Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Sacharia.
So spricht der Herr:
Juble laut, Tochter Zion!
Jauchze, Tochter Jerusalem!
Siehe, dein König kommt zu dir.
Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil,
demütig ist er und reitet auf einem Esel,
ja, auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin.
Ausmerzen werde ich die Streitwagen aus Éfraim
und die Rosse aus Jerusalem,
ausgemerzt wird der Kriegsbogen.
Er wird den Nationen Frieden verkünden;
und seine Herrschaft reicht von Meer zu Meer
und vom Strom bis an die Enden der Erde.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Ich will dich erheben, meinen Gott und König. – Kv
Oder: Halleluja.
GL 649, 5
Ich will dich erheben, meinen Gott und König, *
ich will deinen Namen preisen auf immer und ewig.
Jeden Tag will ich dich preisen *
und deinen Namen loben auf immer und ewig. – (Kv)
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke, *
deine Frommen sollen dich preisen.
Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, *
von deiner Macht sollen sie sprechen. – (Kv)
Treu ist der Herr in seinen Reden, *
und heilig in all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
er richtet alle auf, die gebeugt sind. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Ihr seid nicht vom Fleisch,
sondern vom Geist bestimmt,
da ja der Geist Gottes in euch wohnt.
Wer aber den Geist Christi nicht hat,
der gehört nicht zu ihm.
Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt,
der Jesus von den Toten auferweckt hat,
dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat,
auch eure sterblichen Leiber lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder und Schwestern,
sodass wir nach dem Fleisch leben müssten.
Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt,
müsst ihr sterben;
wenn ihr aber
durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet,
werdet ihr leben.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Brief an die Römer beschreibt im achten Kapitel das Leben im Geist Gottes.
Gott hat uns mit der Rechtfertigung Gaben geschenkt, die uns den Vollbesitz des Heiles sichern wollen (1-39). Wir haben den Heiligen Geist (1-11) und die Kindschaft Gottes (12-17) empfangen. Gottes Geist ist lebendig und wirkt in allen, die zu Christus gehören. Er gibt uns Kraft in der ständigen Auseinandersetzung zwischen Fleisch (Schwäche des der Sündenherrschaft verfallenen Menschen) und Geist (Gottes Kraft, die uns die Liebe gibt). Er versichert uns die Auferweckung des Leibes und lässt uns zu Gott "Abba" sagen. Er gibt uns Anteil an der Herrlichkeit Christi.
Paulus ist ein Leben in der Gegenwart Christi ein großes Anliegen der Verkündigung. Hat Gott Raum im Herzen seiner Gläubigen? Diese Frage bestimmt die Lesung aus dem Römerbrief. Sie ist Teil der Einheit zwischen Röm 8,1 - 8,17.
Wenn Gott keinen Raum hat, dann kann nicht gut werden, was der Mensch plant. Wenn Gott Raum hat und sich dies im Heiligen Geist zeigt, dann sollen die Früchte des Geistes zu spüren sein.
Geistempfang war für Paulus der Abschluss der Einführung in die Gemeinde. Zuvor stand die Taufe als öffentlichem Bekenntnis zu Christus. In der Erfahrung des Geistes gab Gott noch einmal sein Ja zur Tauferfahrung.
Lesung aus dem Brief des Apostel Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die,
welche in Christus Jesus sind.
Denn das Gesetz des Geistes und des Lebens
in Christus Jesus
hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes.
Denn weil das Gesetz,
ohnmächtig durch das Fleisch,
nichts vermochte,
sandte Gott seinen Sohn in der Gestalt des Fleisches,
das unter der Macht der Sünde steht, wegen der Sünde,
um die Sünde im Fleisch zu verurteilen;
dies tat er,
damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt werde,
die wir nicht nach dem Fleisch,
sondern nach dem Geist leben.
Denn diejenigen, die vom Fleisch bestimmt sind,
trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht,
die aber vom Geist bestimmt sind,
nach dem, was dem Geist entspricht.
Denn das Trachten des Fleisches führt zum Tod,
das Trachten des Geistes aber zu Leben und Frieden.
Denn das Trachten des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott;
es unterwirft sich nämlich nicht dem Gesetz Gottes
und kann es auch nicht.
Wer aber vom Fleisch bestimmt ist,
kann Gott nicht gefallen.
Ihr seid nicht vom Fleisch,
sondern vom Geist bestimmt,
da ja der Geist Gottes in euch wohnt.
Wer aber den Geist Christi nicht hat,
der gehört nicht zu ihm.
Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt,
der Jesus von den Toten auferweckt hat,
dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat,
auch eure sterblichen Leiber lebendig machen,
durch seinen Geist, der in euch wohnt.
Wir sind also nicht dem Fleisch verpflichtet, Brüder und Schwestern,
sodass wir nach dem Fleisch leben müssten.
Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt,
müsst ihr sterben;
wenn ihr aber
durch den Geist die sündigen Taten des Leibes tötet,
werdet ihr leben.
Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen,
sind Kinder Gottes.
Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen,
sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet,
ondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen,
in dem wir rufen: Abba, Vater!
Der Geist selber bezeugt unserem Geist,
dass wir Kinder Gottes sind.
Sind wir aber Kinder, dann auch Erben;
Erben Gottes und Miterben Christi,
wenn wir mit ihm leiden,
um mit ihm auch verherrlicht zu werden.
Halleluja. Halleluja.
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen
und es den Unmündigen offenbart hast.
Ja, Vater,
so hat es dir gefallen.
Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden;
niemand kennt den Sohn,
nur der Vater,
und niemand kennt den Vater,
nur der Sohn
und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Kommt alle zu mir,
die ihr mühselig und beladen seid!
Ich will euch erquicken.
Nehmt mein Joch auf euch
und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
Denn mein Joch ist sanft
und meine Last ist leicht.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die meisten Wunder Jesu ereigneten sich in dem kleinen Gebiet am Nordufer des Sees Genezareth um Kapernaum, Chorazin und Bethsaida. Die Bewohner dieser Gegend zeigten trotzdem nur sehr wenig Interesse an Jesus. Darum trifft sie die Drohrede Jesu unvermeidlich.
Aber nicht alle versagen Jesus den Glauben. Die "Unmündigen" (nicht die Kinder, sondern die einfachen, kleinen Leute, die nicht viel gelten, aber ihr Vertrauen auf Gott setzen), nehmen die Offenbarung Gottes an. Die Worte Jesu enthalten zuerst dankenden Lobpreis (25.26), dann Selbstoffenbarung (27): Jesus ist der Menschensohn, dem alles übergeben ist und Gottes Sohn, der in einzigartiger Gemeinschaft mit seinem Vater lebt. Für die einfachen Menschen gilt seine Einladung. Ihnen, die ihre Lasten kaum mehr tragen können, gibt er Kraft, sodass sie nicht überfordert werden.
Es sind drei Abschnitte in diesem Sonntagsevangelium zusammengefasst. Zum einen ist der Dank Jesu an den Vater in den Versen 25 - 27, dann die Einladung Jesu zur Ruhe in ihm und schließlich seine Aufforderung, sein Joch aufzunehmen.
Im ersten Teil ist Gott der Ansprechpartner, im zweiten alle Glaubenden und im dritten die Jünger Jesu.
Das heutige Evangelium hat in der Kirchengeschichte eine große Rolle gespielt. Am Vers 27 entschied sich die Frage, ob Jesus wahrer Gott und Mensch ist oder nicht. Wenn der Vater das Reich übergeben hat, ist dies dann ein Hinweis darauf, dass Jesus nicht von Anfang an als Sohn bei Gott war und daher seine Gottheit in Frage steht?
Der Lobpreis Jesu seines himmlischen Vaters für die Einsicht der Unmündigen in die Geheimnisse des Reiches Gottes und seine Einladung, sein sanftes Joch auf sich zu nehmen, wird oft als Beschwichtigung und Vertröstung missverstanden. Es geht um engagierte geistige Auseinandersetzung mit grundlegenden Wertordnungen.
Der Faszination von Reichtum und Schönheit verdanken wir die überaus erfolgreiche amerikanische Fernsehserie "Reich und Schön". Reichtum und vermutlich auch Schönheit spielen auch heute eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben.
Milo Rau, der Intendant der Wiener Festwochen musste auf öffentlichen Druck hin eine Diskussionsveranstaltung mit Peter Thiel und dem Innsbrucker Theologen Wolfgang Pallaver absagen. Peter Thiel, ein erfolgreicher amerikanischer Unternehmer, gilt als einflussreicher Vordenker hinter Präsident Trump und seinem Vice J. D. Vance, der mit seinen theologischen Thesen weltweit mehrfach aufhorchen ließ. Er begründet damit die Forderungen großer Tech-Milliardäre nach einer Abkehr der Politik von wichtigen humanen Werten und von demokratischen Verfassungen, Dabei greift er auf biblische Bilder aus der Geheimen Offenbarung zurück und fordert eine neue Weltordnung, die von Reichtum und Gewinnmaximierung getrieben ist.
Papst Leo XIV. hat sichin seiner ersten Enzyklika Magnifica Humanitas mit dieser Entwicklung auseinandergesetzt und aufgezeigt, dass sie in grundlegenden Punkten zu einer jesuanisch-biblischen Theologie in Widerspruch steht.
Auf der anderen Seite hat das Wahlergebnis der Gemeinderatswahlen in Graz, der zweitgrößten Stadt Österreichs mit 345 000 Einwohnern, vielen Beobachtern großen Augen gemacht. Die kommunistische Bürgermeister Elke Kahr hat nicht nur die Stimmenmehrheit ihrer Partei halten können, sondern hat auf Kosten der etablierten Parteien noch kräftig zugelegt. Sie hat viele Wählerinnen und Wähler durch ihre persönliche Integrität und ihren überzeugenden Einsatz für die Nöte der sozial Schwachen überzeugt.
Im Evangelium haben wir gehört, wie Jesus den Vater im Himmel preist, weil er das Verständnis für seine Frohe Botschaft vom Reich Gottes "den Weisen und Klugen verborgen und den Unmündigen offenbart hat". Die Mühseligen und Beladenen lädt er ein, zu ihm zu kommen. Ihnen und auch uns gilt die Einladung "Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht."
Reichtum, Schönheit, politische Macht und militärische Stärke faszinieren vile Menschen. Dies herunterzuspielen oder zu ignorieren, wäre zu einfach gedacht und naiv. Reichtum, Schönheit, wirtschaftliche und politische Macht, sowie militärische Stärke haben zweifellos hohen Wert. Die entscheidende Frage ist jedoch nicht, wie kommen wir dazu, sondern wie gehen wir damit um. Die Forderung nach Umverteilung ist naiv und nicht zu Ende gedacht. Es braucht eine gehörige Ansammlung von Kapital, um Forschung und technische Entwicklung vorantreiben zu können, und Menschen, die damit gut umgehen können. Es braucht die Entfaltung politischer Macht und auch militärischer Stärke, um nicht Opfer politischer und militärischer Willkür zu werden. Mindestens ebenso entscheidend ist jedoch das Hochhalten humaner Werte wie die Wertschätzung von Menschenwürde, sozialer Gerechtigkeit, das Mitnehmen benachteiligter Gruppen, die Pflege der Kulturgüter usw. All das fällt uns nicht in den Schoß. Auch dafür braucht es Anreize und Motivation.
Es genügt nicht zu versuchen, diese Werte in Geld umzurechnen und - wie man in politischen Kreisen gerne sagt - "Geld in die Hand zu nehmen".
Jesus geht es um ein Umdenken, um ein Neu-Denken. Er sieht, dass seine Botschaft bei den "Unmündigen" angekommen ist und preist dafür den Vater. Sie ist jedoch an alle Menschen gerichtet, auch an die Weisen und Klugen. Seit Anbeginn der Kirche sind die Jünger und Jüngerinnen Jesu von dieser geistigen Auseinandersetzung gefordert. Nicht wenige haben sogar ihr Leben dafür gegeben.
Karl Marx hat den Religionen vorgeworfen, dass sie Opium des Volkes seien. Ihm müssen wir rechtgeben, wenn sich Menschen mit einem religiösen Wellnesskurs begnügen und religiöse Praktiken lediglich dazu nutzen, Ruhe für ihr Seelenleben zu finden. "Ruhe für die Seele" ist dann gut, wenn es gelingt, daraus Kraft zu schöpfen; Kraft für die geistige Auseinandersetzung mit Geisteshaltungen, die von den humanen Werten wegführen.
Wir begeben uns in Gefahr, wenn wir diese Auseinandersetzungen allein unseren Oberhirten, Theologen und sonstigen Vordenkern überlassen. Wirksam werden die christlichen und humanen Werte erst dann, wenn auch wir "Kleinen" und "Unmündigen" uns um Einsicht bemühen und sie uns offenbaren lassen.
Der von den Propheten Israels erwartete Messias zeichnet sich aus durch Gewaltverzicht und Bereitschaft zu dienen. Jesus wendet sich den Kleinen und Unbedeutenden zu und lädt sie ein, sein Joch anzunehmen.
In der ersten Lesung werden wir mit einem Königtum anderer Form konfrontiert. Im historischen Bereich wird der Begriff „Größe“, „groß sein“ doch anders verstanden als in den biblischen Texten. Zum Beispiel: „Karl der Große“ (8./9. Jhdt.), „Friedrich der Große“ (Preußenkönig im 18. Jhdt.). Bei diesen Zusätzen wird nicht nur auf die Körpergröße geschaut, sondern auch auf politische Inhalte und deren Wirkweisen auf verschiedenen gesellschaftlichen Gebieten, auf Maßnahmen, die sehr lange anhalten.
In der Lesung ist von einem König die Rede, dessen Eigenschaften als „gerecht, hilfreich und demütig“ hervorgehoben werden. Sehr wenig passt davon in die Herrschaftspolitik dieser Welt. Er reitet statt auf einem Pferd auf einem Esel daher, keine hervorragende äußerliche Repräsentation. Der Esel ist ein Lasttier, mitunter sehr eigenwillig, das Pferd hingegen deutet Vornehmheit und Machtansprüche an.
Dieser König zeigt uns durch seine Eigenschaften, dass er nicht kampfunfähig ist, er stellt uns vor Augen, dass Gewalt Gegengewalt auslöst und anstehende Probleme so nicht gelöst werden. Sie kennen vermutlich den Satz aus der Ballade „Der Erlkönig“ von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832), der oft missverständlich interpretiert wird: „Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“ Wir haben es aber mit einem König zu tun, dem es um Gerechtigkeit geht. Wesentliche Voraussetzung dafür ist die Wahrheit. Diese würde auch heute den Verantwortlichen in hohen politischen Ämtern gut anstehen, stattdessen wird in geschönter Sprache der Wahrheit ausgewichen, um nicht zu sagen, gelogen.
Stütze für die Wahrheit, so die zweite Lesung, ist der Heilige Geist, der in uns wohnt. Er ist eine wichtige Hilfe, wenn wir bereit sind, ihn anzunehmen. Das macht sich spürbar im guten Miteinander. Christen und Christinnen richten als hoffnungsfrohe Menschen den Blick nach vorne und werden sich bewusst, dass unser irdisches Leben ein Ablaufdatum hat. Könige und Politiker setzen sich gerne Denkmäler als Zeichen der Unsterblichkeit. Der hoffnungsvolle Blick nach vorne geht über das irdische Leben hinaus, denn er, Christus, hat durch seinen Vater unseren sterblichen Leib lebendig gemacht durch den Geist, der in uns wohnt (siehe Röm.8,9. 11).
Im Evangelium wird auch noch auf eine andere wichtige Eigenschaft dieses Königs hingewiesen: die Demut. Wir haben sehr oft ein falsches Verständnis davon. Demut ist nicht duckmäuserisches Jasagen oder Nachpapageien, was höhere Instanzen vorgeben, auch keine Aufforderung zu Lethargie und Passivität, sondern heißt „Mut zu dienen“, wie es uns Christus in seinem irdischen Leben vorgeführt hat, in besonderer Weise im Zeichen der Fußwaschung.
Der französische Literat und adelige Philosoph Francois de la Rochefoucauld (1613-1680) beobachtete seine Umgebung sehr genau und stellte fest: „Die Demut ist oft nichts anderes als eine vorgespielte Unterwerfung, um andere zu unterwerfen. Ein Kunstgriff des Stolzes, der sich erniedrigt, um sich selbst zu erhöhen.“ Auch gegenwärtig fällt auf, wie oft das Wort „Demut“ in der Politik verwendet wird. Gemeint ist dabei jedoch oft: Wir dienen sehr gern, aber nur in höheren Etagen. Minister sein heißt dem Volk zu dienen, aber nicht um sich selbst durch „höhere Weihen“ (religiöser Sprachstil!) hinaufloben zu lassen.
Mutig im Dienen sind all jene, die sich gegen viele Widerstände der Unmündigen annehmen. In heutigen Evangelium ist Jesus ein gutes Beispiel dafür. Er dient, indem er an die Ränder der Gesellschaft geht, wo andere die Nase rümpfen. Er geht zu denen, die keine Lobby, keine Stimme in der Gesellschaft haben. Er geht zu denen, die ausgegrenzt und ausgespottet werden, weil sie in eine gut etablierte Leistungsgesellschaft nicht passen.
Es ist angebracht, über Größe und Großsein und die verschiedenen Facetten der Demut nachzudenken; ob sie wirklich im Dienst des Nächsten steht, ob Wahrheit und Demut in unseren Herzen genügend Platz finden und die sogenannten „niederen Dienste“, wenn wir sie annehmen, uns zur Freude werden. „Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen. Öffne deinen Mund, richte gerecht, verschaffe den Bedürftigen und Armen Recht.“ (Spr 31,8-9).
Mit poetischen Worten lädt Jesus die Mühseligen und Beladenen ein, bei ihm zur Ruhe zu kommen. Worte, die uns auch am Beginn der Ferienzeit guttun.
Der Sommer in seiner Vielfalt lädt uns jedes Jahr zum Schauen, zum Riechen und zum Unterwegssein, zum Staunen ein, um nur einige sommerliche Aktivitäten zu nennen. Was auch zur Sommerzeit gehört, ist das Lesen. Endlich Zeit zum Lesen. Die Leichtigkeit des Sommers kann so in Worten wahrgenommen werden. Sommerlektüre ist in dieser Zeit gefragt. Vielleicht kann es dieses Jahr die Poesie sein, für die wir uns Zeit nehmen. Die Poesie ist eine Erzählweise, die uns das Leben in kunstvoll, bildreich gestalteter Sprache erschließt.
Dieser Literaturform, der Poesie, sind wir heute im Evangelium begegnet. Die Verse aus dem heutigen Evangelium sind Poesie, Poesie im erweiterten Sinn. Matthäus geht in seinem Evangelium immer wieder über die Alltagssprache und deren Erfahrungswelt hinaus. Er versucht durch die poetische Sprache das „Mehr“ der Tatsache, der Realität herauszustreichen. Wir werden in einzelnen Versen erkennen, dass es sich hier um eine Wirklichkeit handelt, die unsere Wirklichkeit übersteigt. Und in diesem Sinn sehe ich das heutige Evangelium als Poesie. Matthäus lädt uns mit seiner poetischen Sprache ein, Unentdecktes, Unerkanntes und Neues aufzuspüren.
So hörten wir eben von einem Joch, das nicht drückt, nicht erdrückt, sondern sanft ist und die Last leicht ist – weil gut verteilt auf zwei Schultern. Lasten, Schwierigkeiten und Schuld sind Lebenserfahrungen und gehören zu einem erfüllten Leben. Nur „allein gelassen“ mit all dem, macht das Leben so manchmal zur Hölle: schwierig, schwer und kaum zu stemmen! Daher diese Einladung an all jene, die sich beladen fühlen oder wurden, deren Leben sich kaum auf die Reihe bringen lässt!
Das ist das Unentdeckte bzw. Unerkannte, auf das Jesus mit seiner Einladung „Kommt alle zu mir...“ hinweist. Ein Joch: nicht das Flächenmaß bzw. eine Ackerfläche, sondern jenes Joch, das als Querholz, richtig beladen, die Last ertragbar macht, ist gemeint. Helft einander, verteilt die Lasten, sodass wir oder andere nicht gebückt durchs Leben gehen müssen! Mit dem „sanften und leichten Joch“ erinnert Jesus, dass ein „Joch“ verbindet. Im Zusammenhang mit Jesus, wird durch das Joch die Verbundenheit der Freunde Jesu untereinander hervorgehoben.
Neu ist das Bild mit dem Joch, welches zur Entlastung der Einzelnen und zur Verbindung untereinander dient, nicht. Jesus greift poetische Worte der Hebräischen Bibel, die das Joch als Bild für Negatives, wie Unterdrückung, Tyrannei, Belastung und Schuld wie auch als etwas Positives sieht, auf. So ist „das Joch der Weisheit eine Wohltat für den Menschen“ bei Jesus Sirach als Poesie formuliert. Die Alltagssprache ist zu so einer über sich hinausweisenden Erfahrung nicht geeignet.
Von der Poesie, wie sie auch die Bibel kennt, geht eine besondere Wirkung aus. Der Vers 29 „Kommt alle ... Ich will euch erquicken“ braucht für uns heute einen Hinweis, damit wir verstehen, was hier mit dem Wort „erquicken“ ausgesagt wird.
Kehren wir zurück zum Vers 25 „In jener Zeit sprach Jesus: „Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde...“ Diese Einleitung, die die Gottesbeziehung und Gotteserkenntnis Jesu hervorhebt, ist für all jene, die erschöpft, am Ende waren und keine Kraft mehr zum Leben verspürten, im Wort „erquicken“ – zur Ruhe kommen, ausruhen – erkennbar. Hier wird spürbar, dass Gott „der Ruheplatz am Wasser“ (Psalm 23) ist, der erquickt.
Das ist für mich biblische Poesie, eine kunstvolle Sprache, die das, was wir hören, übersteigt, erhöht und uns aus der Enge des konkreten Wortes in die Weite der Gotteserkenntnis, des Glaubens führt, zum „Ruheplatz am Wasser“.
Jesus nennt es "leichtes Joch". Ein Joch, das einlädt, so wie er, den Weg der Demut, der Güte und der Sanftmut zu gehen, damit auch andere leben können.
Jesus stellte alte Gesellschaftsordnungen in Frage. Für ihn zählten nicht die Mächtigen und Großen, die mit ihrer Logik die Welt beherrschten. Er verstand sich als Friedenskönig der Kleinen.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Palmsonntag: Einzug Jesu in Jerusalem. Das Matthäusevangelium 21,1-11 zitiert den Propheten fast wortgetreu, so wie wir ihn heute in der ersten Lesung gehört haben. Dieses Prophetenbuch entstand um 520 v. Chr. und ist Teil der Tora. Das Volk Israel hatte eine schwierige Zeit hinter sich gebracht, jetzt gibt es eine Chance des Neuanfangs nach dem vielen Leid und Unglück, das sich durch Kriege immer wieder ereignet hatte. Das Buch warnt vor dem Abfall von JHWH. Mose beklagt sich: Es ist ein störrisches, hartnäckiges Volk. Der Abfall von JHWH, ausgelöst durch Machtgehabe seiner Könige, wird immer Leid und Unglück bringen.
Wie sich zeigt: die Herrschenden, aber auch Teile des Volkes haben aus all dem Unglück nichts gelernt. Leid und Unglück wiederholen sich nicht nur in der Geschichte Israels, sondern weltweit. Man braucht nur in die jüngere (europäische) Geschichte zu sehen, etwa im 20. Jhdt., zwei Weltkriege, die von Europa ausgingen. Nach dem Ersten Weltkrieg der Vorsatz: Nie wieder Krieg! Hass, Größenwahn und Machtspiele setzten sich fort, dann der Zweite Weltkrieg, Zeit des Wiederaufbaues und des Wohlstandes, der heute zu kippen droht, wieder Unruhen, Kriegsgefahr vor den Toren Europas, viel Hass in der Welt. Das war im 6. Jhdt. v. Chr. nicht viel anders. Menschen kamen aus dem Exil zurück, etwas Wohlstand, dann wieder Streiterei, Hass, Gewalt.
„Juble laut, Tochter Zion, jauchze Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir.“ (Sach 9,9). Er hat ganz andere Eigenschaften als die Könige, die Herrscher, die Politiker dieser Welt. Er ist gerecht, demütig, er hilft und rettet, er will Frieden. Das ist eine Vision, die zur Realität werden und zum weltumspannenden Reich Gottes führen soll. Zuerst müssen die Waffen vernichtet werden, bei Jesaja heißt es: aus Schwertern sollen Pflüge werden. Viel ist auch heute von atomarer Abrüstung die Rede. Das Gegenteil ist aber der Fall. Man überlegt Atomraketen vor den Toren Europas zu stationieren. Geistige Fähigkeiten, die der Mensch besitzt, werden in immer raffiniertere Kriegsgeräte mit riesigem finanziellem Aufwand investiert. Der Größenwahn einiger Herrscher bringt Leid und Tod über Millionen unschuldiger Menschen.
Welche Eigenschaften hat nun dieser neue König? Er ist gerecht. Wie sieht es heute damit aus? Wir sollten der Gerechtigkeit nachjagen (Dtn 16,20). Es gibt verschiedene Formen der Gerechtigkeit: Verteilungsgerechtigkeit, individuelle Gerechtigkeit. Gewiss ist unser Gerechtigkeitssinn begrenzt. Aber sieht so Verteilungsgerechtigkeit aus, dass Reiche immer reicher werden, weltweit, auch in Österreich, dass Wohlhabende um all das zittern müssen, was sie sich hart erarbeitet haben. Es fehlt an Weitblick, wenn die Ungerechtigkeit überhand nimmt. Rettung und Hilfe bringt der neue König.
Ein ehernes Gesetz lautet: Wer rasch hilft, hilft doppelt. Im kleinen Bereich geschieht viel Gutes, in der Politik erleben wir Zögern, Hickhack. Was dieser König macht: Waffen vernichten, eine Voraussetzung für den äußeren Frieden. Heutzutage werden mühsame Friedensverhandlungen geführt, die Waffenindustrie verdient gut, es entstehen laufend Dilemmasituationen ethischer Natur, Beschuldigungen folgen. Frieden durch Angst, vor allem in der Politik ist das ein Dauerzustand. Wir sprechen vom „Gleichgewicht des Schreckens“.
Der Friede des neuen Königs versteht sich als ein ganzheitliches Wohlergehen schon auf Erden: körperlich, geistig, seelisch. Der neue König ist demütig, kommt nicht hoch zu Ross, von oben herab, daher. So eine Haltung würde man als arrogant bezeichnen. „Rogare“ heißt fragen, nachfragen.
Der Arrogante, der Besserwisser, der Machttrunkene hat das nicht notwendig, zeigt keinerlei Interesse am anderen, am Nächsten. Kürzlich sagte ein Politikwissenschaftler zu einem Minister: Eure soziale Betroffenheit ist eine andere als die des Volkes, daraufhin große Irritation.
Das Evangelium lehnt die Weisen und Klugen ab. Wirklich? Was ist damit gemeint? Weisheit und Klugheit sind doch Kardinaltugenden. Wird so Bildungsfeindlichkeit, vielleicht sogar Dummheit gutgeheißen?
Die Weisheit und Klugheit dieser Welt ist anders geartet. Weise ist, wer das Wort Gottes erkannt hat und es befolgt. Das Buch der Sprichwörter bestätigt dazu: „Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen … Verschaffe den Bedürftigen und Armen Recht.“ (Spr 31,8).
Unmündig ist, wenn jemand sich zurückzieht, wenn er nirgends Gehör findet. Jesus will diesen Menschen zur Sprache verhelfen. Da braucht es Menschen, die hinhören, nachfragen, Interesse zeigen. Ein Joch drückt nieder, es wird uns nicht abgenommen. Es ist erstaunlich, was manche Menschen aushalten müssen. Das Joch Jesu will uns Durchhaltevermögen geben. Die Gesellschaft, mit der sich Jesus umgeben hat, sind Suchende, Zweifelnde, Gescheiterte, Unmündige… Trostworte, dass ER uns nicht verlässt. Realutopie also, weil das Reich Gottes schon begonnen hat und ansatzweise sichtbar ist. Vor allem die erste Lesung könnte Erinnerung an die christlichen Kirchen sein mit dem Text von Nicolas Gómez Dávila (1913-1994, kolumbianischer Philosoph): „Die Kirche hat nicht das Christentum der Welt anzupassen, sie hat nicht einmal die Welt dem Christentum anzupassen; sie muss vielmehr in der Welt eine Gegenwelt bewahren.“
Jesus lädt alle, die es im Leben schwer haben, ein, ihm zu folgen. Er bietet ihnen ein sanftes Joch und ein erträgliches Maß an Last an. Dies ist ein Gegenentwurf zu den rational durchgeplanten Lebensentwürfen.
Haben sie so etwas schon einmal gehört? Jesus preist seinen Vater, den Herrn des Himmels und der Erde, weil er den Klugen und Weisen etwas vorenthalten hat, etwas, das er den „Unmündigen“, wie es bei Matthäus ausgedrückt wird, aber offenbart.
Hat Gott Probleme mit Menschen, die ihren Verstand benützen? Oder wie ist dieses Wort gemeint? Und was ist dieses »Etwas«?
Mit den „Unmündigen“ sind offenbar alle Schwachen, Niedrigen, Armen, Kranken und Ausgestoßenen, kurzum alle Randgruppen gemeint. Jetzt wird zumindest der eine Teil der Nachricht klar, denn die Evangelien berichten laufend und einhellig, dass Jesus das Wohlergehen der Armen und Schwachen immer ein besonders Anliegen ist. Eine Aussage, die dies Verhalten untermauert, lautet: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“ (Mt 9,12 // Mk 2,17 // Lk 5,31).
Aber gilt seine frohe Botschaft nicht allen Menschen, ohne Unterschied? Ist nicht auch der Verstand ein Gottes Geschenk? Warum dieser Vorbehalt den Klugen gegenüber?
Die Antwort ergibt sich wohl aus dem zweiten Teil des Textes. Hier lesen wir von Jesu Einladung an alle Mühseligen und Beladenen. Sie sollen zu ihm kommen, er will sie erquicken. Das Verb erquicken gehört nicht zu unserem üblichen Wortschatz. Wollen wir verstehen, was es meint, müssen wir den Umweg über das zugehörige Adjektiv gehen. Der Begriff „quicklebendig“ ist uns allen bekannt. Er hilft uns zu verstehen, dass „erquicken“ etwas mit »lebendig machen« zu tun hat. Jesus will uns erquicken, er will uns lebendig machen. Ein neues Leben ist uns zugesagt.
Mit »unmündig« können auch Menschen gemeint sein, deren Leben ihnen so entglitten ist, dass ihr Verstand ihnen keine Hilfe mehr sein kann. Sie waren derart von ihrer Not besetzt, dass logisches Denken nicht mehr funktionierte.
Ich weiß nicht, ob unter uns Personen sind, die schon so große Not erlebt haben. Die Gesellschaftsstruktur, in der wir Mitteleuropäer leben, hält viele solcher Schreckensszenarien von uns fern. Aber vor seelischen Grausamkeiten und tiefen Verletzungen auf der Beziehungsebene sind auch wir nicht gefeit.
Zudem sind unsere westlichen Gesellschaften im Wandel. In den Nachrichten können wir Bilder über eine zunehmende Verrohung unserer Gesellschaft feststellen. Letzte Woche gab es Bilder aus Frankreich und aus Deutschland - unseren unmittelbaren Nachbarn - die wirkliche Angst einflößten. Wer verursacht so großes Leid? Fast immer sind es sind Gewaltakte in jeder Form: körperlich, seelisch, sexuell und strukturell. Oft Folge von Entscheidungen größenwahnsinniger Diktatoren oder wahnwitziger Autokraten, die ihre Völker in Kriege drängen. Aber auch Naturkatastrophen und ihre sozialen Folgen, unheilbare Krankheiten oder verantwortungslose Handlungen erwachsener Egoisten an Kindern und Jugendlichen gehören zu den Ursachen.
Sie alle bringen Opfer hervor deren Seelen keine Ruhe mehr finden können. Gerade diese geschundenen Menschen besitzen aber an den wunden Stellen ihrer Seele genau jene Rezeptoren, die die Botschaft Gottes direkt durchlassen. Die Botschaft: "Kommt zu mir, ich will euch erquicken." Sie richtet sich direkt an sie. Und sie kommt direkt an.
Warum aber soll den Klugen und Weisen die Botschaft von der lebendig machenden Heilkraft verborgen bleiben? Ist Verstand etwas Schlechtes?
Fast alle Menschen verspüren oft eine unerklärliche innere Sehnsucht nach Ganzheit. Ihre Seele ist unruhig, sie sucht den fehlenden Teil. Jene, die sich dieser Unruhe stellen und ihr nachgehen finden oft im Glauben, im Gebet, in der Meditation oder im gläubigen Tun eine Möglichkeit Seelenfrieden zu erfahren.
Anderen ergeht es wie Adam. Sie handeln auf Basis der Logik und wandeln so von einem scheinbaren Frieden zum nächsten. Adam wurde erst, nachdem er vom Baum der Erkenntnis gegessen hatte, seine Nacktheit bewusst. Die Früchte dieses Baumes der Erkenntnis brachten ihm ein vergleichendes Wissen, duales Denken. Bis zum heutigen Tag verwenden wir diese Wahrnehmungsmethode.
Unser Verstand ist grundsätzlich eine wunderbare Sache. Er hilft uns unser Leben zu ordnen. Uns in dieser Welt zurechtzufinden und alles zu organisieren, was unser biologisches Überleben garantiert. Aber er gaukelt uns auch vor, die einzige Instanz zu sein, die unsere Bedürfnisse befriedigen kann. Als dualistisches Wahrnehmungssystem, das nach dem Schema des Vergleiches arbeitet, kann er jedoch auf die großen Lebensfragen keine Antwort geben. Wer Fragen nach dem Sinn mit dieser Methode erklären will, erleidet Schiffbruch.
Adam fand Lösungen, seine Nacktheit zu bedecken. Das schafft der Verstand. Aber die paradiesische Freiheit, seine Nacktheit nicht als Blöße empfinden zu müssen, blieb aus. Die Sehnsucht nach diesem paradiesischen Urzustand fühlen wir Menschen bis heute.
Für uns Christen hat Jesus, der neue Adam, durch sein lebendiges Vorbild einen neuen Weg vorgezeichnet. Er führt uns wieder hin zum Baum des Lebens mit seinen lebendig machenden Früchten. Seine Gebote der Gottes-, Eigen- und Nächstenliebe, sind die leichte Last und das sanfte Joch, das wir dafür auf uns nehmen müssen. Doch wer dieses Joch auf sich nimmt, erntet Güte, Demut und Seelenruhe.
© Gertrude Schid, Salzburg, gertrude.schmid@a1.net
Es tut uns manchmal gut, wenn wir in den Arm genommen werden und uns jemand sein Mitgefühl spüren lässt. Gott lässt uns wissen, dass er uns nahe ist und mit uns fühlt. Durch Menschen, die uns das Heil Gottes spüren lassen, können wir dies auch spüren. Dies die Menschen erfahren zu lassen, ist auch unser Auftrag.
Wenn es uns schlecht geht, freuen wir uns, wenn da jemand ist, der uns in den Arm nimmt oder auf welche Weise auch immer sein Mitgefühl deutlich macht. In der letzten Zeit der Pandemie durften wir das verstärkt spüren, wie Menschen ausdrückten, dass ihnen die Not ihrer Nachbarn nicht egal ist. Überall gab es breite Wellen der Solidarität mit Menschen in den verschiedensten Lebenslagen. Und diese Solidarität funktionierte selbst dann, wenn sich die Menschen nicht richtig begegnen konnten, nur auf Abstand. Ein Sprichwort sagt: “Geteiltes Leid ist halbes Leid”, und dafür muss man nicht einmal im selben Raum sein.
Unser Gott macht es genauso. Selbst wenn wir seine Gegenwart nicht sehen oder anfassen können, ist er da und lebt Solidarität mit seiner Schöpfung. So hörten wir es einmal mehr heute im Evangelium. Jesus wendet sich zunächst wie jeder Beter an Gott den Vater und tut dies ganz und gar in der Tradition der jüdischen Spiritualität, wie es im jüdischen Synagogengebet oder Privatgebet üblich war. Dann aber wechselt Jesus die Perspektive. Aus dem Gegenüber eines Beters wird der Sohn Gottes, eine einzige Gottheit mit Gott dem Vater: "Niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn." Und Jesus macht seiner Zuhörerschaft deutlich: Alles Heil, was ihr durch mich erfahren habt, vielleicht sogar am eigenen Körper, ist Heil Gottes.
Die Solidarität mit dem leidenden Menschen, die Jesus zu allen Zeiten seines Wirkens an den Tag gelegt hat, ist mehr als zwischenmenschliches Mitgefühl oder Empathie - es ist die Solidarität Gottes mit seiner Schöpfung. Wenn Gott den Weg von uns Menschen mitgeht, dann heißt das nicht, dass das Leben völlig easy, so ganz einfach daherkommen wird. Wäre das das Versprechen Gottes, wäre das Leiden und Sterben des Gottessohnes völlig sinnlos gewesen. Nein, wenn Gott mit uns Menschen durchs Leben geht, dann ist sein Versprechen, dass hinter allem Schwerem, hinter allem unabwendbaren, aber auch hinter allem sinnlosen Leiden noch mehr steht. Gott wendet sich in Jesus Christus in Demut und Liebe dem Menschen zu und macht uns deutlich: Du schaffst das, du kannst das Leben bestehen! Da ist einer, der das vorgemacht, der das schwerste Joch des Lebens auf sich genommen hat: den freiwilligen Tod.
Aber das war nicht alles, denn Gott will nicht den Untergang des Menschen, sondern sein Leben in Fülle. Darum ist Jesus von den Toten auferstanden und nimmt uns auf diesen Weg mit. Paulus fasst das in eine seiner Kurzformeln des Glaubens, die wir heute in der Lesung aus dem Brief an die Gemeinde in Rom gehört haben: "Wenn aber der Geist dessen in euch wohnt, der Jesus von den Toten auferweckt hat, dann wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen, durch seinen Geist, der in euch wohnt". Wenn Gott also den Weg von uns Menschen mitgeht, dann tut er das nicht als fixe Idee, sondern ganz real - in der Person des Sohnes, der noch immer wieder unter uns weilt unter den Gestalten von Brot und Wein.
Gott verspricht nicht das Paradies auf Erden, wenn wir mit ihm sind und er mit uns. Das wäre auch widersinnig, ist doch die Schöpfung mit allem darin gezeichnet von menschlicher Begrenztheit und menschlicher Unzulänglichkeit. So können wir das Paradies auf Erden weder erhoffen noch darauf warten. Stattdessen aber sind wir eingeladen und aufgerufen, alles daran zu setzen, dass diese Erde einen Vorgeschmack des Paradieses bietet - nicht ganz generell, das wird kaum klappen, aber immer wieder punktuell, und dafür deutlich. Jede und jeder, der in Gottes Schöpfung ist, soll sich dafür einsetzen, soll dieses Joch auf sich nehmen und mitmachen.
Das beginnt ja bekanntlich im ganz Kleinen - die Zeit der Pandemie hat uns das gelehrt, an wievielen Stellen man sich den Nächsten zuwenden kann, um Heil Gottes spürbar werden zu lassen. Und diese Handeln für eine Schöpfung, in der Gottes Geist wirklich spürbar ist, kann schließlich zu einer Lebenshaltung werden. Was immer jede und jeder sich letztendlich vornimmt: Es ist oftmals Denken, Reden und Handeln, das im besten Sinn des Wortes alternativ ist, weil es nur zu oft gegen das geht, was die Mehrheit macht. Genau das hilft, dieser Erde Züge des Himmels zu verleihen.
Wenn wir so am Himmel auf Erden mitmachen, können wir sicher sein, dass Gott mit uns ist. Er ist dann nicht ein fremder Gott, ein Gott, der Opfer annimmt und sich dann wieder aus dem Leben seiner Schöpfung zurückzieht. Nein, er ist und bleibt Gott-mit-uns, auch dann wenn es schwierig wird.
Die Frage ist: Können wir das glauben, können wir das annehmen? Hat das eine existentielle Bedeutung für unser Leben? Für unser Leben aus dem Glauben? Oder hören wir die Worte hier in der Kirche an, messen ihnen keine Bedeutung zu und halten uns nach dem Gottesdienst lieber an Äußerlichkeiten auf, die wir in der Kirche erlebt haben. - Schauen wir hin: Wer wie der Ochse auf dem Feld ein Joch auf sich nehmen will, muss zu allererst eines machen: still stehen und den Kopf beugen. Und wer das leichte Joch Jesu auf sich nehmen will, braucht neben der Haltung der Demut auch noch die Haltung der Sanftmut, wie der protestantische Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer darauf verwiesen hat. Das gilt für jeden und jede, der diese Worte der Heiligen Schrift in der Kirche hier hört, aber das gilt natürlich ganz genauso auch für jeden, der diese Worte der Heiligen Schrift verkündet.
Das Evangelium dieses Sonntags ist ein Versprechen: Mit Gott an unserer Seite können wir das Leben wagen, das er mit uns geht. Aber dieses Evangelium ist auch ein Aufruf: Weil der Gott Jesu Christi an unserer Seite ist, sollen wir dieses Leben wagen.
Wo Menschen sich unter die Herrschaft der Tora, bzw. des Messias stellen blüht die Hoffnung auf neue Herrschaftsverhältnisse in der Gesellschaft. Sie kann neue Formen des Zusammenlebens hervorbringen. - Herrschaft ohne Herrschaft nach Bildern von Sacharja 9,9-10 und Matthäus 11,25-30.
Die Seligpreisung Jesu der "Unmündigen" und seine Rede vom Joch, das nicht drückt sind zu verstehen vor seinen Auseinandersetzungen mit den Weisen und Klugen, die ihn und seine Botschaft ablehnen. Wer wie er in Einklang mit Gott ist, wird die Last der Liebe tragen können und Ruhe finden.
Jesus stellt mit seiner Seligpreisung der Unmündigen die Welt auf den Kopf. Er entlarvt die Weisen und Klugen als Besserwisser und lädt alle, die Lasten zu tragen haben, in sein neues Gottesverhältnis einzureten. Darin werden sie Ruhe finden.
Jeder hat Lasten zu tragen. Sie können sehr unterschiedlich sein. Was bedeutet es vor diesem Hintergrund, wenn Jesus einlädt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!“? Inwiefern werden unsere Lebenslasten leichter?
Für das heutige Evangelium habe ich den Text der neuen Luther-Übersetzung gewählt. Das gehört sich ja auch so in diesem Lutherjahr und kurz nach dem Evangelischen Kirchentag. Ich kann nur allen empfehlen, sich diese neue Lutherübersetzungen einmal anzuschauen mit ihren kraftvollen Ausdrücken, die Luther manchmal sehr frei formuliert hat, weil der den Leuten aufs Maul geschaut hat. Viele sind längst zu Sprichwörtern geworden, wie etwa „Der Mensch denkt – Gott lenkt“. Manche dieser Übersetzungen sind heute auch unverständlich oder bringen uns einfach zum Lachen. So habe ich losgebrüllt, als ich neulich den Psalm 12 in der Lutherbibel las: Er beginnt mit dem Ruf: „Hilf, Herr, die Heiligen haben abgenommen...“. Martin Luther hat in seinem Leben immer mehr zugenommen, vor allem, seit er seine Käthe geheiratet hatte. Und in den Nachrichten würde es natürlich heißen: „Die Zahl der Heiligen hat abgenommen.“ Die (katholische) Einheitsübersetzung, die letztes Jahr auch neu herausgegeben wurde, und gerade die Psalmen sehr schön formuliert, schreibt im Psalm 12, Vers 1: „Hilf doch Herr, der Fromme ist am Ende!“
Wir sehen daran: Das Übersetzen ist eine große Kunst: Üb ersetzen! Üb, das was im vorderasiatischen Raum auf aramäisch oder meist auf Griechisch erzählt und geschrieben wurde, so auszudrücken, dass es für Menschen von heute eingängig wird. Daher ist es auf jeden Fall ein Gewinn, in der Lutherbibel und auch in der Einheitsübersetzung zu lesen.
Nach diesem Werbeblock zu unserem Evangeliumstext:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!“ –
Eine Arbeit, die mühselig ist, macht nicht besondern Spaß, ist eher fade, langweilig. In der Einheitsübersetzung heißt es: „die ihr euch plagt“, schwertut. Wenn in meinem Arbeitszeugnis steht, „...er hat sich immer bemüht, seine Aufgaben zu erfüllen...“, heißt das eigentlich: Er blickt es nicht, er taugt nichts.
Jesus ruft alle die zu sich, die nicht so fit sind , die sie schwer tun mit ihren Aufgaben, mit denen sie beladen sind: Von anderen, vom Arbeitgeber, vom Vorgesetzten. Wir hören von maximaler Auslastung, ja von Überlastung etwa auch des Pflegepersonals in Krankenhäusern und Pflegeheimen, und wir alle kennen den Druck, wenn uns immer wieder schon der nächste Termin im Nacken sitzt. Aber es gibt auch Schuldenlasten und sozial ungleich verteilte Lasten in unserer Gesellschaft, in der Menschen um ihr Überleben und ihre Existenz bangen, weil sie zum Beispiel von Arbeitslosigkeit oder Altersarmut betroffen sind, während andere sich über ein gesichertes Leben freuen können. Manchmal lädt man sich auch selbst Aufgaben und Funktionen auf, die einem zu viel sind, mit denen man überfordert ist.
Zu all diese Menschen sagt Jesus: „Kommet alle zu mir!“ Jesus kann sicher nicht für alle eine andere Lösung finden, eine leichtere Aufgabe. Und doch will er uns „erquicken“. „Denn ich bis sanftmütig und von Herzen demütig: So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele“.
Jesus sagt auch: „Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir...“. Es ist tatsächlich so: Jeder muss sein Päckle tragen. Aber dieses Päckle kann leichter oder schwerer sein. Darauf habe ich auch selbst Einfluss: Bei allem was mich drückt, kann ich fragen: Ist das wirklich mein Problem, z.B. wenn meine Tochter eine neue Wohnung mietet, die fürchterlich teuer ist? Die ist doch selber groß! Und meine eigenen Probleme nehme ich vielleicht auch zu wichtig.
Ich war einmal eine Zeitlang beim Psychotherapeuten, und eine seiner Standardfragen war: Was kann Ihnen denn schlimmstenfalls passieren? Da wusste ich dann öfter nicht, was ich sagen sollte. Unsere Ängste werden oft bodenlos. Vor meiner Gehirnoperation gegen meine epileptischen Anfälle hat mir der Stationsarzt alles vorgelesen, was möglicherweise passieren konnte. Das mit der halbseitigen Lähmung und dem Hirntod wusste ich ja, aber da war auch die Rede von eingeschränkter Sicht und dass möglicherweise Nervenbahnen durchtrennt werden. „Ach, Herr Lohmiller, etwas Schlimmeres als halbseitige Lähmung oder Hirntod kann Ihnen doch gar nicht passieren.“. Da habe ich mir dann gesagt: Wenn das stimmt, was ich seit 44 Jahren glaube, kann ich nur in Gottes Hand fallen.“
Wenn ich Ihm alles überlasse, kommen mir auch neue Gedanken, neue Ideen. Als mir einmal gekündigt wurde, spürte ich plötzlich neue Kräfte, neue Energie in mir. Ich wollte kämpfen! Und mir fielen auch Menschen ein, an die ich mich wenden kann, zum Beispiel der Betriebsrat.
Dies alles sind Wege, wie mein Joch leichter werden kann. Jesus legt es mir nicht auf, sondern hilft mir, es zu tragen, mein eigenes Päckle, das ich brauche, um sinnvoll leben zu können, Familie, Beruf zu bewältigen: das, was mir wichtig ist, was mir Freude macht.
Und so passt auch hier die Lutherübersetzung, über die ich mich so amüsiert habe: „Die Heiligen haben abgenommen“: Wir alle gehören ja zur Gemeinschaft der Heiligen, wie es im Glaubensbekenntnis heißt. Und durch Jesu Hilfe ist unser Joch leichter geworden.
© Gastautor Wolfgang Lohmiller, D-88348 Bad Saulgau, wolf.lohmiller@t-online.de
Lieder:
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt das All
GL 351: Komm, Schöpfer Geist
GL 361: Mein schönste Zier und Kleinod bist
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 382: Ein Danklied sei dem Herrn (3. bis 5. Str.)
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 416: Was Gott tut, das ist wohlgetan (3. und 4. Str.)
GL 417: Stimme, die Stein zerbricht, kommt mir im Finstern nah
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 437: Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht
GL 440: Hilf, Herr meines Lebens
GL 452: Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen
GL 464: Gott liebt diese Welt
GL 467: Erfreue dich, Himmel,erfreue dich Erde
GL 474: Wenn wir das Leben teilen
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 489: Lass uns loben, freudig loben
GL Ö861:Anbetung, Dank und Ehre
GL Ö862: Halleluja...
GL Ö866: Ein Danklied sei dem Herrn
GL Ö891: All meine Quellen entspringen in dir
GL Ö892: Meine Seele ist stille in dir
GL Ö897: Von guten Mächten wunderbar geborgen
GL Ö907: Meine Zeit steht in deinen Händen
GL Ö919: Vater, ich will dich preisen
Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt - Mit Psalm 23 - VI.
GL 38: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Ps 27 - IV.
GL 76: Der Herr ist nahe allen, die ihn rufen - Mit Psalm 145 - I.
GL 263: Seht, unser König kommt; er bringt seinem Volk den Frieden. - Mit Psalm 23 (GL 37,2) - VI.
GL 633,3-4: Hebt euch, ihr Tore, hebt euch, ihr Tore! Unser König kommt. - VII.
In den Medien werden uns tagtäglich die Großen und Bedeutenden vor Augen geführt. Wir bewundern sie und vielen eifern ihnen nach. Als Kleine und meist Bedeutungslose sind wir meist froh, wenn es uns einigermaßen gut geht. Alle, denen es weniger gut geht und die unter der Last ihres Lebens leiden, werden in dieser Wertordnung leicht übersehen oder kommen gar unter die Räder.
Vor Gott sind wir alle gleich bedeutend und gleich von ihm geliebt. Jesus wandte sich vor allem den Unbedeutenden am Rand der Gesellschaft zu. Sie hat er sogar seliggepriesen und ihnen das Himmelreich zugesagt.
Treten wir vor ihn hin und bitten wir ihn, dass er auch auf uns wohlwollend schaut und sich uns zuwendet.
Poetische Worte können mehr als die Alltagssprache. Den, den sie erreichen, eröffnen sie eine Welt voll Sinnlichkeit und führen in eine Weite des Lebens, die vorher so nicht vorstellbar war.
Dass die biblischen Erzählungen voll Poesie sind, ist bekannt. Auch das heutige Evangelium ist geprägt von poetischen Worten, deren Fülle bewusst gemacht werden sollen.
Gott ist kein distanziertes Gegenüber, Gott ist mit uns. Im Wirken seines Sohnes ist die Brücke zum Vater gebaut, die nie einstürzen wird. Die Beziehung Gottes zu den Menschen und die Beziehung von uns Menschen zu unserem Gott kann eine Herausforderung sein - wir hören heute davon.
Kommt, atmet auf, Ihr sollt leben.
Ihr müsst nicht mehr verzweifeln,
nicht länger mutlos sein.
Gott hat uns seinen Sohn gegeben.
Mit ihm kehrt neues Leben bei uns ein.
Ihr, die Ihr seit langem nach dem Leben jagt,
und bisher vergeblich Antworten erfragt.
Hört die gute Nachricht, dass Euch Christus liebt,
dass er Eurem Leben Sinn und Hoffnung gibt.
Ihr seid eingeladen, Gott liebt alle gleich.
Er trennt nicht nach Farben,
nicht nach arm und reich.
Er fragt nicht nach Rasse, Herkunft und Geschlecht.
Jeder Mensch darf kommen, Gott spricht ihn gerecht.
Noch ist nichts verloren, noch ist Rettung nah.
Noch ist Gottes Liebe für uns Menschen da.
Noch wird Leben finden, wer an Jesus glaubt.
Noch ist angenommen wer IHM fest vertraut.
Text und Melodie: Peter Strauch (1993)
Ihn grüßen wir jetzt in unserer Mitte und bitten um sein Erbarmen:
Herr, Jesus Christus,
du hast jenen, die sich in ihrem Leben abmühen und schwere Lasten zu tragen haben, die Frohe Botschaft vom Reich Gottes verkündet.
Herr, erbarme dich.
Du warst aufs Innigste mit deinem himmlischen Vater verbunden und hast auch uns seine Liebe geoffenbart.
Christus, erbarme dich.
Bei dir finden wir Ruhe für unsere Seele und Heimat in deinem Reich.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Du preist den Vater.
Herr, erbarme Dich.
Du offenbarst Dich uns.
Christus, erbarme Dich.
Du schenkst uns Deinen Beistand.
Herr, erbarme Dich.
Herr Jesus Christus,
du bist zugleich Geheimnis und Offenbarung unsere Gottes.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du zeigst uns den Vater,
der mit uns das Schwere und das Leichte des Lebens trägt.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
in der Kraft des Heiligen Geistes bist du in der Schöpfung
zu allen Zeiten und über das Ende hinaus.
Herr, erbarme dich.
Der gütige Gott erbarme sich unser,
er mache unseren Gang aufrecht und unsere Herzen leicht,
er nehme von uns das Joch der Sünde und der Schuld,
er schenke uns Versöhnung und Frieden.
Barmherziger Gott,
durch die Erniedrigung deines Sohnes
hast du die gefallene Menschheit
wieder aufgerichtet
und aus der Knechtschaft der Sünde befreit.
Erfülle uns mit Freude über die Erlösung
und führe uns zur ewigen Seligkeit.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
steh deinen Dienern bei
und erweise allen, die zu dir rufen,
Tag für Tag deine Liebe.
Du bist unser Schöpfer
und der Lenker unseres Lebens.
Erneuere deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen,
und erhalte, was du erneuert hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 18. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Gott, unser Vater.
Du gibst dich uns Menschen zu erkennen
im Schicksal Jesu von Nazaret
Als er von allen verlassen war,
hast du ihn durch Leiden und Tod
hindurchgeführt zum Leben.
Laß uns glauben und vertrauen,
daß auch wir in aller Bedrängnis und Not
unterwegs sind zu dir
mit unserem Herrn Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Auswahl 30
Gott.
In Jesus von Nazareth hast du der Welt
den neuen Menschen gegeben.
Wir danken dir,
dass wir ihn kennen dürfen;
dass sein Wort und Beispiel
in dieser Stunde unter uns lebendig werden.
Öffne uns für seine Gegenwart.
Rühre uns an mit seinem Geist.
Mach durch ihn auch uns zu neuen Menschen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 29
Gütiger Gott,
du bist das Leben der Gläubigen,
der Reichtum der Armen,
die Freude der Auserwählten.
Wir sehnen uns nach deinen Verheißungen.
Stärke unsere Hoffnung
und schenke uns überreiche Erfüllung.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Mittwoch der Osterzeit
Gott und Vater,
Herr des Himmels und der Erde!
Wir kommen zu dir mit unseren Lasten —
um Ruhe zu finden für unsere Seele.
Schenke uns in dieser Feier deinen Geist,
damit wir den Weg zur ewigen Heimat finden
mit Jesus Christus, deinem Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt in Ewigkeit.
WB 14. Sonntag im Jahreskreis A
Guter Gott
dein Sohn hat uns eine Ahnung gegeben,
wie du, der Vater für uns bist.
Du hast uns versprochen, mit uns das Leben zu bestehen.
Sei du mit uns zu allen Zeiten.
Trage unser Leben mit, wenn es zu schwer wird.
Lass uns auch wissen, wie sehr wir in der Verantwortung stehen,
wenn wir es zu leicht nehmen.
So bitten wir dich, unseren Vater,
der in der Einheit mit dem Sohn und dem Heiligen Geist
lebt und liebt in alle Ewigkeit. – Amen.
Guter Gott und Vater,
in deinem Reich gelten andere Rang- und Wertordnungen, als wir in unserer Welt vorfinden.
Wir bitten dich für alle Menschen, denen deine Frohe Botschaft gilt:
Wir beten für alle, die unter dem Joch von Kriegen und Terror zu leiden haben.
Lass sie Frieden und eine menschenwürdige Zukunft finden.
Wir beten für alle, die von Reichen und Mächtigen rücksichtslos ausgebeutet werden.
Stürz die Mächtigen vom Thron und eröffne den Gedemütigten menschenwürdige Lebensbedingungen.
Wir beten für alle, die durch ihre Forschung neue Techniken und Entwicklungen ermöglichen.
Wecke in ihnen die Bereitschaft, ihre Anstrengungen in den Dienst am Wohl der ganzen Schöpfung zu stellen.
Wir beten für alle, die in Politik und Wirtschaft unsere Lebensbedingungen gestalten.
Gib ihnen Einsicht in das, was wir für eine gute Zukunft zum Wohl aller brauchen.
Wir beten für alle, die ihr Leben in dieser Welt beendet haben.
Lass sie Heimat finden in deinem himmlischen Reich.
Du, Herr, bist von Herzen demütig und weißt, was wir nötig haben.
Lass uns erkennen, dass dein Joch sanft und deine Last leicht ist,
und dass wir bei dir Rohe finden für unsere Seele. – Amen.
Jesus ist für alle Menschen offen. Für die, die sich selbst überschätzen und für die, die erkannt haben, dass sie auf seinen Beistand angewiesen sind.
Um seine Hilfe lasst uns bitten:
Um Kraft für deine Kirche, die in Demut alle Unsicherheiten über ihren zukünftigen Weg aushalten muss.
Um Vernunft und Weitsicht in Wort und Tat im öffentlichen Leben,
um das rechte Maß zwischen zivilem Ungehorsam und strikter Gesetzestreue,
um Balance zwischen den Forderungen der Minderheiten und der Macht der Mehrheit,
um weltumspannenden Frieden, den wir Menschen allein nicht schaffen.
Um Zeit und Raum für alle, für die persönlicher Glaube und Religion mehr bedeuten als nur Rahmen für ihre Lebensfeste.
Um Herz und Hirn für unser eigenes Handeln in den vielen Alltagssituationen, in denen wir andern helfen können, ihre Lebenslast zu tragen.
Um Hoffnung und Vertrauen in die Begleitung deines Geistes über unseren irdischen Tod hinaus für alle unsere Verstorbenen.
Durch deine Menschwerdung ist eine Zeitenwende für die Menschheit angebrochen. Du hast in Demut und Güte dein Leben unter den Willen des Vaters gestellt. Dir gilt unser Dank jetzt und bis in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
Du versprichts uns Ruhe und Erquickung.
Wir bitten Dich:
Steh allen Menschen bei, wenn sie im Leben nicht mehr weiterwissen, weil ihr Schicksal unerträglich scheint.
Steh allen Menschen bei, wenn sie den Glauben verlieren und das Vertrauen in ihre Mitmenschen und in Dich.
Steh allen Menschen bei, wenn sie an der Kirche verzweifeln, wenn sie nach neuer Gemeinschaft suchen in Dir.
Steh allen Menschen bei, wenn sie verstoßen werden von denen, die wir lieben, von der Gesellschaft, und ausgeschlossen vom gemeinsamen Leben.
Steh allen Menschen bei, die unwillkommen sind, die ausgestoßen am Rand unserer Gesellschaft leben, die darunter leiden, dass man sie wegen ihrer Andersartigkeit schmäht.
Steh allen Menschen bei, die ihre Heimat verlassen müssen, weil sie dort verfolgt werden, weil Krieg herrscht, weil der Klimawandel ihre Lebensgrundlagen zerstört.
Steh allen Menschen bei, wenn sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Mitmenschen einsetzen, und auch dann nicht nachlassen, wenn es mühsam und beschwerlich wird.
Steh allen Menschen in Krankheit, Tod und Tauer bei und lass sie nicht alleine bleiben.
Herr Jesus Christus,
Du hast uns Erquickung und Ruhe versprochen.
Lass uns nie das Vertrauen verlieren, dass Du bei uns bist. - Amen.
Gütiger Gott, du versprichst, dass das Leben mit dir gelingt.
Nicht immer können wir das so deutlich erkennen.
Daher bitten wir dich:
Wir beten für all jene Menschen, die unter den Lasten ihres Lebens zusammen zu brechen drohen.
Lass sie dein Mitgehen erleben, wenn andere an ihrer Seite das Joch tragen helfen.
Wir beten für all jene Menschen, die sich nichts zutrauen, die vor allen Ansprüchen und Herausforderungen resignieren.
Lass sie erkennen, was sie können, und ermutige sie, das auch zu tun.
Wir beten für all jene Menschen, die meinen, ganz allein auf sich selbst gestellt zu sein und die niemandem trauen - nicht einmal dir.
Schenke ihnen die Erfahrung, dass du auch dann da bist, wenn wir das nicht glauben können.
Wir beten für all jene Menschen, die nie zur Ruhe finden und sich beständig über ihre Grenzen hinaus verausgaben.
Lass sie wissen, dass du das Ziel unseres Lebens bist und wir uns die Erlösung nicht selbst bereiten können.
Wir beten für all jene Menschen, die ihren irdischen Weg vollendet und jedes Joch ihres Lebens endgültig abgelegt haben.
Schenke du ihnen Ruhe und Frieden in deinem Reich.
Guter Gott, auf dich vertrauen wir, auf dich setzen wir, weil dich, den verborgenen Vater, der Sohn in seinem Taten und Worten geoffenbart hat.
Dir sei Lob und Preis - heute und in alle Ewigkeit. – Amen.
In jedem Gottesdienst sind wir eingeladen zu Gott und zu uns selbst zu finden.
An ihn, unseren Vater, wenden wir uns mit unseren Bitten:
Für eine Kirche, in der sich alle auch noch so unterschiedlichen Menschen beheimatet fühlen können.
Für eine Welt, in der auch den Schwächsten vermittelt wird, welchen Wert sie haben und wie wir einander bereichern können.
Für alle, die sich für gesellschaftlich wesentliche Anliegen in friedvoller und gewaltloser Weise engagieren.
Für alle Menschen, die in den kommenden Ferien- und Urlaubswochen Erholung und einen weiten Blick auf ihr Leben suchen.
Für unsere Verstorbenen, für die wir nach allen Mühen ihres Lebens deine Nähe und Güte erhoffen.
Vater!
Du schenkst uns deinen Geist, durch den wir erfahren dürfen, wie unser Leben und das unserer Mitmenschen aufblühen kann.
Dich, Gott der Liebe und Güte, preisen wir jetzt und allezeit. - Amen.
Herr,
zu deiner Ehre feiern wir dieses Opfer.
Es befreie uns vom Bösen
und helfe uns,
Tag für Tag das neue Leben sichtbar zu machen,
das wir von dir empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
du bist der Ursprung aller Dinge.
Du gibst uns Speise und Trank
als Hilfe für das irdische Leben.
Nimm entgegen,
was du uns in die Hände gelegt hast,
und erfülle diese Gaben mit göttlicher Kraft,
damit sie uns das ewige Leben schenken.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Dienstag in der 1. Woche der Fastenzeit
Die Bittmesse
Barmherziger Gott
du selbst deckst uns den Tisch
und lässt uns zusammen kommen,
um deine bergende Nähe spüren.
Lass uns in der Gegenwart deines Sohnes im Sakrament des Altares
die Gegenwart unseres verborgenen Gottes erahnen.
Dafür wollen wir dir jetzt in dieser Feier Dank sagen
durch ihn, Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn ewig währt seine Liebe. (GL 444)
Guter und barmherziger Gott,
wir haben uns versammelt,
um Dir unseren Dank und Lobpreis darzubringen.
Denn du bist ein menschenfreundlicher Gott bist,
der auf den Notschrei der Kleinen und Unterdrückten hört.
Kehrvers
Durch deine Propheten hast du soziale Gerechtigkeit eingemahnt
und allen Völkern Frieden verheißen.
Du hast dich auf die Seite der Schwachen gestellt
und du wirst die Gewalttätigen zur Rechenschaft ziehen.
Kehrvers
Jesus von Nazareth hast du gesandt,
um allen Völkern Frieden zu bringen.
Den Unmündigen hat er sich als Messias geoffenbart,
dessen Joch nicht drückt und dessen Last leicht ist.
Alle, die schwere Lasten zu tragen haben,
lässt er bei sich ausruhen
und verschafft ihnen Frieden.
Er ist gütig und von Herzen demütig.
Wer von ihm lernt, findet Ruhe für seine Seele.
Allen, die auf Jesus hören, hast Du deinen heiligen Geist gesandt.
Er wohnt in unseren Herzen und erweckt uns zu neuem Leben.
Jetzt schon gibt er uns die Kraft,
die Neigung zum Bösen in uns zu überwinden
und als deine Töchter und Söhne zu leben.
Darum loben und preisen wir dich
und singen wir mit allen Engeln und Heiligen dein Lob:
Danklied, z. B. Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
oder: Nun danke alle Gott mit Herzen Mund und Händen (GL 405)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Wir danken dir, heiliger, starker Gott.
Du lenkst die Geschicke der Welt
und sorgst für jeden Menschen.
Du versammelst uns zu einer Gemeinschaft,
damit wir alle dein Wort hören
und deinem Sohn im Glauben folgen.
Er ist der Weg - auf diesem Weg gelangen wir zu dir;
er ist die Wahrheit - sie allein macht uns frei;
er ist das Leben und erfüllt uns mit Freude.
Darum danken wir dir, Vater, für deine Liebe,
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Wir stimmen ein in den Gesang der Engel
und bekennen zum Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 2
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
Erholungsbedürftig
ausgelaugt und müde
ohne Luft und ohne Lust
sind wir manchmal
„Komm“ sagt Jesus
„Komm zu mir“ -
du wirst Ruhe finden
und neue Kraft
und neuen Atem
du darfst auf – atmen
Wir wollen der Einladung folgen:
Ruhe suchen
und Frieden finden
für Leib und Seele.
Herr,
du hast uns mit reichen Gaben beschenkt.
Lass uns in der Danksagung verharren
und einst die Fülle des Heils erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
du hast uns gesättigt mit der Speise,
die du allein zu geben hast.
Laß uns von ihr leben und uns freuen
an deiner Huld und Gnade,
und laß unsere Freude fruchtbar werden in guten Taten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 2
Allmächtiger Gott,
in dieser Feier hast du uns
an deinem göttlichen Leben Anteil geschenkt.
Laß uns niemals von dir getrennt werden,
sondern bewahre uns in deiner Liebe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Schlussgebete zur Auswahl 15
Allmächtiger Gott,
du hast uns zusammengerufen
und mit dem Wort vom Heil und dem Brot des Lebens gestärkt.
Nun gehen wir hinaus, um das Leben zu meistern,
das du uns aufträgst.
Sei du mit uns - heute, an allen Tagen unseres Leben - bis in Ewigkeit. – Amen.
Seid gesegnet
in all eurem Ringen und Aufbegehren
in all eurer Sehnsucht und Hoffnung
in all eurer Verzweiflung und Angst.
Seid gesegnet
jeden Tag neu
in eurer Einmaligkeit und Stärke
in eurer Einzigartigkeit und Schwäche. -
Und so segne euch...
(Nach: Pierre Stutz / schott.de)
243. Der vierte Punkt dieses Programms für ein christliches Leben – nach dem Glauben, der den liebevollen Ratschluss des Vaters betrachtet, der Liebe, die uns zu dem einen Leib der Kirche vereint, und der Hoffnung, die unser Handeln in der Welt trägt – ist das Gebet. Der Gesang Mariens begleitet unser Tun. Als sie Elisabet begegnet, die ihr zuruft, dass sie die Mutter des Herrn geworden ist, bricht Maria in einen Lob- und Freudengesang aus. Ihre Seele preist den Herrn, und ihr Geist jubelt über Gott, ihren Retter, denn er hat eine arme und demütige junge Frau für seinen Heilsplan erwählt. Plötzlich sieht Maria die gesamte Geschichte von dieser Erkenntnis her. Um sie herum hat sich nichts verändert; die gesellschaftspolitische Lage ihrer Zeit bleibt dieselbe, die Römer beherrschen ihr Land und ihr geteiltes und gedemütigtes Volk. Doch in ihr hat sich alles verändert, und dies ermöglicht es ihr, das Unsichtbare zu sehen. Gott hat bereits die Macht seines Arms gezeigt; er hat bereits die Hochmütigen zerstreut, die Mächtigen gestürzt, die Niedrigen erhöht, die Hungernden mit guten Gaben beschenkt und die Reichen leer ausgehen lassen. Er hat sich Israels, seines Knechts, bereits angenommen. Gott »stellt sich auf die Seite der Letzten, der Geringsten. Sein Plan ist oft hinter dem undurchsichtigen Bereich der menschlichen Angelegenheiten verborgen, in denen „die Hochmütigen, Mächtigen und Reichen“ zu triumphieren scheinen. Doch die geheimnisvolle Kraft des göttlichen Heilsplanes ist dazu bestimmt, schließlich enthüllt zu werden.«
244. Die Jungfrau Maria lehrt uns nicht bloß, Gottes unsichtbares Wirken zu erkennen, sondern lenkt auch unseren Blick »auf die Bruchstellen der Menschheit […], wo die Entstellung der Welt erfolgt, in der Gegenüberstellung zwischen Niedrigen und Mächtigen, zwischen Armen und Reichen, zwischen Satten und Hungernden«, und lehrt uns, »einen anderen Blickwinkel einzunehmen, um die Welt von unten aus zu betrachten, mit den Augen derer, die leiden, nicht mit der Sichtweise der Mächtigen; um die Geschichte mit den Augen der Kleinen zu betrachten und nicht aus der Perspektive der Einflussreichen; um die Ereignisse der Geschichte aus der Sicht der Witwe, des Waisenkindes, des Fremden, des verletzten Kindes, des Verbannten, des Flüchtlings zu verstehen«. So wird die Jungfrau zur »Poetin und Prophetin der Erlösung«, denn aus ihrem Munde kommt »die kraftvollste und wegweisendste Hymne, die je gesungen wurde: das Magnifikat; sie ist es, die die transformierende Absicht des christlichen Heilsplans offenbart. Das, was sich historisch und sozial daraus ergeben hat, hat seinen bleibenden Ursprung im Christentum und bezieht bis heute seine Kraft aus ihm«.
245. Durchwirken wir mit demselben Glauben wie Maria unsere Welt mit Hoffnung und teilen wir das, was wir sind und was wir haben, damit Jesu Gegenwart unter uns wächst und sein Reich Gestalt annimmt. In der demütigen Treue des Alltags kann auch das Zeitalter der KI zu einer Zeit werden, in der der Heilige Geist die Zivilisation der Liebe in unserem Leben zur Reife bringt. Der Herr macht weiterhin alles neu und hält jeder Epoche die Möglichkeit offen, im Licht der Menschwerdung zu einer Geschichte des Heils zu werden. Ich vertraue diesen Wunsch der Mutter Christi an, der Frau des Magnifikat, auf dass sie unsere Schritte in dieser sich wandelnden Gegenwart begleite und in jedem von uns das Vertrauen in das Evangelium bewahre, damit wir Zeugnis geben können von der Schönheit einer großartigen Menschheit, in der Gott gegenwärtig ist.
Papst Leo XIV. in der Magnifica Humanitas
Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 15. Mai des Jahres 2026.
Eine KPÖ-Bürgermeisterin stellte sich der Wiederwahl. Gibt es da heftige ideologische Gefechte im Vorfeld? Eine Abrechnung aller Parteien mit dem Kommunismus? Fehlanzeige! Der Wahlkampf in Graz ist geradezu sanft dahingeplätschert, ohne große Themen, ohne Aufreger. Und vor allem: Ohne nennenswerte Bezugnahme darauf, dass Graz in der westlichen Welt fast einzigartige Hochburg der kommunistischen Partei ist.
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Martin Fritzl am 28.6.2026 auf diepresse.com
https://www.diepresse.com/33468878/kommunistische-regierung-ohne-kommunismus
ist eine US-amerikanische Daily Soap, die seit dem 23. März 1987 auf dem US-Sender CBS ausgestrahlt wird und von William J. Bell und Lee Phillip Bell entwickelt wurde.
In der Hochphase ihrer Popularität in den 1990er Jahren war die Serie neben Dallas und Baywatch mit geschätzten 450 Mio. Zuschauern eine der meistgesehenen Serien der Welt und lief in über 100 Ländern. Diese Zahlen sind inzwischen deutlich gesunken, dennoch gilt die Serie nach mehr als 9700 Folgen als eine der erfolgreichsten Soaps der Welt. Bei den Fernseh-Oscars, den Daytime Emmy Awards, wurde Reich und Schön 2009, 2010 und 2011 als Beste Serie ausgezeichnet.
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Wikipedia
Der Tech-Milliardär Peter Thiel ist fasziniert von der Idee eines "Anti-Christen". Im August hielt er dazu vier Vorträge im kleinsten Kreis an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Warum die Geheimnistuerei?
Es war keiner der üblichen Seniorenstudenten, der am 19. August dieses Jahres an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Innsbruck für ein zweitägiges Seminar eincheckte. Peter Thiel, 57, ist Tech-Milliardär und einer der einflussreichsten Geld- und Stichwortgeber der neuen, extremen Rechten in den USA. Er gilt als Erfinder von US-Vizepräsident J.D. Vance, Donald Trumps Kronprinzen.
Mit im Gepäck hatte Thiel vier Vorträge, die er im kleinen Kreis halten und diskutieren wollte. Jeweils vier mal vier Stunden waren vorgesehen, dazwischen Kaffee und Kuchen, rund zwanzig Theologen waren eingeladen. All das war vertraulich.
Was Thiel vorhatte, war quasi eine Generalprobe und Prüfung zugleich. Seit geraumer Zeit beschäftigt sich Thiel nicht nur mit Tech, sondern auch mit Theologie. Er versucht Christentum, Tech und Apokalypse zusammenzudenken. Dafür hatte er eine eigene Vortragsreihe entwickelt: "Der Anti-Christ. Eine vierteilige Vorlesung". Anfang September referierte er seine kruden Thesen etwa in San Francisco. Das Event, veranstaltet von einer konservativ-christlichen Initiative, war binnen kürzester Zeit ausverkauft, das mediale Interesse groß.
Würden seine Denkansätze vor den Tiroler Theologen standhalten? Wo müsste er nachschärfen, wo Widerspruch erwarten?
Barbara Tóth auf falter.at/maily
Innsbrucker Theologe im "Standard": Absage der Veranstaltung mit Peter Thiel ist vertane Chance zum Dialog und zum Verstehen - Kritiker verkennen, wie stark in den USA theologische Argumente politisch ins Gewicht fallen.
Enttäuscht über die Festwochen-Ausladung von US-Tech-Milliardär Peter Thiel hat sich der Innsbrucker Theologe Wolfgang Palaver gezeigt. Es wäre spannend gewesen, mit Thiel über aktuelle Entwicklungen in Fragen der Künstlichen Intelligenz, des Multilateralismus und des Krieges im Iran zu diskutieren - speziell angesichts der jüngsten Enzyklika "Magnifica humanitas" von Papst Leo XIV., die sich als "subtile Kritik an Thiel" lesen lasse, schrieb Palaver in einem Gastbeitrag im "Standard" (3. Juni).
katholisch.at am 3.6.2026
„Du willst, dass es Freude bereitet dich zu loben,
denn du hast uns zu dir hin geschaffen
und ruhelos ist unser Herz bis es Ruhe findet in dir".
Augustinus von Hippo
Die Texte heute machen Mut. Sacharia spricht von einem Frieden, der die ganze Welt umfassen wird, bis an die Enden der Erde. Sehnsuchtsvoll warten wir auf diesen Frieden und erkennen doch: wir werden ihn in unseren Leben nicht mehr erleben.
Jesus lädt alle ein, die mühselig und beladen sind, und verspricht Erquickung. Das gilt allerdings für die, die sein Joch auf sich nehmen. Sind die Texte also doch nicht wirklich hoffnungsvoll und mutmachend? Sind sie auf eine Zukunft gerichtet, die niemand von uns erleben kann, auf das kommende himmlische Reich? Haben sie vielleicht mit unserem Leben hier auf der Erde nicht wirklich etwas zu tun? Ist die Ruhe, die uns versprochen wird, die Friedhofsruhe?
Wenn man Menschen befragt, die sich ehrenamtlich betätigen, die Tag für Tag an der Ausgabe der Tafel stehen; die einen Besuchsdienst im Seniorenheim oder Krankenhaus machen; die ein offenes Ohr für die, die finanziell schlecht gestellt sind, haben; die Kindern beim Lesenlernen helfen; die nicht müde werden, mit Asylbewerbern von Amt zu Amt zu gehen um zu helfen; die Sommerlager für Kinder und Jugendliche organisieren; die in die Flüchtlingslager an den EU-Außengrenzen gehen; oder auf einem Seenotretterschiff und ihren Urlaub für Flüchtende opfern usw. Wenn man diese oder andere Ehrenamtler*innen befragt, warum sie das tun, warum sie sich für andere abrackern, anstatt ihr Leben, ihre Freizeit, zu genießen, dann hört man oft: „Weil es notwendig ist und ich mich schlecht fühlen würde, wenn ich nichts tun würde, damit die Welt besser wird.“ Oder: „Weil es mich glücklich macht, in dankbare Augen zu schauen und zu wissen: für diesen Menschen bin ich der Unterschied“. „Weil es gut tut, helfen zu können.“ „Weil ich morgens noch in den Spiegel schauen möchte.“ Dies ließe sich endlos fortsetzen. Anderen helfen, das ist Etwas, das glücklich machen kann, das mein Leben besser machen kann, etwas, das mich auch über mich neu nachdenken lässt, etwas, was mich zum Guten verändern kann.
Ist es vielleicht das, was gemeint ist, wenn Jesus spricht: „Ich werde Euch erquicken“? Wenn er sagt „mein Joch ist leicht?“
Und was ist mit denen, die krank sind, ein schweres Schicksal erleiden, mehr aushalten müssen als sie zu ertragen können glauben? Wo ist dann das Joch leicht? Wo ist dann die Ruhe, die Jesus verspricht? Ich glaube, sie liegt einfach darin, dass wir darauf vertrauen können, dass Gott bei uns ist, dass wir nicht alleine auf der Welt sind, dass wir nie tiefer fallen können als in Gottes Hand. Wer darauf vertraut, dessen Leid ändert sich vielleicht nicht. Aber er wird es besser ertragen können, weil er nicht alleine unterwegs ist.
Edith Furtmann
Ein junge fragt nach dem Heiligen Geist,
er kann sich darunter nichts vorstellen.
Das ist, hört er darauf, also du weißt
doch, wir haben vor Kurzem eine Collage
gemacht zum Thema, dass es in unserer
Welt und überhaupt doch viel Gutes gibt,
Helfen zum Beispiel, Freundschaft und
so, da ist doch etwas erfahrbar davon,
möcht ich mal sagen ...
Schon, aber wer ist der Heilige Geist?
Ganz einfach, also zum Beispiel die
Friedenstaube, das ist so ein Bild.
Auch mit Begeisterung hat es zu tun.
Oder nimm eine Fußballmannschaft,
da sagt man doch auch: da ist ein
guter Geist, wenn sie elf Freunde
sind. Bei Jesus waren es zwölf. Oder
auch dreizehn, ihn mitgerechnet ...
Doch was genau ist der Heilige Geist?
Hast du's noch nicht verstanden?
Also mal andersherum: Es gibt doch,
das wissen wir alle vom Fernsehn,
etwas wie Ungeist. Länder, wo echt noch
gefoltert wird und Leute verhungern ...
Okay, okay, sagt der junge, aber was oder
wer ist der Heilige Geist?
Ich find's echt gut, dass du fragst.
Also pass auf, darüber reden wir dann
ein andermal ganz ausführlich ...
Aus: Lothar Zenetti, Auf seiner Spur. Texte gläubiger Zuversicht. Matthias Grünewald Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2011.

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Sacharja, ein Visionär aus einer Priesterfamilie stammend, fasste die Botschaft der früheren Propheten zusammen und richtete den Blick auf die Ereignisse in einer fernen Zukunft. Die heutige Perikope ist dem zweiten Teil des Buches entnommen, das mit Kapitel 9 beginnt. Es geht hier um Verheißungen und Gerichtsworte aus späterer Zeit.
Der sogenannte "zweite Sacharja" hat nach dem Tod Alexanders des Großen gewirkt. Hier tauchen Heilsworte auf, die im Neuen Testament ihre Erfüllung finden. Der einstige Einzug Davids in die eroberte Jebusiterstadt findet seine Erfüllung im friedlichen Einzug Jesu in das Jerusalem des ersten Jahrhunderts. Nachdem Jerusalem seine Schuld gebüßt hat, wird sein König "für die Völker den Frieden verkünden". Selbst die Philister, die Erzfeinde Israels, werden zum Rest gehören, der unserem Gott zueigen ist, wenn sie sich von ihren heidnischen Sitten zum wahren Gott bekehrt haben, also auch das Gesetz beobachten, das den Genuss von Blut und unreinen Tieren verbietet (9,7).
Mit Kap. 9 beginnt ein neuer Abschnitt im Sacharjabuch. 9,1-8 erzählt von Rettungstaten Gottes an seinem Volk und der Vernichtung der Feinde. In 9,9-17 ist plötzlich nicht mehr Krieg, sondern der Friedenskönig im Mittelpunkt. (Es wird aber dennoch als zukünftiges Geschehen verstanden).
Der kurze Abschnitt Verse 9-10 ist dem Heroldsruf nachempfunden: der Ankündigung eines Herrschers. Der Herold ist hier aber Gott selbst.
Genannt werden die Eigenschaften des Herrschers (gerecht; ihm selbst wird geholfen; er ist "arm" und "niedrig" – er ist steht so für das arme Israel!).
Die Nennung des Esels V. 9b bezieht sich auf Gen 49,10f.
Vers 10a berichtet die Auswirkungen dieses Kommens auf die Welt: Krieg und Kriegsgerät wird abgeschafft (vgl. Gottesknecht, Jes 42)
Vers 10b zitiert Ps 72,8 auf: der endzeitliche Herrscher ist Herrscher der Welt.
Die Stelle übernimmt sowohl messianische Verheißungen wie auch Motive aus den Gottesknechtliedern. Diese Verse werden in Mt 21,5 beim Einzug Jesu in Jerusalem aufgegriffen.
Vgl. Mt 11,29 (Evang. dieses Sonntags): Jesus ist "demütig". Sein Leben ist vorbildhaft das Leben des "Armen", der alles von Gott erhofft und erwartet.
Der Abschnitt aus dem Buch Sacharja stammt aus dem "Messiaskapitel". Es wird den Gesandten Gottes geben, der anders kommt als erwartet (siehe Vers 9). Darin unterscheidet er sich von den Königen, die man kennt. Aber dann werden sich die Wünsche nach Macht und Stärke erfüllen (Vers 10). Hier sind alle bekannten Bilder des Messias Wahrheit geworden.
Das Messiasthema setzt sich gegen die ersten 7 Kapitel des Sacharja ab. Es gibt nicht mehr - wie in Sach 1- 8 - eine zeitliche Zuordnung. Es werden Bilder in Erinnerung gebracht, die ihre eigene Tradition haben.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive