Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem ersten Buch Samuel.
In jenen Tagen sprach der HERR zu Samuel:
Wie lange willst du noch um Saul trauern?
Ich habe ihn doch verworfen;
er soll nicht mehr als König über Israel herrschen.
Fülle dein Horn mit Öl
und mach dich auf den Weg!
Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai;
denn ich habe mir einen von seinen Söhnen
als König ausersehen.
Als Samuel den Eliab sah,
dachte er: Gewiss steht nun vor dem HERRN sein Gesalbter.
Der HERR aber sagte zu Samuel:
Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt,
denn ich habe ihn verworfen;
Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht.
Der Mensch sieht, was vor den Augen ist,
der HERR aber sieht das Herz.
So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten,
aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der HERR nicht erwählt.
Und er fragte Isai: Sind das alle jungen Männer?
Er antwortete: Der jüngste fehlt noch,
aber der hütet gerade die Schafe.
Samuel sagte zu Isai:
Schick jemand hin und lass ihn holen;
wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen,
bevor er hergekommen ist.
Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.
David war rötlich,
hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt.
Da sagte der HERR: Auf, salbe ihn!
Denn er ist es.
Samuel nahm das Horn mit dem Öl
und salbte David mitten unter seinen Brüdern.
Und der Geist des HERRN war über David von diesem Tag an.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Buch Samuel.
In jenen Tagen sprach der HERR zu Samuel:
Wie lange willst du noch um Saul trauern?
Ich habe ihn doch verworfen;
er soll nicht mehr als König über Israel herrschen.
Fülle dein Horn mit Öl
und mach dich auf den Weg!
Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai;
denn ich habe mir einen von seinen Söhnen
als König ausersehen.
Samuel erwiderte:
Wie kann ich da hingehen?
Saul wird es erfahren und mich umbringen.
Der HERR sagte:
Nimm ein junges Rind mit und sag: Ich bin gekommen,
um dem HERRN ein Schlachtopfer darzubringen.
Lade Isai zum Opfer ein!
Ich selbst werde dich dann erkennen lassen,
was du tun sollst:
Du sollst mir nur den salben, den ich dir nennen werde.
Samuel tat, was der HERR befohlen hatte.
Als er nach Betlehem kam,
gingen ihm die Ältesten der Stadt zitternd entgegen
und fragten: Bedeutet dein Kommen Frieden?
Er antwortete: Frieden.
Ich bin gekommen,
um dem HERRN ein Schlachtopfer darzubringen.
Heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer!
Dann heiligte er Isai und seine Söhne
und lud sie zum Opfer ein.
Als sie kamen und er den Eliab sah,
dachte er: Gewiss steht nun vor dem HERRN sein Gesalbter.
Der HERR aber sagte zu Samuel:
Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt,
denn ich habe ihn verworfen;
Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht.
Der Mensch sieht, was vor den Augen ist,
der HERR aber sieht das Herz.
Nun rief Isai den Abinadab und ließ ihn vor Samuel treten.
Dieser sagte: Auch ihn hat der HERR nicht erwählt.
Isai ließ Schima kommen.
Samuel sagte: Auch ihn hat der HERR nicht erwählt.
So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten,
aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der HERR nicht erwählt.
Und er fragte Isai: Sind das alle jungen Männer?
Er antwortete: Der jüngste fehlt noch,
aber der hütet gerade die Schafe.
Samuel sagte zu Isai:
Schick jemand hin und lass ihn holen;
wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen,
bevor er hergekommen ist.
Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen.
David war rötlich,
hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt.
Da sagte der HERR: Auf, salbe ihn!
Denn er ist es.
Samuel nahm das Horn mit dem Öl
und salbte David mitten unter seinen Brüdern.
Und der Geist des HERRN war über David von diesem Tag an.
Samuel aber brach auf und kehrte nach Rama zurück.
Kv: Der Herr ist mein Hirt,
nichts wird mir fehlen. – Kv
Der HERR ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. /
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Meine Lebenskraft bringt er zurück.
Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. - Kv
Auch wenn ich gehe im finsteren Tal,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. - Kv
Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt,
übervoll ist mein Becher. - Kv
Ja, Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang
und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN
für lange Zeiten. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus.
Schwestern und Brüder!
Denn einst wart ihr Finsternis,
jetzt aber seid ihr Licht im Herrn.
Lebt als Kinder des Lichts!
Denn das Licht
bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.
Prüft, was dem Herrn gefällt,
und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis,
die keine Frucht bringen,
deckt sie vielmehr auf!
Denn von dem, was sie heimlich tun,
auch nur zu reden, ist schändlich.
Alles, was aufgedeckt ist,
wird vom Licht erleuchtet.
Denn alles Erleuchtete ist Licht.
Deshalb heißt es:
Wach auf, du Schläfer,
und steh auf von den Toten
und Christus wird dein Licht sein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die zweite Lesung des vierten Fastensonntags ist aus dem Epheserbrief genommen.
Nach Ansicht vieler Exegeten stammt der Brief an die Epheser aus nachpaulinischer Zeit, steht inhaltlich dem Kolosserbrief nahe und ist als eine meditative Erbauungsschrift anzusehen, die noch im ersten Jahrhundert verfaßt wurde und die Autorität des hl. Paulus für sich in Anspruch nimmt.
Der Textabschnitt ist einfach strukturiert: Es wird vor Rückfall in ein unchristliches Leben gewarnt, wie die Söhne des Ungehorsams es führen (Vers 6). Einst und Jetzt werden einander als Finsternis und Licht gegenübergestellt. Dieser Dualismus erinnert an die Gnosis und an Qumrantexte.
Vers 14 stammt wahrscheinlich aus einem christlichen Tauflied, eventuell entnommen aus einem Lied größeren Umfangs. Es wurde wohl während der Tauffeier von einem Vorsänger oder von der ganzen Gemeinde gesungen.
Kv: Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! – Kv
(So spricht der Herr:)*
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
sah Jesus unterwegs einen Mann,
der seit seiner Geburt blind war.
Da fragten ihn seine Jünger:
Rabbi, wer hat gesündigt?
Er selbst
oder seine Eltern,
sodass er blind geboren wurde?
Jesus antwortete:
Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,
sondern die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden.
Wir müssen, solange es Tag ist,
die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat;
es kommt die Nacht, in der niemand mehr wirken kann.
Solange ich in der Welt bin,
bin ich das Licht der Welt.
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde;
dann machte er mit dem Speichel einen Teig,
strich ihn dem Blinden auf die Augen
und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach!
Das heißt übersetzt: der Gesandte.
Der Mann ging fort und wusch sich.
Und als er zurückkam,
konnte er sehen.
Die Nachbarn
und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten,
sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es.
Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.
Er selbst aber sagte:
Ich bin es.
Da fragten sie ihn:
Wie sind deine Augen geöffnet worden?
Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig,
bestrich damit meine Augen
und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich!
Ich ging hin,
wusch mich und konnte sehen.
Sie fragten ihn: Wo ist er?
Er sagte: Ich weiß es nicht.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war,
zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht
und ihm die Augen geöffnet hatte.
Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.
Er antwortete ihnen:
Er legte mir einen Teig auf die Augen
und ich wusch mich
und jetzt sehe ich.
Einige der Pharisäer sagten:
Dieser Mensch ist nicht von Gott,
weil er den Sabbat nicht hält.
Andere aber sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?
So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal:
Was sagst du selbst über ihn?
Er hat doch deine Augen geöffnet.
Der Mann sagte:
Er ist ein Prophet.
Die Juden aber wollten nicht glauben,
dass er blind gewesen und sehend geworden war.
Daher riefen sie die Eltern des von der Blindheit Geheilten
und fragten sie: Ist das euer Sohn,
von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde?
Wie kommt es, dass er jetzt sieht?
Seine Eltern antworteten:
Wir wissen, dass er unser Sohn ist
und dass er blind geboren wurde.
Wie es kommt, dass er jetzt sieht,
das wissen wir nicht.
Und wer seine Augen geöffnet hat,
das wissen wir auch nicht.
Fragt doch ihn selbst,
er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen!
Das sagten seine Eltern,
weil sie sich vor den Juden fürchteten;
denn die Juden hatten schon beschlossen,
jeden, der ihn als den Christus bekenne,
aus der Synagoge auszustoßen.
Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug,
fragt ihn selbst!
Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war,
zum zweiten Mal
und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre!
Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.
Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht.
Nur das eine weiß ich,
dass ich blind war und jetzt sehe.
Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht?
Wie hat er deine Augen geöffnet?
Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt,
aber ihr habt nicht gehört.
Warum wollt ihr es noch einmal hören?
Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?
Da beschimpften sie ihn:
Du bist ein Jünger dieses Menschen;
wir aber sind Jünger des Mose.
Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat;
aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.
Der Mensch antwortete ihnen:
Darin liegt ja das Erstaunliche,
dass ihr nicht wisst, woher er kommt;
dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
Wir wissen, dass Gott Sünder nicht erhört;
wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut,
den erhört er.
Noch nie hat man gehört,
dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat.
Wenn dieser nicht von Gott wäre,
dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.
Sie entgegneten ihm:
Du bist ganz und gar in Sünden geboren
und du willst uns belehren?
Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten,
und als er ihn traf,
sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr,
damit ich an ihn glaube?
Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen;
er, der mit dir redet, ist es.
Er aber sagte: Ich glaube, Herr!
Und er warf sich vor ihm nieder.
Da sprach Jesus:
Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen:
damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden.
Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies.
Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?
Jesus sagte zu ihnen:
Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde.
Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen.
Darum bleibt eure Sünde.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Evangelientext ist dem Johannesevangelium entnommen. Er besteht aus mehreren Teilen: Zum einen aus dem Bericht der Blindenheilung, der keine direkte Verbindung zu den anderen drei Evangelien aufweist, und dadurch auf eine eigene von ihnen unabhängige Überlieferung hinweist. An ihn schließen sich sodann Dialogszenen in Form von Verhören an. Im letzten Teil kommt es zu einer Begegnung zwischen Jesus und dem Geheilten, der vom Geheilten zum Glaubenden wird.
Der Teich Schiloach, durch den die Heilung des Blindgeborenen vollendet wird, wird durch die Namensdeutung (Schiloach = der Gesandte) mit Jesus in Verbindung gebracht. Jesus heilt als der Gesandte des Vaters.
Das Anrühren des Breies ist Arbeit und somit für die gläubige Juden ein Sabbatbruch. Er wird zum "Aufhänger” für die Anklage Jesu.
Die eingangs gestellte Frage, wer den gesündigt habe und somit schuldig an der Blindheit des Mannes sei, ist zwar nur ein Randthema der Perikope. Wie schwer sich Anschauung dieser Art ausrotten läßt, zeigt sich sogar noch in unseren Tagen (AIDS als Strafe Gottes?).
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
sah Jesus unterwegs einen Mann,
der seit seiner Geburt blind war.
Jesus spuckte er auf die Erde;
dann machte er mit dem Speichel einen Teig,
strich ihn dem Blinden auf die Augen
und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach!
Das heißt übersetzt: der Gesandte.
Der Mann ging fort und wusch sich.
Und als er zurückkam,
konnte er sehen.
Die Nachbarn
und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten,
sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es.
Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.
Er selbst aber sagte:
Ich bin es.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war,
zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht
und ihm die Augen geöffnet hatte.
Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei.
Er antwortete ihnen:
Er legte mir einen Teig auf die Augen
und ich wusch mich
und jetzt sehe ich.
Einige der Pharisäer sagten:
Dieser Mensch ist nicht von Gott,
weil er den Sabbat nicht hält.
Andere aber sagten:
Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun?
So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal:
Was sagst du selbst über ihn?
Er hat doch deine Augen geöffnet.
Der Mann sagte:
Er ist ein Prophet.
Sie entgegneten ihm:
Du bist ganz und gar in Sünden geboren
und du willst uns belehren?
Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten,
und als er ihn traf,
sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr,
damit ich an ihn glaube?
Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen;
er, der mit dir redet, ist es.
Er aber sagte: Ich glaube, Herr!
Und er warf sich vor ihm nieder.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der vierte Fastensonntag trägt den Titel Laetare. Mitten in der Fastenzeit halten wir inne und werden wir daran erinnert, dass wir Grund haben, uns zu freuen. Christus öffnet uns die Augen für das, worüber wir uns freuen können. Und beruft uns zu Zeugen der Hoffnung, die uns trägt.
„Freue dich, Stadt Jerusalem!
Seid fröhlich zusammen mit ihr,
alle, die ihr traurig wart.
Freut euch
und trinkt euch satt
an der Quelle göttlicher Tröstung.“
(vgl. Jes 66,10-11).
So lautet der Eröffnungsvers des heutigen Laetare-Sonntages.
Aber worüber sollen wir uns freuen? Tägliche erreichen uns schockierende Nachrichten und Bilder von Krieg, Gewalt und Leid. Viele Menschen sorgen sich um ihre Zukunft, um den Frieden, um ihre Familien und nicht zuletzt auch die Kirche. Da wirkt dieser Sonntag beinahe wie ein Fremdkörper in unserem Alltag. Und doch setzt der Laetare-Sonntag genau hier an. Er lädt uns ein, mitten in der Fastenzeit innezuhalten und den Blick aufzurichten, dass unsere Freude nicht in einer heilen Welt oder in gelösten Problemen gründet, sondern in Gott selbst. Er lässt sein Volk nicht im Leid zurück. Er verheißt uns Menschen Trost, Nähe und neues Leben. Dieses beginnt nicht irgendwann, sondern schon jetzt.
Die Quelle göttlicher Tröstung, von der der Prophet Jesaja spricht, ist kein billiger Optimismus. Sie ist die Zusage, dass Gott unser Leid sieht und mit uns geht. Wer aus dieser Quelle schöpft, wird nicht blind für die Not der Welt, sondern er verliert den Mut nicht. Hoffnung wächst dort, wo wir uns von Gott tragen lassen und uns vertrauensvoll in seine Hände fallen lassen. Laetare heißt damit: Freue dich, trotz allem! Nicht, weil alles gut ist, sondern weil Gott gut ist. Diese Freude ist leise, aber tragfähig. Sie stärkt uns auf dem Weg hin nach Ostern und gibt uns die Kraft, selbst zu Boten des Trostes für mich und für andere zu werden.
Auch der Apostel Paulus beruft in seinem Brief an die Gemeinde in Ephesus alle Gläubigen, als Kinder des Lichts zu leben. Licht steht für Wahrheit, für Klarheit, für ein Leben, das sich an Christus selbst orientiert. Wer im Licht lebt, bleibt nicht in den Schatten von Angst, Resignation oder Gleichgültigkeit gefangen, sondern lässt sich von Gottes Liebe prägen und ist trotz aller Widrigkeiten hoffnungsvoll.
Paulus muss dabei objektiv anerkennen, dass dieses Leben im Licht kein Selbstläufer ist. Es braucht Entscheidung, Wachsamkeit und immer wieder Umkehr. Kinder des Lichts zu sein, heißt, das Gute zu suchen, Unrecht nicht zu beschönigen und Hoffnung dort zu bewahren, wo Dunkelheit überhandzunehmen scheint. Unser Glaube soll deshalb für alle Menschen sichtbar werden: im Umgang miteinander, in Barmherzigkeit, Geduld und Mut zur Wahrheit.
Gerade dann können wir in Zeiten, die von Verunsicherung und Spannungen geprägt sind, dieser Berufung nachkommen. Christlicher Glaube zieht sich nicht ins Private zurück, sondern will leuchten. Nicht grell oder belehrend, sondern so, dass andere Orientierung und Sinn finden können. Wo wir im Licht Christi leben, dort wird die Freude des Laetare-Sonntags konkret: als stille Zuversicht, als tragende Hoffnung und als Zeichen dafür, dass die Dunkelheit nicht das letzte Wort hat.
Der Blinde aus dem Evangelium dient als Zeuge dieser hoffnungsvollen Botschaft. Er selbst wird nun zum Inbegriff des Hoffens wider aller Hoffnung. Solange schon hat er die Welt in ihrer Schönheit und Pracht nicht mit eigenen Augen erfassen und bewundern können, doch Jesus verschafft ihm innerhalb kürzester Zeit sein Augenlicht, um sich selbst zu offenbaren und zu zeigen: Er selbst ist das „Licht der Welt“. Ein Licht, das die Finsternis durchbricht, das Orientierung schenkt und das Leben neu beginnen lässt. Nicht nur für den Blindgeborenen, sondern für alle, die sich Jesus anvertrauen. Werden auch wir zu Zeugen dieser Hoffnung?!
Viele Menschen geben sich große Mühe, damit sie von ihren besten Seiten gesehen werden. Doch Gott sieht auf das Herz und nicht auf das Äußere. Jesus will auch unsere Augen öffnen, damit wir mehr sehen als nur das Äußere, das Augenfällige.
Hohe Postenbesetzungen verlangen in einer Demokratie Ausschreibungen, Hearings. Das verläuft nicht immer reibungslos. Viele Sinneseindrücke, vor allem optische sind ausschlaggebend für eine Entscheidung.
Der Prophet Samuel stand vor einer ähnlichen Situation. Wen von den sieben Söhnen, die ihm vorgesellt werden, soll er zum König salben? Der Jüngste war nicht einmal anwesend. Auf Weisung JHWHs wird jedoch er zum König gesalbt. Der Geist des Herrn ruht auf ihm. Was zählt wirklich bei so bedeutsamen Entscheidungen? Gutes Aussehen, eloquente Rede, beeindruckende Repräsentation? All das ist wichtig, bei Gott geht es aber noch um anderes: „Der Herr sieht das Herz“ (1 Sam.16,7). Und weiter heißt es: „Der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an“ (1 Sam.16,3), also nach der Salbung durch den Propheten.
Der Geist des Herrn führt zum Licht. Wo Licht ist, weicht die Dunkelheit. Die Bergpredigt weist uns an: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,14). Gute Früchte sollen wir hervorbringen, gute Früchte brauchen Licht und Wärme. Wo kein Licht vorhanden ist, kann es sehr kalt werden. Wir erleben das jährlich, wenn in der Übergangszeit die Bauern um ihre heranreifenden Früchte wegen eventueller Frosteinbrüche zittern.
Das Evangelium erzählt uns von „Blindheit“ und „Unglück“. Diese Alltagsgeschichte zeigt, dass der Mann schon blind geboren wurde, ein Unglück, das im wahrsten Sinn des Wortes Dunkelheit nach sich zieht. Da taucht schnell die Schuldfrage auf. Auch heute sind schnell Schuldzuweisungen zur Hand.
Blindheit hat jedoch verschiedene Ursachen. Jesus spricht von einer anderen Blindheit, wenn er sagt: „Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen:
damit die nicht Sehenden sehen und die Sehenden blind werden.“ (Joh 9,39). Worauf kommt es ihm an? Unwissenheit macht dunkel, macht blind. Der Mensch soll im Laufe seines Lebens durch Erziehung und Bildung zur Erkenntnis kommen, zur Einsicht gelangen. So werden ihm die Augen - auch die des Herzens - geöffnet, damit er Mensch wird. Wir sollten weg vom Augenschein, weg von äußeren Eindrücken, zur Einsicht und Erkenntnis gelangen und weiter zum Glauben.
Das ist ein wesentlicher Teil des Lebensprogramms Jesu. Das vermittelt er zuerst dem Blinden, der ein Christusbekenntnis ablegt. Der Blinde sagt: „Ich glaube, Herr!“ (Joh 9,38). Ihm dämmert etwas und er wird physisch und geistig von seinem Unheil befreit. Wer geistig blind bleibt, läuft Gefahr, sein Leben zu verfehlen. Er wird abgestumpft, dumpf, dumm. „Dummheit ist Sünde“, stellt schon Thomas von Aquin fest. Physische Blindheit war zur Zeit des Neuen Testamentes ein großes Problem; anders als heute, wo fortschreitende medizinische Erkenntnisse und Techniken viel von dieser Plage wegnehmen kann.
Jesus will uns ein sehendes Herz geben. Dieses kann manches körperliche Defizit beheben mit Hilfe unserer sozialen Intelligenz: Hinschauen und erkennen, nicht wegschauen, sondern helfen durch Wort und Tat.
Bitten wir um Gott um gutes Sehen, um Heilung. Dazu ist mir ein schöner Gebetswunsch in die Hände gefallen:
„Höre denn, lieber Gott.
Schenke mir bitte neue Augen.
Zurzeit verliere ich so wichtige Dinge aus den Augen.
Ich sehe alles oft schwarz-weiß,
gern sehe ich alles wieder in Farbe.“
(Teilgemeinde Allerheiligste Dreifaltigkeit in Wien 10)
Der Apostel Paulus fordert die Epheser und auch uns auf, als Kinder des Lichtes zu leben. Dazu ist notwendig, dass wir unsere Augen öffnen, bzw. öffnen lassen. Christus bringt Licht in unser Leben.
„Da geht jemandem ein Licht aufgegangen!“ „Da gingen mir die Augen auf!“ - Das sind Sätze, die ausdrücken: Jemand hat etwas begriffen, was für das Leben wichtig ist. Licht und Finsternis – mit diesen Worten werden Glauben und Unglauben beschrieben. Der Glaube an Gott schenkt eine neue Sicht auf das Leben. Das ist die frohe Botschaft, die uns Paulus in seinem Brief an die Epheser und auch das Evangelium schenken wollen.
Paulus schreibt in seinem Brief an die Epheser: „Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr Licht im Herrn. Lebt als Kinder des Lichtes.“ Ganz klar: Der Glaube an Jesus muss sich einfach auswirken auf das Denken, auf das Reden und auf das Handeln. Wer vorgibt, zu Jesus zu gehören, muss das zeigen.
Als ein sehr wichtiges Beispiel sehe ich die Bemühungen vieler Menschen, die Kirche zu erneuern. In der Weise, wie wir alle miteinander suchen und Antworten auf Fragen finden, konservative und progressive, können wir zeigen, dass wir „Licht im Herrn“ sind. Viele wollen, dass die Kirche, die Gemeinschaft all derer, die an Jesus glauben, auch eine Zukunft hat. Ihnen ist wichtig, den Glauben an Jesus weiterzutragen. Dass es da unterschiedliche Meinungen über die Wege gibt, dass sich konservative und auch progressive Christen gegenüberstehen, zeigt auch, wie ernst es vielen ist. Dennoch: Die unterschiedlichen Meinungen sollten doch in Liebe, das heißt im Aufeinander Hören, ausgetragen werden. Wenn auf diese Weise ehrlich und in gegenseitigem Verständnis um Fragen und Antworten gerungen wird, dann ist das wie ein Licht in der Welt. Wenn wir als Christen und Christinnen ehrlich anschauen, was falsch gelaufen ist, dann trägt das dazu bei, dass der Glaube an Jesus wieder mehr als das Licht des Lebens gesehen und erkannt wird. Wir alle brauchen Mut, die Kirche zu sehen wie sie ist. Wir brauchen den Mut in Demut zu sehen, dass wir alle Kirche sind und Veränderung zuerst immer bei uns selbst anfängt.
Doch auch in meinem ganz persönlichen Leben kann mir schon ein Licht aufgehen oder Licht im Herrn sein. Ich kann als jemand, der an Jesus glaubt, vielleicht einen Schicksalsschlag anders sehen. Ein schlimmes Erlebnis kann mir auch zeigen, dass es einen tieferen Sinn im Leben gibt. Eine Krankheit kann mich reifer und gelassener machen. Wenn ich an Jesus glaube, dann bewerte ich mein eigenes Leben und das anderer nicht mehr bloß nach Erfolg oder wieviel Besitz die Menschen haben. Meine Interessen versuche ich nicht mehr mit Gewalt oder mit unfairen Mitteln durchzusetzen. Ich versuche, Frieden zu stiften. Es geht dabei nicht darum, falsches Verhalten zuzudecken. Es geht darum, dass jeder in einem Streit zu seinem Recht kommt.
Jesus hat ganz bewusst auf die Seite derer gestanden, die verachtet waren. Stehen wir auf der Seite der Verachteten und der Menschen, die ausgrenzt sind? Da können wir wie Licht sein. Jesus hat einen Gott gepredigt, der immer wieder verzeiht. Wie denken wir über Menschen, die schwere Schuld auf sich geladen haben. Wie stehen wir zu ehemaligen Strafgefangenen? Klar muss Fehlverhalten durch den Staat bestraft werden. Dennoch: wie groß immer die Schuld ist, ein Mensch ist und bleibt ein geliebtes Kind Gottes. Auch so einem Menschen ist mit Achtung und Respekt zu begegnen. Jesus hat sich auf die Seite derjenigen gestellt, die schwach sind. Jesus hat Kinder gesegnet und sie uns als Beispiel vor Augen hingestellt. Wir leben als Kinder des Lichtes, wenn wir ebenso mehr die Menschen beachten, die schwach sind, die nicht leistungsfähig sind. Es sind die Menschen, die rein menschlich gesehen gescheitert sind. Gerade sie brauchen unsere Zuwendung.
Was ich da gerade aufgeschrieben habe, klingt wie ein Beichtspiegel. Wir stehen in der Fastenzeit. In ihr gilt es, dass wir unsere Liebe zu Gott wieder erneuern. Wieder stelle ich Fragen, die sich wie ein Beichtspiegel anfühlen. Doch wenn Paulus diese Worte der Lesung ans Herz legt, dann sollen wir nicht mehr so leben, als gäbe es Jesus nicht. Wie oft meinen wir, Worte Jesu zurückweisen zu können, weil sie unserem Leben hinderlich sind, weil sie uns am Aufstieg hindern. Wo passen wir uns zu sehr an die Welt an. „Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen!“ Auch wir Christen und Christinnen machen Fehler. Dennoch sollten wir uns immer redlich mühen, die Worte Jesu in unser Leben umzusetzen und in diese Worte hineinzuwachsen.
Es braucht Mut, seiner eigenen Wirklichkeit ins Auge zu schauen. Wir brauchen unser Leben lang, dass uns die Augen immer mehr aufgehen. Wir müssen es aber auch wirklich wollen. Die Fastenzeit ist eine Chance, das eigene Leben wie auch die Kirche immer mehr mit den Augen Jesu zu sehen.
Am Ende der Lesung haben wir gehört: "Wach auf, du Schläfer und steh auf von den Toten und Christus wird dein Licht sein!“ Christus will auch unser Licht sein. Mögen Jesus und seine Liebe immer mehr als unser Licht aufgehen.
In den Lesungen dieses Sonntags geht es um das wahre Sehen. Blind ist, wer nicht sehen kann, aber auch, wer nicht sehen will.
Vielleicht ist es Ihnen auch schon so ergangen, dass man vor lauter Blendung überhaupt nichts mehr sieht, etwa beim Autofahren entgegenkommender Fahrzeuge. Man könnte sagen, unangenehme Begegnung durch Blendung. Es gibt im Leben immer wieder Situationen, wo man sich blenden lässt. So auch in der ersten Lesung:
Isai, übersetzt „Mann JHWHs“, Vater des David, hatte mehrere Söhne. Einer von ihm, Eliab, wird gesagt, er habe „eine stattliche Gestalt“. Gut denkbar, dass Samuel annimmt, der könnte Nachfolger des Königs Saul werden. Einer der Söhne fehlt bei dieser Begegnung zwischen Isai und dem Propheten Samuel: Es ist der jüngste Sohn David. „Auch er sieht gut aus“. David heißt übersetzt „Geliebter“ oder „Liebender“. Er ist ein Hirtenknabe. Offenbar taugt nur der für das Amt des Königs, der die Menschen liebt, der zu ihnen kommt und auch sie begleitet. Ein sehr ernstzunehmender Hinweis besonders für Amtsträger, also nicht unbedingt ein Superstar mit guten Beziehungen überall hin, materiell bestens abgesichert, wie dies damals alttestamentliche Könige waren. David, ein König ohne Palast, nicht wie Saul, sein untauglicher Vorgänger. David bleibt Hirte so wie es auch JHWH ist.
Davids Autorität leitet sich nicht von Äußerlichkeiten ab, sondern wird getragen vom Geist JHWHs, vom göttlichen Geist der Liebe, wohl ausgestattet mit vielen Talenten, aber auch mit all seinen Unvollkommenheiten. Gott beruft das Unscheinbare, das Unauffällige. Es gibt eine äußere und eine innere Berufung. Das Äußere ist meist sehr verlockend, kann auch wirklich gut weiterhelfen, es kann aber auch blenden im Sinn von täuschen. Berufungen gibt es verschiedene, weil die Aufgaben im Leben mannigfaltig sind und hat auch mit Talenten zu tun, die manchmal auch erst entdeckt werden müssen. Entscheidend ist aber die innere Haltung, dann erst kommen äußere Umstände dazu, die sich ergänzen können. Dabei ist auch wichtig, w i e man an die Aufgaben herangeht, also auch ein Bewusstmachen von Verpflichtung und Bindung.
Gott begegnet den Menschen ganz persönlich wie den Propheten Samuel, den Hirtenknaben und späteren König David, der zum König gesalbt wird. Auch wir werden in der Taufe zu Königen, Propheten und Priestern gesalbt. Wie soll sich das zeigen?
Die zweite Lesung erteilt dazu einen Auftrag: „Lebt als Kinder des Lichts!“ Dazu wird auch gleich gesagt, wie das gehen soll: Bringt Güte, Gerechtigkeit, Wahrheit in die Welt. Das sind nämlich die Früchte des Heiligen Geistes. Alles andere ist Finsternis. Das erleben wir in Kriegen, in gestörten Beziehungen aller Art, in Gezänk, Mobbing und was es sonst noch an Bösartigem gibt. Auch in der Bergpredigt ist schon dieser Auftrag zu finden: „Ihr seid das Licht der Welt.“ (Mt 5,13-16) Auftrag, Forderung. Seid Licht, keine ängstlichen Armleuchter. Eure Begegnungen untereinander mögen hoffnungsfroh, mutmachend sein, besonders dort, wo es viel Dunkelheit, Resignation gibt. Jesus bringt Licht in die Dunkelheit der Welt. Das feiern wir zu Ostern.
Gleich am Beginn des Evangeliums beantwortet Jesus die Frage, ob nicht Krankheit, Leid und sonstige Dunkelheiten als Strafe für sündiges Verhalten zu sehen seien. „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm [dem Blinden] offenbar werden.“ Es gibt keine Kollektivschuld, keine Sippenhaftung für persönliches Versagen. Auch ist manches Leid unverschuldet, wie etwa die Erdbebenkatastrophe mit mehr als 50 000 Toten in der Türkei. Die Antwort Jesu überzeugt die „gläubigen Formalisten“, die Pharisäer nicht. Heilung am Sabbat, denkunmöglich! Wer Gesetze nicht hält, kann nicht von Gott sein. Formalfehler sind Zeichen von Ungläubigkeit, ein Gedankengut, das wir bis heute vorfinden.
„Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“ (Joh 9,5). Nicht die physische Blindheit allein ist von Übel, sondern die Kurzsichtigkeit unserer Einstellungen, die Blindheit des Herzens. Wenn jemand „Blind vor Wut ist“ (Redewendung), kann er nichts sehen. Der Mensch schaut zwar, sieht aber nichts mehr. „Erkennen“ und „Lieben“ sind im Hebräischen dasselbe Wort. Glauben hat mit Erkennen zu tun.
Dass Evangelium will heilsame Begegnungen, besonders nach unheilsamen Auseinandersetzungen. Sonntag Laetare: Wir bleiben nicht beim Leid stehen. Der Übergang, das Reich Gottes zeigt sich immer wieder. Ich wünsche Ihnen viele heilsame Begegnungen, die zu Friede und Freude führen.
Jesus öffnet einem Blinden die Augen. Er versteht sich nicht als Wunderheiler. Er öffnet den Menschen die Augen für das Wirken Gottes.
Als meine Tante nach längerer Zeit wieder mal zum Augenarzt ging, empfing er sie mit den Worten: „Wo ist Ihr Hund?“ – „Welcher Hund?“, fragte sie erstaunt, doch dann dämmerte es ihr: der gut aufgelegte Onkel Doktor meinte einen „Blindenhund“ und verschrieb ihr eine Brille.
Das heutige Evangelium handelt von einem, der von Geburt an mit völliger Blindheit geschlagen ist. Die Heilung des Blindgeborenen ist in mehrfacher Hinsicht erstaunlich. Im Raum steht die Frage „Wer hat gesündigt?“ (Joh 9,2). Einige erkennen darin einen Hinweis auf den Glauben an die Wiedergeburt. Es hätte ja sein können, dass der Blindgeborene im früheren Leben ein Gauner war. Doch das sind Fake News, und die reflexartige Frage nach der Schuld an einem Unglück bleibt letztlich unbeantwortet. Jesus lenkt die Aufmerksamkeit vielmehr auf sein Tun und stellt fest: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden“ (Joh 9,3). Und dann tut er!
Ich habe mich gefragt: Was war das eigentlich für eine wunderliche Heilsalbe, die Jesus fabrizierte? Es heißt: Jesus spuckte auf die Erde, machte mit dem Speichel einen Teig und strich ihn dem Blinden auf die Augen (Joh 9,6). Jesus machte keine Show; Speichel galt in der Volksmedizin als Augenheilmittel – das kann man bei Plinius dem Älteren nachlesen –, und so handelte Jesus in der Tradition der Krankenheiler seiner Zeit (vgl. Plinius: Naturalis historia 28,7). Der Glauben an die heilende Wirkung von Speichel hat sich dort erhalten, wo Leute über die Schulter spucken, weil es Glück bringen soll. „Toi, toi, toi“ sagen wir als lautmalerischer Ersatz für dreifaches Ausspucken. Hier symbolisiert der Speichel Jesu Wirkungskraft (vgl. Mk 7,33; 8,23); die Erde wiederum verwurzelt ihn mitten unter uns Menschen, wie Adam aus Erde geformt (Gen 2,7). Dank einer Synthese von menschlichem Glauben und göttlicher Kraft geschieht das Wunderbare: „Der Blinde ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen!“ (Joh 9,7).
Doch es gibt nicht nur körperliche Blindheit. Es gibt fix auch geistliche Blindheit. Die Eltern des Blinden riefen, sie seien „Jünger des Mose“, also Anhänger des Mehrheitsjudentums, und der Geheilte wurde Teil jener messianischen Bewegung, die im Christentum aufging (Joh 9,28).
Es ist eine bekannte Geschichte: Drei Blinde stehen vor einem Elefanten. Jeder inspiziert einen Körperteil und kommt zu einem anderen Schluss. Der das Bein des Elefanten berührt, meint, er stehe vor einer mächtigen Säule. Ein anderer hält den Schweif für ein ausgefranstes Handyladekabel. Und der Dritte zuckt zurück: Er hat den Rüssel für eine Kobra gehalten!
Gottes unendliche Größe in ihrer Gesamtheit zu erfahren, ist uns nicht gegeben. Jeder von uns kennt einen Teilaspekt – seine Güte, seine Stärke oder seine Gerechtigkeit... Wenn wir einander von unseren partiellen Gotteserfahrungen erzählen, formt sich ein größeres Bild. Darum ist der Austausch in unserer Pfarrgemeinde und darüber hinaus so wertvoll. Jesus möchte uns die Augen öffnen, damit wir mehr von Gott erkennen. Doch Vorsicht: gerade, wenn wir meinen, Bescheid zu wissen, können wir uns gewaltig überschätzen – wie ein Elefant, der am Opernball Walzer tanzen will.
Das Johannesevangelium spricht ganz bewusst nicht von Wundern. Es spricht vom „σημεῖον (semeion)“, im Sinne von „Signal“, „Omen“ oder „Zeichen“, das auf etwas Größeres – auf Gott – hinweist. Unsere Gemeinschaft, in der wir uns befinden, kann uns Gott näherbringen. Solche göttlichen Zeichen helfen uns, unseren Blick in die richtige Richtung zu lenken. Sie sind gleichsam der „Blindenhund eines Christen“, der uns dabei hilft, Wichtiges im Leben anzusteuern, Falschem auszuweichen und unseren eigenen Weg mit Gott zu finden.
Sehen können ist ein großes Geschenk. Jeder sieht mit anderen Augen, sieht anderes unter gleichen Bedingungen. Auch der Blick auf das Leben fällt unterschiedlich aus je nach persönlichen Voraussetzungen. Im Glauben sehen Menschen das Leben anders. Jesus heilt unser Sehvermögen.
Ich erinnre mich noch gut an eine Vorlesung, als ich anfing Theologie zu studieren. Der Professor zeichnete an der Tafel ein X. Nun durften wir Studenten und Studentinnen sagen, was wir in diesem X sehen. Ein Student sah ein Multiplikationszeichen der Mathematik. Ein anderer dachte an das X Chromosom. Wieder ein anderer sah ein Andreaskreuz. Dieses Beispiel zeigt mir: Wenn wir vom „Sehen“ sprechen, dann kann sich das durchaus beziehen auf unsere organischen Augen. Doch es gibt ein anderes Sehen, es gibt eine andere Blindheit. An verschiedenen Gegenständen nehmen wir Unterschiedliches wahr. Das geschieht auch bei Menschen. Vor allem geschieht das auch bei Jesus, wie wir im Evangelium sehen werden.
Jesus hat sicher Menschen mit organischer Blindheit geheilt. Er hat ihnen neues Leben, eine neue Lebensqualität geschenkt. Wie wird sich wohl jemand fühlen, der endlich sehen kann oder wieder sehen kann? Das kann nur jemand erahnen, der das auch wirklich erlebt hat.
Im Evangelium geht es auch um ein anderes „Sehen“. Es ist das „Sehen“ mit den Augen des Glaubens. Dieses „Sehen“ mit den Augen des Glaubens ist auch ein Geschenk. Wie Jesus im Evangelium an den Blinden handelt, so will er auch an uns handeln. „Die Werke Gottes sollen an ihm offenbar werden“. Der Blinde erkennt immer mehr, was Jesus an ihm getan und gewirkt hat. Offen und ehrlich bekennt er das. Das bringt ihm harte Auseinandersetzungen mit den Schriftgelehrten ein. Auch seine Eltern können mit ihm nichts mehr anfangen.
Diese harten Auseinandersetzungen zeigen, wie sehr sich die Pharisäer und Schriftgelehrten gegen Jesus sträuben, wie sehr sie sich gegen den Glauben sträuben. Jeder, der an Jesus glaubt, wird von ihnen verstoßen. Sie sehen in Jesus einen, der den Sabbat missachtet. Für einige ist er ein Sünder, andere sind sich darüber unsicher, ob ein Sünder ein Wunder wirken kann. Doch der Mann, der von seiner Blindheit geheilt wurde, steht einfach zu dem, was er mit Jesus erlebt hat. Er findet immer mehr und immer tiefer zum Glauben an Jesus. Er erkennt immer mehr, je mehr sich Jesus mit ihm beschäftigt, wer Jesus für ihn ist. Jesus ist derjenige, der ihn geheilt hat. Er sieht auch, wer Jesus für die Menschen ist. Er bekennt Jesus als den Menschensohn. Immer tiefer wächst sein Glaube an Jesus. Eben das ist entscheidend.
Paulus beschreibt den Glauben an Jesus in seinem Brief an die Epheser mit dem Wort „Licht“. Jesus ist das Licht der Welt. Wenn wir an Jesus glauben, wenn wir IHN annehmen als unseren Herrn, wenn wir seine Worte annehmen, wenn wir eine Beziehung mit Jesus eingehen und diese auch pflegen durch Gebet, durch Gottesdienste, durch Werke der Liebe, dann leben wir im „Licht des Herrn!“ Wir leben im „Licht“, wenn wir glauben, wie sehr wir von Gott angenommen und geliebt sind. Wir leben im Licht, als „Kinder des Lichtes“ wenn wir die Mitmenschen annehmen als Söhne und Töchter Gottes, auch dann, wenn wir uns mit ihnen schwertun. Wir leben im Licht, wenn wir an das Ziel glauben, einmal in der Liebe Gottes zu leben. Unser Leben bekommt durch den Glauben, durch Jesus einen neuen Sinn, eine neue Orientierung.
Der Glaube an Jesus schenkt uns eine neue, eine andere Sicht auf die Welt und auf unser Leben. Wir leben in derselben Welt wie andersgläubige, wie nichtgläubige Menschen. Wir haben dieselben Probleme. Wir erleben Kriege, Streitereien. Wir erleben dieselben Unsicherheiten und Ängste durch die Corona Epidemie wie durch den Klimawandel. Wir haben genug Grund, die Welt, die Zukunft schwarz zu sehen. Doch wir können als Christen diese Welt weiterhin als eine gute Schöpfung Gottes ansehen. Wir können sie als einen Ort betrachten, den wir gestalten können. Wir können darauf hoffen, dass Gott seine Welt zum Guten führen wird. Durch den Glauben können wir eine ganz andere Sicht, die Sicht Gottes bekommen.
Jesu lehrt uns, unser Leben, diese Welt und vor allem unsere Mitmenschen mit den Augen Gottes anzusehen. Gott schaut auf das Herz des Menschen. So haben wir es ja in der Lesung aus dem Buch Samuel gehört. Nicht das „Aussehen und die stattliche Gestalt“ des Eliab lässt jemand zum König geeignet sein. Bei Gott zählen andere Qualitäten. Gott hat eine andere Sicht.
Jesus will auch uns eine neue Sicht auf das Leben schenken. Er wirkt auch an uns. Das kann auch uns Auseinandersetzungen bringen. Es kann auch für uns bedeuten, nicht verstanden zu werden. Wenn wir Jesus immer mehr erkennen, dann können wir auch zu unserem Glauben stehen. Lassen wir Jesus auch an uns wirken, lassen wir uns sehend, besser gesagt, immer tiefer glaubend machen.
Die Heilung des Blindgeborenen befreit ihn von seiner körperlichen Blindheit aber auch von der Blindheit des Herzens. Die Fastenzeit führt uns zu Jesus, der auch unsere Blindheit des Herzens heilen möchte.
Wir sind gewohnt, nach dem Schuldigen zu suchen. Das hat oft zur Folge, dass jemand zum Sündenbock gestempelt wird, und sich die anderen von Schuld freigesprochen fühlen. Jesus pflegt einen anderen Umgang mit der Schuldfrage, weil er von einem anderen Gottesbild ausgeht. Daraus ergibt sich auch eine neue Sichtweise und ein neuer Umgang mit dem Leid.
Jesus gibt dem Blindgeborenen nicht nur das Augenlicht wieder, er wird für ihn zum Licht des Lebens. Die Pharisäer schließen ihn aus der Gemeinschaft der Glaubenden aus, er schließt sich Jesus an. Wer Jesus als Licht erfahren hat, ist berufen, selbst zum Licht für andere zu werden.
Ein Resümee der bisherigen Fastensonntage zeigt, dass wir Begegnungen verschiedenster Art vor uns haben: Am ersten Fastensonntag waren es Begegnungen abstrakter Natur, die sich aber konkret auswirken und denen auch Jesus als Mensch nicht entkommen ist: den Versuchungen nach Besitz, Macht, Ansehen, Ruhm. Dabei geht es darum, Widerstand zu leisten gegen alles, was menschliche Beziehungen stören kann. Am zweiten Fastensonntag: Begegnung mit den Aposteln bei der Verklärung des Herrn. Die Jünger dürfen einen kurzen Augenblick auf die Zukunft werfen und die Wirklichkeit der Auferstehung genießen. Der dritte Fastensonntag zeigt, wie Konventionen durchbrochen werden. Jesus geht nicht nur zu den Selbstgerechten, sondern auch zu der samaritischen Frau, einer Ausländerin und kommt mit ihr ins Gespräch. Für Juden völlig undenkbar, dass es so etwas geben darf. Glatter Regelbruch! Die letzte Begegnung in der Fastenzeit ist die Begegnung Jesu mit dem Tod.
Heute, am vierten Fastensonntag, geht es wieder um eine Begegnung: die Begegnung mit Krankheit und Leid, somit um das Hineingehen in letzte Tiefen menschlicher Existenz und was aber in besonderer Weise den Inhalt dieses Sonntags ausmacht: um Freude und Heil und um zum Glauben zu ermuntern. Das wäre Aufgabe jeder Religion, heilend zu wirken, was aber leider nicht immer geschieht. Wieder bricht Jesus in den Augen der Pharisäer eine Konvention: Heilung am Sabbat. Die Handlungsebenen dieses Evangeliums verdienen genauere Betrachtung: Da wird zunächst Ursachenforschung betrieben: Wer trägt Schuld an der Krankheit, (an Leid, Tod, Misserfolgen)? Diese Frage zieht sich durch die gesamte Perikope. Auch heute suchen wir nach dem Sündenbock, dem Verursacher allen Unglücks.
Worin liegt die Blindheit? Sie ist nicht nur in der Augenkrankheit feststellbar, die kein Licht zulässt und beim Blinden alles rundherum verdunkelt. Jesus führt zum Licht, er ist das Licht, er führt auch zum Licht des Glaubens. Die Blindheit liegt beispielsweise in Vorurteilen, in festgefahrenen Meinungen, im Denken, das keine anderen Sichtweisen zulässt, in der Realitätsverweigerung. Blindheit liegt auch darin "Sein Köpferl im Sand" zu verstecken, wie Arik Brauer formuliert: "Hinter meiner, vorder meiner, links, rechts güt's nix, ober meiner, unter meiner siach i nix. Spür nix, hear nix und i riach nix."- Weil Jesus auch von dieser Art von Blindheit befreien will, bückt er sich: Speichel und Erde als Mittel gegen die Augenerkrankung. Auch das Bücken hat Bedeutung. Jesus bückt sich genauso wie er es bei der Fußwaschung getan hat, er bückt sich, um den Dienst der Heilung zu leisten, nicht nur körperlich, sondern auch in der Einstellung des Menschen zu sich selbst und zu seiner Umgebung. Auch der Blinde bückt sich, um rein zu werden, um eine andere Sicht, einen Weitblick zu bekommen, im Sehen und im Erkennen antwortet der Blinde: "Ja, Herr ich glaube!" (Joh. 9,38). Der Blinde taucht durch seine Reinigung im Teich Schiloach in den Gesandten Gottes ein, um ein Glaubensbekenntnis abzulegen.
Bringt nicht dieses Evangelium auch für uns Anstöße weiter zu schauen als über den Tellerrand? Wir sehen nur, was wir wollen, wir sehen nur, wen wir wollen. Im Zeitalter der Reizüberflutung von Internet, Twitter, Facebook brauchen wir eine Auswahl an Informationen. Aber die Art von Blindheit wie sie uns in der Heiligen Schrift dargestellt wird, ist gefährlich, weil sie nicht als Not empfunden wird und man sie als Schutz gar nicht preisgeben will. Vielleicht ist es sogar ein Risiko, sehend zu werden, weil die Konsequenzen unbequem sind. Die Sehenden sind oft die Unbequemen, die sich nicht in bestimmte Schemata einordnen lassen, die auf Veränderung drängen und ihrer Zeit voraus sind- eine prophetische Gabe.
Dieses Evangelium ermutigt uns, sehend zu werden, zu glauben und zu vertrauen. Diese spektakuläre Heilung gibt uns zu verstehen, dass der Blindgeborene Zeichen der Gottesherrlichkeit ist. Die Pharisäer wollen Ordnung nach dem Gesetz Mose. Jesus durchbricht das Gesetz des Sabbat, also ein Formalfehler. Warum solche Umwege zur Heilung notwendig sind, bleibt ein Geheimnis. Durch den Weg des Leidens soll der Mensch auf eine neue Persönlichkeitsstufe gebracht werden.
Sonntag Laetare: Wir bleiben nicht bei Krankheit, Leid und Tod stehen. Der Übergang, das Reich Gottes, hat schon begonnen. Übergänge sind oft Zeichen der Herrlichkeit Gottes. Es ist ein Gott der Überraschungen. - Ich wünsche Ihnen Weitblick, Durchblick im Geiste Jesu, mit den Augen Gottes.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 221: Kündet allen in der Not
GL 268: Erbarme dich, erbarm dich mein
GL 271: O Herr, aus tiefer Klage
GL 272: Zeige uns, Herr, deine Allmacht (1. und 3. Str.)
GL 273: O Herr, nimm unsre Schuld (3. Str.)
GL 275: Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet
GL 277: Aus tiefer Not schrei ich zu dir
GL 358: Ich will dich lieben, meine Stärke
GL 360: Macht weit die Pforten in der Welt (2. Str.)
GL 365: Meine Hoffnung, meine Freude
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 377: O Jesu, all mein leben bist du
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren
GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König
GL 418: Befiehl deine Wege
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 437: Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
GL 446: Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
GL 459: Selig seid ihr, wenn ihr Wunden heilt
GL 468: Gott gab uns Atem, damit wir leben
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 489: Lasst uns loben, freudig loben
GL 640,1: Herr, unser Gott, bekehre uns
GL Ö814: O höre, Herr, erhöre mich
Psalmen und Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; erführt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 447,1: Öffne meine Augen, dass sie sehen die Wunder an deinem Gesetz - Mit Psalm 4 (GL 664,2) oder mit Psalm 98 (GL 55,2) - VIII.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 57 (GL 649,6) - VII.
GL 629,1: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 - I
GL 639,1: Erbarme dich meiner, O Gott, erbarme dich meiner - Mit Psalm 51 - IV.
Mitten in der österlichen Bußzeit lädt uns dieser Sonntag zum Aufatmen ein. Der Laetare-Sonntag ist ein Sonntag der Vorfreude. „Freut euch!“ so wird uns zugerufen. Noch sind wir aber auf dem Weg durch die Fastenzeit, noch ist Ostern nicht erreicht. Und doch lässt Gott schon jetzt etwas von seiner Hoffnung, von seinem Licht und von seiner Liebe zu uns Menschen deutlich werden.
Wo Lasten, Schuld und Versagen uns niederdrücken, da hilft uns Gott immer wieder auf und kommt uns mit seinem reichen Erbarmen entgegen. Mit ihm lasst uns neu beginnen im Schuldbekenntnis...
Jesus hat Menschen geheilt. Damit hat er ihnen neue Lebensmöglichkeiten geschenkt. Im Evangelium heute heilt er einen Blinden. Jesus schenkt ihm mehr als das Augenlicht. Er schenkt diesem Menschen das Licht des Glaubens. Dieses Licht des Glaubens gibt uns Hoffnung und Zuversicht in dem, was sonst dunkel ist, was sinnlos und hoffnungslos erscheint. Öffnen wir uns für Jesu Wirken an uns, öffnen wir uns für seine Worte und für seine Liebe, die sich für uns hingibt.
Wir hören Gottes Wort, wir feiern Jesus in Brot und Wein. Das geschieht in jeder Eucharistiefeier. Sein Wort und seine Liebe schenken uns Augen des Glaubens, Augen der Hoffnung und Augen der Liebe.
Öffnen wir unser Herz für IHN, der die Blindheit unserer Herzen heilt.
Öffnen wir unser Herz, dass wir IHN, das Licht der Welt erkennen.
Bitten wir IHN um sein Erbarmen.
Herr Jesus Christus,
wie den König David, salbst du uns Menschen zu Priestern, Königen und Propheten.
Herr erbarme dich.
Du leuchtest uns Menschen in der Finsternis
und lässt uns als Kinder des Lichts leben.
Christus erbarme dich.
Du möchtest unser Leben verändern, das tagtäglich von Blindheit geschlagen ist.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du Licht der Welt, das die Dunkelheit unseres Unglaubens hell macht.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du willst, dass auch wir als Kinder des Lichtes leben.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
durch dein Handeln wird Gottes Macht und Herrlichkeit offenbar.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist zu uns gekommen, um uns den Weitblick der Liebe des Vaters zu künden.
Herr, erbarme dich.
Mit wachem Blick hast du auf deine Mitmenschen geschaut und an ihnen heilsam gehandelt.
Christus, erbarme dich.
Nach Leid und Tod hast du uns in deiner Auferstehung den Blick geöffnet für ein künftiges Leben.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du öffnest uns die Augen.
Herr erbarme Dich.
Wir sollen uns nicht an Äußerlichkeiten festhalten.
Christus erbarme Dich.
Du willst, dass wir dich als Gottes Sohn erkennen
Herr erbarme Dich.
Herr Jesus Christus,
du machst die Blinden sehend, die Sehenden blind.
Wir verschließen dir oft die Herzen
und wir glauben deinem Wort nicht.
Herr, erbarme dich.
Du schenkst das Licht,
doch wir leben nicht immer als Kinder des Lichtes.
Christus, erbarme dich.
Du schaust auf das Herz eines Menschen,
wir lassen uns oft blenden von Äußerem.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du hast der Menschheit, die blind war für das Wirken Gottes,
die Augen für seine Liebe zu seiner Schöpfung geöffnet.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns herausgelöst aus unserer ohnmächtigen Verwicklung in Versagen, Schuld und Sünde.
Christus, erbarme dich.
Du hast uns zu Kindern des Lichtes gemacht,
deren Licht in der Welt leuchtet.
Herr, erbarme dich.
© P. Michael Lidy CSsR
Herr, unser Gott,
du hast in deinem Sohn
die Menschheit auf wunderbare Weise mit dir versöhnt.
Gib deinem Volk einen hochherzigen Glauben,
damit es mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Fastensonntag
Gott.
Du hast uns geschaffen - doch wir kennen dich kaum.
Du liebst uns - und doch bist du uns fremd.
Offenbare dich deiner Gemeinde.
Zeige uns dein Gesicht.
Sag uns, wer du bist und was du für uns bedeutest.
Lehre uns dich erkennen, dich verstehen, dich lieben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
MB Auswahl 2
Herr, du hast deinen Sohn
als das wahre Licht in die Welt gesandt.
Offenbare den Menschen deine Wahrheit
durch den Heiligen Geist, den er verheißen hat,
und öffne ihre Herzen für den Glauben.
Gib, dass alle
in der Taufe das neue Leben empfangen
und Glieder deines Volkes werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums A
Treuer Gott,
du liebst die Unschuld
und führst den Sünder zu dir zurück.
Darum hast du uns
aus der Finsternis des Unglaubens befreit
und in die Gemeinschaft mit dir aufgenommen.
Gib, daß wir dich mit ganzem Herzen suchen
und das Licht deiner Wahrheit nie verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Mittwoch der Osterzeit
Gott unser Vater,
du Quelle aller Freude und allen Trostes,
mitten in der Fastenzeit schenkst du uns einen Vorgeschmack österlicher Hoffnung.
Richte unseren Blick neu auf dich und erfülle uns mit deinem Licht der Freude.
Darum bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. – Amen.
Jesus, wer an dich glaubt,
wer deine Worte hört und tut,
ist wie Licht,
bringt Liebe und Gerechtigkeit in die Welt.
Jesus, hilf uns alles zu meiden,
was dir widerspricht,
was das Licht deiner Liebe verdunkelt.
Jesus, sei unser Licht! – Amen.
Guter Gott,
zu Beginn dieser Woche kommen wir zu dir.
Die zurückliegende Woche hatte ihre Licht- und Schattenseiten.
Oft lassen wir uns von falschen Lichtern blenden.
Schenke uns in dieser Feier wieder einen Blick für das Licht,
das dein Sohn in die Welt brachte,
damit wir Sehende nach deinem Willen werden.
Das erbitten wir mit Jesus Christus, unserem Bruder und Herrn. – Amen.
Gott,
du hast deinen Sohn gesandt als das Licht der Welt.
Öffne unsere Augen und Herzen für seine heilende Nähe
und lass uns die Bedürfnisse der Mitmenschen erkennen.
Durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
© P. Michael Lidy CSsR
Herr Jesus Christus,
du bist das Licht
du schenkst uns Licht,
Licht für die Augen den Blinden
Licht für die Augen unseren Herzen...
Bilde unser Herz nach deinem Herzen
durch dein Wort
und durch deine Liebe. - Amen.
Menschenfreundlicher Gott,
in unsicheren Zeiten wünschen wir uns immer wieder deine Nähe und kommen wir mit unseren Anliegen zu dir:
Du sagst: „Ich bin das Licht der Welt.“
Berufe auch heute Priester und Ordensleute in deine Nachfolge und lass die Kirche neue Wege der Verkündigung finden.
Du sagst: „Ich bin der gute Hirte.“
Steh allen Menschen bei, die einsam, alleingelassen, obdachlos und arm sind und stelle ihnen liebende Menschen an die Seite.
Du sagst: „Lasset die Kinder zu mir kommen.“
Schau vor allem auf die Kleinsten unserer Welt, damit wir nachhaltig wirtschaften, um das Überleben der künftigen Generationen zu sichern.
Du sagst: „Ich bin der Weinstock.“
Lass alle Menschen satt werden von den Früchten deiner Schöpfung und lass die Machthabenden sich für Gerechtigkeit einsetzen.
Du sagst: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ – Rufe unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde in dein Reich und nimm sie auf in deine schützenden Hände.
Lebendiger Gott,
wir vertrauen darauf, dass du uns erhörst und alles zum Guten wenden wirst, in Zeit und alle Ewigkeit. – Amen.
Herr Jesus Christus,
der du das Licht des Glaubens schenkst.
Wir bitten dich:
Öffne die Augen des Glaubens aller Christinnen und Christen, damit sie sehen, wo sie falsche Wege gehen.
Mache deine Kirche offen für das Wirken deines Heiligen Geistes und führe sie zur Umkehr, wo es nötig ist.
Ermutige alle, die neugetauft oder neubekehrt sind, den Weg des Glaubens entschlossen zu gehen.
Hilf allen, die in Not sind, Wege des Neuanfangs zu sehen.
Lass alle, die regieren das suchen, was dem Frieden dient, und rüttle die Herzen aller Kriegstreiber auf.
Lass die Verstorbenen im Licht der ewigen Freude leben.
Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Auch in aller Dunkelheit ist Gott mit uns. Darüber dürfen wir uns freuen.
Ihn lasst uns bitten:
Als Kirche hast du uns dein Licht geschenkt, um es weiterzugeben.
Wir beten für alle, die mitunter auch auf sehr unkonventionellen Wegen versuchen, deine Botschaft von Liebe, Güte und Wahrheit weiterzutragen.
In der Taufe sind wir zu einem neuen Leben in dir geboren.
Wir beten für alle, die sich in diesen Wochen auf ihre Taufe zu Ostern vorbereiten.
Du wendest dich denen zu, die in Not sind.
Wir beten heute besonders für alle Frauen auf den Philippinen und die lokalen Partnerorganisationen der Caritas, die mithelfen, durch menschenwürdige Arbeitsbedingungen Lebenssicherheit für viele zu schaffen.
Wir alle bewegen uns hin und wieder wie Blinde durch unser Leben.
Wir beten um einen wachen Blick, um Zusammenhänge im gesellschaftlichen Miteinander erkenn und entsprechend handeln zu können.
In diesen Wochen leben wir ganz besonders auf Ostern hin.
Wir beten für alle, die du nach Not und Leid in ihrem irdischen Leben an deiner Herrlichkeit teilhaben lässt.
Wer auf dich hofft, darf darauf vertrauen, dass hinter allem dein Geist wirkt und Sinn verleiht.
Dafür danken wir dir jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott,
dein Sohn will, dass wir sehen.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, die sich in dieser Zeit auf die Taufe vorbereiten.
Lass sie erkennen, was Du ihnen sagen willst
Für alle Kinder, die sich auf die Erstkommunion vorbereiten.
Lass sie Deine Liebe sehen und immer mehr den Weg mit Dir erkennen.
Im Heiligen Land wird der Unfriede wieder stärker,
unbeachtet von der Öffentlichkeit, die nach Osteuropa schaut.
Zeige den Verantwortlichen den Weg Deines Friedens.
Überall in der Welt herrschen Krieg und Unfriede. Menschen werden verfolgt und getötet, weil sie die falsche Staatsangehörigkeit, die falsche Hautfarbe, die falsche Religion oder das falsche Geschlecht haben.
Öffne den Verantwortlichen und allen Menschen die Augen, damit sie sehen, dass wir in dieser Welt nur gemeinsam in Frieden überleben können.
Viele Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil sie dort nicht mehr leben können.
Zeige ihnen Wege auf und lass uns und andere Menschen, zu denen sie fliehen, erkennen, dass jeder Mensch ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein kann, wenn wir sie nur erkennen als die, die sie sind.
Wir beten für die Kranken und Sterbenden.
Stehe ihnen bei mit Deiner Liebe.
Tröste und stärke die Trauenden
und lass die Verstorbenen im Licht Deiner Auferstehung leben.
Denn Du willst, dass wir nicht nur auf Äußerlichkeiten achten, sondern hinter die Fassade schauen.
Stehe uns bei, damit wir Dein Heil erkennen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Bruder und Herren. – Amen.
Herr Jesus Christus, du bist das Licht der Welt und schenkst uns eine neue Sicht der Liebe.
Wir bitten dich:
Sei denen nahe, die körperlich blind sind durch Zuwendung und Liebe ihrer Mitmenschen.
Schenke diesen Menschen Mut und Kraft, ihr Leben zu meistern.
Ermutige die Menschen verschiedener Religionen, immer wieder das Gespräch mit Andersgläubigen zu suchen
und sich von der Achtung anderer Glaubensrichtungen leiten lassen.
Schenke allen eine echte und tiefe Begegnung mit dir und deiner frohen Botschaft, sodass sie dich als Weg, Wahrheit und Leben erkennen.
Lass alle, die über andere Menschen entscheiden müssen, nicht nur das Äußere sehen.
Öffne deiner Kirche immer mehr den Blick für ihre falschen und sündigen Wege, sodass sie wieder glaubwürdiger wird.
Gib, dass sich unser Herz nicht vor der Not der Mitmenschen verschließt.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Zu Jesus Christus, der uns begegnen und heilen will, wenn wir versucht sind, vor der Wahrheit unseres Lebens die Augen zu verschließen, lasst uns beten:
Schenke allen Katechumenen Menschen, die sie zu ihrer Taufe und darüber hinaus auf ihrem Glaubensweg begleiten.
Öffne die Augen der Weltöffentlichkeit für die Sicherstellung von Lebensmitteln in den Hungerregionen Afrikas, um so humanitäre Katastrophen und weitere Fluchtbewegungen ungeheuren Ausmaßes zu verhindern.
Lenke unseren Blick auf das, was wir zur Bewältigung gemeinsamer Anliegen in der Gesellschaft beitragen können, und weniger auf das, was wir von ihr erwarten dürfen.
Mach uns sehend für das Licht, das uns durch den Glauben an dich jeden Tag geschenkt wird.
Wir beten für alle Kranken, Bedürftigen und Schwachen in unserem Haus. Stärke die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihren Dienst für unsere Bewohnerinnen und Bewohner leisten und ihre Kraft einsetzen.
Stärke uns und alle Sterbenden im Glauben an deine Auferstehung, durch die du der Welt Licht und Leben geschenkt hast.
Denn dir, Herr, ist unsere Blindheit für das Wesentliche im Leben vertraut. Durch deine Menschwerdung kam Licht in die Dunkelheit dieser Welt. Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben. So wollen wir dich loben und preisen in alle Ewigkeit. - Amen.
© P. Michael Lidy CSsR
Herr, unser Gott,
in der Freude auf das Osterfest
bringen wir unsere Gaben dar.
Hilf uns, gläubig und ehrfürchtig das Opfer zu feiern,
das der Welt Heilung schenkt und den Tod überwindet.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Fastensonntag
Gabengebet
Vater im Himmel,
in deinem Sohn ist der Welt
das Licht aufgeleuchtet,
das unserem irdischen Leben den Weg weist.
Laß uns in der Feier seines Opfers
das göttliche Leben empfangen,
damit wir selbst Licht werden für die Welt.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswahl 7
Guter Gott,
wir bringen dir Brot und Wein auf deinen Altar dar.
Nimm sie an und mit ihnen auch unser ganzes Leben,
mit allem, was uns freut, aber auch belastet.
Lass uns aus diesen Gaben das unvergängliche Leben zuteilwerden,
damit wir einst zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen.
Jesus, wir sehen Brot,
wir sehen den Wein.
In deinem Licht aber werden
sie für uns dein Leib und dein Blut.
In deinem Licht sind sie Zeichen, dass du für uns lebst,
sind sie Zeichen deiner Hingabe.
Lass uns diese Welt ansehen mit den
Augen des Herzens und der Liebe. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du bist Menschen nahe,
du hast sie berührt,
dass sie dich spüren konnten.
Du kommst uns nahe
im Brot, das uns stärkt.
Du kommst uns nahe
im Wein, das uns Freude schenkt.
Brot und Wein sind Zeichen
deiner Liebe, deiner Nähe.
Schenke uns neues Leben. - Amen.
Kehrvers:
Dem Herrn will ich singen;
machtvoll hat er sich kundgetan. (GL 624,2)
Guter und barmherziger Gott,
wir treten vor dich, um dir zu danken.
Wir danken dir für das Licht der Augen
und für alles Schöne und Großartige,
das wir mit unseren Augen wahrnehmen können.
Kehrvers
Wir danken dir für alles Große und Schöne,
das unseren menschlichen Augen verborgen bleibt,
was wir nur mit dem Auge des Herzens und des Glaubens wahrnehmen können.
Kehrvers
Wir danken dir, dass Du nicht auf die äußere Erscheinung siehst,
sondern du auf das Herz schaust
und mit deinem Geist und mit deiner Stärke erfüllst,
die du lieb gewonnen und erwählt hast.
Kehrvers
Wir danken dir für Jesus von Nazareth, deinen Sohn.
Er hat uns das Licht des Glaubens gebracht
und uns wie dem Blindgeborenen die Augen geöffnet
für dein Wirken in der Welt.
Kehrvers
Er hat uns von unserer Sünde geheilt
und uns mit dir versöhnt.
Er hat uns befähigt, die Werke der Finsternis abzulegen
und als Kinder des Lichtes zu leben.
Kehrvers
Für all das danken wir dir
und singen wir dir mit der ganzen Schöpfung zum Lob:
Danklied, z. B: Herr, deine Güt ist unbegrenzt (GL 427)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn durch seine Menschwerdung
hat er das Menschengeschlecht
aus der Finsternis zum Licht des Glaubens geführt.
Wir sind als Knechte der Sünde geboren,
er aber macht uns zu deinen Kindern
durch die neue Geburt
aus dem Wasser der Taufe.
Darum preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 4
Die Augen öffnen und sehen:
Die Menschen um uns
mit ihren Sorgen und Nöten
mit ihrer Angst und Ratlosigkeit.
Die Augen öffnen und sehen:
Die Quellen der Freude
die Zeichen der Hoffnung
den Anfang neuen Lebens.
Die Augen öffnen und sehen:
Wir sind nicht allein
Gott ist mit uns unterwegs
in unseren Brüdern und Schwestern.
Die Augen öffnen und sehen:
Das Licht unseres Lebens
die Freiheit der Herzen
die grenzenlose Liebe unseres Gottes.
Allmächtiger Gott,
dein ewiges Wort ist das wahre Licht,
das jeden Menschen erleuchtet.
Heile die Blindheit unseres Herzens,
damit wir erkennen, was vor dir recht ist,
und dich aufrichtig lieben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Fastensonntag
Barmherziger Gott,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Das heilige Sakrament bringe uns Heil,
es erhalte uns in der Wahrheit
und sei unser Licht in der Finsternis.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Vater,
lass uns aus diesen Gaben die Quelle deiner grenzenlosen Liebe empfangen.
Diese Quelle stärke uns auf unserem Weg durch die Zeit und lasse uns als Kinder des Lichtes leben,
heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.
Jesus, du sendest uns aus, Lichtträger zu sein.
Jesus, du sendest uns aus,
denen die Augen des Herzens zu öffnen,
die ihr Herz deiner Liebe verschließen.
Jesus, du sendest uns aus,
als Kinder des Lichtes zu leben,
und dir nachzufolgen,
so wie es der Blinde tat. - Amen.
Herr Jesus Christus,
der Blinde aus dem Evangelium
konnte mit offenen Augen seinen Weg gehen.
Segne uns,
dass wir mit geöffneten Augen unser Leben meistern,
indem wir Neues entdecken,
indem wir deine Wege erfahren,
indem wir deinen Willen für uns erkennen.
Lass uns deine Zeugen und Zeuginnen sein,
damit unsere Mitmenschen dir begegnen. - Amen.
Gott,
öffne mir die Augen,
mach weit meinen Blick und mein Interesse,
damit ich sehen kann, was ich noch nicht erkenne.
Gott,
öffne mir die Ohren,
mach mich hellhörig uns aufmerksam,
damit ich hören kann, was ich noch nicht verstehe.
Gott,
gib mir ein vertrauensvolles Herz,
das sich deinem Wort und deiner Treue überlässt
und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat.
Gott,
ich weiß, dass ich nur lebe,
wenn ich mich von dir rufen und verändern lasse. - Amen.
© P. Michael Lidy CSsR
Licht spricht eine Ursehnsucht des Menschen an, die Sehnsucht nach Leben und Glück. Von einem liebenden Menschen sagt man, dass er ein Lichtblick ist für unser Leben. Licht ist ein Bild für Erkenntnis und Erleuchtung. Seit jeher haben sich die Menschen nach Erleuchtung gesehnt. Vor allem in der Gnosis war diese Sehnsucht weit verbreitet: „Es muss doch mehr als alles geben.“
Wir möchten nicht nur das Oberflächliche sehen, sondern das Eigentliche, den Urgrund allen Seins. Der Buddhismus lehrt seine Anhänger, durch den Schein des Wirklichen hindurchzusehen und das Wesen selbst zu erkennen. In diese Sehnsucht nach Licht und Erleuchtung spricht Jesus die Worte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8,12).
Jesus sagt uns damit, dass er Licht in die Dunkelheit der Menschen bringt. Wo er ist, wird die Welt heller. Wer es wagt, sich auf ihn einzulassen, der tappst nicht im Finstern herum, der ist nicht orientierungslos, dessen Leben wird heller und glücklicher.
Dass er das Licht der Welt ist, macht Jesus in einem Zeichen sichtbar. Er heilt den Blindgeborenen. Der Blindgeborene ist ein Bild für unseren Zustand. Von Geburt an blicken wir nicht durch. Wir gehen blind durch das Leben. Wir wollen die eigene Wirklichkeit nicht sehen. Wir lullen uns lieber in Illusionen ein, die wir uns vom Leben gemacht haben. Jesus beginnt die Behandlung des Blinden, indem er auf die Erde spuckt. Daraufhin macht er mit dem Speichel einen Teig und streicht ihn dem Blinden auf die Augen (Johannes 9,6). Schließlich schickt er ihn an den Teich Schiloach, damit er sich darin wäscht. Als der Mann zurückkommt, ist er geheilt. Er kann wieder sehen.
In dieser Heilungsgeschichte kommen zwei Motive zum Ausdruck. Das eine Motiv ist die Erde. Jesus streicht dem Blinden Lehm in die Augen, um ihm zu sagen: „Du bist von der Erde genommen. Und nur, wenn du deine Erdhaftigkeit, deinen eigenen Schmutz annimmst, kannst du sehen.“ Sehen heißt, die eigene Wirklichkeit sehen, gerade auch in ihrer unangenehmen Seite. Erde heißt im Lateinischen humus. Davon kommt „humilitas“(Demut). Wer sich in seiner Hybris weigert, die eigene Wirklichkeit anzunehmen, wird blind. Nur wer den Mut besitzt, in seine eigene Menschlichkeit hinabzusteigen, kann die Augen öffnen und sehen, wie er in Wahrheit ist.
Das zweite Motiv ist die Begegnung mit Christus. „Schiloach“ heißt „Der Gesandte“(Johannes 9,7). Im Teich Schiloach begegnet der Blinde Christus, dem von Gott Gesandten. Da ist für Johannes ein Bild für die Taufe. Die frühe Kirche hat die Taufe als Erleuchtung verstanden. Der Glaube bedeutet ein neues Sehen. Wer glaubt, sieht tiefer, er sieht das Eigentliche. Er blickt durch. Er sieht in die Tiefe. Er erblickt die Wirklichkeit, so wie sie ist. Er hört auf, alles durch die schwarze Brille seines Pessimismus oder durch die rosarote Brille seiner Verdrängungsversuche zu sehen. Beide Bilder, der Lehm und der Teich, weisen auf die Neuschöpfung des Menschen durch Jesus hin. Jesus stellt den Menschen wieder so her, wie er vom Schöpfer gedacht war. Er befreit ihn von den blinden Flecken, mit denen er die herrliche Gestalt verdunkelt hat, mit der Gott ihn in der Schöpfung bedacht hatte.
Im Lichtwort Jesu drückt sich die Erfahrung aus, die Johannes und seine Gemeinde mit Jesus gemacht haben. Es ist die Erfahrung, dass die Menschen in der Nähe Jesu es wagen, die Augen zu öffnen. Das wird ihnen alles klar. Sie tappen nicht mehr im Finstern herum. Sie werden durch den Glauben erleuchtet. Sie sehen das innere Licht, das Gott in jeden gelegt hat. Sie versinken nicht in der Dunkelheit ihrer Depression.
Jesu Worte und Jesu Verhalten strahlen Licht aus. Da erhellt sich der dunkle Horizont. Jesus bringt durch seine Worte Licht in das Dunkel unserer Gedanken und Gefühle. Auf einmal wird alles klar. Wir sehen den Dingen auf den Grund. Wir erkennen die Wahrheit allen Seins, und wir erkennen unsere eigene Wahrheit.
Kennst du an dir blinde Flecken? Womit tust du dir schwer, ihm mit offenen Augen entgegenzutreten? Wie wäre es für dich, wenn du den Mut aufbrächtest, deine ganze Wahrheit anzuschauen? Würde dich das befreien?
Von welchen Menschen kannst du sagen, dass sie für dich ein Lichtblick sind, dass sie Licht in deine Dunkelheit gebracht haben? Bei der Taufe bekommt das Kind eine Taufkerze. In ihr drücken wir aus, dass durch jedes Kind die Welt heller und wärmer wird. Kannst du daran glauben, dass auch du eine Kerze bist, die für deine Umgebung Licht und Wärme bringt? Für wen durftest du schon Licht sein?
Wenn du Jesus unter dem Bild des Lichtes anschaust, was erhellt sich da in dir? Im Buddhismus streben die Meditierenden die Erleuchtung (Satori) an. Kennst du das, dass auf einmal alles klar wird, dass du durchblickst, dass du den Grund der Welt erkennst?
Aus: Anselm Grün, Bilder von Jesus. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2001.
Jesus heilt einen blindgeborenen Mann, am Sabbat, und die Pharisäer wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen: ist doch der Sabbat heilig und der Ruhe vorbehalten, Jesus hat also in ihren Augen die Gesetze des Mose gebrochen. Andererseits: kann einer, der nicht von Gott kommt, einen blindgeborenen Mann sehend machen?
Blind zu sein stelle ich mir als ein Mensch, der gerne liest und schreibt und fotografiert, ziemlich schrecklich vor. Ich habe das bei meiner Tante erlebt: sie erblindete im Alter immer mehr, am Schluss blieben nur Schemen übrig: auch sie war eine Frau des Wortes. Sie hat sehr gelitten, zumal sie auch fast taub war: abgeschnitten sozusagen vom Leben der Welt. Vielleicht ist es anders, wenn man nie sehen konnte. Ich weiß es nicht. Aber der Sehsinn ist doch ungeheuer wertvoll.
Dieses Evangelium hat auch noch eine zweite Ebene (und da korrespondiert es mit der ersten Lesung). Mit den Augen sieht man nur vordergründig, oder, wie es im kleinen Prinzen heißt: das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Und hier komme ich jetzt ins Spiel? Wo bin ich blind? Ist es nicht so, dass ich für den schönen Schein empfänglich bin. Ist nicht oft die Verpackung aufwendiger und wichtiger als das, was in ihr steckt? Unangenehme Botschaften, von jemandem vorgetragen, der gut aussieht, gut reden kann und sympathisch rüberkommt, wirken oft positiver als sie sind. Ist der Bote dagegen schon vom Aussehen her unsympathisch, bin ich schon von vornherein negativ eingestellt.
Wie oft übersehe ich den Menschen hinter der Fassade meines Gegenübers? In Zeiten von Social Media haben wir gelernt: es kommt auf das Bild an, das die Menschen von dir haben. Also inszenieren wir uns, wohl wissend, dass das Äußere mit dem Inneren nicht immer übereinstimmt und fallen dennoch auf den Schein herein.
Das ist eine schöne Aufgabe für die nächste Fastenwoche: genau hinschauen, wahrnehmen, was ist, nicht nur das, was scheint. Gott erwählt den jüngsten Sohn, den bei den Schafen, zum neuen König, den, der es nicht mal wert gewesen war, zum Opfer des Samuel hinzuzukommen. Gott ist immer da zu finden, wo es nicht danach aussieht: bei den Ausgegrenzten, bei denen, die nicht gewinnend und jovial sind, bei den Menschen, denen wir keinen zweiten Blick gönnen. Schauen wir genauer hin. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Edith Furtmann 2023
manchmal
wenn etwas in meinem Leben geschehen ist
frage ich mich
ob ich denn blind war
für das
was unweigerlich kommen musste
und
manchmal
laufe ich blindlings
auf etwas zu
gedankenlos
unaufmerksam
wie mit Blindheit geschlagen
dabei kann ich sehen
dabei stimmen alle meine Sinnesorgane
und doch
bin ich
wie von Blindheit geschlagen
Augen zu und durch
nicht nach rechts und links schauen
wenn ich „sehend wäre“
dann wäre die Folge daraus
HANDELN
doch
ja
ich kann daran glauben
dass Jesus
auch die organische Blindheit heilen konnte
doch für heute
hoffe und erflehe ich
dass er mich
aus meiner Unachtsamkeit
meiner Blindheit
ruft
mir Kraft schenkt
nicht über Dinge wegzuschauen
sondern hinzuschauen
und
zu handeln
Beatrix Senft 2023
Ohne Hoffnung, ohne Trauer
Hält er seinen Kopf gesenkt.
Müde hockt er auf der Mauer.
Müde sitzt er da und denkt:
Wunder werden nicht geschehen.
Alles bleibt so, wie es war.
Wer nichts sieht, wird nicht gesehen.
Wer nichts sieht, ist unsichtbar.
Schritte kommen, Schritte gehen.
Was das wohl für Menschen sind?
Warum bleibt denn niemand stehen?
Ich bin blind, und ihr seid blind.
Euer Herz schickt keine Grüße
aus der Seele ins Gesicht.
Hörte ich nicht eure Füße,
dächte ich, es gibt euch nicht.
Tretet näher! Laßt euch nieder,
bis ihr ahnt was Blindheit ist.
Senkt den Kopf, und senkt die Lider,
bis ihr, was euch fremd war, wißt.
Und nun geht! Ihr habt ja Eile!
Tut, als wäre nichts geschehn.
Aber merkt euch diese Zeile:
„Wer nichts sieht, wird nicht gesehn.“
Erich Kästner 1931
https://www.deutschelyrik.de/der-blinde-1959.html
„Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.“ (Epheser 5,8f)
Paulus schrieb diesen Brief an die Christengemeinde von Ephesus ungefähr im Jahr 62 nach Christus vom Gefängnis in Rom aus. Er hatte in Ephesus, einer großen und beeindruckenden Stadt, gelebt, das Evangelium verkündet und getauft. Jetzt war er in einer schwierigen Situation, aber dennoch schrieb er nicht so sehr über seine Probleme, sondern über die Schönheit des Planes Gottes mit der entstehenden Kirche. Er erinnerte die Epheser daran, dass sie durch die Taufe und den Glauben von der „Finsternis“ in das Licht übergegangen sind, und er ermutigte sie, entsprechend zu leben und zu handeln. Paulus verstand unser Leben immer als einen Weg, auf dem wir gehen, um Gott immer besser kennenzulernen, um seinen Willen zu entdecken und jeden Tag wieder neu anfangen zu können. Er wollte die Christinnen und Christen in Ephesus ermutigen, im Alltag ihrer Berufung gemäß zu leben: „Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder.“ Sie sollten wie Gott heilig und barmherzig sein.
„Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.“ (Epheser 5,8f)
Auch wir sind gerufen, Kinder des Lichts zu sein. Vielleicht fühlen wir uns nicht dazu imstande, weil wir uns unserer Schwächen und Grenzen bewusst sind oder durch die Umstände gehindert sehen. Wie können wir Hoffnung finden, trotz der Dunkelheiten und Unsicherheiten, die unser Leben zu bestimmen scheinen? Paulus ermutigt uns: Das Leben nach dem Wort Gottes wird uns erleuchten und uns fähig machen, „als Lichter in der Welt zu leuchten”, in dieser so verlorenen Welt. „Wie Christus kann jede und jeder von uns einen Beitrag leisten ... und das in allen Bereichen: in der Wissenschaft, der Kunst, der Politik. ... Wenn wir sein Wort aufnehmen, können wir immer mehr in Einklang kommen mit seinen Gedanken, seinen Empfindungen, seinen Lehren. Sein Wort wird jede unserer Handlungen erleuchten, jede unserer Äußerungen eindeutig und klar machen. Es kann uns davor bewahren, uns ins Private zurückzuziehen, nur unsere persönlichen Interessen zu verfolgen, die Menschen um uns herum nicht zu beachten und dem Gemeinwohl gegenüber gleichgültig zu sein. Entzünden wir wieder neu die Flamme der Liebe in unserem Herzen und schauen wir uns mit neuen Augen um.“
„Lebt als Kinder des Lichts! Denn das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.“
Das von Einzelnen und Gemeinschaften gelebte Evangelium bringt Hoffnung hervor und lässt das Bewusstsein wachsen, dass wir füreinander verantwortlich sind, auch wenn es schwierig wird, wie etwa in der Zeit der Pandemie, die die Armut verschärft hat.
Jun aus den Philippinen erzählt von einem Dorf, in dem ein großes Feuer viel zerstört hat und viele Menschen alles verloren haben. „Wir haben selbst nicht viel, meine Frau Flor und ich. Wir wollten trotzdem helfen, und so habe ich mit meiner Motorradfahrergruppe gesprochen. Auch sie sind alle nicht reich, aber wir haben Lebensmittel wie Sardinenbüchsen, Spaghetti und Reis gesammelt und sie in jenes Dorf gebracht. Wenn wir an die Zukunft denken, sind wir oft entmutigt, aber wir können aus Liebe zu Jesus im Anderen doch immer etwas teilen; diese Liebe lässt uns auf Gott vertrauen und aus ganzem Herzen weitermachen.“ Es geht also darum, das Licht in das Innere unseres Herzens zu lassen. Dieser Weg bringt Früchte hervor, wie sie Gott gefallen: Güte, Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit. Sie zeugen vom Leben des Evangeliums, und das mehr als alle Worte.
Vergessen wir nicht, dass wir auf der „Heiligen Reise“ des Lebens nicht allein unterwegs sind. Das Gute, das wir empfangen, die Vergebung, die wir erfahren, die geistigen und materiellen Güter, die wir teilen – all das sind kostbare Hilfen, die uns Hoffnung geben, deren Zeugen wir sein sollen. Jesus hat uns versprochen: „Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Er, der Auferstandene, die Quelle unseres christlichen Lebens, ist bei uns, wenn wir miteinander beten und einander lieben. Er wird unser Herz wärmen und unseren Geist erleuchten.
Letizia Magri und Team in: Neue Stadt, Magazin der Fokolarbewegung. Monat März. April 2023.
Was öffnet MIR die Augen?
Was offenbart sich
mir
jetzt
ganz neu
in einer Zeit
existentieller Krise
die offenbar
alle erfasst
ALLE
Oder gibt es sie
von Geburt an
die blinden Flecken
Lerne ich erst
nach und nach
sehen
worauf es wirklich ankommt
im Leben
Habe ich
womöglich
das Eigentliche
noch gar nie gesehen?
Vielleicht
braucht es die
Erschütterung der Krise
dass es mir
wie Schuppen von den Augen fällt
was ich alles
nicht
brauche
Und ich sehe
dass Gott
genau jetzt
eine Botschaft für mich hat
ja dass Gott die erhellende
Botschaft ist
WAS berührt DICH im Moment
für unsere Welt
besonders - erhellend?
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
„Halt an, wo läufst du hin,
der Himmel ist in dir:
Suchst du Gott anderswo,
du fehlst ihn für und für!“
Dieses kleine Gedicht hat in den Tagen der Einschränkung unserer Bewegungsfreiheit für mich einen neuen Klang gewonnen. Es stammt von Angelus Silesius, der mit bürgerlichem Namen Johannes Scheffler hieß und im 17. Jahrhundert in Schlesien lebte.
„Halt an, wo läufst du hin“ – irgendwo hinlaufen können und sollen wir nun tatsächlich nicht. Jede und jeder muss einen Beitrag leisten, dass sich das Virus, mit dem die ganze Welt momentan kämpft, nicht weiter verbreitet. Deswegen ist tatsächlich „Anhalten“ gefordert, nicht zuletzt um ein gutes Beispiel zu geben!
Das „Anhalten“ kann aber auch zu einem „Innehalten“ werden. Angelus Silesius war Arzt und zugleich Mystiker. Die Ärzte und die Mystiker sind in diesen Tagen hoch im Kurs. Die Welt braucht jetzt beide! Für die Ärzte und Pflegekräfte beten wir, dass sie in der Behandlung der Kranken ihr Bestes geben, aber in aller Aufregung auch Momente der Ruhe finden. Zu Mystikern können wir alle werden, mehr als in den vergangenen Jahren.
„Mystik“ heißt ja nichts anderes, als tief im Geheimnis Gottes zu leben und umgekehrt zu erfahren, dass Gott mit seinem ganzen Himmel in uns lebt. Wir können dies erfahren, wenn wir die Bibel aufschlagen und in ihr lesen, wenn wir beten, singen oder ein Musikstück hören, wenn wir beim Blick aus dem offenen Fenster wahrnehmen, dass Gott uns auch in dieser außergewöhnlichen Zeit eine schöne Natur und den Frühling schenkt.
"Zuhause bleiben" heißt in diesen Tagen auch: bei sich selbst und bei Gott sein!
(c) Pater Martin Leitgöb
"Ich bin überrascht, wie Ihre Sehkraft in kurzer Zeit stark nachgelassen hat" - das sagte der Augenarzt zu mir. Lesen und Schreiben, in die Nähe sehen, das ist mir immer schwerer gefallen und beim Gehen hat es mich verunsichert. Das hatte ich immer deutlicher gespürt. Doch die Diagnose hat mich dann geschockt. Jetzt war es "amtlich". Ich bekam es mit der Angst zu tun.
Dann die Unsicherheiten vor der Operation. Kann man diesen Prozess noch aufhalten? Wird das wieder einigermaßen gut? In meinem Beruf brauche ich ein ordentliches Augenlicht. Oder werde ich möglicherweise auf einem Auge blind? Diese Fragen haben mich schon um getrieben.
Dank moderner Medizin kann ich nach drei Operationen für mein Alter wieder erfreulich sehen. Dafür bin ich sehr dankbar, den Ärzten und Gott. Vor noch nicht allzu langer Zeit wäre ich auf einem Auge blind gewesen. Und ich lebe in einem Land, in der die beste medizinische Versorgung selbstverständlich ist. Was da heute erreicht wird, damit Menschen wieder sehen können - das grenzt an Wunder.
Ein Wunder in der Bibel sehe ich seitdem mit anderen Augen. Es steht im Markusevangelium. Vom blinden Bettler Bartimäus wird erzählt. Mit letzter Kraftanstrengung und allen, die ihn daran hindern wollen zum Trotz, versucht er, an Jesus heranzukommen. Wenn ihm einer helfen kann, dann Jesus. Ihm zu begegnen, darin sieht er die Chance seines Lebens, wieder sehen zu können. Und so geschieht es. Bartimäus kann wieder sehen (10,46-52). Aber nicht nur das. Er ist ein anderer Mensch geworden. Sein Leben sieht er neu. Es heißt, dass er bei Jesus geblieben und sein Jünger geworden ist. Mich bewegt diese Geschichte heute anders als früher.
Ich kann besser mitfühlen, denke ich an die sehbehinderten und blinden Menschen in den Armenhäusern der Welt, die keine Chance haben, geheilt zu werden. Es fehlt dort an medizinischen Voraussetzungen oder sie haben kein Geld für Operationen, die ihnen mit oft recht einfachen Mitteln die Sehkraft wiedergeben könnten.
Und ich denke an die Blinden hier, die blind geboren oder für immer erblindet sind. Ich möchte von ihnen lernen, in meinem Inneren mehr und tiefer wahrzunehmen. Vielleicht muss ich als Sehender manchmal die Augen schließen, um besser sehen zu können. Doch selbst wenn es Menschen gibt, für die ihr Blindsein endgültig ist, so muss es nicht ihr ganzes Wesen und ihre Existenz ausmachen Ich wünsche ihnen, dass sie über die Welt und die alltägliche Wirklichkeit hinausgehen. Und ich halte auch das für möglich; Wer nie das Licht der Welt gesehen hat - der kann vielleicht tief innen ein großes Licht schauen.
Aus: Michael Broch, Jesus Mit dem Herzen denken und glauben, Stuttgart 2013.
Gib mir, o Herr, ein wachsames Herz,
das nicht von dir abgelenkt wird
durch irgendwelche Träumerei,
ein edles Herz, das nicht klein gemacht wird
durch unwürdige Maßlosigkeit,
ein gerades und aufrechtes Herz,
das nicht verführt wird durch Gemeinheit,
ein starkes Herz, das nicht vor Traurigkeit verkümmert,
ein freies Herz
das sich von keiner bösen Macht beherrschen lässt.
Schenke mir, o Gott,
Verstand, der dich erkennt,
Eifer, der dich sucht,
Weisheit, die dich findet,
eine Lebensweise, die dir gefällt,
Geduld, die gläubig Dich erwartet,
Vertrauen, das am Ende dich umfängt.
Amen.
Thomas von Aquin, gefunden im Youcat/Jugendgebetsbuch.
Auf die Frage, wer an der tragischen Lage eines Blindgeborenen schuld sei, gab Jesus zur Antwort: "Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden." (Johannes 9,3).
Wir verwenden jede Menge Energie auf die Frage, wem wir die Schuld an unseren eigenen Schwierigkeiten und Katastrophen oder an denjenigen anderer zuweisen können: unseren Eltern, uns selbst, den Ausländern, den Juden, den Schwulen, den Schwarzen, den Fundamentalisten, den Katholiken... Es verschafft einem eine eigenartige Befriedigung, wenn man mit dem Finger auf jemanden zeigen kann, und wäre man der sogar selbst. Das liefert eine Art Erklärung und bringt immerhin einige Klarheit.
Aber Jesus erlaubt uns nicht, unsere eigenen Probleme oder diejenigen anderer mit Schuldzuweisungen zu erklären. Seine Herausforderung besteht darin, mitten in unserer Finsternis das Licht Gottes zu erkennen. Aus der Sicht Jesu kann alles, selbst die größte Tragödie, zum Anlass werden, dass sich Gottes Wirken offenbart.
Wie radikal neu wäre mein Leben, wenn ich bereit wäre, das Suchen nach Schuldigen bleiben zu lassen und lieber das Wirken Gott mitten unter uns zu verkünden! Ich glaube, das hat gar nicht viel mit den äußeren Lebensumständen zu tun. Alle Menschen geraten in tragische Situationen, werden mit dem Tod, Depressionen, Verrat, Ablehnung, Armut, Trennung, Verlust und vielem mehr konfrontiert. Selten haben wir besonders großen Einfluss darauf. Aber entscheiden wir uns dafür, das zum Anlass von Schuldzuweisungen zu nehmen, oder, um Gottes Willen zu sehen?
Die hebräische Bibel ist eine einzige Geschichte von menschlichen Tragödien, aber wenn man diese Tragödien als den Kontext durchlebt und in Erinnerung bringt, in dem sich Gottes bedingungslose Liebe zum Volk Israel offenbart, wird diese Geschichte zur Heilsgeschichte.
Aus: Henri Nouwen, Jesus. Eine Botschaft, die Liebe ist. Freiburg 2008.
Führe du mich, mildes Licht!
Wenn Finsternis mich umgibt, führe mich.
Dunkel ist die Nacht, und ich bin weit weg von zu Hause.
Führe Du mich und behüte meinen Fuß.
Ich möchte gar nicht sehen, was jetzt noch fern ist.
Mir reicht der jeweils nächste Schritt.
So habe ich nicht immer beten können:
Führe mich!
Ich meinte, meinen Weg allein zu kennen.
Ich liebte den geschönten, eitlen Tag,
in meinem Herzen regierte König Stolz.
Ach, Herr, vergiss es.
Doch jetzt, führe Du mich Deinen Weg.
Du warst immer bei mir mit Deinem Segen.
Und ich glaube daran, dass du mich weiter leiten wirst -
durch Matsch und Sumpf, über Felsen
und durch reißendes Wasser -,
bis meine Dunkelheit vorüber ist und mich am Morgen
das Lächeln Deiner Engel empfängt, das ich so liebe
und das ich zwischendurch verloren hatte. Amen.
Nach Lead Kindly Light von John Henry Newman, gefunden im Youcat/Jugendgebetsbuch.
"Wenn Licht und Finsternis zusammenkommen, siegt immer das Licht." Diejenigen, die es nicht glauben wollten, lud der Redner zu folgendem ein: "Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem ganz lichterfüllten Raum, während es draußen ganz dunkel ist. Öffnen Sie die Fenster, öffnen Sie die Türen, lassen Sie die ganze Dunkelheit in den lichtvollen Raum hinein. Was geschieht? Verdunkelt sich der Raum? Wird das Licht im Raum von der einbrechenden Dunkelheit verschluckt? Nein!
Die Dunkelheit vergeht im Licht.
Oder stellen Sie sich dasselbe andersherum vor: Sie sind in einem dunklen Raum. Draußen ist es hell. Öffnen Sie wieder alle Fenster und Türen. Was geschieht? Das Licht strömt herein und vertreibt die Dunkelheit. So geschieht es immer, wenn Licht und Finsternis einander begegnen. Das Licht strömt hinein und vertreibt die Dunkelheit. So geschieht es immer, wenn Licht und Finsternis einander begegnen. Das Licht wird immer siegen.
Deshalb haben alle Mytologien darauf hingewiesen, die Finsternis meide das Licht, um nicht selbst Licht zu werden! Immer siegt das Licht! Wie trostreich und hoffnungsvoll ist dieses Wort im Hinblick auf geschichtliche Abläufe oder auf gegenwärtige Geschehnisse, die aussichtslos erscheinen; aber auch im Hinblick auf alles, was es an Unstimmigkeiten in unserem Leben gibt.
Herkunft unbekannt
Ausgangspunkt, Kern und Ziel unseres Glaubens ist dieser eine Satz: "Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe" 1Joh 4,8.
Ganz und gar auf ihn muss der Glaube ausgerichtet sein; jedes Wort und jeder Satz des Glaubens müssen sich daran messen lassen. Nichts, rein gar nichts, was der Liebe widerspricht, darf die Bezeichnung »christlich« beanspruchen.
Gott ist die Liebe - was aber heißt das? Auch hier haben wir keine Definition, sondern nur ein Bild. Auch hier gilt: Zwischen dem, was wir als Liebe erfahren und erkennen, und der Liebe Gottes besteht trotz einer gewissen Ähnlichkeit ein ungeheurer Unterschied.
Unsere Liebe, selbst die gelungenste, ist nicht mehr als nur eine Vorahnung der Liebe Gottes. Genauso dürfen wir uns zwar sein Abbild nennen (Gen 1, 28), weil auch zu unserem Wesen die Liebe gehört, wir bleiben dabei aber so unendlich kleiner als er! Er ist die Liebe.
Ohne diesen Satz verstehen wir nichts vom Glauben, weder was Schöpfung bedeutet noch Erlösung. Worte wie Auferstehung, Dreifaltigkeit, Sakrament oder Gnade bleiben hohles Geschwätz, ohne Wirklichkeit und Wirkung. Daher muss man an dem Satz festhalten, oder besser: sich an ihm festhalten: Der, auf den alles im Glauben bezogen ist, ist identisch mit dem, was alles Leben erst ermöglicht und erfüllt - mit der Liebe selbst.
Herkunft unbekannt
Dort
wo ich dich berühr
sitzt dein blinder Fleck
gibt Jesus zu verstehen
Wasch weg
was deine Blindheit verursacht
„Diesen Weg“
kann ich dir nicht ersparen
Bin ich etwa blind geworden
mir selbst gegenüber?
Andern gegenüber?
Gottes Führung gegenüber?
Was sehe ich
nicht (mehr)
in meinem Leben?
Wofür will mir Jesus
neu
die Augen öffnen?
Eine lohnende Frage
die Licht ins Dunkel
bringen kann …
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Blind geboren
blind geworden
blind gewesen
blinde Flecken
Im Dunkel verharren
Wofür bin ich blind (geworden)
in meinem Leben?
In der Konfrontation
mit Jesus
kann ich mich verrennen
kann mir ein Licht aufgehen
kann ich sehend werden
für die Bedeutung
der seiner Botschaft
in meinem Leben
in unserer Gesellschaft
in den heiklen Fragen
unserer Zeit
kann Gott bei mir
etwas ausrichten?
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Als das Kind Kind war,
ging es mit hängenden Armen,
wollte der Bach sei ein Fluß,
der Fluß sei ein Strom,
und diese Pfütze das Meer.
Als das Kind Kind war,
wußte es nicht, daß es Kind war,
alles war ihm beseelt,
und alle Seelen waren eins.
Als das Kind Kind war,
hatte es von nichts eine Meinung,
hatte keine Gewohnheit,
saß oft im Schneidersitz,
lief aus dem Stand,
hatte einen Wirbel im Haar
und machte kein Gesicht beim fotografieren.
Als das Kind Kind war,
war es die Zeit der folgenden Fragen:
Warum bin ich ich und warum nicht du?
Warum bin ich hier und warum nicht dort?
Wann begann die Zeit und wo endet der Raum?
Ist das Leben unter der Sonne nicht bloß ein Traum?
Ist was ich sehe und höre und rieche
nicht bloß der Schein einer Welt vor der Welt?
Gibt es tatsächlich das Böse und Leute,
die wirklich die Bösen sind?
Wie kann es sein, daß ich, der ich bin,
bevor ich wurde, nicht war,
und daß einmal ich, der ich bin,
nicht mehr der ich bin, sein werde?
Als das Kind Kind war,
würgte es am Spinat, an den Erbsen, am Milchreis,
und am gedünsteten Blumenkohl.
und ißt jetzt das alles und nicht nur zur Not.
Als das Kind Kind war,
erwachte es einmal in einem fremden Bett
und jetzt immer wieder,
erschienen ihm viele Menschen schön
und jetzt nur noch im Glücksfall,
stellte es sich klar ein Paradies vor
und kann es jetzt höchstens ahnen,
konnte es sich Nichts nicht denken
und schaudert heute davor.
Als das Kind Kind war,
spielte es mit Begeisterung
und jetzt, so ganz bei der Sache wie damals, nur noch,
wenn diese Sache seine Arbeit ist.
Als das Kind Kind war,
genügten ihm als Nahrung Apfel, Brot,
und so ist es immer noch.
Als das Kind Kind war,
fielen ihm die Beeren wie nur Beeren in die Hand
und jetzt immer noch,
machten ihm die frischen Walnüsse eine rauhe Zunge
und jetzt immer noch,
hatte es auf jedem Berg
die Sehnsucht nach dem immer höheren Berg,
und in jeder Stadt
die Sehnsucht nach der noch größeren Stadt,
und das ist immer noch so,
griff im Wipfel eines Baums nach dem Kirschen in einemHochgefühl
wie auch heute noch,
eine Scheu vor jedem Fremden
und hat sie immer noch,
wartete es auf den ersten Schnee,
und wartet so immer noch.
Als das Kind Kind war,
warf es einen Stock als Lanze gegen den Baum,
und sie zittert da heute noch.
Peter Handke - as featured in the movie "Der Himmel über Berlin" / "Wings Of Desire" by Wim Wenders, 1987.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Der Sinn der Bücher ist nicht so sehr Geschichtsschreibung. Vielmehr geht es darum, die Geschichte des Volkes Israel in allen Ereignissen auf die Führung Gottes hinzudeuten.
Die Davidsgeschichten, die mit 1 Sam 16 beginnen, sind nicht einheitlich. Das Zwiegespräch zwischen Jahwe und Samuel (16,1-13), durch das Samuel auf den rechten Sohn Isais hingeführt wird, ist ein Lehrstück. Der Kernsatz, der den Sinn dieser Erzählung zusammenfasst, ist 16,7: "Sieh nicht auf sein Aussehen... Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz."
Dieser Abschnitt schließt mit der Salbung Davids durch Samuel. Ein zweiter Erzählstrang erwähnt auch noch eine spätere Salbung Davids nach dem Tode Sauls in Hebron als eigentliche Königssalbung (2 Sam 5,3). So gesehen ist dieser erste Abschnitt als Bestimmungssalbung zu sehen.
Jahwe legt schon sehr früh ein Augenmerk auf David. Zugleich vollzieht sich ein Übergang von der Geschichte Sauls, der ja noch König ist, zur Geschichte Davids. Saul hat sich das Missfallen Jahwes zugezogen, das Königtum soll aber nicht als ganzes fallen gelassen werden. Somit erhält Samuel den Befehl David zu salben.
Samuel weiß nur, dass ein Sohn Isais aus Betlehem der Erwählte ist. Er begibt sich auf den Weg, wissend, dass ihn die Leute Sauls verfolgen könnten. Deshalb beauftragt ihn Jahwe zusätzlich, ein Schlachtopfer dort vorzunehmen, um die ganze Geschichte zu tarnen. Diese Anweisung steht in den ausgelassenen Texteilen (vgl. "ungekürzte Version") der Perikope. Genauso haben die Ältesten Betlehems Angst betreffs des Kommens Samuels - dies ist ebenfalls in der Sonntagsperikope ausgelassen -, weil sie um das Zerwürfnis zwischen Samuel und Saul wissen, und befürchten, dass ihnen Nachteile daraus erwachsen könnten.
Stark kontrastiert wird der Unterschied zwischen David und seinen Brüdern. Die Jugend und das Nicht-Anwesend-Sein Davids zur Kultfeier unterstreichen die noch Kultunfähigkeit des letzten Sohnes Isais.
Die Salbung bewirkt die lebenslange Geistbegabung. Aus Vorsicht gegenüber Saul fällt dabei nicht das Wort König.
David wird als junger Hirtenknabe vom Propheten Samuel zum König gesalbt. Bis zu seiner vollen Regentschaft kommt es aber zu leidvollen Auseinandersetzungen mit dem regierenden König Saul. Saul wird von einem bösen Geist geplagt, der gute Geist Jahwes ist von ihm gewichen.
Samuel erweist sich als getreuer Diener Jahwes. Gott selbst trifft die Wahl. Im Gehorsam gegenüber Gott salbt Samuel David, den jüngsten Sohn Isais.
Mit seiner Salbung zum König wird David vorherbestimmt, die kommende Geschichte Israels entscheidend zu beeinflussen. Als augenscheinliches Zeichen der Erwählung wird David mit Öl gesalbt; dadurch tritt er in ein besonderes Naheverhältnis zu Jahwe, dessen Geist ihn unterstützt.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive