Lesung aus dem Buch Levitikus.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll ihn untersuchen.
Stellt er eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig;
er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein;
er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.
Lesung aus dem Buch Levitikus.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll das Anzeichen auf der Haut untersuchen.
Wenn das Haar an der kranken Stelle weiß wurde
und die Stelle tiefer als die übrige Haut liegt, ist es Aussatz.
Nachdem der Priester das Anzeichen untersucht hat,
soll er den Erkrankten für unrein erklären.
Stellt er auf der Hinterkopf- oder auf der Stirnglatze
eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig; er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären;
sein Kopf weist das Anzeichen auf.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein;
er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.
Kv: Du bist mein Schutz, o Herr,
du rettest mich und hüllst mich in Jubel. – Kv
(Oder GL 431)
Selig der, dessen Frevel vergeben *
und dessen Sünde bedeckt ist.
Selig der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt *
und in dessen Geist keine Falschheit ist. – (Kv)
Da bekannte ich dir meine Sünde *
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Meine Frevel will ich dem Herrn bekennen. *
Und du hast die Schuld meiner Sünde vergeben. – (Kv)
Der Frevler leidet viele Schmerzen, *
doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.
Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, *
jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen! – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut:
Tut alles zur Verherrlichung Gottes!
Gebt weder Juden noch Griechen,
noch der Kirche Gottes
Anlass zu einem Vorwurf!
Auch ich suche allen in allem entgegenzukommen;
ich suche nicht meinen Nutzen,
sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden.
Nehmt mich zum Vorbild,
wie ich Christus zum Vorbild nehme!
Die für die Lesung ausgewählten Verse des Ersten Korintherbriefes bilden den Abschluss der Kapitel 8 bis 10.
In Kapitel 8 setzt sich Paulus mit den Problemen auseinander, die sich durch die Teilnahme von Christen an Ereignissen, bei denen Opferfleisch verzehrt wurde, ergaben. Einige nahmen daran Anstoß und wollten dies verboten wissen. Von da her ist die von Paulus gegebene Regel, niemand Anlass zu einem Vorwurf zu geben, zu verstehen.
In Kapitel 9 geht es um das Beispiel des Apostels. Er ahmt Christus nach, die Korinther sollen darin ihm folgen. Wie er und Barnabas sollen die Christen darauf achten, niemand Grund zum Anstoß zu bieten.
Ohne diesen Hintergrund könnten die für die Lesung ausgewählten Verse zu einer Allerweltsnorm "nur nicht anecken" herabgewürdigt werden. Das Verhalten, das Paulus fordert, geht von der Christusnachfolge aus. Die Freiheit, die dem Christen geschenkt ist, ist gebunden an die Liebe zu einander, wie sie Christus vorgelebt hat.
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet wurde unter uns erweckt:
Gott hat sein Volk heimgesucht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
kam ein Aussätziger kam zu Jesus
und bat ihn um Hilfe;
er fiel vor ihm auf die Knie
und sagte: Wenn du willst,
kannst du mich rein machen.
Jesus hatte Mitleid mit ihm;
er streckte die Hand aus,
berührte ihn
und sagte: Ich will - werde rein!
Sogleich verschwand der Aussatz
und der Mann war rein.
Jesus schickte ihn weg,
wies ihn streng an
und sagte zu ihm:
Sieh, dass du niemandem etwas sagst,
sondern geh, zeig dich dem Priester
und bring für deine Reinigung dar,
was Mose festgesetzt hat - ihnen zum Zeugnis.
Der Mann aber ging weg
und verkündete bei jeder Gelegenheit,
was geschehen war;
er verbreitete die Geschichte,
sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
Der Form und dem Aufbau nach ist die vorliegende Erzählung eine Wundergeschichte: Ein Leidender tritt an den Wundertäter heran und bittet um Heilung, der Wundertäter ist vom Bittsteller berührt bzw. erschüttert, er heilt ihn. Die Umstehenden staunen...
In unserem Zusammenhang erhält die Erzählung jedoch zusätzliche Akzente. Dem Evangelisten geht es um die Reinheit. Er sieht die Krankheit unter dem Aspekt der kultischen Reinheit. Aussätzige waren durch ihre Krankheit unrein und von jedem Kontakt mit der übrigen Bevölkerung ausgeschlossen (siehe erste Lesung dieses Sonntags).
Das hatte zwar einen hygienischen Hintergrund, es ging aber auch um das Reinsein vor Gott. Der Aussatz war ein äußeres Zeichen der Sünde, des Von-Gott-getrennt-seins. Das Böse/der Böse hatte nach dieser Vorstellung sich des Aussätzigen bemächtigt. Seine Situation ist mit der eines Besessenen vergleichbar. Jesus ist von seiner Not erschüttert (dies ist mehr als nur Mitleid), er berührt ihn (damit hebt er die Ausgrenzung auf), reinigt ihn vom Bösen und gliedert ihn wieder in das Volk Gottes ein.
Dieser Vorgang ist einerseits öffentlich - er kann nicht verborgen bleiben. Er verlangt auch öffentliche Anerkennung durch die Priester. Andererseits ist er aber auch ein intimes Geschehen zwischen dem betroffenen Menschen und Gott bzw. seinem Bevollmächtigten. Das auferlegte Schweigegebot unterstreicht diese Intimität.
Bedeutsam ist auch das Reinigungsopfer, das Jesus anordnet. Nicht eindeutig ist, wofür es Beweis sein soll. Nur für die Gesetzestreue Jesu, wie es die Einheitsübersetzung nahelegt? Die Kontrolle und Anerkennung durch einen Priester vollzieht nach außen hin die Eingliederung ins Gottesvolk. Die Heilung kann auch als Hinweis auf die besondere Vollmacht Jesu verstanden werden, den Jesus an die Priester richtet, damit auch sie seine Sendung erkennen.
Integration ist ein Thema der Gesellschaft im Hinblick auf alle, die aus welchen Gründen auch immer am Rande der Gesellschaft leben. Zwischen der Not der Obdachlosen heute und den Aussätzigen damals gibt es unübersehbare Gemeinsamkeiten.
Die Heilung des Aussätzigen kann als exemplarische Geschichte verstanden werden. Jesus holt Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind zurück.
Die Heilung des Aussätzigen führte diesen in die Gesellschaft zurück. Für Jesus selbst hatte es die gegenteilige Folge...
Den Gemeinden, die Paulus gegründet hatte, schreibt er immer wieder Briefe, um sie im Glauben zu stärken und lebendig zu erhalten. Bewusst und kraftvoll soll jeder Getaufte seinen Glauben leben. Hatten die Israeliten, die im Grunde ja das gleiche Ziel verfolgten, immer wieder neue Vorschriften und Gebote aufgestellt, so verzichtet schon Jesus darauf, die Menschen mit Geboten und religiösen Vorschriften zu überschütten. Jesus kennt grundsätzlich nur ein Gebot, das er mit einem einzigen Wort ausdrücken kann: Liebe! Liebe Gott und die Menschen! Mit wahrer und echter Liebe lassen sich alle weiteren Gebote und Vorschriften einhalten. Vor allem: Wer mit ganzem Herzen liebt, unterlässt nicht nur das Negative und Böswillige, sondern baut das Positive, Bereichernde und alles ihm mögliche Gute umfangreich aus.
Paulus hat sich Jesus zum Vorbild genommen, wie er in der Lesung eigens betont, und er möchte, dass die Gläubigen in den Gemeinden es ebenso tun. In zahllosen Beispielen gibt er in seinen Briefen konkrete Anregungen, wie ein Leben in der Nachfolge Jesu verwirklicht werden kann. Denken wir nur an das "Hohelied der Liebe". Aber auch darin ist Jesus dem Apostel ein Vorbild: Paulus will nicht einen neuen Gebotekatalog mit zahllosen Einzelvorschriften aufstellen. Ihm geht es um eine Grundeinstellung, die sich jeder Christ aneignen soll, damit er leicht den Weg der Nachfolge gehen kann. Hatte Jesus kurz und bündig gesagt: "liebe!", so formuliert Paulus als Faustregel den Satz: "Tut alles zur Verherrlichung Gottes!".
Es ist eine gute Faustregel. Denn schon der Gedanke "Ich will durch mein Denken und Handeln dich, meinen Gott, ehren und dir danken" bewegt uns zu positivem Denken, regt sofort unsere Kreativität an, dämpft deutlich unsere negativen Gefühle. Ja, es legt sich spürbar so etwas Frohes und Mutiges in unser Herz, das uns zum Guten hinzieht und den Blick auf Ungenügendes, Halbes oder gar Böses gar nicht erst richtig aufkommen lässt. Gott ehren wollen weckt innerlich Energie.
Die Verherrlichung Gottes wird bei uns oft die Form von Lobpreis, Dank und Anbetung Gottes haben. Es ist die Weise, die uns wohl am ehesten und einfachsten gelingt. Wir können unsere ganze Freude über Gott und den Jubel unseres Herzens jederzeit sehr persönlich Gott entgegenbringen.
Zur Verherrlichung Gottes gehört sodann die Ehrfurcht vor dem, was Gott geschaffen hat: die Welt mit ihren Pflanzen und Tieren, die Menschen mit ihren Hoffnungen, Erwartungen und ihrem Sehnen, geliebt zu werden.
Ehrfurcht lässt uns immer wieder einmal innehalten und die Natur in ihrer Schönheit und Vielfalt aufmerksam bestaunen. Ja es bedarf des Staunens, um Gottes Größe und seine Erhabenheit intensiver zu erahnen und gebührend zu würdigen.
Ehrfurcht bewegt uns, auch den Menschen mit Achtung und Vorsicht zu begegnen - selbst jenen, die uns unsympathisch sind, als Gegner gegen uns auftreten oder sogar Unrecht zufügen. Denn Ehrfurcht lässt uns die Frage stellen: Wie sieht und beurteilt eigentlich Gott den anderen? Und wenn uns diese Frage dann dazu anspornt, schnelle Verurteilungen zu meiden, bei erlittenem Unrecht nicht zornig zu reagieren, sondern besonnen zu handeln, dann ehren wir Gott auf die schönste Weise, die uns Menschen möglich ist. Denn nichts ehrt Gott mehr, als sein Wesen der Güte und des Erbarmens nachzuahmen. Es wird uns Kraft und Überwindung kosten; aber dafür ist der Verzicht auf Widervergeltung oder gar Rache auch die Höchstform der Verherrlichung Gottes.
Was uns leichter fällt, aber dennoch ebenso als eine wunderbare Verherrlichung Gottes einzuordnen ist, betrifft unser Wollen und Streben, Gutes in vielfältiger Weise zu tun. Es sind oft Kleinigkeiten, die gar nicht viel Mühe kosten, aber ihre oft erstaunliche Wirkung haben. Das freundliche Wort, die ehrliche Anteilnahme, Hilfsbereitschaft, Anerkennung, Schwieriges mit durchtragen und durchstehen, bei der Wahrheit bleiben - all das ist Verherrlichung Gottes, weil wir die guten Anlagen, die Gott uns geschenkt hat, nicht brach und ungenutzt liegen lassen, sondern gebrauchen. Gott ehrt, wenn wir seine Geschenke an uns nicht nur bestaunen, sondern lebendig und vielfältig nützen und zur Geltung bringen.
Bei aller Begeisterung für das Gute sollten wir nicht übersehen, dass uns geschehen kann, was Jesus widerfuhr. Im Evangelium wird uns berichtet, dass Jesus nach seiner guten Tat, der Heilung des Aussätzigen, ins Abseits kam. Dies kann auch uns geschehen. Zum Beispiel: Sie machen nicht mit, einen schwierigen Nachbarn oder Verwandten zu schneiden, verweigern, sich gängigem Mobbing gegen jemanden anzuschließen, Streitigkeiten aufrecht zu erhalten, auf vagem Hintergrund gefasste Verdächtigungen zu übernehmen und damit zu stützen. Nicht wenige haben in diesen Fällen den Zorn anderer auf sich gezogen und Ablehnung erfahren. Paulus würde uns sagen: Lass dich nicht beirren oder in deiner Haltung umstimmen. Gott ist es wert, dass wir Leiden, die uns aus unserem Gut-Sein erwachsen, mutig tragen. Und hinzufügen würde der Apostel: Glaube daran, dass es dir ergehen wird wie Jesus, zu dem sich Menschen in seine Abgeschiedenheit aufmachten. So werden sich auch bei dir Menschen, die wie du die Verherrlichung Gottes suchen, an deine Seite stellen.
Lassen wir uns von Paulus einladen, unser Denken und Handeln so zu gestalten, dass es einer Verherrlichung Gottes entspricht. Sprechen wir es aus "Dich, Gott, will ich ehren!" und spüren wir die Kraft, die bei diesem Gedanken und Entschluss in uns einströmt.
Der Umgang mit ansteckenden Krankheiten damals und heute - und dazu noch Fasching...
Lieder:
GL 225: Wir ziehen vor die Tore der Stadt (2. Str.)
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 416: Was Gott tut das ist wohlgetan
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 440: Hilf Herr meines Lebens
GL 453: Bewahre uns Gott
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GLÖ 896: Mit dir gehe ich alle meine Wege
GLÖ 907: Meine Zeit steht in deinen Händen
Psalmen und Kehrverse:
GL 34: Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg – Mit Psalm 15 oder mit Psalm 116 (GL629,4) – VI.
GL 285: Ubi caritas et amor, Deus ibi est - Mit Psalm 30 (GL 629,1) – I.
GL 305,4: Dies ist mein Gebot: Liebet einander, wie ich euch geliebt - Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 307,5: Meine Hilfe und mein Retter bist du. Säume doch nicht, du mein Gott - Mit Psalm 30 (GL 629,1) – I.
GL 312,5: Aus der Tiefe zogst du mich empor; dich will ich rühmen in Ewigkeit – Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 629: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 – I.
Heil und ganz werden können wir auf viele verschiedene Weisen: körperlich, seelisch, geistig, als Einzelne, als Gemeinschaften. Die Verkündigung dieses Sonntags lädt uns ein, das neu zu bedenken.
Herr,
wir haben Angst, in das Leben anderer Menschen hineingezogen zu werden.
Wir möchten gerne unter uns bleiben.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast Mitleid mit Menschen, die krank sind und aufgegeben werden.
Bedenken und Sorgen verwandelst du.
Christus, erbarme dich.
Herr,
von dir erbitten wir ein weites Herz.
Lass uns mutig eintreten für Menschen, die sich selbst nicht helfen können.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du rufst uns zu Umkehr und Neuanfang
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du heilst uns von innen und außen.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du nimmst uns an, wie wir sind.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er mache uns gut und heil,
er nehme von uns, was uns belastet und bedrückt,
er schenke uns Frieden - mit ihm und unter einander.
Herr, Jesus Christus,
du hast dich von der leiblichen und seelischen Not der Menschen, denen du begegnet bist, berühren lassen.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihre Menschenwürde und ihr Ansehen wieder hergestellt.
Christus, erbarme dich.
Du hast auch uns mit Gott versöhnt und uns zu Kindern Gottes gemacht.
Herr, erbarme dich.
Gott, du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott
du willst das Heil aller Menschen,
gleich, ob wir an körperlichen, psychischen
oder sozialen Beschwerden leiden.
Denn so offenbart sich dein Heil schon hier und heute.
Hilf uns, einander wahrzunehmen in unseren Nöten
und als Botinnen und Boten deines Heils
Gesandte deines Reiches in dieser Welt zu sein.
So bitten wir durch Jesus Christus… - Amen.
Herr,
wir freuen uns, dass heute Sonntag ist.
Dein Tag!
Du hast dem Tod die Macht genommen,
das letzte Wort über unser Leben zu haben.
Du lädst uns ein, mit dir über den Lauf der Dinge ins Reine zu kommen,
an Menschen zu denken, die uns begegnet sind
und an deinem Tisch Gemeinschaft mit dir zu haben.
Wir bringen alles mit, was uns umtreibt,
Angst einjagt und klein macht.
Aber auch alles, was uns Flügel verleiht.
Du bist die Quelle der Hoffnung!
Für uns und für alle Menschen.
Lass uns aus deiner Liebe leben.
Durch Christus, unserem Herrn.
"Jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!", heißt es im Psalm 32.
Manchmal fällt aber der Jubel nicht so leicht.
Darum rufen wir zu dir:
Wir beten für alle, die von anderen missachtet und aus Gemeinschaften verstoßen werden:
Zeigen ihnen ihren Platz in dieser Welt und lass sie Zufriedenheit und Heimat erfahren.
Wir beten für alle, die in Kirche, Politik und Wirtschaft Schuld auf sich laden:
Hilf ihnen, Prestige und Streben nach Macht hinten anzustellen und zuerst der Sache zu dienen.
Wir beten für alle, die sich gegen gesellschaftliche Normen und Traditionen für Benachteiligte und Entrechtete einsetzen:
Hilf ihnen, Frustration und Zurückweisung zu ertragen und an der guten Sache dran zu bleiben.
Wir beten für alle, die heimgegangen sind zu dir, vor allem für alle, die nicht glücklich auf ihr irdisches Dasein zurückschauen:
Lass sie bei dir eine ewige Heimat finden und lass sie Versöhnung erfahren mit dem, was gewesen ist.
Guter Gott, so rufen wir zu dir, denn bei dir ist Versöhnung, Heilung und Heiligung.
Nicht nur heute, sondern für alle Zeit bis in Ewigkeit. – Amen.
Dein Wort, Herr, gibt uns Richtung und weist uns den Weg in den verschiedenen Situationen unseres Lebens.
Dir vertrauen wir unsere Bitten an:
Dein Wort leite deine Kirche im Ausgleich zwischen dem Schutz der Gemeinschaft und dem Heil des Einzelnen in diesen Zeiten der Pandemie.
Stärke unseren sozialen Zusammenhang, indem jeder versucht den Nutzen der Gemeinschaft vor den eigenen Nutzen zu stellen.
Hilf uns, einander zuzuhören und andere Aspekte zu verstehen.
Schenke allen jungen Menschen gerade in diesen Faschingstagen Trost, Hoffnung und Lebensfreude trotz ihrer ungewohnten, sozialen Einsamkeit.
Gewähre allen, die versucht haben, in ihrem Leben den Blick auf dich nicht zu verlieren, die ewige Freude deiner Nähe.
Denn du streckst uns immer und überall deine Hand entgegen.
Dir gebührt unser Lobpreis und Dank jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
du hast uns in deine Nähe gerufen,
zu deinen Töchtern und Söhnen gemacht
und an deinen Tisch geladen.
Wir tragen dir unsere Bitten vor:
Wir bitten dich für alle, die an Krankheiten leiden,
durch die sie ins soziale Abseits geraten sind.
Heile sie und lass sie Anschluss an eine Gemeinschaft finden.
Wir bitten dich für alle, die sich durch Arbeitslosigkeit
an den Rand unserer Gesellschaft geschoben fühlen.
Lass sie einen Platz finden,
wo sie ihre Fähigkeiten und Begabungen entfalten können.
Wir bitten dich für alle, die sich durch ihr Fehlverhalten
aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben.
Lass sie ihre Fehler einsehen, sie bereuen
und einen Weg zurück in die Gesellschaft finden.
Wir bitten dich für alle, die Anschluss an unsere Gesellschaft suchen;
für die Fremden, für die Obdachlosen und alle sozial Schwachen.
Lass sie Verständnis und Hilfe finden.
Wir bitten dich für alle,
die sich um straffällige Jugendliche bemühen.
Gib ihnen Kraft für ihren Einsatz
und Unterstützung durch die Gesellschaft.
Wir bitten dich für alle jungen Menschen,
die noch um ihre Identität ringen
und noch nicht wissen, wo sie dazugehören wollen.
Begleite sie in ihrem Suchen.
Du, Herr, bietest uns deine Gemeinschaft an
und öffnest unsere Herzen füreinander.
Lass uns deiner Nähe würdig sein. - Amen.
Im Evangelium hören wir von einem Menschen,
der dazu verurteilt ist, draußen zu bleiben.
Jesus hört seinen Hilferuf.
Jesus hat Mitleid mit ihm.
Darum beten wir heute besonders
Für alle Menschen, die durch ihre Krankheit nicht mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen können, die sich selbst zurückziehen oder von anderen dazu gedrängt werden.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen und eine Zuflucht suchen, aber vor einer Mauer aus Vorurteilen und Ängsten stehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die in der Ukraine hin und hergerissen werden, die ihre Nationalitäten neu entdecken, aber sich dann als Feinde gegenüberstehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die um ihres Glaubens willen fliehen müssen, Angst um ihr Leben haben, aber mit ihren Gesichtern im Nachrichtendschungel untergehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die die Welt nicht einteilen in Freund und Feind, dafür aber auf andere zugehen, ihre Geschichten hören und sich um Verständigung mühen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die in diesen Tagen Karneval oder Fasching feiern, gemeinsam lachen, aber die Achtung voreinander nicht verlieren.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die einsam geworden sind, die nicht mehr wahrgenommen werden, die namenlos sterben.
Herr, berühre uns!
Herr,
du streckst deine Hand aus, du gehst auf Menschen zu,
du birgst die kleinsten Hoffnungen und die größten Schmerzen.
Hilf uns, unsere Hände auszustrecken
und gib ihnen die Kraft, fest und zärtlich zu sein.
Barmherziger Gott,
das heilige Opfer reinige uns von Sünden
und mache uns zu neuen Menschen.
Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben,
damit wir den verheißenen Lohn erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott
du rufst uns um deinen Tisch
als eine Gemeinschaft deiner Geschöpfe.
So wie du dich um uns sorgst,
tragen wir füreinander Verantwortung.
Dieses Mahl stärke und nähre uns
auf dem Weg zur Einheit aller und zu dir.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Guter Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken
und dich für deine Barmherzigkeit zu loben:
Du nimmst jeden einzelnen in seiner Not wahr
und hast Mitleid mit allen, die unter der Last ihres Lebens leiden.
Kehrvers
Du bist ein Gott des Lebens
und willst, dass jedes deiner Geschöpfe heil und gesund ist.
Du hörst die Hilferufe aller,
denen der Zugang zum Leben verwehrt wird.
Kehrvers
Du duldest nicht, dass als unrein behandelt wird,
was du für rein erklärt hast.
Du siehst auf das Herz der Menschen und achtest darauf,
was aus dem Herzen der Menschen hervorkommt.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus von Nazareth scheute sich nicht,
mit Menschen in Berührung zu kommen,
die von der Gemeinschaft ausgeschlossen waren.
Er hat alle in das Volk Gottes zurück geholt,
die auf dich ihre Hoffnung setzten.
Kehrvers
Mit allen,
die unsere Sehnsucht nach dem Kommen deines Reiches teilen,
singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B. Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde (GL 467)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Ja, es ist recht, dir zu danken, guter Gott,
denn in Jesus Christus hast du uns deine vorbehaltlose Liebe geoffenbart.
Durch ihn streckst Du allen Menschen,
die sich von dir abgewendet haben,
deine Hand der Versöhnung entgegen,
durch ihn überwindest du die Grenzen,
die wir aus Angst und Überheblichkeit vor einander ziehen,
durch ihn zeigst du uns,
dass du den Menschen heil und ganz haben willst.
Er befähigt uns,
dass auch wir die Barrieren vor einander abbauen,
dass wir als dein Volk Freude und Trauer miteinander teilen
und dein Reich unter den Menschen sichtbar machen.
Dafür danken wir dir und rühmen wir dich
mit der ganzen Schöpfung und mit allen Heiligen:
Freut euch am Herrn und jauchzt!
Oder:
Christus spricht:
Selig, die ein reines Herz haben;
denn sie werden Gott schauen
(Mt 5,8)
Oder:
Christus spricht:
Kommt alle zu mir, die ihr euch müht
und schwere Lasten zu tragen habt.
Ich will euch Ruhe schaffen.
(vgl. Mt 11,28)
Oder:
Blinde sehen wieder, Lahme gehen,
und Aussätzige werden rein;
Taube hören, Tote stehen auf,
und den Armen wird das Evangelium verkündet.
(Lk 7,22)
In jener Zeit
hast du den Leprakranken geheilt
In jener Zeit
das ist auch heute
hier und jetzt
Du willst auch uns heilen
uns berühren
wenn wir zu dir kommen
Vieles an uns ist krank
wir sind entstellt
durch Sünde und Schuld
Zerrbilder
ganz anders als du uns geschaffen hast
Aber die Begegnung mit dir
im heiligen Mahl
macht uns rein
nicht nur äußerlich
du durchdringst uns ganz
und macht uns fähig zur Liebe
Unser Herz freut sich
dich zu spüren
Du Heil der Welt
Gott, du Spender alles Guten,
du hast uns das Brot des Himmels geschenkt.
Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise,
die unser wahres Leben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott
dein Wort und das Sakrament deiner Gegenwart
stärken uns auf dem Weg zu dir und zu einander.
Öffne unsere Augen und mach unsere Herzen weit,
dass wir die Not unserer Nächsten sehen können.
Mach uns hellhörig und sensibel,
wenn Menschen ausgestoßen und verachtet werden.
Lass uns handeln nach dem Gebot der Liebe,
dass dein Reich schon inmitten dieser Welt anbricht.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Gott, du hast deinen Sohn geschickt,
damit er uns vorlebte, wie du uns sehen möchtest.
Er zeigte kein oberflächliches Interesse, kein falsches Mitleid.
Sein Leben mit den Menschen war von seinem MIT-LEIDEN und MIT-GEHEN geleitet.
Er war es, der sich zutiefst berühren ließ,
der den Menschen die Hand hinstreckt und sie berührte.
So konnte durch ihn immer wieder HEIL-WERDEN geschehen.
Schenke auch uns wache Sinne,
wie und wodurch wir den Menschen begegnen sollen,
damit auch durch uns dein Auftrag sichtbar wird.
Das erbitten wir durch unseren Bruder, Jesus Christus.
Lesung aus dem Buch Levitikus.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll ihn untersuchen.
Stellt er eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig;
er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein;
er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.
Die Lesung ist dem sog. Reinheitsgesetz des Alten Testamentes (Lev 11-15) entnommen. Dieses ist im späten 6. und/oder im frühen 5. Jh. v. Chr. schriftlich niedergelegt worden. Sein Inhalt ist aber wesentlich älter.
Die Reinheitsgebote hatten und haben in Israel große Bedeutung. Die Welt wird in rein und unrein eingeteilt. Rein ist die Sphäre des Schönen, des Sauberen, des Hygienischen. Unrein ist der Bereich des Schmutzigen. Rein und unrein hat sowohl für das gesellschaftliche Zusammenleben als auch für den Umgang mit Gott Bedeutung. Unrein ist alles, was man einem anderen Menschen nicht zumuten kann oder will, da es Abscheu oder Ekel erregt. Die kultischen Reinheitsvorschriften wollten sicherstellen, dass Gott der Anblick des Unreinen, Ekeligen, Abscheu-Erregenden nicht zugemutet wird.
Es gab vier Bereiche des Unreinen: körperliche Ausflüsse (Schleim, Eiter, Samenfluss, Menstruationsblut...), Leichen, Hautkrankheiten und gewisse Fleischsorten, deren Verzehr als widerwärtig empfunden wurde.
Die Unterscheidung zwischen rein und unrein deckte sich nicht mit der Unterscheidung von heilig (dem Bereich Gottes zugehörig) und profan (dem Bereich des Menschen zugeordnet) und auch nicht mit der Unterscheidung sündig und nicht-sündig. Unreinheit durch eine Krankheit (vor allem Hautkrankheiten) war zwar keine Sünde, konnte aber als symbolischer Ausdruck der Sünde angesehen werden (z.B. die Krankheiten des Ijob).
Die Lesung wählt einige Verse aus den Reinheitsvorschriften des Buches Levitikus aus, um ein Bild zu geben, was Aussatz bedeutet hat, und bereitet auf diesem Wege auf die Evangeliumperikope vor.
Lesung aus dem Buch Levitikus.
Der Herr sprach zu Mose und Aaron:
Wenn sich auf der Haut eines Menschen
eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet
und auf der Haut zu einem Anzeichen von Aussatz wird,
soll man ihn zum Priester Aaron
oder zu einem seiner Söhne, den Priestern, führen.
Der Priester soll das Anzeichen auf der Haut untersuchen.
Wenn das Haar an der kranken Stelle weiß wurde
und die Stelle tiefer als die übrige Haut liegt, ist es Aussatz.
Nachdem der Priester das Anzeichen untersucht hat,
soll er den Erkrankten für unrein erklären.
Stellt er auf der Hinterkopf- oder auf der Stirnglatze
eine hellrote Aussatzschwellung fest,
die wie Hautaussatz aussieht,
so ist der Mensch aussätzig; er ist unrein.
Der Priester muss ihn für unrein erklären;
sein Kopf weist das Anzeichen auf.
Der Aussätzige mit dem Anzeichen
soll eingerissene Kleider tragen
und das Kopfhaar ungekämmt lassen;
er soll den Bart verhüllen
und ausrufen: Unrein! Unrein!
Solange das Anzeichen an ihm besteht,
bleibt er unrein;
er ist unrein.
Er soll abgesondert wohnen,
außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.
Kv: Du bist mein Schutz, o Herr,
du rettest mich und hüllst mich in Jubel. – Kv
(Oder GL 431)
Selig der, dessen Frevel vergeben *
und dessen Sünde bedeckt ist.
Selig der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt *
und in dessen Geist keine Falschheit ist. – (Kv)
Da bekannte ich dir meine Sünde *
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Meine Frevel will ich dem Herrn bekennen. *
Und du hast die Schuld meiner Sünde vergeben. – (Kv)
Der Frevler leidet viele Schmerzen, *
doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben.
Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, *
jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen! – Kv
Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Korinth.
Schwestern und Brüder!
Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut:
Tut alles zur Verherrlichung Gottes!
Gebt weder Juden noch Griechen,
noch der Kirche Gottes
Anlass zu einem Vorwurf!
Auch ich suche allen in allem entgegenzukommen;
ich suche nicht meinen Nutzen,
sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden.
Nehmt mich zum Vorbild,
wie ich Christus zum Vorbild nehme!
Die für die Lesung ausgewählten Verse des Ersten Korintherbriefes bilden den Abschluss der Kapitel 8 bis 10.
In Kapitel 8 setzt sich Paulus mit den Problemen auseinander, die sich durch die Teilnahme von Christen an Ereignissen, bei denen Opferfleisch verzehrt wurde, ergaben. Einige nahmen daran Anstoß und wollten dies verboten wissen. Von da her ist die von Paulus gegebene Regel, niemand Anlass zu einem Vorwurf zu geben, zu verstehen.
In Kapitel 9 geht es um das Beispiel des Apostels. Er ahmt Christus nach, die Korinther sollen darin ihm folgen. Wie er und Barnabas sollen die Christen darauf achten, niemand Grund zum Anstoß zu bieten.
Ohne diesen Hintergrund könnten die für die Lesung ausgewählten Verse zu einer Allerweltsnorm "nur nicht anecken" herabgewürdigt werden. Das Verhalten, das Paulus fordert, geht von der Christusnachfolge aus. Die Freiheit, die dem Christen geschenkt ist, ist gebunden an die Liebe zu einander, wie sie Christus vorgelebt hat.
Halleluja. Halleluja.
Ein großer Prophet wurde unter uns erweckt:
Gott hat sein Volk heimgesucht.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
kam ein Aussätziger kam zu Jesus
und bat ihn um Hilfe;
er fiel vor ihm auf die Knie
und sagte: Wenn du willst,
kannst du mich rein machen.
Jesus hatte Mitleid mit ihm;
er streckte die Hand aus,
berührte ihn
und sagte: Ich will - werde rein!
Sogleich verschwand der Aussatz
und der Mann war rein.
Jesus schickte ihn weg,
wies ihn streng an
und sagte zu ihm:
Sieh, dass du niemandem etwas sagst,
sondern geh, zeig dich dem Priester
und bring für deine Reinigung dar,
was Mose festgesetzt hat - ihnen zum Zeugnis.
Der Mann aber ging weg
und verkündete bei jeder Gelegenheit,
was geschehen war;
er verbreitete die Geschichte,
sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte;
er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf.
Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.
Der Form und dem Aufbau nach ist die vorliegende Erzählung eine Wundergeschichte: Ein Leidender tritt an den Wundertäter heran und bittet um Heilung, der Wundertäter ist vom Bittsteller berührt bzw. erschüttert, er heilt ihn. Die Umstehenden staunen...
In unserem Zusammenhang erhält die Erzählung jedoch zusätzliche Akzente. Dem Evangelisten geht es um die Reinheit. Er sieht die Krankheit unter dem Aspekt der kultischen Reinheit. Aussätzige waren durch ihre Krankheit unrein und von jedem Kontakt mit der übrigen Bevölkerung ausgeschlossen (siehe erste Lesung dieses Sonntags).
Das hatte zwar einen hygienischen Hintergrund, es ging aber auch um das Reinsein vor Gott. Der Aussatz war ein äußeres Zeichen der Sünde, des Von-Gott-getrennt-seins. Das Böse/der Böse hatte nach dieser Vorstellung sich des Aussätzigen bemächtigt. Seine Situation ist mit der eines Besessenen vergleichbar. Jesus ist von seiner Not erschüttert (dies ist mehr als nur Mitleid), er berührt ihn (damit hebt er die Ausgrenzung auf), reinigt ihn vom Bösen und gliedert ihn wieder in das Volk Gottes ein.
Dieser Vorgang ist einerseits öffentlich - er kann nicht verborgen bleiben. Er verlangt auch öffentliche Anerkennung durch die Priester. Andererseits ist er aber auch ein intimes Geschehen zwischen dem betroffenen Menschen und Gott bzw. seinem Bevollmächtigten. Das auferlegte Schweigegebot unterstreicht diese Intimität.
Bedeutsam ist auch das Reinigungsopfer, das Jesus anordnet. Nicht eindeutig ist, wofür es Beweis sein soll. Nur für die Gesetzestreue Jesu, wie es die Einheitsübersetzung nahelegt? Die Kontrolle und Anerkennung durch einen Priester vollzieht nach außen hin die Eingliederung ins Gottesvolk. Die Heilung kann auch als Hinweis auf die besondere Vollmacht Jesu verstanden werden, den Jesus an die Priester richtet, damit auch sie seine Sendung erkennen.
Heilung betrifft den ganzen Menschen sowohl körperlich wie auch seelisch, wie auch seine Beziehungen zu den Menschen und auch zu Gott. Heilwerden ist nichts fürs stille Kämmerlein. Sie beinhalte Umkehr und gilt auch für Gemeinschaftsprozesse.
Der Hl. Benedikt hat in seiner Regel vorgeschrieben, dass die Mönche ihr Leben, Beten und Arbeiten so gestalten sollen, dass in allem Gott verherrlicht werde. Wichtiger Punkt dabei war: Es gibt für einen Mönch nicht die Zweiteilung in fromme Zeit beim Gebet im Chorgestühl und in der Kirche und andererseits den Rest des Lebens vor der Kirchtür. Beides gehört untrennbar zusammen und muss miteinander harmonieren. Das Leben des Mönchs soll sich im Gebet widerspiegeln und die Gottesbeziehung soll auch das Leben außerhalb der Kirche prägen. Stimmt das nicht überein, wird religiöses Leben schnell einmal Frömmelei und der Rest des Lebens verliert seine Leitplanken.
Die Worte Benedikts gelten aber nicht nur für den frommen Benediktiner, die fromme Benediktinerin. Sie gelten für jeden Christenmenschen. Und das auch immer schon – lange vor Benedikt, seit den Anfängen der Christenheit. Und wir alle wissen: Das ist schneller und einfacher gesagt als getan.
Die scheinbar wohl ziemlich verlotterte Hafenstadt Korinth mit deren Einwohnerschaft muss dem Völkerapostel Paulus immer wieder Kopfschmerzen bereitet haben, schreibt er doch an seine christliche Gemeinde und drängt sie so zu gottgefälligem Benehmen: Ob ihr esst oder trinkt oder etwas anderes tut: Tut alles zur Verherrlichung Gottes! Gebt weder Juden noch Griechen, noch der Kirche Gottes Anlass zu einem Vorwurf!
Was Paulus da von den Gemeindemitgliedern verlangt, war wesentlich mehr als nur beständige Imagepolitur. Paulus ruft die Menschen zu einem Leben auf, das nicht nur dem Anschein nach der christlichen Botschaft entspricht, sondern bis tief an die Wurzel. Und Paulus weiß auch (vor allem mit Blick auf sein eigenes Leben): Das ist eine knochenharte Übung. Wer sich dieser Anforderung stellt, hat keinen Grund zu Hochmut, denn Scheitern ist eine beständig lauernde Gefahr.
So verurteilt er in seinen Schreiben immer wieder nicht solche, die Fehler begehen, sondern jene, die bei den Fehlern bleiben. Die Idee des Paulus: Wenn du in aller Demut Gott als Dreh- und Angelpunkt deines Lebens einrichtest, kannst du nicht fehllaufen. Und zugleich wird so zunächst jeder Christ und schließlich die Kirche als ganze, was sie sein soll: eine Institution, die Gott verherrlicht. Verliert die Kirche, das heißt: jeder Christ, jede Christin, diesen Dreh- und Angelpunkt aus den Augen, dreht sie sich um sich selbst und wird äußerst fehleranfällig. Das galt damals wie heute: Eine Kirche heute etwa, die sich des geistlichen wie körperlichen Missbrauchs von Menschen überführen lässt und sich nicht mit allen Konsequenzen dem stellt, ist keine Kirche, die Gott als Dreh- und Angelpunkt hat, sondern eine, die ihn verloren hat. Eine, die voller Hochmut nur um sich selbst dreht.
Eine gläubige Christenheit hingegen, die sich ihrer Fehler und Schwächen bewusst ist und an ihnen arbeitet, kommt daher wie der Aussätzige im heutigen Evangelium. Ihm ist sein Krankheitsbild bewusst. So stellt er sich vor Jesus hin und bittet ihn um Hilfe. Das erfordert einiges. Doch dem Mann geht Heilwerden über alles. Bei seinem Handeln fällt eines sehr ins Auge: Mit diesem Schritt setzt der Mann alles auf eine Karte. Er macht sich vollständig abhängig von der Gnade Jesu: Wenn du willst, sagt er zu Jesus. Er schließt mit Jesus keinen Deal, er verhandelt nicht. Er unterwirft sich dem Willen des Gottessohnes: Wenn du willst. Und - der will.
Eine gläubige Christenheit, eine glaubende Kirche macht es genauso: Sie ist sich ihrer Fehler bewusst, die immer wieder passieren, weil Menschen nun mal schwach sind: Das ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung. Sowohl als einzelne Christen wie auch als ganze Kirche sind wir auf das barmherzige Wollen unseres Gottes angewiesen. Immer. Wenn wir glaubwürdig bleiben wollen, bleibt uns oft nichts anderes als die zähneknirschende Umkehr. Eine Kirche, die sich in Machtspielchen und Vertuschung ihrer Fehler ergeht, büßt diese Glaubwürdigkeit ein. Das gilt von der Kirchenspitze hinab bis ins Leben jeder einzelnen Pfarrei und jeder Gruppierung.
Die Heilung des Aussätzigen bekommt zum Schluss noch eine spezielle Wende - so hörten wir. Wer von Aussatz geheilt wurde, musste das bestätigen lassen. Im Buch Levitikus der Thora ist das genau beschrieben. Geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat – ihnen zum Zeugnis. Heilung und damit auch Re-integration war und ist nicht nur Angelegenheit des Einzelnen, sondern auch immer Thema der ganzen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der Glaubenden muss sich mit demjenigen Menschen, der sich da in seinem Leben verändert, auseinandersetzen. Das muss sie nicht nur bei Aussatz - dass muss sie immer, mit allen Menschen, die sich im Raum der Kirche bewegen.
Wer auch immer etwas im Umfeld der Kirche tut - sei es gut oder auch nur gut gemeint, der bewirkt eine Auswirkung auf die Kirche. - Manchmal tut beunruhigendes Handeln der Kirche ja auch mal ganz gut und ist erweckend - aber das muss gut überlegt sein. Gerade in jüngster Zeit erleben wir allerdings viel zu oft, wie Taten, die in der Kirche begangen werden, zu Ärger, Frustration und kirchlicher Depression führen. Von Heilung und Heilwerden einer kirchlichen Gemeinschaft wenig Spuren.
Statt sich nun aber darüber zu beschweren und zu ärgern, gibt es für jeden einzelnen Gläubigen eine ganz einfache Methode, einen Gegentrend einzuläuten. Man werde einfach selber Botschafter, Botschafterin des Guten in unserer Kirche. Man gestalte diese Kirche selbst mit statt auf andere zu warten. Dem Motto folgend, das uns Paulus wissen lässt: Ich suche nicht meinen Nutzen, sondern den Nutzen aller, damit sie gerettet werden.
Reimpredigt zum Faschngsonntag 2021: Valentinstag und Heilung eines Aussätzigen.
Ihr Frauen und Männer hier in den Bänken,
zu Karneval will ich Reime euch schenken.
Ich schenk sie auch jenen, die online verbunden
wünsch schöne Minuten und auch drei Sekunden,
bei denen ihr spürt:
Gott hat mich berührt!
Was ist das Thema? Wovon lass ich mich leiten?
Der 14. Februar – es ist nicht zu bestreiten,
ist der Tag der Liebe und ein Sonntag dazu.
Dieser Anlass wäre für heut doch der Clou.
Oder denk ich: Corona – das bedeutet Abstand
von ein Meter 50 zum Menschen, zur Wand.
Und Abstandsregeln das Buch Levitikus nennt.
Damit keiner in eine tödliche Ansteckung rennt.
Das Thema heißt Liebe
Zuerst also Liebe. Wer kennt sich da aus?
Wer spürt ihre Wärme? Wer hat sie im Haus?
Wer hebt seinen Finger und sagt: Sie ist mein?
Erwachsne wohl nicht. Ein Kind könnt es sein.
Denn das ist direkter und herzlich dazu.
Es sieht dich nur an und handelt im Nu.
Es spürt bei der Umwelt, ob wir etwas brauchen,
das mehr ist als Brot und Tabak zum Rauchen.
Es spürt deine Furcht, deine Leere, dein Wanken,
es spürt, dass du manchmal hast dumme Gedanken.
Es lächelt dich an mit strahlendem Blick
und diese Augen sind für dich wie ein Klick:
Darin darfst du wachsen in Herzen und Sinnen
den Alltag verändern von außen und innen.
Die Liebe lässt wachsen, denn sie weiß genau
die verborgene Perle bei Mann und bei Frau.
Die Perle beim Partner, die zog uns einst an.
Sie ließ uns träumen vom Ja irgendwann.
„Wie lange ist’s her?“ frag ich jetzt die Paare.
Was hat sich verändert über all diese Jahre?
Durft‘ wachsen das Gute? Wer hat es bestärkt?
Oder hat diese Chance gar niemand gemerkt?
Um was musstet ihr kämpfen oder mühsam auch ringen?
Waren es eure Werte? Hing es eher an alltäglichen Dingen?
Ihr habt es geschafft. Seit gern auf euch stolz.
Euer Bund ist geschnitzt aus sehr gutem Holz!
Das Thema heißt Abstandsregeln
Abstand wir halten in Stadt und Land.
Der Grund dafür der liegt auf der Hand.
„Ist gegen Corona“ erklärt ein Mensch uns scheu.
Was früher passierte, ist manchem noch neu.
Schon war es Gesetz vor tausenden Jahren
als Juden auf dem Weg durch den Sinai waren:
Wer sich infiziert, soll andere verschonen
und ganz allein für sich nur noch wohnen.
Ist er unterwegs, dann soll er auffallen,
die Zeichen bekannt bei fast wirklich allen.
Es sei nicht für immer. Ein Zurück ist gewollt.
Dem Wort der Autoritäten wird Folge gezollt.
Wenn sie sagen: „Ende – du bist jetzt genesen,“
wurd Unrat beseitigt mit Feuer und Besen.
Dann sagt die Familie: „Was sind wir jetzt froh!
Deine Freunde und Du sehen das ebenso.“
Die Regel, die gilt. Das war allen klar.
Doch für den Betroffenen es Hölle schon war.
Allein und mit Schmerzen, bei Wind und bei Regen
da denkt man an Vieles, nur kaum noch an Segen.
Wie groß die Verzweiflung, wie groß auch der Mut
dass jemand dann zum Herrn rufen tut.
„Wenn’s einer kann, dann doch nur er!“
So holt er Jesus zu sich her.
Das Thema heißt Heilung
Es geschieht dieses Wunder, das keiner gedacht,
nur der Kranke und Jesus. Denn der Herr hat bedacht,
das Wort vom Reich Gottes in ein Zeichen zu bringen,
damit Freudenlieder der Geheilte durft‘ singen.
Er hatte gewonnen, konnt‘ Zeuge nun werden,
dass Gottes Verlangen wird wahr auf der Erden.
Denn der, der ihn heilte, er war Gottes Sohn,
der Heil uns verkündet. Das wissen wir schon.
Geheilt kann der Aussätzige ins Dorf nun gehen
dass sich die Verantwortlichen und Führer ansehen,
den properen Körper, der ihm wurde zuteil.
Sie bestätigten allen: Dieser Mensch, der fand Heil!
Es kann auch, wer krank ist und alt und allein,
am Valentinsssonntag voll Hoffnung noch sein,
dass ein kleines Glück den Tag verschönt
und Sie mit dem Schicksal ein wenig versöhnt.
Ich wünsch Ihnen Hilfe, was immer das heißt!
Ich wünsch Ihnen Trost vom Heiligen Geist.
Ich wünsch Ihnen Menschen mit brennendem Herzen
die mit ihrem Wissen verringern die Schmerzen.
Ich wünsch Ihnen alles und weiß auch zugleich:
Wo das geschieht, da lebt Gottes Reich.
Es lebt bei den Menschen, die dafür sind offen,
und das will für Euch ich immer neu hoffen.
© Februar 2021 Pater Norbert Riebartsch, Kamillianer
Gereimte Predigt zum Faschingssonntag: Reinheitsvorschriften zum Aussatz in Levitikus und die Coronapandemie: Der Mensch trägt die Verantwortung, aber er/sie darf jederzeit Gott bitten.
Liebe Schwestern, liebe Brüder!
Fasching ist es wieder.
Eine Predigt, mal wieder gedichtet –
dazu fühl ich mich nahezu verpflichtet.
Ich will es wagen
und heuer was zu Corona sagen.
Die Lesung aus dem Buch Levitikus heute
ist schwere Kost, liebe Leute.
Was galt bei Aaron und Mose in jener Zeit,
scheint auch wieder aktuell für heut‘.
Es geht darum, sich selbst zu schützen;
guter Wille allein scheint nichts zu nützen.
Der Aussatz ist‘s, der die Menschheit damals bedroht,
heute ist’s Corona; die bereitet uns größte Not.
„Gott, warum lässt du das zu?“ -
Diese Frage bringt viele aus der Ruh.
Die Welt behüten und gestalten,
dabei muss der Mensch selbständig walten.
Diese Aufgabe hat Gott uns gegeben
und entsprechend sollen wir leben.
Dass die Menschheit hier oft genug versagt,
das ist kein Geheimnis – und dann plagt
man sich von einer Katastrophe zur nächsten - und
meint, jetzt schlägt die letzte Stund‘.
Dann kommt der Ruf nach Gott:
„Mach’s wieder gut – und wenn’s geht, recht flott!“
Doch Gott sieht zu und weist uns an,
dass wir uns schützen, so gut jede und jeder kann.
Ein Gesundheitsamt muss her!
Sonst ist diese Aufgabe viel zu schwer.
Zur Zeit des Mose der Priester es war,
der prüfte, wer in Quarantäne musste gar.
Heute werden unsere Virologen
dafür in die Verantwortung gezogen.
„Wer krank ist, soll abgesondert wohnen“ – liebe Leute,
das ist die Botschaft damals wie heute.
Und noch was Nettes lässt sich finden,
auch das will ich Euch verkünden.
Schaut mich an! – wie meine Frisur so mies.
„Das Kopfhaar ungekämmt!“- so die Weisung hieß.
Und noch eins drauf: „Man soll den Bart verhüllen.“
Die Maske lässt uns diese Pflicht erfüllen.
Nehmt’s nicht gar so schwer und verzaget nicht!
Die Pandemie ist nicht das jüngste Gericht.
Und noch ein Lichtblick ist zu seh’n,
wenn wir zum heutigen Evangelium geh’n:
Jesus ist’s. Er zeigt uns Gottes Willen,
den er gekommen ist, zu erfüllen.
Obwohl des Menschen Auftrag bleibt,
ER dem Leidenden sein Mitleid zeigt.
So dürfen wir in jeder Angst und Not
uns mit unsrer Bitte wenden an den großen Gott.
ER wird uns trösten und uns heilen,
wenn wir Not und Elend mit ihm teilen.
Das ist mein Glaube – in Gottes Namen -
vertrau auf Gott und bitt ihn. Amen.
© Stefan Durner, Pastoralreferent, Kirchenplatz 2, D-84570 Polling, Mail: stefandurner@web.de
Die Heilung des Aussätzigen ist ein Exempel, wie Jesus Menschen in die Gemeinschaft zurückführte. Es fordert uns auf, Jesus darin nachzufolgen und unsere Augen für Ausgegrenztsein zu öffnen und Ausgegrenzte hereinzuholen.
Ausgegrenzt sein - was bedeutet das? Von den Menschen gefürchtet. Keine Freunde! Keine Familie mehr! Niemand der sich für mich interessiert! Kein Zuhause, keine Heimat! Vermutlich von allen verachtet! Ablehnung in jedem Wort durch andere! Ungewiss die Gegenwart und zukunftslos, nur mehr Vergangenheit, die nicht mehr zu ändern ist. Keine Gespräche! Keine Berührungen. Keine Zärtlichkeiten. Ablehnung und Unwohlsein im eigenen Körper. Ausgegrenzt bis ins Innerste des eigenen Ich!
Ausgegrenzt sein hat in unserer Zeit sehr unterschiedliche Gesichter. Es zeigt sich in unterschiedlicher Weise mit einem deutlichen Muster. Bei einer Flüchtlingsfamilie, die Mühe hat sich sprachlich verständlich zu machen und von anderen als Bedrohung ihres Wohlstandes empfunden wird. Der psychisch kranke Mensch, der nicht als krank, sondern als abnormal wahrgenommen wird. Die an AIDS erkrankte Frau, die aus Unkenntnis der konkreten Umstände von den anderen gemieden wird und der ein unmoralischer Lebenswandel unterstellt wird. Der alte Mensch, von der eigenen Familie vergessen wird und der zum Sterben in ein Heim abgeschoben wird. Der straffällig gewordene Mensch, für den sich alle ehemaligen Freunde und seine Familie schämen.
Unzählig und facettenreich ließen sich diese Aufzählungen noch fortführen. Das Muster ist immer gleich: Der einzelne Mensch wird isoliert, abgeschottet, alles was ihn ermutigen könnte, wird ihm genommen.
Erstaunlich ist: der namenlose Aussätzige, der wohl für die vielen Ausgegrenzten steht, bittet nicht um Heilung, sondern seine Bitte lautet „mach mich rein“. Diese Bitte zeigt wie existentiell die Eingliederung von Menschen in menschliche Gemeinschaftsstrukturen ist. Es könnte bedeuten, mach mich fähig, Gott und den Menschen zu begegnen, mach mich fähig für meinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen, mach mich fähig mit Menschen in Begegnung und Beziehung zu treten, gib mir wieder die Möglichkeit, Nähe und Berührung zu erfahren. Erlöse mich aus meinem lebenden Todsein.
Was macht Jesus auf diese Bitte hin? Er spricht ihm das von Gott verheißene Heil zu. Und damit ist es noch nicht genug, er tut dieses Heil auch, indem er ihn berührt. Für den aussätzigen Ausgegrenzten ist dieser Moment wohl die Erfahrung der radikalen Veränderung seiner Lebenswirklichkeit. Er erfährt sich als berührbar, er darf langsam wieder lernen zu berühren und seinen Berührungen zu vertrauen. Für Jesus sind in diesem Moment die Gesetze und Vorschriften seiner Zeit zweitrangig, der leidende Mensch steht im Mittelpunkt.
Ein Universum neuen Lebens mag sich für den Aussätzigen ausgegrenzten aufgetan haben. Das zeigt uns allein die Realität, dass er darüber unmöglich schweigen konnte, obwohl Jesus ihm das aufgetragen hat.
Trotz allem ist es für ihn noch ein weiter Weg. Ein Weg mit seinem Bedürfnis nach Liebe und Angenommensein und mit den Menschen seiner Zeit umgehen zu lernen.
Was kann denn dieses Evangelium für mich bedeuten? Am Anfang des Markusevangeliums, aus der unsere Heilungserzählung stammt, wird über das beginnende Reich Gottes erzählt. Das Heilwerden von Menschen ist eines der vielen deutlichen Merkmale des beginnenden Reiches Gottes. Das Reich Gottes ist kein spirituelles Angebot, wo der getaufte Christ möglichst fußfrei passiv zuschaut. Das Reich Gottes ist Geschenk und Aufgabe zugleich.
Hilfreich kann es sein, in den Spuren Jesu zu gehen. Überall dort wo mir Ausgrenzung auf meinem Lebensweg begegnet, kann ich heilend handeln. Kann ich durch meine Begegnung, mein Berührtsein, mein Berührenlassen und mein Berühren, die oder den Ausgegrenzten vom Rand in die Mitte holen. Einem Menschen die Würde zurückgeben, einem Menschen einen Zugang zur Gemeinschaft eröffnen, wenn es auch nur durch einen Menschen ist.
Auf den Spuren Jesu gehen heißt auch, die traurige Wirklichkeit des Lebens in meinem mystischen Leben vor Gott zu tragen. Für die zu beten, für die niemand betet, für die zu beten, die selbst nicht mehr beten können.
Auf den Spuren Jesu gehen heißt auch: Die traurige Wirklichkeit ausgegrenzter Menschen in die Gesellschaft zu tragen. Sei es im Gespräch mit Freunden, im Engagement in Vereinen und Organisationen oder in politische Gremien. Veränderungen zum Guten in unserer Gesellschaft haben sehr oft klein und ganz unten angefangen. Das Beginnen des Gottesreiches zeigt sich immer wieder konkret in heilvollen Begegnungen zwischen Menschen.
© Diakon Hans Wachter, Ausbildungsleiter für Diakone der ED Wien ausbildung.pastoraleberufe@edw.or.at
Integration ist ein Thema der Gesellschaft im Hinblick auf alle, die aus welchen Gründen auch immer am Rande der Gesellschaft leben. Zwischen der Not der Obdachlosen heute und den Aussätzigen damals gibt es unübersehbare Gemeinsamkeiten.
Die Heilung des Aussätzigen kann als exemplarische Geschichte verstanden werden. Jesus holt Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen sind zurück.
Die Heilung des Aussätzigen führte diesen in die Gesellschaft zurück. Für Jesus selbst hatte es die gegenteilige Folge...
Den Gemeinden, die Paulus gegründet hatte, schreibt er immer wieder Briefe, um sie im Glauben zu stärken und lebendig zu erhalten. Bewusst und kraftvoll soll jeder Getaufte seinen Glauben leben. Hatten die Israeliten, die im Grunde ja das gleiche Ziel verfolgten, immer wieder neue Vorschriften und Gebote aufgestellt, so verzichtet schon Jesus darauf, die Menschen mit Geboten und religiösen Vorschriften zu überschütten. Jesus kennt grundsätzlich nur ein Gebot, das er mit einem einzigen Wort ausdrücken kann: Liebe! Liebe Gott und die Menschen! Mit wahrer und echter Liebe lassen sich alle weiteren Gebote und Vorschriften einhalten. Vor allem: Wer mit ganzem Herzen liebt, unterlässt nicht nur das Negative und Böswillige, sondern baut das Positive, Bereichernde und alles ihm mögliche Gute umfangreich aus.
Paulus hat sich Jesus zum Vorbild genommen, wie er in der Lesung eigens betont, und er möchte, dass die Gläubigen in den Gemeinden es ebenso tun. In zahllosen Beispielen gibt er in seinen Briefen konkrete Anregungen, wie ein Leben in der Nachfolge Jesu verwirklicht werden kann. Denken wir nur an das "Hohelied der Liebe". Aber auch darin ist Jesus dem Apostel ein Vorbild: Paulus will nicht einen neuen Gebotekatalog mit zahllosen Einzelvorschriften aufstellen. Ihm geht es um eine Grundeinstellung, die sich jeder Christ aneignen soll, damit er leicht den Weg der Nachfolge gehen kann. Hatte Jesus kurz und bündig gesagt: "liebe!", so formuliert Paulus als Faustregel den Satz: "Tut alles zur Verherrlichung Gottes!".
Es ist eine gute Faustregel. Denn schon der Gedanke "Ich will durch mein Denken und Handeln dich, meinen Gott, ehren und dir danken" bewegt uns zu positivem Denken, regt sofort unsere Kreativität an, dämpft deutlich unsere negativen Gefühle. Ja, es legt sich spürbar so etwas Frohes und Mutiges in unser Herz, das uns zum Guten hinzieht und den Blick auf Ungenügendes, Halbes oder gar Böses gar nicht erst richtig aufkommen lässt. Gott ehren wollen weckt innerlich Energie.
Die Verherrlichung Gottes wird bei uns oft die Form von Lobpreis, Dank und Anbetung Gottes haben. Es ist die Weise, die uns wohl am ehesten und einfachsten gelingt. Wir können unsere ganze Freude über Gott und den Jubel unseres Herzens jederzeit sehr persönlich Gott entgegenbringen.
Zur Verherrlichung Gottes gehört sodann die Ehrfurcht vor dem, was Gott geschaffen hat: die Welt mit ihren Pflanzen und Tieren, die Menschen mit ihren Hoffnungen, Erwartungen und ihrem Sehnen, geliebt zu werden.
Ehrfurcht lässt uns immer wieder einmal innehalten und die Natur in ihrer Schönheit und Vielfalt aufmerksam bestaunen. Ja es bedarf des Staunens, um Gottes Größe und seine Erhabenheit intensiver zu erahnen und gebührend zu würdigen.
Ehrfurcht bewegt uns, auch den Menschen mit Achtung und Vorsicht zu begegnen - selbst jenen, die uns unsympathisch sind, als Gegner gegen uns auftreten oder sogar Unrecht zufügen. Denn Ehrfurcht lässt uns die Frage stellen: Wie sieht und beurteilt eigentlich Gott den anderen? Und wenn uns diese Frage dann dazu anspornt, schnelle Verurteilungen zu meiden, bei erlittenem Unrecht nicht zornig zu reagieren, sondern besonnen zu handeln, dann ehren wir Gott auf die schönste Weise, die uns Menschen möglich ist. Denn nichts ehrt Gott mehr, als sein Wesen der Güte und des Erbarmens nachzuahmen. Es wird uns Kraft und Überwindung kosten; aber dafür ist der Verzicht auf Widervergeltung oder gar Rache auch die Höchstform der Verherrlichung Gottes.
Was uns leichter fällt, aber dennoch ebenso als eine wunderbare Verherrlichung Gottes einzuordnen ist, betrifft unser Wollen und Streben, Gutes in vielfältiger Weise zu tun. Es sind oft Kleinigkeiten, die gar nicht viel Mühe kosten, aber ihre oft erstaunliche Wirkung haben. Das freundliche Wort, die ehrliche Anteilnahme, Hilfsbereitschaft, Anerkennung, Schwieriges mit durchtragen und durchstehen, bei der Wahrheit bleiben - all das ist Verherrlichung Gottes, weil wir die guten Anlagen, die Gott uns geschenkt hat, nicht brach und ungenutzt liegen lassen, sondern gebrauchen. Gott ehrt, wenn wir seine Geschenke an uns nicht nur bestaunen, sondern lebendig und vielfältig nützen und zur Geltung bringen.
Bei aller Begeisterung für das Gute sollten wir nicht übersehen, dass uns geschehen kann, was Jesus widerfuhr. Im Evangelium wird uns berichtet, dass Jesus nach seiner guten Tat, der Heilung des Aussätzigen, ins Abseits kam. Dies kann auch uns geschehen. Zum Beispiel: Sie machen nicht mit, einen schwierigen Nachbarn oder Verwandten zu schneiden, verweigern, sich gängigem Mobbing gegen jemanden anzuschließen, Streitigkeiten aufrecht zu erhalten, auf vagem Hintergrund gefasste Verdächtigungen zu übernehmen und damit zu stützen. Nicht wenige haben in diesen Fällen den Zorn anderer auf sich gezogen und Ablehnung erfahren. Paulus würde uns sagen: Lass dich nicht beirren oder in deiner Haltung umstimmen. Gott ist es wert, dass wir Leiden, die uns aus unserem Gut-Sein erwachsen, mutig tragen. Und hinzufügen würde der Apostel: Glaube daran, dass es dir ergehen wird wie Jesus, zu dem sich Menschen in seine Abgeschiedenheit aufmachten. So werden sich auch bei dir Menschen, die wie du die Verherrlichung Gottes suchen, an deine Seite stellen.
Lassen wir uns von Paulus einladen, unser Denken und Handeln so zu gestalten, dass es einer Verherrlichung Gottes entspricht. Sprechen wir es aus "Dich, Gott, will ich ehren!" und spüren wir die Kraft, die bei diesem Gedanken und Entschluss in uns einströmt.
Der Umgang mit ansteckenden Krankheiten damals und heute - und dazu noch Fasching...
Lieder:
GL 225: Wir ziehen vor die Tore der Stadt (2. Str.)
GL 365: Meine Hoffnung und meine Freude
GL 372: Morgenstern der finstern Nacht
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott
GL 395: Den Herren will ich loben
GL 416: Was Gott tut das ist wohlgetan
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 422: Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
GL 423: Wer unterm Schutz des Höchsten steht
GL 424: Wer nur den lieben Gott lässt walten
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 428: Herr, dir ist nichts verborgen
GL 435: Herr, ich bin dein Eigentum
GL 437: Meine engen Grenzen
GL 440: Hilf Herr meines Lebens
GL 453: Bewahre uns Gott
GL 456: Herr, du bist mein Leben
GL 464: Gott liebt diese Welt, und wir sind sein Eigen
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GLÖ 896: Mit dir gehe ich alle meine Wege
GLÖ 907: Meine Zeit steht in deinen Händen
Psalmen und Kehrverse:
GL 34: Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg – Mit Psalm 15 oder mit Psalm 116 (GL629,4) – VI.
GL 285: Ubi caritas et amor, Deus ibi est - Mit Psalm 30 (GL 629,1) – I.
GL 305,4: Dies ist mein Gebot: Liebet einander, wie ich euch geliebt - Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 307,5: Meine Hilfe und mein Retter bist du. Säume doch nicht, du mein Gott - Mit Psalm 30 (GL 629,1) – I.
GL 312,5: Aus der Tiefe zogst du mich empor; dich will ich rühmen in Ewigkeit – Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 518: Beim Herrn ist Barmherzigkeit und reiche Erlösung - Mit Psalm 8 (GL 33,2) oder mit Psalm 19 (Gl 35,2) oder mit Psalm 146 (Gl 77,2) – VII.
GL 629: Du führst mich hinaus ins Weite; du machst meine Finsternis hell - Mit Psalm 30 – I.
Heil und ganz werden können wir auf viele verschiedene Weisen: körperlich, seelisch, geistig, als Einzelne, als Gemeinschaften. Die Verkündigung dieses Sonntags lädt uns ein, das neu zu bedenken.
Herr,
wir haben Angst, in das Leben anderer Menschen hineingezogen zu werden.
Wir möchten gerne unter uns bleiben.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast Mitleid mit Menschen, die krank sind und aufgegeben werden.
Bedenken und Sorgen verwandelst du.
Christus, erbarme dich.
Herr,
von dir erbitten wir ein weites Herz.
Lass uns mutig eintreten für Menschen, die sich selbst nicht helfen können.
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du rufst uns zu Umkehr und Neuanfang
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du heilst uns von innen und außen.
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus:
Du nimmst uns an, wie wir sind.
Herr, erbarme dich.
Der gute Gott erbarme sich unser,
er mache uns gut und heil,
er nehme von uns, was uns belastet und bedrückt,
er schenke uns Frieden - mit ihm und unter einander.
Herr, Jesus Christus,
du hast dich von der leiblichen und seelischen Not der Menschen, denen du begegnet bist, berühren lassen.
Herr, erbarme dich.
Du hast ihre Menschenwürde und ihr Ansehen wieder hergestellt.
Christus, erbarme dich.
Du hast auch uns mit Gott versöhnt und uns zu Kindern Gottes gemacht.
Herr, erbarme dich.
Gott, du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Guter Gott
du willst das Heil aller Menschen,
gleich, ob wir an körperlichen, psychischen
oder sozialen Beschwerden leiden.
Denn so offenbart sich dein Heil schon hier und heute.
Hilf uns, einander wahrzunehmen in unseren Nöten
und als Botinnen und Boten deines Heils
Gesandte deines Reiches in dieser Welt zu sein.
So bitten wir durch Jesus Christus… - Amen.
Herr,
wir freuen uns, dass heute Sonntag ist.
Dein Tag!
Du hast dem Tod die Macht genommen,
das letzte Wort über unser Leben zu haben.
Du lädst uns ein, mit dir über den Lauf der Dinge ins Reine zu kommen,
an Menschen zu denken, die uns begegnet sind
und an deinem Tisch Gemeinschaft mit dir zu haben.
Wir bringen alles mit, was uns umtreibt,
Angst einjagt und klein macht.
Aber auch alles, was uns Flügel verleiht.
Du bist die Quelle der Hoffnung!
Für uns und für alle Menschen.
Lass uns aus deiner Liebe leben.
Durch Christus, unserem Herrn.
"Jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!", heißt es im Psalm 32.
Manchmal fällt aber der Jubel nicht so leicht.
Darum rufen wir zu dir:
Wir beten für alle, die von anderen missachtet und aus Gemeinschaften verstoßen werden:
Zeigen ihnen ihren Platz in dieser Welt und lass sie Zufriedenheit und Heimat erfahren.
Wir beten für alle, die in Kirche, Politik und Wirtschaft Schuld auf sich laden:
Hilf ihnen, Prestige und Streben nach Macht hinten anzustellen und zuerst der Sache zu dienen.
Wir beten für alle, die sich gegen gesellschaftliche Normen und Traditionen für Benachteiligte und Entrechtete einsetzen:
Hilf ihnen, Frustration und Zurückweisung zu ertragen und an der guten Sache dran zu bleiben.
Wir beten für alle, die heimgegangen sind zu dir, vor allem für alle, die nicht glücklich auf ihr irdisches Dasein zurückschauen:
Lass sie bei dir eine ewige Heimat finden und lass sie Versöhnung erfahren mit dem, was gewesen ist.
Guter Gott, so rufen wir zu dir, denn bei dir ist Versöhnung, Heilung und Heiligung.
Nicht nur heute, sondern für alle Zeit bis in Ewigkeit. – Amen.
Dein Wort, Herr, gibt uns Richtung und weist uns den Weg in den verschiedenen Situationen unseres Lebens.
Dir vertrauen wir unsere Bitten an:
Dein Wort leite deine Kirche im Ausgleich zwischen dem Schutz der Gemeinschaft und dem Heil des Einzelnen in diesen Zeiten der Pandemie.
Stärke unseren sozialen Zusammenhang, indem jeder versucht den Nutzen der Gemeinschaft vor den eigenen Nutzen zu stellen.
Hilf uns, einander zuzuhören und andere Aspekte zu verstehen.
Schenke allen jungen Menschen gerade in diesen Faschingstagen Trost, Hoffnung und Lebensfreude trotz ihrer ungewohnten, sozialen Einsamkeit.
Gewähre allen, die versucht haben, in ihrem Leben den Blick auf dich nicht zu verlieren, die ewige Freude deiner Nähe.
Denn du streckst uns immer und überall deine Hand entgegen.
Dir gebührt unser Lobpreis und Dank jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Barmherziger Gott,
du hast uns in deine Nähe gerufen,
zu deinen Töchtern und Söhnen gemacht
und an deinen Tisch geladen.
Wir tragen dir unsere Bitten vor:
Wir bitten dich für alle, die an Krankheiten leiden,
durch die sie ins soziale Abseits geraten sind.
Heile sie und lass sie Anschluss an eine Gemeinschaft finden.
Wir bitten dich für alle, die sich durch Arbeitslosigkeit
an den Rand unserer Gesellschaft geschoben fühlen.
Lass sie einen Platz finden,
wo sie ihre Fähigkeiten und Begabungen entfalten können.
Wir bitten dich für alle, die sich durch ihr Fehlverhalten
aus der Gesellschaft ausgeschlossen haben.
Lass sie ihre Fehler einsehen, sie bereuen
und einen Weg zurück in die Gesellschaft finden.
Wir bitten dich für alle, die Anschluss an unsere Gesellschaft suchen;
für die Fremden, für die Obdachlosen und alle sozial Schwachen.
Lass sie Verständnis und Hilfe finden.
Wir bitten dich für alle,
die sich um straffällige Jugendliche bemühen.
Gib ihnen Kraft für ihren Einsatz
und Unterstützung durch die Gesellschaft.
Wir bitten dich für alle jungen Menschen,
die noch um ihre Identität ringen
und noch nicht wissen, wo sie dazugehören wollen.
Begleite sie in ihrem Suchen.
Du, Herr, bietest uns deine Gemeinschaft an
und öffnest unsere Herzen füreinander.
Lass uns deiner Nähe würdig sein. - Amen.
Im Evangelium hören wir von einem Menschen,
der dazu verurteilt ist, draußen zu bleiben.
Jesus hört seinen Hilferuf.
Jesus hat Mitleid mit ihm.
Darum beten wir heute besonders
Für alle Menschen, die durch ihre Krankheit nicht mehr am Gemeinschaftsleben teilnehmen können, die sich selbst zurückziehen oder von anderen dazu gedrängt werden.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen und eine Zuflucht suchen, aber vor einer Mauer aus Vorurteilen und Ängsten stehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die in der Ukraine hin und hergerissen werden, die ihre Nationalitäten neu entdecken, aber sich dann als Feinde gegenüberstehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die um ihres Glaubens willen fliehen müssen, Angst um ihr Leben haben, aber mit ihren Gesichtern im Nachrichtendschungel untergehen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die die Welt nicht einteilen in Freund und Feind, dafür aber auf andere zugehen, ihre Geschichten hören und sich um Verständigung mühen.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die in diesen Tagen Karneval oder Fasching feiern, gemeinsam lachen, aber die Achtung voreinander nicht verlieren.
Herr, berühre uns!
Für alle Menschen, die einsam geworden sind, die nicht mehr wahrgenommen werden, die namenlos sterben.
Herr, berühre uns!
Herr,
du streckst deine Hand aus, du gehst auf Menschen zu,
du birgst die kleinsten Hoffnungen und die größten Schmerzen.
Hilf uns, unsere Hände auszustrecken
und gib ihnen die Kraft, fest und zärtlich zu sein.
Barmherziger Gott,
das heilige Opfer reinige uns von Sünden
und mache uns zu neuen Menschen.
Es helfe uns, nach deinem Willen zu leben,
damit wir den verheißenen Lohn erlangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Allmächtiger Gott
du rufst uns um deinen Tisch
als eine Gemeinschaft deiner Geschöpfe.
So wie du dich um uns sorgst,
tragen wir füreinander Verantwortung.
Dieses Mahl stärke und nähre uns
auf dem Weg zur Einheit aller und zu dir.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig. (GL 558,1)
Guter Gott,
wir kommen zu dir, um dir zu danken
und dich für deine Barmherzigkeit zu loben:
Du nimmst jeden einzelnen in seiner Not wahr
und hast Mitleid mit allen, die unter der Last ihres Lebens leiden.
Kehrvers
Du bist ein Gott des Lebens
und willst, dass jedes deiner Geschöpfe heil und gesund ist.
Du hörst die Hilferufe aller,
denen der Zugang zum Leben verwehrt wird.
Kehrvers
Du duldest nicht, dass als unrein behandelt wird,
was du für rein erklärt hast.
Du siehst auf das Herz der Menschen und achtest darauf,
was aus dem Herzen der Menschen hervorkommt.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus von Nazareth scheute sich nicht,
mit Menschen in Berührung zu kommen,
die von der Gemeinschaft ausgeschlossen waren.
Er hat alle in das Volk Gottes zurück geholt,
die auf dich ihre Hoffnung setzten.
Kehrvers
Mit allen,
die unsere Sehnsucht nach dem Kommen deines Reiches teilen,
singen wir dir unser Lob:
Danklied, z. B. Erfreue dich, Himmel, erfreue dich Erde (GL 467)
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Ja, es ist recht, dir zu danken, guter Gott,
denn in Jesus Christus hast du uns deine vorbehaltlose Liebe geoffenbart.
Durch ihn streckst Du allen Menschen,
die sich von dir abgewendet haben,
deine Hand der Versöhnung entgegen,
durch ihn überwindest du die Grenzen,
die wir aus Angst und Überheblichkeit vor einander ziehen,
durch ihn zeigst du uns,
dass du den Menschen heil und ganz haben willst.
Er befähigt uns,
dass auch wir die Barrieren vor einander abbauen,
dass wir als dein Volk Freude und Trauer miteinander teilen
und dein Reich unter den Menschen sichtbar machen.
Dafür danken wir dir und rühmen wir dich
mit der ganzen Schöpfung und mit allen Heiligen:
Freut euch am Herrn und jauchzt!
Oder:
Christus spricht:
Selig, die ein reines Herz haben;
denn sie werden Gott schauen
(Mt 5,8)
Oder:
Christus spricht:
Kommt alle zu mir, die ihr euch müht
und schwere Lasten zu tragen habt.
Ich will euch Ruhe schaffen.
(vgl. Mt 11,28)
Oder:
Blinde sehen wieder, Lahme gehen,
und Aussätzige werden rein;
Taube hören, Tote stehen auf,
und den Armen wird das Evangelium verkündet.
(Lk 7,22)
In jener Zeit
hast du den Leprakranken geheilt
In jener Zeit
das ist auch heute
hier und jetzt
Du willst auch uns heilen
uns berühren
wenn wir zu dir kommen
Vieles an uns ist krank
wir sind entstellt
durch Sünde und Schuld
Zerrbilder
ganz anders als du uns geschaffen hast
Aber die Begegnung mit dir
im heiligen Mahl
macht uns rein
nicht nur äußerlich
du durchdringst uns ganz
und macht uns fähig zur Liebe
Unser Herz freut sich
dich zu spüren
Du Heil der Welt
Gott, du Spender alles Guten,
du hast uns das Brot des Himmels geschenkt.
Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise,
die unser wahres Leben ist.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott
dein Wort und das Sakrament deiner Gegenwart
stärken uns auf dem Weg zu dir und zu einander.
Öffne unsere Augen und mach unsere Herzen weit,
dass wir die Not unserer Nächsten sehen können.
Mach uns hellhörig und sensibel,
wenn Menschen ausgestoßen und verachtet werden.
Lass uns handeln nach dem Gebot der Liebe,
dass dein Reich schon inmitten dieser Welt anbricht.
So bitten wir durch Christus unseren Herrn.
Gott, du hast deinen Sohn geschickt,
damit er uns vorlebte, wie du uns sehen möchtest.
Er zeigte kein oberflächliches Interesse, kein falsches Mitleid.
Sein Leben mit den Menschen war von seinem MIT-LEIDEN und MIT-GEHEN geleitet.
Er war es, der sich zutiefst berühren ließ,
der den Menschen die Hand hinstreckt und sie berührte.
So konnte durch ihn immer wieder HEIL-WERDEN geschehen.
Schenke auch uns wache Sinne,
wie und wodurch wir den Menschen begegnen sollen,
damit auch durch uns dein Auftrag sichtbar wird.
Das erbitten wir durch unseren Bruder, Jesus Christus.
Ungerührt
Alleingelassen
Kalt gelassen
Totgeschwiegen
Abgesondert
Ausgegrenzt
Weggeschlossen
Isoliert
UNREIN eben
Auf die Knie fallen und erhoffen, erflehen:
„Spür mich,
komm zu mir
und berühr mich,
nimm von mir die Erinnerung,
lös mich aus meinem Bann.“ (aus: Erinnerung – Musical Cats)
behutsam – zart
sich zuwenden
sich nähern
anfühlen – anrühren - anfassen
mit Vorsicht -
in guter Absicht
Leib und Seele erfassen
Kummer und Schmerz wahrnehmen
Spüren, was auf der Seele liegt
Zwei Menschen
Zwei Seelen
Vier Augen
Ein Zuspruch:
„Ich will es – sei rein.“
Loslösung
Freispruch
Leben ermöglichen -
miteinander LEBEN WAGEN
Beatrix Senft 2021.

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Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
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Die Lesung ist dem sog. Reinheitsgesetz des Alten Testamentes (Lev 11-15) entnommen. Dieses ist im späten 6. und/oder im frühen 5. Jh. v. Chr. schriftlich niedergelegt worden. Sein Inhalt ist aber wesentlich älter.
Die Reinheitsgebote hatten und haben in Israel große Bedeutung. Die Welt wird in rein und unrein eingeteilt. Rein ist die Sphäre des Schönen, des Sauberen, des Hygienischen. Unrein ist der Bereich des Schmutzigen. Rein und unrein hat sowohl für das gesellschaftliche Zusammenleben als auch für den Umgang mit Gott Bedeutung. Unrein ist alles, was man einem anderen Menschen nicht zumuten kann oder will, da es Abscheu oder Ekel erregt. Die kultischen Reinheitsvorschriften wollten sicherstellen, dass Gott der Anblick des Unreinen, Ekeligen, Abscheu-Erregenden nicht zugemutet wird.
Es gab vier Bereiche des Unreinen: körperliche Ausflüsse (Schleim, Eiter, Samenfluss, Menstruationsblut...), Leichen, Hautkrankheiten und gewisse Fleischsorten, deren Verzehr als widerwärtig empfunden wurde.
Die Unterscheidung zwischen rein und unrein deckte sich nicht mit der Unterscheidung von heilig (dem Bereich Gottes zugehörig) und profan (dem Bereich des Menschen zugeordnet) und auch nicht mit der Unterscheidung sündig und nicht-sündig. Unreinheit durch eine Krankheit (vor allem Hautkrankheiten) war zwar keine Sünde, konnte aber als symbolischer Ausdruck der Sünde angesehen werden (z.B. die Krankheiten des Ijob).
Die Lesung wählt einige Verse aus den Reinheitsvorschriften des Buches Levitikus aus, um ein Bild zu geben, was Aussatz bedeutet hat, und bereitet auf diesem Wege auf die Evangeliumperikope vor.