Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir,
der für alles Sorge trägt;
daher brauchst du nicht zu beweisen,
dass du gerecht geurteilt hast.
Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit
und deine Herrschaft über alles
lässt dich alles schonen.
Stärke beweist du,
wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt,
und bei denen, die sie kennen,
strafst du die anmaßende Auflehnung.
Weil du über Stärke verfügst,
richtest du in Milde
und behandelst uns mit großer Schonung;
denn die Macht steht dir zur Verfügung,
wann immer du willst.
Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt,
dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss,
und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt,
dass du den Sündern die Umkehr gewährst.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch der Weisheit.
Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir,
der für alles Sorge trägt;
daher brauchst du nicht zu beweisen,
dass du gerecht geurteilt hast.
Kein König und kein Herrscher kann dich zur Rede stellen
wegen der Menschen, die du gestraft hast.
Gerecht, wie du bist,
verwaltest du das All gerecht
und hältst es für unvereinbar mit deiner Macht,
den zu verurteilen, der keine Strafe verdient.
Deine Stärke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit
und deine Herrschaft über alles
lässt dich alles schonen.
Stärke beweist du,
wenn man an deine unbeschränkte Macht nicht glaubt,
und bei denen, die sie kennen,
strafst du die anmaßende Auflehnung.
Weil du über Stärke verfügst,
richtest du in Milde
und behandelst uns mit großer Schonung;
denn die Macht steht dir zur Verfügung,
wann immer du willst.
Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt,
dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss,
und hast deinen Söhnen und Töchtern die Hoffnung geschenkt,
dass du den Sündern die Umkehr gewährst.
Kv: Du, mein Herr, bist gut und bereit zu vergeben. – Kv
GL 517
Du, mein Herr, bist gut und bereit zu vergeben, *
reich an Liebe für alle, die zu dir rufen.
Vernimm, Herr, mein Bittgebet, *
achte auf mein lautes Flehen! – (Kv)
Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen /
und sich niederwerfen, mein Herr, vor deinem Angesicht, *
sie werden deinen Namen ehren.
Denn du bist groß und tust Wunder, *
nur du bist Gott, du allein. – (Kv)
Du, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger Gott, *
langsam zum Zorn und reich an Huld und Treue.
Wende dich mir zu und sei mir gnädig, /
gib deinem Knecht deine Stärke *
und rette den Sohn deiner Magd! – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an.
Denn wir wissen nicht,
was wir in rechter Weise beten sollen;
der Geist selber tritt jedoch für uns ein
mit unaussprechlichen Seufzern.
Der die Herzen erforscht,
weiß, was die Absicht des Geistes ist.
Denn er tritt so, wie Gott es will,
für die Heiligen ein.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Gott erhört unsere Gebete, aber er richtet sich nicht danach. Zutreffend, jedoch zu verkürzt, klingt diese Formulierung zur Lesungsthematik, dass der Geist eben wie Gott will 'für uns' eintritt. Bittgebete werden eben anders erfüllt als erhofft. Dies resümieren die wenigen Sätze des Textabschnittes.
Die Gemeinde ist nicht im Besitz totaler Einsicht in Gottes unerforschliche Wege. Über Jesus erfährt und erhält sie Zugang zu diesem Gott. Jesus schlägt die Brücke zwischen Gemeinde und Gott, er setzt sich für sie ein.
Letztendlich geht es um die Erlösung, die für die Gemeinde auf Erden unerfassbar ist. Somit wird vertrauensvoll auf diesen Geist gesetzt, wie auf diesen Jesus, der bei Gott ist.
Paulus hat in seinem Brief an die Gemeinde in Rom besonders im 8. Kapitel Gottes Treue geradezu besungen. Nichts kann uns von der Liebe Gottes scheiden. Ein Hochgefühl stellt sich gleichwohl nicht ein. Es ist die Schwachheit, die zugegeben und (in die Hand Gottes) abgegeben wird. Wer immer auch im "wir" gemeint ist (die Ausleger haben so ziemlich alles durchgespielt, was Menschen dazu eingefallen ist): Die existentielle Erfahrung, nicht einmal zu wissen, "worum wir in rechter Weise beten sollen", ist schon in der Frühzeit der Kirche nicht Ausnahme, sondern Regel. Paulus nimmt sich nicht einmal selbst aus.
In den Briefen, die Paulus geschrieben hat, findet sich kaum sonst ein so beredtes Loblied auf den Geist wie hier: der Geist selber tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Auffällig: der Geist ist nicht vollmundig, sondern "seufzt". Er entzieht sich unseren Beschreibungen und Festlegungen, spricht aber aus dem Herzen - das ist die ursprüngliche Bedeutung eines Seufzers, bevor sich die Worte eines Menschen annehmen oder sich ihm verschließen.
Der Geist tritt so für die Heiligen - das ist die Bezeichnung der von Gott geliebten Menschen - ein, wie Gott es will. So wie Paulus das Wirken des Geistes beschreibt, nähert er sich stark dem Bild an, dass im Johannesevangelium erscheint: der Geist ist Paraklet, Fürsprecher, Anwalt. Von Gott für Menschen bestellt. Das ist Gottes Art, mit der Schwachheit der Menschen umzugehen. In seinem Brief hat Paulus der Gemeinde in Rom - dem Nabel der damaligen Welt - die Augen geöffnet. Was das für den Umgang mit Schwachheit bedeutet, ist bis zur Stunde noch nicht vollends in Worte gefasst. Dass Paulus in Röm. 8 Theologie als Seelsorge profiliert, muss dann auch nicht mehr überraschen.
Halleluja. Halleluja.
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.
Halleluja.
Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann,
der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Menschen schliefen,
kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen
und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten,
kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn
und sagten: Herr,
hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?
Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein,
damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte
und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut
und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen;
den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Er legte ihnen ein weiteres Gleichnis vor
und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn,
das ein Mann auf seinen Acker säte.
Es ist das kleinste von allen Samenkörnern;
sobald es aber hochgewachsen ist,
ist es größer als die anderen Gewächse
und wird zu einem Baum,
sodass die Vögel des Himmels kommen
und in seinen Zweigen nisten.
Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig,
den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg,
bis das Ganze durchsäuert war.
Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen
und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen,
damit sich erfülle,
was durch den Propheten gesagt worden ist:
Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen,
ich spreche aus,
was seit der Schöpfung der Welt verborgen war.
Dann verließ er die Menge
und ging in das Haus.
Und seine Jünger kamen zu ihm
und sagten:
Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!
Er antwortete: Der den guten Samen sät,
ist der Menschensohn;
der Acker ist die Welt;
der gute Samen, das sind die Kinder des Reiches;
das Unkraut sind die Kinder des Bösen;
der Feind, der es gesät hat,
ist der Teufel;
die Ernte ist das Ende der Welt;
die Schnitter sind die Engel.
Wie nun das Unkraut aufgesammelt und im Feuer verbrannt wird,
so wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
Der Menschensohn wird seine Engel aussenden
und sie werden aus seinem Reich alle zusammenholen,
die andere verführt und Gesetzloses getan haben,
und werden sie in den Feuerofen werfen.
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Dann werden die Gerechten
im Reich ihres Vaters wie die Sonne leuchten.
Wer Ohren hat, der höre!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wie kommt das Böse in die Gemeinde? Eine Thematik, die den Verfasser des Evangeliums wie seine Hörer selbst beschäftigt. Merkwürdig klingt, dass der Feind in der Nacht Unkraut in's Feld sät. Natürlich ist Jesus mit Erfolg und Mißerfolg von Aussaat bis Ernte vertraut. Somit kann er dies auch schildern, wenn auch in überzeichnender Form. Erst später wird der Teufel in einer Art Ausdeutung des Gleichnisses eingeführt. Dies könnte wohl erst von der Gemeinde hinzugefügt worden sein. Matthäus setzt auch bei anderen Gelegenheiten die Gerichtsschilderung ausmalend hinzu. Der Kern des Gleichnisses auf Jesus zurückgehend zeigt, dass dieser seine Botschaft für offen hält im Kontrast wie Unterschied zu in sich ruhenden Sondergrüppchen.
Die beiden nächsten Gleichnisse beinhalten einen inneren Zusammenhang, der gegensätzlich ist. Ein Kontrast liegt hier vor, der zusammenführt. Das Senfkorngleichnis spricht vom kleinen Beginn und kontrastangereichert vom wunderbaren Endprodukt. Das Gleichnis vom Sauerteig spricht den Prozeß des Werdens an. Einerseits ist das Himmelreich wunderbares Entstehen, andererseits mühsames Werden, wie in die Welt eingeknetet zu werden.
Seit Jesus ist der Acker nicht mehr leer und der Teig in Bewegung. Und doch bleibt die Verborgenheit des Reiches in der Welt genauso wie die damit verbundene Erfolglosigkeit. Gott selbst wird sein Reich herbeiführen.
Bei Matthäus erklärt Jesus nicht allzuoft Gleichnisse. Denn normalerweise verstehen sie die Gleichnisse. Das Erfüllungszitat in dieser Stelle zielt ebenfalls auf das rechte Verstehen hin.
Die angeschlossene Deutung zeigt logisch Jesus als den guten Sämann, und den Teufel als Feind. Sehr eindrücklich wird die gesammte Welt zum missionierenden Ackerfeld. Alles läut auf Gott hin. Von dorther ist auch alles zu sehen und zu deuten. Alles wird sehr bildhaft geschildert und es liegen verschiedene Textstellen des Alten Bundes zugrunde. Im Buch Daniel kommt der Feuerofen vor, oder das Leuchten der Gerechten.
Matthäus ordnet alles auf das Gericht hin. Im Letzten steht das Reich des Menschensohnes. Detailiertes über das Gericht lässt sich aber nicht herausholen, nämlich für wen und wie und alle umfassend. Denkt er an ein Weltgericht? Das bleibt offen.
In Mt. 13 sind Gleichnisse Jesu gesammelt, die unter der gemeinsamen Überschrift stehen: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit". Unabhängig von der Frage, welche Art Gleichnis hier vorliegt: In kleinen, überraschenden Geschichten erzählt Jesus, wie Gott sein Reich versteht und vorstellt.
Es gehört zur pastoralen Klugheit, sich nur auf ein Gleichnis einzulassen. Die vorgeschlagene Kurzform konzentriert sich auf das erste Gleichnis: die beste Saat - dann in der Nacht, unbeobachtet, aber auch unerwartet, wird Unkraut ausgesät. Im Sinne des Gleichnisses: es ist kein Versehen, sondern Absicht. Irgendwann, dann aber auch nicht mehr zu übersehen, gehen die gute wie die schlechte Saat auf. So dicht nebeneinander ist es nicht einmal möglich, das Unkraut zu trennen. Was in der Übersetzung untergeht, ist, dass das Unkraut, das hier schießt, dem Weizen täuschend ähnlich aussieht. Es gehört zur Klugheit, auf die Ernte zu warten - wer die Entscheidungen früher will, muss sich an der guten Saat vergreifen, ohne eine Garantie zu haben, der schlechten Saat Herr geworden zu sein. Im Gleichnis sagt Jesus dann auch: "Lasst beides wachsen bis zur Ernte".
Ist diese Geschichte auf dem ersten Blick wie ein (Wirtschafts-)Krimi, wird sehr schnell deutlich, wohin das Gleichnis führt: Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich (!) zu den Arbeitern sagen … Es ist Jesus, der das Urteil spricht. Im Kontext des Evangeliums wird den Jüngern, der Kirche, das "letzte Wort" genommen, das Vertrauen aber gewährt: Lasst beides wachsen. In diesem Spannungsverhältnis hat die Geschichte, die Jesus erzählt, eine klare Position.
Zum Verständnis gehört allerdings, den Bewegungen ein Ohr zu schenken: Es sind in dieser Geschichte zwei Figuren, die etwas machen: einer sät guten Samen - der andere schlechten. Der eine geht bei Tag aufs Feld - der andere braucht den Schutz der Nacht.
Die Deutung, die das Evangelium gibt (VV. 36-43), stellt den Menschensohn und den Teufel gegenüber. So erläutert das Evangelium dann den Weg und das Geschick Jesu.
Jesus muss sterben, weil die schlechte Saat aufging - und nicht vor der Zeit auszusondern war. Was den einen wie eine Tragik erscheint, bekommt im Evangelium Gottes Anteilnahme. Am Ende wird er richten. Die letzten Bewegungen: verbrennen - in die Scheune sammeln. Wobei die Scheune ein Bild für Aufbewahren und Reichtum ist, "verbrennen" aber für Vergehen und Reinigung steht.
Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
erzählte Jesus der Menge folgendes Gleichnis:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Mann,
der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Menschen schliefen,
kam sein Feind,
säte Unkraut unter den Weizen
und ging weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten,
kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn
und sagten: Herr,
hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät?
Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind getan.
Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein,
damit ihr nicht zusammen mit dem Unkraut den Weizen ausreißt.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte
und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut
und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen;
den Weizen aber bringt in meine Scheune!
Gutes und Böses gibt es nicht in Reinkultur. Gut und Böse sind immer vermischt. Sogar die Unterscheidung zwischen gut und böse ist nicht immer klar und einfach. Was gut oder böse war, erkennen wir meist erst im Nachhinein. "Gut gemeint" ist nicht selten das Gegenteil von gut. Jesus zeigt uns, wie wir mit dem Guten und Bösen umgehen sollen. Er sät den guten Samen aus und wartet bis zur Ernte, bei der das Böse ausgesondert wird.
Eine verwegene Geschichte! Im Schutz der Dunkelheit schleicht sich ein Typ auf das Feld, auf dem tagsüber feiner Weizen ausgesät worden war. Die, die den Tag über hart gearbeitet haben, sind müde nach Hause gegangen. Und was macht der Unhold in der Nacht? Die Samenkörner einzeln wieder dem Erdreich zu entreißen, geht wohl nicht. Schlicht: Kapazitätsmangel. Und wirtschaftlich ist es auch nicht. Schließlich wäre auch die Nacht viel zu kurz für ein solches Unterfangen. Wenn ich das Feld versauen will, so hören wir den Unhold murmeln, muss ich auch säen. Unkraut. Unkraut. Ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich böser Krauter heiß’.
Alles wird wild durcheinander wachsen. Die gute Saat und die schlechte. Bis es jemand merkt, vergehen Wochen. Wer dann panisch reagiert, hätte keine Wahl: Er müsste das ganze Feld ausrotten. Nein, den Weizen, den guten, auszusondern in dieser Unkrautwüste – wer könnte das? Fachmann hin, Fachfrau her. Andererseits: Das Unkraut vom jungen Weizen auszusondern und säuberlich zu jäten – das geht genauso wenig. Eine verwegene Geschichte! Von verkorkster Saat, versautem Feld und zweifelhaften Aussichten.
Nun erzählt Jesus diese Geschichte. Im Deutschen heißt das: ein Gleichnis. Die Geschichte hört sich wie ein Krimi an. Tappen in der Nacht. Ein fein getarntes Verbrechen. Das feine stille Lächeln des Teufels. Geht die Sonne erst wieder auf – es gibt keine Spuren. Der Mond war wohl auch hinter Wolken versteckt. In einer solchen Geschichte muss alles stimmen. Soll ich auch noch ein wenig Nebel verbreiten?
Jesus erzählt diese Geschichte als eine Geschichte vom Reich Gottes. Reich Gottes hört sich so vollendet an, übermenschlich, überzeitlich – und natürlich über alles Böse erhaben! Der schöne Schein trügt. In der Nacht … und so weiter… treibt sich ein Unhold herum und sät tatsächlich Unkraut aus. Ganz professionell! Gelernt ist gelernt!
Jesus erzählt diese Geschichte als eine Geschichte vom versauten Reich Gottes? Ich werde stutzig. Irgendwas stimmt hier doch nicht. Aber klar doch: Jesus selbst sät gute Saat aus! Sein Wort verändert alles! Sein Wort bringt Liebe in die Welt! Sein Wort überwindet gar den Tod. Alle Ängste, Verzagtheiten, Mutlosigkeiten, Resignationen – außer Kraft gesetzt. Es entstehen überall neue Geschichten. Neue Geschichten von Menschen, die aus Teufelskreisläufen heraustreten, Schuldkartelle durchbrechen, Hass-Spiralen entwirren. Eine großartige Saat! Wenn sie aufgeht – ist die Welt nicht mehr wiederzuerkennen!
Eigentlich ganz einfach, eigentlich auch nur wünschenswert. Haben Sie etwas anderes gehört? Na ja, ich schon. Mit den alten Geschichten lässt sich richtig gut Geld verdienen! Hass-Spiralen sind lukrativ. Sind sie noch nicht an der Börse notiert – ran, ihr Haie! Schuldkartelle verdingen sich für die Ewigkeit. Schuld darf nie enden. Erst wird sie in Erinnerungen verpackt, dann kommt sie in die Lehrbücher und am Ende weiß kein Mensch, was wahr ist oder falsch. Bildung liebt Erbstücke. Natürlich nur die richtigen. Schließlich drehen die Teufelskreisläufe immer schneller. Wenn da nur nicht der Haken wäre: wir glauben doch nicht mehr an den Teufel und stehen doch in seinem Bann. Die großen Verwirrer – sie bringen sogar die Saat so durcheinander, dass der Weizen zum Unkraut, das Unkraut zum Weizen wird. Ein wenig schüchtern stehe ich vor dem Feld. Weht der Wind, sieht alles gleich, alles gleich schön aus im Wogen der Halme.
Wenn es nicht die Tageszeiten gäbe, Tag und Nacht, Licht und Finsternis! Jesus erzählt eine Geschichte vom Reich Gottes, er erzählt sie als eine Geschichte von Tag und Nacht. Das gute Wort, das Evangelium, wird jeden Tag ausgesät. Von Menschen, die es Jesus gleichtun. Treu und beharrlich. Die Welt ist voller guter Worte – und hört sie doch nicht. Die Sähleute wissen, was im Schutz der Dunkelheit geschieht! Wie Hoffnungslosigkeit ausgebreitet wird - wie Unkraut. Wie das Böse durch die Furchen kriecht - wie Unkraut. Wie der Glaube sich furchtsam versteckt – wie Unkraut. Nur: was machen?
Jäten! Jäten? Nur: Wer sich ans Jäten macht, reißt die zarten Halme der Liebe, der Hoffnung, des Aufbruchs aus und steht vor einem riesigen Komposthaufen. Die Mistkäfer, die freuen sich. Aber die hat noch niemand lächeln gesehen.
Wir wissen oft nicht einmal, was gute, was schlechte Saat ist. Ich habe nur kleine Körner in der Hand. Was aus ihnen wohl wird? Werden kann?
Ob die ersten Zuhörer Jesu – es sind eigentlich die Jünger, also der harte Kern – das Gleichnis ihres Meisters verstanden haben? Wachsen lassen? Zuschauen? Einerseits ist das starker Tobak für alle, die keine Geduld mehr haben mit der Welt – andererseits spricht eine so große Gelassenheit aus der Geschichte Jesu, dass wir IHM das letzte Wort lassen können. Das schält sich als große Zusage heraus: Er ist der Richter. In seiner Geschichte heißt es:
"Lasst beides wachsen bis zur Ernte
und zur Zeit der Ernte
werde ich den Schnittern sagen:
Sammelt zuerst das Unkraut
und bindet es in Bündel,
um es zu verbrennen;
den Weizen aber bringt in meine Scheune!"
ER spricht die Schnitter an – nicht ich.
ER sammelt in seiner Scheune – nicht in meiner.
ER öffnet sein Reich – es ist nicht mein Reich.
Eigentlich möchte ich gerne die Schnitter beauftragen, nein, am liebsten wäre ich der Schnitter mit der großen Sense. Wie eine Furie möchte ich wüten. Dann wäre es aus mit dem Bösen.
Eigentlich möchte ich alles, was gut wächst, als meinen Erfolg ansehen und die Ernte einfahren. Genüsslich zähle ich die guten Taten. Wenn ich nicht wäre!
Eigentlich baue ich am liebsten an meinem Reich. Ich habe Maximen und Werte, Mittel und Wege. Wer draußen bleibt, ist es selber schuld. Ich regle das schon.
Jesus eröffnet sein Gleichnis mit einem Satz: "Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte." Wir ahnen schon, wer gemeint ist: Jesus. Er sät sein Wort aus, seine Liebe, seine Nähe. Wir ahnen noch mehr: Ich säe sein Wort aus, seine Liebe – meine Nähe. Diese Saat geht auf!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne,
in Christus Jesus,
unserem Herrn!
Wie kann man Unsichtbares vorstellbar machen? – Jesus tut es in Bildreden von Vorgängen, die jedem Zuhörer vertraut waren, in Gleichnissen. In drei Vergleichen erzählt er vom Wachsen des Reiches Gottes. Das dritte Gleichnis vom Sauerteig, den eine Frau mit einer Unmenge von Mehl vermengt, knüpft darüber hinaus an eine damaligen Hörern vertraute Erzählung von Abraham und Sara an.
Die Gleichnisse Jesu sind für seine Hörerinnen und Hörer Bildreden der Hoffnung, die das Wachstum des Reich Gottes „nachzeichnen“. Es sind Erfahrungen aus dem Alltag und sie werden von Jesus so erzählt, dass dort das Reich der Himmel anbrechen kann, wo es nicht vermutet wird, wo es unerwünscht ist, wo es noch im Verborgenen schlummert. Der gläubige Jude Matthäus spricht den Gottesnamen nicht aus, auch nicht dort, wo es um das Wirken Gottes unter uns Menschen geht. Matthäus bezeichnet das, was wir unter Reich Gottes hören, als „Reich der Himmel oder Himmelreich“. Es geht dabei um ein kraftvolles Handeln und Wirken Gottes, das hier zum Tragen kommt.
Ich greife eines der Gleichnisse aus dem heutigen Evangelienabschnitt auf; das Gleichnis, in dem von einer Frau die Rede ist, die sich mit der ihr eigenen Kraft um das Durchsetzen des Himmelreiches müht.
Hören wir noch einmal von dieser Frau: "Er sagte ihnen ein weiteres Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Sea Mehl verbarg, bis das Ganze durchsäuert war." (Mt 13,33).
Sauerteig und Mehl sind für viele heute noch ein Begriff; nicht gerade aufregend, denn es ist der Alltag, der da mitschwingt. Was jedoch in diesem Gleichnis über die Alltagserfahrung einer Brot backenden Frau hinausgeht, ist für uns heute kaum erkennbar. Wir hörten von 3 Sea Mehl. Was stellen sie sich darunter vor? Um welche Menge Mehl könnte es sich da handeln? - Obwohl ich dieses Gleichnis schon so oft gehört habe, es fast aus- und innwendig kenne, wusste ich jedoch nicht, wie viel 3 Sea Mehl sind; einfach immer „überhört“. Leider. Denn in diesem Hohlmaß steckt eine für unsere Ohren nicht vermutete große Menge Mehl! Ein Sea kann bis zu 13 Liter Mehl enthalten – es werden aber 3 Sea Mehl im Gleichnis genannt; also 3x so viel! Eine nur schwer vorstellbare Menge an Mehl, die von dieser Frau mit Sauerteig durchmengt wird, bis das Ganze durchsäuert war. Diese Teigmenge - Mehl, Sauerteig, Wasser - reicht ungefähr für 40 Kilo Brot!
Man könnte hier von Übertreibung sprechen, aber das ist es nicht. Jesus geht es um das Vermehren, vom Größerwerden, vom Aufgehen durch die Kraft des Sauerteigs. So macht dieses Gleichnis Sinn und erzählt erzählt von der Kraft des Reiches der Himmel; wie es im Verborgenen wächst, wie es sich ausbreiten kann, so wie der Sauerteig, der seine kraftvolle Wirkung entfaltet. In diesem einen Bibelvers steckt Power, Kraft und ganz viel Himmelreich, das sich hier im Bild vom Sauerteig durchsetzt. Dieses Gleichnis erzählt vom Tun wie dem der Frau, die knetet bis alles durchsäuert war, und von dem, was dann durch den Sauerteig, durch „das Reich der Himmel“ wachsen, größer werden und entstehen kann.
Für die damaligen Hörerinnen und Hörer, denen Jesus dieses Gleichnis erzählte, klang bei der Menge „3 Sea Mehl“ noch eine Erzählung aus der Tora mit. Die vertraute Geschichte von Abraham und Sara.
Das Erzelternpaar bekommt eines Tages überraschend Besuch. Abraham begrüßt den Besuch und lädt ihn nach orientalischer Gastfreundschaft zum Essen ein. Sara wird von Abraham gebeten: „Nimm schnell drei Sea Mehl, knete es und backe Brote!“ (Gen 18,1-5). Sauerteig wird hier zwar nicht erwähnt, aber „3 Sea Mehl“!
Da machte es bei den Zuhörerinnen und Zuhörern Jesu sicherlich „klick“, das kennen wir, davon wird uns schon ewig lang über Generationen erzählt. Sie wussten, dass es sich um eine große Menge Mehl handelte, die da Sara nehmen soll; so wie die Frau im Evangelium.
Aber was soll die Übertreibung mit dieser Menge Mehl bei Sara? - Wer Ohren hat, der höre von dem Wunder, das hier verkündet wird: In der Fortsetzung dieser Geschichte lachte Sara über die Verheißung, dass sie und Abraham, beide schon zu alt, um Kinder zu bekommen, durch einen Sohn Zukunft haben werden und Stammeltern eines unvorstellbar großen Volkes sein werden.
Bei der Frau mit ihrem Sauerteig, den sie in 3 Sea Mehl vermengen soll, kommt bei den damaligen Zuhörerinnen und Zuhörern ein Strahlen auf, denn die Verheißung Gottes, dass das Himmelreich unter ihnen wachsen und wirken kann, wird hier für alle nach Leben schmeckend verkündet
Das Beobachten des Wachsens und Gedeihens in der Natur verschafft uns Einsichten in unser eigenes Wachsen und in das Wachsen des Reiches Gottes.
Was Unkraut ist, ist oft nicht gleich erkennbar. Es braucht genauso Zeit zur Entwicklung wie alle anderen Gewächse, die Blumen, das Getreide und sonstige Pflanzen. Da fällt nicht selten die Unterscheidung der Geister schwer. Böses verbirgt sich hinter Gutem und wird nicht durchschaut. Auch das Böse entwickelt sich langsam.
Wer ist dieser „Jemand“, der auf dem frisch eingesäten Acker Unkraut streut? Das kommt leider oft genug vor. Hinter einem freundlich lobenden Wort stehen Neid, geballte Bosheit, um Erfolge des anderen schlecht zu machen. Durch Weitersagen vermehrt sich das alles wie Unkraut. Auf dem Acker des Erfolgs werden glaubhafte Gründe und Argumente vorgeschoben, sodass Neid, versteckte Wut, miserables Konkurrenzdenken nicht gleich erkannt werden, sondern, wenn überhaupt, erst später aufgedeckt werden, wenn sich all diese Giftpflanzen gut entwickelt haben. Irgendwann wird alles offenbar, spätestens am „Jüngsten Tag“.
Wenn das Unkraut nicht ordentlich gedeihen kann, versucht der „Jemand“ das Düngemittel der Destabilisierung, Demoralisierung und auch der Provokation hinzuzufügen. So etwas erleben wir im Weltgeschehen, kann aber auch in unserem Familien- und Bekanntenkreis zutreffen.
Das Gleichnis vom Senfkorn bietet eine etwas andere Sichtweise auf das Wachsen des Reiches Gottes. Man könnte sagen, es wirkt wie ein tiefer kühlender Atemzug inmitten einer überhitzten Welt.
Die hohen Temperaturen machen uns zu schaffen, sie machen müde, lethargisch. Pflanzen und Bäume kühlen. Das Senfkorn, aus dem ein mächtiger Baum wird, gibt Schatten, Geborgenheit, sogar Vögel nisten darin.
Man könnte dieses Gleichnis so deuten: Wenn das Leben uns einheizt, wir nahe am Durchdrehen sind, kommt aus dem kleinsten unscheinbaren Moment angenehme Kühle, ein wieder klarwerdender Kopf, der Lebensfreude zurückbringt. Das Blätterdach dieses Baumes ist ein Schutzschild für Mensch und Tier. Dieser Senfbaum wird zur göttlichen Klimaanlage, die wir notwendig brauchen, um die Last des Tages wenigstens kurzfristig abzulegen. Die Kraft des Winzigen kann so zum kleinen Funken der Hoffnung werden.
So wünsche ich Ihnen, dass sich, wenn Sie Ruhe finden, auch bei Ihnen ein Senfkorn entwickelt, das Senfkorn der Zufriedenheit mit Hilfe des Heiligen Geistes, der die Zufriedenheit, die Freude, die Hoffnung und die Dankbarkeit in uns so groß werden lässt, dass Sie selbst davon profitieren, aber auch Ihre Lebensumgebung gerne bei Ihnen Geborgenheit findet. Klimawechsel auch in Ihrem Inneren, weg von der Hast des Alltags in die angenehme Kühle der Ruhe. Schöne kühle Ferientage tun auch der Lunge gut…
Woher kommt das Böse und wie sollen wir mit dem Bösen umgehen? Ist uns nicht geboten, es radikal auszurotten? Im Gleichnis vom Unkraut in der Saat zeigt uns Jesus einen anderen Weg.
Einfache Lösungen sind verführerisch. Meist sind sie auch radikal. Populisten sammeln Anhänger, indem sie einfache Lösungen für komplexe gesellschaftliche Herausforderungen anbieten. Meist werden Probleme damit nicht wirklich gelöst, sondern einfach woanders hin verschoben: in die Zukunft, in die Nachbarländer…
Den einfachen Lösungen steht eine weitere Versuchung zur Seite: einfach die Augen vor dem Problem verschließen und sie auf die lange Bank verschieben.
Populistischen Tendenzen begegnen wir vor allem in der Politik - z.B. in Fragen der Migration, der Teuerung, bzw. der Inflation, Pensionsreform - aber auch in gesellschaftlichen und kirchlichen Themen kursieren vereinfachte Lösungsvorschläge, bzw. das nicht wahrhaben Wollen von Problemen. Wir hätten gerne, dass der Papst strittige Fragen einfach entscheidet, und nehmen nicht zur Kenntnis, dass es auch andere Standpunkte zu berücksichtigen gilt.
Im Evangelium dieses Sonntags wundern sich die Knechte eines Gutsherrn, dass auf den Feldern auch Unkraut wächst, obwohl sie diese in bester Absicht mit gutem Samen bestellt haben. Woher kommt das Unkraut? Woher kommt das Böse? Es muss nicht gleich der böse Nachbar oder gar der "Böse Feind" sein, Für meinen Biologielehrer gab es kein Unkraut. Das waren nur "unerwünschte Gewächse". Es ist aber auch keine wirkliche Lösung des Problems, wenn wir alles, was wir vorfinden, für gut erklären. Wir sehen das bei unkritischem Einsatz von chemischen Mitteln in der Landwirtschaft. Allein schon die schlichte Unterscheidung von gut und böse ist eine Vereinfachung, die der Komplexität der Lebensrealität nicht gerecht wird.
Was in unserem Leben gut oder böse war, wissen wir oft erst im Nachhinein. Der Gutsherr im Gleichnis Jesu ordnet an, zunächst zuzuwarten und erst am Ende zu entscheiden und erst im Zuge der Ernte das Unbrauchbare vom Guten zu scheiden.
Zuwarten erfordert zwar Geduld, bedeutet aber nicht Gleichgültigkeit und ist auch nicht zu verwechseln mit einem für gleich gültig Erklären eines Sachverhaltes.
Zuwarten verlangt aufmerksames Verfolgen der Entwicklung und setzt das Vertrauen voraus, dass am Ende das Gute die Oberhand behält. Das ist nicht immer leicht auszuhalten, vor allem, wenn Schaden zu befürchten ist. Am Ende treffen die Erntearbeiter jedoch eine klare Entscheidung: Das Unnütze wird verbrannt, der Weizen kommt in die Scheune.
Für mich enthält dieses Gleichnis drei Warnungen:
Neben der Warnung vor vereinfachten Lösungen, die unter Umständen mehr Böses anrichten als sie Gutes retten, warnt es auch vor vorschnellem Urteilen. Bis ein ausgewogenes Urteil gefällt werden kann, braucht es eine gewisse Zeit. Bis dahin ist Zurückhaltung zu üben und es gilt die Unschuldsvermutung.
Das Gleichnis endet jedoch mit einem klaren Urteil. Auch Unentschiedenheit und Wurstigkeit können verhängnisvolle Versuchungen sein. Auch davor werden wir gewarnt.
Wie die Knechte im Gleichnis sollen wir aufmerksam beobachten, wie sich unser Tun entwickelt und auf längere Zeit hin auswirkt. Am Ende sollen wir uns aber klar von allem Bösen in unserem Leben distanzieren.
Wenn wir nun versuchen, aus diesem Gleichnis Lehren für unser politisches, gesellschaftliches oder kirchliches Engagement zu ziehen, entnehme ich ihm mehrere Anregungen:
Wichtig ist das Ausbringen des guten Saatgutes. Dies geschieht nicht von selbst. Es ist nicht gleichgültig und auch nicht gleich gültig, wofür ich mich engagiere, wofür ich meine Lebensenergie einsetze.
Ich bewundere Menschen, die sich für Menschenwürde, Gerechtigkeit oder für soziale Dienst einsetzen. Ich schätze aber auch alle, die ihre Kräfte für die Entwicklung von Technologien, Wissensvermehrung, Wissensweitergabe oder für mehr Wohlstand für alle Menschen verwenden. Und ich bin bereit daran mitzuwirken, auch wenn ich nur ein kleines Rädchen, ein "unbedeutender Knecht" in diesem System sein kann.
Ich nehme mich vor Menschen in Acht, die meinen, den Weltuntergang aufhalten zu müssen, die den Untergang des Abendlandes zu verhindern suchen oder mit all ihren Kräften die "reine Lehre" der Kirche retten wollen.
Ich distanziere mich aber auch von Menschen, die nur für sich selbst leben und vor allem der Befriedigung ihrer Bedürfnisse ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen nachgehen.
Ich schätze Menschen, die mit offenen Augen das Leben und die Entwicklungen in der Welt beobachten, um ein klares Urteil ringen und daran mitarbeiten, dass uns immer besser gelingt zu unterscheiden, was für uns alle gut ist und was uns nicht gut bekommt.
Papst Franziskus ist oft dafür kritisiert worden, dass er nicht so entscheidungsfreudig ist, wie manche seiner Vorgänger es waren. Er hütet sich, vorschnell über anders denkende, empfindende und lebende Menschen zu urteilen. Statt dessen hat er zur Diskussion und Lösungssuche brennender Kirchenprobleme eingeladen und den synodalen Prozess angeordnet. Dieser soll ein gemeinsamer Weg des aufeinander Hörens und des gemeinsamen Suchens nach Lösungen der anstehenden Fragen sein.
Mir gefällt diese Vorgehensweise, da sie etwas vom langen Atem des Gutsherren im Gleichnis Jesu in sich trägt.
Die Ferien- und Urlaubszeit bietet uns Gelegenheit, über Wichtiges und Grundsätzliches nachzudenken, wofür unter dem Leistungsdruck des Berufslebens oft wenig Raum bleibt. Dies kann zugleich Anlass sein, dem Geist Gottes Raum zu geben, sich von ihm leiten lassen und mit seiner Hilfe Gutes von Bösem zu unterscheiden.
Sommer, Sonne, Hitze, Regengüsse- Urlaubszeit, also heraus aus dem terminlichen Hamsterrad. Wir haben hoffentlich Zeit, die Natur zu genießen, sie auch zu betrachten. Da wir auch Teil dieser Schöpfung sind, sollten wir nicht nur unsere physische Gesundheit beachten, sondern auch auf unseres Inneres hören, darüber hinaus, wie es mit unserem Glaubensleben aussieht, mit unserem Gottvertrauen. Auch die Sinnfrage soll dabei nicht zu kurz kommen. Wozu lebe ich überhaupt? Wie wird mein Leben verlaufen? Wohin gehe ich?
Die Texte heute sind sehr fordernd. Nur einige Gedanken können hier angedeutet werden. Gleich der erste Satz aus dem Buch der Weisheit: Es gibt keinen Gott außer dir, der für alles Sorge trägt.“ Welche Beziehung haben wir zu unserem Gott? Im Trubel der Zeit scheint Gott vielen nicht abzugehen oder sie haben ihre eigenen Götter. Auch das ist in der Heiligen Schrift bekannt. Der Psalm 115 spottet über die Götzen der Völker: „Ihre Götzen sind nur Silber und Gold, Machwerk von Menschenhand. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, sie haben Ohren und hören nicht, sie haben eine Nase und riechen nicht, ihre Hände, sie greifen nicht.“ (Ps 115,5-8). Sie sind also tot, beziehungslos. Und dann die Aufforderung: „Israel, vertrau auf den Herrn.“ Dieses Vertrauen wird im Psalm mehrmals angesprochen.
Glauben hat mit Vertrauen zu tun, Unglauben könnte auch bewusste Ablehnung sein. „Der Gerechte muss menschenfreundlich sein.“ Es heißt auch, dass „Gott gerecht urteilt.“ Gerechtigkeit und Wahrheit bilden den Urgrund für den Sinn unseres Lebens. Darum sollen wir uns bemühen. Wozu lebe ich überhaupt? Die Antwort wäre: menschenfreundlich zu sein, so wie es Gott zu uns ist. „Du richtest uns in Milde und behandelst uns mit großer Nachsicht“. Das ist beispielgebend für unsere Lebensgestaltung, auch den Mitmenschen gegenüber. Wie soll das geschehen?
Die zweite Lesung gibt Antwort. Dort heißt es: „Der Geist nimmt sich unserer Schwachheit an. Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen.“ Eine interessante, aber auch eigenartige Feststellung. Wir bringen doch immer unsere Bitten, Sorgen, Nöte ausführlich zur Sprache, manchmal formulieren wir sogar Dankgebete, ja es gibt sogar Gebetsstürme: die Prüfung möge gelingen, die Operation soll gut vorbeigehen, das Kind soll von der Reise wieder wohlbehalten nach Hause kommen…
All das ist berechtigt, verständlich. Jesus hinterlässt uns sogar eine „Gebetsvorlage“ in sieben Bitten, die all unsere Bedürfnisse enthalten: An erster Stelle steht die Gottesverehrung, dann sollten wir uns nach seinem Willen richten. Das sind Bitten, die in unserem Leben oft unter ferner liefen zu finden und im Vaterunser enthalten sind. Wessen Wille soll geschehen, der menschliche oder der göttliche Wille, der oft hintansteht.
Wer glaubt, wird auch von innen her gewandelt. Der Geist will uns zu Persönlichkeiten entwickeln, damit wir gute Entscheidungen treffen, darauf dürfen wir vertrauen. „Wer glaubt, ist nie allein, du Herr wirst bei uns sein mit deiner Kraft, die Leben schafft“, heißt es in einem ein Lied, das auch im Gotteslob (Nr. 927) enthalten ist. Deswegen schickt er uns den Heiligen Geist, der sich unserer Schwachheit annimmt. Er ist nicht jene Gottheit, die keinen Mund hat und nicht redet, Ohren, die nicht unsere Bitten erhört. Gott spricht auch durch die Zeichen der Zeit, besonders, wo es gefährlich wird. Schau dein Leben an, der Geist Gottes will dir Gutes tun, dass du zu guten Lebensentscheidungen kommst.
Dann das Evangelium: Wir hören Geschichten aus dem Alltagsleben jener Zeit, eine Alltagserfahrung, die in Bildern vom guten Samen und den Ähren, dazwischen Unkraut dargestellt werden. Was bedeutet das für uns? Zunächst: Da tauchen wilde Pflanzen auf, die bringt man nicht mehr weg, wurzeln sich ein, sehen gut aus, spenden Schatten. Man soll sie stehen lassen, weil sonst viel Gutes verlorengeht. Unser Leben gestaltet sich abwechslungsreich. Gutes und Böses erleben wir auch in Mischformen., kommt nur im Gemenge vor. Viel vom Bösen steckt auch in verschiedenen Versuchungen, in den Lastern, in den Widersprüchen des Lebens, in der Dummheit. Deshalb brauchen wir den Heiligen Geist, der sich unserer Schwachheit annimmt. Das nennen wir dann „Unterscheidung der Geister.“ Wir sollten so zu gereiften Persönlichkeiten werden wie die reifen Ähren auf dem Feld.
Zusammenfassend könnten wir sagen: Überprüfen wir, ob Gott für uns wirklich existiert, ob er nicht, wenn es schwierig wird, ausgeblendet wird, verbunden damit unsere Gebetshaltung. Hüten wir uns auch vor einseitigen Beurteilungen, wie wir über Menschen reden (unsympathisch, daher Unkraut), heimlich eingestreute böse Worte verderben viel. Lehre uns mit Widersprüchen gut umzugehen - audiatur et altera pars - also vor einer Verurteilung beide Seiten hören, und beten wir auch um „Unterscheidung der Geister“. Schreiben Sie den einen oder anderen Gedanken in Ihr Herz.
Das Beispiel des Gutsherren, erst bei der Ernte Gutes von Schlechtem zu trennen, setzt langen Atem, Zuversicht und Gelassenheit voraus. Wenn neue Ideen zur Lösung von Problemen auftauchen, neue Lebensweisen ausprobiert werden, geraten wir in ein Spannungsfeld, das nicht leicht auszuhalten ist. Am Ende gilt es aber, eine Unterscheidung, eine Scheidung, von Gutem und Ungutem zu treffen.
Das Gleichnis im heutigen Evangelium bietet keine To-do-Liste, die abgearbeitet werden kann, und schwups schon ist alles gut oder wird alles gut. Nein, es ist aufwändiger: Und hier wird gar gefordert, abzuwarten und das schon Verdächtige vorerst bestehen zu lassen.
Werfen wir einen genauen Blick auf das Gleichnis: Dem Gutsherrn, der gute Samen, Weizenkörner, ausgebracht hat, wird berichtet, dass nicht nur Weizen, sondern auch Unkraut am Acker aufgeht. Am besten gleich ausreißen, lautet der Vorschlag seiner Knechte. Das erscheint doch eine gute - wenn auch heute kaum mehr vorstellbare, weil äußerst arbeitsintensive Vorgehensweise. Doch der Gutsherr befindet, dass es reicht, wenn am Tag der Ernte das Unkraut vom Weizen getrennt wird - bestimmt ebenso viel Arbeit. Der Besitzer begründet das damit, dass er sicher gehen will, dass bestimmt kein Keimblatt eines Weizenkornes versehentlich ausgerissen wird. Er hat die Gelassenheit zu warten und die Hoffnung, dass das Unkraut der guten Ernte keinen Abbruch tun wird.
Hoffnung und Gelassenheit als Grundhaltung angesichts der Situationen, die uns Sorgen machen, durch die wir uns bedroht fühlen, das kann man sich nur wünschen. Dabei ist die Gelassenheit, des Mannes, auf dessen Feld der Weizen genauso gedeiht wie das Unkraut nicht als Untätigkeit oder Schicksalsergebenheit zu verstehen. Er gibt jedem Keimblatt eine Chance und zum Erntezeitpunkt wird ganz klar sein, was wohin gehört und das Unkraut wird verbrannt werden. Die Kunst ist, die Zwischenzeit auszuhalten, die nötige Gelassenheit zu haben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Eine Gabe, finde ich. Allen Pflänzchen eine Chance zu geben, nicht gleich das vielleicht Schlechte zu entfernen, sondern die langfristige Perspektive einzunehmen und zu warten, was sich entwickelt. Eine Herausforderung auch für die Knechte. Es ginge wohl vielen von uns genauso wie ihnen, denn der Wunsch ist, dass das Verdächtige, das schon absehbar Schlechte gar nicht erst aufkommen kann. Dem Guten allein soll das Feld überlassen werden. Im Gleichnis findet sich aber dieser andere Zugang, nämlich dass für beides Platz ist und das bedeutet, sich mit den unterschiedlichsten Positionen auseinanderzusetzen zu müssen. Die Herausforderung ist dann zum Beispiel, sich kontroversen Gesprächssituationen auszusetzen und Gegenpositionen zu akzeptieren oder sie nur auszuhalten, sie am Ende eines Gespräches „stehen zu lassen“, wenn es keinen gemeinsamen Nenner gibt.
Selbst wenn eine Kontroverse schon absehbar ist, glaube ich, dass es wichtig ist, sich immer wieder solchen Auseinandersetzungen zu stellen. Denn es geht darum einander nicht aus der Pflicht zu lassen, einander ernst zu nehmen, zu ziehen und zu ringen, einen Kompromiss zu finden. Gediegenes Streiten und Diskutieren sind Tugenden unserer demokratischen Gesellschaft. Es ist der einzig mögliche Weg wie wir unser Miteinander in einem ständig fortlaufenden demokratischen Prozess, also immer wieder aufs Neue aushandeln können. Das ist das Anstrengende an Demokratie und auch die Chance. Nicht die Idee einer kleinen Gruppe oder gar nur einer Person wird umgesetzt, sondern alle sind gefordert und das ständig, auch wenn das mühsam ist. Der Rahmen dabei ist klar, allen stehen gute Lebensmöglichkeiten zu, die Menschenrechte gelten bedingungslos!
Sicher, manchmal fehlt einfach die Energie für ein Streitgespräch oder die Motivation zum wiederholten Male denselben Streitpunkt zu besprechen, hier ist es schon mal ein Weg, das strittige Thema zu meiden. Da hilft es dann, in der eigenen „bubble“ (Blase) die nötige Selbstbestätigung zu erhalten. Aber für gelingende gesellschaftliches Miteinander müssen wir uns immer wieder aus der Komfortzone herausbegeben und die Stimme erheben und mitgestalten.
Es sind aber nicht nur Gespräche über verschiedene Standpunkte, bei denen es nicht immer leicht ist, das Nebeneinander auszuhalten. Manchmal sind es Lebensweisen, die den eigenen Vorstellungen widersprechen und als irritierend, wenn nicht gar als anstößig beurteilt werden. Ein Beispiel, das bei jungen Erwachsenen im Trend liegt (ganz unabhängig von politischen Parteien): Freiwillige Teilzeit, also keine 40-Stunden-Woche mehr und das nicht nur bei Frauen, weil sie Betreuungsaufgaben übernehmen, sondern ganz unabhängig von Care-Fragen. Männer wie Frauen tun das im Wissen, dass sich das schlecht mit den zukünftigen Pensionsansprüchen verträgt. Work-life-Balance ist wichtiger und steht hoch im Kurs. Aber für manch andere ist das ein Affront, wenn nicht mehr die Erwerbsarbeit im Lebensmittelpunkt steht. Darf denn das sein? Diese vorwiegend jungen Menschen würden die Frage vielleicht gar nicht verstehen und vielleicht Rückfragen, was die Fragenden unter gutem Leben und Arbeiten verstehen.
Mal angenommen der Trend setzt sich durch, was wäre zu tun: Es stünde dann genauso ein demokratischer Aushandlungsprozess bevor. Die Fragen wären zu klären, wie kann Gesellschaft, wie kann das Miteinander funktionieren, wie kann die Arbeitsaufteilung aussehen, wie kann soziale Sicherheit gewährleistet werden, wenn 30 oder 32 Stunden oder so die neue Vollzeit sind? Bei den Verhandlungen müssten besonders jene in den Blick genommen werden, die bereits jetzt nicht von ihrem Vollzeitjob oder den mehreren Teilzeitjobs leben können. Vom Entgelt leben zu können ist Voraussetzung, das heißt, ein bestimmtes Mindesteinkommen würde es vermutlich brauchen. Wichtig wird es sein, verschiedene Modelle gegeneinander abzuwägen und einen Weg zu finden, der gutes Leben und gutes Arbeiten möglich macht. Bis dahin bräuchte es die Zuversicht, dass ein gutes Ergebnis gefunden werden wird, das auch die nötige soziale Absicherung für jene, bei denen es nicht reicht, garantiert. Sollte sich dieses Arbeitszeitmodell durchsetzen, bräuchte es langen Atem und die Zuversicht und Gelassenheit, dass es letztlich gelingen wird.
Nicht in Fällen wird es der richtige Weg sein zu warten, manchmal wird es notwendig sein, sofort zu handeln und Maßnahmen zu setzen. Wir brauchen die Gabe des Gutsherrn das eine vom anderen zu unterscheiden und bei den langwierigen Fragen die nötige Gelassenheit und Hoffnung zu haben.
© Lucia Göbesberger, Diözese Linz, Leiterin Fachbereich Gesellschaft und Soziales.
Bilder sagen oft mehr als Worte und bleiben obendrein besser in unserem Gedächtnis haften. Jesus redete in Bildern zu den Menschen. Er war zugleich jedoch auch selbst ein Bild Gottes. Seine Menschlichkeit war ein Gleichnis für die Menschennähe und Menschenfreundlichkeit Gottes.
In die Geschichtsbücher haben sie längst Eingang gefunden die großen Gesten der bedeutenden Staatsmänner. Der Kniefall von Willy Brandt zum Beispiel, der bei seinem Besuch in Warschau dadurch seine Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg zum Ausdruck gebracht hat. Oder die Vereidigung des damaligen hessischen Umweltministers Joschka Fischer, der in Turnschuhen ins Parlament gekommen ist. Oder ein sehr junges Beispiel: Papst Franziskus, der im März auf dem menschenleeren Petersplatz mitten in der Corona-Pandemie den Segen „Urbi et orbi“ gespendet hat.
Es sind die großen Gesten, die in Erinnerung bleiben. Bilder an manches außergewöhnliche Handeln prägen sich so leicht ins Gedächtnis ein. Auch wenn wir die Worte längst vergessen haben, die Bilder sind viel anschaulicher und eindrucksvoller. Sie bleiben, auch wenn so manches gesprochene Wort schon längst vergessen ist. Und manchmal, da sagen Bilder und Gesten auch mehr, als es selbst die geschliffensten Worte je könnten: ein Kuss, eine Umarmung, ein Blumenstrauß oder ein Ring. Wer seiner Angebeteten, die berühmte rote Rose überreicht, der muss gar nichts mehr dazu sagen. Die Botschaft, die dieses Zeichen vermitteln soll, ist ohne große Erklärungen verständlich. Große und kleine Gesten, die zwar nicht immer in die Geschichtsbücher aufgenommen wurden, aber doch den Lauf der Geschichte erheblich beeinflusst haben.
Auch Jesus ist ein Meister seines Faches, wenn es um die großen Gesten und die eindrücklichen Bilder geht. Das heutige Evangelium führt uns mitten hinein in diese jesuanische Bilderwelt: „Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge in Gleichnissen und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen“, haben wir eben gehört. Gleich drei dieser Gleichnisse legt uns der heutige Abschnitt aus dem Matthäusevangelium vor. Das Gleichnis vom Unkraut und vom Weizen, das Gleichnis vom Senfkorn und das Gleichnis vom Sauerteig. In allen dreien Gleichnissen arbeitet Jesus nach demselben Prinzip: Das, was er sagen will, sagt er in Bildern. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit …“, so beginnen seine Gleichnisse. Und was dann folgt, ist keine bloß theoretische Abhandlung, kein theologischer Traktat oder eine andere trockene Erzählung. Was folgt ist ein Vergleich mit etwas, dass seine Zuhörer aus ihrem alltäglichen Leben kennen. Unkraut und Weizen, Senfkörner, Sauerteig: All das sind Dinge, mit denen die Menschen damals in Galiläa jeden Tag aufs Neue konfrontiert waren. Die Menschen wussten, wie es ist, wenn zwischen der Saat plötzlich das Unkraut in die Höhe schießt. Mit dem, was Jesus ihnen sagt, können sie etwas anfangen. Und sie können sich daher auch etwas vorstellen, was es wohl mit diesem Gottesreich auf sich hat. Es ist nicht wie etwas Abstraktes und Unvorstellbares. Es verhält sich wie Dinge, die wir aus unserem Alltag kennen. Freilich, es ist kein Senfkorn und kein Sauerteig. Aber es beginnt wie ein Senfkorn im Kleinsten zu wachsen, es durchsäuert wie der Sauerteig einen ganzen Topf mit Mehl. Das sind griffige Bilder, mit denen Menschen etwas anfangen können.
Jesus musste auf diese Art des Erzählens zurückgreifen, weil die meisten Einwohner von Galiläa nur begrenzt lesen oder schreiben konnten. Nicht die großen Reden konnten bei den Menschen etwas bewirken, sondern die eindrucksvollen Bilder. Sie ermöglichen zugleich noch einen ganz anderen Zugang zu Gott: Einen nämlich, der nicht über bloße Worte und Lehren führt, einen Zugang, der sich von einem Bild her erschließt. Man kann sich bildlich vorstellen, wie es sich mit dem Gottesreich verhält; das Reich Gottes wird ins Bild gesetzt. Jesus zeigt mit diesen Bildern, was er sagen will; die Botschaft von der nahegekommenen Gottesherrschaft wird für die Hörerinnen und Hörer griffig handhabbar.
Es sind die großen Gesten und Bilder, die in Erinnerung bleiben. Jesus wusste darum und hatte seine Reich-Gottes-Botschaft daher so anschaulich gestaltet. Der Neutestamentler Eduard Schweizer hat einmal geschrieben: „Das eigentliche Gleichnis Gottes ist Jesus von Nazareth selbst; wer ihn sieht, ahnt, wie Gott ist.“ Ja, wir dürfen nicht nur etwas in Worten oder Sätzen von Gott erfahren, wir dürfen ihn anschauen. Er ist Mensch geworden in seinem Sohn Jesus Christus. Er ist „Bild des unsichtbaren Gottes“ (Kol 1,15a), „Abglanz seiner Herrlichkeit und Abbild seines Wesen“ (Hebr 1,3). Wenn wir ihn anschauen, lernen wir etwas über Gott selbst. Wenn wir ihm begegnen, kommen wir mit Gott in Berührung. Er selbst ist das Gleichnis Gottes, von dem wir lernen können, unser eigenes Leben zu gestalten und so etwas von Gottes Gegenwart in unserem Alltag präsent werden zu lassen.
Gastautor: Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Unkraut und Weizen lassen sich nicht von Anfang an klar unterscheiden; auch nicht in den verschiedenen Bemühungen in der Seelsorge. Gott kennt unsere Herzen und kann entschieden, was gut und was schlecht ist. Hüten wir uns davor, vorschnell zu urteilen.
Es ist doch richtig schön, dass es soviel Gutes gibt! Und dass so viel Gutes geschieht! Daran sind wir nicht einmal unbeteiligt. Wir können viele Geschichten erzählen! Kleine Geschichten! Mutige Geschichten! Alltägliche Geschichten!
Doch was ist, wenn böse Menschen nicht rasten und ruhen, bis sie alles kaputt kriegen, was an Gutem geschieht? Was an Gutem wachsen kann? Sie gönnen keine Hoffnungen, sie wollen Zweifel säen, sie können sich nicht mitfreuen. Und wir stehen dumm da! Fassungslos. Eingeschüchtert, Überrumpelt.
Unser Herr kommt in unsere Mitte. Ihn rufen wir an:
Gut und Böse liegen oft nahe beieinander. Gegenwärtig wird uns dies am schönen Wetter vor Augen geführt. Wenn es zu heiß wird, oder wenn das Schönwetter sogar Unwetter auslöst, kann dies sogar zu Katastrophen führen. Auch in unserem Herzen entdecken wir beides. Gutem Denken, Wollen und Tun stehen oft böse Wünsche und Gedanken gegenüber.
Unser Leben, die Welt, in der wir leben, und die Menschen, mit denen wir auf diesem Planeten leben, sind nicht immer nur gut. Wir wundern uns über das Böse, mit dem wir unerwartet konfrontiert werden. Wie können wir uns davor schützen? Wie können wir mit dem Böses in unserem Leben umgehen?
Jesus erzählt uns dazu heute im Evangelium ein Gleichnis und warnt uns vor zu einfachen und vorschnellen Lösungen.
Am Beginn unserer Feier treten wir vor den Herrn und bitten ihn um sein Erbarmen.
Der Sonntag ist ein Tag, an dem wir uns ausruhen dürfen und aufatmen von unserem Alltag. Solche Unterbrechungen in der normalen Arbeitswoche nennen wir „Feiertag“. Der Sonntag ist der christliche Feiertag schlechthin. Woche für Woche kommen wir zusammen, um an ihm das Geheimnis unseres Glaubens zu feiern: das Gedächtnis von Christi Leiden, Tod und Auferstehung. Er, der auferstandene Herr, ruft uns zusammen. Bei ihm dürfen wir zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen. Er ist in unserer Mitte, ihn grüßen wir im Kyrie.
Gaustautor Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Herr,
du hast mit vollen Händen Liebe ausgesät.
Den Samenkörnern hast du eine große Hoffnung mitgegeben.
Menschen werden glücklich.
Herr, erbarme dich.
Christus,
viele Machenschaften hast du aufgedeckt.
Menschen säen Angst in der Nacht.
Resignation und Zweifel gehen wie Unkraut auf.
Christus, erbarme dich.
Herr,
das Böse möchten wir ausrotten.
Wir spüren Wut, die eigene Aggressivität auch.
Das Gute hilf uns zu suchen.
Herr, erbarme dich.
Der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist.
Denn er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.
(Röm. 8).
Ehre sei Gott in der Höhe...
Herr, Jesus Christus,
du siehst das Gute, wo wir nur Böses erkennen.
Herr, erbarme dich.
Du hast den Verlockungen des Bösen widerstanden
und den Urheber des Bösen besiegt.
Christus, erbarme dich.
Du lässt das Gute in uns und in der Welt wachsen und reifen.
Herr. erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
mit wachen Augen hast du auf die Bedürftigkeit der Menschen geschaut.
Erbarme dich unserer Blindheit.
Herr, erbarme dich.
Zu dir durften ohne Unterschied alle Menschen kommen.
Erbarme dich unserer Vorurteile.
Christus erbarme dich.
Du hast die Menschen aufgerichtet, damit sie dem verheißenen Leben entgegenwachsen konnten.
Erbarme dich, wo wir Wachstum unterdrücken.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
Du senkst den Samen Deines Wortes in unsere Herzen.
Herr, erbarme Dich.
Wir sind verantwortlich, dass er wächst.
Christus, erbarme Dich.
Du schenkst uns Hoffnung und Vertrauen.
Herr, erbarme Dich.
Herr Jesus Christus,
deine Nähe macht unser Leben reich.
Herr, erbarme dich.
Du stärkst uns in Glaube, Hoffnung und Liebe.
Christus, erbarme dich.
Du führst uns auf dem Weg der Gebote Gottes.
Herr, erbarme dich.
Gaustautor Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Herr, unser Gott, sieh gnädig auf alle,
die du in deinen Dienst gerufen hast.
Mach uns stark im Glauben,
in der Hoffnung und in der Liebe,
damit wir immer wachsam sind
und auf dem Weg deiner Gebote bleiben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
alles Gute kommt allein von dir.
Schenke uns deinen Geist,
damit wir erkennen, was recht ist,
und es mit deiner Hilfe auch tun.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
MB Die Bittmesse
Gott, du bist da.
Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns
wie die Luft, die wir atmen,
ohne die wir nicht leben können.
Gib, daß wir dir ganz vertrauen
und leben ohne Angst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 5
Gott,
zu deinem Lob sind wir versammelt,
Frauen und Männer, Junge und Alte.
Jedem von uns
hast du deinen Geist eingepflanzt.
Lass den Samen deines Wortes
in uns aufgehen,
damit wir reiche Frucht bringen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
der mit dir lebt
in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
WB 16. Sonntag im Jahreskreis A
Mit guten Vorsätzen kommen wir zu dir,
Gott, der mit Liebe alles gepflanzt hat.
Mit Perspektiven und Zusagen hast du uns reich beschenkt.
Was wir nicht verstehen,
was uns über den Kopf wächst,
was unsere Herzen beschwert,
befehlen wir dir.
Du zeigst uns die Welt, wie du sie liebst.
Du öffnest uns dein Wort, wie es befreit und verwandelt.
Dafür danken wir dir
in Christus,
der einem Sämann gleich Hoffnungen in die Erde legt.
Dein Geist bewirkt Wunder:
der Glaube wächst.
Er trägt in die Ewigkeit.
Amen.
Gott,
du bist ein Gott der Liebe und der Milde,
des Friedens und der Versöhnung.
Wir kommen zu Beginn der neuen Woche zu dir und bitten dich,
stärke uns neu, damit wir als eine gute Saat zur gegebenen Zeit gute Früchte bringen können.
Das erbitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Im Evangelium begegnen uns Menschen, die eine gute Saat säen und Menschen, die im Schutz der Dunkelheit Unkraut säen. Du hast die Machenschaften öffentlich gemacht.
Wir beten:
Viele Menschen säen jeden Tag, auch noch in den Nächten, etwas Gutes aus:
auf der Arbeit und im Haushalt,
in Krankenhäusern und Hospizen,
in den Altenheimen und Pflegestationen,
in der Telefonseelsorge und an der Haustür des Nachbarn.
Oft sehen sie nichts von dem, was sie bewirken.
Schenke uns Augen, auch die Wunder der kleinen Gesten zu entdecken.
Herr, dein Geist nimmt sich unserer Schwachheit an!
Herr, erbarme dich!
Viele Menschen sind traurig darüber, wie an vielen Stellen gute Absichten ins Gegenteil verkehrt werden:
in den sozialen Medien,
in Mitarbeitendengesprächen,
auf Regierungsbänken,
in Zeitungsartikeln und Fernsehberichten.
Oft verstehen wir die Zusammenhänge nicht.
Oft gibt es keine gute Kommunikation.
Schenke uns Augen, hinter die Dinge zu schauen.
Herr, dein Geist nimmt sich unserer Schwachheit an!
Viele Menschen säen jeden Tag professionell Angst aus:
in gepflegten Vorurteilen und dosierten Verletzungen,
in Kriegspropaganda,
in Geschichtsklitterungen.
Oft lassen wir uns instrumentalisieren.
Oft ziehen wir uns in Schweigen zurück.
Schenke uns Augen, für alle Menschen eine gute Zukunft zu denken.
Herr, dein Geist nimmt sich unserer Schwachheit an!
Du, Herr, bist selbst der Sämann.
Du vertraust uns deine gute Saat an.
Sie wird aufgehen
in Christus.
Er ist Wort und Brot.
Für die Ewigkeit. – Amen.
Unser Vater im Himmel sieht unsere Not im Umgang mit dem Bösen in die Welt.
Ihn bitten wir:
Wir beten für alle, die in diesen Tagen von Unwettern und Naturkatastrophen getroffen worden sind.
Lass sie Beistand und Hilfe erfahren.
Wir beten für alle, deren Ernten durch übergroße Hitze beeinträchtigt oder gar vernichtet worden sind.
Lass sie nicht verzweifeln und Lösungen für die Zukunft finden.
Wir beten für alle, die sich für ein Umdenken im Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen einsetzen.
Gib ihnen Verständnis für die Angemessenheit notwendiger Maßnahmen.
Wir beten für alle, die dem Bösen in der Gestalt grausamer Kriege begegnen.
Schütze ihr Leben und gebiete den Kriegstreibern Einhalt.
Wir beten für alle, die sich als Ärzte, Wissenschaftler oder Techniker für eine Verbesserung unserer Lebensbedingungen einsetzen.
Zeige ihnen Wege, die zu einem besseren Leben für alle Menschen führen.
Wir beten für alle Opfer des Bösen in der Welt: für die Opfer der Kriege, von Unfällen und Katastrophen und für die Opfer von Krankheiten.
Schenke ihnen neues Leben in deinem himmlischen Reich.
Du, guter Gott und Vater, kannst Böses zum Guten wenden.
Dir vertrauen wir uns an. – Amen.
Um etwas zu bitten, fällt uns nicht immer leicht. Haben wir unsere Hilfsbedürftigkeit eingesehen, müssen wir überlegen, worum wir in gerechter Weise bitten dürfen und dann noch dafür die richtigen Worte finden.
Um deinen Geist für unsere Bittgebete bitten wir dich, Vater:
Für deine Kirche um Gelassenheit auf ihrem Weg in die Zukunft und unsere wache Bereitschaft dabei mitzuwirken.
Für alle, die sich im öffentlichen oder privaten Leben der Herausforderung stellen müssen, die ihnen verliehene Macht gerecht und verantwortungsvoll zu gebrauchen.
Für die Jugend, die voll Tatendrang Probleme rasch und radikal lösen will, und für die Alten, die Gefahr laufen durch Angst vor Veränderung den richtigen Zeitpunkt zum Eingreifen zu versäumen.
Für uns selbst, wenn wir selbstgerecht meinen, ganz genau beurteilen zu können, wer die Guten und wer die Bösen sind.
Für alle Kranken und Leidenden um deinen Trost und um Menschen, die ihnen auf Augenhöhe beistehen.
Dir, unseren Vater, vertrauen wir alle diese und unsere nicht ausgesprochenen Bitten an und danken dir für deine Güte und Barmherzigkeit jetzt und allezeit. - Amen.
Herr Jesus Christus,
Du hast gesagt, mit dem Himmelreich wäre es wie mit dem Senfkorn, das in die Erde gelegt irgendwann ein großer Baum wird.
Wir bitten Dich:
Immer wieder werden wir mutlos, weil unsere Taten keine Erfolge zeigen, weil wir das Gefühl haben, immer und immer wieder von vorne anfangen zu müssen.
Schenke uns Geduld und Gelassenheit, damit wir uns nicht entmutigen lassen.
Viele Menschen sind mutlos und verzweifelt.
Schenke ihnen Menschen, die den Samen der Hoffnung in ihre Herzen pflanzen, damit sie neue Zuversicht erlangen können.
Manche Menschen versuchen, Hass und Zweifel zu säen.
Lass sie erkennen, dass sie sie sich damit selbst eine gute Zukunft verbauen.
Oftmals suchen wir vergebens nach dem richtigen Weg.
Lass uns still werden und auf Dein Wort hören.
Viele Menschen haben alles verloren, sind auf der Flucht und finden keine Heimat-
Stelle ihnen Menschen zur Seite, die sie aufnehmen und ihnen helfen neu anfangen zu können.
Manchmal hoffen wir, dass sich etwas ändert, sind aber selber nicht bereit, etwas zu ändern.
Lass uns erkennen, dass wir die sind, auf die es ankommt.
Herr Jesus Christus,
in immer wieder neuen Bildern verkündest Du Deine Botschaft. Unermüdlich bietest Du uns Worte des ewigen Lebens.
Lass uns nie das Vertrauen verlieren, dass Du bei uns bist. - Amen.
„Es gibt keinen Gott, Herr, außer dir, der für alles Sorge trägt“ (Weish 12,13a):
Zu Gott, dem Lebendigen, der für uns sorgt und um unsere Nöte weiß, r
ufen wir in den Anliegen unserer Zeit und beten:
Wir beten für die Kirche:
Für unseren Papst Franziskus, unseren (Erz-)Bischof N. und für alle, die das Evangelium von der nahegekommenen Gottesherrschaft verkünden.
Wir beten für unsere Erde und für alle Völker:
Um Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit, um ein Leben ohne Angst vor Krieg, Terror und Katastrophen.
Wir beten für alle Menschen, die in diesen Sommertagen unterwegs sind:
Um Schutz vor Unfällen und Unglück, um erholsame Tage zum Aufatmen und Krafttanken, um eine glückliche Heimkehr.
Wir beten für alle Kranken und Notleidenden:
Um baldige Gesundheit, um Menschen, die sie begleiten und ihren Weg teilen, um Kraft in ihren Leiden.
Wir beten für unsere Toten und für alle Verstorbenen:
Um das ewige Leben in deinem Reich und um Trost für alle, die um sie trauern,.
Herr, unser Gott, du verfügst über Stärke,
du richtest in Milde, du schenkst unserem Leben Ruhe und Sicherheit.
Dir danken wir, dich loben und preisen wir heute und in alle Ewigkeit. – Amen.
Gaustautor Fabian Brand, brand.fabian@t-online.de
Im Glauben an Gottes geduldige und schützende Gegenwart in unser aller Leben, kommen wir zu ihm mit unseren Bitten:
Für eine Kirche, von der sich viele Menschen lebensnahe Antworten auf ihre Ängste und Hoffnungen erwarten.
Für eine Gesellschaft, die sich in den vielen für und wider der Lösungsansätze ihrer dringenden Probleme verliert.
Für alle, denen bewusst ist, wie schwierig es für uns ist, die Grenzlinie zwischen gut und böse oder richtig und falsch zu erkennen.
Für uns, die wir im Umgang miteinander immer wieder vergessen, dass nur dir das endgültige Urteil über alles menschliche Tun zusteht.
Für unsere Verstorbenen, die im Glauben an die Auferstehung gestorben sind.
Im Vertrauen auf deinen Schutz und deine Macht loben wir dich und preisen dich
jetzt und allezeit. - Amen.
Herr, du hast die vielen Opfer,
die dir je von Menschen dargebracht werden,
in dem einen Opfer des Neuen Bundes vollendet.
Nimm die Gaben deiner Gläubigen an
und heilige sie,
wie du einst das Opfer Abels angenommen hast;
und was jeder einzelne zu deiner Ehre darbringt,
das werde allen zum Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
zu deiner Ehre feiern wir dieses Opfer.
Es befreie uns vom Bösen
und helfe uns,
Tag für Tag das neue Leben sichtbar zu machen,
das wir von dir empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
nimm die Gaben an, die wir darbringen,
und mache das heilige Opfer in uns wirksam.
Befrei uns von der alten Anhänglichkeit an das Böse
und laß das neue Leben der Gnade in uns wachsen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Montag der Fastenzeit
Herr,
die Saat ging auf.
Das Korn wurde gemahlen.
Das Brot gebacken.
Die Saat ging auf.
Es wuchsen die Reben.
Der Wein leuchtet.
Die Saat geht auf.
Du verwandelst das Brot,
du verwandelst den Wein.
Du selbst gehst auf.
Wir danken dir,
dass du dich uns schenkst.
Leib und Blut.
Gegenwärtig wie einst,
nah wie jetzt,
vollendet in Ewigkeit. – Amen.
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Guter und langmütiger Gott,
wir kommen zu dir, um dir unseren Dank und Lobpreis darzubringen.
Kehrvers
Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde
und behandelst du uns mit großer Nachsicht.
Du hast dein Volk gelehrt,
dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss.
Kehrvers
Dein Sohn lehrte die Menschen in Gleichnissen,
dass du mit uns Geduld hast bis zur Ernte.
Du lässt Böses neben dem Guten wachsen
und gibst uns die Gewissheit,
dass das Gute trotzdem reiche Frucht trägt.
Kehrvers
Wie ein unscheinbares Senfkorn austreibt
und zu einem hohen Gewächs wird,
in dem die Vögel Platz finden,
so entfaltet sich das Reich Gottes durch deine Kraft und Stärke.
Kehrvers
Wie ein wenig Sauerteig einen große Menge Mehl durchsäuert,
durchdringst du unsere Welt mit deinem Geist
und gibst du ihr ein neues Angesicht.
Kehrvers
Deinem Wirken vertrauen wir.
Daher singen wir Dir unseren Lobgesang
gemeinsam mit der ganzen Schöpfung.
Danklied, z. B: Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen deinen heiligen Namen.
Denn jetzt ist die Zeit der Gnade,
jetzt sind die Tage des Heiles.
Du hilfst uns, das Böse zu überwinden,
du schenkst uns von neuem die Reinheit des Herzens.
Du gibst deinen Kindern die Kraft,
in dieser vergänglichen Welt
das unvergängliche Heil zu wirken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn preisen wir dich
in deiner Kirche und vereinen uns
mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig...
MB Fastenzeit 2
Beides wächst in uns
in dir und mir
Unkraut und Weizen.
Manchmal scheint es
als seien wir für das Unkraut
ein besserer Boden als für den Weizen.
Wir danken dir, Gott
dass du uns liebst
und bei uns bleibst
trotz des Unkrauts in uns.
Gerade wegen des Unkrauts
brauchen wir dich ja.
Hilf uns, den Weizen in uns
zum Wachsen zu bringen
und des Unkrauts Herr zu werden.
Und hilf uns,
beides voneinander zu unterscheiden.
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament
das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Seele und Leib gesunden.
Gib, daß wir
die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 16. Sonntag im Jahreskreis
Herr,
du hast uns mit reichen Gaben beschenkt.
Lass uns in der Danksagung verharren
und einst die Fülle des Heils erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 14. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
das Sakrament, das wir empfangen haben,
sei uns Heilmittel gegen das Böse in unserem Herzen
und Schutz in jeder Gefahr.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Mittwoch der 5. Woche der Fastenzeit
Es ist Ferienzeit.
Viele Menschen sind unterwegs.
Sie freuen sich auf freie Zeit, neue Entdeckungen, geschöpfte Kraft
Viele Menschen müssen zu Hause bleiben.
Es fehlen ihnen die finanziellen Ressourcen, viele sind krank und einsam.
Herr,
wir bitten dich für alle, die unterwegs sind.
Bewahre sie vor Unfall und Leid.
Schenke ihnen schöne Begegnungen und gute Erfahrungen.
Wir bitten dich für alle, die zu Hause bleiben.
Bewahre sie vor Unfall und Leid.
Schenke ihnen, dass sie etwas Neues für sich entdecken.
Wir bitten dich auch für die,
die Gäste aufnehmen, die Kontakte in Freundschaften verwandeln,
die das gute Gesicht ihres Ortes sind.
Und wenn die Glocken läuten,
lass uns einhalten, unsere Herzen klingen.
Damit der Urlaub nicht auch wieder nur Stress ist.
Du säst dein Worte aus
und die Hoffnung blüht.
In Christus, der unsere Wege teilt. – Amen.
Herr,
wir können uns mit vielem nicht abfinden,
was uns Tag für Tag begegnet.
Wir können auch vieles nicht ändern,
was unser Leben klein oder zunichte macht.
Hilf uns, aus dem Bann des Bösen herauszutreten,
die Wahrheit zu sagen
und deinem Wort zu trauen.
Wenn wir es mit der Angst zu tun bekommen,
dann schenke uns Mut,
wenn wir uns ducken,
dann lass uns die herrliche Freiheit deiner Kinder finden.
So viele Menschen warten darauf, dass wir ihnen beistehen,
Lasten tragen helfen und unheilvolle Gräben überwinden.
Lass uns zu ihnen gehen
In Christus, unserem Herrn.
Gott segne unser Bemühen, unsere Zweifel und unsere Angst,
er segne unsere Schwächen und Unzulänglichkeiten.
Er segne sie, dass sie uns nicht zu Fall bringen,
sondern zur Einsicht und Milde werden gegenüber allen anderen,
die ebenso wie wir, schwach sind, unzulänglich und bemüht.
Und er segne unsere Stärken und Begabungen,
dass sie nicht zur Eitelkeit heranwachsen und zur Arroganz
sondern zur Achtung und Wertschätzung für alle anderen,
mit ihren Stärken und Begabungen.
Dazu sei und bleibe der Segen Gottes bei uns
durch Gott, dem Vater in seinem Sohn und Heiligen Geist. - Amen.
(c) Burghard Förster<Burghard.Foerster@kathluzern.ch>
Es versteckt sich gut - das Unkraut,
gleich unter dem guten Stamm,
es gleicht seine Blätter den anderen Blättern an,
und du bemerkst es erst dann,
wenn es schon groß ist-.
So ist es auch mit den Fehlern.
Sie sehen ähnlich aus wie das Gute,
tarnen sich hinter guten Eigenschaften,
und es kostet Mühe,
sie auszureißen.
Ilse Pauls
Als Populismus bezeichnet man in den sozialwissenschaften eine bestimmte Art von Politikstil. Populistisch agierende Parteien oder Politiker*innen versuchen, komplizierte, abstrakte Tatbestände, die durch ihre Komplexheit verwirrend wirken und Verunsicherung hervorrufen, scheinbar einfach darzustellen – häufig auf emotionalisierende Weise. Auf Basis dieser simplifizierenden Erklärungsversuche werden dann möglichst konkrete, übersichtliche Lösungen für Probleme angeboten. Dabei wird in Kauf genommen, dass Tatsachen verfälscht/verkürzt wiedergegeben werden. Ziel ist es, durch künstlich erzeugte Einfachheit den Eindruck zu erwecken, Probleme besser lösen zu können als die politischen Konkurrent*innen oder als die Elite/“die da oben“, um so die Unterstützung der Massen zu erhalten. Aspekte der Ethik werden dabei weitestgehend außer Acht gelassen.
Ganzer Beitrag:
https://www.demokratiezentrum.org/bildung/ressourcen/lexikon/populismus/
© Demokratiezentrum Wien 2023
In einer von Papst Franziskus ausgerufenen Weltsynode beschäftigt sich die katholische Kirche seit Herbst 2021 eingehend mit der Frage, wie sie ihre Entscheidungen finden und welche Formen von Mitbestimmung es dabei geben soll. Der weltweite synodalen Prozess steht unter dem Leitmotiv "Eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation, Mission" und findet in drei Phasen auf Ebene der Diözesen, dann der Kontinente und schließlich der Weltkirche statt. In zwei Versammlungen von 4. bis 29. Oktober 2023 sowie im Jahr 2024 wird in Rom die Weltbischofssynode über die Ergebnisse des weltweiten Konsultations- und Beratungsprozesses beraten.
Ganzer Beitrag:
https://www.kathpress.at/goto/dossier/2275457/synodalitaet-und-weltkirche
kathpress.at am 07.07.2023
Mir gefällt das Gleichnis mit dem Samenkorn immer wieder neu. An unserer Garage wächst eine Birke, die wir nicht gepflanzt haben. Sie hat sich vor Jahren dort hingesetzt und ist jetzt ein großer Baum geworden, der versucht, dem Klima und der Erwärmung zu trotzen. Ein Baum nur, aber im Verbund aller Bäume mehr als nichts. In den kommenden Tagen werden wir selbst im Vorgarten einen Kiribaum setzen. Er wächst bis zu 3 Meter im Jahr, und meine Eltern freuen sich, weil die Hoffnung besteht, dass sie trotz ihres hohen Alterns den Schatten noch erleben werden.
Kleiner Samen – große Wirkung. Jeder hat schon mal gespürt: Baumschatten ist anders, angenehmer, kühler als jeder durch Häuser oder Schirme herbeigeführte Schatten. Das wissen auch Schafe, die sich lieber unter Bäumen zusammenkuscheln als unter dem Dach des Unterstandes.
Kleiner Samen – große Wirkung. Auch wir Menschen entstehen aus einer Winzigkeit – und wachsen zu denen heran, die die Welt im Griff haben.
Kleiner Samen – große Wirkung?
Jetzt kommt es drauf an: Sind wir überwucherndes Unkraut? Oder sind wir der Same, der unsere Welt zu einem besseren Ort macht? Entschieden wird es, und das ist eine gute Nachricht, erst am Ende. Es wird nicht vorschnell aussortiert.
Jeder und jede von uns kann also immer noch guter Samen sein. Ein gutes Wort kann Menschenseelen heilen. Eine kleine Gabe kann Leben retten. Hilfe zur rechten Zeit kann Vertrauen bilden. Liebe hat die Eigenschaft, sich auszubreiten. Wem Gutes widerfahren ist, der ist leichter bereit, Gutes weiterzugeben. Ein Baum ist nicht von heute auf morgen ausgewachsen – auch ein Kiri nicht. Es dauert. Es braucht Geduld und Zeit und Wasser und Licht. Man kann sein Wachsen auch nicht beschleunigen. So ist es auch mit dem Himmelreich. Es braucht Geduld, Zeit zum Wachsen. - Aber wir können den Samen dazu pflanzen.
Jede Tat der Nächstenliebe ist ein Samen für das Himmelreich, und vielen Samen gelingt es vielleicht sogar, das Unkraut zu minimieren. Seien wir die, die den Samen säen und nicht das Unkraut. Dann kann das Himmelreich auf der Erde aufscheinen.
Edith Furtmann
Du, stachelige Pflanze,
wie sehr ähnelst du mir
und meinem Leben.
Du reckst dich hinauf zum Licht,
um dann doch –
durch deine Stacheln –
von vielen nicht beachtet
oder
abgewiesen zu werden.
Du, stachelige Pflanze,
ich will den Mut aufbringen
dich zu betrachten,
ja,
dich zu berühren.
Vorsichtig will ich mit dir umgehen,
denn nur vorsichtig
und behutsam
kann ich an dir teilhaben.
Du, stachelige Pflanze,
wenn ich nahe genug
an dich herankomme,
dann kann ich
all die Farbenpracht
deines Kerns erkennen.
Dann kann ich erkennen,
wie voll
und prall
deine Lebenskraft ist.
Du, stachelige Pflanze,
auch mein Leben
hat viele Stacheln.
Ich erkenne aber auch,
welche Farbenpracht
auch mir
vom göttlichen Licht
gegeben ist.
Du, stachelige Pflanze,
wie schön,
dass wir uns
nach diesem Licht
ausrichten dürfen
und Kraft empfangen.
Beatrix Senft
Es versteckt sich gut - das Unkraut,
gleich unter dem guten Stamm,
es gleicht seine Blätter den anderen Blättern an,
und du bemerkst es erst dann,
wenn es schon groß ist-.
So ist es auch mit den Fehlern.
Sie sehen ähnlich aus wie das Gute,
tarnen sich hinter guten Eigenschaften,
und es kostet Mühe,
sie auszureißen.
Ilse Pauls
1. Wir pflügen und wir streuen
den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen
steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen
sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt
und hofft auf ihn!
2. Er sendet Tau und Regen
und Sonn- und Mondenschein,
er wickelt seinen Segen
gar zart und künstlich ein
und bringt ihn dann behende
in unser Feld und Brot:
es geht durch unsre Hände,
kommt aber her von Gott.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
3. Was nah ist und was ferne,
von Gott kommt alles her,
der Strohhalm und die Sterne,
der Sperling und das Meer.
Von ihm sind Büsch und Blätter
und Korn und Obst von ihm,
das schöne Frühlingswetter
und Schnee und Ungestüm.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
4. Er läßt die Sonn aufgehen,
er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen
und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude,
er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide
und unsern Kindern Brot.
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm,
dankt und hofft auf ihn!
Matthias Claudius, 1782

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Das jüngste Buch des Alten Testamentes liegt uns in der Schrift 'Weisheitsbuch' oder 'Weisheit Salomos' vor. Salomo gilt als Verfasser von Weisheitssprüchen. Jedoch schon lange zuvor sind im Orient Weisheitssprüche bekannt. Diese dienen, das Leben zu bewältigen und zu ordnen.
In dem uns vorliegendem Weisheitsbuch deutet vieles darauf hin, dass es in Ägypten entstanden ist. Der Schreiber will durch diese Schrift den Juden in der Diaspora helfen, ihr Leben in dieser vom Glauben doch anderen Umgebung zu meistern. Zugleich eröffnen Überlegungnen und Sprüche auf der Weisheitsebene vermittelnde Auseinandersetzung mit Andersgläubigen.
In unserem Textabschnitt wird Gott als der Sorgende dargestellt, sowie als der Milde und Nachsichtige. Dahinter stehen die allewigen Fragen, warum greift Gott nicht ein, warum geht er gegen die Bösen und Schlechten nicht vor!? Damit verbunden geht es auch um die Auseinandersetzung und Differenzierung wie Abgrenzung des Glaubens an den Einen Gott im Unterschied zu den anderen Göttern und der damit verbundenen Praktiken der Umgebung.
Der Verfasser geht vom Gott der Schöpfung aus, der eben allem zugrunde liegt, und die Chance der Umkehr, wie Erkenntnis und Einsicht gewährt.
Der weisheitliche Lehrtext ist - in ein Gebet gefasst - Anrede und Erkenntnis Gottes in einem. Gott wird als Starker bekannt, der seine Stärke in Milde und Nachsicht zeigt, darin aber - auf seine Weise und in seiner Weisheit - gerecht ist. Seine Macht schenkt Hoffnung und gewährt Umkehr. Zum weisheitlichen Schluss gehört, dass das Volk Gottes gelehrt wird, "dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss". Diese Einsicht ist Weisheit aus dem Herzen Gottes.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive