Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem ersten Buch der Könige:
In jenen Tagen
erschien der Herr dem Sálomo nachts im Traum
und forderte ihn auf:
Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll!
Und Sálomo sprach: Herr, mein Gott,
du hast deinen Knecht
anstelle meines Vaters David zum König gemacht.
Doch ich bin noch sehr jung
und weiß nicht aus noch ein.
Dein Knecht
steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast:
einem großen Volk,
das man wegen seiner Menge
nicht zählen und nicht schätzen kann.
Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz,
damit er dein Volk zu regieren
und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht!
Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?
Es gefiel dem Herrn, dass Sálomo diese Bitte aussprach.
Daher antwortete ihm Gott:
Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast
und nicht um langes Leben,
Reichtum oder um den Tod deiner Feinde,
sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören,
werde ich deine Bitte erfüllen.
Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz,
dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird,
der dir gleicht.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Buch der Könige:
In jenen Tagen
erschien der Herr dem Sálomo nachts im Traum
und forderte ihn auf:
Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll!
Salomo antwortete:
Du hast deinem Knecht David, meinem Vater,
große Huld erwiesen;
denn er lebte vor dir in Treue,
in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen.
Du hast ihm diese große Huld bewahrt
und ihm einen Sohn geschenkt,
der heute auf seinem Thron sitzt.
So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht
anstelle meines Vaters David zum König gemacht.
Doch ich bin noch sehr jung
und weiß nicht aus noch ein.
Dein Knecht
steht aber mitten in deinem Volk, das du erwählt hast:
einem großen Volk,
das man wegen seiner Menge
nicht zählen und nicht schätzen kann.
Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz,
damit er dein Volk zu regieren
und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht!
Wer könnte sonst dieses mächtige Volk regieren?
Es gefiel dem Herrn, dass Sálomo diese Bitte aussprach.
Daher antwortete ihm Gott:
Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast
und nicht um langes Leben,
Reichtum oder um den Tod deiner Feinde,
sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hören,
werde ich deine Bitte erfüllen.
Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz,
dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird,
der dir gleicht.
Kv: Wie sehr liebe ich deine Weisung, o Herr! – Kv
GL 312,7
Mein Anteil ist es, Herr, *
das habe ich versprochen, deine Worte zu beachten.
Gut ist für mich die Weisung deines Mundes, *
mehr als große Mengen von Gold und Silber. – (Kv)
Tröste mich in deiner Liebe, *
nach dem Spruch für deinen Knecht!
Dein Erbarmen komme über mich, sodass ich lebe, *
denn deine Weisung ist mein Ergötzen. – (Kv)
Darum liebe ich deine Gebote *
mehr als Rotgold und Weißgold.
Darum halte ich alle deine Befehle für richtig, *
alle Pfade der Lüge hasse ich. – (Kv)
Wunderwerke sind deine Zeugnisse, *
darum bewahrt sie meine Seele.
Das Aufschließen deiner Worte erleuchtet, *
den Unerfahrenen schenkt es Einsicht. – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
Wir wissen, dass denen, die Gott lieben,
alles zum Guten gereicht,
denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind;
denn diejenigen, die er im Voraus erkannt hat,
hat er auch im Voraus dazu bestimmt,
an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben,
damit dieser der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei.
Die er aber vorausbestimmt hat,
die hat er auch berufen,
und die er berufen hat,
die hat er auch gerecht gemacht;
die er aber gerecht gemacht hat,
die hat er auch verherrlicht.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Im alttestamentlichen Ordnungs- und Bundesdenken gründet die Überzeugung, dass Gott seine Getreuen schützt und denen seine Huld erweist, die ihn lieben. Dieser Ausdruck steht im Alten Testament und in jüdischen Schriften parallel zu Gottesfurcht und Gesetzesbeobachtung. Für Paulus bedeutet dies, dass Gott "alles zum Guten" – nämlich zum Heil führt. "Alles", darunter sind auch alle Leiden der Gegenwart eingeschlossen. Paulus spricht zweifellos, gestützt auf die Tradition, von so etwas wie der göttlichen Vorsehung. Um ihre unfehlbare Wirkung verständlich zu machen, setzt er aus Eigenem hinzu, dass sie denen gilt, die Gott nach seinem ewigen Plan - "Vorsatz" - berufen hat. Das Zuvorkommen der Liebe Gottes wird hier in ein zeitliches Voraus umgesetzt. Paulus sieht die Heilslaufbahn der Christen ganz aus der Perspektive Gottes. Christus ist das Bild Gottes, und an Christus haben wir wesensmäßig teil. Wie wir das Bild des irdischen (Menschen) getragen haben, so werden wir auch das Bild des himmlichen (= auferstandenen Christus) tragen (1 Kor 15,49). Christus zieht uns gleichsam in seine Herrlichkeit als Sohn Gottes hinein. Die Berufung steht mit dem ursprünglichen Heilsplan Gottes in Zusammenhang. Auf sie folgt die Rechtfertigung und die Verherrlichung.
Am Ende der ersten acht Kapitel des Briefes an die Römer fasst der Apostel Paulus seine bisherige Botschaft "zum in Jesus Christus geschenkten Heil" zusammen. In einer Reihe von Aussagen über jene Menschen, die Gott lieben, nennt Paulus Zusagen, die an Christen gemacht werden. Es ist seine Überzeugung, dass Gott bei den Berufenen alles zum Guten führen wird.
Mit rufen und berufen meint Paulus nicht, dass es sich hier um ein Erkennen und Bestimmen der Menschen handelt, sondern um die Zusage an den Menschen bereits im Voraus. Im Laufe des Weges zur Vollendung werden die Christen Jesus Christus "gleichgestaltet" (... an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben ...) und als Kinder Gottes und Geschwister Jesu werden wir ihm, der "Ikone des lebendigen Gottes" (vgl. 2 Kor 4,4; Kol 1,15), ähnlich.
Halleluja. Halleluja.
Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde;
du hast die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.
Ein Mann entdeckte ihn
und grub ihn wieder ein.Und in seiner Freude ging er hin,
verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich
wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
Als er eine besonders wertvolle Perle fand,
ging er hin, verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte sie.
Wiederum ist es mit dem Himmelreich
wie mit einem Netz, das ins Meer ausgeworfen wurde
und in dem sich Fische aller Art fingen.
Als es voll war,
zogen es die Fischer ans Ufer;
sie setzten sich,
sammelten die guten Fische in Körbe,
die schlechten aber warfen sie weg.
So wird es auch bei dem Ende der Welt sein:
Die Engel werden kommen
und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern
und sie in den Feuerofen werfen.
Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Habt ihr das alles verstanden?
Sie antworteten ihm: Ja.
Da sagte er zu ihnen:
Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte,
der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist,
einem Hausherrn,
der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Die beiden Gleichnisse vom Schatz im Acker und der wertvollen Perle gehören zur Sonderüberlieferung des Matthäus. Im Judentum war es eine beliebte Sache, Geschichten von verborgenen und wiedergefundenen Schätzen zu erzählen. Es geht hier Matthäus aber darum, das menschliche Handeln angesichts der Chance des Himmelreiches einzuschärfen. Das Gewicht liegt deshalb in den Gleichnissen nicht auf dem unermesslichen Wert des Schatzes im Acker oder in der Kostbarkeit der Perle, sondern dass beide Männer alles verkaufen, um sich nur mehr dieser einen Sache ganz zu widmen.
Im Gleichnis vom Fischnetz ist das Bild vom Fischerleben am See eingefangen. Das Schleppnetz besaß eine große Ausdehnung. Da es am unteren Rand beschwert war, sank es nach dem Auswurf auf den Grund. Die Korkstücke am oberen Rand ließen es schwimmen und so konnte es mit Booten zum Ufer geschleppt werden. Erst am Ufer schlossen die Fischer die Enden zusammen und zogen das Netz an Land. Die Aussonderung erfolgte nach zwei Gesichtspunkten: es galt sowohl die nicht essbaren, als auch die levitisch unreinen Fische herauszusuchen. Diese warf man weg.
Auch in diesem Gleichnis geht es Matthäus um das Himmelreich. Jetzt ist die Zeit des Sammelns, das Gewicht der Entscheidung leitet sich vom Blick auf die kommende und sicher zu erwartende Scheidung ab. Das Anliegen des Matthäus ist nicht, von der Sammlung zu erzählen, sondern von der Scheidung des zuvor im Netz Gesammelten. Dies wird deutlich im Blick auf das Ende der Welt: die Engel werden die Bösen von den Gerechten trennen. Es geht in diesem Gleichnis also um das Endgericht.
So wie am Ende des Unterrichts der Lehrer die Schüler fragt, so fragt Jesus seine Jünger, ob sie alles verstanden haben. Das Bild vom Hausvater umschreibt die Aufgabe des christlichen Schriftgelehrten. Er soll ermutigt werden, das Neue zu lehren, aber nicht ohne das Alte.
Mit drei Gleichnissen, die zur Entscheidung auffordern, vollendet Matthäus die Seepredigt, welche in sieben Gleichnissen (die Zahl 7 als Symbol für die Ganzheit) das Geheimnis des Gottesreiches offenbart.
Das Gleichnis vom im Acker vergrabenen Schatz und der Perle sind Teil der Sonderüberlieferung des Evangelisten Markus. Er greift hier die in der jüdischen Tradition beliebte Form der Erzählung von vergrabenen, verlorenen oder wiedergefundenen Gegenständen auf. Im Mittelpunkt der Erzählungen steht, dass die beiden "Finder" alles verkaufen, um sich diesen einen "Schatz" leisten zu können, sie konzentrieren ihre Bemühungen auf den Erwerb und den Erhalt genau einer einzigen "Sache".
Ähnlich ist es mit dem Gleichnis vom Fischfang: Nach dem Anlanden der Netze werden die essbaren und die nicht-essbaren (auch die nach den Reinheitsgeboten "unreinen" Fische) aussortiert. Jetzt ist die Zeit, in der es in der Entscheidung jedes Einzelnen liegt, wie er sich verhält - später ist die Zeit der "Auslese".
Die Fülle des Lebens ist nicht billig zu haben, denn Jesus fordert vom Menschen die vollkommene Hingabe, um alles zu gewinnen. Erst am Ende der Tage wird sichtbar werden, wer wirklich Jünger Christi ist. Christsein ist nichts Fertiges. Bis zum Tage Christi ist Raum für Entscheidung, Wachsen und Bewährung sowie Raum für Glaube, Hoffnung und Liebe.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:
Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.
Ein Mann entdeckte ihn
und grub ihn wieder ein.Und in seiner Freude ging er hin,
verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte den Acker.
Auch ist es mit dem Himmelreich
wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
Als er eine besonders wertvolle Perle fand,
ging er hin, verkaufte alles, was er besaß,
und kaufte sie.
Nicht alles, was glänzt ist Gold, sagt ein Sprichwort. Um den wahren Wert einer Sache oder einer Idee zu erkennen, bedarf es zum einen Sachkenntnis, zum anderen eine Wertordnung, an der wir uns orientieren. Die Schätze, die Gott für uns bereithält, werden leicht übersehen...
Wenn Sie nur eine Sache behalten dürften – was wäre das? Ein Erinnerungsstück aus einem Urlaub? Ein Foto mit lieben Menschen? Oder vielleicht etwas, das man gar nicht anfassen kann, wie: Liebe? Hoffnung? Oder: Frieden?
Unsere heutigen Schrifttexte kreisen um die eine Frage: was ist wirklich kostbar im Leben der Menschen. Und sie zeigen uns: Wer den wahren Schatz entdeckt, dessen Leben verändert sich knallhart.
Im Evangelium erzählt Jesus gleich mehrere kurze Gleichnisse und zeichnet damit einprägsame Bilder für die Zuhörerschaft. Da ist der Mann, der auf einem Acker einen Schatz findet. Da ist der Kaufmann, der eine kostbare Perle entdeckt. Beide tun etwas, das auf den ersten Blick verrückt erscheint: Sie verkaufen alles, was sie besitzen, um nur diesen einen Schatz zu erwerben und ihn zu hüten.
Das Entscheidende ist dabei nicht der Verzicht auf alles andere, denn Jesus erzählt keine Geschichte darüber, wie schwer das Christsein ist. Im Gegenteil: Der Blick richtet sich auf die übergroße Freude der Männer. Die beiden verkaufen alles voller Freude, weil sie etwas gefunden haben, das alles andere übertrifft.
Vielleicht kennen wir das aus unserem eigenen Leben. Wer seine große Liebe findet, fragt nicht ständig danach, auf wen oder was er nun verzichten muss. Eltern rechnen nicht jeden Schlafmangel gegen die Freude über ihr neugeborenes Kind auf. Wer eine Berufung entdeckt, investiert Zeit, Kraft und Herzblut, weil er spürt: Dafür lohnt es sich zu arbeiten.
So spricht Jesus heute vom Reich Gottes. Es ist kein zusätzlicher Besitz neben vielen anderen, vielmehr ist es der Schatz, der allem anderen Sinn gibt.
Die erste Lesung gibt eine überraschend einfache Antwort, denn Salomo erhält von Gott eine außergewöhnliche Einladung: „Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll.“ Man könnte sich alles wünschen: Macht, Reichtum, ein langes Leben oder Erfolg. Aber Salomo entscheidet sich anders. Er bittet um ein hörendes Herz – um Weisheit und Einsicht, damit er zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Er bittet darum, besser hören zu können: auf Gott und auf die Menschen. Und genau das gefällt Gott.
Vielleicht liegt hier ein Schlüssel auch für unser eigenes Leben. Wir wünschen uns oft, dass Gott unsere Probleme löst. Salomo bittet darum, selbst verändert zu werden. So sollten auch wir um ein hörendes Herz bitten, das bereit ist, Gottes Botschaft aufzunehmen. Denn wer wirklich hören kann – auf Gott, auf sein Gewissen, auf den Mitmenschen – der findet Orientierung auch dann, wenn das Leben kompliziert bleibt.
Paulus greift diesen Gedanken im Römerbrief auf. Er sagt: Gottes Liebe ist größer als alles, was uns begegnet. Sie kann sogar aus Brüchen Neues entstehen lassen. Sie gibt unser Leben niemals auf. Das ist eine Hoffnung, die weit über Optimismus hinausgeht. Wir kennen Situationen, in denen wir keinen Sinn erkennen können. Paulus kennt solche Erfahrungen ebenfalls. Gerade deshalb vertraut er darauf: Gottes Geschichte mit uns endet nicht dort, wo wir nur Sackgassen sehen, sondern der Weg geht weiter in Gemeinschaft mit Gott.
Im letzten Gleichnis spricht Jesus schließlich vom Netz, das alle möglichen Fische einfängt. Erst am Ende werden die guten von den schlechten getrennt. Dieses Bild ist uns Hoffnung und Mahnung zugleich. Nicht wir müssen endgültig über Menschen urteilen. Das Urteil gehört Gott. Unsere Aufgabe ist es, das Evangelium zu leben und zu verkünden, Menschen in Liebe zu begegnen und darauf zu vertrauen, dass Gott gerechter urteilt als wir.
Vielleicht ist gerade das heute besonders wichtig, denn wir leben in einer Zeit schneller Urteile. Menschen werden eingeordnet, bewertet und abgeschrieben. Jesus dagegen lädt uns ein, zuerst den Schatz zu suchen. Denn wer den Schatz Gottes gefunden hat, muss sich nicht ständig über andere erheben, sondern er darf aus einer tiefen Freude leben.
Schwestern und Brüder, die Frage bleibt: Was ist unser Schatz? Wofür setzen wir unsere Zeit, unsere Kraft und unser Herz ein? Bitten wir Gott – wie Salomo – nicht zuerst um mehr Erfolg oder Sicherheit, sondern um ein hörendes Herz. Denn ein hörendes Herz erkennt den Schatz, den Gott längst für uns bereithält. Und wer diesen Schatz entdeckt, wird erfahren, was Paulus verspricht: Dass Gottes Liebe stärker ist als alles, was uns begegnet, und dass sie unser Leben auf ein gutes Ziel hinführt.
An welchen Maßstäben orientieren wir uns? Diese Frage beschäftigt nicht nur Neueinsteiger und junge Menschen. Oft lassen wir uns diese Maßstäbe unhinterfragt vorgeben. Wir tun gut daran hinzuhören, was Gott uns zu unserer Orientierung zu sagen hat.
„Aller Anfang ist schwer“, so heißt ein bekanntes Sprichwort. Wir müssen jeden Tag neu anfangen, aufbrechen. Das beginnt schon beim Aufstehen; eine tägliche Wiederholung, die zur Routine werden kann, immer wieder dasselbe. Herausfordernd wird es, wenn eine Lebenssituation sich stark verändert, etwa durch einen Berufswechsel oder durch einen Aufstieg in eine Leitungsposition.
Die erste Lesung führt uns das vor Augen. Der König David war ein berühmter Mann, hochbegabt, aber auch ein Schlitzohr. Sein Sohn Salomo tritt seine Nachfolge an. Da werden ihn sicherlich einige Fragen begleitet haben.
So ähnlich kann es auch bei uns sein: erster Arbeitstag an einem neuen Arbeitsplatz in leitender Position, viel Verantwortung, man steht unter Beobachtung. Werde ich diesen Anforderungen gerecht, die diese neuen Aufgaben mit sich bringen? Da gesellen sich zur Freude auch Zweifel, ein wenig Angst. Salomo wird es nicht viel besser ergangen sein. Die Menschen vergleichen sich und andere gerne immer mit dem Vorgänger. Durchschauen meine neuen Mitarbeiter*innen auch meine Schwächen? Wie kann ich diese möglichst lange verbergen?
Salomo stellt keine dieser Fragen, zumindest spricht er sie nicht so deutlich aus. Wohl sagt er: „Ich bin noch sehr jung und ich weiß nicht aus noch ein“. (1 Kön 3,7). Dann folgt eine Bitte, die Aufmerksamkeit verdient: „Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, um Gutes vom Bösen zu unterscheiden.“ (1 Kön 3,12).
Der Psalmist betet ganz ähnlich: „Schaffe mir ein reines Herz und gib mir einen neuen beständigen Geist" (Ps 51,12; Mt 5,8; Apg 15,9).
Was ist damit gemeint? Es geht um innere Reife, um Empathie, vor allem gegenüber Menschen, die es schwer haben. Äußeres Streben nach Erfolg, der durch übermäßigen Reichtum abgesichert wird, durch Machtansprüche mit weit ausgedehnten Einflussbereichen sind auf innerweltliche Dimensionen beschränkt.
Das Herz, damals Ort des Verstandes, des Willens, der Identität, ist auch wichtig für die Unterscheidung der Geister. Das „hörende Herz“ dient als Filter, die Informationsflut einzubremsen. Echtes Zuhören wird immer seltener, die Selbstdarstellung tritt oft mit Hilfe der Social Medien in den Vordergrund. Ein hörendes Herz hilft Vorurteile hintanzuhalten, ist ein innerer Kompass, der sich an Gottes Wort orientiert. Es setzt aber voraus, dass nicht das Unkraut der Selbstdarstellung alles überwuchert. Ein hörendes Herz und ein beständiger Geist schenken Resilienz in Krisen. Das hat auch mit Treue als beständige Eigenschaft zu tun.
Das Evangelium setzt ähnliche Akzente. „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war.“ (Mt 13,44). Das Himmelreich ist ein Schatz, der entdeckt werden will. Er ist in einem Acker vergraben. Der Acker will bearbeitet werden. Diese Schatzsuche braucht Bereitschaft zur Mitarbeit. Es soll eine Arbeit sein, die von Freude gekrönt wird.
Dieser Schatz, diese Perle des Himmelreichs ist so wertvoll, dass der Mann alles verkauft. Dieser Evangelientext eignet sich auch gut für eine Hochzeitsansprache: Wir sollen einander Schatz und Perle sein. Wenn wir einander immer neu entdecken, dann haben wir jetzt schon ein kleines Stück Himmelreich gefunden. Diesen Schatz entdecken in unseren Begabungen als Geschenke des Heiligen Geistes. Nichts soll verlorengehen. Es ist eine Mitarbeit, die sich lohnt, wenn der Schatz, die Perle in allen Farben strahlt. Das ist dann Liebe mit all ihren Spielarten. So könnten wir schon jetzt etwas von diesem Himmelreich spüren mit einem hörenden Herz und einem beständigen Geist in allen Formen des Liebesgebotes.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie durch liebende Menschen Gott entdecken, dass Sie Ihre Begabungen zur Freude für sich selbst und für andere nützen können. Dann haben Sie schon jetzt ein kleines Stück Himmelreich hier auf Erden gefunden. Sie brauchen nur den Acker Ihres Lebens beackern, vielleicht da und dort ein wenig auflockern, damit es für Liebe und Freude durchlässig bleibet...
Unsere Welt ist reich an Schätzen; nicht nur an Schätzen der Natur, sondern auch reich an Kulturschätzen. Um sie zu entdecken, braucht es leidenschaftliches Engagement und Kennerschaft ("Expertise"). All diese Schätze sind uns nicht zur persönlichen Bereicherung gegeben, sie gehören letztlich allen Menschen und erfahren ihren wahren Wert, wenn wir entsprechende Wertschätzung miteinander teilen.
Fernsehsendungen wie "Kunst und Krempel" oder "Bares für Rares" haben mittlerweile viele Liebhaber gefunden. In vielen Haushalten finden sich mehr oder weniger alte schöne Gegenstände, von denen man wenigstens wissen will, aus welcher Zeit und Werkstatt sie stammen und wieviel sie wert sind. So manche Kostbarkeiten sind auf diese Weise schon entdeckt worden und haben bei Kennern und Liebhabern eine neue Heimat gefunden.
Der mehrfach ausgezeichnete Vorarlberger Schriftsteller Arno Geiger ist in seinen jungen Jahren zwei Jahrzehnte hindurch in aller Frühe mit dem Fahrrad durch die Großstadt gefahren und hat Altpapiercontainer nach literarisch interessanten Inhalten durchsucht. Dabei hat er Tagebücher, alte Postkarten und Briefe und anderes gefunden, mit denen die Vorbesitzer offenbar nichts mehr anfangen konnten, die für ihn aber zu einer Quelle der Inspiration für sein literarisches Schaffen geworden sind und ihn darüber hinaus haben lebensweise werden lassen. Für ihn enthält auch die Sprache Schätze, die es zu entdecken und zu erhalten gilt.
Mit dem Zugang zu biblischen Texten ist es mir im Laufe meines Lebens ähnlich ergangen. In der Volksschule lernte ich die Erzählungen über den Anfang der Welt, von den Urvätern des Volkes Israel und natürlich die schönsten Erzählungen über das Leben Jesu kennen. Im Gymnasium gelang es unserem Religionslehrer, uns zu motivieren, selbst nachzulesen und biblische Schätze zu entdecken. Wir gaben uns gegenseitig Tipps weiter, wenn wir Interessantes gefunden hatten, das wir in der Bibel nicht vermutet hätten. Im Theologiestudium lernte ich, Texte zu analysieren und mit den biblischen Quellen kritisch umzugehen. Meinen Lehrern verdanke ich aber auch, den theologischen Gehalt dieser Texte zu erkennen, zu schätzen und einzuordnen. Ein ganz neuer Impuls, der mich Neues entdecken lehrte, war meine Begegnung mit der Methode des Bibliodrama. Hier spürte ich: Diese Texte haben mit mir zu tun. Sie halfen mir, mich selbst besser zu verstehen und meine eigenen Lebenserfahrungen einzuordnen.
Jesus vergleicht das Eintauchen in die Geheimnisse des Reiches Gottes mit dem Finden eines kostbaren Schatzes und dem Entdecken einer wertvollen Perle. Die glücklichen Finder setzen in seinen Gleichnissen alles daran, in den Besitz dieser Kostbarkeiten zu kommen. Andere holen ihr Wissen um das Reich Gottes aus der Tiefe der Überlieferung wie Fischer den Reichtum des Sees aus der Tiefe emporholen.
Der Wert des Glaubens wird uns nicht einfach nachgeworfen. Man muss ihn irgendwann in seinem Leben entdecken. Man kann ihn auch niemandem "eintrichtern". Ich bin all jenen dankbar, die in meinem Leben zum Entdecken des Glaubensschatzes beigetragen haben: den Eltern, gläubigen Lehrern, den Professoren der Universitäten, sowie gläubigen Mitsuchern, mit denen ich mich austauschen konnte.
Eine weitere Voraussetzung: Man muss bereit sein, sich diese Suche etwas kosten zu lassen. Man kann Glaubenseinsichten nicht kaufen, aber man muss neugierig daran interessiert bleiben und Energie dafür aufwenden.
Neben den biblischen Grundlagen gibt es noch reichhaltige andere Quellen, um dem Geheimnis des Reiches Gottes auf die Spur zu kommen: liturgische Vollzüge, Biographien gläubiger Menschen u.a.m.
Noch ein Drittes: Wer von diesem Geheimnis des Glaubens einmal gepackt ist, verspürt den Drang, diese Freude und diesen Reichtum weiterzugeben und anderen zu erschließen.
Wie können wir heute Zugang zu den Schätzen des Glaubens finden und wie können wir den Zugang zum Glauben heute Menschen erschließen?
Die Anstrengungen der Kirche in der Verkündigung der Frohen Botschaft vom Reich Gottes sind heute offensichtlich in einer Krise. Es gelingt uns nur selten, Menschen dafür zu interessieren und zu motivieren, selbst nach den Schätzen des Glaubens zu suchen. Wir präsentieren ihnen ausgeklügelte fertige Glaubenssätze, wir hoffen, dass sie durch die Erfüllung überkommener religiöser Pflichten Geschmack an einem Glaubensleben bekommen, und sind taub für das, was vor allem junge Menschen bewegt und selten fähig, mit ihnen über ihre persönlichen Erfahrungen zu sprechen. Und wenn wir suchenden und fragenden Menschen begegnen, stolpern wir nicht selten über kirchenrechtliche Bestimmungen, die Communio und die Kommunikation erschweren oder gar verhindern.
Fehlt uns das "hörende Herz" für "Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art", wie es das Zweite Vaticanum formuliert hat? – Bitten wir den Herrn darum!
Welche Werte zählen im Leben? Welche Werte lassen wir uns etwas kosten? Wir agieren wie schlechte Verkäufer, wenn wir in den Diskussionen um die Werte, die es in unserer Gesellschaft zu erringen gilt, vor allem den zu zahlenden Preis in den Vordergrund stellen statt zu beschreiben, was wir an Positivem gewinnen. Oft denken wir nur an das, worauf wir verzichten müssen, und nicht an das, was es uns bringt.
Kostbare Funde sind es, die im heutigen Evangelium als Vergleichspunkte für das Himmelreich dienen: ein vergrabener Schatz im Acker, eine kostbare Perle. Aber es ist auch ein hoher Einsatz, den der Erwerb des Schatzes von den Findern fordert - von beiden heißt es: „Er verkaufte alles, was er besaß.“
Schon regt sich Widerspruch, der aus dem praktischen Leben entspringt: Ist das vernünftig, alles auf eine Karte zu setzen? Ist der Fund den hohen Einsatz wert? Können die elementaren Lebensbedürfnisse noch gedeckt werden, wenn alles verkauft wird, um den Schatz erwerben zu können? Gibt es keine Verpflichtungen anderen gegenüber, die durch so eine radikale Aktion verletzt werden könnten? Und - aufs Heute bezogen: Gibt es nicht allzu viele Menschen, die sich wegen einer Liebhaberei, einer fixen Idee in Unkosten stürzen, die ihnen dann über den Kopf wachsen?
Noch bevor meine aufgeregten Einwände an ein Ende kommen, meldet sich der Teil in mir zu Wort, der vom richtigen und guten Verstehen von Gleichnissen weiß: Er sagt mir, es geht in Gleichnissen nicht um eine Geschichte, die 1:1 in die Realität übertragen werden kann, sondern es geht um den einen springenden Punkt, auf den die kleine Geschichte hinzielt.
Was aber ist der springende Punkt in diesen beiden kleinen Beispiel-Erzählungen? Vielleicht könnte man ihn so formulieren: Wenn du etwas als unbedingt richtig und gut erkannt hast, dann lass dich davon locken und nach vorne ziehen; folge dieser Spur und setze deine Kräfte dafür ein.
Unterbrechen wir diesen Gedanken kurz an dieser Stelle und erinnern wir uns an die erste Lesung! Dem heutigen Evangelium ist eine Erzählung aus dem Ersten Testament zur Seite gestellt, die jenes gut ergänzt. Von König Salomo wird erzählt, dass er einen Wunsch frei habe. Es wird ihm sozusagen ein kostbarer Schatz in Aussicht gestellt. Worauf möchte er sein Leben ausrichten? Was ist sein Schatz, dem er alle anderen Wünsche unterordnet, dessentwegen er - in Gleichnis-Sprache gesprochen - alle anderen „verkauft"? Was schwebt ihm als Ziel vor Augen, dessen Spur er folgen möchte? Er nennt die Weisheit als seinen Schatz.
Die Weisheit halte ich für eine unabdingbare Zugabe, wenn wir uns auf die Suche nach dem Schatz im Acker unseres Lebens machen, nach dem Kostbaren, Unverzichtbaren, das lockt und nach vorne zieht und das wir uns auch etwas kosten lassen.
Verschiedene Menschen werden ihren Schatz wohl unterschiedlich benennen. Für manche wird es das Glück einer Familie sein, dem sie vieles andere unterordnen. Für manche wird es die berufliche Aufgabe sein, manchen geht es um das Pflegen einer besonderen Fähigkeit, die ihnen gegeben ist. Wenn die Suche nach dem, was gut und richtig ist, von Weisheit geleitet ist, wird darin ein kostbarer Schatz für das Leben liegen.
Unsere Suche nach dem Schatz ist aber nicht nur eine individuelle Sache. Auch uns als Gesellschaft insgesamt ist diese Suche aufgegeben. Zurzeit fällt einem da als Schatz, den es zu heben gilt, vielleicht zuerst eine lebenswerte Welt und Umwelt ein, eine Welt, die ihr Gleichgewicht erhält bzw. wiederfindet, eine Erde, die mit ihrem Reichtum alle Menschen ernährt, die auf ihr wohnen, eine Erde, die mit ihren riesigen Wäldern und Flächen an Meerespflanzen atmet und alle Lebewesen mit Sauerstoff versorgt, eine Erde, die über Generationen hin eine lebenswerte Heimat für Menschen und Tiere ist.
Wir sind es gewohnt, von Klimakrisen und herannahenden Katastrophen zu hören und zu reden. Diese alarmierende Sicht ist sicher notwendig. Aber wäre es darüber hinaus nicht auch heilsam, dem Hinweis der beiden kleinen Gleichnisse zu folgen und den Schatz in den Blick zu nehmen, den es zu finden und zu ehren gilt? Das würde auch bedeuten, dass der Verzicht, der für diesen Schatz zu leisten ist, in einer anderen Farbe gesehen wird - nicht ein Verzicht unter Ächzen und Stöhnen, sondern in der Freude und der Freiheit, die daraus erwächst, dass der Verzicht auf ein lockendes Ziel hinführt.
Noch einmal sei eingeräumt, dass der Verzicht auch oft hart errungen werden muss: der Verzicht auf unbeschränkten Ressourcenverbrauch, auf Bequemlichkeit, auf Billigprodukte, auf fragwürdige Gewohnheiten. Aber wir sollten nicht aus dem Blick verlieren, was es zu gewinnen gibt.
... Und bei allem möge uns die Weisheit leiten!
© Johanna Strasser-Lötsch, Pastoralassistentin Pfarre Wels - St. Franziskus.
Es gibt Situationen, in denen wir alles aufgeben, weil wir etwas Bestimmtes unbedingt haben wollen, weil es für uns einen Wert hat, vor dem alle anderen wertvollen und wichtigen Dinge verblassen. Jesus behauptet, das Himmelreich sei etwas, für das Kenner alles andere aufgeben. Das Himmelreich steht für ein Glück, das sich nicht kaufen lässt – und für eine Liebe, die der Erde das Schwere nimmt.
Ein Mensch findet einen Schatz – schön unter der Erde verbuddelt. Wer mag, wann, warum einen Schatz vergraben haben? Vergessen? In einer Nacht- und Nebelaktion kauft der Mann den ganzen Acker. An nichts anderes kann er mehr denken. Ich muss ihn haben! Alles, was er hat, investiert er jetzt. Alles, was er zu Geld machen kann. Ob er sich das auch gut überlegt hat? Jetzt hat er einen Acker mit Schatz, aber alles andere hat er aufgegeben? Apropos Acker: wird er jetzt Landwirt?
Dann ist da noch ein Juwelier. Er hat ein gut gehendes Geschäft. Fachmann durch und durch. Erstes Haus am Platz! Er entdeckt eine Perle, nein, die Perle – und muss sie haben! Die vielen anderen schönen Einzelstücke, die aus dem Schaufenster lachen, rafft er schnell zusammen, verkauft sie – womöglich sogar unter Preis – und erwirbt seine Traumperle! Die eine! Was aber macht ein Juwelier mit einer Perle, die er nie, unter keinen Umständen, verkaufen möchte? Wie er sie schützen muss! Hoch versichert. Sein Laden ist leer – was macht er denn jetzt?
So schnell! Ich komme nicht mit. Halt!
Klar, Jesus beherrscht die Kunst, solche Geschichten – sogenannte Gleichnisse – so schnell und zwingend zu erzählen, dass wir mit großen Ohren zuhören. Das gibt es doch! Ich entdecke etwas, was mir so wichtig ist, dass ich bereit bin, alles dafür zu geben – alles, was ich gerade einsetzen kann. Da relativiert sich auch „alles“. Alles, was ich gerade einsetzen kann! Es ist nicht wirklich alles – aber so viel, dass mein Leben nicht nur durcheinander gerät, sondern so reich wird, dass sich alle Verhältnisse, quasi über Nacht, verändern. Nach dem Coup bin ich selber nicht mehr der Alte. Ich erzähle meine eigene Geschichte mit einem Augenzwinkern – wie es vorher war und was jetzt ist.
Gerne würde ich mich mit Ihnen darüber unterhalten, ob Sie das auch kennen – und vielleicht auch eine schöne Geschichte dazu erzählen können. Im sog. wahren Leben gibt es so viele Überraschungen, die ein Leben von heute auf morgen umkrempeln können. Sollen wir einmal einige Beispiele dafür suchen?
Das kann eine Liebe sein, die auf einmal da ist! Wie vom Himmel gefallen! Ein Mensch, der mir so wichtig ist, dass ich ihn – entschuldigen Sie bitte den falschen Ausdruck – unbedingt haben muss. Wie den Schatz, wie die Perle. Hier passen sogar die Worte! Schatz! Perle! Dafür tue ich alles, dafür springe ich sogar über meinen Schatten. Und Geld ist sowieso egal. Manchmal erzählen Menschen bei der Silber- oder Goldhochzeit davon. Manchmal auch nach einer Trennung.
Ich denke an ein behindertes Kind, das anders als erwartet und sehnsüchtig gewünscht so auf die Welt kommt, dass für die Eltern und Geschwister nichts mehr so ist wie vorher. Alles ändert sich jetzt. Alles ändert sich langfristig. Die Wohnung muss umgeräumt und neu gestaltet werden. Trotz vieler ärztlicher Hilfen und Krankenkassenleistungen geht vieles nicht mehr – und vieles geht nur anders. Aber die Familie klagt nicht, wie hart sie getroffen ist, sie freut sich über das Kind, schenkt ihm Liebe, liest ihm jede Regung auf dem Gesicht ab, weiß jeden Laut zu deuten. Ich kenne solche Familien. Sie erzählen von einem großen Glück. Wer ihnen zuhört, merkt, was Glück ist – und was nicht. Da ist der Schatz wieder, die Perle!
Und da doch aller guten Dinge drei sind: Ein junger Mensch könnte Karriere machen, eine große. Die Welt steht ihm offen. Zeugnisse: exzellent. Sprachen: 3 fließend! Doch das Geld, das sich verdienen ließe, lässt ihn kalt, auch das Prestige reizt ihn nicht. Er möchte Menschen helfen und geht in die landläufig so genannte Entwicklungshilfe. Alles, was er bisher gelernt hat, kann er hier einbringen und die Sprachen erst recht. In einem Projekt hat er drei Jahre Zeit. Die Ziele sind beschrieben, die Mittel bereitgestellt, doch Menschen funktionieren nicht wie Maschinen. Sich auf andere Mentalitäten, Gewohnheiten und Traditionen einzulassen, ist nicht nur reizvoll – es kann sehr schwer sein. Aber dann die kleinen Erfolge, die großen, die Veränderungen, die Rückschritte, die Träume. Da ist der Schatz wieder, die Perle!
Was können Menschen aufgeben, um das Größere, Schönere, Bedeutendere sich anzueignen? Was fallen lassen, um neue Höhen zu erklimmen?
Jedenfalls: Es gibt ihn – den Schatz im Acker. Es gibt sie – die Perle! Einmal gesehen, dann hin und weg – und glücklich obendrein. Es gibt Geschichten, die am Ende keine Verluste kennen, sondern nur Reichtum.
Jesus sagt: Mit dem Himmelreich ist es so – und dann erzählt er die kleinen Geschichten vom Schatz im Acker, von der Perle – und vom reichen Fischfang, auf den wir heute nicht eingehen. Himmelreich ist ein großes Wort. Es wird auch mit Reich Gottes übersetzt. Für viele Menschen ist dieses Reich furchtbar weit weg – oder schlimmer noch: ein Ladenhüter. Für diesen Ladenhüter gibt man nichts auf – nein, der Acker wird nicht gekauft, der Schatz bleibt vergraben - und die Perle wartet irgendwo auf jemanden, der sich in sie verliebt. Vergeblich.
Doch das Himmelreich ist nicht weit weg! Sind wir nicht jeden Tag vom Himmel umgeben? Und werden die großen Worte im Leben nicht so klein, dass sie unsere Herzen neu ausfüllen können? Das Himmelreich steht für ein Glück, das sich nicht kaufen lässt – und für eine Liebe, die der Erde das Schwere nimmt. Im Übrigen: die Geschichten, die Jesus erzählt, sind durch und durch rational, wohl überlegt, bis ins Kleinste kalkuliert: Ich muss diesen Schatz haben, sagt der unbekannte Mann – und ich die Perle, sagt der andere. Es gibt keine Alternative!
Ich weiß: Viele Menschen kennen diese Sehnsucht nicht. Übelnehmen kann ich es ihnen nicht. Die Geschichten, die Jesus erzählt, lassen sich auch als unvernünftig und bescheuert interpretieren. Aber wenn es keine Alternative gibt zu allem, was uns berechnet und berechenbar macht, was uns als Sachzwang verkauft und als ultima ratio verkündet wird, was uns aggressiv macht und alles beim Alten belässt – dann gibt es kein Himmelreich, keine Barmherzigkeit, keine Liebe .
Eigentlich müsste ich jetzt auch Schluss machen. Wenn ich etwas vergessen haben sollte, werden Sie schon noch darauf stoßen. Und dass Sie sich Gedanken machen, finde ich toll. Aber vom König Salomon soll ich Sie herzlich grüßen! Er hatte einen Wunsch frei - wie im Märchen. Um Geld, Reichtum, Ansehen bittet er nicht, auch nicht um Macht. Er bittet um Einsicht! Um ein kluges Herz!
Und Gott sagt ihm:
„Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast
und nicht um langes Leben,
Reichtum oder um den Tod deiner Feinde,
sondern um Einsicht gebeten hast,
um auf das Recht zu hören,
werde ich deine Bitte erfüllen.
Sieh, ich gebe dir ein so weises und verständiges Herz,
dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird,
der dir gleicht.“
Der Schatz im Acker, die Perle! Ich muss sie haben. Koste es, was es wolle. Warum noch zaudern, abwägen und und…
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn!
Der junge König Salomo ist weise genug, um für sein großes Amt sich von Gott Weisheit zu wünschen. Seine Bitte stellt uns vor die Frage: Was ist wirklich wertvoll. Neben materiellen Werten gibt es immaterielle Schätze, die es zu suchen und ins Leben zu integrieren gilt.
Die Frage aus dem Evangelium „Habt ihr das alles verstanden?“ (Mt.13,51), gebe ich an Sie weiter. Das könnte eine rege Diskussion auslösen. Die Antwort auf dieses Frage, das kurze „Ja“ der Jünger wie auch Ihrerseits soll uns nicht abhalten, länger darüber nachzudenken.
Einige Stellen aus diesen Texten sollten wir doch einer Betrachtung unterziehen:
Der Herr gewährt dem König Salomo eine Bitte, nach dem Motto: „Wünsch dir was!“ Naheliegend wäre für solch ein verantwortungsvolles Amt zu wünschen, dass Volk und Mitarbeiter ein loyales Verhalten an den Tag legen, dass möglichst wenig oder besser: gar kein Widerspruch bei Anordnungen erfolgt, vielleicht sogar nach der Devise: Der Chef liebt Idioten!, dazu noch ausreichend Machtfülle und auch, dass persönliche Schwächen ja nicht zu schnell offenbar werden, am besten überhaupt nicht.
Es kommt anders: Ein Gebet wie eine „Regierungserklärung“: „ein hörendes Herz“ (1 Kön.3,9), und der Herr schenkt ihm „ein weises und verständiges Herz“ (1 Kön.3,12) dazu, also Weisheit und Klugheit, um Gutes vom Bösen zu unterscheiden. Klugheit und Weisheit haben in der Bibel hohen Stellenwert. Klugheit ist Lebendigkeit des Geistes, Sinn für Wirklichkeit, Mut zur Wahrheit. Salomo hat eine gute Einschätzung seiner Person: „Ich bin noch sehr jung und weiß nicht, wie ich mich als König verhalten soll.“ (1 Kön.3,7).
Oft verfallen junge Leute in voller Lebenskraft - Erwachsene sind dagegen auch nicht immer gefeit – verfallen vor lauter Energie in einen Machtrausch und glauben, die Welt schlagartig verbessern zu können. Nach einigen Niederlagen, vielleicht sogar Blamagen, kommt die Einsicht: Gestern war ich klug und wollte die Welt verändern, heute bin ich weise und werde mich selbst verändern.
Die vollkommenste Art der Klugheit findet sich in der Weisheit. Sie hat personellen Stellenwert, wenn von der „heiligen Weisheit“, der „hagia sophia“ und von der „göttlichen Weisheit“ und auch von „Jesus als dem Weisheitslehrer“ gesprochen wird. Weisheit wird hier verstanden als tiefes und breites Wissen über das Leben, das uns hilft, wie wir unser Leben organisieren sollen, wie wir ihm Sinn verleihen können. Weisheit braucht gutes Zuhören und Mitgefühl.
Das Thema ist auch politisch topaktuell, was die seit dem 6. bis ins 15. Jhdt. größte Kirche in Istanbul und die größte Kirche der Christenheit im damaligen Oströmischen Reich betrifft, die dann in eine Moschee umgewandelt, seit 1934 Museum und jetzt wieder zur Moschee umgestaltet wurde.
Die Heilige Schrift sagt: Der wahre König ist der Weise. Das könnten wir alle sein, nicht nur gekrönte Häupter und Politiker, die mit Machtfülle ausgestattet sind. Wer sich um diese Weisheit bemüht, wird den „Acker seines Lebens“ gut bestellen und wird auch „verborgene Schätze“ in seiner Umgebung und auch im „Acker der Welt“ finden: den Schatz der Schönheiten der Natur, den Schatz in der Heiligen Schrift, den Schatz in menschlichen Begegnungen, vor allem in der Partnerschaft.
Gerne lese ich diese Evangelienstelle (Mt.13,44-52) bei Hochzeiten vor. Denn darin verbirgt sich der Hinweis, füreinander Schatz und Perle zu sein, gegenseitig Talente und Begabungen zu entdecken für die Partner selbst und für ihre Lebensumgebung. Das ist ein Schatz, der mehr wert ist als ein Lottosechser. Jesus rät, den Schatz der personalen Würde nicht aus den Augen zu verlieren: im Partner, im Nächsten…
So bitten wir darum, dass dieser Schatz lebenslang erhalten bleiben soll, also ein immaterieller Schatz, der auch über den Tod hinausreicht. Materielle Werte sind nicht zu verachten und sollen damit nicht schlecht gemacht werden. Die Gleichnisse Jesu weisen auf eine Balance zwischen beiden hin. Das Tagesgebet spricht in diesem Sinne die „Unterscheidung der Geister“ treffend an: „Hilf uns, die vergänglichen Güter so zu gebrauchen, dass wir die ewigen nicht verlieren.“
Gehen wir somit auf Schatzsuche. Ein Lottosechser (am besten mit Zusatzzahl) ist nicht zu verachten, aber Jesus bietet uns unvergängliche Schätze an.
Jesus redet in Gleichnissen vom Himmelreich, bzw. vom Reich Gottes. Missverständnisse kommen in der Auslegung der Bibel häufig vor, da jeder Mensch sein ganz persönliches Vorverständnis mitbringt. Das Geheimnis des Himmelreiches besteht im Wissen um einen liebenden Gott voll Langmut und Güte.
„Bittet, und es wird euch gegeben!“ – Ach, wenn das doch nur so einfach wäre. Dann könnten wir uns manches wünschen: ein großes Haus, viel Erfolg, Gesundheit oder ein Leben ohne Sorgen. Doch wir wissen aus Erfahrung, dass sich nicht jede Bitte so erfüllt, wie es uns die erste Lesung als Idealbild vorlegt.
Manchmal braucht es nicht nur eine Bitte, sondern entscheidend ist die lebendige Beziehung zu Gott. Wer ihm vertraut, darf mit allem zu ihm kommen; mit seinen Wünschen, Hoffnungen und Sorgen. Gott hört unsere Bitten und schenkt uns nicht immer das, was wir uns wünschen, wohl aber das, was wir zum Leben brauchen. Vertrauend darauf treten wir nun vor ihn hin und begrüßen ihn im Kyrie.
An Gott und sein Wirken in der Welt glauben zu können, ist Gnade, ist ein Geschenk Gottes. Jesus nannte diese Glaubensgewissheit die Frohe Botschaft vom Reich Gottes, bzw. vom Himmelreich. Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, dass Menschen dieses Licht des Glaubens aufgeht. Glauben zu können betrachtete er als einen besonderen Schatz, den zu finden und zu entdecken sich mehr alles andere lohnt.
Am Beginn unseres Gottesdienstes bitten wir Gott, dass er sich unser erbarme und dass er uns den Wert des Glaubens immer tiefer erschließe.
Es ist Urlaubszeit! Viele Menschen sind unterwegs. Unterwegs entdecken sie mal kleine, mal große Schätze. Einen besonders schönen Stein. Eine tolle Aussicht. Und das Kleinod am Weg, eine Kirche, ein Schloss…
Heute gehen wir auch in unserem Gottesdienst auf Schatzsuche. Gottes Wort lässt sich finden! Ein Mensch lässt sich entdecken! Und im Mahl feiern wir, das Leben gefunden zu haben. Reich beschenkt machen wir uns dann wieder auf den Weg. Immer auf der Suche, etwas Besonderes, etwas Großes zu finden.
Herr, Jesus Christus,
du bist das Haupt und der Hirt deines Volkes.
Herr, erbarme dich.
Du führst deine Herde auch durch unsichere Zeiten.
Christus, erbarme dich.
Du begleitest uns auf dem Weg der Vollendung.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus, du hast uns mit der Frohen Botschaft vom Reich Gottes beschenkt.
Herr, erbarme dich.
Du lädst uns ein, nach den Schätzen des Glaubens zu suchen.
Christus, erbarme dich.
Du gibst uns die Macht, Jünger des Himmelreiches zu werden.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du zeigst uns das Himmelreich.
Herr, erbarme Dich.
Wenn wir alles geben, dann können wir das Himmelreich sehen.
Christus, erbarme Dich.
Du schenkst uns Hoffnung und Vertrauen auf ein Leben bei dir.
Herr, erbarme Dich.
Herr,
im alltäglichen Trott übersehen wir das Lächeln eines Menschen,
überhören wir ein freundliches Wort.
Herr, erbarme dich.
Herr,
wir sind oft so unzufrieden, mit uns und mit anderen.
Auf der Suche nach dem großen Glück verlieren wir das kleine.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du hast Schätze für uns vergraben und Kostbarkeiten versteckt.
Wir werden ganz neugierig und aufgeregt sind wir auch.
Herr, erbarme dich.
Mein Anteil ist es, Herr, *
das habe ich versprochen, deine Worte zu beachten.
Gut ist für mich die Weisung deines Mundes, *
mehr als große Mengen von Gold und Silber.
Ehre sei Gott in der Höhe…
Gott, du Beschützer aller, die auf dich hoffen,
ohne dich ist nichts gesund und nichts heilig.
Führe uns in deinem Erbarmen den rechten Weg
und hilf uns,
die vergänglichen Güter so zu gebrauchen,
daß wir die ewigen nicht verlieren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Gott.
Du hast uns geschaffen - doch wir kennen dich kaum.
Du liebst uns - und doch bist du uns fremd.
Offenbare dich deiner Gemeinde.
Zeige uns dein Gesicht.
Sag uns, wer du bist und was du für uns bedeutest.
Lehre uns dich erkennen, dich verstehen, dich lieben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. Amen.
MB Auswahl 2
Herr, du hast deinen Sohn
als das wahre Licht in die Welt gesandt.
Offenbare den Menschen deine Wahrheit
durch den Heiligen Geist, den er verheißen hat,
und öffne ihre Herzen für den Glauben.
Gib, dass alle
in der Taufe das neue Leben empfangen
und Glieder deines Volkes werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums A
Gott.
Du suchst Menschen, die von dir sprechen
und der Welt deine gute Botschaft weitersagen.
Hilf uns,
Trägheit und Menschenfurcht zu überwinden
und deine Zeugen zu werden -
mit unserem ganzen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Auswahl 7
Gott,
vieles treibt uns um
und bewegt uns.
Gib uns ein weises und verständiges Herz,
dass wir im vielen
dich, den Einen, nicht verlieren.
Darum bitten wir dich, Gott und Vater,
durch Christus, deinen Sohn,
mit dem du im Heiligen Geist
lebst als der eine Gott in Ewigkeit.
WB 17. Sonntag im Jahreskreis A
Gütiger Gott,
wir kommen vor dich zu Beginn dieses Gottesdienstes mit unserer Schuld, mit unseren Sorgen und unseren Bitten.
Wir bitten dich, wandle sie in Offenheit und Dankbarkeit und lass uns einst teilhaben an dem ewigen Gastmahl in deinem Reich.
Durch deinen Sohn unseren Herrn und Gott, der mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. – Amen.
Herr, wir stehen nach einer vollen Woche vor dir.
Vieles liegt hinter uns
und von manchem wissen wir,
dass wir auch in der kommenden Woche gefordert sein werden.
Alles halten wir dir hin.
Bei dir wissen wir alles gut aufgehoben.
Schenke uns wie Salomon ein hörendes Herz,
damit auch wir das Gute vom Bösen zu unterscheiden wissen
und stärke uns neu für den Weg,
den du uns in deinem Sohn offenbart hast.
Das erbitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Dir, Gott, gehört der Morgen,
und der Abend ist dein.
Den Tag schenkst du uns.
Wir danken dir für seine Schönheit.
Die Pandemie macht uns Sorgen.
Wir wissen nicht, wie es jetzt weitergeht.
Mit uns und mit den anderen Menschen,
die wir kennen, die uns fremd sind.
Hilf uns, in unseren alltäglichen Begegnungen
und Begebenheiten Gelegenheiten zu entdecken,
die voller Liebe sind, voller Hoffnung.
Dann entdecken wir dich.
Wir suchen Glück.
Wir sehnen uns nach Geborgenheit.
Wir finden eine neue Welt
In Christus, unserem Herrn.
Unser Herr Jesus Christus hat uns Menschen dazu berufen, mit Zuversicht am Reich Gottes mitzubauen.
Darum bitten wir:
Für die Kirche:
Dass sie sich aufmacht zu neuen Ufern und in der Kraft des Evangeliums mit den Menschen Hoffnung und Zuversicht teilt.
Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns!
Für alle Menschen, die wichtige Entscheidungen zu treffen haben:
Dass sie Weisheit, Mut und einen klaren Blick für das Gute erhalten und verantwortungsvoll handeln.
Für alle Ehrenamtlichen:
Dass ihre Einsätze reiche Frucht bringen und sie immer wieder neue Kraft für ihren Dienst finden.
Für die Menschen, die auf der Flucht sind:
Dass sie Schutz, Geborgenheit und offene Herzen finden und in Frieden eine neue Zukunft aufbauen können.
Für alle Verstorbenen:
Dass du sie heimführst zu dir und ihnen das ewige Leben in deiner Herrlichkeit schenkst.
Guter Gott, du kennst unsere Sorgen und Nöte dieser Zeit.
Nimm sie an und begleite uns auf unserem Weg durch diese Zeit.
Heute und alle Tage unseres Lebens. – Amen.
Gott und Vater im Himmel, dein Sohn Jesus Christus hat uns den Schatz des Glaubens in neuer Weise zugänglich gemacht.
Wir bitten dich:
Für alle Menschen, deren Leben von den gegenwärtigen Klimakatastrophen zerstört worden ist.
Gib ihnen Trost und Hilfe.
Für alle, die der Frohen Botschaft vom Reich Gottes mit Misstrauen gegenüber stehen.
Wecke ihn ihnen die Sehnsucht nach dem Leben in Fülle, zu dem uns Jesus Christus hinführt.
Für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die sich bemühen, den Menschen den Reichtum des Glaubens zu erschließen.
Schenke ihnen Ausdauer und Freude an ihrer Berufung.
Für alle Eltern, Lehrer und Erzieher, die sich bemühen, in Kindern und Jugendlichen Freude und Interesse an der Frohen Botschaft zu wecken.
Lass sie spüren, wie reich dadurch ihr eigenes Leben und das der ihnen Anvertrauten wird.
Für unsere verstorbenen Angehörigen, Lehrer und Seelsorger.
Erfülle ihre Sehnsucht nach himmlischem Frieden und ewigem Leben.
Du, Vater im Himmel, lässt uns immer neu den Reichtum des uns geschenkten Lebens entdecken.
Wir danken dir dafür und wir loben und preisen sich. – Amen.
Gott des Lebens,
vor dein Angesicht legen wir alles hin, was uns unter den Nägeln brennt:
Wir denken an unsere gefährdete Erde, die an der Erwärmung wie an einem Fieber leidet, und durch Ausbeutung und Versiegelung am Atmen gehindert wird.
Sie braucht weise Behandlung von uns allen.
Schenke uns Weisheit!
Wir denken in Sorge an jene Menschen, deren Lebensgrundlage durch die gegenwärtigen Entwicklungen bedroht ist.
Sie brauchen weise Solidarität von uns allen.
Wir denken respektvoll an Entscheidungsträgerinnen und an Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft, die dem sinnvollen Verzicht das Wort reden, sich auch unpopuläre Forderungen zu erheben trauen und das lockende Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Sie brauchen weise Unterstützung von uns allen.
Wir denken in Liebe auch an die Menschen in unserem persönlichen Umfeld, die sich schwertun, den Schatz in ihrem Leben zu finden, für den sich die täglichen Mühen und Anstrengungen auszahlen.
Sie brauchen vielleicht dann und wann einen weisen Anstoß von uns.
Gott, wir bekennen dich als Gott des Lebens. Lass uns einstimmen und einschwingen in eine Bewegung, die dem Leben dient.
Das bitten wir dich durch Jesus Christus, der uns darin Vorbild und Bruder ist. – Amen.
© Johanna Strasser-Lötsch, Pastoralassistentin Pfarre Wels - St. Franziskus.
In einer Welt, in der es scheint, dass vieles aus den Fugen gerät, gibt der Bezug zur eigenen Identität und das Vertrauen in Gottes Güte und Weisheit Halt.
Ihn lasst uns bitten:
Für Eltern in der Entscheidung, ob sie ihren Kindern im Hinblick auf deren Willensfreiheit später den Schatz des Glaubens im Heranwachsen vorenthalten dürfen.
Für unsere Gesellschaft in der Entscheidung für oder gegen Toleranz, Humanität und Gerechtigkeit.
Für alle Verunsicherten in ihrer Entscheidung, wie sie mit der eigenen Lebensrealität umgehen können und wo oder bei wem sie Halt finden.
Für alle Christen in den wohlhabenden Ländern in ihrer Entscheidung, wie sie ihren Blick und ihre Brieftasche für die Nöte der weltweit Benachteiligten öffnen wollen.
Für alle, die in ihrem Glauben an dich selbst im Tod auf Rettung und Heil hoffen.
Dass uns jede unserer Entscheidungen immer mehr zu dem Menschen macht, den du in uns siehst, erbitten wir von dir, unserem Vater, durch Jesus, unseren Bruder und Herrn, im Heiligen Geist. - Amen.
Guter Gott,
Salomo bat um ein hörendes Herz, um in Weisheit entscheiden zu können.
Wir bitten Dich:
Um uns herum ist es laut, oft viel zu laut. Viele werben um uns, wollen uns irgendetwas verkaufen und uns ablenken vom Leben.
Schenke uns die Weisheit, auf deine Worte zu hören.
Vielen Menschen geht es schlecht. Ihre Schreie verhallen in diesen lauten Tagen.
Gib uns ein hörendes Herz, damit wir genau hinhören.
Viele Menschen versuchen, uns ihre Sorgen zu schildern, sind aber zu leise im Krach des Alltages.
Gib uns ein hörendes Herz, damit wir denen zuhören lernen, die es verdienen.
Der Kaufmann verkaufte seinen gesamten Besitz für die kostbare Perle.
Schenke uns die Weisheit, den wahren Schatz unseres Lebens zu erkennen.
Oft sind wir ungeduldig, laufen schon mal los und verrennen uns, verlieren unser Ziel aus den Augen.
Schenke uns die Weisheit, das Himmelreich nie aus dem Blick zu verlieren.
Oft schauen wir zuerst auf uns und unsere Bedürfnisse. Wir verlieren dabei unsere Mitmenschen aus dem Blick.
Schenke uns ein hörendes Herz, damit wir lernen, uns zurückzunehmen und unsere Umwelt im Blick zu behalten.
Herr Jesus Christus,
in immer neuen Bildern verkündest du das Himmelreich. Immer wieder neu wirbst du um uns.
Lass uns nie das Vertrauen verlieren, dass du bei uns bist. - Amen.
Ein Mensch findet unter der Erde einen kostbaren Schatz.
Ein Juwelier verliert sein Herz an eine Perle.
Größeres als Gottes Reich können wir nicht finden.
Der König Salomon erbittet ein weises Herz.
Herr,
Länder verschulden sich hoch, um die Folgen von Corona aufzufangen.
Die europäische Gemeinschaft hat Zerreißproben erlebt und noch vor sich.
Aber viele Menschen fürchten weltweit, auf der Strecke zu bleiben.
Wir bitten: Halte uns fest in deiner Liebe!
In vielen Ländern herrscht Aufruhr. Menschen gehen auf die Straße,
um gegen Korruption, schlechte Regierungsführung und Machtmissbrauch zu demonstrieren.
In Nachrichtensendungen geht die Wahrheit unter.
Auf der Flucht vor Unterdrückung, Hunger und Hass machen sich wieder mehr Menschen auf,
in Europa eine neue Heimat zu finden. Sie bringen ihre Geschichten und Traumata, ihre Traditionen und Weltbilder mit.
Es gibt Vorbehalte und Ängste.
Die Kinderarmut auch in den reichen Ländern nimmt zu. Viele Menschen kommen gerade so aus.
Aber auch viele Unternehmer sehen mit Sorge auf die Entwicklungen in der Wirtschaft.
Andere wünschen sich nichts sehnlicher, als dass nicht alles wieder so wird wie vorher.
Das Gefühl, die Erde sei zerbrechlich, breitet sich aus.
Jeden Tag wachsen die Zahlen der an Corona erkrankten Menschen, auch die Zahlen der an Corona Verstorbenen. Hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Mensch. Doch in der Statistik gehen alle unter.
Wir denken an die Menschen, die einsam und verlassen sterben, um die niemand trauert, die sich auch im Leben nicht wehren konnten.
In Krisenzeiten merken wir, was uns trägt, was uns aufrichtet, was uns stark macht.
Hilf uns, die Schätze zu entdecken, für die es sich zu leben lohnt.
Vor Resignation, Missgunst und Neid bewahre uns.
Du hältst uns fest in deiner Liebe.
In Christus, Freund, Bruder und Herr. – Amen.
Mit allen unseren Bitten rufen wir, Herr, zu dir:
„Herr, sei bei uns, sei in unserer Mitte!“
Sei in unserer Mitte, wenn wir durch die durch die Pandemie bedingten Veränderungen unseres kirchlichen Lebens nach neuen Wegen suchen müssen.
Sei in unserer Mitte, wenn in unserer Gesellschaft durch mangelnde Übernahme von Eigenverantwortung durch Einzelne die Grundvoraussetzung für die Freiheit aller vernichtet wird.
Sei in unserer Mitte, wenn wir zum konkreten Handeln aufgefordert sind, weil andere unsere Hilfe brauchen.
Sei in unserer Mitte, wenn wir nach tragfähigen Werten in unserem Leben suchen.
Sei in unserer Mitte, wenn du uns im Angesicht des Todes zur wahren Erkenntnis über unser Leben führst.
Wenn du, Herr, in unserer Mitte bist, gewinnen wir ein hörendes Herz, das auf deine Wege achtet und nach deinem Willen im eigenen Leben sucht.
Sei gepriesen in Ewigkeit. - Amen.
Gütiger Gott,
nimm die Gaben an,
die wir von deiner Güte empfangen haben.
Laß deine Kraft in ihnen wirken,
damit sie uns in diesem Leben heiligen
und zu den ewigen Freuden führen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Herr, durch diese Gaben
nährst du den ganzen Menschen:
du gibst dem irdischen Leben Nahrung
und dem Leben der Gnade Wachstum.
Lass uns daraus immer neue Kraft schöpfen
für Seele und Leib.
Darum bitten wir im heiligen Geist durch Jesus Christus, unseren Herrn.
MB 11. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Vater,
in deinem Wort haben wir die Fülle deiner Barmherzigkeit erfahren.
Nimm mit diesen Gaben von Brot und Wein auch unser eigenes Leben an. Vergib, was wir gefehlt haben, und stärke unseren Glauben, damit wir neue Kraft schöpfen und als glaubwürdige Zeugen deiner Botschaft leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. – Amen
Herr,
ein Stück Brot steht für das ganze Leben,
ein Schluck Wein für das große Glück.
Dir danken wir für deine Liebe.
Brich du uns das Brot und reiche uns den Becher,
sprich du das Wort, das alles verwandelt.
Dann schmecken wir dich.
Wir träumen davon,
dass Bitterkeit in Freude,
Trostlosigkeit in Hoffnung,
Tod in Leben
verwandelt wird.
Du bist das Brot des Lebens,
du bist der Kelch des Heils,
Christus, unser Leben.
Kehrvers:
Höchster, allmächtiger und guter Herr,
dein sind der Lobpreis, die Herrlichkeit und Ehr. (GL Ö864)
Oder:
Danket dem Herrn, denn ewig währt seine Liebe. (GL 444)
Guter Gott,
wir haben allen Grund, dir zu danken und dich zu preisen.
Du hast uns das Leben geschenkt als einmaliges und kostbares Gut
und du gibst uns, was wir zum Leben brauchen.
Kehrvers
Tief in das Herz eines jeden Menschen hast du das Wissen gesenkt,
dass du ein Gott des Lebens bist.
Dein auserwähltes Volk hast du durch deine Gebote gelehrt,
wie es Gutes von Bösem unterscheiden kann.
Kehrvers
Du hast deinem Volk Propheten gegeben,
die es in deinem Geist gelenkt haben,
und Könige, die ihm mit einem weisen und verständigen Herzen vorangegangen sind.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du uns die Schätze des Himmelreiches geoffenbart
und die Jünger gelehrt, alles daran zu geben,
um in den Besitz dieses kostbaren Gutes zu gelangen.
Kehrvers
Auch uns lässt du erahnen, zu welchem Reichtum
wir als deine Kinder und Erben berufen sind.
Dafür danken wir dir und preisen wir dich.
Mit allen Engeln und Heiligen singen wir dein Lob:
Danklied, z. B. Dank sei dir, Vater, für das ewge Leben (GL 484)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben.
Denn in dir leben wir,
in dir bewegen wir uns und sind wir.
Jeden Tag erfahren wir aufs neue
das Wirken deiner Güte.
Schon in diesem Leben
besitzen wir den Heiligen Geist,
das Unterpfand ewiger Herrlichkeit.
Durch ihn hast du Jesus auferweckt von den Toten
und uns die sichere Hoffnung gegeben,
daß sich an uns das österliche Geheimnis vollendet.
Darum preisen wir dich
mit allen Chören der Engel und
singen vereint mit ihnen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 6
Gottes Reich ist schon da
wir sind nur manchmal blind dafür
weil uns Anderes wichtiger ist
wir vertrösten uns auf später
und lassen uns vertrösten
doch Gott gibt uns nicht auf
er weckt die Sehnsucht in uns
nach Licht, wo bei uns Dunkel herrscht
nach Hoffnung in unseren Ausweglosigkeiten
nach Wärme in der Kälte unseres Alltags
nach Frieden, wo Streit und Hass ist
nach Freude in unserer Traurigkeit
nach Liebe, die nie vergeht
Guter Gott
zeig uns, dass du da bist
immer dann, wenn wir glauben
dass es mehr gibt als unsere kleine Welt
wenn wir der Sehnsucht Raum geben
und wenn wir drangehen
den Schatz deines Reiches zu entdecken.
Herr, unser Gott,
wir haben das Gedächtnis des Leidens Christi gefeiert
und das heilige Sakrament empfangen.
Was uns dein Sohn in unergründlicher Liebe geschenkt hat,
das werde uns nicht zum Gericht,
sondern bringe uns das ewige Heil.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 17. Sonntag im Jahreskreis
Himmlischer Vater,
dein Sohn hat verheißen,
daß wir sein göttliches Leben in uns tragen,
wenn wir ihn empfangen in der heiligen Speise.
Wir danken dir für sein Erlösungsopfer
und bitten dich:
Laß uns stets in der Freude dieses neuen Lebens wandeln,
bis wir zur ewigen Vollendung gelangen in ihm,
unserem Herrn Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 12
Herr, unser Gott,
die heilige Speise, die wir empfangen haben,
ist uns ein Unterpfand des ewigen Heils.
Gib, dass wir mit ganzer Bereitschaft
nach diesem Heil streben,
damit wir es einst in seiner Fülle empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Freitag der Fastenzeit
Treuer Gott,
wir danken dir für die Gemeinschaft mit dir und untereinander. Du hast uns in deinem Wort gestärkt und im Brot des Lebens neu ausgerichtet.
Lass das, was wir in dieser Feier empfangen haben, unseren Alltag prägen und bewahre uns in deiner Nähe.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. – Amen.
Bleibe mit uns unterwegs, Gott,
was immer das Leben uns abverlangt
und lass uns auf das Leben deines Sohnes schauend
immer mehr zu dem Menschen werden,
den du dir in uns erdacht hast.
Darum bitten wir durch Jesus, unseren Bruder und Herrn.
Unsere Freude und Zukunft bist du, Gott!
Wir danken dir für diese Feier,
für den Schatz und für die Perle,
für das weise Herz und die große Hoffnung.
Wir bitten dich für alle, die wieder arbeiten gehen,
die sich darüber freuen, dass es wieder so etwas gibt wie Normalität.
Wir bitten dich für die Urlauber, die sich eine entspannte und schöne Zeit wünschen,
die sich darüber freuen, etwas Neues zu entdecken.
Bewahre und behüte uns Gott,
sei um uns, sei mit uns auf allen unseren Wegen. – Amen.
Text und Musik von Reinhard Burchhardt. Warburg 2023.
burchhardt-r@t-online.de
Heute ist der Österreicher Arno Geiger ein vielfach ausgezeichneter Bestseller-Autor, doch zum Schreiben kam er über das Wühlen in Altpapiercontainern. In seinem neuen Buch erzählt er davon – und erkundet, was der Müll über die Gesellschaft sagt.
Ganzer Beitrag:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/arno-geiger-glueckliche-geheimnis-altpapiersammler-100.html
Deutschlandfunk Kultur
Ich finde das, was Salomo da fordert, wunderschön: Ein hörendes Herz, ein Herz, das nicht nur Wörter hört, sondern Worte. Das hinter die ausgesprochenen Worte hören kann, das auch das, was unausgesprochen bleibt, erkennt.
Wer ein hörendes Herz hat, der kann zuhören. Der nimmt sein Gegenüber ernst. Der versteht, worum es wirklich geht, jenseits aller Worte.
Wie oft höre ich nur halb hin,
wie oft rauschen Worte an meinem Ohr vorbei,
wie oft höre ich nur einzelne Wörter
und bilde mir dann eine Meinung, schnell, vorbehaltlos.
Ich möchte zuhören lernen. Mehr hören. Gut hören. Damit ich mein Gegenüber ernst nehmen kann, damit ich ihm oder ihr zur Seite stehen kann.
Ein hörendes Herz. Das könnte Missverständnissen vorbeugen. Das könnte Kommunikationsprobleme beseitigen. Ein hörendes Herz braucht Zeit zu verstehen. Das könnte Schnellschüsse vermeiden helfen.
Ich wünsche uns allen ein hörendes Herz, denn wenn wir aufeinander hören, aufeinander achten, dann gehen wir gemeinsam.
Edith Furtmann
Im Traum gewährt Gott Salomo eine Bitte.
Salomo traut seinem Traum und hört auf sein Herz.
Er bittet nicht um begehrenswertes Irdisches, das sein Ansehen, seinen Ruhm, seine Macht und Herrschaft mehren würde.
Nicht um ein langes Leben. - Auch ein langes Leben endet - hat ein Ende.
Nicht um Reichtum, der morgen verloren sein kann.
Nicht um den Tod seiner Feinde, weil wieder neue aufstehen und Freunde zu Feinden werden können.
Salomo hört auf sein Herz und bittet Gott um ein hörendes Herz.
Eine Bitte, die vordergründig nichts zu bringen scheint.
Ein hörendes Herz ist viel mehr als nur auf das Herz hören.
Mit dem hörenden Herz bleibt Salomo nicht bei sich selbst, seinen Wünschen, Bedürfnissen, Erwartungen, Vorstellungen..
Er tritt aus sich heraus und über sich hinaus.
Mit der Bitte um ein hörendes Herz lässt er Gott in sein Herz eintreten
Und tritt in Gottes Herz ein.
Gott, der zu seinem Herzen spricht und aus seinem Herzen spricht.
Gott, der in seinem Herzen wohnt und regiert.
Salomo setzt alles auf das hörende Herz – alles auf Gott.
Er verliert nichts und gewinnt alles.
Gott gibt ihm ein hörendes Herz und alles andere noch dazu.
Immer wieder machen Menschen diese Erfahrung mit Gott.
Und Gott lässt sie diese Erfahrung machen.
Für den Apostel Paulus ist klar, dass Gott bei denen, die ihn lieben alles zum Guten führt.
Kann man Gott lieben – so lieben?
Wie kommt man dazu?
Wie kommen wir zu einer Liebe zu Gott?
Es braucht das hörende Herz.
Ein Herz, das bereit ist auf Gott zu hören.
Auf sein Wort, auf sein liebendes Werben, auf seine Liebe.
Ein Herz, das sich für Ihn öffnet und offen wird für Ihn.
Und sich von Ihm verändern und verwandeln lässt.
Ein Herz, das aus der Liebe zu Gott und aus der Gottesliebe antwortet.
Ein Herz, das Ihn in sich wohnen lässt und in ihm wohnt.
Bitten wir Gott um ein hörendes Herz.
Dann schenkt er uns alles andere noch dazu.
Und so wird das hörende Herz zum Schatz im Acker und zur kostbaren Perle, weil es uns dem näher – den nahe bringt, dessen Reich durch uns und in uns bereits begonnen hat und immer neu beginnen will.
Bitten wir Gott um ein hörendes Herz.
© Elke Uhl, uhl.elke30@gmx.de
Elke Uhl
lachend
weinend
klagend
singend
tanzend
bittend
zweifelnd
lobend
trete ich vor DICH
alles ruf ich dir entgegen
hörst du
oder
hörst du
nicht?
hör ich nur mein eigenes Rufen
oder
werde ich auch still vor dir
dass ich deine Antwort finde –
tief hineingelegt in mir
du brauchst meine Worte nicht
denn
du weißt auch ohne Worte
stets um mich
DANKE
dass ich trotzdem alles
was mich ausmacht
bringen darf
und
schenke mir Bereitschaft
dass ich DICH auch HÖREN mag
Beatrix Senft
Das Gleichnis vom Schatz im Acker beinhaltet m. E. besonders für Kinder eindrucksvolle und 'einleuchtende' Bilder der Hoffnung. Das Symbol 'Schatz' weckt die Assoziation von etwas Verborgenem, Geheimnisvollen. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, einen Schatz zu finden, zu unerwartetem, großem Reichtum zu gelangen? Der Fund eines Schatzes könnte alles verändern, die eigene Lebensweise, aber auch die gesamte Einstellung zum Leben. Schätze regen die Phantasie an. Sie symbolisieren das Wertvolle, Kostbare. In der Bergpredigt (Mt 6,21) heißt es: "Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein." Hier wird noch einmal die symbolische Bedeutung des ‚Schatzes‘ deutlich. So kann beispielsweise auch ein Mensch für einen anderen ein ‚Schatz‘ sein, etwas ganz Besonderes.
Gerade für Kinder ist das Thema 'Schatz‘ spannend und phantasieanregend. Märchen und Sagen sprechen oft von Schätzen, von unermesslichem Reichtum, der einem Helden zufällt. In der gängigen Kinderliteratur und auch in vielen Computerspielen spielen 'Schätze‘ immer wieder eine Rolle. Das Choral von Philipp Nicolai aus dem Jahre 1597 Symbol ist Kindern in gewisser Weise nah und spricht sie in ihrer Phantasie an. Das Gleichnis vom Schatz im Acker ist eine Metapher, die trotz ihrer Kürze sofort anspricht und die Reich-Gottes-Thematik mit Hilfe des Bildes vom vergrabenen Schatz anschaulich macht. Ein weiterer Grund, der für mich entscheidend für die Auswahl des Gleichnisses war, liegt in der Sensibilisierung für eigene Wünsche und Bedürfnisse. Was vermuten die Kinder in dem Schatzkästchen, das ich ihnen mitgebracht habe? Was wäre für sie der größte Schatz, den sie finden könnten? Digimon-Sticker, ein Gameboy-Spiel oder vielleicht neue Freunde? Was ist den Kindern wichtig im Leben?
Aus einer Traupredigt von Pfarrer Anton Seeberger am 20.05.2017 in der Kath. Kirche St. Konrad, Stuttgart:
Liebes Brautpaar, verehrte Hochzeitsgemeinde, Schwestern und Brüder!
Beate Reich, Felix Reich und Himmelreich – das sind die Gründe unserer heutigen Feier. Sie beide heißen Reich; der Bräutigam seit seiner Geburt und die Braut seit der bürgerlichen Trauung. Sie haben sich zur Hochzeit ein Wort vom Himmelreich ausgesucht; ein Gleichnis davon, was dieser himmlische Reichtum ist und wie man dazu kommt: das Gleichnis vom Schatz im Acker und vom Kaufmann mit seiner Perle. Das eine Bild erzählt vom überraschend gefundenen Schatz; das andere Bild von der leidenschaftlich gesuchten Perle. Der entdeckte Schatz und die erlesene Perle – beide Bilder sind Ausdruck Ihres Empfindens füreinander. Darum heiraten Sie. Schatz und Perle sind Ihnen auch Bild und Verheißung Ihres Glaubens an das Himmelreich. (…)
Ey mein Perle / du werthe Kron /
Wahr Gottes und Marien Sohn /
Ein hochgeborner König /
Mein Hertz heißt dich ein lilium,
Dein süsses Euangelium,
ist lauter Milch und Honig /
Ey mein
Blümlein /
Hosianna /
Himmlisch Manna /
Das wir essen /
Deiner kan ich nicht vergessen.
»Wenn du nach Ägypten hinabsteigst und die Perle bringst, die in der Mitte des Meeres ist, das der zischende Drache umschließt, dann sollst du dich wiederum in dein strahlendes Gewand und in deine Toga kleiden, die darauf liegt, und sollst mit deinem Bruder, unserem Zweiten, Erbe in unserem Reiche sein.«
Und sie schrieben einen Brief an mich, und jeder Große unterfertigte ihn mit seinem Namen:
»Von deinem Vater, dem König der Könige, und deiner Mutter, der Herrin des Ostens, und von deinem Bruder, unserem Zweiten, dir, unserem Sohne in Ägypten, Gruß.
Auf, erhebe dich von deinem Schlaf und höre auf die Worte unseres Briefes.
Erinnere dich, dass du ein Königssohn bist.
Siehe die Versklavung, siehe wem du dienst!
Entsinne dich der Perle, derentwegen du nach Ägypten geschickt wurdest!
Erinnere dich deines strahlenden Gewandes und gedenke deiner prächtigen Toga, die du tragen sollst und mit der du geschmückt sein sollst, dass im Buche der Starken dein Name gelesen werde! Und mit deinem Bruder, unserem Stellvertreter, zusammen sollst du Erbe in unserem Reiche sein!«
Aus den Thomasakten (Beginn des 3. Jahrhunderts, Ostsyrien)
https://www.anthroweb.info/erweiterungen/quellen/perlenlied.html
Wenn du aus Dortmund kommst,
schießt Geld hier keine Tore.
Wenn du aus der Hauptstadt kommst,
scheißen wir auf dich und dein Lied.
Wenn du aus Leverkusen kommst,
dann lass den Torwart gleich zu Hause.
Wenn du auf Schalke kommst,
ist das für uns ein Auswärtssieg.
Wenn ich weit weit weg bin, ob bei Juve oder Rom,
dann denk ich Hamburg meine Perle und singe home sweet home.
Refrain:
Oh Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt,
du bist mein zu Haus du bist mein Leben,
bist die Stadt auf die ich kann,
auf die ich kann.
Wenn du aus Bremen kommst,
gibts für dich hier nichts zu holen.
Wenn du aus Rostock kommst,
bleibst am besten gleich zuhaus.
Wenn du aus Cottbus kommst,
kommst du eigentlich aus Polen.
Wenn du aus München kommst,
zieh'n wir dir die Lederhosen aus.
Wenn ich weit, weit weg bin, in Athen oder auf'm Dom,
dann denk ich Hamburg meine Perle und singe home sweet home.
http://www.songtextemania.com/hamburg_meine_perle_songtext_lotto_king_karl.html
Lotto King Karl alias Karl König, deuscher Musiker sowie TV- und Radiomoderator.

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Die Thronbesteigung Salomos wurde von Hofkreisen betrieben, die letzte Entscheidung aber wurde von David kurz vor seinem Tod getroffen, als er Salomo salben ließ, und ihn damit zum Nachfolger machte. Nach seiner Thronbesteigung nun sucht Salomo nach Anlässen, um Gegner zu beseitigen und sein Königtum zu legitimieren. Mit Intrigen anderer und seiner eigenen Gewalt hat er dies zustande gebracht. Was ihm aber fehlt ist ein Zeichen, an dem deutlich wird, dass Gott sich zu diesem König bekennt. Bei Saul und David wurde Gottes Initiative so sehr betont, dass nun durch das Fehlen eines göttlichen Zeichens der Eindruck entsteht, Gott habe Salomo nicht legitimiert. Diesen großen Mangel zu beseitigen, ist nun die Funktion dieser Erzählung.
Die Traumoffenbarung beginnt damit, dass Gott dem Salomo eine Bitte freigibt. Salomo fühlt sich von sich aus der schweren Aufgabe des Königseins nicht gewachsen. Mit bewusster Selbstunterschätzung bittet er um das rechte Mittel, um ein "unzählbares Volk" regieren zu können. Das Herz als Zentrum menschlichen Empfindens und Ursprung menschlichen Verhaltens wird im Alten Testament oft zum Ausdruck gebracht. Mit dem "hörenden Herz" scheint vor allem die jeweils richtige innere Eingebung gemeint zu sein, die das Walten Gottes voraussetzt und zur richtigen Entscheidung führt. Die Gottgefälligkeit dieser Bitte bestand in der Uneigennützigkeit. Salomo bekommt deshalb nicht nur die Erfüllung seiner Bitte in unvergleichlich reichem Maße, sondern darüber hinaus auch die Zusage wertvoller irdischer Segensgaben, nämlich Reichtum, Ansehen und langes Leben.
Die Bitte, welche Salomo an Gott richten darf, ist möglicherweise ein Teil des damaligen Krönungsritus für einen König. Salomo bittet um die Gnade eines "hörenden Herzens" - man "sieht" nur mit dem Herzen gut - um ein klares Gewissen sowie um die Gabe der Unterscheidung von Gut und Böse. Die Redewendung vom weisen und verständigen Herzen möchte zum Ausdruck bringen, dass die Weisheit von Gott die Weisheit der ägyptischen Pharaonen oder griechischer Philosophen weit übertrifft.
Gibeon (El-Gib) ist eine alte kultische Stätte auf einer Anhöhe im Nordwesten von Jerusalem. Sie liegt etwa zehn Kilometer außerhalb der historischen Stadt.
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive