Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Als Petrus in Cäsaréa beim Hauptmann Kornélius ankam,
ging ihm dieser entgegen
und warf sich ihm ehrfürchtig zu Füßen.
Petrus aber richtete ihn auf
und sagte: Steh auf!
Auch ich bin nur ein Mensch.
Da begann Petrus zu reden
und sagte:
Wahrhaftig, jetzt begreife ich,
dass Gott nicht auf die Person sieht,
sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist,
wer ihn fürchtet
und tut, was recht ist.
Noch während Petrus redete,
kam der Heilige Geist auf alle herab,
die das Wort hörten.
Die gläubig gewordenen Juden,
die mit Petrus gekommen waren,
konnten es nicht fassen,
dass auch auf die Heiden
die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde.
Denn sie hörten sie in Zungen reden
und Gott preisen.
Petrus aber sagte:
Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern,
die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?
Und er ordnete an,
sie im Namen Jesu Christi zu taufen.
Danach baten sie ihn,
einige Tage zu bleiben.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Als Petrus in Cäsaréa beim Hauptmann Kornélius ankam,
ging ihm dieser entgegen
und warf sich ihm ehrfürchtig zu Füßen.
Petrus aber richtete ihn auf
und sagte: Steh auf!
Auch ich bin nur ein Mensch.
Während er sich mit ihm unterhielt,
ging er hinein
und fand dort viele Menschen versammelt.
Da sagte er zu ihnen:
Ihr wisst, dass es einem Juden nicht erlaubt ist,
mit einem Nichtjuden zu verkehren
oder sein Haus zu betreten;
mir aber hat Gott gezeigt,
dass man keinen Menschen unheilig
oder unrein nennen darf.
Darum bin ich auch ohne Widerspruch gekommen,
als nach mir geschickt wurde.
Nun frage ich:
Warum habt ihr mich holen lassen?
Da sagte Kornelius:
Vor vier Tagen um diese Zeit
war ich zum Gebet der neunten Stunde in meinem Haus;
siehe, da stand ein Mann in einem leuchtenden Gewand vor mir
und sagte: Kornelius, dein Gebet wurde erhört
und deiner Almosen wurde vor Gott gedacht.
Schick jemanden nach Joppe
und lass Simon, der den Beinamen Petrus hat, holen;
er ist Gast im Haus des Gerbers Simon am Meer.
Sofort habe ich nach dir geschickt
und es ist gut, dass du gekommen bist.
Jetzt sind wir alle hier vor Gott zugegen,
um all das anzuhören,
was dir vom Herrn aufgetragen worden ist.
Da begann Petrus zu reden
und sagte:
Wahrhaftig, jetzt begreife ich,
dass Gott nicht auf die Person sieht,
sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist,
wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.
Er hat das Wort den Israeliten gesandt,
indem er den Frieden verkündete
durch Jesus Christus:
Dieser ist der Herr aller.
Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist,
angefangen in Galiläa,
nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:
wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat
mit dem Heiligen Geist und mit Kraft,
wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte,
die in der Gewalt des Teufels waren;
denn Gott war mit ihm.
Und wir sind Zeugen für alles,
was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat.
Ihn haben sie an den Pfahl gehängt und getötet.
Gott aber hat ihn am dritten Tag auferweckt
und hat ihn erscheinen lassen,
zwar nicht dem ganzen Volk,
wohl aber den von Gott vorherbestimmten Zeugen:
uns, die wir mit ihm nach seiner Auferstehung von den Toten
gegessen und getrunken haben.
Und er hat uns geboten,
dem Volk zu verkünden und zu bezeugen:
Dieser ist der von Gott eingesetzte Richter
der Lebenden und der Toten.
Von ihm bezeugen alle Propheten,
dass jeder, der an ihn glaubt,
durch seinen Namen die Vergebung der Sünden empfängt.
Noch während Petrus redete,
kam der Heilige Geist auf alle herab,
die das Wort hörten.
Die gläubig gewordenen Juden,
die mit Petrus gekommen waren,
konnten es nicht fassen,
dass auch auf die Heiden
die Gabe des Heiligen Geistes ausgegossen wurde.
Denn sie hörten sie in Zungen reden
und Gott preisen.
Petrus aber sagte:
Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern,
die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?
Und er ordnete an,
sie im Namen Jesu Christi zu taufen.
Danach baten sie ihn,
einige Tage zu bleiben.
Kv: Der Herr hat sein Heil enthüllt
vor den Augen der Völker. – Kv
(GL 55,1)
Singet dem Herrn ein neues Lied, *
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Geholfen hat ihm seine Rechte *
und sein heiliger Arm. – (Kv)
Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht *
und sein gerechtes Wirken enthüllt vor den Augen der Völker.
Er gedachte seiner Huld *
und seiner Treue zum Hause Israel. – (Kv)
Alle Enden der Erde *
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzet dem Herrn, alle Lande, *
freut euch, jubelt und singt! – Kv
Lesung aus dem ersten Johannesbrief.
Geliebte, wir wollen einander lieben;
denn die Liebe ist aus Gott
und jeder, der liebt, stammt von Gott
nd erkennt Gott.
Wer nicht liebt,
hat Gott nicht erkannt;
denn Gott ist Liebe.
Darin offenbarte sich die Liebe Gottes unter uns,
dass Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat,
damit wir durch ihn leben.
Darin besteht die Liebe:
Nicht dass wir Gott geliebt haben,
sondern dass er uns geliebt
und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Wer mich liebt, hält mein Wort.
Mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden bei ihm Wohnung nehmen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wie mich der Vater geliebt hat,
so habe auch ich euch geliebt.
Bleibt in meiner Liebe!
Wenn ihr meine Gebote haltet,
werdet ihr in meiner Liebe bleiben,
so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe
und in seiner Liebe bleibe.
Dies habe ich euch gesagt,
damit meine Freude in euch ist
und damit eure Freude vollkommen wird.
Das ist mein Gebot,
dass ihr einander liebt,
so wie ich euch geliebt habe.
Es gibt keine größere Liebe,
als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Ihr seid meine Freunde,
wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte;
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
Vielmehr habe ich euch Freunde genannt;
denn ich habe euch alles mitgeteilt,
was ich von meinem Vater gehört habe.
Nicht ihr habt mich erwählt,
sondern ich habe euch erwählt
und dazu bestimmt,
dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und dass eure Frucht bleibt.
Dann wird euch der Vater alles geben,
um was ihr ihn in meinem Namen bittet.
Dies trage ich euch auf,
dass ihr einander liebt.
Unsere Beziehungen zu anderen Menschen haben unterschiedliche Intensität, unterschiedliche Nähe oder Distanz, unterschiedliche Vertrautheit. Jesus hat seine Jünger als seine Freunde bezeichnet und er bietet auch uns seine Freundschaft an.
Vor 2 Wochen hatten wir den Sonntag des Guten Hirten. „Meine Schafe kennen meine Stimme und sie folgen mir“, hieß es im Evangelium. Ich wurde nach dem Gottesdienst gefragt: „Mögen Sie sich denn als Schaf ansprechen lassen? Vielleicht sogar als das dumme Schaf?“ - Wenn dieser Mensch mich an diesem Sonntag wieder ansprechen sollte, könnte ich ein anderes Gespräch mit ihm führen. Ich könnte ihn fragen: „Gefällt es Ihnen denn, dass Jesus Ihnen sagt: Du bist jemand, den ich liebe? Fühlen Sie sich gut bei dem Wort Jesu: Du bist mein Freund?“
Es wäre ein besserer Begriff, aber auch eine Anrede, in der eine größere Herausforderung liegt. Von mir als Freund oder Freundin kann er mehr erwarten. Je näher mir jemand steht, desto mehr sehe ich mich in der Verpflichtung. Einen Fremden kann ich leichter ein Nein auf eine Bitte sagen als einem Freund. Einem Fremden kann ich begegnen und danach ist unser Kontakt beendet. Eine Freundschaft lebt von den regelmäßigen Kontakten. Dafür muss ich Zeit haben und Zeit investieren.
„Ein Freund ist jemand, der dich gern hat.“ Unter diesem Titel erschien schon 1958 ein kleines Buch von Joan Walsh Anglund. In Texten und Illustrationen wurde darum geworben, der Freundschaft eine Chance zu geben. Es konnte die Freundschaft mit Menschen, Tieren oder der Natur sein. Dieses Buch wurde mehrfach überarbeitet und neu aufgelegt.
Mir gefallen solche Versuche. Zugleich lassen sie mich auch innehalten. Mag ich mich denn bei jedem auch als Freund bezeichnen? Ich denke an Feiern zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen. Da bin ich manchmal eingeladen. Wer mich nach meiner Beziehung zum Gastgeber fragt, bekommt manchmal eine ausweichende Antwort: „Wir kennen uns aus dem Verein. Wir arbeiten immer wieder einmal zusammen.“ In solchen Momenten ist mir das Wort Freund zu schnell und zu viel. Wo gibt es die Abstufungen?
Ich bleibe beim Wort Jesu: „Vielmehr habe ich euch Freunde genannt, denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe." (Joh15,15). Sagt er das jetzt auch mir als Hörerin, als Hörer dieses Wortes? Sagt er mir: Ich vertraue dir alles an, was mich bewegt?
Ein Freund ist jemand, der ab und zu verschwenderisch ist. Das zeigt mir die Lesung aus der Apostelgeschichte. Petrus kam zu einem Heiden. Lange hatte er geglaubt, Jesu Liebe sollten nur die Juden erfahren. Gott hatte ihm in einer Vision gezeigt: Das ist falsch. Auch andere sollen von mir hören. So kam es zur Schilderung des Petrus in Cäsarea: „Ich wurde geführt und ermutigt, die Bitte des Kornelius zu erfüllen.“ Das war für die Zuhörer überzeugend. Es geschah dann wie an Pfingsten: Heiliger Geist kam auf alle herab, die das Wort hörten.
Bin ich für dich ein Freund? Das kann jeder beantworten. Schwieriger ist die Antwort auf die Gegenfrage: Bin ich es auch für dich? Wenn ja: Wie wollen wir unsere Freundschaft gestalten? Wenn nein: Wie wird sich unsere Beziehung weiterentwickeln? Möglich wäre auch der Satz: Du bist noch nicht mein Freund, aber ich arbeite daran?
Geben wir dem eine Chance!
Liebe ist das Selbstverständlichste und Einfachste auf der Welt, so scheint es. Unser ganzes Leben kreist um dieses Thema. Die Liebe der Mutter, des Vaters, eines Partners, einer Partnerin, Freundschaft… Die Frohe Botschaft dazu: Gott ist Liebe.
Sie haben die Lesung gehört, das Evangelium auch. Ein Wort sticht heraus, nein, überschlägt sich förmlich: „Liebe“. Es kommt überwältigend oft vor. Auffällig.
Liebe , die doch so weit weg sein kann.
Liebe, die so heiß ersehnt wird.
Liebe, die so verletzlich ist.
Aber Johannes, der uns heute durch den Gottesdienst führt, spricht uns einfach an: „Geliebte, wir wollen einander lieben!“ Ganz unkompliziert. Wie sich das anhört! Wie das Kreise zieht! Wie das Wunder wirkt! Dass wir geliebt sind, dass wir Freunde Jesu sind, dass es nichts Größeres gibt als die Liebe – das verleiht uns Flügel.
Heute ist doch auch Muttertag. Das hört sich anders an als 6. Sonntag der Osterzeit. Im Briefkasten hatte ich schon Prospekte und im Internet dezente Hinweise. Bilder von glücklichen Menschen gezeigt zu bekommen, rührt schon an. Was davon gestellt, geschönt oder käuflich ist, will ich lieber nicht fragen. Doch was Liebe ist, habe ich bei meiner Mutter erfahren. Von den ersten tapsigen Schritten an. Sie war immer da. Bis zuletzt. Da war so manche durchwachte Nacht dabei. Und auch ein Sorgenkind. Richtig danken konnte ich ihr nicht. Jetzt, wo sie nicht mehr lebt, würde ich ihr gerne noch so viel erzählen, manches auch fragen. Manchmal höre ich sie noch lachen. Dann streife ich mit ihr durch die Wiese, das Gras höher als ich. Die Kindheit ist schnell vergangen.
Dass die Liebe aus Gott ist, haben wir schon oft gehört. Ist er nicht auch Mutter?
Johannes ist im Reigen der Evangelisten der vierte – und auch der letzte. Ob er auch den Brief geschrieben hat, der unter seinem Namen überliefert ist? Sieht fast so aus. Als er das Wort „Liebe“ umkreiste, schaute er nicht nur auf das Leben Jesu zurück, er sah ganz viele Menschen.
Schauen wir doch einmal mit seinen Augen heute besonders auf Mütter. Was für ein Glück, ein Kind im Arm zu haben, es an die Hand zu nehmen und es in sein Leben zu begleiten. Davon zeugen Fotoalben, gemalte Kinderbilder, Erinnerungsstücke.
Manche Mutter ist aber, wie es so heißt, „alleinerziehend“. Sie hat schon eine eigene gebrochene Geschichte hinter sich und ein Armutsrisiko vor sich. Viele Mütter sind selbst noch Kinder.
Heute denken wir auch die Mütter, die ihre Kinder schon verloren haben. Im Krieg. Auf der Flucht. In der Dürre. Und wenn sie sie noch haben: wie wird ihr Leben aussehen? Viele Kinder sind schon vom Leben gezeichnet. Viele von ihnen haben sogar schon den Tod gesehen.
So manche Liebe muss durch harte Prüfungen. Wenn Kinder krank werden, wenn sie auf die schiefe Bahn geraten, wenn sie alle Kontakte abbrechen. So diskret Mütter sind, manche Verletzung heilt nie.
Genau genommen, sind das nicht alles Liebesgeschichten?
Wenn wir von Gott und seiner Liebe reden, finden wir seine mütterlichen Seiten. In dem Wort „Barmherzigkeit“ steckt in der hebräischen Sprache der Mutterschoß: in ihm wächst das Leben, in ihm wächst die Liebe. Ein Bild der Geborgenheit. In ihm steckt auch, dass wir alle von ihm geboren werden. Gott – unsere Mutter. Dass er auch Vater ist, gehört zu seinen Geheimnissen. Da mögen Männer sich nichts Falsches einbilden. Und Frauen sich nicht klein machen lassen. Gott passt nicht in unsere Rollen. In unsere Gottesbilder schon gar nicht.
Eigentlich möchten wir gerne mehr wissen. Oder vielleicht alles? Wer Gott ist, wo er ist, was er macht. Eigentlich. Gott an und für sich. Oder wie wir das nennen wollen. Dicke Bücher sind darüber schon geschrieben und auch wieder vergessen worden. Als ob Gott in ein Buch, in eine Bibliothek passt. Dass es Spaß macht und aufregend ist, alle denkerischen Möglichkeiten auszuschöpfen, reizt oder verführt mich aber immer wieder. Man kann Nächte zum Tag machen – und dabei immer das Staunen neu lernen.
Nur: Wer Gott erkennen möchte, erkennt ihn nur in der Liebe. Die liebt es, besungen und beschrieben zu werden, aber viele Worte braucht sie nicht. Wir stoßen dann auf Grenzen. Wir lieben doch die Worte. Wir möchten alles verstehen. Wir möchten alles besprechen können. Dann wären wir die Herren! Manchmal werden wir regelrecht irre. Es gibt so viel Leid in der Welt und noch mal mehr Ungerechtigkeit. Und uns fehlen die Worte – die richtigen. Der gütige Schöpfer, der liebe Gott – wo ist er? Haben wir ihn verloren? Ist er verloren gegangen? Sind wir ihm womöglich nie begegnet? Und dann kommt die Frage nach dem „Warum“, auf die selbst die klügsten Leute keine Antwort wissen. Warum es Corona gibt, Naturkatastrophen, Dummheit und so weiter. Und so weiter…
Doch die Liebe fragt nicht groß. Sie muss nicht Herrin sein.
Gott ist da seinen Weg gegangen. Er hat Jesus, seinen Sohn, in die Welt gesandt, die wir kennen und lieben, die sich uns entzieht und jeden Tag neue Rätsel aufgibt. Hier ist er für uns gestorben. Damit wir durch ihn leben. Größer kann eine Liebe nicht sein, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
Und dann sagt Jesus:
"Ihr seid meine Freunde,
wenn ihr tut, was ich euch auftrage.
Ich nenne euch nicht mehr Knechte;
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut."
Haben Sie gehört? Wir wissen, was der Herr tut! Wir sind Eingeweihte!
Die ersten, an die Johannes dachte, waren die Jünger. Die Jünger Jesu. Kein einfacher Haufen. Einerseits fromme Leute – andererseits Zweifler, Ignoranten und Träumer. Für Jesus - Freunde! Was er sich dabei gedacht hat? Wusste er, was er tat? Merkwürdig: ihm fällt kein anderes Wort als Liebe ein. Selbst das Schweigen ist voller Verstehen.
„Nicht ihr habt mich erwählt,
sondern ich habe euch erwählt
und dazu bestimmt,
dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt
und dass eure Frucht bleibt.“
Während ich fürchte, ihn zu enttäuschen, bringt er mir ein Vertrauen entgegen, das nur unter Freunden möglich ist. Eine Freundschaft, die durch Dick und Dünn geht, die Berge erklimmt und Abgründe durchmisst, ist vielleicht die schönste Erfahrung von Liebe, die ich machen kann.
Darf ich doch noch mal auf Mütter zurückkommen? Wenn die Kinder groß geworden sind, wird die Mutter zur Freundin. Oft auch für den Schwiegersohn, die Schwiegertochter. Sie kann gut im Hintergrund bleiben und ist doch da. Wenn sie dann „Oma“ genannt wird, beginnt eine neue Geschichte. Aber die heben wir uns für ein andermal auf.
Paul Gerhardt hat in einem Lied gedichtet:
Denn wie von treuen Müttern
in schweren Ungewittern
die Kindlein hier auf Erden
mit Fleiß bewahret werden,
also auch und nicht minder
lässt Gott uns, seine Kinder,
wenn Not und Trübsal blitzen,
in seinem Schoße sitzen.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Die Aufforderung Jesu an seine Jünger "liebt einander, wie ich euch geliebt habe", gilt nicht nur für den persönlichen privaten Lebensraum, er hat eine öffentliche Dimension, die wir als Christen einholen und einfordern müssen. In einer Predigtreihe dazu soll heute ein Augenmerk auf das Prinzip der Subsidiarität gelegt werden.
„Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt. So wie ich euch geliebt habe.“ (Joh 15,12)
Es gibt wohl kein spezielleres und gleichzeitig universelleres Gebot im christlichen Glauben - und auch nicht darüber hinaus. Im christlichen Glauben gibt es zahlreiche theologische und pastoral-praktische Ausformungen dieses Gebotes. In der Katholischen Kirche allen voran die Prinzipien der Katholischen Soziallehre. In einer Predigtreihe dazu soll heute ein Augenmerk auf das Prinzip der Subsidiarität gelegt werden.
„Sei dankbar für das, was du hast;
warte auf das Übrige und sei froh;
dass du noch nicht alles hast;
es ist auch ein Vergnügen,
noch auf etwas zu hoffen.“
(Seneca)
Jeder Mensch hat je eigene Begabungen, Fähigkeiten, kann auf Ressourcen aus seiner Biographie und in seinem Umfeld zurückgreifen. Kein Mensch aber hat alles, ist in dem Sinn vollkommen.
„Niemand ist eine Insel“ (John Donne), niemand verdankt sich selbst und bewirkt die meisten Dinge alleine aus sich heraus. Wir alle sind auf unser Gegenüber angewiesen, auf Gemeinschaft.
Die Katholische Soziallehre kennt folgende sechs Prinzipien:
Nachhaltigkeit,
Personalität,
Gerechtigkeit,
Solidarität,
Menschenwürde
und Subsidiarität.
Subsidiarität meint die Ausgewogenheit zwischen Selbstverantwortung und sinnvoller Ergänzung, meist als Hilfe zur Selbsthilfe. Jede und jeder Einzelne soll selbst aktiv werden und handeln können, nach den jeweilig gegebenen Möglichkeiten. Wenn Grenzen dieser Möglichkeiten erreicht werden, soll die je größere Einheit unterstützen, das Ihre dazustellen.
Subsidiarität steht für das Recht des und der Einzelnen auf Eigenverantwortung in der kleineren Einheit. Und zugleich für die Pflicht der Gemeinschaft, des Staates, der größeren Einheit zur Ergänzung, dort wo sich in der kleineren Einheit eine Lücke auftut, etwas fehlt.
Über alle Zeiten hinweg ist diese Balance immer wieder in die Schieflage gekommen: politisch-gesellschaftlich, kirchlich und auch familiär usw. Der Kommunismus hat in seiner realen Ausformung meist das Recht und die Verantwortung des Individuums begrenzt oder gar verbieten wollen. Im Liberalismus ist man stets auf die reine Eigenverantwortung und die regulierenden Gesetze des freien Marktes bedacht und versucht, die gestalterische Kraft des Gemeinschaftlichen, des Staates zu unterbinden, massiv zurückzudrängen.
Demgemäß ist es dann wohl ein eigenartig anmutender Subsidiaritäts-Ansatz, wenn heute Großkonzerne, die in den vergangenen Jahren nachweislich überaus große Gewinne eingefahren und ihre Aktionäre mit großzügigen Dividenden bedacht haben, im Corona-Jahr staatliche Unterstützung einfordern, wo sonst meistens alles Staatliche schlecht geredet wird.
Wohingegen dringend der Subsidiaritäts-Gedanke zur Anwendung kommen sollte ist in der unrühmlichen Abschiebepraxis gut integrierter Kinder, Jugendlicher und Familien im Asylbereich. Regionale Härtefallkommissionen könnten - neben dem Buchstaben der Bundes-Gesetze als sinnvolle Ergänzung - gut in jedem Einzelfall prüfen, ob nach noch festzulegenden Kriterien ein gesicherter Verbleib in Österreich zugesprochen werden kann oder nicht.
Auch eine ressourcen- und sozialraum-orientierte Seelsorge greift das Prinzip der Subsidiarität auf und hat es für ihre praktische Umsetzung differenziert weiterentwickelt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung und Stärkung der Individualität und Sozialität des Menschen in seinem Alltag, in seinem persönlichen Umfeld. Sozialer und pastoraler Arbeit kommt die Aufgabe zu, zu helfen, die kommunikativen und materiellen Potentiale der Menschen im sozialen Raum zu entdecken, zu stärken und nutzbar zu machen. Und erst als letzten Schritt dort etwas anzubieten bzw. zu ergänzen, wo definitiv etwas fehlt.
Der Respekt vor der Person des Anderen, dessen Einmaligkeit, lässt nur die Option offen, nicht für die Menschen etwas tun zu wollen, sondern nur mit ihnen. Nur im eigenverantwortlichen Handeln und Sich-Einbringen können sich Menschen als befähigt, kompetent und kreativ erfahren. Und jeder Mensch hat Ressourcen, auf die er bzw. sie zurückgreifen und nutzen kann: persönliche, soziale, materielle und infrastrukturelle.
Als Basis für alle Prinzipien der Katholische Soziallehre gilt: „Das Licht Christi scheint auf alle Menschen“: dies begründet unter anderem die unteilbare Würde des und der Einzelnen.
Dies zeigt sich im Alltag der Menschen auch darin, ob ihnen etwas zugetraut wird, sie in den eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten bestärkt werden, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung keine leeren Floskeln sind.
© Mag. Peter Schwarzenbacher, Referent für Diakone.
Das Evangelium ist den sog. Abschiedsreden entnommen. Bei seinem Abschied geht es Jesus darum, dass die Seinen in seiner Liebe bleiben. Er hat ihnen eine neue Qualität der Liebe und Beziehung vorgelebt.
Liebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit sind biblische Grundprinzipien des Zusammenlebens. In seiner Abschiedsrede spricht Jesus die Grundwerte an, die er seinen Jüngern ans Herz legt. Sie fordern uns auch heute heraus.
Jesus legt in den Abschiedsreden die Vorgaben an seine Jünger sehr hoch. Vor allem die Forderung einer Liebe, wie er uns geliebt hat, scheint unerreichbar. Der Geist, den er über seine Kirche ausgegossen hat, befähigt uns, den Weg der Liebe zu gehen.
Der Geist, den Jesus ausgießen wird, wird seine Jünger befähigen zu lieben, wie er geliebt hat. Dieses Gebot wird zur Quelle der Freude.
Sich um die Liebe mühen ist nicht immer einfach. Aber die Mühe lohnt sich. Gott liebt jeden Menschen. Von ihm können wir lernen, Abneigung oder negative Erfahrungen zu überwinden und auf einander zuzugehen.
Jesus trägt seinen Jüngern auf: Liebt einander! Gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung lässt Menschen aufleben. Jesus hat uns das Mit-leiden und Mit-freuen vorgelebt und gezeigt, dass es Leid und Tod überwinden kann.
"Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.“ Mit diesen Worten beschreibt die Apostelgeschichte den Lernprozess des Petrus, durch den die Offenheit der jungen Kirche für alle Menschen möglich wurde. Lassen wir uns davon immer mehr inspirieren!
Seit Menschen zusammenleben, gibt es wohl jenes Phänomen, das heute Soziologen mit dem Begriff "Othering" umschreiben. Dieser Begriff kommt vom englischen "other", was "anders" bzw. "der/die Andere" bedeutet. "Othering" meint dementsprechend den Versuch, sich selbst und die eigene Gruppe hervorzuheben, indem man gleichzeitig andere Menschen oder Gruppen als "andersartig" und "fremd" bewertet. Dabei wird unterstellt, dass aufgrund der unterschiedlichen Religionen, Kulturen, Lebensformen oder anderer Merkmale ein Miteinander bzw. ein gutes Zusammenleben unmöglich ist. Die Gegensätze scheinen zu groß zu sein. Was heute in Deutschland etwa die "Pegida" propagiert, hat unübersehbar mit "Othering" zu tun. Auch in Österreich gibt es dieses Phänomen. Hier versucht beispielsweise eine bestimmte Partei seit Jahrzehnten das vermeintlich Österreichische vom Nicht-Österreichischen zu trennen, ja das Andere bzw. die anderen als unvereinbar mit der eigenen Identität zu betrachten. Denken Sie nur an das Plakat "Daham statt Islam".
Die Jahre 2014 und 2015 sind besondere Gedenkjahre für Österreich und Deutschland (100 Jahre Beginn Erster Weltkrieg und 70 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg). Beide "Jubiläen" zeigen, wie leicht der verständliche Wunsch nach Identität und Zugehörigkeit (gerade in unübersichtlichen Zeiten) in Fremdenfeindlichkeit und Hetze, Abgrenzung und Ausgrenzung abgleiten kann - mit dramatischen Folgen. Gleichzeitig zeigt der Blick in die Geschichte, dass es stets Gegenbewegungen zum "Othering" gegeben hat: Nicht nur das Ziehen von Gräben und das Ausgrenzen, sondern auch das "Brücken-Bauen" und Aufeinander-zu-gehen ist ein Phänomen menschlichen Zusammenlebens. Besonders deutlich spiegelt sich das in der Bibel wider. Das Ringen zwischen den beiden genannten Optionen hat hier unübersehbare Spuren hinterlassen: als Aufgabe für Generationen und Zeiten hindurch, als etwas, womit Menschen regelmäßig konfrontiert sind.
So nimmt uns die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte mit hinein in diese uralte wie zugleich aktuelle Herausforderung, Gräben zu überwinden. Die Stelle aus der Apostelgeschichte ist eigentlich in eine größere Erzählung über Petrus und seine Begegnung mit Cornelius eingebettet. Cornelius ist ein Vertreter Roms, der aus einer anderen Kultur und Tradition kommt. Zudem ist er auch noch Centurio jener Armee, die Israel besetzt hält. Er befehligt 100 Soldaten der Italischen Kohorte in Cäsarea. Dennoch wird Cornelius als aufrechter Gottsucher beschrieben mit einem vorbildlichen Lebenswandel. Mit Blick auf Petrus erfahren wir in diesem zehnten Kapitel der Apostelgeschichte ebenfalls Spannendes. Es gibt uns Einblick in das Denken und Fühlen jenes Mannes, der enger Freund und Weggenosse Jesu war. Die Apostelgeschichte macht kein Geheimnis daraus, dass Petrus - trotz seiner Erfahrungen mit Jesus - nach einem ganz bestimmten, scheinbar fest eingefahrenen Muster "tickt". Er trennt die Welt in einen reinen und unreinen Bereich, in reine Menschen und unreine Menschen, in solche, die durch bestimmte Merkmale und durch eine bestimmte Kultur zusammengehören und jene, die durch bestimmte Merkmale und eine bestimmte Kultur nicht dazugehören - ganz nach dem Motto: hier die "Kinder Israels", dort die Heiden. Und damit hat Petrus zunächst auch keine Probleme. So hat er es gelernt, so wurde es in seinem Umfeld übermittelt und praktiziert. Dieses von Beginn an eingeübte Denken, diese Logik, diese Überzeugung wird allerdings aufgebrochen, als er es ganz persönlich mit dem römischen Hauptmann Cornelius zu tun bekommt. Ab diesem Zeitpunkt kommt Bewegung in sein Denken. Er verändert seine Sichtweise - und damit verbunden seine Haltung und seine Praxis. Was für ihn bisher unmöglich schien, wird nun möglich: er überschreitet Grenzen, persönliche wie gesellschaftliche, er bricht Tabus, die bisher als unüberwindbar galten. Wir, die Hörerinnen und Hörer können gleichsam Satz um Satz mitverfolgen, wie es bei Petrus immer mehr "klick" macht und ihm Entscheidendes aufgeht. Was aber hat diese Veränderung bewirkt? Was hat Petrus ermutigt, "Neu-Land" zu betreten? Was hat ihm die Kraft und den Mut gegeben, alte Muster zu überwinden?
Der Knack-Punkt der Geschichte ist eine ganz besondere (Gottes-)Erfahrung: Petrus weilt in Joppe. Er ist im Haus eines Freundes zu Gast, direkt am Meer. Eines Tages geht er in der Mittagszeit (um die sechste Stunde) auf das Flachdach des Hauses, um zu beten. Und wie sich Petrus - mit leerem Magen und hungrig - seinem Gott zuwendet, bekommt er vom Himmel her "Unerhörtes" aufgetischt und vor Augen geführt: Speisen, die für einen Menschen mit jüdischem Hintergrund vollkommen inakzeptabel sind. Ja, mehr noch! Obwohl die Lebensmittel als unrein gelten, wird Petrus durch eine Stimme zu einem Verhalten aufgefordert, das einem Tabubruch gleichkommt: "Steh auf, Petrus, schlachte und iss!" (Apostelgeschichte 10,13) Irritiert antwortet Petrus auf diese göttliche "Zu-Mut-ung": "Niemals, Herr! Noch nie habe ich etwas Unheiliges und Unreines gegessen." (Apostelgeschichte 10,14). Aber der Herr gibt in diesem Punkt nicht nach und es heißt weiter: "Da richtete sich die Stimme ein zweites Mal an ihn: Was Gott für rein erklärt, nenne du nicht unrein!" (Apostelgeschichte 10,15).
Was hier geschildert wird, spiegelt wohl das innere Ringen des Petrus wider, sein Verharren in alten Mustern, seine ängstliche Dickköpfigkeit und sein stures Festhalten an äußeren Sicherheiten. Alte Gewohnheiten und Zuschreibungen überwindet man eben nicht von heute auf morgen! Deshalb wiederholt sich das Ganze dreimal. Auch wenn Petrus - dieser "Schauer" - dann immer noch nicht alles richtig "verdaut" hat, ist er dennoch bereit, sich auf die göttliche "Zu-mut-ung" immer mehr einzulassen. Auf diese Weise kommt Bewegung in sein Denken und in sein Herz. Ohne die Begegnung mit dem so ganz anderen Horizont Gottes, ohne die Begegnung mit dessen Weite und Menschlichkeit aber wäre alles beim Alten geblieben. Nur weil Petrus von dieser Weite "kosten" durfte, nur weil er von Gottes Menschenfreundlichkeit herausgefordert wurde, konnte sich sein Horizont und sein Herz wandeln, konnte er weiter und offener werden. Deshalb wagt er es auch schließlich, mit den Leuten des römischen Hauptmanns Cornelius mitzugehen in dessen Haus. Als er hier eintritt, spricht er zu den dort Versammelten den erstaunlichen Satz: "Ihr wisst, dass es einem Juden nicht erlaubt ist, mit einem Nichtjuden zu verkehren oder sein Haus zu betreten; mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf." (Apostelgeschichte 10,28).
Die Erzählung aus der Apostelgeschichte zeigt deutlich: Christsein und "Othering", Christsein und das Ziehen von Gräben - das geht nicht zusammen! Denn für Gott ist das vermeintlich Trennende bzw. Vordergründige unwichtig. Er sieht nicht auf bestimmte Praktiken oder Kleidungsvorschriften, auf Essensregeln oder Gebote, sondern auf das Innere der Menschen, auf ihr Herz und auf ihre Menschlichkeit, auf ihr Suchen und ihr Bemühen, gut zu leben. Wir dürfen und sollen daher mit Petrus sagen: "Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht, sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist." (Apostelgeschichte 10, 34 f). Wagen wir es daher ruhig, aufeinander mit Respekt zuzugehen und das in den Blick zu nehmen, was uns mit den Menschen verbindet, auch mit denen aus anderen Religionen und Kulturen.
Dazu ermutigen die Väter des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) auf besondere Weise. Gleich zu Beginn ihrer "Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen" heißt es: "Gemäß ihrer Aufgabe, Einheit und Liebe unter den Menschen und damit auch unter den Völkern zu fördern, fasst sie vor allem das ins Auge, was den Menschen gemeinsam ist und sie zur Gemeinschaft untereinander führt." Dementsprechend erteilt die Kirche jeder Bewegung, die trennende Barrieren aufbaut und Gräben zieht, eine deutliche Absage. Im Abschlusskapitel von "Nostra Aetate" ist zu lesen: "Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. ... Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht." Lassen wir uns davon immer mehr inspirieren.
© Dr. Stefan Schlager, Theologische Erwachsenenbildung, Diözese Linz
Jesu Liebe zu den Menschen zeigte sich darin, dass er die Menschen mit Gottes Augen sehen konnte: jede und jeder einzigartig und wertvoll, voller Sehnsucht nach Leben. Das wurde in seinen Begegnungen konkret und wirkte heilend. Wenn wir selber bruchstückhaft erfahren, dass andere – und darin Gott - uns liebevoll und wertschätzend anschauen, dann können wir Jesu Beispiel folgen, indem auch wir Menschen mit Gottes Augen anschauen lernen.
Jede und jeder von uns hat einen Namen. Der steht im Ausweis. Dann gibt es auch die Kosenamen, die einige Menschen kennen und gebrauchen dürfen. Und es gibt die Spitznamen, die uns andere verleihen. Darin drücken sie manchmal aus, wie sie uns erleben.
Jesu Angebot an uns ist viel weiter. Er nennt uns seine Freundin, seinen Freund. Ihm war das wichtig, uns so anzusprechen. Wir nehmen es auf im Kyrie:
Wir sind noch in der österlichen Freudenzeit!
Im Prater blühen wieder die Bäume
Heute ist Muttertag.
Der 98. Psalm schenkt uns den Ton:
Singet dem Herrn ein neues Lied, *
denn er hat wunderbare Taten vollbracht!
Geholfen hat ihm seine Rechte *
und sein heiliger Arm.
Ihn bitten wir um seine Liebe:
Jesus, du Freund,
du schaffst darin eine Atmosphäre, in der ich mich öffnen kann.
Kyrie eleison!
Jesus, du Freund,
du nimmst mich mit hinein in deine Beziehung zum Vater.
Christe eleison!
Jesus, du Freund,
du sagst mir, wie ich von dir erzählen kann.
Kyrie eleison!
Herr Jesus Christus,
du liebst uns.
Herr, erbarme dich.
Auch wir sollen uns gegenseitig lieben.
Christus, erbarme dich.
Lass uns erkennen, dass Liebe zum Frieden führt.
Herr, erbarme dich.
Herr,
es blüht vieles in vielen Farben.
Grau in grau ist oft unser Herz.
Herr, erbarme dich.
Herr,
unsere Nasen schnuppern feine Düfte.
Oft können wir einander nicht riechen.
Christus, erbarme dich.
Herr;
es zwitschern viele Vögel.
Im Lärm um nichts hören wir einander nicht mehr.
Herr, erbarme dich.
"Alle Enden der Erde *
sahen das Heil unsres Gottes.
Jauchzet dem Herrn, alle Lande, *
freut euch, jubelt und singt!"
Vor dir, Herr, stehen wir, mit allem was uns ausmacht.
Du hast uns gezeigt, wie wir unseren Mitmenschen begegnen sollen.
Du warst den Menschen in Liebe und Fürsorge zugewandt.
Herr, erbarme dich.
Dein Entgegenkommen umfasst immer den ganzen Menschen.
Christus, erbarme dich.
Du hast alle Menschen gleichermaßen angenommen
und nicht auf ihren Stand oder ihre Herkunft geschaut.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
laß uns die österliche Zeit
in herzlicher Freude begehen
und die Auferstehung unseres Herrn preisen,
damit das Ostergeheimnis,
das wir in diesen fünfzig Tagen feiern,
unser ganzes Leben prägt und verwandelt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, daß wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt
dem Tod überliefert.
Lass uns in seiner Liebe bleiben
und mit deiner Gnade aus ihr leben.
Darum bitten wir im Heiligen Geist durch Christus unseren Herrn.
MB 5. Fastensonntag
Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 25. Sonntag im Jahreskreis
Herr und Gott,
wir sind eingeladen,
mit dir und deinem Sohn in Freundschaft zu leben.
Wir sind eingeladen, das als Liebende zu tun.
Gib uns dazu die Kraft und den Mut
und bereichere so die Menschen,
mit denen wir leben.
Darum bitten wir durch Jesus,
deinen Sohn und unseren Freund,
der mir dir und dem Heiligen Geist lebt
und wirkt heute und in Ewigkeit. - Amen.
Vater bist du uns, Gott,
und Mutter auch.
Wir danken dir für deine Barmherzigkeit,
in der wir jeden Tag,
unser Leben lang,
geborgen sind.
Schenke uns den Geist deiner Liebe,
der unsere Herzen weit macht,
unser Vertrauen rechtfertigt
und unsere alltäglichen Beziehungen
schön und reich macht
in Christus,
unserem Freund
für alle Ewigkeit.
Herr Jesus,
du hast uns Freunde genannt. Wir denken an Menschen, die auch deine Freunde sind:
Schenke uns allen Zeichen deiner Nähe.
Wir bitten für die Menschen in Galiläa und dem Gaza Streifen, die um ihr Leben bangen.
Wir bitten für die Obdachlosen in unseren Städten.
Wir bitten für die Menschen, die Gewalt erleben mussten.
Wir bitten für die Kranken und jene, die sie pflegen.
Wir bitten dich für die Sterbenden auf ihrem Weg zu dir.
Noch viele andere kennst du als deine Freunde.
Du wirst bei ihnen sein.
Darauf vertrauen wir. - Amen.
Gott ist Liebe und alle, die sich seiner Liebe öffnen und sie mit anderen teilen, nennt er seine Freunde.
Im Vertrauen auf seine Freundschaft lasst uns ihn bitten:
Um eine Kirche, die Altgewohntes immer wieder neu überdenkt und sich mutig den Menschen und allem, was sie bewegt, stellt.
Um Menschen, die sich als Freunde allen Lebens erweisen und hoffnungsvoll an der Lösung der brennenden Probleme unserer Zeit mitwirken.
Um eine gesellschaftliche Wertschätzung aller, die ihre Geduld, Kraft und Zeit mit denen teilen, die am Rand unserer Gesellschaft stehen.
Um Dankbarkeit und Demut, dass wir uns als von dir Beschenkte uns selbst und den anderen in Liebe zuwenden dürfen.
Um die Hoffnung und Freude aus der Auferstehung, die schon heute unser Leben verändert und in der wir unserer Verstorbenen gedenken.
In Jesus hast du uns deine Liebe erfahrbar gemacht und uns mit neuem Leben erfüllt.
Durch ihn und mit ihm sei dir im Heiligen Geist Preis, Ehre und Dank jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast gesagt, wir sollen einander lieben, wie Du uns liebst.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, denen der Dienst am Nächsten das Wichtigste in ihrem Leben ist:
Dass sie sich immer wieder deiner Liebe rückversichern können und daraus für ihr Tun Kraft schöpfen.
Für alle Menschen, die sich ungeliebt fühlen, die nie kennengelernt hat, wie es ist, wenn man geliebt wird, und die deshalb nicht in der Lage sind, selbst zu lieben:
Schicke ihnen Menschen, die ihnen glaubhaft zeigen, wie liebenswert sie sind.
Für alle Menschen, die sich auf den Weg in eine neue Heimat machen, weil Klimawandel, Terror, Krieg und Hoffnungslosigkeit es ihnen unmöglich macht, zu Hause zu bleiben:
Dass sie nicht nur auf Menschen stoßen, die sie ablehnen, sondern auch Begleiter finden, die sie um deines und ihrer selbst willen lieben.
Für unsere Gesellschaft, in der immer mehr Hass, Hetze und Spaltung die Oberhand bekommen und Menschen, die lieben, belächelt werden:
Schenke allen die Erkenntnis, dass nur Liebe ein tragfähiges Fundament für eine gute Zukunft sein kann.
Für alle Menschen, die in deiner Kirche nicht Liebe erfahren haben, sondern schweres Leid, die sexuell oder geistlich missbraucht wurden, für die deine Botschaft eine Drohbotschaft ist:
Lass sie erkennen, dass du die Liebe bist und willst, dass es jedem von uns gut geht.
Für alle Menschen, die an deiner Kirche verzweifeln, weil sie in ihr deine Botschaft nicht zu erkennen vermögen:
Lass sie Weggefährten finden, mit denen sie weiter gehen können auf ihrem Weg zu dir
Für unsere Verstorbenen:
Dass sie in unserer Liebe bleiben und bei dir leben in Ewigkeit.
Herr Jesus Christus,
wenn es uns gelingt, deine Liebe zu spüren und in deiner Liebe zu bleiben, können wir mitbauen am Reich Gottes.
Wir danken dir für dein Zutrauen. - Amen.
Gott erkennen wir nur in seiner Liebe.
Aber er schenkt sie uns und wir erkennen ihn.
Wir sind Freunde Jesu.
Lasst uns für die Menschen, für die Welt, für den ganzen Kosmos beten:
Heute denken wir an alle Menschen, die „ja“ sagen zu Kindern,
mit ihnen wachsen und ihre Wege mit Liebe mitgehen.
Wir bitten dich: Lass uns in deiner Liebe bleiben
In Coronazeiten müssen viele Familien Distanzunterricht und Homeoffice unter einen Hut bringen. Oft stoßen Menschen an Grenzen ihrer Belastungsfähigkeit.
Weltweit werden Familien auseinandergerissen. Viele Kinder sind alleine auf der Flucht. Viele leben auf der Straße.
Im Internet und in menschlichen Beziehungen macht sich Verrohung breit. Hass und Hetze vergiften das Zusammenleben.
Selbst im Weltraum fliegt menschlicher Schrott. Das Wetter reagiert auf Klimaveränderungen. Eine Erde, die ausgebeutet wird, wehrt sich.
Deine Liebe umfasst die ganze Schöpfung.
Uns Menschen hast du deinen Geist eingehaucht,
das Leben.
Hilf uns zu bewahren, was du uns anvertraut hast.
Lass uns in deiner Liebe bleiben.
Jede Liebe wie auch die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist Ausdruck der Liebe Gottes. Sie verkündet uns Jesus in seiner Person und seinen Worten.
Durch ihn lasst uns den Vater bitten:
Für deine Kirche, dass sie sich in der Kraft des Heiligen Geistes auf die anderen christlichen Konfessionen hin öffnet und das Gemeinsame vor das Trennende stellen kann.
Für alle Frauen, die gerade jetzt durch ihre beruflichen und familiären Belastungen an ihre Grenzen stoßen.
Für alle Mütter, die heute beschenkt werden und so die Bedeutung, die sie für ihre Familie haben, erfahren.
Für alle Jugendlichen, die sich auf den Empfang der Firmung vorbereiten, dass sie sich im Sakrament vom Heiligen Geist reich beschenkt fühlen.
Für alle Verstorbenen, für die Jesus aus Liebe den Tod überwunden hat.
Vater! Dir dürfen wir alle unsere Bitten anvertrauen.
In der Kraft des Heiligen Geistes danken wir dir und loben dich jetzt und allezeit. - Amen.
Herr und Gott,
laß unser Gebet zu dir aufsteigen
und nimm unsere Gaben an.
Reinige uns durch deine Gnade,
damit wir fähig werden,
das Sakrament deiner großen Liebe zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Herr, sieh gütig auf dein Volk,
das sich zu deinem Lob versammelt hat.
Nimm an, was wir darbringen,
und mehre durch diese Feier unsere Liebe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist,
und nimm unsere Gaben an.
Heilige sie, damit alle, die sie empfangen,
in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Herr und Gott,
Jesus hat seinen Freunden Brot
und den Kelch mit Wein gegeben.
Er hat ihnen gesagt:
Es ist mein Fleisch und mein Blut.
Wir haben Brot und Wein vorbereitet.
Lass diese Gaben für uns zur Begegnung werden
mit deinem Sohn, der auch uns Freunde nennt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Brot und Wein, Herr, schenkst du uns,
Zeichen deiner Liebe.
Wie die Barmherzigkeit,
die uns mütterlich umfängt.
Sprich du das Wort, das alles neu macht.
Du bist das Brot des Lebens,
du bist der Kelch des Heils.
Komm, unser Herr!
Kehrvers:
Bis in den Himmel reicht deine Liebe, Herr,
bis zu den Wolken deine Treue (GL 40,1)
Guter Gott und Vater,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu loben.
Wir preisen dich für die Liebe, die du uns Tag für Tag erfahren lässt.
In den Geboten, die du den Menschen ins Herz geschrieben hast,
zeigst du uns den Weg zu erfülltem Leben.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hat uns in seinen Worten
und in seinem Umgang mit den Menschen gezeigt,
wie wir einander in Liebe begegnen und für einander da sein können.
Alle, die seine Nähe gesucht haben, hat er zu seinen Freunden gemacht
und in seine Liebe zu dir, guter Gott, hineingenommen.
Kehrvers
Im Vertrauen, dass du seine Liebe nicht vergeblich sein lässt,
hat er für seine Freunde das Leben hingegeben.
Du aber hast ihn von den Toten auferweckt und uns gezeigt,
dass deine Liebe nicht an der Grenze des Todes Halt macht.
Kehrvers
Seine Botschaft der Liebe hat die Grenzen überwunden,
die Menschen vor einander aufgerichtet haben.
Denn dir ist in jedem Volk willkommen, wer sich deiner Liebe öffnet.
Du hast auch uns berufen,
Jesus auf dem Weg der Liebe und Hingabe nachzufolgen
und uns aufzumachen und Frucht zu bringen.
Dafür loben und preisen wir dich und singen wir dir unseren Dank:
Danklied, z. B. GL 464: Gott liebt diese Welt.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
In Wahrheit ist es würdig, dir zu danken,
heiliger Vater.
Es ist recht, dich zu preisen.
Denn du allein bist der lebendige und wahre Gott.
Du bist vor den Zeiten und lebst in Ewigkeit.
Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Alles hast du erschaffen,
denn du bist die Liebe
und der Ursprung des Lebens.
Du erfüllst deine Geschöpfe mit Segen
und erfreust sie alle mit dem Glanz deines Lichtes.
Vor dir stehen die Scharen der Engel
und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht,
nie endet ihr Lobgesang.
Mit ihnen preisen auch wir deinen Namen,
durch unseren Mund rühmen dich alle Gesschöpfe
und künden voll Freude das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Hochgebet 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
Jesus hat uns von Gott und seiner Hoffnung für uns erzählt.
Er hat auch von einem vertrauten Gegenüber gesprochen.
An dieser Beziehung haben wir Anteil.
Daher beten wir:
Vater Unser…
Gott, du bist die Liebe.
Das erkennen wir und darauf bauen wir, wenn wir zu dir rufen:
Vater unser...
Einleitung zum Friedensgebet:
Herr, wenn wir deine Freunde sein dürfen,
dann lebt in uns auch etwas von dem Frieden,
den du bringen wolltest und oft gezeigt hast.
Wir wollen ihn in deinem Namen leben
und bitten dich deshalb:
Schaue nicht auf unsere Sünden...
Herr Jesus,
wer dir Freund ist, erfährt etwas von deiner Kraft und deinem Frieden.
Wir wollen diese Erfahrung machen und bitten dich:
Herr Jesus Christus, du Auferstandener,
du Sieger über Sünde und Tod, schaue nicht…
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast uns gestärkt mit dem Sakrament jener Liebe,
durch die dein Sohn alles an sich zieht.
Entzünde auch in uns das Feuer deiner Liebe,
damit wir in unseren Brüdern ihn erkennen und ihm dienen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unsern Herrn.
MB Herz Jesu
Gott und Vater,
am Ende des Gottesdienstes danken wir dir.
Wir haben neu gehört
und neu empfangen,
was uns Kraft geben kann.
Erhalte in uns, was du und geschenkt hast.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Wenn wir zusammenkommen, Herr,
begegnen wir den Geschichten, die du mit uns teilst,
Geschichten deiner Liebe.
Dass wir deine Freunde sind,
kommt einem Wunder gleich.
Wir bitten dich um deinen Segen
heute besonders für unsere Mütter,
für die Mütter unserer Kinder,
für die Mütter überall auf der Welt.
Behüte und begleite uns,
wenn wir arbeiten,
wenn wir feiern,
wenn wir uns streiten,
wenn wir wachen und beten.
Hilf uns, einander nicht zu verlieren
in Christus, der uns ausgesucht hat
für das Leben.
Es segne uns der Vater
für eine neue oder bestärkende Erfahrung mit ihm. – Amen.
Es segne uns Jesus
für ein Leben in Freundschaft mit ihm. – Amen.
Es segne uns Gottes Heiliger Geist,
auf dessen pfingstliche Gaben wir uns schon freuen. – Amen.
Und der Segen des allmächtigen Gottes…
Seid gesegnet,
wenn ihr in der Freude der Liebe erstrahlt
und meint, alles zu vermögen.
Seid gesegnet,
wenn die Wege eurer Liebe euch viel abverlangen.
Seid gesegnet,
wenn ihr mühsam neue Brücken der Liebe bauen müsst.
Seid gesegnet von dem Gott,
der der Inbegriff der Liebe ist
und sich uns schenkt
als Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Wage zu träumen
von dir
und dem, was du nicht bist
wage zu träumen
von dir
wie du wirklich bist
Aus: Margit Bickel / Hermann Steigert, Wage zu träumen. Herder Verlag Freiburg 1982.
„Mensch, ich hab dich gern“ –
sag es weiter mit Worten oder ohne Worte.
Sag es mit einem Lächeln,
mit einer Geste der Versöhnung
mit einem Händedruck
mit einem Wort der Anerkennung
mit einer Umarmung
mit einem Kuss
mit einem Stern in deinen Augen.
Aus: Phil Bosmans; Vergiß die Freude nicht. Herder Verlag Freiburg – Basel – Wien 1976.
Sei gesegnet mit Gottes Zärtlichkeit.
Sie berühre deine Schulter,
wenn du dir eine Auszeit nimmst
und dich selbst genießt.
Sei gesegnet mit Gottes Warmherzigkeit.
Sie stehe dir zur Seite,
wenn du für deine Kinder sorgst
und sie ins Leben begleitest.
Sei gesegnet mit Gottes Entschiedenheit.
Sie nehme dich an der Hand,
wenn du Beruf, Familie und Ehrenamt
miteinander verbindest.
Sei gesegnet mit Gottes Echtheit,
sie stärke deinen Rücken,
wenn du auf dein Inneres hörst
und mitteilst, was dich bewegt.
Sei gesegnet mit der Fülle des Segens
im Namen Gottes,
unserer Schwester
und Freundin.
Amen.
Christiane Bundschuh-Schramm in: Benedikta Hintersberger OP, Andrea Kett, Hildegard Keul, Aurelia Spendel OP (Hrsg); Du bist der Atem meines Lebens. Das Frauengebetbuch. Schwabenverlag Ostfildern 2006.
Dank sei dir gesagt, oh Herr,
für diesen besonderen Menschen,
den ich schon so lange Freund nennen darf.
Lass deinen Segen auf ihm ruhen.
Füll du sein Leben mit deiner Güte.
Gieße Hoffnung in sein Herz.
Lass ihn durch deine Liebe wachsen
er sei von deiner Wahrheit umgeben
alle Tage seines Lebens.
Hilf uns, unsere Freundschaft
ein Leben lang bewahren zu können.
Aus: Thomas Schwartz; Segen voller Leben. Gute Worte für alle Tage. Herder Verlag Freiburg 2017.
Unser ganzes Ordensleben soll von der Freundschaft mit Gott seine Prägung erhalten. So werden wir Diener der Liebe Christi zu den Kranken. Wir suchen immer mit Christus in Freundschaft zu leben und sein Geheimnis in der Tiefe zu verstehen.
Aus der Ordensregel der Kamillianer.
Vor kurzem wurde ich gefragt: Was ist eigentlich das, was Dich am Christ sein festhalten lässt? - Es ist die Liebe. Gottes Liebe, die so unendlich ist, dass wir sie uns gar nicht vorstellen können. Er liebt jeden einzelnen von uns, egal wer wir sind – und wir müssen gar nichts dafür tun.
Und dann geht es weiter: wenn wir erkennen, dass wir unendlich geliebt werden, dann müssen wir uns nichts beweisen, müssen wir nichts kompensieren, können wir einfach wir selbst sein.
Unser Auftrag: liebet einander, wie ich euch geliebt habe. Das allerdings ist deutlich schwerer, als es sich anhört. Aber wer sich geliebt weiß, der kann Liebe weitergeben. Liebe ist etwas, das ausstrahlt, hinausgeht in die Welt.
Wenn wir lernen, einander zu lieben (und zwar alle Menschen, nicht nur die, die uns genehm sind), dann wird die Welt ein freundlicherer Ort.
Ich weiß, es ist schon in der Familie schwer. Da ist die Schwester, die immer meinte, einen erziehen zu müssen, der Bruder, der alles besser weiß, man muss genau schauen, wer wieviel erbt, dass alles gerecht ist – wo soll da Liebe sein?
Und wie soll ich dann noch den Nachbarn lieben, der immer meckert, die Menschen, von denen ich mich übers Ohr gehauen fühle, die, die so gar nicht in mein Weltbild passen, die mich vielleicht auch negativ ansprechen? Ja, das ist schwer.
Vielleicht muss ich genauer hinsehen. Dann sehe ich vielleicht, dass die Schwester eigentlich nur will, dass es mir gut geht, dass der Bruder sich nicht genügend gewertschätzt fühlt, die Gerechtigkeit der Eltern eine andere ist, die sich nicht in Euro und Cent ausdrücken lässt.
Dann sehe ich vielleicht, dass der Nachbar einsam ist oder sich nicht gesehen fühlt. Dass die, die mich anpöbeln, gar nicht mich meinen, sondern ihren Frust loswerden müssen.
Wenn ich mich davon lösen kann, dass alles mit mir zusammenhängt, wenn ich vielleicht etwas neutraler hinschauen kann, dann merke ich, dass die Menschen durchaus liebenswert sind.
Und Fremde lieben? Nun, da ist es einfach. Ich lächele sie an. Meist lächeln sie zurück. Jemanden, der einen anlächelt, zu lieben, ist gar nicht so schwer. Oft muss ich mich nur liebenswürdig verhalten, dann bekomme ich ein solches Verhalten zurück.
Es lohnt sich, das auszuprobieren. Versuchen wir es. Denn wer es versucht, wird merken, es geht, vielleicht nicht immer, aber immer öfter.
Wenn es uns gelingt, die Menschen so zu lieben, wie Gott uns liebt, oder zumindest ein bisschen in die Richtung, dann wird die Welt heller werden. Wer sich geliebt fühlt, wird nicht so leicht hassen. Er muss es nicht, weil er merkt: ich bin gut so, wie ich bin.
Edith Furtmann 2024.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die Vorgeschichte: In Cäsarea erfährt der gläubige - aber Heide, d. h. Nichtjude - Hauptmann Kornelius von einem Engel, dass seine Gebete erhört worden seien, und er nach Petrus in Joppe schicken soll. Zur gleichen Zeit erfährt Petrus in Joppe in einer Vision anhand eines Gefäßes mit allerlei Tieren, dass er nichts unrein nennen darf, was Gott rein gemacht hat. Die vom Hauptmann ausgeschickten Boten berichten ihm über den Auftrag des Engels, und so weigert sich Petrus nicht, mit den Boten zum Heiden Kornelius mitzugehen.
Mit der Begegnung zwischen Kornelius und Petrus beginnt nun die Lesung. Der Judenmissionar Petrus wird gegen seinen Widerstand von Gott und seinem Geist zum Heidenmissionar berufen. Petrus ist die Hauptperson der Erzählung, er wird zum Überschreiter der trennenden Schranke zwischen Heiden und Juden. Die Verse 34 und 35 sind eine Querverbindung auf die Vision des Petrus mit den reinen Tieren aller Art: es gibt keine unreine Speise, keine unreinen Tiere und deshalb auch keine unreinen Menschen mehr.
Das Ziel, das Gott mit seiner Vision und Lukas mit seiner Erzählung verfolgen geht dahin, dass Petrus und mit ihm die Judenchristen dazu geführt werden, mit den "Unreinen" (Heiden) zusammen zu essen. In der von Petrus angeordneten Taufe stellt er sich ohne Zögern hinter die Willensentscheidung Gottes, die durch die überraschende Sendung des Geistes manifestiert wird. Wenn Petrus abschließend noch einige Tage in Cäsarea bleibt, so will Lukas sagen, dass nun Tischgemeinschaft zwischen den Juden- und Heidenchristen möglich ist, und dass Petrus zu ihr bereit ist.
Kornelius war schon vor seiner Bekehrung ein religiöser Mensch, der seine Beziehung zu Gott im Gebet gepflegt hat. Die eigentliche Bekehrung des Kornelius passiert, in dem er von einem Boten Gottes – "einem Mann im leuchtenden Gewand" den Hinweis bekommt, eine Begegnung mit Simon Petrus zu ermöglichen, durch dessen Wort er den letzten Hinweis für seinen Glauben an Jesus Christus erhalten hat. Der Heilige Geist schließt keinen Menschen aus – er ist der Grund für die Taufe der Heiden: Was Gott geschenkt hat, darf der Mensch nicht verweigern. Ein Grundsatz, der für die heutige Sakramentenpastoral wesentlich geworden ist.
Gott, der von Anfang an die Initiative ergriffen hat, besiegelt dies, indem er allen Anwesenden seinen Heiligen Geist schenkt. Die Skepsis der Judenchristen (Vers 44) lässt auf einen Konflikt zwischen Heiden- und Judenchristen unter den Adressaten der Apostelgeschichte schließen. Petrus aber handelt konsequent im Sinne der Weite Gottes, indem er die Taufe nachholen lässt, die normalerweise zuerst erfolgt wäre.
In diesem ganzen Kapitel lernt Petrus schrittweise die Weite Gottes kennen, die über die Grenzen des Volkes Israel und seiner Gesetze hinausgeht. Er wird sensibel für das Wirken Gottes auch dort, wo er es zunächst nicht vermutet, und kann dementsprechend neu und anders handeln. So können auch Christen heute von der Weite Gottes lernen: weil Gott jeden und jede schon längst als sein Kind angenommen hat, sind auch sie herausgefordert, die Grenzen des eigenen engen Denkens zu überwinden. Es gilt, ohne Vorurteile wegen Herkunft, Hautfarbe, Religion oder irgendwelcher Eigenheiten andere Menschen mit einem weiten Herzen anzunehmen.
© Claudia Simonis-Hippel, in: Bernhard Krautter/Franz-Josef Ortkemper (Hg.), Gottes Volk Lesejahr B 4/2012, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2012, S. 109-119.