Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte:
In jenen Tagen wanderten Paulus und Barnabas von Perge weiter
und kamen nach Antiochia in Pisidien.
Dort gingen sie am Sabbat in die Synagoge und setzten sich.
Es schlossen sich viele Juden und fromme Proselyten
Paulus und Barnabas an.
Diese redeten ihnen zu
und ermahnten sie, der Gnade Gottes treu zu bleiben.
Am folgenden Sabbat versammelte sich fast die ganze Stadt,
um das Wort des Herrn zu hören.
Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig,
widersprachen den Worten des Paulus
und stießen Lästerungen aus.
Paulus und Barnabas aber erklärten freimütig:
Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündet werden.
Da ihr es aber zurückstoßt
und euch selbst des ewigen Lebens für unwürdig erachtet,
siehe, so wenden wir uns jetzt an die Heiden.
Denn so hat uns der Herr aufgetragen:
Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht,
bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein.
Als die Heiden das hörten, freuten sie sich
und priesen das Wort des Herrn;
und alle wurden gläubig, die für das ewige Leben bestimmt waren.
Das Wort des Herrn aber verbreitete sich in der ganzen Gegend.
Die Juden jedoch
hetzten die vornehmen gottesfürchtigen Frauen
und die Ersten der Stadt auf,
veranlassten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas
und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.
Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen
und zogen nach Ikonion.
Und die Jünger wurden mit Freude
und Heiligem Geist erfüllt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv - Wir sind das Volk des Herrn,
die Herde seiner Weide. - Kv
Oder: Kv - Halleluja - Kv
Jauchzt dem HERRN, alle Lande! /
Dient dem HERRN mit Freude!
Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!
Erkennt: Der HERR allein ist Gott. /
Er hat uns gemacht, wir sind sein Eigentum,
sein Volk und die Herde seiner Weide. - Kv
Kommt mit Dank durch seine Tore, /
mit Lobgesang in seine Höfe!
Dankt ihm, preist seinen Namen!
Denn der HERR ist gut, /
ewig währt seine Huld
und von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. - Kv
Lesung aus der Offenbarung des Johannes:
Ich, Johannes, sah: eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
Und einer der Ältesten sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes
und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel;
und der, der auf dem Thron sitzt,
wird sein Zelt über ihnen aufschlagen.
Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden
und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze
wird auf ihnen lasten.
Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden
und zu den Quellen führen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt,
und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Lesung aus der Offenbarung des Johannes:
Ich, Johannes, sah: eine große Schar
aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen;
niemand konnte sie zählen.
Sie standen vor dem Thron und vor dem Lamm,
gekleidet in weiße Gewänder,
und trugen Palmzweige in den Händen.
Sie riefen mit lauter Stimme und sprachen:
Die Rettung kommt von unserem Gott,
der auf dem Thron sitzt, und von dem Lamm.
Und alle Engel standen rings um den Thron,
um die Ältesten und die vier Lebewesen.
Sie warfen sich vor dem Thron auf ihr Angesicht nieder,
beteten Gott an und sprachen:
Amen, Lob und Herrlichkeit,
Weisheit und Dank,
Ehre und Macht und Stärke unserem Gott
in alle Ewigkeit. Amen.
Da nahm einer der Ältesten das Wort
und sagte zu mir:
Wer sind diese, die weiße Gewänder tragen,
und woher sind sie gekommen?
Ich erwiderte ihm:
Mein Herr, du weißt das.
Und er sagte zu mir:
Dies sind jene, die aus der großen Bedrängnis kommen;
sie haben ihre Gewänder gewaschen
und im Blut des Lammes weiß gemacht.
Deshalb stehen sie vor dem Thron Gottes
und dienen ihm bei Tag und Nacht in seinem Tempel;
und der, der auf dem Thron sitzt,
wird sein Zelt über ihnen aufschlagen.
Sie werden keinen Hunger und keinen Durst mehr leiden
und weder Sonnenglut noch irgendeine sengende Hitze
wird auf ihnen lasten.
Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden
und zu den Quellen führen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt,
und Gott wird alle Tränen von ihren Augen abwischen.
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ich bin der gute Hirt.
Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:
In jener Zeit sprach Jesus:
Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie
und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben.
Sie werden niemals zugrunde gehen
und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle
und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Wem folgen wir? Auf wen hören wir? Wem ge-hören wir? Das sind nicht nur Fragen der Nachfolge im religiösen Kontext, sondern gerade heute eine große gesellschaftliche Herausforderung. Influencer heischen um follower, politische Parteien um Wähler und Bestimmungsmacht. Wohin lassen wir uns von ihnen führen?
Jesus sagt: „Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.“
Das Bild des Hirtensteht in derBibel oft für jemanden, derverantwortungsvoll anleitet und umdas Wohl seinerGemeinschaft bemüht ist.Der „guteHirte“, also auch Jesus,verkörpert Selbstlosigkeit, mit der er seine sprichwörtliche „Herde“im Auge behält – ganz im Gegensatz zu jenen, die sich ausschließlich engagieren, um ihre eigenenInteressen zu verfolgen, aber in Krisenzeiten oder bei Gegenwind abtauchen; ein Phänomen, das sicher schon viele von unsbeobachtet haben, ob im privatenoder im weiteren gesellschaftlichen Umfeld.
Ob in Kirche oder Politik – Persönlichkeiten, die ehrlich und glaubwürdig ein Beispiel setzen, stärkenunser Vertrauen und geben uns das gute Gefühl, auf sie „hören“zu können – und von ihnen gehört zu werden. Vielefühlen sich aber eben nicht mehr gehört,und diese Lücke wird von den unzähligen Stimmen,nicht zuletzt in den Medienund sozialen Netzwerken, gefüllt.
Viele Gesellschaften sind gespalten, weil verschiedene Gruppen unterschiedlichen „Stimmen“ folgen. Manche Menschen in machtvollen Positionen spalten bewusst, um Einfluss zu gewinnen, statt eine gemeinsame Orientierung zu bieten.
Jesu Bild vom guten Hirten zeigt einen anderen Weg, der verbindet und dient, anstatt zu manipulieren oder auszunutzen.
Gerade in verunsichernden Zeiten wie diesen können wir uns verloren, verlassen und orientierungslos fühlen. Stellen wir uns also die Frage: Wen betrachten wir als unsere „Hirt:innen“? Wem folgen wir, aufwen hören wir, und warum? Vom wem erhoffen wir unsRichtung und Beziehung? Wem vertrauen wir? Und ist es klug,wem auch immer, unwillkürlich zu folgen?
„Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir“ – diese Bibelstelle kann als Aufforderung verstanden werden, Verantwortung zu übernehmen, Menschen nicht im Stich zu lassen und langfristig für das Wohl aller zu handeln. „Hirt:innen“ zu sein, die nachhaltige und verantwortungsbewusste Ziele verfolgen.
Natürlich sind wir alle eingeladen, auf Jesus zu „hören“, nicht nur diejenigen, die „leiten“; in unserem Alltag können wir Entscheidungen treffen, in denen wir ihm und seinem Weg der Nächstenliebe nachfolgen. Vertrauen wir ihm auch in schwierigen Situationen und auf herausfordernden Wegen? Stellen wir uns der Herausforderung, jenen zu folgen, die auch Jesus nachfolgen, in Solidarität und in der Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe; jenen, die Haltung zeigen und die als Christ:in und Menschen einen Unterschied machen?
Übrigens: Das Wort „kennen“ oder „erkennen“ hat im Hebräischen eine tiefere Bedeutung. Es bedeutet nicht nur zu wissen, wie der andere heißt oder wie er lebt, es bedeutet Intimität und Beziehung. Jesus Christus zu erkennen, bedeutet, ihm auf seinen Weg zu folgen, er lädt uns ein, im Vertrauen zu ihm zu wachsen. Auch das „Hören“ ist nicht nur akustisch gemeint, sondern steht für ein tiefesVerstehen und Vertrauen.
Auf jemanden „zu hören“ bedeutet eine aktive Entscheidung – kein kritikloses sich fügen, sondern bewusste Nachfolge aus Überzeugung. Zu "folgen" – für manche ist das ein Verlust an Freiheit und könnte sogar als Bevormundung interpretiert werden. Andere hingegen spüren Erleichterung ob der Leitung durch einen Hirten oder eine Hirtin, der oder die eine scheinbar chaotische Herde zusammenhält, und verlassen sich gerne auf einen solchen Anführer. Möchten die einenals Schaf nichtTeil eines in ihren Augen zu fügsamen Kollektivs sein, so fühlen sich viele gerade heutzutage gern einer Community zugehörig, die ihnen Identifikation und Orientierung schafft.
Gerade deshalb ist es so wichtig, auf die richtigen Stimmen zu hören – auf eine Stimme, die Liebe, Fürsorge und Sinn für Gemeinschaft vermittelt. Hinterfragen wir kritisch, welche Leitung wirklich auf das Wohl aller Menschen ausgerichtet ist.
© Eva Bauernfeind-Schimek, Diözese Linz.
Das Bild vom Guten Hirten kommt nicht bei allen Menschen gut an. Es ermöglicht mehrere Blickwinkel. Oft werden daraus fragwürdige Ableitungen hergeleitet. Es ist wichtig, dass wir gut auf die Originaltexte hinschauen. Die Verse des Evangelienabschnittes, der für das Lesejahr C vorgesehen ist, sind eine Zusammenfassung der Verkündigungsabsicht des Evangelisten: Ihm geht es um das innige Verhältnis zwischen Jesus und den Seinen.
Niemand möchte ein Schaf sein; erst recht nicht ein dummes! Und auch der Herde gegenüber haben viele Vorbehalte. Wer möchte schon ein "Herdentier" sein? Und Lämmer erwarten, so lieb sie auch sind, eine ungewisse Zukunft; viele von ihnen werden geschlachtet oder zumindest von Zeit zu Zeit geschoren; auch nicht wirklich lustig! Unter solchen Bedingungen ist es auch nicht einfach, Hirte zu werden…
Kinder mögen Freude an diesen Bildern haben. In der Zeit der Romantik hatte man daran größeres Gefallen als heute. Das kommt nicht allein davon-, dass wir uns von der Hirtenidylle einer Nomadenkultur wegentwickelt haben. Das Problem liegt nicht so sehr in den biblischen Bildern, das Problem besteht darin, dass viele, die für die Frohe Botschaft offen sind, sich in der Kirche wie Schafe behandelt fühlen, um ihre Individualität betrogen und als Opfer eines fragwürdigen Systems.
Ein Bisschen sind wir daran aber auch selber schuld. Oft ist es einfacher, sich hinter einem Hirten, der uns das anbietet, zu verstecken, als sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten. Dies gilt nicht allein für die Kirche.
Gegenwärtig erleben wir das auch in der Politik und in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Starke Männer, bzw. Männer und Frauen mit starken Worten, haben Zulauf, werden bewundert, werden beklatscht. Sie versprechen satte Weiden, Schutz, Sicherheit und Heimatgefühl. Können sie ihre Versprechen auch halten? Viele sind weg, wenn es brenzlig wird, wenn Krisen aufbrechen und "Wölfe mit den Zähnen fletschen"…
Wir müssen behutsam mit den alten biblischen Bildern umgehen und sie vor allem nicht für Zwecke missbrauchen, für die sie nicht geschaffen worden sind; auch nicht für ein fragwürdiges Kirchenbild.
Der kurze Abschnitt, der an diesem Sonntag als Evangelium vorgetragen wird, ist der Abschluss, die Zusammenfassung eines ganzen Kapitels, in dem Jesus als der Gute Hirte vorgestellt wird. Er steht Hirten gegenüber, die nach Meinung der Propheten und Evangelisten ihre Aufgabe verfehlt haben. Einige Propheten haben angekündigt, dass Gott selbst den Hirtenstab in die Hände nehmen wird, weil jene, die sich in der jeweiligen Situation als Hirten aufgespielt haben, versagt haben.
Der von Gott eingesetzte Hirte unterscheidet sich von den selbsternannten dadurch, dass er sich für das Wohl der ihm Anvertrauten einsetzt, sich im Krisenfall schützend vor sie stellt, ihre Lebensrechte verteidigt und, wenn es sein muss, sogar sein Leben für sie hingibt. Den Schwachen hilft er auf die Beine, den Verirrten geht er nach und sorgt dafür, dass alle sich entfalten können.
Das Besondere an seinem Führungsstil – und darin unterscheidet er sich von den schlechten Hirten – ist das wechselseitige vertraute Verhältnis. Er kennt die Seinen und die Seinen kennen ihn. Seine Stimme ist ihnen vertraut und seine Vertrauenswürdigkeit gründet in seinem engen Verhältnis zu seinem Vater im Himmel.
Zweifellos befindet sich die Kirche gegenwärtig in einer Phase des Umbruchs. Dieser ist nicht neu. Er wurde durch das Zweite Vatikanische Konzil angestoßen und eingeleitet. Dieses hat unter den vielen traditionellen Bildern für die Kirche das Bild vom "wandernden Volk Gottes" wieder in die Mitte gerückt. Auch der synodale Weg, auf den uns der verstorbene Papst Franziskus geführt hat, ist nicht wirklich neu. In beiden Bildern geht es um das miteinander Gehen und um das aufeinander Hinhören. Beide Bilder heben hervor, was uns der Evangelist mit dem biblischen Bild vom Guten Hirten, der die Seinen kennt und auf den die Seinen hören, sagen will: Hinhören auf die Stimme des Heiligen Geistes, der in uns allen Wohnung genommen hat, hinhören auf das, was uns der Gute Hirte sagt. In ihm werden wir Leben haben und es in Fülle haben.
Das Bild vom Hirten und seiner Herde ist kein Strukturprogramm sondern ein Verhaltensprogramm. So spannend es sein wird, welche strukturellen Veränderungen unsere Ober-Hirten uns in den nächsten Jahren vorlegen werden, die entscheidende Erneuerung erwarte ich von einem gemeinsamen vertieften Hinhören auf die Stimme des Guten Hirten und dem, was jeder und jede Einzelne daraus macht.
Der 4. Sonntag nach Ostern ist vom Bild des Guten Hirten geprägt und gibt ihm sogar den Namen. Jesus ist der Hirte, der sein Leben für die Schafe hingibt, und zugleich das Lamm, das nach den Denkmustern des Judentums zur Versöhnung mit Gott geopfert wurde.
Liebe Schafe, kennen Sie unseren guten Hirten Christus? Eine eher ungewöhnliche und hoffentlich nicht beleidigende Anrede, aber das Evangelium und alle vorangehenden Texte der zweiten Lesung verleiten dazu, in die Tierwelt abzugleiten. Man hat es mit Visionen und Idealvorstellungen zu tun, die wir wahrscheinlich nicht erreichen, aber versuchen sollten wir, diese Bilder, die uns der Alltag bringt, in unsere Lebensgeschichte einzubeziehen.
Wobei die erste Lesung noch sehr anschaulich eine Szene aus dem Alltagsleben der jüdischen Bevölkerung darstellt. Wie üblich, tritt Paulus mit seinem Begleiter Barnabas am Sabbat in der Synagoge auf. Das ist die erste Missionsreise von insgesamt dreien. Das sollte vor einer großen Menschenmenge geschehen, „um das Wort des Herrn zu hören.“ (Apg 13,45). Schon immer sind „Eifersucht“ und böse Worte (Apg 13,45) in der Verkündigung grobe Hindernisse. Ganz anders wird die Botschaft bei den Nichtjuden, den sogenannten Heiden, aufgenommen. Sie hören das Wort Gottes mit Freude, das der Herr Paulus zu verkünden aufgetragen hat. „Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht, bis ans Ende der Erde sollst du das Heil sein.“ (Apg 13,47, zitiert nach Jes 42,6). Das ist ein Auftrag, der auch uns gilt: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,1). Doch oft geschieht das Gegenteil. Das Licht wird durch alle möglichen Störungen, durch Verfolgungen und Gleichgültigkeit, fast zum Auslöschen gebracht. Es lässt sich aber bis heute nicht vernichten, auch wenn der Docht da und dort nur noch glimmt (vgl. Jes 42,3). Jesus bittet, ihn nicht auszulöschen. Das geht nicht. Wie sich gezeigt hat, kam die christliche Botschaft bald im damaligen Weltreich Rom, im Imperium Romanum an.
Dazu Visionen und Idealvorstellungen, die im Lauf der Menschheitsgeschichte nur ansatzweise durchgedrungen sind. Das Bild vom Lamm, bzw. dem „Lamm Gottes.“ Das ist ein durch und durch christologischer Titel, der sogar in der Eucharistiefeier zitiert wird: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ (Joh 1,29). Das Lamm, ein friedliches Tier, steht für Gewaltlosigkeit und ist dennoch stark. Es entwickelt sich zum „Herrn der Geschichte“ (Off 6,1) und führt zum Frieden durch Gewaltlosigkeit. Ein Weg, der den inneren Abläufen weltlicher Logik nur selten gefolgt ist, obwohl es immer wieder Bemühungen darum gab. Der Brauch des gebackenen und süß schmeckenden Osterlammes könnte daran erinnern. Das Lamm soll nicht nur gut schmecken, es soll auch Trost geben „Tränen von den Augen abwischen“, wie Offb 7.17 sagt.
Das Bild vom guten Hirten hat auch mit Schafen zu tun. Diese Evangelienstelle ist der Schluss des Hirtenkapitels, indem Jesus sein Verhältnis zum Vater definiert, aber auch das Band der Liebe und Treue zwischen Jüngerinnen und Jüngern darstellt. Auch das ist eine Idealvorstellung.
Wie steht es aber bei uns mit den Beziehungen untereinander? Manchmal hat man das Gefühl, reißende Wölfe wären unterwegs. Bei den Beziehungen geht es nicht um politische Beziehungen aller Art, die dann zu Packeleien ausarten könnten. Man muss nicht gleich einander um den Hals fallen, aber Respekt, Wertschätzung und Menschenwürde rangieren oft weit unten.
Das Evangelium spielt mit dem Bild vom „Guten Hirten“ auf Menschen an, die ihm anvertraut sind, die ihm nicht egal sind. Was verloren ist, sucht er heim (siehe auch Evangelium vom „Verlorenen Schaf“ Lk 15.4-7 und Mt 18,12-13). Der Hirte sorgt für Treue und Stabilität, sonst gehen wir verloren. Dieses Bündnis kann nicht mehr aufgehoben werden, außer der Mensch bricht es. Dieses Bild sagt aus, dass wir untereinander Hirten und Hirtinnen sein sollen und andere nicht allein lassen. Hören auf die Stimme Jesu macht „hellhörig“. Mit diesem Wort sind Augen und Ohren angesprochen, um dann die Botschaft Jesu zu begreifen, zuerst zu erkennen, dann einzusehen, was zum Glauben führt.
Jesus bezeichnet sich selbst als den guten Hirten. Das macht uns das Schafsein ein wenig leichter. In diesem Bild geht es aber nicht um Rollenzuweisungen, sondern um konkrete Tätigkeiten: hören, kennen, folgen. Hören ist mehr als Gehorsam, Kennen mehr Bekanntsein, und Folgen mehr als Hinterherlaufen. Der gute Hirte hat sehr viel von einer Mutter, eine Mutter (Väter eingeschlossen) sehr viel von einem guten Hirten.
Die Zauberworte heute: hören, kennen, folgen.
„Meine Schafe hören auf meine Stimme;
ich kenne sie
und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben.“
Wer hört? Ich. Wer kennt? Jesus. Wer folgt? Ich. Was bekomme ich? Ewiges Leben. Zugegeben: Ich habe jetzt alles auf mich bezogen. Nicht falsch, aber auch nicht so ganz richtig. Jesus spricht im Plural.
In der Mitte ist ER, der Herr. Er kennt uns. Auf ihn hören wir, ihm folgen wir. Uns wird das ewige Leben zuteil. Das Leben in seiner ganzen Fülle. Vollendet in einer Liebe, die keine Grenze kennt. Wir träumen alle von Ewigkeit, auch wenn uns die Worte fehlen, sie abzustecken oder zu beschreiben.
Bin ich ein - Schaf? Das Evangelium sagt das. Aber so ungewöhnlich und fremdartig die Redeweise auch für unsere Ohren sein mag, so sehr entspricht sie dem Wort Jesu: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“
Die Betonung liegt auf „der“. Der gute Hirte, der eine, der einzige. Ist er der Hirte, darf ich Schaf sein. In dem Bild steckt ungeheuer viel Nähe, Vertrautheit und Geborgenheit. Obwohl eigentlich nichts zu sehen ist, stehen wir vor einer Schafherde – und können uns an dem Frieden nicht satt sehen. Wenn Mütter und Väter, Opa’s und Oma‘s mit ihren Kindern und Enkeln Lämmer gucken gehen, ist das wie ein Ausflug in eine andere Welt. Eine kindliche Welt? Ja, vielleicht auch. Es ist ein Bild für die Welt Gottes. Schön und weit, friedlich und unberührt. Auch wenn wir, älter geworden, überall auch die Gefahren sehen. Die Wölfe. Und mehr.
Im Evangelium ist alles auf den einen zugeschnitten: den Hirten. Es ist ein Glück, zu ihm zu gehören. Von ihm gekannt, mit Namen genannt, beschützt zu sein. Den Schafen wird zwar gelegentlich attestiert, sie seinen doof, aber das ist eine böswillige Unterstellung, wenn nicht gar eine Beleidigung. Eine Beleidigung Jesu. Er ist nur von klugen Schafen umgeben! Da werden selbst die Wölfe kleinlaut.
Philipp Spitta hat 1843 ein Lied geschrieben, ein Kinderlied. In der ersten Strophe heißt es:
Es kennt der Herr die Seinen
und hat sie stets gekannt,
die Großen und die Kleinen
in jedem Volk und Land;
er lässt sie nicht verderben,
er führt sie aus und ein,
im Leben und im Sterben
sind sie und bleiben sein.
Und die Schafe? Sie hören und sie folgen. Genauer: sie kennen die Stimme des Hirten und gehen ihm nach. Ob es ein guter Hirte ist, wissen sie nicht. Sie können ihn auch nicht danach fragen. Darüber nachgedacht haben sie auch noch nicht. Dass der Hirte sie nicht in die Irre führt, dass er sie auch nicht den Wölfen preisgibt, wenn sie zähnefletschend und hungrig die Herde sprengen, dass er sie aus Gestrüpp und Dornen befreit – davon gehen sie einfach aus. Mit jedem Schritt. Der gute Hirte, sagt Jesus, lässt sein Leben für sie.
Auf alten Darstellungen, in römischen Katakomben zum Beispiel, trägt der Hirte ein Schaf, ein Lamm auf der Schulter. Selbst die verlorenen, verirrten, gejagten Schafe werden wieder gefunden und nach Hause getragen. Im Evangelium heißt es sogar, dass im Himmel eine Riesenfreude ist, wenn ein Schaf wieder gefunden ist. Auch schuldige Menschen, Menschen, die sich in ihrem Leben verirrten, Menschen, die keine Hoffnung mehr hatten, werden nicht fallengelassen, nicht preisgegeben. In Vezelay (Frankreich) gar, in der großen Kathedrale, ist der gute Hirte, in Stein gehauen, in einem Kapitell, hoch oben auf einer Säule zu entdecken: Er trägt einen Menschen auf seiner Schulter. Den Judas. Judas hat ihn verraten. Judas hat sich dann aufgehängt. Judas ist gescheitert. Und Jesus legt ihn auf seine Schulter und trägt ihn nach Hause. Jesus trägt die ganze Kirche. Die Kirche der Sünder. Der Heimatlosen. Der Verlorenen. Muss ich wirklich erst nach Vezelay gehen, um das zu sehen? Zu hören?
Als ich Kind war, habe ich oft anhören müssen: Wer nicht hören will, muss fühlen. Sie kennen das? Haben Sie es vielleicht auch schon mal gesagt? Eigentlich nur so ein Satz, eine Allerweltsweisheit, aber doch mit Untiefen. Es fängt bei kleinen Dingen an. Ich wollte nicht einfach gehorchen, mir auch nichts sagen lassen. Ich wollte ausprobieren. Alleine. Das Risiko nahm ich, ohne groß darüber nachzudenken, in Kauf. Wie jedes Kind, das sich aus der behüteten Welt langsam entfernt, um selbständig zu werden. Irgendwann, in der Pubertät, nannte ich das verwegen Freiheit. Ohne zu ahnen, wie schwierig es sein kann mit der Freiheit.
Verklausuliert und versteckt, oft auch hart und offen, hat der Gehorsam in der Kirche überlebt. Der Gehorsam geht von oben nach unten. Menschen werden eingeordnet. Die einen müssen gehorchen, die anderen dürfen befehlen. Das alles fein abgestuft. Es gibt die Oberen – und wenn es sie gibt, gibt es auch die Unteren. In immer neuen Konstellationen.
Das Idealbild, gehorsame und folgsame Schafe vor sich zu haben, hat mehr und mehr Risse bekommen. Die Scherben liegen überall herum. Die Splitter schmerzen. Gehorsam ist kein Wert an sich…, auf Linie gebracht zu werden, hat keine Verheißung…, „oben“ und „unten“ bescheren kein Glück.
Jesus spricht davon, dass seine Schafe ihn hören und ihm folgen. Ihn. Jetzt wird der Plural wichtig: „Sie kennen mich.“ - „Sie folgen mir.“ – „Ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Was Jesus uns aufträgt, finden wir im geschwisterlichen Gespräch – nicht in einer Weisung von oben. Welchen Weg er für uns hat, entdecken wir auf einem gemeinsamen Weg – nicht in einer Reiseordnung. Wohin uns sein Wort führt, sehen wir auf Gesichtern von Menschen – nicht in einem Handbuch. Petrus nennt Jesus den Hirten und Bischof unserer Seelen.
Im Lied von Philipp Spiita heißt es:
Er kennet seine Scharen
am Glauben, der nicht schaut
und doch dem Unsichtbaren,
als säh er ihn, vertraut;
der aus dem Wort gezeuget
und durch das Wort sich nährt
und vor dem Wort sich beuget
und mit dem Wort sich wehrt.
Heute ist nicht nur der Tag des guten Hirten. Heute ist auch der Tag der Befreiung. Heute ist auch Muttertag. Was wir heute alles zu bedenken hätten – oder zu feiern! Der gute Hirte hat da schon einen Weg.
Mütter (und Väter) entlassen ihre Kinder von Tag zu Tag in das eigene Leben. Sie nehmen sich immer mehr zurück. Aber sie sind da. Liebevoll und verständnisvoll, gelegentlich auch kritisch und nachdenklich. Geht etwas schief, springen sie in die Bresche. Gibt es etwas zu feiern, sind sie die Ersten, die sich mitfreuen. So manche Nacht wachen sie am Bett eines Kindes, wenn es krank ist. Und bei Liebeskummer erzählen sie ihre eigene Geschichte. Der gute Hirte hat sehr viel von einer Mutter, eine Mutter sehr viel von einem guten Hirten. Und die Väter schließen wir einfach mit ein.
Jesus sagt: Ich bin der gute Hirte.
Er kennt sie als die Seinen
an ihrer Hoffnung Mut,
die fröhlich auf dem einen,
dass er der Herr ist, ruht,
in seiner Wahrheit Glanze
sich sonnet frei und kühn,
die wunderbare Pflanze,
die immerdar ist grün.
In seiner Wahrheit Glanze sich sonnet frei und kühn! Das ist’s!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsre Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Gott sorgt für sein Volk durch Menschen. Paulus und Barnabas predigen die Frohe Botschaft in Perge und stoßen auf Widerstand; auch an anderen Orten. Gott geht den Menschen nach durch Menschen wie Paulus oder Barnabas. Auch heute wird die Hirtensorge unterschiedlich engagiert und unterschiedlich gut wahrgenommen.
Kennen Sie Ihren Hirten, Ihre Hirten überhaupt? Genauer gefragt: Kennen Sie Jesus Christus bzw. wie gut kennen Sie Jesus Christus, vor allem seine Stimme? Paulus und Barnabas wollen in Perge für die Ausbreitung des Evangeliums sorgen, stoßen dabei auf Widerstand. Für Paulus nichts Neues, Konkurrenz auf Seiten der Juden, denn Christ kann man ja nur nach Ansicht einiger Juden über das Judentum selbst werden, eine Streitfrage, die am Apostelkonzil nach heftigen Debatten so entschieden wurde, dass jeder, der Christ werden will, auch ohne Einhaltung jüdischer Gesetze es werden kann.
Aber auch bei den anderen Völkern weht Paulus kräftiger Wind ins Gesicht. In seiner Areopagrede in Athen, wo er den Menschen die Lehre von Kreuz, Tod und Auferstehung nahebringen will, ist die Wirkung sehr unterschiedlich: die einen spotten darüber, andere sagen: „Wir wollen dich (dazu) ein anderes Mal hören.“ (Apg 17,32), „einige wurden gläubig.“ Wie gesagt: Auch in Perge Ablehnung. „Ihr stoßt das Wort Gottes zurück und erachtet euch selbst für das ewige Leben für unwürdig.“ (Apg 13,46). Trotzdem erfolgt ein Wendepunkt. Das Wort Gottes ergeht auch nach vielen Verfolgungen an die anderen Völker, also an diejenigen, die als Heiden bezeichnet werden, es geht weiter bis an die Grenzen der Erde, bis heute. Paulus und Barnabas „schüttelten den Staub von ihren Füßen und zogen weiter.“ (Apg 13,51). Was könnte dieser Staub sein? Wut, Ignoranz, Unsicherheit, Gleichgültigkeit als Apathie. Der tschechische Theologe Thomas Halik spricht nicht mehr von Atheisten, sondern von „Apatheisten“.
Wie ist das heute? Nicht viel anders als damals. Einige sind neugierig, begeistert, werden gläubig; bei anderen vorübergehende Begeisterung, ein Strohfeuer, mehr nicht; andere sind höflich ablehnend: darüber reden wir ein anderes Mal. Dann gibt es noch die Sorglosen: Wir leben recht bequem ohne Gott, ohne Religion, ohne Kirche. Wir werden schon sehen, was der nächste Tag bringt, somit planlos. Dann gibt es noch die Wütenden, die weniger über die Botschaft und ihre Inhalte verärgert sind, sondern über die Kirche und ihre Hirten.
Somit sind wir beim Evangelium, eine Verbindung zwischen Tier und Mensch könnte man sagen. Gott hat verschiedene Namen und Titel. Gott als Hirte, der sich durch Menschen vertreten lässt, zuerst einmal durch Jesus Christus. Hirten leben am Rande von Kulturlandschaften, wo es Nahrung gibt. Dieses Bildwort von „Hirt und Herde“ klingt lieblich, wird auch umschrieben mit Schutz, Fürsorge, Weitblick, Sicherheit, ein harmonisierendes Bild. „Der Herr ist mein Hirte“ (Ps 23), sehr trostvoll. Dieser Hirte hat aber auch einen Stock, kein geschmückter Spazierstab mit kunstvollem Knauf, sondern ein Stock, um seine Herde vor wilden Tieren und anderen Gefahren zu schützen. Der Bischofstab sollte daran erinnern, war aber früher so kunstvoll, dass er nicht seinen ursprünglichen Zweck erfüllen konnte. Das Alte Testament spricht auch von schlechten, untauglichen Hirten als Richter, Könige, Propheten, die ihre Aufgabe schlecht oder überhaupt nicht erfüllt haben.
Da gibt es auch die messianische Ankündigung: David als Hirt, er wird seine Schafe weiden. Vom guten Hirten Jesus hörten wir im Evangelium. „Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir“ (Joh 10,27). Hier wird Vertrauen aufgebaut.
Wer sind die Hirten heute? Letztlich alle Frauen und Männer, die es sein wollen, aber von unterschiedlicher Qualität, genauso wie die Schafe. Das hat nichts mit „gescheit“ oder „dumm“, „gebildet oder ungebildet“ zu tun. Die Kirchengeschichte lehrt beides. Katharina von Siena (1346-1378) stellt für das Hochmittelalter fest: „Die Hirten tun als sähen sie nichts.“ Die weiden sich selbst mit ihren Bedürfnissen nach Macht, Ruhm, Ansehen, Pastoralmacht. Zwischen dem Bild des Hirten aus dem Evangelium und der Praxis der Kirchengeschichte liegt viel Spannung.
Jesus hören. Er spricht zu uns durch andere Menschen, Jesus kennenlernen durch die Heilige Schrift, im Gebet, im Sakrament, ihm folgen in den Werken der Nächstenliebe. Daraus entstehen Berufungen. Welchen Plan hat Gott für mein weiteres Leben? Berufung zur Ehe, Talente entfalten, die zu weiteren Berufen führen, zu schönen Berufen, verschiedene Berufungen zu pastoralen Diensten.
Heute ist Muttertag. Gratulation allen Müttern und auch allen Frauen, die keine Kinder haben, sie sind Hirtinnen mit mütterlichen Begabungen. Seien wir also Hirtinnen und Hirten mit dem Geruch der Schafe, wie Papst Franziskus formuliert. (EG 24).
In diesem Jahr fällt der "Gute-Hirten-Sonntag" auf den Muttertag. Mutterschaft, Vaterschaft, Elternschaft ist eine konkrete Ausformung der Hirtensorge. Eltern nehmen teil am Hirtesein Gottes. Das Besondere Hirtendienstes Jesu liegt in seiner Hingabe für die Seinen. Sein Vorbild leitet uns an und stärkt uns in unserem Hirtesein.
Einmal im Jahr danken wir den Müttern für ihren Dienst am Leben. Ich möchte hier nicht wiederholen, was zu diesem Anlass von vielen gesagt wird und immer wieder gesagt werden muss. Mütter schenken Leben und zeigen ihren Kindern, wie sie im "richtigen Leben" gut ankommen können. Auch den beteiligten Vätern schulden wir Dank.
Im Evangelium stellt sich Jesus als der Gute Hirte vor und sagt von sich, er gebe jenen, die auf seine Stimme hören, ewiges Leben. Sie würden niemals zugrunde gehen und niemand könne sie seiner Hand entreißen. An anderer Stelle sagt er: "Ich bin gekommen, damit sei das Leben haben und es in Fülle haben." (Joh 10,10). Zum Bild des Guten Hirten gehört, dass er seine Herde gut versorgt, ihr nichts fehlen lässt und sie auf gute saftige Weide führt. Das trifft sich mit dem Eifer vieler Mütter, die um ausreichende, gute und gesunde Nahrung ihrer Familie besorgt sind.
Es geht um das Leben. Eltern wollen, dass es ihren Kindern gut geht, dass sie gesund sind, glücklich, tüchtig usw. "Leben in fülle" ist auch zentrales Anliegen der Botschaft Jesu und sollte auch das Anliegen der Kirche sein. Umso unverständlicher und unannehmbarer ist es, wenn Menschen, denen Heranwachsende anvertraut sind, ihnen schaden und ihre Entwicklung belasten. Meist geschieht dies, so dürfen wir annehmen, nicht mit böser Absicht, häufiger aus Unwissenheit, aus persönlichem Unvermögen oder aus Überforderung.
Das Rede vom Guten Hirten erinnert uns daran, dass es auch in der Pflege des Religiösen um das Finden des wahren Lebens geht. Zugleich ist es aber auch Leitbild und Aufforderung, dass wir selbst gute Hirten für einander werden. Wie Jesus sollen wir Leben fördern und einander helfen, gutes Leben zu finden. Viele tun dies, wenn sie selbst Eltern werden, andere tun dies durch ihren Beruf, wieder andere, indem sie als Seelsorger Wege zu einem vertieften und erfüllten Leben aufzeigen. Hirte sein und Hirte werden geht einen jeden Menschen an und betrifft nicht nur Eltern, Erzieher und Seelsorger. Ein hohes Maß an "Gut-Hirtenschaft" wird uns abverlangt, wenn wir in die Lage kommen, alten Menschen ein gutes und erfülltes Leben zu ermöglichen.
Das Besondere des Guten Hirten Jesus ist, dass er bereit war, sein Leben für die Seinen einzusetzen. Auf diesen Einsatz kommt es an. Ohne Hingabe wird Elternschaft nicht gelingen, ohne Hingabe wird ein sozialer Beruf nicht Freude machen, ohne Hingabe kann niemand ein guter Seelsorger sein. Jesus mahnt das ein im Vergleich mit dem Weizenkorn, das in die Erde fällt, stirbt und reiche Frucht bringt. Der Gute Hirte, der das Leben für die Seinen hingibt, sich selbst zur Speise für uns werden lässt, damit wir das Leben haben, ist auch das zentrale Geheimnis jeder Eucharistiefeier.
Natürlich steht am heutigen Tag der Dank an unsere Mütter und Väter im Vordergrund. Das Danken allein ist noch nicht alles. Jesus Christus bietet uns auch seine Hilfe an, gute Mütter, gute Väter und gute Seelsorger zu sein und immer mehr einander zu guten Hirten zu werden.
Für die Kirche ist der Sonntag des Guten Hirten auch Anlass um gute Kirchen-Hirten zu beten. Als kirchliche Gemeinschaft brauchen wir Menschen, die die Hirtensorge für die Kirche im Geiste Jesu wahrnehmen. Ich bin überzeugt, dass einer der Hauptgründe der gegenwärtigen Kirchenkrise darin liegt, dass wir als kirchliche Gemeinschaft die Sorge darum, dass Menschen den Weg zu einem "Leben in Fülle", zu erfülltem, "ewigen" Leben finden, aus den Augen verloren haben. Bitten wir den Guten Hirten, dass er jeden von uns auf je eigene Weise zu einem guten Hirten für einander werden lasse.
Das Bild vom Guten Hirten und seinen Schafen irritiert heute. Es gilt in dieser Direktheit nur von Christus. Das Hirtenamt ist aber auch heute eine große Herausforderung. Es gilt, die Stimme des Hirten ins Heute zu übersetzen und die Nächstenliebe konkret werden zu lassen. Gemeinsam ist uns die Aufgabe, das Wissen um die Wichtigkeit des Hirtenamtes lebendig zu halten.
Zwischen Jesus und den Seinen besteht ein inniges Verhältnis wie zwischen einem Hirten und seinen Schafen. Dies ermöglicht Schutz und Geborgenheit und persönliches Wachsen .
Nachdem wir uns in der Erzdiözese Wien APG 2010 ("Apostelgeschichte 2010" ist ein missionarisches Projekt der Erzdiözese Wien) zu unserem Motto gemacht haben, bietet die erste Lesung Gelegenheit, einen Blick auf diese Stelle in besonderer Weise zu werfen. Die Apostelgeschichte ist so etwas wie die Urkunde des Anfangs unserer Glaubens- und Kirchengeschichte. Lukas beschreibt darin die Ausbreitung des Wortes Gottes durch die Menschen der ersten und zweiten Generation. Petrus, Paulus - heute hören wir auch von Barnabas- sollen durch die Kraft des Heiligen Geistes Zeugen sein und in Jerusalem, Judäa, ja bis an die Grenzen der Erde die Frohe Botschaft von Kreuz, Tod und Auferstehung verkünden. Das geschieht nur sehr mühsam und mit wechselndem Erfolg.
Die erste Lesung gibt einen Einblick in die erste Missionsreise. Paulus ist mit seinem Mitarbeiter Barnabas von Perge nach Antiochien unterwegs, also in der heutigen Türkei. Geographisch gesehen ist das eine sehr schwierige Strecke über Gebirge und Pässe. Das erfordert große körperliche Anstrengung.
Antiochien, damals eine Stadt von ca. 500 000 Einwohnern, liegt an der Grenze von Morgen- und Abendland. Es ist eine Stadt der Wissenschaft, des Vergnügens, Menschen verschiedener Sprachen und Kulturen leben hier. Die Lesung zeigt, wie sich die junge Kirche ausweitet, aber auch mit welchem Widerstand sie zu kämpfen hat.
Es war üblich, dass die Mitarbeiter und das Volk sich am Sabbat in der Synagoge, einem Versammlungsraum, trafen und dort nach der Lesung aus der Tora, die Auslegung des Wortes Gottes hörten. Das geschah zunächst mit großem Erfolg, denn es heißt, "viele Juden schlossen sich dem Paulus und dem Barnabas an." (Apg.13,43). Dann aber kam der Umschwung. Das Wirken der beiden zeigt deutlich die immer stärker werdende Trennung von Kirche und Synagoge. Die Kirche wird - positiv gesehen- immer mehr zur "Heidenkirche", das heißt, wir haben es mit Menschen zu tun, die erst jetzt die Botschaft von Tod und Auferstehung kennenlernen und sie begeistert aufnehmen. Die Juden, also das ursprünglich auserwählte Volk, haben große Schwierigkeiten mit dem Evangelium. Die Stimmung kippt, auch hier in der Lesung: "Die Juden werden eifersüchtig, widersprechen den Worten des Paulus und Barnabas ... stießen Lästerungen aus." (Apg. 13,44-7). Wieso eigentlich?
Die Juden fürchten um ihre Identität. Christ zu werden, so meinen sie, ist nur über das Judentum möglich, dazu gehört auch die Beschneidung als Teil jüdischer Identität. Daraus entwickelt sich eine schwere Kontroverse, die auf dem Apostelkonzil in Jerusalem ausgetragen wird. Dort gibt es diesbezüglich einen handfesten Krach zwischen Petrus und Paulus. Petrus besteht auf diesen althergebrachten Weg mit der Beschneidung. Das Apostelkonzil beschließt nach hartem Ringen unter Mitwirkung des Heiligen Geistes, dass man auch Christ werden kann außerhalb des Judentums ohne Beschneidung. Paulus und Barnabas bringen somit zurecht die Jesaiastelle (Jes.42,6) in Erinnerung: "Ich habe dich zum Licht für die Völker gemacht bis an das Ende der Erde sollst du das Heil sein." Das ist somit ein Inklusivmodell, das alle Menschen durch alle Generationen in dieses Heil einbezieht, nicht nur das auserwählte Volk. Nach diesem Apostelkonzil ist somit ein weiteres Hindernis zur Ausweitung der Kirche aus dem Weg geräumt. Wir sehen: Widerstand, Konflikte auf sachlicher Ebene sind mitunter notwendig, um der Frohen Botschaft zum Durchbruch zu verhelfen.
Die Situation heute gleicht der damaligen. Auch damals standen Gläubige gegen Gläubige auf. Auch heute liefern einander kirchliche Gruppierungen, jede aus tief gläubiger Sichtweise Grabenkämpfe über Medien, sprechen einander das Christsein ab - schwere Sünde wider den Heiligen Geist! - werfen sich Anschuldigungen an den Kopf, alles sehr emotionell geführt.
Das erlösende Wort, das Licht dieser Welt verblasst, auch aus diesem Grund, erstickt im Gesetzeswust kirchenrechtlicher Bestimmungen.
Das Evangelium sagt: "Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir." (Joh.10,27). Das Bild von Hirt und Herde wird heute wenig gut verstanden, sondern eher in "gescheit" und "dumm" eingeteilt. Die Stimme und das Wort können vertrauensbildend, also wohltönend, entängstigend, beruhigend wirken, aber auch schrill, abweisend sein, dass es weh tut. Dann wird die Herde nicht mehr dem Hirten folgen und sich eigene Weideplätze suchen. Leider wird der Weg dorthin zu den saftigen Weiden vom kurialen Stacheldraht, also durch strengen Zentralismus, Dialogverweigerung, Antworten auf Fragen, die niemand stellt, bzw. schon gelöst wurden, abgeschnitten.
Das Licht, der Heilige Geist, wird uns aber Wege zeigen, wie man diesen Stacheldraht umgehen kann, um der österlichen Botschaft, dem mysterium und dem Wort Gottes neue Kraft zu verleihen.
Lieder:
GL 144: Nun jauchzt dem Herren alle Welt (3. Str.)
GL 213: Christ ist erstanden
GL 244: Vom Tode heut erstanden ist
GL 223: Wir wollen alle fröhlich sein
GL 281: Also sprach beim Abendmahle (3. Str.)
GL 329: Das ist der Tag, den Gott gemacht
GL 332: Die ganze Welt, herr Jesu Christ
GL 334: O Licht der wunderbaren Nacht
GL 336: Jesus lebt, mit ihm auch ich!
GL 337: Freu dich, erlöste Christenheit
GL 338: Jerusalem, du neue Stadt
GL 366: Jesus Christus, guter Hirte
GL 384: Hoch sei gepriesen unser Gott (3. Str.)
GL 421: Mein Hirt ist Gott der Herr
GL 455: Alles meinem Gott zu Ehren (3. Str.)
GL 477: Gott ruft sein Volk zusammen ( 3. Str.)
GL 481: Sonne der Gerechtigkeit (2. und 3. Str.)
GL 485: O Jesu Christe, wahres Licht (1. und 2. Str.)
GL 487: Nun singe Lob du Christenheit (4. Str.)
GL Ö834: Das Grab ist leer, der Held erwacht
GL Ö835: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt
GL Ö837: Halleluja! Lasst uns singen
GL Ö838: Christ ist erstanden! Halleluja!
Kehrverse und Psalmen:
GL 37: Der Herr ist mein Hirt; Er führt mich an Wasser des Lebens. - Mit Psalm 23 - VI.
GL 66: Das ist der Tag, den der Herr gemacht; lasst uns frohlocken und seiner uns freuen. - Mit Psalm 118 -VI.
GL 618: Confitemini Domino, quoniam bonus... - Mit Psalm 63 - VII.
In diesem Jahr fällt der vierte Sonntag der Osterzeit, an dem traditionellerweise das Evangelium vom Guten Hirten vorgetragen wird, auf den Muttertag. Am Muttertag steht der Dank an die Mütter im Vordergrund. Das Bild des Guten Hirten, der dafür sorgt, dass die Seinen das wahre Leben finden, regt uns dazu an, dass wir wie unsere Mütter und Väter, die für uns zu guten Hirten geworden sind, einander zu guten Hirten werden, die Sorge für das Leben tragen.
Wir können heute den Muttertag feiern. Oder den Tag der Befreiung. 8. Mai. 2022.
Es ist eine gute Gelegenheit, Müttern „danke“ zu sagen, aber auch, an Ereignisse zu denken, deren Wunden immer noch schmerzen. In diesem Jahr noch viel mehr. Viele ukrainische Mütter sind mit ihren Kindern in der Fremde. Auch bei uns. Viele russische Mütter müssen ihre Söhne in einem Krieg opfern.
In unserem Gottesdienst heute begegnet uns der gute Hirte, Jesus. Er kennt uns. Er liebt uns. Ihn hören wir. Ihm folgen wir.
Am 4. Sonntag der Osterzeit steht das Bild des Guten Hirten im Mittelpunkt der Verkündigung. Traditioneller Weise werden wir an diesem Tag aufgefordert, um geistliche und kirchliche Berufe zu beten.
In Zeiten, in denen wir mit Fällen des Missbrauchs des kirchlichen Hirtendienstes, konfrontiert sind, fällt es uns schwer, unbelastet darüber zu reden, wie dringend notwendig wir Menschen brauchen, die ihr ganzes Leben dem Hirtendienst in der Nachfolge Jesu zu weihen.
Gerade im Gegenüber zu Christus, dem Guten Hirten wird uns bewusst, wie schwer wir am Missbrauch des Hirtenamtes leiden und wie groß der Abstand zu unserem Vorbild ist.
Aber auch die sozusagen "einfache Christen" haben teil an der Hirtensorge Jesu. Uns allen ist aufgetragen, für einander zu sorgen und auf das leibliche und seelische Wohl unseres jeweils Nächsten zu achten.
Am Beginn des Gottesdienstes tragen wir unsere ganze Not mit dem Versagen unserer Hirten und unsere Not mit dem eigenen Versagen vor den Herrn und bitten ihn um Vergebung und um Heilung unserer Wunden.
Herr, Jesus Christus,
du bist der Gute Hirte, der sein Leben für seine Schafe hingibt.
Herr, erbarme dich.
Wer deiner Stimme folgt, dem gibst du ewiges Leben.
Christus, erbarme dich.
Du führst uns zu den Quellen, aus denen das Wasser des Lebens strömt.
Herr, erbarme dich.
Herr,
du bist der gute Hirte.
Du kennst unsere Eigenheiten, Verletzungen und Träume.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du hast gute Wege für uns.
Dir befehlen wir unsere Irrwege, Sackgassen und Zäune.
Christus, erbarme dich.
Herr,
du suchst verletzte und verlorene Menschen.
Wir pflegen unsere Vorurteile und Ängste.
Herr, erbarme dich.
"Gutes und Barmherzigkeit werden uns folgen unser Leben lang.
Und wir werden bleiben im Haus des Herrn immerdar."
(Ps 23)
Ehre sei Gott in der Höhe!
Herr, Jesus Christus,
du rufst uns mit unverwechselbarer Stimme,
dir zu folgen und uns dir anzuvertrauen.
Herr, erbarme dich.
Du gibst uns ewiges Leben
und lässt niemand zugrunde gehen.
Christus, erbarme dich.
Du lässt uns teilhaben
an deiner innigen Gemeinschaft mit dem Vater.
Herr, erbarme dich.
Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen
als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde,
für die er sein Leben dahingab,
aus aller Not zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Herr und Gott,
dein Sohn hat vor seinem Sterben am Kreuz
die selige Jungfrau Maria,
die zu seiner Mutter erwählt war,
auch uns zur Mutter gegeben.
Stärke uns,
die wir unter ihrem Schutz(mantel) Zuflucht suchen
und ihren mütterlichen Namen anrufen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB Votivmesse vom Namen Mariä
Gott,
du hast uns erlaubt, Vater zu dir zu sagen,
Mutter bist du uns in deiner Barmherzigkeit.
Wir danken dir für die Liebe,
die uns das ganze Leben trägt.
Wir danken dir für die Menschen,
die uns das Leben gaben.
Viele Mütter sind mit ihren Kindern
auf der Flucht vor sinnlosem Krieg,
viele Kinder sehen Dinge,
die sie ihr Leben nicht mehr vergessen werden.
Hilf uns, Menschen Nähe zu schenken,
für Wahrheit und Recht einzustehen
und in deinem Frieden zu leben.
Du bist uns vorausgegangen
in Christus,
dem guten Hirten.
Sein Geist beflügelt uns.
für die Ewigkeit.
Guter Gott,
heute am Muttertag tragen wir dir unsere Bitten und Gebete vor:
Wir beten für alle Mütter und Väter,
dass sie auch selbst zu einem erfüllten Leben finden.
Wir beten für alle Mütter und Väter um die Kraft und Energie, die sie für ihr Elternsein brauchen.
Wir beten für alle Mütter und Väter, die in irgendeiner Weise beeinträchtigt sind und nur mit großer Mühe ihre Aufgabe wahrnehmen können.
Wir beten für alle Kinder, die in die Lage gekommen sind, für ihre Eltern sorgen zu müssen, obwohl sie selbst noch Kinder sind.
Lass auch sie selbst zu einem erfüllten Leben finden.
Wir beten für alle Familien, die durch Krieg oder durch soziale Not auseinandergerissen worden sind.
Gib du ihnen, was sie einander nicht geben können.
Wir erbitten für unsere verstorbenen Eltern und Großeltern das ewige Leben, das du den Deinen verheißen hast.
Wir beten für die Kirche um gute Hirten und Seelsorger.
Wir beten für den Papst, die Bischöfe, die Priester und für alle übrigen Seelsorger um Freude und Erfüllung im Hirtenamt.
Dir, Guter und ewiger Hirte vertrauen wir alle unsere Lieben an. – Amen.
Zu dir, Gott, du Hirt deiner Kirche, kommen wir mit unseren Bitten:
Für deine Kirche bitten wir dich in um einen Papst, der sie mit Weisheit und Gerechtigkeit in Zeiten der Verunsicherung und Spaltung leitet.
Für alle Frauen, die in Familien und Gesellschaft zu einem Mehr an gegenseitiger Wertschätzung und Verständnis füreinander beitragen.
Für alle Jugendlichen, die im Glauben an die Wirkkraft des Heiligen Geistes um das Sakrament der Firmung bitten.
Für uns selbst um das Gespür für alle Gaben und Talente, die du uns schenkst und die wir nach deinem Willen entfalten und füreinander einsetzen können.
Um Trost für alle Trauernden in ihrem Schmerz über den Verlust ihrer Verstorbenen, weil es ihnen in der Geborgenheit bei dir an nichts fehlen wird.
Denn du bist unser Halt in allen Unsicherheiten des Lebens.
Dir vertrauen wir uns an, danken dir und loben dich jetzt und allezeit. - Amen.
Jesus ist der gute Hirte.
Ihn hören, ihm folgen wir.
Er kennt Menschen mit Namen.
Ihm vertrauen wir unsere Bitten und Wünsche an:
Gewalt und Hass gibt es an vielen Stellen der Welt.
Menschen müssen sich wehren.
Menschen werden zu Opfern gemacht.
Wir rufen zu dir:
Führe uns zu den Quellen, aus denen das Wasser des Lebens sprudelt.
Lügengebäude werden errichtet und verteidigt.
Propaganda wird zum Krieg,
Propaganda führt in die Irre.
Völker rüsten auf.
Sicherheiten sind über Nacht geplatzt.
Sicherheiten müssen neu gefunden werden.
Im Nachrichtendschungel gehen viele Menschen unter.
Medien suchen aus, was sie bringen.
Medien sind der Wahrheit verpflichtet.
In der Kirche suchen Menschen ihren Weg
Glaube baut nicht auf Gehorsam.
Glaube schenkt das Gespräch.
Mütter begleiten ihre Kinder ein ganzes Leben lang.
Viele Mütter müssen ihre Kinder alleine erziehen.
Viele Mütter brauchen Anerkennung.
Jesus ist der gute Hirte.
Er ist der Anführer und der Vollender des Glaubens.
Mit ihm überspringen wir Mauern,
bei ihm finden wir Geborgenheit,
für ihn öffnen wir unsere Herzen.
Das österliche Geheimnis ist geprägt von der Einheit Jesu mit dem Vater. Diese vertrauensvolle Beziehung ist abgebildet im Verhältnis des guten Hirten und seiner Herde.
Jesus, den guten Hirten, lasst uns bitten:
Um tatkräftige Hilfe für ihren Dienst am Leben für alle Mütter besonders aber für die vielen, die ihre Kinder in Kriegsgebieten, problematischen Beziehungen und prekären sozialen Umständen beschützen.
Um Menschen, die sich zu Priestern in deiner Kirche berufen fühlen, um ihre Mitmenschen auf ihrem Weg zum Glauben an dich und dein Erlösungswerk zu begleiten.
Um Politiker, die sich für Frieden, soziale Gerechtigkeit und ethisch vertretbaren Umgang mit den vorhandenen Ressourcen einsetzen.
Um Menschen, die für andere gerade dann da sind, wenn sie ein Ohr für Sorgen, ein Wort des Trostes oder eine helfende Hand brauchen.
Um deinen Beistand als guter Hirt, der die Sterbenden zum Ziel ihres Lebens führt.
Denn, wir glauben Herr, dass du das Ziel der ganzen Schöpfung bist.
Deshalb ehren wir dich und preisen deine Güte jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Die Sehnsucht nach Heil steckt in uns Menschen.
Wir können sie nur stillen, wenn wir uns immer wieder neu in Freiheit für Gottes Liebesangebot entscheiden.
Darum bitten wir:
Hilf deiner Kirche, eine Heimat für jene zu werden,
die bisher deine Botschaft nicht annehmen konnten.
Wandle uns zu einer demokratischen Gesellschaft,
die konkrete Antworten für jene findet,
die sich als Verlierer der Globalisierung sehen und keinen Halt finden.
Ergänze in deiner Allmacht das, was wir aus Unvermögen oder Unachtsamkeit unseren Müttern an Liebe und Dankbarkeit schuldig geblieben sind.
Begleite in deiner Liebe alle Kinder, die aufgrund von tragischen Ereignissen ohne Zuwendung und Geborgenheit einer Mutter aufwachsen müssen.
Schenke allen, deren irdischer Lebensweg beendet ist, ewige Heimat bei dir.
Denn du, dreieiniger Gott, willst, dass allen Menschen Leben in Fülle zu Teil wird.
Für das Angebot deiner Liebe danken wir dir und preisen wir dich,
jetzt und bis in Ewigkeit. - Amen.
Herr, unser Gott,
gib, dass wir dir allzeit danken
durch die Feier der österlichen Geheimnisse.
In ihnen führst du das Werk der Erlösung fort,
mache sie für uns zur Quelle der unvergänglichen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Du bist das Brot des Lebens,
du bist der Weinstock.
Wir danken dir
Für deine Gaben,
für Brot und Wein.
Schenke uns Anteil an dir
und führe uns in dein Reich.
Komm, unser Herr!
Kehrvers:
Der Herr ist mein Hirt.
Er führt mich an Wasser des Lebens.(GL 37,1)
Großer und treuer Gott, wir treten vor dich,
um dir zu danken.
Du bist der wahre Hirte,
der sein Volk hütet wie ein Hirt seine Herde.
Kehrvers
Den Hirten Abraham hast zu du zum Stammvater
und Vorbild jenes Volkes gemacht,
das du erwählt und ins Herz geschlossen hast.
Kehrvers
Einst hast du Israel, dein Volk, der Hand des Pharao entrissen
und heimgeführt in das verheißene Land,
das von Milch und Honig fließt.
Kehrvers
Den Hirten David hast du von den Herden geholt
und zum König über ganz Israel gesalbt.
Mit Weisheit hat er das Volk geführt
und vor den Augen aller Völker stark gemacht.
Kehrvers
In Jesus von Nazareth hast du dich selbst zum Hirten gemacht,
um dein Volk aufs Neue zu sammeln,
es vor allem Bösen zu schützen und auf gute Weide zu führen.
Kehrvers
Er ist selbst zum Lamm geworden,
das sich für die Seinen geopfert hat,
und das neue Volk Gottes aus der Bedrängnis herausgeholt hat.
Kehrvers
Er führt seine Herde zu den Quellen,
aus denen das Wasser des Lebens strömt.
Er gibt den Seinen ewiges Leben
und lässt sie niemals zugrunde gehen.
Kehrvers
Für deine Sorge und Treue danken wir dir
und stimmen wir ein in den Lobgesang der großen Schar,
die du aus allen Nationen und Völkern zusammengeholt hast
und die nun vor dir stehen:
Danklied, z. B. Nun lobet Gott im hohen Thron (GL 393)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Als er seinen Leib am Kreuz dahingab,
hat er die Opfer der Vorzeit vollendet.
Er hat sich dir dargebracht zu unserem Heil,
er selbst ist der Priester,
der Altar und das Opferlamm.
Durch ihn preisen wir dich in österlicher Freude
und singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 5
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater, immer und überall zu danken,
diese Nacht (diesen Tag, diese Tage)
aber aufs höchste zu feiern,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Denn er ist das wahre Lamm,
das die Sünde der Welt hinwegnimmt.
Durch seinen Tod
hat er unseren Tod vernichtet
und durch seine Auferstehung
das Leben neu geschaffen.
Darum jubelt in dieser Nacht (heute)
der ganze Erdkreis in österlicher Freude,
darum preisen dich die himmlischen Mächte
und die Chöre der Engel
und singen das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater,
allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Denn du bist der ewige Hirt,
der seine Herde nicht verläßt,
du hütest sie allezeit durch deine heiligen Apostel.
Du hast sie der Kirche als Hirten gegeben,
damit sie ihr vorstehn als Stellvertreter deines Sohnes.
Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln,
den Thronen und Mächten und
mit all den Scharen des himmlischen Heeres
den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Apostel 1
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott,
immer und überall zu danken.
Du hast deinen eingeborenen Sohn gesalbt
mit dem Heiligen Geist und ihn bestellt
zum Hohenpriester des Neuen und Ewigen Bundes:
du hast bestimmt,
daß dieses eine Priestertum fortlebe in deiner Kirche.
Denn Christus hat dein ganzes Volk ausgezeichnet
mit der Würde seines königlichen Priestertums,
aus ihm hat er in brüderlicher Liebe Menschen erwählt,
die durch Auflegung der Hände teilhaben
an seinem priesterlichen Dienste.
In seinem Namen feiern sie immer neu das Opfer,
durch das er die Menschen erlöst hat,
und bereiten deinen Kindern das Ostermahl.
Sie dienen deinem Volke in Werken der Liebe,
sie nähren es durch das Wort
und stärken es durch die Sakramente.
Ihr Leben sollen sie einsetzen für dich
und das Heil der Menschen, dem Vorbild Christi folgen
und dir ihre Liebe und ihren Glauben bezeugen.
Darum preisen wir dich mit allen Chören der Engel
und singen vereint mit ihnen das Lob deiner Herrlichkeit:
MB Chrisammesse
Die deinen werden niemals zugrunde gehen,
hast du versprochen, Jesus.
Die deinen hören auf deine Stimme,
hast du gesagt.
Niemand wird sie deiner Hand entreißen,
weil Gott dein und unser Vater ist.
Dürfen wir uns zu den Deinen zählen?
Wir möchten so gerne dazu gehören.
Aber deine Stimme ist manchmal so leise in uns.
Schärfe unsere Ohren, dass wir dich hören.
Wir vernehmen so viele Stimmen,
schärfe unseren Geist, damit wir unterscheiden können.
Wir möchten zu dir gehören,
denn nur du
hast Worte ewigen Lebens.
Gott, du Hirt deines Volkes,
sieh voll Huld auf deine Herde,
die durch das kostbare Blut deines Sohnes erkauft ist;
bleibe bei ihr
und führe sie auf die Weide des ewigen Lebens.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.
MB 4. Sonntag der Osterzeit
Gott, du Hirte und Schützer deines Volkes,
blicke auf uns, die wir erkauft sind
durch das Blut deines Sohnes.
Im heiligen Opfermahl
hast du das göttliche Leben in uns gestärkt.
Behüte es auch in den Gefahren, die uns drohen,
und vollende es am Tage Christi, deines Sohnes,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB Schlussgebete zur Auswahl 11
Gott,
du hast den alten Abraham noch auf einen neuen Weg geschickt,
dein Volk Israel hast du in die Freiheit geführt,
uns vertraust du deine Hoffnungen, deine Liebe an.
Die Woche, die vor uns liegt, befehlen wir dir,
die Nachrichten, die uns jeden Tag umgeben,
die Bilder, die wir nicht aushalten.
Die Menschen, denen wir begegnen, legen wir dir ans Herz.
Unsere Familien und Kollegen,
die Fremden am Ort,
die Freunde.
Segne und behüte uns.
Lass dein Angesicht über uns leuchten
und schenke uns Frieden.
In Christus,
der für uns eintritt.
Er, der gut ist
der mich kennt
der mich führt
der immer da ist
der mir Speise gibt
zur rechten Zeit
Er wird mich auch
dorthin führen
in ein anderes Leben
mit sicherer Hand
Ilse Pauls (unveröffentlicht)
Hör mal
Hör bitte mal
Du hörst mir jetzt mal zu
Du hörst auf das, was ich dir sage
Hörst du mir überhaupt zu
Hören
Wirklich hören
Empfangsbereit sein
Wahrnehmen
Wahrnehmen wollen
Hinhorchen
Hin-spüren
Erspüren wollen
Wichtigkeit geben
Teilhabe zulassen
Ganz Ohr sein,
schenkt dem Gegenüber Wichtigkeit,
gibt ihm einen Stellenwert.
Meine Schafe hören auf meine Stimme.
Höre ich???
Gebe ich dem, was ich höre, Wichtigkeit???
Setze ich wirklich auf SEIN Wort???
Wird es spürbar in dieser Welt???
Herr, öffne mich deinem Wort,
lass es schwingen in mir,
dass ich in die Welt gehe
und es liebend verkünde.
Beatrix Senft, 2022
Es kennt der Herr die Seinen und hat sie stets gekannt,
die Großen und die Kleinen in jedem Volk und Land.
Er lässt sie nicht verderben, er führt sie aus und ein;
im Leben und im Sterben sind sie und bleiben sein.
Er kennet seine Scharen am Glauben, der nicht schaut
und doch dem Unsichtbaren, als säh er ihn, vertraut;
der aus dem Wort gezeuget und durch das Wort sich nährt
und vor dem Wort sich beuget und mit dem Wort sich wehrt.
Er kennt sie als die Seinen an ihrer Hoffnung Mut,
die fröhlich auf dem einen, dass er der Herr ist, ruht,
in seiner Wahrheit Glanze sich sonnet, frei und kühn,
die wundersame Pflanze, die immerdar ist grün.
Er kennt sie an der Liebe, die seiner Liebe Frucht
und die mit lauterm Triebe ihm zu gefallen sucht;
die andern so begegnet, wie er das Herz bewegt,
die segnet, wie er segnet, und trägt, wie er sie trägt.
So hilf uns, Herr, zum Glauben und halt uns fest dabei;
lass nichts die Hoffnung rauben; die Liebe herzlich sei!
Und wird der Tag erscheinen, da dich die Welt wird sehn,
so lass uns als die Deinen zu deiner Rechten stehn!
Philipp Spitta (1843) in: EG 358
https://www.youtube.com/watch?v=h1GYyAtjzh0
Zieht in Frieden eure Pfade!
Mit euch des großen Gottes Gnade
und seiner heil'gen Engel Wacht!
Wenn euch Jesu Hände schirmen,
geht's unter Sonnenschein und Stürmen
getrost und froh bei Tag und Nacht.
Lebt wohl, lebt wohl im Herrn!
Er sei euch nimmer fern, spät und frühe.
Vergesst uns nicht in Seinem Licht
und wenn ihr sucht Sein Angesicht.
Gustav Knak (1843), in: EG 258
https://www.youtube.com/watch?v=CooHj0UcO5o
Auf, auf, mein Herz, mit Freuden
nimm wahr, was heut geschicht;
wie kommt nach großem Leiden
nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist
gen Himmel ist gereist.
Er war ins Grab gesenket,
der Feind trieb groß Geschrei;
eh er's vermeint und denket,
ist Christus wieder frei
und ruft Viktoria,
schwingt fröhlich hier und da
sein Fähnlein als ein Held,
der Feld und Mut behält.
Das ist mir anzuschauen
ein rechtes Freudenspiel;
nun soll mir nicht mehr grauen
vor allem, was mir will
entnehmen meinen Mut
zusamt dem edlen Gut,
so mir durch Jesus Christ
aus Lieb erworben ist.
Ich hang und bleib auch hangen
an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen,
da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod,
durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll,
ich bin stets sein Gesell.
Paul Gerhardt (1647) in: EG 112
https://www.youtube.com/watch?v=JPcFyk6CVfw
1.
Ich bin′s gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen,
Mein Sinn ist auch ein bißchen starr und zähe;
Wenn selbst der König mir ins Antlitz sähe,
Ich würde nicht die Augen niederschlagen.
Doch, liebe Mutter, offen will ich′s sagen:
Wie mächtig auch mein stolzer Mut sich blähe,
In deiner selig süßen, trauten Nähe
Ergreift mich oft ein demutvolles Zagen.
Ist es dein Geist, der heimlich mich bezwinget,
Dein hoher Geist, der alles kühn durchdringet,
Und blitzend sich zum Himmelslichte schwinget?
Quält mich Erinnerung, daß ich verübet
So manche Tat, die dir das Herz betrübet?
Das schöne Herz, das mich so sehr geliebet?
2.
Im tollen Wahn hatt ich dich einst verlassen,
Ich wollte gehn die ganze Welt zu Ende,
Und wollte sehn, ob ich die Liebe fände,
Um liebevoll die Liebe zu umfassen.
Die Liebe suchte ich auf allen Gassen,
Vor jeder Türe streckt ich aus die Hände,
Und bettelte um g′ringe Liebesspende -
Doch lachend gab man mir nur kaltes Hassen.
Und immer irrte ich nach Liebe, immer
Nach Liebe, doch die Liebe fand ich nimmer,
Und kehrte um nach Hause, krank und trübe.
Doch da bist du entgegen mir gekommen,
Und ach! was da in deinem Aug′ geschwommen,
Das war die süße, langgesuchte Liebe.
Heinrich Heine (* 13.12.1797, † 17.02.1856)
https://www.zgedichte.de/gedichte/heinrich-heine/an-meine-mutter.html
Der Tag geht auf eine Initiative von Marianne Hainisch zurück. Sie forderte 1870 bereits die Errichtung von Realgymnasien für Mädchen.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/schaufenster/salon/5623278/
Menschliche Beziehungen sind der Stoff, aus dem die besten Romane gemacht sind. Sie erzählen vom Anfang des Lebens, der Mitte und dem Ende. Mit lachenden und weinenden Augen, voller Mut und ohne jede Hoffnung.
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/kultur/literatur/5456563/Familie-ist-nichts-fuer-Feiglinge?from=suche.intern.portal
Die deutsche Verteidigungsministerin hat sechs Geschwister und sieben Kinder. Für das Buch von Anneliese Rohrer und Birgit Fenderl sprach sie offen über ihre Erfahrungen.
"Denn ich weiß heute mit meiner ganzen Erfahrung, dass es egal ist, ob die Eltern zu Hause sind, berufstätig oder auf welche Weise sie sich beides untereinander aufteilen. Entscheidend ist, dass sie mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind. Eine Mutter, die zu Hause und frustriert ist, ist keine gute Mutter. Eine Mutter, die zerrissen ist und ausgebrannt in ihrem Beruf, ist auch keine gute Mutter.
Umgekehrt, wer wirklich gerne zu Hause bleiben möchte, ohne latentem Vorwurf, wird eine zugewandte, gute Mutter sein. Wer seinen Beruf liebt, den werden die Kinder auch als eine zufriedene, glückliche und damit auch zugewandte Mutter erleben. Gleiches gilt für die Väter."
Ganzer Beitrag:
https://diepresse.com/home/schaufenster/5496585/
Als jüngstens beim Spazierengehen
Nach allen Seiten meine Augen irrten,
Da hab' ich einen Schild gesehen
Vor einer Fleischerbank, "zum guten Hirten".
"Der gute Hirte", die Parabel
Thut mit viel Lehrnis in der Bibel stehen,
Doch leider darf bei keiner Fabel,
Noch irgend sonst, bis auf den Grund man gehen.
Den guten Hirten immer denn in Ehren,
Er sucht in Liebe das verirrte Lamm,
Er rastet nicht und bringt's zurück dem Herren.
Wozu er aber sich die Mühe nahm?
Je nun, 's ist Hirtenpflicht. Das Lamm indessen
Es wird geschoren und dann aufgegessen.
Ludwig Anzengruber, https://gedichte.xbib.de/
Herr Jesus Christus,
Du bist immer unter uns.
Du begleitest uns ...
Selbst in den dunklen Nächten
Bist du bei uns,
wenn alles uns zurückhaIten will,
den Schritt vom Zweifel zum Glauben zu tun,
den Schritt vom Vertrauen, zur Hingabe an Dich.
Christus wir loben dich:
In der Tiefe unseres Zweifels erwartest Du uns
mit brennendem
Vertrauen.
Frère Roger, Taizé in: Im Dunkel glüht der Funke Hoffnung. Herausgegeben von Claudia Peters. Verlag am Eschbach der Schwabenverlag AG, Eschbach 2010.
Bevor man die folgende Geschichte irgendwie falsch versteht: Dirk ist drei Jahre alt und gerade neu in den Kinder-garten gekommen. Das ist natürlich auch für einen kleinen Mann ein einschneidendes Erlebnis - und nicht so einfach wegzustecken.
Die Tränen flossen, und er schluchzte herzzerreißend vor sich hin, als die Mama schließlich weggegangen war. Und kurzerhand nahm ihn eine Erzieherin, die seinen Schmerz gut verstehen konnte, auf den Schoß, kuschelte ein bisschen mit ihm und tröstete ihn. Dirk schniefte noch ein bisschen, kuschelte sich an sie - und beruhigte sich schließlich.
Am nächsten Morgen das gleiche Drama - Tränen, Ver-zweiflung, Verlassenheit bei Dirk. Und wieder eine Erziehe-rin, die sich seiner erbarmt, ihn auf den Schoß nimmt, mit ihm kuschelt. Aber es war halt eine aridere Erzieherin als die vom vergangenen Tag - und zugegeben, nicht ganz so kräf-tig gebaut wie sie. Als Dirk seinen schlimmsten Kummer halbwegs bewältigt hatte, fragte er sie neugierig: "Hast du eigentlich auch Brüste?" - "Na, klar", sagte die junge Erzie-herin, "ich hab auch Brüste!" - "Kannst du die morgen viel-leicht mitbringen?", fragte Dirk.
Natürlich - wir haben schallend gelacht, als eine Kolle-gin uns diese Geschichte erzählte.
Aber es ging mir nach...
Ein bisschen Kuscheln darf auch sein. . .
Und ich kann Dirk sehr gut verstehen. Manchmal brau-chen wir Menschen einfach jemanden, der unseren Schmerz versteht, uns in den Arm nimmt und in dessen Arme wir uns hineinschmiegen können. Da brauch ich keinen, dermir all das erklärt - sondern da brauch ich jemanden, der einfach da ist und in dessen Umarmung ich mich hineingeben kann.
Und kuscheln in dem Sinn hat überhaupt nichts mit Sexualität zu tun, sondern ganz einfach damit, dass sich jeder Mensch in manchen Momenten seines Lebens schwach und erbärmlich und verlassen fühlen kann - und dann jemanden braucht, in dessen Wärme man hineinschlüpfen und sich bergen kann. Der einen in den Arm nimmt, wenn man selbst gar nicht mehr weiter weiß. Der mich in den weiten Falten seines Umhangs birgt, mich abschirmt vor den widrigen Alltäglichkeiten, bei dem ich ankommen, heimkommen kann.
Das sind Momente in meinem Leben, in denen ich keine theologische Erklärung brauche und auch gar nicht will - sondern in denen ich mich in meinen Glauben "hinein-kuscheln" will. In denen ich mir wünsche, dass mich Gott einfach in seine kräftigen und starken Arme nimmt, mir die Tränen vom Gesicht abwischt, mich ein bisschen hin und her wiegt und tröstend sagt: "Alles wird gut!"
Ja, man kann es als irrational und unwissenschaftlich abtun. Okay.
Aber - ein bisschen kuscheln darf auch sein.
Und wenn wir Kinder Gottes sind, dann darf auch das dazugehören.
Keine Sorge - mir ist schon wichtig, dass wir in unserem Glauben nicht nur "nett rumkuscheln". Ich brauche auch das klare Wort, die sachliche Zugangsweise, die Theologie als Wissenschaft. Aber deswegen muss man ja nicht gleich alles Emotionale über Bord werfen. Es sind nicht die schlechtesten Gottesdienste, in denen mir die Tränen in die Augen steigen.
Andererseits: Der Glaube an Gott produziert auch keine heile Welt. Angst, Dunkelheit, Schmerz - all das bleibt. Aber man kann sich vielleicht mit all diesem Dunkel, mit aller Einsamkeit, mit aller Angst auch in etwas hinein-kuscheln, das hält und trägt und einfach umfängt.
Und wie gesagt, da kann ich Dirk gut verstehen - das geht nun wirklich ein bisschen besser da, wo es auch Fleisch auf den Knochen gibt. Da, wo sich unser Glaube sachlich, nüchtern, hagern gibt, mögen wir zwar theologisch recht haben - aber wir werden keinen Blumentopf gewinnen. Und noch weniger einen Menschen ...
Andererseits: Dort, wo wir Glauben auf "Kuscheln" reduzieren, auf "lach doch - Gott liebt dich", kreisen wir nur um uns selbst. Wir kuscheln uns ein - aber lassen uns nicht mehr herausfordern. Und auch das kann es ja wohl nicht sein. . .
Es braucht beides. Manchmal darf ich ein wenig kuscheln, um mich dann auch wieder herausfordern zu lassen.
Oder, wie die Erzieherin es vielleicht zu Dirk gesagt haben mag: "Okay, Dirk? Gehen wir jetzt wieder zu den anderen?"
Andrea Schwarz in: Schenk deiner Seele ein Lächeln. Worte, die gut tun. Verlag Herder GmbH, Freiburg im Breisgau 2009.

Seit 1. Fastensonntag 1996 veröffentlicht ein Team von Priestern, Diakonen, Ordensleuten und pastoral engegierter Laien
spirituelle Impulse, Bibeltexte mit Erklärungen, Gebete für Gottesdienstfeiern und Denkanstöße für jeden Sonn- und Feiertag des Kirchenjahres.
Verbesserte Suchfunktionen - Neue Exportfunktionen
Ab 1. Adventsonntag: Vorschläge für Wort-Gottes-Feiern
Schneller am Ziel
Die Unterseiten des Predigtforums kann man auch mit einer Kurzadresse erreichen:
Ihre Spende ermöglicht uns die Weiterführung und Weiterentwicklung des Predigtforums.
Das Wort über Jesus fand offene Herzen bei Juden und bei Heiden. Aus beiden Gruppen schließen sich Menschen der Lehre an. Als es aber zur Auseinandersetzung mit den Juden kommt, wird diese zwar angenommen (vgl Apg 13,46), aber zu Gunsten der Suche nach offenen Menschen nicht intensiviert.
In der ausgeklammerten Darstellung vor Apg 13,43 wird beschrieben, dass die ersten Schritte im jüdischen Synagogengottesdienst erfolgt waren. Zunächst wurden die Apostel eingeladen, ein Wort der Hoffnung und des Trostes auszusprechen. Nachdem dies griff, wollten einige sie am nächsten Sabbat wieder hören, andere aber fürchteten, dass es zur Auseinandersetzung kommen könnte.
In Jerusalem wird "der neue Weg", wie man anfangs diese neue religiöse Bewegung nannte, von der Priesterschaft und den Ältesten verworfen, während Nichtjuden zum Glauben und zur Taufe finden. Paulus und Barnabas begeben sich auf eine erste Missionsreise, um den Sendungsauftrag Jesu zu verwirklichen und als Zeugen Jesu bis "an die Grenzen der Erde" (Apg 1,8) zu gehen.
Die Stadt Antiochia in Pisidien ist die erste Station dieser Reise. Für den Verfasser sind die Erlebnisse in dieser Stadt exemplarisch für die Ausbreitung der Frohen Botschaft. Paulus und Barnabas predigen zuerst in der Synagoge vor Juden, zum Judentum Bekehrten und zu Nichtjuden mit Sympathie für das Judentum. Noch ist ihre Verkündigung eine innerjüdische Angelegenheit. Als sich jedoch "die ganze Stadt", d. h. viele Nichtjuden für ihre Predigt zu interessieren beginnen, kommt es zum Zusammenstoß mit den frommen Juden. Sie sehen im Angebot des Heiles an alle die Verletzung eines Tabus ihrer Religion. Zugang zum Heil gibt es für sie nur durch die Beschneidung und durch die Übernahme der religiös-jüdischen Lebensweise. Sie vertreiben die Prediger aus der Stadt und verschließen sich damit selbst "dem ewigen Leben".
Nach Ansicht des Autors hat damit das Judentum sein Vorrecht, auserwähltes Volk Gottes zu sein, verspielt. Mit Recht geht die Erwählung auf alle über, die sich dem Wort Gottes öffnen. Das Wort des Herrn verbreitet sich trotz der Ablehnung durch die Juden in der ganzen Gegend und nimmt seinen Lauf "bis an die Grenzen der Erde".