Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus:
Gepriesen sei Gott,
der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet
durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt,
damit wir heilig und untadelig leben vor ihm.
Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt,
seine Söhne zu werden durch Jesus Christus
und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen,
zum Lob seiner herrlichen Gnade.
Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn.
In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut,
die Vergebung der Sünden
nach dem Reichtum seiner Gnade.
Durch sie hat er uns reich beschenkt,
in aller Weisheit und Einsicht,
er hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan,
wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat in ihm.
Er hat beschlossen,
die Fülle der Zeiten heraufzuführen,
das All in Christus als dem Haupt zusammenzufassen,
was im Himmel und auf Erden ist, in ihm.
In ihm sind wir auch als Erben vorherbestimmt
nach dem Plan dessen, der alles so bewirkt,
wie er es in seinem Willen beschließt;
wir sind zum Lob seiner Herrlichkeit bestimmt,
die wir schon früher in Christus gehofft haben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Eine ganze Nation ist happy: Kate Middleton, die Gattin des britischen Thronfolgers ist schwanger. Einige Beobachter munkelten schon länger, aber nun wurde es offiziell bekanntgegeben, und die Mitfreude mit dem jungen Paar ist groß. Auch wenn der Weg bis zur Geburt unter Umständen noch mühsam ist, freuen sich viele über die Weitergabe des Lebens. Bei aller medizinischen Nüchternheit ist und bleibt die Zeugung eines Menschen ein Wunder mitten im Leben und wird von jenen, die sich Nachwuchs wünschen, als Geschenk empfunden.
Am 8. Dezember feiern die Katholiken die Freude über die Empfängnis Mariens. Der Termin liegt neun Monate vor dem Fest Mariä Geburt und hat zunächst nichts mit Weihnachten, dem Geburtsfest Jesu, zu tun.
Manche Menschen mag es verwundern, dass man um ein Ereignis wie der Zeugung so viel Aufhebens macht; noch dazu im Umfeld der Liturgie der Katholischen Kirche. Das Interesse an der Zeugung Jesu ist da eher noch verständlich, liegt doch um die Frage seiner Vaterschaft ein von gläubigen Christen religiös gedeutetes Geheimnis, das bei den weniger gläubigen Zeitgenossen eher auf Unverständnis stößt. Aber darum geht es am 8. Dezember nicht. Das muss ausdrücklich festgehalten werden, da häufig unzutreffende Zusammenhänge hergestellt werden.
Die Zeugung Mariens ist auch nach Auffassung der kirchlichen Lehre auf ganz gewöhnliche Weise geschehen. Von daher haben wir zwar Anlass, uns mit den glücklichen Eltern zu freuen, aber kaum einen Anlass, ein großes Fest mit arbeitsfreiem Feiertag zu begehen.
Das Besondere an diesem Fest ist, dass wir glauben, dass Maria von Anfang an - von ihrer Zeugung an - aus allen Zusammenhängen von Sünde und Schuld, in die jeder Mensch hineingeboren wird, ausgenommen ist. Das ist ein Faktum, das zur Gänze auf der Ebene des Glaubens liegt und mit keiner wissenschaftlichen Methode bearbeitet werden kann.
Obwohl das ausschließlich eine Frage des Glaubens ist, nehmen dennoch viele daran Anstoß. Sie reiben sich an der Vorstellung, dass alle anderen Menschen unter dem Vorzeichen einer "Erbsünde", bzw. einer "Erbschuld" geboren werden. Kommt nicht jedes Kind "unschuldig" zur Welt? Ist es nicht grausam und verantwortungslos, wenn wir in unseren religiösen Vorstellungen einem Neugeborenen eine Schuld umhängen und von Sünde sprechen? Ist das nicht eine unheilvolle Unterstellung mit verhängnisvollen Folgen?
Die Bezeichnung "Erbsünde" und "Erbschuld" ist sicherlich sehr anfällig für Missverständnisse. Leider lassen sich solche theologischen Begriffe nicht mehr aus dem Verkehr ziehen. Festzuhalten ist auf jeden Fall, dass es dabei um keinerlei persönliche Schuld und nicht um persönliche Sünde geht, wie uns dies von der Beichte her geläufig ist. Bei diesen Begriffen geht es um eine viel umfassendere Sicht von Schuld und Sünde. Die Erzählung vom Sündenfall versucht dies in der Sprache der Mythen verständlich zu machen.
Mindestens ebenso verhängnisvoll wie ein einfältiger Umgang mit diesen Begriffen ist die Illusion, ein Mensch könne unberührt von den Möglichkeiten Böses zu tun und böse zu sein aufwachsen. "Der Apfel fällt nicht weit vom Baum", heißt es. Die besten und vorbildlichsten Eltern können ihr Kind nicht vor allem Bösen bewahren.
Maria war in diesem Sinn ein von Anfang an privilegierter Mensch. Gott hat sie aus diesen Zusammenhängen herausgehalten. Fragen Sie bitte nicht, wie das möglich ist. Hier gilt wie in allen anderen Fragen der Gottesbeziehung: Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Die Theologie verwendet dafür das Wort Gnade. Auch wenn ein solches Privileg ein weiterer Grund ist, Anstoß zu nehmen: Maria stellt den Menschen dar, wie Gott ihn von Anfang an gedacht hat: unbelastet von jedem Misstrauen in einem innigen Vertrauensverhältnis zu Gott, seinem Schöpfer.
So gesehen ist dies eine Sonderstellung, die der Mutter Jesu im Glauben zugedacht ist. Privilegien sind immer auch ein Anlass zur Diskussion. Relativ leicht können wir akzeptieren, wenn sich jemand eine Sonderstellung verdient oder hart erarbeitet hat…
Das ist meines Erachtens genau der springende Punkt: Es geht um Gnade nicht um Verdienst. Das Fest der Empfängnis Mariens ohne Erbsünde möchte uns zum Geheimnis der Gnade Gottes hinführen.
Wenn wir diesen Gedanken weiter verfolgen, fällt jeder Anlass auf das Privileg Mariens eifersüchtig zu sein weg: Denn die Gnade Gottes, seine Zuwendung und Liebe gilt uns allen. Sie überwindet jede Art von Sünde und Schuld, alles, was uns von Gott trennt. Nicht wir überwinden Sünde und Schuld aus eigener Kraft, sondern Gott kommt uns entgegen mit seiner Liebe. Hier stehen wir vor dem Geheimnis der Erlösung. Wer dies fassen kann, wird an diesem Tag in Dankbarkeit und Freude vor Gott stehen und ihm für diese Gnade danken.
Auch wenn der 8. Dezember mit Weihnachten nicht direkt in Zusammenhang steht, so geht es an beiden Festtagen um Ähnliches: Die Freude über die Liebe und Zuwendung Gottes zu uns Menschen. Und die Freude über beginnendes Leben, wie es derzeit Kate Middleton und Prinz William erleben, hat ihren tiefsten Grund im Wissen, wie sehr wir von Gott beschenkt sind.
Ich vermute, dass ihr in der Zeitung gelesen habt, dass eine Gruppe von Menschen fordert, dass die Schwangerschaftsabbrüche in der Innsbrucker Klinik kein Tabu mehr sein sollen. In einer Aussendung hieß es: "Der Schwangerschaftsabbruch ist Aufgabe der Gesundheitspolitik. Der Westen Österreichs ist mit Angeboten unterversorgt". Ins Salzburger Krankenhaus kommen Ärzte aus Wien, die jedes Wochenende ca. 30 Abtreibungen durchführen. Das Drama um die Menschwerdung macht mich traurig. Ich weiß, dass es zu ungewollten Schwangerschaften kommen kann. Aber muss man dann abtreiben?
So viele Menschen wollen gern ein Kind adoptieren. Außerdem besteht ein breiter Konsens, dass es sich bei einem Embryo im Mutterleib um ein Wesen handelt, das ein Mensch werden soll. Wenn das so ist, ist jedes menschliche Leben von der Empfängnis an zu schützen.
Das heutige Evangelium erzählt uns: Maria ist nicht ungewollt, aber ungeplant schwanger geworden. Sie kam dadurch in eine große Notsituation. Als dies Josef merkte, entstand auch für ihn eine schwierige Situation. Er wusste nicht, was er tun sollte. Würde er Maria öffentlich anzeigen, droht seiner Braut die Steinigung. Das aber wollte er ihr ersparen. So schwieg er. Maria aber wusste auch nicht, wie sie ihrem Bräutigam sagen soll, dass sie vom Heiligen Geist empfangen hat. Wird er ihr das glauben? Eine dicke Luft herrschte zwischen den Brautleuten, fast unerträglich. Was tat Maria? Sie ging eilends über das Gebirge zu Elisabeth, zu ihrer Verwandten. Da kann sie alles besprechen. Da hat sie eine verständnisvolle Gesprächspartnerin.
Wisst ihr, was Elisabeth zu Maria gesagt hat? "Selig bist du, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr dir sagen ließ" (Lk 1, 45). Maria hat alles im Glauben und in der Hoffnung auf Gottes Hilfe gemeistert. Sie hat ihr Leben ganz auf Gott ausgerichtet. Und Gott ist Maria mit seiner Gnade zuvorgekommen. Das heutige Fest besagt, dass Gott Maria vor jedem Makel der Sünde bewahrt hat. Sie ist daher voll der Gnade, die Begnadete.
Wir stehen jetzt im Advent. Es ist eine heilige Zeit. Sie lässt uns schwanger werden mit dem Wort Gottes, das in uns Fleisch werden will. Es wird allen Menschen eine neue Welt angekündigt, die von Gott kommt. Öffnen wir Christus weit die Türen und Fenster. "Ich habe kein Geschöpf finden können, dass mich mehr liebt als Jesus. Ich brauche ihn, der meine Natur annahm, mein Bruder wurde." (Theresa von Avila). Gott will wie an Maria Großes an mir, an dir, an uns allen tun. Daher sprechen wir mit Maria: "Mir geschehe nach deinem Wort" (Lk 1,38).
Mitten im Advent feiern wir ein Marienfest, das von seinem Inhalt her nicht direkt mit dem Advent zu tun hat, dennoch aber gut in die Vorweihnachtszeit hineinpasst: Das Fest der Erwählung Mariens, oder wie man es früher nannte: Das Fest der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Es wird 9 Monate vor dem Fest Mariä Geburt gefeiert und hebt hervor, dass Gott Maria von allem Anfang an erwählt hat, die Mutter des Erlösers zu werden. Aus diesem Grund hat er sie aus allen menschlichen Verstrickungen in das Böse herausgehalten.
Das Fest kreist zwar um die Person Mariens, meint aber letztlich uns alle. Mit der Erwählung Mariens beginnt der Weg des Erlösers, beginnt unsere Erlösung. Wir haben Grund, unsere Freude über die Erwählung Mariens und über unsere Erlösung zum Ausdruck zu bringen.
Herr, Jesus Christus,
du hast durch deine Mutter Maria menschliche Gestalt angenommen.
Herr, erbarme dich.
Du hast Maria, deine Mutter, auch uns zur Mutter gegeben.
Christus, erbarme dich.
Du hast überwunden, was uns von Gott trennt.
Herr, erbarme dich.
Großer und heiliger Gott,
im Hinblick auf den Erlösertod Jesu Christi
hast du die selige Jungfrau Maria schon im ersten Augenblick ihres Daseins
vor jeder Sünde bewahrt, um deinem Sohn eine würdige Wohnung zu bereiten.
Höre auf ihre Fürsprache:
Mache uns frei von Sünden und erhalte uns in deiner Gnade,
damit wir mit reinem Herzen zu dir gelangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Mariä Empfängnis
Herr, unser Gott,
in deiner Gnade
hast du die selige Jungfrau Maria auserwählt
und vor jeder Sünde bewahrt.
An ihrem Fest feiern wir das Opfer,
das alle Schuld der Menschen tilgt.
Befreie uns auf ihre Fürsprache
aus der Verstrickung in das Böse,
damit auch wir heilig und makellos vor dir stehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Erwählung Mariens
Gott, du bist groß und unbegreiflich.
Nach deinem Willen
ist dein ewiges Wort durch Maria Mensch geworden.
Gläubig bekennen wir,
dass unser Erlöser wahrer Gott und Mensch ist.
Mache uns immer wieder würdig,
Anteil zu erhalten an seiner Verheißung.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Herrn.
MB
Herr, unser Gott,
nimm unsere Gaben an
und erleuchte uns mit deinem Heiligen Geist,
damit wir nach dem Beispiel der seligen Jungfrau Maria
dein Wort in unserem Herzen erwägen und bewahren.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Marienmessen in der Weihnachtszeit
(für Wortgottesdienstfeiern)
GL 404: Danket dem Herrn, er hat uns erhöht; Großes hat er an uns getan
mit dem Magnifikat
Gott, Vater im Himmel,
wir preisen dich für alles, was du geschaffen hast.
Wir preisen dich besonders für Maria,
die du zur Mutter deines Sohnes erwählt hast.
In ihrer Erwählung leuchtet deine Liebe zu uns Menschen auf.
Kehrvers
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
wir danken dir, dass du Maria auch uns zur Mutter gegeben hast.
Sie hat das Wort Gottes gläubig gehört und angenommen
und zeigt uns, wie wir dir nachfolgen können.
Kehrvers
Gott, Heiliger Geist,
du hast Maria mit der Kraft des Höchsten überschattet.
So hat sie den Sohn Gottes zur Welt gebracht.
Auch uns erfüllst du mit Deiner Kraft,
damit wir Christus sichtbar machen in dieser Welt.
Kehrvers
Darum preisen wir Dich, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist
und singen wir dir mit allen Erlösten dein Lob:
Danklied, z. B. Den Herren will ich loben (GL 395)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und das Werk deiner Liebe zu rühmen.
Denn du hast Maria vor der Erbschuld bewahrt,
du hast sie mit der Fülle der Gnade beschenkt,
da sie erwählt war,
die Mutter deines Sohnes zu werden.
In unversehrter Jungfräulichkeit
hat sie Christus geboren,
der als schuldloses Lamm
die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Sie ist Urbild und Anfang der Kirche,
der makellosen Braut deines Sohnes.
Vor allen Heiligen ist sie ein Vorbild der Heiligkeit,
ihre Fürsprache erfleht uns deine Gnade
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und singen
wie aus einem Munde das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Mariä Empfängnis
Großes hat man von dir gesagt, Maria,
denn aus dir ging hervor die Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, unser Gott.
Oder:
Maria sagte Ich bin die Magd des Herrn;
Mir geschehe, wie du es gesagt hast.
(Lk 1, 38)
Oder:
In Christus hat Gott uns erwählt vor der Erschaffung der Welt.
(vgl. Eph 1,4)
Oder:
Meine Seele preist die Größe des Herrn
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter:
(Lk 1,46)
Herr und Gott,
das Sakrament, das wir empfangen haben,
heile in uns die Wunden jener Schuld,
vor der du die allerseligste Jungfrau Maria
vom ersten Augenblick ihres Daseins an
auf einzigartige Weise bewahrt hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Erwählung Mariens
Menschenfreundlicher Gott,
in Freude haben wir
am Fest (Gedenktag) der seligen Jungfrau Maria
(beim Gedenken an die selige Jungfrau Maria)
den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen,
der für uns Mensch geworden ist.
Lass uns durch diese geheimnisvollen Gaben
seiner Gottheit teilhaftig werden.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Marienmessen in der Weihnachtszeit
Gott, der allmächtige Vater,
segne euch durch den Erlöser der Welt,
unseren Herrn Jesus Christus,
den Sohn der jungfräulichen Mutter Maria.
Sie hat den Urheber des Lebens geboren;
Ihre Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.
Euch allen, die (heute) das Fest ihrer [_________] begehen,
[Euch und allen, die heute ihr Gedächtnis begehen]
schenke Gott die wahre Freude und den ewigen Lohn.
Das gewähre euch der
Der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.
MB Feierliche Schlusssegen von der seligen Jungfrau Maria

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