Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Deuteronomium.
Mose sprach zum volk:
Du sollst an den ganzen Weg denken,
den der HERR, dein Gott,
dich während dieser vierzig Jahre in der Wüste geführt hat,
um dich gefügig zu machen und dich zu prüfen.
Er wollte erkennen, wie du dich entscheiden würdest:
ob du seine Gebote bewahrst oder nicht.
Durch Hunger hat er dich gefügig gemacht
und hat dich dann mit dem Manna gespeist,
das du nicht kanntest
und das auch deine Väter nicht kannten.
Er wollte dich erkennen lassen,
dass der Mensch nicht nur von Brot lebt,
sondern dass der Mensch von allem lebt,
was der Mund des HERRN spricht.
Nimm dich in Acht,
dass dein Herz nicht hochmütig wird
und du den HERRN, deinen Gott, nicht vergisst,
der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat;
der dich durch die große und Furcht erregende Wüste geführt hat,
durch Feuernattern und Skorpione,
durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab;
der für dich
Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ;
der dich in der Wüste mit dem Manna speiste,
das deine Väter noch nicht kannten.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Jerusalem, rühme den Herrn! - Kv
Oder: Halleluja
Oder: GL 78,1
Jerusalem, rühme den HERRN! *
Zion, lobe deinen Gott!
Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, *
die Kinder in deiner Mitte gesegnet. - Kv
Er verschafft deinen Grenzen Frieden, *
er sättigt dich mit bestem Weizen.
Er sendet seinen Spruch zur Erde, *
in Eile läuft sein Wort dahin. - Kv
Er verkündet Jakob sein Wort, *
Israel seine Gesetze und seine Entscheide.
An keinem anderen Volk hat er so gehandelt, *
sie kennen sein Recht nicht. - Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen,
nicht Teilhabe am Blut Christi?
Ist das Brot, das wir brechen,
nicht Teilhabe am Leib Christi?
E i n Brot ist es. Darum sind wir viele e i n Leib;
denn wir alle haben teil an dem einen Brot.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
(Vor dem Ruf vor dem Evangelium kann die Sequenz eingefügt werden.
Sie wird entweder ganz genommen oder in ihrer Kurzform, beginnend mit * Seht das Brot.)
Deinem Heiland, deinem Lehrer,
deinem Hirten und Ernährer,
Zion, stimm ein Loblied an!
Preis nach Kräften seine Würde,
da kein Lobspruch, keine Zierde
seinem Ruhm genügen kann.
Dieses Brot sollst du erheben,
welches lebt und gibt das Leben,
das man heut den Christen weist.
Dieses Brot, mit dem im Saale
Christus bei dem Abendmahle
die zwölf Jünger hat gespeist.
Laut soll unser Lob erschallen
und das Herz in Freude wallen,
denn der Tag hat sich genaht,
da der Herr zum Tisch der Gnaden
uns zum ersten Mal geladen
und dies Mahl gestiftet hat.
Neuer König, neue Zeiten,
neue Ostern, neue Freuden,
neues Opfer allzumal!
Vor der Wahrheit muss das Zeichen,
vor dem Licht der Schatten weichen,
hell erglänzt des Tages Strahl.
Was von Christus dort geschehen,
sollen wir fortan begehen,
seiner eingedenk zu sein.
Treu dem heiligen Befehle
wandeln wir zum Heil der Seele
in sein Opfer Brot und Wein.
Doch wie uns der Glaube kündet,
der Gestalten Wesen schwindet,
Fleisch und Blut wird Brot und Wein.
Was das Auge nicht kann sehen,
der Verstand nicht kann verstehen,
sieht der feste Glaube ein.
Unter beiderlei Gestalten
hohe Dinge sind enthalten.
in den Zeichen tief verhüllt.
Blut ist Trank und Fleisch ist Speise,
doch der Herr bleibt gleicherweise
ungeteilt in beider Bild.
Wer ihm nahet voll Verlangen,
darf ihn unversehrt empfangen,
ungemindert, wunderbar.
Einer kommt und tausend kommen,
doch so viele ihn genommen,
er bleibt immer, der er war.
Gute kommen, Böse kommen,
alle haben ihn genommen,
die zum Leben, die zum Tod.
Bösen wird er Tod und Hölle,
Guten ihres Lebens Quelle,
wie verschieden wirkt dies Brot!
Wird die Hostie auch gespalten,
zweifle nicht an Gottes Walten,
dass die Teile das enthalten,
was das ganze Brot enthält.
Niemals kann das Wesen weichen,
teilen lässt sich nur das Zeichen,
Sach und Wesen sind die gleichen,
beide bleiben unentstellt.
* Seht das Brot, die Engelspeise!
Auf des Lebens Pilgerreise
nehmt es nach der Kinder Weise,
nicht den Hunden werft es hin!
Lang im Bild wars vorbereitet:
Ísaak, der zum Opfer schreitet;
Osterlamm, zum Mahl bereitet;
Manna nach der Väter Sinn.
Guter Hirt, du wahre Speise,
Jesus, gnädig dich erweise!
Nähre uns auf deinen Auen,
lass uns deine Wonnen schauen
in des Lebens ewigem Reich!
Du, der alles weiß und leitet,
uns im Tal des Todes weidet,
lass an deinem Tisch uns weilen,
deine Herrlichkeit uns teilen.
Deinen Seligen mach uns gleich!
Lobe, Zion, deinen Hirten;
dem Erlöser der Verirrten
stimme Dank und Jubel an.
Lass dein Lob zum Himmel dringen;
ihn zu rühmen, ihm zu singen,
hat kein Mensch genug getan.
Er ist uns im Brot gegeben,
Brot, das lebt und spendet Leben,
Brot, das Ewigkeit verheißt,
Brot, mit dem der Herr im Saale
dort beim österlichen Mahle
die zwölf Jünger hat gespeist.
Lobt und preist, singt Freudenlieder;
festlich kehrt der Tag uns wieder,
jener Tag von Brot und Wein,
da der Herr zu Tisch geladen
und dies heilge Mahl der Gnaden
setzte zum Gedächtnis ein.
Was bei jenem Mahl geschehen
sollen heute wir begehen
und verkünden seinen Tod.
Wie der Herr uns aufgetragen,
weihen wir, Gott Dank zu sagen,
nun zum Opfer Wein und Brot.
* Seht das Brot, der Engel Speise,
Brot auf unsrer Pilgerreise,
das den Hunger wahrhaft stillt.
Abrams Opfer hats gedeutet,
war im Manna vorbereitet,
fand im Osterlamm sein Bild.
Guter Hirt, du Brot des Lebens,
wer dir traut, hofft nicht vergebens,
geht getrost durch diese Zeit.
Die du hier zu Tisch geladen,
ruf auch dort zum Mahl der Gnaden
in des Vaters Herrlichkeit.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
Ich bin das lebendige Brot,
das vom Himmel herabgekommen ist.
Wer von diesem Brot isst,
wird in Ewigkeit leben.
Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch
für das Leben der Welt.
Da stritten sich die Juden
und sagten:
Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen,
ich sage euch:
Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst
und sein Blut nicht trinkt,
habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,
hat das ewige Leben
und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise
und mein Blut ist wahrhaft ein Trank.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt,
der bleibt in mir
und ich bleibe in ihm.
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat
und wie ich durch den Vater lebe,
so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist.
Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben,
sie sind gestorben.
Wer aber dieses Brot isst,
wird leben in Ewigkeit.
(Lektionare 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das Johannesvangelium ist das jüngste Evangelium und etwa um 100 n.Chr. entstanden. Schon beim ersten Lesen fällt der ganz andere Stil auf, in dem dieses Evangelium geschrieben ist: Noch weniger als bei den anderen Evangelien wird hier versucht, den Lebensweg Jesu nachzuerzählen. Das Johannesevangelium kreist vielmehr um die Frage: "Wer ist dieser Jesus für uns, die Johannesgemeinde?" In immer neuen Wendungen einer meditativen Sprache tastet sich der Verfasser an dieses Geheimnis heran. Die Leser vollziehen die Suche mit und erleben gleichzeitig, daß Christus immer größer als die Bilder bleibt, mit denen er erfaßt werden soll. Dieses Evangelium, das auf den ersten Blick so schwierig erscheint, hat den kleinsten Wortschatz im NT – etwas mehr als tausend Worte! Dafür sind viele "große Worte": Licht, Leben, Weg, Wort, Auferstehung, - oder, wie im heutigen Evangelium, "Brot", "Fleisch", "Welt". Diese Worte werden wiederholt, erklärt, in einem neuen Zusammenhang wieder aufgegriffen und mit neuer Bedeutung gefüllt.
Das Johannesevangelium erzählt im Gegensatz zu den anderen Evangelien nur sieben Wunder Jesu ("Zeichen" genannt), die nach Meinung des Verfassers besonders "bezeichnend" für das Geheimnis der Person Jesu sind. Anschließend werden diese Zeichen in langen Redeteilen gedeutet. Joh 6,51-58 ist der zweite Teil einer solchen Rede, die das Zeichen von der wunderbaren Brotvermehrung ausdeutet: Sie ist ein Bild für das, was die Eucharistie in Wahrheit ist und was sie bewirkt.
Jesus sagt von sich "Ich bin das Brot des Lebens". Wer nun dieses Brot ißt, wird "leben in Ewigkeit". Das ist nicht nur eine zeitliche Aussage ("unbegrenzt lange leben"), sondern eine qualitative, "leben in der Art, wie es der Ewige tut". Warum kann Jesus, das Brot, zu einem solchen Leben verhelfen? Jesus nennt das Brot provozierend "Fleisch". Die Johannesgemeinde versteht diesen Begriff eigentlich negativ (sündig, unrein, verweslich, gottfern). Um so aufregender ist es, daß schon in Joh 1:1 heißt: "das Wort ist Fleisch geworden": Nur der versteht Jesus richtig, der ihn ganz und gar in seinem Menschsein wahrnimmt. Nur wer glaubt, daß Gott auch die "letzten Winkel" des Menschseins angenommen hat, erlebt (schon jetzt ansatzhaft) das verheißene "ewige" Leben in Fülle.
Die Eucharistie, so Johannes, vergegenwärtigt aber nicht nur die Versöhnung, die in der Menschwerdung Jesus geschehen ist. Durch die mehrfache Wiederholung des Wortes "Blut" wird auf den Tod Jesu angespielt, der als Hingabe für "das Leben der Welt" bezeichnet wird.
Die Worte dieser Rede machen das Geheimnis der Eucharistie nicht begreiflicher, sondern verdeutlichen eher, daß sich seine Bedeutung unserem Zugriff entzieht und daß jede Erklärung die Tür zu einer neuen Frage auftut. Wer nach dem Lesen "nichts verstanden" hat und zu staunen beginnt, bei dem hat der Verfasser des Johannesevangeliums sein Ziel erreicht.
Das 6. Kapitel des Johannesevangeliums beginnt mit der Erzählung von der wunderbaren Speisung einer großen Volksmenge am See von Tiberias. Jesus gibt den Menschen, die ihm folgen, zu essen, daraufhin verfolgen sie ihn weiter. Aus dem Dialog mit den Leuten beginnt die sogenannte "Brotrede", in der sich Jesus als das Brot des Lebens offenbart. Vom Vater gesandt ist er Brot für das Leben des ganzen Kosmos. Die Reaktion der Zuhörer ist ablehnend: sie murren. Die Antwort des Evangelisten darauf ist der Verweis, daß der Zugang zu diesem Geheimnis nur im Glauben möglich ist: "Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben." (Joh 6,47)
In Joh 6,51 wird von der Brotrede zur Eucharistierede übergeleitet. Anstatt wie bisher vom "Brot des Lebens" ist jetzt vom "lebendigen Brot" die Rede, was den Blick von der Person Jesus weg stärker auf das Brotsymbol lenkt. Auch in der Akzentverschiebung vom Brot, das vom Vater gegeben wird, hin zu dem Brot, in dem Jesus selbst sein Fleisch gibt, wird deutlich, daß sich hier die Abendmahlstradition durchsetzt.
Schnittpunkt Eucharistie
In der Eucharistierede Joh 6,52-59 ist eine verfestigte eucharistische Redeweise erkennbar, die auch Abhängigkeit von einem tradierten Einsetzungsbericht erkennen läßt.
Anstelle von "Leib" verwendet Johannes "Fleisch", eine Klarstellung gegenüber Strömungen, die versuchten Leben und Tod Jesu und damit auch das Leben der Kirche in eine reine geistige Sphäre abzuschieben.
Wie in der paulinischen Abendmahlstradition ist hier auch festgehalten, daß die Selbsthingabe Jesu für jemanden geschieht, in dieser Aussage: für das Leben des ganzen Kosmos. Die Abendmahlstradition und das johanneische Verständnis des Heilsgeschehens sind hier ganz eng verknüpft.
Joh 6,52 berichtet von einem Streit, der durch ein Mißverständnis der eucharistischen Deuteworte "Das ist mein Leib - Das ist mein Blut" entstanden ist. Interessant ist, daß nicht versucht wird zu erklären, wie das gemeint ist, sondern daß das christliche Verständnis in unverminderter Schärfe wiederholt wird. Den Heilstod Jesu und seine Gegenwart in den Gaben von Brot und Wein kann nicht einmal ein Evangelist erklären, Johannes versucht es auch gar nicht. Der Schreiber des Johannesevangeliums geht davon aus, daß es sich dem, der sich auf den Glauben einläßt, ohnehin selbst erschließt. Derjenige, der dem christlichen Glauben ablehnend gegenübersteht, wird auch mit der größten Verstandesleistung keinen Zugang finden. Glaube ist im 4. Evangelium kein Wissen, das gelernt werden kann, sondern ein Prozeß, in den man einsteigen muß und der erst im Gelebtwerden seine Dynamik gewinnt.
Mit der Entscheidung, sich auf das Glauben einzulassen, tritt der Mensch in den Bereich des Lebens ( griechisch: Zoé) ein, der über das bloß biologische Leben (griechisch: Bíos) hinaus reicht in das ewige Leben bei Gott, die Gemeinschaft mit Jesus Christus. Deutlichster Ausdruck dieses In-Gemeinschafttretens ist das Mahl. Im Essen der eucharistischen Gaben, des Leibes und Blutes Jesu, ist das nicht nur symbolisch angedeutet, sondern wird real vollzogen.
Schnackenburg beschreibt den Inhalt dieses 6. Kapitels des Joh als Höhepunkt von Jesu Wirken in Galiläa. Wichtigste Aussage dieser Perikope ist jene "Ich bin”-(das Brot des Lebens)-Formel (Vers 51), mit der auch das Evangelium des 19. Sonntags geschlossen hat.
Seit der Väterzeit werden diese Verse überwiegend eucharistisch ausgelegt. Damit lässt der Evangelist das Wirken und Reden Jesu stringent verlaufen bis in die Testamentseröffnung im Abendmahlssaal von Jerusalem. Soll heißen: Wer Jesu Gebot beim Letzten Abendmahl ("Tut dies zu meinem Gedächtnis") erfüllt und Eucharistie feiert, feiert nicht einfach nur sein Gedächtnis, sondern das gesamthafte, auch Leiden und Tod Jesu beinhaltende Heils- und Erlösungswirken Gottes, das unter den eucharistischen Gestalten von Brot (und Wein) präsent wird. Wer an diesem Mahl teilnimmt, hat dann auch Anteil an diesem Erlösungswirken: "Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit." Für Johannes war klar, dass das schwer zu fassen ist - stellvertretend für die vielen Zweifler lässt er die Juden sagen: "Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?"
Die Aufforderung Jesu, sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken, hat bereits zu seiner Zeit Menschen abgestoßen und kann auch heute irritieren. Auf geistig-geistlicher Ebene wird mit diesen Bildern jedoch ein Problem angesprochen, das heute hoch aktuell ist: Wie gesund ernähren wir uns - leiblich und geistig?
"Fleisch bringt's!" lautete eine Zeitlang ein Werbespot der Fleischindustrie, der bald wieder verschwunden ist. Vermutlich, weil heute viele Menschen auf vegetarische oder vegane Kost umgestiegen sind und weil ein zu hoher Fleischkonsum in verschiedene Hinsicht problematisch ist. Wer gänzlich auf Fleisch verzichtet, muss darauf achten, dass ihm nicht lebenswichtige Nahrungsinhaltsstoffe fehlen.
Mit dem Wort "Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben…" (Joh 6,53-54) hat Jesus schon seinerzeit bei Juden angeeckt und vermutlich nicht nur bei jenen, die ihn allzu wörtlich verstanden haben. Nimmt man seine Rede als Ganze, ist schnell klar, dass dieses Bild des Fleisches im übertragenen Sinn zu verstehen ist. Neben dem Bild des Fleisches vergleicht sich Jesus auch mit Brot und fordert darüber hinaus seine Zuhörer auf, sein Blut zu trinken. Was von diesem Bild bleibt, ist auf jeden Fall, wie wichtig es ist, ihn in uns aufzunehmen. Wer ihn nicht in sich aufnimmt, dem fehlen im übertragenen Sinn wichtige Nahrungsinhaltsstoffe für das geistige und für das geistliche Leben.
Wir sind heute gewohnt, aus einem reichhaltigen Nahrungsangebot auswählen zu können, was uns behagt. Das erweckt den Eindruck der Beliebigkeit, ist aber nicht ungefährlich. Denn oft sind wir uns nicht bewusst, dass wir uns eventuell einseitig und ungesund ernähren: zu viel Salz, zu viel Zucker, zu wenig lebenswichtige Vitamine, Minarlstoffe… Manche greifen daher zu Nahrungsergänzungsmitteln und tappen damit in andere Ernährungsfallen.
Die Probleme rund um eine gesunde Ernährung können für uns ein Anlass sein, über eine gesunde geistige Ernährung nachzudenken. Oft haben wir diese wenig im Blick. Wir reflektieren meist nicht, welche geistigen Inhaltsstoffe wir konsumieren, wenn wir uns einfach unseren Impulsen folgen und auswählen, worauf wir gerade Lust haben.
Untersuchungen über unkontrollierten Medienkonsum haben diesbezüglich in letzter Zeit erstaunliche Ergebnisse gebracht. In einigen Ländern hat man daraufhin sogar Verbote für bestimmte Internetangebote für Jugendliche eingeführt. Ein mehrwöchiger freiwilliger Verzicht Tausender Jugendlicher auf die Nutzung von Handys haben messbare Verbesserungen des seelischen Wohlbefindens zu Tage gebracht.
Es geht nicht darum, bestimmte Internetformate zu verbieten oder die Nutzung von Smartphones zu verteufeln, sondern sich die Frage zu stellen: Wovon ernähren wir uns geistigerweise.
Durch Jahrhunderte hindurch wurde das Angebot an geistiger Nahrung von großen Ideologien bestimmt oder von Religionen reguliert. Heute können wir wie im Supermarkt aus einem unüberschaubar gewordenen spirituellen Angebot wählen. Viele haben den Eindruck: "Nix ist fix, alles ist möglich". Jeder muss selbst entscheiden, wonach er oder sie das Leben ausrichtet, was ihnen Kraft gibt, was sie seelisch gesund hält. Ähnlich wie bei vielen industriell hergestellten Nahrungsmitteln wird uns im gegenwärtigen Medienmix in spiritueller Hinsicht viel untergejubelt, was wir bewusst nicht auswählten.
Das Fronleichnamsfest weist uns mit den symbolischen Gestalten des eucharistischen Brotes und Weines auf unser geistiges und geistliches Grundnahrungsmittel Jesus Christus hin. Wer ihn in sich aufnimmt, versorgt sich mit den lebensnotwendigen geistigen und geistlichen Inhalten, von denen hier in diesem Rahmen nur einige grundsätzliche Lebensbereiche in Erinnerung gebracht werden können: Sein Haupt-Nahrungs-Gebot lautet: "Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." (Mk 12,30-31); Mit anderen Worten: eine innige Gottesliebe, aufrichtige Nächstenliebe und gesunde Selbst-Wertschätzung.
Wie wir dies konkret leben können, überliefern uns die Evangelien in einer Vielzahl von Erzählungen, wie Jesus und seine Jünger dies gelebt haben. Wenn wir vom eucharistischen Brot essen und aus seinem Kelch trinken, nehmen wir in ritueller Weise die Lebenswiese und die Lebenseinstellungen Jesu in uns auf. Entscheidend ist aber, dass wir diesen Jesus auch geistig in uns aufnehmen.
Am Fronleichnamstag kommt noch ein weiterer Ritus hinzu. In der Fronleichnamsprozession vollziehen wir, wozu uns der Priester, bzw. Diakon am Ende jeder Eucharistiefeier auffordert: Ite missa est! – Geht, ihr seid gesendet! Als Gesendete gehen wir hinaus in unsere Städte und Dörfer und präsentieren wir unsere geistliche Nahrung in einer festlichen Prozession und tun so allen Menschen kund, was uns nährt und Kraft gibt.
Das eucharistische Mahl ist von Anfang des Christentums an Mitte und Quelle des Lebens. Die äußere Gestalt ihres Vollzugs und der Verehrung hat sich im Laufe der Jahrhunderte geändert, immer geht es aber um ein in sich Aufnehmen Jesu, unseres Herrn.
Die Wiener Pastoraltheologin und Religionssoziologin Regina Polak beobachtet einen "Umbau der sozioreligiösen Landschaft Österreichs." Diese habe mehrere Ursachen. In einer gemeinsam mit dem ORF durchgeführten Studie der Universität Wien geht man der Frage nach "Was glaubt Österreich?" Ich vermute, dass vieles davon auch für andere deutschsprachige Länder gilt. Erste Ergebnisse zeigen: viele Menschen bezeichnen sich als gläubig, sie leben ihre Gläubigkeit jedoch anders als die großen Glaubensgemeinschaften erwarten, bzw. als die noch bis vor wenigen Jahren üblich war.
Dies zeigt sich meist auch in der Feier tradierter religiöser Feste. Was bedeutet Fronleichnam für die Menschen, die an der Prozession teilnehmen? Was bedeutet es für Menschen, die sie mit persönlichem Einsatz mitgestalten, und was für die Zuschauer? Die Motive werden sich nur schwer auf einen gemeinsamen Nenner bringen lassen. Und wir dürfen nicht der Versuchung erliegen, den Glauben jener, die sich von anderen Motiven als wir selbst leiten lassen, gering zu schätzen. Der Vollzug und die Verehrung der Eucharistie hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert.
In der sog. Eucharistischen Rede im 6. Kapitel des Johannesevangeliums fordert Jesus von seinen Zuhörern: "Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch." (Joh 6,53). In den Zeilen davor bezeichnet er sich als das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. "Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt." (Joh 6,51). Dass er sich als Brot bezeichnet und fordert, dass wir sein Fleisch essen und sein Blut trinken, zeigt, dass er dies im übertragenen Sinn versteht.
Blut war für die Juden der Sitz des Lebens. Jesus von seinen Zuhörer*innen, dass sie ihn gleichsam "mit Haut und Haar" in sich aufnehmen, mit ihm eins werden. Wir vollziehen dies im Ritus der Eucharistiefeier. Aber nicht nur in der Eucharistiefeier. Jesus in uns aufnehmen, ist ein Programm, das unser ganzes Leben umfasst. Wir tun dies von Kindheit an, wenn wir z.B. lernen zu beten; wenn wir das Denken, Reden und Tun Jesu im Religionsunterricht kennenlernen; wenn wir uns mit den Fragen auseinandersetzen: Was ist christlich? Was glauben Christen? Wie leben Christen? – Wer Jüngerin oder Jünger Jesu sein will, nimmt ihn immer wehr in sich auf.
Zu Fronleichnam zeigen wir dies öffentlich auf unseren Straßen und sagen allen Menschen: Schaut her, dieser Jesus ist unsere Speise, unser Trank. Von ihm und aus ihm leben wir, er gibt uns Kraft. Er ist gleichsam unser "Energieriegel", unser "Energydrink"…
Gesunde Ernährung ist in den letzten Jahren für viele Menschen ein immer wichtigeres Thema geworden. Das Bewusstsein, dass es gut ist, sich gesund zu ernähren, und dass wir nur so fit und leistungsfähig bleiben, greift immer weiter um sich.
Ebenso wichtig ist eine gesunde geistige, geistliche Ernährung, eine gesunde und ausgewogene Spiritualität. Mentales Training ist ein wichtiger Teil im Leistungssport geworden, die Suche nach spirituellen Kraftquellen ist für viele ein wichtiges Thema geworden.
Die Wertschätzung der Eucharistie und ihr sorgfältiger Vollzug sind für uns Christen Kraftquellen, die leider von vielen in Vergessenheit geraten sind. Wenn wir heute das eucharistische Brot in der Monstranz durch unsere Straßen, Dörfer und Städte tragen, erinnern wir uns selbst und gegenseitig daran, welchen großartigen Schatz wir als Christen haben und was für uns "wahhaft eine Speise" und "wahrhaft ein Trank" ist.
In der heiligen Eucharistie gibt Jesus sich uns im Brot und im Wein als Nahrung für unsere Existenz. Damit festigt er unseren Zusammenhalt und stärkt unsere Gemeinschaft über unser irdische Leben hinaus.
Fronleichnam. Was bedeutet dieser irreführende Begriff, und was feiern wir da überhaupt? Im Mittelhochdeutschen heißt es: vronlicham. „Fron“ bedeutet „Herr“ und „licham“ ist der Leib, hat somit nichts mit „Leichnam“ zu tun. Es geht um den Herrn Jesus Christus, der in den Gestalten von Brot und Wein mitten unter uns ist und den wir uns auch in jeder Messe einverleiben dürfen. Vielleicht kennen Sie den wienerischen Ausdruck „zum Fressen gern haben. „Einverleiben“ das ist der Kommunionempfang. Es soll die Freude im Vordergrund stehen.
Dieses Fest hat eine andere Dimension als der Gründonnerstag. Leuchten am Gründonnerstag hinter der Eucharistie, also dem „Letzten Abendmahl“, Leiden, Tod und Auferstehung schon deutlich durch, so steht zu Fronleichnam der auferstandene Herr vor uns mit den realen Geschenken von Brot und Wein, die über Zeit und Raum hinausreichen als gemeinschaftsstiftende Grundlage. Es ist eine Mahlfeier mit seinen Freunden, höchstwahrscheinlich sind Frauen auch dabei, etwa Maria aus Magdala, die erste Glaubenszeugin.
Den Ursprung dieses Festes verdanken wir ebenfalls einer Frau: Juliana von Lüttich (1192-1258), aus dem heutigen Belgien. Mit anderen Frauen zusammen pflegte und förderte sie die Verehrung und Anbetung des Allerheiligsten, bis schließlich der Papst Urban IV. (1261-1264) das Fest für die ganze Kirche einführen ließ und Thomas von Aquin beauftragte, einen Hymnus für dieses Fest zu verfassen, der heute noch gesungen wird. Somit spielten auch hier Frauen eine wichtige Rolle.
Wenn wir noch weiter zurückschauen, ist es das Passahmahl der Juden als Erinnerung an ihre Befreiung aus der Unterdrückung durch die Ägypter. Jesus feiert als Jude dieses jährlich wiederkehrende Mahl, das er dann umfunktioniert in die Eucharistiefeier als Feier des Lobes und Dankes. Das Brot steht für den Leib und die Existenz Jesu. Brot ist auch für unsere Existenz hier auf Erden bedeutsam und ist zugleich Hinweis auf das ewige Leben. „Nehmt und esst, das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ Leib ist durchlebter Organismus mit vielen Gliedern. Kirche wird demnach als „Leib Christi“ erkannt und gelebt.
Der Wein steht für das Blut, für Jesu Lebenshingabe an die Menschen. JHWH sorgte auch damals für das Überleben seines Volkes beim Marsch durch die Wüste. Er stillt den Hunger der Leute mit Manna, das bedeutet übersetzt: "Was ist denn das?". Es dürfte brotähnlich gewesen sein. Die zweite Lebensgrundlage ist Wasser. Ohne Wasser gibt es auch keinen Wein. Wir verwenden Wasser auch bei der Feier der Eucharistie.
Jesus sitzt also mit seinen Kumpeln zu Tisch. Im Wort „Kumpel“ steckt das Lateinische „cum pane“, französisch: Kompagnon. Das sind jene Menschen, mit denen er das Brot teilt, also seine Jünger, die mit ihm durch dieses Mahl in besonderer Weise verbunden sind. Eucharistie ist gemeinschaftsstiftend. Jesus lädt zu seinem „Stammtisch“ ein und das jeden Sonntag. Sein Festmahl ist mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Es bewirkt auch Festigung der Beziehung untereinander. Jesu Festmahl ist offen für a l l e. Die Kirchengeschichte sieht leider anders aus. Wir verweigern untereinander noch immer dieses gemeinsame Mahl.
Was könnte uns dieses Fest noch lehren? Gemeinsames Essen stärkt den Familiensinn, ist auch ein wenig Schule des Lebens, wo im Gedankenaustausch Freude, Sorgen, Probleme erörtert werden. Ein Tischgebet könnte auch den Wunsch äußern, unsere Gespräche zu segnen. Essgewohnheiten, besonders während der Woche sehen oft anders aus, sind in keiner Weise gemeinschaftsstiftend, wenn etwa der halbwüchsige Sohn seinen Hamburger schnappt und sich mit dem Getränk hinter den Computer setzt, wenn die Tochter ihr Essen über das Smartphone gebeugt, einnimmt, wenn die Mutter, sollte sie einmal daheim sein, sich schon während des Kochens nährt und der Vater in der kurzen Mittagszeit die Zeitung liest und dabei schnell etwas in sich hineinlöffelt. Gemeinsames Mahl könnte so wie in der Eucharistie uns zur Ruhe kommen lassen.
Versuchen wir in dieses verlängerte Wochenende hinein zu bedenken, dass Jesus der große Gastgeber ist, der uns durch die Gaben der Schöpfung leben lässt, der Beziehung schafft, der materielle Nahrung auch zur geistigen Nahrung macht, der durch Brot und Wein als sichtbares Zeichen auf das Unsichtbare Ewige hinweist. Seien wir dankbar dafür, das ist Eucharistie: Dankbarkeit.
Wegen der Coronakrise kann in den Gemeinden Fronleichnam nicht in der gewohnten Weise gefeiert werden. Die Krise ist für uns eine Durststrecke und erinnert an die Durststrecken, die Gott seinem Volk zugemutet hat, als er es in die Freiheit führte. Fronleichnam bedeutet, dass Gott mit uns geht, auch in schweren Zeiten.
Wie wünschen wir es uns doch, dass diese Zeit von Corona zu Ende geht. Ich möchte gerne einmal wissen, wie wir vielleicht in 10 oder 20 Jahren über diese Zeit denken. Was wird mit den Sorgen sein, die sich viele Menschen jetzt machen? Was wird sich durch diese "Krise" denn in unserem Leben verändert haben, zum Positiven oder zum Negativen? Oder sind wir ziemlich schnell zur Tagesordnung übergegangen. Wie weit hat sich diese Situation auf unseren Glauben ausgewirkt, auf mein Verhältnis zu Gott?
Corona verlangt uns einiges an Verzicht ab. Das spüren wir heute. In vielen Gemeinden fällt die Fronleichnamsprozession aus. Doch gerade deswegen dürfen wir glauben: Jesus, das lebendige Brot, Jesus, der mit uns eins sein will, Jesus, der uns das ewige Lebens schenkt, er geht mit uns. Er ist bei uns auf verschiedene Weise. Wir dürfen glauben, dass wir auch jetzt nicht allein gelassen werden. Wir gehen in der Tat eine Durststrecke.
Durststrecken, Zeiten, in denen es schwer wird, die kennen wir im Leben, die kennen wir im Glauben. Das Beten fällt uns nicht leicht. Wir haben Zweifel an Gott, hadern mit ihm. Das Volk Israel, das 40 Jahre durch die Wüste gewandert ist, hat sicher so manche Durststrecke erlebt. Zuweilen war der Hunger so stark, dass sie sich gewünscht haben, wieder Sklaven zu sein, dafür aber genug Nahrung zu haben. Lieber Unfreiheit als Hungern. Doch ein Rückzug nach Ägypten hätte neue Unfreiheit bedeutet.
Doch die Israeliten sollen lernen, auf Gott zu vertrauen. Darum erinnert Mose die Israeliten daran, dass Gott es war, der ihnen das Manna schenkte. In der Zeit der Wüste, als sie an Hunger litten, da haben die Israeliten eines erfahren: Wir sind zuerst von Gott beschenkt. Wir sind allein von ihm abhängig. Er schenkte den Israeliten das Manna und ließ aus der Quelle Wasser sprudeln. Mose erinnert die Israeliten daran, wie liebevoll Gott für sie sorgt und sie nicht im Stich lässt.
An Gott glauben, sich von ihm beschenkt zu wissen, das bedeutet Leben, das führt in die Freiheit. Gott schenkt uns Leben. Leben ist mehr als Essen und Trinken. Wir brauchen zum Leben vor allem sein Wort, seine Liebe und seine Zuwendung. Wir können sie erfahren in der Zuwendung und in der Liebe, die uns Menschen schenken. Wir können Gottes Fürsorge erfahren, wenn Menschen uns gegenüber fürsorglich sind. Auch wir können Gottes Liebe und Fürsorge andere Menschen erfahren lassen. Wir können uns immer wieder bei schweren Zeiten fragen: Was hat mir geholfen. Was hat mir Leben geschenkt.
Gottes Liebe und Fürsorge, sein Wort schenkt er uns vor allem in Jesus. Gott hat uns für ein erfülltes Leben geschaffen, für das Leben in seiner Nähe, für das Leben, wo wir seine Liebe immer tiefer erfahren dürfen. Es ist das ewige Leben, das Jesus verspricht. Jesus ist für uns das Brot. Er lädt uns ein, IHN zu empfangen. Damit lädt Jesus uns ein, mit IHM Beziehung und Freundschaft zu leben. Seine Freundschaft und das ewiges Leben erfahren wir bereits in dieser Zeit, wenn seine Worte, seine Liebe für unser Leben am wichtigsten sind. Wenn wir Jesus empfangen, dann können wir immer mehr eins mit IHM werden.
Gerne hätten wir IHN durch die Straßen getragen. Das hätte ein Zeichen werden können, dass Gott in jedem Lebensbereich zu finden ist. Das kann die Schule sein, in der Kinder auf das Leben vorbereitet werden. es kann ebenso ein Kindergarten sein, ein Krankenhaus, eine Einrichtung für Menschen mit einer Behinderung, ja sogar eine Fabrik, in der Menschen ihr tägliches Brot verdienen. An diesen und auch vielen anderen Orten, wo Menschen leben, ist Gott, ist Jesus da in den Durststrecken. An diesen Orten können wir erfahren, wie sehr Gottes Wort ewiges Leben schenken kann. Gott schenkt uns überall seine Nähe. Er ist da, in Jesus, in seinem Wort, im Sakrament, in der Nähe der Mitmenschen, ja auf verschiedene Weise. Hoffen wir, dass wir im kommenden Jahr IHN wieder durch die Straßen unserer Dörfer und Städte tragen dürfen, durch unser Leben.
Zu Fronleichnam zeigen wir das Kostbarste, das wir als Christen der Welt anzubieten haben. Die Hingabe Jesu, die für uns und für alle zur Nahrung wird, die wahrhaft satt macht. Diese wird jedoch nur von den Menschen erkannt, wenn wir sie selbst nachahmen.
Was beim Abschiedsmahl mit seinen Jüngern vollzogen hat, hat eine bleibende Wirkung. Er bereitet sie auf die Zeit nach seiner Erhöhung vor. Er sammelt die Jünger, "verwandelt" sie und sendet sie.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 144: Nun jauchzt dem Herren, alle Welt (1., 4., 5., 7. Str.)
GL 184: Herr, wir bringen in Brot und Wein
GL 186: Was uns die Erde Gutes spendet
GL 209: Du teilst es aus mit deinen Händen (2. Str.)
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein…
GL 210: Das Weizenkorn muss sterben
GL 211: Wir rühmen dich König der Herrlichkeit
GL 213: O wunderbare Speise
GL 215: Gott sei gelobet und gebenedeiet (1. Str.)
GL 281: Also sprach beim Abendmahle (1. Str.)
GL 282: Beim letzten Abendmahle
GL 358: Ich will dich lieben…
GL 362: Jesus Christ, you are my life
GL 460: Wer leben will, wie Gott auf dieser Erde
GL 377: O Jesu, all mein leben bist du
GL 378: Brot, das die Hoffnung nährt (1. und 3. Str.)
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr (3. Str.)
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 442: Wo die Güte und die Liebe wohnt
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht
GL 484: Dank sei dir Vater, für das ewge Leben (2. und 4. Str.)
GL 492: Jesus, du bist hier zugegen
GL 493: Preise Zunge das Geheimnis (Pange, lingua)
GL 494: Pange lingua
GL 495: Sakrament der Liebe Gottes (Tantum ergo)
GL 496: Tantum ergo
GL 497: Gottheit tief verborgen
GL 498: Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ
GL 642: Zum Mahl des Lammes schreiten wir (1. und 4. Str.)
GL Münster-748: Du bist das Brot, das den Hunger stillt
GL Münster-747: Christ ist zugegen inmitten der Gemeinde
GL Münster-750: So spricht der Herr: Ich bin der Weinstock
Kehrverse und Psalmen:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens - Mit Psalm 23 - VI.
GL 55: Jubelt, ihr Lande, dem Herrn; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil - Mit Psalm 98 - VIII.
GL 59: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks - Mit Psalm 110 - I.
GL 60: Der Herr hat uns befreit; auf ewig währt sein Bund. - Mit Psalm 111 oder mit Psalm 116 (GL 629,4) - VI.
GL 78: Jerusalem, rühme den Herrn, lobsinge , Zion, deinem Gott - Mit Psalm 147 - V.
GL 214: Dies Brot ist mein Leib für das Leben der Welt - Mit Psalm 100 (GL 56,2) - V.
GL 558: Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.
GL 652,1: Du hast uns erlöst mit deinem Blut
GL Ö875: Preiset den Herrn, denn er ist gut
Das kostbarste Gut unseres Glaubens, das Allerheiligste auf die Straße zu tragen, ist gut und wichtig. Wenigstens einmal im Jahr machen wir es öffentlich sichtbar. Die Hingabe Jesu, die wir damit zeigen, muss aber auch im gelebten Christsein sichtbar werden. Deshalb feiern wir Sonntag für Sonntag Eucharistie. Wir lassen Jesus in unser Fleisch und Blut übergehen und bieten ihm und unseren Leib und unser Blut an, dass er uns verwandle und uns zu sichtbaren Zeichen mache für das, was er der Welt gebracht hat.
Es ist ein Stück Brot, in dem Jesus uns immer wieder begegnet, wenn wir Eucharistie feiern. Es ist ein Stück Brot, in dem wir Jesus ehren, wenn wir IHN anbeten in der Monstranz. Dieses Stück Brot ist Jesus selbst. Er ist da. Er schenkt uns sein Wort, aus dem wir leben.
Grüßen wir IHN in unserer Mitte – IHN, der unser Leben ist.
Herr, Jesus Christus,
du hast dein Fleisch und Blut hingegeben für das Leben der Welt.
Herr, erbarme dich.
Du hast verheißen:
Wer dein Fleisch isst und dein Blut trinkt, hat das ewige Leben.
Christus, erbarme dich.
Wer dein Fleisch isst und dein Blut trinkt,
der bleibt in dir, und du bleibst in ihm.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
wir brauchen Brot zum Leben, für den Hunger des Leibes,
doch du bist das Brot zu ewigen Leben.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
wir brauchen Brot zum Leben, für den Hunger des Leibes,
doch wir leben auch aus jedem Wort, das aus Gottes Munde kommt.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
wir brauchen Brot zum Leben, für den Hunger des Leibes,
du bleibst in denen, die dein Brot empfangen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
im wunderbaren Sakrament des Altares
hast du uns das Gedächtnis deines Leidens
und deiner Auferstehung hinterlassen.
Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse
deines Leibes und Blutes so zu verehren,
dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.
Der du in der Einheit des Heiligen Geistes
Mit Gott dem Vater lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.
MB Fronleichnam
Gott,
unser Vater, dein Sohn ist für uns zur Speise geworden.
Schenke uns das Brot des Lebens,
das uns mit dir und untereinander verbindet.
Durch Christus, unseren Herrn.
Jesus,
du bist da,
in einem kleinen Stück Brot.
Wir beten dich an.
Wir verehren dich
(wenn wir dich durch die Straßen unserer Gemeinde tragen,
dort, wo Menschen leben).
In dir finden wir Leben in Fülle.
Darum hören wir jetzt mit offenem Herzen dein Wort.
Es kommt aus dem Munde Gottes.
Wir leben nicht nur vom Brot allein,
sondern von deiner Liebe. - Amen.
Du lebenspendender Gott,
du zeigst uns Wege durch diese Zeit -
mit Möglichkeiten und Grenzen.
Mit dir an unserer Seite können wir das Leben wagen.
Dein Sohn ist bei uns:
im Wort, das vom Leben erzählt,
und im Brot, das ewiges Leben verheißt.
Dafür danken wir dir - durch ihn,
Jesus Christus, deinen Sohn.
Guter Gott,
dein Sohn Jesus Christus ist uns zum Brot geworden, das uns die Kraft gibt, seinem Beispiel zu folgen und füreinander Brot zu werden.
Wir bitten dich:
Für alle, die nach einem erfüllten und zufriedenen Leben hungern.
Stille ihren Lebenshunger und zeige ihnen Wege zu wahrem Leben.
Für alle, die satt sind und von dir nichts mehr erwarten.
Wecke in ihnen Sensibilität für Menschen, die Hilfe brauchen.
Für alle, die vom reichen Angebot der Medien überfordert sind.
Schenke ihnen den Geist der Unterscheidung der Geister.
Für alle Menschen, denen es an ausreichend gesunden Nahrungsmitteln mangelt.
Lass sie leiblich und seelisch satt werden.
Für alle Christen, die das Feiern der heiligen Eucharistie noch nicht als Quelle der Kraft erkannt haben.
Öffne ihre Sinne für dieses Geheimnis des Glaubens.
Für alle unsere Verstorbenen.
Sättige sie mit ewigem Leben.
Du, Herr, beschenkst uns mit allem, was wir zum Leben brauchen.
Wir danken dir dafür und preisen dich. – Amen.
Der Weg mit Christus im Sakrament der Eucharistie führt uns heute durch unsere Städte und Dörfer. Für alle soll sichtbar und spürbar werden, dass Gott unseren Lebensweg begleitet.
Ihn lasst uns bitten:
Um Einheit in der Kirche aus der Teilnahme an dem einen eucharistischen Mahl.
Um Brot und alles, was zu einem guten Leben notwendig ist: Wasser, Frieden und Vergebung, Wertschätzung und gerechte Verteilung der Güter, Zuneigung und Zeit miteinander.
Um Weite in unserem Denken und Fühlen auch dort, wo wir auf Menschen treffen, die mit unseren Traditionen und Werten nichts anfangen können.
Um Dankbarkeit dir gegenüber, dem Urheber von all dem Kostbaren und Schönen, das wir erleben dürfen.
Um Teilhabe an deinem himmlischen Mahl für alle Verstorbenen.
Du deckst uns reichlich den Tisch des Brotes und des Wortes. Wir dürfen zugreifen und davon leben. So kann weithin spürbar werden, was uns letztlich trägt.
Dafür danken wir dir und preisen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus, du bist unser Leben.
Wir bitten dich voller Hoffnung:
Erfülle alle Kinder, die zur Erstkommunion gehen wollen, aber es wegen der Krise nicht können, mit Hoffnung und Geduld.
Bekehre alle, die nur an das glauben, was sie sehen und ihren Sinn nur noch im Materiellen finden wollen.
In vielen Gemeinden können Christen keine Prozession halten, dich nicht als Zeichen ihrer Liebe und ihrer Verehrung durch die Straßen tragen.
Lass den Glauben an dich nicht verdunsten, sondern stärke die Sehnsucht aller, die dich lieben.
Hilf deiner Kirche und allen ChristInnen in der Welt, immer mehr die Einheit im Glauben zu suchen.
Erbarme dich aller, die nie ein gutes Wort hören und an den Rand der Gemeinschaft gedrängt werden.
Schenke allen Verstorbenen die Fülle deiner Liebe in deinem ewigen Reich.
Dir sei Lob und preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Durch die Taufe werden wir zu Christen.
Durch seine Nähe im Wort und im eucharistischen Brot will er unser ganzes Leben formen.
In dieser lebendigen Gemeinschaft mit ihm können wir zu Zeugen seines Lebens und seiner Heilstaten werden.
Ihn lasst uns bitten:
Um eine zeitgemäße und für viele verständliche Form der Seelsorge,
die die Menschen in ihren Nöten auffängt, aufrichtet und auf ihrem Weg begleitet.
Um Politiker in Gemeinde, Staat und Welt,
die die ihnen verliehene Macht zum Dienst an den ihnen Anvertrauten gebrauchen und nicht für sich selbst missbrauchen.
Um das tägliche Brot für alle Menschen,
dass sie ihren Hunger nach Nahrung, Wissen, medizinischer Versorgung und Gerechtigkeit stillen können.
Um immer mehr lebendige Nähe zu dir,
aus der heraus wir glauben, lieben und hoffen können.
Um deine Begleitung in allen Übergängen des menschlichen Lebens,
besonders in der Stunde unseres Todes.
Liebe wird mehr, wenn sie geteilt wird.
Wir danken dir, dass du uns in deine Liebe einschließt
und wir so anderen daran Anteil schenken können.
Dir sei Ehre und Ruhm jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
wir bringen das Brot dar,
das aus vielen Körnern bereitet,
und den Wein,
der aus vielen Trauben gewonnen ist.
Schenke deiner Kirche,
was diese Gaben geheimnisvoll bezeichnen:
die Einheit und den Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
MB Fronleichnam
Jesus,
du bist da,
in Brot und Wein.
Du schenkst uns deinen Leib.
Du bist in uns,
wenn wir an dich glauben,
wenn wir dich empfangen.
Lass uns leben aus deiner Liebe,
die für uns lebt. - Amen.
Kehrvers: Lobe den Herrn, meine Seele.
(GL 58,1)
Großer und fürsorglicher Gott,
wir wollen dir danken für all das Gute, das du uns tagtäglich schenkst:
Wir danken dir für das Geschenk des Lebens
und für die Freude, die wir daran haben.
Kehrvers
Brot und Wein sind für uns Inbegriff dessen,
was wir zum Leben brauchen, und was uns gut tut.
Sie verkörpern deine Liebe zu allen Geschöpfen.
Kehrvers
Mit Manna hast du dein Volk am Leben erhalten,
als es durch die Wüste zog,
und du hast ihm Korn geschaffen,
als es das verheißene Land in Besitz nahm.
Kehrvers
Jesus dein Sohn, hat das Volk mit deinem Wort gesättigt,
als er ihm den Sinn der Schriften erschloss,
und hat mit ihnen das Brot geteilt,
sodass alle essen und satt werden konnten.
Kehrvers
Am Abend vor seinem Tod hat er sich selbst seinen Jüngern
im Brot zur Speise und im Wein zum Trank gegeben.
Am Kreuz hat er dieses Vermächtnis mit der Hingabe seines Lebens erfüllt.
Kehrvers
So ist er für uns zum Brot geworden,
das vom Himmel herabgekommen ist,
das uns für immer sättigt
und durch das wir mit dir auf das Innigste verbunden sind.
Kehrvers
Wir danken dir für dieses große Geheimnis,
in dem deine unerschöpfliche Liebe
für uns zur Quelle ewigen Lebens geworden ist.
Wir stimmen ein in den Lobgesang der Kirche aller Jahrhunderte
und singen mit allen Engeln und Heiligen:
Danklied, z. B. GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat beim Lezten Abendmahl
das Gedächtnis des Kreuzesopfers gestiftet
zum Heil der Menschen bis ans Ende der Zeiten.
Er hat sich dargebracht als Lamm ohne Makel,
als Gabe, die dir gefällt,
als Opfer des Lobes.
Dieses erhabene Geheimnis heiligt
und stärkt deine Gläubigen,
damit der eine Glaube
die Menschen der einen Erde erleuchte,
die eine Liebe sie alle verbinde.
So kommen wir zu deinem heiligen Tisch,
empfangen von dir Gnade um Gnade und
werden neu gestaltet nach dem Bild deines Sohnes.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen wie aus einem Munde
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Als der wahre und ewige Hohepriester
hat er die Feier eines immerwährenden Opfers gestiftet.
Er hat sich selbst als Opfergabe dargebracht
für das Heil der Welt
und uns geboten,
daß auch wir diese Gabe darbringen zu seinem Gedächtnis.
Er stärkt uns,
wenn wir seinen Leib empfangen,
den er für uns geopfert hat.
Er heiligt uns,
wenn wir sein Blut trinken,
das er für uns vergossen hat.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 1
Guter Gott
Wir danken dir
für das Leben
für alle Wege, die wir gemeinsam gehen
für alle Erfahrungen, die uns Zusammenhalten
für dein Wort, das trägt, Mut macht und tröstet
für offene Augen und Ohren
für die Herzen, die sich öffnen
und die Hände, die uns halten.
Wir danken dir
für den Tisch, um den wir versammelt sind
für deine Gegenwart in Brot und Wein
und für alle köstlichen Gaben der Schöpfung
für alles, was uns am Leben erhält.
Wir wissen uns in deiner Hand
denn du bist wie ein Vater
der Leben schenkt
und wie eine Mutter
die alles trägt und umfängt
in dir wissen wir uns geborgen
Wir danken dir dafür.
Gottes Wort, ins Fleisch gekommen,
wandelt durch sein Wort den Wein
und das Brot zum Mahl der Frommen,
lädt auch die Verlornen ein.
Der Verstand verstummt beklommen,
nur das Herz begreift 's allein.
Gott ist nah in diesem Zeichen:
knieet hin und betet an.
Das Gesetz der Furcht muss weichen,
da der neue Bund begann;
Mahl der Liebe ohnegleichen:
nehmt im Glauben teil daran.
Thomas von Aquin
Herr Jesus Christus,
der Empfang deines Leibes und Blutes
ist für uns ein Vorgeschmack der kommenden Herrlichkeit.
Sättige uns im ewigen Leben
durch den vollen Genuss deiner Gottheit.
Der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.
MB Fronleichnam
Jesus,
du bist da,
wo Menschen dich bezeugen
und deine Botschaft weitertragen.
Segne uns jetzt,
dass wir dich zu den Menschen bringen.
Dazu sende uns jetzt aus. - Amen.
Drei Wochen Handyfasten bringen für die psychische Gesundheit von AHS-Schülerinnen und -Schülern mehr als zwei Wochen Schulferien. Smartphones sollten Kinder am besten erst ab einem Alter von etwa 13 Jahren bekommen. Das sind die Ergebnisse eines „Handy-Sucht“-Symposiums in Wien.
Schüler:innen, Lehrkräfte und Eltern aus dem ersten Experiment berichten, wie sich ihr Alltag ohne Smartphone verändert hat.
Von besserem Schlaf über weniger Stress bis hin zu mehr Zeit für echte Begegnungen – diese Rückmeldungen zeigen, was die 21 Tage auslösen können.
Der weltweite Fleischkonsum hat sich seit 1990 verdoppelt. Laut Daten der Plattform Our World in Data wurden im Jahr 2021 insgesamt 360 Milliarden Kilogramm Fleisch konsumiert. Allein täglich werden im globalen Schnitt rund 900.000 Rinder, 3,8 Millionen Schweine und 200 Millionen Hühner geschlachtet. Weitere Tierarten wie Schafe, Ziegen und Fische sind hier noch nicht eingerechnet.
Diese Zahlen zeigen deutlich: Der Appetit auf Fleisch ist weltweit ungebrochen – insbesondere in Nord- und Südamerika, wo die Pro-Kopf-Mengen besonders hoch sind. In Nordamerika liegt der Fleischverbrauch pro Person bei etwa 100 Kilogramm im Jahr, in Südamerika sind es mittlerweile rund 82 Kilogramm. Zum Vergleich: Weltweit liegt der Durchschnitt bei rund 40 Kilogramm.
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6,9 Millionen Menschen in Österreich - das sind 77,6 Prozent der Bevölkerung - bekennen sich zu einer Religion, rund 2 Millionen (22,4 Prozent) fühlen sich keiner Glaubensgemeinschaft zugehörig. Diese Daten aus dem Jahr 2021 hat am Mittwoch die Statistik Austria präsentiert. Rund 6,1 Millionen Männer und Frauen bekennen sich demnach zum Christentum, 745.600 Personen fühlen sich etwa dem Islam zugehörig. Während die Zahl der katholischen und evangelischen Christen beständig zurückgeht, ist die Zahl der Orthodoxen und der Muslime sowie der Religionslosen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark gestiegen. Für die Wiener Pastoraltheologin und Religionssoziologin Prof. Regina Polak sind die Zahlen keine Überraschung, wie sie im Kathpress-Interview sagte.
Polak sprach von einem "Umbau der sozioreligiösen Landschaft Österreichs" bzw. einem "Prozess der Normalisierung" in einem Land, das zunehmend von religiöser Pluralität gekennzeichnet ist. Verantwortlich dafür seien mehrere Faktoren: die Säkularisierung, Pluralisierung, Zuwanderung und die demografische Entwicklung.
Im europäischen Vergleich zeige sich aber in Österreich eine immer noch sehr hohe Zugehörigkeit zu einer Religion. Knapp 78 Prozent seien ein sehr beachtlicher Wert und Religion sei offensichtlich immer noch ein relevanter Marker für Identität, dessen Bedeutung freilich sehr verschieden sein könne und verstärkt diskutiert werden sollte, betonte Prof. Polak.
Dieser Tatsache wird allerdings laut der Religionssoziologin und Theologin im öffentlichen Diskurs oft zu wenig Bedeutung beigemessen. "Dass Religion ganz grundsätzlich in der Gesellschaft an Bedeutung verliert, wie gemeinhin behauptet, spiegelt sich in diesen Zahlen jedenfalls sicher nicht wider", so Polak wörtlich: "Religion hat für die Menschen Bedeutung. Religion bleibt Thema."
Möglicherweise liege dieses Missverständnis auch darin begründet, dass der öffentliche Diskurs weitgehend von Eliten bestimmt werde. Aus dem Datenmaterial der Statistik Austria, aber auch vielen anderen Studien sei ablesbar, dass die Religionszugehörigkeit bei den weniger gebildeten und materiell schlechter gestellten Bevölkerungsschichten mehr Bedeutung habe. Diese Gruppen wollten im gesellschaftlichen und politischen Diskurs auch wahrgenommen und berücksichtigt werden, fühlten sich aber zunehmend ausgeschlossen. Das führe dazu, dass Religiosität zum kulturpolitischer Identitätsmarker wird, der sich mit antidemokratischen Tendenzen verbinden kann, warnte Polak.
Zur Tatsache, dass die Zahl der Katholikinnen und Katholiken beständig zurückgeht, meinte die Pastoraltheologin, dass dies natürlich für die Katholische Kirche einen deutlichen Verlust an Größe und Einfluss bedeute. Polak: "Das Religionsmonopol hat sie längst verloren." Diese Entwicklung sei aber nur zum Teil selbst verschuldet.
Religionsfreiheit und Religionspluralismus seien ein großer Schatz und die Katholische Kirche sei längst dabei, ihren Ort in der Gesellschaft neu zu suchen und zu definieren, sagte Polak. Neue Formen des Dialogs und Zusammenlebens müssten gefunden und eingeübt werden.
Wie Prof. Polak weiter erläuterte, sei aus den Daten der Statistik Austria zwar eine Zugehörigkeit zu einer Religion ablesbar, dies sage aber nichts über religiöse Inhalte bzw. die gelebte religiöse Praxis aus. "Bei 6 Millionen Christinnen und Christen im Land müsste Österreich eigentlich anders aussehen, wenn alle ihren Glauben ernst nehmen", so Polak.
https://www.katholisch.at/aktuelles/138772/polak-umbau-der-sozioreligioesen-landschaft-sterreichs
Quelle: kathpress
Weißmann: „Wollen Beitrag zur Überwindung gesellschaftlicher Spaltungen leisten“; erste Etappe des ORF-Programmschwerpunkts vom 27. Mai bis 17. Juni
Wien (OTS) - Was glauben Menschen in Österreich, was gibt ihnen Halt im Leben, worin finden sie Sinn, wie möchten sie in einer pluralen Gesellschaft gut zusammenleben? Denn Österreich ist nicht nur ein kulturell vielfältiges Land, es ist auch geprägt von einer Vielfalt an Glaubens- und Lebenswelten, die sich – wie die Gesellschaft selbst – verändern. Im Rahmen des multimedialen Projekts „Was glaubt Österreich?“ der ORF-Hauptabteilung „Religion und Ethik multimedial“ in Kooperation mit der Universität Wien, das sich in mehreren Etappen über das ganze nächste Jahr 2023 erstreckt, soll Raum geschaffen werden für die „großen Fragen“ im Leben, für die sonst wenig Raum bleibt. In einer ersten Phase geht es darum, wie Menschen in Österreich über Liebe, Hoffnung und Freiheit denken. Welche Rolle für sie Gerechtigkeit, Gemeinschaft, Glück und Gott spielen. Und wie sie mit Schuld, dem Sterben und dem Tod umgehen. Außerdem wird nachgefragt, wo Menschen Heimat finden, wenn es um Glaubens- und Sinnfragen geht.
Dafür ist das ORF-Redaktionsteam um Clara Akinyosoye, Lena Göbl, Irene Klissenbauer, Karoline Thaler, Kerstin Tretina, Ursula Unterberger und Markus Veinfurter in allen Bundesländern mit dem Mikro und der Kamera unterwegs und fragt bei Jung und Alt, bei verschiedenen Einrichtungen, bei Schülerinnen und Schülern, bei verschiedenen Berufsgruppen und Vereinen nach. Selbstverständlich auch bei den 16 in Österreich anerkannten Glaubens- und Religionsgemeinschaften.
Ganzer Beitrag:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20230525_OTS0109/
Man muss nicht gläubig sein, um etwas zu tun, aber wer glaubt, tut es vielleicht aus einem anderen Grund. Zum christlichen Pfingstfest sprechen Theologinnen und Theologen mit religion.ORF.at über Glauben, Vertrauen und Wissen und was daraus folgt.
Ganzer Beitrag:
https://religion.orf.at/stories/3219427/
religion.oft.at - 28. Mai 2023
Als kleines Stück Brot
gab Er sich selbst aus der Hand
und liegt in unseren Händen.
Als kleiner Schluck Wein
will Er uns ganz durchdringen
und verwandeln in Sein Sein.
Als kleines, aufbauendes Wort
will Er bei uns ankommen
und das Leben bringen -
das Leben in Fülle.
Ilse Pauls
Da war einmal eine Frau, die hatte jahrelang Pfennig auf Pfennig gelegt, um sich eine Kreuzfahrt leisten zu können. Schließlich hatte sie genug zusammen, um sich die Fahrkarte zu kaufen. Aber es blieb ihr nicht mehr viel für Extras übrig. Das macht nichts, dachte sie. Ich werde eine Menge Knäckebrot und Käse mitnehmen und dies in meiner Kabine verzehren. Dadurch wird die Reise nicht zu teuer. Gesagt, getan! Sie genoss ihre Kreuzfahrt. Gewiss, wenn die anderen Passagiere in den Speiseraum gingen, musste sie sich etwas Gewalt antun, sich in ihre Kabine zurückziehen, um Knäckebrot und Käse zu essen. Sie tröstete sich damit, dass sie genug Geld bei sich hatte, um am letzten Abend am großen Dinner teilnehmen zu können. Das sollte ein Festessen werden.
An jenem letzten Abend zog sie ihr bestes Kleid an. Erwartungsvoll bestellte sie in dem großen Speisesaal die köstlichen Speisen. Das ist wirklich ein Opfer wert, dachte sie. Nach dem Essen bat sie den Steward, die Rechnung zu bringen. Der sah sie erstaunt an. Aber Madame, sagte er, wussten sie denn nicht, dass alle ihre Mahlszeiten in ihrem Fahrpreis inbegriffen sind?
Wir empfinden Mitleid mit der Dame, die nur von Knäckebrot und Käse lebte, während die köstlichen Speisen darauf warteten, von ihr bestellt zu werden. Aber wie oft machen wir es im Grunde genauso. Wir laufen irgendwelchen armseligen Ideologien nach, die uns nicht helfen können, statt sich von Gottes Fülle beschenken zu lassen.
Ich habe Gott für meine Krankheit und die anderen Erlebnisse immer nur danken können. Hätten wir dies alles nicht erfahren können, so hätten wir am Leben vorbei gelebt. Mit Staunen erlebe ich oft, dass Gott uns Menschen zuführt (oder Wege gehen lässt), an die wir unsere Erfahrungen weitergeben können, um uns so zu seinem Werkzeug zu machen. Martin Gutl erkannte das wohl auch und drückte es in folgenden Versen aus:
Wer gelitten hat, wird verstehen können.
Wer verwundet ist, wird heilen können.
Wer geführt ist, wird weisen können.
Wer getragen ist, wird tragen können.
Aus: Anita Spohn, Ich konnte weiterleben, Vier Türme Verlag Münsterschwarzach 1994.
Barmherziger Vater,
Du hast uns Deinen Sohn gesandt.
Er spricht zu uns das Wort der Schrift.
Er schenkt sich uns in den Gestalten
von Brot und Wein.
Du selbst, Gott, kommst zu mir.
Ich komme wie ein Kranker zum Arzt des Lebens,
wie ein Ungewaschener zur Quelle des Erbarmens,
wie ein Blinder zum Licht ewiger Klarheit,
wie ein Armer zum Herrn des Himmels
und der Erde.
Schenke mir, dass ich nicht nur äußerlich das Sakrament
des Leibes und Blutes Jesu empfange, sondern auch
innerlich dessen Wesen und Kraft aufnehme
und so hinein genommen werde in seinen geheimnisvollen Leib.
Lieber Vater, lass mich Deinen geliebten Sohn, den ich
in diesem Leben noch verhüllt empfange, einmal ganz und gar
mit unverhülltem Angesicht ewig schauen.
Amen.
Thomas von Aquin in: Youcat, Jugendgebetbuch, München 2011.
Ich möchte dir dienen
und ich finde den Weg nicht.
Ich möchte das Gute tun
und ich finde den Weg nicht.
Ich möchte dich finden
und ich finde den Weg nicht.
Ich möchte dich lieben
und ich finde den Weg nicht.
Ich kenne dich noch nicht, mein Jesus,
weil ich dich nicht suche.
Ich suche dich
und ich finde dich nicht.
Komm zu mir, mein Jesus.
Ich werde dich niemals lieben,
wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus.
Zerschneide meine Fesseln,
wenn du mich haben willst, mein Jesus.
Jesus, sei mir Jesus.
Philipp Neri in: Werner Groß (Hrsg.), Wer glaubt, betet an, Fronleichnam - Verehrung der Eucharistie, Schwabenverlag, Ostfildern 2000.
Auch Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi, hat einen österlichen Charakter. Die Kirche feiert es am zweiten Donnerstag nach Pfingsten und betrachtet noch einmal mit besonderer Aufmerksamkeit, in tiefer Ergriffenheit und Dankbarkeit, was ihr der Herr am Gründonnerstag mit der Einsetzung der Eucharistie geschenkt hat. Das Wort: "Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage" (Matthäus 28, 20) ist real und fassbar im Sakrament des Altares, in dem der gekreuzigte und auferstandene Herr wahrhaft unter uns bleibt. So werden das während der Messfeier in den Herrenleib verwandelte Brot und der in Christi Blut gewandelte Wein zum Inbegriff der Liebe Gottes, die uns nie verlässt. Darum sagt Jesus von sich im Johannesevangelium: "Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt." (Johannes 6, 51). Seine liebende Hingabe, die Frucht seines Todes und seiner Auferstehung, hält an und wirkt fort. Das bekennen und verkünden wir, wenn wir das Allerheiligste in Gestalt der Brothostie an diesem Tag mit der Monstranz - in einem kostbaren Schaugefäß - in festlicher Prozession durch unsere Straßen und auf die Plätze tragen und Jesus um seinen Segen für alle Menschen bitten.
Dabei wird diese jährliche Prozession auch zum Bild für die Kirche selbst, so wie sie uns das Zweite Vatikanische Konzil neu in Erinnerung gerufen hat: Sie ist das "pilgernde Gottesvolk" auf dem Weg durch die Zeit, ja sie ist "in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit." (Lumen Gentium 1). Jesus Christus hat sich sakramental an seine Kirche gebunden. Wenn er unseren Blicken auch entzogen ist, so bleibt er doch bei uns in der Kraft seines Geistes, durch alle Wechselfälle der Geschichte hindurch. So werden jene, die an ihn glauben, selbst zum Sakrament, also zu Trägern und Spendern der wirklichen Gegenwart Gottes unter den Menschen.
Das Fronleichnamsfest erinnert die Kirche daran, dass der Herr lebendig in ihrer Mitte ist. Seine Gegenwart macht ihren Weg und ihre Sendung zu einem österlichen Geschehen. Im Geheimnis des Leibes und Blutes Christi betrachtet die Kirche gleichzeitig das Geheimnis ihrer eigenen Wirklichkeit, das der heilige Kirchenlehrer Augustinus auf den Punkt bringt: "Wenn ihr also Leib und Glieder Christi seid, dann liegt euer Geheimnis auf dem Tisch des Herrn: Euer Geheimnis empfangt ihr. Seid, was ihr seht, und empfangt, was ihr seid." (Sermones 272)
Felix Genn, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Fronleichnam, in: Georg Gänswein, Martin Lohmann (Hrsg), Katholisch - Wissen aus erster Hand, 2010.
In allen Kirchen und Kapellen steht ein Altar, irgendein Tisch aus Stein, unverrückbar, monumental und meistens kostbar. Vielleicht wäre ein Tisch aus Holz besser: schlicht und klar. Statt der goldenen Ziborien müßten darauf Holzschalen oder kleine Körbe stehen. Darin liegt das Brot, das möglichst viel Ähnlichkeit mit dem Brot hat, das wir daheim auf den Tisch stellen.
Während die Anwesenden um den Tisch sitzen, steht besonders das Brot im Mittelpunkt des Vorgangs. Es wird gebrochen und verteilt, weitergereicht) Menschen treten hervor, halten die offene Hand auf, sie empfangen das Brot und sagen "Amen", in moderne Sprache etwa mit "Danke schön" übersetzt.
Man sieht nur einfache Gebärden und hoffentlich keine mechanischen Handgriffe. Was wollen wir durch sie, in diesem Ritus, in diesem Spiel zum Ausdruck bringen? Vielleicht möchten wir durch sie bezeugen, daß wir dem Evangelium, das uns verkündigt wird, zustimmen; wir setzen ein Zeichen, wir beteiligen uns daran, glauben mit unseren Händen. Man kann selbstverständlich auch sitzen bleiben, wenn man meint, eine Antwort sei noch verfrüht, oder wenn man sich nicht für das einsetzen will, was man gehört hat.
Es ist also eine Gebärde der Zustimmung und der Zusammengehörigkeit; wir alle empfangen ein Stückchen desselben Brotes. So tief und weit unsere Zusammengehörigkeit reicht, so tief und weit ist auch diese Geste des Brotbrechens, die uns aus der Frühzeit der Kirche überliefert wurde.
In vielfacher Weise passen Menschen zueinander und in zahllosen Variationen haben sie miteinander teil an dieser Welt, diesem Leben. Auf einem kleinen Grundstück steht ein großes Wohnhaus, in dem jeder Laut hörbar ist; auf einer kurzen Wegstrecke bemühen sich tausende eilende, gehetzte, ziemlich nervöse Menschen, einander zu überholen. Wir teilen miteinander den vorhandenen Raum, die Wohlfahrt, die Worte, die Freude: doppelte Freude, aber auch den Schmerz, halben Schmerz - oder doch doppelten Schmerz? Wie war das doch? Wir teilen miteinander alles mögliche und bekommen ungefragt unseren Teil: Krieg und Frieden und so weiter. Wann ist man jemand, ein Mensch? Wenn man am Leben anderer Menschen teilhat, wenn man funktionieren darf im Glück eines anderen, wenn man sich schenken und etwas empfangen kann, wenn man angenommen und akzeptiert wird. In einem Gedicht sagt Jan Eiburg, was das Leben ist:
Gegessen werden,
um Mann zu sein, Frau zu sein,
vor allem aufs neue Mensch zu sein
und doch sich selbst in Liebe zu sammeln.
Jeder weiß irgendwie, intuitiv, durch Schaden und Schande, daß Geben und Nehmen in jeder Beziehung mit Glück zu tun hat, daß man selbst zerbrechen, sich verschenken muß - daß es sonst kein Leben ist. Wer oder was wären wir, wenn es uns nicht widerfahren wäre, wenn wir nicht empfangen hätten, nicht empfangen wären? Wir wären dann im Keim erstickte Seelen, aber keine Menschen. Man hat uns ernährt, bis wir selbst jemand waren, der die anderen ernähren kann, "jemand", einer der vielen, Durchschnitt.
Adam heißt er in der Bibel: ein Jedermann-Mensch. Ein solcher Durchschnittsmensch heiratet zum Beispiel eines Tages, er hat ein Stück Welt (eine vorhandene Situation), Kinder, einen Freundeskreis. Er arbeitet mit Freude, ambitioniert, mit Widerwillen, weil es sein muß, weil er will. Er arbeitet mit seinem Kopf, seinen Händen und seiner Seele, und diese Arbeit hat einen Wert, einen Geldwert, die Arbeit wird mit Geld beglichen. Dieser Mensch macht sich selbst zu Geld, er verdient für sich selbst und für die anderen, die ihm gegeben wurden, den Lebensunterhalt, Brot, eine Wohnung, Freiheit, Urlaub. Man könnte etwa sagen: Im Brot, das auf den Tisch kommt, liegt er selber auf dem Tisch, er ist selber Brot geworden,
Mundvorrat für seine Kinder. "Das bin ich selbst", könnte er sagen, wenn er das Brot bricht und verteilt: "Das ist mein Leib", und jeder würde verstehen, was er damit meint:
Gegessen werden,
um Mann zu sein, Frau zu sein,
vor allem aufs neue Mensch zu sein
und doch sich selbst in Liebe zu sammeln.
Erst wenn man selbst "jemand" geworden ist, kann man realisieren, was man schon längst am eigenen Leib erfahren hat: daß man lebt auf Kosten - ja, aber wessen? Des Lebensopfers anderer? Dieses Wort klingt wohl zu schwer, zu dramatisch. Aber es stimmt: Man lebt auf Kosten der Arbeitskraft und der Treue anderer Menschen. Es ist die Treue, die dieses Geschehen an einem Mann, der zu Geld, Brot, Leben, zum Menschen-für-andere wird, fortsetzt und dauerhaft macht. In dieser Treue findet er sein Glück - und seinen Tod. Denn jeder Tag Arbeit ist ein Stück seiner selbst und jedes Jahr Anstrengung kostet ihn ein Jahr seines Leibes. Wenn man so lebt, beinhaltet das: Verschleiß, älter werden, sich verbrauchen, langsam aber sicher sterben. Er wurde gesät in dieses Stück der Welt, das ihm zugeteilt war, er wurde wie Weizen gemäht, gedroschen, geschlagen, gemahlen, als Brot gesammelt, gegessen, um aufs neue Mensch zu sein. So geht es in der Welt, und es ist eine Selbstverständlichkeit, von der jeder Bauer weiß. Das sterbende Weizenkorn ist Bild und Gleichnis des Menschen, kein tragisches Bild, denn es handelt sich nicht um eine kosmische Katastrophe, eine herabstürzende Sonne, sondern um etwas unsichtbar Geringes; es ergibt sich einfach, sozusagen zwischen den Straßensteinen. Der Schmerz ist daran nicht sichtbar, und wenn es uns widerfährt, wenn wir dieser Mensch, dieses Weizenkorn sind, so ist uns das schon recht.
Im Evangelium ist das Weizenkorn Bild und Gleichnis Jesu von Nazareth, des Menschensohns, der nicht für sich selbst gelebt hat und nicht für sich selbst gestorben ist. Das Evangelium nennt ihn: Brot für das Leben der Welt; es weiß, daß er das Geheimnis seines Lebens in einer vielsagenden Gebärde bildlich ausgedrückt hat: daß er das Brot gebrochen und gegeben hat, um gegessen zu werden und so der neue Mensch zu sein. Die Kirche, die immer aufs neue aus dem Evangelium geboren werden muß, erkennt in dieser Gebärde Jesu das Geheimnis des Lebens selbst, denn niemand lebt für sich selbst und niemand stirbt für sich selbst.
Brot brechen und untereinander verteilen, die offene Hand ausstrecken, diese kleinen, wehrlosen und immer wieder gleichen Gebärden verstehen wir als Gesten, die sich auf Christus beziehen. Für uns können sie die Bedeutung haben, daß wir ihn im Gedächtnis behalten, sein Leben nachvollziehen, ihm entgegenhoffen wollen; daß wir unser Heil in diesem Menschen sehen, so wie er war, und in Gott, den er seinen Vater nannte, daß wir glauben an Geben und Empfangen, an Zusammengehörigkeit, an unser eigenes Lebensgeheimnis.
Zum Teil ist es auch eine verzweifelte Gebärde, mit der wir bekennen, daß wir es nicht bewältigen können und nicht wissen, wie das auf weltweiter Ebene vor sich gehen soll: dieses Brechen und Austeilen des Brotes. Es ist eine machtlose Gebärde wider den Hunger in der Welt, ein Ausdruck der Kollektivschuld. Bildlich drücken wir uns aus, sind uns bewußt, daß diese Vision noch immer keine Wirklichkeit geworden ist. Zugleich aber bekennen wir uns zu der Zukunftsvision einer Welt in Gerechtigkeit, in der wir einander nicht mehr zerreißen, sondern das tun, was jetzt noch undenkbar und unmöglich ist, in der wir sind, was jetzt noch nicht sein kann: Menschen in Frieden.
Aus: Huub Oosterhuis, Du bist der Atem und die Glut. Gesammelte Meditationen und Gebete. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 1994.
Wir bringen dir das Brot unseres Alltags
das nicht immer leicht zu leben ist
manchmal ist es hartes Brot
Leben ist nicht immer einfach
das Brot unseres Alltags
sind auch die Körner die zermahlen werden
das sind die Träume die sterben müssen
und Pläne die durchkreuzt werden
Hoffnungen die nicht erfüllt werden
das ist Mühsal und Arbeit
und das ist unser Hunger und unsere Sehnsucht
Unser Leben ist manchmal so leer wie der Kelch
der jetzt auf dem Altar steht
wir haben den Sinn verloren
wir wissen nicht mehr weiter
wir spüren unsere Einsamkeit
und manchmal ist unser Leben ein Schrei danach
von dir gefüllt zu werden
Und dann sehnen wir uns danach
dass du den Wein des Lebens in uns eingießt
dann sehnen wir uns danach
dass du uns erfüllst
mit Leben und Lebendigkeit
mit Lebensfreude und Lebensfest
und dann wünschen wir uns
das Leben das du uns verheißen hast
den Wein der Freude
das Fest das du uns zugesagt hast
Aus: Andrea Schwarz, Du Gott des Weges segne uns. Gebete und Meditationen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2008.

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Der Prediger versteht die Wüstenerfahrung Israels als Prüfung Gottes, durch die er sein Volk sich geformt hat, bis es erkannte, daß der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund des Herrn hervorgeht. Im zweiten Teil der Lesung ermahnt der Prediger Mose seine Zuhörer, daß sie nicht geschichtsvergessen und hochmütig werden.
Der Prediger versteht die Wüstenerfahrung Israels als Prüfung Gottes, durch die er sein Volk sich geformt hat, bis es erkannte, daß der Mensch nicht nur von Brot lebt, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund des Herrn hervorgeht. Im zweiten Teil der Lesung ermahnt der Prediger Mose seine Zuhörer, daß sie nicht geschichtsvergessen und hochmütig werden.
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Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive