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Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder
- etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen -
und sagte: Brüder!
Es musste sich das Schriftwort erfüllen,
das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat.
Judas wurde zum Anführer derer,
die Jesus gefangen nahmen.
Er wurde zu uns gezählt
und hatte Anteil am gleichen Dienst.
Mit dem Lohn für seine Untat kaufte er sich ein Grundstück.
Denn es steht im Buch der Psalmen:
Sein Gehöft soll veröden,
niemand soll darin wohnen!
und: Sein Amt soll ein anderer erhalten!
Es ist also nötig,
dass einer von den Männern,
die mit uns die ganze Zeit zusammen waren,
als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging,
angefangen von der Taufe durch Johannes
bis zu dem Tag, an dem er von uns ging
und in den Himmel aufgenommen wurde
- einer von diesen muss nun zusammen mit uns
Zeuge seiner Auferstehung sein.
Und sie stellten zwei Männer auf:
Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus,
und Matthias.
Dann beteten sie:
Du, Herr, kennst die Herzen aller;
zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast,
diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen!
Denn Judas hat es verlassen
und ist an den Ort gegangen,
der ihm bestimmt war.
Sie warfen das Los über sie;
das Los fiel auf Matthias
und er wurde den elf Aposteln zugezählt.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
In jenen Tagen erhob sich Petrus im Kreis der Brüder
- etwa hundertzwanzig waren zusammengekommen -
und sagte: Brüder!
Es musste sich das Schriftwort erfüllen,
das der Heilige Geist durch den Mund Davids im Voraus über Judas gesprochen hat.
Judas wurde zum Anführer derer,
die Jesus gefangen nahmen.
Er wurde zu uns gezählt
und hatte Anteil am gleichen Dienst.
Mit dem Lohn für seine Untat kaufte er sich ein Grundstück.
Dann aber stürzte er vornüber zu Boden,
sein Leib barst auseinander
und alle seine Eingeweide quollen hervor.
Das wurde allen Einwohnern von Jerusalem bekannt;
deshalb nannten sie jenes Grundstück in ihrer Sprache Hakeldamach,
das heißt Blutacker.
Denn es steht im Buch der Psalmen:
Sein Gehöft soll veröden,
niemand soll darin wohnen!
und:
Sein Amt soll ein anderer erhalten!
Es ist also nötig,
dass einer von den Männern,
die mit uns die ganze Zeit zusammen waren,
als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging,
angefangen von der Taufe durch Johannes
bis zu dem Tag, an dem er von uns ging
und in den Himmel aufgenommen wurde
- einer von diesen muss nun zusammen mit uns
Zeuge seiner Auferstehung sein.
Und sie stellten zwei Männer auf:
Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus,
und Matthias.
Dann beteten sie:
Du, Herr, kennst die Herzen aller;
zeige, wen von diesen beiden du erwählt hast,
diesen Dienst und dieses Apostelamt zu übernehmen!
Denn Judas hat es verlassen
und ist an den Ort gegangen,
der ihm bestimmt war.
Sie warfen das Los über sie;
das Los fiel auf Matthias
und er wurde den elf Aposteln zugezählt.
Kv: Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel. – Kv
Oder: GL 79,1 - oder Kv: Halleluja. – Kv
Preise den Herrn, meine Seele, *
und alles in mir seinen heiligen Namen!
Preise den Herrn, meine Seele, *
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat! – (Kv)
Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, *
so mächtig ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.
So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, *
so weit entfernt er von uns unsere Frevel. – (Kv)
Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, *
seine königliche Macht beherrscht das All.
Preist den Herrn, ihr seine Engel, *
ihr starken Helden, die sein Wort vollstrecken. – Kv
Lesung aus dem ersten Johannesbrief.
Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat,
müssen auch wir einander lieben.
Niemand hat Gott je geschaut;
wenn wir einander lieben,
bleibt Gott in uns
und seine Liebe ist in uns vollendet.
Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben
und er in uns bleibt:
Er hat uns von seinem Geist gegeben.
Wir haben geschaut und bezeugen,
dass der Vater den Sohn gesandt hat
als Retter der Welt.
Wer bekennt, dass Jesus der Sohn Gottes ist,
in dem bleibt Gott
und er bleibt in Gott.
Wir haben die Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt
und gläubig angenommen.
Gott ist Liebe,
und wer in der Liebe bleibt,
bleibt in Gott
und Gott bleibt in ihm.
Darin ist unter uns die Liebe vollendet,
dass wir am Tag des Gerichts Zuversicht haben.
Denn wie er, so sind auch wir in dieser Welt.
Furcht gibt es in der Liebe nicht,
sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht.
Denn die Furcht rechnet mit Strafe,
wer sich aber fürchtet,
ist nicht vollendet in der Liebe.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich lasse euch nicht als Waisen zurück.
Ich komme zu euch. Dann wird euer Herz sich freuen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach:
Vater, ich habe deinen Namen
den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Heiliger Vater,
bewahre sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast,
damit sie eins sind wie wir!
Solange ich bei ihnen war,
bewahrte ich sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast.
Und ich habe sie behütet
und keiner von ihnen ging verloren,
außer dem Sohn des Verderbens,
damit sich die Schrift erfüllte.
Aber jetzt komme ich zu dir
und rede dies noch in der Welt,
damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben
und die Welt hat sie gehasst,
weil sie nicht von der Welt sind,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst,
sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit;
dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast,
so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie,
damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Das Hohepriesterliche Gebet in Joh 17 sind die letzten Worte der Abschiedsreden Jesu. Im Johannesevangelium schließt sich nun die Passion an - formal eng verbunden mit der Rede: “Nach diesen Worten”, heißt es in Joh 18,1. Der Weg, den Johannes dann beschreibt, ist äußerlich betrachtet wohl der Gang durch Verrat und Anklage nach Golgatha, aber eher weniger topographisch zu verstehen, sondern eher aus der Perspektive des Heilsereignisses: Bis jetzt hat Jesus sich um seine Jünger gekümmert, hat Heilstaten gewirkt und auf Erden seine Botschaft verkündet. Nun ist der Same eingesenkt und muss gedeihen. Für Jesus aber steht der entscheidende Augenblick seiner Mission an: das Hinübergehen zum Vater, um das Erlösungsgeschehen zu vollenden. Wie der Hohepriester im Tempel das Opfer darbringt und Gott um Annahme bittet, wendet sich Jesus an den Vater, um das Wirkmoment seines Handelns zu beschreiben: "Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!"
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
erhob Jesus seine Augen zum Himmel
und sagte:
Vater, die Stunde ist gekommen.
Verherrliche deinen Sohn,
damit der Sohn dich verherrlicht!
Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben,
damit er allen, die du ihm gegeben hast,
ewiges Leben schenkt.
Das aber ist das ewige Leben:
dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.
Ich habe dich auf der Erde verherrlicht
und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir
mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte,
bevor die Welt war!
Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart,
die du mir aus der Welt gegeben hast.
Sie gehörten dir
und du hast sie mir gegeben
und sie haben dein Wort bewahrt.
Sie haben jetzt erkannt,
dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist.
Denn die Worte, die du mir gabst,
habe ich ihnen gegeben
und sie haben sie angenommen.
Sie haben wahrhaftig erkannt,
dass ich von dir ausgegangen bin,
und sie sind zu dem Glauben gekommen,
dass du mich gesandt hast.
Für sie bitte ich;
nicht für die Welt bitte ich,
sondern für alle, die du mir gegeben hast;
denn sie gehören dir.
Alles, was mein ist,
ist dein,
und was dein ist,
ist mein;
in ihnen bin ich verherrlicht.
Ich bin nicht mehr in der Welt,
aber sie sind in der Welt
und ich komme zu dir.
Heiliger Vater,
bewahre sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast,
damit sie eins sind wie wir!
Solange ich bei ihnen war,
bewahrte ich sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast.
Und ich habe sie behütet
und keiner von ihnen ging verloren,
außer dem Sohn des Verderbens,
damit sich die Schrift erfüllte.
Aber jetzt komme ich zu dir
und rede dies noch in der Welt,
damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.
Ich habe ihnen dein Wort gegeben
und die Welt hat sie gehasst,
weil sie nicht von der Welt sind,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst,
sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.
Sie sind nicht von der Welt,
wie auch ich nicht von der Welt bin.
Heilige sie in der Wahrheit;
dein Wort ist Wahrheit.
Wie du mich in die Welt gesandt hast,
so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
Und ich heilige mich für sie,
damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.
Nach der Himmelfahrt Jesu muss das Leben der jungen Gemeinde neu organisiert werden, um den veränderten Gegebenheiten gerecht zu werden, aber auch um die Verkündigung der Frohen Botschaft, die ihnen Jesus aufgetragen hat, nachhaltig wirksam werden zu lassen. Der Beitrag jedes einzelnen aus der Jüngerschaft ist dazu gefordert; bis heute.
In diesen Tagen vor Pfingsten begleitet uns in der Verkündigung eine Grundsatzfrage des Glaubens: Wie kann hier in dieser Welt und heute in unserer Zeit Glaube nachhaltig verkündet werden?
Schauen wir uns das genauer an: Da haben sich Menschen zusammengefunden, weil sie jemanden erlebt haben, für den sie brennen. Jesu Reden und sein Handeln sind bei den zwölf Aposteln eingefahren. Sie folgen ihm - wir kennen ihre verschiedenen Berufungsgeschichten. Ihnen vertraut Jesus in besonderer Weise und ihnen vertraut er auch noch so manche Lehre mehr an, die er anderswo nicht öffentlich macht. - Nach Jesu Tod und Auferstehung ist der Herr und Meister aber nicht mehr da. - Und nun?
Damit gerät die Nachfolgegemeinschaft Jesu in eine erste Krise. Dazu müssen sich die Freunde Jesu noch mit einem ganz massiven internen Problem beschäftigen: Der Zwölferkreis ist erschüttert worden von einem Verrat, der das ganze Projekt in ärgste Bedrängnis bringt. Eines aber ist über alle Massen klar, so wird es in der heutigen Lesung deutlich: Der Zwölferkreis muss trotz Krise in seinen Ursprüngen weiter bestehen bleiben - muss so daherkommen, wie Jesus es begonnen hat und darf nicht verändert werden. Das gilt auch, obwohl es bereits viel mehr Menschen gibt, die sich von Jesus haben begeistern lassen. - Wir hörten, es seien schon gut einhundertzwanzig Personen versammelt gewesen.
So kommt es also zur Nachwahl des Apostels Matthias anstelle des Judas. Interessant dabei die Profilansprüche, die vor der Wahl aufgestellt werden: Der Nachgewählte muss dieselben Begegnungen erlebt und vor allem dieselben Erfahrungen mit dem auferstandenen Jesus gemacht haben wie alle anderen Apostel auch. Er muss als Nachgewählter den ursprünglichen Zwölf möglichst ähnlich sein. Wir hörten: "Es ist also nötig, dass einer von den Männern, die mit uns die ganze Zeit zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein." Apostel kann also nur sein, wer Zeuge der Auferstehung ist. Die Angst, dass das Projekt Jesu zu Ende sein könnte, wenn der Zwölferkreis seine anfängliche Gestalt und damit die Autorität des Ursprungs verliert, ist deutlich spürbar. Den Heiligen Geist, den Jesus ihnen "als Beistand verheißen hat und der sie in die volle Wahrheit einführen würde", haben sie noch nicht nachhaltig erfahren. In dem Moment, von dem die heutige Lesung erzählt, waren sich die Apostel sicher, dass es zuallererst einmal auf ihr richtiges Entscheiden und Handeln ankommt.
An Pfingsten vollendet sich dann, was Jesus im Hohepriesterlichen Gebet programmatisch kundgetan hat, was wir im Evangelium hörten: "Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt." Das aber braucht das Vertrauen und den unerschütterlichen Glauben nicht nur in diesen irdischen Jesus, den die Apostel und alle anderen Jüngerinnen und Jünger erlebt haben, sondern auch in seine Verheißungen, die über Jesu irdisches Wirken weit hinaus weisen. Das ist nicht einfach - wir spüren das in den verschiedenen nachösterlichen Begebenheiten, von denen wir in den letzten Wochen hörten. Der irdische Jesus, schnell einmal verkannt als simpler Heilsbringer oder gar als Revolutionär, ist der Eine - der erhöhte nachösterliche Christus des Glaubens hingegen war eine Herausforderung für Glaube und Vertrauen, wie es sie bis dahin noch nie gegeben hatte. Dieses Ringen dauert an bis in unsere Zeit.
Wir haben Jesus mit seinen Reden und seinem Handeln nie erlebt. Für uns hier und heute bleibt es allein, zu glauben, weil wir den Zeuginnen und Zeugen des Glaubens der Vergangenheit vertrauen und weil wir darauf setzen, dass ihr Zeugnis wahr ist. Wer immer uns heute im Dienst am Evangelium begegnet, ist kein direkter Zeuge oder Zeugin der Auferstehung. Wer heute im Dienst am Evangelium steht, kann das nur, weil er oder sie andere überzeugt hat, dass sein oder ihr Zeugnis wahr ist.
Im Evangelium hörten wir den Herrn sagen: "Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!" Die Erfahrung, dass verschiedene Haltungen, Meinungen und Interessen auf diese Glaubensgemeinschaft einwirken würden, gab es schon im Apostelkreis selbst: Judas, der »Sohn des Verderbens«, ist das beste Beispiel. Da in den Evangelien nie von Auseinandersetzungen mit Jesus und den anderen zu hören ist, können wir davon ausgehen, dass die Haltung des Judas irgendwie schon loyal war. Auf der anderen Seite wollte er aber auch ein loyaler Bürger des römischen Reiches sein. Statt sich auf Diskussionen im Kreis der zwölf Apostel einzulassen, geht er den falschen Schritt und macht einen verhängnisvollen Deal mit der Staatsmacht. So nimmt Jesu Schicksal seinen Lauf. Als Judas begreift, was er getan hat, ist es zu spät.
Das Gebet Jesu um die Einheit der Nachfolgegemeinschaft hat also durchaus seine Berechtigung. Die Kirche ist und war damals wie heute stets Spannungen und Zerreißproben ausgesetzt. Da Haltungen und Gesinnungen nun einmal keine allgemeingültigen Formen kennen, und sich selten klar und deutlich sagen lässt, ob jemand doch nicht mehr im Geiste Jesu spricht, braucht es vor allem eine große Offenheit füreinander und die Bereitschaft, einander zuzugestehen, dass es der andere schon gut und richtig meint. Im 1. Johannesbrief tönt das etwa so: "Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm." Schon seit Beginn der Kirche haben Versammlungen - Konzilien - immer wieder versucht zu definieren, wer drinnen ist und wer draußen ist. Und damals wie heute spielten und spielen natürlich auch weltpolitische und kirchenpolitische Interessen derer, die mitdiskutieren und mitbestimmen, wichtige Rollen. Allein um unseren Gott und seine Botschaft ging es in der Kirche nie.
Wenn wir all diese Entwicklungen und Momente in der Kirchengeschichte und in der heutigen Kirche wahrnehmen, könnte man schnell einmal auf den Gedanke kommen: Das ist Kirchengeschichte oder Kirchenpolitik - damit habe ich als Einzelperson nichts zu tun. Ein sehr gefährlicher Trugschluss. Die Nachfolgegemeinschaft Jesu, die Kirche, lebt nämlich nicht zuerst aus Konzilien oder kirchlichen Beschlüssen. Sie lebt auch nicht zuerst aus ihrer Geschichte. Die Kirche Gottes lebt überall dort, "wo zwei oder drei im Namen Jesu versammelt sind". Und überall dort, wo jemand in eine Gemeinschaft von Glaubenden hineintritt, müssen solche Fragen vorangehen: Begegne ich dieser Gemeinschaft mit Liebe und Wohlwollen? Will ich da zuerst der Sache Jesu dienen oder eher meinen eigenen Interessen? Freue ich mich darauf, mit allen anderen meinen Glauben teilen und leben zu können?
Das Ende der leiblichen Anwesenheit Jesu in dieser Welt hat Konsequenzen für seine Jüngerinnen und Jünger. Einerseits müssen sie Abschied nehmen von Vertrautem, andererseits treten sie ein in ein neues Verhältnis zu Gott. In der Zeit, in der sie nun ganz auf sich gestellt sind, wird es notwendig, die Kommunikation mit Gott besonders zu pflegen.
Der Sonntag zwischen Himmelfahrt und dem Pfingstfest markiert eine Zeitenwende. In den Tagen nach Ostern hat sich der Auferstandene seinen Getreuen noch mehrfach gezeigt, um ihnen die Unsicherheit zu nehmen und ihren Glauben zu stärken. Sie bezeugen seine Auferstehung bis in unsere Zeit. Weil er aber auch ganz Mensch war und jedem Menschsein die zeitliche Begrenztheit seiner irdischen Existenz immanent ist, ist diese Phase nun zu Ende. Jetzt gilt es den Brückenschlag, zwischen Gottes leiblicher Anwesenheit in dieser Welt als Jesus Christus und seiner immerwährenden Anwesenheit als Heilige Geistkraft zu vollziehen.
Mit seiner Himmelfahrt ist Gottes Wohnen unter uns als Mensch Jesu zu Ende. Mit dem Pfingstereignis beginnt das Wirken der Heiligen Geistkraft. Deshalb formuliert Jesus jetzt sein Vermächtnis: Zunächst als Auftrag an uns, im Johannesbrief so ausgedrückt: "Aber wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet" (1 Joh 4,11b). Und dann als Bitte an den Vater im Evangelium die „Seinen“, auf die Jesus bis jetzt selbst gut geschaut hat, weiterhin zu bewahren und beschützen.
Der Abschiedscharakter der heutigen Schrifttexte ist unübersehbar. Etwas Altes, Vertrautes endet und Neues beginnt. So ist es nachvollziehbar, dass diese Texte in einem Buch gesammelt sind, das als Testament bezeichnet wird.
Abschiede gehören zu jedem Menschenleben dazu. Es beginnt schon bei der Geburt wo man sich von der Geborgenheit des Mutterleibes verabschieden muss und hinzugestoßen wird in eine weniger geschützte, aber umso spannendere Umgebung. Immer wieder müssen wir uns von Lebensphasen, von geliebten Menschen, von vertrauten Orten, von nährenden Gemeinschaften, von tiefen Beziehungen usw. verabschieden.
Auch der Abschied von falschen Entscheidungen, wir nennen es Einsicht und Reue gehört dazu. Ob Judas grauenvoll geschildeter Tod solcher Einsicht entsprang? Wir wissen es nicht. Die Bemerkung, dass sein Handeln auch ein Teil der Schrifterfüllung war, lässt uns seine Tat in einem anderen Licht erscheinen.
Aber jedes Ende führt auch zu einem neuen Anfang. Sich auf diese Herausforderung einzulassen, fordert alle unsere Begabungen und Fähigkeiten heraus und fördert unsere geistige, soziale und emotionale Entwicklung. Menschen reifen auf diesem Weg. Gläubige Menschen reifen auf diesem Weg in ihrem Glauben.
Veränderung ist oft von Angst und Unsicherheit begleitet, weil sie bedeutet, sich auf Neues, Unvertrautes einzulassen.
Die zweite Lesung aus dem Johannesbrief nimmt auch dieses Thema auf und sagt uns bezogen auf den Tag des Gerichts ganz radikal: "Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht."
In der Liebe Gottes zu leben, macht frei von Angst, weil er uns hält, weil wir nicht tiefer fallen können als in seine Hand.
Fassen wir also Jesu Vermächtnis nochmals zusammen, damit wir es in unseren Alltag integrieren können: Jesus hat die, die ihn als Gottes Sohn und Retter der Welt bezeugen und anerkennen, der besonderen Obhut des gemeinsamen Vaters anvertraut. Damit hat er uns das Gebet als ständige Kommunikationsmöglichkeit mit dem Vater im Himmel in allen Lebenslagen, besonders aber dann, wenn wir etwas loslassen müssen, empfohlen. Ein Leben in der Liebe Gottes befreit von Furcht.
Gott beurteilt unsere Taten nach göttlichen, nicht menschlichen Kriterien. Weil er uns in unserer Ganzheit wahrnimmt, sieht er nie bloß die einzelne Tat, sondern immer auch den Hintergrund, aus dem heraus sie sich entwickelt hat.
Als die Apostel den 12. Platz in ihrer Runde neu besetzen orientieren sie sich zunächst an den Fakten, danach beten sie und werfen das Los. Für uns bedeutet das: Gott ins Boot zu holen, wenn wir unsere Lebensentscheidungen treffen, indem wir zunächst die Fakten prüfen und sie danach im Gebet unter Gottes Schutz und Gottes Willen stellen.
Kommunikation ist die beste Beziehungspflege generell. Unsere Liebesbeziehung zu Gott bildet da keine Ausnahme. Unser Gespräch mit ihm ist Ausdruck einer intakten Beziehung zu ihm. Es ist sozusagen das Sahnehäubchen auf unserem Leben.
Jede Zeit hat ihre Herausforderungen. Sie im Geiste Jesu zu bewältigen ist unsere Sendung. Jesus sorgt sich um uns. Er will uns nicht vor allem Bösen bewahren, sondern er will, dass wir uns im Kontrast zur Welt bewähren.
Bleib Gesund! Bleib Zuversichtlich! - Oft habe ich diese Wünsche gehört. Oft galten diese Wünsche mir. Es ist in unserer Zeit schwer, zuversichtlich zu bleiben. Je länger die Krise der Pandemie andauert, umso genervter und unruhiger werden die Menschen. Viele werden pessimistisch. Doch ich kann auch die Sorgen vieler verstehen, die Sorgen der Wirte, die Sorgen der Kranken und deren Angehörigen, das Leid der Kinder und Jugendlichen. Es ist einfach gesagt: Bleib zuversichtlich.
Gerade die Zuversicht, das Vertrauen in Gott, ist das, was uns als Christen/ innen auszeichnet. Jede Zeit hat ihre Herausforderungen. Es gilt, diese Herausforderungen zu meistern. Wir wissen nicht, warum Gott diese Pandemie zulässt. Wir dürfen aber vertrauen, dass er uns bewahrt.
Dass Gott Menschen vor Überforderungen bewahrt, darum betet Jesus im Evangelium. Auch seine Apostel standen vor großen Herausforderungen. So mussten sie einen Nachfolger für Judas wählen. Damit war das Apostelkollegium wieder vollständig. Mathias wurde der 12. Apostel. Das erinnert an die 12 Stämme Israels. Auf die Jünger warteten Unsicherheiten und Verfolgungen. Denn mit dem, was sie verkündeten, musste die Botschaft in der Welt anecken. Jesus weiß, dass die Jünger in der Welt gehasst werden, dass man ihnen nach dem Leben trachten wird. Jesus möchte aber nicht, dass Gott sie herausnimmt aus der Welt, sondern, dass er sie vor dem Bösen bewahrt. Wer an Jesus glaubt, lebt nicht mehr so in der Welt wie er es ohne den Glauben an Jesus leben würde.
Welt – das ist hier zu verstehen als die Menschen, die nicht an Gott glauben und die auch den Glauben an Gott, an Jesus nicht annehmen wollen. In dieser Welt zählen die Mächtigen, die Starken. Es sind die Angesehenen, die am meisten besitzen. Es gibt in dieser Welt wenig Platz und Verständnis für Menschen, die arm sind, krank sind und die, die behindert sind. Mit dem, was Jesus predigt, mit der Liebe zum Nächsten, ganz besonders mit dem Gebot „Liebet eure Feinde“ haben sich die Christen von den übrigen unterschieden. Mit dieser Liebe zueinander und auch mit der Liebe untereinander haben die Christen und die Christinnen ein Lebenszeugnis gegeben. Es war die Liebe zu denen, die schuldig geworden sind, die Liebe zu denen, die als Außenseiter galten. Wo Menschen lieben und einander Liebe schenken, dort ist Gott zu erfahren. „Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“
In dieser Liebe zueinander, die immer ohne jegliche Bedingungen war, haben sich die Jünger Jesu von den Mitmenschen unterschieden. Darum wurden sie angefeindet von denen, die anders dachten, die sich durch das Lebenszeugnis in Frage gestellt fühlten. Die Jüngerinnen und Jünger standen auch in ständigen Auseinandersetzungen mit den Juden, obwohl Jesus ein Jude war. Groß war die Gefahr, dass der Glaube an Jesus verloren ging.
Wie sieht es heute mit der Situation unserer Kirche aus? Immer wieder spüre ich: Der Stand der Kirche ist kein einfacher. Wie kann man heute zu einer Institution wie die katholische Kirche stehen? Diese Frage wurde einem jungen Mann gestellt, der zum katholischen Glauben konvertierte. Die Kirche wird von vielen gleichgesetzt mit den Skandalen, die es gegeben hat. In unseren Breitengraden werden wir häufig belächelt und als rückständig angesehen. Doch es gibt immer noch Schwestern und Brüder, die um ihr Leben bangen müssen, die fliehen müssen, die schikaniert werden, weil sie sich zu Jesus bekennen. Es gab nie eine Zeit, in der Menschen, die an Jesus glaubten, nicht bedrängt wurden.
Darum betet Jesus für seine Jünger. Darum gilt das Gebet auch uns persönlich. „Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.“ Das Gebet Jesu gilt auch mir persönlich, jedem einzelnen. Der Glaube bewährt sich in der Welt, mit den Menschen, die konkret mit mir leben. Der Glaube bewährt sich und wächst in den konkreten Schwierigkeiten und Sorgen. Es gibt vieles, was uns vom Glauben und von dem, was gut ist, abbringen will. Vieles will uns vorgaukeln, dass es keinen Gott gibt. Vieles kann unser Leben zerstören und auch misslingen lassen.
Jesus schenkt uns eine Zuversicht. Wir alle sind ihm wichtig, dass er unser Fürsprecher beim Vater ist. Jesus ist mit seiner Liebe und seinem Heiligen Geist bei uns. Wir können nichts dafür, in welcher Zeit wir leben. Aber wir haben die Wahl, mit welcher Einstellung wir dieser Zeit begegnen. Wir erleben dieselben Schwierigkeiten und Sorgen, die auch andere erleben. Doch der Glaube an Jesus schenkt uns Zuversicht und Hoffnung. Gott bewahrt uns in dieser Welt. Seien wir zuversichtlich und bleiben es. Christen zeichnet die Zuversicht aus.
Der Sonntag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten ist in diesem Jahr zugleich Muttertag. Eltern prägen ihre Kinder und geben ihnen auf diesem Weg das Rüstzeug mit, dass sie ihr Leben gut gestalten können. Jesus hat seine Jünger geprägt und mit den Haltungen und Einstellungen ausgerüstet, mit denen sie das Werk Jesu fortsetzen können.
Der Text des heutigen Evangeliums aus dem 17. Kapitel des Johannesevangeliums ist dem „Hohenpriesterlichen Gebet“ des Herrn entnommen und bildet den Abschluss der Abschiedsreden Jesu, seines Testamentes. Mit dem 18. Kapitel beginnt die Passionserzählung des Johannes. Das deutsche Wort „Testament“ leitet sich aus dem Wort „testari“ ab, das übersetzt so viel wie „bezeugen“ bedeutet. Die Predigt versucht der Frage nachzugehen: Wovon gibt uns Christus Zeugnis in diesem Teil seines Abschiedsgebetes?
Die Nachwahl des Apostels Matthias in den Kreis der Zwölf wird in der Apostelgeschichte ganz unprätentiös erzählt, hat es aber in sich. Sie offenbart die Haltung der jungen Kirche.
In diesen Wochen vor Pfingsten dreht sich die Verkündigung um Fragen wie: Wie geht Leben aus dem Osterglauben ganz praktisch? Was braucht es? Einmal mehr hören wir heute davon.
Wir feiern Gottesdienst, Eucharistie. Es ist eine Zeit für und mit Gott. Es ist eine Zeit, in der Gott zu uns spricht, seine Gemeinde führt. Gott lebt in uns und wir leben in IHM, in seiner Liebe. Hören wir sein Wort als Schwestern und Brüder vereint, vereint mit allen, die an Gott glauben, die sich mit Jesus verbunden fühlen. Feiern wir IHN in der Eucharistie. In Brot und Wein verbinden wir uns mit IHM und untereinander.
Grüßen wir IHN, der für uns beim Vater eintritt, in unserer Mitte und bitten wir um sein Erbarmen.
Jesus Christus,
du ruft uns zu einer großen und vielfältigen Gemeinschaft.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus,
du mutest uns einander zu und du willst, dass wir miteinander aus der Kraft des Geistes leben.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus,
du bleibst in deiner Kirche und führst sie durch die Zeiten.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du wurdest vom Vater in die Welt gesandt, seine Liebe bekannt zu machen.
Herr, erbarme dich.
Du sendest uns aus, es dir gleich zu tun.
Christus, erbarme dich.
Wenn wir in deiner Liebe seine Liebe verkünden, so bleibt Gott in uns.
Herr, erbarme uns.
Herr Jesus Christus,
der du für uns betest.
Vertrauen wir dir?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
der du uns vor dem Bösen der Welt bewahrst.
Bist du das wichtigste in unserem Leben?
Herr Jesus Christus,
wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, so wie du in Gott bist.
Sind wir Zeugen deiner Liebe?
Allmächtiger Gott,
wir bekennen, dass unser Erlöser
bei dir in deiner Herrlichkeit ist.
Erhöre unser Rufen
und lass uns erfahren,
dass er alle Tage bis zum Ende der Welt
bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat.
Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
MB Montag der 1. Woche
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns im Sakrament der Taufe
neues Leben geschenkt.
Festige unsere Verbundenheit mit Christus,
damit wir Früchte bringen, die bleiben,
und die Freude des ewigen Lebens erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Samstag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat vor seiner Himmelfahrt
seinen Aposteln den Heiligen Geist verheißen.
Sie haben den Reichtum
der göttlichen Weisheit empfangen;
schenke auch uns die Gaben deines Geistes.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Samstag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
am Ende der heiligen fünfzig Tage
bitten wir dich:
Gib uns die Gnade,
daß wir in einem Leben aus dem Glauben
das Ostergeheimnis deines Sohnes bewahren,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Samstag der Osterzeit
Guter Gott,
dein Sohn traut uns zu,
mit Begeisterung und Verantwortung an dieser Kirche mitbauen zu können.
Erhalte uns als eine Gemeinschaft,
in die uns der Heilige Geist im Sakrament der Taufe geführt hat,
und lass uns immer wieder Mut und Kraft schöpfen
in der Begegnung mit dir.
Das erbitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast für die Apostel gebetet.
Doch dein Gebet gilt auch uns.
Was kann uns noch geschehen?
Bewahre uns in dieser Zeit der Anfechtung,
in der vieles bekannt wurde, was nicht deinem Will entspricht.
Bewahre uns in dieser Zeit, in der der Glaube an dich
immer weniger Beachtung findet.
Stärke unsere Liebe zu dir und zueinander,
damit du immer mehr Raum in unsere Herzen findest
und wir in dir geborgen und zuversichtlich leben können.
Amen.
Vater in Himmel,
dein Sohn Jesus Christus, hat uns dein Wort der Wahrheit geschenkt.
Öffne unsere Ohren – ja, alle Sinne -,
dass wir dein Wort in uns aufnehmen können,
dass es uns trägt, für unser Heute und für die kommende Woche.
Mache es zum tragenden Pfeiler für unser Leben. - Amen.
Guter Gott,
dein Sohn ruft uns in seine Nachfolge, weil er uns zutraut, an einer Kirche in dieser Welt von heute mitbauen zu können. Das ist nicht immer einfach.
So rufen wir zu dir und bitten dich:
Wir beten für alle, die ihr Christsein inmitten dieser Welt leidenschaftlich leben:
Schenke ihnen Kraft, Ausdauer und Freude am Glauben.
Wir beten für alle, die die Kirche als Ort von politischer Aktivität annehmen und das Heilige in ihr nicht erkennen:
Dein Heiliger Geist schenke ihnen Begeisterung für die Botschaft Jesu.
Wir beten für alle, die sich inmitten von Krieg und Unruhen erfüllt vom Heiligen Geist für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen:
Lass sie unversehrt bleiben an Körper und Seele.
Wir beten für alle, die genug haben von dieser Kirche, weil sie vielfältige Erfahrungen von Leid und Frust nicht mehr ertragen können:
Schenke ihnen Ruhe und inneren Frieden.
Wir beten für alle, die ein Leben aus dem Glauben geführt und dieses nun vollendet haben.
Schenke unseren Toten einen Platz in deinem Reich und lass ihre Hoffnungen in dir vollendet sein.
Um all dies bitten wir durch Christus. unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Mit seinem liebenden Blick umfängt Gott jeden einzelnen. Bitten wir ihn um die Kraft seines Geistes, der auch uns befähigt liebend aufeinander zu schauen:
Für alle in deiner Kirche, die vor Entscheidungen in Gebet und im Vertrauen auf deinen Beistand nach deinen Wegen für die Gemeinden suchen.
Für unsere Welt, die sich in den globalen Krisen nach Frieden und Hoffnung auf ein gerechtes Leben für alle sehnt.
Für alle Mütter, die durch Familie, Beruf, Alltag und Beziehungsgeflecht überfordert auf der Suche nach ihrer eigenen Mitte sind.
Für uns selbst, wenn das Streben nach Anerkennung und finanzieller Absicherung uns so in Anspruch nimmt, dass wir die entscheidende Richtung im Leben zu verlieren drohen.
Für unsere Verstorbenen, deren Tod uns lehrt, unser Leben von dieser Grenze aus zu betrachten.
Denn dein Geist beschenkt uns mit Leben und schafft unter uns Gemeinschaft. Dafür danken wir dir jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr guter Gott,
du bist die Liebe und lässt uns in deiner Liebe leben.
Daher dürfen wir dich bitten:
Für alle Menschen, die sich im Glauben getragen fühlen und deine Liebe im Dienst am Nächsten verbreiten:
Lass sie spüren, dass sie in Deiner Liebe leben.
Für alle Menschen, die nicht mehr glauben können, die aber dennoch Sehnsucht nach deiner Liebe verspüren:
Für alle Eltern, die sich um die Zukunft ihrer Kinder sorgen müssen:
Für alle Eltern, denen es nicht gelingt, ihren Kindern ein liebevolles Zuhause zu bereiten:
Für alle Kinder und Jugendlichen, die nicht geliebt werden, die es zu Hause oder dort, wo sie leben, schwer haben:
Für alle Menschen, die keine Liebe verspüren, weil sie nie Liebe erfahren haben:
Für alle Menschen, die sich unwillkommen fühlen:
Für alle Geflüchteten, die unserer Liebe und Hilfe bedürfen:
Für unsere Verstorbenen:
Guter Gott, der du die Liebe bist.
In dir dürfen wir uns geborgen und behütet fühlen. Hilf uns, dass wir Boten deiner Liebe werden.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du trittst für uns ein beim Vater.
In dir sind wir eins.
In dir finden wir den Weg zum Leben.
Wir bitten dich:
Stärke in deiner Kirche den Mut zu Veränderung und lass sie Vertrauen in deine liebende Führung fassen.
Lass die Mühen in der Ökumene nicht nachlassen und hilf allen, immer mehr das Gemeinsame zu suchen und das Trennende zu überwinden.
Sende deinen Heiligen Geist der Liebe in die Herzen aller Einzelnen, aller Gemeinden und aller Gemeinschaften, so dass die Menschen dich entdecken können.
Steh denen bei, die ihre Berufung im Gebet für andere sehen.
Lenke die Gedanken aller Menschen auf Wege des Friedens und der Versöhnung, im Großen der Welt wie im Kleinen...
Gib besonders in dieser Zeit von Corona Ärztinnen und Ärzten sowie Pflegerinnen und Pflegern Kraft für ihren aufopferungsvollen Dienst und lindere die Ängste aller, die um ihren Arbeitsplatz bangen.
Erbarme dich aller Verstorbenen und lass sie vereint mit dir und untereinander leben.
An dich glauben wir,
auf dich hoffen wir,
dich lieben wir
und in dir sind wir. - Amen.
Jesus nimmt von seinen Jüngern Abschied und bittet seinen Vater für sie und damit auch für uns.
So lasst auch uns gemeinsam seinen und unseren Vater bitten:
Erfülle alle in Deiner Kirche mit Deinem Geist,
der uns lehrt mehr miteinander als über einander zu reden.
Erfülle die Verantwortlichen in der Europäischen Union mit Deinem Geist,
der uns lehrt, dass gelebte Solidarität und Interessensausgleich weltweit auch die eigene Gemeinschaft stärkt.
Erfülle uns mit Deinem Geist,
in dem wir uns als Christen mutig den Anliegen und Fragen der Welt von heute stellen können.
Erfülle uns mit Deinem Geist,
wenn morgen in unserem Land Öffnungsschritte erfolgen, bei denen jeder Einzelne von uns gefordert ist, in seinem Handeln die Verantwortung für alle mitzutragen.
Erfülle uns mit Deinem Geist,
in dem wir vertrauensvoll auch unserem eigenen persönlichen Sterben entgegenblicken können.
Alles, was wir in liebevoller Zuneigung füreinander tun, hat seinen Ursprung in Deiner Liebe zu uns.
In diesem Sinn nimm unseren Dank und Lobpreis an, jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
das makellose Opfer läutere uns.
Es stärke uns mit der Kraft von oben
und schenke uns ewiges Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Montag der Osterzeit
Gütiger Vater
wir haben deinen Tisch bereitet mit den Gaben,
die du uns selbst geschenkt hast.
Lass uns in dieser Versammlung um deinen Altar entdecken
und spüren, wie du selbst deine Kirche nährst und leitest.
Dafür danken wir durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
wir halten jetzt miteinander Mahl.
Du bist die Mitte.
Du bist das Brot des Lebens und der Liebe.
Du bist der Wein, der uns Freude schenkt.
Wir dürfen dich empfangen.
Wandle uns, durchdringe uns, lebe in uns,
dass wir dich bezeugen können. - Amen.
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobet den Herrn. (GL 616,1)
Gott und Vater, wir kommen zu dir, um dir zu danken,
denn du hast die Welt und all ihre Wunder hervorgerufen,
weil du sie liebst.
Kehrvers
Um uns Menschen deine Liebe zu offenbaren,
hast du Jesus von Nazareth gesandt,
damit er deine Größe bezeuge.
Kehrvers
Seine Jünger haben erkannt,
dass er von dir ausgegangen ist,
und sie sind zum Glauben gekommen,
dass du ihn gesandt hast.
Kehrvers
Als er alles vollbracht hatte,
hat er sie ausgesandt, damit sie sein Werk fortsetzen
und dich verherrlichen, wie Jesus dich verherrlicht hat.
Kehrvers
Alle Menschen sollen dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und Jesus Christus, den du gesandt hast,
damit sie so das ewige Leben haben.
Kehrvers
So bekennen uns auch wir zu Jesus Christus
und rühmen deinen Namen.
Wir preisen deine Größe und singen mit der ganzen Schöpfung:
Danklied, z. B.: Singt dem Herrn ein neues Lied, niemand soll's euch wehren (Gl 409)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn deine Vorsehung waltet über jeder Zeit;
in deiner Weisheit und Allmacht
führst du das Steuer der Kirche
und stärkst sie durch die Kraft des Heiligen Geistes.
In ihm kann sie allezeit auf deine Hilfe vertrauen,
in Not und Bedrängnis zu dir rufen
und in Tagen der Freude dir danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dein Erbarmen
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Heiliger Geist 2
(nicht approbierter Text aus dem Messbuch der Altkatholiken)
Wir preisen dich, Gott, unser Vater,
und rühmen dich durch deinen Sohn Jesus Christus.
Auferstanden von den Toten
hat er seinen Jüngern den Heiligen Geist geschenkt,
sein Leben in Fülle,
sein Heil und seinen Frieden.
Durch ihn schenkst du uns den Lebensatem deines Geistes
in dem wir zu dir rufen: „Abba Vater“.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und stimme ein in den Lobpreis des Himmels
und der ganzen Christenheit auf Erden:
(Messbuch der Altkatholiken, S. 235)
Christus spricht:
Wie du mich in die Welt gesandt hast,
so habe auch ich sie in die Welt gesandt.
(Joh 17,18)
Oder:
Christus spricht:
Vater, bewahre sie in deinem Namen,
den du mir gegeben hast.
(Joh 17,11)
Oder:
Gott ist die Liebe,
und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott,
und Gott bleibt in ihm.
(1 Joh 4,16)
Vater im Himmel,
gestärkt durch dein Wort
und deine liebevolle Zusage, bei uns zu sein,
gehen wir in die neue Woche.
Lass dein Wort, wie in einem ein zerbrechliches Gefäß, in uns sein.
Lass es uns bewahren und in uns lebendig werden,
damit wir es mutig in unseren Alltag tragen können.
Das erbitten wir durch Christus, dein menschgewordenes Wort.
Erhöre uns, Gott, unser Heil,
und schenke uns die feste Zuversicht,
dass durch die Feier der heiligen Geheimnisse
die ganze Kirche jene Vollendung erlangen wird,
die Christus, ihr Haupt,
in deiner Herrlichkeit schon besitzt,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 7. Sonntag der Osterzeit
Allmächtiger Gott,
du hast uns durch die Auferstehung Christi
neu geschaffen für das ewige Leben.
Erfülle uns mit der Kraft dieser heilbringenden Speise,
damit das österliche Geheimnis in uns reiche Frucht bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag der Osterzeit
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott,
du hast uns gestärkt mit dem Wort der Frohbotschaft
und dem Sakrament des Altares.
Steh uns bei, dass wir die Gemeinschaft mit dir und untereinander
leben können und wollen.
Gib uns Kraft und Mut,
Spannungen auszuhalten und Konflikte so zu führen,
dass sie von einem Geist der Liebe getragen sind.
Lass uns glaubwürdig Zeugnis
von dir und der Botschaft vom Heil geben
in der Welt von heute.
Das erbitten wir durch Christus unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du sendest uns aus,
als Schwestern und Brüder zu leben...
Lass uns immer eines Sinnes sein.
Lass uns immer deine Liebe bezeugen,
denn wo die Liebe wohnt, da bist du zugegen.
Segne und stärke uns, bewahre uns in deiner Liebe. - Amen.
Vater im Himmel,
gestärkt durch dein Wort
und deine liebevolle Zusage, bei uns zu sein,
gehen wir in die neue Woche.
Lass dein Wort, wie in einem ein zerbrechliches Gefäß, in uns sein.
Lass es uns bewahren und in uns lebendig werden,
damit wir es mutig in unseren Alltag tragen können.
Das erbitten wir durch Christus, dein menschgewordenes Wort.
Heute ist Muttertag. Millionen von Kindern in Deutschland basteln Herzen, lernen Gedichte auswendig oder machen Ähnliches: zu Ehren ihrer Mutter. Erwachsene besuchen die Mutter mit einem Blumenstrauß, laden sie zum Essen ein oder lassen sich von ihr zum Essen einladen… Man kann diesen Brauch mögen, man muss es aber nicht. Wichtig ist nur: wenn die Liebe fehlt, dann ist dieser Tag ein verfehlter Tag. Und wenn Mutter und Kinder in gegenseitiger Liebe stehen, dann braucht es ihn eigentlich nicht.
Die Liebe einer Mutter zu ihren Kindern wird immer ganz hoch aufgehängt. Dabei kommt auch sie nicht automatisch, muss sich erst entwickeln, und manchmal, unter dem Druck, dass man dieses Kind doch lieben muss, kann die Beziehung zwischen Mutter und Kind gestört werden. Manche Mütter zerbrechen dran. Es gibt auch Mütter, die ihre Kinder nicht lieben. Das ist dann ziemlich grausam, denn Kinder müssen in der Liebe leben können, um liebenswerte und liebende Erwachsene zu werden (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Wir alle haben schon von den grausigen Experimenten Friedrichs II. von Hohenstaufen (1194-1250) im Mittelalter gehört. Er ließ Säuglinge zwar füttern und pflegen, ihnen aber keinerlei Ansprache und Zuwendung zukommen. So wollte er die Ursprache der Menschen herausfinden. Alle sind gestorben.
Die Liebe von Kindern zur Mutter wird ebenfalls als natürlich gegeben vorausgesetzt. Auch sie ist nicht immer vorhanden, auch sie kann unter bestimmten Umständen sterben, und nicht immer ist es die Schuld der Mutter, wenn ihre Kinder sich im Alter nicht oder gerade mal zum Geburtstag oder zu Weihnachten melden.
Beidem – der Liebe des Kindes zur Mutter und der Liebe der Mutter zum Kind – ist aber wesentlich, dass es eine bedingungslose Liebe ist unabhängig davon, wie man behandelt wird. Sie kann auch schwere Zeiten überstehen und zum Halt werden, wenn alles andere wegbricht.
Das alles gilt natürlich auch für den Vater. Man sucht sich seine Eltern nicht aus und seine Kinder auch nicht, dennoch verbindet einen, wenn es gut läuft, eine Liebe, anders als die zum gewählten Lebenspartner oder zur gewählten Lebenspartnerin.
Und ein Kind, das in einem liebevollen Elternhaus aufwächst, das sich geliebt weiß, wird sich in der Regel aufgehoben fühlen uns hat einen Grund, auf den es zurückgreifen kann, wenn die Zeiten mal rau sind. In der Regel wird es auch Liebe weitergeben können.
Gottes Liebe ist bedingungslos. Sie ist mehr als die Elternliebe, sie ist groß und allumfassend. Wir können uns mit unseren menschlichen Vorstellungen ihr nur annähern. Elternliebe gibt eine Ahnung, Gottes Liebe geht aber weit darüber hinaus.
Wenn wir uns der bedingungslosen Liebe Gottes bewusst werden, dürfen wir darauf vertrauen, dass wir nicht allein durch die Dunkelheiten dieser Welt gehen. Er fängt uns auf. Wir können nicht tiefer fallen als in Gottes Hand. Seine bedingungslose Liebe trägt uns durchs Leben. Das heißt nicht, dass uns nichts passieren kann. Das heißt nicht, dass wir nicht fehlgehen können. Das heißt nicht, dass es immer nur leicht und schön ist: aber wir sind nicht allein, wir werden geliebt, so, wie wir sind. Und darauf dürfen wir vertrauen.
Und dann können wir und sollen wir diese Liebe weitergeben. Sie wird nicht weniger, sie kann sich ausbreiten. Wir können sie weitergehen, auch wenn es finster und kalt ist. Dann können wir liebende Wegweiser sein für alle, die den Weg verloren haben. Leben wir in der Liebe und teilen wir sie aus!
Edith Furtmann 2024.
Barmherziger Jesus, ich vertraue auf dich!
Nichts soll mich mehr ängstigen und beunruhigen.
Ich vertraue auf Dich früh und spät, in Freuden und Leiden,
in Versuchungen und Gefahren, im Glück und Unglück,
im Leben und im Tode, für Zeit und Ewigkeit.
Ich vertraue auch Dich beim Gebet und bei der Arbeit,
bei Erfolgen und Misserfolgen, im Wachen und Ruhen,
bei Trübsal und Traurigkeit,
ja selbst in meinen Fehlern und Sünden
will ich unerschütterlich auf dich vertrauen.
Du bist ja der Ankergrund meiner Hoffnung,
der Stern meiner Wanderschaft,
die Stütze meiner Schwachheit,
die Verzeihung meiner Sünden,
die Kraft meiner Tugend,
die Wollendung meines Lebens,
der Trost meiner Sterbestunde,
die Freude und Wonne meines Himmels.
Barmherziger Jesus, du starke Ruhe und sichere Burg meiner Seele,
vermehre mein Vertrauen und vollende meinen Glauben
an Deine Macht und Güte.
Wenn ich auch der ärmste Deiner Verehrer
Und der letzte Deiner Diener bin,
so will ich doch groß und vollkommen sein im Vertrauen,
dass Du mein Heil und meine Rettung bist für die ganze Ewigkeit.
Dieses mein Vertrauen sei meine Empfehlung bei Dir,
jetzt und alle Zeit, am meisten aber in der Stunde meines Todes!
Amen.
Schwester Faustina Kowalska, in: Youcat, München 2011, 97
Durchzappen oder dranbleiben
so oder so geht Fernsehen.
Durchzappen oder dranbleiben,
so oder so geht unser Leben.
Auch ich mach das oft so,
mal tu ich die und schon bald das,
ich zappe so durch ´s Leben
auf der Suche nach Glück.
Nur das tun, wozu man gerade Lust hat,
und das nicht tun, was ich nicht will,
so stelle ich mir mein Leben vor.
Und ich weiß doch, dass das nicht geht.
Manchmal muss man dranbleiben
Manchmal ist Ausdauer gefragt,
manchmal muss man durchhalten,
manchmal ist ein Ziel nötig.
Ich muss mich selber packen,
mir einen Ruck geben,
auf ein Ziel hinsteuern,
nicht durchzappen, dranbleiben.
Gott, gib mir Kraft und Ausdauer.
Lass mich meinen Weg gehen
Und mein Ziel erkennen.
Bringe ich immer wieder
In die richtige Richtung,
bring mich auf deinen Weg.
Hermann Josef Fritsch in: Christa Klein, Ines Klekamp und Jürgen Sander (Hg.) Minuten am Morgen, Texte und Gebete zum Schulbeginn, München 2004 (2).
Das Leben ist eine Chance, nutze sie.
Das Leben ist Schönheit, bewundere sie.
Das Leben ist Seligkeit, genieße sie.
Das Leben ist ein Traum, mach daraus Wirklichkeit.
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist ein Spiel, spiele es.
Das Leben ist kostbar, geh sorgfältig damit um.
Das Leben ist Reichtum, bewahre ihn.
Das Leben ist Liebe, erfreue dich an ihr.
Das Leben ist ein Rätsel, durchdringe es.
Das Leben ist Versprechen, erfülle es.
Das Leben ist Traurigkeit, überwinde sie.
Das Leben ist eine Hymne, singe sie.
Das Leben ist eine Herausforderung, stelle dich ihr.
Das Leben ist ein Kampf, akzeptiere ihn.
Das Leben ist eine Tragödie, ringe mit ihr.
Das Leben ist ein Abenteuer, wage es.
Das Leben ist Glück, verdiene es.
Das Leben ist das Leben, bewahre es.
Das Leben ist lebenswert, lebe es.
nach Mutter Teresa
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Herr, ich brauche deine Augen,
gib mir einen lebendigen Glauben.
Ich brauch dein Herz,
gib mir in allen Situationen Liebe zum Nächsten.
Ich brauche deinen Atem,
gib mir deine Hoffnung
für mich selbst und deine Kirche,
auf dass sie Zeugnis ablege für die Welt,
auf dass man die Christen erkenne
an ihrem strahlenden, heiteren Blick,
an der Wärme ihres Herzens
und an diesem unüberwindlichen Glauben,
der sich aus den heimlichen, unversiegbaren Quellen
ihrer fröhlichen Hoffnung nährt.
Leon-Joseph Suenens, Bischof von Brüssel. In: Minuten am Morgen, Texte und Gebete zum Schulbeginn, 2. Auflage 2004.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Im "Kreis der Brüder" ist die Nachfolge des Judas zu regeln, der als Verräter den Zwölferkreis verlassen hat. Es ist von großer Bedeutung, dass der Zwölferkreis wieder hergestellt wird; alttestamentliche Motive und Bilder lassen sich im Hintergrund wahrnehmen. Jesus hatte seine Jünger berufen, in seiner Nachfolge aber ist jetzt eine Wahl zu treffen. Die Kriterien werden benannt: einer, der von Anfang an dabei war - und Zeuge der Auferstehung ist. Über den Zwölferkreis hinaus gibt es also Menschen/Männer, die diese Bedingungen erfüllen.
Es wird gewählt. Seit alters her hat das Los den Ruf, Gottes Willen auszudrücken. Zu einem Wahlverfahren gehört seit dem konstitutiv aber auch das Gebet dazu. Im Gebet wird Gott angerufen, seine Entscheidung erbeten und das Vertrauen ausgedrückt, in seinem Namen zu handeln.
Die Voraussetzung zur Wahl lautet: er muss die ganze Zeit "mit uns (den anderen Aposteln, bzw. mit Jesus) zusammen gewesen sein", also von der Taufe am Jordan bis zur Himmelfahrt.
Die eigentliche Wahl erfolgt nach einem altjüdischen Brauch mit sakralrechtlicher Bedeutung: entschieden wird - nach Gebeten - durch das Los. Es ist aber nicht die Münze, das Stäbchen oder gar der Zufall, der hier entscheidet, sondern es ist letztlich Gott, der sich diese Gegenstände zu seinem "Werkzeug" macht und so seinen Willen mitteilt. Implizit zeigt sich hier auch das Bewusstsein, dass Jesus wiederum selbst den Apostel sendet.
Im alten Israel war die Zahl der zwölf Stämme eine fixe theologische Größe und für die Israeliten von eminenter Bedeutung. Analog dazu ist auch die Zahl der zwölf (!) Apostel zu sehen.
Die Apostelgeschichte - der Autorenschaft des Lukas-Evangeliums zugeschrieben - ist höchstwahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 1. nachchristlichen Jahrhunderts entstanden. Erzählerisch beginnt sie in einer »Zwischenzeit« - nach der Auferstehung Jesu, zur Zeit der Himmelfahrt, und vor Pfingsten. Diesem 1. Kapitel ist die heutige Lesung entnommen.
Einleitend ist die Thematik der Apostelgeschichte formuliert: "Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu kennen" (Apg 1,7). Wie es jetzt mit der Nachfolgegemeinschaft Jesu weitergeht, ist nicht organisiert oder strukturiert, sondern eine Sache des Glaubens und Vertrauens. Das macht den Aposteln Mühe. So begeben sie sich zunächst einmal daran, den Apostelkreis in seiner Originalzahl, die durch das Ausscheiden des Judas verändert wurde, wiederherzustellen. Zwölf Auferstehungszeugen sind sie vor dem dramatischen Ende gewesen, zwölf sollen es auch nun wieder sein.
Spätestens nach Pfingsten ändert sich diese rigorose Haltung. Es geht nicht mehr darum, Abbild des Anfangs zu sein. Im Sendungsereignis wird deutlich, dass der Zwölferkreis in der Mission Jesu wohl eine eminente Bedeutung hat, dieser Kreis aber nach Ostern und Pfingsten so nicht überdauern kann, sondern nach Wegen gesucht werden muss, wie dieser Dienst der Zwölf in anderer Form gestaltet werden kann. So entstehen schließlich in den Gemeinden die ersten Leitungsämter.