Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte.
Im ersten Buch, lieber Theophilus,
habe ich über alles berichtet,
was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat,
bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde.
Vorher hat er den Aposteln,
die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte,
Weisung gegeben.
Ihnen hat er nach seinem Leiden
durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt;
vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen
und hat vom Reich Gottes gesprochen.
Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen:
Geht nicht weg von Jerusalem,
sondern wartet auf die Verheißung des Vaters,
die ihr von mir vernommen habt!
Denn Johannes hat mit Wasser getauft,
ihr aber
werdet schon in wenigen Tagen
mit dem Heiligen Geist getauft werden.
Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn:
Herr, stellst du in dieser Zeit
das Reich für Israel wieder her?
Er sagte zu ihnen:
Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren,
die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat.
Aber ihr werdet Kraft empfangen,
wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird;
und ihr werdet meine Zeugen sein
in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien
und bis an die Grenzen der Erde.
Als er das gesagt hatte,
wurde er vor ihren Augen emporgehoben
und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten,
siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen
und sagten: Ihr Männer von Galiläa,
was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?
Dieser Jesus, der von euch fort
in den Himmel aufgenommen wurde,
wird ebenso wiederkommen,
wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Gott steigt empor unter Jubel,
der HERR beim Schall der Posaunen: - Kv
Oder: Halleluja.- oder GL 340
Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *
jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!
Denn Furcht gebietend ist der HERR, der Höchste, *
ein großer König über die ganze Erde. - Kv
Gott stieg empor unter Jubel, *
der HERR beim Schall der Hörner.
Singt unserm Gott, ja singt ihm! *
Singt unserm König, singt ihm! - Kv
Denn König der ganzen Erde ist Gott. *
Singt ihm ein Weisheitslied!
Gott wurde König über die Völker, *
Gott hat sich auf seinen heiligen Thron gesetzt. - Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Ephesus.
Schwestern und Brüder!
Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn,
der Vater der Herrlichkeit,
gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung,
damit ihr ihn erkennt.
Er erleuchte die Augen eures Herzens,
damit ihr versteht,
zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid,
welchen Reichtum
die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt
und wie überragend groß
seine Macht sich an uns, den Gläubigen, erweist
durch das Wirken seiner Kraft und Stärke.
Er ließ sie wirksam werden in Christus,
den er von den Toten auferweckt
und im Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat,
hoch über jegliche Hoheit und Gewalt,
Macht und Herrschaft
und über jeden Namen, der nicht nur in dieser Weltzeit,
sondern auch in der künftigen genannt wird.
Alles hat er ihm zu Füßen gelegt
und ihn, der als Haupt alles überragt,
über die Kirche gesetzt.
Sie ist sein Leib,
die Fülle dessen, der das All in allem erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Beginn des Briefes (1,3-14) ist ein Hymnus, in dem das Wirken Gottes durch die Zeiten hindurch gepriesen wird. Darauf geht Paulus auf den Glauben an die Auferstehung ein: diesen Glauben erhalten die Brüder und Schwestern durch "den Geist der Weisheit und Offenbarung". Es ist der Glaube an Auferstehung und Erhöhung Christi. Er ist das Haupt über alles, auch über die Gemeinde der Gläubigen, die Kirche. Die Kirche selbst ist "sein Leib", von ihm erfüllt. Diese Erkenntnis aber ist Geschenk des Geistes, der "die Augen des Herzens erleuchtet".
Es wird hier eine universale Christologie (Christus - das Haupt der ganzen Schöpfung) verbunden mit dem zentralen Anliegen des Epheserbriefes: der Bildung der Kirche. Die Kirche ist hier nicht mehr eine verängstigte kleine Schar, sondern die Weltkirche. Sie steht im Dienst Christi in seinem "Herrschen über das All".
Der Blick auf den auferweckten und zur Rechten Gottes inthronisierten Herrn läßt uns ahnen, wie machtvoll Gott auch in unserem Leben am Werk ist, und wie hoffnungsfroh wir deshalb in die Zukunft gehen können.
Christi Himmelfahrt als Zeichen unserer Befreiung aus allen zerstörerischen Kräften und Befreiung aus allen Abhängigkeiten und aller Unterdrückung - Christus steht über allen Kräften, Mächten und Gewalten.
Der Auftrag der Kirche muss sein, dem Geist der Freiheit Raum zu geben.
Der Vers 18 verdeutlicht dies: Zunächst sollen die Leser wissen, welche Hoffnung sich damit verbindet, dass Gott sie berufen hat. Die Hoffnung erst eröffnet dem Christen die Aus-Sicht, entreißt ihn der Leere, der Angst, der Dunkelheit und übersteigt die gegenwärtigen begrenzten Erfahrungen. Somit ist die Kirche der Ort dieser Hoffnung.
Hoffnung befähigt zum Handeln und ermutigt, den Ruf Gottes positiv zu beantworten, d.h. jede Art der Perspektivenlosigkeit kann überwunden werden.
Die schöpferische Kraft und Stärke Gottes, seine Verheißung, den Geist auszugießen, sind Gottes Hoffnungsgut für uns Menschen, für unsere Kirche, unser Pfarrgemeinden.
Diese gelebte Hoffnung - sei sie noch so klein und unscheinbar - ermöglicht auch uns den „Platz" mit Christus im Himmel.
(vgl. Stuttgarrter kleiner Kommentar - Neues Testament 10 - Epheserbrief,)
Der Epheserbrief stammt aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. aus der Region der Hafenstadt Ephesos. Für die Frühe Kirche heißt das: Die kirchliche Urphase ist abgeschlossen, die Beschlüsse des Apostelkonzils liegen vor und die “Heiden”mission ist im vollen Gang. Das Anliegen des Autors ist die Verbreitung und Erkenntnis der Heilsbotschaft und das Halten der Einheit der Kirche mit Christus als ihrem Haupt. Die Herabrufung des Geistes (Vers 17) macht sich geradezu wie ein Schirm aus, unter dem alles zusammengehalten wird.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Ich, der Gefangene im Herrn,
ermahne euch, ein Leben zu führen,
das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig,
friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe
und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren
durch das Band des Friedens!
E i n Leib und e i n Geist,
wie ihr auch berufen seid
zu e i n e r Hoffnung in eurer Berufung:
e i n Herr,
e i n Glaube,
e i n e Taufe,
e i n Gott und Vater aller,
der über allem und durch alles und in allem ist.
Aber jeder von uns empfing die Gnade
in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat.
Deshalb heißt es: Er stieg hinauf zur Höhe
und erbeutete Gefangene,
er gab den Menschen Geschenke.
Wenn es heißt: Er stieg aber hinauf,
was bedeutet dies anderes,
als dass er auch zur Erde herabstieg?
Derselbe, der herabstieg,
ist auch hinaufgestiegen über alle Himmel,
um das All zu erfüllen.
Und er setzte die einen als Apostel ein,
andere als Propheten,
andere als Evangelisten,
andere als Hirten und Lehrer,
um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zuzurüsten,
für den Aufbau des Leibes Christi,
bis wir alle
zur Einheit im Glauben
und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen,
zum vollkommenen Menschen,
zur vollen Größe, die der Fülle Christi entspricht.
Als Alternative zum Hymnus aus dem 1. Kapitel des Epheserbriefes wird ein Abschnitt aus dem 4. Kapitel desselben Briefes vorgeschlagen. Im Epheserbrief legt vermutlich ein Schüler des Apostel Paulus grundlegende Gedanken über das Wesen der Kirche vor. Mit dem 4. Kapitel beginnen die Mahnungen, die dem Apostel selbst in den Mund gelegt werden. Sie werden mit großer Leidenschaft vorgetragen; die Leidenschaft des Missionars, der seinen Gemeinden ein persönliches Testament hinterläßt.
Zentraler Inhalt dieser Mahnung ist die Einheit. Diese Einheit gehört zum Wesen der Kirche. In sieben Aspekten wird die Einheit begründet: Ein Leib, ein Geist, eine Hoffnung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe und ein Gott und Vater. An dieser Einheit haben die einzelnen Glieder in je verschiedener Weise teil durch die Gnadengaben jedes einzelnen. Wie jeder einzelne seine Begabungen hat, hat auch die Kirche ihre Gnadengaben in den einzelnen Ämtern und Aufgaben. Diese dienen dem Aufbau des einen Leibes Christi.
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Ich, der Gefangene im Herrn,
ermahne euch, ein Leben zu führen,
das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
Seid demütig,
friedfertig und geduldig,
ertragt einander in Liebe
und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren
durch das Band des Friedens!
E i n Leib und e i n Geist,
wie ihr auch berufen seid
zu e i n e r Hoffnung in eurer Berufung:
e i n Herr,
e i n Glaube,
e i n e Taufe,
e i n Gott und Vater aller,
der über allem und durch alles und in allem ist.
Aber jeder von uns empfing die Gnade
in dem Maß, wie Christus sie ihm geschenkt hat.
Und er setzte die einen als Apostel ein,
andere als Propheten,
andere als Evangelisten,
andere als Hirten und Lehrer,
um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zuzurüsten,
für den Aufbau des Leibes Christi,
bis wir alle
zur Einheit im Glauben
und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen,
zum vollkommenen Menschen,
zur vollen Größe, die der Fülle Christi entspricht.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern.
Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit erschien Jesus den Elf
und sprach zu ihnen:
Geht hinaus in die ganze Welt
und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!
Wer glaubt und sich taufen lässt,
wird gerettet;
wer aber nicht glaubt,
wird verurteilt werden.
Und durch die, die zum Glauben gekommen sind,
werden folgende Zeichen geschehen:
In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben;
sie werden in neuen Sprachen reden;
wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken,
wird es ihnen nicht schaden;
und die Kranken, denen sie die Hände auflegen,
werden gesund werden.
Nachdem Jesus, der Herr, dies zu ihnen gesagt hatte,
wurde er in den Himmel aufgenommen
und setzte sich zur Rechten Gottes.
Sie aber zogen aus und verkündeten überall.
Der Herr stand ihnen bei
und bekräftigte das Wort
durch die Zeichen, die es begleiteten.
Mk 16,8 ist das ursprüngliche Ende des Markusevangeliums (= ältestes Evangelium). Doch die Flucht der Frauen, das Erschrecken über das leere Grab und das Schweigen wurde schon sehr früh als unbefriedigend empfunden. Markus wollte jedoch sein Evangelium so offen enden lassen.
Bereits im 2. Jahrhundert wurden Erscheinungsberichte aus anderen Evanglien (Verse 9-14), eine Sendungsrede des Auferstandenen an die elf Jünger (Verse 15-18), eine kurze Beschreibung der Himmelfahrt und Inthronisation Christi zur Rechten Gottes (Vers 19), vgl. Apg 1,9 und Lk 24,51 und letztlich der Missionsauftrag an die Jünger (Vers 20) beigefügt.
Das Markusevanglium zielt auf Tod und Auferstehung Jesu hin. Markus kennt wie bereits erwähnt keine Auferstehungsgeschichten, sondern er "schickt" seine Leser an den Anfang seines Evangeliums zurück - nach Galiläa, wo Jesus zu wirken begann. Zurück an den Anfang, um Jesu Botschaft besser verstehen zu können, um seine Taten, sein Wirken aus der Perspektive der Auferstehung neu sehen zu lernen.
Markus erzählt die Geschichten von Jesus so, dass wir erkennen: Jesus war Gottes Sohn, doch dies äußerte er nicht in "Glanz und Gloria", sondern in seinem Leiden.
Jesus wirkte erfolgreich in Galiläa, das als heidnisches Land galt, da es nach 722 (Fall des Nordreiches) unter Fremdherrschaft stand (... geht hinaus in die ganze Welt..., V.15).
Und allen Menschen, die zum Glauben kommen, werden Wunder und Zeichen versprochen, vgl. auch Apg 16). Zeichen und Wunder, die auf die Wirkkraft Jesu hinweisen und die IHN bezeugen - in Galiäa, an dem Ort, wo sie daheim sind, im Galiäa der Gemeinde, im Galiläa der Freude und des Leides, im Galiäa der Arbeit, der Familie...
Dort, wo ihr lebt, werdet ihr Jesus sehen, ihm begegnen, in verstehen.
Und IHN verstehen bedeutet auch, dass das "überall" zu verkündende Evangelium aufgetragen bleibt und dass gerade und nur in seiner Ausrichtung die mitwirkende Hilfe des bei seiner Gemeinde bleibenden erhöhnten Herrn erfahren werden kann.
Am Schluß des Markusevangeliums wird kurz die Himmelfahrt Jesu berichtet. Vorraus geht die Sendung in die Welt.
Menschen werden zur Entscheidung aufgerufen hin zu Verdammnis oder hin zur Rettung.
Was im Namen Jesus an Heilung geschieht wird plastisch beschrieben, nicht einmal Schlangen oder tödliches Gift kann ihnen schaden.
Jesus tritt seine Herrschaft an indem er sich zur Rechten Gottes setzt. Die Jünger verkünden in seinem Namen und Er steht ihnen bei.
Die Himmelfahrt Christi ist für die Jünger Jesu nach dessen Tod und Auferstehung ein neuerlicher Wendepunkt ihres Lebens. Sie hätten genug Grund gehabt, das Vergangene als gescheitert zu erklären und zu beschließen. Mit der Himmelfahrt leitet der Gekreuzigte und Auferstandene eine neue Phase des Reiches Gottes ein.
Manchmal geraten wir in Situationen, in denen wir nicht mehr wissen, wie es weitergeht. Etwa wenn jemand den Arbeitsplatz verliert, wenn eine Geschäftsidee nicht aufgeht und man in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, wenn eine Beziehung zerbricht oder wenn einem eine wichtige Person durch Krankheit, Unfall oder Tod entrissen wird… Es braucht dann eine längere Phase der Trauer, des Nachdenkens und der Neuorientierung, bis man einen Weg findet, der weiterführt. Es kann sich aber auch das Gefühl einstellen: alles ist aus. Oder man ist versucht, einen radikalen Schlussstrich zu ziehen und sagt sich: Aus! Schluss! Amen! "Ich war auf dem Holzweg". Hier geht es nicht weiter…
Die Freunde und Anhänger Jesu waren nach seinem Tod in einer ähnlichen Situation. Wie oder wo soll es da noch weitergehen? Und wenn er dann noch aus dieser Welt weggeht, heim zum Vater geht, wie er angekündigt hat. Manche waren vermutlich versucht, die Flinte ins Korn zu werfen und einen Schlussstrich hinter diese Episode ihres Lebens zu ziehen.
Auch Jesus selbst hätte genug Grund gehabt, sein Lebensprojekt der Erneuerung des alten Gottesglaubens, der Erneuerung des religiösen Lebens seines Volkes für gescheitert zu erklären und zu beenden. Gut und gerne hätte er zur Einsicht kommen können: Mit diesem Volk ist es zu dieser Zeit nicht zu machen!
Die Evangelisten und der Verfasser der Apostelgeschichte erzählen es uns aber anders. Nach ihren Berichten ist Jesus nicht einfach in den Himmel abgehauen, in die himmlische Heimat zum Vater heimgeflüchtet. Lukas beschreibt, wie er systematisch den Übergang in eine neue Phase seines Erneuerungsprojektes vorbereitet und eingeleitet hat.
Die Zeit, die Jesus mit seinen Jüngern predigend und Heilszeichen setzend durch das Land zog, war für diese eine Einschulungsphase. Da haben sie seine Botschaft kennengelernt, haben miterlebt, wie diese Menschen begeistert, haben aber auch den Widerstand seitens jener zu spüren bekommen, die keine Erneuerung zulassen wollten.
Jesus richtet sein Reich auf; jedoch in einem anderen Sinn, als es die meisten damals erwarteten. Er nimmt den Platz zur Rechten des Vaters ein und sendet seine Jünger aus, sein Werk auf Erden fortzusetzen. Seinen Geist haben sie in der Zeit, die sie mit ihm zusammen waren, kennengelernt. Noch brauchen sie eine Zeit des Bewusstwerdens, bis sie begreifen, der Geist Jesu, der Geist Gottes, ist in uns, ist mitten unter uns. Wir sind zu mehr fähig, als wir uns selbst zugetraut haben.
Das Wirken Jesu, das Wirken Gottes in der Welt tritt mit der Himmelfahrt Jesu in eine neue Epoche des Reiches Gottes ein. – Und wir sind Teil dieser neuen Zeit!
In unserer gegenwärtigen Zeit erlebt die Kirche einen gewaltigen Umbruch. Vieles von dem, was durch Jahrhunderte gewachsen ist und uns kostbar geworden ist, funktioniert nicht mehr. In Scharen kehren Frauen und Männer den etablierten Kirchen den Rücken. Sie meinen, einen Schlussstrich hinter diese Phase ihrer eigenen Lebensgeschichte und hinter die Phase der bisherigen Geschichte des Christentums ziehen zu müssen. Sie sehen keinen Weg, wie diese Kirche für sie noch Zukunft haben könnte.
Gleichzeitig entdecken in anderen Kulturen Menschen die Kraft der Frohen Botschaft, die durch Jesus und seine Jünger in die Welt kam. Sie leben ihren Glauben daran in alten und in neuen Formen. Auch in unseren Ländern wird manches Neue versucht. Wir erleben aber auch viel Widerstand, die althergebrachten Wege zu verlassen.
Das Fest Christi Himmelfahrt erinnert an den damals für unmöglich gehaltenen Übergang in eine neue Epoche der Kirche Jesu. Seitdem hat die Kirche schon viele Umbrüche und Übergänge erlebt. Immer wieder haben Menschen die Kraft der Frohen Botschaft Jesu vom Reich Gottes neu entdeckt und ihrer Vorstellung vom Reich Gottes eine neue Gestalt gegeben.
Der Geist Gottes ist auch in unserer Zeit lebendig. Er weckt in uns neue Ideen, neue Kräfte und neue Formen kirchlichen Lebens. Wie die Jünger damals brauchen auch wir Zeit, um das alles zu verdauen und neue Wege, das Evangelium zu leben, zu finden.
Die Himmelfahrt Jesu kann uns auch in persönlichen ausweglos scheinenden Situationen Hoffnung geben. Der Geist Gottes wirkt auch in unserem persönlichen Leben. Er weckt in uns neue Kräfte, gibt uns neue Ideen, wie es weitergehen könnte. Auch wir brauchen dazu eine Zeit des Neu-Bewusstwerdens. Die zehn Tage bis Pfingsten laden uns ein, um die Kraft und die Gaben des Heiligen Geistes inständig zu bitten.
Die Himmelfahrt Jesu ist Schlusspunkt des irdischen Wirkens Jesu. Wir brauchen deshalb nicht wehmütig zurück in die Vergangenheit schauen, noch ohnmächtig auf den Himmel oben zu starren. Vielmehr sollen wir das reche Erbe erkennen und begreifen, das uns dieser Jesus Christus anvertraut hat.
Wenn wir uns gegenüber Obrigkeiten ohnmächtig fühlen, schimpfen wir gerne über "die da oben". "Wir da unten" fühlen uns häufig übergangen und klagen, dass über unsere Köpfe hinweg entschieden wird. In "die da oben" projizieren wir alle Autoritäten und Institutionen hinein, die über uns Macht ausüben: die Repräsentanten des Staates, internationaler Einrichtungen, der Wissenschaften, aber auch der Kirche. "Die da oben" machen wir für alle Mängel verantwortlich. An "die da oben" appellieren wir, wenn wir in irgend einem Bereich Handlungsbedarf sehen.
Geografisch betrachtet sind "die da oben" normalerweise gar nicht oben und auch wir sind nicht immer unten. Woher kommt die Redeweise von oben und unten? Ist der Himmel oben? Und die Erde unten? Wohin ist Jesus entschwunden, als er in den Himmel aufgenommen worden ist? Was verbinden wir mit dem Glauben an die Himmelfahrt Jesu?
Das Wort Himmel bezeichnet mehr als den Raum über unseren Köpfen. Wir projizieren in den Himmel alles hinein, was unsere Vorstellungskraft übersteigt. Er musste in der Vergangenheit als Sitz der Götter, als Herkunftsort aller unerklärlichen Mächte und Kräfte herhalten. Aber auch in der Gegenwart spielt die Rede vom Himmel eine nicht unwichtige Rolle. Der Himmel ist der Zustand unvorstellbaren Glücks, der Ort, an dem alles Vollkommene und alle positiven Kräfte versammelt sind, auch wenn dieser Ort nicht mehr so eindeutig "oben" lokalisiert wird. Für Gläubige ist es der Ort, wo der schlechthin Heilige und die Heiligen "wohnen". Der Himmel war und ist aber auch der Ort der letzten Hoffnungen, Zufluchtsort der ungerecht Behandelten, der Ort, von dem her sich Menschen immer wieder Gerechtigkeit und die Wiederherstellung einer letztgültigen Ordnung erhoffen.
40 Tage nach dem Fest der Auferstehung Jesu feiern wir Christen das Fest der Aufnahme Jesu in den Himmel. Es geht dabei weniger um einen historischen Gedenktag, um ein historisch greifbares Ereignis, als vielmehr um die Erfahrung, dass dieser Jesus, der in seinem kurzen Leben auf unserer so viel in Bewegung gesetzt und bewirkt hat, nicht mehr greifbar und in menschlicher Gestalt sichtbar bei uns ist, aber dennoch mit seiner ganzen Autorität und Macht in unserer Welt wirkt.
Wohin sollte er entschwunden sein, wenn nicht in diesen unfassbaren Raum, bzw. Zustand, den wir gewöhnlich als Himmel zu bezeichnen.
Dieses Fest fordert uns auf, nicht gebannt auf den Himmel zu starren und kindlich alles "von da oben" zu erwarten, sondern uns dem reichen Erbe zuzuwenden, das dieser Jesus "uns da unten" hinterlassen und übergeben hat.
Der Evangelist Markus verbindet die Erzählung von der Himmelfahrt Jesu mit der Aussendung der Jünger, der ganzen Schöpfung das Evangelium zu verkünden, die Frohe Botschaft vom Reich und der Herrschaft Gottes. Matthäus bevorzugt dafür die Bezeichnung "Himmelreich". Was Jesus in der Kraft dieses Gottes gepredigt und getan hat, sollen auch die Jüngerinnen und Jünger Jesu verkünden und tun. In der Kraft dieses Gottes werden sie Unglaubliches bewirken und vollbringen, wird ihnen verheißen.
Im Brief an die Gemeinde in Ephesus rühmt der Apostel Paulus den Reichtum des Erbes, mit dem wir durch Christus vom Himmel her beschenkt worden sind und beschenkt werden. Wir sollen uns der positiven Kräfte bewusst werden, die uns von Gott her – von "oben" – für die Gestaltung der Welt gegeben worden sind.
Die "zwei Männer in weißen Gewändern", die in der Apostelgeschichte den Blick der Jünger zurück auf die Erde lenken, fordern auch uns auf, unser Augenmerk auf diese Welt und unsere Aufgaben in dieser Welt zu richten. Sie geben uns aber auch die Hoffnung und Zuversicht mit auf den Weg, die "von oben" kommt, wo Jesus zur Rechten Gottes seinen Platz eingenommen hat. Wir können uns darauf verlassen, dass der, der in den Himmel emporgehoben wurde, mit seiner ganzen Autorität und Macht in dieser Welt weiterwirkt und dass er wann auch immer und wie auch immer wiederkommt.
Für uns ist gut zu wissen, dass "wir da unten" von "denen da oben" nicht verlassen sind, sondern dass sie nach wie vor ganz für uns da sind: Reich Gottes.
Der Bericht des Evangelisten Markus von der Himmelfahrt Jesu ist ziemlich karg. Er ist verbunden mit der Aussendung der Jünger. Wo sie hinkommen, entsteht Himmel.
<b>Jesus ist in den Himmel aufgefahren und stellt damit seine Jünger vor die Notwendigkeit zu einem Neubeginn. Jetzt sind wir gefordert. Wir sind nicht überfordert, wenn wir das Reich Gottes, wie es Jesus verkündet hat, in kleinen Schritten mitgestalten. Außerdem hat er uns seinen Beistand verheißen und gegeben.</b>
Lieder:
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich (3. Str.)
GL 170: Allein Gott in der Höh sei Ehr
GL 319: Christ fuhr gen Himmel
GL 324: Vom Tode heut erstanden ist (4. Str.)
GL 326: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 332: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, in deiner Urständ fröhlich ist…
GL 336: Jesus lebt, ich bin gewiss (3. Str.)
GL 338: Jerusalem, du eu Stadt (4. Str.)
GL 339: Ihr Christen, hoch erfreuet euch!
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All (3. Str.)
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron (4. Str.)
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde
GL 375: Gelobt seist du, Herr Jesu Christ
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 470: Wenn das Brot, das wir teilen
GL 560: Christus Sieger, Christus König
Kehrverse und Psalmen:
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 oder mit Psalm 96 (GL 54,2) - VIII.
GL 55: Jubelt, ihr Lande dem herr; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII
GL 79,1: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm (GL 47,2) - VII.
GL 340: Gott steigt empor, Erde jauchze, Halleluja, preist den Herrn. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 454: Geht hinaus in alle Welt, Halleluja, und seid meine Zeugen. Halleluja. - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
GL 629,5-6: Christus Sieger, Christus König, Christus Herr in Ewigkeit - Mit Phil 2,6-11 oder mit Psalm 95 (GL 53,2) oder mit Psam 111 (GL 60,2 - VI.
Nach dem gewaltsamen Tod Jesu hat Gott ihn nicht nur durch seine Auferweckung von den Toten rehabilitiert, sondern ihn im Himmel zu seiner Rechten gesetzt und ihm alle Macht übergeben. Er lenkt und leitet seine Kirche vom Himmel aus.
Das Fest der Himmelfahrt Jesu hat einerseits etwas Wehmütiges an sich, weil Jesus nicht mehr unmittelbar unter uns da ist, und wir ihm nicht mehr in menschlicher Weise begegnen können. Es ist aber auch ein freudiges Fest. Wir schauen auf das reiche Erbe, das uns Jesus anvertraut hat. Er traut uns zu, dass wir daraus das Beste für uns selbst und für alle Menschen machen.
Am Beginn der Feier treten wir vor den erhöhten Herrn hin und rufen ihm zu:
Herr, Jesus Christus,
du bist aufgefahren in den Himmel
und sitzt zur Rechten des Vaters.
Herr, erbarme dich unser.
Du hast uns ein reiches Erbe anvertraut
und uns aufgetragen, es zur Entfaltung zu bringen.
Christus, erbarme dich unser.
Du hast uns ausgesandt,
als deine Jünger und Jüngerinnen
die Frohe Botschaft der ganzen Welt zu verkünden.
Herr, erbarme ich unser.
Allmächtiger, ewiger Gott,
erfülle uns mit Freude und Dankbarkeit,
denn in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du den Menschen erhöht.
Schenke uns das feste Vertrauen,
dass auch wir zu der Herrlichkeit gerufen sind,
in die Christus uns vorausgegangen ist,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Herr, unser Gott,
wir haben uns im Namen deines Sohnes
versammelt und rufen zu dir:
Erhöre die Bitten deines Volkes,
mach uns hellhörig für unseren Auftrag in dieser Zeit
und gib uns die Kraft, ihn zu erfüllen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 1. Woche im Jahreskreis
Gott.
Du suchst Menschen, die von dir sprechen
und der Welt deine gute Botschaft weitersagen.
Hilf uns,
Trägheit und Menschenfurcht zu überwinden
und deine Zeugen zu werden -
mit unserem ganzen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 7
Gott und Vater,
in der Himmelfahrt deines Sohnes
hast du die ganze Menschheit zu dir erhöht.
Erfülle uns mit Freude darüber,
daß Christus unseren Lebensweg begleitet,
bis sich auch unser Leben vollendet in der Gemeinschaft mit dir.
Durch Christus, unseren Herrn.
Lasst uns in Zuversicht auf Gottes Kraft durch die Gaben des Heiligen Geistes beten.
Beten wir für die Einheit der christlichen Kirchen untereinander und innerhalb der verschiedenen Ämter und Dienste.
Beten wir für alle, denen die Sorge um deine Schöpfung eine Herzensangelegenheit ist, die für ihren Ertrag arbeiten oder von ihrem Ertrag ernährt werden, und für die, die durch die Folgen des Klimawandels existenziell bedroht sind.
Beten wir für alle, die der Blick in die Zukunft ängstigt, die einer vermeintlich guten Vergangenheit nachtrauern und sich nach Menschen und einer Kraft sehnen, die ihnen beisteht.
Beten wir für alle, die auf deine Worte und die von dir geschenkten Gaben vertrauen, ihr Leben danach ausrichten und zum Wachstum der Gemeinschaft aller beitragen, für alle, die an dich glauben.
Beten wir für alle, die uns in den Himmel vorangegangen sind und die du in ihre ewige Heimat bei dir aufgenommen hast.
Die Zeit zwischen Himmelfahrt und Wiederkunft des Gottessohnes ist die Zeit der Kirche, in der wir vom Heiligen Geist geleitet dich, den dreieinen Gott, bezeugen, dich rühmen und ehren dürfen. - Amen.
Himmlischer Vater,
du hast Jesus, unseren Herrn und Erlöser in den Himmel erhöht
und ihm alle Macht übergeben.
Durch ihn und mit ihm bitten wir dich:
Für alle Politiker und Regierenden,
denen Macht über Menschen und Völker anvertraut ist.
Mache ihnen immer neu die Verantwortung für diese Welt bewusst
und befähige sie, diese Macht zum Wohl aller Menschen auszuüben.
Für Papst Franziskus und für alle Bischöfe,
die zur Leitung der Kirche bestellt worden sind.
Gib ihnen deinen Heiligen Geist,
damit sie die ihnen übertragene Vollmacht
zum Wohl der Kirche und der ganzen Menschheit einsetzen.
Für alle Christinnen und Christen, die du berufen hast,
allen Menschen die Frohe Botschaft von deinem Wirken in dieser Welt zu verkünden.
Schenke ihnen Mut und Einfallsreichtum, dieser Aufgabe gerecht zu werden.
Für alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen,
die in diesen Tagen zur Erstkommunion geführt oder gefirmt werden.
Lass sie immer neu erleben und erfahren,
an welch großartigem Erbe sie Anteil erhalten haben.
Für unsere Verstorbenen, die zu ihrer Zeit das Erbe des christlichen Glaubens weitergetragen und weitergegeben haben.
Lass sie teilhaben an der Freude des Himmels.
Dich, Gott, loben wir und dich, Herr, preisen wir,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. – Amen.
Die Ahnung, dass es etwas gibt, das unser Erkennen übersteigt, und die Hoffnung auf ein „Mehr“ im Leben, ist uns sehr vertraut.
Zu Christus, der Gottes Heils- und Segensbotschaft für das ganze All verkörpert, lasst uns beten:
„Team spirit“ steht heute hoch in Kurs.
Um Deinen Geist der Einheit bitten wir für Deine Kirche in all ihrer Buntheit und Vielfältigkeit.
Die persönliche Betroffenheit von den Auswirkungen der Pandemie ist sehr verschieden.
Um mehr Toleranz und Kompromissbereitschaft zum Wohl aller bitten wir für unsere Gesellschaft.
Die Wertschätzung von Arbeit, bäuerlichen Produkten und Erkenntnissen der Wissenschaft hat deutlich zugenommen.
Wir bitten dich, halte unsere Verantwortung für einander in uns wach.
Wir feiern heute die geheimnisvolle Form Deiner Anwesenheit in unserer Welt.
Mit all unseren Zweifeln und Problemen bitten wir Dich um die Fähigkeit zu Geduld mit uns selbst und unserer Welt.
Viele unserer Lieben sind uns schon vorausgegangen und, wie wir hoffen, in Deiner Nähe angekommen und geborgen.
Wir beten für alle Coronatoten und alle unsere Verstorbenen.
Denn Du, Christus, unser auferstandener Herr und Bruder, bist da und begleitest unsere Wege.
Dir gebührt in der Einheit mit dem Vater und dem Heiligen Geist unser Dank und Lobpreis jetzt und allezeit. - Amen.
Allmächtiger Gott,
am Fest der Himmelfahrt deines Sohnes
bringen wir dieses Opfer dar.
Gib uns durch diese heilige Feier die Gnade,
dass wir uns über das Irdische erheben,
und suchen, was droben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Christi Himmelfahrt
Herr und Gott,
nimm die Gebete und Opfergaben
deiner Gläubigen an.
Lass uns diese heilige Feier
mit ganzer Hingabe begehen,
damit wir einst das Leben
in der Herrlichkeit des Himmels erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Kehrvers:
Bis in den Himmel reicht deine Liebe, Herr,
bis zu den Wolken deine Treue. (GL 40,1)
Gott und Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde,
wir preisen und rühmen dich.
Denn Du lebst und bist da über allem und in allem, was existiert.
Du erfüllst die ganze Schöpfung mit deiner Liebe und deinem Segen.
Kehrvers
Durch Jesus Christus hast du die Augen unserer Herzen erleuchtet
und lässt du uns erahnen, zu welcher Hoffnung wir berufen sind.
Durch ihn lässt du uns teilhaben am Reichtum deiner Herrlichkeit.
Kehrvers
Ihm hast du alles zu Füßen gelegt
und ihn hast du zum Haupt über die Kirche gesetzt.
Ihm ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Kehrvers
Er tröstet uns durch den Heiligen Geist,
den er uns als Beistand gesandt hat.
Dieser bewegt die Kirche
und erweckt sie zu allen Zeiten zu neuer Lebendigkeit.
Kehrvers
Seine Jünger hat er ausgesandt,
allen Menschen die Frohe Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden,
sie mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen,
und sie zu lehren, im Bewusstsein deiner Gegenwart zu leben.
Kehrvers
Wir preisen dich mit allen Engeln und Heiligen
und singen zu deinem Lob:
Danklied, z. B.: Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus,
den König der Herrlichkeit.
Denn er ist (heute) als Sieger über Sünde und Tod
aufgefahren in den Himmel.
Die Engel schauen den Mittler
zwischen Gott und den Menschen,
den Richter der Welt, den Herrn der ganzen Schöpfung.
Er kehrt zu dir heim,
nicht um uns Menschen zu verlassen,
er gibt den Gliedern seines Leibes
die Hoffnung, ihm dorthin zu folgen,
wohin er als erster vorausging.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude.
Darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit.
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn nach seiner Auferstehung
ist er den Jüngern leibhaft erschienen;
vor ihren Augen wurde er zum Himmel erhoben,
damit er uns Anteil gebe an seinem göttlichen Leben.
Am Fest:
Darum jubelt heute der ganze Erdkreis
in österlicher Freude,
darum preisen dich
die himmlischen Mächte und
die Chöre der Engel und
singen das Lob deiner Herrlichkeit:
An den Tagen bis Pfingsten:
Darum preisen wir dich
in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Christi Himmelfahrt 2
Gott
du hältst deinen Himmel offen
für alle Menschen
niemand ist zu groß oder zu klein
Alle dürfen zu dir kommen
weil du alle liebst
ohne Unterschied
Junge und Alte
Starke und Schwache
Mutige und Zaghafte
Einfache und Hochgebildete
alle Völker und Rassen
Für alle Menschen
hältst du deinen Himmel offen
weil du alle an dich ziehen willst
Lass uns deiner Einladung folgen
Du hast gesagt:
Ich bin bei euch alle Tage
bis zum Ende der Welt.
Ich weiß das
und trotzdem
geht es mir manchmal wie den Jüngern
ich meine, du bist weggegangen
ich kann dich nicht spüren
und nicht sehen.
Du weißt aber, wie sehr ich dich brauche:
Bei meinem Beten, wenn ich leer bin
in meinen Sorgen, wenn ich verzagt bin
in meinem Glauben, wenn ich mutlos bin.
Heute darf ich wissen:
Du bist bei mir
ich darf dich spüren
und aufnehmen -
du bist nicht fern
sondern hier bei uns
bei allen
die dich brauchen.
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast uns, die wir noch auf Erden leben,
deine göttlichen Geheimnisse anvertraut.
Lenke unser Sinnen und Verlangen zum Himmel,
wo Christus als Erster der Menschen bei dir ist,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Christi Himmelfahrt
Herr,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Führe uns durch deinen Geist,
damit wir uns nicht nur mit Worten zu dir bekennen,
sondern dich auch durch unser Tun bezeugen
und den ewigen Lohn erhalten in deinem Reich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 9. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
heilige uns durch das Mahl, das wir gefeiert haben,
und gib uns Kraft zu einem christlichen Leben.
Mache deine Kirche zum Zeichen des Heils unter den Völkern,
damit sie die Gnade empfangen,
die dein Sohn am Kreuz für alle Menschen erworben hat,
der mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Du, Gott, wohnst im Himmel
und auf Erden bist du gegenwärtig.
Die Schönheit der Erde lieben wir,
nach dem Himmel sehnen wir uns.
Wir danken dir für deine Treue,
für deine Liebe und die Weite deiner Gedanken.
Es gibt viele Verletzungen in der Welt,
zerstörte Hoffnungen und traumatisierte Erinnerungen.
Begleite uns auf unseren Wegen,
hilf uns heilen und versöhnen.
Um deinen Segen bitten wir dich,
dass über uns der Himmel aufgeht
in Christus, unserem Herrn
Die Augen meines Herzens sind blind,
verschlossen,
ohne Licht.
Erleuchte uns,
gib uns Licht,
gib uns Erkenntnis,
gib uns Hoffnung,
lass uns nicht im Dunkel stehn,
lass unsere Augen
die Hoffnung sehn,
lass unsres Herzens Augen wachsen,
um zu verstehn.
Ilse Pauls
Im Straßenverkehr gibt es ein Schild, das davor warnt: Vorsicht Gegenverkehr!
Die Tage von Christi Himmelfahrt und Pfingsten haben eine ähnliche Botschaft, nur nicht als Gefahrenmeldung, sondern als eine „gute Botschaft“!
Christi Himmelfahrt sagt uns: Auch für uns steht der Himmel offen. Es ist der Blick nach oben mit seiner Zukunftsperspektive. Pfingsten hat eine gegenläufige Botschaft. Es ist die Bewegung von oben nach unten. Gottes Geist will uns helfen, den Schatz des Himmels jetzt schon in uns zu heben und zu leben, Heil und Heilung jetzt schon zu erfahren.
Es gibt die alte Tradition der Pfingstnovene. Neun Tage vor Pfingsten erbitten wir die Gaben des Heiligen Geistes. Die vorliegende „Novene“ will dabei helfen. Sie umfängt keine neun Tage, das ist auch nicht so wichtig. Man kann ja den einen oder anderen Impuls, der besonders angesprochen hat, wiederholen oder einfach beim „Hauptgebet“ bleiben.
Das Anrufen des Heiligen Geistes muss auch nicht unbedingt vor Pfingsten sein. Man kann die Gebete auch um oder nach Pfingsten beten, oder zu einer ganz anderen Zeit. Das macht immer Sinn, unabhängig von der Zeit.
Wir wünschen Ihnen für dieses Beten viel „Be-geisterung“
Pfarrer Fredi Bernatz
Text von Paul Weismantel, Musik von Reinhard Burchhardt.
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Paul Weimantel & Reinhardt Burchhardt, Warburg 2021.
Den Himmel über mir:
Himmelskörper
Sterne
Sternschnuppe
Sternennacht
Mondnacht
sternenklar
Meine Augen berühren ihn
Mein einziges Himmelbild?
Hier und da – JA
Aber auch:
himmelschreiend - mit meinen Nöten
Wie auf Wolken schwebend –
himmelhochjauchzend –
in meinem Glück
Jemanden in den Himmel hebend -
Wie auf Wolken schwebend
GEFÜHLSLAGE HIMMEL
Abgehoben
Himmel – der sich geerdet hat
Himmel – der in Jesus eine Verbindung bekommen hat
Den wir erfahren dürfen:
Da, wo Menschen sich liebend begegnen
Da, wo 70x70 mal Verzeihung geschieht
Da, wo Menschen über Schatten springen
Da, wo ein gepeinigtes Herz zur Ruhe kommen kann
Da, wo Brücken gebaut werden - über alles Trennende hinaus
Da, wo der Schwache auch den Starken mitschleift
Da, wo die leere Hülle wieder Füllung findet
Da, wo ….
Genau da
verbindet sich der Himmel mit der Erde
zu einem großen
und neuen
Bild
Da berührt sich
Zeit
und
Unendlichkeit
DA
berühren sich
Gott
und
Mensch
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Woran krankt die Gesellschaft - am Neoliberalismus und der Diktatur der Eliten? Drei Bücher versuchen sich an einer ernsthaften Analyse.
Tanjev Schultz am 13. Nov. 2018 auf www.sieddeutshe.de
https://www.sueddeutsche.de/politik/soziale-gerechtigkeit-die-da-oben-wir-da-unten-1.4203219
Einen Stern der Deinen Namen trägt
Hoch am Himmelszelt
Den schenk ich Dir heut Nacht
Einen Stern der Deinen Namen trägt
Alle Zeiten überlebt
Und über unsere Liebe wacht
Seit Jahren schon leb ich mit Dir
Und ich danke Gott dafür
Das er mir Dich gegeben hat
Als Erinnerung an unser Leben
Möchte ich Dir heut' etwas geben
Ein Geschenk für alle Ewigkeit
Irgendwann ist es vorbei
Und im Himmel wird Platz für uns zwei
Doch Dein Stern bleibt oben für immer und ewig steh'n
Und auch noch in 1000 Jahren wird er Deinen Namen tragen
Und immer noch der schönste von allen sein
https://www.youtube.com/watch?v=IbJQ_DVtJPo&list=RDIbJQ_DVtJPo&start_radio=1&t=2
Überfließende Himmel verschwendeter Sterne
prachten über der Kümmernis. Statt in die Kissen,
weine hinauf. Hier, an dem weinenden schon,
an dem endenden Antlitz,
um sich greifend, beginnt der hin-
reißende Weltraum. Wer unterbricht,
wenn du dort hin drängst,
die Strömung? Keiner. Es sei denn,
daß du plötzlich ringst mit der gewaltigen Richtung
jener Gestirne nach dir. Atme.
Atme das Dunkel der Erde und wieder
aufschau! Wieder. Leicht und gesichtlos,
lehnt sich von oben Tiefe dir an. Das gelöste
nachtenthaltne Gesicht gibt dem deinigen Raum.
Rainer Maria Rilke, Aus den Gedichten an die Nacht http://www.textlog.de/22450.html
Wenn die Bibel vom neuen Himmel und von der neuen Erde spricht, dann meint sie wohl, dass der Himmel nicht nur Gott ist, sondern auch die Welt umschließt, dass die ganze Schöpfung in den Himmel hinein genommen ist und dass die Menschen mit ihren irdischen Erfahrungen darin aufgehoben sind. Und zugleich meint die Bibel damit, dass wir im Himmel auch eine neue Beziehung zur Erde haben, dass uns nicht mehr von der Welt trennt, weil wir ganz und gar mit eins mit Gott sind. In Gott werden wir auch offen für die Welt und zu einer neuen Beziehung fähig.
Viele, die nur in zeitlichen Kategorien denken und die immer Neues erleben wollen, sehnen sich nicht nach dem Himmel. Im Himmel - so denken sie - gibt es nichts Neues. Dass Gott der immer Neue sein kann, können sie sich nicht vorstellen. Und dass in Gott auch der Blick auf die Menschen immer wieder erneuert wird, entzieht sich ihrer Vorstellung.
Aber wir dürfen uns den Himmel nicht statisch vorstellen. Er ist dynamisch. Schon Dante Alighieri spricht in seiner göttlichen Komödie von verschiedenen Stufen des Himmels und vom aufsteigen bis zur höchsten Stufe. Das ist Bild für ein inneres Crescendo der Gottesschau: "So steiget man von Grad zu Grad hinan" (Zit. n.: Fuchs 184). Das Schauen Gottes ist kein statisches Schauen. Im Schauen mehrt sich vielmehr die Sehkraft. Wir schauen immer tiefer in das Geheimnis Gottes. Gott ist der Unerschöpfliche, mit dem wir nie zu Ende kommen. Nicht Zeitvertreib oder immer neue Unterhaltung vertreibt die Langeweile des Himmels, sondern der immer neue Gott, der im Schauen uns immer mehr aufgeht und uns so in einer Spannung hält, die uns lebendig macht.
Aus: Anselm Grün, Was kommt nach dem Tod? Münsterschwarzach 2009 (2).

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Einleitung der Apg nimmt Bezug auf das Evangelium des Lukas. Sie markiert den Einschnitt zwischen der Zeit der Jünger mit Jesus (Lk-Evangelium) und dem neuen Abschnitt, der Zeit der Kirche. Zuvor war Jesus unmittelbar erfahrbar, nun ist er es durch den Geist. Zuvor gab er den Jüngern Aufträge, nun wird geschildert, wie sie diesen Aufträgen nachkommen. Die Himmelfahrt markiert so den Einschnitt zwischen diesen beiden Zeiten.
Die vierzig Tage der Erscheinungen Jesu sind symbolisch zu verstehen und kommen im Zusammenhang mit dem besonderen Handeln Gottes vor (Noach - Gen 8,6; Elija - 1 Kön 19,8; Zeit der Vorbereitung: Mose am Sinai - Ex 24,18; Jesu Fasten - Lk 4,1). Die vierzig Tage widersprechen ansonsten der Darstellung von Lk 24, wo die Himmelfahrt unmittelbar an die Rückkehr der Jünger aus Emmaus anschließt, also wenige Stunden nach der Auferstehung stattfindet.
In der Darstellung greift Lukas zurück auf Entrückungserzählungen des AT mit den Bildern der Wolke (= Hinweis auf das Eingreifen Gottes) und den Deuteengeln, die den Zeugen die Augen öffnen.
Es geht nicht um eine historische Erzählung; sie wird auch nur von Lk gebracht (und wurde dann in den Markus-Schluß übernommen) - alle anderen kommen ohne den Bericht der Himmelfahrt aus. Es geht um eine Veranschaulichung des neuen Zustandes Jesu, der "Erhöhung zum Vater". Lk macht diese Erhöhung fest am "Himmel": Dieser Himmel ist der Ort des Vaters, auch der Ort, von dem aus der Auferstandene seine Herrschaft ausübt und von wo er einst wiederkommen wird. Die Himmelfahrtserzählung setzt einen endgültigen Schlußpunkt unter die Christuserscheinungen.
Die erste Lesung enthält drei Abschnitte: Die Einleitung zur Apostelgeschichte, das Vermächtnis Jesu vor seiner Himmelfahrt an seine Jünger und die Erzählung seiner Erhöhung zum Vater.
Das Buch Apostelgeschichte wird dem Autor des Lukasevangeliums zugeschrieben. Es überliefert Erzählungen von den Anfängen der Kirche Jesu zusammengestellt und angeordnet nach einem eigenen theologischen Konzept. Das Evangelium nimmt seinen Weg ausgehend von Jerusalem in die ganze Welt hinaus bis zur Hauptstadt der damals bekannten Welt: Rom. Diesem Konzept sind auch einige Momente unseres Textabschnittes zuzuschreiben.
So ist das Buch nach nach römisch-hellenistischer Gepflogenheit einem Theophilus, vermutlich ein vornehmer römischer Staatsbeamter, gewidmet.
Während die anderen Evangelisten die letzten Begegnungen mit dem Auferstandenen in Galiläa anordnen, findet diese nach Lukas und der Apostelgeschichte in Jerusalem statt.
Der zweite Abschnitt enthält eine Belehrung der Jünger im Rahmen eines Mahles. Das Mahl erinnert einerseits an die Mähler, die Jesus mit seinen Jüngern gehalten hat, andererseits aber bereits an das eucharistische Mahl, wie es in der jungen Kirche üblich wurde.
Die Antwort auf die Frage nach der Wiedererrichtung "des Reiches für Israel" enthält das theologische Konzept des Lukas: Er wendet sich von der Naherwartung des Endes (wie wir es etwa bei Markus im 13 Kapitel finden) und der baldigen Wiederkunft Christi ab. Durch die Kraft des Heiligen Geistes werden die Jünger seine Zeugen sein auf der ganzen Welt. Sie wenden sich der Welt zu und errichten "das Reich" durch die universale Ausbreitung des Christentums.
Im dritten Abschnitt wird die Himmelfahrt Jesu geschildert. In einer anschaulichen Erzählung wird die Erhöhung Jesu dargestellt. Er hat nun seinen Platz "im Himmel", dort wo Gott ist. Die Engel - Engel treten in biblischen Erzählungen dort auf, wo die Menschen mit Gott in Berührung kommen und Gott den Menschen etwas mitteilen will - fordern die Jünger auf, nicht zum Himmel zu starren, sondern sich der Welt (und ihrem Auftrag) zuzuwenden.
Die Apostelgeschichte (“acta apostolorum ”) beschreibt die nachösterlichen Ereignisse und das Erleben der Frühen Kirche. Die erste Phase - kirchliche Urzeit - endet mit der Steinigung des Stephanus. In den vorliegenden ersten elf Kapiteln des Buches geht es um die zeitliche und lokale Verortung der frühen Mission. Die frühe Sammlung war eine Gruppe Judenchristen, die im Angesicht der Gruppe des Neuen Weges zum einen eine weitere Spaltung wie auch eine neue Einigung erfährt. Zum einen trifft man die Juden an, die solche bleiben, und die anderen, die den Aposteln folgen. Gleichzeitig werden die getrennten Juden Samariens in die neue Sammlung integriert. Damit wird deutlich, dass schon von Anfang an die christliche Botschaft nicht auf spezielle Adressat*innen zugeschnitten war, sondern lokal, kulturell und religiös unabhängig verbreitet werden kann “bis an die Enden der Erde”. Die fehlende leibliche Präsenz des Gottessohnes auf Erden erleichtert diese Grenzenlosigkeit des Unterfangens. Das Einleitungskapitel der Apostelgeschichte setzt dazu die Maßstäbe.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz