Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Kyrus:
Ich habe ihn an seiner rechten Hand gefasst,
um ihm Nationen zu unterwerfen;
Könige entwaffne ich,
um ihm Türen zu öffnen
und kein Tor verschlossen zu halten:
Um meines Knechtes Jakob willen,
um Israels, meines Erwählten, willen
habe ich dich bei deinem Namen gerufen;
ich habe dir einen Ehrennamen gegeben,
ohne dass du mich kanntest.
Ich bin der Herr und sonst niemand;
außer mir gibt es keinen Gott.
Ich habe dir den Gürtel angelegt,
ohne dass du mich kanntest,
damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang
erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt.
Ich bin der Herr
und sonst niemand.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem Buch Jesaja.
So spricht der Herr zu seinem Gesalbten, zu Kyrus:
Ich habe ihn an seiner rechten Hand gefasst,
um ihm Nationen zu unterwerfen;
Könige entwaffne ich,
um ihm Türen zu öffnen
und kein Tor verschlossen zu halten:
Ich selbst gehe vor dir her und ebne Ringmauern ein.
Ich zertrümmere bronzene Tore
und zerschlage eiserne Riegel.
Ich gebe dir verborgene Schätze und Reichtümer,
die im Dunkel versteckt sind.
So sollst du erkennen,
dass ich der HERR bin,
der dich bei deinem Namen ruft,
ich, Israels Gott.
Um meines Knechtes Jakob willen,
um Israels, meines Erwählten, willen
habe ich dich bei deinem Namen gerufen;
ich habe dir einen Ehrennamen gegeben,
ohne dass du mich kanntest.
Ich bin der Herr und sonst niemand;
außer mir gibt es keinen Gott.
Ich habe dir den Gürtel angelegt,
ohne dass du mich kanntest,
damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang
erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt.
Ich bin der Herr
und sonst niemand.
Kv Bringt dar dem Herrn Ehre und Macht! – Kv
(GL 54,1)
Singet dem Herrn ein neues Lied, *
singt dem Herrn, alle Lande!
Erzählt bei den Nationen von seiner Herrlichkeit, *
bei allen Völkern von seinen Wundern! – (Kv)
Denn groß ist der Herr und hoch zu loben, *
mehr zu fürchten als alle Götter.
Denn alle Götter der Völker sind Nichtse, *
aber der Herr ist es, der den Himmel gemacht hat. – (Kv)
Bringt dar dem Herrn, ihr Stämme der Völker, *
bringt dar dem Herrn Ehre und Macht,
bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens! *
Bringt Gaben und tretet ein in die Höfe seines Heiligtums! – (Kv)
Werft euch nieder vor dem Herrn in heiligem Schmuck! *
Erbebt vor ihm, alle Lande!
Verkündet bei den Nationen: Der Herr ist König! *
Er richtet die Völker so, wie es recht ist. – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Thessalónich:
Paulus, Silvánus und Timótheus
an die Kirche der Thessalónicher,
die in Gott, dem Vater, und in Jesus Christus, dem Herrn, ist:
Gnade sei mit euch und Friede!
Wir danken Gott für euch alle,
sooft wir in unseren Gebeten an euch denken;
unablässig erinnern wir uns vor Gott, unserem Vater,
an das Werk eures Glaubens,
an die Mühe eurer Liebe
und an die Standhaftigkeit eurer Hoffnung
auf Jesus Christus, unseren Herrn.
Wir wissen, von Gott geliebte Brüder und Schwestern,
dass ihr erwählt seid.
Denn unser Evangelium kam zu euch
nicht im Wort allein,
sondern auch mit Kraft und mit dem Heiligen Geist
und mit voller Gewissheit.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
Haltet fest am Worte Christi;
dann leuchtet ihr als Lichter in der Welt.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus.
In jener Zeit
kamen die Pharisäer zusammen
und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.
Sie veranlassten ihre Jünger,
zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen
und zu sagen: Meister,
wir wissen, dass du die Wahrheit sagst
und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst
und auf niemanden Rücksicht nimmst,
denn du siehst nicht auf die Person.
Sag uns also:
Was meinst du?
Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen,
oder nicht?
Jesus aber erkannte ihre böse Absicht
und sagte: Ihr Heuchler,
warum versucht ihr mich?
Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt!
Da hielten sie ihm einen Denár hin.
Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?
Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Darauf sagte er zu ihnen:
So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört,
und Gott, was Gott gehört!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Das heutige Evangelium ist innerhalb des 22. Kapitels des Matthäusevangeliums die erste von insgesamt vier Auseinandersetzungen Jesu mit Gegnern.
Das Streitgespräch rund um die Steuerfrage ist ganz nach dem Vorbild rabbinischer Lehrgespräche verfaßt, in denen auch Demonstrationen und Merksätze beliebt gewesen sind.
Die Pharisäer wollen Jesus mit einer Frage eine Falle stellen. Diesen Satz könnte man aus dem Griechischen auch mit der bildhaften Umschreibung "ihn in der Rede (wie mit einer Schlinge) fangen" umschreiben.
Nachdem sie ihn also fangen wollen, kann die Ergebenheitsadresse "Meister" nur als Täuschungsmanöver verstanden werden. Diese Anrede findet sich bei Matthäus folglich auch fast nur im Mund von Gegnern Jesu.
Seit der Bestellung eines römischen Statthalters für die Provinz Judäa (6 nach Chr.) war eine kaiserliche Steuer zu entrichten. Die Römer verlangten diese von allen Männern, Frauen und Sklaven vom 12. bzw. 14. bis zum 65. Lebensjahr. Über die Höhe der Steuer haben wir keine genauen Informationen.
Den Juden machte diese Steuer einerseits ihre politische Abhängigkeit von den Römern bewußt und stellte andererseits neben dem politischen auch ein theologisches Problem dar. Zeloten lehnten diese Steuer strikt ab, denn für sie durfte man nach Gott keinem sterblichen Herrscher untertan sein. Für die Pharisäer war die Steuer eine schwere Last, letztlich zahlten sie diese aber doch.
Jesus läßt sich eine Münze zeigen, mit der die Steuer bezahlt werden soll. Auf dem Denar ist das Bild des Kaisers zu sehen. Indem die Gegner Jesu diese Münze im Tempelbereich herzeigen, verletzen sie nach jüdischem Empfinden die Würde des Ortes und überführen sich somit selbst.
Jesus beantwortet letztlich die an ihn gestellte Frage weder mit Ja noch mit Nein. Er gibt vielmehr eine Weisung, die jedem Einzelnen im konkreten Fall eine Entscheidung ermöglicht, ohne diese aber abzunehmen. Nimmt man die Predigt Jesu vom Reich Gottes ernst, so dürfte es nahe liegen, daß im Konfliktfall dem Kaiser der Gehorsam aufzukündigen ist. Gott ist mehr zu gehorchen als den Menschen.
Den Disput über die kaiserliche Steuer hat der Evangelist in den Auftakt des letzten Lebensabschnittes Jesu in Jerusalem vor die Leidengeschichte gestellt. Die Reden und Gleichnisse in den Kapiteln 21 bis 25 erzählen vom Gottesreich und kommender Herrlichkeit. Der Autor des Evangeliums stellt den Einzug des Gottessohnes in die Hauptstadt als eine Art Befreiung dar, wie sie Sach 9,9 ankündigt: "Jauchze, Tochter Jerusalem, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft." Auf dieser politischen Ebene knüpft nun die Diskussion um das Steuergesetz an, die Thematik erfährt aber einen Paradigmenwechsel: Aus dem politischen Zusammenhang wird ein religiöser, der sich dann in die Gottesreich-Thematik einordnet.
Das letzte Wort haben meist die, die über das Geld verfügen: Kaiser, Staatenlenker, Wirtschaftsbosse… Wieviel Tribut müssen bzw. dürfen wir ihnen leisten? Bereits für Jesus und besonders die Christen zur Zeit des Evangelisten Matthäus eine sehr heikle Frage! Die Antwort Jesu führt über innerweltliche Überlegungen hinaus.
Ob es eine gute Idee ist, Jesus in eine Falle zu locken? Zumindest verspricht es, eine gute Geschichte zu werden. Ein bisschen abenteuerlich darf es auch sein. Die Spannung steigt. Doch am Ende kommt nicht Schadenfreude heraus, sondern das Blatt wird gewendet. Was wie eine Falle aussieht, entpuppt sich als Brunnen der Wahrheit.
Zu pathetisch? Sagen wir es so: Jesus schlägt sich nicht nur tapfer, sondern bringt Gutes und Kluges hervor. Für die Versucher und Fallensteller, um sie einmal so zu nennen, gibt es kein rühmliches Ende. Schach matt!
Aber der Reihe nach! Heute sind es wieder einmal die Pharisäer, die übrigens – alte Vorurteile sollten wir einfach lassen – Jesus klug herausfordern. Heute haben sie sich sogar noch Schützenhilfe mitgebracht: die Anhänger des Königs Herodes. Geballte Macht, sozusagen. Die einen fromm, sehr fromm, die anderen politisch versiert und agil. Beide Gruppen haben etwas gemeinsam, was sie so oft nicht haben. Aber darin sind sie sich einig: Die Römer, die als Besatzungsmacht Israel besetzt halten – und jeden Widerstand brechen, müssen weg. Geliebt waren die Römer nicht - gefürchtet!
Also, Steuern zahlen? Den Römern? Dem römischen Kaiser? Keine dumme Frage! Eher: warum hat sie bisher noch keiner gestellt? Das Thema Steuern hat es schon in sich! Keine Sorge! Über unsere Steuern können wir auch noch reden.
Aber ich muss Ihnen / Euch noch etwas erzählen. Als Matthäus sein Evangelium schreibt, hatten die Menschen in Israel schon eine schreckliche Erfahrung gemacht: Die Römer haben ihren Tempel in Schutt und Asche gelegt und in einem Siegeszug die Beute nach Rom verschleppt. Ganze Schiffsladungen voll. Reichtümer, gewiss, aber: Jedes Stück war mit Erinnerungen versehen. Mit kleinen und großen Geschichten. Mit Hoffnungen.
In Rom errichten die Römer dann einen Triumpfbogen, den man heute noch bestaunen kann. Ein riesiges Ding. Machtanspruch pur! In unseren Tagen eine Touristenattraktion. Man schaut, geht vorbei, trinkt seinen Kaffee. Aber, ehrlich, für die Menschen, die betroffen waren, als die Römer losschlugen, war das nur entsetzlich. Das fühlte sich an wie: Ende der Geschichte. Wie sollte man denn mit dieser unheilvollen Geschichte umgehen? Mit dem Verlust von Identität? Mit dem Verlust des Heiligsten?
Als Matthäus die Geschichte von den Fallenstellern und Jesus erzählt, hat die Frage nach den Steuern ein eigenes Gewicht bekommen. Dieser Besatzungsmacht auch noch Steuern entrichten? Es fällt jetzt wie Schuppen von den Augen: Jesus muss sich doch auf die Seite der Pharisäer und der Herodesleute schlagen!
So sind wir auf einmal mittendrin in einer Geschichte, die kein Ende nehmen will. Auch Gewalt wird finanziert. Wie ein Gebäude. Wie eine Straße. Ob es wirklich nur eine Falle ist, die Jesus gestellt wird?
Jetzt wird es Zeit, sich die Münze näher anzuschauen, die Jesus in seiner Hand hält. Sie zeigt auf der Vorderseite den Kaiser Tiberius, auf der Rückseite eine Frauenfigur, die wohl das Recht darstellen soll. Der Kaiser ist mit Lorbeeren gekrönt. Die Frauenfigur sitzt auf einem Thron. Sie hält die Insignien ihrer Macht in den Händen. So ist schon auf der Münze in Gold geprägt, dass Recht und Gerechtigkeit alle irdische Macht begrenzt. Schön auch, dass die Göttin Iustitia eine Frau ist.
Als im Jahre 14 nach Chr. der erste Römische Kaiser Augustus starb, übernahm sein Stiefsohn Tiberius die Herrschaft über das Römische Weltreich. Aus tiefster Bewunderung ließ Tiberius seinen Vorgänger zum Divus (Vergöttlichten) ausrufen, sich selbst bezeichnete er als Filius Divi (Sohn Gottes)…
Die Münze zeigt, wer jetzt „dran“ ist – und sie zeigt auch, wem Steuern zu entrichten sind. In die Geld- und Finanzpolitik jener Tage wollen wir uns nicht näher vertiefen, aber mit Tiberius in der Hand antwortet Jesus seinen „Widersachern“: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist – und Gott, was Gottes ist." Wohlgemerkt: Dem Kaiser gehört nicht alles. Er soll auch nicht alles bekommen. Freiwillig nicht – und mit Gewalt auch nicht. Gott selbst steht über ihm! Ihm gehören wir mit ganzem Herzen. Zu ihm gehören wir mit unserem Leben.
Hat sich Jesus aus der Schlinge gezogen? Haben die Pharisäer, die ganz nach Gottes Willen leben wollen, ihn verstanden? Haben die Leute des Herodes, die politische Freiräume ausloten, eine Ahnung von dem, was Jesus sagt?
Die Gegner hatten sich zusammengetan. Es war keine schlechte Idee. Sie haben jetzt viel zu bereden. Vom Kaiser – und von Gott. Wir lassen sie dabei allein.
Die Frage, was des Kaisers ist – und was Gottes – hat über Jahrhunderte Menschen bewegt und kluge Köpfe herausgefordert. Große Abhandlungen wurden geschrieben und kleine Texte für die Zeitung. Im Dritten Reich sollte dem Führer alles gehören. Er hat die Welt in Schutt und Asche gelegt, Menschen und Völker vernichten wollen und sein eigenes Volk ausgenommen. Tatsächlich: die Geschichte von Jesus und seinen Widersachern wurde damals in vielen Variationen bedacht.
Für die einen war sie Beweggrund, zu widerstehen und die Fragen nach Gerechtigkeit und Wahrheit offen zu stellen - für andere, über Gott zu lachen und ihm jedes Recht abzusprechen.
Dass wir jetzt an manche aktuelle Entwicklungen denken, überrascht uns nicht.
Gott zu geben, was ihm gehört, bricht ein falsches Vertrauen in irdische Mächte. In einem demokratischen Rechtsstaat, für den wir nur dankbar sein können, für den wir mutig einzustehen haben, der auch Kindern und Enkeln eine Zukunft gibt, sind die Fragen erlaubt und geboten, für was wir Steuern entrichten, was wir finanzieren und wie wir Macht kontrollieren. Auch die Macht des Geldes. Sie gehört nicht allein dem Kaiser - und seinen Nachfolgern. Mit oder ohne Lorbeer auf dem Kopf.
Das Wort Jesu – es reicht ein Satz – gibt allen, die regieren, eine große Verantwortung für die ihnen anvertrauten Gesellschaften und Kulturen, setzt ihnen aber eine Grenze und gibt ihnen ein Maß. Die moderne Redeweise von Eigengesetzlichkeit und Sachzwang wird vor Jesus nicht bestehen. Eher lässt uns Jesus, diese Münze in der Hand, die Ordnung sehen, die Gott uns Menschen gegeben hat. Das letzte Wort und das vollendete Maß sind bei ihm. Das freilich gibt uns auch eine große Gelassenheit und einen Mut, der weit über das Morgen hinaus reicht.
Übrigens: Es gibt eine Geschichte, die von einer großen Steuererhebung erzählt! Und von dem Wunder, wie sich Gott darauf einstellt – und die Dinge in sein Lot bringt:
"Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge."
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Christen leben gleichsam in zwei Welten, in einer von einer Staatsgewalt bestimmten und zugleich im Reich Gottes. Es war uns ist nicht immer einfach, in dieser Spannung die Balance zu finden.
Wenn Gott uns heute durch den Propheten Jesaja zuruft: „Ich bin der Herr und sonst niemand. Außer mir gibt es keinen Gott“ (Jes 45,5), dann deckt das schonungslos unsere modernen Götzen auf. Wir beten heute keine goldenen Kälber an, aber wir laufen dem Konsum hinterher, vergöttern da und dort die eigenen persönlichen Hobbies, klammern uns an vermeintliche Sicherheiten, wie dauernden Wohlstand. Das war bei den Israeliten zur Zeit Jesajas genauso. Sie suchten ihre eigenen Götter und werden dafür bestraft, indem sie ihre Eigenständigkeit verloren haben. JHWH bedient sich eines fremden Menschen, des Königs Kyros, ein Perser, der sogar den Ehrentitel „Gesalbter des Herrn“ bekam.
Vielleicht brauchen auch wir heute Menschen, die uns durch ihr Beispiel zeigen, wo die Wege Gottes wirklich zu finden sind.
Im Evangelium finden wir genau diese Bruchstelle, die fragt, welchen Göttern wir dienen. Das zeigt sich auch in unserem Verhältnis zur Welt, zur Weltanschauung, zur Politik und zum Staat. Die Pharisäer wollen bei dieser Frage, die wieder einmal eine Falle sein soll, eine „eindeutige“ Antwort erzwingen. Sie arbeiten auf ein „Entweder- oder“ hin. Das geschieht ja oft in verschiedenen Lebenssituationen, wo jemand eingeengt werden soll. Um möglichst unauffällig an die Sache heranzugehen, arbeiten sie mit Komplimenten und Vorschusslorbeeren: „Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und wahrhaftig den Weg Gottes lehrst und auf niemanden Rücksicht nimmst, denn du siehst nicht auf die Person.“ (Mt 22,16).
Es wird nicht bedacht, dass Christen in zwei Welten leben: das innerweltliche Staats- und Herrschaftsgefüge, das Ordnung garantieren soll und gleichzeitig das anbrechende Reich Gottes mit seinem Liebesgebot. Das zu berücksichtigen ist schon schwierig, weil es auch Versagen einschließt, damals und heute.
Deshalb braucht es ein Gleichgewicht, das für uns in Österreich im historischen Dokument des „Mariazeller Manifest“ (1952) Gestalt angenommen hat. Der Leitgedanke: Eine freie Kirche in einem freien Staat. Man muss aber immer wieder sehr darauf achten, dass sich Religion und Politik nicht vermischen. Diese Gefahr besteht, wenn fundamentalistische Bewegungen, die es in jeder Religion gibt, glauben, „im Namen Gottes“ das Leben ihrer Bürger*innen bis ins kleinste Detail bestimmen zu müssen. Dem Missbrauch sind damit Tür und Tor geöffnet.
Wir erleben das gegenwärtig im fundamentalistischen Islam und in einigen reaktionären Bewegungen innerhalb des Christentums. Das geschieht meist in Schwarz-weiß-Malerei. "Wer nicht gläubig ist, ist böse, wenn er sich nicht bekehrt, muss er vernichtet werden." Auf diese Weise wird die Freiheit des Gewissens gefährdet.
Das war auch schon im Römischen Reich so, daher die vielen Christenverfolgungen. Diese Situation wird in der Münze dargestellt, die die Fragesteller Jesus zeigen. Auf römischen Münzen war der römische Kaiser abgebildet. Diese politischen Majestäten verlangten göttliche Verehrung. Die Pharisäer rechneten damit, Jesus in die Falle zu locken. Entscheidet er sich für Gott, ist er ein subversives Element, ein Staatsgefährder, entscheidet er sich für den Kaiser, ist er Gott gegenüber untreu geworden, vom Willen des Vaters abgewichen. Das Reich Gottes aber ist ein Reich der Freiheit und Liebe. Es besteht aber ein großer Unterschied zwischen zeitlich begrenztem Herrschertum der weltlichen Potentaten und dem ewigen Herrn.
Heute legt man auch bei uns Wert auf Trennung von Staat und Kirche. Gott darf nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden durch den Versuch, in seinem Namen in persönliche Lebensbereiche der Menschen einzugreifen. Trennung von Staat und Kirche heißt aber nicht, beziehungslos oder gar feindlich nebeneinander zu existieren, sondern soll ein respektvolles und von gegenseitiger Achtung getragenes Miteinander gewährleisten.
Zusammenfassend kann man sagen: Jesus gibt den Fallenstellern eine sehr kluge Antwort: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört.“ Gott und Menschen stehen auch in der Person Jesu im Mittelpunkt. Deshalb ist auch in der kleinen Welt unserer Beziehungen darauf zu achten, dass niemandem bestimmte Meinungen und Weltanschauungen übergestülpt werden dürfen. Das benötigt Klugheit, Wahrheit und Gerechtigkeit. Ich wünsche Ihnen diese Einsichten und einen schönen Sonntag.
Unsere Welt scheint sich vor allem um Macht und Geld zu drehen. Auf ihre Weise müssen da auch die Kirchen, bzw. Religionen mitspielen, wenn sie Menschen beeinflussen wollen. Neben den offensichtlich Herrschenden gibt es noch stille und heimliche Mächte, die über uns bestimmen. Wie können wir heute dem Auftrag Jesu "gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört und Gott, was Gott gehört" nachkommen?
Mit Besorgnis blicken wir auf Länder, in denen allein der Staat das Sagen hat. Er allein entscheidet über die Rechte und Pflichten seiner Bewohner, er allein gibt Ziele für die Zukunft an, Freiheiten werden eingeschränkt, wo sie den Mächtigen nicht gefallen. Manche setzen sich über Menschenrechte hinweg, treten Menschenwürde mit Füßen, brechen völkerrechtliche Verträge, kontrollieren die Kommunikation ihrer Bürger, führen Kriege, um ihren Einfluss auszuweiten.
Wir kennen aber auch Länder, in denen eine Religion die Lebensweise der Menschen diktiert. Religionsführer interpretieren und verkünden ihren Untergebenen den Willen ihrer Gottheit und verfolgen alle, die sich diesem Diktat nicht unterwerfen. Meinungsfreiheit und Gewissensfreiheit lassen sie nur sehr begrenzt zu. Anders Denkende werden gnadenlos verfolgt.
Demokratisch verfasste Staaten sind stolz auf die Freiheit und Mitbestimmung ihrer Bürger. Anerkannte Religionen genießen Freiheit und kooperieren mit staatlichen Einrichtungen. Sieht man jedoch genauer hin, ist nicht immer alles rosig. Eine Reihe heimlicher Mitregenten mischen mit. Wenn wirtschaftliche Vorteile es erfordern, geben wir häufig klein bei. Geld regiert die Welt. Es herrscht zwar Meinungsfreiheit, die Medien folgen jedoch meist dem Diktat der Quote. Für sie ist wichtig, dass sie möglichst viele Menschen erreichen. Die Quote ist zum Maß aller Dinge geworden. Wer in seinem Denken und Handeln nicht dem Mainstream folgt, wird an den Rand gedrängt.
Auch politische Parteien stehen unter dem Diktat der Quote. Sie müssen ihre Programme danach ausrichten, was der Mehrheit gefällt. Notwendige Reformen, die größere Anstrengungen kosten und die einen längeren Atem benötigen als bis zur nächsten Wahl, werden hinausgeschoben, Minderheiten geraten ins Hintertreffen, Populisten gewinnen die Oberhand, Sachpolitik wird immer schwieriger, Wertordnungen verschieben sich, Wohlstand wird zum magischen Richtwert, Freiheit wird uminterpretiert, da und dort werden sogar Menschenrechte in Frage gestellt, wenn man damit Stimmen gewinnen kann.
Persönlichkeiten mit Prinzipien haben in diesem System einen schweren Stand. Das Christliche in den traditionellen christdemokratischen und christlich-sozialen Parteien, das Soziale in den traditionellen sozialdemokratischen Parteien, das Liberale in freiheitlichen Parteien wird immer kleiner geschrieben. Prinzipien werden zurechtgebogen.
Die Kirchen schneiden quotenmäßig immer schlechter ab. Viele treten aus, viele schalten ab, für viele ist Kirche einfach nicht mehr relevant. Die Gründe dafür sind vielfältig und vielschichtig.
Zur Zeit Jesu bestimmten die religiösen Kreise rund um den Tempel in Jerusalem und die Statthalter des römischen Reiches das Leben der Juden in Palästina. Beide verlangten vom Volk Abgaben. Der Staat hob eine Kopfsteuer ein, die in römischer Währung zu bezahlen war, im Tempel wurde eine Tempelsteuer gefordert, wenn man am religiösen Leben teilnehmen wollte. Auch dafür gab es eine eigene Währung. Zöllner und Geldwechsler naschten in diesem System kräftig mit.
Im Volk gab es eine Reihe von religiösen und politischen Bewegungen, die daneben ihre eigenen Ziele verfolgten. Einige von ihnen fügten sich dem Diktat des Staates und arbeiteten mit den Staatsrepräsentanten zusammen. Andere versuchten den Widerstand, zettelten Aufstände an oder versuchten, sich dem Staat zu verweigern und ihm keine Steuern zu zahlen.
Jesus kritisierte in seinen Predigten religiöse und soziale Missstände, legte sich im Gegensatz zu Johannes dem Täufer jedoch nie direkt mit politischen Größen an. Religiöse Akteure empfanden ihn als Bedrohung für die Religion und hofften, dass ihn Staatsmächte als Gefahr für die öffentliche Ordnung ins Visier nehmen und "neutralisieren". Im Evangelium haben wir gehört, wie einige von ihnen versuchten, ihn mit der Steuerfrage zu provozieren. Wir können nun bewundern, wie er sich geschickt aus der Affäre zog, und Lehren für unseren Umgang mit Steuern und Kirchenbeiträgen ableiten. In der Antwort Jesu geht es aber um mehr und um Grundsätzlicheres, wenn er sagte: "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört." Er weigert sich, Staat und Tempel gegeneinander auszuspielen. Beide haben ihre Berechtigung. Viel wichtiger ist ihm, das die Menschen Gott geben, was Gott gehört.
Jesus steht in der Tradition der Propheten und verkündet: "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer!".(Mt 9,13 und Mt 12,7). "… ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer." (Mk 12,33). So wichtig Geld und materielle Ressourcen in vielen Belangen sind, neben ihnen gibt es noch höhere Werte. Seine Botschaft lautet: Lasst euch nicht von Mächten vereinnahmen, die für sich höchste Autorität beanspruchen; weder vom Staat, noch von Religionen, auch nicht von den heimlich Mächtigen in der Wirtschaft und Gesellschaft.
Im Verhältnis von kirchlicher und staatlicher Macht können wir im Laufe der Jahrhunderte schon alle erdenklichen Konstellationen beobachten. Die Gegenwart führt uns weltweit warnende Beispiele von staatlichem oder religiösem Machtmissbrauch vor Augen. Wir sollten uns jedoch auch in unseren Demokratien nicht in Sicherheit wiegen. Ich sehe uns der Beliebigkeit der Werte ausgesetzt, wenn die Quote entscheidet, das Geld die Welt regiert… Mehrheiten entscheiden. Das ist zu respektieren. Aber entscheiden sie auch gut? Gut für alle Menschen, gut für unsere Zukunft, gut für die ganze Schöpfung Gottes?
Als einzelne Christen kommen wir nicht darum herum, uns zu fragen, was Gott von uns will, und Gott zu geben, was Gott gebührt.
Mit der Aufforderung eine Steuermünze zu zeigen, entzieht sich Jesus schlau und schlagfertig der Falle, die man ihm stellen wollte. Nicht übersehen dürfen wir dabei, dass es Jesus um mehr als um das Recht Steuern einzuheben geht. Gott steht über dem Staat und auch über religiösen Institutionen. Staat, Kirche, andere Religionen und jede*r Einzelne muss sein Verhalten vor Gott verantworten.
Dieses Evangelium aus dem Abschnitt der sogenannten Streitgespräche zeigt Jesus schlagfertig und schlau und hat doch eine bedenkenswerte Aussage.
Eifrig und verschlagen marschieren Jünger der Pharisäer und des Herodes auf und stellen Jesus eine Frage, auf die er nur falsch reagieren kann. „Ist es erlaubt dem Kaiser Steuer zu zahlen oder nicht?“ Gemeint war die Kopfsteuer, welche die römische Besatzungsmacht für jeden jüdischen Bürger eingehoben hat. Wenn Jesus jetzt sagt "ja", dann hat er sogleich die versammelte Menge gegen sich. Er würde als Volksverräter beschimpft, im Extremfall gelyncht. Sagt er hingegen "nein", so haben sie die Anzeige bei der römischen Behörde schon im Hosensack dabei.
Jesus lässt sich aber nicht aufs Glatteis führen. Um die süffisante Ironie seiner Aufforderung, die Steuermünze zu zeigen, verstehen zu können, muss man wissen, dass römisches Geld für die Juden unrein war. Wer es berührte oder sogar bei sich trug wurde unrein und durfte erst nach Reinigungsritualen wieder den Tempel betreten oder an religiösen Zeremonien teilnehmen. Und arglos und naiv zieht tatsächlich einer so eine Steuermünze heraus. Das Raunen der Menge „Oh! der hat ja einen Denar bei sich“ entlarvt und beschämt ihn als Heuchler und bringt Jesus sofort in die Offensive. Und dann sagt Jesus den berühmten Satz: "Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört."
Was diese Aussage Jesu bedeutet, hängt auch von der Staatsform, in der man lebt, und ihrer Beziehung zur Religion ab. Das Verhältnis von Staat und religiösen Institutionen ist komplex und kann sehr verschieden sein. Er reicht vom Gottesstaat, in dem religiöse Gewalt und Staatsgewalt eines sind, bis zum atheistischen Staat, indem öffentliche Religionsausübung verboten ist und bestraft wird. Wir leben heute in einer Demokratie, in einem weltanschaulich neutralen Rechtsstaat.
Was kann Jesu Wort für uns heute bedeuten? Zunächst einmal sicher, dass Jesus anerkennt, dass die Menschen die Fähigkeit haben sich in einem profanen Staatswesen zu organisieren. Dieses Staatswesen muss von allen getragen werden und beinhaltet auch Pflichten des Staatsbürgers und der Staatsbürgerin. Mit Beiträgen den Staat zu finanzieren gehört dazu. Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, meint also: Die Notwendigkeit eines Staatswesens, das autonom gegenüber der Religion ist, ist anzuerkennen. Den damit verbundenen Pflichten ist nachzukommen.
Interessant ist aber, dass Jesus dem Kaiser und dem Staat, den er repräsentiert, nicht den Tempel oder den Hohenpriester gegenüberstellt, also die religiöse Institution, heute würden wir sagen, die Kirche. Jesus sagt: Gebt Gott, was Gott gehört. Damit stellt er Gott heraus, als die Instanz unter deren Kritik und Urteil jedes Staatswesen steht. Was gehört denn Gott? Die Menschen gehören Gott, ihr Wohl und Wehe ist sein Anliegen. Gott will Leben in Fülle für alle, Frieden, Freiheit und Wohlergehen. Unter diesem Willen steht die staatliche Gewalt, an diesen Maßstäben Gottes muss sie gemessen werden.
Das bedeutet aber, dass die Forderungen und Pflichten gegenüber dem Staatswesen nicht unkritisch und blind befolgt und erfüllt werden können und dürfen. Bei der Frage ob das, was der Kaiser, die Staatsgewalt fordern, zu erfüllen ist, ist immer der Maßstab Gottes - und nicht der Kirchen mit ihren Interessen und ihrem Machtstreben - anzulegen.
So gesehen ist zum Beispiel die Entscheidung eines Franz Jägerstätters, sich dem Kriegsdienst für die Nationalsozialisten zu verweigern, mit Jesu Worten vereinbar. Dieser Krieg hat das Leben und die Würde von Millionen Menschen missachtet und mit Füßen getreten. Gott geben, was Gott gehört im Sinne der Kriegsdienstverweigerung war also eine Verwirklichung dieses Jesuswortes.
Das gilt auch für uns im Kleinen. Obwohl es klar ist, dass wir den Staat unterstützen und staatsbürgerliche Pflichten erfüllen müssen, ist es notwendig kritisch und wachsam zu bleiben, um der Absicht Gottes zuwiderlaufende staatliche Forderungen aufzudecken und bewusst zu machen. Auch das ist Christenpflicht; in unserer heutigen Umbruchszeit vielleicht mehr denn je. Anders gesagt eine Wertediskussion bezüglich politischer Maßnahmen und Vorschriften ist gerade auch heute zu führen. Und sie ist von Christen und Christinnen zu führen im Namen der Gottheit, die das Heil aller Menschen will. Wir als Kirche sind gefordert den Mund auf zu machen und Widerstand gegen Gesetze und Vorschriften zu leisten, die Schwache und Benachteiligte ausgrenzen und hilflos machen. Gerade weil wir gute Staatsbürger*innen sein wollen.
© Dorothea Schwarzbauer-Haupt, Diözese Linz.
Kirche und Staat sind gesellschaftliche Größen, die beide für das Wohl der Menschen wichtig sind. Ein friedliches und gedeihliches Miteinander war in der Geschichte nicht immer selbstverständlich. Zum Gelingen ist ein jede*r gefordert, das Seine dazu beizutragen.
Für sein Volk Israel nimmt JHWH den Perserkönig Kyrus in seinen Dienst, um sein Volk wieder zur Rückkehr aus Babylon zu bringen. Weltgeschichte und Heilsgeschichte sind oft miteinander verflochten. Ein fremder König bricht die Macht des Babylonischen Reiches, ermöglicht so das Ende des Exils der Israeliten. Vielleicht ist das auch seiner Toleranz zuzuschreiben, dass er andere Religionen duldete, nicht ausradierte, ja dass er sogar den Neubau des Tempels in Jerusalem zuließ. Bei Jesaja liest sich das so, dass Kyrus nicht einmal den Namen Gottes kennt und er trotzdem den Ehrentitel „Gesalbter des Herrn“ erhält. Wichtig ist aber auch der Hinweis: „Außer mir gibt es keinen Gott- ich bin der Herr, sonst niemand.“ (Jes 45,5). Zusammengefasst: Gott bedient sich auch der Fremden, um sein Heilswerk sichtbar zu machen.
Das Evangelium beginnt mit einer Dilemmafrage, die zeigt, dass Gott in dieser Welt anwesend ist: „Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?“ Jede Antwort wird zur Falle. Wie man antwortet, ist es schlecht. Darf ein gottesfürchtiger Jude die heidnische römische Besatzungsmacht als staatliche Autorität anerkennen oder muss er jegliche Form der Anerkennung verweigern - hier etwa durch Steuerstreik? vielleicht auch eine indirekte Aufforderung, Steuern zu hinterziehen. Auf der Münze ist Tiberius (römischer Kaiser von 14-37 nach Chr.), Caesar des göttlichen Augustus, abgebildet. Darf man also dem göttlichen römischen Kaiser Steuern verweigern? Hier wird das Verhältnis von staatlicher Autorität und Christentum angesprochen. Heute geht es um das Verhältnis von staatlicher Autorität und Kirche. Das muss immer wieder neu gelöst werden und führte auch oft zu Konflikten. Beide: Staat und Kirche müssen sehr darauf achten, sich nicht gegenseitig zu vereinnahmen, also eine Balance von Nähe und Distanz zu halten.
Indirekt spornt uns Gott dazu an, sich für Jesus zu entscheiden, Gott den ersten Platz in seiner großen Liebe freizuhalten, sich ihm anzuschließen. Psalm 118,9 rät auch dazu:
„Besser, sich zu bergen beim HERRN,
als zu vertrauen auf Menschen.
Besser sich zu bergen beim HERRN,
als zu vertrauen auf Fürsten.“
Das Reich Gottes ist der Garant der Freiheit, bei irdischen Fürsten sehr oft das Gegenteil.
Vielleicht haben Sie schon vom „Mariazeller Manifest“ aus dem Jahr 1952 gehört, zu einer Zeit, als Österreich noch besetzt war. Es ist ein Dokument, das aus leidvoller Erfahrung der Ersten Republik in der Geschichte Österreichs entstanden ist. Der Kernsatz dieses Dokuments lautet: Eine freie Kirche in einem freien Staat.
Vor etwas mehr als 90 Jahren war das nicht so. Wir hatten den Ständestaat, einen Priester als Bundeskanzler einer Christlich-sozialen Partei. Pfarrhäuser waren Parteilokale der Christlich-sozialen Partei. Ihnen stand in einem Kulturkampf schwer verfeindet die Sozialdemokratische Partei gegenüber. Hass und Gewalt, viele Tote in der Ersten Republik waren die Folge. Österreicher schossen auf Österreicher. Die Nationalsozialisten haben dann beide Parteiführer ins Gefängnis gebracht. Die Kirche verlor große wichtige Teile der Arbeiterschaft.
Die Besinnung setzte erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein, mit dem Vorsatz keine der gesellschaftlichen Größen, also Kirche und Staat dürfen einander vereinnahmen. Dabei geht es wesentlich um Religions- und Gewissensfreiheit, die es später auch das II. Vatikanum im Dekret über die Religionsfreiheit festgeschrieben hat. Niemand darf zu einer Religion oder bestimmten Weltanschauung gezwungen werden. Das ist auch in Konkordaten (Verträge, die das Verhältnis von Staat und Kirche regeln) abgesichert. In einigen Staaten etwa in Frankreich seit 1905 sowie in den USA gibt es eine ganz scharfe Trennung von Staat und Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen in Österreich zur Versöhnung von Staat und Kirche zwei prominente Persönlichkeiten bei: Bundeskanzler Bruno Kreisky, seitens der Sozialdemokratischen Partei und der Wiener Erzbischof Kardinal Franz König.
Heute kommt es besonders auf Selbstverantwortung und Schulung des Gewissens der Staatsbürger an. Christen leben in zwei Welten. Der Staat ist wichtig für die Ordnung, sonst funktioniert Gemeinschaft nicht, daher ist Steuer zu zahlen unumgänglich; über die Höhe lässt sich trefflich streiten. Sehr wohl sind aber vor Wahlen ethische Fragestellungen angebracht. Wenn wir zur Wahl schreiten - Gott sei Dank dürfen wir das in einem freien Staat -, ist ein gebildetes Gewissen von enormer Bedeutung. Als mündige Menschen und Christen müssen wir selbst Entscheidungen treffen, nicht der Pfarrer, der Lehrer, der/die Pastoralassistent*in oder ein gestrenger Elternteil oder sonst ein "Über-Ich", sondern jede*r selbst in Freiheit. Wir begehen in Österreich in den nächsten Tagen den Staatsfeiertag und bedenken dabei auch: "Eine freie Kirche in einem freien Staat" ist keine Selbstverständlichkeit. Danken wir Gott dafür!
Das im Evangelium angesprochene Dilemma rund um die römische Kopfsteuer führt auch in einem modernen Staat eine Rolle. Bei aller Trennung von Staat und Kirche ist jede*r Einzelne herausgefordert, sein Leben vor Gott zu verantworten und konstruktiv im Staat mitzuwirken.
Hintergrund für das heutige Evangelium ist die Kopfsteuer, die jeder Israelit ab einem gewissen Alter an Rom zu zahlen hatte. Für die Israeliten entstand damit ein Konflikt: Grundsätzlich sollte man Gott untertan sein, und das bedeutete, dass man nicht untertan eines weltlichen Herrschers sein konnte. Die Zeloten zahlten diese Steuer nicht, weil sie die Zahlung als Unterwerfung unter den weltlichen Herrscher verstanden, die Pharisäer aber, wenn auch zähneknirschend, zahlten sie.
Und so wollten sie Jesus eine Falle stellen: er sollte sich festlegen, damit sie etwas gegen ihn in der Hand hätten. Jesus aber legte sich nicht fest, im Gegenteil „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört…“ heißt ja nicht mal: die Münze gehört dem Kaiser, weil sein Konterfei darauf abgebildet ist. Man kann es aber so verstehen: schlicht und ergreifend muss jeder selbst entscheiden, was richtig ist.
Wir diskutieren heute viel über das Verhältnis Staat/Kirche – im Koalitionsvertrag unserer jetzigen Regierung stand, dass man endlich den Verfassungsauftrag in Angriff nehmen will, die Konkordate abzulösen. Das sind die Verträge, die mit den Kirchen als Ausgleich dafür geschlossen wurden, dass der Staat die kirchlichen Ländereien enteignet hat. Staatszahlungen sollten die Kirchen dazu befähigen, ihre sozialen Aufgaben weiter bestreiten zu können (Schulen, Krankenhäuser etc.). Im Grundgesetz ist geregelt, dass der Staat diese Ablösung vornehmen soll. Viele Kirchenvertreter begrüßen das. Allerdings bleibt die Frage, wie hoch eine solche Ablöse sein kann und sein muss. Hierzu hat es von beiden Seiten immer wieder Forderungen, auch Maximalforderungen gegeben. Was dabei herauskommt, steht in den Sternen, zumal die Regierung mit den derzeitigen Krisen größere Baustellen zu bewältigen hat.
In diesem Zusammenhang wird oft der Satz des Evangeliums „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ benutzt – Trennung Staat und Kirche. Er ist auch in Bezug auf die Politik immer wieder zu hören, wenn es heißt, Christ sein ist das eine, Politiker sein das andere. Ist das gemeint? Ist Glaube Privatangelegenheit? Politik und Staat als völlig andere Baustellen?
Ich denke nicht. Natürlich müssen wir unsere Steuern zahlen, wenn wir wollen, dass der Staat weiter für das Gemeinwohl tätig ist, keine Frage. Natürlich muss man in der Politik Kompromisse schließen, und auch im normalen Leben. Aber ich denke, ich muss mir, egal ob als Privatperson oder Politiker*in immer wieder die Frage stellen: Ist das vereinbar mit meinem christlichen Glauben? Wenn z.B. der Staat Menschenrechte mit Füßen tritt, etwa im Bezug auf Geflüchtete und übers Mittelmeer Flüchtende. Muss ich dazu ja und Amen sagen, weil es ja der Staat ist, der das fürs Gemeinwohl so regelt? Wenn Unterschiede gemacht werden zwischen Menschen: Wem steht ein gutes Leben in Deutschland zu (erst einmal den Deutschen, natürlich) und wem nicht. Muss ich das richtig finden? Kann ich nicht mit meinen Möglichkeiten den Gegenentwurf leben und verwirklichen, wenigstens in meinem Umfeld? Muss ich nicht vielleicht auch meine Stimme erheben, wenn ich das Gefühl habe, es läuft etwas in die ganz falsche Richtung? Muss nicht mein ganzes Leben ausstrahlen, dass ich Christ*in bin, auch da, wo es politisch wird?
Gebt Gott, was Gott gehört: ich denke, damit ist mein ganzes Leben gemeint. Das heißt gerade nicht, dass ich mich aus der Gesellschaft zurückziehe, sondern dass ich mich einbringe - im Sinne Gottes.
Die Gegner Jesu suchen Möglichkeiten, ihn loszuwerden, und stellen ihm Fallen. Jesus entzieht sich ihnen durch Selbstsicherheit und Klugheit. Diese sind auch für uns Basis für das Lösen von Konflikten.
Das Evangelium erzählt heute eine Episode aus der späten Verkündigungszeit Jesu als die Pharisäer Ihn schon als Problem wahrgenommen hatten. Es gab viele Pläne ihn bei den Römern, ihrer Besatzungsmacht, anzuschwärzen. Sie sollten Jesus als gefährlich einstufen und dann vernichten. So der Plan.
Matthäus berichtet uns von einer gemeinen Falle, die die Pharisäer Jesus gestellt haben. Damit zeichnet er ein realistisches Bild der Welt. Denn damals wie heute gab und gibt es Menschen, die anderen Böses wollen. Gleichzeitig erzählt er uns wie Jesus die Situation meistert.
Kann Jesu Verhalten uns Vorbild sein? Was macht er genau?
Zunächst lässt er sich nicht von den Schmeicheleien und Komplimenten täuschen. Er erkennt die schlechte Absicht hinter diesen Worten und reagiert in bemerkenswerter Weise. Er zieht der Bosheit das Mäntelchen weg, unter dem sie eigentlich verborgen bleiben soll, indem er die Lage klar anspricht: „Ihr Heuchler, warum versucht ihr mich?“
Wie geht es uns mit Menschen, die uns Böses wollen, das aber gut tarnen können? Sicher gelingt es uns nicht immer, falsche Komplimente oder berechnende Zustimmung sofort zu enttarnen. Zu sehr tun uns solche Worte gut. Oft sind sie Balsam auf Wunden, die durch Kränkungen, Selbstzweifel und Enttäuschungen verursacht wurden.
Jesus ist nicht abhängig von solch vordergründiger Zustimmung. Er weiß sich von Gott geliebt und hat keinen Bedarf an oberflächlichen Liebesbeweisen. Deshalb wird er nicht müde uns von der bedingungslosen Liebe Gottes zu jedem seiner Menschenkinder zu erzählen. Auch uns soll diese Gewissheit frei machen für den achtungsvollen Umgang mit uns selbst, sowie für respekt- und liebevolle Begegnungen mit unseren Nächsten. Sie soll uns Basis sein für sein neben der Gottesliebe wichtiges Gebot an uns: die Eigen- und Nächstenliebe.
Niemand kennt mich sowie er, denn er hat mich geschaffen, er ist jeden Tag bei mir, er kennt auch alle meine negativen Entscheidungen und dennoch bleibe ich sein geliebtes Kind. Wem es gelingt, diese Botschaft in sein Innerstes zu integrieren, der kann Angriffen anderer genauso gelassen begegnen wie Jesus.
Das führt uns zur zweiten bemerkenswerten Reaktion Jesu: Er hat einen böswilligen Angriff wahrgenommen und benannt. Jede Antwort würde einen Konflikt befeuern. Also benützt er seinen Verstand und formuliert eine Gegenfrage, die die Situation entschärft.
Auch uns hat Gott einen wachen Verstand geschenkt. Der kann helfen Angriffe ähnlich geistreich abzuwehren, wie es Jesus durch den Verweis auf die kaiserliche Münze gelungen ist.
Wie viele Kriege könnten vermieden werden, würden politische Führer aber auch ihre Anhänger dieses Geschenk öfter zum Einsatz bringen? Jeder weiß, dass noch kein Krieg etwas Gutes hervorgebracht hat. Dennoch gelingt es immer wieder Menschenmassen mit vordergründig logischen Argumenten von der Notwendigkeit dieser sinnlosen Zerstörungshandlungen zu begeistern.
Die Liebe Gottes gilt jedem Einzelnen von uns und weist so alle Menschen als Geschwister aus. Aber Geschwister leben nicht notwendigerweise ausschließlich in liebevollen Beziehungen. Jeder der in einer Mehr-Kind-Familie aufgewachsen ist weiß, dass es auch erbitterte Konkurrenzsituationen zwischen Geschwistern gibt. In gesunden Familien bleibt dieses Konkurrenzphänomen jedoch auf die Kindheit beschränkt. Im Idealfall gelingt es im Erwachsenenalter die besondere Prägung und die unterschiedliche Ausformung als Menschen bei seinen Geschwistern zu entdecken. Dann entsteht ein neues Miteinander. Wenn ich meine Eltern-Kind-Beziehung nicht als quantitativ vergleichende, sondern als qualitativ vielfältige erleben kann, ernte ich die Freiheit, meinen Geschwistern unvoreingenommen und offen begegnen zu können. In so einem Klima können sowohl Achtung gegenüber anderen als auch meine eigene Selbstachtung gut wachsen.
So werden wir auch von Gott geliebt. Nicht quantitativ konkurrierend, sondern qualitativ entsprechend. Mit diesen Gedanken im Herzen sind wir im Stande vorgetäuschte Liebe zu erkennen und auf sie zu reagieren, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen. Dann können wir auch die letzte Aufforderung des heutigen Evangeliums erfüllen, nämlich Gott zu geben, was Seines ist.
Wenn wir versuchen, Konflikte mit Hilfe unseres Verstandes und eines liebenden Herzens anstelle von Gewalt zu lösen, geben wir Gott was ihm gehört. Seine Schöpfung, die wir Menschen so oft auf vielfältige Weise verunstalten, kann dann wieder gut sein, so gut, wie sie immer schon von ihm gewollt ist.
Jesus antwortete den Pharisäern: "So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!" Wie können wir Gott geben, was ihm gehört? Was er von uns erwarten kann?
„Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!“ Sie kennen sicher dieses Sprichwort.
Hat es nicht auch heute seine Berechtigung?
Da wollen die Pharisäer Jesus eine Falle stellen. Das ist das erklärte Thema. Sie brauchen etwas in der Hand gegen Jesus. Entweder kann die Ablehnung seiner Worte religiös begründet werden oder politisch. Egal, wie er antwortet, es ist immer falsch. Und immer haben diese Menschen gewonnen. Nun stehen sie plötzlich wie begossene Pudel da. Ihre Falle hat nicht funktioniert. Sie sitzen nun in der Grube. Sie müssen sich der Frage stellen: Gebe ich Gott, was Gott gehört? Was ist das überhaupt?
Diese Frage mussten nicht nur die Pharisäer damals beantworten. Auch wir Gläubige heute müssen diese Antwort finden. Was von mir, von meinem Leben gehört Gott?
Nichtchristen können uns in Diskussionen leicht eine Antwort geben, aus der Bibel zitieren und sagen: „So und so sollst du doch sein. Dein Gott hat die Regeln festgelegt. So erwarte ich auch dein Verhalten mir gegenüber!“ Vielleicht fordern sie von uns ein, was wir ihnen auch gerne sagen:
- Geh respektvoll mit mir um!
- Mache deine Meinung über mich nicht an meiner Kleidung oder Herkunft fest!
- Urteile nicht über mich, wenn du meinen Alltag nicht kennst!
- Stell dich nicht über mich!
Eine weitere Antwortmöglichkeit ergibt sich aus dem Vater Unser. Darin bitte ich um das tägliche Brot oder um die Bewahrung in der Versuchung. Gott zeigt vielleicht: „O.K., mach ich!“ Was ist dann mit unserer Antwort auf sein Tun? Der Erntedanksonntag ist nicht so lange her. Ist es damit „abgehakt“? Oder ist das Danke tatsächlich eine Antwort, die wir so oft geben können, wie wir merken „ich bin beschenkt!“
Eine andere Vater-unser-Bitte fordert uns ähnlich heraus: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Gott gehört es, dass wir so handeln wie er es an uns tun soll. Denn auch dieser Mensch ist sein Geschöpf.
Meine Antwort auf die Freiheit, die mir Gott gibt, ist Freiheit, die ich dem anderen gebe.
Der heutige Sonntag fällt auf den 18. Oktober. Es ist der Festtag des Evangelisten Lukas. In seinem Evangelium findet sich das 15. Kapitel. Es sind Texte, die wir in den anderen Evangelien nicht finden. Dieses Kapitel macht sein Anliegen besonders deutlich. Manche nennen es auch das „verlorene Kapitel“. Die verlorene Münze, das verlorene Schaf, der verlorene Sohn sind verschiedene Erzählungen mit der einen Aussage: Gott sucht den Menschen, seine Freude ist es, Verlorenes gefunden zu haben.
Wenn ich Gott geben will, was Gott gehört, kann das heißen: Ich suche wie er. Ich suche danach, wo jemand Hilfe braucht. Ich suche danach, wie ich Gottes Liebe erfahrbar machen kann. Ich suche danach, wo ich jemand auf dem Weg zurück ins Leben begleiten kann.
"Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört". Zu einem christlichen Leben gehört einerseits die soziale Dimension, die in unserem Mitwirken am öffentlichen Leben sichtbar wird, aber auch die Dimension der Gottesbeziehung. Diese vollzieht sich unter anderem in der Liturgie und im Gottesdienst.
Der Hintergrund der Frage an Jesus ist die Kopfsteuer, die die Menschen dem römischen Staat, der Besatzungsmacht, zu zahlen hatten. Die Zeloten waren gegen die Steuer, die Pharisäer haben sie widerwillig gezahlt.
Die Pharisäer wollten Jesus mit der Frage vor allem eine Falle stellen. Vordergründig geht es ihnen nicht um die Steuer. Jesus geht mit den Pharisäern nicht gerade zimperlich um, er greift sie permanent wegen ihrer Verstocktheit an. Ganze drei Kapitel im Matthäusevangelium (21 bis 23) stehen unter dem Zeichen der Auseinandersetzung mit ihnen. Der Konflikt spitzt sich immer mehr zu. Im Gleichnis von den bösen Pächtern sind klar die Pharisäer gemeint, was bei ihnen auch so ankommt. Im Kapitel 23 greift er sie dann frontal an. Die Pharisäer richten sich zu einem "Rachefeldzug" gegen diesen Jesus, der ihnen offensichtlich geistig überlegen ist. Und dieser Rachefeldzug ist kläglich gescheitert, wie wir in Vers 22 erfahren, der aber - leider - nicht mehr vorgelesen wird. "Und sie ließen Jesus in Ruhe und gingen weg". Dass sie ihm überhaupt die Frage nach der Steuer stellen, zeugt nicht gerade von Klugheit, denn sie müssten wissen, dass sich Jesus nicht gegen den Kaiser stellen wird.
"Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört", das hätte als Antwort genügt. Damit ist schon gesagt, dass dem Kaiser nicht alles zusteht. Mit dem zweiten Teil, "Gott zu geben, was Gott gehört", zielt Jesus scheinbar auch auf das Glaubensleben der Pharisäer ab. Denn mit dem peniblen Einhalten von religiösen Vorschriften und Gesetzen ist nicht erfüllt, was Gott wirklich will.
Welche Relevanz die Geschichte mit der Steuerfrage für uns heute hat, dem gilt es nachzugehen. Wir leben heute in einer ganz anderen Zeit und unter ganz anderen Umständen. Die Themen sind heute ganz andere und viel komplexer. Vor allem dürfen wir in einem freien, demokratischen Staat leben.
Das Verhältnis von Staat und Kirche ist auch heute ein aktuelles Thema. Die Antwort Jesu ist eine Absage, Staat und Kirche gegeneinander auszuspielen. Und sie ist auch eine Absage gegen einen "Gottesstaat", gegen die Versuche von religiösen Fundamentalisten, die meinen, für einen Staat müssen die Gesetze und Grundsätze einer Religion gelten. Dass wir als ChristInnen und StaatsbürgerInnen unter dem Anspruch Gottes stehen, ist die bedeutsame Botschaft Jesu. Wir haben als StaatsbürgerInnen selbstverständlich unsere Pflichten gegenüber unserem Staat, auch finanziell. (Was nicht ausschließt, dass diese zu hinterfragen sind, wo das Thema "soziale Gerechtigkeit" berührt wird.).
Aus dem Leben Jesu, seinem Evangelium erwächst uns ein nicht weniger gewichtiger Auftrag, nämlich "Sauerteig" zu sein. Die Aufgaben und Probleme unseres Staates gehen auch uns ChristInnen an.
"Gebt Gott, was Gott gehört." Jesus betont mit dieser Aussage die Vorherrschaft des Reiches Gottes als Grundthema seines Evangeliums. Das ist der Anspruch, unter dem wir als ChristInnen stehen. In der Bibel gilt der Mensch als Ebenbild Gottes - und daraus leitet sich Menschenwürde eines/einer jeden ab, das Kriterium schlechthin. Wenn diese in Frage gestellt oder gar bedroht ist, sind wir auf den Plan gerufen. Als ChristInnen werden wir immer wieder das Wort ergreifen für die Unantastbarkeit menschlichen Lebens vom Anfang bis zum Ende.
Durch die Forschung und technischen Möglichkeiten stellen sich neue Fragen,
insbesondere solche die sich aus den Möglichkeiten der Genmanipulation ergeben. Zu diesen Fragen sollen wir uns in die Diskussion einbringen. Darf der Mensch alles, was er technisch kann? Die Versuchung ist groß, den perfekten, fehlerlosen Übermenschen schaffen zu wollen. Das ist "Hybris" - die Überheblichkeit des Geschöpfes gegenüber seinem Schöpfer.
Dem steht der Satz aus der Genesis gegenüber: "Gott sah, dass es gut war". Das ist nicht etwa eine Verkennung der Realität, ein Wegleugnen all dessen, was nicht "gut" ist. Es ist als Auftrag gemeint: In der Verantwortung gegenüber unserer Erde und in der Bewahrung der Schöpfung. Wir sind zuerst selber jede und jeder Einzelne gefordert, einen achtsamen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen zu leben und so unseren Beitrag zu leisten gegen die kontinuierliche Zerstörung der Mutter Erde, die unsere Lebensquelle ist.
Weitere Themen, in denen unser Engagement als ChristInnen gefragt ist, sind die Bereiche Gerechtigkeit (soziale Frage) und Friede. Verteilungsgerechtigkeit geht uns alle etwas an: ChristIn sein wollen einerseits, raffen und horten andererseits - oder Gesetzen zustimmen, die das ermöglichen - hat durchaus pharisäische Züge. Papst Franziskus setzt diesbezüglich einen klaren Schwerpunkt mit berührenden Zeichen, indem er besonders auf die Armen und Bedrängten verweist.
Als Kirche mit den verschiedensten Einrichtungen tragen wir im Sozialbereich unserer Gesellschaft sehr viel bei. Der Staat ist sich dieser Leistung bewusst und anerkennt sie auch entsprechend. Das Verhältnis zwischen Staat und Kirche ist in Österreich Gott sei Dank gut, es ist getragen von einem konstruktiven Miteinander, von gegenseitiger Achtung und Respekt.
Als Kirche, als ChristenInnen werden wir immer wieder auch unbequeme MahnerInnen sein, wenn es darum geht, die Stimme zu erheben für Menschen, die selber wenig gehört werden. Das betrifft ganz besonders den Bereich neue Armut, Asyl, und AusländerInnen. In der Armutsbekämfpung leistet die Kirche durch die Caritas, auch in den Pfarren, einen unschätzbaren Beitrag in unserer Gesellschaft.
Es gibt keine einfachen Antworten und Lösungen in der Grundfrage des Verhältnisses von Staat und Kirche. Unsere Aufgabe bleibt, als ChristInnen wachsame und kritische StaatsbürgerInnen zu sein und uns dabei immer neu vom Geist Jesu inspirieren zu lassen.
© Mag. Franz Benezeder, Pfarrer in Altmünster u. Pfarrprovisor in Traunkirchen
Lieder:
GL 140: Kommt herbei, singt dem Herrn
GL 143: Mein ganzes Herz erhebet dich
GL 370: Christus, du Herrscher Himmels und der Erde (3. und 4. Str.)
GL 381: Dein Lob, herr ruft der Himmel aus
GL 383: Ich loben meinen Gott
GL 385: Nun saget Dank und lobt den Herren
GL 386: Laudate omnes gentes
GL 389: Dass du mich eistimmen lässt in deinen Jubel, o Herr
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 405: Nun danket alle Gott
GL 409: Singt dem Herrn ein neues Lied
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 436: Ach bleib mit deiner Gnade
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit
GL 483: Ihr seid das Volk, das der herr sich ausersehn
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
Psalmen und Kehrverse:
GL 33: Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde - Mit Psalm 8 - VII.
GL 52: Herr, du bist König über alle Welt - Mit Psalm 93 - VIII.
GL 54: Singt dem Herrn alle Länder der Erde, singt dem Herrn und preist seinen Namen. - Mit Psalm 96 - VIII.
GL 56: Freut euch: Wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 100- V.
GL 651,5-6: Freut euch: wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade - Mit Psalm 34. - V.
Steuern sind in einem Gottesdienst eigentlich kein Thema. Nur heute muss es sein! Jesus soll in eine Falle gehen, die kluge Leute ihm stellen – und das ist für ihn die Gelegenheit, tatsächlich über Steuern – und mehr – zu reden. Das Evangelium mischt sich einfach ein.
Wenn es um Geld geht, sind auch die Konflikte nicht weit. Wir tragen sie vor Gott und erbitten seine Barmherzigkeit:
Tagtäglich müssen wir uns den unterschiedlichsten Autoritäten unterordnen: Dem Arbeitgeber, staatlichen Organen, kirchlichen Anordnungen u.v.a.m. Manchmal sind wir hin- und hergerissen und müssen entscheiden, wem wir mehr gehorchen. Für uns Christen ist Gott die höchste und letzte Autorität. Seit alters her bringen wir das im Gottesdienst im Kyrieruf zum Ausdruck, wenn wir Christus als Herrn unseres Lebens huldigen und seiner Barmherzigkeit anvertrauen.
Manche Diskussionen Jesu mit den Pharisäern wirken auf uns wie Wahlkampfreden. Sie stellen ihm Fallen und auch er teilt ganz schön aus…
Um welche Wahl geht es dabei? Es geht um das Leben, um ein Leben mit Gott oder gegen Gott. Vor diese Entscheidung sind auch wir gestellt: Lebe ich mit Gott oder gegen ihn?
Herr,
Steuern werden erhoben, um ein Gemeinwesen am Laufen zu halten.
Für Bildung, für Straßen, für eine öffentliche Verwaltung.
Wir stehen oft ratlos vor den vielen Herausforderungen.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast Liebe allem vorgeordnet.
Gesetze und Verordnungen kommen sachlich daher.
Oft sehen wir nur unsere eigenen Interessen.
Christus, erbarme dich.
Herr,
Viele Einrichtungen, Brücken und Wege sind marode.
Die sozialen Ungleichheiten wachsen weltweit.
Für viele Menschen reicht es hinten und vorne nicht.
Herr, erbarme dich.
Groß ist der Herr und hoch zu loben, *
mehr zu fürchten als alle Götter.
Denn alle Götter der Völker sind Nichtse, *
aber der Herr ist es, der den Himmel gemacht hat
(Ps. 96)
Ehre sei Gott in der Höhe…
Herr Jesus Christus,
du hast allein deinem himmlischen Vater gehorcht.
Herr, erbarme dich.
Du hast dein Leben hingegeben,
um die Menschen mit Gott zu versöhnen.
Christus, erbarme ich.
Gott hat dich über alle erhöht
und den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen.
Herr, erbarme dich.
Kyrie
Herr,
immer wieder rufst du uns bei unseren Namen.
In der Geschäftigkeit des Alltags geht das oft unter.
Herr, erbarme dich.
Herr,
du sagst: „Ich bin der Herr, und sonst niemand.“
Aber die Errungenschaften unserer Zeit werden oft zu unseren Göttern.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du hast uns den Gürtel deiner Liebe angelegt, ohne dass wir dich kannten. Oft nehmen wir das nicht wahr.
Herr, erbarme dich.
Du bist der verzeihende und mit uns gehende Gott. Dafür danken wir dir. Hilf uns, dass wir deinen Willen erkennen und dir immer wieder entgegengehen. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast uns in diese Welt gestellt.
Herr, erbarme Dich.
Inmitten der Welt sollen wir deinem Ruf folgen.
Christus, erbarme dich.
Lass uns erkennen, was Gott gehört.
Herr, erbarme Dich.
Herr Jesus,
deine Worte haben Menschen ins Herz getroffen.
Kyrie eleison.
Du warst klar in deinen Worten und Taten.
Christe, eleison.
Herr Jesus,
du schenkst uns auch heute dein Wort,
das uns heilend will.
Kyrie, eleison.
Herr Jesus Christus,
du allein bist der Heilige.
Herr, erbarme dich.
Du allein bist der Herr.
Christus, erbarme dich.
Du allein bist der Höchste.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
du bist unser Herr und Gebieter.
Mach unseren Willen bereit,
deinen Weisungen zu folgen,
und gib uns ein Herz, das dir aufrichtig dient.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger, ewiger Gott,
lenke unser Tun nach deinem Willen
und gib,
daß wir im Namen deines geliebten Sohnes
reich werden an guten Werken.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 3. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott,
gib uns die Gnade,
daß wir stets auf das Rechte bedacht sind
und es auch entschlossen tun.
Da wir ohne dich nicht bestehen können,
hilf uns, nach deinem Willen zu leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Donnerstag in der 1. Woche der Fastenzeit
Gott, du willst, dass deine Kirche
ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei
Und das Werk Christi bis zum Ende der Welt fortführe.
Erwecke in allen, die glauben,
die wache Sorge für das Heil der Menschen,
damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn
MB Für die Ausbreitung des Evangeliums B
Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde,
alles ist dein Eigen,
du bist Herr über die ganze Welt.
Wir bitten dich:
Schaffe Raum deinem Reich der Gerechtigkeit und Liebe,
damit alle Menschen deine Größe preisen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und die Welt regiert
in der Einheit des Heiligen Geistes,
Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.
WB 29. Sonntag im Jahreskreis A
Dir, Gott, danken wir heute.
Du misst alles ab,
du gibst auch allen Dingen ihren Raum.
Hilf uns, bei dir die Fülle zu entdecken,
aus dem Klagemodus herauszufinden
und mit begrenzten Ressourcen gut umzugehen.
Präge uns dein Bild ein
und lass die Liebe unsere größte Währung sein.
Das hast du uns mit Jesus verheißen,
in der Kraft deines Geistes wächst uns der Mut zu.
Heute, für die Ewigkeit. – Amen.
Gott,
du rufst uns heute zu:
Gnade sei mit euch und Friede.
Beladen mit vielen Bildern von Zerstörung und Kriegen kommen wir zu dir.
Stärke uns im Hören deines Wortes
und in der Mahlgemeinschaft mit deinem Sohn Jesus Christus,
damit wie fähig werden,
Wege des Friedens und nicht des Verderbens zu gehen.
Das erbitten wir für unsere kleine Welt hier
wie für die große Weltengemeinschaft
durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Du Vater Jesu Christi,
dein Sohn ist Mensch geworden, wie du wolltest.
Er hat die Menschen in Wort und Tat ermahnt und ermutigt, wie du es wolltest.
Hilf uns, so zu leben wie er,
damit durch uns die Welt werden kann, wie du es willst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Guter Gott,
wir haben uns versammelt,
um deine Großartigkeit und Einzigartigkeit zu preisen
und dir für deine Liebe zu danken.
Wir bitten dich, hilf uns,
dass wir dich immer mehr zum Mittelpunkt unseres Lebens machen
der unser Tun und Denken bestimmt.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, Gott aber, was sein ist. Das ist Evangelium, frohe Botschaft.
In unseren Fürbitten denken wir an Menschen, die in ihren weltlichen und geistlichen Berufen jeden Tag etwas von sich geben.
Herr,
dir befehlen wir die Menschen, die in der Steuergesetzgebung mit den vielen Einzelheiten und Besonderheiten einen klaren Kopf brauchen, die in Finanzämtern Steuererklärungen bearbeiten und ohne Ansehen der Person entscheiden, die öffentliche Haushalte aufstellen und mit Gerechtigkeitslücken kämpfen.
Wir rufen zu dir: Lass uns Lichter in der Welt sein.
Dir befehlen wir die Menschen, die weltweit der Willkür ausgesetzt sind, die in keinem geschützten Raum leben können, die ihren Kindern nichts vererben können. An vielen Orten sind auch die Hoffnungen schon Ruinen geworden.
Dir befehlen wir die Menschen, die mutig helfen, aus dem Bann böser Entwicklungen herauszutreten, die es sich notfalls etwas kosten lassen, die Wahrheit zu sagen, die dem „Geld“ den Zauber nehmen, alles zu bestimmen und sich unterzuordnen.
Dir befehlen wir die Menschen, die in den Kirchen anderen eine Heimat geben für die vielen Geschichten, die einen Platz brauchen, die jungen und alten Menschen die große Freiheit des Evangeliums aufschließen, die in schweren Situationen trösten und heilen.
Dir befehlen wir die Menschen, die in Büchern, Filmen und Liedern Worte und Bilder finden für die Unterscheidungen „menschlich“ und „göttlich“, die sich vom Vorfindlichen und Eingespielten nicht beirren lassen, die von Gott Zukunft erwarten.
Den Mächtigen in der Welt wird Verantwortung zuteil, für die wir Segen erbitten.
Dir, Gott, gehören unsere Herzen und Köpfe. Auf dich setzen wir unser Vertrauen. – Amen.
Guter Gott,
die gegenwärtigen Ereignisse im Nahen Osten machen uns bestürzt, hilflos und ratlos.
Wir sind auf deine Hilfe angewiesen und bitten dich:
Um Einhalt im Morden und Terror.
Um Leben und Heil für die Geiseln.
Um Heilung der geschlagenen Wunden.
Um Zugang zu Nahrung, Wasser und Versorgung mit Medikamenten
für die Eingeschlossenen und Vertriebenen.
Um Auswege aus der verhärteten Konfrontation.
Um dauerhaften Frieden und Versöhnung in der ganzen Region.
Denn dein ist die Macht und die Herrlichkeit in Ewigkeit. - Amen.
Auf dich, Gott, auch in der Erfahrung von Leid und Unrecht zu vertrauen, ist für uns Menschen eine große Herausforderung und bleibt doch unsere letzte Hoffnung.
Zu dir kommen wir mit unseren Bitten:
Deinem Schutz empfehlen wir die vielen Menschen im Nahen Osten an, deren unvorstellbares Leid uns berührt und mit Angst und Schrecken erfüllt.
Deiner Hilfe empfehlen wir alle Menschen an, die sich in den Ländern des globalen Südens für deine Botschaft, Bildung, Gesundheitswesen und ein gerechtes Leben einsetzen. Besonders beten wir für die derzeit immer zahlreicher inhaftierten katholischen Priester in Nicaragua.
Dein Geist bestärke uns in dem Bemühen, im Alltag und im Weltgeschehen durch unser Leben zum Glauben an dich und die Verbreitung deiner Botschaft beizutragen.
Deinem Beistand empfehlen wir die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Pfarren an, durch deren Mithilfe Liturgie gefeiert und pfarrliche Gemeinschaft gelebt werden können.
Deiner Barmherzigkeit vertrauen wir, wenn wir für unsere Verstorbenen die Vollendung in dir erbitten.
Vermehre in deiner Gemeinde Glaube, Hoffnung und Liebe gerade dann, wenn die Welt, in der wir leben, bedrohlich und furchterregend erscheint, damit wir dich, den einzigen wahren Gott, loben und preisen jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Guter Gott,
du hast uns in die Welt hineingestellt, damit wir in ihr und mit ihr als Christen leben.
Wir bitten Dich:
Für alle Menschen, die Verantwortung tragen in Kirche und Gesellschaft:
dass sie sich immer wieder darauf besinnen, was das Zusammenleben für alle besser macht.
Für alle Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die großen Probleme unserer Zeit wie Kriege, Klimawandel, Ausbeutung und Gier nicht überanhandnehmen und den Menschen ihre Lebensgrundlagen entziehen:
dass sie merken, dass sie nicht allein unterwegs sind und dass sie andere Menschen motivieren können, mitverantwortlich zu leben.
Für die Politiker und Despoten, denen Menschenleben nichts wert sind und die für ihre ureigensten Ziele im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen:
dass sie erkennen, dass ihr Weg in die Irre führt und dass nur ein Miteinander das menschliche Leben auf unserer Erde weiterhin möglich macht.
Für die Verantwortlichen in Politik, Kirche und Gesellschaft, die immer wieder versuchen, christlich zu handeln und dir in ihrer Verantwortung nachzufolgen:
dass sie Unterstützung bekommen auf ihrem Weg.
Für uns alle, die wir versuchen, unser Christsein ganz zu leben:
dass wir immer wieder Wege finden, die uns dies in dieser Welt möglich machen.
Für unsere Kranken:
Steh ihnen bei in ihrer Not.
Für unsere Verstorbenen:
Lass sie bei Dir Ruhe finden.
Guter Gott,
es ist an uns, immer wieder Wege zu suchen, deinem Wort in unserem alltäglichen Leben zu folgen. Begleite uns auf unseren Wegen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus unseren Bruder und Herrn. – Amen.
In den Fürbitten legen wir dir, Gott, unsere Bitten für die Welt und für uns in deine Hand.
So rufen wir:
Du hast die Welt so geschaffen, dass eines dem anderen dient.
Das Gleichgewicht ist oft zerstört.
Wir bitten dich: Begleite deine Schöpfung
Du hast dem Menschen Kraft zum Frieden geschenkt.
An vielen Stellen der Erde regieren Streit und Hass den Alltag.
Wir bitten dich…
Wir Menschen haben Dinge erfunden und werden ihrer nicht mehr Herr.
Wir bitten dich…
Nach deinem Plan sollte es keinen Hunger geben.
Aber er ist da, nicht zuletzt, weil wir Raubbau an der Natur betreiben.
Wir bitten dich…
Am Anfang hat die Pandemie Respekt und gegenseitige Hilfsbereitschaft gefördert.
Davon ist vieles wieder verschwunden.
Wir bitten dich…
Wenn du uns und deine Welt begleitest, wird sie wieder mehr zu dem, was sie von ihrem Ursprung her war: Deine Botschaft an uns.
Wir hoffen auf deine Hilfe und deine verändernde Kraft. – Amen.
An dich, Gott, der unserem Leben Ziel und Sinn schenkt,
wenden wir uns mit unseren Bitten:
Wir bitten dich für alle in Kirche und Gesellschaft, die in gegenseitigem Respekt vor der Autonomie des jeweils anderen gemeinsam nach Wegen zum Wohl aller suchen.
Wir bitten dich für alle, deren ohnehin schon prekäre Lebenssituation sich durch die derzeitigen Krisen noch mehr verschlechtert hat.
Wir bitten dich für alle, die sich weltweit für gerechte und faire Lebensbedingungen einsetzen.
Wir bitten dich für alle Kranken;
für die, die sich im Spital befinden,
für die, die sich in Quarantäne befinden
und für die, die voll Angst auf ihr Untersuchungsergebnis warten.
Wir bitten dich für unsere Verstorbenen, mit denen wir uns im Gebet verbunden fühlen und für die wir die Fülle des Lebens bei dir erhoffen.
Denn dein Heiliger Geist beschenkt uns mit Glaube, Hoffnung und Liebe.
Christus, dein Sohn, ist für uns zum Bruder geworden, der uns Heil und Erlösung gebracht hat.
Dich, den ewigen und großen Gott rühmen und preisen wir jetzt und allezeit. - Amen.
Gott und Vater,
wir kommen zu dir mit unseren Bitten
in den Nöten unserer Schwestern und Brüder:
Wir bitten dich für alle, die durch politischen,
wirtschaftlichen oder militärischen Druck gezwungen werden,
gegen ihre Überzeugung zu handeln.
Wir bitten dich für alle, die ihre Meinung
aus Furcht vor den Mitmenschen verleugnen müssen.
Wir beten für alle, die den Götzen unserer Zeit verfallen sind,
und ihnen ihr Leben opfern.
Wir beten für alle Heranwachsenden, dass sie fähig werden,
die vielfältigen Manipulationsmechanismen unserer Gesellschaft
zu durchschauen und ihre Eigenständigkeit zu entwickeln.
Vater im Himmel, wir glauben und bekennen,
dass du der Herr bist, und sonst niemand.
Dir vertrauen wir. - Amen
Hilf uns, Herr,
daß wir den Dienst am Altar
mit freiem Herzen vollziehen.
Befreie uns durch diese Feier von aller Schuld,
damit wir rein werden und dir gefallen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
da wir das Mahl unseres Herrn bereiten,
laß uns begreifen, was die Speise seines Lebens war:
deinen Willen zu tun.
Gib uns den Mut, in sein Opfer einzugehen,
auf daß auch uns aus der Hingabe an dich
die Kraft zum Leben komme.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB Auswah 3
Herr, unser Gott,
komm uns mit deiner Gnade zuvor
und hilf uns, nach deinem Willen zu leben,
damit wir dieses heilige Opfer würdig feiern.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Freitag in der 2. Fastenwoche
Reich hast du uns beschenkt.
Mit deinem Geist hast du uns beschenkt,
mit deinem Evangelium.
Wir danken dir für Brot und Wein,
für die Gaben deines Reiches.
Hülle Brot und Wein in dein Wort
und lass uns dich sehen,
dich schmecken.
Du hast dich für uns hingegeben.
Deine Liebe schmeckt wie Brot und Wein. – Amen.
Brot und Wein liegen hier vor dir.
Als Lebensmittel bereichern und erhalten sie uns.
Segne du sie, Gott,
damit sie Lebensmittel werden
für unser Leben als Glaubende.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Guter Gott,
für viele Nebensächlichkeiten sind wir bereit Opfer zu bringen
und oft fällt es uns schwer,
"Gott zu geben, was Gottes ist".
Wir bitten dich,
befähige uns zur Hingabe an dich
nach dem Beispiel deines Sohnes Jesu Christi.
Darum bitten wir durch ihn im Hl. Geist.
Kehrvers:
Freut euch: Wir sind Gottes Volk,
erwählt durch seine Gnade. (GL 56,1)
Guter und barmherziger Gott,
wir haben uns versammelt, um dir zu danken
für alles, was du Großes an uns getan hast.
Kehrvers
Einst hast du Israel als dein Volk erwählt
Und aus der Unterjochung seiner Zwangsherren in die Freiheit geführt,
damit es stark und zum Segen aller Menschen werde.
Kehrvers
Durch Jesus von Nazareth hast du deinen Bund erneuert
und für alle Menschen geöffnet,
die bereit sind, Gott zu geben, was Gott gehört.
Kehrvers
In jeder Generation sendest du neu deine Boten aus,
allen Menschen die Frohe Botschaft in Wort und Tat zu verkünden
und durch ein Leben aus deinem Geist zu bezeugen.
Kehrvers
Glaube, Hoffnung und Liebe sind die Früchte;
die dein Geist in allen Völkern und Kulturen hervorbringt.
In Dankbarkeit bringen wir sie dir dar und singen wir dir unser Lob
gemeinsam mit allen Menschen, die sich zu dir bekennen.
Danklied, z. B. Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn (GL 408)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater im Himmel, zu danken
und dein Gnade zu rühmen.
So sehr hast du die Welt geliebt,
daß du deinen Sohn als Erlöser gesandt hast.
Er ist uns Menschen gleich geworden
in allem, außer der Sünde,
damit du in uns lieben kannst,
was du in deinem eigenen Sohne geliebt hast.
Durch den Ungehorsam der Sünde
haben wir deinen Bund gebrochen,
durch den Gehorsam deines Sohnes
hast du ihn erneuert.
Darum preisen wir das Werk deiner Liebe
und vereinen uns mit den Chören der Engel
zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ....
MB Sonntage 7
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken
und dein Erbarmen zu rühmen.
Die Sünde hatte die Menschen von dir getrennt,
du aber hast sie zu dir zurückgeführt
durch das Blut deines Sohnes
und die Kraft deines Geistes.
Wie du eins bist mit dem Sohn
und dem Heiligen Geist,
so ist deine Kirche geeint
nach dem Bild des dreieinigen Gottes.
Sie ist dein heiliges Volk,
der Leib Christi und
der Tempel des Heiligen Geistes
zum Lob deiner Weisheit und Liebe.
Darum preisen wir dich in deiner Kirche
und vereinen uns
mit den Engeln und
Heiligen zum Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 8
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat Großes an uns getan:
durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er uns von der Sünde
und von der Knechtschaft des Todes befreit
und zur Herrlichkeit des neuen Lebens berufen.
In ihm sind wir ein auserwähltes Geschlecht,
dein heiliges Volk,
dein königliches Priestertum.
So verkünden wir die Werke deiner Macht,
denn du hast uns aus der Finsternis
in dein wunderbares Licht gerufen.
Darum singen wir
mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten
und mit all den Scharen
des himmlischen Heeres den Hochgesang
von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Sonntage 1
Wir beten, wie die Jünger es so von Jesus gelernt haben
Seine Worte machen uns bewusst, wie wir damit auf Gottes Liebe antworten sollen.
Vater unser…
Herr Jesus, der Frieden ist ein Geschenk an uns.
Wir können ihn mit dem Nächsten teilen.
In ihm begegnet uns Gott, dem wir etwas zurückgeben.
Darum bitten wir dich:
Schaue nicht auf unsere Sünden…..
Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit,
bei allen Nationen von seinen Wundern!
Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen,
mehr zu fürchten als alle Götter.
(Ps 96,3-4)
Oder:
Groß ist der Herr und hoch zu preisen,
mehr zu fürchten als alle Götter.
(Ps 96,4)
Oder:
Der Menschensohn ist gekommen,
um sein Leben als Lösegeld hinzugeben für viele.
(Mk 10,45)
Singt unserm Gott ein neues Lied
lobt ihn und preist ihn
ihr Völker der Erde
erzählt allen von seiner Größe
bei allen Nationen macht seine Wunder bekannt
Denn groß und mächtig ist der Herr
ihm gebührt mehr Erfurcht
als allen Herrschern der Welt
er hat Himmel und Erde gemacht
ihm gehört das Universum
Er hat alles uns Menschen anvertraut
wir aber sind Gottes Ebenbild
geschaffen zu seiner Ehre
wir wollen uns freuen
und laut verkünden
Gott ist der Herr und sonst niemand.
nach Psalm 96
Führe du mich hinaus ins Weite, Gott, und mach meine Finsternis hell.
Zeig mir den Ort, an dem du mich brauchst,
meine Begabungen und Fähigkeiten, meine Liebe, mein Dasein.
Führe mich in die Weite, Gott, zu der Vielfalt von Menschen und Kulturen.
Zeig dich in ihren Traditionen, Gesängen, Tänzen und Geschichten.
Sei dabei, wo wir einander begegnen. Sei du der deutende Drittel,
wenn wir miteinander sprechen über Freude und Leid, Glaube und Zweifel, über dich.
Führe Du uns in die Weite, Gott, und darüber hinaus.
Amen
(Andrea Rehn-Laryea in: Liturgische Hilfen zum Sonntag der Weltmission, MISSIO 2017)
Allmächtiger Gott,
gib, daß die heiligen Geheimnisse,
die wir gefeiert haben,
in uns Frucht bringen.
Schenke uns Tag für Tag,
was wir zum Leben brauchen,
und führe uns zur ewigen Vollendung.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 29. Sonntag im Jahreskreis
Die Bittmesse
Unser Gott und Vater, wir danken dir.
Du hast uns genährt mit der Speise,
die uns stärkt, nur deinem Willen zu folgen.
Ist unser Glaube auch schwach
und unsere Liebe gering,
nimm sie barmherzig an um deines Sohnes willen,
der uns zugelassen hat an seinen Tisch,
unser Herr Jesus Christus,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 7
Morgen schon, Herr,
werden wir dem Kaiser geben, was des Kaisers ist.
Wir erfüllen Pflichten,
freuen uns an Erfolgen
und träumen doch von mehr.
Bewahre uns davor,
in den vielen Dingen, die uns umtreiben,
unterzugehen.
Wenn wir dir geben, was deins ist,
werden wir glücklich und andere Menschen auch.
Segne die neue Woche,
die vielen kleinen und großen Termine,
unsere Worte und unser Schweigen.
In Christus,
der mit uns unterwegs ist,
in der Kraft deines Geistes,
bis in Ewigkeit. – Amen.
Gott,
voll Liebe und Güte schaust du uns an
und kommst uns immer wieder entgegen.
Du willst, dass alle Menschen das bekommen,
was ihnen zusteht – ungeachtet ihrer Person.
In dieser zerrissenen Welt fällt es uns oft nicht leicht,
dem Beispiel deines Sohnes zu folgen
und mit ihm auf dem Weg der Liebe und des Friedens zu gehen.
Wecke du unsere Bereitschaft
und höre nicht auf, uns auf deine Wege zurückzurufen.
Für dein Mit-uns-sein danken wir dir, heute und alle Zeit. – Amen.
Guter Gott,
in dieser heiligen Feier
haben wir an Jesus erlebt und gesehen,
was es heißt, "Gott zu geben, was Gottes ist".
Wir bitten dich,
laß uns Dich und Deine Liebe zu uns nicht vergessen,
wenn wir nun in unseren Alltag zurückkehren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Wieder durften wir erleben:
Du Gott, beschenkst uns.
Dafür danken wir dir.
Wir danken dir in der Hoffnung,
dass wir dir im Dank begegnen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
Gottes Segen erfülle euer Herz und mache euch reich. - Amen.
Gottes Segen erfülle eure Hände und mache durch ihren Dienst andere reich. - Amen.
Gottes Segen erfülle eure Augen und erreiche im Blick euren Nächsten. - Amen.
So schenke euch seinen Segen der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. - Amen.
an alle Völker und Nationen
an euch alle
die ich mit meiner Menschenliebe gesalbt habe
indem ich euch mit Namen ins Leben rief
lasst euch entwaffnen
von den Waffen des Todes
und
besinnt euch auf meinen Auftrag
zur gegenseitigen Liebe
Gnade sei mit euch und Friede
Frieden im Herzen
der sich ausbreitet
und
zu einem Feuer wird
das die Welt umkreist
es behaupte niemand
dass er mit Waffen kämpfen darf
um meines Namens Willen
doch legt an
das Rüstzeug
der gegenseitigen Liebe und Achtung
streckt die Arme des Entgegenkommens aus
erhebt die Hände zum Friedensgruß
erkennt in allen
dass sie meine geliebten Kinder sind
und seht
dann gehe ich vor euch her
und
ebne euch die Mauern
die euch trennen
und öffne die Herzen aller
Beatrix Senft 2023.
Am Samstag, den 21. Februar 2026 feierten wir das 30-jährige Bestehen des Predigtforums.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Die Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja beschreibt, welchen Weg Gott gewählt hat, um sein Volk aus dem babylonischen Exil zu führen: Er "faßt" den Perserkönig Kyros "an der Hand", damit dieser nach der Eroberung Babylons (538 v. Chr.) den Israeliten die Rückkehr nach Palästina ermöglicht.
Für den Propheten ist Kyros, obwohl er nicht zum Volk Jahwes gehört, ein Messias (ein Gesalbter).
Jahwe geht vor seinem Gesalbten her, unterwirft ihm die Völker und der Gesalbte soll erkennen, daß Jahwe es ist, der alles um Israels Willen wirkt. Das Ziel Jahwes mit Kyros geht noch weiter, "damit man vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang erkennt, daß es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin der Herr, und sonst niemand." - Jahwe, der Gott aller Menschen.
Zur Zeit des Deuterojesaja befindet sich das Volk Israel im Babylonischen Exil. Im Jahr 538 erobert König Kyrus von Persien Babel und errichtet das persische Weltreich. Im selben Jahr entlässt der das Volk Israel wieder nach Hause und erlaubt den Tempelaufbau (vgl. Esr 1-6).
Praktische Tipps zum Vorlesen und Textauslegung der Katholischen Bibelwerke Deutschland, Österreich und Schweiz
Auslegung aus jüdischer und christlicher Perspektive