Lesung aus dem Buch Genesis.
Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes,
die Gott, der HERR, gemacht hatte.
Sie sagte zu der Frau:
Hat Gott wirklich gesagt:
Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?
Die Frau entgegnete der Schlange:
Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen;
nur von den Früchten des Baumes,
der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt:
Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren,
sonst werdet ihr sterben.
Darauf sagte die Schlange zur Frau:
Nein, ihr werdet nicht sterben.
Gott weiß vielmehr:
Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf;
ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.
Da sah die Frau, dass es köstlich wäre,
von dem Baum zu essen,
dass der Baum eine Augenweide war
und begehrenswert war, um klug zu werden.
Sie nahm von seinen Früchten und aß;
sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten,
dass sie nackt waren.
Sie hefteten Feigenblätter zusammen
und machten sich einen Schurz.
Als sie an den Schritten hörten,
dass sich Gott, der HERR, beim Tagwind im Garten erging,
versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott, dem HERRN,
inmitten der Bäume des Gartens.
Kv: Wohl dem, dessenFrevel vergeben
und dessen Sünde beeckt ist. – Kv
(Oder GL 517)
Selig der, dessen Frevel vergeben *
und dessen Sünde bedeckt ist.
Selig der Mensch, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt *
und in dessen Geist keine Falschheit ist. – (Kv)
Da bekannte ich dir meine Sünde *
und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.
Ich sagte: Meine Frevel will ich dem Herrn bekennen. *
Und du hast die Schuld meiner Sünde vergeben. – (Kv)
Darum soll jeder Fromme zu dir beten; *
Fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.
Du bist mein Schutz, du bewahrst mich vor Not *
und rettest mich und hüllst mich in Jubel. – Kv
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus.
In jener Zeit
verließ Jesus das Gebiet von Tyrus wieder
und kam über Sidon an den See von Galiläa,
mitten in das Gebiet der Dekapolis.
Da brachten sie zu ihm einen, der taub war und stammelte,
und baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen.
Er nahm ihn beiseite,
von der Menge weg,
legte ihm die Finger in die Ohren
und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel;
danach blickte er zum Himmel auf,
seufzte
und sagte zu ihm: Effata!,
das heißt: Öffne dich!
Sogleich öffneten sich seine Ohren,
seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit
und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemandem davon zu erzählen.
Doch je mehr er es ihnen verbot,
desto mehr verkündeten sie es.
Sie staunten über alle Maßen
und sagten: Er hat alles gut gemacht;
er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Schneller als man denkt, kann Krankheit einen Menschen einholen oder ein schwerer Schicksalsschlag ihn treffen wie z.B. Ijob. Quälende böse Gedanken drücken zusätzlich zu Boden. Was kann uns aufrichten, Halt geben, heilen? Jesus treibt "böse Geister", böses Denken, aus, richtet auf, heilt, gibt Halt. Er selbst bekommt Kraft und Halt durch seine innige Beziehung zum Vater. Wir können ihm darin nachfolgen und so auch anderen Halt geben.
Da ist ein Mensch am Boden zerstört. Jemand hat den Arbeitsplatz verloren. Die Ehe ist zu Bruch gegangen. Ein guter Freund ist gestorben. Pläne für das Leben oder für den Beruf sind hinfällig geworden. Ich könnte noch eine ganze Reihe Beispiele nennen.
Vieles ist auch durch Corona in die Brüche gegangen. Corona – es gibt die einen, die können diese Zeit positiv nutzen, um zu sich zu kommen, um die größere Ruhe (gerade an Weihnachten) zu genießen. Da gibt es aber auch die anderen, die schwer krank geworden sind, die durch Corona Angehörige verloren haben und, was auch nicht zu unterschätzen ist, viele bangen um ihren Arbeitsplatz und oft auch um ihr Lebenswerk. Unsere Welt sieht viel Unheil, unsere Welt ist in vielem krank.
Das spürt auch Hiob. Er ist in einer schwierigen Lage. Hiob geht es zuerst gut. Er hatte Reichtum. Er hatte wohlgeratene Kinder. Hiob war fromm. Das gefiel dem Widersacher nicht. Hiob sei doch nur deswegen so fromm, weil es ihm gut ginge. Da erlaubt Gott dem Widersacher, Hiob alles wegzunehmen. Nur müsse er Hiob das Leben lassen. Auf bittere Weise erfährt Hiob, wie schnell einem der Reichtum und die Familie genommen werden. Wir hören in der Lesung die Worte eines Menschen, der am Boden liegt, vor dem Scherbenhaufen seines Lebens steht.
Wir hören Worte wie Kriegsdienst. Das Leben wird ja oft wie ein Kampf empfunden. Man muss sich durchsetzen. Man wird verwundet, äußerlich wie innerlich. Hiob vergleicht sich mit schlecht bezahlten Tagelöhnern. Das Leben steckt so voller Ungerechtigkeiten. Die Tage vergehen wie im Flug. Das Leben wird als bedeutungslos empfunden. Hiob sieht nur noch schwarz. „Nie mehr schaut mein Auge Glück!“ Das Leben wird als schwer empfunden. Das Leben ist kein Wunschkonzert.
Was gibt uns Halt in allen Sorgen und in allem Schweren, das wir erleben? Als Christen*innen dürfen wir glauben, dass einer uns versteht. Es ist Jesus. Jesus ist immer wieder auf Menschen gestoßen, die unter ihrem Leben gelitten haben und auch heute noch leiden. Menschen können sich wieder aufrichten, wenn sie Jesus begegnen. Mit Jesus zu leben, das kann uns aufrichten. Die Schwiegermutter des Petrus ist vom Fieber geheilt worden. Das war damals noch gefährlicher als heute. Jesus hat ihr neu das Leben geschenkt. Viele Kranke kamen zu Jesus. Sie wurden geheilt. Jesus hat ihnen die Dämonen ausgetrieben.
Unsere Dämonen können Einstellungen sein, die unser Leben behindern. Es können auch die vielen Krankheiten sein, sei es dass es Depressionen sind oder Burnout. Es kann auch ein falsches und zu enges Bild von Gott sein. Wenn ich Angst vor einem strafenden Gott habe, dann behindert das mein Leben. Es können auch Sätze sein, die mir von früh auf eingetrichtert wurden: Du musst immer brav sein. Du darfst keine Fehler machen. Sie alle können mich hindern zu leben, Mensch zu sein.
Mit seinen Worten und auch mit seinen Heilungen richtet Jesus Menschen auf. Jesus schenkt Leben. Viele haben sich danach gesehnt. Wie auch heute sich Menschen danach sehnen, aufgerichtet zu werden. Nicht umsonst wollte Jesus möglichst viele Menschen erreichen. Er hat die Nöte der Menschen gesehen und gespürt. Darum hat er sie alle zur Quelle, zu einem Leben mit Gott führen wollen, zum Vater, der die Menschen liebt, ohne dass sie sich diese Liebe verdienen müssten. Er hat den verzeihenden Gott gepredigt, der uns immer wieder einen neuen Anfang schenkt. Jesus hat auf diese Weise die Welt heil gemacht und Heil gebracht.
Jesus hatte eine Kraftquelle: das Gebet, die Verbundenheit mit dem Vater. Darum konnte Jesus vielen Menschen Halt und Heilung schenken. Auch für uns, die wir Jesus nachfolgen, als Christen*innen leben, ist es wichtig, immer wieder mit Jesus verbunden zu sein. Im Gebet, in der liebenden Beziehung zu Gott finden wir unseren Halt. Im Gebet können wir die Liebe Gottes zu uns erfahren.
Diese Liebe können wir weitertragen. Was wir empfangen haben, geben wir weiter. Wir können Halt denen geben, die sich im Leben schwertun, ihnen Hoffnung schenken. Das Schicksal von Ijob wendet sich am Ende zum Guten. Wenn es uns nicht gut geht, wie jetzt in der Pandemie, dann hoffen wir, dass es wieder gut werden wird. Wir können wir nicht alle Krankheiten heilen, wir können aber Kranken beistehen, ihnen Hoffnung und Mut schenken, damit sie nicht verzweifeln. Wir können unsere Mitmenschen annehmen wie sie sind. Das kann schon heilen, aufleben lassen. Wir können alle – wenn auch oft nur durch unser Dasein – denen beistehen und Mut machen, die am Boden zerstört sind. Wir können nicht die Probleme derer lösen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Doch wir können ihnen zeigen: Du bist wertvoll, auch wenn du im Moment nichts leisten kannst oder darfst. Dieses Verhalten kann heilend wirken. Wir dürfen mitwirken am Heil der Welt, am Heil, das Jesus schenken möchte.
Weitergeben, was man im Glauben empfangen hat, das wollte auch Paulus. „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde...“ Weh mir, wenn ich diesen Gott, der liebt, der uns Heil und Heilung schenkt, nicht verkünde, dann enthalte ich der Welt Wichtiges vor. Gelebter Glaube kann heilen und aufbauen.
Das Evangelium beschreibt einen "Arbeitstag" im Leben Jesu. Er wird über seine Kräfte gefordert. Alle wollen etwas von ihm. Es genügt ihm nicht, sich davon zu erholen. Er sucht das Gebet und behält seine Sendung im Blick.
Jesus nimmt dem Volk die Angst vor individueller Bedrohung durch Krankheit und die Angst vor kollektiver Bedrohung durch das/die Fremde/n
Jesus kündigt durch seine Worte und durch Heilungen die Nähe des Reiches Gottes an. Auf diese Sendung richtet er sich aus.
Die Texte des heutigen Sonntags, die erste Lesung aus dem Buch Ijob mit seiner Klage und dem Evangelium, das vom Handeln Jesu berichtet, sind sehr bewusst zu einer Einheit zusammengestellt. In ihrer Zusammenschau wird das Anliegen dieser Gegenüberstellung sehr deutlich sichtbar. Es lautet: Erkenne den Wert des Glaubens.
Die heutige Perikope ist für mich insofern sehr ansprechend, weil sie mir zeigt, was für Jesus wichtig ist. Und das sind einerseits "wir", die gewöhnlichen Leute - wie eben die Verwandtschaft eines seiner Jünger oder die "vielen", die er heilte und die an allen möglichen Krankheiten litten, - und andererseits ist es seine eigene Beziehung zum Vater, die Kraftquelle für sein Tun. Heute könnte man sagen: Er schaffte so für sich eine ausgeglichene "work-life-balance" oder das richtige Maß zwischen Aktion und Kontemplation oder, wenn sie so wollen, zwischen Empathie und eigener Psychohygiene. Und, wenn man das schafft, dann ist es schon etwas!
Für mich ist auch die Unkompliziertheit der ganzen Situation faszinierend. Er kommt in das Haus des Petrus zu einem Zeitpunkt, wo man sich doch normalerweise, wenn die Hausfrau krank darnieder liegt, keinen hohen Besuch einladet. In einer solchen Situation kann der Besucher auch leicht die eigenen Unzulänglichkeiten im Haus sehen. Aber das stört offensichtlich nicht. Es muss nicht alles perfekt sein. Es gibt Wichtigeres im Leben und das ist das Beziehungsgeschehen. Die Menschen selbst sind wichtig. Für Jesus ist es die Schwiegermutter, die er vom Fieber heilt, und für die Schwiegermutter, die geheilt wird, sind es die Gäste, die sie gleich bewirtet - oder wie es genau im Griechischen heißt: ihnen dient, sie bedient, für sie sorgt, sich um sie kümmert, ihnen hilft, sie unterstützt. Es sind genau die Tätigkeiten, die, wie wir aus der Apostelgeschichte wissen, die Diakone für die Armen in der Gemeinde gemacht haben. So tut sie an Jesus genau das, was er ihr vorher getan hat. So verstehen die frühen Gemeinden offensichtlich Christentum: sie sehen, fühlen, was der andere gerade braucht und helfen dort, wo er sich selber nicht helfen kann.
So sieht es die Kirche in ihrer Soziallehre auch heute noch. Da geht es nicht darum, dem anderen alles abzunehmen, sondern ihn dort zu unterstützen, wo er sich selbst nicht mehr helfen kann. Dazu braucht es aber einen sorgsamen, wachen Blick auf den anderen. Es braucht ein waches Interesse aneinander um überhaupt zu sehen, was jeder selbst kann und wo er der Hilfe der Gemeinschaft bedarf. Da ist viel Feingefühl und Verstand von Nöten. Dahinein passt weder der Paternalismus z.B. in der Medizin oder Politik, wie das Besserwissen wie der andere seine Probleme lösen muss oder dieses Abnehmen oder Übernehmen aller Selbstverantwortung, noch die Gleichgültigkeit einer Gesellschaft, in der jeder nur auf seinen eigenen Vorteil und seine eigene Bequemlichkeit bedacht ist. Beides ist Gift für eine funktionierende Gemeinschaft, ob es sich jetzt dabei um die Familie, die Freunde, die pfarrliche Gemeinschaft oder die Gesellschaft überhaupt handelt. Wir alle sind angesprochen und gefragt, einander in Wachsamkeit und Respekt vor der Würde des Anderen zu begegnen. Auch Jesus hat wie es heißt "viele" geheilt, er hat nicht aussortiert. Er ist auch für uns alle gestorben, hat allen Menschen seine Erlösung geschenkt, und so uns allen die gleiche Würde verliehen.
Dass uns das nicht immer gelingt, steht auf einem anderen Blatt. Es sind unsere eigenen Schattenseiten und Fehler, die uns daran hindern und unser Leben lang begleiten. Sie zu erkennen und positiv und kreativ damit umzugehen, erfordert viel Kraft. Das ist keine einzelne Kraftanstrengung, sondern fordert uns ein Leben lang heraus. Woher aber diese Kraft nehmen? Auch dafür zeigt uns die heutige Schriftstelle einen Weg. Schauen wir, woher Jesus die Kraft nimmt, das Leid der anderen wahrzunehmen und ihnen zu helfen. "… er steht auf, geht hinaus, auf einen einsamen Ort und betet". Aufstehen ist immer auch ein Akt des Willens - ob in der Früh, ob vom Wirtshaus - oder Kaffeehaustisch, ob von der Arbeit; aufstehen unterbricht das, was wir gerade tun, und ist der Beginn von Neuem. Und wenn wir anfangs von der ausgeglichenen work-life-balance gesprochen haben, so ist es manchmal oder besser regelmäßig auch für uns selbst besser, aufzustehen und uns von all dem, was um uns herum passiert und auch sehr wichtig ist, uns nach innen zu wenden, uns auch um uns selbst zu kümmern. Das rechte Maß ist dabei wichtig. Für die anderen da sein, aber auch für mich selbst da sein. Sich sammeln, Kraft schöpfen, auf andere Gedanken kommen, die Quelle in uns entdecken. Das führt unweigerlich zur eigentlichen Quelle alles Seins - zu Gott, zum Schöpfer und Vater, - zu Jesus, der uns vorgelebt hat, wie menschliches Leben in Einklang mit dem Willen des Vaters gelingen kann, - zum Heiligen Geist, der uns beisteht und Kraft zum Guten gibt, uns antreibt, uns dabei stärkt und hilft.
Er riskiert einen ungetrübten Blick in sein Leben. Und was er da sieht benennt er, klar und ohne etwas zu beschönigen. Und es ist ernüchternd was er zu sehen bekommt. Das ganze Leben nur ein Hauch, Glück wird er nicht mehr zu sehen bekommen. Eine ernüchternde, trübselige Bilanz, die Ijob hier zieht. Diese Bilanz ist Teil der Antwort Ijobs auf die Belehrungen seines Freundes Elifas.
Was war geschehen? Ijob war reich. Hatte Besitz, Herden, eine große Familie und eine stählerne Gesundheit. All sein Besitz wurde ihm genommen, seine Kinder starben und zu guter letzt war auch seine eigene Gesundheit dahin. Er saß mit Wunden und Geschwüren bedeckt auf einem Aschehaufen und fragte sich ganz einfach: Warum? Warum muss ich soviel Leid aushalten? Und seine Antwort ist: Ich will nicht mehr!
Jeden Tag, wenn ich durchs Krankenhaus gehe höre ich die Klagen des Ijob, seine Fragen und die Antwort: Es macht doch eigentlich keinen Sinn mehr. Und so, wie ich Ijob gut verstehe, verstehe ich Menschen hier im Krankenhaus, die einfach nicht mehr können, weil das Leid und die Sorge ihr ganzes Fühlen und Denken bestimmt. Und ich werde sprachlos, weil es auf ihre Frage nach dem Warum keine wirkliche Antwort gibt.
Ijobs Freund Elifas versucht eine Antwort und es finden sich dann Sätze wie: Bedenk doch! Wer geht ohne Schuld zugrunde? Wo werden Redliche im Stich gelassen? Wer Unheil sät der erntet es auch. Übertragen vielleicht in einem Satz, der uns heute manchmal leichtfertig über die Lippen geht: Jeder bekommt was er verdient! Jemand erzählte mir mal, wie er diesen Satz gebraucht hat und ein anderer ihm geantwortet hat: Glaubst Du wirklich, dass ich das verdient habe? Er hat diesen Satz nie wieder gebraucht.
Und auch Ijob wehrt sich gegen seine Freunde, die ihm sein Leid deshalb als gerechtfertigt erklären wollen, weil Gott sich nicht irrt. Und Ijob geht sogar noch einen gewaltigen, entscheidenden Schritt weiter! Er fragt Gott an: Ich sage zu Gott: Spricht mich nicht schuldig, lass mich wissen, warum du mich befehdest? Hast du die Augen eines Sterblichen, siehst du, wie Menschen sehen?
Ijob lässt Gott nicht in Ruhe, nimmt ihn mit in sein Schicksal, in sein Leben hinein. Wenn du Gott, der bist, für wen ich dich ansehe, dann sag mir doch warum es mir so dreckig geht, heißt die Klage Ijobs in Richtung Gott.
Für mich ist das ein Gebet in seiner intensivsten und menschlichsten Form, weil es Gott mit in das Leben einbezieht, weil es ihn, als jemand um den es geht nicht dann außen vor lässt wenn er wirklich gebraucht wird.
Was für seine Freunde Frevel und Gotteslästerung ist, wird für Ijob zur Rettung. Sein Schicksal verändert sich, weil er fragt, weil er klagt, weil er anklagt und weil er sich nicht einfach in sein Schicksal ergibt.
So wie Ijob beten zu können wünsche ich uns allen, weil wir uns so selber mit unseren Grenzen, mit unserer Angst und unserem Leid ernst nehmen und weil wir so auch Gott einen Zugang zu uns möglich machen, weil wir ihn dort ansprechen, wo wir ihm am wenigsten verstehen und doch am nötigsten haben.
Ijob hat lernen müssen so zu beten.
Suchen Sie sich für den Hausgottesdienst einen geeigneten Platz in Ihrer Wohnung,
zünden Sie eventuell eine Kerze an und beginnen Sie:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. - Amen.
Liebe bewegt – sogar Gott.
Nicht zur Demonstration seiner Macht, sondern aus Liebe schuf Gott die Welt. Aus Liebe zu uns Menschen ahndet er nicht postwendend unser Versagen, sondern wartet in Geduld und Wohlwollen ab, ob wir uns nicht in Freiheit ihm neu zuwenden – berührt und angesteckt von seiner, der göttlichen, Liebe.
Werden wir uns in diesem Gottesdienst neu der Liebe Gottes bewusst und wie sehr wir aus seinem Wohlwollen schöpfen dürfen und leben.
Jesus,
du hast Menschen an Seele und Körper geheilt.
Herr, erbarme dich unser.
Jesus,
du schenkst Menschen Zuversicht und Mut für ihre Zukunft.
Christus, erbarme dich unser.
Jesus,
du willst auch uns Leben in seiner ganzen Fülle schenken.
Herr, erbarme dich unser.
Herr Jesus Christus, der Glaube an dich hilft unserem Leben. Wir bitten dich:
Für alle, deren Leben durch eine unheilbare Krankheit eingeengt ist.
Schenke ihnen Hoffnung und Zuversicht durch die Liebe ihrer Mitmenschen.
Für alle, deren Dienste für andere als selbstverständlich genommen werden und die selten Dank erfahren.
Dass sie nicht mutlos werden, sondern den Sinn ihres Tuns erkennen.
Für alle, die von einer schweren Krankheit geheilt wurden.
Dass sie dir danken und auf dich hoffen lernen.
Für alle, die leiden, die ausgegrenzt werden, weil sie an dich glauben.
Dass sie immer wieder Mut zum Bekenntnis finden.
Für alle, die nicht an dich glauben können oder wollen.
Dass sie nie aufhören, nach Wahrheit zu suchen.
Für alle, deren Wünsche und Hoffnungen immer wieder enttäuscht werden.
Dass sie das Leben dennoch bejahen.
Für unsere Verstorbenen.
Dass sie die Erfüllung aller Hoffnungen erfahren.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Kehrvers,
z. B.: Freut euch: Wir sind Gottes Volk,
erwählt durch seine Gnade. (GL 56,1)
Gott unser Vater,
du nimmst Anteil an allem, was wir erleben,
woran wir uns freuen und woran wir leiden.
Wir treten vor dich, um dir zu danken und deine Größe zu preisen.
Kehrvers
Du hast mit den Menschen einen Bund geschlossen
und ihnen Gebote gegeben, die sie zum wahren Leben führen.
Du warst deinem Volk nahe und hast es in Schutz genommen.
Kehrvers
Dein Sohn Jesus Christus ist zum Guten Hirten geworden,
der sich der Müden und Erschöpften angenommen hat.
Er selbst hat Kranke geheilt, Tote zum Leben erweckt
und die Ausgestoßenen in die Gemeinschaft des Volkes zurückgeholt.
Kehrvers
Seinen Jüngern hat die Vollmacht gegeben zu verkünden,
wie nahe du den Menschen bist.
Sie haben es Jesus gleich getan und haben aller Welt gezeigt,
dass dein Reich mitten unter uns gegenwärtig ist.
Kehrvers
Er lädt auch uns ein, das Himmelreich zu bezeugen.
Umsonst haben wir empfangen, umsonst sollen wir geben.
Mit allen Aposteln und Heiligen stimmen wir ein in den Lobgesang auf deine Größe
und preisen wir dich mit unserem Lied.
Danklied, z. B. "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" (GL 392)
Ein Dach, das dich schützt,
wenn du Herberge suchst,
eine sanfte Hand, die dich hält,
wenn du dich niedergeschlagen fühlst,
ein gutes Herz, an das du dich anlehnen
kannst, wenn du dich verlierst
im Trubel des Alltäglichen,
einen Menschen in der Nähe, der deine
Tränen auffängt wie eine kostbare Schale,
eine warme Hand,
die deine Augen schließt, auch dann,
wenn du Abschied nimmst und hinübergehst
in die Welt des Lichtes,
das wünsche ich dir
aus Gottes liebender Hand, die uns berührt:
Die sanfte Hand des Vaters und des Sohnes
Und des Heiligen Geistes.
(Quelle unbekannt)
Du, Gott, der du mit uns auf dem Weg bist, der du unsere Fehler und Schwächen nicht ansiehst, sondern der du uns alles in deiner Liebe und Gnade verzeihst; der du uns deinen geliebten Sohn als
Bruder, Herrn und Heilsbringer gesandt hast, blicke herab auf uns, die wir flehend und betend vor dir stehen.
Wir bitten dich in dieser schweren Zeit der Corona-Epidemie und Not, gedenke deiner Liebe und Güte, die du den Menschen je und je in Zeiten der Belastungen gezeigt hast. Nimm auch in unserer Zeit unser Gebet liebend an und erhöre uns nach deiner Barmherzigkeit. Zeige dich als der ICH-BIN-DA, in guten und in schweren Zeiten.
Stärke uns in dieser Zeit, dass wir denen beistehen, die von der Krankheit gefährdet oder befallen sind und lass uns solidarisch und verantwortlich handeln. In deiner Güte lass uns alles Erdenkliche tun, damit diese Belastung für alle tragbar bleibt.
Denen, die durch die Erkrankung ihr Leben lassen mussten, schenke du deinen Frieden und lass sie Leben finden bei dir.
Lege du deinen Segen auf uns, dass wir durch diese schwere Zeit gelangen und bleibe bei uns, heute und morgen, und alle Zeit.
Heilige Maria, Heil der Kranken – bitte für uns.
Heilige Corona – bitte für uns.
Heiliger Rochus – bitte für uns.
Alle Heiligen Gottes – bittet für uns.
Guter JESUS,
DU bist einer von uns Menschen geworden
und hast uns Freunde genannt.
DU hast dich für uns als Brot gegeben,
damit wir bewusst aus dir leben können.
Leider kann ich diese Speise jetzt nicht leiblich empfangen.
Aber DU hast uns auch den Heiligen Geist verheißen und gesandt.
In diesem Geist weiß ich, dass DU da bist – immer und überall!
DU hälts die Schöpfung im Dasein
und auch ich lebe in deiner Hand.
DU hast mich schon gekannt,
ehe ich gezeugt und geboren wurde.
DU bist in mir da und um mich herum – immer und überall.
Weil DU die Schöpfung liebst
und zur Vollendung führen wirst,
darf auch ich auf dich hoffen.
So vereine ich mich im Geiste mit dir
und bitte dich:
Mache auch mich zu einer „Brotgabe“ für die Welt,
lass mich teilnehmen an deinem Werk
und hilf mir dabei.
Ich danke dir so sehr, dass DU da bist;
dass DU immer da bist
und überall
und dass DU mit mir und uns allen da bleiben wirst
in Ewigkeit! - Amen.
Aus Anlass der Corona-Pandemie im Jahr 2020
Die Welt ist aus den Fugen geraten.
Nichts ist mehr, wie es war.
So vieles, was für uns ganz selbstverständlich war,
ist auf einmal in Frage gestellt.
Geld, Erfolg, Ansehen
– was ist das alles noch wert,
wenn wir uns um unsere Gesundheit sorgen,
wenn wir Angst um unser Leben haben müssen?
Vorsichtig sind wir geworden.
Und demütig.
Und achtsam.
Die gegenseitige Rücksichtnahme
hat den Eigensinn in die Schranken gewiesen.
Das Habenwollen ist dem Geben gewichen.
Gemeinsam nach Wegen zu suchen, die aus der Not herausführen,
zählt mehr als das Streben, sich selbst wichtig zu machen.
Wir spüren,
was es bedeutet,
nicht allein zu sein,
jemanden zu haben,
der uns nahe ist
– und sei’s nur in Gedanken.
Und in Gebeten.
So bitten wir dich,
Gott,
gib uns Halt
in diesen haltlosen Zeiten.
Lass uns mutig nach vorn schauen,
zuversichtlich den Tag erwarten,
der der Nacht folgt,
dem Licht entgegensehen,
das die Dunkelheit verdrängt
und dann,
wenn es wieder hell geworden ist
– in uns und um uns herum –
das Unsere dafür tun,
dass das Gute,
das wir in diesen Tagen säen und pflanzen,
Früchte tragen
und bleiben möge.
Unter uns.
Allen zum Segen.
Eckhard Hermann
Lieber Gott,
dieser Corona Virus macht uns allen zu schaffen. Regale in Supermärkten sind leer. Alle drehen durch und hamstern. Die Menschen haben Angst und kaufen, dass die Einkaufswagen voll sind bis zum geht nicht mehr. Ich ärgere mich darüber, dass alle durchdrehen und die Schulen geschlossen sind, denn man kann nicht richtig lernen. Ich habe auch ein wenig Angst, aber nicht um mich, sondern um meine Omas.
Meine Omas bedeutet mir sehr viel, ich habe meine beiden Opas schon verloren und einen davon durfte ich nicht kennenlernen. Es ist beängstigend wie viele Menschen jetzt schon gestorben und infiziert sind. Ich ärgere mich auch über die Menschen die ignorant sind, die einfach sagen „mich interessiert das nicht, ich bin nicht geschädigt.“ Ich bitte dich, lass diese Menschen begreifen, was zurzeit los ist, damit nicht mehr Menschen sterben und dieser Albtraum bald vorbei ist.
AMEN.
Marc, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Lieber Gott,
ich bin in diesen schweren Zeiten dankbar dafür, dass meine Oma ihre Operation und die Krankenhauszeit gut überstanden hat und ohne Infektion nach Hause konnte. Ich bin auch dankbar dafür, dass mein Vater in seiner Quarantänezeit sich wohl und gesund fühlt und dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht. Ich finde es schade, dass ich mich mit meinen Freunden nicht treffen kann, dass ich nicht Fußball spielen kann und nicht in die Schule gehe.
Ich möchte dich darum bitten, dass sich die Covid-19 Pandemie nicht verschlimmert, dass es allen Menschen so weit wie möglich gut geht in dieser Zeit und dass ein Heilmittel bald vorhanden ist.
AMEN
Noah, 8. Klasse (RS CoJoBo - Collegium Josephinum Bonn)
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich. - Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich. - Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Gott Vater im Himmel, - erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt,
Gott Heiliger Geist,
Heiliger dreifaltiger Gott,…
Hl Maria, unsere liebe Frau von Lourdes, - bitte für uns!
Hl. Erzengel Raffael,
Alle Heiligen Engel,...
Hl. Josef,...
Hl. Johannes der Täufer,...
Hl. Lukas,...
Hl. Cosmas und hl. Damian,...
Hl. Blasius,...
Hl. Pantaleon,...
Hl. Corona,...
Hl. Rochus, hl. Sebastian und hl. Rosalia,...
Hl. Elisabeth von Thüringen,...
Hl. Katharina von Siena und hl. Katharina von Genua,...
Hl. Camillo von Lellis,...
Hl. Johannes von Gott,...
Hl. Aloisius Gonzaga
Hl. Karl Borromeus,...
Hl. Martin von Porres,...
Hl. Louise de Marillac,...
Sel. Niels Stensen,...
Hl. Damian de Veuster,...
Sel. Petrus Donders,…
Hl. Josefine Vannini,...
Hl. Josef Moscati,...
Hl. Markus Ji Tianxiang,...
Sel. Karl aus dem Hause Österreich,...
Sel. Ladislaus Batthyany,...
Sel. Restituta Kafka,...
Hl. Gianna Beretta Molla,...
Hl. Mutter Teresa,...
Hl. …….
All Ihr Heiligen Gottes,...
Jesus, sei uns gnädig. - Herr, befreie uns.
Von allem Bösen, - Herr, befreie uns.
Von der Corona-Epidemie, - Herr, befreie uns.
Durch deine Menschwerdung und Deine Auferstehung, - Herr, befreie uns.
Durch die Sendung des Hl. Geistes, - Herr, befreie uns.
Wir armen Sünder, - wir bitten dich, erhöre uns.
Mach uns bereit zu Buße und Umkehr,...
Schenke den Kranken Genesung,...
Gib den Verstorbenen das ewige Leben,...
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, verschone uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erhöre uns.
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt,
Herr, erbarme dich.
Christus, höre uns. - Christus, höre uns.
Christus, erhöre uns. - Christus, erhöre uns.
Lasset uns beten.
Barmherziger Gott,
du hilfst deinen Dienern in ihrer Not,
in Bedrängnis sowie Krankheit
und erhörst ihr Bitten.
Wir danken dir,
denn du hast uns Barmherzigkeit erwiesen.
Bewahre uns vor Unheil und Seuche
und schenke uns Freude wieder
in Gemeinschaft und in deinem Dienst.
Durch Christus, unsern Herrn. Amen.
Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, o heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten,
sondern errette uns jederzeit aus allen Gefahren,
o du glorwürdige und gebenedeite Jungfrau,
unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Führe uns zu deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stell uns vor deinem Sohne.
Amen.
Die Heiligen dieser Litanei, ein wenig vorgestellt:
Im Buch Tobit heilt der Erzengel Raffael (daher auch das Attribut Fisch),
Lukas war Evangelist und Arzt,
Cosmas und Damian waren bekannte altrömische Arzt-Märtyrer,
Blasius wird bei Rachenleiden angerufen (dank seines Martyriums),
Pantaleon war ebenso Mediziner,
Corona war Märtyrerin, früher Patronin der Lottospieler und dank dieser Pandemie eine
Seuchen-Fürsprecherin,
Rochus, Sebastian und Rosalia sind die klassischen Epidemie-Heiligen.
Im Mittelalter:
Elisabeth von Thüringen arbeitete im von ihr gegründeten Spital,
die beiden Katharinen sind die klassischen italienischen Krankenpfege-Heiligen.
In der Neuzeit:
Camillo von Lellis und Johannes von Gott sowie Josefine Vannini, die alle drei jeweils Krankenpflegeorden gegründet haben,
Karl Borromeus und Aloisius von Gonzaga pflegten Pestkranke. Aloisius starb an der Infektion,
Niels Stensen war Arzt, Humanist und Konvertit.
Im 19, und 20. Jahrhundert gab es einige Krankenpflege-Heilige:
Damian de Veuster lebte und starb bei den Aussätzigen auf Hawaii,
Petrus Donders in Surinam.
Josef Moscati war Arzt der Armen,
Markus Ji Tianxiang, Arzt, Opium-krank und Märtyrer,
der selige Karl von Österreich wurde Opfer der letzten großen Pandemie in Österreich,
der selige Ladislaus Batthyany war Arzt und Krankenhausgründer,
Restituta Kafka Krankenschwester und NS-Opfer,
die hl. Gianna Beretta Molla, Ärztin und Mutter, die ihr Leben für ihr Kind opferte,
Mutter Teresa von Kalkutta, die Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe.
Liebe Freunde, die Welt braucht Heilige,
und wir alle - ohne Ausnahme - sind zur Heiligkeit gerufen!
Habt keine Furcht!
Papst Franziskus
Gefunden in der Wallfahrtskirche Maria Grün, Wien
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten
und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe,
besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind.
Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms,
um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle,
die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen,
niemanden umarmen können.
Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt,
dass die Zahlen zurückgehen,
dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist,
dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können,
dass Du allein ewig bist,
dass im Leben so vieles unwichtig ist,
was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles,
was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke!
Johannes Hartl, Theologe, Augsburger Gebetshaus
Gott, du bist barmherzig und treu,
ein guter Hirte.
Du kennst die Wege, die wir gegangen sind,
auch die, über die wir nicht reden.
Du kennst auch die Strecken, die vor uns liegen,
unser Erwartung, unsere Sorge.
Dir vertrauen wir uns an.
Wenn wir uns in Tiefen verlieren,
führe uns,
wenn wir an Höhepunkten übermütig werden,
bewahre uns,
wenn Durststrecken vor uns liegen,
richte uns auf.
Du lässt uns an deinem Tisch das Leben schmecken.
In Christus, unserem Herrn.
Allmächtiger, ewiger Gott,
von Dir empfängt das ganze Universum Energie, Existenz und Leben,
wir kommen zu Dir und bitten um Dein Erbarmen,
weil wir heute die Zerbrechlichkeit der Menschheit
in der Erfahrung einer neuen Virusepidemie spüren.
Wir glauben, dass Du den Lauf der menschlichen Geschichte lenkst
und dass Deine Liebe unser Schicksal in der Not zum Besseren wenden kann.
Deswegen vertrauen wir Dir die Kranken und ihre Familien an:
Schenke Ihnen durch das Ostergeheimnis Deines Sohnes
Heil und gib Heilung ihrem Leib und ihrem Geist.
Hilf jedem Mitglied der Gesellschaft, seine Pflicht zu erfüllen,
und stärke den Geist der gegenseitigen Solidarität.
Stehe Ärzten und Pflegekräften, Erzieherinnen und Sozialarbeitern
in der Erfüllung ihres Dienstes bei.
Du, der Du unser Trost in der Schwachheit bist,
wende auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria
und aller heiligen Ärzte und Krankenpfleger jedes Übel von uns ab.
Befreie uns von der Epidemie, die uns gerade plagt,
damit wir gelassen zu unserem alltäglichen Leben zurückkehren
und Dich mit erneuertem Herzen loben und Dir danken können.
Dir vertrauen wir uns an,
zu Dir erheben wir auf die Fürsprache Mariens, der Helferin der Menschen,
unsere Bitte durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Dieses Gebet wird derzeit von der Don Bosco Familie weltweit gebetet; nach einem Gebet von Erzbischof Cesare Nosiglia,Turin)
https://www.donbosco4youth.at/de/news/details/novene-zu-maria-der-hilfe-der-christen-coronavirus.html
Heiliger Sebastian,
du warst und bleibst für viele Menschen
ein machtvoller Fürsprecher in Zeiten der Not.
Wir bitten dich demütig:
Erbitte uns die Gesundheit an Leib und Seele.
Beschütze uns vor einer Erkrankung durch den Corona-Virus.
Gib uns Klugheit in der rechten Sorge um unsere Gesundheit,
frei von Ängstlichkeit als auch von Gleichgültigkeit.
Stärke unser Vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist.
Das erbitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
https://www.pfarre-gisingen.at/sebastian/gebet-zum-hl-sebastian-um-schutz-vor-dem-coronavirus/
Guter Gott,
ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst. So viele Fragen schießen durch meinen Kopf. Wie geht es jetzt weiter? Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste. Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen.
https://mk-online.de/
Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die Angst haben vor einer Infektion,
für alle, die sich nicht frei bewegen können,
für die Ärztinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern,
für die Forschenden, die nach Schutz und Heilmitteln suchen,
dass Gott unserer Welt in dieser Krise seinen Segen erhalte.
(Stilles Gebet)
Allmächtiger Gott, du bist uns Zuflucht und Stärke,
viele Generationen vor uns haben dich als mächtig erfahren,
als Helfer in allen Nöten.
Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind,
und stärke in uns den Glauben, dass du dich um jede und jeden von uns sorgst.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
© Martin Conrad, Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz (www.liturgie.ch)
Beten wir für alle Menschen,
die am Corona-Virus erkrankt sind,
für alle, die unter der Angst vor der Ansteckung leiden,
für alle, die die Quarantäne einhalten,
für alle, die sich in den Spitälern um die Kranken kümmern,
für alle, die in der Forschung den Virus bekämpfen,
und für die Politiker, die gewichtige Entscheidungen treffen, dass Gott uns bewahre und uns den Weg durch diese Zeit weise.
Akklamation nach jeder Anrufung: Erbarme dich unser!
Du heiliger Gott. (Jes 6,1-3)
Du gerechter Gott.
Du langmütiger Gott. (Ex 34,6)
Du Gott, reich an Huld. (Ex 34,6)
Du treuer Gott. (Ex 34,6)
Du geduldiger Gott. (Röm 15,5)
Gott des Mitleids mit den Leidenden. (Ps 106,44f)
Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes. (2 Kor 1,3)
Gott, der uns tröstet wie eine Mutter. (Jes 66,13)
Gott, in dessen Schoss wir geborgen sind. (Hos 11)
Gott, an dessen Brust wir ruhen können. (Ps 131)
Gott, der uns nie vergisst. (Jes 49,15)
Gott, dessen Namen wir kennen. (Ex 3,14)
Gott, der uns eingezeichnet hat in seine Hände. (Jes 49,16)
Gott, der uns beim Namen ruft. (Jes 43,1)
Gott, dem wir gehören. (Jes 43,1)
Gott mit uns. (Mt 1,23)
Gott für uns. (Röm 8,31ff)
Gott, der uns aus der Gefangenschaft herausführt. (Ex 13,17-14,31)
Gott der Armen und Kleinen und Hilflosen. (Lk 1,46-55)
Gott, dessen Güte reicht soweit der Himmel ist. (Ps 36,5)
Gott aller, die sich plagen und schwere Lasten zu tragen haben. (Mt 11,28ff)
Gott, der weiss, was wir brauchen. (Mt 6,8)
Gott, der die Verlorenen sucht. (Mt 18,12-14)
Gott, der grösser ist als unser Herz.(1 Joh 3,20)
Gott, der den Hoffnungslosen Hoffnung gibt. (Röm 15,13)
Gott, der uns Sündern gnädig ist. (Lk 18,9-14)
Gott, dessen Erbarmen uns aus dem Tod rettet. (Eph 4,24)
Gott, unser Retter.
Gott des Lebens.
Du unsagbar grosser Gott.
Du leidenschaftlich liebender Gott.
Du unbegreiflich verzeihender Gott. (Lk 15,11-32)
Du masslos gnädiger Gott.
Du unendlich gütiger Gott.
Du barmherziger Gott.
Die Litanei ist stark von biblischen Texten inspiriert. Bei den meisten Anrufungen sind deshalb entsprechende Bibelstellen angegeben. Wenn keine Bibelstelle angegeben ist, bedeutet dies, dass dieser Aspekt der Barmherzigkeit Gottes sich an vielen Stellen der Bibel findet.
Die Bitten haben Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Magdenau formuliert - herzlichen Dank!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr Jesus Christus,
du bist das Brot des Lebens und der einzig wahre Weinstock.
Ich glaube, dass du wirklich anwesend bist
im heiligsten Sakrament der Eucharistie.
Ich suche dich.
Ich preise dich und bete dich an.
Da ich dich nicht empfangen kann
im eucharistischen Brot und Wein
bete ich, dass du in mein Herz und meine Seele kommst,
damit ich mit dir vereint sein kann
durch deinen allmächtigen und allgegenwärtigen Heiligen Geist.
Lass mich dich empfangen und von dir genährt werden.
Werde für mich das Manna in meiner Wüste,
das Brot der Engel
für meine sehr menschliche Reise durch die Zeit,
ein Vorgeschmack auf das himmlische Festmahl
und Trost in der Stunde meines Todes.
Ich erbitte all dies im Vertrauen darauf, dass du selbst
unser Leben, unser Friede und unsere immerwährende Freude bist.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.
Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.
Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.
Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.
Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn,
der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes,
jetzt und in Ewigkeit. Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gott Vater, Schöpfer der Welt,
du bist allmächtig und barmherzig.
Aus Liebe zu uns hast du deinen Sohn zum Heil der Menschen an Leib und Seele in die Welt gesandt.
Schau auf deine Kinder,
die in dieser schwierigen Zeit der Prüfung und Herausforderung in vielen Regionen Europas und der Welt sich an dich wenden,
um Kraft, Erlösung und Trost zu suchen.
Befreie uns von Krankheit und Angst,
heile unsere Kranken,
tröste ihre Familien,
gib den Verantwortlichen in den Regierungen Weisheit,
den Ärzten, Krankenschwestern und Freiwilligen Energie und Kraft,
den Verstorbenen das ewige Leben.
Verlasse uns nicht im Moment der Prüfung,
sondern erlöse uns von allem Bösen.
Darum bitten wir dich,
der du mit dem Sohn und dem Heiligen Geist lebst und herrschst bis in alle Ewigkeit. Amen.
Maria, Mutter der Kranken und Mutter der Hoffnung, bitte für uns!
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Gedenke, o Herr unser Gott, auch Deines ganzen Volkes,
gieß auf alle den Reichtum Deines Erbarmens aus ...
derjenigen, die wir aus Unwissenheit, Vergeßlichkeit und der Menge der Namen nicht erwähnt haben,
gedenke Du selbst, o Gott;
denn Du kennst eines jeden Alter und Namen,
und jeder ist Dir vom Mutterschoße an bekannt.
Denn Du, o Gott, bist die Hilfe der Hilflosen,
die Hoffnung der Hoffnungslosen ...
und der Arzt der Kranken.
Werde selbst allen alles,
da Du einen jeden kennst, seine Bitten, sein Haus und sein Bedürfnis.
Amen.
https://liturgie.ch/praxis/gottesdienst-waehrend-des-corona-virus/1583-corona-gebete
Herr, Du Gott des Lebens,
betroffen von der Not der Corona-Krise kommen wir zu Dir.
Wir beten für alle, deren Alltag jetzt massiv belastet ist
und bitten um Heilung für alle Erkrankten.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Tröste jene, die jetzt trauern, weil sie Tote zu beklagen haben.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie,
und allen Pflegenden Kraft in ihrer extremen Belastung.
Gib den politisch Verantwortlichen Klarheit für richtige Entscheidungen.
Wir danken Dir für alle, die mit vielfältigen Diensten
die Sicherheit und Versorgung unseres Landes aufrecht erhalten.
Wir beten für alle, die in Panik sind oder von Angst überwältigt werden.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden erleiden oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne mussten,
sich einsam fühlen und niemanden an ihrer Seite haben.
Stärke die Herzen der alten und pflegebedürftigen Menschen,
berühre sie mit Deiner Sanftheit und gib ihnen die Gewissheit,
dass wir trotz allem miteinander verbunden sind.
Von ganzem Herzen flehen wir, dass die Epidemie abschwillt
und dass die medizinischen Einrichtungen auch künftig
den übermäßigen Anforderungen entsprechen können.
Wir beten, dass die Zahl der Infizierten und Erkrankten abnimmt
und hoffen auf eine baldige Rückkehr zur vertrauten Normalität.
Guter Gott, mache uns dankbar für jeden Tag, den wir gesund verbringen.
Lass uns nie vergessen, dass unser Leben ein zerbrechliches Geschenk ist.
Wir sind sterbliche Wesen und können nicht alles kontrollieren.
Du allein bist ewig, Ursprung und Ziel von allem – immer liebend.
Getragen vom Frieden, der von Dir kommt, werden wir die Krise bestehen.
Jesus, Du Herr und Bruder aller Menschen,
Deine Gegenwart vertreibt jede Furcht, sie schenkt Zuversicht
und macht uns bereit – offen und aufmerksam für das Leben.
Jesus, wir vertrauen auf Dich!
Heilige Maria, Mutter unseres Herrn, und alle heiligen Frauen und Männer,
Nothelfer und Schutzpatrone unseres Landes, bittet für uns! Amen.
www.dibk.at/Meldungen/Gebet-in-der-Coronakrise
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr;
fremd wie dein Name sind mir deine Wege.
Seit Menschen leben, rufen sie nach Gott;
mein Los ist Tod, hast du nicht andern Segen?
Bist du der Gott. der Zukunft mir verheißt?
Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.
Von Zweifeln ist mein Leben übermannt,
mein Unvermögen hält mich ganz gefangen.
Hast du mit Namen mich in deine Hand,
in dein Erbarmen fest mich eingeschrieben?
Nimmst du mich auf in dein gelobtes Land?
Werd ich dich noch mit neuen Augen sehen?
Sprich du das Wort, das tröstet und befreit
und das mich führt in deinen großen Frieden.
Schließ auf das Land, das keine Grenzen kennt,
und laß mich unter deinen Söhnen leben.
Sei du mein täglich Brot, so wahr du lebst.
Du bist mein Atem, wenn ich zu dir bete.
Originaltitel: Ik sta voor U
Text: Huub Oosterhuis
Übertragung: Lothar Zenetti
Wer unterm Schutz des Höchsten steht (GL 424)
1) Wer unterm Schutz des Höchsten steht, im Schatten des Allmächtgen geht,
wer auf die Hand des Vaters schaut, sich seiner Obhut anvertraut,
der spricht zum Herrn voll Zuversicht: Du meine Hoffnung und mein Licht,
mein Hort, mein lieber Herr und Gott, dem ich will trauen in der Not.
2) Er weiß, dass Gottes Hand ihn hält, wo immer ihn Gefahr umstellt;
kein Unheil, das im Finstern schleicht, kein nächtlich Grauen ihn erreicht.
Denn seinen Engeln Gott befahl, zu hüten seine Wege all,
dass nicht sein Fuß an einen Stein anstoße und verletzt mög sein.3)
Denn dies hat Gott uns zugesagt: Wer an mich glaubt, sei unverzagt,
weil jeder meinen Schutz erfährt; und wer mich anruft, wird erhört.
Ich will mich zeigen als sei Gott, ich bin ihm nah in jeder Not;
des Lebens Fülle ist sein Teil, und schauen wird er einst mein Heil.
Guter Gott, dein Sohn ist für uns Mensch geworden und geht alle unsere Wege mit.
Wir bitten dich:
Unsere Fürbitten fassen wir zusammen und bekräftigen wir, in dem wir das Gebet des Herrn sprechen:
Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
und wie unsagbar nah bei uns.
Allzeit bist du um uns in Sorge,
in deiner Liebe birgst du uns.
Du bist nicht fern, denn die zu dir beten
wissen, dass du uns nicht verlässt.
Du bist so menschlich in unsrer Mitte,
dass du wohl dieses Lied verstehst.
Du bist nicht sichtbar für unsre Augen,
und niemand hat dich je gesehn.
Wir aber ahnen dich und glauben,
dass du uns trägst, dass wir bestehen.
Herr, ich bin dein Eigentum,
dein ist ja mein Leben,
mir zum Heil und dir zum Ruhm
hast du mir’s gegeben.
Väterlich führst du mich
auf des Lebens Wegen
meinem Ziel entgegen.
Deine Treue wanket nicht,
du wirst mein gedenken,
wirst mein Herz in deinem Licht
durch die Zeit hin lenken.
So weiß ich, du hast mich
in die Hand geschrieben,
ewig mich zu lieben.
Gib auch, dass ich wachend sei,
Herr, an deinem Tage,
und das Licht der Gnaden treu
durch mein Leben trage.
Dass ich dann fröhlich kann
dir am End der Zeiten
Herr, entgegenschreiten.
Youtube-Version:
https://www.youtube.com/watch?v=41cSIWZnPrk
Originaltitel: Zolang er mensen zijn op aarde, Text: Huub Oosterhuis, Übertragung: Dieter Trautwein.
1. Du Sonne der Gerechtigkeit,
Christus, vertreib in uns die Nacht,
dass mit dem Licht des neuen Tags
auch unser Herz sich neu erhellt.
2. Du schenkst uns diese Gnadenzeit,
gib auch ein reuevolles Herz
und führe auf dem Weg zurück,
die deine Langmut irren sah.
3. Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,
da alles neu in Blüte steht;
der Tag, der unsre Freude ist,
der Tag, der uns mit dir versöhnt.
4. Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,
lobsinge alles, was da lebt.
Lass uns, durch deine Gnade neu,
dich preisen durch ein neues Lied. - Amen.
Hilf, Herr meines Lebens, dass ich nicht vergebens,
https://www.youtube.com/watch?v=kclZw0H-mys
Bewahre uns, Gott, behüte uns Gott:
https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls
1. Jesus lebt, mit ihm auch ich! Tod, wo sind nun deine Schrecken?
Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken.
Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.
2. Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben;
mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben.
Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.
3. Jesus lebt! Wer nun verzagt, lästert ihn und Gottes Ehre.
Gnade hat er zugesagt, dass der Sünder sich bekehre.
Gott verstößt in Christus nicht; dies ist meine Zuversicht.
4. Jesus lebt! Sein Heil ist mein, sein sei auch mein ganzes Leben;
reines Herzens will ich sein und den Lüsten widerstreben.
Er verlässt den Schwachen nicht; dies ist meine Zuversicht
5. Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden,
keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden.
Er gibt Kraft zu dieser Pflicht; dies ist meine Zuversicht.
6. Jesus lebt! Nun ist der Tod mir der Eingang in das Leben.
Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben,
wenn sie gläubig zu ihm spricht: Herr, Herr, meine Zuversicht!
T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757.
Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt,
hast mich geheilt und mit Freude umgürtet.
Dir singt mein Herz und will nicht verstummen.
Dir will ich singen in Ewigkeit.
(Text: nach Psalm 30,12 – 13; Melodie: Johannes Falk *1963)
1. Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit!
Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit.
Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein.
Sei unser Gast und teile Brot und Wein.
2. Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz.
Doch du, Verlorner, führtest uns bereits.
Brennt nicht uns ein Feuer, wenn du sprichst?
Zeige dich, wenn du nun das Brot uns brichst.
3. Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein.
Lass uns dich sehn im letzten Abendschein.
Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir:
Lebend und sterbend bleiben wir in dir.
(Text: Peter Gerloff, Melodie: Henry Monk 1861)
1. Vom Tode heut erstanden ist
der heilge Herre Jesus Christ,
der aller Welt ein Tröster ist. Halleluja.
2. Die ganze Erde staunt und bebt,
weil Gottes Herrlichkeit anhebt;
der Tod ist tot, das Leben lebt. Halleluja.
3. Des Herren Sieg bricht ins uns ein,
da sprengt er Riegel, Schloss und Stein;
in uns will Christus Sieger sein. Halleluja.
4. Nun jauchzt und jubelt überall.
Die Welt steht auf von ihrem Fall.
Gott herrscht in uns, er herrscht im All. Halleluja.
(Text: nach „Surrexit Christus hodie“ Engelberg1372, 2 – 4. Str.: Silja Walter 1968,; Melodie: 14. Jahrhundert/Böhmische Brüder 1501/bei Michael Weiße 1531)
1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, Halleluja, Halleluja,
in deiner Urständ fröhlich ist. Halleluja, Halleluja.
2. Das himmlisch Herr im Himmel singt, Halleluja, Halleluja,
die Christenheit auf Erden klingt. Halleluja, Halleluja.
3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, Halleluja, Halleluja,
die Bäum zu blühen fangen an. Halleluja, Halleluja.
4. Es singen jetzt die Vögel all, Halleluja, Halleluja,
jetzt singt und klingt die Nachtigall, Halleluja, Halleluja.
5. Der Sonnenschein kommt jetzt herein, Halleluja, Halleluja,
und gibt der Welt ein neuen Schein, Halleluja, Halleluja.
(Text: Friedrich Spee 1623, Melodie: Köln 1623, E: 1. Und 6. Str.: „Urständ: Auferstehung)
1. Jesus Christus, guter Hirte,
Hoherpriester, Osterlamm,
für das Lamm, das sich verirrte,
starbst du an dem Kreuzesstamm.
2. Baum des Lebens, Strom des Heiles,
edler Weinstock, Himmelsbrot,
du nur kennst und führst die Deinen
in das Leben aus dem Tod.
3. Wort des Vaters, offne Türe,
Licht der Stadt Jerusalem,
lass uns deine Stimme hören,
lass uns deine Wege gehen.
(Text: Adelgart Gartenmeier 1997, Melodie: Kamilla Usmanova 2008)
1. Das ist der Tag, den Gott gemacht,
der Freud in alle Welt gebracht.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
2. Verklärt ist alles Leid der Welt,
des Todes Dunkel ist erhellt.
Der Herr erstand in Gottes Macht,
hat neues Leben uns gebracht.
3. Wir sind getauft auf Christi Tod
und auferweckt mit ihm zu Gott.
Uns ist geschenkt sein Heilger Geist,
ein Leben, das kein Tod entreißt.
4. Wir schauen auf zu Jesus Christ,
zu ihm, der unsre Hoffnung ist.
Wir sind die Glieder, er das Haupt,
erlöst ist, wer an Christus glaubt.
5. Nun singt dem Herrn das neue Lied,
in aller Welt ist Freud und Fried.
Es freu sich, was sich freuen kann,
denn Wunder hat der Herr getan.
(Text: nach Heinrich Bone 1847/EGB 1975, 3. und 4. Str.: Friedrich Dörr 1972; Melodie: nach Johann Leisentritt 1567)
1) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Engel in Chören,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehren!
Sehet doch da: Gott will so freundlich und nah zu den Verlornen sich kehren.
2) Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud wird uns verkündiget heut; freuet euch, Hirten und Herden!
3) Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind, träget und hebet die Sünd; alles anbetet und schweiget.
4) Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein, eins mit dem Kinde zu sein, die ihr zum Vater wollt gehen.
5) Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn innigst sich freuen darin und sich in Demut versenken?
6) König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein, den ich erwähle allein; ewig entsag ich der Sünde.
7) Treuer Immanuel, werd auch in mir nun geboren,
komm doch, mein Heiland, denn ohne dich bin ich verloren!
Wohne in mir, mache ganz eins mich mit dir, der du mich liebend erkoren.
1. Ich steh an deiner Krippen[3] hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und laß dir’s wohlgefallen.
2. Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.
3. Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!
4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O daß mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
daß ich dich möchte fassen!
1) Lobt Gott, ihr Christen alle gleich,
in seinem höchsten Thron,
der heut schließt auf sein Himmelreich
und schenkt uns seinen Sohn,
und schenkt uns seinen Sohn.
2) Er kommt aus seines Vaters Schoß
und wird ein Kindlein klein,
er liegt dort elend, nackt und bloß
in einem Krippelein,
in einem Krippelein.
3) Er äußert sich all seiner G'walt,
wird niedrig und gering
und nimmt an eines Knechts Gestalt,
der Schöpfer aller Ding,
der Schöpfer aller Ding.
4) Er wechselt mit uns wunderlich:
Fleisch und Blut nimmt er an
und gibt uns in seins Vaters Reich
die klare Gottheit dran,
die klare Gottheit dran.
5) Er wird ein Knecht und ich ein Herr;
das mag ein Wechsel sein!
Wie könnt es doch sein freundlicher,
das herze Jesulein,
das herze Jesulein!
6) Heut schließt er wieder auf die Tür
zum schönen Paradeis;
der Cherub steht nicht mehr dafür.
Gott sei Lob, Ehr und Preis,
Gott sei Lob, Ehr und Preis!
1. Menschen, die ihr wart verloren,
lebet auf, erfreuet euch!
Heut ist Gottes Sohn geboren,
heut ward er den Menschen gleich.
Lasst uns vor ihm niederfallen,
ihm soll unser Dank erschallen:
„Ehre sei Gott, Ehre sei Gott,
Ehre sei Gott in der Höhe!“
2. Welche Wunder reich an Segen
stellt uns dies Geheimnis dar!
Seht, der kann sich selbst nicht regen,
durch den alles ist und war.
Lasst uns vor ihm niederfallen …
3. Selbst der Urquell aller Gaben
leidet solche Dürftigkeit!
Welche Liebe muss der haben,
der sich euch so ganz geweiht!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
4. Menschen! Liebt, o liebt ihn wieder
und vergesst der Liebe nie!
Singt mit Andacht Dankeslieder
und vertraut, er höret sie!
Lasst uns vor ihm niederfallen …
Christoph Bernhard Verspoell (1810)
1. Zu Bethlehem geboren,
ist uns ein Kindelein,
das hab' ich auserkoren,
sein eigen will ich sein.
Eia, eia, sein eigen will ich sein.
2. In seine Lieb’ versenken
will ich mich ganz hinab;
mein Herz will ich ihm schenken
und alles, was ich hab’,
eia, eia, und alles, was ich hab’.
3. O Kindelein, von Herzen
will ich dich lieben sehr,
in Freuden und in Schmerzen
je länger und je mehr,
eia, eia, je länger und je mehr.
4. Die Gnade mir doch gebe,
bitt’ ich aus Herzensgrund,
dass ich allein dir lebe
jetzt und zu aller Stund’,
eia, eia, jetzt und zu aller Stund’.
5. Dich, wahren Gott, ich finde
in unser’m Fleisch und Blut;
darum ich mich dann binde
an dich, mein höchstes Gut,
eia, eia, an dich, mein höchstes Gut.
6. Lass mich von dir nicht scheiden,
knüpf’ zu, knüpf’ zu das Band
der Liebe zwischen beiden;
nimm hin mein Herz zum Pfand,
eia, eia, nimm hin mein Herz zum Pfand!
Friedrich Spee (1638)
1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.
2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.
3. Wer ist hier, der vor dir besteht?
Der Mensch, sein Tag, sein Werk vergeht;
nur du allein wirst bleiben.
Nur Gottes Jahr währt für und für,
drum kehre jeden Tag zu dir,
weil wir im Winde treiben.
4. Der Mensch ahnt nichts von seiner Frist.
Du aber bleibest, der du bist,
in Jahren ohne Ende.
Wir fahren hin durch deinen Zorn,
und doch strömt deiner Gnade Born
in unsre leeren Hände.
5. Und diese Gaben, Herr, allein
lass Wert und Mass der Tage sein,
die wir in Schuld verbringen.
Nach ihnen sei die Zeit gezählt;
was wir versäumt, was wir verfehlt,
darf nicht mehr vor dich dringen.
6. Der du allein der Ewge heisst
und Anfang, Ziel und Mitte weisst
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.
Jochen Klepper (1937) 1938
1) Lobpreiset all zu dieser Zeit,
wo Sonn und Jahr sich wendet,
die Sonne der Gerechtigkeit,
die alle Nacht geendet.
Refrain:
Dem Herrn, der Tag und Jahr geschenkt,
der unser Leben trägt und lenkt,
sei Dank und Lob gesungen.
2) Christus hat unser Jahr erneut
und hellen Tag gegeben,
da er aus seiner Herrlichkeit
eintrat ins Erdenleben.
3) Er ist der Weg, auf dem wir gehn,
die Wahrheit, der wir trauen.
Er will als Bruder bei uns stehn,
bis wir im Glanz ihn schauen.
Herr, unser Gott.
Wir bekennen Dir unsere Schuld.
Wir haben weggehört und uns taub gestellt,
wo Du uns durch Menschen gerufen hast.
Wir waren stumm,
wo wir für Dich das Wort hätten ergreifen müssen.
Wir haben unsere Hände in den Schoß gelegt,
wo wir in Deinem Auftrag hätten zupacken müssen.
Im Namen Jesu Christi, Deines Sohnes, bitten wir Dich:
Vergib uns!
Öffne unsere Ohren, damit wir richtig hören.
Öffne unsere Münder, damit wir wahrhaftig reden.
Setz uns in Bewegung, hin zu Dir.
Wir bitten Dich für alle körperlich und seelisch Sprachlosen,
für die, die nicht mehr zuhören können,
für die, die in ihrer Krankheit gefangen sind,
begegne ihnen und rühr sie an.
Heile sie!
Herr, wir bitten Dich auch für uns,
berühre uns mit Deinem Atem.
Amen.
Peter Böhlemann, in:
http://www.predigten.uni-goettingen.de/archiv-5/030907-6.html
http://www.predigten.uni-goettingen.de/archiv-5/030907-6.html
Herr,
du hast den Stummen
die Sprache wiedergegeben,
um uns zu sagen:
Erhebt eure Stimme!
Ich will, dass ihr sprecht.
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn irgendwo Menschen Unrecht getan wird.
Deckt es auf! Macht es publik.
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn Gott gelästert wird.
Am Stammtisch oder in den Medien, gedankenlos oder bewusst,
Redet!
Seid nicht stumm,
wenn Katastrophen hereinbrechen: Feuer, Wasser, Lawinen.
Bei Frost, bei Hitzewellen und wenn die Erde bebt, redet mit Gott.
Bittet!
Seid nicht stumm,
wenn ihr schweres Leid ertragen müsst, unheilbare Krankheit,
Verlust, den Tod eines geliebten Menschen. . .
Betet!
Seid nicht stumm,
wenn ihr glückliche Stunden erlebt,
wenn alles sich zum Guten wendet.
Jubelt!
Seid nicht stumm,
wenn ihr euren Glauben bekennen könnt,
heimlich oder offen vor aller Welt.
Jubelt!
Seid nicht stumm,
wenn euch etwas gelungen ist,
eine Hoffnung sich erfüllt hat.
Dankt!
Seid nicht stumm,
wenn Gott euch begegnet ist,
in einem Ereignis, in einem Menschen, in der Stille.
Dankt!
Du hast uns Stummen, Herr, die Sprache gegeben,
wie du dem Stummen in Galiläa die Sprache wiedergegeben hast.
Damit wir beten und jubeln, danken und bitten und ja sagen können
zu deinem Wort, sodass es alle hören.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
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Im Gebiet der Dekapolis, der zehn Städte am Ostufer des Sees Genesareth, bringen Unbekannte einen Unbekannten zu Jesus. Der Unbekannte ist taubstumm und wahrscheinlich ein Heide. Das griechische Wort für Stummheit bedeutet in etwa "er konnte nur stammeln".
Ein Kind, das nicht hören kann, stammelt meist nur und lernt (ohne heutige medizinische Standards) auch nie richtig sprechen. Ob er allerdings von Geburt an taubstumm gewesen ist oder erst aufgrund einer Krankheit, kann aus dem Text nicht geschlossen werden. Sicher ist hingegen, daß Taubheit damals oft mit Besessenheit gleichgesetzt worden ist. Dieser Taubstumme wird also zu Jesus gebracht, und seine Heilung, ein Wunder, wird erwartet.
Jesus nimmt den Kranken beiseite, da dieser in der Masse hilflos zu sein scheint, und Jesus möchte ihm den nötigen Raum zur "gesamtmenschlichen" Begegnung mit ihm geben. Die Finger waren oft Sinnbilder einer Kraftübertragung und werden hier auf die "Orte des Schmerzes" gelegt. Speichel kam im Alten Orient eine heilende und exorzistische Bedeutung zu. Der Blick zum Himmel drückt die tiefe Verbundenheit mit Gott aus. Die Heilung kommt nicht von verborgenen Kräften, es werden keine unverständlichen Riten und Rituale praktiziert, sondern die Heilung beruft sich auf die Kraft Gottes. Dadurch lösen sich die (dämonischen?) Blockaden im Körper des Taubstummen und er wird zu einer normalen menschlichen Kommunikation befähigt.
Jesus will aber nicht, daß die Menschen von dieser Heilung berichten. Seine Zeit, die Zeit in der die Menschen sein Tun erst begreifen werden, ist die Zeit des Kreuzes und diese ist noch nicht gekommen. Logisch, daß die Menge dieses Wunder nicht geheim halten konnte. Doch sie läuft gleichsam Gefahr, das Wesentliche zu übersehen und am Wunder "hängen zu bleiben". Das "effata", das "öffne dich" gilt auch für die Menge.
Das Evangelium dieses Sonntags erzählt von einer wunderbaren Heilung eines Tabstummen. Diese Geschichte ist einzigartig. Obwohl sie Matthäus und Lukas vorgelegen hat, haben sie sie nicht übernommen. Sie wird ganz nach dem Muster der Wunder- und Heilungserzählungen, die es im palästinenschischen und hellnistischen Umfeld gegeben hat, erzählt. Die Erzählung beschreibt ungewöhnlich bis ins Detail, was der Heiler mit dem zu Heilenden anstellt. So zu erzählen war damals üblich.
Markus gibt dieser Erzählung jedoch seine eigene Deutung. Diese läßt sich aus dem Kontext und dem Schweigegebot, das Markus an mehreren Stellen einfügt, ablesen. Für Markus ist Jesus der verborgene Gottessohn, der erst am Kreuz offenbar wird. Was man von ihm schon vor diesem Offenbarwerden erzählt und erzählen kann, ist mißverständlich. Deshalb fügt Markus immer wieder das Schweigegebot ein.
"Die Heiden" (Dekapolis und Gliläa, wo sie diese Ereignisse zutragen, gelten als heidnische Gebiete) mißverstehen Jesu Wundertäter, göttlichen Arzt, Wohltäter der Menscheit...
Jesus läßt sich aber auch nicht nach den Forderungen der Pharisäer nach jüdischen Vorstellungen verstehen.
Auch die Jünger verstehen ihn nicht (vgl. Mk 8, 21).
Der Abschluß der Erzählung knüpft jedoch an die alttestamentliche Überlieferung vom Schöpfer, der alles gut macht, und vom Retter, der heilt und die Schöpfung wieder herstellt, an.
Die Geschichte von der Heilung des Hör- und Sprachbehinderten steht im Zusammenhang von verschiedenen Heilungs- und auch anderen Wundergeschichten. Diese Wundergeschichten haben zwei Aussageebenen: Zuerst verweisen sie auf die Wirkmächtigkeit des Gottessohnes. Die Taten sollen die Menschen wissen lassen: Das, was er sagt, stimmt wirklich. Und all jene, die keine Ahnung haben von Torah und Propheten, bekommen mit: Da ist einer, mit dem bricht Neues an - da muss man wirklich daran glauben. Darüber hinaus soll der fromme Jude erfahren: Mit diesem Mann erfüllen sich die Schriften der Alten. Im Fall der Heilung des Hör- und Sprachbehinderten sind es die Worte aus Jesaja 35.
Ein kleines Detail in der Geschichte verwundert (und nicht nur in dieser): Immer wieder verbietet Jesus nach seiner Tat den Leuten - den Geheilten wie der Zeugenschaft - zu erzählen, was sie erlebt haben. Eigentlich sollte man annehmen, das Gegenteil müsse Jesu Absicht sein. Vermutlich ist das Schweigegebot ein Hinweis darauf, dass das Handeln Jesu mit der Heilung nicht fertig ist. Darauf verweist auch die Komposition unserer Sonntagsliturgie, wenn dem Evangelium die Jesaja-Lesung vorangeht, die von der Erfüllung des Heilsversprechens erzählt. Diesen Hinweis hatten die Menschen damals aber nicht. Für sie sollte sich der Sinn der Heils- und Wundertaten mit der Erfahrung der Auferstehung Jesu erschließen. Und bis zu diesem Moment sollten sie nicht marktschreierisch und unverständig von dem erzählen, was sie gesehen hatten. In allen Heilungsgeschichten können wir nachlesen: Dieses Schweigegebot ist ungehört verhallt.