Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
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Lesung aus dem Buch Ezechiel.
So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich öffne eure Gräber
und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.
Ich bringe euch zum Ackerboden Israels.
Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin,
wenn ich eure Gräber öffne
und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.
Ich gebe meinen Geist in euch,
dann werdet ihr lebendig
und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Ich habe gesprochen
und ich führe es aus -
Spruch des HERRN.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Ezechiel.
Die Hand des HERRN legte sich auf mich
und er brachte mich im Geist des HERRN hinaus
und versetzte mich mitten in die Ebene.
Sie war voll von Gebeinen.
Er führte mich ringsum an ihnen vorüber
und siehe, es waren sehr viele über die Ebene hin;
und siehe, sie waren ganz ausgetrocknet.
Er fragte mich: Menschensohn,
können diese Gebeine wieder lebendig werden?
Ich antwortete: GOTT und Herr, du weißt es.
Da sagte er zu mir:
Sprich als Prophet über diese Gebeine
und sag zu ihnen:
Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort des HERRN!
So spricht GOTT, der Herr, zu diesen Gebeinen:
Siehe, ich selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig.
Ich gebe euch Sehnen,
umgebe euch mit Fleisch
und überziehe euch mit Haut;
ich gebe Geist in euch, sodass ihr lebendig werdet.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Da sprach ich als Prophet, wie mir befohlen war;
und noch während ich prophetisch redete,
war da ein Geräusch:
Und siehe, ein Beben:
Die Gebeine rückten zusammen, Bein an Bein.
Und als ich hinsah, siehe, da waren Sehnen auf ihnen,
Fleisch umgab sie und Haut überzog sie von oben.
Aber es war kein Geist in ihnen.
Da sagte er zu mir:
Rede als Prophet zum Geist,
rede prophetisch, Menschensohn,
sag zum Geist: So spricht GOTT, der Herr:
Geist, komm herbei von den vier Winden!
Hauch diese Erschlagenen an, damit sie lebendig werden!
Da sprach ich als Prophet, wie er mir befohlen hatte,
und es kam der Geist in sie.
Sie wurden lebendig und sie stellten sich auf ihre Füße -
ein großes, gewaltiges Heer.
Er sagte zu mir: Menschensohn,
diese Gebeine sind das ganze Haus Israel.
Siehe, sie sagen:
Ausgetrocknet sind unsere Gebeine,
unsere Hoffnung ist untergegangen,
wir sind abgeschnitten.
Deshalb tritt als Prophet auf und sag zu ihnen:
So spricht GOTT, der Herr:
Siehe, ich öffne eure Gräber
und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf.
Ich bringe euch zum Ackerboden Israels.
Und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR bin,
wenn ich eure Gräber öffne
und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole.
Ich gebe meinen Geist in euch,
dann werdet ihr lebendig
und ich versetze euch wieder auf euren Ackerboden.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.
Ich habe gesprochen
und ich führe es aus -
Spruch des HERRN.
Kv: Beim Herrn ist die Huld,
bei ihm ist Erlösung in Fülle. - Kv
Aus den Tiefen rufe ich, HERR, zu dir: *
Mein Herr, höre doch meine Stimme!
Lass deine Ohren achten *
auf mein Flehen um Gnade. - Kv
Würdest du, HERR, die Sünden beachten, *
mein Herr, wer könnte bestehn?
Doch bei dir ist Vergebung, *
damit man in Ehrfurcht dir dient. - Kv
Ich hoffe auf den HERRN, es hofft meine Seele, *
ich warte auf sein Wort. *
Meine Seele wartet auf meinen Herrn /
mehr als Wächter auf den Morgen, *
ja, mehr als Wächter auf den Morgen. - Kv
Israel, warte auf den HERRN, /
denn beim HERRN ist die Huld, *
bei ihm ist Erlösung in Fülle.
Ja, er wird Israel erlösen *
aus all seinen Sünden. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Wer aber vom Fleisch bestimmt ist,
kann Gott nicht gefallen.
Ihr aber seid nicht vom Fleisch,
sondern vom Geist bestimmt,
da ja der Geist Gottes in euch wohnt.
Wer aber den Geist Christi nicht hat,
der gehört nicht zu ihm.
Wenn aber Christus in euch ist,
dann ist zwar der Leib tot aufgrund der Sünde,
der Geist aber ist Leben aufgrund der Gerechtigkeit.
Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt,
der Jesus von den Toten auferweckt hat,
dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat,
auch eure sterblichen Leiber lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Römerbrief gilt als das Testament des Paulus, als umfassendste und ausgereifteste Darlegung seiner Theologie von der Rechtfertigung durch den Glauben. Die zweite Lesung ist dem 8. Kapitel dieses Briefes entnommen, wo Paulus seine Anthropologie, d. h. seine Sicht des Menschen entwirft. Der Mensch ausserhalb des Glaubens ist in einem Teufelskreis von Sünde und Tod gefangen; der Christ aber lebt als Kind Gottes durch den Geist in vollkommener Freiheit.
Der Apostel Paulus will im vorliegenden Abschnitt den Christen zusprechen, daß sie mit Geist beschenkt wurden, und damit zur Auferstehung berufen sind.
Wenn Paulus vom Fleisch spricht, so meint er damit die ganze menschliche Existenz, mit all den Anstrengungen im Guten wie im Bösen. Dieser Mensch aber kommt nicht über seine Grenzen hinaus, er kann Gott nicht wirklich gefallen. Er bedarf des Geistes, der im Glauben und in der Taufe im Menschen "Wohnung" genommen hat. "So klar diese Bestimmung des Christenlebens ist, so ernst ist ihre Kehrseite: sofern einer den Geist Christi nicht hat, gehört dieser Mensch nicht zu den Christen. Der Satz unterscheidet in juristischer Präzision zwischen Christsein und Nichtchristsein."
Aber auch wenn dieses "Christsein" noch nicht voll erreicht ist, so bleibt der Zuspruch in die Hoffnung auf die endzeitliche Auferweckung.
(Vgl. NTD, Bd. 6, Göttingen 1989)
Vom Fleisch bestimmte Menschen können kein gottwohlgefälliges Leben führen, resümiert Paulus. In Teilen vor unserer Perikope führt er aus, dass seit dem Sündenfall das Trachten des Fleisches im Widerspruch zu Gott steht. Von wem jedoch der Geist Besitz ergriffen hat, ist nicht mehr im Fleisch. Haarscharf unterscheidet Paulus zwischen Christen und Nichtchristen. Die Fähigkeit zu glauben und zum Bekenntnis hängt vom Geist ab. Und wer diesen nicht hat, kann nicht zu Christus gehören.
Es ist biblisch vom AT her verständlich, dass der Geist die Leben schaffende Kraft ist. Und der Gekreuzigte und Auferweckte ist für Paulus der Repräsentant dafür. So werden die Christen an Jesu Tod und Auferstehung beteiligt.
Christi Leib wird in den Tod gegeben. Der Leib der Christen wird genauso mit allen sündhaft wirkenden Leidenschafen in den Tod gegeben. Und Gott wirkt an den Glaubenden wie an Christus durch Auferweckung.
Die Christen haben Teil an der Erlösung, stehen in der Erfüllung der Weisungen Gottes und sind sich der Auferstehung gewiss.
Kv: Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! - Kv
(So spricht der Herr:)
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.
Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
war ein Mann krank,
Lazarus aus Betanien,
dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.
Maria war jene, die den Herrn mit Öl gesalbt
und seine Füße mit ihren Haaren abgetrocknet hatte;
deren Bruder Lazarus war krank.
Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Die Jünger sagten zu ihm:
Rabbi, eben noch suchten dich die Juden zu steinigen
und du gehst wieder dorthin?
Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden?
Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an,
weil er das Licht dieser Welt sieht;
wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an,
weil das Licht nicht in ihm ist.
So sprach er.
Dann sagte er zu ihnen:
Lazarus, unser Freund, schläft;
aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.
Da sagten die Jünger zu ihm:
Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden.
Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen,
während sie meinten,
er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf.
Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt:
Lazarus ist gestorben.
Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war;
denn ich will, dass ihr glaubt.
Doch wir wollen zu ihm gehen.
Da sagte Thomas, genannt Didymus, - Zwilling -,
zu den anderen Jüngern:
Lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben!
Als Jesus ankam,
fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Betanien war nahe bei Jerusalem,
etwa fünfzehn Stadien entfernt.
Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen,
um sie wegen ihres Bruders zu trösten.
Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Nach diesen Worten ging sie weg,
rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr:
Der Meister ist da und lässt dich rufen.
Als Maria das hörte,
stand sie sofort auf und ging zu ihm.
Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen;
er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte.
Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten,
sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging.
Da folgten sie ihr,
weil sie meinten, sie gehe zum Grab,
um dort zu weinen.
Als Maria dorthin kam, wo Jesus war,
und ihn sah,
fiel sie ihm zu Füßen
und sagte zu ihm:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Als Jesus sah, wie sie weinte
und wie auch die Juden weinten,
die mit ihr gekommen waren,
war er im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Exeget Schnackenburg bewertet die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus als das stärkste Zeichen Jesu. Die zentrale Christus-Aussage des Ereignisses ist: “Ich bin die Auferstehung und das Leben”.
Die Bekehrung der Menge ist als eine vorgezogene Umsetzung des Sendungsbefehls zu verstehen: Jesus selbst beginnt schon, das Volk Gottes neu zu sammlen und von den zwölf Stämmen zu lösen. Damit ist der Zorn der Hohenpriester, von dem anschließend berichtet wird, heraufbeschworen und das Ende Jesu angedeutet.
Das Evangelium des Johannes wurde um das Jahr 100 geschrieben. Lazarus, der gestorben und vom Tode auferweckt wurde, war also zu dieser Zeit längst tot. Diese lange Wundergeschichte wird nicht aus historischem Interesse berichtet, sondern hat eine eindeutige Verkündigungsabsicht.
Der Name Lazarus kommt von El azara, d.h. Gott hat Hilfe gebracht. Der Begriff Lazarett geht im übrigen auf den Namen Lazarus zurück.
Dem Evangelisten ist es wichtig, auf den Kern dieser ganzen Geschichte rund um Lazarus hinzuweisen, nämlich auf die Worte Jesu: "Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben (11,25 und 26). Nach der Blindenheilung (Kap. 9) folgt in der Auferweckung des Lazarus eine Steigerung. Die Vollmacht Jesu wird unterstrichen, aber auch ein Hinweis gegeben auf den folgenden Tod und die Auferstehung von Jesus selbst.
Jesu Gebet am Grab des Lazarus "soll den Zuhörern augenfällig zeigen, was er stets von sich gesagt hat: Er ist nichts von sich aus. Damit wird aber das Gebet nicht zum Schauspiel; denn die Volksmenge hört die Worte ja nicht. Sie sieht nur die Gebetshaltung und versteht sein Gebet als Bittgebet." Es ist das Bittgebet dessen, der in inniger Gemeinschaft und Einheit mit dem Vater steht. Jesus ist als Bittender immer zugleich schon der Beschenkte. "Das ist der wohl wichtigste Beitrag des vierten Evangeliums zum Wunder und Wunderverständnis im Urchristentum."
(Vgl. NTD, Bd. 4, Göttingen 1987)
Der Kranke wird mit Namen Lazarus - El-azar = Gott hat Hilfe gebracht - vorgestellt. Der Ort Betanien befindet sich etwa drei Kilometer von Jerusalem entfernt und ist nicht ident mit dem genannten Betanien im Kapitel 1 des Johannesevangeliums. Ebenfalls werden die beiden Schwestern ohne viel Umschweife eingeführt. Dies unterstreicht, dass diese Perikope auf geformte Überlieferung zurückgeht.
Warum die beiden Frauen Jesu die Krankheit ihres Bruders Jesus mitteilen, begründet sich in der Freundschaft Jesu zu ihm. Durch diese Krankheit wird Gott und sein Sohn verherrlicht. Dieses letzte Wunderzeichen verherrlicht endgültig, führt zum Kreuz und zur Rückkehr zum Vater.
Jesus bricht erst drei Tage nach Erhalt der Nachricht von der Krankheit seines Freundes nach Judäa auf. Die Erinnerung der Jünger an die Steinigungsabsicht der Juden nützt Jesus zur Erklärung, es bleibe ihm nur noch wenig Zeit auf Erden und die müsse er ausnutzen.
Die Jünger missverstehen die Worte Jesu vom Schlaf und Auferweckung. Jesus gibt ihnen zu verstehen, dass Lazarus tot ist, und wäre er früher dort gewesen, wäre es nur eine Krankenheilung gewesen. Durch das Wunder der Totenerweckung werden sie aber Glauben lernen. Und durch Thomas wird erstmals vom Leiden der Jünger um Jesu willen gesprochen.
Jesus findet Lazarus dann schon vier Tage im Grabe liegend vor. Dies verstärkt die Situation der Hoffnungslosigkeit. Viele Juden erfüllen die Pflicht des Trauerbesuches. Maria empfängt weiterhin die Trauergäste, während Martha Jesus entgegeneilt. Aus ihr spricht der Glaube an und das Vertrauen in Jesu Wunderkraft, die er von Gott hat.
Der Evangelist verbindet die Wundergeschichten mit Gebetserhörung. Dadurch löst er Jesus aus der orientalischen Wundermanntradition heraus ohne aber diese gänzlich zu verlassen. Die Antwort Jesu, dass Lazarus auferstehen werde, stellt Martha nicht zufrieden, da dies eben als am Ende der Welt geschehend zu verstehen ist. Und da schiebt der Evangelist diese urchristliche Bekenntnisformel ein, Ich weiß, dass er auferstehen wird…, die er aber dann überbietet mit dem Ich-bin-Wort. Somit steht hier in dieser Szene der göttliche Lebensspender an sich.
Der Glaubende, der den leiblichen Tod stirbt, wird leben, und der leibliche Tod verliert an Bedeutung. Hier bricht die urgemeindliche Tradition durch, die Totenerweckung an und für sich erwartet. Leben und Sterben werden in den Schatten des ewigen Lebens gestellt und in die Einheit mit Jesus und Gott gebracht. Und dennoch wird Lazarus in dieses Leben wieder zurückgeholt, obzwar dies durch das Ich-bin-Wort Jesu bereits überholt ist.
Die weiteren Sätze geben die Hintergrundfolie für die Wiederbelebung. Maria erhält keine Antwort von Jesus. Dass sich Jesus erregt, finden wir auch in anderen Stellen. Das Widersprechen Martas Jesu, da er befiehlt den Stein vom Grab zu nehmen, zeigt, dass sie noch immer nicht begriffen hat. Sie hat nicht begriffen, dass die Totenerweckung die Herrlichkeit Gottes bringen wird. Jesus handelt nicht aus sich selbst und nicht zu seiner eigenen Ehre. Seine Wundertaten sind ihm von Gott gegebene Gaben. Somit wird auch sein Beten nicht zu einer Schaustellung, sonder setzt ihn in Verbindung und Einheit mit dem Vater.
Diese Wundererzählung bringt der Evangelist Johannes nicht aus historischem Interesse sondern es geht ihm um Verkündigung. Denn wir lesen weiter nichts von einer Reaktion der Schwestern oder des Lazarus. Im Zentrum steht Jesus selbst als derjenige, der dort ist, wo alles hoffnungslos scheint.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht:
Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank.
Als Jesus das hörte,
sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod,
sondern dient der Verherrlichung Gottes.
Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden.
Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus.
Als er hörte, dass Lazarus krank war,
blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.
Danach sagte er zu den Jüngern:
Lasst uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam,
fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.
Als Marta hörte, dass Jesus komme,
ging sie ihm entgegen,
Maria aber blieb im Haus sitzen.
Marta sagte zu Jesus:
Herr, wärst du hier gewesen,
dann wäre mein Bruder nicht gestorben.
Aber auch jetzt weiß ich:
Alles, worum du Gott bittest,
wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.
Marta sagte zu ihm:
Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt,
wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
Glaubst du das?
Marta sagte zu ihm:
Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist,
der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert.
Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet?
Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh!
Da weinte Jesus.
Die Juden sagten:
Seht, wie lieb er ihn hatte!
Einige aber sagten:
Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat,
hätte er dann nicht auch verhindern können,
dass dieser hier starb?
Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt
und er ging zum Grab.
Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg!
Marta, die Schwester des Verstorbenen,
sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon,
denn es ist bereits der vierte Tag.
Jesus sagte zu ihr:
Habe ich dir nicht gesagt:
Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen?
Da nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen
und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.
Ich wusste, dass du mich immer erhörst;
aber wegen der Menge, die um mich herumsteht,
habe ich es gesagt,
damit sie glauben,
dass du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte,
rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!
Da kam der Verstorbene heraus;
seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt
und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt.
Jesus sagte zu ihnen:
Löst ihm die Binden
und lasst ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren
und gesehen hatten, was Jesus getan hatte,
kamen zum Glauben an ihn.
Angst vor Tod und Sterben bestimmt unsere Welt. Kriege, Leid und Bedrohungen sind in diesen Zeiten greifbarer als je zuvor in unserem Leben. Diese Ängste bestimmen auch unseren Alltag und unsere gesellschaftliche Stimmung. Kann die Verheißung auf Leben und Auferstehung diese kollektive und persönliche Depression durchbrechen? Die Auferweckung des Lazarus, wo schon keine Hoffnung mehr berechtigt erscheint, zeigt: Gott hat das letzte Wort – auch dann, wenn die Zeichen für Gottes Herrschaft scheinbar nur mühsam zu finden sind.
Die Angst vor dem Tod ist ein Thema, das viele Menschen bewegt. Nicht erst am Lebensende, sondern vor allem dann, wenn wir mitten im Alltag mit dem Thema Tod konfrontiert sind: Der Unfall eines Freundes, die lebensbedrohliche Krankheit eines Familienmitglieds, vielleicht auch einfach das zunehmende Alter, bei dem uns bewusst wird, dass das Leben begrenzt ist.
Doch es gibt einen Unterschied zwischen der Angst vor dem Tod und der Angst vor dem Sterben. Letzteres ist für die meisten Menschen ja auch greifbarer: Die Angst vor Schmerzen, vor langem Siechtum, vor dem Loslassen von geliebten Menschen.
Der Tod selbst ist für die meisten wohl eher das große Ungewisse, das, was wir uns nicht vorstellen können. Wie ein schwarzer Fleck, dem wir lediglich unsere Hoffnung entgegensetzen können – die Hoffnung, dass das vermeintliche Ende unseres Lebens eben genau das nicht ist: das Ende.
Jesus legt sich mit dem Mächtigsten, dem Bedrohlichsten, das unser Leben infrage stellt, mit dem Tod selbst an, bezeugt uns im heutigen Evangelium der Evangelist Johannes in der Wundererzählung von der Auferweckung des Lazarus.
Nichts, was uns bedroht, nichts was uns Angst macht, ist stärker als Jesu Verheißung auf das Leben und die Erfüllung dieser Verheißung durch Gott. Selbst der leibliche Tod ist nur eine Grenze in unserer Wahrnehmung, die durch den Glauben überwunden werden kann.
Das klingt zugegeben abstrakt, aber im Letzten ist es die Frage an jede und jeden von uns: Was bestimmt dein Leben, wenn du bewusst das Ende dieses Lebens in den Blick nimmst? Angst, Lähmung, Verdrängung, Panik oder Depression? Für manche Menschen ist dies so lebensbestimmend, dass die Angst vor dem Tod ihre Lebensqualität erheblich einschränkt. Oder lebst du aus dem tiefen Vertrauen, dass es ein „Danach“, ein „Dahinter“ geben wird? Weil Jesus uns dies verheißen und durch seinen eigenen Tod und seine Auferstehung bezeugt hat?
Vertrauen muss eingeübt werden. In den kleinen Sterbeprozessen des Lebens, im Loslassen in Kleinigkeiten, in der Einübung von Abschied und Neuanfang in jedem Alter. Und auch wenn die Erfahrung des Todes bei anderen Menschen uns zutiefst verunsichern kann, wenn Schmerz und Trauer uns überwältigen und uns in tiefe Hoffnungslosigkeit stürzen können – wir fallen in Gottes Hand.
Jesu Wort „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ weist über unser irdisches Leben hinaus. Er verspricht uns Zukunft, Perspektive und will uns die Angst nehmen. Vor dem Verlust von Menschen wie vor dem eigenen Loslassen.
Jesus nimmt sich Zeit für sein Eingreifen. Für uns als Zuhörer und Zuschauer, die angesichts einer bedrohlichen Krankheit und des nahen Todes eines geliebten Menschen wohl eher in Aktionismus und Angst verfallen, wirkt dies befremdlich. Wie oft wünschen wir uns, dass Gott schneller handelt, dass er sofort eingreift und der Bedrohung entgegentritt. Doch Jesus nimmt sich Zeit. Er sagt uns damit: Hab Geduld, das letzte Wort hat Gott. Du darfst trauern, du darfst dir Zeit nehmen dafür. Dann, wenn du wieder gehen kannst, wenn die Steine auf deiner Seele ins Rollen kommen, wird dein Glaube dich tragen, dein Leben wird wieder hell.
Lassen wir uns durch Todeserfahrungen nicht beirren: Leben wir unser Leben im Vertrauen, dass unser Leben und Sterben von Gottes Verheißungen getragen sind.
Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus ist gleichsam eine Ouvertüre zum kommenden Osterfest. Um die Rückführung des toten Lazarus ins Leben renken sich Texte, die darüber hinausführen, den Auferstehung ist mehr, ist unvorstellbar, fordert Glauben.
Andreas Gabalier, der "österreichische Volks-Rock’n’Roller" singt in einem seiner Lieder: „Amoi seg'ma uns wieder“ (Einmal sehen wir uns wieder). Etwas versteckt findet sich in diesem Refrain der Glaube, die Hoffnung an ein Weiterleben und wie Reaktionen auf facebook zeigen- viel Liebe. Biblisch gesprochen heißt der Refrain: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe hin, euch einen Platz zu bereiten […] und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ (Joh 14,2.3).
In der ersten Lesung verspüren wir zunächst die Enge des Grabes, aber auch die Zusage: "Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf." (Ez.36,12b), also Offenheit für das Weiterleben: „Amoi seg´ma uns wieder.“ „Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig“ (Ez. 36,14). Der gute Geist als pfingstliche Vorausschau, als Lebensbegleiter. Diesen Worten folgen Taten.
Im Evangelium hören wir die Ouvertüre vor dem Höhepunkt: Auferweckung: Rückführung ins Leben, aber in jenen Zustand wie er vorher war. Auferstehung ist etwas anderes, nicht Beschreibbares. Wir können diesen Zustand nicht beschreiben, weil er unsere Fassungskraft übersteigt. Das Grab als Symbol: Jetzt ist es (hier auf der Erde) aus!
Wir merken aber aus dem Evangelium, dass Jesus der Tod des Lazarus nahe geht, so wie es auch uns der Tod eines geliebten Menschen nahegeht. Jesus war „zornig“ (Joh 11,18) „und er erregte sich sehr“ (Joh 11,33), aber da geschieht noch eine Steigerung: Er „weinte“ (Joh 11,35). Diese Art der Gemütserregung ist bei ihm kaum sonstwo anzutreffen. Hier hat das Leben das Sagen. „Amoi seg´ma uns wieder“…
Eine Frau, namens Marta tritt mit starkem Glauben auf. Jesus bestätigt: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“ (Joh 11,25). Der Prozess des Lebens hat schon begonnen, sogar in einer Welt mit starkem Todestrieb. Es scheint, dass wir weltweit einen Totentanz aufführen durch Terror, Krieg, Mordanschläge bis hinein in die Familien; auch in geistiger Form durch Rufmord, Verbalkanonen, Mobbing… Jesus würde sich wohl auch heute darüber erregen und zornig sein. Bei Jesus wird mit seiner Gemütserregung auch der Aspekt der Weisheit sichtbar, fähig zu sein, mit anderen mitzufühlen, sich zu freuen, mitzuleiden, auch das ist eine Sichtweise der Barmherzigkeit. Jesus hat dem Mitfühlen eine neue Bedeutung gegeben. Im Mitgefühl entwickelt sich der Mensch weiter.
Was sich landauf, landab abspielt, ist zum Heulen. Die Heilige Schrift sieht den Tod immer im Zusammenhang mit der Sünde als Absondern von der Liebe Gottes. So gesehen ist der Tod der größte Feind des Menschen. Es ist aber mitzubedenken: Er übergibt uns das Ticket zum ewigen Leben. „Wer glaubt, wird in Ewigkeit nicht sterben.“ (Joh 11,26). Marta bestätigt diese Zusage mit dem Messiasbekenntnis: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias, der Sohn Gottes bist.“ (Joh 11,27). Es geht um letzte Entscheidungsfragen des Lebens. Jesus setzt ein Zeichen, dass die Auferstehung schon begonnen hat. Sie wird nicht in eine ferne Zukunft als Vertröstung dargestellt. Auferstehung geschieht bereits jetzt.
Das Evangelium spricht vom Wegwälzen des Steines und vom „schlechten Geruch“. Setzen wir Zeichen der Auferstehung, indem wir Steine – ich verstehe darunter alles, was unser Leben belastet: Intrigen, Heuchelei, Falschheit - wegräumen, damit der üble Geruch der Lüge, der unglaublichen Trägheit nicht mehr weiter gegen den Himmel stinkt und die Liebe Gottes nicht mehr verpestet.
Auferstehung gibt es schon vor dem Grab, vor der Niederlage. Mutig aufstehen nach Misserfolgen, Leid und Kränkungen, das bedeutet, den Spuren Jesu folgen, der von sich sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ (Joh 11,25). Und: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ (Joh 14,6). Dann dürfen auch wir voll Freude einstimmen: „Amoi seg´ma uns wieder […] weil es gibt was nach dem Leben, du wirst scho segn…“
Die Erzählung von der Auferweckung des Lazarus nimmt Ostern vorweg: Der Glauben an Jesus, der "die Auferstehung und das Leben ist", beseitigt nicht das Sterben, nimmt jedoch dem Tod des Stachel.
Lazarus, komm heraus! Hören Sie es auch? Jesus sagt es mit lauter Stimme! Sagen Sie nicht, Sie hätten es erwartet. So laut ist es, dass es nicht zu überhören ist. Ich bleibe wie angewurzelt stehen.
Lazarus ist gestorben. Vor vier Tagen wurde er begraben. Jetzt ist Jesus an seinem Grab. Ob es etwas genutzt hätte, wenn er früher gekommen wäre? Der Evangelist Johannes erzählt davon. Aber er erzählt es auch, um das, was jetzt geschieht, noch größer, überwältigender und schöner zu zeigen als wir es uns vorstellen könnten. Schließlich ist es – der vierte Tag! Schon der vierte Tag! - Lazarus, komm heraus!
Ich gebe zu, dass mir diese Geschichte unheimlich ist. Wenn es doch so ginge! Die an Krebs gestorbene Mutter kleiner Kinder könnte in ihre Familie zurückkehren! Der Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang könnte rückgängig gemacht werden! Die von Granaten zerfetzten Menschen könnten in ihre Wohnungen zurück und einfach nur leben. Die im Mittelmeer ertrunkenen Flüchtlinge könnten eine neue Heimat finden. Das 12-jährige Mädchen, dass von zwei Gleichaltrigen erstochen wurde, könnte wieder zur Schule gehen. Wie viele Geschichten könnten neu geschrieben werden!
Wenn es doch jemandem gäbe, der sagte: Komm heraus!
Wenn es doch jemandem gäbe…
Ich spüre den Blick des Evangelisten auf meinem Gesicht. Lange sagen wir nichts. Doch dann bricht es aus mir heraus: Eine Totenauferweckung macht dem Tod den Garaus nicht. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Alles durcheinander. Hin- und hergerissen zwischen Enttäuschung und Wut, Trauer und Sehnsucht.
Wenn es doch jemandem gäbe…
Lazarus, komm heraus!
Schauen wir uns die Geschichte dann doch noch ein wenig genauer an, haben wir ein tolles Panorama vor uns. Tatsächlich ist die Geschichte richtig lang, eine der längsten im Evangelium! Johannes hat sich da viel Mühe gegeben, alles so zu erzählen, dass wir uns an keiner Stelle ausgeschlossen fühlen.
Es ist eine Familiengeschichte. Mit Erinnerungen, Gesprächsfetzen, und Erwartungen. Ich sehe die beiden Schwestern. Ich sehe Jesus. Endlich ist er auch da. Einen Wundertäter im Freundeskreis zu haben, ist mehr als verführerisch! Kann, soll nicht alles so bleiben wie es ist? Kann es nicht wieder so werden? Eine alte Sehnsucht. Ein Traum. Nicht älter werden. Nicht krank. Nicht hilflos. Kein Tod.
Wenn es doch jemandem gäbe, der sagte: Bleib!
Lazarus ist gestorben. Woran er erkrankt war, wird nicht erzählt. Auch nicht, wie alt er geworden war. Wenn wir das wüssten – was wüssten wir dann? Eigentlich - nichts. Oder doch? Wir fragen doch immer nach Gründen und Alter, wenn ein Mensch stirbt. Als ob sich der Tod rechtfertigen müsste – und wir ihn auch. Lazarus ist krank geworden, dann gestorben. Ich sehe die Traueranzeige vor mir: „nach kurzer Krankheit“ - „nach langer schwerer Krankheit“ – „plötzlich und unerwartet“ – „heimtückisch“ – „aus dem Leben gerissen“... In kurzen Formulierungen werden schreckliche Erfahrungen in Worte gebannt und in Floskeln versteckt. Mir fällt auch nichts Besseres ein. Ihnen?
Aber dann ist da das Gespräch, das die Schwestern mit Jesus führen. Haben Sie gemerkt? Wir werden erst zu Beobachtern, dann zu Zeugen, schließlich sogar Beteiligte. Auffälligerweise, wenn auch ein wenig versteckt, geht es dann gar nicht mehr um Lazarus, sondern um – uns.
Jesus ist die Auferstehung und das Leben. Für uns.
Wer an ihn glaubt, der wird leben! Mit uns.
Um dieses Jesus-Wort gruppiert sich alles. Was vorher war – was noch kommt. Was gesagt werden konnte – was sich Worten entzieht. Eine große Gewissheit bahnt sich einen Weg. Die Zweifel verstummen.
Wenn es doch jemandem gäbe, der sagte: Glaube doch!
So unheimlich die Geschichte ist, sie fängt langsam zu sprechen an. Es geht doch tatsächlich nicht um eine Totenauferweckung, die alte Lebensverhältnisse, alte Freundschaften, alte Vertrautheiten zurückbringt. Die Auferweckung des Lazarus wird zu einem Zeichen, dass dem Tod überhaupt das letzte Wort genommen wird. Es ist ein Zwischenruf. Mitten im Evangelium. Mitten im Leben. Eine Lebensanasage! Für alle, für immer. Das Geheimnis der Totenauferweckung ist – Glauben. Glauben an Jesus. Er trägt den Namen „Auferstehung“, den Namen „Leben“. Wer ihm vertraut, entdeckt eine Liebe, die es buchstäblich mit Tod und Teufel aufnimmt. Aufnehmen kann. Es gibt nichts anderes, was dies bewerkstelligen, keinen anderen, der das gewähren könnte.
Das wird in der Freundschaft Jesu mit Lazarus und seinen beiden Schwestern auch liebevoll nacherzählt. Was nicht erzählt wird, ist, dass Lazarus nicht wieder gestorben sei. Er ist gestorben, die beiden Schwestern auch. Ihre Spuren haben sich verloren – wie die vielen anderen. Doch nein, sie sind gerade lebendig unter uns! Eine Geschichte auf Zeit. Fein abgemessen. Geschenkte Zeit. Glück…
Doch was zu erzählen ist, ist, dass im Glauben ein Leben sichtbar wird, das nicht von der Zeit, auch nicht von der Lebenszeit, beschnitten werden kann. Eine Liebe, die sich entfaltet, ohne an Grenzen zu stoßen. Ein Glauben, der Leben füllt. Ein Glauben, der Leben schenkt.
Ob Lazarus ein gläubiger Mensch war? Maria? Marta? Im Evangelium wird erzählt, dass Marta zu Jesus sagte:
„Ich weiß, dass er auferstehen wird
bei der Auferstehung am Jüngsten Tag.“
Ein Gesprächsfetzen. Er blinkt auf und huscht dann wieder davon. Eine große Hoffnung: es gibt einen letzten Tag, einen jüngsten – und die Welt wird heil. Ab jetzt kann es nichts mehr geben, was stirbt. Egal, wie der Tod daher kommt. Grauenvoll, barmherzig oder unschuldig.
Aber Jesus lenkt den Blick auf sich: Ich bin die Auferstehung und das Leben! Was mit ferner Zukunft verbunden ist, geschieht in der Gegenwart. Es geschieht in der Begegnung, in der Beziehung zu Jesus, in dem Vertrauen zu ihm. Das schließt die Vollendung der Welt, auf die wir warten, nicht aus, lässt sie aber jetzt schon aufleuchten. Eine Spur, die durch das Dunkel geleitet, ein Lichtblick, der den Horizont öffnet.
Auferstehung und Leben - Liebe, die uns von Anfang an trägt und umfängt.
Was vergangen ist, blüht neu,
was uns gegenwärtig zu schaffen macht, vergeht,
was uns heilt, wird unsere Zukunft.
Der Tod mag die Zeit zwar gliedern – die Auferstehung verwandelt sie!
Wenn wir Jesu Wort von Auferstehung und Leben hören, fällt uns unwillkürlich seine Auferstehung ein. Es könnte uns wie Schuppen von den Augen fallen, dass diese Geschichte von Lazarus und seinen Schwestern eine Ostergeschichte ist, eine vorgezogene! Ein Vorgeschmack!
Jetzt stehen wir dafür ein,
dass Menschen leben, aufleben können,
dass Hoffnungen nicht ins Leere gehen,
dass Liebe stärker ist als der Tod.
Jesus sagt:
"Nehmt den Stein weg! Nehmt ihn endlich weg!!!
Lazarus, komm heraus!"
Hören Sie es auch? Jesus sagt es mit lauter Stimme! So laut ist es, dass es nicht zu überhören ist. Jetzt muss sogar der Tod gehorchen.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Die Konfrontation mit dem Ende des irdischen Lebens erzeugt oft Angst vor dem, was danach ist oder sein könnte. Der Prophet Ezechiel beschreibt eindrücklich, dass Gott Totes neu zum Leben erwecken kann und wird. In der Auferweckung des Lazarus durch Jesus zeigt sich dieser als Herr über den Tod, der neu zu einem Leben mit Leib und Seele erwecken kann.
„Fürchte dich nicht vor dem Tod, weil er dir auferlegt ist,“ so lesen wir es in der Weisheitsliteratur bei Jesus Sirach. Das mag intellektuell gut begründet sein, die Praxis sieht anders aus, wenn es wirklich so weit ist und wir das Sterben und den Tod eines lieben Menschen miterleben müssen. Wieviel Angst, Unsicherheit, quälende Fragen drängen sich auf? Was kommt wirklich nach dem Tod? „Kaner is no z´ruck kummen! (sagen die Wiener, hochdeutsch: Niemand ist je zurück ins Leben gekommen), so die resignierende Feststellung, besonders nach Begräbnissen. Doch: Einer kommt zurück, so die Zusage: Erster ist Christus, der von den Toten erweckt wird, dann kommen alle anderen durch alle Generationen.
Beinahe jährlich werden wir mit Umfragen konfrontiert, ob wir an ein Weiterleben nach dem Tod glauben und viele Christinnen und Christen melden da ihre Zweifel an. Wer spricht schon gerne von Tod und Vergänglichkeit, noch dazu, wo wir für die Auferstehung nicht einmal Beweise haben. So sieht es vorübergehend auch Thomas, der Gottsucher, früher der „Ungläubige“ genannt. Er wird im Johannesevangelium einige Male erwähnt. „Fürchte dich nicht vor dem Tod, weil er dir auferlegt ist.“ Maria und Marta waren aber untröstlich über den Tod ihres Bruders Lazarus, ebenso alle, die Lazarus kannten. Von Jesus hören wir zweimal, dass er „im Innersten erregt und erschüttert war“, ja er hat sogar geweint, also zutiefst menschlich. All das ist uns ja auch heute nicht fremd. Tod, Leid, Trauer, in Familien, bei ganzen Völkern.
Die erste Lesung aus dem Buch Ezechiel - sehr, sehr stark gekürzt - spricht das Elend des Volkes Israel an. Der Prophet Ezechiel hat aber eine Vision in hoffnungsloser Zeit. Er gehörte zu jenen Menschen, die von den Babyloniern ins Exil verschleppt wurden. Daher auch das Wort „Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraus.“ Zuerst Trostlosigkeit, Verzweiflung, Tod. Gottes Volk wird nach der Rückkehr aus dem Exil gerettet, ein Neubeginn. Prophet sein, so wie Ezechiel, heißt: an Gottes statt in seinem Auftrag sprechen. Leider kommt in dieser kurzen Textstelle auch das nicht vor, dass er dreimal darauf hinweist: Ich redete als Prophet in einer Vision. Die toten Gebeine werden mit Sehnen, mit Fleisch und Haut überzogen. Sie sind Zeichen für das Volk Israel, das von JHWH abgefallen ist und nun wiederhergestellt und mit Leben erfüllt wird. Somit meint „Auferweckung“ Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Es wird alles wieder lebendig durch den Geist, der Beziehung und Leben ist. „Ich habe gesprochen und ich führe es aus.“ Sprechen und Handeln (hebräisch: dabar) sind ein und derselbe Begriff. Noch deutlicher sagt es der Römerbrief: „Der Geist Gottes wohnt in euch, er ist Leben.“ (Röm 8,9). 1 Kor 3,16: „Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt?“
Der Geist steht für Beziehung und Leben. „Nehmt den Stein weg!“, sagt Jesus (Joh 11,39), Hände und Füße waren mit Binden umwickelt, alles was der Auferstehung schon jetzt hinderlich ist, sollte entfernt werden. Zunächst wird das irdische Leben wieder hergestellt, das nennen wir Auferweckung, Rückkehr in den Alltag. Auferstehung ist etwas ganz anderes, nicht erklärbar. Geheimnis des Glaubens! In der Eucharistiefeier hören wir den Ruf: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bist du kommst in Herrlichkeit!“
Die Auferweckung des Lazarus ist gleichsam die Ouvertüre zur Auferstehung, wo der Mensch als Ganzer, also mit Leib und Seele verherrlicht wird. Die Bibel sieht den ganzheitlichen Menschen. Die griechische Philosophie trennt Geist, Seele und Materie, eine große Bruchstelle. Der Körper eines Menschen ist Materie. Der Leib hat aber mit Identität und Wesen des Menschen zu tun, ist durchlebter Organismus, dazu gehört auch die Seele. Der Leib ist als Geheimnis zu entdecken. In der Feier der Eucharistie werden wir darauf aufmerksam gemacht: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Leib und Leben haben dieselbe Wortwurzel. Wir sterben mit dem ersten Augenblick unseres irdischen Lebens, um dann nach dem Tod zu leben, das nennen wir Ewigkeit. Ewigkeit als bestimmendes Jetzt, als „Nunc stans“, so bezeichnet es Augustinus. Wenn deine Zeit um ist, bleibt nur deine Ewigkeit.
Marie Luise Kaschnitz (1901-1974): „Glauben Sie, fragte man mich, an ein Leben nach dem Tod. Und ich antwortete ja. Aber dann wusste ich keine Auskunft zu geben, wie das aussehen sollte… Ich wusste nur eines… nur Liebe, freigewordene, niemals aufgezehrte, mich überflutende… Liebe.“
Die Coronakrise macht uns bewusst, wie machtlos wir den biologischen Bedingungen des Lebens ausgeliefert sind. Dazu gehört auch das Sterben. Die Lazaruserzählung führt uns einen Glauben vor Augen, der stärker ist als das Gesetz des Sterbenmüssens.
Derzeit läuft unser ganzes öffentliches Leben in einem Ausnahmezustand. Gebannt verfolgen wir täglich die Nachrichten und Statistiken und halten Ausschau nach ersten Anzeichen der Besserung. Wir warten darauf, dass die Einschränkungen wieder gelockert und aufgehoben werden können. Niemand kann sagen, wie lange wir noch warten müssen. Je dringender wir auf etwas warten, desto langsamer vergeht die Zeit. Wenn jemand auf den Notarzt wartet oder auf die Feuerwehr, können Minuten zur Ewigkeit werden.
In einer ähnlichen Situation müssen sich wohl die beiden Schwestern des Lazarus befunden haben, als sie zu Jesus geschickt haben, dass ihr Bruder ernsthaft erkrankt sei. Wer hätte mehr als sie erhoffen können, dass Jesus unverzüglich kommt und seinen Freund rettet. Umso unverständlicher ist die Reaktion Jesu: "Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes." Hat er den Ernst der Lage verkannt? Wenn nein: Wie tief und stark muss die Freundschaft zu den drei Geschwistern gewesen sein, dass er seinem Freund zumutet gleichsam als Demonstrationsobjekt "der Verherrlichung Gottes" zu dienen!
Dieser Passus der Lazarus-Erzählung wird mir wohl auf Dauer unverständlich bleiben. Ihm steht ein anderer Erzählabschnitt gegenüber: Als Jesus sah, wie Maria weinte und die anwesenden Trauernden mit ihr, war er im Innersten erregt und erschüttert. Vor dem Grab seines Freundes weinte auch er. Hier erleben wir einen ganz anderen Jesus; einen Jesus, der mit den Menschen weint, mit ihnen leidet und ihren Schmerz teilt.
In der Erzählung von der Auferweckung des Lazarus steht der menschlichen Wirklichkeit des Sterbens die göttliche Wirklichkeit, die Leben erwecken und Tote lebendig machen kann, gegenüber. Da kann man nicht viel erklären. So etwas lässt sich nur glauben. Jesus fragt Martha: "Glaubst du das?". Das ist auch für uns die entscheidende Frage: Glaubst du das? Der Evangelist hat den Inhalt dieser Glaubensherausforderung eine Art Glaubensbekenntnis vorangestellt. Jesus sagte zu Marta: "Ich bin die Auferstehung und das leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. – Glaubst du das?"
In der Coronakrise kam und kommt immer noch vieles zu spät. Zunächst aus Ahnungslosigkeit, dann aus der Einsicht, dass wir auf diese Möglichkeit nicht vorbereitet waren. Wir mussten und müssen hilflos Menschen sterben sehen, Helfern zusehen, die alles geben um Zeit zu gewinnen, und dennoch nicht allen helfen können, die Hilfe bräuchten. Gefühlskalt ist, wer sich von dieser geballten menschlichen Not nicht anrühren lässt und nicht wenigsten innerlich mit den Getroffenen weint.
Diese Pandemie ist jedoch nur ein Spezialfall, der uns die Härte des Todes und unschuldig Sterbenmüssens vor Augen führt. So geht es darüber hinaus vielen, die unvorbereitet mitten im Leben von der Wucht des Todes getroffen werden, z.B. durch einen Unfall oder durch eine unerwartete Diagnose. In dieser geballten Wucht verlieren wir häufig den Glauben an einen liebenden und lebenspendenden Gott aus den Augen.
In der Lazaruserzählung geben die beiden Schwestern ihren Glauben an einen lebenerweckenden Gott nicht auf, auch wenn sie jede vordergründige Hoffnung, ihren Bruder lebend wiederzubekommen, aufgeben mussten. Wie tief musste ihr Glaube an die Macht Gottes und ihre Freundschaft mit Jesus gewesen sein!
Bei aller Ohnmacht in der gegenwärtigen Coronakrise wird mir bewusst, wie kostbar in dieser beängstigenden Zeit Solidarität und Freundschaft ist. Trotz Abstandhaltens rücken Menschen einander näher, sorgen für einander, finden Wege und Zeichen, einander Mut zuzusprechen und zu zeigen, dass sie nicht allein sind.
Glaube ist Freundschaft. Freundschaft mit Gott, Freundschaft mit den Menschen. Ein solcher Glaube lässt uns über die Schrecken des Todes hinaus Hoffnung wachsen.
Auf dem Weg nach Jerusalem, wo Jesus durch seinen Gehorsam am Kreuz endgültig den Tod überwinden wird, erweckt er in Bethanien seinen Freund Lazarus vom Tod. In der Gegenwart Christi kann der Tod das Leben nicht mehr verhindern.
Der Evangelist Johannes wählt einige wenige Wunder aus dem Wirken Jeus aus und präsentiert sie uns als Zeichen seiner göttlichen Größe und Vollmacht. Höhepunkt ist die Auferweckung des Lazarus, durch die Johannes uns zeigt: Jesus ist Herr, über Leben und Tod.
Die Auferweckung des Lazarus ist die Ouvertüre zum großen Ereignis der Auferstehung. Jesus setzt ein Zeichen, dass Auferstehung schon begonnen hat.
Jesus zeigt Erbarmen mit den Schwestern des toten Lazarus. Helfen ist konkrete Umkehr.
Tod und Sterben ist in unserer Welt allgegenwärtig, nicht nur im Seniorenheim oder bei Friedhofsgängen. Wenn wir realistisch auf unser Leben schauen, dann spüren wir: Nichts in unserem Leben ist von Bestand, alles vergeht. In diese Verunsicherung hinein hören wir heute die Auferweckung des Lazarus, der tot war und auf Jesu Wort hin zu neuem Leben auferstand. Ein Hinweis auf den Weg, den wir in den nächsten Wochen mit Jesus gehen werden.
Er, der uns Hoffnung schenken will und zu uns Worte des Lebens spricht, ist nun in unserer Mitte. Zu ihm rufen wir:
Es geht heute um ganz viel Geist!
Beim Propheten Ezechiel werden wir lesen: „Ich gebe meinen Geist in euch, dann werdet ihr lebendig“. Der Apostel Paulus wird sich einreihen: "Gott, der Christus von den Toten auferweckt hat, wird auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt." Im Evangelium schließlich sagt Jesus von sich: "Ich bin die Auferstehung und das Leben."
Wir sehen, wie zerbrechlich Leben ist, wieviel Angst umgeht, wieviel Hoffnung stirbt.
Lasst uns unseren Herrn anrufen:
Die Gedanken an Sterben und Tod machen uns Angst.
Herr, erbarme dich.
Wir denken an Menschen, die wir loslassen mussten und hoffen sie aufgehoben bei dir.
Christus, erbarme dich
Du rufst uns aus dem Tod zum Leben.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott, der Leben verheißt, nehme von uns Schuld, Angst und Traurigkeit
und mache uns zu Zeugen der Hoffnung über den Tod hinaus.
Dafür erbitten wir Gottes Kraft für alle Tage unseres Lebens. - Amen.
Herr,
wir sehnen uns nach einem guten Geist in der Welt.
Doch Menschen werden zu Handlangern des Todes.
Herr, erbarme dich.
Christus,
Gottes Geist war schon da, als es noch nichts gab.
Wo er ist, wächst die Freiheit und Menschen werden glücklich.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du kennst die Geistlosigkeit und Verzagtheit unter uns.
Du führst uns aus dem Bannkreis des Todes hinaus.
Herr, erbarme dich.
Ich hoffe auf den HERRN, es hofft meine Seele, *
ich warte auf sein Wort. *
Meine Seele wartet auf meinen Herrn /
mehr als Wächter auf den Morgen, *
ja, mehr als Wächter auf den Morgen.
(Ps 130,5-6)
Herr, Jesus Christus,
in unserer Sprachlosigkeit gegenüber Krankheit, Leid und Tod rufen wir zu dir:
Herr, erbarme dich.
In den schweren und leidvollen Stunden deines Lebens hast du auf den Vater vertraut.
Christus, erbarme dich.
In deiner Auferstehung schenkst du uns die Lebendigkeit des neuen Lebens.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Du Herr über Leben und Tod.
Herr erbarme Dich.
Du bist von den Toten auferstanden.
Christus erbarme Dich.
Mit Lazarus erweckst auch uns zum Leben.
Herr erbarme Dich.
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Gott des Lebens.
Durch die Auferstehung deines Sohnes wissen wir :
Der Tod ist überwunden,
der Weg zu dir steht offen,
unser Leben ist unvergänglich.
Hilf uns,
in dieser Gewißheit unser Leben anzunehmen
und daraus zu machen, was du von uns erwartest.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 9
Gott.
Deine Treue hat Jesus aus dem Tod gerettet.
Sie ruft auch uns
in die Herrlichkeit des neuen Lebens.
Laß diese Zuversicht in unser ganzes Leben dringen.
Laß diese Freude aus unseren Taten strahlen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 12
Wenn der Tod nicht das letzte Wort hat,
sondern Gottes Verheißung uns Zukunft und neues Leben verspricht
dann lass uns schon heute aus dieser Hoffnung leben.
Lass uns Leben und Sterben in deine Hand legen
und voll Vertrauen unser Herz öffnen für alles,
was an Leben um uns und in uns aufbricht.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Gott,
mach du die Gräber auf,
die wir mit unseren Ängsten verschlossen haben,
gib unseren Hoffnungen ein schönes Gesicht,
rufe uns laut in das Leben.
Wir danken dir für den Frühling,
für die Blüten, die sich entfalten,
für die Lebensgeister, die sich rühren.
Wir danken dir für dein Wort,
für das Licht, das unsere Dunkelheit durchbricht,
für den Mut, es mit Tod und Teufel aufzunehmen.
Wenn du uns deinen Geist schenkst,
wird der Zweifel kleinlaut
und die Zurückhaltung trollt sich.
Schenke uns deinen Geist
In Christus, unserem Herrn. – Amen.
Guter Gott,
gefangen sind unsere Gedanken
und getrieben ist unser Tun in der Schnelllebigkeit unserer Zeit.
Erschütternde Nachrichten und Informationen, Ansprüche und Eindrücke
nehmen uns gefangen und ängstigen uns.
Du lädst uns immer wieder ein,
bei dir zur Ruhe zu kommen
und dir alles, was uns ausmacht, hinzuhalten.
Schenke uns jetzt,
gerufen durch deinen Sohn, Jesus Christus,
und in der Gemeinschaft des gemeinsamen Hörens und Betens
neue Orientierung und Hilfe für unser Leben.
Das erbitten wir mit Jesus, unserem Bruder und Herrn. – Amen.
Viele Menschen stoßen fast jeden Tag an die Grenze, die uns der Tod setzt. Sie sind voll Trauer und Verzweiflung.
Für sie bitten wir:
Für die, die um Menschen aus ihrem Freundeskreis und aus ihrer Familie trauern, die sie nicht loslassen wollen und können.
Steh ihnen in ihrer Trauer zur Seite und schenke ihnen Menschen, die mit Trost und Zuwendung zu ihnen durchdringen.
Für die, die durch ein Unglück, einen Unfall oder durch eine plötzliche Krankheit in ihrem Alltag Ohnmacht und Verzweiflung spüren.
Lass sie Zeit haben zum Innehalten für ihre Trauer und sich aufgehoben fühlen bei Menschen, die sie lieben.
Für uns, die wir immer wieder spüren, wie begrenzt unser Leben ist.
Dass wir die uns geschenkte Zeit nutzen, um uns für uns und unsere Mitmenschen einzusetzen und für eine gute Welt für alle zu kämpfen.
Für die unter uns, die am Ende ihres Lebens angekommen sind und die unter dem Verlust von Fähigkeiten und Freiheiten leiden.
Lass sie ihr Gebet und ihr Dasein als wertvollen Teil ihres Lebens erkennen und alle Hilfe bekommen, die sie brauchen.
Für die vielen Menschen, die durch Gewalt, Kriege und Terror ihr Leben verlieren und große Lücken bei ihren Familien hinterlassen.
Schenke ihnen Frieden und Heimat bei dir.
Für alle Verstorbenen, die uns vorausgegangen sind.
Schenke ihnen erfülltes Leben bei dir und uns ein Wiedersehen in deinem Reich.
Du, Gott, bist der Anfang und das Ende, du bist unser Ziel, auf das wir hinleben.
Nimm uns an der Hand und leite uns durch unsere Lebenszeit, damit wir einst in deinem Reich mit dir leben und bei dir Heimat finden, wie du uns verheißen hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Im Evangelium hören wir den Ruf Jesu: "Lazarus, komm heraus!"
Wir beten für alle, hinter denen sich das Leben geschlossen hat.
Wir fühlen mit den beiden Schwestern, die ihren Bruder verloren haben. Wir denken an viele Menschen, die eine Beerdigung organisieren, die auf einen Verlust zurückschauen, die sich in ihrer Trauer verlassen fühlen.
Herr, du bist Auferstehung und Leben.
Jeden Tag bekommen wir mit, dass in einem Krieg, der nicht einmal so genannt werden darf, Menschen umgebracht werden. Wir denken an die vielen Menschen, die um ihr kleines Leben kämpfen, die in Ruinen hausen, die nicht einmal mehr trauern können.
Weltweit gehen Lebensgrundlagen unter, im Wasser, im Sturm und im Feuer. Wir denken an die vielen Menschen, die vor dem Nichts stehen, die sich eine neue Existenz aufbauen müssen, die vergeblich auf Hilfe warten.
Internationale Gutachten werden immer dicker. Wir denken an die vielen Menschen, die sich um die Zukunft der Erde Sorge machen, die das endlose Reden nicht mehr ertragen, die die Hoffnung nicht aufgeben.
In unseren Gemeinden geht die Angst um, dass wir immer weniger werden. Wir denken an die vielen Menschen, die einfach da sind, die sich in der Kirche engagieren, die sich auch von Konflikten und unterschiedlichen Meinungen nicht beirren lassen.
Der Tod hat viele Gesichter. In jeder gebrochenen Hoffnung, in jedem verlorenen Vertrauen, in jeder verstummten Liebe sehen wir ihn. Du sagst: "Nehmt den Stein weg."
Herr, lass uns bei dir das Leben finden. – Amen.
Gottes Geist schenkt uns Zuversicht selbst dann, wenn alles verloren und hoffnungslos erscheint.
Ihn lasst uns bitten:
Für alle, die an Ostern als Fest der Auferstehung glauben können,
und für alle, denen das Wiedererstarken der Natur Hoffnung gibt.
Für alle Menschen, die in den Ruinen der zerstörten Städte in der Ukraine, Türkei und Syrien ihre Heimat verloren haben,
und für alle, die den Überlebenden durch ihre Hilfe neue Lebenskraft schenken.
Für alle, die schon jetzt von den Folgen des Klimawandels existenziell betroffen sind,
und für alle in Politik und Wirtschaft, von denen effektive Lösungen erwartet werden.
Für alle, die unter der Last ihres persönlichen Kreuzes zusammenzubrechen drohen,
und für alle, die sie durch ihr Mitfühlen und Mittragen unterstützen.
Für unsere Verstorbenen
und für alle, die um sie trauern, dass du sie an deiner Verheißung auf ein neues Leben jenseits des Todes teilhaben lässt.
Denn unverdient hast du uns in der Taufe mit deinem Geist beschenkt und uns zu einem neuen Leben berufen.
Dir danken wir und loben und preisen dich jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott,
Dein Sohn hat Lazarus zum Leben auferweckt.
Im Vertrauen auf sein Heil bitten wir:
Rings um uns herum toben, - nicht erst seit Putins Angriff - Kriege um die Bedürfnisse der Mächtigen. Die Leidtragenden sind die Menschen in den Kriegsgebieten und die Soldaten.
Lass uns nach Wegen zum Frieden suchen und führe auch die Verantwortlichen zu der Bereitschaft, neue Wege des Zusammenlebens zu entdecken und zu fördern.
Viele Kriege werden um Rohstoffe geführt.
Schenke uns die Einsicht, dass auch unser Konsumverhalten Einfluss auf die Menschen in aller Welt hat und lass auch die Verantwortlichen nach Möglichkeiten suchen, die Welt gerechter zu gestalten.
Wenn wir mit offenen Augen durch die Welt gehen, können wir bereits bei uns hier in Europa erkennen, dass ein „weiter so“ unsere Umwelt unumkehrbar zerstören wird.
Lass uns unseren Anteil daran erkennen und uns nach neuen Wegen suchen, wie wir die Umwelt besser schützen können.
Viele Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil dort ein menschenwürdiges Leben, oft ein reines Überleben, nicht mehr möglich ist, und finden doch keinen Ort, wo sie willkommen sind.
Lass uns ihre Not erkennen und immer wieder darauf hinweisen, damit nicht nur wir, sondern auch die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft erkennen, dass ein anderer Umgang mit Geflüchteten notwendig ist.
Die Jünger Jesu hatten Angst vor der Rückkehr nach Judäa. Auch heute haben im Heiligen Land die Menschen wieder Angst: vor der Verschärfung der Situation durch eine Regierung, die nicht das Wohl aller ihr anvertrauten Menschen im Blick hat, sondern mehr ihr eigenes.
Schenke ihnen die Einsicht, dass nur ein friedvolles gleichberechtigtes Zusammenleben den Frieden im Heiligen Land sichern kann.
Stehe uns und allen Menschen am Ende unseres Lebens bei
und führe die Verstorbenen in das Licht Deiner Auferstehung.
Denn Du willst, dass wir zum Leben auferstehen auch schon in dieser Welt. Steh uns bei, damit wir das notwendige Vertrauen entwickeln können.
Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Bruder und Herren. – Amen.
Jesus Christus, du bist gekommen, um den Menschen Licht, Heil und Trost zu schenken. Führe uns zusammen, auch wenn wir voneinander Abstand halten müssen.
Zu dir dürfen wir mit unseren Anliegen kommen und beten:
Für alle, die unter der Corona-Pandemie leiden, für die an Covid19 Erkrankten, die im Krankenhaus sind und für alle in Quarantäne.
Erhöre uns, Christus
Wir beten für die Berufstätigen, die unsicher sind, wie es weitergeht und für alle, deren Existenz in Gefahr gerät.
Wir beten für die vielen Menschen, die unermüdlich im Einsatz sind in Arztpraxen und Spitälern und sich um das Wohl der Kranken kümmern.
Wir beten für die Familien in dieser herausfordernden Situation, und für alle in Politik und Wirtschaft, die für das Land und für Europa wichtige Entscheidung treffen müssen.
Wir beten für alle, die die Grundversorgung gewährleisten und für die Menschen in den Labors, die unter Hochdruck Tests auswerten und nach Medikamenten forschen.
Wir beten für alle Gläubigen in dieser schwierigen Zeit und für die Seelsorger und Seelsorgerinnen, die neue Formen entwickeln, wie Menschen ihren Glauben miteinander teilen.
Wir beten für die Gläubigen, denen die Gottesdienstgemeinschaft fehlt und für alle, die einander beistehen und ermutigen.
Wir beten für die Mensch auf der Flucht, für alle, die unter unwürdigen Bedingungen leben müssen und besonders für die Kinder auf Lesbos, die durch die Corona-Krise festsitzen.
Wir beten für die Hilfsorganisationen und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die selbst unter katastrophalen Bedingungen im Einsatz sind.
Wir beten für unsere Pfarrgemeinden und für alle, die Sorgen und Ängste in sich tragen.
Wir beten für alle, deren Leben gefährdet ist und für die Verstorbenen.
Jesus Christus, du schenkst uns dein Heil und deinen Beistand gerade auch in diesen schweren Zeiten. Dafür danken wir dir und preisen dich mit Gott, dem Vater und dem Heiligen Geist heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.
Erhöre uns, allmächtiger Gott.
Du hast uns durch dein Wort
zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen.
Reinige uns durch dieses Opfer
und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Herr, unser Gott,
in der Freude auf das Osterfest
bringen wir unsere Gaben dar.
Hilf uns, gläubig und ehrfürchtig das Opfer zu feiern,
das der Welt Heilung schenkt und den Tod überwindet.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Fastensonntag
Du, Herr,
nimmst das Brot in deine Hand
und, wenn du es uns gibst, empfangen wir dich.
Nimmst du den Kelch in deine Hand und reichst ihn uns,
ist er für uns dein Blut.
Du hast mit deiner Liebe den Tod überwunden.
Dieses Geheimnis feiern wir.
Auf dem Weg zu dir.
Komm, unser Herr! – Amen.
Kehrvers.
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. (GL 615,5)
Guter Gott, wir kommen zu dir, um dir zu danken.
Du hast uns das Leben geschenkt
und alles, was unser Leben reich macht:
Freundschaft, Beziehung und Menschen, die uns nahe sind.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du uns neues,
unvergängliches ewiges Leben geschenkt.
Er ließ uns deine Herrlichkeit sehen,
denn durch ihn hast du den Tod überwunden.
Kehrvers
Er hat uns seinen Geist eingehaucht und lebendig gemacht.
Dein Geist wohnt nun in uns
und bestimmt unser Leben.
Kehrvers
Er hat uns die Hoffnung gegeben,
dass jeder, der an ihn glaubt, leben wird, auch wenn er stirbt,
und auf ewig nicht sterben wird.
Kehrvers
Für dieses neue Leben danken wir dir und preisen wir dich.
Wir stimmen ein in das Lob der Engel und Heiligen
und singen:
Danklied, z. B.: Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385, bes. 2. Str.)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Da er Mensch ist wie wir,
weinte er über den Tod seines Freundes,
da er Gott ist von Ewigkeit,
rief er Lazarus aus dem Grabe.
Er hat Erbarmen mit uns Menschen
und führt uns zum neuen Leben
durch die österlichen Sakramente.
Durch ihn preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Fastensonntag 5
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn erstehen die Kinder des Lichtes
zum ewigen Leben,
durch ihn wird den Gläubigen
das Tor des himmlischen Reiches geöffnet.
Denn unser Tod ist durch seinen Tod überwunden,
in seiner Auferstehung ist das Leben für alle erstanden.
Durch ihn preisen wir dich (in österlicher Freude)
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 2
Wenn Jesus uns auffordert, zum Vater zu beten, dann weiß er: wir brauchen Gott, wir brauchen Vertrauen zu einem liebenden Vater, an den wir uns wenden können, wenn wir Orientierung und Halt suchen. Deshalb hat er uns das Gebet gegeben, das uns immer und überall gemeinsam mit allen Christen und Gott verbindet.
Wir beten gemeinsam, wie Jesus es uns gelehrt hat:
Unsere Welt ist getrieben von Angst und Bedrohungen, von Not und Ungerechtigkeit. Wenn wir Gott um seinen Frieden bitten, dann spüren wir: Nichts, was in unserer Macht liegt, kann Frieden für diese Welt schaffen. Wir brauchen Gottes Wort, dass wir unsere kleinen Schritte gehen können, um wenigstens in unserem Umfeld friedvoll und gerecht miteinander leben zu können. Deshalb bitten wir:
Herr, schau nicht auf unsere Mutlosigkeit, auf unsere Versuche, alleine klar zu kommen, sondern sieh unsere Sehnsucht und unser Bemühen, auch dort, wo wir scheinbar nichts bewegen können. Schenke uns neuen Mut und neue Kraft und hilft uns, aufzustehen für Frieden und Gerechtigkeit.
Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch!
Christus spricht:
Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.
(Joh 11,25-26)
Du Gott
bist da
Mitten im Tod
dein Licht sehen
Mitten in der Nacht
deine befreiende Hand ergreifen
Mitten in der Gefangenschaft
deine Gerechtigkeit durchsetzen
Mitten im Unrecht
deine Güte kosten
Mitten im Bösen
deine Vergebung erfahren
Mitten in der Schuld
deinen Frieden weitergeben
Mitten im Hass
deine Liebe bezeugen
Mitten in der Welt
dir nachfolgen
Das ist es
wozu du uns rufst:
Mitten im Leben
du Gott mit uns
Allmächtiger Gott,
du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt.
Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,
dessen Mahl wir empfangen haben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist
durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Gütiger Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
durchdringe uns mit ihrer Kraft.
Sie vertiefe unseren Glauben,
mache stark unsere Hoffnung
und entzünde unsere Herzen zu Werken der Liebe.
Lass das göttliche Leben, das du uns geschenkt hast,
sich entfalten und Frucht bringen für das ewige Leben.
Darum bitten wir…
MB Schlussgebete zur Auswahl 10
Wenn wir durch den Schleier unserer Tränen
das Licht des anbrechenden Tages spüren
Wenn wir uns gegenseitig stützen
und an der Hand nehmen,
um uns Mut zu machen
neue Wege zu gehen
dann ruf uns aus dem Tod zum Leben
aus unserer Dunkelheit zu Licht.
Lass uns sehen
dass die Zeichen der Hoffnung
der Erneuerung
und des Aufbruchs
längst am Wegrand
die Kälte des Winters durchbrechen
Schenke ein neues Lied vom Leben,
das uns Mut macht
das Leben zu füllen
mit Vertrauen zu dir
und Tönen der Dankbarkeit
dass wir dich kennen
und an dein Wort glauben dürfen.
An dich,
dessen Macht die Mauer des Todes durchbricht
und uns Leben verheißt, das niemals endet. -Amen.
Gott,
die Anfänge sind dein
und am Ende vollendest du alles in deiner Liebe.
Wir danken dir für die Geschichten,
die von der Hoffnung erzählen,
und für die Beispiele,
die vom Leben singen.
Wir danken dir für deinen Geist.
Für die Woche, die vor uns liegt,
erbitten wir deinen Segen,
für die Menschen, die uns begegnen,
deinen Beistand.
Wenn wir uns treiben lassen,
sei du unser Anker,
wenn wir getrieben werden,
unsere Ruhe.
Über allem steht dein Wort:
Es werde Licht
In Christus, Anführer und Vollender
unseres Glaubens. - Amen.
Guter Gott,
du sendest uns in die neue Woche,
damit wir von der erlösenden Botschaft deines Sohnes künden.
Hilf uns, dass wir auch in den Dunkelheiten des Lebens nicht verzweifeln
und schenke uns die Kraft,
jeden kleinen Tag zu bestehen.
Lass durch uns sichtbar werden,
dass die Dunkelheit der Welt nicht den Sieg davonträgt.
Das erbitten wir durch Jesus Christus,
unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Unser Gott, der alle Grenzen überwindet,
er bleibe bei euch in dieser Woche
und in den Tagen des Leidens und der Freude der Auferstehung,
die vor uns liegen.
Er segne alle Höhen und Tiefen eures Lebens
und mache euch Mut zu Veränderungen,
wenn euer Leben dies erfordert.
Jetzt und alle Tage segne euch dazu der gütige und liebevolle Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. – Amen.
Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben
Und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat,
segne euch und mache euch bereit,
Gott und den Menschen zu dienen. – Amen.
Und Christus, der Herr,
der uns durch sein Sterben dem ewigen Tode entrissen hat,
stärke euren Glauben und führe eich zur unvergänglichen Herrlichkeit. - Amen.
Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung,
gebe er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit. – Amen.
Das gewähre euch der dreieinige Gott,
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
MB Vom Leiden des Herrn
Liebe Freundin und Schwester
Lieber Freund und Bruder
Gott unser Herr über Anfang und Ende
Gestern heute und morgen
Möge dir auf deiner großen Reise in die
Zukunft stets nahe sein
So sehr wir dich vermissen werden
Genauso wissen wir aber auch
Dass in den neuen Gegenden Gottes
In denen du nun leben und arbeiten wirst
Deine Güte dein Humor und deine
Sprache willkommen sein werden
Möge der Herr Krankheit und Gewalt von
Dir fern halten
Deine Gabe Feinde in Freunde zu
Verwandeln weiterhin segnen
Und dich in deiner Sanftmut bestärken
Möge er uns noch oft an deine
Freundlichkeit
Und deine Geduld erinnern
Und uns allen ein fröhliches Wiedersehen
Bescheren.
Hanns Dieter Hüsch
Eines Tages
wenn wir erwachen
wenn Gott kommt
ist alles neu.
Eines Tages
wenn am Stacheldraht
rote Rosen blühen,
wenn der lahme Mann
seinen Rollstuhl nach Hause schiebt,
wenn im Rohr der Rakete
Vögel nisten,
wenn Gott kommt, ist alles neu.
Eines Tages
wenn der Arme genug Brot in den Händen hält,
wenn der Stumme Worte der Liebe spricht,
wenn Grenzpfähle im Museum aufgebaut sind,
wenn Gott kommt
dann ist alles neu.
Eines Tages,
wenn der Blinde die Vögel am Himmel sieht,
wenn Trauernde voll Freude tanzen,
wenn sich Tote mit Leben füllen,
wenn Gott kommt, ist alles neu!
Lothar Zenetti
MENSCHEN ins LEBEN befreien
Nichts anderes
will Jesus von Nazareth
dazu
kam er zur Welt
um mit göttlicher Kraft
Menschen zum Leben zu verhelfen
Mögen die Verhältnisse
‚tödlich‘ scheinen
Er entbindet von Systemen
die Leben unterbinden
verbreitet Lebensduft
wo tödliche Fixierungen
zum Himmel stinken
lässt atmen
wo die Luft dick wird
Er öffnet
die Sinne für den SINN
ist Halt im Unfassbaren
einer Krise
die verunsichert
und nach Er-Lösung ruft
Was bedeutet AUFERSTEHUNG
JETZT
auch wenn es dauert
über drei Tage hinaus …?
© Sr. Maria Schlackl SDS
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Der Meister hatte mit seinen jungen Schülern einen Ausflug gemacht. Zur Rast setzen sie sich an das Ufer eines Flusses, das steil hinab ging. Einer der Schüler fragte: “Sag Herr, wenn ich nun abrutschen würde und in den Fluss falle, müsste ich dann ertrinken?”
“Nein” antwortete der Meister “Du ertrinkst nicht, wenn du in den Fluss fällst – du ertrinkst nur dann, wenn du drin bleibst.”
Aus: Anthony de Mello, Gib deiner Seele Zeit: Inspiration für jeden Tag. HERDER spektrum.
Der Tod sitzt vor der Stadtmauer und wartet. Ein Gelehrter kommt vorbei, setzt sich zu ihm und fragt: „ Was tust du hier?“
Der Tod antwortet: „Ich geh jetzt in die Stadt und hole mir 100 Menschen.“
Der Gelehrte rennt in die Stadt und ruft aufgeregt: „ Der Tod wird kommen und 100 Menschen mitnehmen!“ Daraufhin rennen alle Menschen panisch in ihre Häuser und sperren sich über viele Wochen ein, 5000 Menschen sterben.
Als der Gelehrte die Stadt verlässt, sitzt Der Tod immer noch dort und der Gelehrte sagt zornig: „Du wolltest 100 Menschen holen, es waren aber 5000!“
Der Tod antwortete: „Ich hab 100 geholt, Kranke und Alte, wie jede Woche. Den Rest hat die Angst geholt, für die du zuständig bist!“
Robert Nyffenegger
Im Bauch einer schwangeren Frau sind drei Embryonen. Einer davon ist ein kleiner Gläubiger, einer ein kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.
Der kleine Zweifler fragt die anderen: Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?
Der kleine Gläubige: Ja klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.
Der kleine Skeptiker: Blödsinn, das gibt es nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?
Der kleine Gläubige: Das weiß ich auch nicht so genau. Es wird viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.
Der kleine Skeptiker: So ein Quatsch. Herumlaufen, das geht doch nicht. Und mit dem Mund essen, was für eine seltsame Idee. Es gibt doch nur die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon viel zu kurz ist.
Der kleine Gläubige: Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles ein bisschen anders werden.
Der kleine Skeptiker: Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben hier ist nichts als Quälerei. Und dunkel.
Der kleine Gläubige: Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.
Der kleine Skeptiker: Mutter! Du glaubst an eine Mutter? Wo ist die denn bitte?
Der kleine Gläubige: Na hier, überall, um uns herum. Wir sind in ihr und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.
Der kleine Skeptiker: Quatsch. Von einer Mutter habe ich ja noch nie etwas gemerkt, also gibt es sie auch nicht.
Der kleine Gläubige: Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt.
Der kleine Zweifler fragt: Und wenn es also ein Leben nach der Geburt gibt, wird der kleine Skeptiker dann bestraft, weil er nicht daran geglaubt hat?
Der kleine Gläubige: Das weiß ich nicht so genau. Vielleicht kriegt er einen Klaps, damit er die Augen aufmacht und das Leben beginnen kann.
Verfasser unbekannt
Es geschah im 19. Jahrhundert, dass ein Mann einen polnischen Rabbi besuchte. Als der Besucher sah, dass die Wohnung des Rabbi aus einem einzigen Zimmer bestand, in dem sich nur Bücher, ein Tisch und eine Bank befanden, fragte er verwundert. „Rabbi, wo haben Sie Ihre Möbel?“
„Wo haben Sie Ihre?“ erwiderte der Rabbi.
„Meine?“ fragte der verblüffte Fremde. „Aber ich bin doch nur zu Besuch hier. Ich bin auf der Durchreise.“
„Ich auch“, sagte der Rabbi.
Jüdische Legende,Verfasser unbekannt
Es ist Ostern. Lasst uns in Freude einander umarmen. Es ist Ostern. Die Erlösung von Schmerz und Tod.
Aus dem Grab wie aus dem Palast hervorleuchtend, hat Christus die Frauen mit Freude erfüllt, da er sagt: "Verkündigt es den Jüngern! "
Es ist der Tag der Auferstehung. Lasst uns durchstrahlt werden vom Jubel und einander umarmen! Lasst uns, ihr Brüder, Bruder sagen auch zu denen, die uns hassen!
Verzeihen wir uns alles um der Auferstehung willen und rufen wir: "Christus ist auferstanden vom Tode, durch seinen Tod hat er den Tod überwunden!
Osternachtsgesang der Ostkirche
auf der suche
nach ostern
leben entdecken
wo
unverhofft
unerwartet
neues aufbricht
auf der suche
nach ostern
grenzen durchbrechen
wo
sehnsuchtsvoll
ungläubig
horizonte sich weiten
auf der suche
nach ostern
starres bewegen
wo
lebendig
phantasievoll
undenkbares geschieht
auf der suche
nach ostern
die zeichen
der AUFERSTEHUNG
um mich
entdecken
und
saatrillen
der hoffnung
ziehen
in geöffneten grund
Verfasser unbekannt
Uns oin is die Zeit zu gehen bestimmt
Wie a Blattl trogn vom Wind
Geht's zum Ursprung zruck als Kind
Wenn des Bluat in deine Adern gfriert
Wie dei Herz aufhört zum Schlogn
Und du aufi zu die Engerl fliagst
Dann hob ka Angst und loss di anfoch trogn
Weil es gibt was nach dem Lebm,
Du wirst scho segn
Amoi seg ma uns wieder
Amoi schau i a von obm zua
Auf meine oitn Tag leg i mi dankend nieder
Und moch für olle Zeitn meine Augen zua
Ois wos bleibt ist die Erinnerung
Und schön langsam wird da kloar
Dass nix mehr is wias woar
Dann soll die Hoffnung auf a Wiedesehn
Mir die Kroft in mein Herzschlog legn
Um weiter zu lebm
Amoi seg ma uns wieder
Amoi schau i a von obm zua
Auf meine oitn Tag leg i mi dankend nieder
Und moch für olle Zeitn meine Augen zua
A Liacht sui da leichtn bis in die Ewigkeit
Zur Erinnerung an dei Lebenszeit
Amoi sehn ma uns wieder
Amoi schau i a von obm zua
Auf meine oitn Tag leg i mi dankend nieder
Und moch für olle Zeitn meine Augen zua
Quelle: Musixmatch
Songwriter: Andreas Gabalier
Songtext von Amoi seg' ma uns wieder © Alpenpop Deutschland Ed., Stall Records Tonstudio Betriebs Gmbh, Bmg Klanggold Oesterreich, Edition Stall
Andreas Gabalier: Amoi seg'n ma uns wieder (live) auf Youtube
Nichts anderes
will Jesus von Nazareth
dazu
kam er zur Welt
um mit göttlicher Kraft
Menschen zum Leben zu verhelfen
Mögen die Verhältnisse
‚tödlich‘ scheinen
Er entbindet von Systemen
die Leben unterbinden
verbreitet Lebensduft
wo tödliche Fixierungen
zum Himmel stinken
lässt atmen
wo die Luft dick wird
Er öffnet
die Sinne für den SINN
ist Halt im Unfassbaren
einer Krise
die verunsichert
und nach Er-Lösung ruft
Was bedeutet AUFERSTEHUNG
JETZT
auch wenn es dauert
über drei Tage hinaus …?
© Sr. Maria Schlackl SDS
https://salvatorianerinnen.at/engagement/verkuendigen-als-frau-in-der-kirche/lebensimpulse-sms/
Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.
Nur das Gewohnte ist um uns.
Keine Fata Morgana von Palmen
Mit weidenden Löwen
Und sanften Wölfen.
Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken
Ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.
Und dennoch leicht
Und dennoch unverwundbar
Geordnet in geheimnisvolle Ordnung
Vorweggenommen in ein Haus aus Licht.
Marie Luise Kaschnitz in: Georg Langenhorst, Gedichte zur Bibel. Texte – Interpretationen – Methoden. Ein Werkbuch für Schule und Gemeinde. Kösel Verlag, München 2001.
Glauben Sie fragte man mich
An ein Leben nach dem Tode
Und ich antwortete: ja
Aber dann wusste ich
Keine Antwort zu geben
Wie das aussehen sollte
Wie ich selber
Aussehen sollte
Dort
Ich wusste nur eines
Keine Hierarchie
Von Heiligen auf goldnen Stühlen sitzend
Kein Niedersturz Verdammter Seelen
Nur
Nur Liebe frei geworden
Niemals aufgezehrte
Mich überflutend
Kein Schutzmantel starr aus Gold
Mit Edelsteinen besetzt
Ein spinnwebenleichtes Gewand
Ein Hauch
Mir um die Schultern
Liebkosung schöne Bewegung
Wie einst von tyrrhenischen Wellen
Wie von Worten die hin und her
Wortfetzen
Komm du komm
Schmerzweb mit Tränen besetzt
Berg-und-Tal-Fahrt
Und deine Hand
Wieder in meiner
So lagen wir lasest du vor
Schlief ich ein
Wachte auf
Schlief ein
Wache auf
Deine Stimme empfängt mich
Entlässt mich und immer
So fort
Mehr also fragen die Frager
Erwarten Sie nicht nach dem Tode?
Und ich antworte
Weniger nicht.
Marie-Luise KASCHNITZ: Ein Leben nach dem Tode, in: Gesammelte Werke in sieben Bänden. Bd. 5: Die Gedichte. Insel Verlag, Frankfurt/M. 1985.
Der für Palmsonntag vorgeschlagene Abschnitt aus dem Evangelium nach Johannes gehört zu einem Bericht, der mehr als 1900 Jahre alt ist.
Eu-Angelion - das griechische Wort für „Gute Botschaft“ oder „Evangelium“ wurde im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung von einem ehemaligen Fischer mit Namen Johannes geschrieben, etwa 35 Jahre nach dem Entstehen der ersten Versammlungen von Menschen, die einen Christus verehren. Christus heißt „Gesalbter“ und bedeutet „Gesandter Gottes“. Fünfunddreißig Jahre lang haben Freunde dieses Jesus anderen Menschen von den Reden und Taten eben dieses Jesus mit dem Zusatz Christos erzählt. An vielen Orten ist die Gute Nachricht gesagt worden. Die Menschen hofften auf eine versprochene Wiederkunft dieses Jesus. Dann starben immer mehr Augen- und Ohrenzeugen, die irgend etwas von Jesus gehört oder gesehen hatten. Deshalb haben einige aufgeschrieben, was sie mit Jesus erlebt haben und was er gepredigt hat von Gott.
Johannes hat Reden notiert, an die er sich erinnert hat – nach fünfunddreißig Jahren. Wissen Sie noch, was Sie vor fünfunddreißig Jahren gehört haben? Vielleicht war es eine Rede eines Politikers, eine Predigt? Oder irgendetwas Besonderes im eigenen Leben…
Johannes stellt in diesem Abschnitt zunächst die beteiligten Menschen vor. - Da sind zunächst Menschen, die gehört haben „Jesus kommt in unsere Stadt!“ Andere Menschen haben gehört und gesehen, dass dieser Jesus einen bereits gestorbenen Menschen mit Namen Lazarus von den Toten auferweckt hat. Sie waren Augen- und Ohrenzeugen gewesen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die dritte Gruppe von Menschen waren Männer, die immer wieder in den Heiligen Schriften lasen und die Überlieferungen weitergaben. Sie nannten sich Pharisäer und waren ernsthaft bemüht, die überlieferten Gesetze der Geschichte Israels mit Gott streng zu beachten.
Eine vierte Gruppe von Menschen waren Fremde aus Griechenland. Johannes erinnert in seinem Bericht, dass einer der ersten Jünger Jesu mit Namen Philippus angesprochen wurde mit den Worten „Herr, wir wollen Jesus sehen!“ Philippus spricht mit Andreas, der wie Johannes ein ehemaliger Fischer auf dem See Genezareth war. Beide bringen das Anliegen vor Jesus.
Die Antwort auf das Anliegen der Fremden aus Griechenland schildert Johannes in der Erinnerung so: Jesus sagt (Vers 13) „Jetzt wird der Menschensohn verherrlicht!“ - „Der Menschensohn“ ist eine Gestalt aus dem Buch des Propheten Daniel im 7. Kapitel. Die Erinnerungen des Johannes ergänzen die Worte Jesu.
Mitten in die ersten Begegnungen der vielen Menschen mit dem Mann auf einem Esel legt der Schreiber Johannes die Erzählung vom sterbenden Weizenkorn, ohne dessen Sterben kein neuer Weizen heranwächst! - Das ist ein Schock für alle, die in Jesus Erwartungen setzen. An einen König Israels, an einen Heerführer und ein prachtvolles Königreich! Die „Hosanna“-Rufe bedeuten „Herr, hilf!“. Ein König auf einem Esel! Ohne ein Heer! Manche derjenigen, die zum ersten Mal Jesus begegnen, sehen Zweifel bestätigt!
Was sagt dieser Wundertäter und Geschichtenerzähler Jesus noch? - Für Johannes ist die Erinnerung 35 Jahre nach seiner dreijährigen Gemeinschaft klar: Die Herrlichkeit beginnt mit dem Sterben. Nur wenn Eigensüchte eines Menschen ersterben, dann kann wie bei einem Weizenkorn etwas Neues entstehen. Das gilt für den, der in Jerusalem auf einem Esel einzieht, der den Titel Menschensohn in Anspruch nimmt, zunächst für sein eigenes Leben. Doch auch für jeden, der ihm nachfolgen will, ihm dienen will, gilt das. Wem das eigene Ich unendlich wertvoll erscheint und wer diesen menschlichen Ruhm unbedingt behalten will, wird dieses Leben verlieren.
Jesus stellt dem Leben nach den Werten dieses irdischen Lebens das Leben nach Werten aus der Ewigkeit gegenüber. Gott selbst wird als Vater jeden Menschen ehren, der Jesus nachfolgt.
Nach dieser Gegenüberstellung fügt Johannes aus seiner Erinnerung einen emotionalen Satz ein. Jesus sagt: „Ich habe Angst!“ Jesus führt aus, warum. Er zeigt seine Angst, die Mission, seine Sendung zum Sterben aufzugeben. Doch sein öffentliches Nachdenken, Gott zu bitten, auf dieses Sterben zu verzichten, ist nur kurz. Das Bild des Weizenkorns ist für ihn und seine dienenden Nachfolger Entscheidung. Er setzt den Weg der Demut und des Dienens bis zum Tod fort.
Die Erstbegegnung vieler Menschen mit Jesus beim Einzug in Jerusalem ähnelt den Begegnungen der Menschen heute.
Die einen begegnen Jesus das erste Mal, die anderen erleben das Handeln Gottes als Augen- und Ohrenzeugen. Andere wieder haben nur von Jesus gehört. Sie bekommen Gelegenheit wie die Fremden aus Griechenland.
Jesus gab und gibt mit seinem Bild vom ersterbenden Weizenkorn eine Antwort für alle, die an einer Beziehung zu ihm interessiert sind, die ihm nachfolgen. Wer ihm nachfolgt, wird in den Folgebegegnungen die Wahrheit des Jesus-Wortes erleben: Gott der Vater verherrlicht Jesus mit seinem Weg in den Tod und der darauffolgenden Auferstehung. Jede Frau und jeder Mann, der dem auferstandenen Jesus zum ersten und wiederholten Mal begegnet und in einer dauernden Beziehung lebt, hat ein von Ewigkeitswerten bestimmtes Leben schon hier und jetzt.
Martin Oberkinkhaus 2023.
Konfrontation Krankheit
mehr noch
sterbenskrank sein
Fassungslosigkeit
Hilflosigkeit
Verleugnung
Tränen
Wut
Sprachlosigkeit
Angst
Schmerz
Familie ins Boot holen
und
Freunde
Stockstarre
Ungläubigkeit
Lähmung
bei allen
„Der/die ich liebe,
dem Tode geweiht?
Das kann, das darf, nicht sein.“
alles tun -
um jede Hilfe ringen
„Kommt,
schenkt doch Hoffnung.“
doch dann ist er da
der TOD
unweigerlich
und
für immer???
oder
ist da einer
dem ich vertraue
vertraue
über den Tod hinaus???
auf dessen Wort ich vertrauen will
darauf
dass ich
mit und durch ihn
die Herrlichkeit
der Auferstehung
finden werde
dass er auch für mich
den Stein des Grabes
weg nimmt
und
mich bei meinem Namen
in ein neues Leben ruft
glaube ich das???
„JA,
Herr,
ich glaube,
dass DU der
CHRISTUS bist,
der Überwinder
von Leid und Tod.“
Beatrix Senft 2023
das riecht nicht mehr nach LEBEN
Steig aus
aus deinem Gedankenkarussell
ehe es dich „ins Grab bringt“
Steig heraus
aus einem Gebundensein
das dein Leben unterbindet
Gib Raum
deinen unterdrückten Gefühlen
gib ihnen Sprache
und Frischluft
Tödliche Bindungen lösen …
ich will dich
von ihnen er-lösen
mischt sich Jesus
kraftvoll ein
Komm heraus!
Eine Ahnung von Auferstehung …?
© Sr. Maria Schlackl SDS
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Wer glaubt wird leben!
Wer glaubt denn das
noch – heute?
Jesus, der von sich sagt:
Ich bin die Auferstehung und das LEBEN,
er kann herausführen
aus verworrenen Lebensgeschichten,
aus dem Dunkel der Verzweiflung,
aus tiefstem Schmerz und Leid
Ich habe es selbst erfahren
Das INNERSTE
es wird wieder lebendig
in der Beziehung
mit dem LEBENDIGEN
Lass dich herausführen
aus todbringenden Verhaltensmustern
in die Weite des Lebens
Deines LEBENS
© Sr. Maria Schlackl SDS
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Ein Vierjähriger brachte seinen Vater in der Kirche inmitten einer Trauung mit einer ernsten Frage in Verlegenheit. Sacha fragte laut: "Warum ist der Mann (am Kreuz) tot?" Der Vater, ein bekannter Schauspieler, gab die Geschichte in einer Boulevardzeitschrift wieder. Er erklärte, das Schlimmste für ihn sei nicht gewesen, dass sein Junge laut gefragt habe, sondern dass er nicht gewusst habe, was er antworten solle. Er ging jedoch auf das Risiko ein und ließ das Gespräch seinen Lauf nehmen. Zunächst schien sich die Situation zu verschlimmern.
"Weißt du, Sacha, der Mann ist tot, weil die Menschen ihn nicht verstanden haben."
"Das ist doch kein Grund, Papa!"
"Ich weiß, Liebling, aber dort wo Menschen zugange sind, kann man auch Gemeinheiten finden."
"Was?"
"Die Menschen sind nicht immer nett zueinander. Aber keine Sorge, er lebt wieder."
Sobald er dies gesagt hatte, wünschte sich der Vater, wie er zugibt, er hätte es nicht gesagt. Sein Sohn antwortete:
"Man kann sterben und wieder leben?"
"Nein. Liebling, nur er."
"Warum er und nicht ich?"
"Sacha, warum glaubst du, dass der Mann starb und dann nicht mehr tot war?"
Sacha dachte eine Weile nach.
"Weil er noch nicht fertig war mit dem, was er zu sagen hatte.!
Elaine Champagne, Spiritualität aus dem Munde der Kinder und Säuglinge, in Concilium, Internationale Zeitschrift für Theologie, Dezember 2007, 43 Jahrgang / Heft 5, S 572, Stichting Concilium, Erasmusplein 1, 6525 HT Nijmegen, Niederlande Martin Laroque, Jésus, Sacha et Moi, in Entfants Québec 18 (2006/6) 96

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die erste Lesung stammt aus dem Buch des Propheten Ezechiel und ist Teil einer der theologisch bedeutendsten Visionen des Alten Testaments. Die prophetische Schau, zu der Ezechiel von Gott geführt wird, beschreibt die Wiederbelebung ausgetrockneter Gebeine. Diese leblosen Knochen stehen da als Bild für das gleichsam leblose Volk Israel. Durch seinen Geist verleiht der Herr diesen Knochen nun neues Leben. - Ein Text voller Hoffnung, ein grossartiges Bekenntnis zum Leben schaffenden Gott.
Das Buch Ezechiel wurde wohl in den Jahren 594 - 560 v. Chr. im babylonischen Exil geschrieben. Der vorliegende Abschnitt deutet die vorausgegangene Vision von der Wiederbelebung der Toten ("So spricht Gott, der Herr zu deinen Gebeinen ... Ich überziehe euch mit Haut und hauche euch Atem ein, damit ihr lebendig werdet!" Ez 37,5a und 6b).
Das Volk Israel befindet sich im Exil. Als von der Heimat abgeschnittenes Volk ist es ohne Hoffnung, es ist so gut wie gestorben und begraben. Der Gott Israel aber will, daß es lebt. Er holt sein Volk aus dem Grab der Verbannung und Hoffnungslosigkeit heraus und führt es in die Heimat zurück.
Später wurde in diesem Text auch ein Hinweis auf die Auferstehung der Toten gesehen.
Wir haben es mit einem visionären Vorgang zu tun, der auf das Haus Israel gedeutet wird. Zuvor spricht der Prophet prophetisch über Gebeine, die er in einer Ebene liegen sieht, damit sie sich zusammenfügen, mit Fleisch und Haut überzogen und folglich wieder lebendig werden. Sogar aus den Gräbern kommen sie hervor. Es entspricht spätjüdischer und neutestamentlicher Auferstehungsvorstellung. Den christlichen Auferstehungsglauben nimmt Ezechiel jedoch nicht vorweg. Es bleibt beim Bild der Wiederherstellung des Volkes.
Im AT ist den Toten nur ein schattenhaftes Dasein in der Unterwelt beschieden. Erst ab dem 2. Jhdt. v. Chr. findet sich die Auferstehungserwartung im Judentum.
Die Stelle zeigt, die Wiederbelebung der Toten durch Jahwe ist immer möglich. Nur die reale Erwartung ist etwas anderes.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive