die Sünde. Gegen einen falsch eingeschlagenen Weg. Als liebender Vater zieht Gott klare Grenzen und mutet uns zu, dass er uns vor den Folgen falscher Wege warnt. Er zeigt die Folgen aus der Abwendung vom Guten auf.
Leid und Schmerz sind häufig Warnzeichen, dass etwas in meinem Leben nicht stimmt, dass etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Sie lösen oft Sinnkrisen, ein Nachdenken über den bisherigen Weg und die eigenen Maßstäbe aus. Krisen sind Chancen zum Hinterfragen und Wachsen. Prioritäten ordnen sich neu. Dabei ist die Botschaft der Lesung: Orientiere dich an Gott, an der Botschaft des Lebens. Prüfe deine Motive und vertrau dich Gott an. Er verlässt dich niemals, schon gar nicht, wenn du seine Hand brauchst. Aber er nimmt deine Entscheidungen ernst. Du hast auch die Möglichkeit, dich abzuwenden und falsche Wege einzuschlagen.
Bleibe bei ihm und vertraue auf seine Liebe zu dir. Er wird dir den richtigen Weg zeigen, er gibt dir Sicherheit und Kraft. Du machst Erfahrungen, die dir auf deinem weiteren Weg helfen werden. Gott führt dich auch durch Krisen – er liebt dich mehr, als du jetzt erkennen kannst und steigt mit dir auch ins Dunkel und in Abgründe. Gott will nicht dein Leid. Er ist im Leid an deiner Seite und bietet dir Antworten auf entstehende Sinnkrisen, auch wenn du dies vielleicht im Moment noch nicht verstehst. Bleib an seiner Hand und vertraue seiner Liebe.
Das Bild von der engen Tür und die Vorstellung, dass Gott alle Taten und Gedanken aller Nationen und Sprachen kennt, hat etwas Beängstigendes an sich. Wenn wir uns dazu bewusst machen, dass sie bei einem liebenden Gott zusammenfließen, können wir daran die Hoffnung auf endgültige Wahrheit und Gerechtigkeit knüpfen. Nun haben auch die Kleinen und Unscheinbaren eine Chance.
Merkwürdig, wie das alles passen soll. Im Evangelium wird von einer engen Tür geredet – der Prophet Jesaja aber sieht sogar die Völker kommen. Doch: Durch welche Tür?
Das ist etwas:
„Ich kenne die Taten und die Gedanken aller Nationen und Sprachen und komme, um sie zu versammeln, und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.“ Gott sagt das.
Dass Gott Taten und Gedanken kennt, überrascht uns nicht wirklich, dass er aber die Taten und die Gedanken aller Nationen kennt, haut uns um. Das kann kein Geheimdienst dieser Welt sagen. James Bond sieht zerknirscht aus.
Mein erster Gedanke war: eine Drohung. Der, der alles kennt, kennt auch – dich. Warum ich auf Drohung komme? Ich kenne die Redeweise! Fromm verbrämt wird ein dicker Hammer daraus. Aber nichts von dem! Gott kennt die Menschen – wie er sie liebt.
Was Gott mit seinem Wissen macht? Wer um die Kostbarkeit von Daten weiß, könnte an IT-Menschen denken, die alle möglichen Daten sammeln und professionell auswerten – für Geld. Für richtig viel Geld! Daten lassen sich auch manipulieren – schließlich gilt es, die richtige Gesinnung vorzugeben. Und wenn es nur darum geht, zielgerichtet Werbung zu platzieren. Daten sind das Gold in unseren Tagen. Kunstvoll ist es, nicht einmal zu merken, wie ein Mensch als Verbraucher zum Gebrauchten wird. Wenn das nicht Missbrauch pur ist – dann weiß ich es nicht. Darüber gehen wir in den Debatten aber großzügig hinweg.
Davon ist beim Propheten Jesaja nicht die Rede. Gott kommt, um alle Nationen und Sprachen um sich zu versammeln. Niemand ist mehr fremd, nichts ist mehr fremd. Die vielen kleinen und großen Geschichten, die in jedem Volk, in jeder Sprache erzählt werden – sie werden zusammengelegt. Gehört. Bestaunt. Jesaja, der dafür berühmt ist, dass er selbst Berge und Bäume in die Hände klatschen sieht, freut sich darüber, dass alle Menschen Gottes Herrlichkeit sehen. Oder einfach: Sie lernen Gott kennen. Den, der Anfang und Ende zusammenführt. Der seine Wahrheit in Liebe verwandelt. Der alle Sprachen spricht.
So einfach es sich anhört, bei den meisten Menschen kommt das nicht gut an. Wir müssen doch unsere Taten erzählen und unsere Gedanken aufschreiben – die Völker sollen uns bloß nicht auf den Leib rücken. Wir sind uns gut genug. Wir haben alles. Wir brauchen nichts mehr. Alle Taten! Alle Gedanken! Das hat uns gerade noch gefehlt. Unter uns: Viele Menschen sehen das als Drohung an, als Drohung!
Ist Gott jetzt einsam geworden?
Wir sollten jetzt vielleicht doch näher herantreten, um Jesaja zuzuhören. Endlich ist es soweit! Das Volk Israel, seit Menschengedenken an fremden Ort gebannt, darf wieder nach Hause gehen. Diese schreckliche Zeit in Babylon hat ein Ende. Noch einmal neu anfangen. Aufbauen, was am Boden liegt. Jesaja sieht sogar Jerusalem vor sich. Die Stadt Gottes, die einmal geplündert, den Tempel Gottes, der einmal niedergebrannt worden war.
Jetzt aber, man höre und staune, wird Jerusalem zum Nabel der Welt: Die geschundene Stadt. Die bezwungene Stadt. Die verlassene Stadt.
Eine große Trauer liegt über ihr; und dem Unkraut, dass in den Ruinen wächst.
Sie werden kommen! Sie werden meine Herrlichkeit sehen! Was das wohl für Taten und Gedanken sind, die hier zusammenkommen? Ich bin neugierig. Taten sind eher zu sehen als Gedanken, Taten sind auch eher zu beschreiben als Gedanken. Aber hier schaut einer hinter die Kulissen. Hier liest einer zwischen den Zeilen.
So fremdartig das sein mag – es ist ein Glücksfall, die vielen menschlichen Geschichten und Erinnerungen in einer großen Weite zu sehen. Aneinandergereiht. Liebevoll verbunden. Und der Hass ist entlarvt. Der Krieg ist entlarvt. Der Mensch – er ist auch entlarvt. Ich muss zugeben, bei Jesaja immer darauf gewartet zu haben, dass hier ein Gericht einberufen wird. Endlich – letzte Urteile. Ein für alle Mal. Auch eine Drohung an die Bösen! Es ist um euch geschehen! Doch Jesaja kommt ohne Gericht aus. Wenn Gott kommt, kann die Hoffnung wachsen und der Mensch den Frieden lernen. Wir können die Zukunft finden. Unsere Taten und Gedanken kennen. Neu aufbrechen.
Sind wir jetzt einsam geworden?
Jesus – wir denken jetzt an das Evangelium von heute – lädt Menschen ein, in das Reich Gottes einzutreten. Die Tür, sagt Jesus, ist eng. Durchflutschen, mogeln oder vordrängeln geht nicht. Aber die Tür ist offen. Offen für Menschen, die Gott suchen. Die etwas von ihm erwarten. Die sich ihm anvertrauen. Auch eine enge Tür ist einladend. Öffnet sie sich, erlaubt sie einen weiten Blick in die Welt dahinter.
Ist die enge Tür ein Hindernis? Erschwert sie den Eintritt? Schreckt sie ab? Ich zaudere. So richtig schön hört sich das nicht an. Doch viele Menschen, die sich immer nur mit Gott geschmückt haben, aber ansonsten ihre Ruhe haben wollten, werden an dieser Tür scheitern. Die aber, die nach Gottes Willen fragen, treten freimütig und gelöst ein.
Ich habe schon öfter an einer großen Tür, einem großen Portal gestanden, und bin ehrfürchtig erstarrt. Vielleicht ist gerade die enge Tür etwas für mich. Mein Kleinglauben geht da durch. Meine Angst auch. Mein pompöser Einzug ist nur ein Albtraum.
Ich suche ihn. Gott. Finde ich ihn, finde ich mich auch. Und die anderen Menschen.
Und sie werden von Osten und Westen
und von Norden und Süden kommen
und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein,
und da sind Erste, die werden Letzte sein.
Ein großer Tisch – hinter einer engen Tür. Je länger ich darüber nachdenke, umso schöner wird mir das Bild. Das manche, die immer die erste Geige spielten, am Katzentisch landen, ist gewiss schade, aber dass die, die immer hinten anstanden, einmal in der vorderen Reihe gesehen werden, ein Glücksfall. Mit einer großen Hoffnung.
Jetzt tauchen auch im Evangelium Taten und Gedanken aller Nationen und Sprachen auf. Ahnen Sie etwas? Gott selbst kommt zu den Menschen. Sie leben überall. So viele Orte, so viele Geschichten. So viele Verwerfungen. Gott zeigt ihnen die Fülle der Liebe, die Weite der Hoffnung, die Größe des Glaubens. Der Prophet Jesaja nennt das die Herrlichkeit Gottes. Da ist keine Drohung mehr, nur eine große Freude. Da ist keine Abgrenzung mehr, nur eine große Nähe. Im Volk Israel wurden Bilder und Worte gefunden, die weit über die eigenen Grenzen hinausgingen.
Das ist wohl das Wunder, die Überraschung, das Aufregende: Gott kommt durch die enge Tür – und reicht uns die Hand. Kommt!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Das Reich Gottes, das Jesus verkündet hat, ist nicht eine Vorstellung, die es zu erleben gilt. Jesus erwartet, dass wir mitten drin sind und mitmachen.
Der 12-jährige Fritz darf mit seinem Vater zu einer Zirkus-Vorstellung. Turnkünstler und Hochseilakrobaten bieten eine Nummer nach der anderen. Doch nach einer knappen Stunde wird dem Kleinen langweilig. Halblaut wendet er sich seinem Vater zu mit der Bitte: Papa, gehen wir wieder. Da fällt ja doch keiner runter!
Das bloße Zuschauen kann es eben niemals mit der Spannung und dem Spaß aufnehmen, den man hat, wenn man selber mitten im Geschehen ist.
Welche Ehre ist es für Sportler, an Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen! Selbst, wenn sich jemand keine Medaille ausrechnen kann, ist es ein unvergessliches Erlebnis, das Können der Weltbesten hautnah mitzubekommen und von ihnen zu lernen. Ein Zitat aus einer Sportschau ist in mir hängen geblieben: Lieber werde ich beim Wettkampf patschnass und bekomme Sonnenbrand, als dass ich vom gepflegten Deck eines Bootes beim Segeln zusehe und dabei ein Bierchen trinke.
Und ich bin sicher nicht der Einzige, dem es so ergeht.
Dabeisein und Mitmachen steigern das Leben.
Aus diesem Grund will Jesus mehr bringen als nur eine interessante Zirkusnummer zum Zuschauen. In uns selber soll sich mehr Leben vollziehen. In uns selber sollen sich die Qualitäten steigern, damit wir zur höheren Lebensqualität mehr beitragen können.
Das Reich Gottes und die künftige Vollendung im Himmel setzen im Hier und Jetzt schon an, vielleicht unauffällig und ohne Sensation, aber das Glück bei Gott ist nicht losgelöst von unseren jetzigen Lebenserfahrungen. Wir erahnen etwas von dieser künftigen Lebensqualität, wo wir etwas sehr konzentriert und intensiv erfahren. Z.B. wenn ich ganz bei mir selber bin, eine beglückende Begegnung, einen großer Erfolg oder eine nicht für möglich gehaltene Versöhnung erfahre; Momente großen Beschenktseins.
In Bruchstücken wird bereits hier und jetzt erfahrbar, was Reich Gottes, was ewiges Leben ist. Himmel ist nicht etwas völlig Neues nach diesem irdischen Leben. Himmel kann schon in diesen Jahrzehnten „aufblitzen“. Das Reich Gottes ist nicht Ersatz für das gegenwärtige Leben, sondern dessen Vollendung und Krönung. Mit all unseren Fähigkeiten werden wir hineinreifen in das Bild und Gleichnis, das der Schöpfergott mit uns vorhat. Das geht nicht ohne unser Mittun. Gott will uns mit seiner unendlichen Liebeskunst durchdringen und die Qualität unseres Daseins ins Göttliche steigern.
All das bleibt nur graue Theorie, wenn wir uns nicht darauf einlassen. Bereits bei verliebten Menschen wird klar, dass ihre beglückenden Erfahrungen nur wachsen, wenn beide Seiten ihren guten Willen und ihre Lebenskunst einbringen. Vorbehalte und Misstrauen bremsen die gegenseitige Bereicherung. Geheimnisse voreinander und allein schon Mangel an Zeit erschweren die Beziehung.
Von daher begreifen wir, warum jene von Christus wenig mitbekommen, die lediglich vorweisen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken, und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Eine solche äußerliche Nähe ist noch lange keine Garantie für eine gelungene beglückende Beziehung. Das Leben mit Christus ist unendlich mehr.
Bei einer Gemeindemission fragte ein ca. 50-jähriger Mann: Herr Pater, was ist das Mindeste, das ich tun muss, um nicht in die Hölle zu kommen? - Für mich spricht aus diesen Worten eine jahrelange Angst vor dem strafenden Gott. Man hält einen gut überlegten Sicherheitsabstand, um seine eigenen Belange nicht zu verunsichern. Für das Leben über den Tod hinaus soll wenigstens noch ein Türspalt offen bleiben.
Ich verstehe das heutige Evangelium so, dass unter Bedingungen eines "Waffenstillstandes" oder "kalten Krieges" Hilfreiches so gut wie nicht in Gang kommen kann und schon gar nicht Freude aufkommt.
Theresia von Avila findet für das ewige Leben bei Gott folgende Worte: Dieses Miteinander ist mehr als eine Verlobung, wo noch eine Trennung vorkommen kann. Wer ganz zu Gott gefunden hat, ist wie Wasser in einem Fluss, wo man nicht mehr unterscheiden kann, welches Wasser auf dem Fluss strömt und welches bei Regen dazukommt.
Bei Maria können wir leicht erkennen, wie sie die Distanz Gott gegenüber abgebaut hat: Sie hört nicht nur Gottes Wort. Sie weicht dem Willen Gottes nicht aus. Sie stellt sich dem Wort Gottes, hat Fragen, ringt damit, ordnet ihre Bedenken unter und antwortet: Mir geschehe nach deinem Wort. Maria lässt ihr Leben von Gott verändern, ohne zu wissen, wie sich das Ganze lösen wird.
Für mich ist das heutige Evangelium von der engen Tür ein Hinweis: Das Reich Gottes übersteigt unsere Vorstellungen und Sehnsüchte unendlich weit. Wir verbauen uns selber die größten Chancen, wenn wir es als Nebensache abtun und keine Entwicklungsschritte mit Christus vorhaben. Wir erfahren Liebe und Glück nur, wenn wir bereit sind und mitmachen.
Ein oberflächlicher Blick auf die Bibeltexte dieses Sonntags schein denen entgegenzukommen, die uns in eine illiberale Gesellschaft führen wollen. Die Gesellschaft und auch die Kirche stehen vor großen globalen Herausforderungen. Diese können als "enge Türen" verstanden werden.
Was löst bei Ihnen der Satz aus dem heutigen Evangelium aus, wenn es dort heißt: „Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen“? Versagensangst? Mutlosigkeit? Stimmt das Gottesbild vom barmherzigen Vater also doch nicht? Dazu noch der Satz aus der 2. Lesung, aus dem Hebräerbrief: „…wen der Herr liebt, den züchtigt er;“. Stimmt also doch die sog. „schwarze Pädagogik“ aus der frühen Zeit des vergangenen Jahrhunderts, die wir Heutigen eigentlich als überwunden angesehen haben?
Ich fühle mich durch die heutigen Schrifttexte verunsichert und muss an manche junge Menschen denken, die meinen, man müsse wieder zu Recht und Ordnung zurückkehren und sich von der Ideologie des Liberalismus abwenden. Liberalismus wird dann zur Ideologie, wenn sich unser demokratisches Gedankengut zu einem exzessiven Individualismus wandelt. So ist es auch zu verstehen, dass sich einige unserer Zeitgenossen wieder nach einem „starken Mann“ an der Spitze des Staates (oder der Kirche?) mit rigiden Gesetzen sehnen. Darin sehen sie eine Möglichkeit, die überstiegenen Eigeninteressen einiger weniger zu beschneiden und die Ungleichheit zwischen Gewinnern und Verlierern aufzuheben. Wo bleibt aber in einem solchen System die uns geschenkte Freiheit als Kinder Gottes und sein Ebenbild? Ein solches System kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Was aber ist dann die Lösung für die Probleme im Weltgeschehen, wie Klimaschutz, kriegerische Konflikte, atomare Wiederaufrüstung, und in unserem persönlichen Leben? Dass diese Lösung gleichsam zur engen Pforte führt, schwierig und anstrengend ist und allen Beteiligten viel abverlangt, ahnen wir bereits. Oft müssen wir unsere Perspektive wechseln und bisher als gut und richtig Erachtetes auf den Kopf stellen. Wir müssen uns vielleicht eigestehen, dass die Menschen, die wir noch vor kurzem als „hinterwälderisch“ verurteilt haben, mit ihrer Sicht der Dinge richtigliegen und sich so von den Letzten zu den Ersten gewandelt haben. Der Mensch ist lernfähig, nicht nur bei den Essensgewohnheiten und dem Konsumverhalten. Auch als Christen müssen wir vieles immer wieder hinterfragen. Wir können nicht - und die meisten wollen wohl auch nicht - das Rad der Zeit hinter das II. Vatikanische Konzil zurückdrehen, z.B. in eine Volkskirche mit einem Priester in jeder Pfarre. Die Entwicklung der letzten 20 Jahre und die Prognosen für die Zukunft führen uns eine andere Realität vor Augen, der wir uns zu stellen haben. Wir müssen gleichsam die enge Pforte finden, durch die die Kirche unter den geänderten Umständen, ihrem Auftrag gerecht werden kann, nämlich: die Botschaft Jesu zu verkündigen, die Liturgie zu feiern und die Caritas zu leben.
In wenigen Wochen beginnt in Rom die sog. „Panamazonische Synode“. Wie der Name sagt, geht es dabei in erster Linie um die Probleme der Kirche in den Amazonas-Ländern. Aber die Probleme dieser „indigenen Kirche“ sind schon oder werden auch die Probleme unserer europäischen Kirche. Kardinal Hummes, einer der für die Vorbereitung dieser Synode Verantwortlichen, sagt dazu: „Die Gemeinde ist nicht für die Amtsträger da, sondern die Amtsträger für die Gemeinde“. Dieser Ansatz ist ein Beispiel dafür, was Jesus im heutigen Evangelium von den Letzten und den Ersten gemeint haben könnte.
Die enge Pforte, die uns am Ende unseres Lebens erwartet, kann überall dort durchschritten werden, wo wir das Wollen der anderen und das Wollen Gottes, in unser eigenes Wollen miteinbeziehen. Dort leben wir Beziehung im eigentlichen Sinn des Wortes. Das ist eine ständige Herausforderung. Eine Herausforderung, die uns aber niemand anderer abnehmen kann: kein starker Mann an der Spitze des Staates und kein Regelwerk von Verboten und Geboten. Unsere Herausforderung besteht darin, uns unserer uns geschenkten Freiheit als Mensch zu besinnen. Wir sind als Ebenbild Gottes geschaffen und haben durch die Taufe die Würde der Kinder Gottes geschenkt bekommen. Versuchen wir immer wieder neu, uns dieser Herausforderung bewusst zu werden und sie anzunehmen. Dieser Weg dürfte der sein, der uns in Würde und Selbstachtung durch die enge Tür führt.
Im Evangelium schlägt Jesus sehr ernste Töne an. Es genügt nicht, Jesu zu kennen. Es gilt, mit ihm und dem was er gewollt und getan hat, vertraut zu sein, ihm nachzufolgen.
Im ersten Moment lässt das heutige Evangelium ein Stück erschrecken, löst es eher Ängste in uns aus, als dass es wie eine Frohbotschaft klingt. Was Jesus sagt, hört sich wie eine Drohung an: die enge Tür, die sich längst nicht allen öffnet, die anklopfen, und der Hinweis auf den Ort, wo es nur Heulen und Zähneknirschen gibt. Versuchen wir einmal gelassen und mit innerer Ruhe uns der Botschaft Jesu zu nähern. Denn sehr oft hat Jesus vom Heil gesprochen, das allen Menschen zuteilwerden soll. Mit dieser Zusage im Hintergrund bleibt uns die Frage: Was will uns Jesus mit seiner heutigen Botschaft sagen und nahebringen?
Der Mann, der Jesus die Frage stellt „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ ist offensichtlich ein Jude. In seinem Glauben gab es den Begriff der „kleinen Schar“. Die Propheten hatten immer wieder darauf hingewiesen, wie oft durch eine kleine Schar der Glaube im Volk lebendig erhalten wurde. Es begann mit Noach, der sich mit den Seinen im Hören auf Gottes Wort über die Sintflut hinwegrettete. Durch diese kleine Schar wurde der Glaube neu verbreitet. Als die Israeliten zu einem starken Volk heranwuchsen, ließ der Pharao alle Knaben der Israeliten töten. Die Schar derer, denen der Auszug aus Ägypten gelang, vertieften ihren Glauben in der Wüste und trugen ihn nach Palästina. Die Babylonier, die später Israel eroberten, versuchten, das Volk der Israeliten zu zerschlagen, indem sie die Einwohner des Landes in das Babylonische Reich verschleppten. Israel war entvölkert, Fremde siedelten sich an. Nach dem Untergang Babylons schickte Kyros die hinterbliebenen Juden in ihr Land zurück. Wieder war es im Grunde nur eine kleine Schar, die neu für die Verbreitung des Jahwe-Glaubens eintrat. Wie würde sich das Reich Gottes, das Jesus verkündete, aufbauen, war wohl der Hintergrund, auf dem der Mann seine Frage an Jesus stellte. Würde es wieder eine kleine, von Gott erwählte Schar sein?
Jesus geht auf die Zahl nicht ein, sondern beschreibt den Weg, wie man in das Reich Gottes gelangen kann. Dabei bedient er sich eines Bildes, das sich den Menschen einprägen soll: In den Stadtmauern Jerusalems gab es eine kleine, für Fremde unbekannte Pforte, durch die man in die Stadt gelangen konnte, wenn man sich verspätet hatte, und die offiziellen Tore bereits verschlossen waren. Eingelassen wurde, wer dem Türhüter bekannt war.
Jesus hatte an anderer Stelle einmal gesagt: Ich bin die Tür zum ewigen Leben. Im heutigen Evangelium vergleicht er sich offenbar mit dem Hausherrn, der sich weigert, die Türe denen zu öffnen, die er nicht kennt.
Jesus bekannt sein, darauf kommt es also an. Wie dies geschehen kann, darauf weist Jesus hin und sagt uns: Deine Zugehörigkeit zur Kirche – leben und handeln, wie man so allgemein lebt und handelt – deine Teilnahme an kirchlichen Festen – dein gelegentliches Zuhören bei dem, was von mir berichtet wird, verbindet uns beide nicht so eng, dass wir damit schon einander bekannt und miteinander befreundet wären. Bekannt werden wir miteinander, wenn du in deinem Denken, Verhalten und Handeln entschieden in meine Fußstapfen trittst und mir mit den dir gegebenen Kräften und Talenten in der Liebe und Hingabe folgst. Verwirkliche dich! Werde der, der du sein kannst! Versande nicht! Lebe die Liebe und den Willen Gottes, auf dich gemünzt und zugeschnitten, konsequent.
Was Jesus von uns einfordert, hat er selbst gelebt. Er wird ja nicht dadurch schon unser Erlöser, dass er auf die Erde kommt, im Wunderwirken auf sich aufmerksam macht, viel von Gott erzählt und berichtet. Unser Erlöser wird er, weil er sich voll in den Willen Gottes einklinkt und vom Weg der Liebe nicht abweicht, obwohl ihm das hier auf Erden Leiden und Hinrichtung einbringt. Das sich Einbinden in den Willen Gottes und gelebte Liebe sind für Jesus der Weg zurück in die himmlische Gemeinschaft mit Gott.
In der Nachfolge Jesu soll dieser Weg auch unser Weg sein, selbst wenn wir auch immer wieder einmal versagen. Das intensive Festhalten an gelebter Liebe und die Verbindung mit Gott werden uns die Tür zum Himmelreich öffnen. Jesus will uns zur Entschiedenheit herausfordern. Mag sein, dass wir wegen unserer Verfehlungen mit Verspätung an die Einlasstür gelangen. Aber es wird uns geöffnet, sofern wir durch unser Mühen und innere Verbundenheit Gott und Christus bekannt sind.
Nicht drohen will uns Jesus mit seinen Worten und Bildern des heutigen Evangeliums. Aber wir sollen auch nicht bequem und lasch im alten Stil weiterleben, wenn Umkehr, Besserung, Erneuerung notwendig wären. Jesu Worte wollen uns anspornen, unseren Glauben ernst zu nehmen und ihn entschieden mit den Kräften zu leben, die uns geschenkt sind. Man soll uns ansehen können, dass wir aus dem Glauben heraus leben und handeln, auch wenn wir immer wieder einmal schwach werden und uns Böses unterläuft.
Unterlassen wir es nicht, den Ernst zu beachten, mit dem Jesus sich an uns wendet.
Jesus weist alle Spekulationen, wer in den Himmel kommt, zurück. Entscheidend ist für ihn, dass wir seine Worte hören und auch befolgen. Auf das Tun kommt es an.
Die symbolischen Tore der Barmherzigkeit stehen weit offen; im Gegensatz zu den oft engen Türen unserer Herzen. Jesus geht es vor allem darum, dass wir aus seinem Geiste heraus etwas tun.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 148: Komm her, freu dich mit uns, tritt ein
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke (1., 4. und 6. Strophe)
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 367: Jesus, dir leb ich
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 380: Großer Gott, wir loben dich (6., 7. und 11. Strophe)
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied (2. und 3. Str.)
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (3. Str.)
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte (4. Str.)
Gl 543: Wohl denen, die da wandeln
GL 446: Lass uns in deinem Namen, Herr
GL 461: Mir nach, spricht Christus, unser Held
GL 479: Eine große Stadt ersteht
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 499: Gott, der nach seinem Bilde
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren (3. Str.)
GL 654: Ihr seid der Tempel Gottes
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde. - Mit Psalm 8 - VII.
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 - VIII.
GL 54: Singt dem Herrn alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen. - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 55: Jubelt, ihr Lande dem Herrn; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII.
GL 65: Seine Gnade währet durch alle zeit. - Mit Psalm 117 - VI.
GL 651,5-6: Freut euch: Wir sind Gottes Volk
Als Kinder haben wir vom lieben Gott erzählt bekommen. "Gott ist die Liebe", so haben wir es gelernt und gern verinnerlicht. Welchen Kontrast bildet dazu die heutige Lesung, in welcher uns Gott als einer begegnet, der züchtigt und straft. Doch wir spüren zutiefst: Gott meint es gut mit uns. Er will, dass unser Leben gelingt.
Deshalb wenden wir uns voll Vertrauen an ihn, der nun in unserer Mitte ist:
Haben Sie vorhin das große Portal unserer Kirche, als Sie kamen, bewundert? Die große Tür? Wenn nicht – gut.
Jesus zeigt uns heute eine enge Tür und lässt uns hinter ihr einen großen Tisch sehen. Es ist gar die Rede davon, dass Nationen, dass Völker strömen, um Gottes Herrlichkeit zu sehen. Gott selbst kommt uns durch eine enge Tür entgegen und spricht uns an: Kommt!
Wenn er kommt, huldigen wir ihm. Wir bitten um sein Erbarmen:
Jesus Christus, der uns ewiges Leben verheißt, er sei mit euch.
Das Reich Gottes, das Christus verkündet hat, wird sich für uns einmal in totaler Einheit mit ihm vollenden. Jede Messfeier kann unsere Sinne dafür schärfen. Jede Kommunion möchte uns weiter mit Gott vereinen. Wir können jetzt schon Bausteine aufeinandersetzen für unser bleibendes Zuhause bei Gott. Lieder und Gebete wollen uns dabei helfen.
Gott,
wir suchen nach dem richtigen Weg.
Herr, erbarme dich.
Wir sehnen uns nach Orientierung und Halt.
Christus, erbarme dich.
Du bleibst an unserer Seite, auch wenn wir dich aus den Augen verlieren.
Herr, erbarme dich.
Herr,
alles muss bei uns groß sein.
Notfalls muss auch alles aufgepumpt werden.
Unsere Schuld aber reden wir klein.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du führst uns an eine enge Tür.
Unser Kleinglauben, unsere Ängste passen da gut durch.
An deinem Tisch finden wir uns wieder.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du kennst die Taten und Gedanken aller Völker.
Du schaust hinter die Kulissen, du liest zwischen den Zeilen.
Alle Menschen sollen deine Schönheit und Größe entdecken.
Herr, erbarme dich.
Lobet den Herrn, alle Völker, *
preist ihn, alle Nationen!
Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *
die Treue des Herrn währt in Ewigkeit.
Herr, Jesus Christus,
du rufst uns zu dir aus allen Völkern und Sprachen.
Herr, erbarme dich.
In der Enge unseres Lebens willst du uns dem Blick öffnen für deine befreiende Botschaft.
Christus, erbarme dich.
In deiner Auferstehung hast du uns das Tor des Himmels geöffnet.
Herr, erbarme dich.
Zu Jesus Christus, der uns in die Herrlichkeit des Himmels vorausgegangen ist, rufen wir:
Herr Jesus Christus,
du wolltest uns von einem Angst machenden Gottesbild befreien.
Herr, erbarme dich.
Du hast einen Weg aufgezeigt,
der auch die Kleinsten und Ärmsten hoffen lässt.
Christus, erbarme dich.
Dein Entgegenkommen kann dann in uns wirken,
wenn wir uns dir öffnen und mitmachen.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Herr,
du verbindest alle, die an dich glauben,
zum gemeinsamen Streben.
Gib, daß wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast,
damit in der Unbeständigkeit dieses Lebens
unsere Herzen dort verankert seien,
wo die wahren Freuden sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
du hast uns verschiedene Gaben geschenkt.
Keinem gabst du alles - keinem gabst du nichts.
Jedem gibst du einen Teil.
Hilf uns, dass wir uns nicht zerstreiten,
sondern einander dienen mit dem,
was du einem jeden zum Nutzen aller gibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 14
Gott, unser Vater,
du rufst die Menschen in dein Reich.
Sende uns deinen Geist,
damit wir dein Wort hören,
es verstehen und befolgen
und einst zu dir gelangen
mit Jesus Christus, deinem Sohn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt in Ewigkeit.
WB 21. Sonntag im Jahreskreis C
Guter Gott,
was können wir tun ohne dich?
Wo sollen wir Frieden finden, wenn nicht bei dir?
Halte uns, wenn wir den Halt verlieren,
stärke uns, wenn wir erschöpft sind,
ermutige uns, wenn wir aufgeben wollen.
Du bist Weg, Wahrheit und Ziel unseres Lebens.
Bleib an unserer Seite, darum bitten wir dich.
Durch Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Du, Gott,
hast dein Volk Israel durch alle Untiefen geführt,
durch Schuld und durch Gewalt,
durch Großmachtträume und schmachvolle Erniedrigung.
Du, Gott,
führst uns den Weg deiner Liebe.
Schenke uns die Freude, Menschen anzunehmen,
ihre Geschichten und Träume zu verstehen,
ihre Ängste zu teilen
und den Frieden zu finden,
der alte Wunden heilt.
Öffne uns die enge Tür
und lass uns dahinter Platz nehmen an dem großen Tisch.
Mit den vielen, die du geladen hast,
die du liebst.
Mit allen Menschen, die dich suchen, erbitten wir deinen Geist.
In Christus, der die Tür ist zum Leben. – Amen.
Vater im Himmel,
am Beginn der Woche kommen wir zu dir.
Voll sind wir mit Schreckensnachrichten,
Verunsicherungen und Ängsten.
In der Welt, aber auch im Täglichen,
fällt ein friedliches Miteinander schwer.
Wir gehen oft Wege, die uns in die Enge führen
und uns von den Mitmenschen trennen.
Du hast uns in Jesus Christus ein Beispiel gegeben,
wie wir deinem Ruf folgen sollen
– ein Ruf, der uns zur Mitmenschlichkeit und zur Versöhnungsbereitschaft ruft.
Mache uns bereit, diesem Ruf immer wieder zu folgen
und schenke uns Worte und Taten des Friedens. – Amen.
Allmächtiger, gütiger Gott,
du bist der Reichtum der Armen
und die Freude der Berufenen.
Hilf uns, dass wir Christus nachfolgen
und uns einsetzen für das Reich Gottes.
Stärke uns in dieser Feier
für unser christliches Leben im Alltag.
Darum bitten wir durch Jesus Christus…
Vater im Himmel,
auch wenn wir immer wieder der Umkehr bedürfen, so wissen wir doch, dass du uns nicht aus den Augen verlierst. Du hörst uns und siehst unser Herz.
Deshalb wenden wir uns dir zu und bringen unsere Bitten vor dich:
Für alle Menschen, die vor schwierigen Entscheidungen stehen.
Dass sie zur Ruhe kommen und im Hören auf dich Orientierung finden.
Für alle Menschen, die aufgrund von Schicksalsschlägen nicht mehr an deine Führung glauben können.
Dass sie sich dir öffnen und dich als Gott erfahren, der auch im Leid an ihrer Seite ist.
Für uns, die wir uns um ein Leben aus dem Glauben bemühen:
Lass uns auch dann den Weg nicht verlieren, wenn er beschwerlich wird.
Für die Menschen in Verantwortung für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben:
Gib ihnen den Mut zu Entscheidungen, die den Mitmenschen in den Mittelpunkt stellen.
Für alle, die ihr Leben zurück in deine Hand gelegt haben:
Schenke ihnen die Erfüllung ihrer Sehnsucht nach Gemeinschaft mit dir.
Du Gott,
bist der, der uns rettet und uns den Weg eröffnet zum Heil. Dass wir aus deiner Verheißung und der Hoffnung auf dein Reich leben dürfen, ist deine Gnade für uns.
Dafür danken wir dir mit frohem Herzen durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Jesus, deine Botschaft rettet alle, die bereit sind, sie anzunehmen und danach zu handeln.
Dich bitten wir:
Für alle, die sich im kommenden Arbeitsjahr in ihren Pfarren engagieren und zum Gemeinschaftsleben in den Kirchen vor Ort beitragen.
Für alle Politikerinnen und Politiker um klare und ehrliche Worte, wenn sie uns Bürgerinnen und Bürgern notwendige Maßnahmen erklären müssen.
Für alle, dass sie gute oder auch schlechte Tage in ihrem Leben dankbar aus deiner Hand annehmen können
und für die Menschen, die der Zuwendung anderer bedürfen, um wieder Mut und Freude zu finden.
Für uns selbst um Wachsamkeit für die vielen Möglichkeiten in unserem Alltag, an denen wir reifen können und durch die unser Glaube gestärkt wird.
Für unsere Verstorbenen in der Hoffnung, dass sie bei dir in ihrer ewigen Heimat angekommen sind.
Denn dein Geist fordert und fördert uns. In ihm danken wir dir und ehren dich jetzt und allezeit. - Amen.
Staunend hören wir, dass Gott die Taten und Gedanken aller Völker kennt,
dass er sie um sich versammelt,
dass er selbst zu ihnen kommt.
Wir beten heute:
Für die Vereinten Nationen.
Die Völker nehmen sich vor, Konflikte einvernehmlich zu lösen.
Dass Interessensgegensetze und Vorurteile ohne Hass und Krieg überwunden werden,
erbitten wir:
Macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße.
Für die Kriegsparteien.
In Europa ist ein Krieg entbrannt. Die Ukraine wurde überfallen.
Dass die Hasspropaganda und die Lügen ein Ende nehmen,
erbitten wir:
Macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße.
Für die Kirchen.
Nationales Denken zerreißt die Christenheit, Intoleranz verhindert viele Begegnungen.
Dass die Friedensbotschaft neue Anfänge ermöglicht und alte Wunden heilt,
erbitten wir:
Macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße.
Für die Nachbarschaften.
Die Namenschilder verraten die Vielfalt der Hausbewohner.
Dass Menschen sich verstehen und Wege zueinander finden,
erbitten wir:
Macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße.
Für die Schulen.
Kinder aus aller Herren Länder lernen gemeinsam.
Dass aus Verschiedenheit keine Aversion wird, sondern Reichtum,
erbitten wir:
Macht die erschlafften Hände
und die wankenden Knie wieder stark,
schafft ebene Wege für eure Füße.
Staunend hören wir,
dass Gott selbst durch eine enge Tür kommt.
Er findet zu uns.
Er kennt unsere Taten und Gedanken.
Er will uns verwandeln
durch Christus, unserem Herrn. - Amen.
Glauben bedeutet zwar nicht Gewissheit über Gottes Existenz zu haben aber in der Hoffnung zu leben, dass es doch wahr ist.
So lasst uns zu ihm beten:
Lasst uns für alle beten, die sich bemühen nach deinem Wort zu leben und so selbst wieder zu Boten deiner Worte für andere zu werden.
Lasst uns für alle jene beten, die in oder außerhalb der Kirche seelische oder körperliche Gewalt erlitten haben.
Lasst uns für alle beten, die schwer an Lebensumständen tragen, die sie sich selbst nicht ausgesucht haben.
Lasst uns für alle beten, die sich auf ihrem Lebensweg von deiner Liebe begleitet fühlen.
Lasst uns für unsere Verstorbenen beten und hoffen, dass sie in deiner Nähe aufgehoben sind.
Allmächtiger Gott! Der Glaube an dich ist für uns Herausforderung und Hoffnung zugleich.
Dir gilt unser Dank und unser Lob jetzt und allezeit. - Amen.
Wir haben das Wort Gottes vernommen und bitten für uns und unsere Mitmenschen, dass diese Worte wirksam werden.
In der Lesung aus dem Hebräerbrief war von Kindern und Eltern die Rede.
Wir bitten, dass die Eltern sich von Wertschätzung und Liebe leiten lassen und dass sie sich immer neu aus deinem Wort stärken.
Christus, höre uns! – Christus, erhöre uns!
Im Evangelium ging es um die Frage: Wer wird gerettet werden?
Herr, lass uns deine Botschaft und deine Lebensart nie aus den Augen verlieren.
Die geographische Nähe zu kunstvollen Kirchen macht noch keinen Christen. Herr, lass uns so leben, dass andere leichter zu dir finden.
Glaube hat man nicht gepachtet. Glaube will ein Leben lang wachsen.
Herr lass uns Tag für Tag in Gedanken und Gebeten die Beziehung zu dir vertiefen.
Herr Jesus Christus, du lädst uns ein, im Glauben weiterzuwachsen.
Bleib in Sorge um uns, bis wir in dir vollendet sind. - Amen.
In der Taufe hat uns Gott als seine Töchter und Söhne angenommen.
Zu ihm, den wir Vater nennen dürfen,
kommen wir mit unseren Bitten:
Um ein authentisches Zeugnis deiner Heilstaten, lasst uns für alle beten, die durch Verkündigung, Feier der Liturgie und gelebter Nächstenliebe an deinem Reich mitwirken.
Um die Bereitschaft auf berechtigte Forderungen anderer zu hören, lasst uns für alle beten, die aufgrund ihres Amtes die Macht hätten, Konflikte zwischen Ländern und Nationen zu lösen.
Um deinen Geist, lasst uns für die beten, die die im Oktober beginnende Amazonien-Synode vorbereiten.
Um deinen Zuspruch, lasst uns für alle beten, die meinen, den Ansprüchen ihrer Lebenssituation nicht gerecht werden zu können.
Um deine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, lasst uns für alle Verstorbenen beten, dass sie am Ende ihres irdischen Lebens bei dir Aufnahme finden.
Denn als deine Kinder mit Freiheit beschenkt sind wir nicht einem unabwendbaren Schicksal ausgeliefert, sondern können selbst über Heil und Unheil in unserem Leben mitentscheiden.
Dafür gebührt dir Lob, Dank und Ehre jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr und Gott,
du hast dir
das eine Volk des Neuen Bundes erworben
durch das Opfer deines Sohnes,
das er ein für allemal dargebracht hat.
Sieh gnädig auf uns
und schenke uns in deiner Kirche
Einheit und Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
die Gaben, die wir bereitet haben,
sind Zeichen unserer Hingabe an dich.
Darum bitten wir:
Wie Brot und Wein in der Kraft des Geistes geheiligt werden,
so heilige auch uns selbst immer mehr
nach dem Bilde unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und Leben schenkt in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 6
Gott, unser Vater,
da wir das Mahl unseres Herrn bereiten,
laß uns begreifen, was die Speise seines Lebens war:
deinen Willen zu tun.
Gib uns den Mut, in sein Opfer einzugehen,
auf daß auch uns aus der Hingabe an dich
die Kraft zum Leben komme.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswah 3
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Du, Gott,
füllst die Weiten des Himmels
und die Tiefen der Abgründe
mit deiner Gegenwart.
Du lädst uns ein,
an deinem Tisch Platz zu nehmen.
Hungrig sind wir,
die Füße sind müde,
die Kehlen trocken.
Brot und Wein stellst du auf den Tisch,
die Gaben deines Reiches.
Du verwandelst sie
und schenkst dich uns selbst.
So feiern wir dein Gedächtnis
mitten unter uns.
Komm, unser Herr!
Herr, unser Gott,
Christus hat sein Leben eingesetzt,
damit wir das Leben in Fülle haben.
Befähige durch die Kraft des heiligen Opfers alle Christen,
im Alltag glaubwürdiger zu werden.
Darum bitten wir…
(für Wortgottesdienstfeiern)
Kehrvers:
"Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue."
GL 401
Gott und Herr des Himmels und der Erde,
wir treten vor dich, um dir unseren Dank darzubringen.
Wir haben allen Grund dir zu danken,
denn du hast uns von Anfang an deine Freundschaft angeboten.
Kehrvers
Auch als die Menschen deine Freundschaft verwirkten,
hast du nicht abgelassen, ihnen nachzugehen und sie zu umsorgen.
Immer wieder hast du den Menschen deinen Bund angeboten
und sie deinen Beistand erfahren lassen.
Kehrvers
Du hast Jesus von Nazareth zu uns gesandt,
um allen Menschen das Tor zu deinem Reich zu öffnen
und sie zu deinem ewigen Gastmahl zu rufen.
Kehrvers
Durch ihn hast du uns zu Töchtern und Söhnen gemacht
und lässt du uns teilhaben am Erbe deines himmlischen Reiches.
Er hast uns berufen, ihm nachzufolgen
und dir entgegenzugehen.
Kehrvers
Mit allen, die du aus den vielen Völkern herbeiholst,
stimmen wir ein in den Lobgesang deiner Herrlichkeit
und singen:
Danklied, z. B. GL 551 "Nun singt ein neues Lied dem Herren"
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
In dankbarer Liebe
gedenken wir seines Todes,
bekennen seine Auferstehung
in lebendigem Glauben und erwarten
voll Hoffnung und Zuversicht
sein Kommen in Herrlichkeit.
Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen
mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 5
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger , ewiger Gott,
immer und überall zu danken
und dein Erbarmen zu preisen.
Denn was durch Adams Sünde verlorenging,
bringt uns Christus zurück,
unser Retter und Heiland.
Was du durch sein erstes Kommen begonnen hast,
wirst du bei seiner Wiederkunft an uns vollenden.
Darum dienen dir alle Geschöpfe,
ehren dich die Erlösten,
rühmt dich die Schar deiner Heiligen.
Auch wir preisen dich
mit den Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Advent 4
Wir danken dir, Gott, unser Vater,
denn du hast uns ins Leben gerufen.
Du läßt uns nie allein auf unserem Weg.
Immer bist du für uns da.
Einst hast du Israel, dein Volk,
durch die weglose Wüste geführt.
Heute begleitest du die Kirche
in der Kraft deines Geistes.
Sein Sohn bahnt uns den Weg durch diese Zeit
zur Freude des ewigen Lebens.
Darum singen wir mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 1
Wir danken dir, Gott, unser Vater,
und preisen dich,
denn du hast uns ins Leben gerufen.
Du lässt uns niemals allein auf unserm Weg
und bist immer da für uns.
Einst hast du Israel, dein Volk,
mit starker Hand durch die weglose Wüste geleitet.
Heute führst du deine pilgernde Kirche
in der Kraft des Heiligen Geistes.
Du bahnst ihr den Weg durch diese Zeit
in die ewige Freude deines Reiches
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Darum singen wir mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Besondere Anliegen 2
Wenn wir Vater zu Gott sagen dürfen, dann eröffnet er uns damit den Zugang zu seinem Herzen. Dort finden wir Geborgenheit und Heimat.
Deshalb beten wir gemeinsam: Vater unser…
Nichts ersehnen wir so sehr wie Frieden für die Welt. Doch wenn wir auf uns selbst schauen, müssen wir erkennen, dass wir selbst unsere Chancen, zum Frieden im Kleinen beizutragen, oft nicht nutzen. Deshalb bitten wir:
Guter Gott, schau nicht auf unseren Kleinmut und unser Versagen, sondern auf unsere immer wieder neues Bemühen, in Frieden und Versöhnung mit anderen zu leben. Lass uns kreative Wege finden, für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten, damit dein Reich unter uns spürbar wird.
Mit dir erstürme ich Wälle,
mit meinem Gott überspringe ich Mauern.
Denn wer ist Gott als allein der Herr,
wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott?
Gott hat mich mit Kraft umgürtet,
er führte mich auf einen Weg ohne Hindernis.
Er ließ mich springen schnell wie Hirsche,
auf hohem Weg ließ er mich gehen.
Er lehrte meine Hände zu kämpfen,
meine Arme, den ehernen Bogen zu spannen.
Du gabst mir deine Hilfe zum Schild,
deine Rechte stützt mich;
du neigst dich mir zu und machst mich groß.
Du schaffst meinen Schritten weiten Raum.
Gott
öffne mir die Augen
mach weit meinen Blick und mein Interesse
damit ich sehen kann
was ich noch nicht erkenne
Gott
öffne mir die Ohren
mach mich hellhörig und aufmerksam
damit ich hören kann
was ich noch nicht verstehe
Gott
gib mir ein vertrauendes Herz
das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt
und zu tun wagt
was es noch nicht getan hat
Gott
gib mir Mut und Zuversicht
dass ich mich von dir rufen
und verändern lasse
damit ich den Weg finde
Herr, unser Gott,
schenke uns durch dieses Sakrament
die Fülle deines Erbarmens
und mache uns heil.
Gewähre uns deine Hilfe,
damit wir so vor dir leben können,
wie es dir gefällt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 21. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10
Herr, unser Gott,
was kein Auge gesehen und kein Ohr vernommen,
was keines Menschen Sinn erfahren hat,
das hast du denen bereitet, die dich lieben.
Die heilige Speise, die wir empfangen haben,
mehre in uns die Kraft des Herzens.
Gib uns, Herr, wahre Weisheit:
Mach uns demütig vor dir
und geschwisterlich unter den Menschen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 1
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Gott und Vater,
im heiligen Mahle, das wir empfangen durften,
hat sich auf neue Weise
das Wort des Apostels erfüllt:
Jesus, dein Sohn, lebt in uns.
Wir danken dir, daß du ihn uns geschenkt hast.
Steh uns bei, damit wir ganz für ihn leben
und einst ewig vollendet werden in ihm,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 14
Wir danken dir, Gott,
der du Türen öffnest:
Schenke uns den Mut,
durch die enge Tür zu gehen,
dahinter dein Reich zu entdecken
und allezeit an deinem Tisch einen Platz zu finden.
In den Tagen, die vor uns liegen,
werden wir vor vielen Türen stehen.
Türen, die verschlossen bleiben,
Türen, die uns Angst einjagen,
Türen, die uns einschüchtern.
Schenke uns mit einem Lächeln den Schlüssel,
sogar die Herzen der Menschen zu öffnen.
In deiner Liebe sind wir zu Hause.
In Jesus, der die Weite des Himmels mit denen teilte,
die in einer Enge gefangen waren.
Für die Ewigkeit. - Amen.
Vater im Himmel,
von allen Enden der Erde rufst du uns in die Nachfolge deines Sohnes.
Gestärkt durch sein Wort
und gesättigt in der Gemeinschaft seines Mahles
dürfen wir in die neue Woche gehen.
Bleibe du an unserer Seite
und öffne uns immer wieder den Blick für deinen Auftrag
an dieser Zeit und dieser Welt.
Zu allem Tun schenke du uns deine Kraft
und deinen Segen.
Du, der du bist mit deinem Sohn Jesus Christus und dem Hl. Geist,
heute und für immer. – Amen.
Wir erbitten deinen Segen, Herr.
Für unseren Weg in diese Woche,
für die Menschen, denen wir begegnen werden,
für die Gelegenheiten zu Versöhnung und Verständigung.
Segne uns und bleibe bei uns
alle Tage unseres Lebens,
du barmherziger und treuer Gott,
du Vater, Sohn und Heiliger Geist. - Amen.
Was für ein Gefühl
vor verschlossener Tür
zu stehen …
Ohne Schlüssel
keine Chance
Die Tür zum Leben
zum Ewigen Leben
öffnet sich
wie von selbst
gibst du
dem Unrecht
keine Chance
Und
es gibt heute
viele Chancen
gegen Unrecht aufzustehen
DU hast den Schlüssel
in der Hand
von allen Enden der Erde
RUFST DU
den
und
die
rufst auch mich
du rufst nicht nur Erwählte
allen
RUFST du zu
KOMM
auch da
wo es eng für mich wird
RUFST DU
mich
auch durch die Enge
eines Nadelöhrs
will dein Rufen
und
dein Zuspruch
mich führen
kann ich hören
bin ich bereit
mich führen zu lassen
gib nicht auf
Herr
mich zu rufen
bitte
gib
nicht auf
Beatrix Senft (2022)
WO will ich einmal ankommen?
Und - wer entscheidet das?
Woran entscheidet es sich
ob ich mit dabei sein werde
am Ende
beim großen FEST?!
Ich habe jetzt
Zeit dafür
mich zu entscheiden
Mich auf Jesu Geist
auf Jesu Lebensweise
einzulassen
mich den Benachteiligten
den Fremden
nicht zu verschließen
öffnet die Tür
zum LEBEN
Spürst du es?
Nicht Gewalt
auch nicht Belanglosigkeit
nur Herzensenergie
öffnet Türen!
Eine Gruppe von etwa 100 Christen kommt zusammen und beschließt, eine Gemeinde zu gründen. Dafür „heuert“ sie einen Priester an. Dann sagen die Hundert zu ihrem neuen Angestellten: „Also gut, wir wollen, dass du Folgendes tust: predigen, lehren, verheiraten, beerdigen, Kranke besuchen, evangelisieren, Geld auftreiben, Gemeindebriefe veröffentlichen und Vermeldungen zusammenstellen. Am Jahresende werden wir sehen, ob du unsere Erwartungen erfüllt hast. Wenn ja, darfst du noch ein Jahr bleiben. Wenn nicht, suchen wir uns einen anderen.“
Wenn der bezahlte Priester sich voll einsetzt und die Gemeinde zu wachsen beginnt, stellt sie vielleicht noch einen weiteren Bezahlten ein. Doch wiederum bezahlt die Gemeinde jemanden für Dienste, die Sache aller sind.
So steht sie dann irgendwann mit ein paar völlig überarbeiteten Vollzeitkräften da, die durch die Spenden der Mitglieder finanziert werden und die ganze Fülle der priesterlichen Aufgaben erledigen sollen, während alle anderen passive Beobachter bleiben, deren Gaben und Talente wegen Nichtgebrauchs immer weiter verkümmern.
Aus: Bill Hybels, Mitarbeiter-Revolution. Begeistert in der Gemeinde mitarbeiten. GerthMedien.
Ein kleiner Junge war von seiner Mutter zu einem Konzert mitgenommen worden, wodurch sie ihn für sein eigenes Klavierspiel motivieren wollte. Als sie ihre Plätze eingenommen hatten, die sich ziemlich weit vorne befanden, wurde die Mutter abgelenkt und merkte nicht, wie ihr Kind auf Entdeckungsreise ging. Der Beginn des Konzerts war gekommen, der Saal wurde dunkel und das Raunen der Menge verstummte. Im Licht der Scheinwerfer sah das Publikum an dem majestätischen Steinway-Flügel einen kleinen Jungen, der dort mit unschuldiger Miene „Leise rieselt der Schnee" anstimmte. Bevor die entsetzte Mutter ihren Sohn vom Schauplatz entfernen konnte, betrat der angekündigte Pianist die Bühne und ging schnellen Schrittes zum Flügel. „Hör nicht auf, spiel weiter", flüsterte er dem Jungen ins Ohr. Dann beugte sich der Meister zu ihm hinunter und begann, eine Bassstimme dazu zu spielen. Anschließend nahm er seine zweite Hand dazu, umgab das Kind mit beiden Armen und entwickelte ein Obligato, eine selbständig geführte Einzelstimme. So schlugen der alte Meister und der junge Anfänger das Publikum gemeinsam in ihren Bann.
Dieser kleine Junge hatte nicht viel zu geben, aber durch die Unterstützung des großen Meisters wurde daraus ein Kunstwerk, das alle begeisterte. Auch wenn wir vielleicht nicht viel zu geben haben und wir trotzdem den Einsatz wagen, wird unser Vater im Himmel den ausgestreuten Samen aufgehen lassen zu seiner Zeit.
Quelle unbekannt.
In einer Radiosendung war zu hören, dass pensionierte Männer, die an einem Tag in der Woche ehrenamtlich tätig sind, länger leben als solche, die nach ihrer Pensionierung nicht mehr arbeiten.
Wer auch im Alter tätig ist, hält sich körperlich fit, ist weniger anfällig für Fressattacken, Alkohol und Drogen.
Quelle unbekannt.
Bei diesem Anspruch
berechtigte Frage:
Sind es nur wenige
die gerettet werden?
Gehört diese
„Rettungsfrage“
zu den Fragen meines Lebens?
Ist es eine FRAGE für mich …
Wann stelle ich sie mir?
Gehe ich davon aus
gerettet zu werden
am Ende
dabei zu sein
beim großen FEST
nach der Mühsal der Jahre
Wird die Tür für mich
offen sein …
bin ich
„bekannt“ im Reich Gottes?
Und
(wie) werden
Terroristen
Diktatoren
Gewaltverbrecher
…
hinein kommen
durch die enge Tür…?
Mit wem werden wir einst beisammen sein
von Ost und Süd von Nord und West …
Wie lebe ICH
mit diesen Fragen
JETZT?
Als Gustav Häusler 1958 in der Schuwag zum Prokuristen befördert wurde, war er knapp fünfundzwanzig. Der jüngste Prokurist, den das Unternehmen je hatte. Keine drei Jahre später war Häusler Mitglied des Direktoriums, und nach weiteren zwei übernahm er die operative Leitung des Unternehmens vom siebzigjährigen Patron.
Bis 1966 führte er die Schuwag sicher durch die Fährnisse der Hochkonjunktur. Es war eine Zeit, die ihn prägte: Sein Führungsstil, seine Entscheidungsfreudigkeit, seine Personalpolitik, sein unternehmerisches Denken, kurz: sein gesamtes Kernprofil erhielt in dieser Zeit die Ausformung, die er sich während seiner ganzen Karriere bewahrte.
Als 1967 die Schuwag von der Berco übernommen wurde - ein Vorgang, auf den Häusler keinen Einfluß hatte -, wechselte er zur Macag, die damals im Rahmen einer Restrukturierung ihr Direktorium von vier auf acht ausbaute.
Es darf ohne Übertreibung behauptet werden, daß die Zeit bei der Macag entscheidend war für die Verfeinerung von Häuslers taktischen Fähigkeiten. Die Positionskämpfe im achtköpfigen Direktorium hielten ihn fünf Jahre lang in Atem und endeten mit seiner Ernennung zum Generaldirektor.
1973, gerade als Häusler die Unternehmung fit für die Zukunft machen wollte, traf ihn die Ölkrise mit voller Wucht. Die Macag erhielt Schlagseite, Häusler stand vor der schweren Aufgabe, Ballast abzuwerfen.
In der Krise zeigt sich der wahre Wirtschaftsführer. Ein anderer hätte das leckgeschlagene Schiff verlassen. Häusler blieb. Bis fast zum Schluß. Erst als die letzten rentablen Teilbereiche aus der Gesamtunternehmung herausgebrochen und der Kernbereich trotz Kurzarbeit keine realistischen Überlebenschancen mehr besaß, verließ er schweren Herzens das Kommandodeck. Andere Aufgaben warteten auf ihn.
Bis Anfang der achtziger Jahre wurde es still um Gustav Häusler. Bescheiden im Hintergrund setzte er seine wertvolle Erfahrung für verschiedene kleinere und mittlere Unternehmen ein. Wenn er keinem sehr lange treu blieb, lag das nicht an seiner Unstetigkeit, sondern daran, daß die Unternehmen in diesen Zeiten des Umbruchs nicht lange genug überlebten. Nicht daß Häusler daran die geringste Schuld träfe. Sie trifft die, die ihn holten, denn sie taten es zu spät.
In diese Zeit des stillen Wirkens fielen auch die entscheidenden Stationen von Häuslers militärischer Laufbahn. Wo andere untätig auf die nächste Anfrage warten würden, nutzte er die Zeit zwischen den Herausforderungen aktiv zur militärischen Weiterbildung, die er dank seiner Führungs- und Krisenerfahrung im Rang eines Obersten abschließen sollte.
Nicht zuletzt dank dem Beziehungsnetz, das ihm als Milizoffizier aufzubauen vergönnt war, wurde er in den achtziger und neunziger Jahren immer wieder zu verantwortungsvollen Führungsaufgaben herangezogen. So war er unter anderem maßgeblich beteiligt am Scheitern der Wubco, am Untergang der Ballag, an der Auslöschung der Cleanco, an der Verramschung der Xiag und am Konkurs der Betco.
Am letzten Freitag, im Alter von nicht einmal fünfundsechzig Jahren, wurde Gustav Häusler jäh abberufen.
In den Verwaltungsrat eines Unternehmens von nationaler Bedeutung.
Aus: Martin Suter, Business Class. Geschichten aus der Welt des Managements. Diogenes Verlag, Zürich 2000.

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Die Lesung aus dem dritten Teil des Buches Jesaja ("Tritojesaja", Jes 55-66) schenkt uns einen Blick in die prophetische Verkündigung der nachexilischen Zeit. Wie bescheiden war doch der Neuanfang nach der babylonischen Ära, die so tiefe Spuren hinterlassen hatte - Spuren in den Biographien, aber auch in den Dörfern und Landschaften der alten Heimat. Vieles war kaputt gegangen. Auch Hoffnungen waren zerbrochen. Mit ihnen der Glaube vieler. Doch der Prophet, geistig verwandt mit seinen Vorgängern, spiegelt nicht nur die Enttäuschungen und Anstrengungen, sondern wagt einen weiten Blick. Jahwe ruft alle Völker zusammen. Sie werden kommen und seine Herrlichkeit sehen. Gemeint ist auch, dass sein Volk in einem neuen Licht erscheint. Niederlage und Schmach sind verwandelt. Schon der zweite Jesaja ("Deuterojesaja", Jes 40-54) hatte in der Verbannung unter den Exilierten die alten Verheißungen neu ausgelegt. In einer Vision sieht er die Völker zum Zion wallfahren. Jahwe versammelt die ganze Welt um sich. Die (Götter der) Völker können keine Einwände erheben. Beim dritten Jesaja fällt besonders auf, wie sensibel er die Zerstreuung (Diaspora) wahrnimmt, die für viele Menschen seines Volkes inzwischen die Lebensperspektiven bestimmt. Sie leben unter den anderen Völkern. Ein Phänomen, das die jüdische Geschichte bis in die Gegenwart bestimmt. Für diese Menschen sieht der Prophet den Auftrag Jahwes, seine Größe unter den Völkern zu verkünden. Für sie bewahrt er aber auch die Hoffnung einer prächtigen Rückkehr auf. Israel, das an lange und beschwerliche Fußmärsche zurückdenkt und an Trennungen, die Familien und Dörfer zerrissen haben, sieht sich in Jerusalem zusammenkommen. Das Ziel: Gottes heiliger Berg, der Zion. Der Schlusssatz enthüllt, dass Jahwe auch Menschen, die nicht mehr in ihrer alten Heimat mit ihren Überlieferungen zu Hause sind, in seinen Dienst beruft. Der Prophet greift das Bild einer Opferprozession auf, die neue Züge bekommt. Die Brüder aus der Fremde werden als Opfergabe für Jahwe vorgestellt. Es ist eine mutige Verkündigung, für Menschen in historischen Umbrüchen Bund und Treue Jahwes auszulegen.
Zwei Bewegungen greifen hier ineinander: Die exklusive Erwählung des Volkes Israel durch den Herrn und das alle Völker der Erde einschließende Schauen der Herrlichkeit Gottes. Mehrfach geht es bei Jesaja darum, dass alle Völker sich zu Gott bekehren, ja dass die ersten "Missionare" Gottes, von denen in Jes 66,19 die Rede ist, Heiden waren. Das Motiv, dass Jerusalem den Mittelpunkt des messianischen Reiches und somit auch den Mittelpunkt aller Völker bildet, findet sich bereits in Jes 2,3. In Jes 25,6 wird für alle Völker auf dem Berg Zion ein Festmahl gegeben, und auch in Jes 60,3 wandern alle Völker zum Licht des Herrn.
Wenn Jesus davon spricht, dass man aus allen Himmelsrichtungen kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen wird (vgl. Lk 13,29), dann ist eine Assoziation zum Jesajabuch nicht ausgeschlossen. Die Botschaft vom Reich Gottes geht in die ganze Welt. Gott kennt die Gedanken der Völker aller Sprachen (vgl. Jes 66,18). Entscheidend ist und bleibt, dass auch die Menschen sein Wirken in der Geschichte wahrzunehmen wissen und das eigene Handeln danach ausrichten.
Armin Hoppe
Es ist der große Schluss des apokalyptischen Gerichtes: Der Herr schickt Missionare aus, um allen Völkern seine Herrlichkeit bekanntzumachen und um alle Völker zusammenzuholen. Diese kommen und beten an. Die, die zuvor verfolgt waren, werden am Ende triumphieren über ihre Verfolger (vgl. Vers 24).
Es sollten alle Schlussverse (18-24) (siehe ungekürzte Fassung) gelesen werden, trotz der abschreckenden Schlußworte in Vers 24; die große jüdische Tradition wiederholt Vers 23 nach Vers 24, um in positiver Grundstimmung zu schließen.