Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Deuteronómium.
Mose sprach zum Volk;
er sagte:
Forsche einmal in früheren Zeiten nach,
die vor dir gewesen sind,
seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde erschuf;
forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende:
Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses
und hat man je solches gehört?
Hat je ein Volk
mitten aus dem Feuer
die donnernde Stimme eines Gottes reden gehört,
wie du sie gehört hast,
und ist am Leben geblieben?
Oder hat je ein Gott es ebenso versucht,
zu einer Nation zu kommen
und sie sich mitten aus einer anderen herauszuholen
unter Prüfungen,
unter Zeichen, Wundern und Krieg,
mit starker Hand und hoch erhobenem Arm
und unter großen Schrecken,
wie alles, was der Herr, euer Gott,
in Ägypten mit euch getan hat,
vor deinen Augen?
Heute sollst du erkennen und zuinnerst begreifen:
Der Herr ist der Gott im Himmel droben
und auf der Erde unten,
keiner sonst.
Daher sollst du seine Gesetze und seine Gebote,
auf die ich dich heute verpflichte, bewahren,
damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht
und du lange lebst
in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.
Lesung aus dem Buch Deuteronómium.
Mose sprach zum Volk;
er sagte:
Forsche einmal in früheren Zeiten nach,
die vor dir gewesen sind,
seit dem Tag, als Gott den Menschen auf der Erde erschuf;
forsche nach vom einen Ende des Himmels bis zum andern Ende:
Hat sich je etwas so Großes ereignet wie dieses
und hat man je solches gehört?
Hat je ein Volk
mitten aus dem Feuer
die donnernde Stimme eines Gottes reden gehört,
wie du sie gehört hast,
und ist am Leben geblieben?
Oder hat je ein Gott es ebenso versucht,
zu einer Nation zu kommen
und sie sich mitten aus einer anderen herauszuholen
unter Prüfungen,
unter Zeichen, Wundern und Krieg,
mit starker Hand und hoch erhobenem Arm
und unter großen Schrecken,
wie alles, was der Herr, euer Gott,
in Ägypten mit euch getan hat,
vor deinen Augen?
Du bist es, der das hat sehen dürfen,
damit du erkennst: Der HERR ist der Gott,
kein anderer ist außer ihm.
Vom Himmel herab
ließ er dich seine donnernde Stimme hören,
um dich zu erziehen.
Auf der Erde ließ er dich sein großes Feuer sehen
und mitten aus dem Feuer hast du seine Worte gehört.
Weil er deine Väter lieb gewonnen hatte,
hat er alle Nachkommen eines jeden von ihnen erwählt
und dich dann in eigener Person
durch seine große Kraft aus Ägypten geführt,
um bei deinem Angriff Völker auszurotten,
die größer und mächtiger sind als du,
um dich in ihr Land zu führen
und es dir als Erbbesitz zu geben,
wie es jetzt geschieht.
Heute sollst du erkennen und zuinnerst begreifen:
Der Herr ist der Gott im Himmel droben
und auf der Erde unten,
keiner sonst.
Daher sollst du seine Gesetze und seine Gebote,
auf die ich dich heute verpflichte, bewahren,
damit es dir und später deinen Nachkommen gut geht
und du lange lebst
in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeit.
Kv Selig das Volk, das der Herr sich
zum Erbteil erwählt hat. – Kv
oder GL 56,1
Das Wort des Herrn ist redlich, *
all sein Tun ist verlässlich.
Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *
erfüllt von der Huld des Herrn ist die Erde. – (Kv)
Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, *
ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes.
Denn er sprach und es geschah; *
er gebot und da stand es. – (Kv)
Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen, die ihn fürchten, *
die seine Huld erwarten,
dass er ihre Seele dem Tod entreiße *
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – (Kv)
Unsre Seele hofft auf den Herrn; *
er ist unsre Hilfe und unser Schild.
Lass deine Huld über uns walten, o Herr, *
wie wir auf dich hofften! – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Alle, die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes
und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das achte Kapitel des Römerbriefes variiert das Thema "Gewissheit". Gewiss ist, dass der Geist Christen zu Kindern Gottes und zu Miterben Christi macht. In der Taufe empfangen - man schaue zurück auf Röm 6 - gibt der Geist die Freiheit, Gott als Vater anzusprechen.
Gegenübergestellt ist der Geist, der klein und unterwürfig macht, der niederhält oder einen Menschen "unten" sein lässt. Paulus spricht von einem Geist, der Sklaven macht. Die Erfahrung, dass es einen Geist gibt, der genau das macht und will, wird auch von Menschen heute gemacht - trotz veränderter sozialer Strukturen und Schichtungen. Wesentliches Kriterium des Geistes, der Sklaven macht, ist: Angst.
Paulus erinnert die Gemeinde in Rom daran, dass die Christen den Geist empfangen haben, der sie zu Kindern macht. Wesentliches Geschenk des Geistes, der Kinder macht, ist: Freimut. Paulus spricht vom Geschenk der Freiheit, die ihre Vollendung darin findet, dass "wir" mit Christus verherrlicht werden.
Aus der Erfahrung der Gemeinde in Rom: Es gibt Sklaven, die frei sind. Es gibt Freie, die Sklaven sind. Pfingsten, mit Paulus gesehen, hilft die Geister zu unterscheiden - und den Geist, der Sklaven macht, zu bannen. Pfingsten ist vor allem eine große Tauferinnerung.
Paulus setzt hier zwar "Fleisch" und "Geist" gegenüber, nicht aber im Sinne einer Leibfeindlichkeit, sondern wohl im semitischen Sinne: Fleisch meint dann den ganzen Menschen (mit Leib und Seele...) in seiner Hinfälligkeit.
Der Geist Gottes gibt diesem Menschen nun Leben, Freiheit, Sohnschaft statt Knechtschaft. Der Geist gibt uns auch eine neue Lebensweise: nicht mehr nur auf "Irdisches" bedacht, sondern im Blick auf die Gemeinschaft mit Gott, mit Christus. In diesem Geist ist es nun auch möglich, Leid zu ertragen (Vers 17).
Die Lesung aus dem Römerbrief ist gewählt im Hinblick auf Gott, den Heiligen Geist.
Paulus schreibt zum ersten Mal an die Gemeinde in Rom, die er nicht selbst begründet hat, sie aber sehr wohl unterstützen will. In seiner Darstellung geht es Paulus um die Offenbarung der Gerechtigkeit Gottes, die zu einem neuen Leben führt.
Das neue Leben ist ein Leben im Geist, der frei macht (Vers 15) und der uns bezeugt, daß wir in die Vater-Kind-Beziehung mit Gott hineingenommen sind - damit aber auch in den Tod und die Auferstehung Christi. Das hat Konsequenzen: auch wir werden leiden müssen. Die Aussicht auf die Herrlichkeit, die auch uns zuteil werden wird, läßt aufblicken und hoffen (vgl. 8,18-30).
Halleluja. Halleluja.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Ehre sei dem einen Gott,
der war und der ist und der kommen wird.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
gingen die elf Jünger nach Galiläa
auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen,
fielen sie vor ihm nieder,
einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu
und sagte zu ihnen:
Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht
und macht alle Völker zu meinen Jüngern;
tauft sie
auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
und lehrt sie,
alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe,
ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.
Matthäus berichtet nur kurz die Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern. Im Mittelpunkt steht hier der (testamentarische) Auftrag Jesu an sie.
Der Berg ist gewählt als der Ort der Gottesbegegnung; die Lehre schließt gewissermaßen an die Bergpredigt (Mt 5 - 7) an - nun aber unter dem Vorzeichen der Endgültigkeit. Jesus spricht als der Auferstandene und als der "Pantokrator": "Mir ist alle Macht gegeben". Den Schluß des Evangeliums bildet der Missionsauftrag: Die Aussendung zu allen Völkern, der Taufauftrag, der schon formelhaft gebildet ist, sowie die Norm der Mission: Leben und Lehre Jesu.
Das Evangelium schließt mit einer positiven Zusage: "Ich bin bei euch" (vgl. "Immanuel" = Gott mit uns - Mt 1,23). Die Form dieser Gegenwart wird hier nicht näher ausgeführt.
Als Evangelium wird an diesem Festtag der Abschluß des Matthäusevangeliums vorgetragen. Es ist die Zusammenfassung und zugleich der Höhepunkt, auf den das ganze Buch zusteuert. Matthäus verbindet dabei die Überlieferung einer Erscheinungserzählung in Galiläa mit der Aussendung der Jünger und dem Zuspruch seines Beistandes.
Im Gegensatz zu den anderen Evangelisten erzählt Matthäus von keiner anderen Erscheinung Jesu vor seinen Jüngern. Die Begegnung mit dem Auferstandenen wird dadurch umso dramatischer und bedeutungsvoller. Die Jünger fallen vor ihm nieder. Jesus ist für sie nicht mehr nur der, mit dem sie umherzogen, sondern der Erhöhte, Göttliche, trotz aller Zweifel.
Der Sendungsauftrag ist Gegenstück und Weiterführung der Aussendungsrede im 10. Kapitel. Dort sendet er die Jünger zu den Juden und untersagt ihnen ausdrücklich, zu den Heiden oder Samaritern zu gehen. Nun sendet er sie zu allen Völkern. Er ist nun Herr aller Völker.
Abgeschlossen wird das Matthäusevangelium mit der Zusage: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Christus erweist sich als der Emmanuel, der "Gott mit uns", der am Beginn des Matthäusevangeliums dem Josef im Traum verheißen worden war.
Der Evangelist Matthäus, der sein Werk wahrscheinlich um 90 n. Chr. in Syrien, wo Christen und Juden zusammenlebten, abgefaßt hat, endet mit einer einzigartigen Zusage: "Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." Die Frohe Botschaft geht weiter, indem die Jünger zur Taufe und zur Lehre beauftragt sind.
Was früher nur an Israel bestimmt war (10,5f und 15,24) zieht nun seine Kreise in der ganzen Welt: Der auferstandene Herr sendet seine Jünger in alle Welt, um allen Völker - nicht bloß Israel - die Frohe Botschaft Jesu zu verkünden und zu lehren.
Das Geheimnis Gottes lässt sich auf rationalem Weg allein nicht erfassen. Gott ist den Menschen nahe gekommen als väterlich-mütterlich liebender Schöpfer, als barmherziger Bruder und als kraftvoller Geist. Wer Gott nahekommen, muss lernen sich zu bücken, wie Gott sich gebückt hat.
Ein Gelehrter kam zu einem Rabbi und sagte: „Ich habe so viel in Büchern gelesen und studiert, aber Gott ist mir noch nie begegnet!“ Der Rabbi antwortete: „Dann hast du dich noch nicht genug gebückt!“
Diese chassidische Geschichte passt gut zum Fest „Dreifaltigkeit“. Es gibt unzählige Bücher, die sich mit dem Thema „Gott“ befassen. Es gibt viele Frauen und Männer, die sich in ehrlicher Arbeit mühen, den Glauben näherzubringen. Doch wo begegnet uns Gott? Die Antwort des Rabbis zeigt uns einen wichtigen Weg. Wir müssen uns bücken. Gott hat sich gebückt, zu uns Menschen gebückt.
Das zeigen uns die Lesungen und das Evangelium des heutigen Festtages.
Schauen wir in die Lesung aus dem Buch Deuteronomium. Gott hat diese Welt und vor allem den Menschen erschaffen. Gott schenkt Leben. Gott sorgt, dass Menschen das Nötige zum Leben bekommen. Dieser große Gott spricht zu den Menschen in direkter Weise. Gott nimmt sich seines Volkes Israel an. Israel war ein sehr unbedeutendes und kleines Volk. Es war versklavt. Gott hat sie befreit aus der Gefangenschaft in Ägypten.
Dieser große Gott ist uns Menschen, seinem Volk nahe. Gott ist droben im Himmel und auf der Erde unten. Gott hat uns Gesetze und Gebote gegeben. Das tat Gott aus Liebe. Wenn wir seine Gesetze halten, dann, so wird uns zugesagt, wird unser Leben gelingen, dann wird es uns gut gehen. Schon in diesen Worten zeigt sich, dass Gott ein fürsorglicher Gott ist. Sein Volk ist Gott wichtig. Gott hat sich dem Volk Israel zugewandt. Gott wendet sich auch uns zu, er verschenkt sich an uns Menschen, auch heute. Gott beschützt sein Volk. Gott zeigt sich als ein liebender Vater.
Es ist aber auch völlig berechtigt, Gott als Mutter anzusprechen. Das hat Papst Johannes Paul I., der lächelnde Papst, in einer Ansprache zum Angelus den Gläubigen ans Herz gelegt. „Gott ist Vater. Mehr sogar, Gott ist Mutter, die uns nicht weh tun möchte.“ Gott hat auch zärtliche und fürsorgliche Seiten. Gerade Mütter sind ein Bild für echte Hingabe und Liebe. In ihrer Liebe schenken sie Kindern das Leben. In ihrer Liebe sorgen sie für das neue Leben. Es sind in den meisten Fällen die Mütter, die den Kindern den Glauben zuerst verkünden. Es sind zuerst die Mütter, die Kindern vor allem Liebe und Nähe schenken.
Nähe – das schenkt uns auch Jesus. In ihm, in seinen Worten und Taten ist die Liebe Gottes zu sehen und zu erfahren. In Jesus ist Gott „den Menschen gleich“, „außer der Sünde“ geworden. Jesus hat von der Geburt bis hin zu seinem Sterben und Leiden unser menschliches Leben erfahren. In Jesus zeigt sich eine wichtige Eigenschaft Gottes: Die Barmherzigkeit. Es ist das Erbarmen mit den Menschen, die gestrauchelt sind, mit den Sündern, den Sünderinnen, mit allen, die wie Schafe ohne Hirten sind. Zu diesen Menschen am untersten Ende der Gesellschaft hat sich Jesus gebückt.
In seinem Leiden und seinem Sterben hat Jesus gezeigt: Gott schenkt uns seine Liebe. Eine Liebe, die sich hingibt, die sich verschenkt. Eben das feiern wir in der Eucharistie. Wenn wir Jesus im Heiligen Brot empfangen, dann kann das unsere Herzen verwandeln, erneuern. Wir können Herzen bekommen, die zu dienen bereit sind, die bereit sind, sich zu bücken. In Jesus gibt sich der große Gott in unsere Hände. Da kommt Jesus uns nahe.
Jesus sendet seine Jünger und Jüngerinnen aus, seine Liebe zu verkünden. Er sendet sie aus, die Menschen zu taufen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
An Pfingsten haben wir gefeiert, dass Gott uns auch in unserer Zeit nahe ist. Wir haben den Heiligen Geist empfangen. Gottes Geist wirkt auch heute in der Welt und in der Kirche. Gottes Geist wirkt in jeder Frau und jedem Mann. Gottes Geist macht uns frei von einem Leben, das sich nur an dieser Welt orientiert. Gottes Geist macht uns zu Söhnen und Töchtern. Darum sind wir, so schreibt Paulus, Miterben Christi. Das heißt: Wir haben teil am göttlichen Leben. Für uns ist es wichtig, sich dem Geist Gottes zu öffnen, sich von Gottes Geist führen zu lassen.
Sicher sind diese Gedanken über Gottes Geist in einer männlichen Sprache ausgedrückt. Doch wie Gott Vater und Mutter ist, so ist Gottes Geist auch weiblich. An Pfingsten haben wir gehört, dass Gott in einem kräftigen Wind kommen kann. Gott ist aber auch zu erfahren in einem leichten Säuseln wie es der Prophet Elia am Berg Horeb erlebt hat. Das hebräische Wort für Gott heißt »ruach«. Ruach ist zuerst weiblich. Gott bückt sich im Heiligen Geist, in der ruach auch in unseren Zeiten zu seiner Welt, zu uns Menschen.
Wir begegnen Gott, wenn wir bereit sind, uns wie Gott zu bücken. Wir begegnen Gott, wenn wir alles befolgen, was Jesus gesagt und getan hat. Das kann bedeuten, dienende Menschen zu werden, die das Wohl und das Heil der anderen Menschen im Herzen behält. Sich bücken kann bedeuten, demütig anzuerkennen, dass wir Geschöpfe sind, dass Gott das Heil der Welt wirkt und wir Gottes Werkzeuge sind. Sich zu bücken kann bedeuten, barmherzig zu sein; schon allein aus dem Grunde, weil wir spüren: wir sind Menschen mit Fehlern und Schwächen. Sich zu bücken kann bedeuten, gerade denen Anerkennung zu schenken, die abseits stehen. Sich bücken ist kein falsch bescheidenes Sich-selbst-klein-machen, keine gespielte Untertänigkeit. Es bedeutet den Willen sich zu bücken, wie Gott es tat.
Wir können tausende von Büchern lesen, tausende tiefgehende Vorträge über Gott hören, über Fragen des Glaubens. Wir werden Gott nur zu einem geringen Teil begreifen. Alles Suchen und Fragen ist dann sinnvoll, wenn wir immer tiefer Gottes Haltung lernen. Nur dann kommen wir dem nahe, was Gott ist, nur dann begegnen wir der Dreifaltigkeit Gottes. Wir müssen uns bücken und dienen lernen.
Die Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes mit der Zwei Naturen- Lehre über Jesus Christus gehört zum Grundwesen und -vollzug unseres Glaubens. Deshalb ist es für Christen wichtig, diesem Geheimnis nachzugehen.
Die 1. Lesung lädt zur Erinnerung, zum Nachforschen unseres Glaubens ein und uns unseres Ursprungs zu besinnen. Woher kommen wir? Was ist der Sinn unseres Lebens? Wohin werden wir einmal gehen? Wir sollten uns daran erinnern, dass Gott uns aus der Sklaverei Ägyptens aus großer Bedrängnis in die Freiheit geführt hat. Wir sollten uns daran erinnern, dass Gott uns Atem, Luft zum Leben gegeben hat. Den Lebensatem hat er uns eingehaucht. Erinnern wir uns daran, dass nichts selbstverständlich ist, schon gar nicht die Luft zum Atmen. Alle Annehmlichkeiten des Lebens, besonders dann, wenn wir sie sehr lange in Anspruch nehmen dürfen, werden zur Selbstverständlichkeit und Empörung kommt dann auf, wenn wir Verzicht üben müssen.
So macht uns die 1. Lesung auch bewusst, die Gebote und Gesetze zu achten. Es wird uns nahegelegt, die Vergangenheit als gegenwärtiges Erinnern zu sehen. Das geschieht zumindest jeden Sonntag beim Gottesdienst: „Sooft ihr dies tut, tut es zu meinem Gedächtnis!“ Die Zukunft ist Hoffen und gegenwärtiges Glauben. Auch das geschieht in dichtester Form bei der Eucharistiefeier. Eucharistie als Danksagung und immerwährendes Erinnern an das Osterfest, wo wir von der Knechtschaft in die Freiheit, von der Dunkelheit ins Licht geführt wurden. Wir leben sehr oft von Entscheidungen, die in der Vergangenheit getroffen wurden. Manche Entscheidungen mögen wir bedauern, für andere sollten wir dankbar sein. Eine dieser Entscheidungen ist die Eucharistie- Danksagung. Das Fronleichnamsfest als Erinnerung, in dem sich Jesus uns schenkt, feiern wir in besonders dichter Form, wenn uns bei der Prozession durch die Straßen in Erinnerung gerufen wird, dass Jesus für a l l e Menschen immer da ist und unser Leben begleitet.
Die 2. Lesung erinnert uns, uns vom Geist Gottes leiten zu lassen. Es ist der Geist, der Beziehung schafft, der Ungeist bringt alles durcheinander, engt ein, macht orientierungslos. Das Beziehungsgeschehen ist permanenter Auftrag, der in der Familie anfängt und sich jeden Tag erneuert. Bereits Kinder wollen geachtet, gesehen, angehört werden, brauchen viel Verständnis. Wer das kaum oder nie erfahren hat, wird es auch später nur schwer vermitteln können. Der Geist Gottes schafft im Menschen Beziehung, die er untereinander pflegen soll. Ausschlaggebend ist das Bibelwort: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10,30). Beziehung wird besonders dort geschaffen, wo jemand Hilfe benötigt. Jesus sagt zum Blinden: „Was kann ich dir tun?“ (Mk 10,51). Anders formuliert: Wo kann ich dir helfen?
Politik ist Beziehungsgeschehen. Dreifaltigkeit ist belebte Demokratie und wird in der Demokratie über Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit - man beachte die Dreizahl - erlebbar. Diese Begriffe waren die Leitwörter der Französischen Revolution (1789-1799). Um diese Parameter einigermaßen sicherzustellen braucht es Gesetze, Rechtsstaatlichkeit, um mit Hilfe von Legislative, Exekutive und Judikative – wieder eine Dreizahl - auch die Menschenwürde zu garantieren. Menschenwürde als Urgrund unseres Seins. Gott wird Mensch durch seinen Sohn Jesus, der alles mitgemacht hat, was auch Menschen durch Generationen an Freudigem, Guten, Miserablem, Zweifelndem erlebt haben. Mach es wie Gott, werde Mensch!
Der Ausdruck „Dreifaltigkeit“ kommt in der Bibel nicht vor. Im Matthäusevangelium wird es ausgesprochen: „Geht hin, lehret, taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Wieder ein Dreischritt. Damit verbunden zeigen sich drei wesentliche Themen für das Christentum: die Lehre vom dreieinen Gott, Christsein als Sendungsauftrag durch die Taufe und ein Christusbekenntnis. Hinwendung zum dreifaltigen Gott, Teilnahme am Leben des dreifaltigen Gottes und der Auftrag vor allem durch unser gutes Beispiel zu lehren: verba docent, exempla trahunt. (Worte lehren, Beispiele wirken).
Das Fest der Heiligsten Dreifaltigkeit führt uns an die Grenzen unserer Möglichkeit von Gott zu reden. Mit Bildern und Symbolen können wir uns ihm annähern. Seine Unfassbarkeit gibt uns aber auch die Möglichkeit, immer wieder Neues an ihm zu entdecken.
Kennen Sie das Gleichnis von den blinden Männern und dem Elefanten? Es wird in unterschiedlichen Versionen in Südasien erzählt. „Drei blinde Männer begegnen einem Elefanten. Sie ertasten ihn an unterschiedlichen Körperstellen, um zu begreifen, worum es sich handelt. Der Blinde, der das Bein befühlt, sagt, dass ein Elefant wie eine Säule sei; der, der den Schwanz befühlt, dass ein Elefant sich wie ein Seil anfühle; der, der den Rüssel befühlt, dass ein Elefant Ähnlichkeit mit einem Ast habe; der, der das Ohr befühlt, dass ein Elefant wie ein Handfächer sein müsse. Da sie sich nicht einigen können, wer von ihnen denn nun Recht hat, wenden Sie sich an einen Weisen. Dieser erklärt Ihnen: „Ihr habt alle recht. Aber es gibt einen Grund, warum ein jeder von euch es anders erklärt. Jeder von euch hat einen anderen Körperteil des Elefanten berührt.“
Am Dreifaltigkeitssonntag erinnern wir uns daran, dass wir wie die Blinden aus dem Gleichnis da stehen, wenn wir versuchen wollen, Gott zu beschreiben. Jede Gotteserfahrung, die wir in unserem Leben machen, zeigt: Wir erfahren und erleben Gott immer nur in einem kleinen Ausschnitt, aber nie in seiner wirklichen Größe und Ganzheit. Gott ganz verstehen zu können ist unmöglich. Die Aussage der Dreifaltigkeit Gottes, Gott ist einer in drei Personen, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist ein Beispiel dafür.
Die christliche Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes bringt zum Ausdruck: Mit menschlichem Verstand ist nicht zu verstehen, wie das logisch zusammengehen soll: Ein Gott in drei Personen. Die biblischen Texte verwenden Symbole und Bilder, wenn sie über Gott etwas aussagen wollen. Jedes Bild oder Symbol aber zeigt uns eine andere Wirklichkeit, einen anderen Blickwinkel dieses unbegreiflich großen Gottes: die Wolke und die Feuersäule, der brennende Dornbusch, die Taube, das Wasser des Lebens, der Weinstock, die Tür, das Brot, das Manna, das leise Säuseln, der Atem, der Sturmwind, Feuerzungen, das Herz, der gute Hirte… Alles Bilder, die uns erahnen und erleben lassen, wie Gott ist, die uns aber ebenso deutlich machen, dass dies alles immer nur Ausschnitte sind, Mosaiksteine, die letztlich nur darauf hinweisen, dass Gott trotz allem der ganz Andere bleibt, der Unbegreifliche, nie ganz Verstehbare.
Gott in seiner Dreifaltigkeit, die wir heute in den Blick nehmen, zu erklären, kann nur ein Versuch sein. Jeden Gottesdienst beginnen wir Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und im Glaubensbekenntnis beten wir: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen. Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn. Ich glaube an den heiligen Geist…
Was bringen wir damit zum Ausdruck?
Gott, wird von uns in diesen drei Personen angebetet, die eine Einheit, ein Ganzes bilden. Gott ist vielfältig. Er ist Schöpfer der Welt, und wir dürfen ihn mit Jesu Worten Vater nennen. Er ist uns Bruder geworden in Jesus, der die menschgewordene Liebe Gottes ist. Und er ist unser Beistand. Gottes Geist wirkt in der Welt, auch wenn er nur schwer bzw. nicht zu fassen ist.
Dieser Gott ist keiner, der sich aufzwängt. Er bietet sich an. Deutlich wird dies, wenn Gott zu Mose sagt: Ich bin der Ich bin da. Er ist personifizierte Liebe Gottes. Jesus sagt: Vater, die Menschen haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
An diesen Gott zu glauben ist nicht langweilig, sondern etwas unglaublich Spannendes. Gerade der Sonntag, in dem wir den dreifaltigen Gott in den Mittelpunkt stellen, macht uns das deutlich. Ein jeder kann immer wieder etwas ganz Neues bei Gott entdecken. Und diese Gottsuche ist es, die den Glauben lebendig erhält. Niemand ist fertig mit seinem Glauben, es gibt darin Irrwege und Umwege, Durststrecken und Krisen, aber auch Wunder, Ruheorte, breite Straßen, und manchmal sogar Quantensprünge, die uns begreifen lassen, für wenige Sekunden wenigstens, dass Gott da ist, ganz nah, intensiv, spürbar.
Matthäus schließt sein Evangelium mit der Erzählung von der Aussendung der Jünger. Sie gehen in die ganze Welt hinaus und verkünden das Geheimnis Gottes, wie sie es durch Jesus sehen lernten.
Die Rede vom dreifaltigen Gott bringt zum Ausdruck, dass Gott Beziehung und Liebe ist. Auch wir sind in die Beziehung des Vaters zum Sohn, der mit ihm im Heiligen Geist verbunden ist, hineingenommen. In dieser Beziehung verwurzelt, sind wir gesandt, alle Völker zu Jüngern Jesu zu machen.
Gott ist immer ganz anders. Keine Vorstellung kann ihn einholen. Wir glauben an einen Gott, der sich immer neu auf veränderte Lebenssituationen einlässt. Der Glaube an den dreifaltigen Gott bedeutet Dialog, Kommunikation und Begegnung.
Gott ist Geheimnis nicht Rätsel. Die Rede von einem Gott in drei Personen beinhaltet, dass er Gemeinschaft und Liebe ist. Dauerhafte Gemeinschaft und Liebe gelingen nur, wenn sie für dieses Wesen Gottes offen sind.
Die Rede vom dreifaltigen Gott bedeutet: Gott ist Beziehung, Hingabe, Sich-verschenken und wir sind als Kinder Gottes in diese Beziehung hineingenommen.
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
GL 180,2: Wir glauben an den einen Gott (Credo)
GL 305,5: wo die Güte und die Liebe wohnt
GL 352: O heiligste Dreifaltigkeit
GL 353: Erhabene Dreifaltigkeit
GL 354: Gott ist dreifaltig einer
GL 355: Wir glauben Gott im höchsten Thron
GL 393: Nun lobet Gott im hohen Thron (3. Str.)
GL 405: Nun danket alle Gott (3. St.)
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 429: Gott wohnt in einem Lichte
GL 451: Komm, Herr, segne uns
GL 456: Herr, du bist mein leben, Herr, du bist mein Weg (4. Str.)
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht
GL 487: Nun singe Lob, du Christenheit (1. Str.)
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GL 558: Danke dem Herrn, denn er ist gütig
GL Ö848 (Ö830): Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name - Mit Ps 8. - VII.
GL 49: Jubelt Gott zu, der unsre Stärke ist, jauchzt dem Gott Jakobs! - Mit Psalm 81 - VI.
GL 60: Der Herr hat uns befreit; auf ewig besteht sein Bund - Mit Psalm 111 - VI.
GL 79: Der Name des Herrn ist erhaben: Seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel - Mit Psalm 148. - VII.
GL 401: Lobet den Herrn, preist seine Huld und Treue - Mit Psalm 95 (53,2) oder mit Psalm 116 (629,5) - VI.
„Der Herr sei mit euch!“ So habe ich Sie alle begrüßt. Es ist mein Wunsch wie auch der Wunsch der Kirche, zu erfahren: Gott ist mit uns. Gott teilt unser Leben. „Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner sonst!“, hören wir in der Lesung aus dem Buch Deuteronomium. „Ihr habt einen Geist empfangen, der euch zu Söhnen/Töchtern macht!“, schreibt der Apostel Paulus im Brief an die Römer. „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“, sagt Jesus zu den Aposteln, die er aussendet.
Grüßen wir Jesus, der uns die Liebe Gottes, des Vaters brachte, der uns seinen Geist gesandt hat in unserer Mitte und bitten wir um sein liebendes Erbarmen.
Den Sonntag nach Pfingsten feiern wir als Dreifaltigkeitssonntag. Wir bekennen uns zur Vielfältigkeit Gottes, wenn wir von Vater, Sohn und Heiligem Geist sprechen. Es ist dies zugleich ein Bekenntnis zum Gott des Dialoges, in den auch wir jetzt am Beginn der Messe eintreten.
Herr Jesus Christus,
wer dich sieht und hört, hört Gott.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist uns nahe, du machst dich eins mit uns im Heiligen Mahl.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
wo die Liebe zu erfahren ist, dort wirkt dein Heiliger Geist.
Herr, erbarme dich.
Guter Gott und Vater,
du hast uns Menschen nach deinem Bild erschaffen.
Herr, erbarme dich.
Du hast uns deinen Sohn geschickt, damit er deine Liebe verbreite.
Christus, erbarme dich.
Dein Geist stärke uns in der Nachfolge bis hin ins ewige Leben.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du hast Gott in vertrauter Weise Vater genannt.
Herr, erbarme dich unser.
Du hast oft Nächte lang zum himmlischen Vater gebetet.
Christus, erbarme dich unser.
Du wurdest selbst vom Geist Gottes geführt
und du willst ihn auch uns mitteilen.
Herr, erbarme dich unser.
Herr, himmlischer Vater,
du hast dein Wort und deinen Geist in die Welt gesandt,
um das Geheimnis des göttlichen Lebens zu offenbaren.
Gib, daß wir im wahren Glauben
die Größe der göttlichen Dreifaltigkeit bekennen
und die Einheit der drei Personen
in ihrem machtvollen Wirken verehren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Dreifaltigkeitssonntag
Gott.
Dein Sohn ist zu uns gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen.
Gib, daß wir von ihm lernen,
wie wir leben sollen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB Auswahl 8
Gott, du Schöpfer und Lenker aller Dinge,
sieh gnädig auf uns.
Gib, daß wir dir mit ganzem Herzen dienen
und die Macht deiner Liebe an uns erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 24. Sonntag im Jahreskreis
Heiliger Gott.
Du bist unsagbar größer,
als wir Menschen begreifen,
du wohnst im unzugänglichen Licht,
und doch bist du uns nahe.
Gib, daß wir heute mit Ehrfurcht vor dir stehen
und froh werden in deiner Nähe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 4
Gott, du wohnst im Himmel droben
und auf der Erde unten.
Du bist uns Menschen nahe.
Das macht Mut.
Das schenkt Hoffnung.
Das schenkt Kraft in schweren Stunden.
Das macht unsere Freude groß in schönen Zeiten.
Du bist jetzt nahe in deinen Worten,
die wir nun hören. - Amen.
Vater im Himmel,
der du warst vor allem,
was wir uns vorstellen und erdenken können.
Dessen Wort alles schuf und ins Leben rief.
Du sandtest uns in Jesus Christus dein Wort in die Welt,
damit er uns ein Beispiel für ein Leben nach deinem Wort gab.
Er blieb deinem Wort treu in Leben und Tod.
Dein Wort rief ihn in die Auferstehung.
Und als er zu dir zurückkehrte,
schenkte er uns die Zusage deiner liebenden Kraft,
den Hl. Geist.
Lass uns in unserem täglichen Leben spüren,
dass dieses große Geheimnis deiner dreifältigen Vielfalt
auch in uns und unserer Zeit lebendiges Wort ist.
Das erbitten wir, durch Christus,
unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Zum dreieinigen Gott, der für uns so unfassbar und doch so nahe ist, lasst uns beten:
Als auf dich den Vater, Sohn und Heiligen Geist Getaufte beten wir für alle, die ihre Erfahrung des von dir Gehalten- und Geführt-Seins mit anderen teilen.
In Verantwortung für unser Miteinander beten wir um eine Welt in Frieden, um Achtsamkeit füreinander und für deine Schöpfung.
Als deine Kinder, die du mit Freiheit und Leben in Fülle beschenkt hast, beten wir für alle, die noch nicht zum Glauben an dich gefunden haben.
Oft sind unsere Zweifel größer als unser Glauben. Darum beten wir um deinen Geist, wenn wir allein oder mit anderen gemeinsam nach Antworten und dem besseren Verständnis deiner Worte in der Schrift suchen.
Wenn der Tod unserer Lieben uns bedrängt und uns das Abschiednehmen schwerfällt, beten wir um das Vertrauen, dass du den Tod besiegt hast.
Im Glauben haben wir Anteil an der Liebe zwischen Vater, Sohn und Geist und sind wir hineingenommen in das große Geheimnis der Dreifaltigkeit.
Dafür danken wir jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
wir dürfen dich Vater und Jesus, deinen Sohn, Bruder nennen. Im Vertrauen darauf, dass der Heilige Geist uns erfüllt, bitten wir:
Immer wieder sehen wir uns in den Verpflichtungen des Alltags gefangen, in Anforderungen, die von außen an uns gestellt werden, in eigenem Perfektionismus:
Sende uns deinen Geist, damit wir innehalten und erspüren, welcher Weg der richtige in unserem Leben ist.
Oft wurdest und wirst du als strafender Gott dargestellt, der die Menschen klein hält und durch Verbote ihr Leben leitet:
Sende deinen Geist, damit wir erkennen, dass wir als deine geliebten Kinder gehalten werden und frei sind, unsere Wege selbstbestimmt zu wählen.
Deine Liebe ist unbegreiflich allumfassend.
Sende deinen Geist, damit wir erkennen, dass wir in und aus deiner Liebe leben und dass wir sie weitergeben können, ohne dass sie weniger wird.
Viele Menschen zweifeln an ihrem Glauben und verzweifeln an unserer Kirche.
Sende ihnen deinen Geist, damit sie bei dir Halt finden können und ihren eigenen Weg mit dir erkennen.
Wir bitten auch für unsere Verstorbenen:
Lass sie bei dir in Ewigkeit leben.
Heiliger, dreieiniger Gott,
dein Sohn hat uns die Zusage geben, dass er bei uns ist alle Tage bis ans Ende der Welt. Sei du uns Vater und Mutter in deiner unendlichen Liebe und sende deinen Geist, damit er uns stärke auf unserem Weg mit dir.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du sendest die Jünger aus, dein Werk weiterzuführen. Wir sollen dir folgen in Wort und Tat.
Darum bitten wir dich:
Rüttle an die Herzen aller, die nur für sich selbst leben, nur auf ihr eigenes Wohl bedacht sind und dabei ihre Mitmenschen vergessen.
Segne alle Frauen und Männer, die in ihrem Beruf den kranken und behinderten Menschen dienen.
Lass alle Theologinnen und Theologen immer mehr nach Wahrheit suchen und auf diese Weise den Glauben und der Freude der Mitmenschen zu erneuern.
Hilf immer mehr Frieden und Gerechtigkeit zu schaffen und mache alle Unfriedenstifter einsichtig.
Erfülle alle, die ihre Aufgabe vor allem im Gebet für die Welt erkennen.
Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Jesus, du hast zu deinem himmlischen Vater gebetet.
Auch wir wollen jetzt durch dich unsere Bitten vor den Vater im Himmel tragen:
Für alle Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein,
dass sie ihren Wert erkennen, wenn sie sich von dir geliebt wissen.
Für alle Freunde und Ehepartner,
dass sie eine gesunde Eigenliebe mitbringen, um den geliebten Menschen Stütze und Halt geben zu können.
Für alle Menschen, die an Gott glauben, aber die christliche Rede vom dreifaltigen Gott nicht teilen können. Zeige dich ihnen in deiner Größe und Unbegreiflichkeit.
Für unsere Verstorbenen.
Nimm sie auf in Dein Reich
Großer Gott,
du bist die Liebe, bist Ich und Du und schenkst uns die Freude am Dialog mit allen Wesen, die uns als Du begegnen.
Hilf uns, dir zu vertrauen, auch wenn wir vieles mit unserem Verstand nicht erfassen können.
Das erbitten wir durch deinen Sohn, Christus, unseren Herrn. – Amen.
Wir leben in vielfältigen Beziehungen. Teils fühlen wir uns durch sie reich beschenkt, teils gestalten sie sich schwierig. Durch unsere Taufe sind wir in die Beziehung zu Gott hineingenommen, zum Vater, zum Sohn und dem Heiligen Geist. In dieser Beziehung als Töchter und Söhne Gottes lasst uns gemeinsam dem Vater danken und ihn bitten:
Wir danken Dir für die Kirche, in der seit Jahrhunderten der Glaube weitergegeben wird.
Wir bitten für sie um den Geist der Einheit und geschwisterlichen Liebe.
Wir danken Dir für die Erkenntnisse und Fortschritte der modernen Medizin.
Wir bitten Dich, dass von diesen Erkenntnissen alle Menschen in gleicher Weise profitieren können.
Wir danken Dir für die derzeitige Möglichkeit, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen über den engen Kreis von Familie und Beruf leben zu können.
Wir bitten Dich, dass wir die Erfahrungen der Verletzbarkeit und Verwundbarkeit menschlichen Lebens der letzten Monate nicht gleich wieder verdrängen.
Wir danken Dir für die vielen Zeichen von Liebe in unserem Leben.
Wir bitten Dich, lass auch uns die richtigen Worte für andere finden.
Wir danken Dir für alle unsere lieben Verstorbenen, bei denen wir uns oft geborgen und verstanden gefühlt haben.
Wir bitten Dich, lass sie bei Dir ihre ewige Heimat finden.
Dich, den dreieinen Gott, wollen wir feiern und loben, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.
Gott, unser Vater,
wir rufen deinen Namen an über Brot und Wein.
Heilige diese Gaben
und nimm mit ihnen auch uns an,
damit wir dir auf ewig gehören.
Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn.
MB Dreifaltigkeitssonntag
Allmächtiger Gott,
in der Feier der göttlichen Geheimnisse
erfüllen wir den Dienst, der uns aufgetragen ist.
Gib, daß wir deine Größe würdig loben und preisen
und aus diesem Opfer Heil empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 7. Sonntag im Jahreskreis
Vater im Himmel,
lege deinen Geist in unser Herz,
damit er uns belebe und heilige
und zu einer wahren Opfergabe mache für dich.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
MB Auswahl 9
Jesus, du hast Gottes Liebe gezeigt.
Du bist uns nahe im Brot, das Kraft gibt.
Du bist nahe im Wein, der das Herz erfreut.
Du gibst dich für uns hin.
Deine Nähe mache uns zu Schwestern und Brüdern,
die füreinander leben,
die einander lieben. - Amen.
Te Deum (altes GL 706)
Kehrvers: Dich, Gott, loben wir, dich Herr, preisen wir.
Dir, dem ewigen Vater, huldigt das Erdenrund.
Dir rufen die Engel alle, dir Himmel und Mächte insgesamt,
die Cherubim dir und die Serafim, mit niemals endender Stimme zu:
Heilig, heilig, heilig ist der Herr, der Gott der Scharen!
Voll sind Himmel und Erde von deiner hohen Herrlichkeit.
Kehrvers
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel;
dich der Propheten lobwürdige Zahl;
dich der Märtyrer leuchtendes Heer;
dich preist über das Erdenrund die heilige Kirche;
dich, den Vater unermessbarer Majestät;
deinen wahren und einzigen Sohn;
und den Heiligen Fürsprecher Geist.
Kehrvers
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht,
bist Mensch geworden, den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel
und denen, die glauben, die Reiche der Himmel aufgetan.
Kehrvers
Du sitzest zur Rechten Gottes in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir, kehrst du eins wieder.
Dich bitten wir denn, komm deinen Dienern zu Hilfe,
die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit zähle uns deinen Heiligen zu.
Danklied, z. B. GL 392: Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren.
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Mit deinem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist
bist du der eine Gott und der eine Herr,
nicht in der Einzigkeit einer Person,
sondern in den drei Personen
des einen göttlichen Wesens.
Was wir auf deine Offenbarung hin
von deiner Herrlichkeit glauben,
das bekennen wir ohne Unterschied von deinem Sohn,
das bekennen wir vom Heiligen Geiste.
So beten wir an
im Lobpreis des wahren und ewigen Gottes
die Sonderheit in den Personen,
die Einheit im Wesen und
die gleiche Fülle in der Herrlichkeit.
Dich loben die Engel und Erzengel,
die Cherubim und Serafim.
Wie aus einem Mund preisen sie dich
Tag um Tag und singen auf ewig
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Dreifaltigkeitssonntag
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen.
Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt,
du aber hast sie zu dir zurückgeführt
durch das Blut deines Sohnes
und die Kraft deines Geistes.
Wie du eins bist mit dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
so ist deine Kirche geeint
nach dem Bild des dreieinigen Gottes.
Sie ist dein heiliges Volk,
der Leib Christi und
der Tempel des Heiligen Geistes
zum Lob deiner Weisheit und Liebe.
Darum preisen wir dich in deiner Kirche
und vereinen uns
mit den Engeln und
Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 8
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Hören auf dein Wort
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Schweigen
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in Freude und Schmerz
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
wenn ich an Grenzen stoße
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in den Mühen des Alltags
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Annehmen von
Licht und Schatten
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in der Nacht der Einsamkeit
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
in Begegnung und Gespräch
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Dasein für andere
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
wenn ich Einsicht gewinne
und mein Leben bejahe
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar
im Loslassen und Neubeginnen
Treu bist du Gott
und heilsam erfahrbar,
wenn ich mich dir anvertraue
und in deinem Namen
meine Schritte setze.
Herr, unser Gott,
wir haben den Leib
und das Blut deines Sohnes empfangen.
Erhalte uns durch dieses Sakrament
im wahren Glauben und im Bekenntnis
des einen Gottes in drei Personen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Dreifaltigkeitssonntag
Gott, unser Vater,
dein Sohn hat uns von dir Kunde gebracht.
Er hat uns erkennen lassen, wie du bist:
groß in deiner Huld für deine Geschöpfe,
gewaltig in deiner Hoheit,
wehrlos in deiner Liebe.
Vater, wir sagen Dank durch deinen Sohn,
der sich uns im heiligen Mahl geschenkt hat,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 5
Allmächtiger Gott,
du hast uns das Brot des Himmels geschenkt.
Gib uns die Gnade,
die göttlichen Geheimnisse
mit solcher Ehrfurcht zu feiern,
daß wir dir immer näher kommen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Dienstag der 5. Woche der Fastenzeit
Gott Heiliger Geist,
wir sind ausgesendet, Gott und Jesus zu bezeugen.
Wir sind ausgestattet mit deinen Gaben.
Erfülle und durchdringe unser Wesen,
dass wir deine Früchte bringen,
Glaube, Hoffnung und Liebe.
Sende uns jetzt aus und sei bei uns. - Amen.
Vater im Himmel,
in vielfältiger Weise willst du dich uns zu erkennen geben
und unser Leben begleiten,
es bunt, vielfältig und lebenswert machen.
Du willst Antrieb für unser Leben sein,
zu unserem Wohl und zum Wohl aller.
Dafür danken wir dir und bitten wir dich: bleibe bei uns,
wenn wir jetzt wieder in unseren Alltag gehen
und lenke du unsere Schritte.
Dir sei Lob in Ewigkeit. – Amen.
Es segne uns der Vater,
der uns und die ganze Schöpfung ins Leben rief.
Es segne uns der Sohn,
der mit uns dieses irdische Leben teilte
und dem alles Menschliche vertraut ist.
Es segne uns der Hl. Geist,
der Ansporn für unser Leben ist. – Amen.
Gott ist einer und einzig,
neben ihm darf es auch niemals Götzen geben,
an die wir unser Herz hängen.
Gott ist einer in drei Personen,
Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist.
Der Vater hat uns den Sohn gesandt.
Der Sohn ist unser Bruder geworden.
Der Heilige Geist geht vom Vater und vom Sohn aus
und ist ausgegossen in unsere Herzen.
Zum Vater beten wir als seine Söhne und Töchter,
zu Jesus Christus als seine Jünger,
zum Heiligen Geist als Erben Jesu Christi.
Im Glauben an die Heilige Dreifaltigkeit bekennen wir,
dass Gott die Liebe ist,
in die wir hineingenommen sind.
Aus: Winfried Henze, Glauben ist schön, Ein Katholischer Familienkatechismus, Harsum 2001.
Auf der Seite eines Gottes zu stehen, der Macht und Stärke in sich vereint, war für Israel mit der Zeit zu einer tiefen Glaubensgewissheit geworden. Jede Erfahrung einer überwundenen Not, einer Befreiung und Rettung hatte ein Quäntchen Gewissheit hinzugefügt. So wuchs der Glaube Israels und wurde für die Menschen zu einem festen Grund in allen Lebenslagen. Dennoch galt es immer wieder, um diesen Glauben zu ringen. War Gott tatsächlich wirkmächtiger und stärker als ein Gott namens El oder namens Baal? Ist der Gott der Bibel tatsächlich hilfreicher als Karten, Horoskope, Steine?
Ja, sagt der Psalmist und setzt alles daran, dies darzulegen. Mit eindrücklichen Bildern, übernommen aus der Vorstellungswelt der Götterwelt Kanaans, beschreibt der Psalmist die Kraft der Stimme Gottes und ihr machtvolles Wirken in Nord und Süd. Der Gott Israels, JHWH, ist allen anderen Göttern überlegen. Er thront als König für immer. Er herrscht über die vier Elemente. Er ist mehr als ein Regengott, irgendwo fern der Menschen. Er lässt sich finden. Der Tempel in Jerusalem ist sein Ort. Von dort wirkt er in den Alltag der Menschen in Israel hinein. Von dort gibt er Kraft und Schalom, Frieden und umfassendes Heil.
Je länger ich den Psalm lese und meditiere, zum so mehr spüre ich diese Kraft, die von ihm ausgeht. Sie ist auch mir zugedacht, um mich im Glauben an Gott stärken zu lassen. Diese Kraft scheint mich gleichsam mit Israel in göttliche Sphären zu heben. Dorthin, wo nichts weiter zu sagen und zu tun bleibt, als den Gott Israels zu loben und zu ehren, weil er Kraft gibt und Frieden schafft. So, wie es in den heutigen jüdischen Tempeln, den Synagogen, an jedem Freitagabend beim Beten dieses Psalmes geschieht: „Der Herr wird seinem Volk Kraft geben: Der Herr wird sein Volk segnen mit Frieden“ Amen.
Andrea Knauber in: Mit der Bibel durch das Jahr 2013, Freiburg 2013.
Das Kreuzzeichen als das heiligst Zeichen des christlichen Glaubens bedarf, gerade weil es sooft gemacht wird, einer besonderen Sorgfalt und Verinnerlichung, damit es nicht zur schlampigen, nichtssagenden Geste, „weil es so Brauch ist“, verkommt.
Jede persönliche Bekreuzigung steht und lebt in der Fortsetzung jenes Kreuzzeichen, das bei der Taufe im Namen des Vaters und des Sohnes und es Heiligen Geistes über das Leben eines Christen erstmals gemacht worden ist. Jedes Kreuzzeichen ist erinnernde und bestätigendes Bekenntnis zur Taufe und damit zur Kirche als Gemeinschaft der getauften Glaubenden wie auch menschliches Zeugnis des Christseins. Mit Bedacht langsam und groß gemacht umspannt das Kreuzzeichen den ganzen Menschen, seine Gedanken (Bekreuzigung der Stirn), seine Worte (Bekreuzigung des Mundes), sein Herz (Bekreuzigung der Brustmitte). Nichts sei ausgeschlossen von der Heil und Heilung schenkende Gnade des gekreuzigten und auferstandenen Christus. Die Berührung der linken und rechten Schulter beim sogenannten großen lateinischen Kreuz kann das Sinnbild des waagerechten Kreuzbalkens aufgreifend zu dem Gedanken anregen: die Menschen, die rechts und links an meinem Lebensweg stehen, sind meiner Sorge und Verantwortung anvertraut.
Der Christ hat Weggefährten und Zeitgenossen, Mitleidende und Mitbetende – in seinem Volk, in seiner Kirche. Christ ist man nicht allein, sondern immer nur mit anderen und für andere. Damit wird im Kreuzzeichen die individuelle wie die soziale Grundstruktur angesprochen, der sich der Christ immer wieder und umfassender stellen muss – gestärkt und bezeichnet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Aus: Alfred Läpple, Kleines Lexikon des christlichen Brauchtums, Augsburg 1996.
Im Namen des Vaters,
der uns erschaffen hat
und uns geliebt
und uns in Ewigkeit nicht verloren gibt,
und des Sohnes,
in dem Gott sich hinein schenkt
in mein Leben und meinen Leib,
in die Welt und ihr Leid bis in die Unterwelt,
und des Heiligen Geistes,
der beide eint und tröstet und leitet,
und uns verbindet miteinander und mit IHM
in der Kraft seiner Auferstehung.
Erleuchte meinen Geist,
meine Gedanken,
Verstand und Vernunft
und erhelle meinen Blick,
erfülle meinen Leib
mit Deiner heiligen Gegenwart,
wecke in ihm die Kräfte deiner Schöpfung
und des Heiligen Geistes, dessen Wohnung er ist,
führe meine Hände,
dass sie frei sind,
für die Hand, die du reichst,
und das Werk, das du mir zu tun gibst.
Damit alles, was ich bin und habe,
was ich tue und ersehne,
auf Dich und mit Dir gerichtet sei –
Dir zur Ehre und uns Menschen zum Heil.
Amen.
Bemerkung unter dem Gebet:
Das Kreuzzeichen bezeichnet zugleich das Kreuz und unseren Leib. In Jesus hat Gott ihn ganz angenommen. Dann zeichnet es (von oben nach unten) die Bewegung Gottes in seinem Sohn zu den Menschen nach und (von links nach rechts) die verbindende und treibende tröstende und erinnernde Kraft des Heiligen Geistes durch die Weltzeit. Schließlich ist es die Bitte um den Segen und das Licht Gottes für unseren Heiligen Geist, unser Herz und unsere Hände, für das, was wir denken, empfinden und tun.
Georg Legerke, Gott anbeten in: Youcat, Jugendgebetbuch, München 2011.
Der Dreifaltigkeitssonntag erinnert uns an eine Selbstverständlichkeit. Wir glauben an den dreieinigen Gott in Vater, Sohn und heiligen Geist, „den wir in drei Personen ehren“, wie es in dem Kirchenlied „Nun lobet Gott im hohen Thron“ heißt. Etwas, was uns selbstverständlich ist, seit wir das Kreuzzeichen gelernt haben. Etwas, was uns unverständlich ist, wenn wir drüber nachdenken. Ein hochtheologisches Thema, über das auch die Dogmatik immer wieder neu diskutiert.
Paulus drückt das so aus: der Geist bezeugt, dass wir Kinder Gottes sind und als solche „Miterben Christi“, also seine Brüder und Schwestern. Wir sind nicht Sklaven, sondern können frei uns zu ihm bekennen. Das ist etwas, was ich als Christin so sehr schätze: ich werde zu nichts gezwungen. Ich muss auch nicht in Angst leben. Sondern ich kann mich frei entscheiden, Kind Gottes zu sein.
Und dann kommt der für mich schönste und einer der wichtigsten Sätze im Evangelium: der Jesus, der als Mensch geboren wurde unter ärmlichen Verhältnissen, der als Kind bereits Fluchterfahrungen machen musste, der mitten unter den Menschen gelebt hat, die ihn geliebt oder auch abgelehnt haben. Der völlig unschuldig nach vorangehender Folter am Kreuz gestorben ist, dieser Jesus sagt uns zu: „ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt“.
Und wie kommen wir nun dem dreieinigen Gott näher? Indem wir uns auf seine Vielfältigkeit einlassen. Gott ist der Schöpfer der Welt, der liebende Vater, wenn wir Trost brauchen, er ist der Geist, der uns antreibt, der uns neue Wege aufzeigt, wenn wir nicht mehr weiterwissen, der uns stärkt, wenn unsere Kraft zu schwinden droht. Und Jesus ist unser Bruder, ganz Mensch wie wir selbst, dem keine menschliche Erfahrung fremd ist, dessen Leben und Lehre uns aufzeigt, wie es gehen kann, der uns als Wegweiser dienen kann, wenn wir in die Irre gehen.
Oft merken wir von allem nichts. Aber wenn wir uns darauf einlassen, dann begegnet uns Gott immer wieder neu. Sei es, wenn wir, auf einem Berggipfel stehend, über die Schöpfung staunen oder am Meeresstrand unterm Sternenhimmel über die Unendlichkeit nachdenken. Wenn aus Bäumen, die wie tot aussehen, im Frühjahr neues Leben treibt. Wenn wir nicht mehr weiterwissen und sich plötzlich neue Wege auftun, wird uns eine helfende Hand gereicht vielleicht gar aus einer Richtung, aus der wir es nicht erwartet hätten.
Auch in der Musik und der Kunst kann uns Gott begegnen: Als vor einigen Jahren an Karfreitag in Bonn meine Freundin starb, sind mein Mann und ich anschließend zum Gebet in die Münsterkirche gegangen. Im Altarraum hing ein großes, dunkles Bild mit einer Art Tunnel zum hellen Licht. Und ich saß da und wusste: Sie ist angekommen, da, wo wir uns alle einmal wiedersehen werden.
Der dreifaltige und dreieinige Gott wird uns trotz allen Nachsinnens ein Geheimnis bleiben. Aber ist das wirklich schlimm? Ist es nicht gerade das Geheimnis, das unseren Glauben ausmacht? Glauben und Wissen sind nicht das Gleiche. Glauben heißt, hinzunehmen, dass es Dinge gibt, die uns begegnen, ohne dass wir sie bis ins Letzte verstehen oder erklären können.
Gott ist vielfältig. Und er ist bei uns alle Tage bis ans Ende der Welt. Das ist die Zusage.
Edith Furtmann 2024.
Drei Engel
in ähnlichem Gewand bei Tisch
mit einladender Geste
Brot und Wein anbietend
ein Platz vorne freigehalten.
Wer immer Platz nehmen wird –
Er ist willkommen.
Ilse Pauls
nur der eine Gott
aber nicht einsam – ein ICH
kein starrer Punkt –
sondern Dynamik
Ein Gott der Bewegung
ein Gott der Beziehung
ein Gott des Lebens
und vor allem -
ein Gott der Liebe
VATER
Ursprung allen Lebens
DU
vielfältig
uns und diese Welt schaffend
nach deinem Bild
größer – als wir ein Bild von dir denken können
schenkende Liebe
durch und durch
So große Liebe
dass du sie als SOHN
in diese Welt gesandt hast
als dein Wort
als Zeichen deiner Liebe
als unseren Bruder
sich diesem menschlichen Leben ganz aussetzend
gehorsam dir –
bis in den Tod
ER – der dein Wesen neu offenbarte
sich deinem Willen unterwarf
damit wir Erlösung finden
Und der uns nicht zurückließ
verwaist
vereinsam
ohne Hoffnung
Sondern uns als Geschenk und Beistand
RUACH –
die Geistin
der ewigen Schöpfung
der ewigen Liebe
zurückließ
damit wir das Leben
in Fülle
haben
Dreifaltig bist du
GOTT
und doch
ganz unfassbare
VIELFALT
Beatrix Senft, unveröffentlicht
Mein Schöpfer, steh mir bei, sei meines Lebens Licht
Und führe mich zum Ziel, wie es dein Wort verspricht.
Lass mich Vertrauen fassen, auf dich mich zu verlassen.
Ich möchte dir gehören und deinen Namen ehren.
Mit dir zu leben, mach mich frei, mein Schöpfer steh mir bei.
Mein Heiland, segne mich / und nimm mich gnädig an, /
dass ich mit dir vereint / im Glauben wachsen kann. /
Lass mich dein Wort bewahren / und vor dem Kreuz erfahren, /
Dass ich von Schuld und Sünde / bei dir Erlösung finde. /
Wer bin ich Arme/r ohne dich, / mein Heiland, segne mich.
Mein Tröster, gib mir Kraft, / mach mich erwartungsvoll /
und hilf mir zu bestehen, wo ich bestehen soll. /
Mein Denken, Tun und Sagen / lass mich auf Christus wagen, /
Dass ich mich mutig übe / in wahrer Menschenliebe. /
Du bist, der alles Gute schafft, / mein Tröster, gib mir Kraft.
Gott Vater, Sohn und Geist, / du liebst mich, wie ich bin. /
Schenk diese Zuversicht / mir tief in Herz und Sinn. /
Erwähle und behüte / mich ganz durch deine Güte, /
so will ich dir mein Leben / auch ganz zum Lobpreis geben. /
Erfüll an mir, was du verheißt, / Gott Vater, Sohn und Geist.
Nach Johann Jakob Rambach (1729) von Detlev Block (1990), EG 593
„Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Mit diesen Worten beginnen unsere christlichen Gottesdienste. So möchte auch ich meinen kleinen Beitrag beginnen. Ich will damit sagen: Ich schreibe jetzt nicht einfach im eigenen Namen, sondern im Namen einer Macht, die über alle unsere Vorstellungen hinausgeht und der wir unser Dasein verdanken. Ich darf sie begreifen als väterlich mir zugewandt, als geschwisterlich nahe und innerlich mir verbunden. Das wollen diese Begriffe „Vater, Sohn und Heiliger Geist“ zum Ausdruck bringen. „Vater“, „Sohn“ und „Heiliger Geist“ sind symbolische Begriffe. Natürlich hat Gott keinen Sohn, wie wir uns Nachkommenschaft vorstellen, und auch keinen Geist, der mit unserem Geist auf einer Linie läge. Gott „der Vater“ – das meint: Ich weiß, dass ich mein Leben nicht mir selbst verdanke. Gott „der Sohn“ – das meint: Ich weiß, dass ich nicht dafür garantieren kann, dass aus meinem Leben etwas wird. Aber im Blick auf das Leben und Sterben und die lebendige Gegenwart Jesu aus Nazareth kann ich zuversichtlich sein. Der „heilige Geist“: Ich weiß, dass mein Geist und meine Energie nicht ausreichen, sondern dass ich auf eine Kraft angewiesen bin, die mich inspiriert und voranbringt.
Wie ist der Glaube an den dreieinen Gott entstanden?
Warum braucht es dazu eine so komplizierte Vorstellung wie die der Dreieinigkeit? Letztlich ist sie gar nicht so kompliziert. Man versteht sie vielleicht besser, wenn man sich klar macht, wie sie entstanden ist. Die ersten Jünger und Jüngerinnen Jesu sind Jesus nachgefolgt, weil sie sich ihm nicht entziehen konnten und weil die Begegnung mit ihm ihrem Leben eine neue Perspektive gegeben hat. Damit hat sich ihnen natürlich die Frage nahegelegt: Woher kommt dieser Jesus, woher hat er diese Ausstrahlung und diese Anziehungskraft? Wie verhält sich das alles zu Gott, von dem doch schon im Alten Testament die Rede ist? Sie entdeckten die Beziehung zwischen Gott „dem Vater und „dem Sohn“. Und die Wirkung, die er auf sie ausgeübt hat, war so stark, dass sie sagen mussten: In ihm begegnet uns Gott selbst, in ihm manifestiert sich die göttliche Kraft. Gott selbst identifiziert sich mit ihm, mit seinem Lehren und Heilen, aber auch mit seinen äußeren Belastungen und seinen inneren Bedrängnissen, seinem Leiden und Sterben. In ihm wirkt „der heilige Geist“, der uns ansteckt. Was machen wir jetzt? Wir müssen uns ändern, wir lassen uns taufen, um diese Kraft des Heiligen Geistes auch zu empfangen, um in ihr mit einander zu leben und Gutes zu tun.
Worin besteht die innere Logik des Glaubens an den dreieinen Gott?
Mir leuchtet das trinitarische Bekenntnis auch in seiner inneren Logik unmittelbar ein. Ich kann mir das an den Fingern herzählen.
Zuerst: Ich brauche zum Leben eine Basis, wie sie mir gegeben ist in Gestalt meines Körpers, meiner Lebenskraft, meiner Sprach- und Denkfähigkeit, meiner Energie, meiner Begabung. Das sagt mir das Symbol von Gottes Schöpferkraft, die ja auch alles um mich her erfüllt.
Zweitens: Ich brauche aber darüber hinaus auch Orientierung. Woran soll ich mich halten? Wohin soll ich mit meiner Kraft, mit meinem Leben? Aber auch, wohin soll ich, wenn etwas nicht klappt, wenn mich meine Kräfte verlassen oder wenn ich meine Kräfte falsch eingesetzt habe? Die Gestalt Jesu, wie sie in den Evangelien begegnet, gibt mir klare und auch immer wieder überraschende Anhaltspunkte. Aber warum gerade Jesus? Wer sich auf ihn einlässt, merkt: Jesu Leben und Lehren hat seine eigene Evidenz; Liebe, wie er sie verkörpert, braucht keine eigene Begründung. Und doch kann ich mich nicht ohne Weiteres selbst aufraffen zu einem Leben und zu einem Vertrauen, das der Einladung Jesu entspricht.
Deswegen drittens: Wenn ich es dann doch kann, verdanke ich es nicht mir, sondern es passiert einfach. Christen nennen das die Wirkung des Heiligen Geistes. So wirken der Schöpfer, der Erlöser und der Vollender gleichsam zusammen, dass aus meinem Leben etwas wird. Dass das Leben Sinn bekommt, dass es mit meiner und mit der ganzen Weltgeschichte schließlich gut ausgehen wird.
Worin besteht die Bedeutung einer Theologie des „Drei = eins“?
Die Theologen der späteren Jahrhunderte haben dann mit allen Mitteln des damaligen Denkens und der damaligen Philosophie versucht nachzuzeichnen, wie sich das mit dem dreieinigen Gott im Einzelnen verhält. Sie haben sich dabei mitunter übernommen. Deswegen denken heute viele auch unter den Christen: 3=1 – das ist doch unverständlich. Aber genau das soll es sein! Den dreieinen Gott kann man nicht denken, man kann ihn sich nicht vorstellen. Und deswegen hat man sie dafür ein Kunstwort geschaffen, das es so vorher gar nicht gab, nämlich „trinitas“, wovon sich unser „Trinität“ ableitet. Man kann nicht einmal einen richtigen Begriff für ihn finden. Im Deutschen haben wir uns daran gewöhnt, ihn den „dreieinigen“ Gott zu nennen. Ich mag diesen Begriff nicht, weil er leicht die Vorstellung auslöst, da seien drei mit einander einig geworden. Deswegen sage ich lieber: der „dreieine“ Gott, da merkt man schon am Begriff, dass das unser Vorstellen und Denken überschreitet. Das kann man nicht in ein Bild fassen. Da reicht keine bildliche Darstellung hin. Man kann sich den dreieinen Gott nicht vorstellen, und man soll das auch nicht. Der trinitarische Glaube ist sozusagen die andere Seite des Gebots: „Du sollst dir kein Bildnis machen“, die andere Seite der „Medaille“. Diesen Gott kann man nicht denken. Er sprengt unsere Maßstäbe und Denkkategorien. Er ist zu groß. Allahu akbar, könnte ich an dieser Stelle sagen. Und dies wiederum verbindet uns auch mit asiatischen Religionen, die davon etwas wissen, dass man das Letzte und Höchste nicht denken kann, dass es nicht einmal in den Kategorien von Sein und Nichtsein aufgeht. (…)
Den einen, weil wir ihn lieben oder er uns liebt,
den anderen, weil wir ihn nicht lieben oder weil er uns nicht lieben kann,
den einen, weil er uns kritisiert,
den anderen, weil er nachgiebig ist mit uns,
den einen, weil er uns Härte spüren lässt,
den anderen, weil er nachgiebig ist mit uns,
den einen, weil er unser Leben in Frage stellt,
den anderen, weil er uns bestätigt,
den einen, weil wir Verbindung und Nähe erfahren,
den anderen, weil wir Distanz und Abstand lernen müssen,
den einen, weil wir tiefe innere Einheit erfahren,
den anderen, weil wir Andersartigkeit kennenlernen,
den einen, weil er uns zu uns selbst führt,
den anderen, weil er uns zu den Mitmenschen führt,
den einen, weil er uns Stütze ist,
den anderen, weil wir ihm Stütze sein können,
den einen, der uns sagt, was wir tun sollen,
den anderen, der uns schweigt und uns selbst den Weg finden lässt,
den einen, der uns immer wieder auf Gott aufmerksam macht,
den anderen, durch den Gott uns auf etwas aufmerksam macht.
Wir brauchen einander
in den verschiedenen Situationen des Lebens
und so vielfältig unser Leben ist, so vielfältig können auch unsere Beziehungen zu Mitmenschen sein,
so vielfältig können die Beziehungen in unseren Gemeinschaften sein,
so vielfältig kann Kirche sein,
als Ort, wo wir Menschen einander in seinem Namen begegnen.
Friederike Ferstl, in: Lebenszeichen aus der Stille, Wien 1995.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Die Perikope ist Teil der Rede des Mose (1,1 - 4,43), die die Begründung der nachfolgenden Gebote darstellt. In diesem Rückblick in die Geschichte Israels mit seinem Gott und umgekehrt ist zugleich aber auch ein Ausblick für das zukünftige Heilshandeln Gottes an seinem Volk.
Jeder einzelne soll sich dessen gewahr werden, daß JHWH (Gott) vom Anfang der Schöpfung an seine Hand im Spiel hatte (Vers 32), daß JHWH sich selbst offenbarte vor jeden Juden - damals und heute. Die rhetorischen Fragen, die Mose an sein Volk stellt, sind jeweils mit Nein zu beantworten. Eine andere Möglichkeit bleibt dem Israeliten nicht. JHWH erweist sich als Gott, der es mit seinem Volk gut meint (vgl. die doppelte Verheißung vom langen Leben im Land.
Dabei kommt auch ein Grundgedanke des Buches Deuteronomium zum Ausdruck: Die Befolgung der Gebote, die JHWH fordert, ist die Antwort des Menschen auf eben diese liebende Fürsorge Gottes. Die Ausschließlichkeit Gottes wird offensichtlich, aber begründet eingefordert.
In der für Israel schwierigen Zeit des Exils in Babylon entstanden jene Schriften, die Israel an Jahwes Heilshandeln und an seine Taten für das Volk gemahnten - so auch das Deuteronomium. Kap. 4 bringt Mahnungen im Hinblick auf die Offenbarung Jahwes, auf die Erwählung des Volkes und auf das Gesetz.
Die Perikope verweist auf die Unvergleichlichkeit der Taten Jahwes, auf seine Rettungstat am Schilfmeer. Deshalb gilt das Gebot: "Jahwe ist der Gott, kein anderer ist außer ihm" (Vers 35). Der Abschluss (Vers 40) hängt mit dem in Kap. 5 folgenden "Zehnwort" zusammen: Die Gebote sind Folge des Heilshandelns Gottes, nicht seine Grundlage oder Bedingung!
(Es sollten auch die Verse 35-38 gelesen werden!- vgl. "ungekürzte Fassung")
Die Lesung ist am Dreifaltigkeitssonntag gewählt im Hinblick auf Gott, den Vater.