Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr:
Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Dein Wort, o Herr, fiel auf guten Boden
und brachte reiche Frucht. – Kv
GL 31,1
Du hast für das Land gesorgt, es getränkt, *
es überschüttet mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist voller Wasser, /
gedeihen lässt du ihnen das Korn, *
so lässt du das Land gedeihen. – (Kv)
Du hast seine Furchen getränkt, seine Schollen geebnet, *
du machst es weich durch Regen, segnest seine Gewächse.
Du hast das Jahr mit deiner Güte gekrönt, *
von Fett triefen deine Spuren. – (Kv)
In der Steppe prangen Auen, *
es gürten sich die Höhen mit Jubel.
Die Weiden bekleiden sich mit Herden, /
es hüllen sich die Täler in Korn. *
Sie jauchzen, ja, sie singen. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Ich bin überzeugt,
dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten
im Vergleich zu der Herrlichkeit,
die an uns offenbar werden soll.
Denn die Schöpfung
wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes.
Gewiss, die Schöpfung ist der Nichtigkeit unterworfen,
nicht aus eigenem Willen,
sondern durch den, der sie unterworfen hat,
auf Hoffnung hin:
Denn auch sie, die Schöpfung,
soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden
zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.
Denn wir wissen,
dass die gesamte Schöpfung
bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.
Aber nicht nur das, sondern auch wir,
obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben,
auch wir seufzen in unserem Herzen
und warten darauf,
dass wir mit der Erlösung unseres Leibes
als Söhne offenbar werden.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Der Mensch ist ein Teil der ganzen Schöpfung. Das Leben der Christen in dieser Welt hat als Ziel die Herrlichkeit bei Gott. Der Weg dorthin ist gekennzeichnet durch Solidarität mit der Schöpfung, denn wir stehen wie sie unter dem Gesetz der Vergänglichkeit. Doch als Christen haben wir eine sichere Hoffnung: Gott führt uns und alles Geschaffene den Weg zu Befreiung aus aller Knechtschaft und Verlorenheit hin zur Freiheit und Herrlichkeit, die ihren Grund allein in Gott hat.
Halleluja. Halleluja.
Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus.
Wer Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus
und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
Als er säte,
fiel ein Teil auf den Weg
und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,
wo es nur wenig Erde gab,
und ging sofort auf,
weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg,
wurde die Saat versengt
und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen
und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden
und brachte Frucht,
teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Da traten die Jünger zu ihm
und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
Er antwortete ihnen:
Euch ist es gegeben,
die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen;
ihnen aber ist es nicht gegeben.
Denn wer hat,
dem wird gegeben
und er wird im Überfluss haben;
wer aber nicht hat,
dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen,
weil sie sehen und doch nicht sehen
und hören und doch nicht hören und nicht verstehen.
An ihnen erfüllt sich das Prophetenwort Jesájas:
Hören sollt ihr,
hören und doch nicht verstehen;
sehen sollt ihr,
sehen und doch nicht einsehen.
Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden.
Mit ihren Ohren hören sie schwer
und ihre Augen verschließen sie,
damit sie mit ihren Augen nicht sehen
und mit ihren Ohren nicht hören
und mit ihrem Herzen
nicht zur Einsicht kommen
und sich bekehren
und ich sie heile.
Eure Augen aber sind selig,
weil sie sehen,
und eure Ohren, weil sie hören.
Denn, amen, ich sage euch:
Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt
zu sehen, was ihr seht,
und haben es nicht gesehen,
und zu hören, was ihr hört,
und haben es nicht gehört.
Ihr also, hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.
Zu jedem Menschen, der das Wort vom Reich hört
und es nicht versteht,
kommt der Böse
und nimmt weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde;
bei diesem ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen,
der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt;
er hat aber keine Wurzeln, sondern ist unbeständig;
sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird,
kommt er sofort zu Fall.
In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen,
der das Wort hört,
und die Sorgen dieser Welt
und der trügerische Reichtum ersticken es
und es bleibt ohne Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät,
der das Wort hört und es auch versteht;
er bringt Frucht –
hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.
Das 13. Kapitel bei Matthäus enthält sieben Gleichnisse vom Himmelreich, d.h. von der Königsherrschaft Gottes. Am Anfang steht das Gleichnis vom Sämann und seine Deutung.
Jesus "begnügte" sich offensichtlich damit, die Bedenken, Fragen und Zweifel seiner Zuhörer mit Hilfe von Gleichnissen zu beantworten. Allem Anschein nach war er überzeugt, daß die (Lebens)-Vorgänge, die er in seinen Gleichnissen schilderte, auf ihre Weise die Wahrheit und Zuverlässigkeit, die Richtigkeit und Vertrauenswürdigkeit seiner Botschaft bestätigen.
Wer etwa sieht, daß jede Saat - nomalerweise - Frucht bringt, weshalb sollte der ausgerechnet an der Fruchtbarkeit seiner Saat zweifeln? Muß diese Tatsache uns nicht Mut machen für unser Leben und unseren Glauben? Muß diese Tatsache uns nicht Mut machen für unsere eigene Saat, die es auzusäen gilt. Die Saat wird gesät und ihr Wesen ist es, Frucht zu bringen.
Wir sind eingeladen, unsere eigenen Samenkörner mutig auszusäen und darauf zu vertrauen, daß die Frucht aufgeht, wider alle Steine und Dornen, wider alle Gefahren, die der Saat drohen.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
An jenem Tag verließ Jesus das Haus
und setzte sich an das Ufer des Sees.
Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer.
Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
Als er säte,
fiel ein Teil auf den Weg
und die Vögel kamen und fraßen es.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,
wo es nur wenig Erde gab,
und ging sofort auf,
weil das Erdreich nicht tief war;
als aber die Sonne hochstieg,
wurde die Saat versengt
und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen
und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden
und brachte Frucht,
teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre!
Vier für das damalige Palästina typische Bodenbeschaffenheiten dienen uns als Spiegelbild, wo Fruchtbringen für das Gottesreich möglich ist und wo nicht. Unser Verhalten kann das Wachsen vom „Reich der Himmel“ verhindern, aber auch fördern und dem Wachsen des Gottesreiches dienen.
Wir Menschen sind sehr verschieden, ganz besonders in unseren Verhaltensweisen. Auch der Boden, auf den Saat fällt, kann ganz verschieden sein, wie im Gleichnis vom Fruchtbringen geschildert wird. Von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit hängt dann das Wachstum der Saat ab. Je nach Boden kann Frucht hervor gebracht werden, sogar reiche Frucht, aber es können die Körner auch verdorren oder ersticken.
Vier für das damalige Palästina typische Bodenbeschaffenheiten dienen uns als Spiegelbild, wo Fruchtbringen für das Gottesreich möglich ist und wo nicht. Denn unser Verhalten kann das Wachsen des „Reiches der Himmel“ verhindern, aber auch fördern, dem Wachsen vom „Gottesreich“ dienen.
Da sind einmal wir, die leicht zu begeistern sind. Wir sind dann plötzlich Feuer und Flamme von dem, was wir hören, was wir sehen, was wir meinen zu glauben. Schwer ist es, die anfängliche Begeisterung durchzuhalten, Dinge sich entwickeln zu lassen, ihnen Zeit zu geben, damit das Gute, damit die Saat Wurzeln schlagen kann. Dies ist im Enthusiasmus oft nicht drinnen. Darauf verweist die Saat entlang des Weges, die von den Vögeln aufgefressen wird, bevor die Saat Wurzeln schlägt.
Wir sind manchmal auch jene, die ängstlich und misstrauisch sind. So geworden durch Leid, durch Bosheit, durch Ausgrenzung! Alles wird zuerst als Bedrohung gesehen, das macht uns schwach und wir fühlen uns den Aufgaben nicht gewachsen. Vieles, das möglich wäre, droht dabei im Keim zu ersticken, bevor noch die Sache, der Plan, sich langsam entfalten konnte. Das ist im Gleichnis mit dem Bild vom Boden, der von Dornengestrüpp überwuchert ist, gemeint. Kein guter Nährboden für das Fruchtbringen.
Dann gibt es bei uns auch noch das Verhalten, das vom Konsumieren, vom sich berauschen lassen von den Möglichkeiten, die uns vorgegaukelt werden, geprägt ist. Nachhaltigkeit ist da nicht gefragt, denn bei der Sehnsucht zu den Gewinnern zu gehören bleibt vieles an der Oberfläche. Schnell ist dann durch Gier oder Neid möglich, dass es keine Ernte gibt, weil das, was an Gutem wachsen hätte können, schon durch Gewalt weggebracht wurde. So ein Leben ohne Grenzen kann den Boden der Realität nicht „fassen“, um der Saat nachzugehen, zu schauen, was wachsen kann, wo die Saat Frucht bringt. Als ein Boden, wo es nur wenig Erde gibt, in die die Saat sich einwurzeln könnte, wird im Gleichnis diese Möglichkeit als Bild beschrieben.
Es gibt auch jene Seiten in uns, die hören, die sogar gut hören und auch verstehen, wie es um das „Himmelreich“ steht. Es sind ungeahnte, fantastische Möglichkeiten, die uns auf gutem Boden bereitgehalten werden. Das alles kann „aufgehen“, wenn wir beachten, was wir von Gottes Wort gehört haben. Wir haben, wie im Gleichnis vom guten Boden, der Frucht hervorbringen kann, geschildert wird, die Freiheit, dies zu tun.
Dieses Gleichnis vom Fruchtbringen gibt uns die Möglichkeit, sich damit auseinanderzusetzen, wo das Gute in uns und in unserer Umwelt wachsen kann.
Jesus lädt uns ein, sich von seiner Botschaft vom Reich Gottes anstecken zu lassen. Wie groß die Ernte durch unser Handeln ausfällt, wissen wir nicht. Doch das Gute kann sich vermehren, kann wachsen, wenn wir ihm Raum geben und es tun. Im Gleichnis wird uns gezeigt, wie das „Reich der Himmel“ durch uns weiter wachsen und sich entfaltet kann; oft unscheinbar, aber mit Wirkung. Wenn wir uns vom Wort Gottes berühren lassen, fällt die Aussaat in uns auf guten Nährboden. Darauf dürfen wir vertrauen und danach unser Leben in der Gemeinschaft ausrichten.
Wer das Wort Gottes hört und zu verstehen sucht, bringt Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.
Jesus greift gerne Vergleiche aus der Natur auf, um seine Botschaft vom Reich Gottes den Menschen nahe zu bringen. Auch uns von der Technik Verwöhnten und Verbildeten tut es gut, auf die Natur zu schauen und auf unsere Lebensgrundlagen zu achten.
Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, erinnert uns die Lesung aus dem Römerbrief. Sie seufzt und soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden. Auch wir Menschen sollen von diesem Zustand befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes durch die Erlösung (Röm 8,18. 23).
Zurzeit sieht es nicht so aus, denn wir sind Räuber dieser Schöpfung im großen Ausmaß, besonders durch Kriege, wo wir unendlich viel an Treibstoffen in die Luft schleudern, das Klima vergiften und menschliches Leben ruinieren. Vieles an Sklaverei haben wir uns selbst auferlegt, sodass nicht nur die Natur, sondern auch die Menschen seufzen wegen der sinnlosen Verschwendung, wegen der Gier nach größerem Wirtschaftswachstum.
Die Leistungsgesellschaft setzt sich selbst unter Druck. Wir bezahlen dafür mit Burnout, Krankheiten, Beziehungsproblemen… Wir vergessen dabei oder wollen verhindern, dass Menschen und Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen sind. Ein maßvoller Gebrauch und eine nützliche Verwendung dieser Güter der Natur wäre ein Segen für die Menschheit. Das irdische Leben, so sagt es auch die Heilige Schrift, ist nur Vorbereitungszeit für das Leben nach dem Tod, denn wir sind nur „Gast auf Erden“ wie es in einem Kirchenlied heißt.
Das Evangelium erweitert diesen Gedanken durch das Wachstumsgleichnis. Die Qualität des Bodens ist sehr wichtig für das Gedeihen der Pflanzen und für unsere Nahrung. Jesus beginnt mit einer Beobachtung, die wir alle nachvollziehen können: Der Samen, der auf harten Boden fällt, bringt kein Wachstum, lediglich vorübergehende Nahrungsaufnahme für die Vögel. Der felsige Boden mit wenig Erde bringt nur kurzfristiges Wachstum, weil es keine Möglichkeit gibt, dass sich die Pflanzen einwurzeln und deshalb verdorren. An anderer Stelle wieder ersticken die Dornen die aufgehende Saat und machen sich selber das gute Erdreich zunutze. Dort, wo der gute Boden, der Humus, gepflegt wird, gibt es auch reichlich Ernte; sogar im Übermaß.
Die Jünger wollen für dieses Gleichnis, das sie möglicherweise nur teilweise verstanden haben, eine Erklärung. Dass für eine gute Ernte ein guter Boden vorhanden sein muss, ist wohl einsichtig. Es geht um mehr: Das Reich Gottes, das ansatzweise schon da ist, bereits durch die Schöpfung. Es muss sich entfalten können, muss frei werden von jeder Art von Behinderung, Sklaverei.
Der Römerbrief macht darauf aufmerksam, das Gleichnis geht aber noch einen Schritt weiter. Unsere Mitarbeit ist wichtig, damit der Boden gut aufbereitet wird; mit all unseren Begabungen, Kräften und Talenten. Harter und felsiger Boden soll verschwinden. Man könnte dazu auch Herzenshärte, Dummheit, Gier, Rücksichtslosigkeit, Egoismus sagen. Wenn wir diese schlechten Eigenschaften durch unser Bemühen, durch gute Motivation mit Hilfe des Heiligen Geistes, der in jedem Menschen wohnt, einigermaßen entfernen können, wird der Ernteertrag, riesig sein. Die guten Gaben, die Früchte, werden im Überfluss kommen: dreißigfach, sechzigfach, hundertfach.
Experten untersuchen gegenwärtig mit sehr empfindlichen Geräten die Bodenbeschaffenheit, die auch mit dem Klima zusammenhängt. Auch wir selbst brauchen eine ausreichende Erdung, lateinisch humilitas, als guten Boden unseres Inneren: Zufriedenheit, Freude, Liebe...
Die Bibel verweist uns auf unsere menschlichen Messorgane: Herz, Augen, Ohren, mit deren Hilfe wir zu Einsicht und Erkenntnis kommen sollen. Der verhärtete Boden braucht das Düngemittel der Barmherzigkeit und Liebe. Verhärtungen sind festgefahrene, fast ausweglose Situationen, Erstarrungen, durch die wir nicht mehr in der Lage ist, genau hinzusehen, Ausschau nach Lösungen zu halten.
Der französische Schriftsteller André Gide (1869-1951) verwendet dazu das Bild von einer Tür. Wenn sich in sehr schwierigen Situationen die Türen vor uns schließen, schaut man verzweifelt auf die geschlossene Tür und beachtet nicht die geöffnete. Anders gesagt: Wenn der verhärtete Boden des Herzens keinen Spalt freizugeben scheint, kann genau an jener Stelle, wo wir es nicht vermuten, sich alles zum Guten wenden. Das aber benötigt neben Weitblick auch Stille als Ort des Hörens und Sehens. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geschehen genauso in Stille wie das Wachstum der Pflanzen.
Wo Sinnesorgane angesprochen werden, erwachen sie zum Leben. Augen sehen dann mehr als nur die Oberfläche. Augen können dazu beitragen, die Welt bunter zu sehen, sie können auch die Unterscheidung der Geister leichter zu machen. „Das Auge, in dem ich Gott sehe, das ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht. Mein Auge und Gottes Auge ist ein Sehen und Erkennen und eine Liebe.“ (Meister Eckhart um 1260. Die Ohren sind mehr als nur Brillenhalter, sie sind sensible Organe, die auch dann zur Wachsamkeit mahnen, wenn alles schläft.
So erinnern uns die biblischen Texte dieses Sonntags daran, sorgsam mit der Schöpfung umzugehen, schon im eigenen Bereich Augen und Ohren nach innen und nach außen offenzuhalten und das Reich Gottes auch in unserem Leben sichtbar zu machen.
Das Gleichnis Jesu vom Sämann, dessen Saatgut auf unterschiedliche Böden fällt, klingt wie ein Bericht aus fernen Zeiten. Es enthält jedoch das immer noch aktuelle Ringen um guten Ertrag und die Sehnsucht, dass alle satt werden.
Saat auf dem Weg? Passiert. Aber sie wird nicht aufgehen. Alles für die Vögel.
Saat auf felsigem Boden? Passiert auch. Doch es wird nicht lange dauern – alles verdorrt.
Saat in den Dornen? Passiert auch. Es wird nichts zu sehen sein – alles überwuchert.
Alles für die Katz!
Saat auf gutem Boden? Das wird eine reiche Ernte werden!
Klar doch: ein Korn vermehrt sich in der Ähre vielfach. Wollen wir das einmal ausrechnen? Hundertfach? Sechzigfach? Dreißigfach? Die Mengenangaben deuten auf ein Wunder hin: So reich wird die Ernte sein! In einer Welt, in der Mangel herrscht – und Hunger – wachsen mit den Zahlen die Hoffnungen.
Saat ist ein Wunder! - Doch Jesus erzählt die Geschichte von der Saat, um zu zeigen, wo sein Wort verschwindet – und aufgeht. Wo es untergeht – und wo es wächst. Wo es verkümmert – und wo es satt macht. Sein Wort ist eine Saat. Sein Wort ist ein Wunder!
Ich sehe den Sämann. Es ist heiß. Die Erde ist trocken. Der Mund ist trocken. Doch wenn die Sonne untergeht, wird die Erde voller Hoffnung sein.
Doch: warum nur erzählt Jesus von einem harten Weg, von einem felsigen Stück Land, von Dornen? Warum nur erzählt er nicht nur von dem guten Boden? Nur von dem guten Boden?
Jesus erläutert sozusagen in einem eigenen Anhang, was Weg, Felsen und Dornen ausmacht. Im Leben eines Menschen. In unserem Leben.
Wir sind beschäftigt, ständig unterwegs, ständig unter Druck – es wächst keine Hoffnung.
Wir sind hart geworden, unerbittlich und unersättlich – es wächst keine Hoffnung.
Wir verschanzen uns hinter Floskeln und Fassaden – es wächst keine Hoffnung.
Dann stellen wir fest, dass es keinen Weg gibt, der ins Freie führt, dass der Felsen keinen Halt gibt, wenn es Nacht wird und dass die Dornen uns nicht kleiden, wenn wir nackt da stehen. Ich möchte dem nachsinnen. Ich möchte Ruhe finden. Ich möchte hoffen.
Da erzählt Jesus von dem guten Land. Es liegt ausgebreitet vor uns. Noch unbestellt. Doch wenn das Saatgut einmal ausgebracht ist, wird es aufgehen. Ganz sicher! Wenn doch sein Wort unter uns aufginge! Erst ganz zart und grün, dann Wind und Wetter trotzend, schließlich eine reiche Ernte. Wenn doch seine Hoffnung unter uns aufginge, erst ganz vorsichtig, dann allen Zweifeln trotzend, schließlich ein wogendes Feld Hoffnung. Wenn doch seine Liebe unter uns aufginge, erst ganz behutsam, dann im Streit mit Tod und Teufel, schließlich ein offener Himmel.
Ich bin ganz fasziniert davon: dass sein Wort aufgeht, seine Hoffnung, seine Liebe.
Ich sehe ihn dann als Sämann. Er erzählt Geschichten, die die Welt aufwühlen, er schafft Worte, die die Herzen öffnen, er heilt, was verwundet ist, schließlich verspricht er dem Schächer, neben ihm am Kreuz, das Paradies.
Ich sehe ihn dann als Sämann. Das Land, das ich kenne, ist nicht gut vorbereitet. Wo Wege sein könnten, wuchert das Unkraut – wo Felsen Halt versprechen, bricht alles ab – wo die Dornen sich ausbreiten, gibt es keine Hoffnung.
Ich sehe ihn dann als Sämann. Er kennt die Furchen und die Krumen. Es wird ein gutes Land sein für seine Saat. Für sein Wort.
Der Prophet Jesaja – haben Sie sein Wort noch im Ohr? – hat um diese Gewissheit gewusst:
"Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt
und nicht dorthin zurückkehrt,
ohne die Erde zu tränken
und sie zum Keimen und Sprossen zu bringen,
dass sie dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen,
so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt:
Es kehrt nicht leer zu mir zurück,
ohne zu bewirken, was ich will,
und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe."
Vier Optionen hat Jesus kenntlich gemacht. Nur auf einer ruht die Verheißung:
Mein Wort kommt nicht leer zu mir zurück!
Der Sämann von einst ist ausgestorben. Heute fahren Maschinen übers Land. Riesige Ungeheuer mit dicken Reifen. Aber gesät wird immer noch! Von alleine wächst nichts. Außer schöne Wildblumen – und Unkraut. Dass Saatgut heute auch veredelt wird und immer weiter optimiert, wissen nicht nur die Insider. Ganz modern ist eine Schere, die Gen-Schere heißt. Sie erobert sogar die Nachrichtensendungen. Aber sie passt nicht zwischen Daumen und Zeigefinger. Ich habe sie nicht in der Hand. Es geht um Erträge. Auf dem Acker und in der Bilanz. Schädlinge müssen bekämpft und die Sorten widerstandsfähiger werden. Eine eigene Forschung haust in großen Laboren – und die wirtschaftlichen Interessen der Konzerne werden im Aktienmarkt gesät. Ob da auch etwas unter die Dornen fällt? Oder auf den Weg? Oder auf felsigem Grund? Die Arbeitsklamotten jedoch bestehen aus feinen Anzügen und Kostümen. Der Sämann von einst hat nichts mehr zum Säen.
Das Gleichnis Jesu passt trotzdem! Ich sehe ihn vor mir, den Sämann. Mit großem Wurf holt er aus. Das Saatgut trägt er vor dem Bauch. Gleichmäßig, fast im Takt, sehe ich das Saatgut auf die Erde fallen. Von Scholle zu Scholle ist das Land vorbereitet worden. Es war ein hartes Stück Arbeit. Jetzt liegt das Feld offen vor dem Sämann. Mit den Millionen von Krumen. Wenn die Sonne untergegangen sein wird, wird die Erde voller Hoffnung sein.
Die alte Sehnsucht ist geblieben, fein versteckt unter Zahlen und Lagebericht.
Die alte Sehnsucht ist geblieben, dass es eine Hoffnung gibt für die Welt.
Die alte Sehnsucht ist geblieben, dass es keinen Hunger mehr gibt.
In einem Kirchenlied heißt es:
„Mache mich zum guten Lande,
wenn dein Samkorn auf mich fällt.
Gib mir Licht in dem Verstande,
und, was mir wird vorgestellt,
präge du im Herzen ein,
lass es mir zur Frucht gedeihn“
(Benjamin Schmolck, 1734)
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Manche biblischen Erzählungen sind zu schön, um wahr zu sein. Es lohnt sich, über den tieferen Sinn nachzudenken, bevor wir die Geschichten ins Reich der Märchen verweisen. Jesus erzählt vom Reich Gottes und stellt dieses unserer im Alltag erfahrenen Welt gegenüber. Es gilt, mit der Reich-Gottes-Spiritualität diese Welt zu verändern.
„Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.“ Diese Tatsache spiegelt sich aufs erste Hören auch im Spruch: „Denn wer hat, dem wird gegeben und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.“ In der Soziologie spricht man sogar vom Matthäus-Effekt als Erklärungsmodell für Erfolge. Wer erfolgreicher als andere ist, bekommt mehr Aufmerksamkeit. Diese ermöglicht neue Beziehungen und diese wiederum eröffnen neue Möglichkeiten und mehr Ressourcen, mit denen weitere Erfolge wahrscheinlicher werden. Ein sich selbst verstärkender Erfolgskreislauf kommt in Gang. Kleine Anfangsvorteile einzelner Akteur:innen können so zu großen Vorsprüngen heranwachsen, und eine kleine Anzahl von Akteur:innen kann den Hauptteil aller Erfolge auf sich vereinen, während die Mehrheit erfolglos bleibt.
Dieses Phänomen wird in einigen Sprichwörtern thematisiert, z. B. „Es regnet immer dorthin, wo es schon nass ist“, „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“, „Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu". Auf den Punkt gebracht: „The winner takes it all - the looser has to fall"... wie es in einem ABBA-Song heißt.
Funktioniert die Welt so? Also zur Freude einiger weniger und zum Leid vieler Menschen! Die Vermögensstatistik ist da sehr eindeutig: Das weltweit reichste Prozent verfügt über ca. 45 % des Vermögens. Die Reichsten 10 % gar über 85 %. Die Ärmsten 50 % verfügen gerade mal über 1 %. Das entspricht annähernd einer Situation, in der von 100 Personen eine Person 90 % besitzt, während die anderen 99 Personen sich die übrigen 10 Prozent teilen.
Legitimiert also Jesus mit seinem „Wer hat, dem wird gegeben“, dieses System als göttliche Ordnung - als von Gott gewollten Zustand der Welt? Haben die Reichen Gottes Segen und die Armen sollen sich der Realität beugen? Resignation als göttliches Gebot?
Jede:r, der:die Bibel auch nur ein klein wenig kennt, weiß, dass Jesus sich auf die Seite der Armen stellt. Wie passt das also zusammen? Wie lässt sich die Verwirrung auflösen?
Der Schlüssel liegt tatsächlich im „Wer Ohren hat, der höre!“ Jesus ursprüngliche Zuhörer:innen waren meist Kleinbauern und -bäuerinnen. Sie verstanden sofort: So ein Sämann kann keinen Ernteerfolg haben. Kein normaler Bauer könnte es sich leisten, derart verschwenderisch mit seinem Saatgut umzugehen. Die Bodenverhältnisse in Israel machen einen viel sorgfältigeren Umgang notwendig, um einigermaßen erfolgreich ernten zu können. Eine gute Ernte brachte damals ca. das 10 bis 15fache der Aussaatmenge. Dieser Bauer aber vergeudet schon einen Großteil der Aussaat! Ein recht erfolgloser Amateur - dieser Bauer, von dem Jesus da spricht. Eine echte Lachnummer! So wie der, sollte man es also auf keinen Fall machen!
Doch plötzlich horchen sie auf: Was hat er da eben gesagt? Wieviel Körner haben seine Ähren? Ein Vielfaches! Das ist doch absolut unrealistisch, völlig übertrieben! Solche Ähren gibt es doch nur höchstens im Märchen. Der Vollvertrag ist gesichert. Keine Spur von Verlust, vielmehr höchstmöglicher Gewinn! Die Scheune dieses Bauern ist genauso voll, wie ihre eigenen. Noch völlig verwundert beginnen sie über den Sinn dieser „Wundergeschichte“ Jesu nachzudenken. Sie überlegen, was Jesus ihnen damit wohl sagen will? Vor dem geistigen Auge kann man sich vorstellen, wie sie heftig miteinander diskutieren und um ein sinnvolles Verständnis ringen. Langsam geht ihnen auf, was der Kern der Sache ist. Ihnen wird allmählich klar: Der Sinn liegt im scheinbaren Unsinn dieser Geschichte. Das richtige Verständnis hängt davon ab, zu erkennen, wer dieser Bauer ist und worin sein Saatgut besteht.
Da fällt einem ein: Hat nicht schon der Prophet Jesaja Gottes Wort mit Samenkörnern in der Erde verglichen? Steht dort nicht schon geschrieben, dass es Frucht bringt und erreicht, was Gottes Wille ist? Ist nicht der Wille Gottes, Brot (= gutes Leben) für alle Menschen? Liegt hier der Schlüssel, zum richtigen Verständnis? Jetzt hören sie das Gleichnis mit neuen Ohren. Sie begreifen: Mit diesem Gleichnis will ihnen Jesus etwas über sich selbst und die Welt Gottes sagen. Das worüber Jesus hier eigentlich spricht, ist er selbst.
Landauf, landab ist er unermüdlich unterwegs und verkündet die Botschaft vom Anbruch des Reiches Gottes. Damit sät er die Hoffnung auf Veränderung der sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse. Das Leben der armen und notleidenden Menschen soll sich radikal verbessern. Die Bodenzustände im Gleichnis spiegeln die Realität des (Gottes-)Volkes: Einige hören gar nicht hin, andere wenden sich nach kurzer Zeit wieder von ihm ab, einige sind klar gegen ihn und versuchen ihn und seine Bewegung zu vernichten. Es ist nur eine kleine Gruppe, die sich ihm anschließt und treu bleibt. Was können die schon bewirken? Ist seine Mission nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt? Über kurz oder lang wird wohl Gras über die Sache wachsen. Sie wird keine Spuren in der Geschichte hinterlassen. Ein kurzes Strohfeuer - mehr nicht.
Ihrer Kritik und ihren Fragen hält Jesus sein Gottvertrauen entgegen. Er rechnet mit dem wunderbaren Wirken des Wortes Gottes. Es kann aus wenig viel machen, wenn es auf guten Boden fällt. Dort, wo es in den Herzen der Menschen Wurzeln schlagen kann, bringt es eine Ernte mit der normalerweise niemals zu rechnen ist. Nur für diese Menschen gilt das Wort: „Wer hat, dem wird gegeben ..." - sie wachsen in der Erkenntnis Gottes. Sie leben aus der überfließenden Fülle der Liebe Gottes und geben sie weiter.
Jesu Wort trifft sie mitten ins Herz. Sie begreifen: Sie selbst sind damit angesprochen. Es ist seine Einladung an jede:n von uns. Welcher Boden für das Wort Gottes will ich sein? Bin ich wie 75 % unfruchtbar oder gehöre ich zu den 25 % fruchtbaren Boden? Lasse ich mich im Vertrauen auf Jesu Wort ein und bin bereit, wunderbares Wachstum an mir geschehen zu lassen?
Somit müssen wir den „Matthäus-Effekt" neu definieren. Es ist ein Erklärungsmodell für eine „spirituelle" Weltveränderung: Wer sich auf das Wort Gottes einlässt, geht zu den armen und notleidenden Menschen. Aus diesen Beziehungen wächst die Sehnsucht nach Gerechtigkeit und Frieden. Solidarische Freundschaften entstehen und Bündnisse zur Verbesserung der Lebenssituation werden geschlossen. Engagement füreinander statt Kampf gegeneinander, bestimmen die Realität neu und bewirken positive Veränderungen. Dann wird diese Welt eine andere - zur Freude vieler Menschen und zum Leidwesen einiger weniger Reicher. Diese reiche Ernte ist die Verheißung Gottes, die Jesus in diesem Gleichnis ankündigt.
Ich hoffe, ich konnte sie einladen, diese Bibelstelle mal mit neuen Augen zu sehen und neuen Ohren zu hören. Ich behaupte nicht, dass dies die eine, wahre Interpretation ist, aber es ist hoffentlich eine, die den Horizont erweitert und vielleicht zu neuen Erkenntnisse führen kann.
© Herbert Altmann, Regional-Caritas-Koordinator, Steyr Land, Kirchdorf, Diözese Linz.
Worte können Gutes hervorbringen, wenn sie auf guten aufnahmebereiten Boden fallen. Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, von der das Gleichnis Jesu spricht, finde ich in mir selbst vor.
Einem Großteil dieser sonntäglichen Lesungen kommt dem ausgesprochenen oder schriftlichen Wort und seinen Folgen zu. Jedem ist es schon passiert, mehr zu sagen, als einem lieb ist. In meiner Jugend hörte ich den Spruch: „Seiner Zunge Meister werden, hat des Nutzens viel auf Erden, weißt du viel, schweig auch viel.“
Die alttestamentliche Lesung macht darauf aufmerksam, dass alles, was wir aussprechen nicht mehr zurückgenommen werden kann, und das alles mit recht guten, aber auch sehr unangenehmen Folgen, dazu der Vergleich mit Regen und Schnee, der auf die Erde fällt. Das Wort „bewirkt, was ich will“, ist zielgerichtet, will damit etwas erreichen. Das göttliche Wort ist zielgerichtet, will erreichen, dass der Mensch mit Hilfe der Schöpfung zu einem „Leben in Fülle“ kommt (Joh 10,10). Die Welt, die Schöpfung, entstand durch den göttlichen logos, das Wort. Gott spricht und handelt. Nach dem anfänglichem Chaos (tohuwabohu) kam Ordnung in die Welt, der Geist schwebte über den Wassern.
Im Evangelium bekommen wir durch die Gleichnisse als Erfahrungen aus dem Leben ausführlichen Anschauungsunterricht. Gott spricht zu uns durch Jesus Christus, durch seinen Geist. Dieses Gleichnis vom Sämann muss bei den jungen Gemeinden so großen Eindruck hinterlassen haben, dass wir es bei allen Synoptikern finden. Ausführlich befasst sich ein Teil mit der Wirkweise, mit der unterschiedlichen Aufnahme von Worten bei den Menschen durch ihre Sinnesorgane. Ohren sind mehr als Brillenhalter oder Hörgeräte-Verstärker. „Der Glaube kommt vom Hören“ (Röm 10,17). Das Ohr führt mit den Worten ins Innere eines Menschen und soll etwas bewirken; anders verstanden: Es soll etwas durch eine Tat zur Wirklichkeit werden. Ohr und Auge sind zwei Grundorgane, die zur Wirklichkeit führen und über Sehen zum Wahrnehmen und Erkennen, zum Verstehen und zur Vernunft führen.
Das gelingt in der Hektik der Zeit des Smartphones, des WhatsApp und der gesamten Reizüberflutung immer schwerer. So entsteht auch innere Leere. Schon im Alltagsleben tauchen Missverständnisse durch schlechtes Zuhören auf, durch die Einbildung, vieles gleichzeitig tun zu können. Auto fahren und E-Mails schreiben an Stellen, wo die Ampel auf Rotlicht steht… Risikolenker versuchen es sogar während der Fahrt. - Vernunft und Weisheit sind Basis für die königliche Würde eines Menschen. Das wird uns in der Taufe bei der Salbung mit Chrisam zugesichert, weil „wir als Erstlingsgabe den Geist haben“ (vgl. 2. Lesung).
Das Evangelium spricht von den unterschiedlichen Wirkweisen mit dem Vergleich des Bodens. Alles ist überlagert mit felsigem Boden. Innerlichkeit, wie Fragen nach dem Sinn des Lebens - Wozu das alles? - kann sich nicht durchsetzen. Über dem steinigen Boden wächst das Dornengestrüpp als Probleme des Lebens: Terminkollisionen, Existenznöte, Krankheit, Beziehungsprobleme. „Kommt, ruht ein wenig aus“ (Mk 6,30f) hat da keine Chance. Der steinige Boden ist nicht offen für das einladende, vertrauende Wort Gottes. Die Vögel, von denen gesprochen wird, stehen für Äußerlichkeiten, für oberflächliches Dahinfliegen von Termin zu Termin, wenig Zeit für genaueres Hinsehen, was sich in meiner Umgebung an Gutem, aber auch an Gefährlichem tut. Schließlich der gute Boden, der gute Früchte bringt. Hoffentlich bringen wir guten Samen und säen nicht Übles, das sich zeigt im Neid, gefährlichem Konkurrenzdenken, Rachegefühlen.
Wahrscheinlich tragen wir nicht nur Humus in uns, das heißt: gut geerdet sein, sondern auch manches Felsstück an Hartherzigkeit, Sturheit, Formalismus und Unbarmherzigkeit. Wir haben beides in uns: gute Erde, gute Voraussetzungen, aber auch manche üble Haltung.
Wie wäre es, im Urlaub darüber nachzudenken, wie es um unsere Bodenbeschaffenheit steht, wo wir den Humus des Humors, der Gelassenheit, der Freude und des Friedens in uns aufgehen lassen würden? - ein Stück himmlischer Gaben auf dieser Erde.
Jesu Rede über das Himmelreich ist reich an Bildern aus dem alltäglichen Leben der kleinen Leute. Da weiß jeder, was zum Erfolg oder zu Misserfolg führt. Das Bild von der Saat, die auf fruchtbaren Boden fällt, ist eine Verheißung für alle, die sich auf die Botschaft Jesu einlassen.
Kinder sind etwas ganz Wunderbares! Sehnsüchtig erwarten wir ihr erstes Wort. Würde es „Mama“ oder gar „Papa“ sein? Mein Jüngster saß gerade auf meinem Schoß und kaute Lasagne-Babynahrung, als ihm sein erstes Wort entwich: „Pfui!“ Der Ton entsteht durch das Schließen des Zuganges zur Speiseröhre bei gleichzeitigem Öffnen des Mundes zum Ausspucken. Er ist Teil eines Selbstschutzmechanismus vor unerwünschten Substanzen.
Ein Sämann sät die Saat wie Jesus das Wort Gottes unter uns sät. Das Gleichnis ist Teil von Jesu’ „Rede über das Himmelreich“ (Mt 13,1–53; Mk 4,1–34), die nur so vor alltäglichen Erfahrungen strotzt. Da geht es in weiterer Folge um Unkraut im Weizen, um ein winziges Senfkorn und um das Ansetzen von Sauerteig. Das griechische Wort für Gleichnis „παραβολή (parabole)“ bedeutet auch „Rätselrede“. Immer wieder gibt uns Jesus knifflige Rätsel auf, um sie für uns und zu unser aller Wohl zu lösen. „Wer Ohren hat, der höre!“, appelliert Jesus an die Menschen, genau hinzuhören.
Auffällig beim Gleichnis vom Sämann ist die ausführliche Beschreibung des Misserfolgs; es wird geschildert, was alles beim Aussäen daneben gehen kann: Die Vögel fressen das auf dem Weg gelandete Saatgut, der Fels nimmt es nicht auf, und die Dornen umwuchern und ersticken es (Mt 13,4–7; Mk 4,4–7; Lk 8,3–7). Da muss ich mir schon die Frage gefallen lassen, ob das Wort Gottes bei mir auf felsigen oder auf fruchtbaren Boden fällt. Verhallt es ungehört, weggeblasen von einem Windhauch? Kehrt es leer zurück, ohne etwas zu bewirken (Jes 55,11)? Oder fällt es bei mir auf guten Boden und bringt reichlich Frucht (Mt 13,8) – fruchtet es etwas?
Sehen denn meine Augen und hören meine Ohren (Mt 13,9;16), und nehme ich all das, was Jesus mir an Lebenseinstellung vermitteln will, dankbar auf? Oder sind die Lauscher wieder mal verstopft und die Äuglein verpickt (Jes 6,9–10).
Fällt der Same auf den Weg? Ist meine Antwort ein ablehnendes „Nein!“ – ein Wort, das Kleinkinder viel zu oft hören? Indem sie es bald nachsagen, halten sie uns einen Spiegel vor.
Oder fällt der Same auf felsigen Boden, wo er keine Wurzeln schlagen kann? Zuerst scheint es, als hätte ich die heilsbringende Botschaft aufgesogen, doch dann spucke ich sie mit einem lauten „Pfui“ wieder aus wie eine zufällig in den Mund geflogene Fliege!
Vielleicht ist meine Antwort aber auch ein gemächliches „Ja, ja!“ oder „Ich weiß eh!“ Der Same fällt in die Dornen, die ihn bald überwuchert haben. Ich gebe ihm keine Chance, zu wachsen, und lenke mich lieber mit anderen Dingen von allzu tiefschürfenden Überlegungen ab. Vielleicht sage ich es nicht, aber ich meine es!
Doch es kann und soll auch gut ausgehen: Wenn die Saat auf guten Boden fällt, sprießt sie, wächst und bringt Ertrag. Wir Menschen sind wie ein fruchtbarer Acker, bedeutet uns Jesus. Wenn wir die Botschaft Christi freudig aufnehmen und verinnerlichen, wenn wir uns nicht ständig ablenken lassen, die richtigen Prioritäten setzen und mit unserem Herzen hören, dann geht seine Saat vom Reich Gottes mitten in uns auf. Sein Wort kann jeden von uns substanziell weiterbringen, wenn wir es aufnehmen, in uns wachsen lassen und mit anderen teilen!
Die ganze Schöpfung ist dem Werden und Vergehen unterworfen. Dies hat Leiden zur Folge, die Schmerzen des Wachsens und Absterbens, die Leiden, die Menschen einander und der Schöpfung zufügen. Dennoch haben wir Hoffnung, dass Gott diese Welt vollenden wird. Alle Menschen sind berufen, an einer besseren Welt mitzuwirken.
"Die gute alte Zeit! oder: Früher war alles besser?!" Liebe Schwestern, liebe Brüder! Vor vielen Jahren habe ich zu diesem Spruch einmal eine Bildkollage gesehen, mit der ein Künstler ausrücken wollte: Auch bereits zu früheren Zeiten gab es Probleme, Dinge, die nicht in Ordnung waren.
Auch zur Zeit des Apostels Paulus war vieles im Leben der Menschen und der Welt nicht in Ordnung. Schon zu seiner Zeit gab es Kriege, gab es Verhaltensweisen, die abscheulich waren. Paulus wusste von Krankheiten, von Ungerechtigkeiten. Paulus wusste sicher auch von Naturkatastrophen, gegen die der Mensch machtlos ist. Immer schon gab es Missbrauch der Macht, im weltlichen wie im religiösen Bereich. Er kannte das Werden und auch das Vergehen in der Natur. Vieles lief und es läuft auch heute in der Schöpfung und auch im Zusammenleben nicht so wie es dem Willen Gottes entspricht.
Schauen wir auf das, was die Welt in unseren Tagen prägt. Wir erleben die Coronakrise. Wir sorgen uns um das Klima. Das Problem mit dem Klima ist zu einem großen Teil von Menschen mitverursacht. Denken wir an die Unmengen von Müll, die aus den Meeren herausgeholt werden. Wir könnten die Liste verlängern. Unsere Welt, so schön sie im Anfang von Gott gedacht ist, ist unerlöst. Sie zeigt Spuren von Vergänglichkeit. Dennoch gibt es in der Welt vieles, was schön ist, was das Leben erfüllen kann. Es gibt schöne Landschaften auf der Welt. Es gibt viele herrliche Tiere. Auch das Miteinander mit anderen kann erfreulich sein. In alldem, was diese Welt doch an Gutem und Schönem bietet, zeigt sich Gottes Herrlichkeit, von der Paulus spricht.
In dieser Situation lesen wir die Worte, die Paulus an die Römer geschrieben hat. Paulus spricht von den Leiden dieser Zeit. Doch macht Paulus Mut, an die Herrlichkeit Gottes zu glauben. Als Christen, Christinnen ist uns diese Hoffnung geschenkt. Wir dürfen Gottes Liebe erfahren. Gott will uns Menschen, aber auch die Schöpfung erlösen. Diese Schöpfung, wie wir sie erleben, wird wie alles vergehen. Im Anfang, im allerersten Ursprung, war Gottes Schöpfung gut gedacht. Erst durch den Sündenfall bekam sie ihre Vergänglichkeit.
Das Leben in dieser Welt bedeutet Wachsen und Reifen zu einem Leben mit Gott. Reifung geschieht nicht ohne Leiden, ohne Schmerzen, ohne Verlust. Reifung geschieht dann, wenn wir als Einzelne wie als Gemeinschaft uns den Herausforderungen unseres Lebens in unserer Zeit stellen. Wir wachsen und reifen mit den Menschen, denen wir begegnen. Wenn Paulus schreibt, "dass die gesamte Schöpfung seufzt und in Geburtswehen liegt" und ein paar Zeilen später „auch wir seufzen in unserem Herzen!" dann zeigt Paulus, wie tief, ja sogar wie schmerzlich zuweilen diese Sehnsucht in unserem Herzen ist, bei Gott zu leben, nach „der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll“.
Wir haben den Auftrag, das Leben in dieser Welt mitzugestalten und in sie hineinzuwirken. In unserer Zeit ist der Schutz des Klimas und der Umwelt ganz wichtig. Als vor einigen Jahren Papst Franziskus seine Enzyklika "Laudato si" verfasste, hat er uns Christen, Christinnen diesen Auftrag ins Stammbuch geschrieben.
Wir verändern die Welt dort, wo wir unseren Glauben ernst nehmen, wo wir die Werte, die uns Gottes Wort immer wieder aufzeigt, leben und neu entdecken. Diese Werte sind die Nächstenliebe, die jeden Egoismus und jede Gedankenlosigkeit überwindet. Wer in der Einstellung lebt „Nach mir die Sintflut“ wirft gedankenlos Müll ins Meer, fährt ohne Rücksicht auf Verluste unnötige Strecken. Als weiteren Wert ist die Barmherzigkeit zu nennen. Diese gilt besonders den Armen, denen das Nötigste zum Leben fehlt. Barmherzigkeit aber brauchen alle, die schuldig geworden sind und darum am Rande stehen. Wir müssen immer wieder bereit sein, Frieden und Versöhnung zu stiften. Wir dürfen immer mehr hineinwachsen, Söhne und Töchter Gottes zu werden, hineinwachsen in das, wozu uns Gott gedacht hat.
Diese Welt und auch das Leben in ihr werden immer unerlöst bleiben. Doch als Christen und Christinnen können wir Hoffnung schenken, weil wir selbst in uns Hoffnung tragen. Diese wird uns durch das Wort Gottes geschenkt. Jesus spricht im Evangelium davon, dass das Wort Gottes wie ein Samen ausgesät wird. Es fällt auf unterschiedlichem Boden. So hat es unterschiedliche Wirkung. Doch es hat Erfolg. Der Same bringt Frucht. Das Wort Gottes bringt Frucht, wenn wir offene Herzen haben. Dann leben wir immer mehr aus Gottes Wort heraus. Dann erfahren wir immer mehr, was der Wille Gottes für unsere Zeit ist. Gottes Wort heilt diese Welt. Diese Welt wird heiler, besser, je mehr Menschen aus diesem Wort leben.
Das Gleichnis vom Sämann erzählt, dass das Wort Gottes nicht immer auf fruchtbaren Boden fällt. Es geht der Frage nach, warum es nicht immer aufgeht und Frucht bringt. Die Gründe dafür sind oft auch bei uns selbst zu suchen. Es zeigt aber auch, wie es reichlich Frucht bringen kann, auch heute.
Das Gleichnis Jesu vom Sämann zählt vier unterschiedliche Böden auf, auf die der Same des Wortes Gottes fällt. Diese beschreiben nicht nur damalige Verhältnisse, sie gelten auch heute im übertragenen Sinn. Es gibt heute aber auch den guten Ackerboden, in dem der Same des Wortes Gottes aufgeht und Frucht bringt.
Umwelt-Appelle nerven und verleiten zum Wegschauen. Die Hoffnung, dass die gesamte Schöpfung von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden soll zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes, verlangt von uns Aufmerksames Hören und Sehen der Wirklichkeit und ein Umdenken.
Lieder:
GL 210: Das Weizenkorn muß sterben, sonst bleibt es ja allein
GL 221: Kündet allen in der Not (3. Str.)
GL 347: Der Geist des Herrn erfüllt da All (3. Str.)
GL 397: Alle meine Quellen entspringen in dir
GL 411: Erde singe, dass es klinge
GL 412: Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 448: Herr, gib uns Mut zum Hören
GL 449: Herr, wir hören auf dein Wort (1. - 2. Str.)
GL 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht
GL 452: Der Herr wird dich mit seiner Güte segnen (2. Str.)
GL 456 : Herr, du bist mein Leben
GL 459 : Selig seid ihr, wenn ihr Wunden heilt
GL 469: Der Erde Schöpfer und ihr Herr (2. und 3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (5. Str.)
GL 484: Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben
GL 543: Wohl denen, die da wandeln
GL 546: Christus, du Licht vom wahren Licht (2. Str.)
Psalmen und Kehrverse:
GL 31,1: Selig der Mensch, der seine Freude hat, seine Freude an der Weisung des Herrn. - Mit Psalm 1 - IV.
GL 38,1: Der Herr ist mein Licht und mein Heil - Mit Psalm 27 - IV.
GL 312,7: Herr, du hast Worte ewigen Lebens - Mit Psalm 67 (GL 46,2) - II.
GL 584,4: Herr, du hast Worte ewigen Lebens - Mit Psalm 19
GL 630,4: Dein Wort ist Licht und Wahrheit...
Sonntag für Sonntag versammeln wir uns, um Gott für alles, was er uns zum Leben gibt, zu danken, auf sein Wort zu hören und der Hingabe Jesu zu gedenken.
Öffnen wir unsere Herzen und Ohren, damit sein Wort bei uns auf fruchtbaren Boden fällt und Früchte hervorbringt.
Am Beginn dieser Feier bitten wir ihn um Vergebung für unsere Hartherzigkeit und Trägheit.
Sie kennen das bestimmt: Sie sagen etwas – und es verpufft. Sie haben gute Argumente zusammengestellt – und es interessiert keinen Menschen. Sie hoffen etwas – und Sie werden nicht einmal gehört.
Auch Gott könnte darüber klagen. Aber er klagt nicht, er klagt auch nicht an. Mein Wort wird nicht verpuffen. Sagt er. Es bringt, was es sagt: Liebe – und eine neue Welt.
Ihn rufen wir an.
Der Regen tränkt die Erde und schenkt ihr Frucht. Ebenso will auch Gottes Wort in uns wirken und unser Leben erfüllen. Hören wir es mit festen Glauben. Öffnen wir uns für das Wort Gottes. Sein Wort erfahren wir in seiner Liebe zu uns. Diese Liebe feiern wir in der Eucharistie. Bitten wir IHN, der uns Gottes Wort schenkt, um sein Erbarmen.
Herr, Jesus Christus,
unzählige Bilder, Töne und Botschaften besetzen unsere Sinne, lassen uns abstumpfen und machen uns taub für deine Frohe Botschaft.
Herr, erbarme dich.
Unsere beruflichen, familiären und gesellschaftlichen Verpflichtungen nehmen uns so sehr in Anspruch, dass wir über die Nöte der Menschen um uns herum übersehen.
Christus, erbarme dich.
Für Gebet, Stille und Begegnung mit dir und unseren Mitmenschen bleibt uns oft zu wenig Zeit und Kraft.
Herr, erbarme dich.
Herr, die Welt geht in Worten unter.
Viele Worte sagen nichts mehr.
Sie sind hohl und leer.
Herr, erbarme dich.
Christus, du bist das Wort, das Leben schafft.
Du bist allen Menschen nah.
Christus, erbarme dich.
Herr, Worte verzaubern die Welt.
Sie klingen in Herzen nach, sie lassen Augen funkeln.
Gib unseren Worten Kraft!
Herr, erbarme dich.
Uns wird zugesagt: Auch die Schöpfung soll von der Knechtschaft der Vergänglichkeit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Das stiftet uns zum Jubel an:
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr Jesus Christus,
Du verkündest Gottes Wort.
Herr, erbarme Dich.
Nicht immer fällt es auf fruchtbaren Boden.
Christus, erbarme Dich.
Öffne unser Herz für Dein Wort.
Herr, erbarme Dich.
Herr,
du sprichst dein Wort, und ich bin oft taub.
Herr, erbarme dich.
Du schenkst mir Nährboden, und ich nehme mir nicht die Zeit Wurzeln zu schlagen.
Christus, erbarme dich.
Du eröffnest mir die Geheimnisse des Himmels, und ich klammere mich an die Güter des Irdischen.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du verkündest Gottes Wort. -
Sehnen wir uns nach deinem Wort?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
dein Wort fällt auf fruchtbaren und unfruchtbaren Boden.
Haben wir dir unsere Herzen bereitet?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen.
Dein Wort schenkt Hoffnung, dein Wort schenkt Mut.
glauben wir das?
Herr. Erbarme dich.
Gott, du bist unser Ziel,
du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit
und führst sie auf den rechten Weg zurück.
Gib allen, die sich Christen nennen,
die Kraft, zu meiden, was diesem Namen widerspricht,
und zu tun, was unserem Glauben entspricht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater.
Wir sind als deine Gemeinde versammelt
und rufen dich an:
Öffne unser Ohr,
damit wir hören und verstehen,
was du uns heute sagen willst.
Gib uns ein gläubiges Herz,
damit unser Beten dir gefällt
und unser Leben vor dir bestehen kann.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 1
Herr, unser Gott,
deine Gnade komme uns zuvor und begleite uns,
damit wir dein Wort im Herzen bewahren
und immer bereit sind, das Gute zu tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 28. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Du hast uns zu dieser Feier geladen.
Du sagst uns dein rettendes Wort
und reichst uns das lebenspendende Brot.
Mach uns fähig, weiterzugeben,
was wir in deinen Gaben empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 3
Gott Dein Wort bringt Licht und Freude in die Welt.
Es macht das Leben reich,
es stiftet Frieden und Versöhnung.
Gib, dass wir es nicht achtlos überhören.
Mach uns aufnahmebereit.
Bring dein Wort in uns zu hundertfältiger Frucht.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 6
Gott, unser Schöpfer,
du hast dein Wort in unser Herz gelegt.
Gib, dass wir es hören und verstehen,
danach handeln
und reiche Frucht bringen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt in Ewigkeit.
WB 15. Sonntag im Jahreskreis A
Du, Gott, bist das Wort,
das Anfang und Ende umfasst,
die Welt und ihre Zeit,
die Menschen und ihre Träume..
Deine Ewigkeit hast du in unser Herz gelegt.
Wir danken dir für die vielen Worte,
die wir jeden Tag neu zusammensetzen können, um einander zu verstehen.
Wir danken dir für Gedichte, Theaterstücke und Reden,
für Gespräche – und auch für die Verschwiegenheit.
Oft müssen wir Worte suchen,
um sie ringen.
Wir sind glücklich, wenn wir liebe Worte hören,
getroffen, wenn Worte verletzen.
Gib unseren Worten Kraft,
lass sie teilhaben an deiner Wahrheit.
Wir danken dir, dass du an uns glaubst.
In Christus,
dein Wort für uns.
Wir kommen zu dir, Gott,
mit allem, was die zurückliegende Woche ausgemacht hat.
Wir halten es dir hin, das Gelungene und das Unvollkommene.
Öffne uns neu für dein Wort, das durch deinen Sohn zu uns gekommen ist,
damit in uns aufgehen kann die gute Saat deiner Liebe zu uns.
Lass sie Früchte tragen durch uns,
damit die Welt erkennt:
du bist der Herr, der Gott der Liebe und des Friedens.
In diese Welt, guter Gott,
die voll von Hass, von Ungerechtigkeit und Armut ist,
in der viele körperlich und an der Seele kranke Menschen leben,
die um ihr Klima bangen muss,
du unerlöst ist,
sende immer wieder
dein Wort, das Hoffnung gibt,
dein Wort, das heilt,
dein Wort, dass allen Egoismus überwindet,
dein Wort, das Frucht bringt,
durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Guter Gott, du schenkst Leben und Wachstum.
Wir kommen mit unseren Bitte zu dir.
Wir bitten für alle, die gegenwärtig unter Hitze und Trockenheit leiden.
Gib allen deinen Geschöpfen ausreichend Wasser und Nahrung.
Wir bitten für alle, die dein Wort geringschätzen und zurückweisen.
Lass sie erkennen, dass deine Frohe Botschaft zu erfülltem Leben führt.
Wir bitten für alle, die sich für die Verkündigung der Frohen Botschaft einsetzen.
Lass sie nicht mutlos werden, wenn ihr Bemühen auf taube Ohren stößt.
Wir bitten für unsere Pfarr- und Gottesdienstgemeinden.
Lass sie zu fruchtbarem Boden für dein Wort werden.
Wir bitten für unsere Verstorbenen; heute empfehlen wir dir besonders alle verstorbenen Seelsorger und Religionslehrer, die uns den Zugang zu deiner Frohen Botschaft erschlossen haben.
Lass sie die Früchte ihrer Bemühungen ernten und genießen.
Vater im Himmel, wir danken dir für alles, was du uns zur Entfaltung des Lebens schenkst.
Wir loben und preisen dich für deine unerschöpfliche Liebe. – Amen.
Im Evangelium haben wir gehört, dass Gottes Wort ausgesät wird und einem Samen gleicht, der reiche Frucht bringt. Auf einem ausgetretenen Weg, auf einem Stück Felsen, unter den Dornen hat der gute Samen keine Chance, aufzugehen.
Wir beten:
Herr,
viele Menschen lassen Hasstiraden los. In der Anonymität des Internets fallen letzte Hemmungen. Es wird Angst gesät.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
In der Öffentlichkeit werden viele Worte gemacht. Im Dickicht der Meinungen gehen Menschen verloren. Worte trennen.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
Auf unseren Straßen klingen Worte in vielen Sprachen. Menschen erzählen von fremden Orten. Heimat kennt viele Worte.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
In Kirchen werden viele Predigten gehalten. Die Räume sind voller Worte. Das Wort der Kirchen ist in eine Krise geraten.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
Viele Menschen können nur noch stammeln. Krankheiten und Altersbeschwerden lähmen ihre Sprache. Verstehen geht auch ohne Worte.
Lass dein Wort nicht leer zu dir zurückkehren.
Du, Herr, redest mit uns. Du säst dein Wort aus. Es kehrt nicht leer zu dir zurück, ohne zu bewirken, was du willst, und das zu erreichen, wozu du es ausgesandt hast. – Amen.
Herr Jesus Christus,
Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir bitten Dich:
Oftmals werden Deine Worte übertönt von der Geschäftigkeit und den Geräuschen unserer hektischen Welt.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören
Oftmals versinken wir in Aktionismus und Ruhelosigkeit.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören
Oftmals interpretieren wir Deine Worte so, dass sie keine Forderungen an uns stellen.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Oftmals suchen wir vergebens nach dem richtigen Weg.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Oftmals schauen wir nicht mehr hin, wo Hilfe und Nächstenliebe dringend gebraucht wird.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Oftmals verschließen wir unsere Ohren vor Deinen Anfragen an uns und wollen nur unsere Ruhe haben.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören
Oftmals wissen wir genau, was Du zu uns sagst, finden aber tausend Ausreden, anders zu handeln.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Herr Jesus Christus,
immer wieder richtest Du Dein Wort an uns. Unermüdlich bietest Du uns Worte des ewigen Lebens.
Lass uns nie das Vertrauen verlieren, dass Du bei uns bist. - Amen.
So sicher wie auf den Wechsel der Jahreszeiten können wir uns auf Gottes Wort verlassen. In Jesus Christus ist Gott selbst in die Geschichte seiner Schöpfung eingetreten. Darauf gründet unsere Hoffnung. Dass sie in unserem Leben für andere sichtbar wird, lasst uns beten:
Heute vor 970 Jahren haben sich die christlichen Kirchen des Ostens und Westens getrennt.
Beten wir für alle, die sich trotz vieler Rückschläge immer wieder neu um Annäherung bemühen.
Wie Friede, soziale Gerechtigkeit und eine gesunde Umwelt erreicht werden können, wird sehr unterschiedlich beurteilt.
Beten wir um Lösungen, die auf fruchtbaren Boden fallen und von vielen mitgetragen werden können.
Wenn unsere Bedenken und Zweifel am eigenen Weg übergroß werden, nehmen wir uns selbst die Möglichkeit zur Weiterentwicklung.
Beten wir um Vertrauen in deinen Plan für uns auf unserem Lebensweg.
Wer für deine Botschaft brennt, will sie auch weitergeben.
Beten wir für alle die mehr als mit Worten durch ihr Verhalten andere dafür begeistern können.
Wenn der Tod unserer Lieben Einsamkeit und Abschiedsschmerz hinterlässt, bist du uns immer nahe.
Beten wir für unsere Verstorbenen und alle jene, die um sie trauern.
Im Vertrauen darauf, dass dein Reich wächst und letztlich alle Widerstände besiegt werden, loben wir dich und danken dir jetzt und allezeit. - Amen.
Schenke denen tiefe Einsicht, die sich als Lehrer, als Wissenschaftler und Prediger oder Predigerinnen mit deinem Wort beschäftigen, damit dein Wille in dieser Zeit erkannt wird.
Erbarme dich aller, die sich deinem Wort und deiner Liebe verschließen, und schenke ihnen die Umkehr ihrer Herzen.
Zeige allen Verantwortlichen in Gesellschaft und Politik Wege, die Umweltkrise zu überwinden
und vertreibe jeden Egoismus aus den Herzen aller Menschen.
Hilf Wege zum Frieden zu finden,
im Großen wie im Kleinen.
Sei allen nahe, die sich besonders in der Zeit der Pandemie einsam fühlen,
dass sie nicht verzweifeln und verbittern.
Lass alle Worte der Ermutigung hören,
deren Leben trostlos ist.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Christus ist das Wort, das der Vater in die Welt hineingesprochen hat.
Im Wort der Schrift ist er unter uns gegenwärtig.
In diesem Glauben lasst ihn uns nun jetzt mit unseren Worten bitten:
Hilf deiner Kirche, so nach deinen Worten zu handeln,
dass deine Botschaft bei allen, die sich nach ihr sehnen, ankommen kann.
Hilf uns, die aufgrund der Pandemie bestehende weltweite Krise so zu bewältigen,
dass die gesamte Menschheitsfamilie in Frieden und Gerechtigkeit leben kann.
Hilf den vielen in ihrer seelischen Gesundheit Beeinträchtigten auf Menschen zu treffen,
die ihnen bei ihrem Weg aus der Krise helfen können.
Hilf uns immer wieder das Jawort der Liebe zu unseren Partnern, Familien, Freunden und Mitmenschen zu sprechen.
Hilf allen, die unter dem Verlust eines lieben Menschen leiden, tröstende Worte auf- und annehmen zu können.
Herr Jesus Christus!
Du bist das Wort des Vaters, das uns im Glauben erfahren lässt, dass er uns liebt und als seine Töchter und Söhne annimmt.
Dafür danken wir dir und preisen dich jetzt und allezeit. - Amen.
Gott,
sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist,
und nimm unsere Gaben an.
Heilige sie, damit alle, die sie empfangen,
in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Herr, durch diese Gaben
nährst du den ganzen Menschen:
du gibst dem irdischen Leben Nahrung
und dem Leben der Gnade Wachstum.
Lass uns daraus immer neue Kraft schöpfen
für Seele und Leib.
Darum bitten wir im heiligen Geist durch Jesus Christus, unseren Herrn.
MB 11. Sonntag im Jahreskreis
Dir, Gott, können wir nichts bringen, was wir nicht von dir bekommen hätten.
Brot und Wein.
Du, Gott, wirst uns nichts geben, was nicht von deinem Herzen kommt.
Leib und Blut Jesu,
deines Sohnes,
unseres Bruders.
Er ist für uns gestorben,
für uns ist er von Toten auferstanden.
Wir feiern sein Gedächtnis, bis er wiederkommt.
Für die Ewigkeit.
Deine Worte, guter Gott,
wurden sichtbar, erfahrbar und greifbar,
in deiner Liebe zu uns.
Wir bringen dir Brot und Wein.
Sie sind Zeichen deiner Liebe,
die für uns lebt,
die sich für uns hingab.
Sie geben uns Kraft.
Sie verwandeln unsere Herzen.
Sei jetzt die Mitte und stärke uns. - Amen.
Guter Gott,
das Brot, das aus vielen Körnern bereitet wurde,
und der Wein, der aus vielen Trauben gewonnen wurde,
sind uns Zeichen dafür, dass Du für uns sorgst und uns nährst.
Wir bitten Dich, stärke und nähre uns mit dem Wort und dem Brot,
das vom Himmel kommt und das nur Du geben kannst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Kehrvers:
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn. (GL 616,5)
Großer Gott und Schöpfer des Alls,
wir kommen zu dir,
um dir zu danken und dir unseren Lobpreis darzubringen.
Du hast alles, was existiert, ins Dasein gerufen
und allem Lebenden deinen Atem eingehaucht.
Kehrvers
Mit der ganzen Schöpfung, die du der Vergänglichkeit unterworfen hast,
teilen wir die Hoffnung, dass wir aus der Verlorenheit
zur Herrlichkeit der Kinder Gottes befreit werden.
Kehrvers
Durch den Mund der Propheten hast du unermüdlich deinen Willen kundgetan
und dein Wort ausgesandt, damit die Menschen hören und verstehen,
zur Einsicht kommen und sich zu dir hin bekehren.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth ist dein Wort Fleisch geworden
und hat unter uns gewohnt.
Er ist für uns zum Weizenkorn geworden,
das in die Erde fällt und stirbt, um reiche Frucht zu bringen.
Kehrvers
Eindringlich hat er uns die Frohe Botschaft vom Reich Gottes ans Herz gelegt,
damit wir sie aufnehmen, wie fruchtbarer Boden die Samenkörner aufnimmt
und reiche Frucht bringen lässt.
Kehrvers
Wir danken dir, dass du uns die Hoffnung gibst,
dass dein Wort auch in uns und durch uns reiche Frucht bringt.
Mit der ganzen Schöpfung singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B: Mein ganzes Herz erhebet dich (GL 143)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
immer und überall zu danken
durch deinen geliebten Sohn Jesus Christus.
Er ist dein Wort,
durch ihn hast du alles erschaffen.
Ihn hast du gesandt als unseren Erlöser und Heiland.
Er ist Mensch geworden durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria.
Um deinen Ratschluß zu erfüllen
und dir ein heiliges Volk zu erwerben,
hat er sterbend die Arme ausgebreitet
am Holze des Kreuzes.
Er hat die Macht des Todes gebrochen
und die Auferstehung kundgetan.
Darum preisen wir dich
mit allen Engeln und Heiligen
und singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 6
MB 2. Hochgebet
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater,
zu danken und deine Größe zu preisen.
Du bedarfst nicht unseres Lobes,
es ist ein Geschenk deiner Gnade,
daß wir dir danken.
Unser Lobpreis kann
deine Größe nicht mehren,
doch uns bringt er Segen und Heil
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn rühmen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 4
Ackerboden sein
fruchtbar und schwer -
aufnahmebereit
für Gottes Wort
Ackerboden sein
kraftvoll und offen -
aufnahmebereit
für den Samen Gottes
Ackerboden sein
Steine und Felsen wegräumen -
freudig aufnehmen
und wachsen lassen
Ackerboden sein
hören und verstehen
was Gott von mir will -
und Frucht bringen
hundertfach
Herr, unser Gott,
wir danken dir für die heilige Gabe.
Laß deine Heilsgnade in uns wachsen,
sooft wir diese Speise empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Barmherziger Gott,
das Sakrament der Erlösung,
das wir empfangen haben,
nähre uns auf dem Weg zu dir
und schenke dem wahren Glauben
beständiges Wachstum.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du hast uns mit deinem Wort
und dem Brot des Lebens genährt.
Gib, daß wir gläubig auf deinen Sohn hören,
damit wir deine Kinder heißen und es in Wahrheit sind.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Taufe des Herrn
Gütiger Gott,
die heilige Opfergabe,
die wir dargebracht und empfangen haben,
schenke uns neues Leben.
Laß uns Frucht bringen in Beharrlichkeit
und dir auf immer verbunden bleiben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 13. Sonntag im Jahreskreis
Wir haben dein Wort gehört,
wir haben dein Wort gefeiert,
Gott.
Du bist größer als alle Worte.
Beschenke uns mit deinem Segen.
Schenke uns Worte, einander zu verstehen,
Dinge beim Namen zu nennen
und für Wahrheit und Gerechtigkeit einzustehen.
Bewahre uns davor, Vorurteilen auf den Leim zu gehen
und alternativen Fakten Vertrauen zu schenken.
In deinen Wortschatz hast du unsere Namen aufgenommen,
unsere Geschichten und Schmerzen,
unsere Hoffnungen und unsere Zweifel.
Wir danken dir,
dass dein letztes Wort „Liebe“ ist.
In Christus, unserem Herrn.
Vater im Himmel,
auch wir warten sehnsüchtig darauf, dass die Welt erkennt,
dass nur ein Leben nach deinem Liebesgebot zu einem Leben in Fülle und Frieden führt.
Mache uns zu friedvollen Streitern dieses Liebesgebotes
und schenke uns dazu die Kraft deines segnenden Mit-uns-seins.
Das erbitten wir durch deinen Sohn,
der uns ein glaubhaftes Vorbild dieses Liebesgebotes gegeben hat.
Wenn einer träumt,
ist es nur ein Traum,
wenn viele träumen,
dann ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.
Wenn einer deine Worte verkündet,
dann kann dein Wort bereits Frucht bringen,
Wirkung zeigen.
Segne uns,
dass durch unsere Worte
die Welt immer mehr nach deinem Willen gestaltet werde. - Amen.
Was ist der Unterschied zwischen Hören und Zuhören? Ein ganzes Wochenende mit Kommunionkindern, immer diese Frage im Blick, kreiste um den ersten Teil dieses Evangeliums. Und die Kinder brauchten den zweiten Teil nicht, sie verstanden es gut: Sie kannten alle Arten des Hörens aus eigener Erfahrung. Das hören, wenn die Mutter ruft, einfach so als Geräusch im Hintergrund – das ist wie der Samen auf dem Weg, das Gehörte hat keine Chance, irgendwie anzukommen. Dann gibt es das Hören auf den Ruf der Mutter, das wahrgenommen wird, aber sofort wieder verdorrt – man hat zwar gehört, was sie will, denkt vielleicht sogar kurz drüber nach - hat es aber sofort wieder vergessen. Das ist die versengte Saat. Oder man ruft: ja, ich komme gleich – muss aber erst noch den Level zu Ende spielen oder die Seite zu Ende lesen und vergisst es darüber wieder.
Die Kinder haben es schnell begriffen. Aber wie ist das mit mir? Wie oft fällt das Wort Gottes bei mir auf fruchtbaren Boden? Ist es nicht häufig eher so „ich müsste eigentlich“ und schwupp ist es überwuchert von dem, was auf mich einstürmt in der lauten Welt. Oder verdorrt, weil ich es direkt wieder beiseiteschiebe. Und wie oft kommt es gar nicht erst an?
„Mit dem Herzen hören“ haben die Kommunionkinder es genannt, wenn das Wort auf fruchtbaren Boden fällt. Ja, vielleicht sollten wir alle viel häufiger mit dem Herzen hören: damit das Wort wahr werde in unserer Welt.
Edith Furtmann
wie eine Boje –
gleichnishaft –
setzt Jesus sich ins Boot
sichtbar für alle
Orientierung gebend
fordernd
zu sehen
hinzuhören
mit dem Herzen dabei zu sein
damit
seine heilbringende Botschaft
zu gelingendem Leben wird
IHM folgend
finde ich sichere Fahrt
finde ich fruchtbringenden Boden
finde ich
LEBEN IN FÜLLE
Beatrix Senft
Muss ich dir noch lange erklären, dass es Unfug ist, über die Art und Weise dieser Auferweckung nachzugrübeln, etwa über die Frage, ob denn unser Leib in der Ewigkeit aus dem gleichen Stoff besteht wie jetzt? Es geht um Dinge, die jenseits unseres Verständnisses liegen, und es kommt allein darauf an, dass Gott uns zur Vollendung führen will. Alle Chancen, die in uns stecken, will er zur Reife bringen, ein großartiges Einswerden mit Gott und untereinander ist hier verheißen! So ist die Hoffnung auf ein ewiges Leben keine billiger Trost. Sie lässt uns vielmehr unseren Rang und unsere Würde begreifen. Wer so viel von Menschen hält, muss sich auch schon auf dieser Welt für seine Würde, seine Freiheit und seine Rechte einsetzen!
Mit uns soll die ganze Schöpfung in Gottes Herrlichkeit eingehen. Das ist ein faszinierender Gedanke. Er lässt uns allerdings unwillkürlich innehalten: die ganze Schöpfung - auch das Böse, das sich in ihr ausgebreitet hat? Muss nicht erst alle Zwiespältigkeit der Welt besiegt werden - sodass nur noch Gottes Reich besteht ohne einen Schatten von Bosheit oder Sünde? Genau das meint die Kirche mit ihrer Lehre vom kommenden Weltgericht. Darüber möchte ich dir in meinem nächsten Brief mehr erzählen.
Aus: Winfried Henze, Glauben ist schön, Harsum 2001, 6. Auflage.
Großer Gott, gib uns ein verständiges Herz:
damit wir von deiner Schöpfung
nicht mehr nehmen, als wir geben,
damit wir nicht willkürlich zerstören
nur um unserer Habgier willen,
damit wir uns nicht weigern,
ihre Schönheit mit unseren Händen
zu erneuern,
damit wir niemals von der Erde nehmen,
was wir nicht wirklich brauchen.
Großer Gott,
gib uns Herzen, die verstehen;
dass wir Verwirrung stiften,
wenn wir die Musik der Erde stören;
dass wir blind für ihre Schönheit werden,
wenn wir ihr Angesicht verunstalten;
dass wir ein Haus voll Gestank haben,
wenn wir gefühllos ihren Wohlgeruch
verderben.
Ja, Herr, wenn wir sorgsam mit unserer Erde
umgehen, sorgt sie für uns.
Indianisches Gebet aus: Kokschal Annegret und Peter, Gebete für das ganze Leben, St. Benno-Verlag Leipzig 2004.
Berüchtigt sind die Predigten, die in der Zeit der europäischen Aufklärung nicht nur gehalten, sondern auch vonseiten der Obrigkeit dringlichst empfohlen wurden. Achim Buckenmaier schilderte in einem Vortrag „200 Jahre Säkularisation - Glück oder Unglück für die Kirche?“ die Thematik solcher Predigten:
„Es gab jetzt Natur- und Ackerpredigten; es gab die sogenannte „Rossbollenpredigt“. Eine Weihnachtspredigt kam über den Stall von Bethlehem auf den Vorzug der Stallfütterung gegenüber der Koppelwirtschaft zu sprechen, eine Osterpredigt pries, ausgehend vom Gang der Jünger nach Emmaus, die Wohltat des Spazierengehens, an Pfingsten wurde über die frische Luft gesprochen, das Wort „der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ war ein willkommener Anlass, vom „unaussprechlichen Segen des Kartoffelanbaus“ zu reden.“
Aber sind wir heute besser? Es wird gepredigt (nicht nur, aber oft) über das Sich-selbst-Finden, das Sich-selbst-Lie-ben, die Geduld mit sich selbst, die Geduld mit den Anderen, über spirituelle Lebensqualität, Toleranz, Tierliebe und Verhalten im Straßenverkehr. Man predigt Humanismus und gibt Orientierungshilfen. All das ist noch ziemlich weit vom Christentum entfernt. Es kommt aus der Angst, die Gottesdienstteilnehmer wollten mit den Mysterien des Christentums nichts zu tun haben. Ob das nicht eine gewaltige Täuschung ist?
Aus: Gerhard Lohfink, Heute – wann sonst? Unangepasstes über Gott und die Welt. Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2015.

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Das Wort Gottes entlastet den Menschen. Des Menschen Anteil tritt hinter die Wirksamkeit des Wortes, das von Gott kommt und Heilszusage ist. Das macht auch der Hinweis auf die fruchtbaren Folgen von Regen und Schnee deutlich: an der Fruchtbarkeit des Ackers hat der Mensch nicht den entscheidenden Anteil. Jahwes Wort versorgt den Menschen - wie den Säenden mit Samen und wie den Essenden mit Brot.
Gott sendet sein Heilswort aus wie einen Boten oder wie einen Arzt. Und das Wort bewirkt das, wozu es ausgesandt ist.
Die Kapitel 40-55 des Prophetenbuches sind vom sog. Deuterojesaja oder "zweiter Jesaja" in der Exilszeit geschrieben worden. Die Worte sind Trostworte für das Volk im Exil. Die Knechtschaft wird enden und eine neuer Exodus unter Gottes Führung steht bevor. Der Glaube an den "Einen Gott" (Monotheismus) wird lehrmäßig ausgesagt, die Nichtigkeit der falschen Götter durch ihre Ohnmacht bewiesen. Das Wort, das von diesem Gott ausgeht, bringt Heil, Erlösung und Befreiung. Es ist ein Wort für das Leben der Menschen.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive