Die biblischen Lesungen wurden mit freundlicher Genehmigung der Ständigen Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet den Lektionaren 2018 ff entnommen. - © 2024 staeko.net. - vgl. Impressum.
Die Katholischen Bibelwerke in Deutschland, Österreich und Schweiz stellen auf ihren Webseiten ausführliche Kommentare und Anleitungen zum Lesen der biblischen Lesungen für Sonn- und Feiertage zum Download im PDF-Format zur Verfügung. Mit freundlicher Genehmigung der Katholischen Bibelwerke übernehmen wir die Kurzeinleitungen zu den Lesungen.
Lesung aus der Apostelgeschichte:
In jenen Tagen
kehrten Paulus und Barnabas
nach Lystra, Ikonion und Antiochia zurück.
Sie stärkten die Seelen der Jünger
und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten;
sie sagten:
Durch viele Drangsale
müssen wir in das Reich Gottes gelangen.
Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein
und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn,
an den sie nun glaubten.
Nachdem sie durch Pisidien gezogen waren,
kamen sie nach Pamphylien,
verkündeten in Perge das Wort
und gingen dann nach Attalia hinab.
Von dort segelten sie nach Antiochia,
wo man sie für das Werk, das sie nun vollbracht hatten,
der Gnade Gottes übereignet hatte.
Als sie dort angekommen waren,
riefen sie die Gemeinde zusammen
und berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan
und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Kv: Ich will dich erheben, meinen Gott und König. – Kv
(GL 649,5)
Oder: Kv Halleluja. – Kv
Ich will dich erheben, meinen Gott und König, *
ich will deinen Namen preisen auf immer und ewig.
Jeden Tag will ich dich preisen *
und deinen Namen loben auf immer und ewig. – (Kv)
Der Herr ist gnädig und barmherzig, *
langmütig und reich an Huld.
Der Herr ist gut zu allen, *
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – (Kv)
Danken sollen dir, Herr, all deine Werke, *
deine Frommen sollen dich preisen.
Von der Herrlichkeit deines Königtums sollen sie reden, *
von deiner Macht sollen sie sprechen. – (Kv)
Treu ist der Herr in seinen Reden, *
und heilig in all seinen Werken.
Der Herr stützt alle, die fallen, *
er richtet alle auf, die gebeugt sind. – Kv
Lesung aus der Offenbarung nach Johannes.
Ich, Johannes, sah einen neuen Himmel und eine neue Erde;
denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen,
auch das Meer ist nicht mehr.
Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem,
von Gott her aus dem Himmel herabkommen;
sie war bereit wie eine Braut,
die sich für ihren Mann geschmückt hat.
Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen:
Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen!
Er wird in ihrer Mitte wohnen
und sie werden sein Volk sein;
und er, Gott, wird bei ihnen sein.
Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen:
Der Tod wird nicht mehr sein,
keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.
Denn was früher war, ist vergangen.
Er, der auf dem Thron saß, sprach:
Seht, ich mache alles neu.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Halleluja. Halleluja.
(So spricht der Herr:)
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Halleluja.
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes:
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus:
Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht
und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist,
wird auch Gott ihn in sich verherrlichen
und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.
(Lektionar 2018 ff. © 2024 staeko.net)
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.
Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus:
Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht
und Gott ist in ihm verherrlicht.
Wenn Gott in ihm verherrlicht ist,
wird auch Gott ihn in sich verherrlichen
und er wird ihn bald verherrlichen.
Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.
Ihr werdet mich suchen,
und was ich den Juden gesagt habe,
sage ich jetzt auch euch:
Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.
Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.
Der Auftrag Jesu "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe" verändert unsere Welt und ist ein Vorgeschmack auf die kommende Welt.
Es ist ein bemerkenswerter Moment, in dem Jesus diese Worte spricht. Er sitzt mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl. Judas hat den Raum bereits verlassen, um ihn an die Hohepriester auszuliefern. Jesu Kreuzigung, das Leid und der Tod stehen unmittelbar bevor. Und gerade in diesem Moment hinein, in dieser Dichte von Schmerz, Abschied und Ausweglosigkeit, spricht Jesus von der Herrlichkeit. Dabei gibt er seinen Jüngern – und auch uns heute – ein neues Gebot, das allen Menschen deutlich machen soll, wie groß Gottes Liebe zu ihnen ist. „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.“
Sie fragen sich zurecht: Was ist daran neu? Schon vorher spricht die Bibel von der Gottes- und Nächstenliebe. Der Unterschied im heutigen Bibelvers ist aber darüber hinaus bedeutsam. Jesus ergänzt seine Aufforderung mit dem Maßstab: „Wie ich euch geliebt habe.“ Das heißt nun konkret: Nicht nur wie du selbst behandelt werden willst, sondern wie Christus liebt: selbstlos, bis ans Kreuz, ohne Bedingungen, ohne Berechnung, „so sollt auch ihr einander lieben“.
Das ist keine romantische Liebe. Sie ist nicht immer zärtlich oder gar bequem. Es ist eine Liebe, die trägt, die vergibt und die allem standhält. Eine Liebe, die auch dann nicht aufhört, wenn es schwierig wird in den Konflikten und Streitigkeiten des Alltags. Nein, es ist eine Liebe, die sich nicht zurückzieht, sondern mitgeht – auch durch Krisen und durch Leid. Jesus betont abschließend: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ Hierbei sollten wir aufs Neue merken: Jesus legt keinen Wert darauf, was wir arbeiten, was wir anziehen oder welches Auto wir fahren, sondern er will uns an der Liebe zueinander messen. Das ist ein hoher Anspruch. Wenn wir so leben, wird Gottes Liebe in der Welt sichtbar.
Aber Hand aufs Herz: Wie oft gelingt uns das? Im Alltag, in der Familie, in der Gemeinde, am Arbeitsplatz? Da ist diese Liebe manchmal weit weg. Da sind Missverständnisse, Ungeduld, Enttäuschungen. Doch genau da hinein spricht Jesus und gibt uns diese Botschaft mit: Liebt einander. Beginnt immer wieder neu. Nicht aus eigener Kraft, sondern weil er selbst uns liebt. Weil er uns diese Liebe schenkt, damit sie durch uns weiterfließt. Der Auferstandene lebt und seine Liebe ist lebendig. Und wir dürfen Werkzeuge dieser Liebe sein. Nicht perfekt, aber bereit; nicht aus Zwang, sondern aus Dankbarkeit.
Liebe Gemeinde, stellen wir uns heute vielleicht die einfache Frage: Wo bin ich heute aufgerufen, zu lieben? Konkret, still, entschlossen? Vielleicht braucht jemand unsere Zeit oder unser Verzeihen, oder einfach ein offenes Ohr. Wenden wir uns diesen Menschen zu und lassen wir sie nicht allein.
Werfen wir noch ausgehend von diesen Erkenntnissen einen Blick auf die Offenbarung des Johannes. Der Seher von Patmos erzählt uns von seiner Vision von einem neuen Himmel und einer neuen Erde, wo Gott unter den Menschen wohnt, wo diese keine Trauer oder Mühsal quält. Diese Vision ist keine Flucht aus der Welt, sondern eine Verheißung für uns Menschen. Sie garantiert uns sozusagen: Diese Welt bleibt nicht, wie sie ist. Unser Tun heute, unsere Liebe untereinander, unser Verzeihen und unser Einsatz für andere sind ein Vorgeschmack auf die kommende Welt. Wenn wir einander lieben, wie Christus uns liebt, dann wird hier und jetzt schon etwas neu: Verletzte Herzen heilen, Konflikte werden überwunden, Einsamkeit wird durchbrochen. Bitten wir Gott, dass wir erkennen, wo Menschen unsere Liebe und Zuwendung brauchen, damit Ostern in unseren Herzen weiterwirken kann.
Die biblischen Texte, die zwischen Ostern und Pfingsten in den Gottesdiensten vorgetragen werden, sind einerseits Zeugnisse des ersten Wachsens der Kirche, andererseits zeigen sie uns, worauf es in der Verbreitung des Evangeliums ankommt. Die Liebe ist der Schlüssel zu Verständnis des Lebens und Wirkens Jesu und zugleich Zentrum der Frohen Botschaft.
Die Apostelgeschichte ist die Urkunde unseres Glaubens, aber auch Erinnerung, wie die Anfänge der jungen Kirche verlaufen sind und sich das Christentum weiter ausgebreitet hat. Jede Gemeinschaft braucht Ordnung, Aufgabenteilung, um ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen. Das war und ist nicht einfach, weil es immer wieder Konflikte gegeben hat und geben wird, auch im kleineren Kreis. Diese Ordnung wird auf die Ältesten, die Presbyter (nicht mit „Priester“ zu übersetzen!) übertragen und durch Handauflegung und Gebet weitergegeben. So kristallisiert sich allmählich eine Ämterstruktur heraus, eine Ordnung, im theologischen Fachausdruck als „Ordo“ bezeichnet. Diese erste Ämterstruktur verbreitete sich in weiten Gebieten des Römischen Reichs. Auch die sogenannten Heiden, das war die Nichtjuden, wurden immer mehr in diese christlichen Gemeinden einbezogen. Paulus und Barnabas ziehen weiter, gründen Gemeinden, und so haben so die Ausbreitung des Christentums vorangetrieben.
Wir Menschen befinden uns in einem Durchgangsstadium, als „pilgerndes Volk Gottes“, wie es das II. Vatikanische Konzil ausdrückt. So wird das Reich Gottes bei dieser Wanderung schon ansatzweise sichtbar, weil wir ein Ziel vor Augen haben, das aber noch (lange) nicht erreicht ist. Es ist ein Weg mit Beschwerden, der aber auch immer wieder einen neuen Anfang braucht. Nämlich: Aufstehen nach Niederlagen. Den Zuspruch des Neuen finden wir im Schlusswort dieser Perikope: „Seht, ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Trotz aller Widerwärtigkeiten, die uns im Leben begegnen, herausfordern und Kraft kosten, wird alles gut ausgehen. Dieses symbolträchtige Buch ist ein sehr anspruchsvolles Trostbuch.
Ebenso schwer verständlich, aber sehr tiefgehend, ist das Evangelium. Gott umarmt vom Kreuz aus die Menschheit. Sehr widersprüchlich. Der Tod als Verherrlichung und dazu noch: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!“ (Joh 13,34). Gottes- und Nächstenliebe, also Gottes- und Menschenliebe werden vereint.
Das Wort „verherrlichen“ kommt dreimal in dieser Evangelienstelle vor und verdeutlicht, dass die Verherrlichung über die Passion geht, dadurch ist „Verherrlichung“ auch mit Kreuz und Auferstehung verbunden. Diese eine große Beziehung wird zum Erkennungszeichen aller Christen, eine Maximalforderung, die sehr sehr anspruchsvoll ist. Es ist eine Liebe, die nicht plötzlich aufhört, wenn es brenzlig wird.
Weil dieser irdische Jesus zum Vater heimgekehrt ist und wir uns hier durchkämpfen und durchmühen müssen, bekommen wir zur Unterstützung als Beistand den guten Geist, den Heiligen Geist. „Wusstet ihr nicht, dass euer Leib Tempel des Heiligen Geistes ist?“, fragt Paulus in 1 Kor 3,16. Der Heilige Geist in uns stärkt unsere Persönlichkeit, lässt uns reifen, macht uns stark in der Liebe.
Luise Rinser, deutsche Schriftstellerin (1911-2002) sagt dazu: „Es gibt nur eine Schuld im Leben des Menschen: das ist die Lieblosigkeit.“
Jesus gab uns "ein neues Gebot". Was ist wirklich neu? Wie entsteht und entfaltet sich Neues? - in der Gesellschaft, in der Kirche. Am 15. Mai dieses Jahres wir Charles des Foucauld in Rom heiliggesprochen. Er lebte Erneuerung nach dem Vorbild des zunächst armen und einfachen Lebens Jesu in Nazareth.
Das Wörtchen NEU elektrisiert uns. Wir horchen auf. Wir schauen hin, wenn da in einer Auslage steht: Neu! Neuübernahme oder sonst eine Kombination mit NEU. Heute verspricht uns Gott in der Lesung aus der Apokalypse, dass die Schöpfung nicht verloren gehen wird, wenngleich sie im irdischen Sinn endlich ist. Sie wird NEU geschaffen werden:
Ein neuer Himmel und eine neue Erde - wird verheißen, - und: "die heilige Stadt, […] die Wohnung Gottes unter den Menschen Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein." - Emanuel, das kennen wir.
Aber es geht weiter:
Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen:
Der Tod wird nicht mehr sein,
keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.
Denn was früher war, ist vergangen.
Das ist NEU, das ist utopisch! Aber, es wird bekräftigt:
Er, der auf dem Thron saß, sprach:
Seht, ich mache ALLES neu.
Ja, Gott schafft immer - und immer wieder neu. Dass es Erneuerung in der Schöpfung gibt, erleben wir derzeit in der Natur wieder sehr stark. Aber auch sonst gibt es in der Geschichte und auch in der Heilsgeschichte des Gottesvolks immer wieder überraschend Neues. Auch wenn es manchmal bloß als lästige Wiederholung des Alten erscheinen mag. „Es gibt nichts Neues unter der Sonne!“, sagen Pessimisten. Aber schon die je verschiedenen Blätter der Pflanzen sind jedes Jahr neu, wenngleich sie einem genetisch vorgegebenen Bauplan folgen.
Die Bibel bezeugt immer wieder, wie Gott überraschend wirkt, z. B.: Nicht der älteste, nein der jüngste Sohn Isais, David, wird zum König erwählt und gleich gesalbt - und welche Wendungen gab es in seinem Leben! Oder: Gott zeigt sich dem Elias sowohl als machtvoll, als die triefend nassen Opfergaben am Altar durch einen Blitz entzündet werden, als auch sanft in einem leisen Säuseln am Gottesberg Horeb, zu dem der große Prophet nach einer tiefen Krise gelangt ist.
Die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von den Erfolgen von Paulus und Barnabas in ihrer Mission. Wir erinnern uns: Paulus der extrem eifrige Jude, der den „Neuen Weg“ der ersten Christen bis aufs Blut verfolgte, wird durch eine überraschende Erkenntnis Jesu Christi und die darauf folgende Bekehrung zum ebenso eifrigen Missionar, der das Evangelium zu den Heiden bringt.
Und heute hörten wir: "Sie berichteten alles, was Gott mit ihnen zusammen getan und dass er den Heiden die Tür zum Glauben geöffnet hatte." Der Bericht vergisst realistisch auch nicht die vielen Drangsale, die dem Reich Gottes entgegen stehen. Jedenfalls ist das aber, im Ganzen betrachtet, eine überraschend neue und bahnbrechende Entwicklung am Anfang des Christentums.
Ein neues Gebot gebe ich euch…
Von Jesus selbst hören wir heute das NEUE GEBOT:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen,
dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.
Der Vergleich bezieht sich auf das Beispiel der Fußwaschung - des Sklavendienstes - den Jesus seinen Jüngern kurz davor erwiesen hatte! Das Evangelium beginnt mit: "Als Judas vom Mahl hinausgegangen war" - womit sich die Passion unaufhaltsam anbahnte, was Jesus so deutete: "Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen und er wird ihn bald verherrlichen."
Die Herrlichkeit Gottes soll sich in der Passion zeigen? - Das ist wirklich ein völlig NEUES GOTTESBILD! Das entspricht keiner menschlichen Gottesvorstellung oder Gottesprojektion. - Aber das ist unser Evangelium!
Heute (am 15. 5. 2022) wird in Rom ein Mann heiliggesprochen, in dessen Leben es auch manche überraschende Wendung gab: Charles de Foucauld.
Am 15. September 1858 kam er in einer sehr reichen französischen Adelsfamilie in Straßburg zur Welt, wurde aber mit 6 Jahren Waise und mit seiner jüngeren Schwester vom Großvater, einem Offizier, aufgenommen. Durch die Wirren des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) erlebte er ähnlich schlimme Dinge, wie die Menschen heute in der Ukraine, und musste innerhalb Frankreichs umsiedeln. Auf Wunsch seines Großvaters wurde er später selber Offizier, wobei ihn aber das Kasernenleben anwiderte. Er ließ sich von Kameraden und Prostituierten ausnützen und verschleudert bei Gelagen viel von seinem Vermögen. Als eine der Damen ihm in eine Stellung der Armee in der französischen Kolonie Algerien nachgereist war, und er sich provokant weigerte, sie wegzuschicken, wurde ihm die Offiziersstelle entzogen. Später aber wollte er seinen Kameraden wieder helfen und bat um Wiedereinstellung, was ihm gewährt wurde.
Dann aber brach er bald, als Jude verkleidet, zu einer abenteuerlichen Forschungsreise in das verbotene und unbekannte Innere Marokkos auf. Der Forschungsbericht über diese Reise machte ihn berühmt, denn er brachte erste Kartenskizzen des Atlasgebirges nach Europa.
Seinen angestammten katholischen Glauben hatte er weitgehend verloren. Aber die frommen Muslime, die er fünfmal am Tag am Boden beten sah, haben ihn sehr beeindruckt. So suchte er wieder nach Gott und betete: „Mein Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erkennen!“ Mit 28 Jahren begegnet er Abbe Huvelin, einem begnadeten Seelenführer, mit ihm wollte er intellektuell über den Glauben sprechen; der aber forderte ihn auf, zu beichten. - Nun hatte er aus seinem bisherigen Leben sicher einiges zu beichten, aber offenbar gelang es dem Priester, in ihm den zuversichtlichen Glauben an die Güte des barmherzigen Gottes zu wecken, indem er ihm von Jesus her zusagte: „Deine Sünden sind dir vergeben.“ Und Abbe Huvelin gab ihm auch gleich die hl. Kommunion. - Von dieser Stunde an war Charles NEU orientiert und wollte nur mehr für Jesus leben und seinem geliebten Freund möglichst ähnlich werden.
Zunächst trat er bei den Trappisten ein, das war ihm aber zu wenig arm und dem Leben Jesu zu wenig ähnlich. Er hatte seine spezielle Intuition: Er wollte das Leben Jesu in Nazareth nachahmen. Also verdingte er sich als Hausarbeiter bei den Armen Klarissen in Nazareth.
Dass Gott sich herabließ und in diesem völlig unbedeutenden Ort der damaligen Welt als Mensch unter Menschen lebte, das hat Charles de Foucauld tief beeindruckt. Er wollte eine kontemplative Ordensgemeinschaft gründen mit der Aufgabe, dem Herzen Jesu nahe zu sein. So verfasste er dafür eine Ordensregel.
Sein Weg führte ihn aber noch durch einige Wendungen - die Klarissen drängten ihn, der Spiritualität der damaligen Zeit entsprechend, Priester zu werden. Die Studien hatte er schon weitgehend, so wurde er mit 43 Jahren Priester. Er ging wieder nach Algerien, nach Beni Abbes, um dort sein Ideal, des einfachen geschwisterlichen Ordenslebens, zu versuchen. Nun wollte er „zum Bruder aller Menschen werden“. Eine Ordensgründung gelang ihm aber zu seinen Lebzeiten nicht. Auch für das handwerkliche Leben war er nicht wirklich begabt. Sein Weg führte ihn dann weiter in den Süden Algeriens, ins Ahaggar Gebirge, nach Tamanrasset. Dort war er als Franzose ziemlich alleine mit den nomadischen Tuareg, deren Sprache er nun erforschte und in einem ersten Wörterbuch erfasste.
Er hat sich in seiner brüderlichen Art als guter Nachbar erwiesen und echte Freunde gefunden. Als er lebensgefährlich an Skorbut erkrankt, retteten ihm die selbst armen Tuareg mit den letzten Reserven ihrer Milch das Leben. Am 1. Dezember 1916 starb er dort am Rande des 1. Weltkriegs als Gefangener von Aufständischen gegen die Franzosen. Er wurde von einem jungen Bewacher voreilig erschossen. Sein Leichnam wurde dort verscharrt. 1929 dann wurden seine Überreste, gegen seinen ausdrücklichen Willen, in einem für ihn errichteten Grabmal in El Meniaa (früher El Golea) beigesetzt.
Erst 1933 entstanden nach seinem Vorbild die Kleinen-Brüder- und 1939 die Kleinen-Schwestern-Jesu und nach und nach noch mehrere religiöse Gemeinschaften im Sinne Charles de Foucaulds.
Wirklich bemerkenswert ist, dass Bruder Karl als ursprünglich reicher französischer Intellektueller seinen Weg nach dem Vorbild des eher armen Lebens Jesu in Nazareth gesucht hat und gegangen ist. Das stand im Kontrast zum Trend der Kirche seiner Zeit, die im Ersten Vatikanum 1870 die Unfehlbarkeit dogmatisierte, sich bis in ultramontane Extreme gegen den „Modernismus“ wandte und sich so gegen die Strömungen der Gesellschaft stellen wollte. Auch vom Kolonialismus seines Landes hat er sich zwar nicht grundsätzlich distanziert, aber sich doch um der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit willen abgegrenzt.
Papst Franziskus schätzt ihn sehr und sieht in ihm wohl ein Vorbild des von ihm immer wieder eingemahnten Gehens „an die Ränder“.
In der Kirche übersehen wir meist, dass von den ca. 30 Jahren des Lebens Jesu nur etwa 3 Jahre öffentliches Wirken waren. Der größere Teil fand in einem einfachen Leben eines frommen Juden dieser Zeit, in einem besetzten Land, statt. Außer von der Episode mit dem 12-jährigen Jesus haben wir davon keinen Bericht. Wir können aber aus den bildhaften Reden Jesu sein Verständnis für das Leben seiner Zeit erschließen. So sieht er beispielsweise in den Lilien des Feldes und in den Vögeln des Himmels Zeichen des Wirkens Gottes. Das Senfkorn und das Weizenkorn werden ihm zu Zeugen von Gottes fruchtbarer Kraft. Zachäus und die Frau am Jakobsbrunnen waren ihm vielleicht bekannt, weil er dort öfter vorbeigekommen war, oder vielleicht auch einmal bei einem Hausbau beteiligt war, usw.
Vieles könnten wir wohl mit anderen Augen lesen, wenn wir das lange Leben und Arbeiten Jesu in Nazareth und sein regelmäßiges Pilgern nach Jerusalem bei unseren Betrachtungen mit einkalkulierten.
Und unsere Kirche würde auch wieder mehr geerdet und sprachlich näher bei den Menschen sein, wenn wir uns wirklich und länger auf einfaches Leben einließen, bevor wir große Worte sprechen. Wir bekämen etwas vom „Stallgeruch“ ab, wie Papst Franziskus sagt, und wir würden aus den Lazaretten und Produktionshallen, aus den Plantagen und Feldern unserer Welt neue Erfahrungen mitbringen. Ja, wir könnten NEU lernen, die Zeichen des Wirkens Gottes in unserer Welt zu entdecken.
Wohl eher bei den Armen! - Aber vielleicht auch bei den Reichen, denn in Wien gibt es z. B. derzeit eine junge Erbin von Millionen, Marlene Engelhorn, die will, dass ihr Erbe und dann ihr Vermögen fair besteuert wird und setzt sich öffentlich dafür ein. Das ist neu!
Möge uns das Vorbild des neuen Heiligen, Charles de Foucauld, dazu anregen und die von Jesus verheißene Heilige Geistkraft dazu führen, immer wieder NEU zu werden - und NEUES zuzulassen!
Pfingsten ist nicht mehr weit…
Die Offenbarung des Johannes erwartet einen neuen Himmel und eine neue Erde. Was können wir von dieser Verheißung erwarten?
Das Johannes- Evangelium entstand um das Jahr 100, somit das jüngste unter den vier Evangelien, sprachlich mitunter schwer verständlich, Ausdrücke mit denen der Alltagsmensch wenig oder gar nichts anfangen kann, wie „verherrlichen“ oder der beinahe inflationäre Begriff „Liebe“. Das Evangelium ist ca. 70 Jahre nach dem Tod Jesu aufgeschrieben worden und enthält somit eine nachösterliche Sichtweise.
Judas, am Beginn dieser Perikope, wird hier nochmals als dunkle Gestalt angesprochen. Viele von uns haben den Verräter im Kopf, der um scheinbar viel Geld - 30 Silberlinge - wesentlich zur Kreuzigung Jesu beigetragen hat. Judas geht gleichsam hinaus in die Nacht der Sünde. Er entfernt sich aus dem inneren Kern der Gemeinschaft, die wir Apostel nennen. Es gibt aber auch andere positivere Überlegungen dazu, die aber jetzt nicht Thema sind.
Alles wird neu, „ein neuer Himmel“ und „eine neue Erde“ und der „Menschensohn wird verherrlicht“, auch durch seine Liebe zu uns. Gewaltige Zusagen und Versprechen, die einer eingehenden Betrachtung bedürfen. Was heißt das alles, finden wir doch in diesen Lesungen auch viel Widerspruch?
Wir wissen, dass diese Schöpfung unvollständig und keineswegs endgültig ist. Die Naturwissenschaften versuchen sehr intensiv die Geheimnisse dieses Schöpfungsbeginns zu entschlüsseln. In der biblischen Schöpfungserzählung heißt es, dass Gott diese Schöpfung für „gut“, ja sogar für „sehr gut“ befindet. Tatsächlich erleben wir auch heute noch trotz des Klimawandels Naturschönheiten: die aufgehende Sonne, die Erde in ihrer landschaftlichen Pracht der Jahreszeiten.
Es gibt aber auch viel Vernichtung und Tod: Meteoriteneinschlag, Klimakatastrophen, nicht nur heute, also auch Unheil, bevor der Mensch da war. Der Mensch, geschaffen als Abbild Gottes, soll die Schöpfung weiter kreativ gestalten. Einige Kapitel weiter: „Es reute den HERRN auf der Erde, den Menschen gemacht zu haben und es tat seinem Herzen weh. Der HERR sagte: Ich will den Menschen vom Erdboden vertilgen.“ (Gen 6,6f). Dann kam die Reinigung der Sintflut. Durch die Arche wurde dem Menschen und der Schöpfung eine Chance des Neuanfangs geboten.
Neuanfang bedeutet Veränderung. Aus Sicht der Bibel ist die Schöpfung, die Welt statisch. So ist es aber nicht. Die griechische Philosophie spricht von „Panta rhei“, alles fließt. Somit entsteht Änderung durch Bewegung, die auch Verwandlung und dadurch eine neue Geisteshaltung bewirkt, und Jesus baut so ein neues Vertrauensverhältnis auf: „Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch… Ihr werdet mich suchen… Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13,33f) Mit der Anrede „Kinder“ setzt Jesus ein Zeichen besonderer Zärtlichkeit. Das neue Gebot ist die Liebe, obwohl auch schon im Alten Testament diese Bitte, Aufforderung vorhanden ist.
Unser Zusammenleben zeigt aber, wie schwierig dieses Gebot durchzuführen ist: Krieg, Hass, Gewalt begleiten die Menschheit bis in unsere Tage herauf. „Liebe und tu', was du willst“, ein bekanntes Wort des heiligen Augustinus (354-430 in: Epistulam Joannis ad Parthos, tractatus VII,8). Liebende brauchen keine Canones, keine Verträge durch notariell beglaubigte Unterschriften mit gegenseitiger Absichtserklärung. Liebe sollte sich im Lauf des Lebens zu edler Geisteshaltung entwickeln. Sie wird in der Jugend sicher anders verstanden als im Laufe des Lebens. Liebe als Zielgebot, auch als Vision wie sie die Offenbarung beschreibt in der Formulierung des „neuen Himmels“ und der „neuen Erde“, eine Veränderung, eine Wandlung durch Liebe. Wenn das zumindest ansatzweise gelingt, wird der Mensch verherrlicht. In diesem Begriff steckt HERR. Wir sagen ja auch: Es ist hier in dieser Umgebung herrlich, diese Torte schmeckt herrlich, damit verbunden Schönheit, Wohlbefinden. Liebende Menschen strahlen durch ihre (innere) Schönheit nach außen hin Herrlichkeit aus, sie sind verherrlicht, also Gott ähnlich.- Wäre gut, wenn auf diese Weise jetzt schon etwas vom Reich Gottes sichtbar und spürbar wird.
Der Verfasser der Offenbarung sieht einen neuen Himmel und eine neue Erde kommen und tröstet mit dieser Sichtweise seine Gemeinden in schwerer Zeit. Was Jesus gebracht und angestoßen hat, bringt Neues hervor. Menschen die lieben, wie er geliebt hat, erneuern die Erde...
Wir sind im Wonnemonat Mai. Ihm wird nachgesagt, er mache alles neu! Wir träumen vom Frühling, von Farbenpracht, von warmen langen Tagen. Ein alter Liebes-Film verspricht: im Prater blüh‘n wieder die Bäume. Und wer im Mai heiraten möchte, muss sein Fest sehr früh planen. Alles voll!
Was „neu“ wird, löst etwas Altes ab, markiert einen Wendepunkt, verträgt vielleicht sogar einen Superlativ. Super! Gelegentlich. Wenigstens. Ob der Mai das hinbekommt? Vielleicht braucht er einen Werbetexter? Eine Marketingstrategie? Was hat dieser Monat, was andere nicht haben?
Das Wort „neu“ taucht übrigens immer wieder neu auf, ziert Produkte und Plakate, ist beliebt, bunt und auffallend – nur: meistens nicht neu. Glaubt man gar Kohelet, dem alten Weisheitslehrer, gibt es nichts Neues unter der Sonne. Ist das pessimistisch? Verbittert? Nostalgisch? Kohelet hat in ein Wespennest gestochen. Ernüchtert schaut er hinter alles, was „neu“ daherkommt – oder ist es einfach befreiend? Jetzt ist das Schwirren groß. In endlosen Wiederholungsschleifen. Doch der Gedanke, dass „neu“ nur eine Schönheitsfarm für Altes ist, will mir nicht gefallen. Was darf alt bleiben? Was muss neu werden? Was ist das eigentlich: „neu“? Die Welt der Dinge und ihrer Vermarktung verschwindet hinter unseren Köpfen. Wir verlassen sie, lassen sie hinter uns zurück. Wir werden in einer anderen Liga spielen.
Wir sehen einen neuen Himmel, eine neue Erde! Jedenfalls, wenn wir uns die Augen von Johannes leihen! Er ist auf der Sträflingsinsel Patmos verbannt. Geht es nach dem Willen des Kaisers, wird er von hier nicht mehr wegkommen. Sein Vergehen? Wollen Sie es wirklich wissen? Er ist Christ! Was daran so verwerflich ist? Der Kaiser sieht sich als Gott, beansprucht Verehrung über alle Maßen und gibt das letzte Wort nicht ab. Johannes erzählt Bände davon – und tröstet die kleinen verunsicherten und ängstlichen Gemeinden in Kleinasien. Ihre Lage ist bedrohlich. Nein, trösten ist doch viel zu wenig: Johannes weckt und stärkt ihren Widerstandsgeist. Gegen Rohheit, Gewalt und Machtmissbrauch, gegen Einschüchterung, Propaganda und Beschönigung. Die alte Welt sieht Johannes untergehen. Sie kann nicht bestehen. Es ist ein Sonntag, der erste Tag der Woche, der Tag, an dem Jesus von den Toten auferstand. Er ist der Herr! Der Kaiser nur ein Mensch. Johannes aber beschreibt, was er sieht. Heute. Den neuen Himmel, die neue Erde. Die Stadt Gottes kommt zu den Menschen. Ich sehe, wie Johannes mit seinen Augen verfolgt, wie eine neue Welt, eine neue Zeit sich unaufhaltsam nähert. Auf uns zukommt. Mit einer Gewissheit, die von keiner menschlichen Macht in Frage gestellt oder in Zweifel gezogen werden kann.
Johannes schreibt:
"Seht die Wohnung Gottes unter den Menschen!
Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein.
Und er, Gott, wird bei ihnen sein."
Was ist jetzt neu? An Himmel und Erde? Was wie ein Traum beginnt, sich zu einer Vision auswächst, ist in Wirklichkeit das Wohnen Gottes unter uns. Das ist ein uraltes Bild, das Bild von der Heimat Gottes inmitten seines Volkes, der Menschen, die er liebt. Fromme Juden sprechen von der Schechina Gottes, wahren aber sein Geheimnis, seine Verborgenheit, seine Heiligkeit. Der Ewige wohnt mit seinem Namen unter uns.
In allen Gefährdungen, Verletzungen und Verleumdungen sind wir nicht alleine, auch nicht alleingelassen: Er ist in unserer Mitte. Angefochten, verklagt und bedroht. Aber er hält für uns stand. Er hält mit uns stand. Ist das der neue Himmel? Die neue Erde?
Es ist ein Sonntag, der erste Tag der Woche. Christen feiern die Auferstehung Jesu. Johannes auf seiner Insel, die kleinen Gemeinden in Kleinasien, Indios in ihren Reservaten, KZ-Häftlinge im Lager – und wir feiern mit ihnen. Was bei uns oft so gewöhnlich, vertraut, selbstverständlich geworden ist, ist aber trotzig, widerspenstig und mutig - Zeugnis eines so großen Vertrauens, dass Tod und Teufel das Fürchten lernen. Herr ist Jesus. Das ist auch das älteste Bekenntnis, das unter uns lebt. Sein Name.
Die sog. Geheime Offenbarung mag uns ein Buch mit den sieben Siegeln sein, fremdartig, geheimnisvoll, sperrig. Dabei ist es eines der schönsten Bücher, die uns im Neuen Testament begegnen. Trost und Widerstand in einem. So ziemlich alle Bedrohungen und Ängste, die wir kennen, sind in diesem Buch aufbewahrt, benannt und entzaubert.
Heute entdecken wir in unserem Gottesdienst, dass der neue Himmel, die neue Erde, im Evangelium mit der Liebe bezeichnet und gefüllt wird. Es ist Johannes, der Evangelist, der diese Geschichte noch einmal aus einer anderen Perspektive zu erzählen hat. In wenigen Worten deutet sich eine Katastrophe an. Judas wird Jesus verraten – und verlässt das Haus. Er wird es nicht mehr betreten. Als er gegangen ist, spricht Jesus aber von seiner Herrlichkeit. Das überrascht. Herrlichkeit? In der Situation? Weiß Jesus nicht… Ahnt Jesus nicht? Aber was ist herrlich? Hören wir Jesus:
"Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.
Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: Wenn ihr einander liebt."
Wie ich euch geliebt habe, sagt Jesus – und das wird zum Maßstab, zur Richtschnur und zum Vermächtnis. Und wie hat Jesus uns geliebt? Der Evangelist breitet das vor uns, mit immer neuen Anläufen, immer neuen Ausblicken. Jesus hat aus Liebe sein Leben gegeben, aus Liebe den Tod überwunden, uns aus Liebe angenommen. Wenn wir einen neuen Himmel, eine neue Erde sehen können, dann nur, weil wir geliebt sind. Davon können wir nicht genug hören, nicht genug reden. Um daran Maß zu nehmen!
Gewagt und übermütig ist das schon. Es ist schwer, Menschen zu lieben, die anders sind, anders aufgewachsen, anders sozialisiert, anders geprägt - die eine andere Sprache sprechen, eine andere Religion haben, eine andere Geschichte erzählen. Jesus lässt uns in seiner Liebe Liebe entdecken, die mehr ist als Toleranz. Liebe sucht den anderen Menschen, während Toleranz ihn nur erträgt, Liebe gewinnt den anderen Menschen, während Toleranz ihn verliert. Ich merke eine Schere im Kopf, eine Schere im Herzen. Kann ich das? Darf ich das?
Jesus spricht von einem neuen Gebot. Kann es ein neues Gebot richten? Große Fragen tun sich auf. Ist das Liebesgebot nicht uralt? Nicht von Anfang an gegeben? Was kann daran neu sein? Neu werden? Oder ist es nur neu zu sagen, neu zu beleben, neu zu üben?
Liebe dürfte das meist gebrauchte Wort sein. Gleichzeitig aber auch das meist verbrauchte. Das schönste, aber auch das gefährlichste. Jesus gibt uns ein neues Gebot, das mit seinem Leben so eng verknüpft ist, dass die Liebe immer neu wird. Sie verwandelt auch die schlechten Erfahrungen, die Minderwertigkeitskomplexe und den alltäglichen Größenwahn, der Spuren von Verbitterung und Einschüchterung hinterlässt (und hinterlassen will).
Liebe muss um ihrer selbst willen immer wieder jung, immer wieder neu werden. Das neue Gebot, das Jesus gibt, lässt unter uns den neuen Himmel, die neue Erde sichtbar werden. Mit den Augen des Johannes, mit den Augen der Liebe: wir sehen die Stadt Gottes. Und alles wird neu!
Was „neu“ wird, löst etwas Altes ab, markiert einen Wendepunkt, verträgt vielleicht sogar einen Superlativ. Kleine Brötchen backt die Liebe nicht. Sie baut eine Stadt!
Und der Friede Gottes,
der höher ist als unsere Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus,
unserem Herrn.
Unser Umgang mit Menschen ist gleitet vom ersten Eindruck, die leicht zu einem Vorurteil werden. Jesus begegnet Menschen offen und unvoreingenommen. Ihm darin zu folgen, fordert er auch von uns.
Der Schriftsteller Max Frisch, so wird berichtet, soll gesagt haben: Wer sich ein Bild vom anderen macht, hört auf, ihn zu lieben.
Nun kommen wir in der Praxis wohl nicht darum hin, Menschen vorerst einzuschätzen, um mit ihnen umgehen zu können. Wem stehe ich gegenüber? Was prägt diesen Menschen? Ist es leicht, mit ihm umzugehen oder ist er eher ein schwieriger, komplizierter Typ? Dieses erste, grobe Einschätzen als Hilfsmittel für den Umgang mit Menschen wird Max Frisch wohl kaum im Blick gehabt haben. Ihm geht es vermutlich mehr um das Festhalten eines Bildes, das wir nicht mehr bereit sind zu verändern – auch dann nicht, wenn der andere sich im Laufe der Zeit ändert.
Im Evangelium haben wir gehört, dass Jesus seinen Jüngern sagt: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. So sollt auch ihr einander lieben.
Worin zeichnet sich eigentlich die Liebe Jesu aus? Im Blick auf Max Frisch können wir bei Jesus beobachten: Er macht sich nicht erst ein Bild von den Männern, die er in die Schar seiner Jünger beruft, ob sie auch treu, zuverlässig, intelligent genug sind. Jesus beruft, ohne nach dem Charakter des jeweiligen Menschen zu fragen. Er schickt niemanden weg, der sich ihm nicht unterordnet und nicht nach seinem Vorbild lebt. Selbst von einem Judas, der im Evangelium erwähnt wird, trennt er sich nicht. Jesus begegnet den Menschen wie sie sind: Frommen und Sündern, geldgierigen Zöllnern und Dirnen, begüterten Pharisäern und armen Witwen. Mit seiner Liebe, Güte und seinem Wohlwollen wirbt er um Umkehr und bewirkt bei vielen Besinnung. Nicht wenige ließen sich durch seine Liebe bewegen, ihr Leben zu ändern. Diese Art der Liebe, so möchte Jesus, sollen auch wir uns aneignen.
Wohin es führen kann, wenn man sich ein starres, unverrückbar festes Bild von jemanden gemacht hat, kann man an den Aposteln und Jüngern beobachten. Sie hatten ein unveränderliches Bild und unverrückbare Vorstellungen vom Messias, den die Juden erwarteten. So waren sie überzeugt: Der Messias werde Israel zu einer allen anderen Ländern überlegenen Großmacht führen. Solange Jesus in seinem Auftreten und in seinem Wunderwirken ihrem Bild entsprach, glaubten sie an seine Messianität. Als er dann aber bereit war, den Weg des Leidens anzutreten, um der Liebe treu zu bleiben, verschwand ihr Glaube an ihn. Es bedurfte enormer Kraft des Hl. Geistes, um ihre festgefahrenen Messiasvorstellungen aufzugeben. Sie begriffen: Nicht im Aufbau eines mächtigen, jüdischen Reiches besteht die Aufgabe des Messias, sondern in der Hinführung der Menschen auf den Weg der Liebe, wie Jesus sie gelebt hatte.
Zu dieser Liebe werden wir heute neu von Jesus aufgerufen. Sie beschränkt sich nicht auf ein freundschaftliches Verhalten, auf ein Wohlwollen denen gegenüber, die wir mögen, auf ein gutes-Tun gegenüber denen, die uns mit ihrer Hilfe beistanden. Jesus will, dass wir lieben wie er geliebt hat. Das heißt: Menschen, so wie sie sind, mit Wohlwollen, Güte, Aufmerksamkeit begegnen. Dies heißt jedoch nicht, das Negative an ihnen gutheißen. Das hat Jesus auch nicht getan. Nur in der Art, wie er mahnte und Fehlverhalten ansprach, lag keine Verurteilung des betreffenden Menschen, sondern ein ringen mit ihm, um Veränderung und Besserung.
Jesus gelang es nicht jedes Mal auf Anhieb, Menschen zur Veränderung ihres Verhaltens zu bewegen und schon gar nicht, alle in seinem Umfeld überzeugend anzusprechen. So wird es auch uns ergehen. Nur dadurch sollen wir uns nicht dazu verleiten lassen, innerlich von diesen Menschen Abstand zu nehmen und sie zu meiden. Jesus ruft uns auf, für alle in der Liebe offen zu bleiben. Denn das bietet die Chance, dass wir zur Besinnung und zum Nachdenken anregen, wie Jesus es getan hatte. Einander geduldig, mit Langmut und offen in Liebe begegnen ist die erfolgreichste, wenn auch sehr mühevolle Form, einander zum Guten zu bewegen. Lassen wir uns von Jesus ansprechen und treten wir in seine Fußstapfen.
Die hohen Erwartungen an das Ergebnis der Bischofssynoden zu Fragen des Familienlebens haben gezeigt, wie notwendig wir Leitlinien brauchen, mit denen wir strittige Fragen der Lebensgestaltung im Geiste Jesu lösen können. Das "neue Gebot Jesu", einander zu lieben wie er uns geliebt hat, weist uns den Weg. Es ist eine einfache und allen verständliche Regel. Diese verlangt von uns, dass wir uns das Vorbild Jesu immer neu vergegenwärtigen.
Am 8. April 2016 wurde das mit Spannung erwartete Rundschreiben "Amoris Laetitia" des Papstes Franziskus veröffentlicht. Die Reaktionen waren erwartungsgemäß unterschiedlich. Die einen vermissten klare Regelungen für die Lösung umstrittener Fragen wie die der Zulassung zu den Sakramenten für wiederverheiratete Geschiedene, mit vorehelichen Beziehungen, den Umgang mit homosexuell Liebenden und manches andere mehr. Andere begrüßten, dass vieles stärker als in bisherigen Verlautbarungen der Gewissensentscheidung jedes einzelnen und der seelsorgerlichen Begleitung der Priester überantwortet wird. Gelobt wurde von vielen der neue Ton, dessen das Rundschreiben sich bedient, wenngleich einige den "Pastoralismus" beklagten und klare theologische Weichenstellungen vermissten.
Die beiden vorangegangenen Bischofssynoden zeigten, dass hinter den Fragen ehelicher Beziehungen und des Umgangs mit Sexualität je nach Kulturkreis und geschichtlicher Epoche unterschiedliche Vorstellungen von Liebe und Beziehung stehen, die sich nicht ohne Biegen und Brechen in einheitliche Vorgaben bringen lassen. Dennoch versucht Papst Franziskus einen Weg zu weisen, der der Botschaft Jesu entspricht.
Im Evangelium dieses Sonntags wurde uns das Vermächtnis Jesu aus dem Abschiedsreden vorgetragen. Er fasst es in einem neuen Gebot zusammen: "Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben." Dieses neue Gebot ist Angelpunkt des ganzen Christseins. In ihm sind alle Gebote zusammengefasst, alle Vorschriften und Normen müssen mit diesem einen Gebot übereinstimmen.
Aber wie kann man Liebe klar regeln? Der Begriff Liebe ist sehr dehnbar, und jeder hat seine eigene Vorstellung davon. Deshalb dürfen wir den ganz persönlichen Zusatz Jesu nicht überlesen: "Wie ich euch geliebt habe, sollt auch ihr einander lieben." Ohne diesen Zusatz laufen wir Gefahr, dass Jesu Liebesgebot der Beliebigkeit jedes einzelnen überlassen bleibt oder dass wir einem vom jeweiligen Zeitgeist geprägten Liebesideal anhangen.
Die Idealisierungen der ehelichen Liebe haben uns in eine Situation geführt, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer an diesem hohen Ideal gescheitert sind, sich von der Gemeinschaft der Kirche lieblos behandelt und ausgeschlossen gefühlt haben. Mit Recht haben sie darauf hingewiesen, dass Jesus mit den am Eheideal seiner Zeit Gescheiterten anders umgegangen ist als die meisten seiner Zeitgenossen. Er hat seine Arme gerade für die Gescheiterten geöffnet - gegen den Widerstand der Frommen und Gesetzestreuen. Allerdings hat er nicht gesagt oder gezeigt, wie wir diese Probleme für alle Zeiten lösen können. Das "liebt einander, wie ich euch geliebt habe", muss offenbar zu jeder Zeit neu eingelöst werden.
Über die Lösung von Beziehungsfragen hinaus kann diese einfache Weisung Jesu aber auch als Basis für Herausforderungen dienen, die damals noch niemand absehen konnte; etwa für den Umgang mit Fragen der Familienplanung oder mit Personen, deren Liebesfähigkeit auf Menschen gleichen Geschlechtes ausgerichtet ist.
Das Gebot Jesu ist aber auch Richtschnur für den Umgang mit Fremden, mit in Not Geratene, Flüchtlinge, für den Umgang mit Besitz, mit den Umweltressourcen und mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit.
All diese Aufgaben lassen sich nicht ein für alle Mal lösen und in allzeit gültige Vorschriften gießen. Sie müssen immer wieder neu diskutiert und verhandelt werden. Damit wir aber den vorgegebenen Maßstab nicht aus den Augen verlieren, ist es notwendig, dass wir diesen Jesus gut kennen, dass wir uns immer neu damit vertraut machen, wie er die Menschen geliebt hat, und dass wir die Erinnerung an ihn lebendig halten.
Wir Christen feiern sein Gedächtnis, indem wir uns immer wieder die Erzählungen über ihn, die uns in den heiligen Schriften überliefert sind, und wie die Menschen ihn die Menschen in der Umgebung Jesu verstanden haben, vor Augen halten. Dazu gehören sein Leben, sein Tod, den er als Hingabe für die Seinen verstanden hat, seine Auferstehung und die Geistsendung.
In der Lesung aus der Apostelgeschichte haben wir von der Rückkehr des Apostels Paulus und Barnabas von ihrer ersten Missionsreise, die sie durch Kleinasien geführt hat, gehört. Ihr Erfolg bei den Nicht-Juden hat die junge Kirche in eine ganz neue Situation gebracht. Es wurde ein erstes Konzil notwendig, auf dem man beraten hat, wie man mit diesem neuen Typ von Christen auf Dauer umgehen soll.
Das neue Gebot Jesu – so einfach es ist – hat die Kraft in sich, dass es ausreichend Richtschnur sein kann in unseren gegenwärtigen gesellschaftlichen Umbrüchen, die sich nicht zuletzt in neuen Formen des Zusammenlebens und des Familienverständnisses zeigen. Es führt uns immer wieder zur Person Jesu zurück und hindert uns daran, dass sich Normen und Vorschriften verselbständigen.
Jesus gibt seinen Jüngern eine letzte Weisung mit auf den Weg für die Zeit, wenn er nicht mehr in leiblicher Gegenwart mit ihnen geht. Sie sollen einander lieben, wie er sie geliebt hat. Bei Lukas finden wir Faustregeln der Liebe und Barmherzigkeit: Richtet nicht! Verurteilt nicht! Demütigt nicht!
Das "neue Gebot", das Jesus den Jüngern gab, geht über das "alte Gebot" der Gottes- und Nächstenliebe hinaus. Jesus setzt einen neuen Maßstab der Liebe. Diese Liebe wird in der Gemeinschaft gelernt und geübt.
Schon beim Betreten der Kirche haben sie es getan: Sie haben sich mit Weihwasser bekreuzigt und somit an ihre eigene Taufe erinnert. Diese Taufe eint uns Christinnen und Christen weltweit und lässt uns eine enge Beziehung miteinander eingehen. Daher dürfen wir uns zurecht Geschwister und Jünger Jesu nennen, die berufen sind, ihm nachzufolgen und seine Botschaft zu verkünden. Das Johannesevangelium gibt uns einen ganz klaren Auftrag was wir als seine Jünger tun sollen. „Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe…“
Bringen wir nun vertrauend auf seine grenzenlose Liebe all unsere Gedanken und Gefühle vor Gott.
Heute, am 15. Mai 2022, wird in Rom Charles de Foucauld heiliggesprochen. Nach einem bewegten Auf und Ab in seinem Leben entschloss er sich mit 28 Jahren, sich ganz Gott zu übergeben. Die Liebe zu Gott wurde zum zentralen Inhalt seines Lebens. Er wurde Priester, wollte aber vor allem das einfache Leben Jesu in Nazareth nachahmen und unter den einfachen Menschen in Algerien "Bruder aller Menschen werden". Ab 1905 wendet er sich dem muslimischen Nomadenvolk der Tuareg zu, studiert ihre Sprache und lebte als Christ elf Jahren bei ihnen im Herzen der Sahara.
Jesus gab uns ein neues Gebot: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Dieses Gebot gilt es jederzeit ganz konkret neu zu verwirklichen. Die Liebe, wie Jesus sie vorgelebt und aufgetragen hat, führt uns in ein neues Zeitalter, zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde.
Am Beginn unserer Feier bitten wir Gott um Vergebung für alle Liebe, die wir einander schuldig geblieben sind.
Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen...
Heute wird uns ein weiter Blick geschenkt: wir sehen einen neuen Himmel, eine neue Erde.
Eine Stadt kommt aus dem Himmel zu uns. Und Gott wohnt unter uns.
Aber wir nehmen einen dunklen Himmel wahr und eine bedrohte Erde, die Sehnsucht nach neuen Anfängen und die Sorge, Altes aufgeben zu müssen.
Im Evangelium hören wir Jesus: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe.
Ihn bitten wir um seine Barmherzigkeit mit uns:
Wir alle, die wir hier versammelt sind, möchten liebevolle Menschen sein. Da uns im Evangelium Jesus auffordert „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe!“, bleibt die Frage nach der Art, die Jesu Liebe auszeichnete. Wo liegt der Unterschied zu der von uns oft praktizierten Liebe?
Wenden wir uns zunächst Christus innerlich zu und bitten wir ihn:
Herr Jesus Christus,
du hast uns zu Boten deiner Liebe berufen.
Kyrie eleison.
Du schenkst Hoffnung allen, die auf der Suche nach dem Lebenssinn sind.
Christe eleison.
Du lässt Mut denen zuteilwerden, die keine Zuversicht mehr haben.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus,
Liebe zu uns Menschen führte dich auf unsere Erde.
Herr, erbarme dich.
In Vollendung hast du die Liebe gelebt.
Christus, erbarme dich.
Die Form deiner Liebe sollen auch wir anstreben.
Herr, erbarme dich.
Herr, Jesus Christus,
du rufst uns, in der Liebe zu dir,
unsere engen Räume und Gedanken zu öffnen.
Herr, erbarme dich.
Du rufst uns immer wieder neu
in deine Versöhnungsbereitschaft.
Christus, erbarme dich.
Du schenkst uns einen Blick für das,
was uns den Himmel öffnet.
Herr, erbarme dich.
Herr,
für uns gehören Neuheiten und Neuigkeiten zum alltäglichen Leben.
Wir brauchen neue Ideen, neue Sachen zum Anziehen und neue Ziele.
Doch unsere Hoffnungen altern.
Herr, erbarme dich.
Christus,
du wurdest von Judas verraten, aber du hast ihn nicht fallengelassen.
Den Himmel hast du verlassen, um den Tod zu überwinden.
Deine Liebe macht alles neu.
Christus, erbarme dich.
Herr,
von vielen alten Dingen, Vorstellungen und Träumen können wir uns nicht trennen,
sehnen uns aber danach, Neuland zu erobern und Zukunft zu haben.
Dabei machen wir es einander schwer.
Herr, erbarme dich.
Der Herr ist gnädig und barmherzig,
langmütig und reich an Gnade.
Der Herr ist gütig zu allen,
sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.
(Ps 145,8f)
Gott, unser Vater,
du hast uns durch deinen Sohn erlöst
und als deine geliebten Kinder angenommen.
Sieh voll Güte auf alle, die an Christus glauben,
und schenke ihnen die wahre Freiheit
und das ewige Erbe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
MB 23. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.
Gib, daß wir dich mit ungeteiltem Herzen anbeten
und die Menschen lieben, wie du sie liebst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 4. Sonntag im Jahreskreis
Heiliger Gott,
du hast uns das Gebot der Liebe
zu dir und zu unserem Nächsten aufgetragen
als die Erfüllung des ganzen Gesetzes.
Gib uns die Kraft,
dieses Gebot treu zu befolgen,
damit wir das ewige Leben erlangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.
MB 25. Sonntag im Jahreskreis
Lebendiger Gott,
jeden Tag rufst du Menschen in deine Nachfolge und offenbarst dich ihnen auf vielfache Weise.
Erfülle auch unser Herz mit deinem österlichen Auftrag
und mache uns bereit dein Wort zu hören und auch so zu leben.
Darum bitten wir durch deinen Sohn unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Hl. Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. – Amen.
Vater im Himmel,
du rufst uns als Gemeinde zusammen.
In deiner Liebe kommst du uns wieder neu entgegen
und rufst uns in die Nachfolge deines Sohnes.
Stärke uns im Wort und im Mahl,
damit wir seinem liebenden Beispiel folgen können.
Das erbitten wir durch ihn,
unseren Bruder und Herrn.
Du, Gott, machst alles neu.
Du schenkst Aufbrüche, Neuland und Wege ins Freie.
Schenke uns die Weisheit,
zwischen alt und neu zu unterscheiden,
deinem Wort zu trauen
und, wenn wir zerrissen sind,
in deiner Liebe Frieden zu finden.
Du zeigst uns den neuen Himmel, die neue Erde.
Und willst doch unter uns wohnen.
Dir vertrauen wir unsere Ängste, Zweifel und Sorgen an
In Christus, unserem Herrn.
Barmherziger Gott,
von dir kommt alles Gute und Neue. Trotzdem quälen uns oft persönliche Wünsche und Sehnsüchte, die wir vor dich bringen:
Wir bringen dir deine Schöpfung in ihrer Schönheit, aber auch in ihrer Bedrohung durch Krieg, Ausbeutung und Klimawandel.
Wir bringen dir die Menschen, die Verantwortung in Politik, Kirche und Gesellschaft tragen.
Stärke sie in Gerechtigkeit und Mitgefühl.
Wir bringen dir unsere Familien und Freundschaften.
Heile, was verletzt ist, und festige, was trägt.
Wir bringen dir die Kranken, die Einsamen und die Verzweifelten.
Schenke ihnen Trost, Nähe und neue Hoffnung.
Wir bringen dir uns selbst mit allem, was uns belastet und wonach wir uns sehnen.
Du, oh Herr, hast den Tod besiegt und die Finsternis hell gemacht. Schau auf uns und unsere Sorgen und bleibe bei uns in Zeit und Ewigkeit. – Amen.
Christus hat uns das Liebesgebot aufgetragen.
Durch ihn bringen wir unsere Bitten für die Kirche und die ganze Welt vor Gott:
Für den neugewählten Papst Leo, der in Verantwortung und Liebe zu Kirche und Welt in diesem Dienst steht.
Für eine Welt, in der wir Christinnen und Christen beauftragt sind, die Botschaft der Liebe, die uns Christus vorgelebt hat, in Wort und Tat zu bezeugen.
Für alle, die sich an den Rand der Gesellschaft gedrängt fühlen und fürchten, dass sie in einer auf die Zukunft orientierten Gesellschaft ihre Identität und Traditionen verlieren.
Für die, die versuchen aus der Freude an ihrem Glauben und der Erfahrung deiner Nähe schwierige Zeiten in ihrem Leben dankbar anzunehmen.
Für unsere Verstorbenen, dass du ihnen Anteil an deiner Herrlichkeit schenkst.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. - Amen.
In unserem ganzen Leben begleitet uns Gottes Zuspruch.
Miteinander und füreinander lasst uns ihn bitten:
Um eine geschwisterliche Kirche, die immer wieder neu versucht, Jesu Auftrag einander liebevoll zu begegnen, zu verwirklichen.
Um Mut zur Hoffnung für alle, die wegen ihres Glaubens, ihrer Rasse, ihrer Nationalität oder ihrer Einstellung verfolgt werden.
Um Unterstützung und Verantwortung füreinander, wenn Menschen vom Krieg bedroht sind, ihre Heimat verlassen müssen, sich die Grundbedürfnisse im Leben nicht mehr leisten können, verzweifelt, krank oder einsam sind.
Um einen Glauben, in dem wir einen festen Grund finden, der uns hilft auch die unangenehmen Wahrheiten des Lebens anzunehmen.
Um die Teilnahme an deiner Herrlichkeit für unsere Verstorbenen.
Denn im Glauben an dich erfahren wir deine Zuwendung und Treue.
Dir danken wir, dich verherrlichen wir und preisen dich jetzt und bis in alle Ewigkeit. - Amen.
In der Offenbarung sehen wir einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Gott wohnt unter uns.
Im Evangelium empfangen wir von Jesus das neue Gebot der Liebe.
Darum nehmen wir die Welt, die Menschen, die ganze Schöpfung ins Gebet
und beten für einander:
Herr,
an vielen Stellen der Welt sehen wir verbrauchte Hoffnungen und altgewordene Träume.
Europa ist in einer Krise.
Wir bitten dich für die Europawahl, für die Kandidaten, für die Medien.
Bewahre uns Menschlichkeit und Wahrheit.
Wir rufen zu dir: Hilf uns, dein Volk zu sein
Herr, viele Menschen sind im Bann der Dinge und brauchen immer neue Anreize.
Die Werbung spielt mit Träumen und Bedürfnissen.
Wir bitten dich für Hersteller, Marketingfachleute und Käufer, Käuferinnen.
Bewahre uns davor, alles haben zu müssen.
Herr, alte Traditionen und Vorstellungen gewähren Sicherheit.
Viele Menschen igeln sich auch in der Kirche ein in dem Glauben,
alles müsse am Alten gemessen werden.
Wir bitten dich für alle, die in der Kirche Verantwortung für Entwicklungen und Denkprozesse haben.
Bewahre uns davor, keine neuen Hoffnungen mehr zu teilen.
Herr, Menschen werden um ihres Glaubens wegen attackiert, verfolgt und geächtet.
Religions- und Meinungsfreiheit ist an vielen Stellen der Welt verloren.
Wir bitten dich für alle, die menschlichen Schicksalen nachgehen,
die Dinge beim Namen nennen und für Wahrheit und Recht eintreten.
Bewahre uns davor, Potentaten und Despoten in Ruhe zu lassen.
Schenke uns, Herr, die Liebe, die uns einen neuen Himmel und eine neue Erde aufschließt.
Du hast den Tod überwunden. Du bist verherrlicht.
Du wohnst unter uns.
Lass uns in deiner Nähe das Leben neu entdecken,
die Liebe, die alles neu macht. – Amen.
Herr Jesus Christus,
du hast uns aufgerufen, deine Liebe nachzuahmen.
Wir bitten dich:
Mehre in uns die Liebe zu dir, damit wir deinem Aufruf gern und freudig folgen.
Christus, höre uns…
Hilf uns, unser Wohlwollen niemanden gegenüber einzuschränken.
Lass uns zusammen mit dir in besonderer Weise Helfer werden für Menschen in Not, Leid, Krankheit und bei Schicksalsschlägen.
Fülle unsere Herzen mit Gedanken zur Versöhnung, um gegenseitiger Zuwendung und Liebe neu einen Weg zu bahnen.
Für alle Menschen wollen wir dich um deinen Segen bitten.
Herr Jesus Christus,
in dir haben wir einen guten Helfer und Fürsprecher.
Dafür danken wir dir und dem Vater, der dich zu uns sandte, und dem Hl. Geist, der uns Kraft verleiht. - Amen.
Dir Gott, der du die Liebe bist, vertrauen wir unsere Bitten an:
Du hast deine Botschaft der Liebe an alle Menschen gerichtet.
Hilf deiner Kirche, so zu leben und zu wirken, dass diese Botschaft auch erkannt werden kann.
Europa basiert auf christlichen Werten.
Hilf seinen Bürgern, durch ihre Teilnahme an der kommenden EU-Wahl zum Schutz einer europäischen Gesellschaftsordnung beizutragen.
Neben den Eltern investieren viele Erwachsene viel Zeit und Engagement in unsere Jugend.
Hilf ihnen, im Vertrauen auf dich und ihre Fähigkeiten ihrem Wert für unsere Gesellschaft gerecht zu werden.
Oft meinen wir, an den Ansprüchen, die das Leben an uns stellt, verzweifeln zu müssen.
Hilf uns, in der Gewissheit zu leben, dass du uns immer schon im Voraus mit deiner Liebe beschenkst.
Du hast Jesus nicht im Grab gelassen.
Hilf auch unseren Verstorbenen, in dein Reich der Liebe und des ewigen Friedens zu gelangen.
Guter Gott!
In und mit Jesus Christus hast du zu unserem Heil gehandelt.
Dafür loben und preisen wir dich jetzt und allezeit. - Amen.
Erhabener Gott,
durch die Feier des heiligen Opfers
gewährst du uns Anteil an deiner göttlichen Natur.
Gib, dass wir dich nicht nur als den einen wahren Gott erkennen,
sondern unser ganzes Leben nach dir ausrichten.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, sieh gütig auf dein Volk,
das sich zu deinem Lob versammelt hat.
Nimm an, was wir darbringen,
und mehre durch diese Feier unsere Liebe.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 10. Sonntag im Jahreskreis
Gott,
sieh auf dein Volk, das im Gebet versammelt ist,
und nimm unsere Gaben an.
Heilige sie, damit alle, die sie empfangen,
in deiner Liebe wachsen und dir immer treuer dienen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 15. Sonntag im Jahreskreis
Gütiger Gott und Vater,
sieh her auf uns, die wir unsere Gaben zu deinem Altar gebracht haben.
Voll Liebe möchten wir sie dir schenken, wie sich dein Sohn Jesus Christus für uns hingegeben hat.
Lass uns einmal Anteil erhalten am ewigen Gastmahl bei dir.
Durch Christus unseren Bruder und Herrn. – Amen.
Wir bringen dir, Herr, mit Brot und Wein
unsere Sehnsucht nach Leben,
altgewordene Träume
und müde Zweifel.
An uns und deiner Welt.
Du schenkst uns, Herr, mit Brot und Wein
deine Liebe,
neue Hoffnungen
und einen jugendlichen Glauben.
Wir danken dir für einen neuen Himmel,
eine neue Erde.
Sprich du das Wort,
das uns Brot und Wein verwandelt.
Komm, unser Herr!
Kehrvers:
Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig.
(GL 558,1)
Großer und unendlicher Gott,
wir treten vor dich, um dir zu danken.
Du bist die Liebe und aus Liebe hast du alles erschaffen.
Kehrvers
Aus Liebe hast du dein Volk nie im Stich gelassen.
Du hast dich seiner genommen,
als es von feindlichen Völkern bedrängt wurde,
und ihm Lebensraum gegeben.
Du hast deinem Volk die Treue gehalten,
auch als es von dir abfiel und fremden Göttern diente.
Kehrvers
In Jesus hast du uns das Übermaß deiner Liebe sehen lassen.
In inniger Liebe war er mit dir eins.
Voll Liebe hat er sich den Armen und Schwachen zugewandt
und sie in die Gemeinschaft des Gottesvolkes zurückgeholt.
Kehrvers
Er hat uns ein Beispiel der Liebe gegeben,
wie es nicht größer sein könnte.
Für seine Freunde hat er sein Leben hingegeben
und uns aufgefordert, dass auch wir so einander lieben.
Kehrvers
Durch deine heilige Kirche setzt du das Werk deiner Liebe fort.
Unüberschaubar ist die Zahl derer, die dem Beispiel Jesu folgen.
Mit ihnen allen preisen wir deine Größe und singen:
Danklied, z. B.: Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen (GL 400)
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, Vater,
in diesen Tagen freudig zu danken,
da unser Osterlamm geopfert ist,
Jesus Christus.
Das Alte ist vergangen,
die gefallene Welt erlöst,
das Leben in Christus erneuert.
Darum preisen wir dich in österlicher Freude und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Osterzeit 4
In Wahrheit ist es würdig und recht,
dir, allmächtiger Vater, zu danken und
dich mit der ganzen Schöpfung zu loben
durch unseren Herrn Jesus Christus.
Am Kreuz erhöht,
hat er sich für uns dahingegeben
aus unendlicher Liebe
und alle an sich gezogen.
Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser,
aus seinem durchbohrten Herzen
entspringen die Sakramente der Kirche.
Das Herz des Erlösers steht offen für alle,
damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles.
Durch ihn rühmen dich deine Erlösten und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
MB Herz Jesu
Wir danken dir, Vater im Himmel,
und rühmen dich durch unseren Herrn Jesus Christus.
Denn ihn hast du zum Haupt
der neuen Schöpfung gemacht,
aus seiner Fülle haben wir alle empfangen.
Obwohl er dir gleich war an Herrlichkeit,
hat er sich selbst erniedrigt
und der Welt den Frieden gebracht
durch sein Blut,
das er am Stamm des Kreuzes vergossen hat.
Deshalb hast du ihn über alle Geschöpfe erhöht,
so wurde er für jene, die auf ihn hören,
zum Urheber des ewigen Heiles.
Durch ihn preisen wir jetzt
und in Ewigkeit dein Erbarmen und
singen mit den Chören der Engel
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig ...
MB Wochentage 1
Wir danken dir, treuer und barmherziger Vater,
für Jesus, deinen Sohn unseren Herrn und Bruder.
Seine Liebe galt den Armen und Kranken,
den Ausgestoßenen und Sündern.
An keiner Not ging er vorüber.
Sein Leben und seine Botschaft lehren uns,
daß du ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt
wie ein Vater sich um seine Kinder sorgt.
Darum loben und preisen wir dich,
wir rühmen deine Güte und Treue
und verkünden mit allen Engeln und Heiligen
das Lob deiner Herrlichkeit:
Heilig...
Präfation aus dem Schweizer Hochgebet 3
Christus spricht:
Liebt einander!
Wie ich euch geliebt habe,
so sollt auch ihr einander lieben.
(Joh 13,34)
Oder:
Er wird in ihrer Mitte wohnen,
und sie werden sein Volk sein,
und er, Gott, wird bei ihnen sein.
(Offb 21,3b)
Oder:
Christus spricht:
Daran werden alle erkennen,
dass ihr meine Jünger seid:
wenn ihr einander liebt.
(Joh 13,35)
Mein Vater,
ich überlasse mich dir;
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In deine Hände lege ich meine Seele.
ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe
und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben,
mich in deine Hände zu legen,
ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen.
Denn du bist mein Vater.
Charles de Foucauld,
GL 8,7
Gott spricht
Seht ich mache alles neu
das Alte ist überwunden
Tränen, Mühsal und Tod
werden nicht siegen
Siegen wird die Liebe
Man wird erkennen
ob wir Gotteskinder sind
wenn wir einander liebevoll begegnen
wenn wir lernen zu verzeihen
wenn wir Leidenden beistehen
wenn wir Trauernde trösten
wenn wir Gottes Liebe wirken lassen
Dann wird die Liebe siegen
dann wird die Verheißung wahr
Seht ich mache alles neu
Barmherziger Gott, höre unser Gebet.
Du hast uns im Sakrament das Brot des Himmels gegeben,
damit wir an Leib und Seele gesunden.
Gib, daß wir die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen
und als neue Menschen leben.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 5. Sonntag der Osterzeit
Herr, unser Gott,
in deinem Wort und Sakrament gibst du uns Nahrung und Leben.
Laß uns durch diese großen Gaben in der Liebe wachsen
und zur ewigen Gemeinschaft mit deinem Sohn gelangen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Barmherziger Gott,
du hast uns alle mit dem einen Brot des Himmels gestärkt.
Erfülle uns mit dem Geist deiner Liebe,
damit wir ein Herz und eine Seele werden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
MB 2. Sonntag im Jahreskreis
Barmherziger Gott,
wir haben den Auftrag deines Sohnes erfüllt
und sein Gedächtnis begangen.
Die heilige Gabe,
die wir in dieser Feier empfangen haben,
helfe uns,
daß wir in der Liebe zu dir und unseren Brüdern
Christus nachfolgen,
der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
MB 33. Sonntag im Jahreskreis
Herr, unser Gott,
du hast uns gestärkt mit dem Sakrament jener Liebe,
durch die dein Sohn alles an sich zieht.
Entzünde auch in uns das Feuer deiner Liebe,
damit wir in unseren Brüdern ihn erkennen und ihm dienen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unsern Herrn.
MB Herz Jesu
Auferstandener Herr Jesus Christus,
wir waren Gäste an deinem Tisch und haben mit dir Mahl gehalten.
Lehre uns, was es heißt deinen Geboten zu folgen
und lass uns immer mehr deine grenzenlose Liebe zuteilwerden.
Darum bitten wir heute, morgen und in alle Ewigkeit. – Amen.
Gütiger Gott,
voll Liebe und Güte schaust du uns an
und kommst uns immer wieder entgegen.
In dieser zerrissenen Welt fällt es uns oft nicht leicht,
dem Beispiel deines Sohnes zu folgen
und mit ihm auf dem Weg der Liebe und des Friedens zu gehen.
Wecke du unsere Bereitschaft
und höre nicht auf, uns auf deine Wege zurückzurufen.
Für dein Mit-uns-sein danken wir dir,
heute und alle Zeit. – Amen.
Du, Gott, wirst nicht alt.
Unverbraucht ist dein Wort,
die Weite deines Herzens,
die Freiheit deiner Kinder.
Wir bitten dich für die neue Woche.
Auf vieles freuen wir uns schon.
Auf Menschen, mit denen wir gerne zu tun haben,
auf Gespräche, die wir fortsetzen können,
auf Arbeit, die uns ausfüllt.
Vor manchem graut uns.
Streit, der nicht sein muss,
Eitelkeit, mit der wir nicht umgehen können,
Worte, die wieder nur verletzen.
Begleite uns in die neue Woche
mit deiner Liebe,
die allen Dingen und Erfahrungen
einen neuen Glanz schenkt.
Dann sehen wir den neuen Himmel,
die neue Erde
in Christus, unserem Herrn. – Amen.
Mein Vater,
ich überlasse mich dir;
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In deine Hände lege ich meine Seele.
ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe
und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben,
mich in deine Hände zu legen,
ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen.
Denn du bist mein Vater.
Charles de Foucauld (1858-1916)
GL 8,7
Charles de Foucauld (1858 – 1916) stammt aus einer wohlhabenden französischen Adelsfamilie. Geboren in Straßburg, verliert er mit fünf Jahren seine Eltern und wächst mit seiner jüngeren Schwester Marie beim Großvater Oberst de Morlet auf.
Bei Ausbruch des deutsch-französischen Krieges von 1870 optiert die Familie für Frankreich und lässt sich in Nancy nieder. Katholisch erzogen, entfernt er sich als Jugendlicher vom Glauben, behält aber die Hochachtung vor der Kirche und ihren Vertretern. Der Familientradition folgend wird Charles Offizier in einem Husarenregiment. Aus Freundschaft zu seinen Kameraden veranstaltet er, um dem Kasernenalltag zu entfliehen, Partys und Feste. Es gibt Tage, in denen er eine große Leere empfindet.
1881 betritt er zum ersten Mal ein muslimisches Land, das seit 1830 von Frankreich kolonisierte Algerien. Von da an wird er bis zu seinem Lebensende 35 Jahre in muslimischer Umgebung leben. Dieser erste Aufenthalt ist kurz, da er in die militärische Nicht-Aktivität entlassen wird. Er hatte sich geweigert, seiner Freundin, die ihm vorausgereist war, vorzuschreiben, umzukehren. Es war eine Provokation, wie er später schreibt. Kaum zurück in Frankreich geraten französische Truppen in Kämpfe mit algerischen Widerständlern. Kurzerhand lässt er die Freundin und ihre Mutter zurück – nicht ohne sie materiell zu unterstützen – und stellt seinen Mann in den Kämpfen im Atlasgebirge.
Als wieder das langweilige Kasernenleben bevorsteht, quittiert er von sich aus den Dienst und begibt sich auf eine risikoreiche Forschungsreise ins Innere Marokkos. Der Orient hat ihn gepackt mit seiner Kultur, mit der Wüste und mit freundlichen Menschen, die ihm einmal das Leben retteten. Nicht zuletzt beeindruckt ihn das öffentlich bezeugte Gebetsleben mitten in der Mittagshitze der Wüste.
Auf der Suche nach seinem Lebensweg richtet er sich in Paris in der Nähe seiner Familie eine Wohnung ein und schreibt an seinem Forschungsbericht. Die Güte und unaufdringliche Nähe seiner Cousine Marie lässt ihn den Weg in die Kirchen finden und beten: „Mein Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erkennen!“
So kommt es, dass er eines Morgens in der Kirche St. Augustin einen Priester anspricht, Abbé Huvelin, den er vom Sehen kennt, und ihn um eine Instruktion in Sachen Religion ersucht. Er ist 28 Jahre alt. Der Abbé geht nicht darauf ein und weist ihn an zu beichten und zu kommunizieren. „Ab diesem Moment konnte ich nicht anders als mein Leben Gott zu schenken“ sagt er später. Das entspricht seinem natürlichen Charakter, der immer radikal auf ein erkanntes Ziel zusteuert.
Doch wie diese Hingabe leben? Auf einer Pilgerreise ins Heilige Land macht er im Dorf Nazaret eine umwerfende Erfahrung: Ihm wird bewusst, dass Jesus, Gottes Sohn, sich dieses einfache Leben dort ausgesucht hat und dass er dreißig Jahre lang einer dieser kleinen Leute war, die im Schatten der Geschichte stehen. Dieses Mysterium von Nazaret hält ihn nun sein Leben lang in Bann. Es entwickelt in ihm eine eigene Dynamik, bis es ihm gelingt sein ureigenes Nazaret zu finden.
Er lebt zunächst sieben Jahre von 1890 – 1897 im Orden der Trappisten und muß feststellen, dass dieses Leben nicht seiner Vorstellung von „Nazaret“ entspricht. Die folgenden drei Jahre verbringt er als Laienbruder bei den Klarissen in Nazaret und verrichtet diverse Haus- und Botendienste für die Schwestern. Sie verstehen es, in ihm den Wunsch zu wecken, Priester zu werden. Bei der Vorbereitung zur Priesterweihe, die er 1901 empfängt, entschließt er sich, zu jenen Menschen zu gehen, die ihm als die Ärmsten und Verlassensten erscheinen, und das sind für ihn jene, denen er in Marokko begegnet ist.
Als Priester der Diözese Viviers kehrt er nun mit der Erlaubnis der Kolonialbehörden und im Dienst von Msgr. Guérin, dem Apostolischen Administrator, in die Sahara zurück, und zwar nicht als Einsiedler, als den man ihn oft bezeichnet. Er ging dorthin, um den Menschen nahe zu sein und mit dem Wunsch, eine Gemeinschaft von Mitbrüdern zu gründen. Die Erfüllung dieses Wunsches blieb ihm zeitlebens verwehrt.
Zunächst siedelt er sich in Beni Abbès nahe der Grenze zu Marokko an, das Europäern weiterhin verwehrt ist. Ab 1905 wendet er sich dem muslimischen Nomadenvolk der Tuareg zu, das in der Person ihres Stammesoberhauptes („Amenokal“) Moussa Agg Amastan mit den Franzosen Frieden schließt; in Wirklichkeit ist es aber eine Unterwerfung. In den elf Jahren, die er nun bei den Tuareg im Herzen der Sahara lebt, wird er für sie ihr Marabut – so bezeichnen sie ihre eigenen muslimischen Heiligen.
Seine Arbeit besteht nun in der Erforschung ihrer Sprache und ihrer Kultur. Auf diese Weise findet er sein „Nazareth“, das nun nicht mehr an einen Ort gebunden ist, sondern das für ihn zum Grundzug seines Glaubens wird. Dies versucht er, konsequent zu leben und gerät dabei in Situationen, in denen er von seinen Nachbarn beschenkt oder gar vor dem Tod durch Erschöpfung gerettet wird. Dass ihn die Tuareg tatsächlich schätzen, wird durch Briefchen bestätigt, die in Tifinagh, ihrer Schrift, verfasst sind und die erst vor etwa 20 Jahren an die Öffentlichkeit gelangt sind. Sie gingen nämlich ungelesen und unverstanden durch die Hände der Kolonialzensoren. Es ist eigentlich unglaublich, wenn der Amenokal in einem dieser Briefchen ihn, den Heiden, der keinen Platz im Paradies hat, ersucht: „Bete inständig für mich!“
In den Wirren des Ersten Weltkriegs stirbt Charles de Foucauld am 1. Dezember 1916 in Tamanrasset eines gewaltsamen Todes. Er stirbt nicht als Märtyrer im kanonischen Sinn. Sein Tod ist wie der Preis der Liebe zu Gott und zu jenen, die seine Freunde geworden waren und von denen ihn so manche noch bis heute in Ehren halten. Im Jahr 2005 wurde er von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.
Papst Franziskus zum 100. Todestag 2016: "Charles de Foucauld hat wie wenige andere den Umfang der Spiritualität realisiert, die von Nazareth ausgeht".
Herbert Hartl PFJ, Mitglied der Gemeinschaft der Kleinen Brüder Jesu.
https://www.erzdioezese-wien.at/site/glaubenfeiern/spirituelles/grossechristen/article/53864.html
Morgens in den Spiegel schauen
mich liebend annehmen
mir wohlwollend begegnen
mit meinen großen und kleinen Macken
mit meiner Vielfältigkeit und meiner Einfältigkeit
mit meinen versöhnten und unversöhnten Seiten
mit meinen Stärken und Schwächen
mit meinen…
und wissend
dass du um all dies weißt
und
dass du mich so annimmst
ja - liebst
mir in diesem Wissen
zulächeln
und in den Tag gehen
mit dem Vorsatz
genau so
meinen Mitmenschen zu begegnen
Beatrix Senft (2022)
Die Verheißung des Neuen, das weiß man auch aus der Entstehung der Offenbarung des Johannes, gewinnt ihre Farbe sehr oft aus der Kontrasterfahrung, aus der Sehnsucht nach dem, was in aller Vergänglichkeit Bestand behält. Sie gewinnt Anhalt daran, dass auch in unserer eigenen Erfahrung Zerstörung und Gewalt nicht das letzte Wort behalten.
Mir ist das hier in Würzburg auf eigentümliche Weise deutlich geworden. Im Sommer führte mich ein Besuch in diese Stadt. Mit meiner Frau streifte ich durch das Museum oben auf der Festung. Plötzlich blieb ich wie angewurzelt vor einem Bild stehen. Vom Steinberg nach Süden hatte der Maler Fried Hegner am 16. März 1945 das brennende Würzburg gemalt. Unter dem Bild liegt zerschmolzenes Silberbesteckt – als Symbol dafür, welche Zerstörungsgewalt da wütete. Und wenn man sich umwendet, steht man vor dem Modell der Stadt Würzburg im Jahr 1945, eine vollkommen zerstörte Stadt, ein Bild unvorstellbaren Grauens.
Dann schaut man auf die Wirklichkeit und wundert sich, dass wieder erstehen konnte, was da in Schutt und Asche gelegt worden war. Es gelang, an die dreizehnhundertjährige Geschichte der Stadt anzuknüpfen, ihre traditionsreichen Gebäude wieder erstehen zu lassen und dem Leben eine neue Chance zu geben.
Und doch bleibt der Unterschied zwischen dem, was wir Menschen neu machen können, und der endgültigen Verheißung, dass alles neu wird. Es bleibt der Unterschied zwischen dem, was wir tun – in den endlichen Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, und dem, was Gott tut. Ich glaube, gerade heute ist nichts nötiger als die Fähigkeit, das wieder zu unterscheiden. Das können wir aber nur, wenn die Sehnsucht eine Sprache behält, die über alles Menschenmögliche hinaus denkt und hinaus hofft.
In unnachahmlicher Weise hat dieses Fragen und Sehnen Johann Gottfried Hermann aufgenommen in einem Lied:
(1) Geht hin, ihr gläubigen Gedanken,
ins weite Feld der Ewigkeit,
erhebt euch über alle Schranken
der alten und der neuen Zeit;
erwägt, daß Gott die Liebe sei,
die ewig alt und ewig neu!
(10) Die Hoffnung schauet in die Ferne
durch alle Schatten dieser Zeit;
der Glaube schwingt sich durch die Sterne
und sieht ins Reich der Ewigkeit;
da zeigt mir deine milde Hand
mein Erbteil und gelobtes Land.
Da ist mehr im Spiel als der Gedanke, dass das Spätere eine qualitative Steigerung der Gegenwart enthält. Da ist auch mehr im Spiel als nur ein „auferstanden aus Ruinen“. Nirgendwo in der Bibel ist davon die Rede, dass Gott den ständigen Fortschritt vom Schlechteren zum Besseren garantiert. Gott ist nicht ein Gott des Fortschritts, sondern des Neuen.
Und dieses Neue trägt nichts Altes in sich. Das Neue entsteht nicht dadurch, dass die Teile des Alten wie ein Puzzle neu kombiniert werden. Das Neue, auf das Christen warten und nach dem sie sich sehnen, ist deshalb nicht von Menschen zu schaffen. Nicht durch menschlichen Willen, durch menschliche Kunst oder durch menschliche Arbeit. Das Neue, von dem Johannes spricht, kommt von selbst, kommt aus dem Ewigen und ist deshalb neu. Es lässt sich nicht erzwingen. Für dieses Neue können Menschen nur bereit sein. Diese Bereitschaft beinhaltet das Wissen darüber, dass das Alte vergehen muss, und innerlich zerbricht, wer mit aller Macht versucht, an dem Alten festzuhalten und es vermeintlich zu retten.
Wenn Johannes schreibt: Siehe, ich mache alles neu, dann verweist dieses Ich auf die Quelle des Neuen hin: auf Gott, der in Jesus Christus das Neue hat sichtbar werden lassen. Gott selbst ist es, der das Neue in uns und unter uns werden lässt. Die Sehnsucht nach dem Neuen ist ein Abglanz der Sehnsucht nach der Gegenwart Gottes.
Der Traum Gottes muss nicht auf die Ewigkeit warten. Ich denke da auch an die vielen Menschen in Cottbus, die sich um Flüchtlinge kümmern, ihnen helfen Deutsch zu lernen, sie bei Behördengängen begleiten, ihnen praktische Tipps für den Alltag geben, mit ihnen hoffen, dass Asylverfahren einen positiven Ausgang nehmen.
Der Traum Gottes muss nicht auf die Ewigkeit warten, wenn Menschen auf ihre berufliche Karriere oder auf eine eigene Familie verzichten, um Angehörige oder Freunde zu pflegen und ihnen trotz Krankheit oder Behinderung ein Leben in Gemeinschaft und Würde zu ermöglichen.
Ich sehe in diesen und ähnlichen Erfahrungen Beispiele dafür, wie die warme und menschliche Wirklichkeit des Traumes Gottes auf die kalte und unmenschliche Wirklichkeit dieser Welt trifft und sie überwindet.
Herzlich tut mich erfreuen
die liebe Sommerzeit,
wenn Gott wird schön erneuen
alles zur Ewigkeit.
Den Himmel und die Erde
wird Gott neu schaffen gar,
all Kreatur soll werden
ganz herrlich, schön und klar.
Kein Zung kann je erreichen
die ewig Schönheit groß;
man kann's mit nichts vergleichen,
die Wort sind viel zu bloß.
Drum müssen wir solchs sparen
bis an den Jüngsten Tag;
dann wollen wir erfahren,
was Gott ist und vermag.
Da werden wir mit Freuden
den Heiland schauen an,
der durch sein Blut und Leiden
den Himmel aufgetan,
die lieben Patriarchen,
Propheten allzumal,
die Märt'rer und Apostel
bei ihm in großer Zahl.
Also wird Gott erlösen
uns gar von aller Not,
vom Teufel, allem Bösen,
von Trübsal, Angst und Spott,
von Trauern, Weh und Klagen,
von Krankheit, Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen,
von aller bösen Zeit.
Er wird uns fröhlich leiten
ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten
zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne
in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne
und täglich werden neu.
Wir werden stets mit Schalle
vor Gottes Stuhl und Thron
mit Freuden singen alle
ein neues Lied gar schön:
"Lob, Ehr, Preis, Kraft und Stärke
Gott Vater und dem Sohn,
des Heilgen Geistes Werke
sei Lob und Dank getan."
Million Mile Joe: eine bemerkenswerte Marketing-Aktion von Honda. Aus zweierlei Gründen. Erstens finde ich schön, wie sie den Menschen, den Nutzer Ihres Produkts in den Mittelpunkt stellen und aus einem besonderen Anlass überschwänglich feiern. Zum Zweiten, weil sie nicht die Aussage typischer Marketing-Aktionen verfolgt. Es geht nicht um „Liebe das Produkt xy und kaufe es“, sondern „Liebe das Produkt, pflege es und kümmere Dich darum“!
Das ist ungewöhnlich in einem Markt, der eigentlich darauf aus ist, dass wir möglichst schnell etwas Neues kaufen. Produkte lange zu hegen und zu pflegen passt da normalerweise nicht rein. Viele Marketing-Kampagnen versuchen trotzdem emotionale Bindungen herzustellen, ist ja auch wichtig. Doch das ist ein Widerspruch zwischen Marketing und Markt: etwas, das ich wirklich liebe, schmeiße ich nicht zugunsten etwas Neuem einfach weg!
Das Papst-Schreiben "Freude der Liebe" stößt in München auf zwiespältige Resonanz. Homosexuelle in der Kirche sprechen von "Stagnation auf niedrigem Niveau".
Süddeutsche Zeitung - 10. April 2016, 18:54 Uhr
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/katholiken-keine-reine-freude-1.2943142
Johannes führt diese Gedanken weiter, er führt sie vollends in die Tiefe. Nach ihm sind wir von Gott (Joh 14, 21) geliebt, damit wir einander lieben (Joh 13,34). Angesichts dieser strikt theologischen Begründung spricht Johannes vom neuen Gebot der Liebe als dem Erkenntnismerkmal des Christen, »Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt« (Joh 13,34 f.). Er macht damit deutlich, dass Liebe das Spezifikum des christlichen Lebens ist. Ihr Maß geht über jedes normalmenschliche Maß hinaus und bemisst sich an der Liebe, die Jesus selbst uns durch seine Lebenshingabe erwiesen hat. »Das ist mein Gebot: Liebt einander so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben hingibt für seine Freunde« (Joh 5,12 f.).
Aus: Walter Kardinal Kasper, Barmherzigkeit. Grundbegriff des Evangeliums – Schlüssel christlichen Lebens. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2012.

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Interessant an diesem Abschnitt ist, daß Paulus nach dieser Darstellung im Gegensatz zu den Paulusbriefen nicht mit der unmittelbar bevorstehenden Wiederkunft Christi rechnet. Er ermahnt die Jünger, treu am Glauben festzuhalten. Das ist eine Redeweise, die man erst nach der Aufgabe der Naherwartungsvorstellung antrifft.
Weiters ist der Verfasser daran interessiert zu zeigen, daß die Missionare kirchliche Strukturen hinterlassen, indem sie Verantwortliche einsetzen. Auch dies dürfte in der dargestellten Weise nicht mit den Paulusbriefen übereinstimmen und erst aus späterer Zeit stammen.
Aus diesen Beobachtungen kann man schließen, daß es dem Verfasser der Apostelgeschichte hier weniger um Geschichtsschreibung geht als um eine Abrundung der missionarischen Tätigkeit, die feste Gemeindestrukturen schafft, damit die Gemeinden überleben können.