Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
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Lesung aus dem ersten Buch der Könige.
In jenen Tagen
ging Elíja eine Tagereise weit in die Wüste hinein.
Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch
und wünschte sich den Tod.
Er sagte: Nun ist es genug, Herr.
Nimm mein Leben;
denn ich bin nicht besser als meine Väter.
Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein.
Doch ein Engel rührte ihn an
und sprach: Steh auf und iss!
Als er um sich blickte,
sah er neben seinem Kopf Brot,
das in glühender Asche gebacken war,
und einen Krug mit Wasser.
Er aß und trank und legte sich wieder hin.
Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal,
rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
Sonst ist der Weg zu weit für dich.
Da stand er auf,
aß und trank
und wanderte, durch diese Speise gestärkt,
vierzig Tage und vierzig Nächte
bis zum Gottesberg Horeb.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus dem ersten Buch der Könige.
In jenen Tagen
erzählte Ahab Isebel alles, was Elija getan,
auch dass er alle Propheten
mit dem Schwert getötet habe.
Sie schickte einen Boten zu Elija
und ließ ihm sagen:
Die Götter sollen mir dies und das antun,
wenn ich morgen um diese Zeit
dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleichmache.
Elija geriet in Angst,
machte sich auf und ging weg,
um sein Leben zu retten.
Er kam nach Beerscheba in Juda
und ließ dort seinen Diener zurück.
Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wüste hinein.
Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch
und wünschte sich den Tod.
Er sagte: Nun ist es genug, Herr.
Nimm mein Leben;
denn ich bin nicht besser als meine Väter.
Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein.
Doch ein Engel rührte ihn an
und sprach: Steh auf und iss!
Als er um sich blickte,
sah er neben seinem Kopf Brot,
das in glühender Asche gebacken war,
und einen Krug mit Wasser.
Er aß und trank und legte sich wieder hin.
Doch der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal,
rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!
Sonst ist der Weg zu weit für dich.
Da stand er auf,
aß und trank
und wanderte, durch diese Speise gestärkt,
vierzig Tage und vierzig Nächte
bis zum Gottesberg Horeb.
Dort ging er in eine Höhle,
um darin zu übernachten.
Doch das Wort des HERRN erging an ihn:
Was willst du hier, Elija?
Er sagte:
Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich für den HERRN,
den Gott der Heerscharen, eingetreten,
weil die Israeliten deinen Bund verlassen,
deine Altäre zerstört
und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben.
Ich allein bin übrig geblieben
und nun trachten sie auch mir nach dem Leben.
Der HERR antwortete:
Komm heraus
und stell dich auf den Berg vor den HERRN!
Da zog der HERR vorüber:
Ein starker, heftiger Sturm,
der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach,
ging dem HERRN voraus.
Doch der HERR war nicht im Sturm.
Nach dem Sturm kam ein Erdbeben.
Doch der HERR war nicht im Erdbeben.
Nach dem Beben kam ein Feuer.
Doch der HERR war nicht im Feuer.
Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln.
Als Elija es hörte,
hüllte er sein Gesicht in den Mantel,
trat hinaus
und stellte sich an den Eingang der Höhle.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Kostet und seht, wie gut der Herr ist! – Kv
GL 39,1
Ich will den Herrn allezeit preisen; *
immer sei sein Lob in meinem Mund.
Meine Seele rühme sich des Herrn; *
die Armen sollen es hören und sich freuen. – (Kv)
Preist mit mir die Größe des Herrn, *
lasst uns gemeinsam seinen Namen erheben!
Ich suchte den Herrn und er gab mir Antwort, *
er hat mich all meinen Ängsten entrissen. – (Kv)
Die auf ihn blickten, werden strahlen, *
nie soll ihr Angesicht vor Scham erröten.
Da rief ein Armer und der Herr erhörte ihn *
und half ihm aus all seinen Nöten. – (Kv)
Der Engel des Herrn umschirmt, die ihn fürchten, *
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gut der Herr ist! *
Selig der Mensch, der zu ihm sich flüchtet! – Kv
Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus
an die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
Betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes,
den ihr als Siegel empfangen habt
für den Tag der Erlösung!
Jede Art von Bitterkeit
und Wut und Zorn
und Geschrei und Lästerung
mit allem Bösen verbannt aus eurer Mitte!
Seid gütig zueinander,
seid barmherzig,
vergebt einander,
wie auch Gott euch in Christus vergeben hat.
Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder
und führt euer Leben in Liebe,
wie auch Christus uns geliebt
und sich für uns hingegeben hat
als Gabe und Opfer, das Gott gefällt!
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
In Eph 4,22 und 4,24 ist vom Ablegen des alten Menschen und vom Anziehen des neuen Menschen die Rede. Daran wird in der vorliegenden Lesungsperikope angeknüpft. Sie enthält Weisungen für das konkrete Leben, die den Wechsel vom alten zum neuen Menschen befördern sollen - ein Wechsel, der in der Taufe zwar grundsätzlich geschehen ist, der aber einer tagtäglichen Bewährung bedarf.
An die Taufe wird denn auch im ersten Vers der Lesungsperikope erinnert. Durch sie hat der Christ das Siegel des Heiligen Geistes empfangen: ein Schutz- und Eigentumszeichen als Vorwegnahme der endgültigen Erlösung.
Mit dem Ablegen des alten Menschen und dem Anziehen des neuen Menschen muß das Ablegen verschiedener Laster wie Bitterkeit, Wut, Zorn und Lästerung einhergehen. Gleichzeitig ist der neue Mensch durch die Tugenden der Güte, Barmherzigkeit und Vergebungsbereitschaft charakterisiert.
In allem bilden Gott und Jesus Christus Vorbild und Maß für das christliche Leben. Darauf wird in der Lesungsperikope mit großer Deutlichkeit hingewiesen. Weil die Christen Gottes geliebte Kinder sind, sind sie zur Nachahmung Gottes verpflichtet. Und in der Liebe Christi, die sich in seiner Todeshingabe am radikalsten erwiesen hat, ist das Prinzip aller Liebe grundgelegt, die sich die Christen untereinander erweisen.
Im Epheserbrief werden die Menschen zu einem neuen Lebensentwurf aufgefordert. Aber wie geht das?
In der heutigen Lesung geht es um konkrete Möglichkeiten. Sie werden in den Versen Eph 4,31f genannt.
Und die Begründung erfolgt gleich darauf: Es ist ja eine Antwort der Liebe auf das, was Christus als Liebe gezeigt hat.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
In jener Zeit
murrten die Juden gegen Jesus,
weil er gesagt hatte:
Ich bin das Brot,
das vom Himmel herabgekommen ist.
Und sie sagten: Ist das nicht Jesus, der Sohn Josefs,
dessen Vater und Mutter wir kennen?
Wie kann er jetzt sagen:
Ich bin vom Himmel herabgekommen?
Jesus sagte zu ihnen: Murrt nicht!
Niemand kann zu mir kommen,
wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat,
ihn zieht;
und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag.
Bei den Propheten steht geschrieben:
Und alle werden Schüler Gottes sein.
Jeder, der auf den Vater hört
und seine Lehre annimmt,
wird zu mir kommen.
Niemand hat den Vater gesehen
außer dem, der von Gott ist;
nur er hat den Vater gesehen.
Amen, amen, ich sage euch:
Wer glaubt, hat das ewige Leben.
Ich bin das Brot des Lebens.
Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen
und sind gestorben.
So aber ist es mit dem Brot,
das vom Himmel herabkommt:
Wenn jemand davon isst,
wird er nicht sterben.
Ich bin das lebendige Brot,
das vom Himmel herabgekommen ist.
Wer von diesem Brot isst,
wird in Ewigkeit leben.
Das Brot, das ich geben werde,
ist mein Fleisch
für das Leben der Welt.
Der Abschnitt aus Joh 6 legt die "Speisung der Fünftausend" aus (Joh 6,1-15). Es geht um den Anspruch Jesu, "das Brot vom Himmel" zu sein. Dem Einwand, er sei doch "nur" der Sohn Josefs, begegnet Jesus damit, die kritischen Zeitgenossen auf den Vater zu verweisen, der ihn gesandt hat. Jesu Herkunft wird dann im Evangelium in immer neuen Wendungen bezeugt: Er ist das Brot des Lebens, er gibt Ewiges Leben, er gibt sich hin für das Leben der Welt. Was daraus folgt? "Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen".
Wie auch sonst im Johannesevangelium ist Jesus Gesicht und Stimme des Vaters. Wer ihn hört, hört den Vater.
Die sog. Brotrede Jesu legt aber nicht nur das Speisungswunder aus, sondern auch die Wüstenerfahrung Israels. Die Vorfahren, die in der Wüste das Manna aßen, sind gestorben, obwohl es doch auch Brot vom Himmel war, Jesus aber gewährt ewiges Leben. Im Johannes-Evangelium überbietet Jesus das Manna-Wunder. Wer glaubt, hat das ewige Leben. Das "das" ist betont und exklusiv: es gibt kein anderes ewiges Leben!
Wer mehr entdecken will, wird fündig unter:
http://www.perikopen.de/Lesejahr_B/19_iJ_B_Joh6_41-51_Hasitschka.pdf
Die Evangelienperikope entstammt der sogenannten Brotrede des Johannesevangeliums (Joh 6,26-59). Sie läßt sich in zwei nach Themen und Absichten unterschiedliche Abschnitte gliedern. Zum einen enthält sie Gedanken, die unter das Thema "Glauben" gestellt werden könnten, die Reaktion Jesu auf das Murren der Juden (Joh 6,41-47). Zum anderen greift sie auf das Hauptthema der Brotrede zurück, das bereits in Joh 6,32-35 entfaltet wurde: Jesus offenbart sich als das vom Himmel herabgekommene Lebensbrot (Joh 6,48-51).
Mit dem Murren der Juden wird vom Evangelisten auf das Murren des Volkes Israel in der Wüste angespielt, von dem besonders in Ex 16 berichtet wird. Wie im Alten Testament manifestiert sich auch im Zusammenhang mit Jesus Unglaube und Mißtrauen gegenüber den Verheißungen Gottes. Konkret entzündet sich der Widerspruch der Juden daran, daß man die Herkunft Jesu zu kennen meint: Es sei eine ganz gewöhnliche, irdische Herkunft. Dagegen drückt Jesus aus: Er ist von Gott gekommen. Dies ist seine eigentliche Herkunft.
Jesu Mahnung nicht zu murren, ist mit dem Hinweis verknüpft, niemand könne ohne die Führung Gottes zum Glauben an ihn kommen. Der Glaube an Jesus Christus ist zuerst und zuletzt ein Gnadengeschenk Gottes. Andererseits wird der Glaube aber auch als Forderung an den Menschen beschrieben: Es ginge darum, auf Gott zu hören und seine Lehre anzunehmen. Kein Mensch kann sich demnach von der eigenen Glaubensbemühung dispensieren. Dem Ruf Gottes muß das Hören, Antworten und Lernen des Menschen entsprechen.
Im zweiten Abschnitt der Evangeliumsperikope, in dem sich Jesus wie in Joh 6,35 in einem "Ich-bin-Wort" als das Brot des Lebens bezeichnet, wird zunächst der Tod der Väter in der Wüste betont: eine Warnung an die murrenden Juden, es könnte ihnen ähnlich ergehen wie den Vätern. Freilich ist die Aussageabsicht ins Positive gewandt: Wer das vom Himmel herabgekommene Brot ißt, der wird leben. Zum Schluß klingt der Gedanke an, daß Gottes Wille, der Welt das Leben zu geben, in Jesu Todeshingabe verwirklicht wird. Damit läßt sich dieser Abschnitt unmittelbar auf das Geheimnis der Eucharistie deuten. In diesem Sinn wird die Brotrede im Johannesevangelium auch fortgeführt.
Eigentlich muss man das Evangelium von hinten lesen. Denn der Anspruch Jesu: "Ich bin das lebendige Brot" (Joh 6,51) bestimmt den Text. Es gab am Vorsonntag in Joh 5,35 einen ähnlichen Anspruch: "Ich bin das Brot des Lebens". Gegen diesen Anspruch wehrten sich die Gegner Jesu und diskutierten mit ihm. Die Argumente gingen in das Ohr, aber nicht in das Herz. So wurde es zum Teil eine fruchtlose Diskussion. So blieb nur die Zuspitzung im Schlussvers des Evangeliums.
Die Diskussion darüber wird das Evangelium der nächsten zwei Sonntage prägen.
Durch den Empfang des Brotes, das uns Jesus gibt, erhalten wir Kraft für ein Leben in seinem Geist, wir erhalten aber auch Anteil an seiner Auferstehung. Es gibt uns Kraft zum Aufstehen und Weitergehen, wenn wir dunkle Stunden erleben wie einst der Prophet Elija.
„Glauben sie an ein Leben nach dem Tod, an das ewige Leben?“ Es gibt die einen, die sagen: Ohne ein Leben nach dem Tod hat alles keinen Sinn. Wozu dann das Ganze, die ganzen Mühen und Anstrengungen. Andere, die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben, versuchen dennoch, sich ihre Lebenszeit möglichst sinnvoll zu gestalten. Das kann auch beinhalten, sich für andere oder auch für die Umwelt einzusetzen. Der Glaube an ein Leben nach dem Tod soll jedoch nicht dazu verführen, auf das Jenseits zu vertrösten: Geht es dir hier schlecht oder bist du hier arm, sei getrost, im Himmel wird es dir besser gehen. Wer so denkt, missbraucht den Glauben an die Auferstehung. Der Glaube an die Auferstehung ist für viele eine Kraft, sich einzusetzen für die Mitmenschen, sich einzusetzen für den Glauben. Dann wird schon jetzt erfahrbar, was es einmal heißt, bei Jesus im ewigen Leben zu sein. Jesus will alle, die ihm zuhören, einladen, an das ewige Leben bei Gott zu glauben.
Jesus sagt heute im Evangelium. Ich bin das Brot des Lebens. Ich bin das Brot des ewigen Lebens. Ich werde alle, die glauben, auferwecken am Letzten Tag. Wer mein Brot isst, das ich ihm reiche, wer mich aufnimmt, wird nicht sterben. Ich gebe das ewige Leben. Ich habe mein Fleisch, mein Leben, gegeben für das Leben der Welt.
Die Väter haben in der Wüste das Manna gegessen. Sie sind gestorben. Jesus sagt damit: Ich habe ein Brot, das mehr als den leiblichen Hunger stillt. Ich schenke euch das ewige Leben, ein Leben, das niemals enden wird. Wenn ihr an mich glaubt, dann habt ihr das ewige Leben in euch. Wenn wir den Leib Jesu empfangen im heiligen Brot, dann empfangen wir ewiges Leben, dann empfangen wir Gott.
Dieses Brot, dieser Glaube ist für uns eine Quelle der Kraft und auch der Zuversicht. Je mehr wir Jesus in uns aufnehmen, desto mehr wird dann unser Leben von seiner Liebe durchdrungen, umso mehr bekommen wir Mut und Kraft, unser Leben mit allen Anforderungen zu bestehen.
Wenn wir die Kommunion empfangen, haben wir Gemeinschaft mit Jesus und auch mit allen, die diese Gemeinschaft suchen. Die Kommunion zu empfangen ist Ausdruck und Zeichen unseres Glaubens und der Liebe. Diese Liebe zu Jesus und die Liebe Jesu geben uns Kraft. Jede Heilige Messe ist darum auch ein Osterfest. Denn wir feiern die tiefste Liebe, die Jesus uns geschenkt hat. Wir feiern die Auferstehung Jesu und auch unsere eigene Auferstehung.
Dieser Glaube an die Auferstehung ist für uns Kraft und Mut zum Leben. Dennoch erfahren auch wir Stunden der Verzweiflung. Wir möchten aufgeben, resignieren. Die derzeitige Lage der Kirche kann dazu führen, müde zu werden, sich einzusetzen. Es können Stunden und Tage kommen, in denen der Glaube an die Auferstehung keine Kraft gibt, ja weit weg scheint. Ein einsamer Mensch, jemand, der einen beruflichen Misserfolg hat, ein Flüchtling, der in einem anderen Land ein besseres Leben sucht, aber nicht aufgenommen wird, kann in Verzweiflung und Not kommen. Jeder von uns kennt solche Situationen in seinem Leben.
Der Prophet Elija war in dieser Lage. Er war verzweifelt. Er wollte sterben. Da macht er die Erfahrung, dass Gott ihn stärkt. Zweimal reicht ihm der Engel das Brot. Erst beim zweiten Mal findet er Kraft, aufzustehen und seinen Weg zum Berg Horeb weiterzugehen. Das Brot, das der Engel reichte, gab ihm Kraft. Es schenkte ihm neues Leben.
Genauso kann der Glaube an Jesus uns immer wieder neue Kraft schenken, wenn wir in verzweifelten Situationen sind. Wir sind österliche Menschen, die auf der Erde leben, aber den Blick zum Himmel gerichtet haben. Wir sind Menschen, die Jesus nachfolgen und erfüllt sind vom Heiligen Geist. Wir zeigen dies, wenn es in unseren Gemeinschaften keine Bitterkeit, kein Zorn, Geschrei oder Lästerung gib, wenn wir barmherzig zueinander sind, wenn wir - wie es Paulus in seinem Brief an die Epheser schreibt - schlichtweg Gott nachahmen. Dann wirkt in uns das ewige Leben, das Jesus uns verspricht, schon jetzt.
Eucharistie feiern und die Kommunion empfangen sind zentrale Vollzüge unseres Glaubens. Ihr tiefer Sinn erschließt sich vielen nicht von selbst. Christus schenkt uns nicht nur Nahrung. Er schenkt sich selbst und befähigt uns, unser Leben in seinem Geiste zu entfalten.
In einer Gruppe von Freunden, unter ihnen der bekannte Theologe Otto Herrmann Pesch, war einer war gerade von einer Reise nach Polen zurückgekommen und erzählte, mit welchen Schwierigkeiten die Freunden dort zu kämpfen hätten, aber auch welch schöner Zusammenhalt bei ihnen immer wieder sichtbar würde. An Weihnachten z.B. gibt es unter ihnen eine eindrucksvolle Sitte. Befreundete Familien schicken sich zum Fest ein Stück Brot zu, das dann am Heiligen Abend zum Zeichen der wechselseitigen Verbundenheit mit einer gewissen Feierlichkeit verzehrt wird.
"In diesem Sinn", fuhr der Erzähler fort, "haben mir unsere polnischen Freunde einige Stückchen Brot für Euch mitgegeben. Hier sind sie!" Sogleich packte er das mitgebrachte Brot aus und verteilte es an seine Zuhörer. „Da wurde es plötzlich still in der Runde", berichtete Pesch, "und während wir so dasaßen und aßen, ging mir plötzlich auf wie nie zuvor, was eigentlich die Kommunion in unserer Messe bedeutet!“
Kommunion ist mehr als sonst eine Nahrung
Möge doch auch uns mehr und mehr aufgehen, was die hl. Kommunion bedeutet! Wir brauchen und wünschen uns viele und wirksame Zeichen gegen den platttrampelnden Trott der Gewöhnung, um neu zu erspüren, dass Christus uns hier unendlich mehr schenkt als das Manna, das die Israeliten den Weg durch die Wüste überleben ließ.
Kommunion ist mehr als was Elija seinen toten Punkt überwinden half. Er sah sich verfolgt von Königin Isebel, die mit ihren Häschern hinter ihm her war. Mutterseelenallein war er aussichtslos unterlegen. Er konnte nicht mehr. In seiner Erschöpfung wollte er nicht mehr leben. „Nun ist genug, Herr. Nimm mein Leben.“ Doch das fast unsichtbare Häuflein Elend hat Gott nicht aus dem Blick verloren und kommt ihm zu Hilfe. Zweimal erscheint ihm ein Engel und bringt Brot und Wasser. Dann ermutigt der Engel den Lebensmüden, aufzustehen und sich wieder auf den Weg zu machen.
Wenn die Zuhörer Jesu gegen ihn murren, ist das ein Zeichen, dass sie noch viel zu sehr bei der gewöhnlichen Mahlzeit, bei der irdischen Speisekarte stehen geblieben sind.
Die Erzählung aus Polen von den Brotstücken am Heiligen Abend machte den Beteiligten bewusst: Viel wertvoller als die Brotstückchen war der geistige Brückenschlag über hunderte von Kilometern. Gemeinsame Werte verbinden sie. Sie leben im gleichen Glauben. Auch für sie ist Christus der größte Hoffnungsträger, auf den sie ihre ganze Zukunft ausrichten.
Christus möchte über das Vordergründige hinausführen. Die Behauptung Jesu: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer glaubt, hat das ewige Leben.“ ist so hoch angesetzt, dass wir mit unserer Kurzsichtigkeit viel zu wenig erkennen.
Christus will nicht nur eine milde Gabe oder einen beachtlichen Zuschuss geben. Das Vermächtnis des Abendmahls geht über alles Materielle hinaus. Christus teilt nicht nur etwas von sich mit, sondern schenkt sich uns total. Mit den Worten: Ich bin das Brot des Lebens für euch, setzt der Auferstandene Christus seine Lebenshingabe am Kreuz für uns fort. Genau das unterstreichen wir, wenn wir nach jeder Wandlung ausrufen: "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."
Elija, der am Boden liegt, zeigt viele Symptome von Burnout. Seine Pläne sind wie ein Kartenhaus zusammengefallen. Er sieht sich nicht mehr hinaus. Er möchte alles wegwerfen, Schluss machen.
Burnout meint eine vorwiegend psychische Überforderung, eine ganzheitliche Erschöpfung, ein Ausgebranntsein. Eine bisherige Begeisterung ist erloschen. Misserfolge und Konflikte haben doppelt so viele Kräfte verzehrt, als man auftanken konnte. Depression hat sich eingeschlichen und lähmt jede weitere Initiative.
Christus gibt mehr. Er öffnet uns die Türen für all seine Lebensräume, hält nichts für sich reserviert. Er will uns hineinnehmen in den göttlichen Lebensaustausch, wo er mit dem Vater im Hl. Geist vollkommen eins ist, und die göttliche Dreiheit in totaler Selbstlosigkeit sich restlos beschenkt.
Kommunion ist mehr als eine milde Gabe, welche uns letztlich keinen guten Dienst erweist. Gott macht nicht den Erziehungsfehler, dass er uns wie ein unbeholfenes Kind auf die Seite stellt und die Aufgabe selber erledigt. Franz Grillparzer hat dies anschaulicher gemacht, wenn er sagt: Gott nimmt uns nicht die Lasten, aber er stärkt die Schultern. Gott räumt auch dem Elija die Hindernisse und Herausforderungen nicht aus dem Weg, aber er stärkt ihn für neue Schritte.
Wie eine Schlagzeile hebt sich im heutigen Evangelium der Satz heraus: Wer glaubt, hat das ewige Leben (Joh 6,47). In dem Maße, wie wir den Worten Jesu göttliche Allmacht zutrauen, können wir daraus Übermenschliches erfahren. Ob Christus uns wirklich zum Brot des Lebens wird, hängt von unserem Glauben ab.
Wenn ich als Priester die Kommunion austeile, steigt in mir oft die Frage auf: Schließe ich mich wirklich der Gesinnung Christi an? Mache ich es wie ER? Gebe auch ich meine Kräfte, mein Können so selbstlos an andere weiter? Lasse ich mich in die Hände anderer geben und für andere in Dienst nehmen, damit sie bereichert werden?
Gott erfüllt die Sehnsüchte der Menschen anders als erwartet: Elija flieht in die Wüste und möchte sterben. Gott erhält ihn am Leben und führt ihn zur tiefsten Gotteserkenntnis. Jesus erfüllt nicht die Erwartungen der Menschen seiner Zeit. Er gibt wahres Leben, anders als die Menschen sich dieses zunächst vorstellen.
Evangelium und erste Lesung des letzten Sonntags sind fast gleichlautend. Dort heißt es: „In jenen Tagen murrte die ganze Gemeinde der Israeliten gegen Mose und Aaron.“ (Ex.16,2). Niemand aus dem Volk dachte, dass der Weg in die Freiheit so beschwerlich wäre. Prophet zu sein und für den einen Gott einzutreten, kann sehr unangenehm werden.
Elija lebte im 9. Jhdt. vor Chr. und wirkte während der Regierungszeit des Königs Ahab, der mit seiner Frau Isebel den Ba'al- Kult gefördert hat. Elija muss sogar um sein Leben laufen. Er setzt sich für eine gute Sache ein. Das tun auch heute viele Menschen und sie werden mitunter missverstanden, ausgespottet und je nach Temperament ziehen sie sich zurück. Elija ist so depressiv, dass er sich unter einen Ginsterstrauch legt und sterben will. In solchen Situationen ist es sehr wichtig, dass es Menschen als rettende Engel gibt, die helfen.
Wie sieht das im Evangelium aus? Die Juden murren. Von diesem Murren hören wir an einigen Stellen der Heiligen Schrift: „Er ist von Sinnen“ (Mk. 3,22), „Was er sagt, ist unerträglich. - Ich bin das Brot des Lebens“, hören wir heute. So eine Aussage passt nicht ins Konzept frommer Juden. Auch Jesus hat sich wundgerieben an der Unbarmherzigkeit der Frommen. Dieser 30-jährige Mann sagt von sich, dass er der Sohn Gottes ist, dass er Sünden vergibt, und, wie erwähnt, dass er „Brot des Lebens“ ist. Er verkündet eine Botschaft der Gewaltlosigkeit, des Friedens und der Liebe.
Nichts hört man davon, dass er Israel von der römischen Besatzung befreit. Weil Jesus nicht diesen Erwartungen entspricht, handelt er sich Ärger ein. Der Botschafter ist die Botschaft selber. Jesus ist mit dem Vater eins. Jesus spricht nicht vom Gleichgewicht des Schreckens, von Kriegsflugzeugen, von Atombomben, die durch die Großmächte heute die Welt mehrmals vernichten könnten.
Das Ärgernis Jesu ist bis heute geblieben, bis hinein in die Amtskirche. Dort trägt man, um es bildlich zu sagen, lieber eine Tiara statt einer Dornenkrone. Oft hat man auch Jesu Botschaft verniedlicht. Aus dem Jesus wird ein Jesulein oder ein gütiger, alter Mann.
Die Botschaft Jesu ist fordernd, kann höchst unbequem sein. „Ich bin das Brot des Lebens“ heißt, dass Jesus die Fülle des Lebens anbietet, das ist nicht leicht zu verstehen. Es bedarf einer besonderen Gnade, die nur von Gott kommt und jedem geschenkt wird, der sie haben will. Das sollte der Mensch erkennen. Gott führt durch Jesus zur Freiheit.
Er lädt uns jeden Sonntag als ersten wesentlichen Schritt an seinen Stammtisch ein zur Mitfeier der Eucharistie. In der Feier der Eucharistie erinnern sich Christen an die Hingabe Jesu, so wie es Gott von seinem Sohn erwartet hat. Wer daran glaubt, ist jetzt schon gerettet, für den beginnt jetzt schon das ewige Leben.
Elija ist in jeder Hinsicht am Ende, nicht zuletzt als Eiferer für Gott. Gott lässt ihn nicht fallen. Vierzig Tage wird er in der Wüste herumirren, bis er Gott neu findet. Ein Bild für den Menschen, der mehr braucht als Brot und Wasser. Brot vom Himmel stärkt ihn. Auch wir brauchen das Brot vom Himmel, in dem sich Jesus uns anbietet.
Jesus als Fleisch für das Leben der Welt lässt sich nur in einem mystischen Sinn verstehen. Wenn wir ihn im Sakrament der Eucharistie essen, vereinigen wir uns mit ihm. Er macht aus uns einen Leib, seinen Leib.
In der Stille finden Menschen Kraft und Geborgenheit. Der Prophet Elija flieht nach seinem Massaker an den Baalspriestern auf dem Berge Karmel in die Wüste, um sich vor der Königin Isebel in Sicherheit zu bringen. In der Wüste wird er mit sich selbst konfrontiert. Er geht in sich und möchte sterben. Doch der Herr lässt ihn nicht fallen. Er rettet ihn aus dem sicheren Tod und offenbart sich ihm auf dem Berge Horeb in einer Weise, die alle bisherigen Gottesvorstellungen aufhebt.
An der Lebensgeschichte des Propheten Elija sehen wir, dass Gott mit uns durch Höhepunkte und Krisen des Lebens geht und uns trägt. Um jedoch von Gott gehalten werden zu können, ist es notwendig, dass wir an ihm festhalten.
Die erste Lesung schildert uns eine schwierige Situation im Leben des Propheten Elia. Er ist am Ende nicht nur seiner Weisheit, sondern fühlt sich trotz seiner an ihn ergangenen Berufung als Gottes Prophet dennoch in einem Zustand der völligen (Gott)verlassenheit. Es sei genug, so sagt er gleichsam vorwurfsvoll zu Gott, der nicht mehr der seine zu sein scheint. Er hat sich ganz für die Sache Gottes eingesetzt, nun aber scheint dieser Gott ihn nicht zu kennen, und er selbst stellt sich die bange Frage, ob Gott noch der seinige ist. Er will gar nicht mehr weiterleben, er ist seiner "so müde geworden" und fühlt sich völlig "am Vergehen" (Worte auf einem Relief des Dichters Heinrich Suso Waldeck an der Außenfassade der Kirche Maria am Gestade, Wien).
Elia will nichts als schlafen, er will die abgründige Traurigkeit seines Lebens nicht spüren, weil ihm auch jede Hoffnung erloschen zu sein scheint. Und die stirbt ja bekanntlich zuletzt. Das einzige, worum er den fernen Gott noch bittet ist, dass sein Leben zu Ende gehen möge.
Das Psalmwort "Du hast mich im Mutterleib gewoben, immer hältst du mich in deinen Händen (Ps 138, 13), hat zwar bleibende Gültigkeit, d.h. Gott lässt keinen aus seiner Hand fallen, dennoch aber gibt es Situationen, in denen ein Mensch Gott nicht mehr "wahr"nehmen kann, wo ihm der Blick auf Gott verstellt, Gott ihm gleichsam entglitten ist. Der Mensch ist des Wartens auf Gott müde geworden, er bringt diesem Gott gegenüber kein Wort mehr heraus, er ist sprachlos geworden. Vielleicht hat Ingeborg Bachmann diesen Zustand angesprochen, wenn sie schreibt "In die Mulde meiner Stummheit leg ein Wort".
Das Herz des Menschen verfällt in jene "Torheit", von der der Psalmist sagt: "Der Törichte sagt, es gibt keinen Gott" (Ps 14,1). - Der nicht mehr nur Zweifelnde, sondern der schon Verzweifelte sagt: Das ist nicht (mehr) mein Gott, ich habe einen ganz anderen erlebt und erfahren, aber der hat mich verlassen, vielleicht ist er sogar tot! Wer aber das erlebt, dem stellt sich die Frage, ob ihm nicht nur Gott, sondern ob er zuerst sich selbst entglitten, vor sich selbst davongelaufen ist. Das ist offenbar dem Bischof und Kirchenlehrer Augustinus widerfahren, wenn er, auf Irr- und Umwege in seinem Leben zurückblickend, zu Gott spricht: "Und wo war ich selbst, als ich dich suchte? Du standest vor mir, ich aber war mir selbst entlaufen und fand mich selber nicht, umso weniger dich!" (Confessiones 5,2,2).
Solche Grenzerfahrungen, eine solche "Nacht der Seele" haben viele Menschen, auch Heilige, erleben müssen. Ja, und wie ist eigentlich im Tiefsten das Wort Jesu am Kreuz zu verstehen, in dem das Bewusstsein unbedingter Zugehörigkeit zu seinem Gott und das Empfinden unendlichen Gottverlassenseins miteinander ringen? "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" (Mt 27,46). - Das ist freilich das Zitat eines Psalmwortes (Ps 22,1), aber es kommt darin doch ein höchsteigener Seelenzustand dessen zum Ausdruck, der es gesprochen hat, nämlich der am Kreuz hängende Gottessohn!
Der der Wüste schlafende Prophet Elia schenkt dem Boten, dem Engel, der ihm Brot und Wasser bringt, zunächst keine große Beachtung. Er isst und trinkt zwar, legt sich aber zusammen mit seinem Groll wieder hin und will nichts als weiterschlafen. Aber es ist offenbar ein Schlaf ohne Träume. Elia meint, er habe nichts mehr zu träumen, vielleicht könnten wir sagen, er lässt Träume gar nicht mehr aufkommen. Vielleicht hat er auch erwartet, dass der Engel etwas näher auf die Situation des Propheten eingeht, dass er sich mit dem Grund von dessen Traurigkeit beschäftigt. Aber vielleicht sind diese einfachen Zeichen von Zuwendung, nämlich Wasser und Brot und die Aufforderung, sich auf einen Weg zu machen, schon Therapie.
Der Engel lässt dem Schlafenden keine Ruhe: Elia solle aufstehen, sich auf einen Weg machen, von dem Elia aber nicht weiß, wohin er schlussendlich führen werde. Trotzdem steht er auf und wandert 40 Tage und Nächte bis zum Gottesberg Horeb. Dort sieht er sich Ereignissen gegenübergestellt, die er zunächst nicht deuten kann. Beim Gottesberg erheben sich ein gewaltiger Sturm, dann ein Erdbeben und schließlich ein Feuer. Aber hinter all diesen Erscheinungen ist Gott nicht, sondern im sanften, leisen Säuseln eines Windes. Inzwischen hat Elia gelernt, auf unscheinbare Töne, ja Zwischentöne zu achten - nur so kann er Gott finden und damit auch sich selbst. Er hat verstanden, dass Gott nicht ein Gott der Lauten und Ungestümen ist, sondern ein Gott der Leisen, Behutsamen und Lauschenden.
In seinem Buch: "Ich bin dann mal weg" beschreibt Hape Kerkeling den Besuch mit einem anderen Pilger in der Bar von Virgen de Camino. Ruco Urco bestellt sich ein Glas Leitungswasser "und trinkt es wie Champagner". Später begegnen sich die beiden wieder in Rabanal de Camino. Dort weiß Ruco Urco auch Rotwein zu schätzen. Er ist kein Asket, aber er kann aus einem einfachen Glas Wasser einen Moment entstehen lassen, der in Hape Kerkeling viele Gedanken ins Rollen gebracht hat
Die Erfahrung mit der Kraft einer einfachen Speise wird in der Bibel erzählt. Sie steht in der 1. Lesung dieses Sonntags. Elija hat diese Erfahrung gemacht. Er war erfahren in vielen Dingen. Das hatte ihn überheblich gemacht. Er musste fliehen und wurde depressiv. Er wollte nicht mehr Prophet sein und nicht mehr leben. Dann erlebt er, wie ein einfaches Zeichen ihm neuen Lebensmut schenkt: "Ein Engel rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in glühender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin". (1 Kön 19,5f)
Diese Szene wiederholt sich. Gott will nicht nur einen Zustand erhalten. Er will Veränderung zum Guten. So rafft sich Elija nach dem zweiten Besuch des Engels auf.
Er geht zum Horeb, den Berg, an dem Mose von Gott die Bundesgebote bekam. Diesmal war es Elija, der am Horeb einer Begegnung mit Gott hatte. Sie stellte Elija innerlich neu auf die Füße. Nach dieser Begegnung half Elija anderen Menschen, Gottes Spur in ihrem Leben zu entdecken. Seine eigene Erfahrung half ihm in diesem Dienst.
Aber hätte es die Begegnung in der Wüste nicht gegeben, was dann? Hätte Elija nicht tief innen genau gewusst, dass Gott ihn berühren will, was dann? Dann wäre es nicht zur Begegnung an der Höhle gekommen. Und Elija wäre nicht der Wegbereiter für Gott geworden, als den wir ihn kennen.
Erfahrungen wie die von Elija sind sehr wichtig. Wer daran glauben kann, dass Gott mit Liebe da ist, kann für sich darauf hoffen. Wer einmal weiß, dass er sich auf Gott verlassen kann, tut sich auch in dunklen Zeiten leichter.
Menschen erzählen davon, dass ein Fremder, der bei ihnen einen Moment stehen blieb, ihnen neuen Mut und Auftrieb gegeben hat. Sie erzählen, wie befreiend es war, als jemand mit ehrlichem Herzen fragte: "Wie geht es dir?"
Autofahrer erzählen, dass der Tag für sie anders ist, wenn sie jemand an der Einmündung in eine Lücke gewinkt hat.
Mir ist lange in Erinnerung geblieben, dass ich bei einer Wanderung zwei gefüllte Hände mit Kirschen angeboten bekam.
Oder das eiskalte Wasser mit echtem Zitronensaft, das mir ein Fremder serviert hat. Im Trinken ist ein Gespräch entstanden. Das Gespräch endete darin, dass wir uns Gotteserfahrungen berichtet haben. Ich konnte über seine Erfahrung staunen. Und ich konnte dankbar feststellen, dass es doch schon etliche Erfahrungen waren, die ich gemacht hatte. Der Mann war für mich in seiner Geste und in der Begegnung das geworden, was Elija im Engel gefunden hatte.
Der Engel, der Sie berühren will, hat vielleicht kein Wasser und kein Brot. Aber er wird wissen, was Sie brauchen, um zu merken: Gott gibt mir mehr. Er wird wissen, wie seine Berührung aussehen kann, dass Sie nicht zurückschrecken. Er wird wissen, wie in der Berührung neuer Mut entstehen kann. Und er wird etwas haben, das ähnlich war wie das Wasser für Elija.
Die Handlungen des Engels kennen wir aus dem Evangelium. Er berührte die Kranken und Leidenden. Er gab ihnen, was sie brauchten. Je dunkler es um die Menschen war, desto eher konnten sie es annehmen. Ihnen und den anderen hat Jesus gesagt: "Ich bin das lebendige Brot." Das haben wir als Evangelium gehört.
Viele konnten es nicht annehmen. Sie murrten gegen den Anspruch Jesu, in ihm Gott zu begegnen. Das bedeutet Begegnung mit dem Leben. Es ging um nicht mehr und nicht weniger.
Deshalb erwartete Jesus von den Menschen eine Entscheidung. "Glaubt Ihr, dass ich lebendiges Brot und Zusage des Vaters bin? Dann lasst euch auf mich ein!"
Auch wir sind aufgefordert, zu entscheiden. Vielleicht haben wir es schon getan. Dann aber geht es darum, daraus zu leben. Auch in der nächsten Woche.
Lieder:
GL 144: Nun jauchzt dem Herren, alle Welt
GL 147: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend
GL 149: Liebster Jesu, wir sind hier
GL 209: Du teilst es aus mit deinen Händen
GL 211: Wir rühmen dich, König der Herrlichkeit
GL 213: O heilge Seelenspeise
GL 215: Gott sei gelobt und gebenedeiet
GL 216: Im Frieden dein, o Herre mein
GL 377: O Jesu, all mein Leben bist du
GL 378: Brot, das die Hoffnung nährt
GL 414: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen
GL 425: Solang es Menschen gibt auf Erden
GL 427: Herr, deine Güt ist unbegrenzt
GL 439: Erhör, o Gott, mein Flehen, hab auf mein Beten acht
GL 456: Herr, du bist mein Leben, Herr, du bist mein Weg
GL 460: Wer leben will wie Gott auf dieser Erde
GL 464: Gott liebt diese Welt und wir sind sein Eigen
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen
GL 484: Dank sei dir, Vater (2. - 4. Str.)
GL 498: Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ
GL 551: Nun singt ein neues Lied dem Herren
GL Ö875: Preiset den Herrn, denn er ist gut
Psalmen und Kehrverse:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 39: Kostet und seht: Gut ist der Herr. Mit Psalm 34 - V.
GL 55,1: Jubelt, ihr Lande, dem Herrn; alle Enden der Erde schauen Gottes Heil. - Mit Psalm 98 - VIII.
GL 214: Dies Brot ist mein Leib für das Leben der Welt - Mit Psalm 34 (GL 39,2) - V.
GL 420: Meine Seele dürstet nach dir, mein Gott - Mit Psalm 103 (GL 57,2) oder mit Psalm 22 (GL 36,2) - II.
Brot ist ein Bild für das, was wir zum Leben brauchen. Wir empfangen das Brot des Wortes. Es richtet uns auf, es will uns verwandeln. Wir feiern Jesus im heiligen Brot. Seine Liebe durchdringt uns. Öffnen wir uns für IHN. Jesus ist das Brot zum ewigen Leben.
Grüßen wir IHN, den Auferstanden, in unserer Mitte und bitten wir um sein Erbarmen.
Es ist schon der dritte Sonntag in Folge, dass das Evangelium vom Brot handelt; von einem Brot, das ewiges Leben gibt. Ob dieses Brot uns wirklich zum Heil führt, hängt von unserem Glauben ab. Fast alle Heilungsberichte in den Evangelien enden mit dem Satz: "Dein Glaube hat dir geholfen." Vom Glauben hängt ab, in welchem Maß unser Beten und Singen wirksam werden können.
Im Kyrie bitten wir unseren Herrn und Meister, dass er unseren Glauben vermehre:
Herr Jesus Christus,
du bist Brot, das vom Himmel kommt.
Glauben wir das?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist Brot des ewigen Lebens.
Hoffen wir darauf?
Christus, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du bist Brot, das geopfert wurde.
Lieben wir so wie du liebst?
Herr, erbarme dich.
Herr Jesus Christus,
du konntest jene verändern, die mehr als einen momentanen Vorteil von dir bekommen wollten.
Herr, erbarme dich.
Dein Wort und Beispiel laden zur Nachfolge ein.
Christus, erbarme dich.
Du schenkst den Treuen Anteil an deinem ewigen Leben.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger Gott,
wir dürfen dich Vater nennen,
denn du hast uns an Kindes Statt angenommen
und uns den Geist deines Sohnes gesandt.
Gib, daß wir in diesem Geist wachsen
und einst das verheißene Erbe empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Herr Jesus Christus,
im wunderbaren Sakrament des Altares
hast du uns das Gedächtnis deines Leidens
und deiner Auferstehung hinterlassen.
Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse
deines Leibes und Blutes so zu verehren,
dass uns die Frucht der Erlösung zuteil wird.
Der du in der Einheit des Heiligen Geistes
Mit Gott dem Vater lebst und herrschest in alle Ewigkeit. Amen.
MB Fronleichnam
Gott, unser Heil,
du hast das Werk der Erlösung
im österlichen Geheimnis vollendet.
Darum verkünden wir in der heiligen Eucharistie
den Tod und die Auferstehung deines Sohnes.
Schenke uns in dieser Feier
immer reicheren Anteil an der Erlösung
und lass uns von Tag zu Tag neu erfahren,
dass wir gerettet sind.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Votivmesse von der hl. Eucharistie
Gott.
In Jesus von Nazareth hast du der Welt
den neuen Menschen gegeben.
Wir danken dir,
dass wir ihn kennen dürfen;
dass sein Wort und Beispiel
in dieser Stunde unter uns lebendig werden.
Öffne uns für seine Gegenwart.
Rühre uns an mit seinem Geist.
Mach durch ihn auch uns zu neuen Menschen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
Amen.
MB Auswahl 29
Herr, unser Gott,
erhöre die Bitten deines Volkes
und komm uns zu Hilfe.
Du hast uns die Gnade des Glaubens geschenkt,
gib uns durch die Auferstehung deines Sohnes
auch Anteil am ewigen Leben.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 3. Mittwoch der Osterzeit
Gott und Vater,
niemand kann zu deinem Sohn kommen,
wenn nicht du ihn führst.
Öffne unsere Herzen,
dass wir auf dich hören
und ihn erkennen,
den du gesandt hast, Jesus Christus,
unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.
WB 19. Sonntag im Jahreskreis B
Jesus,
Brot schenkt Leben für unseren Leib.
Brot schenkt Leben auch für die Seele.
Du schenkst uns Brot zum ewigen Leben,
zu ewigen Leben in Gottes Liebe.
Stärke durch dein Wort unseren Glauben,
damit wir für immer ewiges Leben empfangen. - Amen.
Zu unserem Herrn Jesus Christus, der das Brot des ewigen Lebens ist, beten wir:
Stärke alle, die resignieren und keine Freude mehr am Leben finden, mit dem Brot der Ermutigung.
Schenke allen christlichen Gemeinden und Gemeinschaften das Brot deiner Liebe, damit sie ein Ort der Freude und echt gelebten Glaubens werden.
Gib allen, die in der Welt Verantwortung tragen, das Brot der Stärke.
Gib allen, die sich nach Frieden und Gewaltlosigkeit sehnen, das Brot der Hoffnung.
Nimm die Verstorbenen auf bei dir und lass sie das Leben in Fülle erfahren.
Dir sei Lob und Preis, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.
Herr, guter Gott,
dein Sohn hat sich uns als das Brot des Lebens hingegeben.
Vertrauensvoll rufen wir zu dir:
Für die Menschen in unserem Land, die von Unwettern betroffen sind,
die ihr Hab und Gut verloren haben oder gar ihr Leben.
Für die Menschen, die immer wieder bereit sind, sofort zu helfen, wo Hilfe notwendig ist, und dafür alles andere stehen und liegen lassen.
Für alle Menschen auf dieser Erde, die vor Waldbränden, Überschwemmungen, Dürren und Hungersnöten fliehen müssen und nach einer neuen Heimat suchen.
Für alle Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen oder aus der Gesellschaft herausgefallen sind.
Für die Menschen, die niemanden mehr haben, der sie liebt und mit ihnen durchs Leben geht.
Für die Menschen, die andere Menschen so annehmen, wie sie sind, und Bedürftigen zur Seite stehen.
Für alle Menschen, die ob des Hasses in der Welt ratlos sind und nicht wissen, wie sie diesem entgegentreten können.
Für alle Menschen, die die Botschaft Jesu zu ihrer eigenen gemacht haben.
Für die Menschen, die ihren Glauben verloren haben und dennoch auf der Suche sind nach einem Halt für ihr Leben.
Für unsere Verstorbenen.
Herr guter Gott,
du allein kennst unsere Bitten, die ausgesprochenen und die, die wir in unseren Herzen tragen. Begleite uns auf unsere Suche nach neuen Wegen, deinem Sohn nachzufolgen.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen.
Unser Glaubensweg ist oft von Krisen und Zweifeln begleitet. Auch ohne das sichere Wissen darüber, ob und wie diese überwunden werden können, wenden wir uns im Vertrauen mit unseren Bitten an dich, unseren Vater:
Für eine Kirche, die den Menschen hilft, durch Jesu Botschaft zu dir, unserem Vater, zu finden.
Für Menschen, die in der Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden ihre Verantwortung für gelebte Solidarität für die Anderen und die Umwelt wahrnehmen.
Für alle, die mit den Herausforderungen ihres Alltags nicht mehr zurechtkommen, besonders für alle Kranken und ihre Angehörigen.
Für die, die in Dankbarkeit entdecken, wie reich sie im Leben von dir beschenkt sind, und für die, die immer nach mehr streben und dabei am eigentlich Sinn ihres Lebens vorbeileben.
Für unser Verstorbenen und für alle, die sie zurückgelassen haben, um die Zuversicht, dass du das Leben bist und ewiges Leben schenkst.
Dort, wo Jesu Botschaft gelebt wird, verändert sie die Welt.
Durch ihn preisen wir dich, den Vater, im Heiligen Geist. - Amen.
Herr Jesus Christus,
du willst uns mehr geben als eine finanzielle Unterstützung. Wir feiern dein Vermächtnis, das mehr enthält als wir ahnen.
Voll Vertrauen bitten wir für uns und die Nöte der anderen:
Bewahre alle, die die heilige Messe mitfeiern, vor Oberflächlichkeit und leerer Wiederholung.
Christus, du Brot des Lebens. - Wir bitten dich, erhöre uns!
Lass die Getauften dein Wort nicht nur als Information zur Kenntnis nehmen, sondern davon ergriffen und verwandelt werden.
Christus, du Brot des Lebens…
Lass alle Betenden im Vertrauen auf dich wachsen.
Christus, du Brot des Lebens…
Lass alle, die die heilige Kommunion empfangen,
hineinwachsen in deine Gesinnung der Liebe und Hingabe
Christus, du Brot des Lebens…
Lass unseren Verstorbenen in Fülle erleben, die im heiligen Mahl verheißen ist.
Christus, du Brot des Lebens…
Herr Jesus, du versammelst uns immer wieder um deinem Tisch. Sei uns Brot des Lebens, Kraft auf unserem Weg und ein Schimmer der kommenden Herrlichkeit, wo du auf ewig lebst und Leben schenkst. – Amen.
Der Prophet Elija erfährt Gott nah und rettend in der Wüste seines Lebens.
Die Menschenmenge, die Jesus nachfolgt und deren Hunger auf seine Initiative hin gestillt worden ist, erfährt ihn als den, der ihnen die Nähe des Vaters zu uns allen erschließt.
Lasst uns zum Vater beten:
Für alle, die in ihrem Einsatz für deine Kirche müde geworden sind,
und für die, die die Kraft haben, ihr weiter die Treue zu halten.
Für alle, die durch die Unwetter der letzten Wochen massiv geschädigt worden sind,
und für die, die weiterhin ohne Maß und Vernunft unsere Umwelt und damit andere beschädigen.
Für alle, die in den sozialen Medien unter der Fassade der Anonymität andere in ihrer Würde herabmachen,
und für die, die nicht die Möglichkeiten haben, sich dagegen effizient zu wehren.
Für alle, die in der Taufe den Heiligen Geist empfangen haben:
für die, denen sich dadurch im Glauben für ihr Leben eine tiefere Wirklichkeit erschließt,
und für die, die sich noch nicht entschlossen haben, in seiner Kraft ihr Leben zu gestalten.
Für unsere Verstorbenen
und alle, die um sie trauern und um neue Perspektiven in ihrem Leben ringen.
Im Glauben und im Vertrauen auf dich dürfen wir hoffen, dass du uns alles schenkst, was wir im Leben in dieser Welt und in dem, was wir für nachher erwarten, brauchen.
Dir gilt unser Lobpreis und Dank jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
wir bringen die Gaben zum Altar,
die du selber uns geschenkt hast.
Nimm sie von deiner Kirche entgegen
und mache sie für uns zum Sakrament des Heiles.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast Brot und Wein geschaffen,
um uns Menschen in diesem vergänglichen Leben
Nahrung und Freude zu schenken.
Mache diese Gaben zum Sakrament,
das uns ewiges Leben bringt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag im Jahreskreis
Gott, unser Vater,
von dir kommen die Gaben,
die wir zu deiner Ehre darbringen.
Schenke sie uns wieder als Speise zum ewigen Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Mittwoch der 5. Woche der Fastenzeit
Jesus,
du lebendiges Brot,
du lebendiges Brot, das den Tod besiegt,
du lebendiges Brot, das sich in unsere Hände gibt,
du lebendiges Brot, das hingegeben wurde für das Leben der Welt.
Du Brot, das zu deinem Leib wird,
Du Wein, das zu deinem Blut wird.
Du bist jetzt da. - Amen.
In der Wüste hast du, Herr,
Elija Brot und Wasser für einen weiten Weg hingestellt.
Ihm hast du dich in deiner Liebe gezeigt.
Du hast ihn nicht fallen gelassen.
Du lässt keinen von uns fallen.
So bringen wir Brot und Wein zu dir,
deine Gaben, unseren Hunger,
deinen Reichtum, unsere Armut,
deine Fülle, unseren Mangel.
Wenn du dein Wort, deinen Geist auf Brot und Wein legst,
schmecken wir dich.
Wie Brot und Wein.
Lass dein Gedächtnis unter uns lebendig sein
und dein Reich offen vor unseren Augen.
In Christus, unserem Herrn.
Kehrvers
Seine Gnade währet durch alle Zeit. (GL 65,1)
Gott und Vater,
wir haben allen Grund dir zu danken und dich zu loben.
Wir danken dir für deine Liebe,
die sich uns in der Schöpfung auf Schritt und Tritt offenbart.
Wir danken dir, dass du für deine Geschöpfe sorgst
und ihnen Nahrung und Kleidung gibst.
Kehrvers
Wir danken dir für das Brot vom Himmel
und das Wasser aus dem Felsen
das du deinem Volk sogar auf dem Weg durch die Wüste gibst.
Wir danken dir für das Brot,
das du uns in der Gestalt deines Leben spendenden Wortes
gegeben hast und immer neu gibst.
Kehrvers
Vor allem danken wir dir für Jesus,
der sich selbst zur Speise für uns gemacht hat,
damit wir die Fülle des Lebens jetzt und in aller Zukunft haben.
Mit der ganzen Schöpfung stimmen wir dir ein Danklied an und singen:
Danklied, z. B. GLÖ 874: Singet, danket unserm Gott, der die Welt erschuf
oder GL 382: Ein Danklied sei dem Herrn
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn er hat beim Lezten Abendmahl
das Gedächtnis des Kreuzesopfers gestiftet
zum Heil der Menschen bis ans Ende der Zeiten.
Er hat sich dargebracht als Lamm ohne Makel,
als Gabe, die dir gefällt,
als Opfer des Lobes.
Dieses erhabene Geheimnis heiligt
und stärkt deine Gläubigen,
damit der eine Glaube
die Menschen der einen Erde erleuchte,
die eine Liebe sie alle verbinde.
So kommen wir zu deinem heiligen Tisch,
empfangen von dir Gnade um Gnade und
werden neu gestaltet nach dem Bild deines Sohnes.
Durch ihn rühmen dich Himmel und Erde,
Engel und Menschen und
singen wie aus einem Munde
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Eucharistie 2
Wir danken dir,
treuer Gott und barmherziger Vater,
für deinen Sohn Jesus Christus,
unseren Herrn und Erlöser.
Er hatte ein Herz für die Armen und die Kranken,
die Ausgestoßenen und die Sünder.
Den Bedrängten und den Verzweifelten war er ein Bruder.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
dass du für deine Kinder sorgst
wie ein guter Vater und eine liebende Mutter.
Darum rühmen wir deine Güte und Treue
und singen mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Besondere Anliegen 4
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Durch ihn erstehen die Kinder des Lichtes
zum ewigen Leben,
durch ihn wird den Gläubigen
das Tor des himmlischen Reiches geöffnet.
Denn unser Tod ist durch seinen Tod überwunden,
in seiner Auferstehung ist das Leben für alle erstanden.
Durch ihn preisen wir dich (in österlicher Freude)
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 2
Am Berg Horeb begegnet Elija Gott.
Wir begegnen Gott, dem Vater, in den Zeichen seiner Liebe und rufen:
Vater unser...
"Ich bin das lebendige Brot" sagte Jesus den Menschen.
Wer das anerkennt, erfährt alle Kraft und Liebe.
Wer das nicht kann,
wird Jesus mit der Tiefe seines Friedens nicht erfahren.
Wir wollen dem Brot des Lebens
und dem Frieden des Herzens begegnen und bitten:
Herr Jesus, schaue nicht auf unsere Sünden...
Brot haben
leben können
schafft Frieden
Brot haben
nicht hungern müssen
schafft Frieden
einen Platz haben
nicht verdrängt werden
schafft Frieden
in der Gemeinschaft geborgen sein
nicht in Einsamkeit verzweifeln müssen
schafft Frieden
eine Aufgabe haben
die Erfüllung und Sinn gibt
schafft Frieden
ein Haus haben und einen Tisch
und einen Menschen
der mich versteht
der meinen Hunger stillt
und Geborgenheit schenkt
das alles schafft Frieden
Schenke mir
Gott
diesen Frieden
Barmherziger Gott,
wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen.
Das heilige Sakrament bringe uns Heil,
es erhalte uns in der Wahrheit
und sei unser Licht in der Finsternis.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 19. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott,
du schenkst uns Anteil an deinem Sakrament.
Gib, dass wir das heilige Brot nicht nur mit dem Mund empfangen,
sondern ganz von seiner Kraft durchdrungen werden,
so dass wir wahrhaft aus deiner Gnade leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Samstag der Fastenzeit
Barmherziger Gott,
du bist es,
der uns in diesem heiligen Sakrament begegnet.
Lass die Kraft dieser Speise in uns wirksam werden
und mache uns durch dieses große Geschenk bereit,
stets neu deine Gaben zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Tag der Weihnachtsoktav
Barmherziger Gott,
du bist es, der uns in diesem heiligen Sakrament begegnet.
Lass die Kraft dieser Speise in uns wirksam werden
und mache uns durch dieses große Geschenk bereit,
stets neu deine Gaben zu empfangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 6. Januar
Barmherziger Gott,
du hast uns in diesem Mahl die Gabe des Heiles geschenkt.
Dein Sakrament gebe uns Kraft in dieser Zeit
und in der kommenden Welt das ewige Leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB Donnerstag der 5. Woche der Fastenzeit
Jesus,
Elija ging gestärkt seinen Weg zum Berge Horeb.
Das Brot gab ihm neues Leben.
Auch wir sind gestärkt
vom Brot deines Wortes,
vom Brot deiner Liebe.
Gib auch uns Kraft, unsere Wege zu gehen,
hilf uns aufzustehen,
Nöte zu heilen,
unser ewiges Ziel zu finden.
Dazu segne uns jetzt.
Es lohnt sich letzten Endes immer, der Einladung des Herrn zu einem neuen Leben Folge zu leisten, aber das ist anfänglich nicht offenkundig. Im Kapitel 6 fordert Jesus das Fassungsvermögen derjenigen heraus, die ihm nachfolgen, in dem er ihnen mitteilt:
Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag (Joh 6,53–54).
Die lange Abhandlung über Jesus als das Brot des Lebens ist eine jener Evangelien-Passagen, die wohl eher ein Anliegen der frühen Kirche widerspiegeln als ein tatsächliches Ereignis im Leben Jesu. Aber Johannes kennt die Lehre seines Herrn. Er weiß, dass es hier um das Verständnis der Eucharistie geht, das Jesus den Seinen nahebringen will. Er weiß, dass es sich um die Lehre der Kirche, des Leibes Christi, handelt, wie es in seiner eigenen Zeit vorherrschte. Und da er weiß, dass es die Lehre des Herrn ist, stellt er in seinem Evangelium den Herrn als denjenigen dar, der dies selber lehrt.
Jesus fordert mit anderen Worten von seinen Nachfolgerinne und Nachfolgern nichts weniger, als dass sie ihn beim Wort nehmen. Nur indem sie das, was er sagt, als Geheimnis annehmen, können sie die Wirklichkeit dessen erfahren, worüber er redet.
Jesus hätte ebenso gut sagen können: „Ihr seid nicht in der Lage, dieses Geheimnis zu begreifen! Nehmt es einfach an, weil ich euch darum bitte. Ich will, dass ihr glaubt, dass ich euch mit diesem Brot und mit diesem Wein mich selbst schenke. Wenn ihr das tut, werdet ihr erleben, dass ich im Mahl wirklich da bin, egal, ob ihr euch das erklären könnt oder nicht…“
Aus: Richard Rohr, Das entfesselte Buch. Eine Einführung in die Bibel. Verlag Herder, Freiburg 2003.
Die Zuversicht der Gläubigen, dass in Brot und Wein nichts anderes gereicht wird als Christus selbst, steht demnach auf festem Grund. Er ist das Brot, und das Brot ist Er. „Hätte Jesus Besseres, er würde es uns geben“, staunt der Heilige Pfarrer Johannes Maria Vianney über die eucharistischen Gaben. Der katholische Glaube lehrt, dass Brot und Wein dann zum Leib und zum Blut Christi gewandelt werden, wenn der Zelebrant am Altar die Worte Jesu beim Abschiedsmahl feierlich nachspricht. Zugleich gilt: Brot und Wein schenken Jesus als Mensch und Gott gleichermaßen. Man darf ihn deshalb in der Gestalt des eucharistischen Brotes anbeten – obgleich er in erster Linie Speise ist und deshalb verzehrt sein will. Hier liegt der Mahlcharakter der Eucharistie begründet: Alle essen von dem einen Brot, alle nehmen ein und denselben Christus in sich auf. So gehen – da er der Herr bleibt – alle in Christus ein und werden gewissermaßen „ein Fleisch“ mit ihm. Zwar zählt in der Heiligen Messe jeder Mensch in seiner Unverwechselbarkeit, aber niemand bleibt allein: Wahre Brüder und Schwestern umstehen den Altar. Von daher muss sich die eucharistische Ehrfurcht immer auch auf die Mitfeiernden beziehen, die in Christus geheiligt sind.
Aus: Georg Gänswein (Hg.), Martin Lohmann (Hg), Katholisch: Wissen aus erster Hand. Verlag Herder, Freiburg 2010.
„Um es deutlich zu sagen – dass ein Mensch in den Armen seiner Frau sich nach dem Jenseits sehnen soll, das ist milde gesagt eine Geschmacklosigkeit und jedenfalls nicht Gottes Wille. Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt; wenn es Gott gefällt, uns ein übermäßiges irdisches Glück genießen zu lassen, dann soll man nicht frömmer sein als Gott und dieses Glück durch übermütige Gedanken und Herausforderungen und durch eine wildgewordene religiöse Fantasie, die an dem, was Gott gibt, nie genug haben kann, wurmstichig werden lassen. Gott wird es dem, der in seinem irdischen Leben Glück findet und ihm dankt, schon nicht an Stunden fehlen lassen, in denen er erinnert wird, dass das Irdische nur etwas Vorläufiges ist und dass es gut ist, sein Herz an die Ewigkeit zu gewöhnen…“
Dietrich Bonhoeffer in: Andrea Schwarz, Wie ein Gebet sei mein Leben, Exerzitien im Alltag, Verlag Herder 2012.
Du bist mein Alpha und mein Omega,
mein Erster und mein Letzter,
mein Anfang und mein Ende.
Vor meinem Anfang warst du.
Nach meinem Ende wirst du sein.
Und dazwischen:
Gestern, heute, morgen
bist Du zugegen
willst Du kommen
gibst Du das Leben
gibst du dich selbst.
Maranatha – Komm, Herr Jesus!
Georg Legerke in: Youcat. Jugendgebetbuch. Youcat-Verlag, 12. Auflage 2015.
Wer ist dieser Jesus? Diese Frage zieht sich durch die Evangelien hindurch und diese Frage stellen sich Christen bis heute. Kann ein Mensch, dessen Eltern wir kennen, der unter uns aufgewachsen ist, Gottes Sohn sein, so fragen sich die Juden. Diese Frage ist ja berechtigt. 30 Jahre hat Jesus unter ihnen gelebt, war einer von ihnen, und jetzt plötzlich bezeichnet er sich als Sohn Gottes? Das irritiert die Menschen zu Recht, wie ich finde.
Auch heute wird diese Frage immer wieder gestellt, auch unter Christen: war Jesus ein Prophet, von Gott besonders gesegnet? Oder wirklich Gottes Sohn, und wenn ja, wie kann das sein?
Wir sehen keine Wunder, wir hören oder lesen 2000 Jahre alte Worte. Zweifel kommen da von ganz allein. Hören wir genauer hin, dann stellen wir fest: Jesus war ein geradliniger, manchmal unbequemer Mensch, der ohne Wenn und Aber auf Seiten der Menschen stand, die ausgegrenzt waren, auf Seiten der Ärmsten der Armen, auf Seiten der Verfolgten und Unterdrückten. Dafür stellte er sich auch vor die Machthaber. Er scheute sich nicht vor ihnen und versteckte sich auch nicht. Er hatte eine Botschaft, die Botschaft der grenzenlosen Liebe Gottes. Eine Botschaft, die besagt, dass wir alle geliebt sind, und dass wir alle lieben sollen. Eine erst nett klingende, aber durchaus unbequeme Botschaft: Wer wirklich liebt, wer so liebt, wie Jesus die Menschen geliebt hat, der muss aufstehen vom Sofa, muss was riskieren.
Wer sich einsetzt, setzt sich aus, hat meine frühere Chefin immer wieder gesagt. Da ist durchaus möglich, dass einem nicht nur Frieden und Wohlwollen entgegen schlägt. Die Menschen, die sich für Geflüchtete einsetzen oder für den Schutz des Klimas,haben eine Ahnung davon, was es bedeuten kann, sich bedingungslos für Mitmenschen einzusetzen. Man eckt bei denen an, die es sich bequem eingerichtet haben. Als Christ bei den Christen, die es sich in ihrem Christsein bequem gemacht haben, die gar nicht mehr sehen, was eigentlich ihre Aufgabe wäre und diese nicht sehen wollen. Sie haben etwas gegen die, die Nächstenliebe üben und nicht nur Geld spenden. Als MenschBürger in Deutschland bei denen, die Angst vor Veränderungen haben und ihre Angst gegen Migranten oder gegen Klimaschützer richten.
Auch Jesus hat sich durch seinen Einsatz ausgesetzt: den Juden, die es sich mit ihren Vorschriften bequem eingerichtet hatten, diese buchstabengetreu befolgten, deren Sinn ihnen aber verlorengegangen war. Er hat konsequent Gottes Liebe verbreitet, gegen den Hass, der ihm entgegenströmte, konsequent bis zu seinem Tod am Kreuz.
Nun komme ich zur Ausgangsfrage zurück: Wer war dieser Jesus? War er Gottes Sohn? Er wusste sich von Gott geliebt. Das gab ihm die Stärke, seinen Weg zu gehen. Er vertraute Gott wie man liebenden Eltern vertraut.
Und wir? Auch wir sind Gottes geliebte Kinder. Wenn wir im Vertrauen auf Gott lieben und tätig werden, dann ist das gelebter Glaube. Dann haben wir die Botschaft des Sohnes Gottes verstanden.
Georg Legerke in: Youcat. Jugendgebetbuch. Youcat-Verlag, 12. Auflage 2015.
Wüstenbrot
gebacken
in Feuersglut
Wüstenbrot
genommen aus Engelshand
Kräfte fallen dir zu
leicht wird der Weg
zum Berg deiner Bestimmung
wo ER auf dich wartet
wo ER sich dir
zu erkennen gibt –
anders als du je geglaubt
leiser als du je gedacht
Ilse Pauls, unveröffentlicht.
Jesus, du wahres Brot, du Brot des Lebens,
in dir ist das wahre Leben,
das all meine Sehnsucht erfüllt:
die Sehnsucht nach Anerkennung –
weil ich für dich immer wichtig bin;
die Sehnsucht nach Glück –
weil du mich jeden Tag neu beschenkst;
die Sehnsucht nach Liebe –
weil du mich auf allen Wegen begleitest;
die Sehnsucht nach Wahrheit –
weil dein Wort mich zum Leben führt.
Jesus, wenn ich dich im Brot empfange,
empfange ich dein Leben.
Durch dich kommt der Himmel
ein Stück in mein Leben.
Sebastian Braun
Das Brot ist der Himmel.
Wie Du den Himmel nicht allein haben kannst,
Musst Du das Brot mit den anderen teilen.
Das Brot ist der Himmel.
Wie der Anblick der Sterne am Himmel allen gemein ist ,
Musst Du das Brot mit den anderen zusammen essen.
Das Brot ist der Himmel.
Kommt das Brot in Deinen Mund hinein,
Nimmt Dein Körper den Himmel auf.
Das Brot ist der Himmel.
Ja, das Brot
muss man teilen.
Kim Chi Ha
Der südkoreanische katholische Dichter Kim Chi Ha sitzt wegen seiner Bücher in lebenslänglicher Einzelhaft. Das Lied vom Brot stammt aus einer Ballade, in der dieses Lied zu einem Sturm anschwillt, der über das ganze Land hinwegbraust.
Schenke mir deine Unruhe. Es ist nicht vergeblich, wenn man sich mir anvertraut. Aber sage mir alles, was dich beschäftigt. Stütze dich auf mich. Lange, kindlich, liebevoll…
Und jetzt sei ohne Sorge. Ich selbst werde mich deiner Sache annehmen, oder ich werde dir im geeigneten Moment eingeben, was du tun sollst.
Komm zu mir mit all denen, die du kennst. Scheue dich nicht, mir Namen zu nennen. Ich liebe sie selber unendlich mehr, als du dir vorstellen kannst. Empfiehl sie einen nach dem anderen meinem Segen.
Komm zu mir mit deinen Hoffnungen, Plänen und Wünschen.
Niemand kann dir besser helfen als ich.
Verlange alles, dessen du bedarfst. Ich kann dich nur in dem Maße beschenken, wie du mich demütig bittest. Drück dich klar aus…, wiederhole…, dränge...! Ich dürste danach, mehr zu schenken als zu empfangen.
Ohne mich kommst du nicht weit, aber mit mir werden die Hindernisse überwunden, eins nach dem anderen.
Aus: Abbé Gaston Courtois, Das Gespräch mit Christus. Cura Verlag, Wien 1967.
Das Brot, das wir brechen, erinnert uns:
Wir sind Gemeinschaft um deinen Tisch.
Gib, dass wir keinen im Stich lassen,
der dein Mahl mit uns teilt,
dass wir niemand allein lassen,
keinen verachten und keinen verurteilen,
dass wir nie einen Menschen demütigen
oder in die Unfreiheit zwingen,
dass wir nie eines anderen Schwäche ausnutzen.
Hilf, dass dein Friede unter uns Wirklichkeit wird.
Kommt und öffnet eure Hand und empfangt das Brot,
das uns auf die Liebe verpflichtet.
Friedrich Dietz
Ich habe dich aufgenommen.
Aber nicht ich werde dich
in mich verwandeln,
vielmehr du mich in dich.
So verwandle mich,
mach mich neu,
damit mein Leben Tag für Tag
neu zum Segen für andere wird.
Johannes Putzinger
Das Brot teilen,
denn, es schmeckt auch anderen gut.
Das Brot teilen,
macht den Hungrigen Mut.
Das Brot teilen,
denn, es ist für alle gedacht.
Das Brot teilen,
den Geber glücklich macht.
Das Brot teilen,
bringt Hoffnung in die Welt.
Das Brot teilen,
weil´s auch Gott gefällt.
Aus: Irmgard Adomeit, Sammlung Kommentare. 2012.
Da er geboren wurde,
ward er der Gefährte unseres Lebens,
da er das Abendmahl hielt,
gab er sich uns zur Speise,
da er am Kreuze starb,
gab er sich für uns hin,
da er im Himmel herrscht,
gibt er sich uns als unser ewiges Glück.
nach Thomas von Aquin
„Es lebte einmal ein alter und weiser König. Er hatte all die Jahre hindurch sein Volk mit Liebe und Weisheit regiert. Nun fühlte er, dass seine Zeit gekommen war, und er dachte voller Sorge an das, was nach seinem Tod mit seinem Volk und seinem Land geschehen sollte. Da rief er seinen Sohn zu sich, den einzigen, und sprach zu ihm: „Mein Sohn, meine Tage sind gezählt! Geh deshalb in die Welt hinaus und suche das Brot des Glücks, denn nur dann, wenn Du Deinen Untertanen das Brot des Glücks geben kannst, werden sie satt werden und Du wirst ihnen ein guter König sein.“
So ging der Prinz in die Welt hinaus und suchte das Brot des Glücks. Aber in welche Backstube er auch schaute, in welchem Laden er auch nachfragte, niemand kannte das Brot des Glücks. Der Prinz war verzweifelt. Niemand wusste vom Brot des Glücks, niemand hatte auf seine Frage eine Antwort. Als er in seiner Angst und Sorge dasaß, kam ein Kind des Weges und schaute ihn an: „Du hast sicher Hunger“, sprach es und reichte ihm ein Stück Brot. „Da nimm, ich habe nicht mehr, aber mit Dir will ich gerne teilen.“ Der Prinz nahm das Brot und sogleich verschwand seine Not, als sei sie niemals dagewesen. „Das Brot des Glücks!“, rief er. „Du hast das Brot des Glücks. Schnell, gib mir mehr davon! Wo hast Du es her?“ „Das ist das Brot, dass meine Mutter heute Morgen gebacken hat. Sie gab es mir, damit ich keinen Hunger zu leiden brauche. Du hattest Hunger und so teilte ich mit Dir.“ „Das ist alles?“, fragte der Prinz. „Ist das kein besonderes Brot?“ „Nein, es ist wie jedes andere Brot, aber weil es zwischen Dir und mir geteilt wurde, ist es für Dich zum Brot des Glücks geworden.“
Da erkannte der Prinz, wo das Brot des Glücks für alle Zeit zu finden war. Er kehrte zu seinem Vater zurück und erzählte ihm, wie er das Brot des Glücks gefunden hatte und wie es ihm geholfen hatte, mit seiner Verzweiflung fertig zu werden. Von da an wusste der Vater, dass der Prinz. genau wie er selbst, das Reich mit Liebe und Weisheit regieren würde alle Tage seines Lebens.“
Quelle unbekannt
Brot auf dem Weg,
auf Straßen und Plätzen,
unterwegs zu dir und zu mir.
Brot, das Leben spendet,
das den Hunger stillt
nach Sinn und nach Wahrheit.
Brot, das uns eint,
wenn wir einander Brot werden,
indem wir Leben und Liebe teilen.
Brot, das uns nährt.
uns Trost und Ermutigung ist,
Wegzehrung für unser Leben.
Brot für die Welt.
Als Brot tragen wir IHN in die Welt,
IHN, der dort immer schon ist.
Gisela Baltes
1. Brich dem Hungrigen dein Brot.
Die im Elend wandern,
führe in dein Haus hinein;
trag die Last der andern.
2. Brich dem Hungrigen dein Brot;
du hast's auch empfangen.
Denen, die in Angst und Not,
stille Angst und Bangen.
3. Der da ist des Lebens Brot,
will sich täglich geben,
tritt hinein in unsre Not,
wird des Lebens Leben.
4. Dank sei dir, Herr Jesu Christ,
daß wir dich noch haben
und daß du gekommen bist,
Leib und Seel zu laben.
5. Brich uns Hungrigen dein Brot,
Sündern wie den Frommen,
und hilf, daß an deinen Tisch
wir einst alle kommen.
Text: Martin Jentzsch (1951), Musik: Gerhard Häusler (1953) in: EG 418

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Der Prophet Elija gehörte zu den leidenschaftlichsten Vertretern des Jahweglaubens und zu den härtesten Bekämpfern des Baalskultes im 9. Jahrhundert vor Christus. Baal war eine Fruchtbarkeitsgottheit, welche von der Frau des Königs von Israel, Isebel, zu dieser Zeit stark gefördert wurde. Elija hatte nach einem für ihn triumphalen Gottesurteil auf dem Berge Karmel hunderte Baalspropheten hinrichten lassen (vgl.1 Kön 18:17-40). Damit war er sowohl vor dem Königshaus wie auch vor maßgeblichen Kreisen der Gesellschaft eine mißliebige Person, Isebel trachtete ihm nach dem Leben (vgl. 1 Kön 19:1-3). Daß sich der Glaube an Jahwe als den einzigen Gott und Spender des Lebens schnell wieder im Volk breit machen würde, dafür bestand trotz allem Kampf des Propheten wenig Hoffnung.
In dieser Situation zieht sich Elija verängstigt und resigniert in die Wüste zurück. Er möchte aufgeben, ja er wünscht sich den Tod. Freilich, die Wüste wird für Elija zum Ort, an dem er neuen Antrieb erfährt. Ein Engel, ein schützender und helfender Bote Gottes, stärkt ihn mit Brot und Wasser. Es ist das erste kleine Zeichen wider die Resignation und die Hoffnungslosigkeit, wider das Überfordert- und Ausgebranntsein im heiligen Dienst.
Durch die Begegnung mit dem Gottesboten wird der Rückzug Elijas in die Wüste zu einer Pilgerreise zum Ursprung des reinen Jahweglaubens, zum Berg Horeb nämlich, an dem sich Gott einst dem Volk Israel und seinem Führer Mose geoffenbart hat. Der Zeitraum von 40 Tagen und 40 Nächten, den der Prophet zum Gottesberg unterwegs ist, gemahnt an die vierzigjährige Wüstenwanderung des Volkes Israel zwischen dem Auszug aus Ägypten und dem Einzug in das Gelobte Land. Es ist eine Zeit der geistlichen Läuterung, eine Zeit der Vorbereitung auf neues, erfüllendes Leben. Am Horeb wird sich das Geschick Elijas wenden. Er wird Gottes Gegenwart neu erfahren, freilich nicht in einem machtvollen Ereignis wie früher beim Gottesurteil am Berge Karmel, sondern in einem sanften, leisen Säuseln - wahrnehmbar kraft der Stille und Aufmerksamkeit eines für Gott offenen Herzens (vgl. 1 Kön 19,11-13).
Elija ist auf der Flucht. Auf der Flucht vor der Königin Isebel, aber auch auf der Flucht vor sich selbst. Zur Vorgeschichte gehört unbedingt 1 Kön. 18. Die biblische Überlieferung verschweigt nicht, dass Elija ein wütender Prophet ist und seine Hände mit Blut befleckt.
Die Lesung setzt damit ein, dass Elija in die Wüste geht und sich den Tod wünscht. Für ihn ist es „genug“. Ein Engel rührt den schlafenden Propheten an und spricht zu ihm: Steh auf und iss! Brot und Wasser findet er, als er sich umblickt. Der Engel hat die Botschaft für ihn, einen weiten Weg vor sich zu haben. Vierzig Tage und vierzig Nächte wandert Elija zum Gottesberg, dem Horeb.
Die Szene erinnert an den Weg Israels durch die Wüste. Müdigkeit und Verzweiflung einerseits, Speisung aus dem Himmel („Manna“) andererseits. Die Zahl „vierzig“ ist mit dem Weg Israels auch fest verbunden – hier jedoch sind es Tage, nicht Jahre. Es ist eine „kleine“ Wüstenwanderung, die von Elija erzählt wird, ohne die Spuren zu verwischen, die von der größeren Israels überliefert wird.
Auf dem „Gottesberg“ begegnete Mose Jahwe, brachte ihm die Bitten seines Volkes und empfing aus seiner Hand die Gebote. Elija erscheint hier als 2. Mose. Im Evangelium von der Verklärung Jesu heißt es: „Da erschien vor ihren Augen Elija und mit ihm Mose, und sie redeten mit Jesus“ (Mk. 9,4).
Der heutige Lesungsabschnitt aus dem Ersten Buch der Könige schließt sich an eine der Sternstunden des Elija an. Auf dem Berg Karmel hatte er gezeigt, dass der Gott Israels der wahre und machtvolle Gott ist.
Im Gefühl dieses Sieges hatte Elija alle Baalspriester als Vertreter eines unterlegenen Kults hinrichten lassen. Dies brachte ihm die Feindschaft der Königin Isebel und die Verfolgung ein. Als Verfolgter verlor Elija seinen Einfluss beim Volk.
In dieser Situation will Elija nur noch sterben und sich der Verantwortung entziehen. Drei Dinge halten ihn: Brot, Wasser und die Berührung durch Gottes Engel.
Nach der so vorbereiteten Begegnung am Horeb wird für Elija die Zeit beginnen, seinen Dienst abzuschließen.