2. Lesung am 9. Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C:
Gal 1,1-2. 6-10
Lesung aus dem Brief des Apostel paulus an die Galater.
Paulus, zum Apostel berufen,
nicht von Menschen oder durch einen Menschen,
sondern durch Jesus Christus
und durch Gott, den Vater,
der ihn von den Toten auferweckt hat,
und alle Brüder, die bei mir sind,
an die Gemeinden in Galatien:
Ich bin erstaunt,
daß ihr euch so schnell von dem abwendet,
der euch durch die Gnade Christi berufen hat,
und daß ihr euch einem anderen Evangelium zuwendet.
Doch es gibt kein anderes Evangelium,
es gibt nur einige Leute, die euch verwirren
und die das Evangelium Christi verfälschen wollen.
Wer euch aber ein anderes Evangelium verkündigt,
als wir euch verkündigt haben,
der sei verflucht,
auch wenn wir selbst es wären
oder ein Engel vom Himmel.
Was ich gesagt habe, das sage ich noch einmal:
Wer euch ein anderes Evangelium verkündigt,
als ihr angenommen habt,
der sei verflucht.
Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen,
oder geht es mir um Gott?
Suche ich etwa Menschen zu gefallen?
Wollte ich noch den Menschen gefallen,
dann wäre ich kein Knecht Christi.
Evangelium vom 9. Sonntag des Jahreskreises, Lesejahr C:
Lk 7,1-10
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit,
Als Jesus seine Rede vor dem Volk beendet hatte,
ging er nach Kafarnaum hinein.
Ein Hauptmann hatte einen Diener,
der todkrank war und den er sehr schätzte.
Als der Hauptmann von Jesus hörte,
schickte er einige von den jüdischen Ältesten zu ihm
mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten.
Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig.
Sie sagten:
Er verdient es, daß du seine Bitte erfüllst;
denn er liebt unser Volk
und hat uns die Synagoge gebaut.
Da ging Jesus mit ihnen.
Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war,
schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen:
Herr, bemüh dich nicht!
Denn ich bin es nicht wert, daß du mein Haus betrittst.
Deshalb habe ich mich auch nicht für würdig gehalten,
selbst zu dir zu kommen.
Sprich nur ein Wort, dann muß mein Diener gesund werden.
Auch ich muß Befehlen gehorchen,
und ich habe selber Soldaten unter mir;
sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er,
und zu einem andern: Komm!, so kommt er,
und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es.
Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte.
Und er wandte sich um
und sagte zu den Leuten, die ihm folgten:
Ich sage euch:
Nicht einmal in Israel habe ich einen solchen Glauben gefunden.
Und als die Männer, die der Hauptmann geschickt hatte,
in das Haus zurückkehrten,
stellten sie fest, daß der Diener gesund war.
Das friedliche und gegenseitig befruchtende Zusammenleben der Religionen in Europa wird heute von vielen Menschen in Frage gestellt. Im Evangelium begegnen uns heute Menschen, die über Religionsgrenzen hinweg sich gegenseitig wertschätzen und respektieren. Jesus erkennt darin einen tiefen Glauben, der für ihn vorbildlich ist.
Paulus greift in seinem Brief an die Galater in einen Konflikt ein und stellt klar, worauf es im Glauben ankommt. Wir sind von Gott begnadet und beschenkt. Das Einhalten der Gebote und Regeln ist zwar notwendig, spielt aber eine der Gnade untergeordnete Rolle.
Lukas, der uns das heutige Evangelium überliefert hat, lebte in der Zeit, da allerorts in der jungen Kirche die Frage im Raum stand: Müssen die Heiden sich erst beschneiden lassen, um Christen werden zu können? Diese Frage hat damals in der Kirche viel Unruhe gestiftet. Auch wenn dann im ersten Apostelkonzil die Frage zugunsten der Heiden entschieden wurde, war damit nicht schlagartig der Friede gesichert und rundum volle Harmonie hergestellt. Als Seelsorger war Lukas daher sehr bemüht, ein friedvolles Zusammenleben unter den Heiden- und Judenchristen aufzubauen oder es zu verstärken. Im heutigen Evangelium können wir dies deutlich spüren.
Es ist sicher kein Zufall, dass der Evangelist für seinen Bericht über das Wirken Jesu unter anderem eine Situation auswählt, in der hervorgehoben wird, dass Heiden und Juden sehr wohl ein gutes Verhältnis zueinander pflegen konnten. Der im Bericht erwähnte Hauptmann war den Juden behilflich gewesen beim Bau oder einer Restaurierung ihrer Synagoge. Seine Bitte an Jesus überbringt nicht, was ja nahe gelegen hätte, einer seiner Diener, sondern gläubige Juden, die obendrein bei Jesus "inständig" bittende Fürsprache für den Hauptmann einlegen. Dies wird nicht unbedacht von Lukas betont. Der Evangelist möchte zeigen, dass es auch sehr positive Beispiele für das Zusammenleben von Juden und Heiden gab.
Lukas hat ganz sicher die Judenchristen im Blick, wenn er den Hauptmann ausführlich als einen Menschen beschreibt, den man liebhaben und wertschätzen muss. Hinzu kommt sein einmaliger Glaube, der wohl auch den meisten Judenchristen als Beispiel dienen kann. Dass es so etwas gibt wie diesen Heiden, mit seinem Glauben, ist für die jüdisch geprägten Christen wahrscheinlich das eigentliche Wunder der Erzählung. Und Lukas bestärkt ihre Verwunderung, indem er berichtet, wie sehr selbst Jesus dieser Glaube in Verwunderung und Entzücken versetzt hat.
Sich den Heidenchristen zuwendend möchte Lukas diesen den Hauptmann als Vorbild des Glaubens vor Augen stellen. Sein Glaube, sein absolutes Vertrauen in Jesus soll auch ihren Glauben bestimmen und auszeichnen.
Beiden, Juden- wie Heidenchristen, will Lukas versichern: Das Heil Jesu erhalten alle, die an ihn glauben und ihm vertrauen, unabhängig davon ob sie Heiden oder Beschnittene sind, zu den Kleinen oder Sündern zählen, den Zöllnerberuf ausüben oder der Besatzungsmacht angehören.
Das ist das eigentliche Wunder, das Jesu immer wieder wirkt: das Verschenken seiner unbegrenzten Liebe an alle. Die erwähnte Krankenheilung ist für Jesus nichts Besonderes. Sie dient im Grunde nur der Bestätigung seiner Größe und Machtfülle und ist eine Hilfe für die, die noch auf der Suche sind nach dem Wesen Jesu. Das Wunder schlechthin, das Jesus immer wieder wirkt, ist seine Liebe, in die er alle Menschen einschließt.
Der Hauptmann ist ein Glückspilz. Sein Vertrauen in Jesus wird belohnt, wie er es sich wünscht. Wie schön wäre es, wenn auch unsere Bitten an Gott so schnell und unkompliziert Erfüllung fänden.
Sicher haben auch wir uns des öfteren schon von Gott erhört gefühlt. Aber wir haben zuweilen auch das Gefühl, dass unsere Bitten und Gebete unerhört blieben. Manche Bitten mögen unberechtigt gewesen sein - aber doch nicht alle! Hier stehen wir vor einem Problem, das sich mit menschlichen Gedanken nicht lösen oder begründen lässt.
Ganz sicher stimmt, dass wir durch manches Leid, das wir mit Gottes Hilfe durchgestanden haben, innerlich gewachsen sind. Wir wurden feinfühliger, einfühlsamer, vorsichtiger im Urteil, wacher für Menschen mit ihren Nöten um uns her. Wir wurden vorbereitet auf Herausforderungen, die später auf uns zukamen und die wir dann bewältigen konnten. Das alles stimmt. Und dennoch bleibt für manche Situationen die Frage: Warum hilft mir Gott nicht deutlicher oder mehr, obwohl ich ihn voll Vertrauen und inständig angefleht habe? Eine letzte, befriedigende Antwort werden wir auf diese Frage nicht finden.
Ein Blick auf den Hauptmann kann uns vielleicht helfen, diese Situationen zu ertragen und ohne Verbitterung durchzustehen. Neben dem Vertrauen, das der Hauptmann in Jesus setzt, zeichnet ihn aus, dass er ein tiefes Gespür für die Erhabenheit Jesu und seine souveräne Freiheit des Handelns besitzt. Ich bin nicht würdig, dass du mein Haus betrittst, lässt er Jesus sagen. Hinter diesen Worten steckt die Überzeugung: Ich kann dich, Jesus, bitten; aber ich habe kein Anrecht auf deine Hilfe. Wenn du mir hilfst - ich glaube fest daran, dass du es vermagst - dann ist dies ein unverdientes, großzügiges Geschenk an mich deinerseits. Dafür kann ich und werde ich dir danken. Aber ich bleibe mir bewusst: ein Anrecht auf deine Hilfe habe ich nicht.
Wo wir uns diese Einstellung Gott gegenüber aneignen, vielleicht müssen wir sie uns öfter sogar einmal regelrecht abringen, werden wir fähiger, uns vor Bitterkeit in den Situationen zu bewahren, wo wir uns nicht erhört fühlen.
Tausend Dinge gewährt uns Gott Tag für Tag neu, sogar ohne dass wir ihn darum bitten. Aus dieser Erfahrung dankbar das Vertrauen in Gott und seine Hilfe nicht aufgeben, sollte uns auszeichnen. Gott bleibt auch dann, wenn wir ihn nicht verstehen, unser Helfer und Beistand, dem wir nicht genug danken können.
Vielleicht wird das das große und eigentliche Wunder Gottes an uns, dass er uns die Kraft schenkt, trotz mancher Enttäuschungen und bleibenden Fragezeichen nicht von ihm abzulassen. Dies wünsche ich ihnen und mir.
Das heutige Evangelium hätte sich auch in unserer Zeit, in einer multi-kulturellen Stadt Europas ereignen können. Kapharnaum war eine Zoll-, Grenz-, und Garnisonsstadt. In der Kaserne lebten nicht nur römische Soldaten, sondern auch Söldner aus aller Welt. Darunter befanden sich Syrer, Germanen, Gallier und andere.
Im Mittelpunkt des Evangeliums steht aber der Glaube eines heidnischen Hauptmannes. Sein riesengroßes Vertrauen zu Christus ist bewundernswert. Dieser ausländische Hauptmann vertraut schon auf die Wirkkraft eines Wortes Jesu. Er weiß, dass er als Heide kein Recht auf Hilfe hat, aber von diesem Christus darf er alles erwarten. Einen solchen Glauben sollten wir haben. Beachtenswert ist aber auch, dass Jesus seine Liebe nicht einschränkt. Das ist das Neue an Christus, dass er uns zeigt, dass Gottes Liebe alle Menschen einschließt.
Es fällt auf, dass in Europa der Glaube an Christus abnimmt. In anderen Gebieten wächst er hingegen ständig. Benno Elbs, der designierte Vorarlberger Bischof, wurde vor kurzem von einem Journalisten gefragt: "Herr Bischof, nach einer Umfrage ist für die Hälfte der Vorarlberger Religion wichtig, aber nur 23% praktizieren ihren Glauben. Übernehmen Sie ein Missionsgebiet?" Der Bischof gab zur Antwort: "In gewissem Sinne ja. Vom Prinzip her ist jeder Mensch ein Suchender. Insofern ist jeder Mensch, einschließlich mir ein Missionsprojekt."
Ein berühmter deutscher Exerzitienleiter wurde einmal gefragt, warum es mit dem christlichen Glauben in Europa bergab gehe? Er gab zur Antwort: "Bei uns sucht jeder nach Selbstverwirklichung, nicht nach Selbsthingabe." Daher spricht der Gerichtspsychiater Reinhard Haller von einer Narzissmusfalle. Er vertritt die Meinung, dass das narzisstische Verhalten zu einem Lebensprinzip geworden ist. Es gilt als erstrebenswert, den eigenen Vorteil zu suchen; und wenn es sein muss auch rücksichtslos und unverschämt. Trotzdem ist Glaube noch vorhanden. Bischof Manfred Scheuer schrieb in der Zeitschrift 'Tirol' (Heft 82, S. 49-56) den Aufsatz "Tirol ist ein religionsgeladener Raum". Aber wir müssen auch feststellen, dass die Weitergabe des Glaubens durch die Familie keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Eine Neuevangelisierung ist daher notwendig.
Das ist heute schwieriger als vor 50 Jahren. Wir leben heute in einem globalen Dorf. Ich kann nicht mehr einen Menschen über den Tisch ziehen und sagen: "Du musst katholisch werden." Der heidnische Hauptmann ist ein gutes Beispiel für ein Zusammenleben zwischen Juden und Heiden. Dieser Ausländer hat den Juden beim Bau einer Synagoge geholfen, und die Juden haben sich für ihn bei Jesus eingesetzt. Da herrschte gegenseitige Wertschätzung.
Da wir durch das Internet zu einem virtuellen Dorf werden, hat unsere Kirche das Verhältnis zu nicht-christlichen Religionen neu überdacht. Das 2. Vatikanische Konzil hat mit seiner Erklärung 'Nostra aetate' wahrlich Schritte ins 3. Jahrtausend getan. Fast 3 Jahre hat man an diesem Dokument gearbeitet, immer wieder wurde es umgeschrieben. Mit knapp 1200 Wörtern ist es der kürzeste und wirksamste Text des Konzils. Seitdem haben die Christen eine neue Einstellung zum jüdischen Volk gewonnen. Das spüren wir auch in Tirol, es spricht keiner mehr von Ritualmorden. Der 'Anderlkult' wurde von Bischof Stecher abgeschafft.
Ich kann mich noch sehr gut an eine Predigt von Dr. Mösl in Mariahilf erinnern. Er sagte: "Die Juden sind nach wie vor das Volk Gottes. Gott hat seine Liebe nie aufgekündigt. Die Juden sind nicht von Gott verworfen." Die Zuhörer meinten darauf: "Wenn das so ist, ist der Antisemitismus abzulehnen." Juden und Christen besinnen sich heute wieder auf das gemeinsame Erbe. Papst Johannes XXIII nannte die Juden seine älteren Brüder.
Auch die Einstellung zum Buddhismus hat sich seit dem II. Vatikanischen Konzil geändert. Eine Reihe von uns hörte in unserer Pfarre den Vortrag 'Was können wir vom Buddhismus lernen'. Besonders die Achtsamkeit und Meditation wirkt auch für uns Christen inspirierend.
In unsere Pfarre wohnen auch Muslime. Auch sie verehren wie Abraham den alleinigen Gott. Sie haben eine hochstehende Moral, beten fünf Mal am Tag, fasten ein Monat lang, geben Almosen und üben die Gastfreundschaft. Sie geben uns ein gutes Beispiel.
So ist mit der Erklärung von 'Nostra aetate' aus dem Gegeneinander ein Miteinander der Religionen geworden. Die Kirche hat wieder ein weltweites Denken gewonnen. Der Dialog ist das Markenzeichen der Neuevangelisierung. So können wir auch den Glauben eines heidnischen Hauptmannes, eines Buddhisten oder von Muslimen bewundern.
"Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund." Unzählige Male haben wir diesen Satz zur Vorbereitung auf den Empfang der Kommunion gesprochen. Und doch waren wir uns wohl nur selten bewusst, dass wir damit dem heidnischen Hauptmann von Kafarnaum nachsprachen. Heute wird er uns im Evangelium vor Augen gestellt. Er ist ein erstaunlicher Mann. Selbst steht er in Diensten der römischen Besatzungsmacht. Er will nichts für sich, sondern will das Leben seines todkranken Dieners retten. Offenbar hat er von den Krankenheilungen des Jesus von Nazareth gehört und glaubt an ihn als letzte Rettung. Um seinem Anliegen Nachdruck zu verleihen, schickt er als Heide Autoritäten, nämlich jüdische Älteste zu Jesus "mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten." Sie tun dem Hauptmann gern diesen Gefallen, können sie sich doch auf diese Weise dafür revanchieren, dass er das jüdische Volk liebt und sogar eine Synagoge hat bauen lassen. Heute würde man einen solchen Menschen Sponsor nennen.
Jesus lässt sich nicht lange bitten, sondern macht sich mit den Ältesten auf den Weg zum Haus des Hauptmanns. Doch der schickt ihm Freunde entgegen und lässt ihm ausrichten, dass er sich nicht für würdig hält, dass Jesus sein Haus betritt. "Sprich nur ein Wort, dann muss mein Diener gesund werden." Er traut Jesus eine Fernheilung zu. Jesus ist erstaunt über diesen Glauben dieses fremden Hauptmanns. Dieser tiefe Glaube geht über das hinaus, was Jesus von seinen Landsleuten kennt.
Wieder einmal bewahrheitet sich, dass die Wunder und Heilungsgeschichten des Neuen Testamentes nichts Spektakuläres an sich haben. Es geht nicht um das Drumherum. Der Kern ist jeweils der Glaube an Jesus. Jesus heilt mit göttlicher Vollmacht. Wie am Anfang der Schöpfung dem Schöpfer, genügt Jesus ein Wort und der Diener ist gesund. Die ausgesandten Bittsteller stellen das bei ihrer Rückkehr nur noch fest.
Jesus stellt diesen heidnischen Hauptmann seinen Zeitgenossen und uns als Vorbild vor Augen.
Vorbildlich ist sein solidarischer Einsatz für seinen Diener. Er sucht nach dem nach menschlichem Ermessen aussichtsreichsten Weg, um bei Jesus anzukommen. Er bedient sich jüdischer Ältester. Sie sind ihm wohl gesonnen, weil er sich vor allem durch den Bau einer Synagoge als Freund des jüdischen Volkes erwiesen hatte. Obwohl er zur Besatzungsmacht zählt, kommt offenbar weder bei ihm noch bei den jüdischen Ältesten ein Freund-Feind-Denken auf.
Vorbildlich ist die demütige Art des Bittstellers. Er leitet aus seinen Verdiensten keinen Anspruch ab. Er bezeichnet sich sogar als "nicht würdig". Andere bringen seine Verdienste ins Spiel.
Vorbildlich ist vor allem das unbedingte Vertrauen des Hauptmanns in die göttliche Vollmacht Jesu. Das ist umso erstaunlicher, als es sich hier um einen heidnischen Hauptmann handelt.
Aber kehren wir auf diesem Hintergrund noch einmal zu dem Gebet zurück, mit dem wir uns auf den Kommunionempfang vorbereiten. Das "Herr, ich bin nicht würdig..." hatte zum Teil eine verheerende Wirkungsgeschichte. Der Kommunionempfang wurde selten, ja er musste durch ein Kirchengebot wenigstens einmal im Jahr gesichert werden. Noch heute gilt die Weisung der Kirche: "Empfange regelmäßig, wenigstens aber in der österlichen Zeit, die Sakramente der Buße und des Altares" (GL 67/4). Nicht die Kommunion stand im Vordergrund, sondern der Glaube an die Gegenwart Jesu Christi in der Gestalt des Brotes. Es galt ihn dort anzubeten, sei es bei den verschiedenen Prozessionen in der Monstranz oder durch das Anschauen der Hostie, die der Priester, als er noch mit dem Rücken zum Volk zelebrierte, nach dem Wandlungsworten hoch streckte. Manch einer wird sich wie ich daran erinnern, dass sonntags im Hochamt überhaupt keine Kommunion ausgeteilt wurde. Der öftere Kommunionempfang musste schon durch aloysianische Sonntage oder Standeskommunionen herbei organisiert werden. Seien wir froh, dass es heute wieder anders ist.
Manche haben sogar die Sorge, dass nicht wenige unbedacht und damit unwürdig hinzu treten. Es bleibt dabei, dass wir wie der heidnische Hauptmann nicht würdig sind, dass Jesus unser Haus betritt. Nicht wir sind würdig und haben nicht aufgrund unserer Verdienste ein Anrecht darauf. Aber er macht uns würdig. Er will uns heil machen. Er würdigt uns. Wenn wir in dieser Haltung hinzutreten und die Kommunion empfangen, macht er nicht nur unsere Seele gesund, sondern uns ganz.
Gottvertrauen ist ein nicht einfaches Thema im Bereich des Glaubens. Solange es uns gut geht und wir nicht in besonderer Weise angefochten sind, werden wir bei diesem Thema nicht zögerlich reagieren oder ins Stocken geraten. Ganz anders sieht es aus, wenn wir bitter in Enttäuschungen hängen und Besserung nicht in Sicht ist.
Wagen wir uns heute einmal an dieses Thema heran: mit Gedanken und Überlegungen und der Bitte an Gott, unser Vertrauen in ihn zu stärken.
Gott, unser Vater,
deine Vorsehung geht niemals fehl.
Halte von uns fern, was uns schadet,
und gewähre uns alles, was zum Heile dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Herr Jesus Christus,
vielen Menschen hast du geholfen,
ihre Bitten erhört und damit gezeigt,
dass dir Glück und Wohlergehen der Menschen ein Anliegen sind.
Wir bitten dich um Kraft für unser Gottvertrauen;
besonders in den Situationen, die wir nicht verstehen.
Christus, höre uns...
Bewahre uns vor Verbitterung,
wenn Enttäuschungen und Lasten des Lebens unsere inneren und körperlichen Kräfte aufzehren.
Christus, höre uns...
Öffne unsere Herzen weit für die Nöte der Menschen.
Christus, höre uns...
Hilf uns, in Eintracht und Frieden mit allen zu leben.
Christus, höre uns...
Lass dich finden von den Menschen, die nach dir suchen.
Christus, höre uns...
Allen Verstorbenen schenke neues Leben in der Gemeinschaft mit dir.
Christus, höre uns...
Herr Jesus Christus,
immer wieder kommst du uns Menschen zu Hilfe
und beschenkst uns - oft sehr reichlich, weil du uns liebst.
Dafür danken wir dir von ganzem Herzen. - Amen.
Herr, unser Gott,
im Vertrauen auf deine Güte
kommen wir mit Gaben zu deinem Altar.
Tilge unsere Schuld
durch das Geheimnis des Glaubens,
das wir im Auftrag deines Sohnes feiern,
und schenke uns deine Gnade.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn wir erkennen deine Herrlichkeit in dem,
was du an uns getan hast:
Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit
zu Hilfe gekommen und
hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn
Rettung und Heil gebracht
aus unserer menschlichen Sterblichkeit.
So kam uns aus unserer Vergänglichkeit
das unvergängliche Leben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir jetzt und in Ewigkeit
dein Erbarmen und singen mit den
Chören der Engel das Lob
deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 3
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Engagiert glauben
Heilung erhoffen
Ich schätze
es wird wieder
gut
Ich schätze es
wenn (fremde) Menschen
einander Hilfe leisten
Ich schätze Jesus
so ein
wo ER erscheint
tun sich Lösungsansätze auf
wird hilfreiche Vernetzung möglich
geschieht das Wunder
der Heilung
Lass dich ein auf „dieses Bild“
im Evangelium
und
lass es zu
in DEINER Wirklichkeit
Glaube lässt aufleben
eine Erfahrung
die ich sehr schätze
und
jedem Menschen wünsche

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die zweite Lesung ist dem Galaterbrief entnommen, den Paulus 55 nach Christus von Makedonien aus schrieb. Paulus hatte den Galatern den christlichen Glauben verkündet. Aber schon kurz nach seiner Abreise waren judenchristliche Missionare mit einer strengen Botschaft aufgetaucht. Sie waren davon überzeugt, dass auch Christen die jüdischen Vorschriften, insbesondere die Beschneidung einzuhalten hätten. In scharfer Form kritisiert er die Galater, weil sie sich so schnell verunsichern lassen.
Gleich zu Beginn der Lesung verteidigt er sein Apostelamt, das ihm offensichtlich von Gegnern streitig gemacht wird. Ebenso wird ihm scheinbar vorgeworfen, er mache es den Menschen leicht und bequem. Paulus setzt dagegen, dass es ihm nicht darum geht, den Menschen zu gefallen. Ihm geht es darum, dass die Menschen als befreite Christen leben.
Hans Seidl - HansSeidl@gmx.de