Lesung aus dem Buch Íjob.
Íjob ergriff das Wort
und sprach:
Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde?
Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?
Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt,
wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet.
So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe
und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu.
Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn?
Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.
Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage,
sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung.
Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist!
Nie mehr schaut mein Auge Glück.
Lesung aus dem Buch Íjob.
Íjob ergriff das Wort
und sprach:
Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde?
Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?
Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt,
wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet.
So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe
und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu.
Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn?
Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.
Mein Leib ist gekleidet in Maden und Schorf,
meine Haut schrumpft und eitert.
Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage,
sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung.
Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist!
Nie mehr schaut mein Auge Glück.
Kv: Lobet den Herrn;
er heilt die gebrochenen Herzen. - Kv
(oder: Halleluja.)
oder: GL 77,1
Ja, gut ist es, unserem Gott zu singen und zu spielen, *
ja, schön und geziemend ist Lobgesang.
Der HERR baut Jerusalem auf, *
er sammelt die Versprengten Israels. - Kv
Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, *
er verbindet ihre Wunden.
Er bestimmt die Zahl der Sterne *
und ruft sie alle mit Namen. - Kv
Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft, *
seine Einsicht ist ohne Grenzen.
Der HERR hilft auf den Gebeugten, *
er drückt die Frevler zu Boden. - KV
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wenn ich das Evangelium verkünde,
gebührt mir deswegen kein Ruhm;
denn ein Zwang liegt auf mir.
Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!
Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn.
Wenn es mir aber nicht freisteht,
so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.
Was ist nun mein Lohn?
Dass ich unentgeltlich verkünde
und so das Evangelium bringe
und keinen Gebrauch von meinem Anrecht
aus dem Evangelium mache.
Obwohl ich also von niemandem abhängig bin,
habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht,
um möglichst viele zu gewinnen.
Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden,
um die Schwachen zu gewinnen.
Allen bin ich alles geworden,
um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen,
um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wenn ich das Evangelium verkünde,
gebührt mir deswegen kein Ruhm;
denn ein Zwang liegt auf mir.
Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!
Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn.
Wenn es mir aber nicht freisteht,
so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.
Was ist nun mein Lohn?
Dass ich unentgeltlich verkünde
und so das Evangelium bringe
und keinen Gebrauch von meinem Anrecht
aus dem Evangelium mache.
Obwohl ich also von niemandem abhängig bin,
habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht,
um möglichst viele zu gewinnen.
Den Juden bin ich ein Jude geworden,
um Juden zu gewinnen;
denen, die unter dem Gesetz stehen,
bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe,
einer unter dem Gesetz geworden,
um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen.
Den Gesetzlosen bin ich sozusagen ein Gesetzloser geworden
- nicht als ein Gesetzloser vor Gott,
sondern gebunden an das Gesetz Christi - ,
um die Gesetzlosen zu gewinnen.
Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden,
um die Schwachen zu gewinnen.
Allen bin ich alles geworden,
um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen,
um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Halleluja. Halleluja.
Christus hat unsere Leiden auf sich genommen,
unsere Krankheiten hat er getragen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes
in das Haus des Simon und Andreas.
Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
und er ging zu ihr,
fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war,
brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
und er heilte viele,
die an allen möglichen Krankheiten litten,
und trieb viele Dämonen aus.
Und er verbot den Dämonen zu sagen,
dass sie wussten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war,
stand er auf und ging an einen einsamen Ort,
um zu beten.
Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
und als sie ihn fanden,
sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen,
in die benachbarten Dörfer,
damit ich auch dort verkünde;
denn dazu bin ich gekommen.
Und er zog durch ganz Galiläa,
verkündete in ihren Synagogen
und trieb die Dämonen aus.
Schneller als man denkt, kann Krankheit einen Menschen einholen oder ein schwerer Schicksalsschlag ihn treffen wie z.B. Ijob. Quälende böse Gedanken drücken zusätzlich zu Boden. Was kann uns aufrichten, Halt geben, heilen? Jesus treibt "böse Geister", böses Denken, aus, richtet auf, heilt, gibt Halt. Er selbst bekommt Kraft und Halt durch seine innige Beziehung zum Vater. Wir können ihm darin nachfolgen und so auch anderen Halt geben.
Da ist ein Mensch am Boden zerstört. Jemand hat den Arbeitsplatz verloren. Die Ehe ist zu Bruch gegangen. Ein guter Freund ist gestorben. Pläne für das Leben oder für den Beruf sind hinfällig geworden. Ich könnte noch eine ganze Reihe Beispiele nennen.
Vieles ist auch durch Corona in die Brüche gegangen. Corona – es gibt die einen, die können diese Zeit positiv nutzen, um zu sich zu kommen, um die größere Ruhe (gerade an Weihnachten) zu genießen. Da gibt es aber auch die anderen, die schwer krank geworden sind, die durch Corona Angehörige verloren haben und, was auch nicht zu unterschätzen ist, viele bangen um ihren Arbeitsplatz und oft auch um ihr Lebenswerk. Unsere Welt sieht viel Unheil, unsere Welt ist in vielem krank.
Das spürt auch Hiob. Er ist in einer schwierigen Lage. Hiob geht es zuerst gut. Er hatte Reichtum. Er hatte wohlgeratene Kinder. Hiob war fromm. Das gefiel dem Widersacher nicht. Hiob sei doch nur deswegen so fromm, weil es ihm gut ginge. Da erlaubt Gott dem Widersacher, Hiob alles wegzunehmen. Nur müsse er Hiob das Leben lassen. Auf bittere Weise erfährt Hiob, wie schnell einem der Reichtum und die Familie genommen werden. Wir hören in der Lesung die Worte eines Menschen, der am Boden liegt, vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht.
Wir hören Worte wie Kriegsdienst. Das Leben wird ja oft wie ein Kampf empfunden. Man muss sich durchsetzen. Man wird verwundet, äußerlich wie innerlich. Hiob vergleicht sich mit schlecht bezahlten Tagelöhnern. Das Leben steckt so voller Ungerechtigkeiten. Die Tage vergehen wie im Flug. Das Leben wird als bedeutungslos empfunden. Hiob sieht nur noch schwarz. „Nie mehr schaut mein Auge Glück!“ Das Leben wird als schwer empfunden. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Was gibt uns Halt in allen Sorgen und in allem Schweren, das wir erleben? Als Christen*innen dürfen wir glauben, dass einer uns versteht. Es ist Jesus. Jesus ist immer wieder auf Menschen gestoßen, die unter ihrem Leben gelitten haben und auch heute noch leiden. Menschen können sich wieder aufrichten, wenn sie Jesus begegnen. Mit Jesus zu leben, das kann uns aufrichten. Die Schwiegermutter des Petrus ist vom Fieber geheilt worden. Das war damals noch gefährlicher als heute. Jesus hat ihr neu das Leben geschenkt. Viele Kranke kamen zu Jesus. Sie wurden geheilt. Jesus hat ihnen die Dämonen ausgetrieben.
Unsere Dämonen können Einstellungen sein, die unser Leben behindern. Es können auch die vielen Krankheiten sein, sei es dass es Depressionen sind oder Burnout. Es kann auch ein falsches und zu enges Bild von Gott sein. Wenn ich Angst vor einem strafenden Gott habe, dann behindert das mein Leben. Es können auch Sätze sein, die mir von früh auf eingetrichtert wurden: Du musst immer brav sein. Du darfst keine Fehler machen. Sie alle können mich hindern zu leben, Mensch zu sein.
Mit seinen Worten und auch mit seinen Heilungen richtet Jesus Menschen auf. Jesus schenkt Leben. Viele haben sich danach gesehnt. Wie auch heute sich Menschen danach sehnen, aufgerichtet zu werden. Nicht umsonst wollte Jesus möglichst viele Menschen erreichen. Er hat die Nöte der Menschen gesehen und gespürt. Darum hat er sie alle zur Quelle, zu einem Leben mit Gott führen wollen, zum Vater, der die Menschen liebt, ohne dass sie sich diese Liebe verdienen müssten. Er hat den verzeihenden Gott gepredigt, der uns immer wieder einen neuen Anfang schenkt. Jesus hat auf diese Weise die Welt heil gemacht und Heil gebracht.
Jesus hatte eine Kraftquelle: das Gebet, die Verbundenheit mit dem Vater. Darum konnte Jesus vielen Menschen Halt und Heilung schenken. Auch für uns, die wir Jesus nachfolgen, als Christen*innen leben, ist es wichtig, immer wieder mit Jesus verbunden zu sein. Im Gebet, in der liebenden Beziehung zu Gott finden wir unseren Halt. Im Gebet können wir die Liebe Gottes zu uns erfahren.
Diese Liebe können wir weitertragen. Was wir empfangen haben, geben wir weiter. Wir können Halt denen geben, die sich im Leben schwertun, ihnen Hoffnung schenken. Das Schicksal von Ijob wendet sich am Ende zum Guten. Wenn es uns nicht gut geht, wie jetzt in der Pandemie, dann hoffen wir, dass es wieder gut werden wird. Wir können wir nicht alle Krankheiten heilen, wir können aber Kranken beistehen, ihnen Hoffnung und Mut schenken, damit sie nicht verzweifeln. Wir können unsere Mitmenschen annehmen wie sie sind. Das kann schon heilen, aufleben lassen. Wir können alle – wenn auch oft nur durch unser Dasein – denen beistehen und Mut machen, die am Boden zerstört sind. Wir können nicht die Probleme derer lösen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Doch wir können ihnen zeigen: Du bist wertvoll, auch wenn du im Moment nichts leisten kannst oder darfst. Dieses Verhalten kann heilend wirken. Wir dürfen mitwirken am Heil der Welt, am Heil, das Jesus schenken möchte.
Weitergeben, was man im Glauben empfangen hat, das wollte auch Paulus. „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde...“ Weh mir, wenn ich diesen Gott, der liebt, der uns Heil und Heilung schenkt, nicht verkünde, dann enthalte ich der Welt Wichtiges vor. Gelebter Glaube kann heilen und aufbauen.
Das Evangelium beschreibt einen "Arbeitstag" im Leben Jesu. Er wird über seine Kräfte gefordert. Alle wollen etwas von ihm. Es genügt ihm nicht, sich davon zu erholen. Er sucht das Gebet und behält seine Sendung im Blick.
Jesus nimmt dem Volk die Angst vor individueller Bedrohung durch Krankheit und die Angst vor kollektiver Bedrohung durch das/die Fremde/n
Jesus kündigt durch seine Worte und durch Heilungen die Nähe des Reiches Gottes an. Auf diese Sendung richtet er sich aus.
Die Texte des heutigen Sonntags, die erste Lesung aus dem Buch Ijob mit seiner Klage und dem Evangelium, das vom Handeln Jesu berichtet, sind sehr bewusst zu einer Einheit zusammengestellt. In ihrer Zusammenschau wird das Anliegen dieser Gegenüberstellung sehr deutlich sichtbar. Es lautet: Erkenne den Wert des Glaubens.
Die heutige Perikope ist für mich insofern sehr ansprechend, weil sie mir zeigt, was für Jesus wichtig ist. Und das sind einerseits "wir", die gewöhnlichen Leute - wie eben die Verwandtschaft eines seiner Jünger oder die "vielen", die er heilte und die an allen möglichen Krankheiten litten, - und andererseits ist es seine eigene Beziehung zum Vater, die Kraftquelle für sein Tun. Heute könnte man sagen: Er schaffte so für sich eine ausgeglichene "work-life-balance" oder das richtige Maß zwischen Aktion und Kontemplation oder, wenn sie so wollen, zwischen Empathie und eigener Psychohygiene. Und, wenn man das schafft, dann ist es schon etwas!
Für mich ist auch die Unkompliziertheit der ganzen Situation faszinierend. Er kommt in das Haus des Petrus zu einem Zeitpunkt, wo man sich doch normalerweise, wenn die Hausfrau krank darnieder liegt, keinen hohen Besuch einladet. In einer solchen Situation kann der Besucher auch leicht die eigenen Unzulänglichkeiten im Haus sehen. Aber das stört offensichtlich nicht. Es muss nicht alles perfekt sein. Es gibt Wichtigeres im Leben und das ist das Beziehungsgeschehen. Die Menschen selbst sind wichtig. Für Jesus ist es die Schwiegermutter, die er vom Fieber heilt, und für die Schwiegermutter, die geheilt wird, sind es die Gäste, die sie gleich bewirtet - oder wie es genau im Griechischen heißt: ihnen dient, sie bedient, für sie sorgt, sich um sie kümmert, ihnen hilft, sie unterstützt. Es sind genau die Tätigkeiten, die, wie wir aus der Apostelgeschichte wissen, die Diakone für die Armen in der Gemeinde gemacht haben. So tut sie an Jesus genau das, was er ihr vorher getan hat. So verstehen die frühen Gemeinden offensichtlich Christentum: sie sehen, fühlen, was der andere gerade braucht und helfen dort, wo er sich selber nicht helfen kann.
So sieht es die Kirche in ihrer Soziallehre auch heute noch. Da geht es nicht darum, dem anderen alles abzunehmen, sondern ihn dort zu unterstützen, wo er sich selbst nicht mehr helfen kann. Dazu braucht es aber einen sorgsamen, wachen Blick auf den anderen. Es braucht ein waches Interesse aneinander um überhaupt zu sehen, was jeder selbst kann und wo er der Hilfe der Gemeinschaft bedarf. Da ist viel Feingefühl und Verstand von Nöten. Dahinein passt weder der Paternalismus z.B. in der Medizin oder Politik, wie das Besserwissen wie der andere seine Probleme lösen muss oder dieses Abnehmen oder Übernehmen aller Selbstverantwortung, noch die Gleichgültigkeit einer Gesellschaft, in der jeder nur auf seinen eigenen Vorteil und seine eigene Bequemlichkeit bedacht ist. Beides ist Gift für eine funktionierende Gemeinschaft, ob es sich jetzt dabei um die Familie, die Freunde, die pfarrliche Gemeinschaft oder die Gesellschaft überhaupt handelt. Wir alle sind angesprochen und gefragt, einander in Wachsamkeit und Respekt vor der Würde des Anderen zu begegnen. Auch Jesus hat wie es heißt "viele" geheilt, er hat nicht aussortiert. Er ist auch für uns alle gestorben, hat allen Menschen seine Erlösung geschenkt, und so uns allen die gleiche Würde verliehen.
Dass uns das nicht immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Es sind unsere eigenen Schattenseiten und Fehler, die uns daran hindern und unser Leben lang begleiten. Sie zu erkennen und positiv und kreativ damit umzugehen, erfordert viel Kraft. Das ist keine einzelne Kraftanstrengung, sondern fordert uns ein Leben lang heraus. Woher aber diese Kraft nehmen? Auch dafür zeigt uns die heutige Schriftstelle einen Weg. Schauen wir, woher Jesus die Kraft nimmt, das Leid der anderen wahrzunehmen und ihnen zu helfen. "… er steht auf, geht hinaus, auf einen einsamen Ort und betet". Aufstehen ist immer auch ein Akt des Willens - ob in der Früh, ob vom Wirtshaus - oder Kaffeehaustisch, ob von der Arbeit; aufstehen unterbricht das, was wir gerade tun, und ist der Beginn von Neuem. Und wenn wir anfangs von der ausgeglichenen work-life-balance gesprochen haben, so ist es manchmal oder besser regelmäßig auch für uns selbst besser, aufzustehen und uns von all dem, was um uns herum passiert und auch sehr wichtig ist, uns nach innen zu wenden, uns auch um uns selbst zu kümmern. Das rechte Maß ist dabei wichtig. Für die anderen da sein, aber auch für mich selbst da sein. Sich sammeln, Kraft schöpfen, auf andere Gedanken kommen, die Quelle in uns entdecken. Das führt unweigerlich zur eigentlichen Quelle alles Seins - zu Gott, zum Schöpfer und Vater, - zu Jesus, der uns vorgelebt hat, wie menschliches Leben in Einklang mit dem Willen des Vaters gelingen kann, - zum Heiligen Geist, der uns beisteht und Kraft zum Guten gibt, uns antreibt, uns dabei stärkt und hilft.
Er riskiert einen ungetrübten Blick in sein Leben. Und was er da sieht benennt er, klar und ohne etwas zu beschönigen. Und es ist ernüchternd was er zu sehen bekommt. Das ganze Leben nur ein Hauch, Glück wird er nicht mehr zu sehen bekommen. Eine ernüchternde, trübselige Bilanz, die Ijob hier zieht. Diese Bilanz ist Teil der Antwort Ijobs auf die Belehrungen seines Freundes Elifas.
Was war geschehen? Ijob war reich. Hatte Besitz, Herden, eine große Familie und eine stählerne Gesundheit. All sein Besitz wurde ihm genommen, seine Kinder starben und zu guter letzt war auch seine eigene Gesundheit dahin. Er saß mit Wunden und Geschwüren bedeckt auf einem Aschehaufen und fragte sich ganz einfach: Warum? Warum muss ich soviel Leid aushalten? Und seine Antwort ist: Ich will nicht mehr!
Jeden Tag, wenn ich durchs Krankenhaus gehe höre ich die Klagen des Ijob, seine Fragen und die Antwort: Es macht doch eigentlich keinen Sinn mehr. Und so, wie ich Ijob gut verstehe, verstehe ich Menschen hier im Krankenhaus, die einfach nicht mehr können, weil das Leid und die Sorge ihr ganzes Fühlen und Denken bestimmt. Und ich werde sprachlos, weil es auf ihre Frage nach dem Warum keine wirkliche Antwort gibt.
Ijobs Freund Elifas versucht eine Antwort und es finden sich dann Sätze wie: Bedenk doch! Wer geht ohne Schuld zugrunde? Wo werden Redliche im Stich gelassen? Wer Unheil sät der erntet es auch. Übertragen vielleicht in einem Satz, der uns heute manchmal leichtfertig über die Lippen geht: Jeder bekommt was er verdient! Jemand erzählte mir mal, wie er diesen Satz gebraucht hat und ein anderer ihm geantwortet hat: Glaubst Du wirklich, dass ich das verdient habe? Er hat diesen Satz nie wieder gebraucht.
Und auch Ijob wehrt sich gegen seine Freunde, die ihm sein Leid deshalb als gerechtfertigt erklären wollen, weil Gott sich nicht irrt. Und Ijob geht sogar noch einen gewaltigen, entscheidenden Schritt weiter! Er fragt Gott an: Ich sage zu Gott: Spricht mich nicht schuldig, lass mich wissen, warum du mich befehdest? Hast du die Augen eines Sterblichen, siehst du, wie Menschen sehen?
Ijob lässt Gott nicht in Ruhe, nimmt ihn mit in sein Schicksal, in sein Leben hinein. Wenn du Gott, der bist, für wen ich dich ansehe, dann sag mir doch warum es mir so dreckig geht, heißt die Klage Ijobs in Richtung Gott.
Für mich ist das ein Gebet in seiner intensivsten und menschlichsten Form, weil es Gott mit in das Leben einbezieht, weil es ihn, als jemand um den es geht nicht dann außen vor lässt wenn er wirklich gebraucht wird.
Was für seine Freunde Frevel und Gotteslästerung ist, wird für Ijob zur Rettung. Sein Schicksal verändert sich, weil er fragt, weil er klagt, weil er anklagt und weil er sich nicht einfach in sein Schicksal ergibt.
So wie Ijob beten zu können wünsche ich uns allen, weil wir uns so selber mit unseren Grenzen, mit unserer Angst und unserem Leid ernst nehmen und weil wir so auch Gott einen Zugang zu uns möglich machen, weil wir ihn dort ansprechen, wo wir ihm am wenigsten verstehen und doch am nötigsten haben.
Ijob hat lernen müssen so zu beten.
Wir sind jetzt wieder versammelt als Schwestern und Brüder. Wir sind hiergekommen mit allem, was uns freut. Doch wir sind auch hier mit allem, wo wir enttäuscht sind, woran wir leiden, was uns Kummer und Sorgen bereitet. Wir stehen hier mit unseren Zweifeln, auch an Gott, und Fragen.
Mit seinem Wort und mit seiner Liebe lädt Jesus uns ein, mit allem Schweren zu IHM zu kommen. Sein Wort macht Mut und schenkt Trost, seine Liebe gibt uns die Kraft.
IHN, der uns Heil und Heilung schenkt, bitten wir um sein Erbarmen:
Herr Jesus Christus,
du hast Menschen aufgerichtet, körperlich und seelisch.
Wo muss ich aufgerichtet werden, wo liege ich am Boden?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
viele Menschen kamen zu dir oder sie wurden zu dir gebracht.
Vertraue ich auf dich in meinen Nöten und Krankheiten?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist in die Einsamkeit gegangen, um zu beten.
Wie steht es um meine Liebe zu dir
und um die Zeit, die ich mir nehme für dich?
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen,
um uns die frohmachende Botschaft zu verkünden
und die Menschen aufzurichten.
Herr, erbarme dich.
Du bist auf vielfältigen Wegen den Menschen entgegen- und nachgegangen.
Christus, erbarme dich.
Du suchtest immer wieder Stärkung im Rückzug in die Stille,
im Gebet und in der Hinwendung zum Vater.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen,
um uns die frohmachende Botschaft zu verkünden
und die Menschen aufzurichten.
Herr, erbarme dich.
Du bist auf vielfältigen Wegen den Menschen entgegen- und nachgegangen.
Christus, erbarme dich.
Du suchtest immer wieder Stärkung im Rückzug in die Stille,
im Gebet und in der Hinwendung zum Vater.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du bist gekommen, um uns zu heilen
und aus verhängnisvollen Bindungen zu lösen.
Herr, erbarme dich.
Du hast dich gestärkt im Gebet
und im Zwiegespräch mit deinem Vater.
Christus, erbarme dich.
Du bist von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf gezogen,
um allen Menschen die Frohe Botschaft von der Gegenwart Gottes zu verkünden.
Herr, erbarme dich.
Gott, unser Vater,
wir sind dein Eigentum
und setzen unsere Hoffnung allein auf deine Gnade.
Bleibe uns nahe in jeder Not und Gefahr
und schütze uns.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB: 5. Sonntag im Jahreskreis
Jesus,
die Menschen haben dich gesucht…
denn bei dir haben sie gefunden,
was ihnen oft fehlte:
gute Worte,
ein liebender Blick,
eine Geste, die Nähe zeigt.
Auch wir brauchen deine Liebe,
deine Zuwendung.
Deine Worte richten auf.
Deine Liebe gibt uns Kraft. - Amen.
Gott und Vater,
in der Geschäftigkeit unseres Alltags drohen wir oft unterzugehen.
Unsere Blicke verengen sich
und wir können uns oft nur noch darauf konzentrieren,
unter den Lasten des Lebens nicht zu verkrümmen.
Unsere Blicke werden eng.
Reich du uns die Hand,
die uns wieder in die Weite des Lebens führt
und uns aufrichtet.
Schenke uns die Kraft für jeden kleinen neuen Tag,
zu unserem Wohl und dem Wohl unserer Mitmenschen.
Gott und Vater,
du hast die Hoffnung der Menschen
auf die Zeichen deines Sohnes gesehen
aber auch seine Bereitschaft,
das Wort von dir zu verkünden.
Begleite uns, wenn wir um Heilung bitten
und öffne unsere Sinne, wenn du dich neu mitteilst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
deinen Sohn,
der dich verkündet hat
und an dem du das größte Zeichen des Lebens vollendet hast.
Gott, du schaffst dein Reich mitten in der Welt, durch uns.
Wir bitten dich:
Viele Menschen leiden oft seelisch.
Heile sie, indem anderen ihnen zuhören und sie ernstnehmen.
Viele Menschen leiden an unheilbaren Krankheiten.
Sei ihnen nahe durch die Fürsorge anderer,
die ihnen Kraft und Zuwendung schenken.
Viele Menschen zweifeln an Gott wegen des vielen unverschuldeten Leids.
Nimm sie an in ihren Zweifeln und lass sie nicht aufhören, dich zu suchen.
Wir beten für alle, die im medizinischen Bereich wirken.
Schenke diesen Menschen Erfüllung, Geduld und Ausdauer.
Unsere Umwelt leidet am Klimawandel.
Lass in allen das Bewusstsein wachsen, unsere Schöpfung zu bewahren
Wir beten für alle, die in der Verkündigung wirken,
dass sie glaubwürdig sind.
Nimm unsere Verstorbenen auf in dein ewiges Reich,
in dem es keine Trauer und keine Krankheit mehr geben wird.
Dir zu folgen hat Folgen.
Dir allein wollen wir dienen, durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
Mit unserer großen Sehnsucht nach Nähe kommen wir mit unseren Bitten zu dir, unseren Gott und Vater:
Für deine Kirche und ihrem Auftrag zur Verkündigung deiner unbedingten Liebe zu allen Menschen.
Für alle Wissenschaftler und Politiker und ihrer Verantwortung für den richtigen Weg aus dieser Pandemie.
Für alle Kinder und jungen Erwachsenen, die nur schwer mit den situationsbedingten Einschränkungen ihres Lebens umgehen können.
Für alle Kranken und für alle, die ihnen in ihrer Unsicherheit und Überforderung beistehen.
Für alle Verstorbenen, deren Beispiel uns immer wieder an die Vergänglichkeit alles irdischen Lebens erinnert.
Deine Nähe suchen wir, weil du uns aufrichtest und uns Hoffnung und Kraft schenkst.
Wir danken dir jetzt und allezeit. - Amen.
Guter Gott und Vater,
dein Sohn hat in uns den Glauben an dein Wirken in dieser Welt geweckt.
Daher bitten wir dich:
Stärke alle, die sich der Schwachen und Leidenden annehmen,
und lass sie Freude im Dienst an den Menschen finden.
Steh allen bei, die gegen menschenverachtende Geisteshaltungen auftreten
und sich für die Achtung der Menschenwürde einsetzen..
Schütze alle, die anderen Gastfreundschaft gewähren,
und lass sie darin deine Gegenwart erfahren.
Lass Menschen, die auf der Flucht
und auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen sind,
Gastfreundschaft erleben.
Führe alle Menschen, die dich suchen,
zur Begegnung mit dir und mit deiner Frohen Botschaft.
Erfülle alle, die ihr Leben in den Dienst der Verkündigung der Frohen Botschaft stellen, mit deinem Geist.
Wir glauben, Herr, dass du auch in unserer Zeit gegenwärtig bist
und willst, dass wir heil und an Leib und Seele gesund werden.
Dir vertrauen wir uns an. Amen.
Herr, unser Gott,
du hast Brot und Wein geschaffen,
um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben
Nahrung und Freude zu schenken.
Mache diese Gaben zum Sakrament,
das uns ewiges Leben bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Jesus,
im Moment müssen wir Abstand halten.
Doch du kommst uns nahe,
in Brot und in Wein,
in deinem Leib und in deinem Blut.
In dir sind wir eine Gemeinschaft,
sind wir Schwestern und Brüder…
Hilf uns miteinander und füreinander zu leben,
so wie du für uns gelebt hast. – Amen.
Herr, unser Gott,
dein Sohn hat Menschen Heilung geschenkt
und Freiheit und dein Wort.
Seinen Jüngern hat er eine Feier hinterlassen,
für die wir jetzt alles gerichtet haben.
Lass aus den Gaben von Brot und Wein
das Geschenk des Lebens für uns werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester)
Kehrvers:
Preiset den Herrn, denn er ist gut.
Danket dem Herrn, denn er ist gut.
(ÖGL 875,1)
Guter und barmherziger Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Zwar ist unser Leben überschattet von Schicksal, Leid und Tod,
dennoch erfahren wir immer neu deine Güte und Menschenfreundlichkeit.
Kehrvers
Du bist ein Gott, der das Leben der Menschen will
und der uns beisteht und zu Hilfe kommt,
wenn die Mächte des Untergangs und des Todes
über uns Macht gewinnen.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du gezeigt,
dass dir das Heil und das Glück der Menschen am Herzen liegt.
Er hat Kranke geheilt und die Frohe Botschaft verkündet.
So haben sie erfahren, dass dein Reich nahe ist.
Kehrvers
Durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er auch uns die Hoffnung auf neues und unerschöpfliches Leben gegeben.
Dafür danken wir dir und stimmen wir ein in den Chor der Heiligen;
der dein Lob singt ohne Ende:
Danklied, z. B. Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Mitten in der Sehnsucht der vielen Menschen zog Jesus sich zurück, um beim Vater zu sein und von ihm zu hören, wie er seinen Auftrag erfüllen kann.
Lasst uns zu dem beten, der für Jesus an erster Stelle stand und steht:
Vater unser….
Die Besessenen, die Jesus heilte, spürten darin neu etwas von Frieden.
Dies ist ein Frieden und eine Nähe,
die auch wir uns immer wieder wünschen. Darum bitten wir:
Herr Jesus Christus, schaue nicht auf unsere Sünden…
Ich glaube,
dass es für diese Welt
noch Hoffnung gibt.
Ich glaube,
dass die Schreie der Leidenden
nicht vergessen werden,
und dass die Taten der Liebe
nicht umsonst sind.
Ich glaube,
dass der Hass
nicht das letzte Wort hat,
und dass der Tod
kein Ende mehr ist.
Ich glaube,
dass die Kranken und Sterbenden
getröstet werden,
und dass die Traurigen
wieder Freude finden sollen.
Ich glaube,
dass uns Christus nicht
aus seinen Händen gibt,
und dass er unseren Weg mitgeht
überall hin.
Ich glaube,
dass wir heil werden können
an Leib und Seele
durch ihn,
unseren Gott.
Sich ausweinen können
Sich ausweinen können,
sich ausschreien können,
klagen können über eine Schöpfung,
wo Unschuldige leiden müssen.
Hiob sein dürfen
und Gott fragen können.
Sich aufregen können vor Gott
über die grausamen Rätsel der Geschichte.
Leiden können an den Steinen,
die statt des Brotes
in Seinem Namen angeboten werden.
Aufschreien können,
wenn ein Guter scheitert.
Traurig sein können
über die Schläfrigkeit der Christen.
Sich ausklagen können und spüren:
Er versteht dich,
wie dich keiner versteht!
Denn ein Mensch wäre davongerannt
oder wahnsinnig geworden,
müßte er hören,
was ich Gott sage
Martin Gutl, Loblied vor der Klagemauer
Barmherziger Gott,
du hast uns teilhaben lassen
an dem einen Brot und dem einen Kelch.
Laß uns eins werden in Christus
und Diener der Freude sein für die Welt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Jesus,
unsere Welt ist bestimmt von Krankheiten, Nöten und Leiden.
Segne uns,
dass wir unseren Mitmenschen zum Segen werden,
durch unser Reden
und durch das, was wir tun,
wie wir uns verhalten.
Sende uns aus,
dass wir mitbauen an deinem Reich. – Amen.
Du unser Gott,
wir haben von dir gehört
und im Gebet Kontakt zu dir gehabt.
Wir haben uns stärken lassen von den Zeichen deines Sohnes.
Wir danken dir und bitten dich:
Lass uns in der Woche Zeugen dafür sein,
dass Menschen mit dir in den Alltag gehen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Die Evangelien schildern an zahlreichen Stellen, wie Jesus betet und wie er andere zum Gebet ermutigt, ja aufruft. Dies geschieht quer durch Raum, Zeit und Begebenheit: als Rabbi und Gefährte auf dem Weg (Mt 6,5ff; Joh 4,19ff; Lk 11,1; 24,13ff) in der Synagoge, im Tempel, in Einsamkeit oder auf den Straßen (Lk 5,16; 6,12; Lk 4,16; Lk 2,41; Joh 2,13; Mk 11,11), voll Zuversicht oder in tiefer Traurigkeit und Angst (Mt 7,7ff; Mt 21,22; Mk 11,24; Mt 26,37; Lk 22,44), den Menschen zugewandt, inmitten der Kinder oder die intime Nähe Gottes suchend (Mt 5,44; Mt 19,13; Lk 18,1; 22,32; Joh 17,9ff; Lk 3,21; 6,12; Joh 17,1ff). Alle wichtigen Augenblicke, Begegnungen und Etappen in Jesu Leben sind umrahmt vom Gebet; augenscheinlich ist die Beständigkeit, mit der er Gottes Nähe sucht und sich einübt in das Horchen auf Sein Wort. In eindrücklichen Bildern wird im Neuen Testament von der Bedeutsamkeit dieser Momente erzählt; Momente, in denen "sich der Himmel öffnet" (Lk 3,21). oder Jesu "Gesicht leuchtet wie die Sonne" (Mt 17,2). Im Gebet, wo Gottes Schönheit und Sein Licht ihn treffen, scheint Jesu göttliche Würde auf; erfahrbar ihm selbst und sichtbar für seine Jünger und die Menschen, die ihm begegnen. Hier lebt Jesu Gottesbeziehung, gewinnt seine Verbundenheit zu Gott die Lebens Kraft, mit der er auch die Welt und den Menschen den Himmel öffnen wird. Alles, vor allem die nicht zu verdienende Liebe Gottes empfängt und erfährt Jesus zuerst im Gebet; alles kann er deshalb weiterschenken.
Vera Krause in: Georg Gänswein, Martin Lohmann, Katholisch, Wissen aus erster Hand, Freiburg, 2010.
Vater, es fällt mir schwer, zu sagen:
"Dein Wille geschehe."
Ich bin niedergeschlagen
und habe keinen Mut mehr.
Die Schmerzen sind unerträglich.
Alles, was mein Leben ausgemacht hat,
scheint mir weit weg;
die Menschen, die zu mir gehören,
meine Arbeit, meine Freuden,
mein ganz alltägliches Tun.
Auch wenn ich mutlos bin.
Herr, ich will versuchen,
ja zu sagen, zu dem, was ist:
zu meinen Schmerzen, zu meiner Schwäche,
zu meiner Hilflosigkeit.
Ich will alles ertragen, so gut es geht.
Lass mein Leiden nicht umsonst sein.
Vielleicht nützt es denen,
die für dich arbeiten und kämpfen.
Dein Wille geschehe.
Segne mich, Vater. Segne alle Menschen,
die mir Gutes tun und mir helfen.
Segne alle, die wie ich leiden müssen.
Und wenn du willst, lass mich und die anderen
gesund werden.
Aus: Annegret und Peter Kokschal Gebete für das ganze Leben, Benno Verlag Leipzig 2004.
Wenn einer mir nachfolgen will, folge er mir nach
(Joh 12, 26)
Herr Jesus Christus,
du hast Männer und Frauen berufen,
Alte und Junge, Arme und Reiche,
dass sie dir nachfolgen und so das Leben gewinnen.
Durch dich danken wir dem Vater im Heiligen Geist:
das immer neu Menschen in Taufe und Firmung
den Geist empfangen,
dass sie als Kinder Gottes gestärkt sind
für ihre Aufgaben in Kirche und Welt.
Wir bitten dich für die Kirche unseres Bistums:
Lass sie nicht ihren Auftrag vergessen,
die Gläubigen in ihrer Berufung zu fördern
und vor allem den jungen Menschen zu helfen,
deinen Ruf zu entdecken.
Du, Herr, kennst unsere Not.
Wir brauchen die Verkündigung deines Evangeliums,
die Erfahrung deiner Gegenwart in der Eucharistie
und in den anderen Sakramenten.
Herr, wir bitten dich von ganzem Herzen:
Schenke uns Priester, die unter der Führung
des Heiligen Geistes dein Wort verkündigen,
die den Armen und Kranken,
den Heimatlosen und Notleidenden beistehen,
die Gemeinden leiten und das Volk Gottes heiligen.
Lass sie ihrer Berufung treu bleiben.
Denn du bist der Hirt deines Volkes,
du bist unsere Hoffnung in Ewigkeit.
Franz Kamphaus, in: Gotteslob, katholisches Gebet und Gesangbuch, Münster 2003.
Herr, ich habe Zeit. Viel Zeit.
Als Gesunder dachte ich,
wie schön es wäre, viel Zeit zu haben.
Nun habe ich also Zeit, zwangsweise.
Aber diese Stunden und Tage
sind eine andere Art von Zeit.
Zeit zum Denken und Zeit zum Grübeln,
zum Fragen und auch zum Vorwürfemachen.
Soviel geht mir durch den Kopf.
Herr, ich brauche Dich:
Bewahre mir guten Mut, Vertrauen und Zuversicht,
dass du gut bist zu uns, Deinen Kindern.
Sei du unser Gott in Freude und Leid. Amen.
Blaise Pascal
In: Youcat, Jugendgebetbuch. Georg von Lengerke und Dörte Schrömges (Hrsg.). München 2011.
wusstest du schon
dass die nähe eines menschen
gesund machen
krank machen
tot oder lebendig machen kann
wusstest du schon
dass die nähe eines menschen
gut machen
böse machen
traurig und froh machen kann
wusstest du schon
dass das wegbleiben eines menschen
sterben lassen kann
dass das kommen eines menschen
wieder leben lässt
wusstest du schon
dass die stimme eines menschen
einen anderen menschen
wieder aufhorchen lässt
einen der für alles taub war
wusstest du schon
dass das wort oder das tun eines menschen
wieder sehend machen kann
einen der für alles blind war
der nichts mehr sah
der keinen sinn mehr sah in dieser welt
und in seinem leben
wusstest du schon
dass das zeithaben für einen menschen
mehr ist als geld
mehr als medikamente
unter umständen mehr
als eine geniale operation
wusstest du schon
dass das anhören eines menschen
wunder wirkt
dass das wohlwollen zinsen trägt
dass ein vorschuss an vertrauen
hundertfach auf uns zurückkommt
wusstest du schon
dass tun mehr ist als reden
wusstest du das alles schon
wusstest du auch schon
dass der weg vom wissen
über das reden zum tun
unendlich weit ist
Aus: Wilhelm Willms, Der geerdete Himmel. Wiederbelebungsversuche. Verlag Butzon und Bercker, Kevelaer 1987.
Das Heil der Welt hängt nicht an religiösen Gefühlen möglichst vieler. Es hängt auch nicht an der Reise ins eigene Innere. Gott entstand nicht aus den Träumen der Menschen. Er war längst da, bevor der erste Affe zu träumen begann. Das Heil der Welt hängt an einer realen Geschichte, die sich an bestimmbaren Orten und in definierbarer Zeit vollzog, und die doch die Geschichte Gottes mit der ganzen Welt war. Das Heil der Welt hängt daran, dass es Menschen gab, die sich auf diese Geschichte Gottes mit der Welt eingelassen und Gott im Glauben geantwortet haben: Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Josua, Samuel, David, Jesaja, Joschija, Esra, Johannes der Täufer. Es ist keine Geschichte, die sich im Kosmos an anderen Orten beliebig wiederholen oder die sich noch um eine neue Zielmarke verlängern könnte. Sie fand ihre Endgültigkeit in Jesus von Nazaret. Das Heil der Welt ist also schon entschieden. Aber es braucht noch viele, die den Weg nachgehen, der mit Abraham begann und in Jesus sein Ziel erreichte.
Aus Gerhard Lohfink, Heute – wann sonst?. Unangepasstes über Gott und die Welt. Katholisches Bibelwerk Stuttgart 2014.
Jesus setzt sich für die Armen ein, weil er mit der Armut von Menschen konfrontiert wird und weil ihm dies keine Ruhe lässt. Seine Wertschätzung der Armen folgt dem, was er wahrnimmt. Da ist zum einen die bedrängende Armut mit ihren vielen Gesichtern, die ihm alltäglich vor Augen tritt. Zum anderen liegt ihm die Armut alltäglich im Ohr, da seine heiligen Schriften sie besprechen. Die reelle Armut vor Augen und das Wort Gottes im Ohr - so entsteht Jesu Option für die Armen. Beides verstärkt sich wechselseitig. Wenn man mit der konkreten Armut konfrontiert wird, wird man hellhörig für ihre Thematisierung im Alten Testament. Und wenn die jüdischen heiligen Schriften Armut zu Gehör bringen, so schärft dies den Blick für das Elend, das alltäglich begegnet. Um Gottes und der Menschen willen schaut Jesus nicht an der Armut vorbei, und er hört nicht weg, wenn davon die Rede ist. Nur Weniges lässt sich über Jesus von Nazareth sagen - das aber sicher: Er war jemand, der sich von der Armut anderer Menschen bewegen ließ.
Aus: Hildegund Keul, Auferstehung als Lebenskunst. Was das Christentum auszeichnet. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2014.
In einer Podiumsdiskussion über Wunder in der Bibel fiel der Satz: „Für mich ist nicht einzusehen, warum der allmächtige Gott nicht gelegentlich ein Wunder wirken kann, und warum Wunder die Naturordnung Gottes ,stören‘ sollen.“
Der Satz wird verständlich vor dem Hintergrund einer leichtfertigen Nivellierung biblischer Wunder, wie sie bei manchen Theologen noch immer gang und gäbe ist. Trotzdem hilft er nicht weiter. Denn das „gelegentlich“ schafft Probleme. Es riecht nach göttlicher Willkür. Muss der normale Christ dann nicht denken: „Wenn Gott gerade einmal will, wirkt er Wunder. Offenbar will er aber meistens nicht. In meinem Leben hat er noch nie gewollt. Oder sollte ich etwas übersehen haben? Jedenfalls hat er in Auschwitz mit Sicherheit nicht gewollt. Aber gerade dort wären Rettungswunder fällig gewesen; dort ging es um sein Volk.“ Fazit: Die Vorstellung, dass Gott „gelegentlich“ Wunder wirkt, aber meistens nicht, kann nur Verwirrung stiften.
Müsste man das Ganze nicht umdrehen? Gott will das Wunder nicht nur gelegentlich. Er will es unablässig. Er umgibt die Welt geradezu mit seiner handlungsbereiten Liebe. Er durchdringt alles mit seinem Geist, der ständig das Angesicht der Erde erneuern möchte. Aber als Wunder in der Welt ankommen kann der Geist Gottes nur dann, wenn Menschen sich ihm öffnen. Weil Jesus für Gott absolut offen war - so offen wie kein anderer - war sein Leben voller Wunder. Überall wo er Glauben fand, geschahen Wunder. Und überall, wo er in der Kirche Glauben findet, geschehen auch heute Wunder. Das „gelegentlich“ ist nicht bei Gott zu situieren, sondern bei uns. Dass es leider nur ein „gelegentlich“ ist, liegt nicht an Gott, sondern an unserem Unglauben.
Aus Gerhard Lohfink, Heute – wann sonst?. Unangepasstes über Gott und die Welt. Katholisches Bibelwerk Stuttgart 2014.
Skorka: Das Gebet muss dazu dienen, die Menschen zu vereinen. Es ist ein Moment, in dem alle dieselben Worte sprechen. Im Judentum ist es sogar so, dass sich mindestens zehn Menschen zusammenfinden müssen, um einem Gebet Kraft zu verleihen. Das Gebet ist also ein gemeinschaftsstiftender Akt: Wir beten mit denselben Worten, auf dieselbe Art und Weise, mit demselben Ziel. Vor allem aber muss das Gebet ein Akt der Innenschau sein, jeder muss sich selbst finden, um mit Gott zu sprechen. Das ist gar nicht so einfach, denn bei diesem Dialog gilt es zu unterscheiden zwischen der eigenen Stimme und der Stimme Gottes. Einer der Gründe, warum man die Bibel studieren sollte, liegt genau hier: um zu lernen, diese beiden Stimmen nicht zu verwechseln. Jeder mystische Akt ist ein Versuch, Gott näherzukommen, ihn zu spüren. Und genau dies ist auch die Grundbedingung des Gebets. Das hebräische Wort für beten lautet leitpalel und bedeutet: sich selbst beurteilen. Wann immer man sich Gott nähern will, muss man zunächst einmal seine eigenen Fehler entdecken.
Bergoglio: Beten ist ein Akt der Freiheit. Doch manchmal kommt es zu dem Versuch, das Gebet kontrollieren zu wollen, was gleichbedeutend damit ist, Gott kontrollieren zu wollen. Das hat mit einer Verzerrung zu tun, mit einem exzessiven Ritualismus oder mit einer der vielen anderen Kontrollhaltungen. Beten heißt zu sprechen und zu hören. Es gibt Momente tiefer Stille, der Anbetung, in Erwartung dessen, was geschehen wird. Im Gebet lebt diese ehrfurchtsvolle Stille mit einer Art des Schachems zusammen wie in der Situation, als Abraham mit Gott über die Strafen für Sodom und Gomorra verhandelt. Mose feilscht auch, indem er für sein Volk bittet, er möchte den Herrn überzeugen, sein Volk nicht zu bestrafen. Das ist eine mutige Haltung, die zusammen mit Demut und Anbetung für das Beten unbedingt erforderlich ist.
Aus: Papst Franziskus / Abraham Skorka, Über Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im Gespräch mit dem Rabbiner Abraham Skorka. Hrsg. Von Diego Rosemberg. Riemann Verlag, München 2013.
Lesung aus dem Buch Íjob.
Íjob ergriff das Wort
und sprach:
Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde?
Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?
Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt,
wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet.
So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe
und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu.
Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn?
Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.
Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage,
sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung.
Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist!
Nie mehr schaut mein Auge Glück.
Die Lesung ist Teil des ersten Redeganges des großen Dulder Hiob. Nach seiner Klage im Monolog, in der er all das Leid beschreibt, das ihm als frommen Mann widerfahren ist, versucht Hiob, im Gespräch mit seinen Freunden eine Antwort auf die Ursache und Zweck des Leidens zu finden. Seine Freunde geben ihm folgende Möglichkeiten zur Antwort:
- Leid ist Folge menschlicher Schuld.
- Leid gehört zur Natur des Menschen.
- Leid ist eine Form göttlicher Zurechterweisung und Erziehung.
- Leid ist eine Prüfung des Frommen.
Die letzte Antwort findet sich, wenn der Mensch von seiner Anthropozentrik Abschied nimmt und sich auf Gott und sein Wirken in der Schöpfung ausrichtet. In der Theozentrik und Kosmozentrik ist der Mensch im Leid nicht mehr auf sich zurückgeworfen, sondern öffnet sich der Horizont auf das Gesamt der Schöpfung, in der Gott erfahrbar wird – auch im Leid.
Das Buch Hiob zeigt nicht einen Weg auf, das Leid zu verstehen, sondern hilft dem Leidenden, das Leid zu bestehen. Dementsprechend wird auch die Dynamik des Buches dieser Absicht und Aussage unterstellt sein.
In unserem Abschnitt der Lesung stehen wir noch am Beginn dieses Weges. Noch ist die Klage über die natürlichen Grenzen unseres menschlichen Seins durch Alter und Krankheit im Ohr. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird gestellt. Die stille Hoffnung auf Lohn und Glück, die zwischen den Zeilen steht, sucht ihren Ausdruck. Das Buch Hiob lädt die Leser ein, sich mit ihrer ganzen Befindlichkeit in die Gestalt des Hiob hineinzuversetzen und mit ihm den Weg zu gehen, als ein Mensch, der nach einer Antwort sucht und sich nicht mit den Fragen zufrieden gibt.
Lesung aus dem Buch Íjob.
Íjob ergriff das Wort
und sprach:
Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde?
Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners?
Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt,
wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet.
So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe
und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu.
Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn?
Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert.
Mein Leib ist gekleidet in Maden und Schorf,
meine Haut schrumpft und eitert.
Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage,
sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung.
Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist!
Nie mehr schaut mein Auge Glück.
Kv: Lobet den Herrn;
er heilt die gebrochenen Herzen. - Kv
(oder: Halleluja.)
oder: GL 77,1
Ja, gut ist es, unserem Gott zu singen und zu spielen, *
ja, schön und geziemend ist Lobgesang.
Der HERR baut Jerusalem auf, *
er sammelt die Versprengten Israels. - Kv
Er heilt, die gebrochenen Herzens sind, *
er verbindet ihre Wunden.
Er bestimmt die Zahl der Sterne *
und ruft sie alle mit Namen. - Kv
Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft, *
seine Einsicht ist ohne Grenzen.
Der HERR hilft auf den Gebeugten, *
er drückt die Frevler zu Boden. - KV
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wenn ich das Evangelium verkünde,
gebührt mir deswegen kein Ruhm;
denn ein Zwang liegt auf mir.
Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!
Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn.
Wenn es mir aber nicht freisteht,
so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.
Was ist nun mein Lohn?
Dass ich unentgeltlich verkünde
und so das Evangelium bringe
und keinen Gebrauch von meinem Anrecht
aus dem Evangelium mache.
Obwohl ich also von niemandem abhängig bin,
habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht,
um möglichst viele zu gewinnen.
Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden,
um die Schwachen zu gewinnen.
Allen bin ich alles geworden,
um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen,
um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Wenn ich das Evangelium verkünde,
gebührt mir deswegen kein Ruhm;
denn ein Zwang liegt auf mir.
Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!
Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn.
Wenn es mir aber nicht freisteht,
so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde.
Was ist nun mein Lohn?
Dass ich unentgeltlich verkünde
und so das Evangelium bringe
und keinen Gebrauch von meinem Anrecht
aus dem Evangelium mache.
Obwohl ich also von niemandem abhängig bin,
habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht,
um möglichst viele zu gewinnen.
Den Juden bin ich ein Jude geworden,
um Juden zu gewinnen;
denen, die unter dem Gesetz stehen,
bin ich, obgleich ich nicht unter dem Gesetz stehe,
einer unter dem Gesetz geworden,
um die zu gewinnen, die unter dem Gesetz stehen.
Den Gesetzlosen bin ich sozusagen ein Gesetzloser geworden
- nicht als ein Gesetzloser vor Gott,
sondern gebunden an das Gesetz Christi - ,
um die Gesetzlosen zu gewinnen.
Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden,
um die Schwachen zu gewinnen.
Allen bin ich alles geworden,
um auf jeden Fall einige zu retten.
Alles aber tue ich um des Evangeliums willen,
um an seiner Verheißung teilzuhaben.
Halleluja. Halleluja.
Christus hat unsere Leiden auf sich genommen,
unsere Krankheiten hat er getragen.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes
in das Haus des Simon und Andreas.
Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie
und er ging zu ihr,
fasste sie an der Hand und richtete sie auf.
Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.
Am Abend, als die Sonne untergegangen war,
brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt
und er heilte viele,
die an allen möglichen Krankheiten litten,
und trieb viele Dämonen aus.
Und er verbot den Dämonen zu sagen,
dass sie wussten, wer er war.
In aller Frühe, als es noch dunkel war,
stand er auf und ging an einen einsamen Ort,
um zu beten.
Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,
und als sie ihn fanden,
sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.
Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen,
in die benachbarten Dörfer,
damit ich auch dort verkünde;
denn dazu bin ich gekommen.
Und er zog durch ganz Galiläa,
verkündete in ihren Synagogen
und trieb die Dämonen aus.
Schneller als man denkt, kann Krankheit einen Menschen einholen oder ein schwerer Schicksalsschlag ihn treffen wie z.B. Ijob. Quälende böse Gedanken drücken zusätzlich zu Boden. Was kann uns aufrichten, Halt geben, heilen? Jesus treibt "böse Geister", böses Denken, aus, richtet auf, heilt, gibt Halt. Er selbst bekommt Kraft und Halt durch seine innige Beziehung zum Vater. Wir können ihm darin nachfolgen und so auch anderen Halt geben.
Da ist ein Mensch am Boden zerstört. Jemand hat den Arbeitsplatz verloren. Die Ehe ist zu Bruch gegangen. Ein guter Freund ist gestorben. Pläne für das Leben oder für den Beruf sind hinfällig geworden. Ich könnte noch eine ganze Reihe Beispiele nennen.
Vieles ist auch durch Corona in die Brüche gegangen. Corona – es gibt die einen, die können diese Zeit positiv nutzen, um zu sich zu kommen, um die größere Ruhe (gerade an Weihnachten) zu genießen. Da gibt es aber auch die anderen, die schwer krank geworden sind, die durch Corona Angehörige verloren haben und, was auch nicht zu unterschätzen ist, viele bangen um ihren Arbeitsplatz und oft auch um ihr Lebenswerk. Unsere Welt sieht viel Unheil, unsere Welt ist in vielem krank.
Das spürt auch Hiob. Er ist in einer schwierigen Lage. Hiob geht es zuerst gut. Er hatte Reichtum. Er hatte wohlgeratene Kinder. Hiob war fromm. Das gefiel dem Widersacher nicht. Hiob sei doch nur deswegen so fromm, weil es ihm gut ginge. Da erlaubt Gott dem Widersacher, Hiob alles wegzunehmen. Nur müsse er Hiob das Leben lassen. Auf bittere Weise erfährt Hiob, wie schnell einem der Reichtum und die Familie genommen werden. Wir hören in der Lesung die Worte eines Menschen, der am Boden liegt, vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht.
Wir hören Worte wie Kriegsdienst. Das Leben wird ja oft wie ein Kampf empfunden. Man muss sich durchsetzen. Man wird verwundet, äußerlich wie innerlich. Hiob vergleicht sich mit schlecht bezahlten Tagelöhnern. Das Leben steckt so voller Ungerechtigkeiten. Die Tage vergehen wie im Flug. Das Leben wird als bedeutungslos empfunden. Hiob sieht nur noch schwarz. „Nie mehr schaut mein Auge Glück!“ Das Leben wird als schwer empfunden. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Was gibt uns Halt in allen Sorgen und in allem Schweren, das wir erleben? Als Christen*innen dürfen wir glauben, dass einer uns versteht. Es ist Jesus. Jesus ist immer wieder auf Menschen gestoßen, die unter ihrem Leben gelitten haben und auch heute noch leiden. Menschen können sich wieder aufrichten, wenn sie Jesus begegnen. Mit Jesus zu leben, das kann uns aufrichten. Die Schwiegermutter des Petrus ist vom Fieber geheilt worden. Das war damals noch gefährlicher als heute. Jesus hat ihr neu das Leben geschenkt. Viele Kranke kamen zu Jesus. Sie wurden geheilt. Jesus hat ihnen die Dämonen ausgetrieben.
Unsere Dämonen können Einstellungen sein, die unser Leben behindern. Es können auch die vielen Krankheiten sein, sei es dass es Depressionen sind oder Burnout. Es kann auch ein falsches und zu enges Bild von Gott sein. Wenn ich Angst vor einem strafenden Gott habe, dann behindert das mein Leben. Es können auch Sätze sein, die mir von früh auf eingetrichtert wurden: Du musst immer brav sein. Du darfst keine Fehler machen. Sie alle können mich hindern zu leben, Mensch zu sein.
Mit seinen Worten und auch mit seinen Heilungen richtet Jesus Menschen auf. Jesus schenkt Leben. Viele haben sich danach gesehnt. Wie auch heute sich Menschen danach sehnen, aufgerichtet zu werden. Nicht umsonst wollte Jesus möglichst viele Menschen erreichen. Er hat die Nöte der Menschen gesehen und gespürt. Darum hat er sie alle zur Quelle, zu einem Leben mit Gott führen wollen, zum Vater, der die Menschen liebt, ohne dass sie sich diese Liebe verdienen müssten. Er hat den verzeihenden Gott gepredigt, der uns immer wieder einen neuen Anfang schenkt. Jesus hat auf diese Weise die Welt heil gemacht und Heil gebracht.
Jesus hatte eine Kraftquelle: das Gebet, die Verbundenheit mit dem Vater. Darum konnte Jesus vielen Menschen Halt und Heilung schenken. Auch für uns, die wir Jesus nachfolgen, als Christen*innen leben, ist es wichtig, immer wieder mit Jesus verbunden zu sein. Im Gebet, in der liebenden Beziehung zu Gott finden wir unseren Halt. Im Gebet können wir die Liebe Gottes zu uns erfahren.
Diese Liebe können wir weitertragen. Was wir empfangen haben, geben wir weiter. Wir können Halt denen geben, die sich im Leben schwertun, ihnen Hoffnung schenken. Das Schicksal von Ijob wendet sich am Ende zum Guten. Wenn es uns nicht gut geht, wie jetzt in der Pandemie, dann hoffen wir, dass es wieder gut werden wird. Wir können wir nicht alle Krankheiten heilen, wir können aber Kranken beistehen, ihnen Hoffnung und Mut schenken, damit sie nicht verzweifeln. Wir können unsere Mitmenschen annehmen wie sie sind. Das kann schon heilen, aufleben lassen. Wir können alle – wenn auch oft nur durch unser Dasein – denen beistehen und Mut machen, die am Boden zerstört sind. Wir können nicht die Probleme derer lösen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Doch wir können ihnen zeigen: Du bist wertvoll, auch wenn du im Moment nichts leisten kannst oder darfst. Dieses Verhalten kann heilend wirken. Wir dürfen mitwirken am Heil der Welt, am Heil, das Jesus schenken möchte.
Weitergeben, was man im Glauben empfangen hat, das wollte auch Paulus. „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde...“ Weh mir, wenn ich diesen Gott, der liebt, der uns Heil und Heilung schenkt, nicht verkünde, dann enthalte ich der Welt Wichtiges vor. Gelebter Glaube kann heilen und aufbauen.
Das Evangelium beschreibt einen "Arbeitstag" im Leben Jesu. Er wird über seine Kräfte gefordert. Alle wollen etwas von ihm. Es genügt ihm nicht, sich davon zu erholen. Er sucht das Gebet und behält seine Sendung im Blick.
Jesus nimmt dem Volk die Angst vor individueller Bedrohung durch Krankheit und die Angst vor kollektiver Bedrohung durch das/die Fremde/n
Jesus kündigt durch seine Worte und durch Heilungen die Nähe des Reiches Gottes an. Auf diese Sendung richtet er sich aus.
Die Texte des heutigen Sonntags, die erste Lesung aus dem Buch Ijob mit seiner Klage und dem Evangelium, das vom Handeln Jesu berichtet, sind sehr bewusst zu einer Einheit zusammengestellt. In ihrer Zusammenschau wird das Anliegen dieser Gegenüberstellung sehr deutlich sichtbar. Es lautet: Erkenne den Wert des Glaubens.
Die heutige Perikope ist für mich insofern sehr ansprechend, weil sie mir zeigt, was für Jesus wichtig ist. Und das sind einerseits "wir", die gewöhnlichen Leute - wie eben die Verwandtschaft eines seiner Jünger oder die "vielen", die er heilte und die an allen möglichen Krankheiten litten, - und andererseits ist es seine eigene Beziehung zum Vater, die Kraftquelle für sein Tun. Heute könnte man sagen: Er schaffte so für sich eine ausgeglichene "work-life-balance" oder das richtige Maß zwischen Aktion und Kontemplation oder, wenn sie so wollen, zwischen Empathie und eigener Psychohygiene. Und, wenn man das schafft, dann ist es schon etwas!
Für mich ist auch die Unkompliziertheit der ganzen Situation faszinierend. Er kommt in das Haus des Petrus zu einem Zeitpunkt, wo man sich doch normalerweise, wenn die Hausfrau krank darnieder liegt, keinen hohen Besuch einladet. In einer solchen Situation kann der Besucher auch leicht die eigenen Unzulänglichkeiten im Haus sehen. Aber das stört offensichtlich nicht. Es muss nicht alles perfekt sein. Es gibt Wichtigeres im Leben und das ist das Beziehungsgeschehen. Die Menschen selbst sind wichtig. Für Jesus ist es die Schwiegermutter, die er vom Fieber heilt, und für die Schwiegermutter, die geheilt wird, sind es die Gäste, die sie gleich bewirtet - oder wie es genau im Griechischen heißt: ihnen dient, sie bedient, für sie sorgt, sich um sie kümmert, ihnen hilft, sie unterstützt. Es sind genau die Tätigkeiten, die, wie wir aus der Apostelgeschichte wissen, die Diakone für die Armen in der Gemeinde gemacht haben. So tut sie an Jesus genau das, was er ihr vorher getan hat. So verstehen die frühen Gemeinden offensichtlich Christentum: sie sehen, fühlen, was der andere gerade braucht und helfen dort, wo er sich selber nicht helfen kann.
So sieht es die Kirche in ihrer Soziallehre auch heute noch. Da geht es nicht darum, dem anderen alles abzunehmen, sondern ihn dort zu unterstützen, wo er sich selbst nicht mehr helfen kann. Dazu braucht es aber einen sorgsamen, wachen Blick auf den anderen. Es braucht ein waches Interesse aneinander um überhaupt zu sehen, was jeder selbst kann und wo er der Hilfe der Gemeinschaft bedarf. Da ist viel Feingefühl und Verstand von Nöten. Dahinein passt weder der Paternalismus z.B. in der Medizin oder Politik, wie das Besserwissen wie der andere seine Probleme lösen muss oder dieses Abnehmen oder Übernehmen aller Selbstverantwortung, noch die Gleichgültigkeit einer Gesellschaft, in der jeder nur auf seinen eigenen Vorteil und seine eigene Bequemlichkeit bedacht ist. Beides ist Gift für eine funktionierende Gemeinschaft, ob es sich jetzt dabei um die Familie, die Freunde, die pfarrliche Gemeinschaft oder die Gesellschaft überhaupt handelt. Wir alle sind angesprochen und gefragt, einander in Wachsamkeit und Respekt vor der Würde des Anderen zu begegnen. Auch Jesus hat wie es heißt "viele" geheilt, er hat nicht aussortiert. Er ist auch für uns alle gestorben, hat allen Menschen seine Erlösung geschenkt, und so uns allen die gleiche Würde verliehen.
Dass uns das nicht immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Es sind unsere eigenen Schattenseiten und Fehler, die uns daran hindern und unser Leben lang begleiten. Sie zu erkennen und positiv und kreativ damit umzugehen, erfordert viel Kraft. Das ist keine einzelne Kraftanstrengung, sondern fordert uns ein Leben lang heraus. Woher aber diese Kraft nehmen? Auch dafür zeigt uns die heutige Schriftstelle einen Weg. Schauen wir, woher Jesus die Kraft nimmt, das Leid der anderen wahrzunehmen und ihnen zu helfen. "… er steht auf, geht hinaus, auf einen einsamen Ort und betet". Aufstehen ist immer auch ein Akt des Willens - ob in der Früh, ob vom Wirtshaus - oder Kaffeehaustisch, ob von der Arbeit; aufstehen unterbricht das, was wir gerade tun, und ist der Beginn von Neuem. Und wenn wir anfangs von der ausgeglichenen work-life-balance gesprochen haben, so ist es manchmal oder besser regelmäßig auch für uns selbst besser, aufzustehen und uns von all dem, was um uns herum passiert und auch sehr wichtig ist, uns nach innen zu wenden, uns auch um uns selbst zu kümmern. Das rechte Maß ist dabei wichtig. Für die anderen da sein, aber auch für mich selbst da sein. Sich sammeln, Kraft schöpfen, auf andere Gedanken kommen, die Quelle in uns entdecken. Das führt unweigerlich zur eigentlichen Quelle alles Seins - zu Gott, zum Schöpfer und Vater, - zu Jesus, der uns vorgelebt hat, wie menschliches Leben in Einklang mit dem Willen des Vaters gelingen kann, - zum Heiligen Geist, der uns beisteht und Kraft zum Guten gibt, uns antreibt, uns dabei stärkt und hilft.
Er riskiert einen ungetrübten Blick in sein Leben. Und was er da sieht benennt er, klar und ohne etwas zu beschönigen. Und es ist ernüchternd was er zu sehen bekommt. Das ganze Leben nur ein Hauch, Glück wird er nicht mehr zu sehen bekommen. Eine ernüchternde, trübselige Bilanz, die Ijob hier zieht. Diese Bilanz ist Teil der Antwort Ijobs auf die Belehrungen seines Freundes Elifas.
Was war geschehen? Ijob war reich. Hatte Besitz, Herden, eine große Familie und eine stählerne Gesundheit. All sein Besitz wurde ihm genommen, seine Kinder starben und zu guter letzt war auch seine eigene Gesundheit dahin. Er saß mit Wunden und Geschwüren bedeckt auf einem Aschehaufen und fragte sich ganz einfach: Warum? Warum muss ich soviel Leid aushalten? Und seine Antwort ist: Ich will nicht mehr!
Jeden Tag, wenn ich durchs Krankenhaus gehe höre ich die Klagen des Ijob, seine Fragen und die Antwort: Es macht doch eigentlich keinen Sinn mehr. Und so, wie ich Ijob gut verstehe, verstehe ich Menschen hier im Krankenhaus, die einfach nicht mehr können, weil das Leid und die Sorge ihr ganzes Fühlen und Denken bestimmt. Und ich werde sprachlos, weil es auf ihre Frage nach dem Warum keine wirkliche Antwort gibt.
Ijobs Freund Elifas versucht eine Antwort und es finden sich dann Sätze wie: Bedenk doch! Wer geht ohne Schuld zugrunde? Wo werden Redliche im Stich gelassen? Wer Unheil sät der erntet es auch. Übertragen vielleicht in einem Satz, der uns heute manchmal leichtfertig über die Lippen geht: Jeder bekommt was er verdient! Jemand erzählte mir mal, wie er diesen Satz gebraucht hat und ein anderer ihm geantwortet hat: Glaubst Du wirklich, dass ich das verdient habe? Er hat diesen Satz nie wieder gebraucht.
Und auch Ijob wehrt sich gegen seine Freunde, die ihm sein Leid deshalb als gerechtfertigt erklären wollen, weil Gott sich nicht irrt. Und Ijob geht sogar noch einen gewaltigen, entscheidenden Schritt weiter! Er fragt Gott an: Ich sage zu Gott: Spricht mich nicht schuldig, lass mich wissen, warum du mich befehdest? Hast du die Augen eines Sterblichen, siehst du, wie Menschen sehen?
Ijob lässt Gott nicht in Ruhe, nimmt ihn mit in sein Schicksal, in sein Leben hinein. Wenn du Gott, der bist, für wen ich dich ansehe, dann sag mir doch warum es mir so dreckig geht, heißt die Klage Ijobs in Richtung Gott.
Für mich ist das ein Gebet in seiner intensivsten und menschlichsten Form, weil es Gott mit in das Leben einbezieht, weil es ihn, als jemand um den es geht nicht dann außen vor lässt wenn er wirklich gebraucht wird.
Was für seine Freunde Frevel und Gotteslästerung ist, wird für Ijob zur Rettung. Sein Schicksal verändert sich, weil er fragt, weil er klagt, weil er anklagt und weil er sich nicht einfach in sein Schicksal ergibt.
So wie Ijob beten zu können wünsche ich uns allen, weil wir uns so selber mit unseren Grenzen, mit unserer Angst und unserem Leid ernst nehmen und weil wir so auch Gott einen Zugang zu uns möglich machen, weil wir ihn dort ansprechen, wo wir ihm am wenigsten verstehen und doch am nötigsten haben.
Ijob hat lernen müssen so zu beten.
Wir sind jetzt wieder versammelt als Schwestern und Brüder. Wir sind hiergekommen mit allem, was uns freut. Doch wir sind auch hier mit allem, wo wir enttäuscht sind, woran wir leiden, was uns Kummer und Sorgen bereitet. Wir stehen hier mit unseren Zweifeln, auch an Gott, und Fragen.
Mit seinem Wort und mit seiner Liebe lädt Jesus uns ein, mit allem Schweren zu IHM zu kommen. Sein Wort macht Mut und schenkt Trost, seine Liebe gibt uns die Kraft.
IHN, der uns Heil und Heilung schenkt, bitten wir um sein Erbarmen:
Herr Jesus Christus,
du hast Menschen aufgerichtet, körperlich und seelisch.
Wo muss ich aufgerichtet werden, wo liege ich am Boden?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
viele Menschen kamen zu dir oder sie wurden zu dir gebracht.
Vertraue ich auf dich in meinen Nöten und Krankheiten?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist in die Einsamkeit gegangen, um zu beten.
Wie steht es um meine Liebe zu dir
und um die Zeit, die ich mir nehme für dich?
Herr, erbarme dich.
Jesus,
die Menschen haben dich gesucht…
denn bei dir haben sie gefunden,
was ihnen oft fehlte:
gute Worte,
ein liebender Blick,
eine Geste, die Nähe zeigt.
Auch wir brauchen deine Liebe,
deine Zuwendung.
Deine Worte richten auf.
Deine Liebe gibt uns Kraft. - Amen.
Gott, du schaffst dein Reich mitten in der Welt, durch uns.
Wir bitten dich:
Viele Menschen leiden oft seelisch.
Heile sie, indem anderen ihnen zuhören und sie ernstnehmen.
Viele Menschen leiden an unheilbaren Krankheiten.
Sei ihnen nahe durch die Fürsorge anderer,
die ihnen Kraft und Zuwendung schenken.
Viele Menschen zweifeln an Gott wegen des vielen unverschuldeten Leids.
Nimm sie an in ihren Zweifeln und lass sie nicht aufhören, dich zu suchen.
Wir beten für alle, die im medizinischen Bereich wirken.
Schenke diesen Menschen Erfüllung, Geduld und Ausdauer.
Unsere Umwelt leidet am Klimawandel.
Lass in allen das Bewusstsein wachsen, unsere Schöpfung zu bewahren
Wir beten für alle, die in der Verkündigung wirken,
dass sie glaubwürdig sind.
Nimm unsere Verstorbenen auf in dein ewiges Reich,
in dem es keine Trauer und keine Krankheit mehr geben wird.
Dir zu folgen hat Folgen.
Dir allein wollen wir dienen, durch Christus, unseren Herrn. - Amen.
(für Wortgottesdienstfeiern ohne Priester)
Kehrvers:
Preiset den Herrn, denn er ist gut.
Danket dem Herrn, denn er ist gut.
(ÖGL 875,1)
Guter und barmherziger Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken und dich zu preisen.
Zwar ist unser Leben überschattet von Schicksal, Leid und Tod,
dennoch erfahren wir immer neu deine Güte und Menschenfreundlichkeit.
Kehrvers
Du bist ein Gott, der das Leben der Menschen will
und der uns beisteht und zu Hilfe kommt,
wenn die Mächte des Untergangs und des Todes
über uns Macht gewinnen.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du gezeigt,
dass dir das Heil und das Glück der Menschen am Herzen liegt.
Er hat Kranke geheilt und die Frohe Botschaft verkündet.
So haben sie erfahren, dass dein Reich nahe ist.
Kehrvers
Durch seinen Tod und seine Auferstehung
hat er auch uns die Hoffnung auf neues und unerschöpfliches Leben gegeben.
Dafür danken wir dir und stimmen wir ein in den Chor der Heiligen;
der dein Lob singt ohne Ende:
Danklied, z. B. Nun saget Dank und lobt den Herren (GL 385)
Ich glaube,
dass es für diese Welt
noch Hoffnung gibt.
Ich glaube,
dass die Schreie der Leidenden
nicht vergessen werden,
und dass die Taten der Liebe
nicht umsonst sind.
Ich glaube,
dass der Hass
nicht das letzte Wort hat,
und dass der Tod
kein Ende mehr ist.
Ich glaube,
dass die Kranken und Sterbenden
getröstet werden,
und dass die Traurigen
wieder Freude finden sollen.
Ich glaube,
dass uns Christus nicht
aus seinen Händen gibt,
und dass er unseren Weg mitgeht
überall hin.
Ich glaube,
dass wir heil werden können
an Leib und Seele
durch ihn,
unseren Gott.
Sich ausweinen können
Sich ausweinen können,
sich ausschreien können,
klagen können über eine Schöpfung,
wo Unschuldige leiden müssen.
Hiob sein dürfen
und Gott fragen können.
Sich aufregen können vor Gott
über die grausamen Rätsel der Geschichte.
Leiden können an den Steinen,
die statt des Brotes
in Seinem Namen angeboten werden.
Aufschreien können,
wenn ein Guter scheitert.
Traurig sein können
über die Schläfrigkeit der Christen.
Sich ausklagen können und spüren:
Er versteht dich,
wie dich keiner versteht!
Denn ein Mensch wäre davongerannt
oder wahnsinnig geworden,
müßte er hören,
was ich Gott sage
Martin Gutl, Loblied vor der Klagemauer
Jesus,
unsere Welt ist bestimmt von Krankheiten, Nöten und Leiden.
Segne uns,
dass wir unseren Mitmenschen zum Segen werden,
durch unser Reden
und durch das, was wir tun,
wie wir uns verhalten.
Sende uns aus,
dass wir mitbauen an deinem Reich. – Amen.
Du, Gott, der du mit uns auf dem Weg bist, der du unsere Fehler und Schwächen nicht ansiehst, sondern der du uns alles in deiner Liebe und Gnade verzeihst; der du uns deinen geliebten Sohn als
Bruder, Herrn und Heilsbringer gesandt hast, blicke herab auf uns, die wir flehend und betend vor dir stehen.
Wir bitten dich in dieser schweren Zeit der Corona-Epidemie und Not, gedenke deiner Liebe und Güte, die du den Menschen je und je in Zeiten der Belastungen gezeigt hast. Nimm auch in unserer Zeit unser Gebet liebend an und erhöre uns nach deiner Barmherzigkeit. Zeige dich als der ICH-BIN-DA, in guten und in schweren Zeiten.
Stärke uns in dieser Zeit, dass wir denen beistehen, die von der Krankheit gefährdet oder befallen sind und lass uns solidarisch und verantwortlich handeln. In deiner Güte lass uns alles Erdenkliche tun, damit diese Belastung für alle tragbar bleibt.
Denen, die durch die Erkrankung ihr Leben lassen mussten, schenke du deinen Frieden und lass sie Leben finden bei dir.
Lege du deinen Segen auf uns, dass wir durch diese schwere Zeit gelangen und bleibe bei uns, heute und morgen, und alle Zeit.
Heilige Maria, Heil der Kranken – bitte für uns.
Heilige Corona – bitte für uns.
Heiliger Rochus – bitte für uns.
Alle Heiligen Gottes – bittet für uns.
Guter JESUS,
DU bist einer von uns Menschen geworden
und hast uns Freunde genannt.
DU hast dich für uns als Brot gegeben,
damit wir bewusst aus dir leben können.
Leider kann ich diese Speise jetzt nicht leiblich empfangen.
Aber DU hast uns auch den Heiligen Geist verheißen und gesandt.
In diesem Geist weiß ich, dass DU da bist – immer und überall!
DU hälts die Schöpfung im Dasein
und auch ich lebe in deiner Hand.
DU hast mich schon gekannt,
ehe ich gezeugt und geboren wurde.
DU bist in mir da und um mich herum – immer und überall.
Weil DU die Schöpfung liebst
und zur Vollendung führen wirst,
darf auch ich auf dich hoffen.
So vereine ich mich im Geiste mit dir
und bitte dich:
Mache auch mich zu einer „Brotgabe“ für die Welt,
lass mich teilnehmen an deinem Werk
und hilf mir dabei.
Ich danke dir so sehr, dass DU da bist;
dass DU immer da bist
und überall
und dass DU mit mir und uns allen da bleiben wirst
in Ewigkeit! - Amen.
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.
2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.
3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.
4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht
5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.
6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!
T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757.
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.
2) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!
3) Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.
4) Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen.
5) Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?
6) König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.
7) Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren,
komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren!
Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren.
1. Ich steh an deiner Krippen[3] hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er äußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.
5) Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!
6) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
1. Menschen, die ihr wart verloren,
lebet auf, erfreuet euch!
Heut ist Gottes Sohn geboren,
heut ward er den Menschen gleich.
Lasst uns vor ihm niederfallen,
ihm soll unser Dank erschallen:
„Ehre sei Gott, Ehre sei Gott,
Ehre sei Gott in der Höhe!“
2. Welche Wunder reich an Segen
stellt uns dies Geheimnis dar!
Seht, der kann sich selbst nicht regen,
durch den alles ist und war.
Lasst uns vor ihm niederfallen …
3. Selbst der Urquell aller Gaben
leidet solche Dürftigkeit!
Welche Liebe muss der haben,
der sich euch so ganz geweiht!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
4. Menschen! Liebt, o liebt ihn wieder
und vergesst der Liebe nie!
Singt mit Andacht Dankeslieder
und vertraut, er höret sie!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
Christoph Bernhard Verspoell (1810)
1. Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab' ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.
2. In seine Lieb’ versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab’,
eia, eia, und alles, was ich hab’.
3. O Kindelein, von Herzen
will ich dich lieben sehr,
in Freuden und in Schmerzen
je länger und je mehr,
eia, eia, je länger und je mehr.
4. Die Gnade mir doch gebe,
bitt’ ich aus Herzensgrund,
dass ich allein dir lebe
jetzt und zu aller Stund’,
eia, eia, jetzt und zu aller Stund’.
5. Dich, wahren Gott, ich finde
in unser’m Fleisch und Blut;
darum ich mich dann binde
an dich, mein höchstes Gut,
eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
6. Lass mich von dir nicht scheiden,
knüpf’ zu, knüpf’ zu das Band
der Liebe zwischen beiden;
nimm hin mein Herz zum Pfand,
eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand!
Friedrich Spee (1638)
1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.
3. Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht;
nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.
4. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist.
Du aber bleibest, der du bist,
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch deinen Zorn,
und doch strömt deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.
5. Und diese Gaben, Herr, allein
lass Wert und Mass der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt;
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor dich dringen.
6. Der du allein der Ewge heisst
und Anfang, Ziel und Mitte weisst
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
Jochen Klepper (1937) 1938
1) Lobpreiset all zu dieser Zeit,
wo Sonn und Jahr sich wendet,
die Sonne der Gerechtigkeit,
die alle Nacht geendet.
Refrain:
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt,
der unser Leben trägt und lenkt,
sei Dank und Lob gesungen.
2) Christus hat unser Jahr erneut
und hellen Tag gegeben,
da er aus seiner Herrlichkeit
eintrat ins Erdenleben.
3) Er ist der Weg, auf dem wir gehn,
die Wahrheit, der wir trauen.
Er will als Bruder bei uns stehn,
bis wir im Glanz ihn schauen.
Die Evangelien schildern an zahlreichen Stellen, wie Jesus betet und wie er andere zum Gebet ermutigt, ja aufruft. Dies geschieht quer durch Raum, Zeit und Begebenheit: als Rabbi und Gefährte auf dem Weg (Mt 6,5ff; Joh 4,19ff; Lk 11,1; 24,13ff) in der Synagoge, im Tempel, in Einsamkeit oder auf den Straßen (Lk 5,16; 6,12; Lk 4,16; Lk 2,41; Joh 2,13; Mk 11,11), voll Zuversicht oder in tiefer Traurigkeit und Angst (Mt 7,7ff; Mt 21,22; Mk 11,24; Mt 26,37; Lk 22,44), den Menschen zugewandt, inmitten der Kinder oder die intime Nähe Gottes suchend (Mt 5,44; Mt 19,13; Lk 18,1; 22,32; Joh 17,9ff; Lk 3,21; 6,12; Joh 17,1ff). Alle wichtigen Augenblicke, Begegnungen und Etappen in Jesu Leben sind umrahmt vom Gebet; augenscheinlich ist die Beständigkeit, mit der er Gottes Nähe sucht und sich einübt in das Horchen auf Sein Wort. In eindrücklichen Bildern wird im Neuen Testament von der Bedeutsamkeit dieser Momente erzählt; Momente, in denen "sich der Himmel öffnet" (Lk 3,21). oder Jesu "Gesicht leuchtet wie die Sonne" (Mt 17,2). Im Gebet, wo Gottes Schönheit und Sein Licht ihn treffen, scheint Jesu göttliche Würde auf; erfahrbar ihm selbst und sichtbar für seine Jünger und die Menschen, die ihm begegnen. Hier lebt Jesu Gottesbeziehung, gewinnt seine Verbundenheit zu Gott die Lebens Kraft, mit der er auch die Welt und den Menschen den Himmel öffnen wird. Alles, vor allem die nicht zu verdienende Liebe Gottes empfängt und erfährt Jesus zuerst im Gebet; alles kann er deshalb weiterschenken.
Vera Krause in: Georg Gänswein, Martin Lohmann, Katholisch, Wissen aus erster Hand, Freiburg, 2010.
Vater, es fällt mir schwer, zu sagen:
"Dein Wille geschehe."
Ich bin niedergeschlagen
und habe keinen Mut mehr.
Die Schmerzen sind unerträglich.
Alles, was mein Leben ausgemacht hat,
scheint mir weit weg;
die Menschen, die zu mir gehören,
meine Arbeit, meine Freuden,
mein ganz alltägliches Tun.
Auch wenn ich mutlos bin.
Herr, ich will versuchen,
ja zu sagen, zu dem, was ist:
zu meinen Schmerzen, zu meiner Schwäche,
zu meiner Hilflosigkeit.
Ich will alles ertragen, so gut es geht.
Lass mein Leiden nicht umsonst sein.
Vielleicht nützt es denen,
die für dich arbeiten und kämpfen.
Dein Wille geschehe.
Segne mich, Vater. Segne alle Menschen,
die mir Gutes tun und mir helfen.
Segne alle, die wie ich leiden müssen.
Und wenn du willst, lass mich und die anderen
gesund werden.
Aus: Annegret und Peter Kokschal Gebete für das ganze Leben, Benno Verlag Leipzig 2004.
Wenn einer mir nachfolgen will, folge er mir nach
(Joh 12, 26)
Herr Jesus Christus,
du hast Männer und Frauen berufen,
Alte und Junge, Arme und Reiche,
dass sie dir nachfolgen und so das Leben gewinnen.
Durch dich danken wir dem Vater im Heiligen Geist:
das immer neu Menschen in Taufe und Firmung
den Geist empfangen,
dass sie als Kinder Gottes gestärkt sind
für ihre Aufgaben in Kirche und Welt.
Wir bitten dich für die Kirche unseres Bistums:
Lass sie nicht ihren Auftrag vergessen,
die Gläubigen in ihrer Berufung zu fördern
und vor allem den jungen Menschen zu helfen,
deinen Ruf zu entdecken.
Du, Herr, kennst unsere Not.
Wir brauchen die Verkündigung deines Evangeliums,
die Erfahrung deiner Gegenwart in der Eucharistie
und in den anderen Sakramenten.
Herr, wir bitten dich von ganzem Herzen:
Schenke uns Priester, die unter der Führung
des Heiligen Geistes dein Wort verkündigen,
die den Armen und Kranken,
den Heimatlosen und Notleidenden beistehen,
die Gemeinden leiten und das Volk Gottes heiligen.
Lass sie ihrer Berufung treu bleiben.
Denn du bist der Hirt deines Volkes,
du bist unsere Hoffnung in Ewigkeit.
Franz Kamphaus, in: Gotteslob, katholisches Gebet und Gesangbuch, Münster 2003.
Herr, ich habe Zeit. Viel Zeit.
Als Gesunder dachte ich,
wie schön es wäre, viel Zeit zu haben.
Nun habe ich also Zeit, zwangsweise.
Aber diese Stunden und Tage
sind eine andere Art von Zeit.
Zeit zum Denken und Zeit zum Grübeln,
zum Fragen und auch zum Vorwürfemachen.
Soviel geht mir durch den Kopf.
Herr, ich brauche Dich:
Bewahre mir guten Mut, Vertrauen und Zuversicht,
dass du gut bist zu uns, Deinen Kindern.
Sei du unser Gott in Freude und Leid. Amen.
Blaise Pascal
In: Youcat, Jugendgebetbuch. Georg von Lengerke und Dörte Schrömges (Hrsg.). München 2011.
wusstest du schon
dass die nähe eines menschen
gesund machen
krank machen
tot oder lebendig machen kann
wusstest du schon
dass die nähe eines menschen
gut machen
böse machen
traurig und froh machen kann
wusstest du schon
dass das wegbleiben eines menschen
sterben lassen kann
dass das kommen eines menschen
wieder leben lässt
wusstest du schon
dass die stimme eines menschen
einen anderen menschen
wieder aufhorchen lässt
einen der für alles taub war
wusstest du schon
dass das wort oder das tun eines menschen
wieder sehend machen kann
einen der für alles blind war
der nichts mehr sah
der keinen sinn mehr sah in dieser welt
und in seinem leben
wusstest du schon
dass das zeithaben für einen menschen
mehr ist als geld
mehr als medikamente
unter umständen mehr
als eine geniale operation
wusstest du schon
dass das anhören eines menschen
wunder wirkt
dass das wohlwollen zinsen trägt
dass ein vorschuss an vertrauen
hundertfach auf uns zurückkommt
wusstest du schon
dass tun mehr ist als reden
wusstest du das alles schon
wusstest du auch schon
dass der weg vom wissen
über das reden zum tun
unendlich weit ist
Aus: Wilhelm Willms, Der geerdete Himmel. Wiederbelebungsversuche. Verlag Butzon und Bercker, Kevelaer 1987.
Das Heil der Welt hängt nicht an religiösen Gefühlen möglichst vieler. Es hängt auch nicht an der Reise ins eigene Innere. Gott entstand nicht aus den Träumen der Menschen. Er war längst da, bevor der erste Affe zu träumen begann. Das Heil der Welt hängt an einer realen Geschichte, die sich an bestimmbaren Orten und in definierbarer Zeit vollzog, und die doch die Geschichte Gottes mit der ganzen Welt war. Das Heil der Welt hängt daran, dass es Menschen gab, die sich auf diese Geschichte Gottes mit der Welt eingelassen und Gott im Glauben geantwortet haben: Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Josua, Samuel, David, Jesaja, Joschija, Esra, Johannes der Täufer. Es ist keine Geschichte, die sich im Kosmos an anderen Orten beliebig wiederholen oder die sich noch um eine neue Zielmarke verlängern könnte. Sie fand ihre Endgültigkeit in Jesus von Nazaret. Das Heil der Welt ist also schon entschieden. Aber es braucht noch viele, die den Weg nachgehen, der mit Abraham begann und in Jesus sein Ziel erreichte.
Aus Gerhard Lohfink, Heute – wann sonst?. Unangepasstes über Gott und die Welt. Katholisches Bibelwerk Stuttgart 2014.
Jesus setzt sich für die Armen ein, weil er mit der Armut von Menschen konfrontiert wird und weil ihm dies keine Ruhe lässt. Seine Wertschätzung der Armen folgt dem, was er wahrnimmt. Da ist zum einen die bedrängende Armut mit ihren vielen Gesichtern, die ihm alltäglich vor Augen tritt. Zum anderen liegt ihm die Armut alltäglich im Ohr, da seine heiligen Schriften sie besprechen. Die reelle Armut vor Augen und das Wort Gottes im Ohr - so entsteht Jesu Option für die Armen. Beides verstärkt sich wechselseitig. Wenn man mit der konkreten Armut konfrontiert wird, wird man hellhörig für ihre Thematisierung im Alten Testament. Und wenn die jüdischen heiligen Schriften Armut zu Gehör bringen, so schärft dies den Blick für das Elend, das alltäglich begegnet. Um Gottes und der Menschen willen schaut Jesus nicht an der Armut vorbei, und er hört nicht weg, wenn davon die Rede ist. Nur Weniges lässt sich über Jesus von Nazareth sagen - das aber sicher: Er war jemand, der sich von der Armut anderer Menschen bewegen ließ.
Aus: Hildegund Keul, Auferstehung als Lebenskunst. Was das Christentum auszeichnet. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2014.
In einer Podiumsdiskussion über Wunder in der Bibel fiel der Satz: „Für mich ist nicht einzusehen, warum der allmächtige Gott nicht gelegentlich ein Wunder wirken kann, und warum Wunder die Naturordnung Gottes ,stören‘ sollen.“
Der Satz wird verständlich vor dem Hintergrund einer leichtfertigen Nivellierung biblischer Wunder, wie sie bei manchen Theologen noch immer gang und gäbe ist. Trotzdem hilft er nicht weiter. Denn das „gelegentlich“ schafft Probleme. Es riecht nach göttlicher Willkür. Muss der normale Christ dann nicht denken: „Wenn Gott gerade einmal will, wirkt er Wunder. Offenbar will er aber meistens nicht. In meinem Leben hat er noch nie gewollt. Oder sollte ich etwas übersehen haben? Jedenfalls hat er in Auschwitz mit Sicherheit nicht gewollt. Aber gerade dort wären Rettungswunder fällig gewesen; dort ging es um sein Volk.“ Fazit: Die Vorstellung, dass Gott „gelegentlich“ Wunder wirkt, aber meistens nicht, kann nur Verwirrung stiften.
Müsste man das Ganze nicht umdrehen? Gott will das Wunder nicht nur gelegentlich. Er will es unablässig. Er umgibt die Welt geradezu mit seiner handlungsbereiten Liebe. Er durchdringt alles mit seinem Geist, der ständig das Angesicht der Erde erneuern möchte. Aber als Wunder in der Welt ankommen kann der Geist Gottes nur dann, wenn Menschen sich ihm öffnen. Weil Jesus für Gott absolut offen war - so offen wie kein anderer - war sein Leben voller Wunder. Überall wo er Glauben fand, geschahen Wunder. Und überall, wo er in der Kirche Glauben findet, geschehen auch heute Wunder. Das „gelegentlich“ ist nicht bei Gott zu situieren, sondern bei uns. Dass es leider nur ein „gelegentlich“ ist, liegt nicht an Gott, sondern an unserem Unglauben.
Aus Gerhard Lohfink, Heute – wann sonst?. Unangepasstes über Gott und die Welt. Katholisches Bibelwerk Stuttgart 2014.
Skorka: Das Gebet muss dazu dienen, die Menschen zu vereinen. Es ist ein Moment, in dem alle dieselben Worte sprechen. Im Judentum ist es sogar so, dass sich mindestens zehn Menschen zusammenfinden müssen, um einem Gebet Kraft zu verleihen. Das Gebet ist also ein gemeinschaftsstiftender Akt: Wir beten mit denselben Worten, auf dieselbe Art und Weise, mit demselben Ziel. Vor allem aber muss das Gebet ein Akt der Innenschau sein, jeder muss sich selbst finden, um mit Gott zu sprechen. Das ist gar nicht so einfach, denn bei diesem Dialog gilt es zu unterscheiden zwischen der eigenen Stimme und der Stimme Gottes. Einer der Gründe, warum man die Bibel studieren sollte, liegt genau hier: um zu lernen, diese beiden Stimmen nicht zu verwechseln. Jeder mystische Akt ist ein Versuch, Gott näherzukommen, ihn zu spüren. Und genau dies ist auch die Grundbedingung des Gebets. Das hebräische Wort für beten lautet leitpalel und bedeutet: sich selbst beurteilen. Wann immer man sich Gott nähern will, muss man zunächst einmal seine eigenen Fehler entdecken.
Bergoglio: Beten ist ein Akt der Freiheit. Doch manchmal kommt es zu dem Versuch, das Gebet kontrollieren zu wollen, was gleichbedeutend damit ist, Gott kontrollieren zu wollen. Das hat mit einer Verzerrung zu tun, mit einem exzessiven Ritualismus oder mit einer der vielen anderen Kontrollhaltungen. Beten heißt zu sprechen und zu hören. Es gibt Momente tiefer Stille, der Anbetung, in Erwartung dessen, was geschehen wird. Im Gebet lebt diese ehrfurchtsvolle Stille mit einer Art des Schachems zusammen wie in der Situation, als Abraham mit Gott über die Strafen für Sodom und Gomorra verhandelt. Mose feilscht auch, indem er für sein Volk bittet, er möchte den Herrn überzeugen, sein Volk nicht zu bestrafen. Das ist eine mutige Haltung, die zusammen mit Demut und Anbetung für das Beten unbedingt erforderlich ist.
Aus: Papst Franziskus / Abraham Skorka, Über Himmel und Erde. Jorge Bergoglio im Gespräch mit dem Rabbiner Abraham Skorka. Hrsg. Von Diego Rosemberg. Riemann Verlag, München 2013.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
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Dabei ist die ausgewählte Stelle nur eine Variante der Rede Ijobs in den Kapiteln 6+7. Nachdem Elifas keine brauchbaren Antworten gegeben hat, spielt Ijob selbst weitere Gedanken durch, die sich auch nicht als tragfähig erweisen.
So wie Petrus sich nicht mit dem Kranksein der Schwiegermutter abgibt und Jesus ruft, wird auf Ijobs Versuch Bildad in Ijob 8 weitere Erklärungen versuchen.
Die Lesung ist Teil des ersten Redeganges des großen Dulder Hiob. Nach seiner Klage im Monolog, in der er all das Leid beschreibt, das ihm als frommen Mann widerfahren ist, versucht Hiob, im Gespräch mit seinen Freunden eine Antwort auf die Ursache und Zweck des Leidens zu finden. Seine Freunde geben ihm folgende Möglichkeiten zur Antwort:
- Leid ist Folge menschlicher Schuld.
- Leid gehört zur Natur des Menschen.
- Leid ist eine Form göttlicher Zurechterweisung und Erziehung.
- Leid ist eine Prüfung des Frommen.
Die letzte Antwort findet sich, wenn der Mensch von seiner Anthropozentrik Abschied nimmt und sich auf Gott und sein Wirken in der Schöpfung ausrichtet. In der Theozentrik und Kosmozentrik ist der Mensch im Leid nicht mehr auf sich zurückgeworfen, sondern öffnet sich der Horizont auf das Gesamt der Schöpfung, in der Gott erfahrbar wird – auch im Leid.
Das Buch Hiob zeigt nicht einen Weg auf, das Leid zu verstehen, sondern hilft dem Leidenden, das Leid zu bestehen. Dementsprechend wird auch die Dynamik des Buches dieser Absicht und Aussage unterstellt sein.
In unserem Abschnitt der Lesung stehen wir noch am Beginn dieses Weges. Noch ist die Klage über die natürlichen Grenzen unseres menschlichen Seins durch Alter und Krankheit im Ohr. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird gestellt. Die stille Hoffnung auf Lohn und Glück, die zwischen den Zeilen steht, sucht ihren Ausdruck. Das Buch Hiob lädt die Leser ein, sich mit ihrer ganzen Befindlichkeit in die Gestalt des Hiob hineinzuversetzen und mit ihm den Weg zu gehen, als ein Mensch, der nach einer Antwort sucht und sich nicht mit den Fragen zufrieden gibt.